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E_1940_Zeitung_Nr.005

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FAHRBARE TONFILMANLAGE

FAHRBARE TONFILMANLAGE im Dienste unseres Heeres Von den verschiedenen Kriegsschauplätzen kommt immer wieder die Nachricht vom Einsatz fahrbarer Lautsiprecheranlagen, welche die gegnerischen Truppen mit einem Bombardement wohlgezielter Ansprachen überschütten. So ist es in Finnland, und das gleiche trifft oder traf auch auf die Westfront zu. Das im Bild gezeigte Fahrzeug, ein Fiat 12 PS mit Spezialaufbau, soll im Gegensatz hiezu bei unserer Armee für friedliche Zwecke eingesetzt werden, enthält es doch In seinem Innern eine vollständige Tonfilmapparatur, die erlaubt, im Freien Tonfilmvorführungen zu geben. Ein dazugehöriger Camion führt die 5OOplätzige Bestuhlung für das Freiluftkino mit. Um die Apparatur auch im Winter benützen zu können, hat die Heeresverwaltung einen Umbau der Inneneinrichtung angeordnet, die nun leicht demontierbar gestaltet wird, so dass man sie in einen Saal transportieren kann. Die Projektion erfolgt bei Freiluftvorführungen durch die Türöffnung am Hinterende des Wagens, der zu diesem Zweck mit dem Heck gegen die Leinwand gerichtet auffährt. Es können sämtliche Normaltonfilme vorgeführt werden. Eine mit den Lautsprechern gekuppelte Grammophoneinrichtung erlaubt dung mit der Verstärkeranlag© übernehmen. ferner, musikalische Unterhaltungen zu bieten. Zur Uebermittlung von Vorträgen, Ma- Der Wagen ist von fremden Stromquellen növerkritiken oder Ansprachen wird ein Mikrophon angeschlossen, und der Vortragende kann dabei, wenn dies wünschenswert erscheint, von der hohen Warte des Wagen- Anhanger Motorkipper Seilwinden Lastwinden Oberes Bild: Rückansicht des Wagens mit Tonfilm- Apparatur. Er verfügt über drei eingebaute Lautsprecher, •wovon einer nach vorn und zwei nach hinten weisen. Die Kino- Projektion erfolgt durch die hintere Türöffnung. Das Wagendach kann bei Ansprachen als Rednertribüne dienen. Links; Innenansicht des Wagens mit Tonfilm-Apparatur. Im Hintergrund Radio, Verstärker sowie Pick-up zum Spielen von Grammophonplatten. ***•«• Opel Olympia dachs aus sprechen. Auch für die Wiedergabe von Radioprogrammen ist vorgesorgt. Nötigenfalls können die Lautsprecher in einiger Entfernung vom Wagen aufgestellt werden, wobei Kabelanschlüsse die Verbin- völlig unabhängig, doch kann man bei Vorführungen in Sälen ohne weiteres auch mit Fremdstrom jeder beliebigen Spannung arbeiten. Da die Projektionseinrichtiuig und all© andern Apparate in einer Kabine untergebracht sind, stellen kantonale Feuerpolizeiverordnungen den Vorführungen kein Hindernis in den Weg. Ausserdem ist der Projektionsapparat mit einer automatischen Auslösung und Sicherung ausgestattet, die bei Defekten oder Bränden wirksam wird. Die elektrische Ausrüstung umfasst die mit Gleichstrom von 12 Volt gespeisten Lautsprecher, deren Tonstärke in 10 Stufen reguliert werden kann, den um eine Achse schwenkbaren Bildprojektionsapparat mit Eurekaobjektiv, einen Verstärker mit zehn Verstärkungsstufen, ein mit Gleichstrom von 12 Volt gespeistes Pickup-Aggregat, eine Radioapparatur für den Empfang von Kurzund Mittelwellen nebst Antenne sowie endlich einen Transformator für Emgangsspannungen von 125—250 Volt mit 6stufiger Regulierung. Dazu kommen noch die vielen Zubehörteile wie Mikrophon, Kabel, Ersatzprojektionslampen, Scheinwerfer usw. Ferner gehören ein grosser Feuerlöscher, ein zusammenlegbarer Bildschirm von 4X5 m sowie Filmtransiportschachteln für 1000 m Film mit zur Ausrüstung. -b- Frage . Benzinverbrauch. Ich besitze einen Wagen, Marke X., von 9,1 PS und einem Gewicht von 1150 kg. Die Herstellerin gibt einen Benzinverbrauch von 11 Lit./lOO km an. Ich möchte ihn jedoch auf besonders schlechten Strassen fahren, wobei auf 7 km jedesmal ein Höhenunterschied von 200 m zu bewältigen ist. Auch sind häufig Halte nötig und zudem wird der Wagen in einer Meereshöhe von 900 m ü. M. gebraucht. Wieviel Benzin würde er wohl pro 100 Fahrkilometer brauchen? A. H. in B. Antwort: Da wir dieses Wagenmodell nie auf Brennstoffverbrauch prüften, können wir diesbezüglich keine genauen Angaben machen. Dagegen rechnet man bei normalem Betrieb nach einer bewährten Faustregel mit ca. 1 Liter Benzin pro 100 Fahrkm. auf je 100 kg Wagengewicht Da dieses Eahrzeug. belastet mindesten« 1200 kg wiegt, würde MERCEDES- BENZ Occasionen Pahrifllpt Tv P 13 ° Heckmotor, CairanriOiei brio-Limousine, 4 Zyl., Modell 1938, 4 Zyl., 7 PS, 7 PS, Modell 1934, hydr. Oeldruckhremsen, Fr. 1900.— Schwingachsen.Farbe neu. Typ 170, CalÄiolet «C», 6 Seeland-Garage, P. Leh- > 9 Zu verkaufen: Günstig p S, Mod. 1934, Zu verkaufen mann, Blei. Teleph. 35 ; 35. Typ ^ c/^f«^. 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P ä£ ^^_^_ _ ^.mÄ TyP 230f Cabriolet «B», nW A ^W% 6 Zyl., 11 PS, Modell W% 1 JA U^ 1937, Fr. 6000.— ^k ^fcÄ^I* • • Sämtliche Wagen sind a^ ••• • • • ja kontrollbereit und können ß f% L I La L A unverbindlich besichtigt u. probegefahren werden bei: infolge Militärdienst des Besitzers ganz günstig. Mercedes-Benz Automobil Wagen revidiert, geschlos- *- G -. Zürich, Badenersener 4-Plätzer, ganz gu- strasse 119. Tel. 516 93, «disaal Ankauf von am Gießen 49/53 verunfallten und alten Automobilen eine allerdings sehr rohe Schätzung auf ca. 12 Lit./lOO im lauten. Daneben wird der vermutliche Verbrauch gelegentlich nach folgender Faustregel herausgeknobelt: 2XG + Q B = H X ( + 3 + 0,75 X N) 200 Hierin bedeuten B = Benzinverbrauch in Lit./lOO km; G = Leergewicht des fahrfertigen Wagens in km; Q = Nutzlast in kg (ca. 75 kg pro Person); N = Steuerleistung des Motors in St.-PS Mit obigen Zahlen und unter der Annahme einer mittleren Besetzung mit 2 Personen erhält man: 2X1150+150 B = % X ( + 3 + 0,75 X 9,1) 200 = 11 LH./100 km. In beiden Fällen handelt es sich um rohe Mittelwerte, die weder auf den Wirkungsgrad des Wagens noch auf seinen uns ohnehin nicht bekannten Zustand irgendwelche Rücksicht nehmen. Die Angaben können sich somit auch keineswegs nun gerade auf eine bestimmte Marke beziehen, sondern sie stellen auf jeden Fall nur einen Mittelwert dar. Für besonders schwere Betriebsbedingungen, wie angegeben, müsste noch ein Zuschlag von ca. 1,5 Lit./ 100 km hinzugerechnet werden, dies um so mehr, als der Wirkungsgrad des Motors in einer Höhe von fast 1000 m ü. M. bereits etwas abnimmt, wag ebenfalls verbramchserhöhend wirkt. -b- Schriftliche Antworten: Frage 1319. V. H. T. L. Können Sie mir die Adresse des V. H. T. L. bekanntgeben? I. J. in S. Frage 1320. Lastwagen für Bergfahrten. Können Sie mir mitteilen, welche der drei Lastwagenmarken A. B. C. für Gebirgsfahrten die geeignetste ist I. J. in S. Frage 1321. Zündkerze mit gemischter Isolation. Da ich mich für die Neukonstruktion der in einer Dezember-Nummer der «A.-R.» beschriebenen Zündkerze interessiere, bei welcher an Stelle des bisherigen Porzellankopfes ein solcher von Glimmer fabriziert wird, um das rasche Oxydieren zu verhindern, bitte ich um Bekanntgabe der Adresse des Fabrikanten dieser -Kerze. W. in L. Fr«ge 1322. Austro-Dairriler-Ersatzteile. Können Sie mir mitteilen, wo ich Ersatzteile für Austro-Daimler-Wagen beziehen kann? W. in R. Fragt 1323. Neuartiges, besonders wirkungsvolles Kühlsystem. Vor einiger Zeit las ich in der «A.-R.> von einem neuen, besonders wirkungsvollen Kühlsystem. Die Firma, welche sich mit der Installation befasst, soll danach gewisse Aenderungen am Zylinderkopf vornehmen, dank denen eine üeberhitzung in der warmen Jahreszeit verhindert wird. Können Sie mir die Adresse dieser Firma angeben? V. in N. Frage 1324. Schweizer Katalytöfen. Können Sie mir die Adresse des Fabrikanten kleiner Katalytöfen für die Heizung des Wagens angeben? G. R. in F. Frage 1325, Old-Gold-Kolbenringe. Einbau von Old-Gold-Kolbenringen in -einem kleinen Wagen? Bewähren eich diese? E. in F. •aurefrtres, kiltebestlndige* QUAKER STATE MOTOR OIL durch Ihren Garagisten oder durch die OEL.IR1CK A.O. 11D1II TCI •»•»TM AUTO-ABBRUCH ZÜRICH-HÖNGG Telephon 67.299 Ersatzteillager Günstige CAR ALPIN Occasionen! 6 z,i., S ioo U HP, R n, • F H •_£ BB| nehmbarer 30pl. K 1

BERN, Dienstag, 30. Januar 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 5 römische Kolonie soll er im Jahre 542 vor Christi in Gallien eingeführt worden sein. Dort entdeckte man auch sehr früh schon, dass die Reben durch Aufpfropfen fremder Schösslinge verändert und der Ertrag veredelt werden könne. In der Folge war besonders auch Karl der Grosse ein eifriger Förderer des Weinbaues, der ihm an den Ufern des Rheins und der Mosel Heimatrecht erwarb. Durch die Kreuzzüge kamen schliesslich vielerlei fremde Weinsorten aus dem Orient nach den europäischen Ländern, die nach und nach im vorhandenen Rebbestand aufgingen und immer neue Varietäten hervorbrachten. Wohlauf noch getrunken Die Geschichte des Weinbaues und der Weinkultur ist einer der wichtigsten und nachhaltig wirkendsten Faktoren in der Geschichte der menschlichen Kultur, Zivilisation und Geselligkeit, der weder fibersehen noch verkleinert werden darf. Wenn Escoffier, der grosse Theoretiker der Gastronomie und Altmeister lukullischer Genüsse, davon spricht, dass die Geschichte der Küche auch die Geschichte der Kultur und der Zivilisation sei, so darf man in noch viel positiverem Sinn von der Kulturmission des Weines sprechen, und man könnte dafür das Zeugnis der grössten Denker und Dichter seit den Zeiten Anakreons bis auf den heutigen Tag anrufen ... Goethe sagt, dass die Liebe und der Wein die beiden göttlichen Segnungen und Beseligungen der Menschheit seien. Ohne sie wären wir, aus Dadalos rastlosem Geschlecht, Enterbte und Erdgebundene; denn alles, was an Kunst und Kultur geschaffen wurde, hat seinen Urgrund in Eros und Bacchus. * Die Dichter, welche mit hohem Herzschlag die Liebe besangen, brauchten seit den Zeiten Anakreons, des goldlockigen Dichterjünglings und Bacchussängers aus Theos, dem Lande der Ionier, neben dem Brot auch den mit Traubenglut gefüllten Becher: Aus ihm erblühte ihnen der Rausch der ergriffenen Worte und die Musik der herzbetörenden Rhythmen. • Wie der Kulturhistoriker glaubt beweisen zu können, würde die Rebe, die vitis vinifera der Römer von Asien her, und zwar aus dem Zweiströmeland zwischen Euphrat und Tigris, und aus Eine Plauderei über den Wein. Von Johannes Vincent Venner Aegypten, über Griechenland und Italien nach Frankreich, Deutschland und der Schweiz gebracht. In Palästina kannte man den Wein schon zu Abrahams Zeiten; heisst er doch im Alten Testamen: «Der Wein erfreut des Menschen Herz!» Ein moderner Kultur- und Weinphilosoph hat in launiger Weise die Bibel auf ihre Stellungnahme zum Wein hin untersucht und ungezählte Sentenzen gefunden, die den Weinfreund ermuntern und den Süffel warnen. Mögen ein paar besonders träfe hier aufgefrischt werden: Der Prediger Salomo fragt im 2. Kapitel, Vers 24: «Ist es nun nicht besser dem Menschen essen und trinken, und seine Seele guter Dinge sein in seiner Arbeit? Aber solches sähe ich auch, dass es von Gottes Hand kommt.» Salomo ist ein lebensfroher, Prediger; denn neben guten Manieren empfiehlt er uns den Lebensgenuss recht eindringlich: «So gehe hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Werk gefällt Gott. Lass deine Kleider immer weiss sein, und lass feinem Haupte Salbe nicht mangeln. Brauche des Lebens mit deinem Weibe, das du lieb hast, so lange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat, so lange dein eitles Leben währet; denn das ist dein Teil im Leben und in deiner Arbeit, die du. tust unter der Sonne. Alles, was dir vorhanden kommt zu tun, das tue frisch; denn in der Hölle, da du hinfährest, ist weder Werk, Kunst, Vernunft, noch Weisheit.» Und Jesajas will.den Most in der Traube nicht verderben lassen; denn es ist ein Segen darin, aber «Wehe denen, die des Morgens frühe auf sind, des Saufens sich befleissigen, und sitzen bis in die Nacht, dass sie der Wein erhitzet...» Fast modern mutet uns ein Spruch Jesus Sirachs, des antiken Sittenlehrers an, der sagt: «Ein neuer Freund ist ein neuer Wein, lass ihn alt werden, so wird er dir wohlschmecken.» Und in einem andern Kapitel seiner «Meschalim», seiner Gnomen oder Sittensprüche lesen wir: «Der Wein erquickt den Menschen und das Leben, so man ihn massig trinkt. Was ist das Leben, da kein Wein ist? Der Wein ist geschaffen, dass er den Menschen soll fröhlich machen. Schilt deinen Nächsten nicht beim Wein und schmähe ihn nicht in seiner Freude.» Und beschliessen wollen wir diese kräftigen Sittensprüche mit der folgenden Weisheit: «Der Wein massig genossen, erfreut Leib und Seele. Aber so man zuviel trinkt, bringt er Herzeleid, dieweil man sich reizt und widereinander streitet. Ein Arbeiter, der sich gern vollsäuft, wird nicht reich. Sei nicht ein Weinsäufer, mahnt er daher eindringlich, denn der Wein bringt viele Leute um, und die Trunksucht macht einen tollen Narren viel toller.» Wir wissen, dass der Wein in Palästina allgemein verbreitet war. Um Jericho und Hebron waren an den Berghängen terrassenförmige Rebkulturen und in gut bewässerten Ebenen, von Hecken und Mauern umfriedet, Weingärten angelegt, in denen turmähnliche Wächter- und Kelterhäuschen standen. Auch in Aegypten baute man viel Wein, und Osiris war der Gott dieses Herbstsegens, während er in Griechenland als ein Geschenk des Dionysos galt. Schon Homer rühmt alte, gepflegte Weine als den würdigsten und schönsten Vorrat eines fürstlichen Haushaltes. In Italien machte sich besonders Cato um die Ausbreitung des Weinbaues verdient Durch eine Im Mittelalter machte die Weinkultur wesentliche Fortschritte. Die ^Vorzüge und Charaktere der einzelnen Sorten wurden nach und nach erkannt und gewürdigt. Ein Kurier des Bischofs Johann von Fugger musste diesem auf einer Romfahrt vorausreisen, um ausfindig zu machen, wo die besten Weine ausgeschenkt wurden. Dort machte der weinselige Prälat jeweils Halt. Als er in das Gebiet der würzigen Montefiascone kam, die ihm am köstlichsten mundeten, Hess er sich dort solange nieder, bis ihm eines Tages Gevatter Mors sachte den Pokal entwand. Und Kaiser Wenzel war es, der als erster die Vortrefflichkeit der bisher w,enig bekannten Weine aus der Champagne entdeckte. Er kam 1397 nach Reims, um mit Karl VI. von Frankreich einen Vertrag abzuschliessen. Als er den dortigen Wein gekostet hatte, fand er ihn so herrlich, dass er die Verhandlungen über den Vertrag immer länger hinauszog und nach dessen Abschluss sich ein weiteres Jahr im- gastlichen Reims seinen Champagnerstudien widmete, so dass die darüber ergrimmten deutschen Fürsten seine Absetzung beschlossen. Beim Abschied vertraute er dem Dau-< phin von Frankreich an, was ihn so lange in Reims gefesselt hatte, wodurch der Weltruf der Weine aus der Champagne begründet wurde. Aehnlich ging es den Weinen von Bordeaux, die in Paris, das damals schon in Frankreich und dem grössten Teil des Abendlandes tonangebend war, erst geschätzt wurden, als Ludwig XV. vernahm, dass ein gascognischer Edelmann sich von Bordeaux nach Paris Weine schicken liess. Nachdem er sie gekostet hatte, war er für sie begeistert. Welche Liebe und welches Verständnis dazu gehören, gute Weine auszuwählen und sie richtig zu behandeln, weiss jeder Weinbauer und jeder Weinfreund überhaupt. Ein Keller verlangt volle Hingabe und Verantwortung, auch wenn er nicht so viele Sorten enthält, wie der des Marcus Aenilius, eines reichen Freundes von Cicero, dessen Weinkantinen die berühmtesten des Mittelalters waren. Nicht weniger als 300 000 Amphoren. Wein von 195 verschiedenen Sorten will der römische Staatsmann und Orator dort gezählt haben: Se non e vero, e ben trovato... I