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E_1939_Zeitung_Nr.025

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K-i AUTOMOBIL-REVUE

K-i AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 21. MÄRZ 1939 — N° 25 langen and erbitterten Bruderkampf führen sollten. So war beim Beginn der Revolution auch kein grösseres Handelsunternehmen in der Lage, seine politische Stellungsnahme zu präzisieren und sich in seinen Dispositionen auf die kommende Entwicklung einzustellen. Der gesamte Vertriebs-, Lagerungs- und Transport-Apparat verrichtete seine Funktionen eben in den Territorien, in denen er domizMiert war. Die Tankflotte der Campsa wurde geteilt; einige ihrer Schiffe gingen durch Versenkung verloren. Fahrzeuge, die in Häfen Regierungs-Spaniens lagen, verblieben in dessen Diensten. Solche auf hoher See liefen entweder die Häfen an, für die ihre Ladungen konsigniert waren, oder wurden entsprechend der politischen Einstellung ihrer Kapitäne und Mannschaften umgeleitet. Andere schliesslich wurden von der einen oder andern Seite gekapert Da die Campsa ihren Hauptsitz in Madrid hatte, arbeitete sie naturgemäss weiter im Dienst der republikanischen Regierung, bis auf den Teil ihrer Organisation, der in dem von Nationalisten besetzten Gebiet tätig war und der im Anfang auch General Franco mit den von ihm benötigten Mineralölprodukten versorgte. Diese auf rein kommerzieller Basis gelieferten Quantitäten waren allerdings nicht sehr gross und schlössen weder Flugbenzin noch Qualitäts-Schmieröle ein. * Als sich dann im weiteren Verlauf des Bürgerkrieges zeigte, dass die militärischen Operationen sich immer weiter ausdehnten und verschärften und vor allem die Luftwaffe mit immer höheren Anforderungen hervortrat, war man sich klar darüber, dass die Organisation der Campsa allein keinesfalls ausreichen würde, mit diesen rasch wachsenden Bedürfnissen Schritt zu halten. In keinem Fall aber würde sie in der Lage sein, die benötigten Mengen Flugbenzin und Schmieröl für die Luftflotte bereitzustellen. So wandten sich die Nationalisten an den offenen Markt. Da die Nichteinmischungs-Bestimmungen die Zufuhr von Petroleumprodukten nicht beschränkten und die Nationalisten auch in der Lage waren, sie in guter Valuta zu bezahlen, konnten sie sich ohne Schwierigkeit die Mengen beschaffen, die sie brauchten. Sie tätigten zunächst in Lissabon grössere Abschlüsse auf Flugbenzin, das ihnen in Kesselwagen der Campsa auf dem Schienenweg zuging, und kauften von der «Cepsa» in Teneriffa auch gewöhnliches Benzin. Ferner beschlagnahmten sie auf hoher See mehrere, für die republikanische Regiernug bestimmte Oelladungen. Inzwischen hatten die Franco-Behörden auch direkte Verbindungen mft ausländischen Oel« gesellschaften angeknüpft, von denen einige bis dahin noch nicht mit dem Monopol zusammengearbeitet hatten. Anfang 1937 erklärten sich dann die mit dem Monopol verbundenen Finanzkreise offen für die Sache der Nationalisten und gingen mit Nachdruck daran, die Tätigkeit der Campsa im besetzten Gebiet auszubauen. Mit einer grossen amerikanischen Gruppe wurde ein Abkommen für Oellieferungen geschlossen, die über die südlichen Häfen von Huelva und Cadiz, über Vigo an der Atlantik- Küste und später über die Häfen der Biskaya eingeführt wurden. Die republikanische Regierung war im Anfang des Bürgerkrieges hinsichtlich ihrer Oelversorgung ungleich günstiger gestellt. Sie genoss die Vorteile der laufenden Belieferung durch die Campsa, verfügte ferner über ansehnliche Vorräte in den Mittelmeerhäfen und nicht zuletzt über grosse Goldreserven Ihre Flotte im Verein mit der Küstenverteidigung sicherte ihre regelmässigen Zufuhren aus den verschiedensten Bezugsländern nach den Lagertanks in den Mittelmeerhäfen von Alicante, Valencia und Barcelona, wenn auch immerhin einige Tankerladungen von der gegnerischen Seite abgefangen wurden. Auch nachdem diese Hafenanlagen im vergangenen Jahr immer mehr zur Zielscheibe von Luftangriffen der nationalistischen Flugwaffe geworden und verschiedentlich auch schwer von ihnen getroffen wurden, blieben sie im ganzen doch in Funktion. Nur die kleinen Raffinerie- und Mischanlagen in Barcelona und Alicante wurden bereits in den früheren Stadien des Krieges durch Bombardemente ausser Betrieb gesetzt und haben auch seitdem ihre Tätigkeit nicht wieder aufgenommen So haben Im ganzen beide Parteien des spanischen Bürgerkrieges dank ihrer Fähigkeit, ihre Oelbezüge mit Devisen zu bezahlen, sich die Versorgung mit Petroleumprodukten in ausreichendem Umfang decken können. Um welche Mengen es sich dabei gehandelt hat, lässt sich mangels jegliche Unterlagen auch nicht entfernt abschätzen. Wenn es auch abwegig wäre, die Lage im spanischen Konflikt in Parallele zu stellen mit den Umständen, die ein internationale Krieg ergeben würde, so erheben sich doch immerhin in diesem Zusammenhang eine £ia tcfolq. dee Scfiioäzec Judustcle im AusCand Der Kampf um eine Strassenverbindung zwischen Glarus und Vorderrheintal Anlässlich der kürzlich in Lugano versammelten ständerätlichen Komimission zur Behandlung der Arbeitsbeschaffungs- und Landesverteidigungs-Vorlage haben die Bündner Vertreter die auf letzten Donnerstag angesetzte ausserordentliche Sitzung des Grossen Rates des Kantons Graubünden als Druckmittel zu verwenden versucht Nach einer grossen Redeschlacht wurde ein Antrag der Kommissionsmehrheit in namentlicher Abstimmung mit 74 gegen 20 Stimmen angenommen. Die Willenskundgebung des Grossen Rates hat folgenden Wortlaut: 1. Der Grosse Bat des Kantons Graubünden ist mit den Behörden des Bundes der Ueberzeugung, dass die Landesverteidigung die Erstellung einer neuen Verbindung Graubündens mit dem Landesinnern erfordert Er erwartet deshalb des bestimmtesten, dass der im Arbeitsbeschaffungsprogramm für diesen Zweck vorgesehene Kredit von den eidgenössischen Räten beschlossen wird. 2. Der Grosse Rat des Kantons Graubünden teilt mit dem Kleinen Rat die Auffassung des Generalstabes, dass eine Bahnverbindung Vorderrheintal- Reusstal mit Basistunnel allen militärischen Anforderungen am besten entspricht. Er erwartet deshalb, dass diese Lösung nach jeder Richtung eine gründliche Aufklärung erfahre und beauftragt den Kleinen Rat, sich dafür einzusetzen. 3. Der Grosse Rat stellt neuerdings fest, dass die militärische gleich wie die wirtschaftliche Verteidigung des Landes den raschen und gleichmässigen Ausbau der ausser dem Julier ins eidgenössische Alpenstrassen-Ausbauprogramm aufgenommenen Strassenzüge Landquart-Davos-Flüela-Ofenherg-Münster, Reichenau-Flims-Disentis-Oberalp mit einer das ganze Jahr befahrbaren Nord-Süd-Durchtangsstrasse mit Bernhardintunnel erfordert. Er vertritt die Auffassung, dass in dieses Programm aus militärischen Gründen der Schyn und die Unterengadinstrasse einbezogen werden müssen und die SBB-Strecke Ziegelbrücke-Sargans auf Doppelgeleise auszubauen sei. Dabei wird erwartet, dass die notwendigen und Tom Bundesrat vorgesehenen Verbesserungen der Oberländer-Oberalpund der Lukmanierstrasse aus militärischen Gründen im Rahmen des eidgenössischen Arbeitsbeschaffungsprogramms finanziert werden. 4. Wenn überdies eine Strasseorerbindung Glarus-Graubünden gebaut werden kann, so verlangen die verkehrspolitischen Bedürfnisse die Segnesstrasse. 5. Der Kleine Rat wird beauftragt, die Interessen des Kantons im Sänne dieser Willenskundgebung des Grossen Rates weiterhin mit Entschiedenheit in vertreten. Diese Kundgebung bedeutet nichts anderes als eine Sammlung der bündnerischen Strassenbegehren gegenüber der Eidgenossenschaft. Wieweit sich wirtschaftliche und militärische Gesichtspunkte bezüglich der umkämpften Strassenverbindung vereinigen lassen, darüber wird nicht der Grosse Rat des Kantons Graubünden und seine Politiker, sondern einzig und allein die verantwortlichen Militärbehörden zu entscheiden haben. Diesbezüglich scheint denn auch trotz gegenteiliger Stellungnahme der ständerätlichen Kommission der Kistenpass nach wie vor im Vordergrund zu stehen. Letzten Freitag befasste sich auch der Bundesrat auf Grund eines Berichtes von Bundesrat Etter erneut mit diesem weit und breit diskutierten Strassenproblem. Nach nochmaliger, objektiv geführter Abwägung aller Gründe ist unsere Landesbehörde einstimmig zum Schluss gekommen, dass die zweckmässigste Lösung in einer Kistenstrasse zu suchen sei. Dem Ständerat wird deshalb der Antrag unterbreitet, die entsprechende, durch die ständerätliche Kommission gestrichene Position von 20 Millionen Fr. im Arbeitsbeschaffungsprograimm wieder aufzunehmen. Der Bundesrat vertrat diesbezüglich auch die Auffassung, dass so rasch wie möglich ein Entscheid getroffen werden muss, der sich in erster Linie nach den Interessen der Landesverteidigung zu richten habe. Dabei stützt sich der Bundesrat auf die Vernehmlassung der verantwortlichen militärischen Instanzen, die auf den Bau einer Kistenstrasse das grösste Gewicht legen. Gestern fand in Zürich eine Konferenz zwischen den drei an einer wintersichern Durchgangsstrasse durch das glarnerisch-bündnerische Grenzgebirge beteiligten Kantonen statt Wir hegen Zweifel, dass sich die stark differierenden Interessen bezüglich Trassewahl unter einen Hut bringen lassen. Nachdem der Bund auch den grössten Teil der Baukosten und für das bündnerische Teilsrück eventuell den Gesamtbetrag zu übernehmen hat, erscheint ein eidgenössischer Schiedsspruch kaum mehr verfrüht. Die Tessiner wenden sich an Bundesrat und eidg. Kammern. In Zusammenhang mit der Annahme der Tagesordnung, worin der Tessiner Grosse Rat gegen die Streichung des Kredites für die Kistenstrasse Protest einlegte, hat die Regierung unseres südlichen Grenzkantons am 14. März an den Bundesrat und die eidg. Kammern ein Schreiben gerichtet, das die Notwendigkeit einer militärisch sicheren Verbindung zwischen Glarus und Graubünden namentlich angesichts der gespannten politischen Situation betont Den vom Kanton Graubünden geltend gemachten wirtschaftlichen Erwägungen hält der Tessiner Staatsrat die schwierige Wirtschaftslage des Tessins entgegen, die sich gerade wegen Abschliessung des Kantons gegen seinen natürlichen Absatzmarkt Italien hin wie auch als Folge der ungenügenden Verbindung mit der Innerschweiz weiter verschärft habe. den Beginn der Schneeraumung am Simplon: nächsten Freitag. Die Schneefräse der Firma Peter in Liestal, die beim Wettbewerb für Schneeräumungsmaschinen, welche der französische Touring-Club kürzlich in Bria.nc.on veranstaltete, den ersten Preis sowie einen Speziaipreis des Kriegsministerium« davontrug. Die ausgezeichneten Erfahrungen, welche mit dieser Maschine in der Schweiz, z. B. bei der Frei legung des Gotthards und des Simplons gemacht Den Mitteilungen, die wir in unserer letzten wurden, haben dazu geführt, dass sie auch im Ausland in ständig wachsendem Masse Verwendung Nummer über den Beschluss der cPro Sempione» findet So arbeitet sie bereits auch in Spanisch-Ma rokko (Riffgebirge), in Syrien (Libanon), in Norwegen, Deutschland und Frankreich. Ueber die Konstruktionsprinzipien dieses erfolgreichen einheimi- Verkehr auf Ostern zu öffnen, seien heute noch brachten, die Simplonstrasse dem durchgehenden schen Erzeugnisses hat unser Blatt in Nr. 30/1936 ausführlich berichtet. einige Ergänzungen beigefügt. Morgen, Mittwoch, bereits werden die Verhältnisse an Ort und Stelle geprüft, um festzustellen, auf welches Datum frühestens die Freigabe der Strasse erfolgen könne. Aller Reihe von Fragen, die über den engeren Rahmen dieses Konflikts hinaus von allgemeinenische Bruderkampf eine beredte Antwort Ostersonntag. Trotz der Neuschneemengen bracht haben ? Auf diese Frage hat der spa- Voraussicht nach bleibt man beim 9. April, dem der letzten Tage? Jawohl, denn die werden, sofern rer Bedeutung sind. Nur zwei von ihnen gegeben. Er hat weite landwirtschaftliche das Wetter nicht nochmals Kapriolen macht, vor seien hier gestreift Gebiete zerstört Ernten vernichtet und der Märzsonne und dem Föhn weichen müssen. schon die Befriedigung der vitalsten Bedürfnisse der menschlichen Ernährung aus eige- einmal erlebt, dass eine 1J4 m hohe Neuschnee- Schliesslich hat man es in den letzten Jahren schon Würde das Vorhandensein von eigenen Raffinerien die militärische Schlagkraft der schicht binnen dreier Tage verschwand. Uebrigens ner Scholle in einem Masse erschwert, dass soll auch dieses Jahr wieder kurz nach der Eröffnung eine kleine Feier die Behörden und Interes- beiden Parteien gestärkt oder geschwächt ohne weiteres zu ermessen ist, welcher haben? Spielraum danach noch für die Treibstoffproduktion verblieben wäre. einigen, wobei auch die ausländische Presse nicht senten von diesseits und jenseits des Passes ver- Die Antwort ergibt sich von selbst aus fehlen wird. der Tatsache, dass jede grössere Verarbeitungsanlage ein sichtbares und leicht zu tref- Ueber den Kurs, der dem Lande am ehearbeiten kommenden Freitag ihren Anfang. Wurden Wie wir weiter erfahren, nehmen die Freilegungsfendes Ziel für militärische Angriffe bietet. sten zu neuer Prosperität zu verhelfen vermag, kann schwerlich ein Zweifel bestehen. diesmal ihrer 120. Um sie vor Lawinen zu sichern, letztes Jahr 80 Mann dafür eingesetzt, so sind es Ein solches könnte schon in den ersten Tagen eines Krieges so schwer getroffen wer- Aussenhandel wie Binnenwirtschaft können werfern. greift man nötigenfalls zur Verwendung von Minenden, dass damit die ganze Versorgung mit nur zur Blüte gelangen, wenn dort wie hier Oel, sofern sie auf diesen Raffinerien basiert, jeder unnötige Kostenaufwand vermieden Die ganzjährige Oeffnung des Simplons aufs schwerste gefährdet wäre. Zweitens : wird. Der Ausbau des Strassennetzes, die gibt technisch keine Probleme auf, vielmehr handelt es sich dabei um eine reine Geldfrage. Allerdings sind die dafür erforderlichen Summen recht Würde eine planmässige Förderang des Autoverkehrs und zuletzt die baldige Wiederherstellung hoch, müssten doch, um die Strasse vor Lawinen zu umfassende Heranziehung von Ersatztreibstoffen, sind daher Aufbaumassnahmen von vitalster eine Augenblick zerstören können, 5—6 Galerien freien Wettbewerbes in der Oelwirtschaft schützen, welche das Werk wochenlanger Arbeit in erstellt werden. Immerhin darf man dabei mit der etwa aus landwirtschaftlichen Produkten, der Dringlichkeit für die Zukunft des spanischen Unterstützung des Bundes einerseits und der italienischen Behörden anderseits Technen. Der Kanton, einen oder andern Partei eine Entlastung ge- Volkes. * J.P.K. in dessen Aufgabenkreis die Angelegenheit fällt, lässt durch das Baudepartement Pläne und Kostenberechnungen aufstellen, welche sodann an die Walliser Regierung gelangen, währenddem die Behörden der Provinz Novara die gleichen Unterlagen dem italienischen Arbeitsministerium in Rom unterbreiten werden. Und der Gotthard? Die westsohweizerischen Automobilisten werden von den Plänen der cPro Sempione» mit Genugtuung Kenntnis nehmen, brauchen sie doch bei deren Verwirklichung den trotz vorgenommenen Reduktionen immer noch ziemlich teuren Eisenbahntransport durch den Tunnel nicht mehr in Anspruch zu nehmen. Dagegen herrscht über dem Gotthard noch grösste Ruhe! Seitdem die «Vereinigung Gotthardstrasse > infolge des Dazwischentretens des Kantons Tessin die frühzeitigere Freimachung der Strasse nicht mehr selbst vornehmen kann, scheint der Impuls für die rechtzeitige Anordnung der Arbeiten etwas nachgelassen zu haben. Dass der Kanton Tessin die Schneeräumung energischer anpacken sollte, dieser Wunsch drängte sich schon letztes Frühjahr auf, wo wertvolle Tage und Wochen nutzlos verstrichen. Die kürzlich in Frankreich mit neuen Schneeschleudermaschinen unternommenen Versuche — worüber wir an anderer Stelle dieser Nummer berichten, Red. — sollten gezeigt haben, dass sich gerade die schweizerischen Fabrikate sehr bewähren. Es sollte deshalb nahe liegen, sie auch im eigenen Land und gerade an der Gotthardstrasse einzusetzen, wo sie ihre ersten Versuche absolvierten. Dann muss aber der Kanton Uri auf seine bisherige Einstellung in dieser Frage verzichten und vom Verbot der Verwendung von Schneeschleudermaschinen endlich abgehen, auch wenn sein Teilstück nicht sehr lang ist AKTUELLES Um das Zürcher Verkehrsgesetz. Am 33. Januar hat Kantonsrat Hafner (Zürich) im Zürcher Parlament die Regierung über das Schicksal der vor bald Jahresfrist eingereichten Initiative für ein neues kantonales Verkehrsgesetz interpelliert. Seither hat die kantonate Polizeidirktion die Verhandlungen mit der Strassenverkehrsliga aufgenommen und dem Interpellanten die Zusicherung abgegeben, die Arbeiten derart zu fördern, dass die Gesetzesvorlage noch vor den Sommerferien vom Kantonsrat behandelt werden und im Herbst zur Volksabstimmung gelangen könne, womit dann der Inkrafttretung des Verkehrsgesetzes auf 1. Januar 1940 nichti m«hr im Wege stehen dürfte. Gestützt darauf ist die Interpellation am 13. März 1939 vorläufig zurückgezogen worden. Dabei behielt sich Kantonsrat Hafner vor, sie erneut wieder einzureichen, sofern die heutigen Voraussetzungen sich nicht erfüllen und in der Behandlung der Geaetzesvorlage eine Verzögerung eintreten sollte. Es wird nun Aufgabe der Regierungsbehörden sein, dieser Eventualität vorzubeugen und durch möglichst speditive Weiterführung der Verhandlungen mitzuhelfen, die resteckten Termine im «Leidensweg» des Zürcher Verlehrsgesetzes einzuhalten, V

N° 25 - MENSTAG, 21. MÄRZ 1939 .AUTOMOBIL-REVUE Zur Notlznahme: Großer Landesausstellungsprefs In Zürich endgültig am 8. Okt.! Di© von einer Sportagentur in Zirkulation gesetzte Meldung, wonach die Vorverschiebung des Grossen Landesausstellungspreises in Zürich vom 8. Oktober auf den 24. September neuerdings in den Vordergrund trete, da kaum anzunehmen sei, dass das Brünner Rundstreckenrennen dieses Jahr zur Durchführung komme, ist dahin zu berichtigen, dass die Zürcher Rennen unter allen Umständen am 8. Oktober ausgefahren werden. Von einer nachträglichen Vorverschiebung kann schon deshalb nicht die Rede sein, weil am 24. September der Grosse Preis von Italien als Europameisterschaftslauf für die Motorräder stattfindet und dieser somit mit dem Grossen Preis der Schweiz für Motorräder, der gleichzeitig mit dem Landesausstellungspreis für Grand-Prix- und Kleinwagen steigt und ebenfalls für die Europameisterschaft zählt, zusammenfallen würde. Der Grosse Landesausstellungsprete in Zürich für Wagen und der Grosse Preis der Schweiz für Motorräder werden also endgültig am 8. Oktober ausgetragen ! Im übrigen versichert man uns aus zuverlässiger Quelle, dass — trotz den Ereignissen der letzten Tage — die Absage des Grossen Masaryk-Preises in Brunn mit ziemlicher Sicherheit nicht zu erwarten sei. Im Gegenteil, unter Umständen sei sogar beabsichtigt, das Masaryk-Rennen mit vermehrtem Propagandaaufwand neu auferstehen zu lassen. Schnee-Sternfahrt und kein Ende. IN DER SCHWEIZ Zu dem in der letzten Nummer veröffentlichten salomonischen Urteil der nationalen Sportkommission betreffend den von einigen, bei der Bergprüfungsfahrt am Col des Mosses behinderten Konkurrenten eingereichten Protest wird uns von einem Teilnehmer am Rallye geschrieben : « Da man, um Punktegleichheit zu vermeiden, an der Schnee-Sternfahrt zwei Sonderprüfungen eingeschaltet hätte, so wäre es ohne Zweifel möglich gewesen, in der Wertungsgruppe 4, in der die Behinderung erfolgt ist, die Zeiten für die Bergfahrt einfach zu streichen. Die zweite Klassementsprüfung in Form des Kilometerrennens in Chambe'sy hätte für die notwendige « Siebung » der Konkurrenten in diesem Falle vollauf genügt. Es ist einfach eine Ungerechtigkeit, wenn ein Fahrer, wie z. B. Helbling, der die ganze Strecke strafpunktfrei fuhr, im 7. Rang landete, weil er am Col des Mosses rund 5 Minuten zurückgehalten wurde. A propos « salomonisches Urteil > : Wie reimt es sich mit jenem andern salomonischen Urteil zusammen, von dem in Nr. 21 des « Automobil-Revue » die Rede war und bei dem man dem am Col des Mosses zuerst gestarteten Konkurrenten der zweiten Wertungsgruppe, der von einem Sportkommissärwagen behindert wurde, insofern Satisfaktion erteilte, als man zwar im Klassement die effektiv gefahrene Zeit einsetzte, für die Meisterschaft jedoch gleichwohl 100 Punkte als Maximum in Anrechnung brachte? » IN PRANKREICH Deutsch-franzosisches Duell im Grossen Preis von Pau. Die provisorische Nennliste. Nachdem die Tatsache feststeht, dass die Italiener anlässlich der Eröffnung der internationalen Rennsaison mit dem Grossen Preis von Pau vom 2. April durch Abwesenheit glänzen werden und die Auto-Union ihre Meldungen zurückgezogen hat, da ihr Spitzenfahrer Nuvolari von den italienischen Sportbehörden mit einem Startverbot für französische Veranstaltungen belegt worden ist, sehen sich die drei Mannen vom Untertürkheimer Rennstall Mercedes-Benz, Caracciola, Lang und von Brauchitsch auf der kurzen Rundstrecke im kleinen Pyrenäenstädtchen ausschliess'lich französischen Konkurrenten gegenüber. Die Nennfrist ist am vergangenen Sonntag abgelaufen und obwohl wir bei Redaktionsschluss noch nicht im Besitze der endgültigen Teilnehmerliste sind, kann doch damit gerechnet werden, dass ungefähr 15 Boliden zur Motorenschlacht in der Cite antreten. Die Daimler-Benz AG fährt mit drei Exemplaren ihres — vor 8 Tagen im Bild gezeigten — aerodynamisch gegenüber dem Vorjahr wesentlich verbesserten 3-Liter-12-Zyl.- Kompressor-Gd-Prix-Modell 1939 nach Pau, wobei zu bemerken wäre, dass es ausgeschlossen ist, die hohe Spitzengeschwindigkeit dieser Silberpfeile auf dem kurvenreichen Circuit auszunützen, so dass den zwei kompressorlosen 4,5-Liter-12-Zyl.-Delahaye, die von der Ecurie Lucy O'ReiUy Schell genannt wurden, zum mindesten eine Chance eingeräumt werden muss. Dreyfus — der französische Automobilmeister des Jahres 1936, der in der letzten Saison den Grossen Preis von Pau auf Delahaye von Caracciola/ Lang auf Mercedes-Benz gewonnen hat — und Raph werden am Steuer der beiden Wagen sitzen. Gespannt darf man auch auf das Debüt des neuen Talbot mit dem 4,5-Liter- 6-Zyl.-Motor ohne Kompressor sein, der vom Werk aller Voraussicht nach Lebegue und Carriere anvertraut werden dürfte. Ferner hat die Ecurie Francia die Teilnahme von 3 kompessorlosen 6-Zyl.-Delahaye älteren Datums mit den Fahrern Paul, Contet und Chaboud vormerken lassen und schliesslich wird in den französischen Zeitungen mit Nachdruck immer wieder betont, dass der Selac von Ing. Emile Petit — mit Jean Tremoulet am Volant — tatsächlich am Start erscheinen werde. Petit hat seine sagenhafte Konstruktion mit einem Gotal-Getriebe versehen und die Versuchsfahrten in Montlhery sollen sehr befriedigend ausgefallen sein. Vorderhand liegen also bei den Organisatoren, dem AC Basoo-Bearnais, 11 von Rennmannschaften abgegebene Nennungen vor, wozu noch zwei Meldungen der Privatfahrer Mazaud und Biolay auf 6-Zylinder- Delahaye kommen. Die Nennliste zeigt demnach folgendes Bild: Merc.-Benz 12 Zyl. m. K.: Delahayt 12 Zyl. o. K.: Caracciola Dreyfus Lang Raph von Brauchitech Delahaye 6 Zyl. O.K.: Sefac 8 Zyl. m. K.: Paul Tremoulet Contet Talbot 6 Zyl. o. K.: Chaboud Carriere Biolay Lebegue Mazaud Wie steht es um das Kleinwagenrennen am G.P. von Frankreich? Laut Reglement ist die Meldefrist iür das am gleichen Tag wie der franz. Grand Prix steigende Rennen der Anderthalbliterwagen um den Pokal der französischen Sportkommission bereits am 10. März abends 6 Uhr zu Ende gegangen und noch immer hält man in den Fachblättern unseres westlichen Nachbarlandes nach einer Nennliste vergeblich Umschau. Wo's nur hapern mag? Wie man erfährt, sind der Sportkommission des Automobil-Clubs von Frankreich einige Meldungen verspätet zugekommen. Unter anderem zitiert das «Auto> den «Fall Mestivier», der sein Nennformular am 10. März vor 18 Uhr zur Post gegeben hat und dennoch vom A.C.F. als nicht startberechtigt taxiert wird. Diese Strenge wird dem A.C.F. vom «Auto» schwarz angekreidet, welches die Frage stellt, ob der Landesverband tatsächlich so viele Nennungen erhalten habe, dass er sich solche Zurückweisungen kaltlächdind leisten könne — eine Frage, die um so eher berechtigt ist, als der Start der angemeldeten Fabrikmannschaft von Alfa- Corse und verschiedener anderer italienischer Fahrer stark in Frage gestellt erscheint. Aber der «Fall Mestivier» ist nicht der einzige. Es gibt noch weitere «Fälle», beispielsweise den «Fall Lapchin», der seine Einschreibung erst 19.30 Uhr an besagtem Tage, also mit 90 Minuten Verspätung, zur Post trug und ebenfalls abgewiesen wurde. Aber der A.C.F. sagt: «Bitte schön, wir leben den Reglementen genau nach and befolgen sie auf den Buchstaben... besser gesagt auf die Minute!» Was, wie figura zeigt, nicht bestritten werden kann. ; Um unparteiisch zu sein: So ganz unrecht hat der A.CJ 7 . hinwiederum nicht (und haben Scheinwerfer- Einsalze lassen sich in cJhre Original-Scheinroerfer durch roenige ^Handgriffe und geringe IKosten einpassen 100 m oerlängertes vernliehf Seitensireuung und Abblendlicht oorzüglich Absagen am laufenden Band! Die im internationalen Sportkalender unterm April klaffende Lücke Wird immer grösser. Nachdem bereits das Rennen um die Krönungstrophäe auf der Kristallpalaststrecke (15.), der Grosse Preis von Monaco und die Geschwindigkeits-Konkurrenz um die Coupe Rainier (16.) und das 2. Rundrennen von Campione (16.) abgeblasen worden sind, ist nun auch der Ausfall der 2. Internationalen Sternfahrt nach Kairo vom 15./16. und des Grossen Preises von Cork vom 21. April eine unabänderliche Tatsache. in solchen Fällen auch unsere Organisatoren nicht!), und er würde zur Schaffung einzigartiger Präzedenzfälle Hand bieten, wenn er Meldungen annähme, die 2 bis 3 Stunden zu spät eintreffen, andere aber zurückwiese, die mit einer Verspätung von 12 oder 24 Stunden in seinen Besitz gelangen. Er ist der Meinung, dass auch die Fahrer das Reglement befolgen sollen und vertritt die Ansicht, dass sich kaum einer der Verspäteten erst um 17.55 Uhr des 10. März für die Teilnahme an der Veranstaltung entschieden habe. Hätten sie sich rechtzeitig gerührt, würden sie heute nicht vor geschlossenen Türen stehen. Man erwartet nun vom A.C.F. gleichwohl eine generöse Geste zugunsten dieser nachlässigen Piloten und wird, sobald eine Lösung gefunden ist, auch mit der Veröffentlichung; der Nennliste rechnen können. IN DEUTSCHLAND Grosser Preis von Deutschland für Rennwagen auf dem Nürburgring. Noch ist die internationale Rennsaison nicht eröffnet und schon liegt das Reglement des von der ONS veranstalteten Grossen Preises von Deutschland für Rennwagen vor, der am 23. Juli stattfindet und von der Motorgruppe Westmark des NSKK organisiert wird. Schauplatz des Rennens, das als Lauf um die deutsche Rennwagenmeisterschaft zählt, ist, wie in früheren Jahren, die 22 km 810 lange Nordschleife des Nürburgrings, welche 22mal zurückgelegt werden muss, so dass die Gesamtdistanz 501 km 820 beträgt. Die Konkurrenz ist für Rennwagen offen, die nach der gültigen Grand-Prix-Formel erbaut worden sind; ihr Maximalhubvolumen bei einem Mindestgewicht von 850 kg beträgt somit 3000 ccm für verdichtete und 4500 ccm für kompressorlose Motoren. Fahrerwechsel während des Rennens ist gestattet Der Massenstart erfolgt um 11 Uhr vormittags mit laufenden Motoren, An Barpreisen winken insgesamt 43.000 RM., wobei dem Sieger der Preis des Reichskanzlers plus 20.000 RM., dem Zweiten 10.000 RM., dem Dritten 6000 RM, dem Vierten 4000 RM., dem Fünften 2000 RM. und dem Sechsten 1000 RM. zugesprochen werden. Das offizielle Training ist auf Donnerstag, Freitag und Samstag, den 20., 21. und 22. Juh\ von 9—12 und 14—18 Uhr angesetzt; die Wagenabnahme findet Samstagvormittag 8—12 Uhr im Fahrerlager auf dem Nürburgring statt IN NORDAFRIKA 34 Teilnehmer am Tobruk-Trlpolis-Rennen. Für das italienische Sportwagenrennen von Tobruk nach Tripolis über 1500 km, das am SOIUH tag, 26. März stattfindet, war am Freitag Nennungsschluss. Es wurden 34 Meldungen angenommen, und «war in der Klasse der kleinen Wagen (bis 750 ocm) sieben, in der Klasse bis 1100 ccm 13, bis 1500 ccm sechs, bis 2 Liter drei und in der Gruppe der grossen Wagen (bis 3 Liter) fünf. Alfa Romeo-2,5-Liter-Wagen. Unter den Piloten der grossen Wagen befinden sich die bekannten Alfa- Corse-Rennfahrer Biondetti. Fariaa und Pintacuda. Ifvassen Nolfizen Im Autotunnel an der Axenstrasse Iwird gegenwärtig in Tag- und Nachtschicht rearbeitet, damit der Tunnel als Schlußstück der bereits modernisierten und den Bedürfnissen des heutigen Verkehrs angepassten Axenötrasse noch im Laufe des Sommers dem durchseihenden Verkehr .übergeben werden kann. Die alte Sihlbrücke bei Schlndellegi, ein gedeckter Holzbau aus dem Jahre 1765, der den Bedürfnissen des heutigen Verkehrs nicht mehr zu genügen vermag, wird durch eine moderne Betonbrücke ersetzt. Sie soll die Sihl in einem Bogen Ton 35 m Spannweite überspringen und neben einer 6 m breiten Fahrbahn auch noch je zwei Trottoirs von \Yi m Breit« erhalten. Di» Gesamtkosten «ind auf Fr. 90000.— veranschlagt Ein neuer unbewachter Bahniibergant. Jim 21. März sind di« Barrieren für den Ni- Teauüberrang bei Bahnkilometer 14,978 der Bahnlinie Oberglatt - Niederglatt im Gemeindebann Niederhasli (Kt Zürich) beseitigt worden. Beidseits der Bahnlinie wurden Warnsignale und für beide Fahrrichtungen Pfeifsignaltafeln aufgestellt Benutzer der Strasse werden gut tun, sich beim Ueberqueren der Geleise zu vergewissern, ob die Pasfrei ist V