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E_1939_Zeitung_Nr.025

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Neigung, unter dem

Neigung, unter dem Einflnss der heiesen Anspuffgase Teile seiner Oberfläche ahzustossen. Heute wird das Element in geringerer Menge den austeniti- Bchen Stählen (Stahlsorten mit hohem Chrom- und Nickelgehalt) zugesetzt, die infolge der ihnen eigenen Oxydationsfestigkeit im Verein mit der durch den Wolframzusatz bedingten Erhaltung ihrer Härte bei Rotglut das derzeit geeignetste Material für Auspuffventile an höchstbeanspruchten Rennwagen- und Flugzeugmotoren bilden. Eine Zeitlang hatte man im Wolfram den eoeigneteten Werkstoff für die Elektroden der Zündkerzen erblickt, bis es sich zeigte, das« hier die Frage des Materials hinter jener entsj echender Formgebung und Erhaltung auf der richtigen Temperatur — hinreichend hoch um aufspritzendes Oel zu verdampfen und niedrig genug, um Selbstzündungen zu vermeiden — einigermassen eurücktrat Die permanenten Magnete der vor dem Krieg für Zündungsarwecke so gut wie ausschliesslich verwendeten Magnetapparate bestanden damals allgemein aus Wolframstahl mit 5—6% W. Später erwuchs dem Wolfram aber im Chrom ein starker Rivale und in jüngster Zeit in dem in Japan erzeugten Spezialmaterial «Alnico» (Stahl-Aluminium-Nickel), dessen magnetische Eigenschaften die der alten Magnetstähle um das Sechsfache übertreffen, wogegen die gleichfalls hochleistungsfähigen und auch aus Japan stammenden Cobaltmagnete (35—40%) daneben bis 9% Wolfram enthalten. Am Automobil finden sich permanente Magnete an Zündapparaten, Tachometern und elektrischen Messinstrumenten. Ein Gebiet, das sich das Wolfram so gut wie ausschliesslich von dem hier früher verwendeten teuren Platin-Iridium erobert hat, ist das der Unterbrecherkontakte, wo es neben seinem wesentlich niedrigeren Preis auch den Vorteil der Unempfindlichkeit gegen Benzin und Oel sowie deren Dämpfe aufweist. Als es kurz nach der Jahrhundertwende der technischen Hochschule zu Wien gelang, mittels eines «Tricks» haardünne Drähte aus Wolfram und damit gleichzeitig die Grundlage für die Verdrängung der alten stromfressenden Kohlefadenglühlampe Edisons zu schaffen, konnte das Automobilwesen von diesen ersten, mit ihrer StossempfinJlichkeit noch in nicht restlos erfreulicher Erinnerung stehenden Metallfadenlampen noch nicht profitieren, obwohl durch die erzielte 60%ge Stromersparnis eine der beiden Grundbedingungen bereits erfüllt war. Der Trick der Wiener Techniker hatte nämlich darin bestanden, die dünnen, damals durch Ziehen noch nicht herstellbaren Drähte aus einem Gemenge von Wolframpulver mit einem organischen, sehr dehnbaren Bindemittel zu erzeugen, das schliesslioh durch Erhitzen in einer Waeserstoffatmosphäre wieder entfernt wurde, so dass das Wolfram in Form eines dünnen Fadens zurückblieb. Dieser war aber so stossempfindlicu, dass an eine Verwendung an Fahrzeugen nicht zu denken war. Erst dem berühmten Physiker Coolide blieb die Entdeckung vorbehalten, dass sich Wolfram in Weissglut, in der die Konsistenz der anderen Metalle schon längst verschwunden ist, zu den feinsten Fäden ziehen lässt und dass es, einmal in dieser Weise gezogen, immer fester und dehnbarer wird, bis seine Bruchfestigkeit (410 kg pro mm* 111) ebenso wie sein «Youngscher Elastizitäts- Modul» die entsprechenden Werte des besten Stahls fast um das Doppelte übertreffen. Im Laufe von ca. 70 «Ziehoperationen», deren letzte durch «Ziehsteine» aus Diamant erfolgt, lässt sich die Dicke des Wolframdrahtes bis auf 75 Tausendstel Millimeter herabsetzen. Dieser wird zwecks Erziehung einer aus optischen Gründen erwünschten, möglichst punktförmigen Lichtquelle über einen, später in einem Säurebad aufgelösten Metallkern zu einer Spirale von annähernd 0,1 Millimeter gewickelt. Auf Grund der neuen Fabrikationsverfahren konnte die elektrische Beleuchtung das alte Azetylenlicht der Motorfahrzeuge von dem Jahr weg zu verdrängen beginnen, das der Einführung der ersten stoßsicheren Wolfram-Glühbirnen folgte. V. E. de St.-S. YV«h Si» Fragen ohne Antwort: (Zuschriften aus Leserkreisen an Red. erbeten.) Frage 13.719. Wer verfüflt ober Erfahrungen mit Kotofom zur Reinigung von gummierten Verdwkstoffen? E. K. in Z. Frag« 13.720. Brennstoffverbrauch eines Martini- Wagens. Ich kaufte einen 12,93-PS-Marüni-Wagen, Jahrgang 1931, also das letzte Modell dieser Firma, Wer verfügt über Erfahrungen mit diesem Wagen? Es würde mich interessieren zu erfahren, wieviel Benzin er normalerweise verbraucht. H. W. in 0. Fragen mit Antwort: Frage 13.721. Sind durch den Wagen erzeugte elektrische Schläge gefahrlich? Sind elektrische Ströme, wie sie vom Zündmagneten eines Lastwagens verursacht werden, bei direkter Berührung des blanken Leiters für Erwachsene und Kinder absolut ungefährlich, selbst dann, wenn das Betreffende auf nassem Boden steht? G. S. in S. Antwort; Uns sind keine Fälle bekannt, wo die durch einen Zündmagneten hervorgerufenen Stromstöss« eine bleibende Schädigung erzeugt hätten, und wir halten eine solche auch für ausgeschlossen, wenn die elektrisierte PeTson in der Lage ist nach einem ersten elektrischen Schlag einem weiteren Stromdurohgang auszuweichen, indem sie das betr. Hochspannungskahel fahren lässt. Immerhin muss, mindestens bei Laien, unter Umständen mit einer erheblichen Schockwirkung gerechnet werden, wenn sie unvorbereiteterweise die Hochspannung zu kosten bekommen, -b- Frage 13.722. Stannieren der Kolben. Was versteht man unter dem sogenannten Stannieren der Kolben, das ein Anfressen verhindern soll. P. St. in T. Antwort: Unter der Stornierung der Kolben versteht man das Aufbringen einer dünnen reibungsmindernden Zinnschicht auf die Gleit- AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 21. MÄRZ 1939 — N° 25 flächen der Kolben, die sich immer dann günstig auswirkt, wenn unter normalen Umständen ein Kolben wegen halbtrockener bis trockener Reibung zum Festsitzen neigen würde. Die Stannierung verhindert das Anfressen. Neben Gusseisen- und Stahlkolben können nach einem neuen geschützten Verfahren auch Leichtmetallkolben mit einem solchen Zinnüberzug versehen werden. -fw- Frage 13.723. Benzinbetrieb eines Dieselmotors. Kann ein Dieselmotor auch mit Benzin betrieben werden? Wenn nein, warum nicht? Welche Drücke und Temperaturen sind nötig, um Benzin bei der Einspritzung in den Zylinder zur Erplosion zu bringen? F K. in Z. Antwort: Um einen im praktischen Betrieb notwendigen kurzen Zündverzug zu erhalten, muss bei Einspritzung des Benzins direkt in den Verbrennungsraum der Verdichtungsdruck und damit auch das Kompressionsverhältnis ebenso hoch gewählt werden wie bei Dieselmotoren. Dieselmotoren lassen sich wohl kurzzeitig mit Benzin betreiben, wenn man diesem 1—2% guten Markenöls zusetzt, um ein Anfressen der Brennstoffpumpe zu verhindern. Denn während Dieselöl selbst eine gewisse Schmierwirkung besitzt, geht diese dem Benzin vollständig ab. Die Verwendung von Benzin in Dieselmotoren ist allerdings — ganz abgesehen vom Preis — nur ein Notbehelf, da das Benzin hier nicht so leicht verbrennt wie Dieselöl. Ein Brennstoff, der sich bei Verwendung im Vergasermotor durch hohe Klopffestigkeit auszeichnet, verbrennt im Dieselmotor allgemein klopfend, während umgekehrt ein wegen zu geringer Kompressionsfestigkeit für Vergasermotoren nicht geeigneter Brennstoff im Dieselmotor oft besser abschneidet Damit nämlich hier die Verbrennung nicht heftig erfolgt, sondern weich eingeleitet wird, sollte der Brennstoff auch leicht flüchtige Anteile enthalten. Infolgedessen liegen die Siedegrenzen der einzelnen Bestandteile des Dieselöls ziemlich weit auseinander, was sich eben auf die Klopffestigkeit in Vergasermotoren ungünstig auswirkt -fw- Frage 13.724. Salz als Frostschutzmittel. Kann an Stelle der normalen Frostschutzmittel Kalzium Chlorid in 28%iger, wässriger Lösung verwendet wären die gebräuchlichen aufgekommen. werden? Die Gefriertemperatur dieses Gemischs soll bei mindestens 32 Grad liegen. Auch soll es Metalle nicht angreifen. W. L. in B. Antwort: Salze eignen sich ganz allgemein nicht als Frostschutzbeimischungen zum Kühlwasser, da sie Metalle, entgegen Ihrer Ansicht, angreifen, um so mehr, als im Kühlsystem mehrere Metalle vereint sind. Wenn sich der Schutz des Kühlsystems mit billigen Salzen wie Kalzium- Chlorid und dergleichen durchführen Hesse, so Frostschutzmittel nie -b- Schriftliche Antworten : Frage 1104. Buch über Umstellung auf Petrol. Gibt es ein Buch über die Umstellung von Benzin auf Petrol für Autotraktoren? Z. in W. Frag« 1105. Handbücher Gber Dieselmotoren. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie auch mir die Antwort auf Frage 1046 über Zeitschriften und j Handbücher von Benzin- und Dieselmotoren geben J könnten. M. in S- I Sp> Anfragt 748. Kollision auf vereister Strasse. Ich fuhr mit einem Dreirad-Fahrzeug bei dichtem Nebel und total vereister Strasse einem stillstehendem Kehrichtwagen vor. Als ich diesen passiert hatte, sah ich einen Personenwagen entgegenkommen, worauf ich mein Fahrzeug rechts ablenkte. Da ich keine Ketten montiert hatte, folgte das Dreirad meiner Steuerung nicht und geriet ins Schleudern. Die Lenkerin des mir entgegenkommenden Personenautos, das ebenfalls nicht mit Ketten versehen war, wollte zuerst bremsen. Sie bemerkte aber, dass ihr Wagen ins Schleudern geriet und löste die Bremsen wieder, worauf der Zusammenstoss erfolgte. A. R. in H. Antwort: Aus Ihrer Darstellung schliesse ich, dass die Kollision auf Ihrer linken Strassenseite erfolgt ist. Wenn dem tatsächlich so ist trifft Sie das Hauptverschulden. Derjenige, der die linke Strassenseite benützt, ist zu ganz besonderer Vorsicht verpflichtet. Er hat dafür zu sorgen, das« er diese jederzeit freigeben kann, wenn von der Gegenseite, ein -anderes Fahrzeug naht Was den Gegenfahrer anbelangt, so hat dieser seine Geschwindigkeit den Strassenverhältnissen anzupassen. Die allgemeine Anforderung der Beherrschung der Geschwindigkeit und der Anpassung der Geschwindigkeit an die gegebenen Verhältnisse verlangt vom Fahrer zwar keineswegs, jederzeit auf der Stelle anhalten zu können, wohl aber, nicht schneller zu fahren, als dass er jederzeit auf diejenige Distanz anhalten kann, innerhalb deren er nicht mit einem plötzlich auftauchenden Hindernis rechnen muss. Wenn Ihr Gegenfahrer dies« Bedingung erfüllt hat wird ihm kaum ein Verschulden zur Last gelegt werden können. Vermutlich wird er aber mit Rücksicht auf die vereiste Strasse und das Fehlen von Ketten den Strassenverhältnissen doch nicht genügend Rechnung getragen haben und deshalb ein gewisses Mitverechulden an der Kollision tragen. * Büdierfisch Typenbuch der deutschen Kraftfahrzeugtefleund Zubehörindustrie. Ausgab« 1939. Herausgegeben und bearbeitet vom Reichsverband der Kraftfahrzeugteile-Industrie e.V. Kartoniert RM. 4.50, Union Deutsche Verlagsgesellschaft Berlin Roth. & Co., Berlin SW 68. Während früher die «Typentafeln der Deutschen Kraftfahrzeugteile-, Zubehör- und der verwandten Industrien» mit den «Autotypentafeln der Deutschen Kraftfahrzeug-Industrie» unter dem Titel «Autotypenbuch» in einem Band vereinigt waren, wurden eie in diesem Jahre in Anbetracht der fortschreitenden Entwicklung dieser Industriezweige in einem selbständigen Werk zusammengefasst So treten auf fast 400 Tafeln alle Einzelheiten über die Erzeugnisse der massgebenden und wichtigen Firmen der Motorfahrzeug_teile-Indu8trie in um •

N° 25 — DIENSTAG, 21. MÄRZ 1939 AUTOMOBIL-REVUE '7 Internationale Strassenverkehrsfragen. In Genf ist in diesen Tagen eine Session des Expertenkomitees für die Kodifizierung des Strassenverkehrsrechtes zu Ende gegangen, das einen Unterausschuss des Strassenkomitees des Völkerbundes darstellt. Sie beschäftigte sich mit der Revision der internationalen Abkommen von 1926 betreffend den Automobil- und Strassenverkehr und von 1931 betreffend die Vereinheitlichung der Verkehrszeichen. In zweiter Lesung wurde der Revisionsentwurf für das Uebereinkommen über den Automobilverkehr angenommen, den das Komitee in seiner letzten Tagung ausgearbeitet hatte. Ferner wurden die technischen Bestimmungen der Konvention von 1931 betreffend die Vereinheitlichung der Verkehrssignalisienmg revidiert. Den Beratungen wohnte schweizerischerseits der Chef der Polizeiabteilung des eidg. Justiz- und Polizeidepartements, Dr. R o t h - mund, bei. Neben den Komiteemitgliedern nahmen im weitern auch Vertreter der grossen touristischen Organisationen an der Tagung teil, nämlich der Generalsekretär der A. I. A. C. R. (Association Internationale des Automobile-Clubs Reconnus), Oberst G. Peron, und der Generalsekretär der A. I. T. (AHiance Internationale de Tourisrne), Duchaine. DIE GENFER TAGUNG DES DIREKTIONS- KOMITEES DER A. I.T. Das Direktionskomitee der letztgenannten Organisation war kürzlich ebenfalls in Genf versammelt, um, unter dem Vorsitz des Präsidenten des A. I. T. und des Touring-Club der Schweiz, Dr. Henneberg, eine Reihe, die internationale Touristik betreffender Fragen zu prüfen, so die der Verhinderung der Beschlagnahme von Automobilen im Ausland bei Unfällen, ferner die Gewährung einer ersten unentgeltlichen Rechtshilfe bzw. -auskunft an fremde Touristen, die Vereinheitlichung der Benzingutscheine, die Einführung des Carnet de Passage für Fahrräder, die transkontinentale Strasse London-Istambul, die Signalisierung von Baudenkmälern usw. Endlich wurde beschlossen, bei der britischen Regierung Schritte zu unternehmen gegenüber der dort auch für ausländische Automobilisten geplanten Ausdehnung der Haftpflicht. Die diesjährige Generalversammlung der A. I. T. soll in den Tagen vom 24. bis 30. Mai in Polen (Warschau und Krakau) stattfinden. b. *. c. s. SEKTION THURGAU hielt am 12. März 1939 im Hotel Helvetia in Suigen ihre ordentliche Generalversammlung ab, wobei das Protokoll der letzten Generalversammlung, der Jahresbericht des Präsidenten, Herrn Oberstlt. F. TJhler, sowie die von Quästor Herr Gresser verlesene Jahresrechnung einstimmige Genehmigung fanden. Begrüest wurde auch die Beteiligung der Seition Thurgau des A.C.S. an der Stiftung Eugensberg, die ein neues Dorado für den automobilistischen Tourismus zu werden verspricht An 1-4 Clubmitglieder Der Rückgang hält auch im Februar an. — Ausfall jedoch mit 23,49°/ 0 etwas geringer als im Januar. Wenn während des Februars 1939 die rückläufige Bewegung des internationalen Autoverkehrs nach der Schweiz auch eine Abschwächuag erfuhr,