Pluradent Symposium 2018

bmebit

Dentale Zukunft
Wissen. Erfolgreich. Anwenden

Pluradent Symposium 2018 • Dentale Zukunft • 17

Neue Materialien und innovative Behandlungskonzepte

in der festsitzenden Prothetik

Komplexe prothetische Rehabilitationen

mit Veränderung der Vertikaldimension

der Okklusion (VDO) stellen eine besondere

Herausforderung an das restaurative

Team. Moderne Fertigungstechnologien

ermöglichen heute die Verwendung zahnfarbener

Okklusionsschienen, deren Materialqualität

und -eigenschaften sich deutlich

von herkömmlich gefertigten Schienen

unterscheiden. Diese unter standardisierten

Polymerisationsbedingungen gefertigten

Materialien weisen eine extrem hohe Homogenität

auf, die zu zahlreichen Vorteilen

führt. Dies sind: eine höhere Passgenauigkeit

durch Umgehung der Polymerisationsschrumpfung,

eine höhere Langzeitstabilität

von Form und Farbe, eine günstigere

Biokompatibilität, ein geringerer Verschleiß

und ein besseres ästhetisches Erscheinungsbild.

Der verbesserte Tragekomfort

kombiniert mit einer akzeptablen Ästhetik

und Funktion hat zu einer erheblich verbesserten

Compliance der Patienten gegenüber

der Schienentherapie geführt. Damit

werden ausgedehnte „Probefahrten“ mit

einem modifizierbaren Prototypen der

vorgesehenen Versorgung ermöglicht und

eine bessere Vorhersagbarkeit geschaffen.

Im Wesentlichen lassen sich heute drei

Vorbehandlungskonzepte für die Überprüfung

einer neu definierten Vertikaldimension

der Okklusion unterscheiden:

1. Konventionelle herausnehmbare Repositionierungsschienen

aus PMMA

2. zahnfarbene herausnehmbare CAD/CAM-

Schienen aus Polycarbonat

3. Festsitzende zahnfarbene Schienen in

Form einzelner adhäsiv befestigter

PMMA-Restaurationen

Zahnfarbene herausnehmbare CAD/CAM-Schienen

aus Polycarbonat

Gefräste herausnehmbare Okklusionsschienen aus

zahnfarbenem Polycarbonat für den Ober- und

Unterkiefer. Das Material zeichnet sich durch eine

extrem hohe Flexibilität aus und ist selbst bei extrem

dünner Ausarbeitung (0,3 mm) sehr frakturresistent.

Darüber hinaus kann bei der Umsetzung in

die spätere definitive Versorgung segmental

vorgegangen werden. Mit anderen

Worten: eine komplexe Rehabilitation kann

nach der Probefahrt mittels zahnfarbener

Schienen in einfacher zu beherrschende

Teilbehandlungsschritte aufgeteilt werden.

Auch für die Umsetzung in definitive Restaurationen

sind dank der rasanten materialtechnischen

Weiterentwicklungen auf

dem Gebiet der keramischen Restaurationen

sowie der Adhäsivtechnik völlig neue

Behandlungsmöglichkeiten verfügbar, die

sich in einem erweiterten Indikationsspektrum

und weitaus weniger invasiven Präparationen

widerspiegeln.

Prof. Dr. Daniel Edelhoff

Klinikdirektor, Poliklinik

für Zahnärztliche

Prothetik, Klinikum der

Universität München

Transfer in definitive Restaurationen nach Beendigung

der Probefahrt

Nach Präparation des 1. Quadranten kann die

Polycarbonat-Schiene mittig in zwei Hälften getrennt

werden. Mit einer eingegliederten „halben“ Schiene in

der noch nicht präparierten Kieferhälfte (2. Quadrant)

kann nun eine Kieferrelationsbestimmung vorgenommen

werden. Nach der Präparation des 2. Quadranten

kann die Bestimmung der Kieferrelation auf den ganzen

Kiefer erweitert werden.

Weitere Magazine dieses Users