Aufrufe
vor 1 Monat

Zur Frage der Oberflächenentwicklung von Pflanzengesellschaften der Alpen und Subtropen - Vareschi 1951

Vareschi, Volkmar. 1951. Zur Frage der Oberflächenentwicklung von Pflanzengesellschaften der Alpen und Subtropen. Planta 40(1): 1-35. [On the question of the surface development of plant communities of the Alps and the Subtropics] (Shared for non-commercial educational purposes only - All rights belong to authors, publishers and respective owners - http://www.jstor.org/stable/23360422?seq=1#page_scan_tab_contents)

Zur Frage der Oberflächenentwicklung von Pflanzengesellschaften der Alpen und Subtropen - Vareschi

Planta, Bd. 40, S. 1—35 (1951). Instituto Botanico, Ministerio de Agriculture y cria Caracas, Venezuela. ZUR FRAGE DER OBERFLÄCHENENTWICKLUNG VON PFLANZENGESELLSCHAFTEN DER ALPEN UND SUBTROPEN. Von VOLKMAE VaRESCHI. Mit 6 Textabbildungen. (Eingegangen am 7. April 1951.) Einleitung. Die mitreißende Überzeugungskraft jedes Lehrbuches, das seinen Stoff straff und lückenlos zusammenfaßt, festigt einerseits den Grund, auf dem die weitere Forschung aufbaut; sie kann andererseits aber auch ein Hemmschuh für künftige Arbeiten sein, wenn das Lehrbuch in dem Sinne mißverstanden wird, als sei in ihm ein Wissensgebiet endgültig abgeschlossen. Einen bezeichnenden Beleg dafür innerhalb der Biologie bildet die Zusammenstellung der „Merkmale des Gesellschaftsgefüges", welche Braun - Blanquet in seinem bekannten Lehrbuch der „Pflanzen soziologie" (1928) vorträgt. Er unterscheidet quantitative Merkmale, und zwar Abundanz, Dichtigkeit, Raum, Gewicht, Soziabilität, Ver teilung, Frequenz, und qualitative Merkmale, nämlich Schichtung, Vitalität und Periodizität. Es ist bestimmt nicht die Schuld des um die Vegetationskunde verdienten Autors, sondern die eines großen Teiles seiner Leser, wenn man bei der Durchsicht vieler vegetationskundlicher Arbeiten den Eindruck hat, als sei Brattn-Blanquet so verstanden worden, daß damit bereits alle Merkmale des Gesellschaftsgefüges er faßt seien. Das ist keineswegs der Fall. Nicht einmal eine so wesentliche Eigenschaft wie die der Gleichförmigkeit (Homogenität, vgl. die grund legenden Studien darüber bei Nordhagen 1928) ist damit genannt Dadurch aber, daß die neuere Biocoenosenforschung das Ziel verfolgt, die Tierwelt soweit als irgend möglich gleichzeitig mit der Vegetation zu erfassen und dabei der Frage nach der Form der Gemeinschaften, die nach ihrer Leistung hinzuzufügen (Gams 1940, Vareschi 1943, Zöttl 1950), erweitert sich der Kreis der wichtigen Merkmale noch mehr. Eines der wesentlichsten und mit der Leistungsfrage am stärksten verknüpften Merkmale, das bisher völlig vernachlässigt wurde, ist das der Oberflächenentwicklung von Lebensgemeinschaften. Alle stofflichen Umsetzungen, welche eine Pflanzengesellschaft, ebenso wie die mit ihr verschränkten Tiergemeinschaften in ihrem „Fließgleichgewicht" (Dotterweich 1940) erhalten, sind weitgehend Planta. Bd. 40. 1