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E_1940_Zeitung_Nr.041

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II AUTOMOBIL-REVUE

II AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 8. OKTOBER 1940 — N° 41 3009 Jahre Auto? Sudrichtung einstellt, entdeckten die Chinesen schon im zweiten Jahrhundert v. Chr. und bereicherten ihre ausgedehnte Schiffahrt um den Kompass. Erst im zwölften Jahrhundert wird der Kom- Von einem Rekruteninstruktor der englischen pass in der Seefahrt der Europäer erwähnt, die ihn Marine wird berichtet, dass er bei der Behandlung auf dem Umwege über Malaien und Araber von und Erklärung des Kompasses die Geschichte von China übernahmen. Ohne dieses wichtige Hilfsmittel, das den Seemann von Landmarken und Ge- den beiden patriotischen Matrosen zum besten gab. Beide gehörten grossen Seefahrernationen stirnen unabhängig machte, wäre die Ozeanüberquerung des Kolumbus nicht möglich gewesen. an, denn der eine war Spanier, der andere Chinese; und jeder blagierte mit den Leistungen seines Volkes. wichtige Erfindungen stammen — so die Papier-, Dass aus China auch nicht wenige andere «Wer ist deines Volkes grösster Mann?> fragte Porzellan- und gar die Schiesspulverfabrikation — der Spanier den Asiaten, und der Sohn des Himmels antwortete: «Konfuzius.» Vorläufer des Buchdrucks, der Holzplattendruck. ist männiglich bekannt. Hierher gehört auch ein «Ich habe nie von ihm gehört», entgegnete der Die Funde des Forschungsreisenden Sir Aurel Stein Hidalgo, «was hat er denn Grosses getan?» in Kansu und Sinkiang haben bewiesen, dass mindestens um 860 n. Chr., zur Zeit der Sung-Kaiser, ein chinesisches Buchdruckgewerbe auf der Grundlage des Holzschnitts in hoher technischer Vollendung existierte. Weniger bekannt aber sind einige technische Erfindungen der Chinesen, die sich in der Vergangenheit nicht praktisch durchgesetzt haben und wieder in Vergessenheit gerieten, und zu ihnen zählt kurioserweise — das Auto. Denn was ist ein Auto anderes als ein Wagen ohne Zugtiere, ein Gefährt mit maschinellem SelbstantriebT Ein solches ist aber in China schon zur Zeit der Tsu- Dynastie — also vor etwa 3000 Jahren — gefahren Dieses unerhörte Geschehnis wurde in der persichen und in der übrigen orientalischen Literatur berichtet, und auf diesem Wege drang die Kunde viel später auch nach Europa. Der Mönch Roger Bacon, eine gelehrte Forschernatur, beschrieb 1270 diesen selbstfahrenden Wagen der Chinesen: «Es Rekonstruktion des Autos, von Ferdinand Verbiest in China, aus dem Jahre 1672 n. Chr. Oben Draufsicht, unten Seitenansicht. Ueber einem Kohlenbecken (am Hinterfusse der Drachenfigur) der Dampfkessel (vielleicht auch ein Heissluftkessel). Der komprimierte Dampfstrom wurde gegen die schaufelartig angeordneten Zähne eines' Rades geleitet, das dem Prinzip unserer heutigen Turbine entspricht. Die Achse dieses Turbinenrades bildete das Triebwerk für die Hinterräder des Fahnzeugs. Sogar die Lenkvorrichtung ist schon technisch etwas kompliziert. E. Duryea, ein bekannter amerikanischer Motorenkonstrukteur und Autofachmann, ist der Ansicht, dass sich nach diesem altchinesischen Prinzip auch heute noch ein immerhin betriebsfähiger Wagen erstellen lasse. Da geriet freilich der Chinese fast in Verlegenheit. «Er hat uns Gerechtigkeit und Tugend gelehrt», war seine Antwort, und da er fürchten mochte, das werde auf einen Europäer nicht eben grossen Eindruck machen, fuhr er rasch fort: «Wer war denn deines Volkes grösster Mann, Spanier, und was hat er vollbracht?» Siegesgewiss lachte der spanische Matrose: «Kolumbus, mein Freund. Und was er geleistet hat? Er hat Amerika entdeckt.» «Ja», sagte da der Chinese ruhig, «und das konnte er nur mit Hilfe des Kompasses, den wir Chinesen erfunden haben. Die Geschichte mag gut oder schlecht erfunden sein — jedenfalls trifft es zu, dass der Kompass eine chinesische Erfindung ist. Dass eine freischwebende Magnetnadel sich immer in die Nord- sind Fahrzeuge, welche, ohne gestossen oder durch tierische Kraft gezogen zu werden, sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit fortbewegen.» Diesen Bericht hatte ein technisch interessierter Niederländer gelesen, Ferdinand Verbiest, der im 17. Jahrhundert als Missionar nach China ging. Er erlangte Zutritt zum Hofe des damaligen chinesischen Kaisers Kang-Hi und erkundigte sich angelegentlich, ob die Kunde von dem selbstfahrenden Wagen auf Wahrheit beruhe. Kang-Hi bestätigte das so unfassbar Scheinende und stellte Verbiest die kaiserliche Bibliothek zur Verfügung. Und hier fand der Missionar in der Tat detaillierte Beschreibungen des im 12. Jahrhundert v. Chr. von den Chinesen erfundenen «Automobils» von solcher technischer Präzision, dass Verbiest hiernach ein durchaus betriebsfähiges Fahrzeug rekonstruieren konnte, wie der bekannte amerikanische Motorenkonstrukteur und Autofachmann E. Duryea berichtet. lieber den Antrieb dieses selbstfahrenden Wagens wissen wir nichts Genaues. Fest steht nur, dass Energie in Wärmeform — also vermutlich irgendeine Form des Heissluftmotors oder der Dampfmaschine — Verwendung, fand. Offenbar aber hat das alte Kulturvolk der Chinesen, dem Würde alles, Tempo oder Zeitgewinn jedoch nichts bedeutet, dem maschinell angetriebenen Wagen keinen praktischen Wert beigemessen, oder es hafteten ihm noch technische Unvollkommenheiten an, die erst in unserem Zeitalter durch die europäische Erfindung des Explosionsmotors ausgeglichen wurden. Jedenfalls hat dieses Auto in China weder vor 3000 noch vor 200 Jahren grossen An-' klang gefunden, sondern seine Spur nur in ver-; staubten Archiven hinterlassen. An der Tatsache aber, dass chinesischer Erfindungsgeist bereits vor drei Jahrtausenden eine Art Automobil konstruiert hat, ist nicht zu zweifeln, wenn wir auch nicht feststellen können, ob die abendländischen Autopioniere unserer spätem Zeit durch die Kenntnis dieser Tatsache vielleicht Anregungen empfangen haben. A. K. * 1200 v. Chr. Das altchinesische «Automodell». Ein technischer Fortschritt der Frühzeit, der später wieder verschüttet wurde; dieses Schicksal haben nicht wenige Erfindungen des Altertums erlitten, so z. B. auch die technischen Tricks der ägyptischen Fyramidenbauer (die einen wirksamen Ersatz für unsere heutigen Förder- und Hebezeuge gekannt haben müssen). Aufzeichnungen über den ältesten selbstfahrenden Wagen der Welt wurden im zeitgenössischen China mit allen Details der kaiserlichen Bibliothek einverleibt, so dass in der Neuzeit einem Missionar eine Nachkonstruktion möglich war. Auto-Elegie im Nebel Im Nebel liegt das Land; verschwommen zeigt die Scheibe nur die Spur vom Strassenrand. Es tropfen Busch und Baum sie scheinen zu weinen im Nebeltraum. Und nur ein Rabenschrei durchgellt die Welt des grauen Einerlei. Louis Laufer. Raffael und Lauretta Es geschah an einem Frühlingsabend des Jahres 1518, dass sich Raffael Santi, der Sehnsucht verspürt hatte, Farben und Pinsel liegen zu lassen und sich dem wirklichen Leben in die Arme zu werfen gleich den vielen Schülern der Malerei ( die oft mehr zu ihrer Erheiterung als zum Studium der Künste nach Rom gekommen waren, es geschah also, dass sich Raffael in der Umgebung Roms erging. Müde vom Wandern trat er in eine Osteria, in der Uebermut und Ausgelassenheit herrschten. Raffael nahm, da er mehrere junge Maler bemerkte, von denen er nicht gesehen werden wollte, in einem Winkel Platz, wo er den Blicken verborgen blieb, während er selbst seine Beobachtungen machen konnte. Unter den hübschen Begleiterinnen der jungen Leute fiel ihm besonders ein schönes Mädchen auf, das im Kreise der Maler sass und von allen verliebt betrachtet wurde. Alle bemühten sich um das Mädchen. Raffael zog sein Skizzenbuch und hielt mit wenigen Strichen das Bild des Mädchens fest. Als nun einer der jungen Maler seinen Arm um die Hüfte des Mädchens legen wollte, rief es: «Nein, mein Lieberl Ihr behauptet, mich malen zu wollen! Und dabei teid ihr alle wahrscheinlich keine wirklichen Maler! Ihr wollt nur in der Maske der Malschüler uns Mädchen leichter erobern! Die Kunst ist euch allen ein Vorwand! Nichts dal Hand weg! Ein Maler muss es sein, der —» «Der Lauretta küssen darf!» unterbrach sie ein anderes Mädchen. Die jungen Leute lachten; einer rief laut: «Ich möchte dich ja malen, Lauretta, aber du willst nicht das Modell zum Bilde meiner Venus sein! Ich könnte sogar jetzt sofort meine Kunst versuchen, wenn du als hüllenlose Venus —» Eine Ohrfeige, die ihm Lauretta verabreichte, Hess ihn seinen Satz nicht beenden. Dann sprang unter allgemeinem Gelächter das Mädchen zur Türe und eilte fort. Auch Raffael erhob sich und ging. Wehnfut füllte sein Herz. Warum konnte er, warum durfte er dieses ungebundene Leben der Künstler nicht mitmachen? Er war noch jung, er zählte erst 35 Jahre! Aber er war der berühmte Maler, den Papst und Fürsten ehrten, den bereits die Welt einer der Grössten nannte! Wie selten nur- gelang es ihm, sich einige heimliche Stunden abzustehlen, da er nicht Raffael, sondern ein junger Mann sein durfte, einer von zahllosen Unbekannten I Von Josef Robert Harrer. Ueber Rom brannte das Abendrot, als Raffael aus der Osteria trat. Er wandte sich der Stadt zu. Er hatte keine hundert Schritte zurückgelegt, als er Lauretta am Wegrande sitzen sah. Er blieb stehen, lächelte ihr zu und sagte: «Bist du immer so schlagfertig, wie du eben eine Probe gezeigt hast, meine Lauretta?» «Ich bin nicht Eure Lauretta! Und was meine Schlagfertigkeit betrifft, könnt Ihr sofort auch eine Probe haben!» «O, so hübsch und so böse! Was tat ich dir, Lauretta?» «So seid ihr alle! Immer spielt ihr die Unschuldigen, die Harmlosen! Aber natürlich! Ihr seid alle nur Jünger der Kunst! Die Kunst muss als Begründung für all euer Tun und Nichtstun herhalten! Ihr seid mit dem Maule gross wie die Meister, die unser Rom birgt! Ihr redet euch auf Michelangelo aus und auf den göttlichen Raffael! Ihr gebt vor, bei diesen und den anderen Meistern die Kunst erlernen zu wollen, aber ihr seid faule Nichtstuer, Weintrinker, Mädchenjäger! Alles andere seid ihr eher als Jünger der Kunst!... Ihr selbst zum Beispiel! Ihr seid zwar den Jahren nach nicht mehr der Jüngste, Jhr könntet schon über das Alter eines sogenannten Kunstschülers hinaus sein, aber auch Euch scheint die Kunst nur ein Vorwand zum Nichtstun zu sein, sonst würdet Ihr nicht in einer Osteria hocken und dann den Mädchen nachschleichen!... Ich habe Euch zwar noch nicht in der Gesellschaft dieser faulen Farbenschmierer gesehen, Ihr scheint ein Neuling unter diesen Nichtstuern zu sein! Und Ihr beweist nur, dass diese Tagediebe nicht aussterben. Schämt Euch! Lasst mich, sonst —» Raffael lachte aus vollem Halse. «Das hast du schön gesagt, Lauretta! Dafür muss ich dich küssen!» Ehe sich Lauretta zur Wehr setzen konnte, küsste sie Raffael. «Darf ich dich jetzt bitten, Lauretta, mein Modell zu sein? Ich bin ein Maler, glaube mir! Da, ich habe dich schon heimlich gezeichnet!» Er zog sein Skizzenbuch aus der Tasche. Lauretta sprach kein Wort; sie blickte in das Büchlein. Im Widerschein des Abendrotes sah sie, dass sie wirklich gezeichnet worden war. Leise sagte-sie: «Nach langer, langer Zeit einmal einer, der wirklich zeichnet! Vielleicht habe ich Euch unrecht getan. Ihr seid wirklich anders als die jungen Leute in der Osteria... Wenn ich Euch raten darf, lasst die Gesellschaft dieser Nichtstuer! Kümmert Euch nicht um deren Freundschaft! Immer wieder sage ich, dass sie alle nur Nichtstuer sind!» Schluss auf Seite IV.

N° 41 — DIENSTAG, 8. OKTOBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE pj.ll WKiTCRKTin innr JOtiegsschiffle de* Zukunft In den letzten Jahren sind bei den verschiedenen Marine-Behörden neutraler Länder die Entwürfe des Konstrukteurs Graf Alessandro Dandini durchgeprüft worden. Es scheint, dass sich speziell die Amerikaner für die eigenartigen Konstruktionen des Italieners interessieren. Jedenfalls hat man im Hafen von San Franzisko Probefahrten mit einem Modell vorgenommen. Man wird im Laufe der nächsten Monate und Jahre mehr über die Wasserfahrzeuge der Zukunft des Grafen Dandini hören — vorausgesetzt, dass die bisher schon gebauten Modelle wirklich das halten, was man sich von ihnen verspricht Jedenfalls würden diese neuen Wasserfahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 70 bis 100 Meilen in der Stunde auch bei bewegter See über den Ozean fahren können. Die Verbindung von New York nach Europa wäre also in 36 Stunden zu ermöglichen. Jmmtx nach dem alten tytinsip Sehen wir die Konstruktionspläne für Schiffe aus den letzten 6000 Jahren durch, dann ergibt sich, dass der Mensch zwar auf allen möglichen Gebieten grosse Fortschritte und neue Ideen entwickeln konnte, aber in bezug auf die Schiffskonstruktionen an einem ausgesprochenen Mangel an Einfällen leidet. wasserdicht, stoBsicher, antlmagn.etc Fr. 59.- automatAufzug Fr.80.- FISCHER Seefeldstra5e47, Z0rteh8 Herausgegeben von HERBERT VON MOO and FRANZ CARL e NDRES Dieses einzigartige Werk ist allen Kreisen m. gänglieh. Wer sieh das «Weltgeschehen» siehern will, braucht and soll nicht gleich den Betrag für den ganzen Band erlegen. Der Bezüger bezahlt Jede Einzellieferung, aus welchen sich der Gesamtband zusammensetzt. JedeLief erung kostet im Abonnement nur Fr. 1.75. Mit der 10. und letzten Lieferung eines Bandes erhält er gleichzeitig die leinene Einbanddecke, die im Xiieferungspreis von Fr. l.ZS inbegriffen ist. Füllen Sie den nebenstehenden Bestellzettel § gleich aus, damit wir Ihnen umgehend die erschienenen Lieferungen zustellen können. Bestellungen nimmt auch jede ortsansässige Buchhandlung entgegen. Jedenfalls haben schon die Phönizier und die Aegypter ihre Schiffe im Prinzip genau so gebaut wie wir es noch tun — mit einem Kiel und mit seitlichen Verstrebungen, mit einem Deck und einem Bug. Wir haben in allerj üngster Zeit höchstens einmal die kleinen Verbesserungen wagen können, die sich auf die ausgesprochene Stromlinienform bezogen. Aber die Grundform blieb trotzdem erhalten. Das lag wohl vor allem daran, dass man sich immer wieder an die Form des Fisches hielt und an die Idee, dass man das Wasser durchschneiden müsse. Von dieser Idee ging nun der erwähnte Italiener radikal ab, indem er ein Schiff baute, das über das Wasser hinwegrollt. Dieses Rollen ist die Grundidee der Konstruktion des Grafen Alessandro Dandini. Zwar sind ähnliche Prinzipien schon früher entwickelt worden, aber man hat es niemals bis zur regelrechten Ausarbeitung von seetüchtigen Modellen gebracht Das Prinzip der Konstruktion des Grafen Alessandro Dandini lässt sich vielleicht so zusammenfassen: eine grosse Kugel, die durch ihre eigene Schwerkraft sicher im Wasser liegt, wird durch zwei Seitenpropeller in lang- Gstaad Mit dec JCuqä geht es leicht Fliessendes Wasser. Zimmer Fr. 3.50 Gute Küche. Garage. Telephon 31 A. Wantz-Stelnegger: Inh. erfüllt für ieden gsbUdeten Menschen zwei Wunsche i Schon fetzt über die Inneren Zu- SB sammenhlnge ond Auswirkungen der fffl grossen politischen und strategischen Ereignisse von kompetenter Saite orientiert zu werden. Solle* einmal in der Bibliothek ein Werk zu besitzen, das die jetzigen umwälzen* g£ den Begebenheiten in Europa in Wert :::: und Bild für alle Zeiten vermittelt. |;; Zwei für ein« grolle und vielseitiges :: politisches and militärisches Wissen :: erfordernde Aufgabe befähigte Seh wei- ] \ l zer. Herbert von Moos und Frans Carl £ Endras, haben es unternommen, die Ereignisse unserer kritischen Zeit in g Wort und Bild vom Podium neutraler Hf Beobachtung aus dem SehweizerroUc darzustellen. In der. großangelegten illustrierten Chronik «Weltgeschehen», die in Jahresbanden von 320-350 Seiten in LexUconformat erscheint, schildern sie einerseits die Vorgänge auf und hinter der politischen Buhne Europas, anderseits die Phasen der Kriegsfallrung auf dem Lande, in der Luft und auf den Meeren. Einzigartiges Bildermaterial und instruktive Kartellen er- : ganzen den allgemein verständlichen,: frisch u. spannend geschriebenen Text. '• So ist ein Werk im. Entstehen, das in ; der Gegenwart tiefschürfend über die i Ereignisse unserer Zeit orientiert und zudem, in seiner abgeschlossenen Gesamtheit, als illustrierte Zeitchronik historischen Wert bekommen wird und als gediegener Band nicht nur ein Schmuckstück in jeder Privatbiblio. thek, sondern auch eine wahre Fundgrube darstellt. B :STELLUNG vert (als Hotel Viktoria DAS GROSSE! WELTGESCHEHEN V ERLAG HALLWAG BERN : Drucksache in offenem S Kappen Porto) D. Unterzeichnete bestellt beim Verlag Hallwag, Bern: Band 1 «Das grosse Weltgeschehen» (10 Lieferungen, inkl. Einbanddecke) zum Preise von Fr. 17.80 für den kompl. Band. Zahlbar mit jeder Teillieferung a Fr. 1.7S, nach meinem Belieben entweder mittels Einzahlungsschein oder gegen Nachnahme (Postcheckkonto m 414). Es werden nur Bestellungen auf ganze Bände, nicht auf einzelne Lieferungen, angenommen. Bei Nichtbezahlung einer Lieferung hat der Verlag das Recht, den ganzen Rest des vereinbarten Preises eines Bandes einzufordern. Eine nachtragliche Annullierung dieser Bestellung ist unzulässig. Name: Beruf: _ Adresse: ••.—............»——............».....•»...»......... Ku- 1940. same Bewegung gesetzt. Dann aber beginnt ein ganz anderes Prinzip innerhalb der Kugel zu wirken. Man kennt die Kugelkäfige, die man für Eichhörnchen und auch für weisse Mäuse baut und die darin bestehen, dass die Kugeln sich immer weiter drehen, je schneller das Eichhörnchen oder die weisse Maus laufen. Es handelt sich also um eine Verlagerung der Schwerkraft innerhalb der Kugel. Wird nun diese Verlagerung der Schwerkraft in der schwimmenden Kugel durch einen Motor mit grosser Geschwindigkeit besorgt, dann dreht sich natürlich die Kugel sehr rasch und setzt so ihren Weg fort, während in der Kugel der Motor, d. h. genauer gesagt der Schwerpunkt immer in der gleichen Position bleibt. Auf diesem Motor, auf diesem Schwerpunkt wird also die Last und auch der Raum für die Passagiere untergebracht Nach einem ersten Anrollen mit den Seitenpropellern stellt sich dann eine rasche Bewegungsmöglichkeit der Kugel auf dem Wasser ein. Für die Auslaufbewegungen bei Beendigung der Fahrt sind dann wieder die Seitenpropeller in Betrieb zu setzen. Der Raum innerhalb solcher Kugeln kann recht geschickt ausgenutzt werden, wenn natürlich auch gewisse Voraussetzungen für die Umschwung im Orient Sollte der europäische Krieg auf Klem-Asien und auf Asien überhaupt übergreifen, dann wird die Haltung der Mohammedaner und der vielen diesem Glauben verschworenen Völker, Nationen und Stämme für die weitere Entwicklung dieser Komplikationen massgebend sein. Sie alle hängen noch heute an den Befehlen und Richtlinien, die einst der grosse Prophet Mohammed gab — damals — als er seinen Weg suchte und fand« Heute ist Mekka ein Heiligtum der Mohammedaner. Das ging soweit, dass lange Zeit hindurch für Weisse der Zugang nach Mekka überhaupt versperrt war. Bn Mohammedaner von heute würde aber grosse Augen gemacht haben, wenn er etwa um das Jahr 570, dem Geburtsjahr Mohammeds, einmal nach Mekka gekommen wäre. In dieser Stadt, die gewissermassen ein Uebergangspunkt für Karawanen, ein Kreuzungspunkt des arabischen Handels war, trafen sich nicht nur die Kaufleute, sondern auch die Götter. In geschickter Ausnutzung der Psychologie der Wanderer und Händler hatte man nicht weniger als 300 verschiedene Statuen von Göttern aufgestellt. Man fand dort alles — angefangen bei den dunkelsten Neger-Religionen bis zu den Feuer- Religionen Zoroasters. Aber man stiess auch auf Kreuze und Statuen der Jungfrau Maria. In dieser Stadt kam Mohammed zur Welt, wurde mit 6 Jahren ein Waisenkind und in das Haus seines Onkels Abu Talib aufgenommen. Dieser Onkel nahm das sehr früh aufgeweckte Kind mit auf die Reise nach Syrien und Yemen. Aber der Onkel hatte doch den Bndruck, dass der Knabe zu verträumt sei und lieber den Tieren zuschaue, als auf die Mienen der Käufer und anderen Händler zu achten. Schon in ganz jungen Jahren schloss sich Mohammed einer Strafexpedition gegen räuberische Stämme an, wurde dann Schafhirt und machte einen kleinen Laden auf, der ihn aber nicht genügend beschäftigen konnte. Doch eines Tages machte er die Bekanntschaft einer reichen Witwe mit dem Namen Hadidjah. Sie verfügte über grosses Kapital, verlangte aber von Mohammed, den sie als Vermögensverwalter einsetzte, nur, dass das Geld beisammen bleibe. Auf grosse Gewinne legte sie keinen Wert. Aber auf einmal erwachte in Mohammed ein gewisser Handelsgeist. Er erzielte mit seinen Anlagen so grosse Gewinne, dass die Witwe sich entschloss, den jungen Verwalter zu heiraten. Mit 40 Jahren hatte Mohammed mit die* ser Frau 4 Töchter und 2 Söhne und war Mitglied des Grossen Rates der Stadt Mekka geworden. Damit hatte er den Grundstein seines kommenden Aufstieges gelegt. Aber dieser Mohammed war doch anders, als die übrigen Kaufleute. Er liess sich von seinem Erhaltung der Schwerkraft etc. berücksichtigt werden müssen. Man hat sogar das Prinzip noch weiter entwickelt und zwei mächtige Arme gebaut, auf denen Passagierräume ausserhalb der' Kugel aufgebaut werden könnten. Aber diese Einzelheiten werden wohl erst in der Zukunft näher durchgeprüft werden. Tlloqtich fM die Jhieqsmcvüne? Aus den Probekonstruktionen des Grafen ergibt sich, dass eine solche Kugel mit einem Durchmesser von 16 Metern, angetrieben durch einen Dieselmotor von 1200 PS, eine Geschwindigkeit von 100 Meilen pro Stunde zu erzielen vermag. Mit einer solchen Geschwindigkeit vermag natürlich jeder Konstrukteur die dringende Aufmerksamkeit der Militärbehörden und der Marinebehörden zu erzielen. Das war denn auch in Amerika sofort der Fall. Aber selbst wenn das Prinzip der Konstruktion des Grafen Dandini gesund ist, so werden derartige Kugelschiffe doch wohl kaum im Laufe dieser augenblicklichen Auseinandersetzung eingesetzt werden. Sie bleiben einem Krieg der Zukunft vorbehalten. Waisenkind Mohammed wird ein Gigant Ein Gott neben dem andern Vermögensverwalter einer Witwe bequemen und reichen Leben nicht absorbieren, sondern verschwand in jedem Jahr für einige Wochen auf den Berg Hira, wo sich eine Anzahl merkwürdiger Mönche aufhielten, die sich selbst als Hanifs bezeichneten. Diese Hanifs waren Monotheisten, die sich aus den ihnen bekannten Religionen und den ihnen zugänglichen Büchern eine eigene Religion zusammengebaut hatten. Mit ihnen philosophierte Mohammed ein paar Wochen hindurch und kam dann mit neuen, seltsamen Ideen wieder nach Hause. Mysteriöse Stimmen Sein Leben änderte sich von Grund auf, als in Mekka ein« Seuche ausbrach und seine beiden Söhne dahingerafft wurden. Er vernachlässigte seine Familie und seine Geschäfte und blieb einfach auf dem Berg Hira, wo sich bei ihm plötzlich epileptische Anfälle ond Visionen einstellten. Aus diesen Visionen zog er den Schluss, dass er berufen sei, eine neue Ordnung in Arabien, in den Religionssystemen dieser Erde und damit auf der ganzen Welt einzuführen. • Als er nach Mekka zurückkehrte, war sein Bart schön lang gewachsen, seine Kleider gingen in Fetzen. Aber er sprach in einer wunderbaren, leuchtenden Form zu der Menschenmenge, der er verkündete, dass nun nur noch ein Gott -existiere, zu dem jeder Zugang habe, mit dem jeder sprechen könne ohne Priester, ohne Vermittler. Aber er predigte auch die Freilassung der Sklaven und adoptierte seinen eigenen freigelassenen Sklaven als seinen Sohn. Bittere Kampfjahre Mit diesen ganzen Lehren, die man anfangs in der Regierung und in Kreisen der Aristokraten von Mekka, bei den sogenannten Koreichiten, nicht ernst nahm, berührte er immerhin soziale Grundlagen. Kein Wunder, dass man eines Tages ihm den Kampf ansagte. Mohammed war eigentlich ein Mitglied der Hamichiten. Diesen Hamichiten empfahlen die Koreichiten, Mohammed auszustossen. Aber gegenüber einem Stammes-Mitglied verhält man sich anders. Sie sagten Mohammed nicht nur ihren Schutz zu, sondern drohten den Koreichiten mit blutiger Rache, wenn Mohammed etwas geschehe. Es kam zu Verhandlungen, kriegerischen Auseinandersetzungen, Versöhnungen und neuen Verfolgungen. Und endlich musste Mohammed aus Mekka fliehen. Diese Flucht erfolgte am 2. Juli 622. Und von diesem Freitag ab datiert die ganze Zeitrechnung der Mohammedaner. Die innere Organisation hatte Mohammed damals schon straff durchgeführt. Er war auch schon dazu übergegangen, eine grosse Armee auszurüsten. Und als er in Mekka seinen letzten Atemzug tat, stand ein Heer bereit, um die Welt zu erobern. Sein Nachfolger als Haupt des Islams war Abou Bekr, der die mohammedanischen Armeen zu Kampf und Sieg führte.