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Timotheus Magazin #7 - Kreuz Teil 2

Inhalt Editorial Sich des Kreuzes rühmen (Waldemar Dirksen) – Warum das Kreuz für uns kein Mal der Schande ist. Mit Christus gekreuzigt (Hans-Jürgen Holzmann) – Was es heißt mit Christus zu sterben. Unser oberster Priester (Sebastian Heck) – König, Priester und Prophet. Von einem der das Kreuz auf sich nahm (Peter Voth) – Ein biographischer Artikel über den Märtyrer Paul Schneider. Bibel Apps Rezensionen Buchrezension »Das Kreuz« von John Scott Die Entschlüsse von Jonathan Edwards Buchvorstellungen

Inhalt
Editorial
Sich des Kreuzes rühmen (Waldemar Dirksen) – Warum das Kreuz für uns kein Mal der Schande ist.
Mit Christus gekreuzigt (Hans-Jürgen Holzmann) – Was es heißt mit Christus zu sterben.
Unser oberster Priester (Sebastian Heck) – König, Priester und Prophet.
Von einem der das Kreuz auf sich nahm (Peter Voth) – Ein biographischer Artikel über den Märtyrer Paul Schneider.
Bibel Apps Rezensionen
Buchrezension »Das Kreuz« von John Scott
Die Entschlüsse von Jonathan Edwards
Buchvorstellungen

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DAS KREUZ

VON DER

HEILIGENDEN

WIRKUNG

DES KREUZES

#7 / Frühling / 02/2012


D a s K r e u z + 7 + 0 2 / 2 0 1 2

E d i t o r i a l

L i e b e T i m o t h e u s - L e s e r ,

ls wir darüber nachdachten, eine Ausgabe zum Thema „das Kreuz“ zu machen,

war sofort klar: Unmöglich reicht eine einzige Ausgabe dafür. Dieses Zentrum

unseres Glaubens kann natürlich Bände füllen, aber für „Timotheus“ sollten es

wenigstens zwei Ausgaben werden, in denen zwei Seiten des Kreuzes vorgestellt

werden. Zum einen denken wir ja beim Kreuz zuallererst daran, dass dort unser

Herr Jesus die Errettung vollbracht hat – ohne jede Beteiligung der Gläubigen.

Doch zum anderen hat das Kreuz tatsächlich auch sehr viel mit dem Tun und

Leben des Christen zu tun. Das wird leicht vergessen und heute oft unterschlagen.

In der vorherigen Ausgabe ging es daher um „das Kreuz – seine rettende Wirkung“;

diesmal um „das Kreuz – seine heiligende Wirkung“.

Was sagt die Schrift über den Bezug des Kreuzes zu unserem praktischen Leben? Ich

möchte die deutlichsten Schriftstellen kurz als Vorschau auf diese Ausgabe zusammenstellen:

• „Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein

Kreuz auf sich täglich und folge mir nach!“

(Lk 9,23; Mk 8,34; vgl. Mt 10,38; Lk 14,27).

Gemeinschaft mit dem Herrn bedeutet also, nicht nur einmalig bei der Bekehrung,

sondern täglich sich mit ihm, dem von der Welt Verworfenen, und seinem Kreuz zu

identifizieren und nicht für sich selbst zu leben, sondern für ihn, der uns Gläubige als

seine Leibeigenen erkauft hat. Der schmale Weg des Glaubens führt durch „viele

Bedrängnisse“ ins Reich Gottes (Apg 14,22). Als Verfolgte und Leidende haben wir

besondere Gemeinschaft mit unserem Herrn (Röm 8,17; Phil 3,10; Offb 14,4 u.a.).

• „… da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist,

damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen“

(Röm 6,6);

• „Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin

mit Christus gekreuzigt“ (Gal 2,19) und

• „Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften

und Begierden gekreuzigt“ (Gal 5,24).

Christus ist nicht allein für uns gekreuzigt worden, sondern wer durch Glauben mit ihm

identifiziert wird, ist auch mit ihm gekreuzigt. Das ist einerseits die gottgegebene Stellung

des Gläubigen, aber das Wissen darum („da wir dies erkennen“) muss unweigerlich den

Lebenswandel des Christen prägen und bestimmen: nicht sich selbst und der Sünde

dienen, sondern Gott bzw. dem Herrn Jesus.


• „Mir aber sei es fern, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus

Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt“ (Gal 6,14).

Der Christ entsagt nicht nur sich selbst und seinen Trieben, sondern auch der Welt und

dem Ruhm, den sie scheinbar bietet. Ein Extrembeispiel wäre, dass ein Christ rein gar

nichts darauf geben kann, in einer Casting-Show groß herauszukommen. Aber auch die

irdisch-religiöse Welt und ihre Heuchelei und Selbstgerechtigkeit (man beachte diesen

Zusammenhang im Galaterbrief!) hält der Christ für „Dreck“ (Phil 3,8).

• „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war … erniedrigte er

sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,5.8).

Wenn sogar der Herr Jesus, der Sohn Gottes und König der Könige, den untersten Weg

des Gehorsams und der Unterordnung ging, wie viel mehr gebührt uns als seinen Knechten

dann diese unterwürfige, demütige Gesinnung!

• „… denn er wurde zwar aus Schwachheit gekreuzigt, aber er lebt aus Gottes Kraft;

denn auch wir sind schwach in ihm, aber wir werden mit ihm leben aus Gottes

Kraft“ (2Kor 13,4).

An den Gekreuzigten zu glauben, bedeutet auch, an den Auferstandenen zu glauben.

Daher ist der Christ sich der Schwäche seiner irdischen Natur bewusst und baut und

vertraut nicht darauf, sondern auf das neue Auferstehungsleben, das Gott darreicht.

Dem Gekreuzigten anzugehören, bedeutet für unsere Praxis also Entsagung von Egoismus

und aller Sünde und Verlockung, Geduld und Sanftmut im Leiden, Gehorsam und

Unterordnung unter Gott, Demut und Vertrauen auf Gottes Kraft der Auferstehung

anstatt auf das eigene Fleisch. Es bedeutet Dienst und Dasein für andere, Vergebung und

Liebe. Kurz: Das Kreuz – der Gekreuzigte – bedeutet alles für unser Leben und unsere

Heiligung, sowohl für unsere Gesinnung als auch unser Handeln. Aus dieser Fülle

biblischer Handreichungen für unser Alltagsleben versucht diese Ausgabe etwas an euch

weiterzugeben.

H a n s - W e r n e r D e p p e / / A p r i l 2 0 1 2

I N H A L T

02-03 Editorial

Hans-Werner Deppe

03 Inhalt

04-07 Sich des Kreuzes rühmen

Waldemar Dirksen

08-11 Mit Christus gekreuzigt

Hans-Jürgen Holzmann

12-17 Unser oberster Priester

Sebastian Heck

18-21 Von einem der das Kreuz auf sich nahm

Peter Voth

22-23 App heute

24 Nachlesen

26-29 Die Entschlüsse von Jonathan Edwards

Jonathan Edwards

30-31 Neuheiten


SICH

DES KREUZES

RÜHMEN

T e x t

W a l d e m a r D i r k s e n


Mittelpunkt des christlichen Glaubens bildet das Kreuz

Christi. Es ist der einzige Grund, sich zu rühmen und es

trennt den Gläubigen von der Welt.

Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen,

als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus

Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt

ist und ich der Welt.

• Galater 6,14

Befreiung. Welch Glück ist’s erlöst zu sein! Christus gab

als Lösegeld sein Leben hin, indem er am Kreuz starb.

Was kann für den Erlösten wertvoller sein als das Kreuz

Christi? Nichts! Mit jubelndem Herzen schaut er daher

auf dieses Kreuz und rühmt sich dessen.

Das griechische Wort kauchaomi „bedeutet sich

einer Sache rühmen, sich in etwas „sonnen“, auf

etwas vertrauen, über etwas jubeln, sich an etwas

weiden“. 1 Es ist somit ein Ausdruck der Verehrung. Für

Paulus gab es nur eine einzige Sache, die seine Aufmerksamkeit

fesselte: das Kreuz Christi. Es war der Mittelpunkt

seines Denkens und seiner Leidenschaft und

daher der einzige Gegenstand seines Rühmens. Alles

andere war für ihn nicht des Ruhmes wert; dies bringt er

mit den geschickt gewählten Worten deutlich auf den

Punkt: „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als

nur des Kreuzes.“

Heute ist das Kreuz für die meisten Ohren ein wohlklingender

Begriff, der in der Regel mit der Liebe Gottes

verbunden wird. Damals stand allerdings das Kreuz für

die Hinrichtung eines Verbrechers und es vermittelte

Grauen und Schande. Nun kam Paulus und rühmte sich

des Kreuzes. Sein Rühmen bezog sich nicht auf ein

beliebiges Kreuz, sondern auf das Kreuz „unseres Herrn

Jesus Christus“. Paulus verwendet hier den vollen Titel

des Gekreuzigten und betont damit die Besonderheit

des Kreuzes. An diesem Kreuz starb der sündlose Sohn

Gottes stellvertretend für sündige Menschen. Er trug die

Strafe für ihre Sünden und hat somit den Zorn Gottes

von ihnen abgewendet. Das Kreuz ist somit ein

Ausdruck für den Tod Christi hinsichtlich seiner Heilswirkung.

Für den wahren Gläubigen hat dieses Kreuz einen

unermesslichen Wert. Denn dort hat Christus für ihn

eine ewige Erlösung erworben. Einst war er selbst ein

Sklave der Sünde. Die Herrschaft der Sünde war

unerträglich und ihre Konsequenz im Hinblick auf die

Ewigkeit schrecklich: Hölle und Tod. Aber schon das

Leben unter der Macht der Sünde war ein Vorgeschmack

auf das, was kommen sollte. Man kann in

einem Land leben, wo ein Tyrann die Bewohner wie

Sklaven behandelt oder in einem Unternehmen beschäftigt

sein, wo der Arbeitgeber wie ein Sklaventreiber

auftritt. Grauenvoller ist immer noch die Sklaverei der

Sünde. Davon vermag niemand sich selbst zu befreien.

Was geschah nun? Christus ging zum Sklavenmarkt der

Sünde und zahlte das Lösegeld für die Befreiung. Ohne

es verdient zu haben, allein aus Gnade erfolgte die

Für den wahren

Gläubigen hat

dieses Kreuz einen

unermesslichen

Wert. Denn dort

hat Christus für

ihn eine ewige

Erlösung erworben.

Timotheus • 05


Das Kreuz ist für den Gläubigen der Dreh- und Angelpunkt

seines Lebens. Aufgrund des Kreuzes wurde ihm

vergeben, darum vergibt er anderen auch. Am Kreuz hat

Christus willig gelitten, darum leidet er auch willig. Im

Kreuz verbinden sich Gerechtigkeit und Liebe, darum

übt er auch Gerechtigkeit und Liebe. Das Kreuz

inspiriert ihn, wie sonst nichts anderes. Er sinnt darüber

nach und kann seinen Wert nicht wirklich fassen. Er

rühmt sich allein des Kreuzes Christi.

Falsches Rühmen

egenstand unseres Rühmens sind leider oft

unsere Errungenschaften und nicht das Kreuz

Christi. Diese können beruflicher, familiärer oder

sogar geistlicher Art sein. Herausragende

Leistungen, überdurchschnittliches Einkommen,

besondere Erfolge sind nur einige der

vielen Dinge, von denen wir besessen sein

können. Mit großem Eifer können wir über diese

scheinbaren „Herrlichkeiten“ unseres Lebens sprechen

und Menschen damit beeindrucken. Aber Gott sieht das

Dichten und Trachten unseres Herzens. Unsere Selbstverherrlichung

ist ihm ein Gräuel und letztlich der

Ausdruck eines stolzen Herzens.

Der stolze Nebukadnezar rühmte sich damals mit

folgenden Worten: „Ist das nicht das große Babel, das

ich mir erbaut habe zur königlichen Residenz mit

meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät?“

(Daniel 4,27). Unmittelbar nach seiner Selbstverherrlichung

hat Gott ihn tief gedemütigt, sodass er

später Gott die Ehre gab. Heute kann Gott ebenso einen

kleinen stolzen „Nebukadnezar“ soweit demütigen, dass

er dem Allerhöchsten die gebührende Ehre gibt.

Was macht dich stolz? Womit rühmst du dich? Schau

der Realität genau ins Auge – vor allem der Realität in

deinem Herzen! Vielleicht stellst du fest, dass dich deine

akademischen, sozialen oder geistlichen Errungenschaften

stolz machen und sie daher oft Thema deiner

Gespräche sind. Manche deiner Mitmenschen finden

möglicherweise dein Prahlen lästig, aber sie wagen es

nicht, dich damit zu konfrontieren. Mit welcher

Abscheu muss jedoch Gott auf deine verwerfliche

Ruhmsucht schauen. Prüfe dich aufrichtig! Dein

einziger Ruhm soll das Kreuz Christi sein, das jede

andere Art des Rühmens ausschließt (vgl. Römer 3,27).

Das Kreuz und die Welt

aulus schreibt von einem Kreuz und drei

Kreuzigungen. 2 Es handelt sich um das Kreuz,

an dem Jesus Christus starb. Durch dieses Kreuz

ist für Paulus die Welt gekreuzigt worden und er

selbst für die Welt. Das Kreuz Christi hat somit

Paulus’ Verbindung zur Welt sowie die Verbindung

der Welt zu ihm völlig gekappt. Mit dem Begriff Welt

sind nicht die Menschen gemeint, sondern das „gottlose

System“, welches geprägt ist vom Materialismus,

Heuchelei und Arroganz. In dieser Welt wird das Leben

nach Errungenschaften bemessen, sündige Vergnügungen

für erstrebenswert erachtet und die Gier zur Tugend

erhoben.

Schau der

Realität

genau ins

Auge – vor

allem der

Realität in

deinem

Herzen!

06 • Timotheus


Ach, diese verfluchte Welt mit ihrer Lust wird nach

Gottes Bestimmung vergehen. Schon allein aus diesem

Grund gilt es, durch das Kreuz von ihr strikt getrennt zu

bleiben. Zudem steht sie feindlich Gott gegenüber,

deshalb soll keinerlei Freundschaft mit ihr gepflegt

werden. Hab nicht lieb die Welt. Sei tot für diese Welt.

Ihre Werte sollen keinen Einfluss auf dein Leben haben,

da sie unvereinbar sind mit dem Willen Gottes. Was

heißt das im Einzelnen? Sei genügsam in materiellen

Dingen, anstatt gierig nach Schätzen auf Erden. Sei stets

aufrichtig, anstatt heuchlerisch. Sei bescheiden, anstatt

großtuerisch. Werte dieser Welt stehen im totalen Kontrast

zum Willen Gottes.

Fazit

reffend fasst Spurgeon die praktische Bedeutung

des vorliegenden Verses zusammen: „Was

immer geschieht, wir rühmen uns Christi. Ob ihr

geehrt oder verachtet werdet, ob schlecht oder gut

über euch geredet wird, ob Gott eure Habe

vermehrt und euch reich macht oder verringert

und euch arm macht, ihr werdet euch immer noch

des Kreuzes Christi rühmen. Ob ihr gesund und kräftig

und stark seid, um für ihn zu wirken, oder ob ihr in

einem Bett der Sehnsucht liegen und geduldig den

Willen des Vaters ertragen müsst, seid entschlossen,

euch dennoch des Kreuzes zu rühmen. Laßt euer ganzes

Leben hindurch das Kreuz der Mittelpunkt eures

Rühmens sein. Wenn ihr dann in die Tiefen des Jordans

steigt und den Jordan selbst durchquert, rühmt euch

immer noch des Kreuzes, denn ihr werdet feststellen,

daß die mit dem Blut erkauften Scharen in der himmlischen

Herrlichkeit das Kreuz als Trophäe ihrer Erlösung

feiern werden.“ 3 Amen. •

Quellen

1 Stott, J., Das Kreuz – Zentrum des christlichen Glaubens, 2009,

S. 453

2 Ebd., S. 454

3 Spurgeon, C.H., Verwandelt in sein Bild, 1997, S. 143

Impressum

Herausgeber

Die Redaktion

Redaktion

Waldemar Dirksen

Viktor Sudermann

Andreas Kuhlmann

Peter Voth

Hans-Werner Deppe

Hans-Jürgen Holzmann

Creative Director

Peter Voth • be.net/petervoth

Lektorat

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Erscheinungsweise

Timotheus ist ein Quartalsmagazin und

erscheint somit alle drei Monate:

• Januar (Winterausgabe)

• April (Frühlingsausgabe)

• Juli (Sommerausgabe)

• Oktober (Herbstausgabe)

Allgemeiner Hinweis

Die Erstausgabe „#1 Nachfolge“ ist am 1. Oktober 2010 erschienen. Seit der

Winterausgabe 2011 „#2 Glaube“ wird das „Timotheus Magazin“ vom

Betanien Verlag herausgegeben, gedruckt und vertrieben (€ 2,90 pro

Ausgabe; zzgl. Versandkosten). Das „Timotheus Magazin“ ist kein Verein,

sondern ein freies Produkt der Initiatoren. © der Artikel bei den jeweiligen

Autoren. Vervielfältigung nur mit Quellenangabe. © der Bilder und Fotos

bei den jeweiligen Rechteinhabern (siehe Bildnachweis).

Bildnachweis

Seite 1 • © by www.istockphoto.com/BethanyKPhotography | Seite 4 • © by

Ansel Adams (1902–1984) | Seite 8 • © by www.istockphoto.com/eyecrave |

Seite 12 • © by wikimedia commons | Seite 18 • © by wikimedia commons

Mission Statement

Timotheus ist ein bibeltreues, reformatorisches und überkonfessionelles

Magazin, herausgegeben von freikirchlichen evangelischen Christen. Das

Ziel ist die verständliche, biblisch fundierte, interessante und herausfordernde

Vermittlung biblischer Lehre.

"Bibeltreu" bedeutet für die Herausgeber, dass sie von der absoluten

Zuverlässigkeit der Bibel als inspiriertes und irrtumsloses Wort Gottes

überzeugt sind. Die theologische Ausrichtung lässt sich daher am besten

mit den 5 Soli der Reformation beschreiben: Allein Christus, allein die

Gnade, allein der Glaube, allein die Schrift, allein Gott die Ehre.

Waldemar Dirksen

Waldemar (*1982) ist

Redakteur und Mit-Herausgeber

des Timotheus Magazins.

Timotheus • 07


Mit

Christus

Gekreuzigt

T e x t

H a n s - J ü r g e n H o l z m a n n


Was bedeutet dieses „mitgekreuzigt sein“? Keiner von uns

wurde doch im physischen Sinn „mitgekreuzigt“. Wir wollen

hier also nachdenken und verstehen welche Auswirkungen

der Kreuzestod von Jesus Christus auf unser Leben hat.

Da wir dies wissen, dass unser alter Mensch

mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib

der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde

nicht mehr als Sklaven dienen. So auch ihr:

Haltet euch dafür, dass ihr der Sünde tot

seid, Gott aber lebend in Christus Jesus.

• Römer 6,6.11

Was bedeutet dieses Wissen?

Zunächst steht in Römer 6,6: „Wir wissen…“. Das

„Wissen“ (griech. „Ginosko“) ist eindeutig, nachvollziehbares

Erkennen, Verstehen und Begreifen 1 einer

geschehenen Wirklichkeit. Hier wird deutlich, dass der

Glaube an den Gekreuzigten – auch in der heutigen Zeit

– nicht diffus, unverständlich oder gar mystisch ist,

sondern auf historische Tatsachen gegründet ist.

Der Glaube hat eine konkrete Wirklichkeit als Fundament.

Diese Wirklichkeit ist der Sühnetod des heiligen

Gott-Menschen Jesus Christus am Kreuz von Golgatha

für die Schuld des Glaubenden.

Auf diese objektive Wahrheit gründen wir unsere

Glaubensüberzeugung und Glaubensgerechtigkeit.

Unsere Sündenschuld wurde durch Christus vor dem

heiligen und gerechten Gott komplett getilgt. 2 Wir sind

nicht nur gerecht erklärt sondern auch gerecht gemacht

worden. 3

Dieses Wissen hat aber noch eine weitere Bedeutungsebene.

Es ist nicht nur ein intellektuell verständlicher

Sachverhalt. Das Erkennen hat eine personale Beziehung

als Grundlage. 4 Der Errettete glaubt und gehorcht

der Wahrheit 5 und kommt durch die von Gott gewirkte

Gnade zur überzeugten Aufnahme des Herrn Jesus

Christus. 6 Durch den Glauben entsteht diese persönliche

Beziehung zu Christus. Der Christ ist ›in Christus‹ 7

und weiß, dass der Tod und die Auferstehung von Jesus

Christus elementare Grundlage und Glaubensbasis sind.

Was ist dieser „alte Mensch“?

Der „alte Mensch“ ist der natürliche, nicht wiedergeborene,

unerlöste Mensch, Adams Nachkomme, ohne

Gott, ohne Christus. 8 Er ist geprägt von gottlosen

Denkstrukturen, gottlosen Werten und einer verdorbenen

Moral. 9 Der „alte Mensch“ ist bewusst oder unbewusst

versklavt unter Satans sündiges

Herrschaftssystem. 10

Unsere

Sündenschuld

wurde durch

Christus vor dem

heiligen und

gerechten Gott

komplett

getilgt

Timotheus • 09


Die totale Verdorbenheit und Sündhaftigkeit der

menschlichen Natur, beschrieben in Römer 3,10-12, ist

hierzu die Verständnisgrundlage. Vom Sündenfall bis in

die Gegenwart hat sich, ganz gleich ob die Menschen

religiös, atheistisch oder agnostizistisch 11 sind, ein

gottloses Lebensprinzip in allen Kulturen und Nationen,

bei allen Menschen etabliert.

Der Apostel Paulus beschreibt diesen Systemwechsel

persönlich und überzeugend und hingegeben so: „Ich

bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich,

sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im

Fleisch lebe, lebe ich im Glauben … an den Sohn

Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben

hat.“ 17

Die Merkmale des „alten Menschen“ sind durch die

destruktiven Lebensgewohnheiten des bisherigen

Lebens, vor der Bekehrung gekennzeichnet, wie sexuelle

Unmoral, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit,

Materialismus, Zorn, Zank, Trunkenheit, etc. 12

Das Kommen des von Gott gesandten Erlösers hat das

Ziel, Menschen aus diesem alten System der sündigen

Existenz herauszuretten und in eine neue Wirklichkeit

zu bringen.

Wie ist der

„alte Mensch“mitgekreuzigt?

Der historische Kreuzestod Jesu Christi ist

nicht nur der Tod eines heiligen und

gerechten Menschen. Die Berichte von

der Passion Christi in den vier Evangelien

sind eindrücklich, ausführlich

und authentisch. Die theologische

Bedeutung der Passion Christi

bekommen wir jedoch erst im

Römerbrief ausführlich

erklärt. Der grausame

Kreuzestod Jesu Christi hat

nach den Worten der Schrift

unmittelbare Konsequenzen auf

das Leben seiner Nachfolger.

Durch den persönlichen Glauben

eines Menschen an den Gekreuzigten

findet ein wirklicher Herrschaftswechsel 13

statt. Der Gott verachtende Egoismus des

natürlichen – alten – Menschen wird mit dem

Beginn des Glaubens an Christus außer Kraft

gesetzt. Ein neues Kapitel beginnt. Eine neue

Autorität bestimmt jetzt – wenn ich wirklich im

Glauben stehe – mein Leben.

Das

alte System

wird außer

Kraft

gesetzt.

Ein echter Christ lebt nach Gottes Konzept. Obwohl er

fortwährend von weltlichen, materialistischen und

gottlosen Einflüssen umgeben ist, richtet er sich nach

den Regeln seines neuen Herrn Christus und orientiert

sich an seinem heiligen, gerechten und guten

Herrschaftssystem. 18

Wie ist der Leib der Sünde abgetan?

Die Bibelübersetzungen sind hier sehr unterschiedlich,

teilweise auch irreführend. Der griechische

Begriff „katargeo“ bedeutet: „außer Kraft setzen,

wegtun, aufhören lassen oder außer Wirksamkeit

setzen“. Die Luther- u. Einheitsübersetzung

verwenden hier „vernichten“, was zum

falschen Denken führen kann, als ob der

sündige Leib nicht mehr existieren

würde.

Mit dem Beginn des Glaubens

kommt der an Jesus Christus

Gläubige – trotz Herrschaftswechsel

– nicht in einen

Zustand der Sündlosigkeit.

Er bekommt auch nicht die

Fähigkeit zur Sündlosigkeit.

Wenn der Glaube jedoch echt

ist, wird eine entscheidende

Veränderung sichtbar. Das alte

System wird außer Kraft gesetzt.

Die Entmachtung des früheren, tyrannischen

Herrschers wird – wie bei einem

verjagten Diktator, der durch eine neue Regierung

ersetzt wird – sichtbar und spürbar. Die

NeÜ übersetzt diesen Vers treffend: „damit unser

sündiges Wesen unwirksam gemacht wird und wir

der Sünde nicht mehr sklavisch dienen.“ 19

Diese neue, von Gott geschaffene geistliche Wirklichkeit

wird im Neuen Testament klar definiert: „Ist jemand in

Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist

vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ 14 Zu dem „alten

Menschen“ kommt also bei der Bekehrung nicht einfach

nur der „neue Mensch“ als zweite Komponente dazu, so

dass wir dann „zwei Naturen“ in uns haben. Nein, eine

echte Transformation 15 findet statt. Durch das

Innewohnen des Heiligen Geistes, durch die Neugeburt

beginnt neues geistliches Leben.

Das ist auch die Bedeutung im Taufbekenntnis: „So sind

wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in

den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt

worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir

in Neuheit des Lebens wandeln.“ 16

Francis Schaeffer erklärt dies so: „Man beachte wieder

die Betonung des Leibes. Sie bedeutet nicht, dass der

Leib an sich sündig wäre … Paulus will uns zeigen, dass

er nicht über etwas Mystisches, Abstraktes redet,

sondern über etwas in unserer real existierenden, historischen

Raum-und-Zeit-Welt, die wir so gut kennen und

zu der auch die mit unserm Körper zusammenhängende

Sündenproblematik gehört.“ 20

10 • Timotheus


Wie kann man für Gott leben?

William MacDonald illustriert die Bedeutung mit einer

Geschichte von Augustinus: „Eines Tages wurde Augustinus

von einer Frau belästigt, mit der er vor seiner

Bekehrung zusammengelebt hatte. Als er sich umdrehte

und schnell wegging, rief sie ihm nach: ›Augustinus, ich

bin's doch, ich bin's!‹ Augustinus ging nur noch schneller

und rief ihr über die Schulter zu: ›Ja ich weiß, aber

ich bin's nicht mehr‹!“ 21

In Römer 6,11 steht: „Haltet Euch der Sünde für tot“.

Das griechische Wort für „haltet“ ist „logizomai“ und

bedeutet „damit rechnen oder zählen“. Verständlich ist

hier wieder die NeÜ: „Auch ihr sollt von dieser Tatsache

ausgehen!“ 22

Wir wollen Gott lieben und ihm dienen von ganzem

Herzen und mit ganzem Verstand. 23 Wir wollen

glaubend, und doch zugleich klar und logisch denkend,

für Gott leben. Wir kreuzigen nicht unser Denken,

sondern wissen um die Wirklichkeit des Kreuzesgeschehens,

die wirksame Entmachtung des Tyrannen, die

Befreiung aus der Sklaverei Satans und die überragende

Dynamik der Auferstehung auf unser jetziges und

zukünftiges Leben. 24

Wir gehen also von dieser Tatsache aus, dass Jesus Christus

seit der Bekehrung unser neuer Herr ist und wir –

das ist im absolut positiven Sinn zu verstehen – seine

Sklaven sind.

John MacArthur beschreibt diese glückliche Position so:

„Ein Sklave Christi zu sein, bedeutet viel mehr als bloße

Pflichterfüllung; die Motivation kommt aus einem

Herzen, das erfüllt ist mit liebevoller Hingabe und

reiner Freude.“ 25

Die Herausforderung besteht darin, die von Gott

gegebenen Gnadenmittel in unserer Alltagswirklichkeit

anzuwenden und voll auszuschöpfen. Dazu zählt das

sorgfältige Hören auf Gottes Wort in der Predigt, die

Anbetung Gottes, die Feier des heiligen Abendmahls

mit der versammelten Gemeinde, das gemeinschaftliche

und persönliche Gebet und das regelmäßige Lesen der

Bibel. •

15 Duden Fremdwörterbuch: Umwandlung, Umformung,

Umgestaltung

16 Römer 6,4

17 Galater 3,19-20

18 Matth 6,33

19 www.kh-vanheiden.de; NeÜ Röm 6,6

20 Schaeffer, Francis: Allein durch Christus, Hänssler Verlag, 1999

21 MacDonald, William: Kommentar zum NT, Röm 6,11,

CLV Bielefeld

22 www.kh-vanheiden.de; NeÜ Römer 6,11

23 Markus 12,33

24 Epheser 1,19

25 MacArthur, John: Sklave Christ, Betanien-Verlag, 2011,

Kap 13, S. 192

die Motivation

kommt aus einem

Herzen, das erfüllt

ist mit liebevoller

Hingabe und

reiner Freude.

Quellen

1 Neue ev. Übersetzung K.H. Vanheiden

2 Römer 3,23-24 u. 4,5

3 Römer 8,1

4 Vine: Expository Dictionary of New Testament Words

5 1Petr 1,22

6 Johannes 1,12

7 Römer 8,1

8 Gal 2,20

9 Eph 4,22b.. „der alte Mensch… der sich durch betrügerische

Begierden zugrunde richtet“

10 Röm 6,16.20; Joh 8,34.44; Römer 1,24-32

11 Agnostizismus ist eine philosophische und theologische Weltanschau

ung, nach der die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens

entweder unbekannt oder grundsätzlich unerkennbar ist (Wikipedia)

12 Galater 5,19-20 u. Eph 4,23-24

13 Kol 1,13 „..errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das

Reich des Sohnes..“

14 2Kor 5,17

Hans-Jürgen Holzmann

Hans-Jürgen (*1970) ist Ehemann und Vater von 5 Kindern

und ist hauptberuflich in der Immobilienwirtschaft tätig.

Er schreibt regelmässig für Timotheus und ist Teil der Redaktion.

Timotheus • 11


Unser

oberster

Priester

T e x t

S e b a s t i a n H e c k


Die dritte Strophe des bekannten Liedes „Welch ein Freund

ist unser Jesus“ endet: „ …o, so ist uns Jesus alles: König,

Priester und Prophet!“ 1 Woher kommt diese Redeweise und

inwiefern stimmt es, dass Jesus Christus als unser König,

unser Priester und unser Prophet „uns alles ist“? Und wenn

es stimmt, was hat das mit dem christlichen Leben, unserem

Leben im Hier und Jetzt zu tun?

as „dreifache Amt“ Christi

Die Sendung und das Werk Christi in diesem

Dreiklang der Ämter zusammenzufassen geht

zurück auf die Kirchenväter, die es so dem

Alten und Neuen Testament entnahmen. In

der Reformation gab es eine Rückbesinnung

der Kirche auf Christus als ihr einziges Haupt

– entgegen den Ansprüchen des Papsttums – und

damit auf die Ämter Christi. Noch bevor der Reformator

Johannes Calvin in seinem Handbuch der Theologie,

dem „Unterricht in der christlichen Religion“, zur

eigentlichen Heilslehre kommt 2 , behandelt er die

grundlegende Frage, „wozu Christus uns vom Vater

gesandt ward“ 3 . Darin entfaltet er das so genannte

„dreifache Amt Christi“. Gemäß Calvin, ist diese Lehre

kein Luxus, sondern eine echte Notwendigkeit für

unseren Glauben. Wir haben keinen ganzen Christus,

und deshalb auch kein ganzes Heil, wenn wir Christus

nicht als König, Priester und als Propheten kennen. So

Calvin: „Soll also der Glaube in Christus wirklich den

festen Grund alles Heils finden, soll er ganz auf ihm

ruhen, so muss der Grundsatz gelten: das Amt, das ihm

der Vater vertraut hat, umfasst drei Aufgaben. Er ist uns

nämlich zum Propheten, zum König und zum Priester

gesetzt.“ 4

Das Werk Christi können wir nicht verstehen, wenn wir

nicht die Person Christi begreifen. Das Heil hätte nicht

von irgendeiner Person vollbracht werden können,

sondern nur vom fleischgewordenen ewigen Gottessohn.

Umgekehrt gilt: der Sohn Gottes hätte nicht

irgendein Heil vollbringen können, sondern nur dies

eine und nur auf eine Weise. Person und Werk Christi

gehören untrennbar zusammen. Seine Person aber

müssen (und können) wir nur verstehen auf Grundlage

der alttestamentlichen Verheißungen über ihn, sowie

der schattenhaften Vorausdeutungen seiner Person und

seines Werks in den Institutionen des Alten Bundes.

Was sind die fundamentalen Institutionen, die Gott

seinem Volk gegeben hat? Von Anfang an sind es drei: es

ist die göttliche Lehre, vermittelt durch den Mund der

Propheten; die Gottesherrschaft und Regierung, ausgeübt

durch Könige, teilweise auch Richter; und schließlich

der Gottesdienst mit seinem Opferkult, ausgeführt

durch die Priester. Könige, Priester und Propheten

waren die Säulen des gesellschaftlichen, politischen und

religiösen Leben des Volkes Israels.

Diese drei Einrichtungen sind natürlich nicht willkürlich,

sondern reflektieren etwas Wesentliches vom

Wesen Gottes. Er ist ein Gott, der redet und sich offenbart.

Das ist der „prophetische“ Aspekt. Dann ist er aber

auch ein Gott, der regiert und herrscht als König. Und

schließlich ist er ein Gott, der – bereits vor dem Sündenfall

– die Gemeinschaft mit dem Menschen und dessen

„priesterliche“ Anbetung sucht. Diese Wesenszüge hat

Gott selber dann aber auch dem Menschen eingestiftet,

den er in seinem Abbild, „ihm ähnlich“ geschaffen hat

(vgl. 1Mos 1,26-27). Er hat ihn zum „Vizekönig“

bestimmt, zum königlichen Herrscher (1Mos 1,26-28),

der im Heiligtum des Paradiesgartens einen priesterlichen

Dienst verrichtet und auch als Prophet aktiv wird

(vgl. 1Mos 2,19-20).

Doch die drei Hauptämter im Volk Israel sind nicht nur

das Spiegelbild dreier Eigenschaften Gottes oder –

analog dazu – dreier Aufträge des Menschen als Ebenbild

dieses Gottes. Die große Gemeinsamkeit dieser

Ämter im Volk Gottes besteht darin, dass sie jeweils zu

diesem Amt von Gott selbst gesalbt wurden. Propheten

wurden gesalbt (z.B. Ps 105,15; Jes 61,1; 1Kön 19,15-

16); Könige wurden gesalbt (z.B. die Salbung Davids:

1Sam 16,1-13); und Priester ebenso (z.B. Aaron: 2Mos

29,21; 3Mos 8,12; 3Mos 4,3.16). Die Salbung war die

göttliche Legitimation für den Dienst. Sie war aber auch

untrennbar verbunden mit der Gabe des Heiligen

Geistes. Bei der Salbung Davids etwa lesen wir: „Und

der Geist des HERRN kam über David, von diesem Tag

an und weiterhin“ (1Sam 6,13).

Bereits im Alten Testament finden wir „Grenzüberschreitungen“

zwischen diesen drei Hauptämtern.

Priester, die auch Könige waren (Ps 110); Richter, die

auch Propheten waren (Samuel); Könige, die auch

Propheten waren (David). Vor allem sehen wir das bei

Melchisedek – einem wichtigen Vorboten Christi – der

„König von Salem, ein Priester Gottes, des Allerhöchs-

Timotheus • 13


ten“ war (Hebr 7,1). Mit dem Auftreten Christi wird

dann klar, dass diese Ämter gerade in ihrer Vielfalt auf

Christus hinweisen, der sie alle in sich vereint – als der

vollkommene und unsterbliche Hohepriester, als der

letzte und endgültige Prophet (vgl. Hebr 1,3) und als

der ewige König auf dem Thron des Hauses Davids (vgl.

Apg 2,30). So gesehen füllt Christus nicht drei unterschiedliche

Ämter aus, sondern ein dreifaches Amt in

einer Person.

Christus wurde – nach alttestamentlichem Vorbild –

gesalbt zu diesem Amt. Das ist immerhin die Bedeutung

seines Namens – „Christus“, der Gesalbte (vgl. Hebr

1,9). Er wurde gesalbt und eingesetzt als Prophet (in

Erfüllung von 5Mos 18,15; vgl. Apg 3,22), als Hoherpriester

(in Erfüllung von Ps 110,4; Hebr 7,21) und als

König (in Erfüllung von Ps 2,6; Lk 1,33).

Der Heidelberger Katechismus, eines der bekanntesten

kirchlichen Bekenntnisse aus der Reformationszeit, fasst

dieses dreifache Amt wunderbar zusammen, wenn er

uns in Frage 31 fragt:

Frage

Warum wird er „Christus“, das heißt Gesalbter, genannt?

Antwort

Er ist von Gott dem Vater eingesetzt und mit dem Heiligen

Geist gesalbt zu unserem obersten Propheten und

Lehrer, der uns Gottes verborgenen Rat und Willen von

unserer Erlösung vollkommen offenbart; und zu unserem

einzigen Hohenpriester, der uns mit dem einmaligen

Opfer seines Leibes erlöst hat und uns alle Zeit mit seiner

Fürbitte vor dem Vater vertritt; und zu unserem ewigen

König, der uns mit seinem Wort und Geist regiert und bei

der erworbenen Erlösung schützt und erhält.

Wir wollen das Priesteramt Christi herausgreifen und

uns mit der Frage beschäftigen, wie dieses Amt Christi

als „unserem einzigen Hohenpriester“ mit unserer Heiligung,

ja mit unserem ganzen christlichen Leben zusammenhängt.

„Unser einziger Hoherpriester“

Dass Jesus vom Vater gesandt wurde, um in seinem

Leben und Sterben das Amt eines Priesters auszufüllen,

müssen wir auf dem Hintergrund des alttestamentlichen

Priester- und Opferkultes verstehen. Priester hatten die

Aufgabe, als Stellvertreter des Volkes in das Heiligtum

bzw. das Allerheiligste zu treten, um dort Vergebung für

die Sünden des Volkes zu erwirken und Opfer zu

bringen. In Hebr. 5,1 finden wir eine allgemeine Aufgabenbeschreibung

des (alttestamentlichen) Priesters:

„Denn jeder aus Menschen genommene Hohepriester

wird für Menschen eingesetzt in dem, was Gott betrifft,

um sowohl Gaben darzubringen als auch Opfer für die

Sünden.“ Darin sehen wir einmal: der Priester ist „von

Menschen“ und „für Menschen“. Er ist fundamental ein

Stellvertreter in religiösen Dingen. Zweitens ist er von

Gott eingesetzt (Hebr 5,4). Und drittens ist seine besondere

Aufgabe, Gaben und Opfer zu bringen für Sünden.

Seine Funktion als Stellvertreter versetzt den Priester

viertens in die Position des Mittlers – zwischen Gott

und dem Volk. Er steht zwischen Gott und den

Menschen, vertritt einerseits das Volk vor Gott (z.B. in

der Fürbitte, Hebr 7,25), andererseits Gott vor dem

Volk (z.B. im Segen, 3Mos 9,22).

Diese Beschreibung trifft in besonderem Maß auf Jesus

Christus zu. Bereits im Alten Testament selbst sehen wir,

wie alle bisherigen Hohepriester nur einen vorläufigen

Dienst taten. Gott lässt aber ankündigen, ja schwört mit

einem Eid (vgl. Hebr 7,20-21), dass einst ein Hoherpriester

kommen wird – ein „Priester in Ewigkeit nach

der Weise Melchisedeks“ (Ps 110,4). Ein Mensch, wie

Melchisedek, der „König von Salem“, aber doch – wie

jener – „ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister

und hat weder Anfang der Tage noch Ende des

Lebens“, ein „Priester für immer“ (Hebr 7,2.3). Jesus

wird als Hoherpriester bezeichnet (Hebr 3,1; 4,14; 5,5;

6,20, 7,26, 8,1). Er wurde von Gott gesandt und eingesetzt

als Hoherpriester. Er wurde gesalbt – zwar nicht

mit Öl, aber bei seiner Taufe kam der Geist auf ihn, der

ja der Agent der Salbung ist (Mt 3,16). Prophetisch

wurde er in Bethanien „auf sein Begräbnis hin“, d.h. für

seine priesterliche Aufgabe gesalbt (Mt 26,6-12). In der

Synagoge las Jesus die Worte von der Salbung des Messias

aus Jesaja 61,1 und betrachtete sie schlicht und ergreifend

als „erfüllt vor euren Ohren“ (Lk 4,21)!

Auch Jesus war, in besonderem Maße, der Stellvertreter

des Volkes Gottes. Die Taufe Jesu ist von besonderer

Bedeutung, da Jesus dort – genauso wie das Volk Israel

(2Mos 4,22) – von Gott als sein „geliebter Sohn“ ausgewiesen

wird (Mt 3,17) und er sich selbst öffentlich mit

dem Volk Gottes identifiziert. Obwohl Jesus an und für

sich die Taufe des Johannes, eine Taufe zur Buße (Mt

3,11), nicht nötig hat, reiht er sich ein in die Reihe der

Sünder, die sich dieser Taufe unterziehen.

Jesus wird auch eindeutig als ein Priester erkannt, in

dem er (ein) Opfer für die Sünden bringt. Und schließlich

erfüllt Jesus auch den zuletzt genannten Aspekt

eines Priester – er ist auch ein Mittler zwischen Gott und

Mensch; ja, der einzig wahre Mittler, der schon in seiner

Person durch die Fleischwerdung zwischen Gott und

Mensch „vermittelt“. „Denn es ist ein Gott und ein

Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch

Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle

gegeben hat“ (1Tim 2,5-6).

Ein heiliger Priester – ein heiliges Opfer

Mit dem „Lösegeld“, das der Mittler Jesus Christus

gegeben hat, verbinden wir in erster Linie – zu Recht –

die Erlösung, d.h. die Rechtfertigung. Als unser Stellvertreter

gab Jesus sein Leben als Lösegeld, um uns mit

Gott zu versöhnen (Eph 2,16; Kol 1,20). Als unser

Hoherpriester gab er sein eigenes Leben als Sühnopfer

(Röm 3,25), wie ein Lamm, das zur Schlachtbank

geführt wird (Jes 53,7). Durch sein vergossenes Blut

sind wir gerechtfertigt (Röm 5,9; Eph 1,7; Kol 1,14),

aus purer göttlicher Gnade, allein durch den Glauben

(Röm 3,25). Gottes Zorn ist besänftigt, ja befriedet,

indem er das Opfer Christi angenommen hat anstelle

14 • Timotheus


unseres verwirkten Lebens. Das ist die biblische Lehre

der Rechtfertigung aus Gnaden allein (sola gratia) durch

den Glauben allein (sola fide).

Diese Wahrheit von Christus als „dem Gekreuzigten“

(1Kor 2,2) steht im Mittelpunkt des Evangeliums. Doch

leider stehen wir oft in der Gefahr, dass wir das priesterliche

Amt und Wirken Christi auf seinen Opfertod am

Kreuz beschränken, fast als ob es seit seinem Kreuzestod

kein solches Amt mehr gäbe. Dabei beschreibt das Neue

Testament Christus gerade nach seiner Auferstehung

und Himmelfahrt als einen sehr aktiven Hohenpriester

(vgl. Röm 8,34; Hebr 10,12)! Es gibt im Neuen

Testament eine wichtige und klare Linie, die das Werk

der Heiligung in den Gläubigen direkt mit dem priesterlichen

Amt Christi in Verbindung bringt.

Das Opfer

Jesu Christi

war an sich

schon eine

Tat der

Heiligung.

Der Hebräerbrief beispielsweise legt eine starke

Betonung auf den Kontrast, die Unterschiede zwischen

den unvollkommenen, sündhaften Priestern des Alten

Bundes und Jesus Christus, dem „Bürgen eines besseren

Bundes“ (Hebr 7,22), der niemals sündigte (7,26). Jene

starben, als Folge der Sünde, während dieser „in

Ewigkeit bleibt“ (7,24). Während die Opfergaben und

-tiere unvollkommen waren und von unvollkommenen

Priestern geopfert wurden und an sich nicht retten

konnten (10,4), war unser Hoherpriester Jesus Christus

ein heiliger Priester, ohne Sünde, der ein heiliges und

makelloses Opfer brachte – sich selbst, das Leben des

Sohnes Gottes, ein Opfer, das Gott wohlgefiel und das

alle rettet, für die es gebracht wurde. „Denn ein solcher

Hoherpriester tat uns not, der heilig, unschuldig, unbefleckt,

von den Sündern abgesondert und höher als die

Himmel ist, der es nicht wie die Hohenpriester täglich

nötig hat, zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen,

danach für die des Volkes; denn dieses letztere

hat er ein für allemal getan, indem er sich selbst als

Opfer darbrachte.“ (7,26-27)

Diese Opfertat bringt der Hebräerbrief dann in Verbindung

mit dem Stichwort Heiligung. „Denn wenn das

Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit

der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur

Reinheit des Fleisches, wieviel mehr wird das Blut des

Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein

makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen

reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen

Gott dienen könnt“ (9,13-14, Hervorhebungen hinzugefügt).

Das Opfer Jesu Christi war an sich schon eine

Tat der Heiligung. Inwiefern? Nicht in dem Sinne, dass

dadurch aus uns, die wir glauben, schon solche

Menschen geworden wären, die nicht mehr sündigen.

Wie dann?

Wir sehen hier, dass die Heilige Schrift auf zweierlei

Weisen von unserer Heiligung spricht. Sie spricht

einmal von einer definitiven Heiligung. Diese passiert in

einem Moment – mit dem hochrichterlichen Freispruch

der Rechtfertigung – und ist durch und durch vollkommen.

Das ist die Heiligung, von der Hebräer 9,13

spricht. Daneben gibt es aber auch eine progressive

Timotheus • 15


Heiligung. Sie ist die schrittweise Veränderung und

Umgestaltung unseres Wesens, das Ablegen des alten

Menschen und das Anziehen des Neuen, „der Gott

entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit

und Heiligkeit“ (Eph 4,24). Auch davon spricht Hebräer

9, und zwar in Vers 14. Weil wir unsere „toten Werke“

losgeworden sind, in der definitiven Erlösung und Heiligung,

können wir jetzt auch – je länger je mehr – „dem

lebendigen Gott dienen.“

Christus hat in seinem priesterlichen Amt beides

vollbracht – und vollbringt es noch. Er hat uns ein für

allemal geheiligt durch das makellose Opfer seines

Lebens am Kreuz. Durch Gott sind wir „in Christus

Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur

Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur

Erlösung“ (1Kor 1,30). Dieser Heiligung ist nichts

hinzuzufügen. Durch seine Gerechtigkeit sind wir

gerechtfertigt (Röm 5,18). Er, der „von keiner Sünde

wusste“, wurde „für uns zur Sünde gemacht, damit wir

in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden“ (2Kor 5,21).

Gerechter und heiliger als das (als er!) können wir

niemals werden!

Doch Christus, unser Hoherpriester heiligt, uns nun

auch sukzessive, Tag für Tag, durch den Heiligen Geist.

Im hohepriesterlichen Gebet betet Jesus noch kurz vor

seiner Hinrichtung für seine Jünger, für deren kontinuierliche

Heiligung zum Vater: „Heilige sie in deiner

Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich

in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die

Welt.“ Und fügt hinzu: „Und ich heilige mich selbst für

sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit“ (Joh

17,17-19). Hier haben wir eine explizite Verbindung des

hohepriesterlichen Wirkens Jesu und unserer Heiligung.

Eine heilige Priesterschaft –

ein lebendiges Opfer

Weil Christus sich selbst geheiligt hat, im Gehorsam

gegenüber Gott und Gottes Gebot, damit er selber ein

makelloses, perfektes, annehmbares und wirksames

Opfer für die Seinen bringen konnte, deshalb sind auch

wir geheiligt. Ein für allemal. Definitiv! Aber deshalb

werden wir auch weiterhin, progressiv geheiligt, „in

seiner Wahrheit“, der Wahrheit des Wortes und Gebotes

Gottes. Genauso wenig wie wir das priesterliche Amt

Christi auf seinen Tod am Kreuz (d.h. auf die Erlösung)

reduzieren dürfen, dürfen wir unser „priesterliches“,

geistliches Leben auf den Zeitpunkt unserer Erlösung

beschränken.

Die Wiederentdeckung der biblischen Lehre des dreifachen

Amtes Christi hat unmittelbare und praktische

Folgen für unser christliches Leben. Durch den Glauben

haben wir Gemeinschaft mit Christus und Anteil an

allen seinen Schätzen (Eph 1,3; Kol 2,3). Somit auch an

seiner Salbung und an seinem dreifachen Amt. Unser

heiliger Hoherpriester hat „uns von unseren Sünden

gewaschen […] durch sein Blut“ und „uns zu Königen

und Priestern gemacht […] für seinen Gott und Vater

(Offb 1,5-6). Das ist keine einmalige Angelegenheit,

sondern beschreibt unser ganzes Leben - genauso wie die

Heiligung Christi („ich heilige mich selbst für sie“ - Joh

17,17) sein ganzes Leben beschreibt.

Es ist nicht damit getan, dass wir die Bedeutung Christi

als unser Hoherpriester für unser geistliches Leben

wiederentdecken, wir müssen auch unser Leben als

Christen wieder in diesen Kategorien (König, Priester,

Prophet) begreifen. Beschreibt nicht der Apostel Paulus

das Leben derer, die die wunderbare „Barmherzigkeit

Christus hat in seinem

priesterlichen Amt beides

vollbracht - und vollbringt es

noch. Er hat uns ein für allemal

geheiligt durch das makellose

Opfer seines Lebens am Kreuz.

16 • Timotheus


Gottes“ kennengelernt haben, ausdrücklich als einen

priesterlichen Dienst? „Ich ermahne euch nun, ihr

Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr

eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott

wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!“

(Röm 12,1) Und bauen die Ermahnungen des

Apostel Petrus im 1. Petrusbrief nicht auf denselben

Zusammenhang zwischen unserem Hohenpriester

(Jesus) und der Priesterschaft der Gläubigen auf? „Ihr

aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches

Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums,

damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus

der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren

Licht …“ (1Pet 2,9-10).

Ich lasse noch einmal den eingangs zitierten Heidelberger

Katechismus zu Wort kommen, der die Salbung Christi

unmittelbar mit der Salbung des Christen verknüpft

und uns so mit unserm ganzen Leben in die Pflicht

nimmt. Frage 32 lautet:

berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber

gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht“ (Röm

8,29-30). Die endgültige Verherrlichung ist so gewiss,

wie unsere Erlösung es ist. Beides – o Wunder der

Wunder! – ist im Werk unseres großen Hohenpriesters

Jesus Christus inbegriffen. Und so dürfen wir uns

freuen: „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und

noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden;

wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden,

wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn

sehen, wie er ist.“ Das ist der Trost aus der Lehre vom

Priesteramt Christi. Doch wer diesen einzigen Trost hat,

ja „jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich,

gleichwie auch Er rein ist“ (1Joh 3,3). •

Quellen

1 Verfasser Joseph Scriven (1819-1886); Übersetzung Ernst Gebhardt.

2 Unterricht in der christlichen Religion, Buch II,16.

3 Ebd.,15.

4 Ebd.,15,1.

Frage

Warum wirst aber du ein Christ genannt?

Antwort

Weil ich durch den Glauben ein Glied Christi bin und

dadurch an seiner Salbung Anteil habe, damit auch ich

seinen Namen bekenne, mich ihm zu einem lebendigen

Dankopfer hingebe und mit freiem Gewissen in diesem

Leben gegen die Sünde und den Teufel streite und

hernach in Ewigkeit mit ihm über alle Geschöpfe

herrsche.

Ausblick: Vollendung in Heiligkeit

Das christliche Leben ist ein Leben unter dem Kreuz.

Ein Leben aus der Erlösung und zur Heiligung. Es ist

ein Leben im Gehorsam unter unserem Herrn Jesus

Christus in seinem dreifachen Amt als König, Priester

und Prophet, indem auch wir prophetisch „seinen

Namen bekennen“, uns ihm priesterlich „zu einem

lebendigen Dankopfer“ hingeben „und mit freiem

Gewissen in diesem Leben gegen die Sünde und den

Teufel“ streiten.

Es ist aber deshalb keineswegs ein ungewisses, defätistisches

(d.h. resigniert verzweifeltes) oder krampfhaftes

Leben. Der Heidelberger Katechismus schließt mit Recht

mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Ich

werde eben deshalb ein „Christ“, ein Gesalbter genannt,

damit ich „…hernach [königlich!] in Ewigkeit mit ihm

über alle Geschöpfe herrsche“.

Das ist die Lehre der Schrift: Die Heiligung, die unsere

lebenslange Aufgabe ist, ist auch das Werk des Hohenpriesters

Christus, durch den Heiligen Geist, den er

eben dafür gesandt hat. Nichts bleibt dem Zufall

überlassen (vgl. Phil 1,6; 1Thess 5,23-24). Wir sind

„ausersehen“ und „vorherbestimmt, dem Ebenbild

seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der

Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber

vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber

Sebastian Heck

Sebastian (*1975) ist Ehemann und Vater von 3 Kindern.

Er ist Pastor der Selbstständigen Evangelisch-Reformierten

Kirche Heidelberg. Mehr Infos: www.serk-heidelberg.de

Timotheus • 17


Von einem der

das Kreuz

auf sich nahm

T e x t

P E T E R V O T H


Es war, als hätte Johannes der Täufer mit mahnender und

gewaltiger Prophetenstimme aus den Kerkern des Herodes

auf den Appellplatz von Buchenwald gerufen, berichteten

Überlebende. „So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung

und das Leben“ waren die Worte, die den Häftlingen durch

Mark und Bein gingen. Es war Ostersonntag – und die

Stimme gehörte Pfarrer Paul Schneider.

aul Schneider, der Prediger von Buchenwald,

und Dietrich Bonhoeffer, der Widerstandskämpfer,

waren Zeitgenossen und gelten als die

bekanntesten Märtyrer des zweiten Weltkrieges.

Doch während Bonhoeffer enormen

Zuspruch (auch unter Evangelikalen) erhält, ist Paul

Schneider weit weniger bekannt und nur verhältnismäßig

wenige kennen seine Geschichte. Auf den

ersten Blick scheinen beide Lebensbilder sehr ähnlich zu

sein. Beide waren evangelische Pastoren und beide

starben in einem KZ unter dem nationalsozialistischen

Regime Adolf Hitlers. Doch trotz aller

(augenscheinlichen) Parallelen unterschieden sich

Leben, Wandel und Umstand des Martyriums der

beiden Pastoren auf erstaunliche Weise.

„Das Kreuz auf sich nehmen“ war für Paul Schneider nie

ein leeres Kanzelwort, das halt so im Neuen Testament

steht und das man einfach predigen und dem man eine

abstrakte Deutung geben muss (wie es heute so vielfach

der Fall ist). Nein, er predigte und lebte es. Diese Worte

aus Matthäus 16,24 waren für ihn kein Versuch oder

vages Vorhaben. Es war sein radikales Statement und

nahm damit allen Namenschristen in der Nazizeit den

Wind aus den Segeln. Während Bonhoeffer seine Hand

zum Hitlergruß hob, um nicht auffällig zu werden,

nahm Schneider auf dem Appellplatz des KZ nicht mal

seine Mütze ab, um dem „Hakenkreuz“ die Ehre zu

erweisen (was ihm schreckliche Strafen einbrachte). Paul

Schneiders Geschichte ist so beeindruckend, heroisch,

anrührend und „tragisch“, als wäre sie direkt aus der

Bibel.

Ein zerschlagener Zweifler

Paul wurde am 29. August 1897 in bescheidene, aber

behütete Verhältnisse hineingeboren. Sein Vater war

Pfarrer auf dem Land und unterhielt auch einen Hof,

auf dem Paul schon früh mithalf. Nachdem er als Soldat

aus dem 1. Weltkrieg zurückgekehrt war (er wurde für

seinen Soldatendienst mit dem Eisernen Kreuz Zweiter

Klasse ausgezeichnet), studierte Paul Theologie in

Gießen, Marburg und Tübingen. Infolgedessen lernte er

auch seine Frau Margarete kennen, die er kurz vor seiner

Amtseinführung als Pfarrer in Hochelheim (Schneider

übernahm dort das Pastorat seines Vaters, als dieser

starb) im August 1926 heiratete. Davor war Paul Schneider

fast ein Jahr bei der Stadtmission in Berlin als Helfer

tätig. Diese Zeit sollte ihn entscheidend prägen, denn er

kam mit der Erweckungsbewegung in Berührung, in der

er erstmals eine sprichwörtliche Hingabe an Christus

erlebte. Er berichtete seinerzeit: „Sie machen den

Eindruck von wirklich Erlösten. Sie bewähren Ihr

Christentum in großer Opferkraft und Freudigkeit.

Ganz kindlich verkehren sie mit dem Heiland wie mit

dem nahen und wirklich lebendigen Freund, der gewiss

all ihr Anliegen erhört.“ 1

Paul Schneiders Geschichte ist so beeindruckend,

heroisch, anrührend und „tragisch“,

als wäre sie direkt aus der Bibel.

Timotheus • 19


In dieser Zeit war Paul ein depressiver und an Gott zweifelnder

Theologiestudent, der sich seiner Sache nicht sicher war

und doch schon damals ein Mann mit bemerkenswertem

Charakter. „Paul Schneider war ein so stiller, liebenswerter

Mensch, dass ich mir später gar nicht vorstellen konnte, wie

es ihm möglich war, in dem KZ Buchenwald in einer so

unerhörten Weise seine Kameraden zu stärken“, 2 berichtete

ein Zeitzeuge. Obwohl er in Berlin eine andere und entscheidende

Dimension des Glaubens entdeckte, hieß er nicht alle

Praktiken der Erweckungsbewegung für gut. So war Paul

Schneider ausdrücklich dafür, zu Jesus Christus bewusst

umzukehren und Ihn als Herrn anzuerkennen, doch er

konnte der Methode nichts abgewinnen „gewaltsam“ eine

Bekehrung durch Drängen und „Nach-vorne-Kommen“ zu

bewirken. Er hielt die Praxis, eine „Entscheidung“ für Christus

zwanghaft auf ein Datum festzunageln, (zu Recht) nicht

für biblisch. Hatte Jesus nicht selbst das unergründliche

Handeln des Heiligen Geistes beschrieben, der die Wiedergeburt

bewirkt? „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein

Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er

geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh 3,8)

Um Pauls unglaubliche Geradlinigkeit und Standhaftigkeit

in späteren Zeiten nachzuvollziehen, muss man wissen, dass

er als junger Pastor viele innere Nöte und Krisen durchlebte.

So schrieb er in sein Tagebuch, als er mit dem Stand als

Pastor haderte (1925-26): „Du, mein Gott, hast mich

zerschlagen. An deine Gnade und Barmherzigkeit wende ich

mich, verwirf mich nicht von deinem Angesicht und zeige

mir den Weg, den ich gehen soll. Wo dein Geist mich nicht

immer wieder aufgerichtet hätte, wäre ich lange vergangen ...

Mein Gebetsleben war von je her sehr kümmerlich und ist

nun versiegt“. 3 Diese Demut und Zerschlagenheit erinnert

unweigerlich an König David, der sich in seinem bekannten

Bußpsalm (Ps 51) ähnlich äußert. In Pauls Tagebüchern sind

viele ähnliche Einträge zu finden, die eine völlige eigene

Unfähigkeit und Schwachheit vor Gott dokumentieren. Dies

war wohl die nötige „Ausgangssituation“, um sich später der

Größe und Stärke Gottes in mehr als widrigen Umständen

bewusst zu sein.

Der Weg des Kreuzes

Dass er der Diktatur ein Dorn im Auge war, wusste die Familie,

doch mit dem nun folgenden Verlauf rechnete niemand.

Der Grund für seine Verhaftungen waren negative Äußerungen

über das Hitler-Regime und Goebbels in seinen Predigten.

Die Lage verschärfte sich aber erst, als er bei der Beerdigung

eines Jungen aus der Hitlerjugend im Ort dem

NS-Kreisleiter widersprach, der widerbiblische Äußerungen

zum Leben nach dem Tod gemacht hatte. Schneider war

jedoch nicht leicht mundtot zu kriegen und widersetzte sich

dem Predigtverbot und Versetzungen energisch. Zwar wurde

er vorsichtiger und versuchte soweit es ging, seine „Gegner“

sanfter zu stimmen, doch niemals – auch nicht ein einziges

Mal – auf Kosten des Evangeliums.

Die Standhaftigkeit und Unbeugsamkeit des sechsfachen

Vaters mündete schließlich in Inhaftierungen und zähen

Verhandlungen mit den Behörden. Eine wirkliche Chance

hatte Schneider jedoch nie. Es war Adolf Hilter persönlich,

der letztendlich die Überführung Schneiders nach Buchenwald

anordnete.

Diese Demut und

Zerschlagenheit

erinnert

unweigerlich an

König David, der

sich in seinem

bekannten

Bußpsalm

ähnlich äußert.

20 • Timotheus


Die letzte Predigt in Schneiders regulärem Pfarrdienst

sollte im Hinblick auf sein Ende eine neue, ja, fast

prophetische Dimension bekommen. Es war bezeichnenderweise

die Osterpredigt 1937 – das Jahr seiner

vierten und letzten Verhaftung. Der Predigttext war

Lukas 18,37-43, wo Jesus unter anderem sein Leiden,

seinen Tod und seine Auferstehung voraussagt. Ich

möchte bei dieser Gelegenheit einige Passagen dieser

reichhaltigen Botschaft zitieren, die Schneiders

Verständnis vom Evangelium und von der Nachfolge

auf eine eindrückliche Weise offenbaren. So sprach er,

bereits in die Enge getrieben und überwacht, zu seiner

Gemeinde: „Der Weg des Meisters ist aber der Weg

seiner Jünger und seiner Gemeinde, so wie es die Apostel

hernachmals auch gelernt und erfahren haben. Auch für

die Jünger und die Gemeinde kann es nur durch Leiden

zur Herrlichkeit, durch das Kreuz zur Krone gehen ...

›Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt

werden ...‹ und: ›Selig seid ihr, wenn euch die Menschen

um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden

allerlei Übles wider euch, so sie dann lügen‹ und wiederum:

›Wer mir will nachfolgen, der verleugne sich selbst

und nehme sein Kreuz auf sich.‹ ... Der natürliche

Mensch sieht in dem Kreuz und dem Kreuzesweg nur

den Zusammenbruch aller menschlichen Kräfte, nur das

gänzliche Ende und Aus-Sein eines Weges, dass er ohne

Glaube nimmer bereit sein kann, den Weg des Kreuzes

zu gehen. Darum muss er allerdings auch an der

Herrlichkeit des Sieges und an der göttlichen Wundermacht

vorbeizielen ... Auch du kannst an Jesu Herrlichkeit

und Sieg nicht Anteil haben, als indem du das

heilige Kreuz um Jesu willen auf dich nimmst und mit

ihm den Leidens- und Sterbensweg gehst ... Der Herr,

der uns vorangeht im Kreuz, der wird auch uns stärken

und erhalten vor dem Bösen. Er wird unser Leben, wenn

wir es hier an ihn verlieren, erhalten zum ewigen

Leben.“ 4

Ein Heiliger ohne heile Stelle

Im KZ Buchenwald war es schließlich seine Weigerung,

beim Appell die Mütze zur Ehre des Führers zu heben,

die ihm eine „Sonderbehandlung“ im Bunker bescherte:

Er wurde in einen finsteren Bunker in Einzelhaft

gesperrt. So stand Pfarrer Paul Schneider mit strammer

Haltung und bedeckten Haupt vor der gehissten

Hakenkreuz-Flagge. Ein Bild mit Symbolcharakter, wie

ein Fels in der Brandung. Den berüchtigten Bunker

sollte er erst nach 13 qualvollen Monaten wieder verlassen

dürfen – als toter Mann. Obwohl er im Bunker fast

nichts zu essen bekam und völlig ausgezehrt und

abgemagert war, verweigerte er am Freitag (dem Todestag

des Herrn) jede Nahrungsaufnahme. Immer wieder,

wenn zu Festtagen zu feierlichen Appellen gerufen

wurde, erhob der Pfarrer seine Stimme um zu predigen.

Überlebende aus Buchenwald berichteten später, es habe

geklungen wie eine Stimme aus einer anderen Welt. Als

ob ein Prophet oder der Täufer Johannes selbst mit

mahnender Stimme zugegen wäre. Diese „Predigten“

dauerten aber nur wenige Sätze an. Die Wächter

bearbeiteten Schneider mit so harten Schlägen, dass er

quer durch die Zelle in die Ecke des Bunkers flog.

Doch selbst dann erhob Schneider, bis zur Unkenntlichkeit

verkümmert, kaum mehr als ein Skelett, seine

Stimme und klagte die Vollstrecker an „Sie sind ein

Massenmörder! Ich klage Sie an des Mordes an diesen

Häftlingen!“ dann zählte er die Namen der Opfer der

letzten Wochen auf, die er sich alle gemerkt hatte. Dieses

grausame Schauspiel wiederholte sich ein Jahr lang,

bevor dem Pfarrer, der mit nichts zum Schweigen zu

bringen war, auch die letzten Kräfte schwanden. Paul

Schneider starb letztlich durch eine Giftspritze des

Lagerarztes. Es hieß, dass der geschundene Körper Paul

Schneiders bei seinem Tod keine heile Stelle mehr

aufwies. Um dies zu vertuschen, wurde sein Sarg bis zur

Beisetzung versiegelt und durch die Polizei bewacht.

Hast du die Kosten der Nachfolge schon überschlagen?

Hast du erkannt, dass das Kreuz nicht nur Heil und

Sieg, sondern Entbehrungen und Opfer für dieses Leben

bedeuten? Lasst uns einstimmen mit unserem vorausgegangen

Bruder und Glaubenskämpfer Paul Schneider

„ ... (über allem steht) die Verheißung, dass unser

Glaube der Sieg sei, der die Welt überwunden hat, und

dass wir mit Christo leben, regieren und triumphieren

sollen, wenn wir hier mit ihm gelitten haben und mit

ihm gestorben sind.“ 5 Soli Deo Gloria. •

Quellen

1 Schneider, M., Paul Schneider – Der Prediger von Buchenwald,

3. Auflage 2010 (SCM Hänssler), S. 69

2 Ebd., S. 72

3 Ebd., S. 78

4 Ebd., S. 232-237

5 Ebd., S. 233

Peter Voth

Peter (*1986) ist Redakteur, Mit-Herausgeber und Creative Director

von Timotheus. Beruflich ist er als Grafikdesigner tätig.

Mehr Infos: www.about.me/petervoth

Timotheus • 21


Text Peter Voth

Apps gibt es inzwischen für fast alle erdenklichen Zielgruppen.

Doch wie sieht es mit „christlichen“ Apps aus?

Gibt es nützliche Applikationen, zum Beispiel Bibel-Apps,

die uns in unserem Wandel als Nachfolger Jesu helfen können?

Wir haben den Test gemacht!

Entwickler

Dt. Bibelgesellschaft

Erhältlich für

iPhone, iPad

Preis

€ 14,99 (iTunes)

Schulnote

2

BasisBibel

Bereits die Printausgabe der BasisBibel hat für Furore gesorgt. Besonders

gestalterisch konnte diese neue Übersetzung Maßstäbe setzten und gewann

sogar den Red Dot Award. Nun wurde das Neue Testament als kostenplfichtige

App veröffentlicht. Ich habe die App auf dem iPhone getestet. Die Bedienung

und Optik der App ist den meisten vergleichbaren deutschen Bibel-Apps

schonmal überlegen. Die BasisBibel-App weiß vor allem durch die vielen und

nützlichen Features zu überzeugen. Zu allen Büchern des NT gibt es ausführliche

Einführungen, dazu einen intuitiven Themenindex. Hinzu kommt ein

Lexikon und eine Medienrubrik mit Bildern und Karten.

Sogar an verschiedene Bibellesepläne und eine optische

Anpassung wurde gedacht. Allerdings liegt die App nur

als Neues Testament vor. Zum eingehenden Bibelstudium

empfiehlt sich eher die Elberfelder oder die Schlachter

2000 Übersetzung. Technisch und optisch gibt es

derzeit sicher keine bessere Bibel-App für iPhone & iPad.

Bibel

Diese Bibel-App liegt nicht nur vollständig mit AT und NT vor, sondern

gleich in mehreren Übersetzungen. Allerdings handelt es sich dabei um lizenzfreie

Versionen die allesamt etwas älter sind und sprachlich dementsprechend

klingen. Die verfügbaren Übersetzungen sind die Elberfelder 1871 & 1905,

Luther 1545 & 1912 sowie die Schlachter 1951. Wer es sprachlich eher „traditionell“

mag, kann hier also getrost „zugreifen“. Zumal der Download gratis

(und ohne Risiko) ist. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass diese App

ihre Macken hat und des öfteren auch abstürzt. Auch gibt es so gut wie keine

Features und sie kann sowohl von der Optik als auch von

der Bedienung der BasisBibel-App nicht das Wasser

reichen.

Im Alltagstest hat sich die App leider nicht bewährt. Zum

Nachschlagen von alten Übersetzungen völlig ok, für

mehr reicht es (leider noch) nicht.

Entwickler

Tiago Petrucci Ribeiro

Erhältlich für

iPhone, iPad

Preis

Gratis (iTunes)

Schulnote

3-


Bibel (Holy Bible)

Die Bibel-App von „YouVersion“ (youversion.com), ein Ableger von

Lifechurch.tv, ist vielleicht die beste kostenlose Bibel-App, die es überhaupt

gibt. Es werden sage und schreibe 294 Übersetzungen in 144 Sprachen

angeboten. Dabei wurde hier auch nicht an Features und Hilfen gespart.

Bibellesepläne sind ebenso integriert, wie Lesezeichen, Erinnerungen und eine

Notizmöglichkeit.

Entwickler

LifeChurch.tv

Erhältlich für

iPhone, iPad, Android

Preis

Gratis (iTunes)

Schulnote

1-

Um alle Funktionen auch vollkommen ausnutzen zu können ist allerdings

eine Registrierung nötig. Diese ermöglicht dann aber

auch alle seine „virtuellen“ Bibeln, sowohl am Computer

als auch mobil, immer synchron zu halten (z.B. Notizen

und Lesezeichen).

Das umfangreiche Angebot und die nützlichen Features

wissen zu überzeugen und sind in dieser „Preisklasse“

konkurrenzlos.

Losung

Diese kostenlose App ist keine Bibel-App im klassischen Sinne, sondern wie

der Name bereits unschwer erkennen lässt, eine Losung für jeden Tag. Die

Losung enthält jeweils einen Vers aus dem Alten und Neuen Testamment.

Die App ist sehr liebevoll gestaltet und kommt in einem ansehnlichem „Editorial

Design“ daher. Da passt auch der Slogan des Apps „Gottest Wort für jeden

Tag. Mit Stil.“ Das gute ist, dass kaum Speicherplatz nötig ist und die App

offline funktioniert. So wird das Wort Gottes auch abseits vom mobilen

Internet „geliefert“. Allerdings kann eine „Losung“ nie als

Ersatz für das persönliche Bibelstudium dienen.

Als Ergänzung zum täglichen Bibellesen oder als „Erinnerung“

taugt es allemal. Auch kann man sich die Herausforderung

setzten, jeden Tag die Losung auswendig zu

lernen. Ein kleines, aber feines App.

Entwickler

Stepahn Meißner

Erhältlich für

iPhone, iPad

Preis

Gratis (iTunes)

Schulnote

2

Entwickler

Crossway

Erhältlich für

iPhone, iPad

Preis

Gratis (iTunes)

Schulnote

1

ESV Bible

Für alle App-user mit Englischkenntnissen dürfte diese App, wohl die erste

Wahl sein. Die English Standard Version avancierte innerhalb kürzester Zeit

zu den meistgenutzten Bibelübersetzungen, besonders in reformatorischen

Kreisen. Dafür verantwortlich dürfte wohl auch die bekannte ESV Study

Bible sein. Genau wie die gedruckten ESV Bibeln, ist auch die App sehr schön

gestaltet. Die Bedienoberfläche ist wirklich sehr gut gemacht. Meiner

Meinung nach kommt diese App dem Lesen einer gedruckten Bibel am nächsten.

Das App kann sowohl online als auch offline genutzt

werden. Auch hier kann man sich einen Account einrichten

und so Notizen und Markierungen synchronisieren.

Eine absolute Pflicht-App an der man nicht vorbeikommt,

wenn man auf maximales und komfortables

Lesevergnügen wert legt.


Termine

Nachlesen

» Verax-Konferenz

am 4.-5. Mai in Unna

Thema: Wie wird der Mensch

errettet? Biblische Wahrheit

oder moderne Theologie?

Referenten: Robert Strivens,

Martin Erdmann, Dirk Noll,

Hans-Werner Deppe

+ Büchertisch vom Betanien

Verlag

Infos: veraxinstitut.ch oder

Handzettel beim Betanien

Verlag anfordern.

» Betanien-Konferenz am 15.

September in Bielefeld

Thema: Die sieben Sendschreiben

und ihre Bedeutung für die

Gemeinde

Referenten: Dirk Noll,

Hans-Jürgen Holzmann, Jörg

Wehrenberg, Hans-Werner

Deppe

Infos:

www.betanien.de/konferenz oder

Handzettel beim Betanien

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Das Kreuz

Zentrum des christlichen Glaubens

John Stott

Biblische Lehre

Der weltweit bekannte und im Juli 2011 verstorbene Theologe John Stott hat ein umfassendes Werk

über das Kreuz verfasst. Mit theologischer Präzision und einfacher Sprache gelingt es ihm, die Herrlichkeit des

Kreuzes von Golgatha darzustellen. Er verzichtet nahezu durchgehend auf spannende Geschichten und einfallsreiche

Illustrationen. Tiefgründig und in lebendiger Art erklärt er grundlegende Begriffe sowie ihre Beziehung

zueinander. Beispielsweise den Zusammenhang von Vergebung und Rechtfertigung beschreibt er mit folgenden

treffenden Worten: „... die beiden Begriffe verhalten sich gewiss ergänzend zueinander; sie sind nicht

identisch. Vergebung erlässt unsere Schulden und hebt unsere Strafwürdigkeit auf; Rechtfertigung verleiht uns

einen gerechten Stand vor Gott“ (S. 233 f.). An einigen Stellen geht er auf unterschiedlichen Ansichten ein und

begründet die nach seiner Auffassung richtige Auslegung.

Auffallend ist sein ehrfurchtsvoller Umgang mit dem Wort Gottes. Seine Gedankengänge sind nicht

philosophischer Natur. Sie entfalten sich im Rahmen der Heiligen Schrift, stets klar und widerspruchsfrei.

Man muss nicht Theologe sein, um dieses Buch mit Vergnügen lesen zu können. Jeden Christen, ob Kind oder

Vater im Glauben, vermag die Lektüre dieses Buches zum vertieften Verständnis und zur größeren Wertschätzung

des Kreuzes zu führen. Um das Wort vom Kreuz in seiner umfassenden und tiefen Bedeutung zu verinnerlichen,

sollte allerdings das Lesen durch intensives Nachdenken und das Nachschlagen der Bibelstellen begleitet

werden.

Als Kostprobe sei hier die sorgfältige Abgrenzung der vier Bilder für das Heil (Sühnung, Erlösung,

Rechtfertigung und Versöhnung) erwähnt: „Sie sind nicht alternative Erklärungen für das Kreuz, die uns eine

Bandbreite liefern, aus der wir auswählen können, sondern sie ergänzen einander, indem jedes einen entscheidenden

Teil zum Ganzen beiträgt. Was die Bildsprache angeht, so führt uns „Sühnung“ in die Rituale an einem

Schrein ein, „Erlösung“ in die Transaktion auf einem Markt, „Rechtfertigung“ in die Vorgänge in einem

Gerichtssaal und „Versöhnung“ in die Erfahrung in einem Heim oder einer Familie“ (S. 213).

Im vierten und letzten Teil des Buches beschreibt Stott das Leben unter dem Kreuz. Hier stellt er deutlich

heraus, dass das Wort vom Kreuz nicht eine abstrakte Theorie ist, sondern uns zu einer radikalen Lebensweise

herausfordert und inspiriert. Das Kreuz Christi durchdringt das ganze Leben, wenn es recht verstanden und

wertgeschätzt wird.

Ich wünsche mir, dass viele Menschen dieses Buch lesen und dadurch das Kreuz Christi in seiner

tiefen Bedeutung verstehen und lieben lernen.

• Waldemar Dirksen

Das Buch ist im FRANCKE VERLAG

erschienen und kostet EUR 14,95.

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Zum Trailer


von Jonathan Edwards

~ Entschlossen #1 ~

Ich bin entschlossen, das zu tun, was am meisten zu

Gottes Ehre, zu meinem eigenen Besten und zu meiner

Freude dient; dies will ich mein Leben lang tun ohne

Rücksicht auf meine Zeit, sei es jetzt oder unzählige

Jahre von hier an. Ich bin entschlossen, das zu tun, was

ich für meine Pflicht halte, was am Besten ist und

allgemein der Menschheit zum Vorteil dient. Ich bin

entschlossen, dies zu tun, ganz gleich was für Schwierigkeiten

mir auch begegnen, seien es noch so viele und

noch so große.

~ Entschlossen #2 ~

Ich bin entschlossen, beständig danach zu streben, neue

Erfindungen und Vorrichtungen ausfindig zu machen,

um die oben erwähnten Dinge voranzutreiben.

~ Entschlossen #3 ~

Ich bin entschlossen, wenn ich je fallen und träge werden

sollte, so dass ich es vernachlässige, diese Entschlüsse zu

befolgen, von all dem, was mir bewusst ist, umzukehren

wenn ich wieder zu mir selbst komme.

~ Entschlossen #4 ~

Ich bin entschlossen, weder in der Seele noch im Leib

irgendetwas zu tun, was nicht zur Ehre Gottes gereicht;

weder Leben noch Leiden, selbst wenn es sich vermeiden

ließe.

~ Entschlossen #5 ~

Ich bin entschlossen, keine Zeit zu verlieren, sondern sie

auf die bestmögliche Art und Weise zu nutzen.

~ Entschlossen #6 ~

Ich bin entschlossen, mein ganzes Leben mit all meiner

Kraft zu leben.

~ Entschlossen #7 ~

Ich bin entschlossen, nichts zu tun, von dem ich es bereuen

würde, wenn es die letzte Stunde meines Lebens

wäre.

~ Entschlossen #8 ~

Ich bin entschlossen, in jeder Hinsicht so zu handeln,

sowohl durch Worte als auch durch Taten, als wenn

niemand so abscheulich gewesen wäre wie ich und ich

dieselben Sünden begangen oder dieselben Schwachheiten

und Fehler wie andere gehabt hätte; dieses Wissen

von Fehlern soll nichts außer Scham in mir selbst

hervorbringen und mir nur eine weitere Gelegenheit

bieten, meine eigenen Sünden und mein Elend vor Gott

zu bekennen.

~ Entschlossen #9 ~

Ich bin entschlossen, bei vielen Gelegenheiten über mein

eigenes Sterben und über die allgemeinen Umstände,

die den Tod begleiten, nachzudenken.

~ Entschlossen #10 ~

Ich bin entschlossen, immer, wenn ich Schmerzen

erleide, an die Schmerzen der Märtyrer und an die

Leiden in der Hölle zu denken.

~ Entschlossen #11 ~

Ich bin entschlossen, wenn ich über irgendeinen geistlichen

Lehrsatz nachsinne, der ungelöst ist, dass ich

unmittelbar alles daran setze, was mir möglich ist, um

ihn zu lösen, wenn ich nicht von anderen Umständen

davon abgehalten werde.

~ Entschlossen #12 ~

Ich bin entschlossen, wenn meine Freude bloß eine

Genugtuung von Stolz, Eitelkeit oder so etwas ist, sie

unmittelbar wegzuwerfen.

~ Entschlossen #13 ~

Ich bin entschlossen, danach zu streben, geeignete Wege

der Barmherzigkeit und Großzügigkeit zu finden.

~ Entschlossen #14 ~

Ich bin entschlossen, niemals etwas aus Rache zu tun.

~ Entschlossen #15 ~

Ich bin entschlossen, auch nicht die geringste Bewegung

von Zorn gegenüber unvernünftigen Wesen vorzunehmen.

~ Entschlossen #16 ~

Ich bin entschlossen, über niemanden negativ zu reden,

so dass es zu seiner Unehre geschieht, aus keinem

anderen Beweggrund außer wenn es wirklich zu seinem

Besten dient.

~ Entschlossen #17 ~

Ich bin entschlossen, so zu leben, wie ich es mir

gewünscht hätte, wenn ich sterben muss.

~ Entschlossen #18 ~

Ich bin entschlossen, jederzeit so zu leben, wie ich denke,

dass es am besten ist, wenn ich in meinen Andachten

darüber nachdenke und wenn ich einen klaren Blick auf

das Evangelium und die jenseitige Welt habe.

~ Entschlossen #19 ~

Ich bin entschlossen, nichts zu tun, was ich bereuen

würde, wenn es in meiner letzten Stunde wäre, bevor die

letze Posaune erschallt.


~ Entschlossen #20 ~

Ich bin entschlossen, im Bezug auf Essen und Trinken die

strengste Mäßigung einzuhalten.

~ Entschlossen #21 ~

Ich bin entschlossen, nichts zu tun, was ich bei anderen

zurecht verabscheuen würde oder was mich dazu

bringen würde, von ihnen schlechter zu denken.

~ Entschlossen #22 ~

Ich bin entschlossen, danach zu streben, so viel Glückseligkeit

für mich in der jenseitigen Welt zu erlangen, wie

es nur möglich ist; dies will ich tun mit der ganzen mir

möglichen Kraft, Macht, Energie und allem Nachdruck,

ja sogar mit Gewalt, und auf jede erdenkliche Art

und Weise mich selbst darum bemühen.

Entschlossen #23 ~

Ich bin entschlossen, regelmäßig etwas zur Ehre Gottes

zu tun, das man eigentlich nicht tun würde, und es zur

ursprünglichen Absicht und zum ursprünglichen Ziel

zurückzuführen; und wenn es nicht zur Ehre Gottes

geschieht, es als Übertretung des Entschlusses #4

anzusehen.

Entschlossen #24 ~

Ich bin entschlossen, wenn ich etwas auffällig schlechtes

tue, es soweit zurückzuverfolgen bis ich zu der

ursprünglichen Ursache gelange; anschließend will ich

mich sorgfältig bemühen, dies nicht mehr zu tun, und

außerdem mit meiner ganzen Kraft gegen die Ursache

ankämpfen und beten.

~ Entschlossen #25 ~

Ich bin entschlossen, sorgfältig und beständig nach der

einen Ursache in mir zu suchen, die mich dazu führt,

letztlich die Liebe Gottes anzuzweifeln; und dagegen

will ich meine ganze Kraft aufwenden.

~ Entschlossen #26 ~

Ich bin entschlossen, alle Dinge von mir zu weisen, bei

denen ich merke, dass sie meine Gewissheit verringern.

~ Entschlossen #27 ~

Ich bin entschlossen, nichts absichtlich zu versäumen, es

sei denn das Versäumnis dient zur Ehre Gottes; außerdem

will ich meine Versäumnisse immer wieder

überprüfen.

~ Entschlossen #28 ~

Ich bin entschlossen, die Heilige Schrift so zuverlässig,

beständig und andauernd zu studieren, dass ich selbst

darin wachse, sie zu erkennen.

~ Entschlossen #29 ~

Ich bin entschlossen, ein Gebet oder eine Bitte, bei der

ich nicht darauf hoffen kann, dass Gott sie beantwortet,

niemals als wirkliches Gebet anzusehen; ebenso bei

einem Bekenntnis, bei dem ich nicht darauf hoffen

kann, dass Gott es annimmt.

~ Entschlossen #30 ~

Ich bin entschlossen, jede Woche bestmöglich danach zu

streben, in der Frömmigkeit weiterzukommen und eine

bessere Ausübung der Gnade zu erreichen als in der

vorherigen Woche.

~ Entschlossen #31 ~

Ich bin entschlossen, niemals etwas gegen jemanden zu

sagen, es sei denn, dass es sich vollkommen übereinbringen

lässt mit höchster christlicher Ehre, der Liebe zum

Mitmenschen, mit tiefster Demut und einem Sinn für

meine eigenen Schwächen und Fehler sowie mit der

Goldenen Regel; immer dann, wenn ich etwas gegen

jemanden gesagt habe, will ich es anhand dieses

Entschlusses prüfen.

~ Entschlossen #32 ~

Ich bin entschlossen, ernsthaft und standhaft treu zu sein,

so dass das Wort in Sprüche 20,6 “Wer findet einen

treuen Mann?” auf mich in keinster Weise zutrifft.

~ Entschlossen #33 ~

Ich bin entschlossen, alles dafür zu tun, was mir möglich

ist, um Frieden zu stiften und zu bewahren, ohne dass

die Nachteile in anderen Bereichen an Übergewicht

gewinnen.

~ Entschlossen #34 ~

Ich bin entschlossen, in Schilderungen und Berichten

meinerseits nichts anderes als die reine und einfache

Wahrheit zu sprechen.

~ Entschlossen #35 ~

Ich bin entschlossen, immer dann, wenn ich mich frage,

ob ich meine Pflicht getan habe und meine Ruhe und

Stille dadurch gestört wird, dies niederzuschreiben und

darüber hinaus zu notieren, wie diese Frage gelöst

wurde.

~ Entschlossen #36 ~

Ich bin entschlossen, niemals über irgendetwas schlecht

zu reden, ohne dass ich etwas besonders gutes dazu zu

sagen habe.

~ Entschlossen #37 ~

Ich bin entschlossen, mich jeden Abend zu fragen, wenn

ich zu Bett gehe, worin ich nachlässig gewesen bin,

welche Sünde ich begangen habe und worin ich mir

selbst Entbehrungen auferlegt habe; dies will ich außerdem

am Ende einer jeden Woche, eines jeden Monats

und eines jeden Jahres tun.

~ Entschlossen #38 ~

Ich bin entschlossen, am Tag des Herrn über nichts zu

reden, was verspielt oder witzig ist.

~ Entschlossen #39 ~

Ich bin entschlossen, nichts zu tun, bei dem ich die

Rechtmäßigkeit in Frage stelle, und mir zur selben Zeit

vorzunehmen, hinterher zu prüfen, ob es rechtmäßig

war oder nicht: es sei denn, ich stelle es in Frage, ob es

recht gewesen wäre, dies nicht zu tun.

~ Entschlossen #40 ~

Ich bin entschlossen, mich jeden Abend, bevor ich zu

Bett gehe, zu fragen, ob ich im Bezug auf mein Essen

und Trinken in der mir bestmöglichen Art und Weise

gehandelt habe.

~ Entschlossen #41 ~

Ich bin entschlossen, mich am Ende eines jeden Tages,

einer jeden Woche, eines jeden Monats und Jahres zu

fragen, was ich hätte möglicherweise besser machen

können.


~ Entschlossen #42 ~

Ich bin entschlossen, meine Hingabe an Gott, die ich bei

der Taufe ausgedrückt habe, regelmäßig zu erneuern;

diese Hingabe habe ich an dem Tag erneuert, als ich in

die Gemeinschaft der Gemeinde aufgenommen wurde;

ebenso habe ich meine Hingabe heute an diesem Tag

erneuert (12. Januar 1723).

~ Entschlossen #43 ~

Ich bin entschlossen, bis zu meinem Sterben niemals so

zu handeln, als gehörte ich mir selbst, sondern in allem

so zu handeln, dass ich voll und ganz Gott gehöre; dies

soll in Übereinstimmung mit dem stehen, wozu ich

mich am Samstag, den 12. Januar, entschlossen habe [vgl.

entschlossen #42].

~ Entschlossen #44 ~

Ich bin entschlossen, dass kein anderes Ziel außerhalb des

Glaubens irgendeinen Einfluss auf eine meiner Handlungen

haben soll; ebenso soll keine Handlung -

ungeachtet der Umstände - von einem anderen Ziel

bestimmt sein als allein vom Glauben.

~ Entschlossen #45 ~

Ich bin entschlossen, nur das Maß an Vergnügen oder

Trauer, Freude oder Leiden - sei es irgendeine Zuneigung

oder ein Umstand in Bezug auf diese Zuneigung -

zuzulassen, was den Glauben fördert.

~ Entschlossen #46 ~

Ich bin entschlossen, niemals auch nur das geringste Maß

an Unbehagen meinem Vater oder meiner Mutter

gegenüber zuzulassen. Ich bin entschlossen, unter

keinen Auswirkungen davon zu leiden, ob es meine

Sprache betrifft oder die Bewegung meines Auges:

darüber hinaus will ich besonders sorgfältig damit sein

in Bezug auf jedes andere Mitglied unserer Familie.

~ Entschlossen #47 ~

Ich bin entschlossen, bis zum äußersten danach zu

streben, das nicht zu tun, was nicht mit einer Stimmung

vereinbar ist, die gut und allgemein süß und wohlwollend,

ruhig, friedlich, zufrieden und einfach, barmherzig

und großzügig, demütig und unschuldig, unterordnend

und zuvorkommend, gewissenhaft und fleißig,

wohltätig und ausgeglichen, geduldig, moderat, vergebend

und ernst ist; ich will jederzeit das tun, was solch

einer Stimmung entspricht. Jede Woche will ich prüfen,

ob ich so gelebt habe.

~ Entschlossen #48 ~

Ich bin entschlossen, mit der äußersten Genauigkeit und

Sorgfalt und einem stark prüfenden Blick beständig auf

den Zustand meiner Seele zu achten, damit ich erkenne,

ob ich wirklich ein Interesse an Christus habe oder

nicht; wenn ich sterben sollte, will ich sicher sein, im

Bezug auf diesen Punkt keine Buße mehr tun zu

müssen, weil ich dies möglicherweise vernachlässigt

habe.

~ Entschlossen #49 ~

Ich bin entschlossen, dies niemals zu vernachlässigen,

soweit es in meiner Kraft steht.

~ Entschlossen #50 ~

Ich bin entschlossen, so zu handeln, wie ich denke, dass

ich es für den besten und weisesten Weg halte, wenn ich

mich in der zukünftigen Welt befinde.

~ Entschlossen #51 ~

Ich bin entschlossen, in allem so zu handeln, wie ich es

mir wünschen würde, getan zu haben, wenn ich zuletzt

verdammt werden sollte.

~ Entschlossen #52 ~

Ich höre immer wieder von älteren Menschen, dass sie

erzählen, wie sie ihr Leben leben würden, wenn sie es

noch einmal könnten. Ich bin entschlossen, so zu leben,

wie ich es mir wünschen werde, gelebt zu haben, vorausgesetzt

ich komme in ein hohes Alter.

~ Entschlossen #53 ~

Ich bin entschlossen, jede Gelegenheit zu nutzen, wenn

ich mich gut und glücklich fühle, meine Seele auf den

Herrn Jesus Christus zu werfen, ihm zu vertrauen und

mich selbst ganz ihm hinzugeben, so dass ich meiner

Sicherheit gewiss werde, indem ich weiß, dass ich mich

meinem Erlöser anvertraue.

~ Entschlossen #54 ~

Immer wenn ich mitbekomme, wie jemand gelobt wird,

und ich denke, dass dies für mich ebenfalls rühmlich

wäre, will ich entschlossen sein, dieser Person nachzueifern.

~ Entschlossen #55 ~

Ich bin entschlossen, bis zum äußersten danach zu

streben, so zu handeln, wie ich handeln würde, wenn

ich schon die Glückseligkeit des Himmels und die

Qualen der Hölle gesehen hätte.

~ Entschlossen #56 ~

Ich bin entschlossen, den Kampf gegen meine Verderbtheit

weder aufzugeben noch darin nachzulassen, wie

erfolglos ich auch sein mag.

~ Entschlossen #57 ~

Ich bin entschlossen, wenn ich mich vor Unglück und

Missgeschicken fürchte, zu prüfen, ob ich meine Pflicht

erfüllt habe, und mich dazu zu entschließen, sie zu tun;

alles andere will ich der Vorsehung überlassen. Ich will –

soweit ich kann – um nichts anderes besorgt sein als um

meine Pflicht und meine Sünde.

~ Entschlossen #58 ~

Ich bin entschlossen, mich in Gesprächen nicht nur von

einer Atmosphäre der Abneigung, der schlechten Laune

und des Zornes fernzuhalten, sondern eine Atmosphäre

der Liebe, der Freundlichkeit sowie der Güte an den Tag

zu legen.

~ Entschlossen #59 ~

Ich bin entschlossen, wenn mir bewusst wird, dass ich

zum Bösen und zum Zorn veranlasst werde, danach zu

streben, gutmütig zu handeln und Freundlichkeit zu

empfinden; in solchen Phasen will ich das Gute offenbar

machen, obwohl ich denke, dass es in gewisser

Hinsicht nachteilig und manchmal unbesonnen wäre.

~ Entschlossen #60 ~

Ich bin entschlossen, immer dann, wenn meine Gefühle

durcheinander geworfen scheinen, wenn mir ein inneres

Unbehagen oder ein äußerer Verstoß bewusst wird,

mich selbst der strengsten Selbstprüfung zu

unterziehen.


~ Entschlossen #61 ~

Ich bin entschlossen, mich nicht der Antriebslosigkeit

hinzugeben; ich stelle fest, dass dies meinen Verstand

davon ablenkt, völlig auf das Christsein ausgerichtet zu

sein, ganz gleich, welche Ausrede ich auch vorbringen

mag - das, was meine Antriebslosigkeit mir sagt zu

unterlassen, ist das, was ich am besten tun sollte.

~ Entschlossen #62 ~

Ich bin entschieden, nichts anderes zu tun als das, was

meine Aufgabe ist; dies will ich gemäß Epheser 6,6-8

bewusst und gerne tun ‘als dem Herrn und nicht, um

Menschen zu gefallen; da ihr wisst: Was ein jeder Gutes

tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen.’

~ Entschlossen #63 ~

Angenommen, es gäbe nur einen einzigen Menschen

auf der Welt zu einer bestimmten Zeit, der ein richtiger

und vollständiger Christ gewesen wäre, der einen richtigen

Eindruck hinterlässt, indem durch ihn das Christsein

im wahren Licht erscheint, und der herrlich und

liebevoll ausschaut, egal aus welcher Perspektive man

ihn betrachtet: Ich bin entschlossen, so zu handeln, wie

ich es tun würde, wenn ich mit meiner ganzen Kraft

danach streben würde, genau dieser eine Mensch zu

meinen Lebzeiten zu sein.

~ Entschlossen 69 ~

Ich bin entschlossen, immer das zu tun, was ich mir

gewünscht hätte zu tun, wenn ich es andere tun sehe.

~ Entschlossen 70 ~

Lass doch ein wenig Wohlwollen auf allem sein,

was ich rede.

~ • ~

Jonathan Edwards

12-01-1723

Übersetzung und Bearbeitung:

Michael Wiche

puritanum.wordpress.com

~ Entschlossen #64 ~

Ich bin entschlossen, wenn ich diese ‘unaussprechlichen

Säufzer’, von denen der Apostel spricht, und dieses

‘Verzehren der Seele vor Verlangen’ sehe, wovon der

Psalmist spricht (Psalm 119,20), diese mit meiner

äußersten Kraft zu fördern; ich bin entschlossen, nicht

müde zu werden, meine Sehnsüchte daraufhin ernsthaft

zu überprüfen und dies wiederholt zu tun.

~ Entschlossen #65 ~

Ich bin entschlossen, mich selbst in diesen Dingen zu

üben mein Leben lang, d.h. mit der größtmöglichen

Offenheit meine Wege an Gott abzugeben und meine

Seele ihm offen hinzulegen: in allem, was meine

Sünden, Versuchungen, Schwierigkeiten, Traurigkeiten,

Ängste, Hoffnungen, Wünsche und jegliche Umstände

betrifft (nach der Predigt von Dr. Manton über Psalm

116,26) [vgl. Thomas Manton, One Houndred and

Ninety Sermons on the Hundred and Nineteenth

Psalm].

~ Entschlossen #66 ~

Ich bin entschlossen, immer danach zu streben, einen

gütigen Blick, eine milde Art des Umgangs und gütige

Worte bei allem, was ich sage, zu haben; die einzige

Ausnahme ist, wenn meine Pflicht von mir anderes

verlangt.

~ Entschlossen #67 ~

Ich bin entschlossen, nach Bedrängnissen zu untersuchen,

was an Besserem daraus entstanden ist, was ich

dadurch Gutes empfangen habe und was ich dadurch

erhalten haben könnte.

~ Entschlossen #68 ~

Ich bin entschlossen, frei heraus all meine Schwachheit

oder Sünde mir selbst zu bekennen; und wenn es etwas

ist, was mein Christsein betrifft, dies auch Gott zu

bekennen und ihn um die nötige Hilfe anzuflehen.

Jonathan Edwards (*1703-†1758)

Der Prediger, Missionar, Puritaner und Gelehrte war die

herausragendste Figur der Grossen Erweckung. Seine berühmten

70 Entschlüsse verfasste er im Alter von nur 19 Jahren.


Neuheiten

Ausgewählte Neuheiten

aus dem Betanien-Onlineshop

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Betanien

Notizen aus dem Wort

Dieses Notizheft soll dazu motivieren und helfen, bei Predigten, Vorträgen, Bibelstunden

und Hauskreisen, aber auch beim persönlichen Bibelstudium das Gelernte aufzuzeichnen.

Geistliches Wachstum braucht geistliche Nahrung: dem Wort Gottes und seiner

Erklärung zuhören, es richtig verstehen, es auf das Leben anwenden und es bewahren

(siehe z.B. Mt 7,24; 23,23; Lk 8,15).

Der enthaltene 3-seitige Leitfaden hilft, beim Predigthören oder Bibellesen sinnvolle

Notizen zu machen. Die so festgehaltene Ausbeute kann man dann auch anderen

weitergeben. Außerdem werden Prediger sowohl durch die Systematik dieses Leitfadens

als auch durch aufmerksame Zuhörer, die Notizen machen, motiviert, in ihren

Predigten das reine Wort Gottes sorgfältig auszulegen und anzuwenden.

Der Notizteil enthält 7 x 4 Seiten Platz für die eigene Mitschrift mit einem hilfreichen

Schema sowie Anregungen zur Vertiefung. Das Heft ist dünn genug, um in die Bibel

gelegt zu werden. Mit den praktischen Ringösen kann das Heft in Ordner archiviert

werden. (Komplett durchblättern unter cbuch.de )

Nr. 177801 (braun), 177802 (Wiese), DIN A6 Ringösenheftung,

36 Seiten » EUR 1,00 » EUR 0,59 (> 20 Stk.)

Moody Adams

Der letzte Held der Titanic (Audio-Hörbuch)

Besonders als evangelistisches Geschenk geeignet! Der erste Teil beschreibt das

Gechehen auf der Titanic und das Verhalten des Evangelisten John Harper und anderer

Passagiere. Der zweite Teil liefert zunächst eine sehr interessante historische und

gesellschaftliche Analyse und erklärt dann das Evangelium anhand der Titanic als Bild

für diese verlockende, aber verlorene Welt. Ein Auszug aus Der letzte Held der Titanic.

Als im April 1912 die Titanic ihre Jungfernfahrt nach New York bestritt, reiste mit ihr

auch ein Prediger, der unterwegs zur berühmten Moody Church in Chicago war: John

Harper (1872-1912). Doch dann geschah die Katastrophe. Harper half bis zuletzt, die

Passagiere nicht allein vor dem leiblichen Tod zu retten, sondern zeigte ihnen die

Rettung für ihre Seele.

Nr. 175923, Audio-CD im Pappsleeve, ca. 77 Min., Betanien

» EUR 2,90

Das evangelistische Kapitel gibts auch gedruckt als Verteilheft für

» EUR 1,00 (177803) oder im 25er-Pack für » EUR 7,90 (177804)

Peter Masters

KraftWort

Wie verkündigen wir das Evangelium biblisch-vollmächtig? Wie vermeiden wir falsche

Scheinbekehrungen? Wie bewirkt der Heilige Geist die Wiedergeburt? Was ist das

Problem vieler heutiger Evangelisationsmethoden? Dieses Buch gibt Antworten auf

diese Fragen, unterrichtet systematisch in biblischer Evangelisation, zeigt sieben

Zeichen echter Umkehr und Hindernisse für Busse und Glauben auf u.v.m.

Der Autor ist als Prediger am Metropolitan Tabernacle in London quasi Nachfolger von

C.H. Spurgeon.

Ein höchst not-wendiges Buch, das zur Pflichtlektüre erklärt werden sollte!

Nr. 175980, Paperback, 235 Seiten, Schwengeler » nur noch EUR 3,90


Ausgewählte Neuheiten aus dem Betanien-Onlineshop

Tel. 05237-899090 eMail. info@betanien.de web. www.cbuch.de

www.betanien.de

Betanien

Paket "Schriftauslegung"

Bibelstudium für Einsteiger & Stolpersteine der Schriftauslegung

2 Paperbacks, 140 + 158 Seiten, Betanien

Sonderangebot, statt einzeln 18,40 €

Paketangebot für alle, die das Wort Gottes lesen oder verkündigen:

„Bibelstudium für Einsteiger“ von R.C. Sproul ist eine Einführung in die Lehre der Bibelauslegung.

„Stolpersteine der Schriftauslegung“ von D.A. Carson baut darauf auf und

erklärt, welche Fehler bei der Bibelauslegung am häufigsten gemacht werden, warum

sie so tückisch sind und wie man stattdessen das Wort Gottes „in gerader Richtung

schneidet“.

Nr. 177021 » nur noch EUR 9,90 (im Paket)

John Piper

Ihn verkündigen wir

"Hier haben wir ein Buch, das jeder Prediger mindestens einmal im Jahr lesen sollte. Es

ist ein wirksames Gegenmittel gegen die unausgewogene, selbstzentrierte Verkündigung

von heute."

Erwin W. Lutzer

"Die Bibel ist kein Buch mit praktischen Tipps, wie man ein besseres Leben führen kann.

Die Bibel ist die Offenbarung Gottes. Dieses Buch erinnert Prediger an das, was wir so

schnell vergessen und womit sie sich selbst ebenso wie ihren Zuhörern schaden."

Haddon Robinson

"Dieses Buch ruft uns zurück zu einem biblischen Maßstab für die Predigt, einem

Maßstab, für den viele große Prediger der Vergangenheit als Beispiele angeführt

werden, insbesondere Jonathan Edwards und Charles Spurgeon."

Warren W. Wiersbe

Nr. 175973, Paperback, 126 Seiten, Betanien » nur noch EUR 4,90

D.A. Carson

Ach, Herr, wie lange noch?

Der Neutestamentler Donald A. Carson hat sich in diesem Buch mit der schwierigen

Frage des Leidens in Bezug auf den christlichen Glauben biblisch-theologisch auseinandergesetzt.

Dabei spricht er fast alle Fragen des so genannten "Theodizee-

Problems" (wie vereinbart sich ein guter Gott mit der Existenz des Bösen?).

Aber auch persönliche und geistliche Erfahrungen und Einsichten des Autors kommen

zum Tragen. Er räumt in seiner Darstellung mit vielen unbiblischen christlichen

Überzeugungen auf.

Nr. 589901, Paperback, 270 Seiten, Esras.net

» nur noch EUR 5,90


timotheusmagazin.de

Das Kreuz // Nr. 07 // 02/2012 // € 2,90

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