WW_1-2018

frey.lebenshilfe

WortWECHSEL#Zeitung der Lebenshilfe Celle

Ausgabe 1 | 2018

Leben und Lernen

Integrative Krippe

Seite 10

Celler Werkstätten

Interview | Budget für Arbeit

Seite 19

Leben und Wohnen

Neues Angebot für Autisten

Seite 28-29


Vorwort

Die Zukunft gehört der Jugend – UND dem Alter

Vielleicht kennen Sie das: Wer die Lebensmitte

einmal überschritten hat, muss merken, dass er

für die Gesellschaft nicht mehr so „relevant“ ist.

Selbst Großevents, die „für alle“ veranstaltet werden

(wie zuletzt z.B. Kirchen- oder Katholikentage),

werden als „Feste der Jugend“ vermarktet.

Und auch der Begriff „Best Agers“ bezeichnet

durch seine Synonyme (Generation Gold, Generation

50plus, Silver Ager, Master Consumer, Mature

Consumer) gerade noch im Marketing eine

Zielgruppe von Personen mit einem Lebensalter

von über 50 Jahren, die sich allenfalls im kommerziellen

Bereich noch ausnehmen lassen. Die

meisten aber – und auch das ist bekannt – werden

uninteressant, verschwinden in der Anonymität

oder gar der Altersarmut und der Sozialhilfe oder

tauchen allenfalls noch in Studien auf.

Und dennoch bleibt es unausweichlich, sich den

Bedarfen der Jugend zuzuwenden – ohne dabei

aber das Alter zu vernachlässigen.

Und was hat das mit der Lebenshilfe zu tun?

Wir haben uns in den letzten Jahren ausführlich

mit beiden Enden der Alterspyramide befasst und

freuen uns für und mit unseren jungen und jüngsten

Leistungsnehmern wie auch mit den ältesten,

in den kommenden Monaten für beide Gruppen

richtungsweisende Ergebnisse präsentieren zu

können. Sie, liebe Leser|innen, sehen das schon

an den Schwerpunkten dieses Heftes.

Im Oktober können wir mit unserem Kindergarten

weg vom Zentralgelände nach Garßen ziehen in

die direkte Nachbarschaft von Grundschule und

Regelkindergarten des DRK. Wir freuen uns, dass

die Kinder dann „mittendrin“ sind – nach dem Jahreswechsel

wird dann noch die Comenius-Schule

nachziehen. Und nicht nur das: In Garßen wird

für die Kleinsten des Ortes in der Trägerschaft

der Lebenshilfe Celle erstmals eine Krippe eröffnet.

Auch dieses Vorhaben verfolgen wir bereits

seit über fünf Jahren und sind froh, dass wir es

nun realisieren können. Eine weitere Krippe wird

ab Herbst von uns in Bergen betrieben, wo schon

Werkstätten sind und ab Herbst noch ein großer

Teil der dort Beschäftigten eine neue Heimat in

der Stadt mitten in einem modernen Wohngebiet

finden wird. Besonders erfreulich ist, dass beides

integrative Krippen sind – dass wir Kindern mit

Beeinträchtigung nun in unseren eigenen Angeboten

das Aufwachsen und Zusammenlernen

mit Kindern ohne Beeinträchtigung eröffnen können.

Wir sehen gerade auch in der unmittelbaren

Nachbarschaft anderer Anbieter im Elementarund

Regelschulbereich eine Zukunftsperspektive

für unsere besonderen und unsere neu ausgerichteten

Leistungen.

Und die „Alten“? Seit längerem arbeitet der Bereich

„Leben und Wohnen“ daran, dass Menschen,

die ins Rentenalter kommen, bei der Lebenshilfe

weiterhin Wohnung und auf ihren Wunsch ihr soziales

Umfeld behalten können. Leistungs- und

Mietverträge mussten angepasst, die rechtlich

zugrundeliegenden Leistungsvereinbarungen verändert

werden und nicht zuletzt auch die Angebote

geschaffen werden, die jetzt im Wohnpark

Schieblerstraße bereitstehen. Im September wird

es dann soweit sein: In den neu errichteten und

den vergrößerten Appartements können Rentner,

nun auch nachdem sie aus dem Arbeitsleben ausgeschieden

sind, verbleiben; tags über können sie

in bestehenden und neuen Räumlichkeiten ein

Tagesangebot wahrnehmen, das sich zur Straßenseite

zum Quartier öffnet und den Kontakt zur Bevölkerung

ganz neu ermöglicht.

Und für alle, die Alten, die Jungen und die dazwischen,

für die wir wie gewohnt alle Leistungen

in der bewährten Qualität weiterhin erbringen,

haben wir das Büro für Leichte Sprache eröffnet,

das – gemäß den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention

– schwierige Texte in Leichte

Sprache übersetzen wird – lesen Sie nur auf der

gegenüberliegenden Seite. Erneut bestätigt sich

unser Slogan: „…davon profitieren alle“.

Für die Lebenshilfe sind eben alle „Best Ager“!

Wir freuen uns über die „Öffnung“ der Lebenshilfe

Celle für diese Personengruppen, über weitere

neue Angebote und auf die in den nächsten Monaten

stattfindenden „Er-Öffnungen“.

Mit sommerlichem Gruß

Seite 2


Vorwort

Die Zukunft gehört den jungen Menschen.

Aber auch den alten.

Ältere Menschen fühlen sich manchmal nicht mehr so wichtig.

Manche älteren Menschen denken vielleicht:

Die anderen Menschen interessieren sich nicht mehr für mich.

Die Lebens·hilfe sagt:

Wir müssen uns um junge Menschen kümmern.

Aber wir müssen uns auch um ältere Menschen kümmern.

Deshalb bietet die Lebens·hilfe Angebote

für junge und für alte Menschen an.

Und es kommen viele neue Angebote dazu.

Dr. Clemens M. Kasper

Geschäftsführer

Neue Angebote bei der Lebens·hilfe

Der Kinder·garten und die Comenius-Schule sind zum Beispiel bald in Garßen.

In Garßen und Bergen gibt es bald auch neue Krippen.

In den Krippen betreut die Lebens·hilfe Kinder bis zum Alter von 3 Jahren.

Die neuen Krippen sind integrative Krippen.

Das heißt:

In diese Krippen gehen Kinder mit Behinderungen.

Aber in diese Krippen gehen auch Kinder ohne Behinderungen.

Und ab September gibt es neue Wohnungen im Wohn·park Schiebler·straße.

Dort können ältere Menschen mit Behinderungen leben.

Und diese Menschen können weiter von der Lebens·hilfe begleitet werden.

Außerdem hat die Lebens·hilfe jetzt ein Büro für Leichte Sprache.

Das Büro für Leichte Sprache macht schwere Texte leicht lesbar.

Dann können alle Menschen die Texte gut verstehen.

Laura Heidrich

Büro für

Leichte Sprache

In diesem Heft möchten wir Ihnen von unseren neuen Angeboten erzählen.

Anmerkung der Übersetzerin:

Der vorliegende Text dient lediglich dazu, einen ersten Einblick in Leichte Sprache zu geben.

Es handelt sich um keine 1-zu-1-Übersetzung des Editorials.

Seite 3


Inhaltsverzeichnis

1 | 2018

In dieser Ausgabe:

Lebenshilfe Celle

Vorwort.......................................................... 2-3

Inklusion – Weitgehend ist Schweigen

eingetreten.................................................... 5-6

„Wir gehören zum Dorf“................................... 6

Büro für Leichte Sprache eröffnet..................... 7

Deeskalation –

Der Anfang ist gemacht!................................... 7

Gremienbesuche bei der Lebenshilfe............ 8-9

Leben und Lernen

41 Kleinkinder profitieren vom neuen

integrativen Krippenangebot.......................... 10

Blumläger Schule + Comenius-Schule =

Bunte Schule.............................................. 11-12

Der Bereich Leben und Lernen

zieht nach Garßen...................................... 13-14

Tolles Erlebnis! Drei Comenius-Schüler

bei Hannover 96.............................................. 14

Konfirmation der Comenius-Schüler............... 15

Celler Werkstätten

Unentdeckte Schauspieltalente...................... 16

Bildungsausflug vom BBB und

der Gruppe mit besonderen Hilfen................. 17

Richtig angekommen...................................... 18

Interview | Inklusion in der

Samtgemeinde Wathlingen........................ 19-20

Behinderung und Beschäftigung auf dem

allgemeinen Arbeitsmarkt –

kein Widerspruch....................................... 21-22

Auszeichnung für „inklusive Betriebe“............ 23

Fortbildungstage für alle Kolleg|inn|en der

Werkstatt im Februar 2018............................. 23

Staunen, Lernen, Mitmachen – aber,

„Franken hat Schranken!“.......................... 24-25

Aktuelles vom Werkstattrat............................ 26

Der Kreis-LandFrauenverband Celle

besucht die Celler Werkstätten....................... 27

Neue Zertifizierung nach ISO 9001-2015........ 27

Leben und Wohnen

Neues Wohn- und Dienstleistungsangebot

für Autisten................................................ 28-29

Ein Beitrag zu Kunst und Kultur....................... 29

Wohnpark Schieblerstraße......................... 30-31

Vermischtes

Musik:

Heiße Stimmung in Gifhorn

KABELBRUCH spielt beim Dienstjubiläum....... 32

Sport:

Sportangebot mit neuen Impulsen................. 32

Wasa-Lauf 2018.............................................. 33

Special Olympics Kiel 2018......................... 33-34

Keine Athleten bei den Special Olympics –

und doch dabei!.............................................. 35

Allgemeines:

Stoffspende von IKEA | Vielen Dank!.............. 36

Hotelbetriebsgesellschaft:

Azubi-Speed-Dating

für Gastronomieberufe................................... 37

Hotel Blumlage

Neue Bäder in unserem Stadthotel ................ 37

Zahlen | Daten | Fakten............................... 38

Ansprechpartner.......................................... 39

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Lebenshilfe Celle

Inklusion – Weitgehend ist

Schweigen eingetreten

Rund 160 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung folgten der Einladung der Lebenshilfe

Beim diesjährigen Neujahrsempfang berichtete

Herr Dr. Kasper über abgeschlossene, begonnene

sowie bevorstehende Projekte, die benachteiligten

Menschen den Weg in ein gleichberechtigtes

Leben bahnen oder zumindest erleichtern sollen.

Etwa energetische Sanierungsarbeiten am Gebäude

der Celler Werkstätten in Altencelle und

Umbauarbeiten am neuen Standort der Comenius-Schule

in Garßen, wo Räumlichkeiten für eine

Kindertagesstätte und eine integrative Krippe geschaffen

werden. Nach dem Umbau des Restgebäudes

wird die Comenius-Schule von Altencelle

an ihren neuen Standort ziehen.

Auch neue Angebote und Leistungen, bspw. die

Offenen Hilfen sowie Vorhaben des Bereichs Leben

und Wohnen mit dem neuen tagesstruk-

turierten Angebot für Senioren im Wohnpark

Schieblerstraße oder dem Bauprojekt in der Mozartstraße

in Bergen, das künftigen Mietern ein

selbstständigeres Leben ermöglichen soll, oder

dass ein weiteres Projekt Wohnraum für Menschen

mit schweren Autismus-Spektrum-Störungen

schaffen wird, wur den thematisiert.

Als Gastredner hatte die Lebenshilfe Uwe Becker

gewinnen können. Der Professor für Sozialethik,

Verbändeforschung und Diakoniewissenschaft an

der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe

brachte interessante Sichtweisen und

Denkanstöße zum Thema Inklusion mit: „Ich meine,

dass das Projekt der Inklusion Tendenzen der

Ermüdung unterliegt, hat durchaus etwas damit

zu tun, dass wir uns selber in einer kollektiven

Prof. Dr. Uwe Becker

Dr. Clemens M. Kasper

Geschäftsführer Lebenshilfe Celle

Arved von Moller

1. Vorsitzender Lebenshilfe Celle e.V.

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Lebenshilfe Celle

Burnout-Community befinden, deren Erschöpfungsgründe

nicht selten in den erbarmungslosen

Bedingungen des Arbeitsmarktes zu suchen sind.“

Es sei dann vielleicht schon allein aus diesem

Grund paradox, wenn gemeint würde, dass es

Ziel der Inklusion sei, Menschen mit Behinderung

genau an diesen Arbeitsmarkt heranzuführen.

„Meinen wir wirklich, Inklusion sei annähernd geschafft?

Meinen wir wirklich, es gäbe kein Flüchtlingsproblem

mehr? Dennoch ist weitgehend

Schweigen eingetreten, der öffentliche mediale

Diskurs hat mittlerweile beide Themen ins Nirwana

der Aufmerksamkeit katapultiert, öffentlich

ist die Sache erledigt. Die Problematik liegt allein

schon in der unverbindlichen Unschärfe des

Begriffs Inklusion.“ Seine Ausführungen sorgten

beim anschließenden Austausch für angeregte

Diskussionen.

„Wir gehören zum Dorf“

Haus- und Hoffest „bunter Markt“

Am 6. Mai 2018 fand bereits zum fünften Mal das

gemeinsame Haus- und Hoffest „bunter Markt“

mit der benachbarten Lobetalarbeit statt. Bei

bestem Wetter wurde mit geschätzten 800 Gästen

aus Stadt und Landkreis auf beiden Seiten der

Alten Dorfstraße gefeiert. Traditionell wurde das

Fest mit dem Festgottesdienst begonnen, er wurde

gemeinsam mit der Kirchengemeinde Altencelle,

dem Posaunenchor der Kirchengemeinde

und dem Gospelchor der Kirchengemeinde Wathlingen

gestaltet.

Unter dem Motto „Wir gehören zum Dorf“ machten

die Lebenshilfe und Lobetalarbeit auf den

„Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von

Menschen mit Behinderung“ aufmerksam. In

seinem Grußwort betonte Geschäftsführer Dr.

Kasper: „Unser Fest ist ein Farbtupfer gegen das

Dunkle aus rechten Ecken.“ Damit wollte er ein

Zeichen gegen die im April gestellte kleine Anfrage

im Bundestag setzen. Es sei erschütternd und

völlig inakzeptabel, dass zwischen den Zeilen erkennbar

vermittelt werde, dass die Zunahme von

Behinderung ein gesellschaftliches Übel sei. Dr.

Kasper betonte: „Die Autoren der Anfrage bewegen

sich mit ihrer Anfrage an die Bundesregierung

wieder bewusst an der Grenze jenes rechtsextremistischen

Vokabulars, das wir seit 75

Jahren überwunden glaubten. Jeder, der es

will oder kann, soll darin Lebenswerturteile erkennen.

Dies ist nicht hinnehmbar.“

Nach den Grußworten gab es ein buntes Programm

mit Ponyreiten, einem Bobbycar-Parcours,

einer „Survival-Seilbahn“ und vielen weiteren

Aktionen. Musikalisch begleitet wurde das

Fest von „Jonah and the Tree“, dem Chor und der

Line-Dance-Gruppe der Lebenshilfe und der Celler

Samba Gruppe „Beija Flor“. Mit dem vielseitigen

und bunten Programm sowie den zahlreichen

Möglichkeiten der Begegnung hatte der Tag für

alle Besucher etwas zu bieten.

Seite 6


Leichte Sprache

Büro für Leichte Sprache eröffnet

Seit dem 1. Mai hat die Lebenshilfe Celle ein Büro

für Leichte Sprache. Gefördert wird diese Stelle

durch Aktion Mensch für zunächst drei Jahre.

Hauptaufgabe des Büros wird es sein, durch vereinfachte

Kommunikation maßgeblich zur Förderung

der Inklusion beizutragen. Nicht alle Menschen

können Standardsprache verstehen. Viele

Texte sind zudem sehr kompliziert geschrieben

oder haben einen hohen Fachlichkeitsgrad. Wer

Probleme mit der Sprachverarbeitung hat, kann

diese Texte nicht verstehen und hat deshalb keinen

selbstbestimmten Zugang zu Informationen.

Hier möchte das Büro für Leichte Sprache Abhilfe

schaffen!

Leichte Sprache ist eine vereinfachte Form von

Deutsch und folgt eigenen, ganz konkreten Regeln.

Mit Hilfe dieser Regeln können Texte in Leichte

Sprache übersetzt werden; heraus kommt ein maximal

verständlicher Text, der keine Fragen offen

lässt. Das Büro für Leichte Sprache wird zukünf-

Die fünf vom Institut ProDeMa ausgebildeten

Deeskalationstrainer|innen haben ihre ersten

Schulungen mit den Mitarbeiter|innen der Lebenshilfe

Celle durchgeführt. Nachdem die Ausbildung

zum|zur Deeskalationstrainer|in im November

abgeschlossen war, konnten die ersten

Schulungen im Frühjahr beginnen. Viel Vorarbeit

von den Trainern war nötig, um mit einem Gefühl,

gut vorbereitet zu sein, in die Schulung zu gehen.

Das komplexe Thema ist sehr neu. So war es nicht

verwunderlich, dass die Teilnehmer|innen nur

eine vage Vorstellung vom Inhalt der Fortbildung

hatten.

Die Deeskalationstrainer|innen verstehen ihren

Auftrag als Chance, die Kommunikationsstrukturen

für alle Mitarbeiter|innen und Beschäftigten

zu verbessern, Konflikte zu vermeiden und eskalierenden

Situationen mit mehr Sicherheit begegnen

zu können. Sie leisten einen Beitrag zu mehr

Arbeitssicherheit und Arbeitszufriedenheit in altig

verschiedene Dienstleistungen anbieten, zum

Beispiel Übersetzungen, Workshops und Schulungen.

Zudem können Texte auf Verständlichkeit geprüft

werden. Das geschieht mittels eigens dafür

konzipierter Prüfsoftware und mit Unterstützung

von Menschen mit Beeinträchtigungen, die die

übersetzten Texte lesen und prüfen.

Geleitet wird das Büro von Laura Heidrich. Sie

bringt als ehemalige Mitarbeiterin der Forschungsstelle

Leichte Sprache und studierte

Sprach- und Übersetzungswissenschaftlerin die

nötigen theoretischen und praktischen Kompetenzen

mit, damit es in Celle bald überall heißt:

„Verstanden? Klar!“

Sie haben Interesse an den Angeboten des Büros

für Leichte Sprache? Dann schicken Sie eine E-Mail

an leichte.sprache@lhcelle.de und wir halten Sie

gern über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

Laura Heidrich

Deeskalation – der Anfang ist gemacht!

len Bereichen der Lebenshilfe Celle. Auf Wunsch

stehen sie nicht nur für die Schulungen aller

Mitarbeiter|innen in besonderen Fällen zur Verfügung,

sondern auch beratend bei Krisen- und

Konfliktsituationen.

Mit den kommenden Schulungen im Spätsommer

werden weitere Mitarbeiter|innen auf eskalierende

Situationen vorbereitet, die Trainer|innen

ihr Wissen weitergeben und damit auf einem guten

Weg sein, das Deeskalationsmanagement in

der Lebenshilfe Celle zu etablieren.

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Lebenshilfe Celle

Gremienbesuche bei der Lebenshilfe

Die Gesellschafter des Fairkauf-Centers Celle

tagten am 23. Mai in ihrer Bergener Filiale in der

Beethovenstraße und statteten zuvor dem neuen

Wohnangebot des Bereiches Leben und Wohnen

der Lebenshilfe „Haus Mozartstraße“ einen Besuch

ab. Von der Zweckmäßigkeit des Gebäudes

und seiner zukunftsweisenden Architektur zeigten

sich die Gesellschafter beeindruckt.

v.l.n.r. Tobias Woeste (Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Celle), Clemens M. Kasper (Lebenshilfe Celle),

Hans-Günther Schmülling (Buchhaltung FAIRKAUF-Center) Michaela Gehl (Vorstand SÜDHEIDE eG Wohnungsbaugenossenschaft),

Catrin Bruns (Geschäftsführerin FAIRKAUF-Cen ter Celle), Frank Lübben (Geschäftsführer DRK Kreisverband Celle)

Dr. Patrick Kuchelmeister (links) im Gespräch mit

Dr. Clemens M. Kasper in der Tagesförderstätte.

Am 24. Mai hatte Dr. Patrick Kuchelmeister die

Gelegenheit, sich als neues Mitglied des Verwaltungsrates

der Lebenshilfe Celle und als neues

Vorstandsmitglied der Sparkasse Celle einen detaillierten

Einblick in die verschiedenen Arbeitsv.l.n.r.

Dr. Patrick Kuchelmeister, Katharina Rust und Michael

Rodenberg in Werkstatträumen.

abläufe in der Werkstatt und den Alltag in unserer

Tagesförderstätte zu verschaffen.

Es war für alle Beteiligten ein interessanter Besuch.

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Lebenshilfe Celle

Am 30. Mai hat sich der Wirtschaftsrat Deutschland über die inklusive Zusammenarbeit zwischen dem Zweckverband

Abfallwirtschaft Celle, Hellman Management Process und der Lebenshilfe Celle informiert. (S. 21)

Der Vorstand, die Gesellschafterversammlung

und der Verwaltungsrat der Lebenshilfe Celle trafen

sich am 5. Juni im Wohnpark Schieblerstraße

zu ihrer gemeinsamen Sitzung und zeigten sich

von dem Neu- und Umbau beeindruckt. (S. 30)

v.l.n.r. Dr. Patrick Kuchelmeister (Vorstand | Sparkasse Celle),

Susanne McDowell (Kulturdezernentin / komm. Leitung

Jugend, Bildung, Soziales und Integration | Stadt Celle), Reinhard

Klein (Vorstandsmitglied | Lebenshilfe Celle e.V.)

v.l.n.r. Gerald Höhl (Kreisrat | Landkreis Celle), Dr. Clemens

M. Kasper (Geschäftsführer | Lebenshilfe Celle), Dr. Jost

Horejschi, Reinhard Klein (Vorstandsmitglied | Lebenshilfe

Celle e.V.)

links: Katharina Külp (Leitung

Leben und Wohnen |

Lebenshilfe Celle), Susanne

McDowell (Kulturdezernentin

/ komm. Leitung Jugend,

Bildung, Soziales und Integration

| Stadt Celle)

links: Uwe Wolff (Vorstandsmitglied

| Lebenshilfe Celle

e.V.). Arved von Moller (1.

Vorsitzender | Lebenshilfe

Celle e.V.

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Integrative Krippe

41 Kleinkinder profitieren

vom neuen integrativen Krippenangebot

Bereits seit mehreren Jahren hat sich die Gesellschafterversammlung

der Lebenshilfe Celle

gemeinsam mit der Geschäftsführung der Idee

gewidmet, neben dem Angebot des Heilpädagogischen

Kindergartens und der Frühförderung auch

ein integratives Angebot für Kleinkinder zu schaffen.

Dies geschieht ganz im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention,

die im Artikel 7 festlegt,

„dass Kinder mit Behinderungen gleichberechtigt

mit anderen Kindern alle Menschenrechte und

Grundfreiheiten genießen können“. Im Dezember

2012 wurde daher der grundsätzliche Beschluss

getroffen, dieses Ziel umzusetzen, wenn sich dafür

die Möglichkeit bietet. Und dies ist in diesem

Jahr gleich zweimal der Fall. Während der bereits

57 Jahre dauernden Arbeit der Lebenshilfe mit

und für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche

wird es damit erstmals ein eigenständiges integratives

Angebot geben.

Beim Umbau des neuen Gebäudes in Garßen ergab

sich in Absprache mit der Stadt Celle die Möglichkeit,

dort eine integrative Krippe einzurichten.

Am 15. Oktober 2018 wird es soweit sein. Für 14

Mädchen und Jungen im Alter von wenigen Wochen

bis zu drei Jahren werden wir eine ganztägige

Betreuung im Kindergarten Purzelbaum anbieten.

Das Besondere dabei ist, dass dort Kinder mit

und ohne Behinderung gemeinsam leben, lachen

und ihren Alltag gestalten. Dafür steht neben einem

großzügigen Gruppenraum mit Schlafraum

und Waschraum ein großes eigenes Außengelände

zur Verfügung. Und dieses Gelände ist für die

Kinder besonders spannend: Direkt hinter dem

Zaun ist ein Bauernhof, bei dem unter anderem

Kühe zu sehen und zu hören sein werden. So wird

jeder Tag zum Abenteuer!

Während die Planungen für Garßen bereits seit

längerer Zeit laufen, ergab sich zu Beginn dieses

Jahres eine weitere Möglichkeit. Die Stadt Bergen

benötigt kurzfristig weitere Krippen- und Kindergartenplätze,

wobei der Bedarf an Krippenplätzen

besonders deutlich ist. Nach Vorgesprächen

mit dem Bürgermeister der Stadt Bergen, Herrn

Rainer Prokop, und der zuständigen Amtsleiterin

Frau Karen Schledermann, haben wir am Interessenbekundungsverfahren

zur Vergabe des neuen

Krippenangebotes teilgenommen. Dabei wurde

unser Konzept der integrativen Krippenarbeit geprüft

und für sehr gut befunden. Der Rat der Stadt

Bergen hat in seiner Sitzung am 26. April daraufhin

einstimmig beschlossen, der Lebenshilfe Celle

die Trägerschaft des neuen Krippenangebotes zu

übertragen. Dieses wird in Räumen der ehemalischen

britischen „Slim School“ in der Seymourstraße

am Ortsrand von Bergen entstehen. Eine

Regelkrippengruppe mit 15 Plätzen und eine integrative

Gruppe mit 12 Plätzen werden dort ab

dem 1. September ihre Arbeit aufnehmen. Dafür

werden sich dort weitere 10 Mitarbeitende

für die Kinder im Alter von einem bis drei Jahren

einsetzen. Dieses Krippenangebot für Kinder mit

und ohne Behinderung ist zunächst als „Übergangslösung“

angelegt. Denn bis zum Jahr 2021

soll nur wenige Meter entfernt in der Mozartstraße

eine Kindertagesstätte gebaut werden. Diese

wird neben diesen beiden Krippengruppen auch

zwei Kindergartengruppen umfassen – und das in

direkter Nachbarschaft zum neuen Wohnangebot

der Lebenshilfe Celle in der Mozartstraße. Wir

freuen uns, diese Krippenarbeit gemeinsam mit

den erwartungsvollen und hochmotivierten Mitarbeitenden

zu gestalten

Steffen Hollung

Foto: Pixabay

Seite 10


Comenius-Schule

Koop-Klasse Blumlage

Blumläger Schule + Comenius-Schule

= Bunte Schule

Die Kooperation bietet vielfältige Anlässe zum gemeinsamen

Leben und Lernen:

• gemeinsamer Sport-, Kunst-, Werk- und

Musik unterricht

• Teilnahme am Fahrradtraining

• Teilnahme einzelner Schüler|innen an der

Hausaufgaben-Betreuung

• Teilnahme Filmkino-Woche

• Sachkunde-Exkursion zum Museums-Hof

Winsen

• Sachkunde-Quiz in Form der TV-Sendung

„1, 2 oder 3“ mit verschiedenen Klassen

• Teilnahme am „Schnupper-Tennis“ vom

VfL Celle

• Hospitation von Grundschul-Praktikant|inn|en

in der Klasse M1

• Bilderbuch-Kino und Lesungen am Vorlesetag

• Weihnachtsbaum-Schmücken im Mehrgenerationenhaus

• Adventssingen in der Aula

• Auftritt Lichtertanz bei der Weihnachtsfeier

• Theater-Workshop „Peter und der Wolf“

• GS-Faschingsfeier in der Turnhalle / im Klassenraum

• Teilnahme an Sportveranstaltungen (Bundesjugendspiele,

WASA-Lauf-Training,…)

• Mittagessen in der Schul-Mensa

• Frühlings- und Adventsbasteln mit einzelnen

Grundschulklassen

• Verabschiedungsfeier der vierten Klassen

• tägliche Begegnungen im Schulalltag

• gemeinsames Spiel in den Pausen

Anne Lappe, Jens Rogosinski

Liederfest

in der TUI-Arena Hannover

„Hab´ne Tante aus Marokko“, „Meine Biber haben

Fieber“, „Kein schöner Land“ und viele weitere

Lieder erklangen in den vergangenen Wochen in

4500 Kinder der Jahrgänge 1 bis 7 und ihre Familien haben

ein großes Singfest in der Tui-Arena gefeiert.

der musikalischen Grundschule Blumlage, denn

alle Klassen übten eine Vielzahl von Kinder- und

Volksliedern ein.

Die Kooperationsklasse probte intensiv mit der

Klasse 1b die Bewegungslieder.

An einem Sonntagmittag ging es dann mit drei

großen Bussen nach Hannover.

Einheitlich eingekleidet mit den Veranstaltungs-

T-Shirts ging es in die riesige TUI-Arena.

Mit 4.500 anderen Schulkindern wurden die Stücke

beim großen Liederfest „Klasse! Wir singen“

in der ausverkauften Halle den Familien vorgetragen.

Durchs Veranstaltungsprogramm führte ein professioneller

Moderator mit vielen Erklärungen und

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Comenius-Schule

Koop-Klasse Blumlage

Späßen. Unterstützt wurden die Sänger von einer

Band, einem Bühnenchor, einer aufwändigen

Hallentechnik und verschiedenen Bühnen-Acts.

Es war für alle ein großes Gemeinschaftserlebnis.

Bundesweit beteiligten sich dieses Mal 670.000 Kinder an

„KLASSE! WIR SINGEN“.

„Ich bin stark“

Tonstudioaufnahme und Auftritt in der CD-Kaserne

Lied 3: „Die Welt ist bunt“

Kooperationsklasse M1 mit den Klassen 3a+b

der Blumläger Grundschule

Lied 6: „Aloha Heja“

Comenius-Schüler aus Altencelle

Ein weiteres aufregendes Projekt war der Besuch

im Tonstudio, bei dem die oben abgebildete CD

entstand. Konzentriert mussten alle beteiligten

Die Kinder lernen bei Menschen unentdeckte Stärken und

Schwächen kennen und damit umzugehen.

Gemeinsam mit ihren Familien feiern sie am Ende den

Abschluss eines spannenden Projektes.

Schüler das einstudierte Lied mehrmals einsingen,

bis die Tontechniker „Daumen hoch“ signalisierten.

Entspannter wurde es dann beim großen Abschlusskonzert

im Mai. Hier präsentierten vor

großem Publikum 650 Kinder aus Stadt- und

Landkreisschulen ihre Lieder zum Thema „Ich bin

stark“.

Auch die Sängerinnen und Sänger unserer Comenius-Schule

trugen begeistert ihre Lieder auf

der Bühne vor. Die Kooperationsklasse hat zusammen

mit den dritten Klassen der Blumläger GS das

Lied „Die Welt ist bunt“ eingeübt und dafür eine

Strophe umgedichtet: „Ich fahr´ Rolli - Du fährst

Rad…“.

Anne Lappe, Jens Rogosinski

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Leben und Lernen

Der Bereich Leben und Lernen

zieht nach Garßen

Barrierefrei zugängliche Unterrichtsräume für die

Schule, große, lichtdurchflutete Gruppenräume

für die Kindergartenkinder und helle, klar strukturierte

Flure und Zugänge – dies sind nur wenige

der vielen Vorteile, die mit dem Umzug des Heilpädagogischen

Kindergartens und der Comenius-Schule

endlich Wirklichkeit werden. Seitdem

bereits 2014 die ersten Gespräche über den Kauf

der Erich-Kästner-Schule in Garßen vom Landkreis

Celle erfolgt sind, konnte nach vielen Verhandlungen

im Dezember 2016 gemeinsam der Kaufvertrag

abgeschlossen werden. Gemeinsam mit

dem Architekturbüro Simon & Simon entstand in

der Folge ein detaillierter Plan, in dem die vom

Bauausschuss zusammengetragenen Wünsche in

überzeugender Weise Eingang gefunden haben.

Der Bauausschuss bestand dabei aus Mitarbeitenden

des Kindergartens und der Comenius-Schule,

wodurch vielseitige Erfahrungen aus der täglichen

Praxis in die Baupläne eingearbeitet werden

konnten. Nachdem der Bauantrag mit dem dafür

nötigen Brandschutzkonzept genehmigt war,

konnten im Januar 2018 endlich die Bauarbeiten

beginnen. Im nordwestlichen Bereich des Gebäudes

wurden alte Wände herausgerissen und neue

Wände eingebaut. Die bisherigen 60 Quadratmeter

großen Klassenräume haben nun eine Größe

von 40 Quadratmetern, zusätzlich sind kindgerechte

Waschräume und Therapieräume entstanden.

Zwei große Küchen, in denen gemeinsam mit

den Kindern gekocht und gebacken werden kann,

stehen ebenso wie ein über 100 Quadratmeter

großer Bewegungsraum zur Verfügung. All diese

Räume werden nach dem Umzug ab Mitte Oktober

2018 von den Kindern mit Leben gefüllt. Zusätzlich

zu unserem eigenen Angebot werden wir

gemeinsam mit dem direkt benachbarten Kindergarten

„Krümelkiste“ des DRK ausprobieren, welche

Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen

den beiden Kindertagesstätten genutzt werden

können.

Als besondere Neuerung im Bereich der Elementarpädagogik

sind zudem Räume für eine integrative

Krippe mit bis zu 14 Plätzen entstanden. Über

dieses für die Lebenshilfe Celle ganz neue Tätigkeitsfeld

freuen wir uns besonders.

Aber auch die Comenius-Schule wird zum Jahreswechsel

2018/2019 in dieses Gebäude umziehen.

Zum Ende des Schuljahres 2017/2018 wird

der Unterrichtsbetrieb der Erich-Kästner-Schule

zu Ende gehen. Ab den Sommerferien wird dann

auch dieser Bereich zur großen Baustelle. In den

großen Klassenräumen werden Einbauten vorgenommen,

so dass jede Klasse jeweils einen

Entwicklungen der Sanierungsarbeiten in der Erich-Kästner-Schule.

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Comenius-Schule

Die neuen Klassenräume haben nun eine Größe von

40 Quadratmetern.

eigenen Differenzierungsraum und eine eigene

vollausgestattete Küche haben wird. Damit kann

sowohl mit unterschiedlichen Schülergruppen parallel

gearbeitet werden als auch der lebenspraktische

Unterricht für alle optimal gestaltet werden.

Zusätzlich werden Unterrichtsräume für Werken,

Naturwissenschaften und Hauswirtschaft ebenso

wie verschiedene Therapieräume zur Verfügung

stehen. Smartboards in allen Klassenräumen ermöglichen

vielseitigen Unterricht mit multimedialen

Ergänzungen. Auf dem Spielplatz und dem

Sportplatz können sich die Schülerinnen und

Schüler anschließend während der Pausen austoben

oder zum Ausruhen zurückziehen.

Für die Comenius-Schule wird besonders die direkte

Nachbarschaft zur Grundschule Garßen

für viele Begegnungen und Anregungen sorgen.

Hier werden sich Schülerinnen und Schüler mit

und ohne Beeinträchtigung täglich begegnen. Ein

Raum der Comenius-Schule wird für die Nachmittagsbetreuung

der Grundschule zur Verfügung

stehen und die große Aula kann sowohl für Schulversammlungen

als auch für Theater- und Musikaufführungen

beider Schulen genutzt werden.

Die Kindergartenkinder, Schülerinnen und Schüler

sowie die Mitarbeitenden des Bereichs Leben

und Lernen freuen sich schon jetzt auf die vielen

Möglichkeiten und schönen Erlebnisse im neuen

Gebäude in Garßen. Anfang 2019 werden wir dieses

Gebäude mit einem großen Fest einweihen.

Steffen Hollung

Tolles Erlebnis!

Drei Comenius-Schüler bei Hannover 96

Auf Einladung von „Special Olympics Niedersachsen“

haben die drei Comenius-Schüler Lara, Joel

und David die drei Schiedsrichter der Bundesligabegegnung

Hannover 96 gegen SC Freiburg auf

das Spielfeld der HDI-Arena Hannover führen dürfen.

Nach einer unruhigen Nacht für die Kids ging

es durch die große Menge der Fußballfans und

Polizisten auf Polizeipferden durch die Einlasskontrolle.

Nach Stöbern im Fanshop und einigen Fototerminen

ging es in die Umkleidekabinen. Danach begleiteten

Lara, David und Joel die Schiedsrichter in

die riesige Geräuschkulisse von 38.700 Fans.

Lara durfte den Ball auf das Spielfeld bringen, Joel

und David haben die Fahnen getragen.

Nach dem Sieg für Hannover ging es dann stolz

und glücklich zurück nach Celle.

Anne Lappe | Jens Rogosinski

Joel, Lara und David mit „Eddi“ | Foto: Maryam Portillo

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Comenius-Schule

Konfirmation der Comenius-Schüler

Am 15. April gab es in der Comenius-Schule einen

Grund zum Feiern: Drei Schülerinnen und zwei

Schüler wurden in der Altenceller Gertrudenkirche

konfirmiert. Dies war der festliche Abschluss

ihrer Konfirmandenzeit, die von Klaus Thiessen

gestaltet wurde. Er ist nicht nur Klassenleiter in

der Comenius-Schule, sondern auch Diakon und

bietet bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit,

in der Schule am Konfirmandenunterricht teilzunehmen.

Seit Herbst 2016 haben sich die Jugendlichen mit

Glaubensthemen beschäftigt, die Klaus Thiessen

sichtbar und hörbar zum Erlebnis gemacht hat.

So können auch stark beeinträchtigte Schüler

diese für sie wichtigen Erfahrungen machen. Die

Schöpfung und das Kirchenjahr mit seinen Festen

wurden dabei ebenso thematisiert wie die 10 Gebote

oder Geschichten über Jesus. Diese wurden

gemeinsam nachgespielt oder mit passenden Liedern

verdeutlicht.

Die Konfirmation selbst wurde in der Kirche unter

großer Anteilnahme der Gemeinde feierlich

gestaltet. Zu Trompeten- und Orgelmusik zogen

die Konfirmanden gemeinsam mit Klaus Thiessen

und Pastor Hildebrand Proell in die festlich geschmückte

Kirche ein. Nach einem kurzen Anspiel

und der Predigt wurden die Schülerinnen und

Schüler schließlich eingesegnet und damit in den

Kreis der Kirchengemeinde aufgenommen. Das

gemeinsame Abendmahl mit Verwandten, Lehrkräften

und Gemeindemitgliedern zeigte deutlich,

dass die fünf Jugendlichen nun „dazugehören“.

Einfühlsame Lieder, gesungen von Hannah Schäfer,

boten die Gelegenheit, zwischendurch zur

Ruhe zu kommen.

Klaus Thiessen, Steffen Hollung

v.l.n.r. Pastor Hildebrand Proell, Dr. Clemens M. Kasper, Vivien Fasshauer, Leonhard Friedhoff, Miriam Krebs, Sabrina Sablotny,

Steffen Hollung, Jonas Preuß und Diakon Klaus Thiessen

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Berufsbildungsbereich

Unentdeckte Schauspieltalente

„Das war cool“, „mir hat alles gefallen“, „Katharina

war so lustig“, „am besten war das Eineisen und

das Ziehen mit der Hand“, „die Hintergrundmusik

war gut“!

Diese Aussagen und viele neue Erfahrungen sind

das Ergebnis eines Körpertheater-Workshops mit

Frau Katharina Witerzens, den 12 TeilnehmerInnen

des Berufsbildungsbereiches an drei Nachmittagen

erleben konnten.

Katharina Witerzens ist in Theaterprojekten und

Workshops, als Klinikclown und auch mit einem

Kleinkunst-Programm deutschlandweit engagiert.

Mit einfachen Ideen und Übungen (z.B. Führen

und Folgen, Bewegungen nachmachen und „einfrieren“,

Klatscher weitergeben…) erreichte Frau

Witerzens eine ganz besondere Aufmerksamkeit,

die die TeilnehmerInnen von Mal zu Mal deutlich

selbstbewusster und klarer „sich selbst positionieren“

ließen. Die Gruppe entdeckte dabei ihre

Kreativität und Vielseitigkeit. Körperbewusstsein

und -wahrnehmung wurden geschult und das

Selbstvertrauen wurde gestärkt. Höhepunkte waren

immer wieder die ganz persönlichen schauspielerischen

Talente.

Es hat sichtlich viel Spaß gemacht und war spannend

zu beobachten, wie es gelingen kann, spielerisch

1 ½ Stunden Konzentration und Wachheit

zu erreichen.

Dabei ist auch interessant, dass sich das Aufgabenverständnis

und die Umsetzung von Beobachtungen

dieser Fähigkeiten im Arbeitsgeschehen

deutlich unterscheiden können.

Alec Miguel Seidel (links) und Jennifer Ustinov

beim Workshop.

In einem Workshop dieser Art wird deutlich, dass

der Körper ein Mittel der Kommunikation ist. Haltung

und Bewegungen geben Auskunft über den

Menschen selbst. Wenn Menschen zusammenkommen,

reden sie miteinander – sogar wenn sie

nicht sprechen.

So klären wir untereinander, ob wir uns sympathisch

sind und ob wir uns vertrauen können.

„Es war schön bei euch, ich komme gern wieder“

verabschiedete sich Frau Witerzens.

Das wäre cool.

Heike Flitter

Der Workshop hat allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut gefallen.

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Berufsbildungsbereich

Bildungsausflug

vom BBB und der Gruppe mit besonderen Hilfen

Das eindrucksvolle Tanzstück der esistso!company stellt sich

einer der größten Fragen aller Zeiten.

Die esistso!company, ein inklusives Projekt gefördert

von der Lebenshilfe Braunschweig, der Aktion

Mensch und der Stadt Braunschweig, zeigte

am 4. Mai im LOT-Theater in Braunschweig eine

choreographische Arbeit mit dem Titel „DAS

STÜCK VOM GLÜCK“.

Wie schon im letzten Jahr haben wir uns mit einigen

Teilnehmern, die sonst wenig Gelegenheit

haben Theater zu erleben, auf den Weg gemacht.

Das eindrucksvolle Tanzstück der esistso!company

stellt sich einer der größten Fragen aller Zeiten:

„WAS IST GLÜCK?“ Waren wir in der Vergangenheit

glücklicher? Sieht die Zukunft besser aus als

heute? Fragen über Fragen. Und so begibt sich die

Company auf die Suche nach dem Glück. Keiner

„DAS STÜCK VOM GLÜCK“ bringt die esistso!company näher

zusammen.

weiß, was ist das Glück, ist es nah, ist es fern. Ist

es zu erklären oder ist es nur fühlbar.

Eine Reise ohne bestimmtes Ziel und Dauer. Intensive

Vorbereitungen beginnen. Nach langer Zeit

stellt sich heraus, der Weg, die Reise selbst ist das

Glück. Das gemeinsame Tanzstück „DAS STÜCK

VOM GLÜCK“ bringt die esistso!company näher

zusammen, damit beginnt schon das GLÜCK.

Es hat uns sehr beeindruckt, mit wie viel Selbstverständlichkeit

die unterschiedlichen Szenen mit

Livemusik, Schwarzlicht und schönen Bewegungen

dargestellt wurden. Diese „besondere Stimmung“

konnten wir auch nach dem Stück noch

deutlich spüren.

Heike Flitter

Nach dem Stück konnten die Theaterbesucher noch eine „ganz besondere Stimmung“ spüren.

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Fachdienst

Berufliche Integration

Richtig angekommen

„Schauen wir mal“ hatte Andreas Kelch gesagt,

bevor Terrence Tiong und Jan Sommer ihr Praktikum

aufnahmen. Andreas Kelch ist Teamleiter

Verkauf im toom Baumarkt Celle – und seine

nüchterne Offenheit tat den beiden Mitarbeitern

aus der Lebenshilfe-Werkstatt Celle gut. Sie tut es

noch heute: Längst sind die Praktika der beiden

in ausgelagerte Werkstattarbeitsplätze überführt.

Terrence und Jan sind ‚richtig angekommen‘ im

toom und machen ihren Job im Lager für Holz und

Werkstoffe – manchmal auch im Holzzuschnitt,

wenn dort viel los ist.

„Viel los ist das Stichwort“, sagt toom-Marktleiter

Stefan Gartenschläger. „Die Lebenshilfe-Mitarbeiter

packen super mit an. Das bedeutet für unsere

anderen Beschäftigten auch, dass sie mal wieder

Zeit haben für ein etwas ausführlicheres Beratungsgespräch

mit dem Kunden – ein unschätzbares

Plus für unseren Markt.“

„Terrence und Jan sind hoch engagiert, die Kollegen

im toom ebenso,“ so Susanne Trettin vom

Fachdienst Berufliche Integration der Lebenshilfe

Celle, „das ist unglaublich wichtig.“ Wichtig auch

für alle Lernprozesse, die durchlaufen werden

müssen, damit das gemeinsame Arbeiten auch

wirklich gelingt. „Zum Beispiel mussten sich alle

erst darauf einstellen, dass Jan und Terrence sehr

klare Aufträge benötigen, vielleicht klarer formuliert

als bei anderen Mitarbeitern.“ Aber kein Problem,

man muss es nur wissen: Heute finden die

beiden Zettel an ihren Arbeitsorten vor, die ihnen

Orientierung für die nächsten Aufgaben geben. So

reißt der Schwung – den Jan und Terrence reichlich

haben und den sie auch einsetzen möchten

– niemals ab.

Kein Zweifel: Ohne gute Vorbereitung und gute

Organisation läuft’s nicht mit dem Werkstatt-Arbeitsplatz

mitten im toom. Doch vielleicht ist der

beste Beweis, dass sie ihr Werk getan haben, wenn

einfach, ungeplant und mittendrin das Spontane

und Freundschaftliche geschieht: „Neulich haben

die toom-Mitarbeiter Jan und Terrence gefragt,

ob sie mitgehen wollen zum Eishockey-Spiel, nach

Feierabend, so unter Kollegen“, erzählt Susanne

Trettin. So wie man ‚richtig Angekommene‘ eben

fragt.

Dr. Angelika Magiros| Lebenshilfe Bundesverband

v.l.n.r. Stefan Gartenschläger (Marktleiter toom Celle), Terrence Tiong, Jan Sommer (beide: toom-Mitarbeiter aus der Lebenshilfe

Celle), Dr. Clemens Kasper (Geschäftsführer der Lebenshilfe Celle gGmbH)

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Fachdienst

Berufliche Integration

Interview

Inklusion in der Samtgemeinde Wathlingen

Wolfgang Grube | Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Wathlingen (links) mit André Hüsig, der die Mitarbeiter

der Samtgemeinde Wathlingen überzeugt und ermutigt hat Menschen mit Handicap zu unterstützen.

Die Samtgemeinde Wathlingen besteht aus den

Mitgliedsgemeinden Adelheidsdorf, Nienhagen

und Wathlingen und umfasst eine Fläche von

68,52 km². Die Samtgemeinde beschäftigt aktuell

einen Beschäftigten im Praktikumsverhältnis und

einen ehemaligen Beschäftigten der Lebenshilfe

Celle im Arbeitsverhältnis. André Hüsig arbeitet

seit dem 1.3.2017 als Betriebsmaler bei der Samtgemeinde

Wathlingen. Nachgefragt haben wir bei

Wolfgang Grube (Samtgemeindebürgermeister)

und André Hüsig.

Wie und wann ging die Zusammenarbeit mit der

Lebenshilfe los?

W. Grube: Meine ersten persönlichen Kontakte

zur Lebenshilfe Celle entstanden in den 70er

Jahren, als mein Sohn Johannes in den Heilpädagogischen

Kindergarten aufgenommen wurde.

Nach Ende seiner Schulzeit besuchte er dann den

Berufsbildungsbereich der Lebenshilfe und ging

schließlich in den Arbeitsbereich der Werkstatt

über.

A. Hüsig: Im Jahr 2000 begann meine Schulzeit im

Heilpädagogischen Förderzentrum, heute Comenius-Schule,

der Lebenshilfe Celle. Im Anschluss

absolvierte ich den Berufsbildungsbereich und

wechselte nach dieser Maßnahme in den Arbeitsbereich

der Werkstatt.

Seit wann arbeiten Sie mit unserem Fachdienst

Berufliche Integration zusammen?

W. Grube: Seit Bestehen des Fachdienstes Berufliche

Integration der Lebenshilfe Celle arbeiten wir

vertrauensvoll mit dessen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern zusammen.

A. Hüsig: Meinen Erstkontakt zum Fachdienst Berufliche

Integration hatte ich im Jahr 2014. Die

Mitarbeiter|innen des Fachdienstes organisierten

für mich diverse Praktika in Betrieben des allgemeinen

Arbeitsmarktes. So konnte ich mich beispielsweise

in den Bereichen Metallbau, Tiefbau

und Haustechnik erproben. Letztendlich arbeitete

ich dann 12 Monate auf einem betriebsintegrierten

Arbeitsplatz der Lebenshilfe bei der Samtgemeinde

Wathlingen, meinem heutigen Arbeitgeber.

Hier bin ich als Betriebsmaler tätig. Auch

Seite 19


Fachdienst

Berufliche Integration

heute noch kann ich auf die Unterstützung der

Mitarbeiter|innen des Fachdienstes zählen. Möglich

ist das durch mein Budget für Arbeit.

Welche Motive hatten Sie, als Sie überlegt haben

einen Menschen mit Beeinträchtigung einzustellen

bzw. auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu

wechseln?

W. Grube: Grundsätzlich bin ich der Meinung,

dass unsere Gesellschaft zur Teilhabe von Menschen

mit Handicap am Arbeitsleben in der Lage

ist. Wir hatten den Wunsch nach einem Betriebsmaler.

Das Angebot der Lebenshilfe in Form des

Fachdienstes Berufliche Integration hat uns überzeugt

und diesen Schritt wesentlich erleichtert.

Wir haben in Herrn Hüsig einen Menschen mit

Handicap gefunden, der eine qualitativ hochwertige

und sorgfältige Arbeit leistet.

A. Hüsig: Ich bin ein Mensch der sich gerne erreichbare

Ziele setzt. Eine unabhängige und

selbst bestimmte Lebensführung war und ist mir

wichtig. Ich wollte und will ohne staatliche Unterstützungsleistungen

(Grundsicherung) mein Leben

bestreiten und durch meine Arbeitsleistung

überzeugen – und natürlich auch Geld zum Leben

verdienen.

Gab es Hoffnungen oder Befürchtungen?

W. Grube: Es gab eher Erwartungen. Erwartungen

an die von Herrn Hüsig mitgebrachten Sozialkompetenzen

und Arbeitstugenden. Herr Hüsig

hat uns positiv überzeugt und ermutigt, weiterhin

Menschen mit Handicap zu unterstützen.

A. Hüsig: Ich hatte Angst nach meiner Zeit auf

dem betriebsintegrierten Arbeitsplatz doch nicht

in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis

von der Samtgemeinde Wathlingen übernommen

zu werden.

benötigt, ohne es jedoch an Sorgfalt und Qualität

mangeln zu lassen.

Wenn Sie sich die Situation mit allen positiven

und negativen Aspekten vergegenwärtigen, wie

sind Sie dann alles in allem zufrieden?

W. Grube: Der Zufriedenheitsgrad ist sehr hoch.

A. Hüsig: Ich bin zufrieden und arbeite gerne bei

der Samtgemeinde Wathlingen.

Was können Sie Arbeitgebern und Beschäftigten

mit auf den Weg geben?

W. Grube: Unsere Gesellschaft kann es sich leisten,

Menschen mit Beeinträchtigung sowohl am

gesellschaftlichen als auch am Arbeitsleben teilhaben

zu lassen. Sie sind ein Gewinn für jeden

Arbeitgeber und erhalten neue sinnvolle Perspektiven

der persönlichen Lebensplanung. Ich könnte

auch sagen, der ganze Prozess ist ein lohnenswertes

Experiment mit der Gefahr des „Erfolges“ für

alle Beteiligten.

A. Hüsig: Ich wünsche allen Beschäftigten der Lebenshilfe

Celle den Mut, realistische Lebensziele

zu entwickeln, zu verwirklichen und die ihnen gebotenen

Chancen für mehr Teilhabe am Arbeitsleben

zu nutzen.

Inwieweit hatte das Budget für Arbeit Einfluss

darauf, Herrn Hüsig einen sozialversicherungspflichtigen

Arbeitsplatz zu geben?

W. Grube: Das Budget für Arbeit als Fördermittel

hat überzeugt und wirkt sich positiv auf den

Stellenplan aus. Das Budget für Arbeit sorgt auch

für Verständnis, dass der Mensch mit Handicap

eventuell mehr Zeit für einzelne Arbeitsschritte

Wolfgang Grube und André Hüsig am Rathaus.

Seite 20


Budget für Arbeit

Behinderung und Beschäftigung auf

dem allgemeinen Arbeitsmarkt –

kein Widerspruch

Clemens M. Kasper stellt vor Unternehmern Beschäftigungsmöglichkeiten

vor, unter anderem das Budget für Arbeit.

Foto: Fotocredit Hans-Jürgen Wege

An zwei Terminen sprach Geschäftsführer Clemens

M. Kasper vor Unternehmerverbänden.

Zunächst auf Einladung der IHK Wolfsburg. Sie

vertritt Interessen von 65.000 Unternehmen in

Harburg, Lüneburg, Uelzen, Gifhorn, Celle, Heidekreis,

Gifhorn, Wolfsburg und Lüchow-Dannenberg

– eines davon ist die Hotelbetriebsgesellschaft

Celle gGmbH. In der Vollversammlung

sitzen 72 Delegierte aus den vorgenannten Landkreisen,

darunter Vizepräsident Thomas Treude,

Mitglied des Vorstandes des Lebenshilfe Celle e.V.

und der Gesellschafterversammlung. Der Schwerpunkt

der Ausführungen lag auf dem „Budget für

Arbeit“, aber auch weitere Arbeitsmarktprogramme

zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt waren

Thema.

Der zweite Termin fand beim Wirtschaftsrat

Deutschland im Rahmen des regelmäßigen Mittagsgesprächs

statt zum Thema: „Sozialunternehmen

– Konkurrenz zur Wirtschaft oder Motor der

Inklusion“. Es war erneut eine Gelegenheit, bei

Unternehmen für die Beschäftigung von Menschen

mit Beeinträchtigung – insbesondere aus

Werkstätten – zu werben. Beschäftigungsgeber,

die bereits ausgelagerte Arbeitsplätze zur Verfügung

stellen, konnten das Anliegen mit eigenen

positiven Erfahrungen bestätigen. Die Sorgen und

Vorbehalte der Unternehmer zur Beschäftigung

von „Schwerbehinderten“ lassen sich entkräften,

so Kasper. „Es gibt wirtschaftlich kein Problem

für einen Unternehmer, einen Menschen mit

Beeinträchtigung zu beschäftigen.“ Im Gegenteil,

das Land Niedersachsen fördere solche Beschäftigungsmodelle

zusätzlich mit dem Instrument

des „Budgets für Arbeit“, das bis zu 75 % des Tariflohnes

an die Unternehmen, so wie auch die

Unterstützungsleistung für den beeinträchtigten

Menschen umfasst. Zudem besteht ein uneingeschränktes

Rückkehrrecht. So sei garantiert, dass

sowohl die Unternehmen als auch die Menschen

mit Beeinträchtigungen von einer Anstellung profitieren.

Der Wirtschaftsrat Deutschland e.V. ist ein bundesweit

organisierter unternehmerischer Berufsverband

mit derzeit rund 12.000 Mitgliedern, der

1963 gegründet wurde. Er bietet seinen Mitgliedern

eine Plattform zur Mitgestaltung der Wirtschafts-

und Gesellschaftspolitik im Sinne der Sozialen

Marktwirtschaft. Der Wirtschaftsrat vertritt

Interessen der unternehmerischen Wirtschaft

gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

Beeindruckt von dem Thema besuchte der Wirtschaftrat

daraufhin am 30. Mai den Zweckverband

Abfallwirtschaft. Auf dessen Gelände hat

die Firma Hellmann Management Process eine

Halle errichtet, in der ca. 20 Beschäftigte der Celler

Werkstätten einen neuen Arbeitsplatz bei der

Zerlegung von Elektroschrott gefunden haben.

Die Lebenshilfe Celle gGmbH hat in der Vergangenheit

fast jedes Jahr zwei Budgets für Arbeit anstoßen

können. Fachdienst und Geschäftsleitung

zeigen sich erfreut, dass das Interesse bei Celler

Unternehmen geweckt scheint und die Nachfrage

nach Beschäftigten mit dem Budget für Arbeit

steigt.

Seite 21


Budget für Arbeit

Was ist das Budget für Arbeit?

Menschen mit Beeinträchtigungen, die Anspruch auf Leistungen im Arbeitsbereich einer Werkstatt

haben und denen von einer Arbeitgeberin/einem Arbeitgeber ein sozialversicherungspflichtiges

Arbeitsverhältnis mit einer tarifvertraglichen oder ortsüblichen Entlohnung angeboten wird,

sowie Menschen mit Beeinträchtigung, die anspruchsberechtigt wären, aber nicht in einer WfbM

arbeiten wollen, können das Budget für Arbeit erhalten.

I.d.R. werden Arbeitgeber|innen (bisher noch) von Mitarbeitenden der Werkstätten angesprochen,

wenn sie (anspruchsberechtigte) Interessenten vorstellen können. Künftig kann es aber

auch sein, dass der|die Anspruchsberechtigte direkt bei den Arbeit- bzw. Beschäftigungsgeber|innen

vorstellig wird.

Ein Lohnkostenzuschuss direkt an den|die Arbeitgeber|in ist dann möglich, wenn beim (örtlichen)

Sozialhilfeträger ein gültiger Arbeitsvertrag über ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis

mit einer tarifvertraglichen oder ortsüblichen Entlohnung vorgelegt wird. Der Lohnkostenzuschuss

ergeht dann direkt an den|die Arbeitgeber|in. Die Höhe des Zuschusses orientiert sich am

ortsüblichen oder Tariflohn und beträgt bis zu 75 % davon. Höchstgrenze sind 40 % der Bezugsgröße

in der Rentenversicherung (2018 sind das ca. 1218 Euro).

Der|die Arbeitgeber|in zahlt die Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung

sowie Berufsgenossenschaft) bis auf die Arbeitslosenversicherung (da bei einem missglückten

Versuch der Weg in eine Werkstatt offen ist – wo weitere Unterstützungsleistungen erbracht

werden, evtl. auch für einen erneuten Versuch). Der Bewilligungszeitraum umfasst in der

Regel zwei Jahre. Eine Verlängerung um jeweils zwei Jahre ist dann möglich und kann unbegrenzt

fortgesetzt werden.

Was gewinnen Arbeitgeber|innen, wenn sie sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für

Menschen aus Werkstätten bereitstellen?

Menschen mit Beeinträchtigung sind am geeigneten Arbeitsplatz zuverlässige und motivierte Mitarbeiter|innen.

Sie machen einen guten Job.

Damit Sie wirklich geeignete Mitarbeiter|innen finden, helfen Ihnen die Arbeitsmarktprofis aus

der Werkstatt. Die Sozialbehörde garantiert dauerhaft eine angemessene Lohnsubventionierung

sowie eine zuverlässige und professionelle Unterstützung und Begleitung des Beschäftigungsverhältnisses

im notwendigen und gewünschten Umfang (idealerweise durch einen Fachdienst aus

der Werkstatt, der die Beschäftigten genau kennt).

Die angebotene finanzielle Förderung stellt wirtschaftliche existenzsichernde Beschäftigung der

Menschen aus Werkstätten auf dem ersten Arbeitsmarkt dauerhaft sicher.

Als Unternehmen oder öffentliche Hand zeigen Sie Ihre soziale Verantwortungsbereitschaft gegenüber

Kunden, Mitarbeitenden und Öffentlichkeit.

Ersparnis bei der Ausgleichsabgabe.

Wer die Beschäftigungsquote nicht zu erfüllen hat oder sie bereits erfüllt hat, erhält 250 Euro

zusätzlich.

Sollte die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes erschwert sein, unterstützt der Sozialhilfeträger die

Beschäftigten zusätzlich in begrenztem Rahmen.

Seite 22


Celler Werkstätten

Auszeichnung für „inklusive Betriebe“

Der Landkreis Celle will ein Zeichen für mehr Inklusion

setzen. Um einen Anreiz für Betriebe zu

schaffen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen,

sollen vorbildhafte Inklusionsbemühungen

durch die Vergabe der Türplakette „Inklusiver Betrieb“

ideell gefördert und gewürdigt werden. Am

Dienstag hat sich die Politik im Sozialausschuss

des Kreistages einstimmig hinter die Pläne der

Verwaltung gestellt, gab Landkreis-Sprecher Tore

Harmening nach der Sitzung bekannt.

Die Auszeichnung „Inklusiver Betrieb“ soll die

Bereitschaft von Unternehmen erhöhen, die

Fähigkeiten und Potenziale von Menschen mit

Behinderungen bei Einstellungsverfahren zu

berücksichtigen, hofft der Landkreis, der den

„Aktionsplan Inklusion 2017/18 für ein barrierefreies

Niedersachsen“ umsetzen will. Der Plan

beschreibt Ziele und formuliert konkrete Vorschläge

aus allen Bereichen des gesellschaftlichen

Lebens, um die UN-Behindertenrechtskonvention

nach und nach umzusetzen.

Im nächsten Schritt will der Landkreis Celle Vertreter

der Einrichtungen mit Werkstätten für

Menschen mit Behinderung – also Lebenshilfe,

Lobetalarbeit, Werk- und Lebensgemeinschaft

Dalle – sowie die Kreishandwerkerschaft und die

Industrie- und Handelskammer an einen Runden

Tisch holen, gab Harmening bekannt. Dort soll

ausgelotet werden, wie das Konzept am besten

umgesetzt werden kann.

Fortbildungstage

für alle Kolleg|inn|en der Werkstatt im Februar 2018

Zwei Tage raus aus dem Alltag, Abstand gewinnen

und sich intensiv mit einer Thematik auseinandersetzen.

Das ist ein Privileg und Gewinn für alle,

aber auch ungewöhnlich fordernd.

In diesem Jahr standen für alle Mitarbeiter|innen

der Celler Werkstätten inhaltlich zwei Themen im

Mittelpunkt:

• Menschen mit psychischer Beeinträchtigung

• Personenzentrierte Teilhabeplanung

Menschen mit psychischen und psychiatrischen

Störungsbildern gehören in immer größerem Umfang

zu unserem Alltag. Wir müssen uns auf sie

in besonderer Weise einstellen, in den Arbeitsangeboten,

im Umgang und in der Ansprache und

nicht zuletzt in der beruflichen Rehabilitation.

Das Schreiben der Hilfe- bzw. Teilhabeplanung ist

kein neues Thema – seit vielen Jahren gesetzlich

verankert – und doch wird es in Zukunft vermehrt

ein wesentliches Instrument zur Darstellung unserer

Arbeit und damit zur entscheidenden Basis

für die Wirksamkeitskontrolle. Obwohl das

Thema schon lange „bewegt“ wird, gab es noch

immer unterschiedliche Wissensstände und unterschiedliche

Erfüllungsgrade. So konnten die

Fortbildungstage ganz „personenzentriert“ genutzt

werden: Grundwissen erwerben, Wissen

vertiefen und an Beispielen anwenden oder einfach

den Rahmen zum konzentrierten Arbeiten

am Thema in kleinen Teams nutzen.

Schön zu sehen, dass auch Kolleg|inn|en mit

langjähriger Erfahrung Nutzen aus der vom Arbeitsalltag

losgelösten und strukturierten Vorgehensweise

ziehen können.

• Wie gut kennen wir die Menschen in unterschiedlichen

Settings und Aspekten?

• Wie gut kennen wir die Potentiale und die

Wünsche der Menschen?

• Welche Ziele lassen sich daraus ableiten und

mit welchen Maßnahmen erreichen?

Als letztes Thema der Fortbildung wurde das

Werkzeug „Supervision“ vorgestellt. Theoretisch

und mit kleinen Praxisbeispielen wurde von dem

Supervisor Helmut Maliers verdeutlicht, welchen

Wert die Supervision in der praktischen Arbeit,

in der Rollen- und Beziehungsdynamik zwischen

Mitarbeiter|innen und Beschäftigtem und in der

Zusammenarbeit im Team oder auch in der Organisation

haben kann.

Marion Klie

Seite 23


Werkstätten:Messe

Staunen, Lernen, Mitmachen auf der

Werkstätten:Messe – aber, „Franken hat Schranken“!

Beim Karriere:Forum konnte sich Aynur Berse (Mitte), Frauenbeauftragte

der Celler Werkstätten, mit der Frauenbeauftragten

der Lebenshilfe Aachen austauschen.

Seit 1991 gibt es die Werkstätten:Messe, welche

seit 2006 in Nürnberg stattfindet. In diesem Jahr

waren rund 160 Aussteller vor Ort. Die Messe

zeigt auf, welche wichtige Rolle Werkstätten für

Menschen mit Beeinträchtigung in unserer Gesellschaft

haben. Die Besucher bekommen einen

Eindruck, welche Leistungen und Visionen hinter

dem Begriff Inklusion stehen, und die Fähigkeiten

von Menschen mit Beeinträchtigungen werden

der Öffentlichkeit bewusst gemacht. Die Werkstätten:Messe

Nürnberg fand dieses Jahr vom 18.

bis 21. April statt. Dienstleistungen, Produkte, Bildungskonzepte

und vieles mehr wurden im Messezentrum

Nürnberg präsentiert.

Auch wir waren auf der Messe als Besucher unterwegs.

Einen Tag vor Beginn der Messe sind wir

mit der Bahn nach Nürnberg gereist und konnten

in das schöne Hotel einchecken. Am nächsten Tag

ging es dann nach dem Frühstück zur Messe, welche

in nur 15 Minuten zu Fuß erreichbar war. Im

Vorfeld haben wir uns schon thematisch passende

Fachvorträge ausgesucht, sodass wir uns vor Ort

nur räumlich orientieren mussten. Die Vorauswahl

war auch wichtig, denn immerhin wurde dem Besucher

eine Auswahl aus 90 verschiedenen Fachvorträgen

geboten. Unsere Gruppe teilte sich auf,

da verschiedene Fachvorträge besucht werden

wollten. Zum Mittag trafen wir uns wieder, um gemeinsam

etwas zu essen und uns auszutauschen.

Positiv ist uns aufgefallen, dass überall Menschen

zu erkennen waren, welche beispielsweise Fragen

z.B. zur Orientierung beantworteten.

Unsere Gruppe besuchte Fachvorträge unter anderem

zu den Themen Bundesteilhabegesetz,

Tätigkeit und Aufgaben der Werk statträte, zur

neuen Werkstättenmitwirkungsverordnung, der

Gewaltprävention in Werkstätten und zum Thema

herausforderndes Verhalten in Einrichtungen

in der Rolle der Frauenbeauftragten.

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass wir die Informationen

in der Tagesübersicht des Rahmenprogramms

als nicht ausreichend empfanden.

Beispielsweise war nicht zu erkennen, ob ein Vortrag

in Leichter Sprache gehalten wird oder ob ein

Gebärdendolmetscher vor Ort ist. Leichte oder alternativ

einfache Sprache wurde unserer Auffassung

nach bei den Vorträgen zu wenig angeboten.

Brailleschrift sowie Orientierungshilfen auf dem

Boden für Menschen mit Sehbeeinträchtigung

sind uns auch nicht aufgefallen. Ebenso wurde

nicht gekennzeichnet, ob sich die Fachvorträge

für Interessierte, Anfänger oder Fortgeschrittene

eignen. So waren beispielsweise die Fachvorträge,

die sich mit dem Amt der Frauenbeauftragten

befassten, meist für Menschen ausgelegt,

die sich für das Thema interessieren oder gerade

erst mit dem Amt beginnen. In jedem Vortrag zu

diesem Thema wurde bei Grundsätzlichem begonnen

und leider gab es keine neuen Informationen

oder einen intensiven Austausch über Erfahrungen.

Die Grundidee, über dieses recht neue

Thema zu informieren, ist erstmal gut, dennoch

wäre eine Kennzeichnung im Rahmenprogramm

Die Gruppe besuchte viele Fachvorträge.

Seite 24


Werkstätten:Messe

Auf der Werkstätten:Messe gab es viel Interessantes zu

entdecken.

sinnvoll gewesen, um die Zeit für andere Fachvorträge

nutzen zu können. Die Auswahl war sehr

groß, thematisch interessante Vorträge waren oft

zeitgleich und die Entscheidung fiel nicht leicht.

Gut fanden wir das Karriere:Forum, dort konnten

die Besucher Informationen zu Bildung, Weiterbildung,

Fortbildungen und Beschäftigungsmöglichkeiten

für Menschen mit Beeinträchtigung

erhalten. Das Karriere:Forum bot unter anderem

eine Gesprächsrunde, bei welcher sich die

Frauenbeauftragten unter der Moderation der

Frauenbeauftragten der Lebenshilfe Aachen austauschen

konnten. Das war sehr informativ und

der Austausch anregend. Trotz einiger Verbesserungsvorschläge

unsererseits, welche wir dem

Veranstalter natürlich auf den Evaluationsbögen

rückmeldeten, konnten wir viele Informationen

sammeln, welche uns auch zum „Feierabend“

noch beschäftigten.

In der Ausstellerhalle durften wir mit unseren

Sinnen die Angebote entdecken. Die Aussteller

haben freundlich ihre Produkte und Dienstleistungen

erklärt oder auch vorgeführt. Es gab viel

interessantes, erstaunliches aber auch kurioses

zu entdecken. So haben wir beispielsweise eine

Kerze aus einer kompletten Toilettenpapierrolle

gesehen. Diese, so wurde uns erklärt, wird nachdem

ein Docht hineingesteckt worden ist, in Paraffin

getaucht. Eine Kerze der etwas anderen Art.

Auf der Messe durften wir nicht nur Menschen

dabei zusehen, wie sie vor Ort Produkte herstellten,

wir durften uns auch selbst ausprobieren. So

hat ein Mitglied unserer Gruppe an einem Stand

Gläser graviert. Mittwoch und Donnerstag vergingen

wie im Flug – gefüllt mit einem achtstündigen

Aufenthalt auf der Messe. Wer Interesse an dem

vielfältigen Programm hat, kann sich auf der Internetseite

der Werkstätten:Messe das Gesamtprogramm

von diesem Jahr ansehen.

An den Abenden ließen wir beim gemütlichen

Beisammensein den Tag noch einmal Revue passieren

und haben die Gegend erkundet. Am Donnerstagabend

lud uns Herr Dr. Kasper, nach einem

Spaziergang durch die Nürnberger Innenstadt,

zu einem zünftigen Essen im „Zum Spießgesellen“

ein. Dort haben wir bei traditionellen fränkischen

Speisen den Tag ausklingen lassen. Am

Freitag sind wir früh aus dem Hotel ausgecheckt

und durften noch einen halben Tag auf der Messe

Fachvorträge anhören und durch die Ausstellungshalle

gehen, bevor wir mit dem Zug und vielen

Eindrücken im Gepäck wieder Richtung Celle

fuhren.

An den Abenden wurde die Gegend erkundet.

Grundsätzlich möchten wir hier noch erwähnen,

dass Nürnberg stellenweise barrierefreier sein

könnte. Nicht nur die Zugänge im Bahnhof und

der U-Bahn waren für Menschen, die auf einen

Fahrstuhl angewiesen sind, schlecht ausgeschildert,

zu wenig angeboten oder defekt, auch die

Erklärungen an den U-Bahn-Stationen waren

kompliziert beschrieben. Eine Person unserer

Gruppe ist bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl

angewiesen und traf mit ihrem Spruch

„Franken hat Schranken“ eine treffende und einprägsame

Aussage.

Bereits jetzt wünschen wir den Teilnehmern und

Teilnehmerinnen im nächsten Jahr eine spannende

Zeit auf der Werkstätten:Messe 2019.

A. Berse, F. Gerlach, F. Mischok, H.-D. Paes, P. Heinemann,

F. Schöpp, A.K. Müller-Dreßler

Seite 25


Mitwirkungsgremien

Aktuelles vom Werkstattrat

Liebe Leserinnen und Leser, wir, die Vertreterinnen

und Vertreter des Werkstattrates der Celler

Werkstätten, möchten Ihnen gerne einen kurzen

Einblick in unsere Arbeit geben.

Seit Jahresanfang halten wir regelmäßige Sitzungen

in der Betriebsstätte Bergen ab. Dort sind wir

für alle Kolleginnen und Kollegen persönlich ansprechbar

und können bei Problemen direkt vor

Ort mit der Betriebsstättenleitung reden. Unsere

Sitzung in Bergen findet alle vier Wochen statt.

Um aber auch in der Zwischenzeit auf Anfragen

der Beschäftigten aus Bergen schnell reagieren zu

können, unterstützt uns die Verbindungsfrau des

Werkstattrates vor Ort. Sie sammelt alle wichtigen

Informationen, Anregungen und Beschwerden

und leitet diese an uns weiter.

Wir als Werkstattrat haben in der Betriebsstätte

Bergen beispielsweise Begehungen des dortigen

Ruheraumes und der Sozialräume durchgeführt

und aufgefallene Mängel direkt mit der Betriebsstättenleitung

besprochen, damit diese schnell

behoben werden können.

Zukünftig wollen wir unsere Präsenz auch auf

die Betriebsstätten Nienhagen und Groß Hehlen

(ZAC) ausdehnen.

Im Rahmen unserer Arbeit stehen wir im Kontakt

mit den Leitungen der Bereiche Arbeit und

Qualifikation, Soziales und Bildung sowie der

Geschäftsführung der Lebenshilfe Celle gGmbH.

So nehmen wir zum Beispiel an Vorstellungsgesprächen

teil oder besprechen in verschiedenen

Arbeitsgruppen Themen wie eine neue Entgeltordnung

oder die Arbeitsbegleitenden Angebote

(ABA). Weiterhin nehmen wir auch unser Mitbestimmungsrecht

zu Fragen der Betriebspausen in

Anspruch.

Zukünftig wollen wir als Werkstattrat mit anderen

Gremien noch enger zusammenarbeiten. So

haben wir uns bisher schon zweimal mit dem Betriebsrat

getroffen oder haben den Vorsitzenden

des Elternbeirates zu einem Gespräch eingeladen

und Informationen ausgetauscht.

Regelmäßig nehmen Vertreter des Werkstattrates

an den Treffen der Regionalen Arbeitsgemeinschaft

Nord-Ost Niedersachsen und der Landesarbeitsgemeinschaft

Niedersachsen teil. Hier

tauschen wir uns mit den Werkstatträten anderer

Werkstätten zu wichtigen Themen, wie jetzt

hochaktuell dem Bundesteilhabegesetz, und den

Auswirkungen auf unsere Arbeit aus. So geschehen

am 30. Mai der Landeskonferenz der LAG:

Werkstatträte 2018 in Verden (Aller).

Mit freundlichen Grüßen

Der Werkstattrat der Celler Werkstätten

Der Werkstattrat der Lebenshilfe Celle.

Seite 26


Celler Werkstätten

Der Kreis-LandFrauenverband Celle

besucht die Celler Werkstätten

Am 24. Mai besuchte der Kreis-LandFrauenverband

Celle die Hauptwerkstatt in Altencelle, um

sich unter anderem zum Thema Inklusion und

Teilhabe am Arbeitsleben zu informieren.

Die Landfrauen sind in ihrer Funktion als Amtsträgerinnen

und Ehefrauen von Amtsträgern, Geschäftspartnern

sowie Vereinsvorständen maßgeblich

meinungsbildend in den Kommunen

unterwegs. Sie sind somit wichtige Partnerinnen

im Eingliederungsprozess vor Ort in den jeweiligen

Gemeinden. Ihr Netzwerk, ihr Know-how

und ihr aktives Engagement sind sehr vielfältig

und beeinflusst die gesellschaftliche Teilhabe verschiedenster

Randgruppen. Angemeldet waren

48 Damen, die in fünf Gruppen zu je 9–10 Personen

durch die Werkstatt geführt wurden.

Neue Zertifizierung

nach ISO 9001:2015

1998 erhielt die Werkstatt der Lebenshilfe Celle

gGmbH als eines der ersten Unternehmen der

Eingliederungshilfe in Deutschland das Zertifikat

für ein erfolgreich eingeführtes Qualitätsmanagementsystem.

Im März 2018 hat die Lebenshilfe

gGmbH das neue Zertifikat der Norm ISO

9001:2015 als Dokumentation eines qualitätsbewussten

markt- und kundenorientierten Unternehmens

erhalten.

Qualitätsmanagement ist dabei ein sich ständig

weiterentwickelnder Prozess aus der Planung und

Festschreibung verbindlicher Ziele und Standards.

Dies beinhaltet die Organisation und Steuerung

der Durchführung dieser Ziele und einer anschließenden

Messung des Erreichten. Dieser Prozess

einer kontinuierlichen Entwicklung, von Überprüfungen

und Verbesserungen der Lebenshilfe Celle

gGmbH seit 1998 erreicht mit der Zertifizierung

nach ISO 9001:2015 eine neue Stufe als verlässlicher

Partner und qualitätsbewusstes Wirtschaftsund

Sozialunternehmen in der Region. Damit ist

gewährleistet, dass die Lebenshilfe Celle gGmbH

auch in Zukunft für Ihre Beschäftigten und deren

Angehörige, den Mitarbeitenden, den Kunden

und Lieferanten bestmögliche Dienstleistungen

und Produkte anbieten kann und Teilhabe an der

Gemeinschaft und dem Arbeitsleben für die Beschäftigten

ermöglicht.

Im Rahmen der neuen Norm ISO 9001:2015 ist es

zu einer Erweiterung der Zielgruppen auf alle im

Prozess einer Qualitätssicherung relevanten interessierten

Parteien gekommen. Dieser Ansatz unterstützt

die im Leitbild der Lebenshilfe Celle gGmbH

benannte gesellschaftliche Verantwortung

und Gestaltung eines gesellschaftlichen Umbaus

unter Einbeziehung aller Akteure im Sozialraum.

Die Qualität unserer Arbeit orientiert sich an der

Selbstbestimmung und der Würde des Menschen.

Dafür überprüfen wir den Erfolg unseres Handelns

und richten uns an den Bedürfnissen der

Menschen aus. Ein Qualitätsmanagementsystem

nach ISO 9001:2015 unterstützt uns dabei und

hilft uns, zukünftige Aufgaben und Herausforderungen

zu meistern und langfristig Angebote zur

Teilhabe zu sichern.

So werden wir auch in Zukunft ein kompetenter

und verlässlicher Partner für unsere Beschäftigen

und Mitarbeitenden, die Industrie und Privatkunden

sowie Angehörige und Leistungsträger sein.

Oliver Ronning

Seite 27


Neues Wohn- und

Dienstleistungsangebot für Autisten

Das Wohnangebot für unsere Besucher der Tagesstätte

für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung

in Altencelle wird in absehbarer

Zeit nicht mehr fortbestehen können.

Der Mietvertrag und die Leistungsvereinbarung

für diese Wohngruppe laufen in absehbarer

Zeit aus. Der aktuelle Anbieter wird absehbar

in Celle kein neues Wohnungsangebot zur Verfügung

stellen. Die Bewohner, Eltern und Betreuer

wünschen sich jedoch, dass sie in Celle

bleiben können und weiterhin die Tagesstätte

der Lebenshilfe besuchen. Um den betroffenen

Beschäftigten das gewohnte Gruppengefüge und

den Arbeitsplatz zu erhalten, wollen wir ein alternatives

Wohnangebot schaffen, das dem besonderen

Unterstützungsbedarf dieser Personen

entspricht.

Die geplante Wohngruppe bestehe daher auch

aus klar strukturierten Räumen, in denen sich

die Mieter gut orientieren können. „Das Unterstützungskonzept

auf ambulanter Ebene funktioniert

nur, wenn sich alle Wohngruppenmitglieder

auf jeweils einen Dienstleister einigen,

der pädagogische und pflegerische Dienste

übernimmt: Verschiedene Anbieter würden die

Mieter verunsichern“, so Katharina Külp, Leitung

Leben und Wohnen. „Wir können Menschen mit

besonderem Bedarf nicht einfach mitten in den

Lebensraum einpflanzen. Wir müssen vielmehr

gemeinsam Perspektiven entwickeln, ihnen sicheren

Halt geben.“

Der heilpädagogische Kindergarten und ein Teil

der Comenius-Schule ziehen im Sommer in die

sanierten Gebäude der ehemaligen Erich-Kästner-Schule

nach Garßen. Auf dem dann frei

werdenden Gelände wird ein Gebäude für neue

Wohnformen errichtet. Es werden zwölf Apartments

entstehen mit persönlichen Bereichen

und Gemeinschaftsräumen. Außerdem wird ein

Garten eingerichtet, um dem erhöhten Bewegungsbedarf

der Mieter zu entsprechen.
























































Leben und Wohnen




















































































Lebenshilfe Celle











Planungsentwürfe für das neue Gebäude, die Wahl fiel auf

das obere Gebäude.





Seite 28


Leben und Wohnen

Entwicklungsphänomen Autismus

„Autismus ist ein Entwicklungsphänomen, was bedeutet, dass es im Mutterleib beginnt, es angeboren

ist und während der gesamten Lebensdauer einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung

auf verschiedenen Ebenen hat“, definiert Autismuswissenschaftler Nick Walter, Professor am

California Institute of Integral Studies und selbst Autist, Autismus. „Autismus verursacht charakteristische,

untypische Arten des Denkens, der Bewegung, der Interaktion sowie der sensorischen

und kognitiven Verarbeitung.“ Eine oft herangezogene Analogie sei, dass autistische Menschen ein

anderes neurologisches „Betriebssystem“ haben als nicht-autistische Menschen. Autismus ist eine

genetisch bedingte menschliche neurologische Variante. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten

darauf hin, dass autistische Gehirne durch einen besonders hohen Grad an synaptischer Konnektivität

und Reaktionsvermögen gekennzeichnet sind. Das führt dazu, dass die subjektive Erfahrung

der autistischen Personen intensiver und chaotischer ist als die nicht-autistischer Personen:

Sowohl auf sensorisch-motorischer als auch auf kognitiver Ebene neigt der autistische Verstand

dazu, mehr Informationen aufzunehmen, und die Auswirkungen von jedem bisschen Information

tendieren dazu, sowohl stärker als auch weniger vorhersehbar zu sein. Nach derzeitigen Schätzungen

sind ungefähr ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung autistisch. Während die Anzahl der

Menschen, die als autistisch diagnostiziert wurden während der letzten Jahrzehnte kontinuierlich

gestiegen ist, weisen Aussagen darauf hin, dass dieser Anstieg an Diagnosen das Ergebnis eines

gestiegenen öffentlichen und fachlichen Bewusstseins ist, anstatt einer tatsächlichen Zunahme

der Häufigkeit von Autismus.

Ein Beitrag zu Kunst und Kultur

Das Ambulant Begleitete Wohnen steht im Allgemeinen

für Unterstützung beim Wohnen in

der eigenen Wohnung. Viele Aufgaben betreffen

dabei die Wohnungssuche selbst, persönliche

Angelegenheiten, Krisen, Gänge zu Post und

Ämtern und Fragen der Gesundheit, Planung

und Pflege des Haushalts und Fragen zum Thema

Geld. Darüber hinaus bietet das ABW Veranstaltungen

zu Freizeit, Bildung und Kultur an.

Heute freuen wir uns ganz besonders, Entdecker

Krummheit von Martin Voigt

Sie sagen du bist missgestaltet,

sie werden dich greifen,

sie wollen dass sich deine Schönheit entfaltet,

sie werden dich schleifen,

sie sagen aus dir wird ein Brillant.

Was Krummheit war, wird zu geraden Flächen,

haben sie denn keinen Verstand?

Die Natur so hart zu brechen

du sagst, das Leben muss sich winden

für sie geht alles nach der Uhr

sein zu dürfen von vorhandenen Talenten. Martin

Voigt arbeitet in der Datendigitalisierung der

Celler Werkstätten und hat dem ABW-Team eigene

Gedichte vorgestellt und das Team ist begeistert

davon und konnte Martin Voigt überzeugen,

das Gedicht auch hier vorzustellen. Im Team des

ABW hat es großen Anklang und Interesse gefunden

und Nachdenklichkeit ausgelöst. Aber erfahren

Sie es selbst:

und das muss dich entbinden

von ihrer kalten Kultur.

Du sagst sie sollen dich nicht fassen,

du bist deiner Ungestalt treu

und auch wenn sie dich dafür hassen.

Die Künste entstehen in dir neu

dann wird sich Kultur neu erheben,

deine Schiefheit bringt sie hervor,

die alte aber wird zerbeben

weil sie ihre Seele verlor.

Angelika Hentschel

Seite 29


Leben und Wohnen

Wohnpark Schieblerstraße

Nach langem Warten und vielen spannenden

Momenten war es endlich soweit!

Am 9. April konnten die neuen Häuser bezogen

werden. Da die Baumaßnahmen nicht nur die

neuen Gebäude umfassen, sondern auch den

Umbau in der 2. Etage des Haupthauses, zogen

zehn der hier lebenden Mieter in die neuen Gebäude.

Im Vorfeld wurde mit allen Beteiligten

besprochen, wo sie zukünftig leben möchten.

Einige wollten gerne ein anderes Zimmer im

Haupthaus beziehen, zwei Mieterinnen zieht es

zukünftig in ein anderes Wohnangebot der Lebenshilfe

und die restlichen Beteiligten des Hauses

hatten den Wunsch, in die neuen Gebäude

zu ziehen. Mit ihren Fotos konnten sie sich nun

dorthin pinnen, wo sie während der Umbaumaßnahmen

und auch zukünftig wohnen möchten.

Die Mieter aus der 2. Etage des Haupthauses

im Wohnpark hatten zusammen mit den Mitarbeitern

vorher fleißig ihr Hab und Gut verpackt,

sodass ein Umzugsunternehmen das Eigentum

sicher in die neuen Zimmer transportieren konnte.

Für einige Mieter sind die neuen Zimmer erst

der Übergang, denn sie werden voraussichtlich

im August, nach Fertigstellung des Umbaus, in

die zweite Etage zurückziehen. Bis dahin bleibt

es spannend im Wohnpark Schieblerstraße.

Nadine Treder

Der neue Wohnpark Schieblerstraße passt sich in die Bebauung ein. Vorne rechts die sozialräumliche Begegnungsstätte.

So wünschen sich die Mieter ihre neuen Zimmer.

Seite 30


Leben und Wohnen

Wohnpark Schieblerstraße

1980 Kauf des „Else-Wex-Hauses“ in der Schieblerstraße | 2013 Planungsbeginn für den Umbau

2017 Baubeginn | 2018 Fertigstellung

Der Wohnpark Schieblerstraße besteht aus mehreren Gebäuden auf dem Grundstück Schieblerstraße

27 in 29223 Celle mit einer Größe von ca. 2.500 m 2 . Von der Gesamtfläche der Gebäude

(1.538,09 m 2 ) nutzt der ambulante Bereich einen Teilbereich mit einer Fläche von 118,01 m 2 und

die Tagesstruktur einen Teilbereich mit einer Fläche von 205,45 m 2 .

1. Bestandsgebäude nach Umbau

Keller: 1 Großküche, 2 Bäder mit Badewanne, 1 Mitarbeiter-WC, 1 Hobby- u. Arbeitsraum,

diverse Abstellräume

EG: 3 Gruppenräume (werden auch als Ess- und Gemeinschaftsräume genutzt,

tagsüber auch als neue Tagesstätte für Senioren),

Verteilerküche, 1 Toilette mit Waschtisch, 1 Bereitschaftszimmer mit Büro,

1 Mitarbeiterdusche mit Toilette und Waschtisch, 1 Büro

1 OG: 10 Zimmer mit Waschtischen, 4 Bäder mit Duschen, Toiletten, Waschtischen,

2 Gästezimmer

2.OG: 5 Zimmer mit Waschtischen, 2 Bäder mit Duschen, Toiletten, Waschtischen,

1 Abstellraum mit Treppe zum Dachboden, 1 Gästezimmer mit Waschtisch

2. Wohnstätte neu West

EG: 3 Zimmer, 1 Bad mit Toilette, Dusche, Waschtisch, 1 WC mit Waschtisch,

1 Abstellraum (für Gruppenwohnen)

3. Wohnstätte neu Nord

EG: 2 Apartments, 1 Bad mit Dusche, Toilette, Waschtisch, 1 Abstellraum

1. OG: 2 Apartments, 1 Bad, 1 Abstellraum (Ambulanter Bereich)

4. Wohnstätte neu Ost

EG: 2 Apartments, 2 Bäder mit Duschen, Toiletten, Waschtischen

1. OG: 2 Apartments, 1 Bad mit Dusche, Toilette, Waschtisch, 1 Abstellraum

Eigentümer: Lebenshilfe Celle gGmbH, Alte Dorfstraße 4, 29227 Celle

Platzkapazität: 24 Belegungsplätze und 3 Gästezimmer

Im vorderen Teil des Grundstücks öffnet sich der Wohnpark mit Carport, Fahrrad-Port und vor

allem mit der lichten sozialräumlichen Begegnungsstätte zum Quartier hin.

Seite 31


Vermischtes

Heiße Stimmung in Gifhorn

KABELBRUCH spielt beim Dienstjubiläum

Auch andere Städte haben Lebenshilfe-Werkstätten,

und auch dort werden die Beschäftigten mit

einer runden Anzahl von Dienstjahren gefeiert.

So geschah es auch am 29. und am 31. Mai in der

Werkstatt in Gifhorn. Für diese Feier wurde ein

angemessener musikalischer Rahmen gesucht,

und deshalb wurde KABELBRUCH, die Band der

Celler Werkstätten, angefragt.

Gern haben wir zugesagt und uns bei hochsommerlichen

Temperaturen auf den Weg gemacht.

In Gifhorn wurden wir herzlich empfangen und

gleich mit Getränken und Eis bewirtet.

Die Jubilar-Ehrung war im lockeren Rahmen fröhlich

und feierlich. Die Beschäftigten lauschten

aufmerksam den Festreden von Werkstattleitung

und Werkstattrat. Zwischendurch stimmten wir

unsere Lieder an, darunter auch das inzwischen

berühmt-berüchtigte „Stau bei Lauenau“. Wir

ernteten dafür einen großen Beifall, so dass wir

uns fast wie auf einem Rockfestival fühlten.

Nach der Veranstaltung wünschten sich einige

unentwegte Beschäftigte noch dringend eine

Zugabe und tanzten zu unserer Musik. Während

des Abbaus kam dann die Frage: „Kommt ihr im

nächsten Jahr wieder?“

Warum eigentlich nicht? Wir sind gespannt.

KABELBRUCH erntete großen Beifall.

Barbara Wegerif

Sportangebot mit neuen Impulsen

Liebe Leserinnen und Leser, mein Name ist Kerstin

Sauerwald-Weiß, und ich bin seit Januar 2018 die

neue Sportfachkraft hier bei der Lebenshilfe.

Meine Aufgabe ist die Planung, Entwicklung und

Durchführung eines gesundheitsorientier ten

Sport programms für alle Beschäftigten und Mitarbeitenden.

Dazu gehört z.B. die Bewegte Pause und

der inklusive Sport nach Feierabend für alle Kolleginnen

und Kollegen. Die Teilnahme an sportlichen

Events ermöglichen sowie die Verwaltung

der Turnhalle liegen in meinem Aufgabenbereich.

Mittlerweile habe ich bereits viele Beschäftigte

und Kolleg|inn|en kennenlernen dürfen und viele

konnten mir ihre Wünsche, Gedanken und Anregungen

mitteilen. Ich freue mich sehr über diese

vielfältigen Sportangebotswünsche und das starke

Interesse, sich sportlich zu betätigen.

Bevor ich hier angefangen habe, war ich 15 Jahre

an einer Grundschule in Celle tätig. Dort war ich

ebenfalls im Sportbereich

beschäftigt.

In einer jahrelangen

Kooperation mit der

Paul-Klee-Schule habe

ich angefangen,

mit Menschen mit

Beeinträchtigung zu

arbeiten und viele

Erfahrungen sammeln

können.

In meiner freien Zeit

bin ich entweder mit

dem Fahrrad unterwegs oder im Wasser zu finden.

Ich freue mich auf eine interessante, sportliche

und gute Zusammenarbeit in der Lebenshilfe

Celle.

Seite 32


Vermischtes

Wasa-Lauf 2018

Bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein

hat sich der Frühling im März schon einmal warmgelaufen.

Nach den eisigen Temperaturen im Februar

und dem gefühlt nicht enden wollenden

Winter, sorgte das tolle Wetter mit dem bisher

wärmsten Tag des Jahres für perfekte Rahmenbedingungen

und für Frühlingsgefühle bei den Teilnehmern

und den tausenden Zuschauern an der

Strecke.

Kerstin Sauerwald-Weiß ging mit einer 26-köpfigen

Gruppe beim 36. Celler Wasa-Lauf an den

Start.

Special Olympics

Kiel 2018

Als vor einem halben Jahr feststand, dass die 15

interessierten Beschäftigten der Celler Werkstätten

der Lebenshilfe als Helfer bei den Special

Olympics 2018 in Kiel teilnehmen können, war die

Freude sehr groß. Diese Freude gipfelte mit der

Zusage für die Kostenübernahme der Unterkunft

durch die Lebenshilfe Celle.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren haben

sich Beschäftigte bei den nationalen Spielen in

Hannover 2016 sowie bei den Landesspielen 2017

in Hildesheim mit großer Motivation als Helfer|innen

engagiert.

Am 15. Mai machten wir uns also auf „die große

Fahrt“ in den Norden, und bezogen am Nachmittag

unsere Zimmer im Gasthof Schlüter in der

Nähe von Kiel.

Mittwoch dann war es endlich soweit, der Tag des

ersten Helfereinsatzes. Wir wurden von der zuständigen

Koordinatorin der Special Olympics am

Uni Sportforum empfangen. Nach erfolgreicher

Akkreditierung gab es Ausweise und T-Shirts für

die Teilnehmer|innen. Anschließend lernte jeder

die Mitglieder des Teams kennen, mit denen die

nächsten drei Tage gemeinsam gearbeitet werden

sollte. Das vor drei Jahren erstmals angewandte

Konzept des „Tandemprojekts“ in Hannover wurde

auch in Kiel umgesetzt. Dabei werden Teams

von Menschen mit und ohne Handicap gebildet,

um gemeinsam in den entsprechenden Bereichen

zu helfen. Die Celler halfen in ihren Teams beim

Catering, an der Information, an Getränkeständen

und beim wettbewerbsfreien Angebot.

Ein besonders guter Kontakt hat sich schnell zu

zwei Helferinnen aus Kiel aufgebaut, die uns nach

Seite 33


Vermischtes

Feierabend die schönen Seiten der Stadt gezeigt

haben und über die Spiele hinaus gerne in Kontakt

bleiben möchten.

So unterschiedlich also auch die Erwartungen und

Beweggründe einer Teilnahme im Vorfeld waren,

am Ende der drei Einsatztage waren alle begeistert

von der Atmosphäre und den tollen Erfahrungen

die man sammeln konnte, sodass einheitlich

der Wunsch geäußert wurde, wieder an so einer

Veranstaltung teilnehmen zu wollen.

Stolz und zufrieden machten wir uns am Freitagnachmittag

wieder auf den Heimweg, nachdem

sich die Koordinatorin der über 50 Tandemteams

in einer kleinen Rede besonders für den großartigen

Einsatz der Lebenshilfe Celle mit den 15 Teilnehmern

bedankte.

Die Spiele in Zahlen:

• 4.600 Athlet|inn|en

• 2.200 Helfer|innen

• 27.000 Besucher|innen

• 8.500 Mittagessen jeden Tag

• 72.969 Liter Wasser

• 10.500 Liter Apfelschorle

Die Helfer der Lebenshilfe Celle.

Teilnehmer|innen | Helfer|innen:

Haus Hustedt: Harald Brehm, Frank Novy, Jessica

Paes, Horst-Dieter Paes

Wohnpark Schieblerstraße:

Klaus-Dieter Rodenberg, Thorsten Achilles

Wohnen Robert-Meyer-Platz: Sally Syla,

Arndt Nickel, Heiko Knapmeyer, Michael Kresse,

Michael Uhlig, Ralf Schössow, Kurt Bart

Haus Dr. Kühl: Klaus-Dieter Hamann

Wohnen Margaretenweg: Ali Meyer

Begleitende Mitarbeiter|innen:

Christine Radecke, Jürgen Lampe

Die Teilnehmer der Lebenshilfe Celle mit den Tandempartnern und der Helferorganisatorin.

Seite 34


Vermischtes

Keine Athleten bei den

Special-Olympics – und doch dabei!

Da die Special Olympics bereits völlig ausgebucht

waren, konnten in diesem Jahr leider keine Sportler

der Lebenshilfe Celle zu den Spielen nach Kiel

fahren. Dennoch war eine kleine eifrige Gruppe

Sehr geehrter Herr Dr. Kasper

als Unterstützer vor Ort und hat kräftig zugepackt.

Die E-Mail einer Helferin über die Helfer der Lebenshilfe

an den Geschäftsführer soll nicht vorenthalten

werden:

Als ich erfuhr, dass bei den Special Olympics Helfer benötigt wurden, habe ich mich sofort gemeldet,

jedoch ohne Angabe eines Einsatzortes. So hat mich denn das Schicksal in das Tandemprojekt eingeschleust.

Es war für mich die richtige Wahl!

Ich möchte die Erfahrung nicht missen, denn es war eine große Bereicherung in meinem Leben. Es war

das erste Mal, dass ich einen so engen Kontakt zu Menschen mit einer geistigen Einschränkung hatte

und es hat mir viel Freude bereitet.

Ich bin eine 61 Jahre junge Kielerin bzw. Finanzbeamtin. Zusammen mit einer Helferin sollte ich ein

Team bilden, das im Bereich der Verpflegung eingesetzt werden sollte.

Dort habe ich mit Ralf Schüssow, Kurt Bart, Michael Uhlig, Horst-Dieter Paes und Klaus-Dieter Hamann

eng zusammen gearbeitet.

Horst-Dieter Paes und Klaus-Dieter Hamann waren dem Bereich Verpflegung ‚zugeordnet’. Michael

Uhlig hatte einen anderen Einsatzort, an dem aber nicht so ein großer Bedarf war. Wir haben ihn dann

selbstverständlich in unser 2x Dreierteam aufgenommen und konnten so von seiner Freude und seinem

Einsatz profitieren.

Wir alle waren im Verpflegungszelt eingesetzt.

Wir haben kontrolliert, ob die Gäste (Athleten, Kampfrichter usw.) bei uns essen durften und haben

dann das Essen nebst ‚Ausrüstung‘ (Besteck) an den Platz gebracht und es später wieder abgeräumt

und für Sauberkeit am Platz gesorgt. Am letzten Tag haben wir dann noch die Tische und Bänke zusammengeklappt

und verstaut.

Mich hat insbesondere auch berührt, mit welcher Freude ‚die Jungs‘ bei der Sache waren. Ich habe

dabei manchmal erfahren wie ‚unsortiert‘ ich hin und wieder bin, denn insbesondere bei Michael Uhlig

war es wichtig, dass er stets seine gleichbleibende Aufgabe hatte. Da war Verlass auf ihn.

Ich habe diese Helfer als sehr motiviert, freundlich und zugewandt erlebt. Die Tage waren eine sehr

bereichernde Zeit für mich. Mein ganz herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten in Ihrem Haus, die

diesen Einsatz ermöglicht haben. Mit der positiven und hilfsbereiten Art haben alle Beteiligten aus

Celle zum Gelingen der Spiele beigetragen. Aus meiner Sicht war es für alle eine Win-Win-Situation für

uns alle und die Spiele.

Natürlich gebe ich Ihnen mein Einverständnis, meine Worte in ihrer Hauszeitschrift zu veröffentlichen.

Leider kann ich nicht so schön ausformulieren. Ich kann nur ‚mit dem Herzen schreiben‘ denn mich haben

die Menschen sehr berührt.

Nochmals ein herzliches Dankeschön, dass Sie den Bewohnern und Betreuern die Teilnahme ermöglicht

haben.

Gerne würde ich die Zusammenarbeit bei den nächsten Special Olympics fortsetzen.

Elke Weber

Seite 35


Vermischtes

Stoffspende von IKEA

Vielen Dank!

Über eine großzügige Stoffspende des skandinavischen

Möbelhauses konnte sich die Lebenshilfe

Celle freuen. Dank dieser tollen und sehr

unter schiedlichen Stoffe von Ilona Eichel „IKEA

Deutschland|Großburgwedel“ haben die Schüler|innen

der Comenius-Schule, Beschäftigte der

Celler Werkstätten und die Mieter|innen vom

Haus Hustedt genügend Material zur Verfügung,

um eigene Ideen und Produkte herzustellen.

Schon in der Vergangenheit fanden Nähgruppen

und Bastelgruppen mit großem Engagement statt,

Dank der Stoffspende ist der Kreativität kein Ende

gesetzt.

Es entstanden und entstehen Kissen, Matchbeutel,

Tischdecken und vieles mehr.

Gerda Frieling (links) | Mieterin im

Haus Hustedt lässt ihrer Kreativität

freien Lauf.

Svenja Carlsson | Mieterin im Haus

Hustedt hat sich einen neuen Matchbeutel

genäht.

Harald Brehm | Mieter im Haus

Hustedt hat sich seine Einkaufstasche

selbst genäht.

In einer Gruppe der Celler Werkstätten sind diese Kissen entstanden.

Der Bereich Leben im Alter hat sich aus

den Stoffen eine Tischdecke gefertigt.

Seite 36


Hotelbetriebsgesellschaft

Azubi-Speed-Dating

für Gastronomieberufe

Am 12. Februar fand in der Congress Union Celle

zum vierten Mal das Azubi-Speed-Dating für Gastronomieberufe

unter dem Motto „Wir treiben es

wieder bunt – Starte deine Karriere in Celler Hotels

oder Restaurants“ statt. Organisiert wird die

Veranstaltung von der Agentur für Arbeit Celle,

Jobcenter im Landkreis Celle und DEHOGA, Kreisverband

Celle.

25 Unternehmen aus Celle und Umgebung waren

dabei.

Die jungen Besucher erwartete eine lockere Atmosphäre

für Gespräche zwischen möglichen

Auszubildenden und späteren Ausbildern sowie

kurze, informative Vorträge rund um die Berufsbilder

im Hotel oder Restaurant.

Die Besucher konnten Cocktails mixen, Sushi und

Salate zubereiten.

Auch die Hotelbetriebsgesellschaft Celle gGmbH

hat für gastronomische Berufe geworben und

einige Interessenten zum Probearbeiten eingeladen.

Durch das Speed-Dating konnten wir unsere neue

Auszubildende Melina Bartsch gewinnen. Sie startet

mit Ihrer Ausbildung am 1. August 2018.

Mona König (links) und Iris Höft haben erfolgreich für gastronomische

Berufe geworben.

Hotel Blumlage

Neue Bäder in unserem Stadthotel

Unter dem Motto „Das neue Bad muss dem Gast

gefallen und gleichzeitig eine schnelle und hygienische

Reinigung über Jahre ermöglichen“, sind

in unserem Stadthotel Blumlage in diesem Jahr

fünf Bäder fertig geworden, insgesamt sind jetzt

13 Zimmer saniert.

Seite 37


Zahlen | Daten | Fakten

Zahlen | Daten | Fakten

Lebenshilfe Celle e.V.

Der Verein Lebenshilfe Celle ist einziger Gesellschafter

der Lebenshilfe Celle gGmbH. Er wurde

1961 als Zusammenschluss von Eltern und

Freunden geistig Behinderter gegründet.

Seine Mitglieder sind Menschen mit und ohne

Be ei n trächtigung, ebenso wie die Ehrenamtlichen.

Vereinsmitglieder

272 Personen

Lebenshilfe Celle gGmbH

Die Lebenshilfe Celle ist Träger von Einrichtungen

für Menschen mit Beeinträchtigung aller Altersgruppen.

Hauptamtliche Mitarbeiter|innen 320

Praktikant|inn|en 9

Freiwilligendienste 11

Gesamt: 340

Leben und Lernen

Hausfrühförderung 43

Heilpädagogische Kindergärten 63

Comenius-Schule 66

Gesamt: 172

Otto Pohl-Stiftung

Die 2014 gegründete Otto Pohl-Stiftung ist eine

Stiftung zu Gunsten der Lebenshilfe Celle. Die Erträge

der Stiftung kommen den beeinträchtigten

Menschen zugute, um Leistungen über das bestehende

Leistungsangebot von Unterstützung

bei Lernen, Arbeiten und Wohnen hinaus finanzieren

zu können.

Hotelbetriebsgesellschaft Celle gGmbH

Die 2009 gegründete Hotelbetriebsgesellschaft

gGmbH bietet als inklusiver Hotelbetrieb nicht

nur unseren beeinträchtigten Mitarbeitenden

die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entfalten.

Jeder Gast ist so wie er oder sie ist, mit ganz individuellen

Bedürfnissen, als Mensch herzlich

willkommen.

Mitarbeiter|innen 27

Auszubildende (ab 01.08.2018) 1

Gesamt: 28

Celler Werkstätten

vier Werkstätten in Celle und Landkreis Celle

Berufsbildungsbereich 62

Arbeitsbereich 591

Fördergruppen 36

Gesamt: 689

Leben und Wohnen

Wohnangebote 122

Ambulant Begleitetes Wohnen 84

Gesamt: 206

Seite 38


Kontakt

Ansprechpartner

Dr. Clemens M. Kasper

(Geschäftsführer)

Telefon: 05141 997-213

clemens.kasper@lhcelle.de

Roswitha Schramm

(Geschäftsleitung | Leitung Verwaltung)

Telefon: 05141 997-253

roswitha.schramm@lhcelle.de

Katharina Külp

(Leitung Leben und Wohnen)

Telefon: 05141 997-216

katharina.kuelp@lhcelle.de

Angelika Hentschel

(stellv. Leitung Leben und Lernen

Ambulant Begleitetes Wohnen)

Telefon: 05141 997-227

angelika.hentschel@lhcelle.de

Justin Bangemann

(Geschäftsleitung | Leitung Personal |

Öffentlichkeitsarbeit)

Telefon: 05141 997-231

justin.bangemann@lhcelle.de

Nadine Boß

(Offene Hilfen | Projektmanagement)

Telefon: 05141 997-2087

nadine.boss@lhcelle.de

Laura Heidrich

(Büro für Leichte Sprache)

Telefon: 05141 997-2093

leichte.sprache@lhcelle.de

Steffen Hollung

(Leitung Leben und Lernen | Geschäftsleitung |

Fundraising)

Telefon: 05141 887339

steffen.hollung@lhcelle.de

Eileen Probst

(Leitung Heilpäd. Kindergarten)

Telefon: 05141 997-211

eileen.probst@lhcelle.de

Marion Klie

(Leitung Celler Werkstätten

Arbeit und Qualifizierung)

Telefon: 05141 997-215

marion.klie@lhcelle.de

Heidi Jaroschewitz

(Leitung Celler Werkstätten

Soziales und Bildung)

Telefon: 05141 997-236

heidi.jaroschewitz@lhcelle.de

Olaf Kuhn

(Produktionsleitung und Auftragsakquise)

Telefon: 05141 997-214

olaf.kuhn@lhcelle.de

Heiko Kübler

(Celler Werkstätten | Bergen)

Telefon: 05051 471915

heiko.kuebler@lhcelle.de

Henning Lanfermann

(Celler Werkstätten | Berufsbildungsbereich)

Telefon: 05141 997-235

henning.lanfermann@lhcelle.de

Seite 39


Impressum:

Herausgeber:

Lebenshilfe Celle

Alte Dorfstraße 4 | 29227 Celle

Tel.: 05141 997-0 | Fax: 05141 997-111

info@lhcelle.de | www.lhcelle.de

Redaktionsteam:

Nina Frey

Regina Müller

Christoph Beyer

Achim Katzwedel

Bergen

Redaktionsleitung:

Justin Bangemann

Hustedt

Satz und Gestaltung: Nina Frey

Druck: Ströher Druckerei und Verlag

GmbH & Co. KG

ViSP:

Dr. Clemens M. Kasper (Geschäftsführer)

Auflage:

1.100 Exemplare

Alle nicht namentlich

gekennzeichneten Texte

stammen von dem Redaktionsteam.

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Celler Werkstätten

Betriebsintegrierte

Außenarbeitsgruppen

Hotel

Groß

Hehlen

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GmbH

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Leben und Lernen

Comenius-Schule

Leben und Wohnen

Wohnangebote

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Wathlingen

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Adelheidsdorf und Blumlage

Leben und Lernen

Heilpäd. Kindergarten

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