LEICHTATHLETIK 2018 - Die großen Momente der EM in Berlin

cermert

Was war das für ein Fest! Berlin ist Leichtathletik-Hauptstadt. Die besten Athletinnen und Athleten im Kampf um Medaillen, Platzierungen und Bestleistungen bei den Europameisterschaften im Olympiastadion, aber auch mitten in der City am Breitscheidplatz im Schatten der Gedächtniskirche. Erleben Sie die Höhepunkte noch einmal. Mit dem großen Bildband zur Leichtathletik-EM 2018 in Berlin. Der Deutsche Leichtathletik-Verband dokumentiert zusammen mit dem Kölner Verlag DLM RunMedia alle großen und kleinen Erfolgsgeschichten und die Dramen dieser EM. In einem Bildband mit 144 Seiten und fast 200 Fotos der besten Leichtathletik-Fotografen von Imago Sportfoto.

Die

LEICHTATHLETIK

2018 DIE GROSSEN MOMENTE

EM IN BERLIN

DM IN NÜRNBERG

HALLEN-WM IN BIRMINGHAM

Dokumentation

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LEICHTATHLETIK 2018 Editorial

Höhepunkt zum Abschluss

Die DLV-Sprintstaffel mit Rebekka Haase,

Lisa Marie Kwayie, Gina Lückenkemper und

Tatjana Pinto holte in der vorletzten EM-

Entscheidung über 4x100 Meter Bronze

Mitten ins Herz

Liebe Leichtathletik-Fans,

mit den Heim-Europameisterschaften in

Berlin haben sich alle Hoffnungen erfüllt,

die Deutschlands Leichtathleten in das

größte Sportevent gesetzt haben, das hierzulande

2018 stattgefunden hat. Es war

ein Sommermärchen. Nicht nur für die

deutsche Leichtathletik, sondern für die

Leichtathletik überhaupt. Diese sieben,

oft superheißen Tage von Berlin haben

gezeigt, dass unsere Sportart wie kaum

eine andere in der Lage ist, Bilder und

Geschichten zu erzeugen, die Menschen

begeistern und mitten ins Herz treffen.

In besonderer Weise steht dafür unser

Zehnkämpfer Arthur Abele. Wer seinen

Taumel der Emotionen erlebt hat, wie er

nach einem stundenlangen Interview-

Marathon mitten in der Nacht im DLV-

EM-Club ankam, immer noch mit nichts

als seinem Wettkampf-Outfit bekleidet

der spürt, was es bedeutet, jahrelang

an seinen Traum zu glauben, Tag für Tag

hart dafür zu arbeiten und sich von Rückschlägen

nicht entmutigen zu lassen.

Nie aufgeben, wenn man einen

Traum hat. Diese Botschaft Arthur Abeles

steht auch für die ganze Leichtathletik

und die Rolle, die sie für die Gesellschaft

spielen kann. Imposant auch, wie

in unserer Nationalmannschaft Athleten

mit ganz unterschiedlicher Herkunft

und Biographien zusammenhalten und

sich gegenseitig unterstützen. Wie wertvoll

das ist, spüren die Menschen. Am

Sonntagabend haben fast genauso viele

Fernseh-Zuschauer (5,16 Millionen) das

Hindernis-Finale mit Gesa Krause in der

ARD gesehen wie den parallel im ZDF

laufenden Fußball-Super-Cup zwischen

Bayern München und Eintracht Frankfurt

(5,44 Millionen). Die TV-Quoten waren

an allen EM-Tagen top. Und mit dem EM-

Rekord von insgesamt 360.000 Zuschauern

hat die Leichtathletik gezeigt, dass

sie nach wie vor auch so große Arenen

wie das Olympiastadion füllen kann. Ein

starkes Signal für den Erhalt der Laufbahn

in diesem für uns so wichtigen

Stadion. Diese EM hat der Leichtathletik

einen neuen Schub gegeben, den wir

in den nächsten Jahren nutzen wollen,

damit unsere Sportart dauerhaft zeigen

kann, was wirklich in ihr steckt.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen

dieses Bildbandes, in dem die großen

Erfolge unserer Athleten in Berlin, aber

auch bei den Deutschen Meisterschaften

in Nürnberg, bei der Hallen-WM in Birmingham

und den Deutschen Hallenmeisterschaften

in Dortmund dokumentiert

sind. Freuen Sie sich auf unterhaltsame

Texte und emotionale Fotos.

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Ihr

Jürgen Kessing

Der neue DLV-Präsident

Jürgen Kessing, im Hauptberuf Oberbürgermeister

von Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg,

hat Ende 2017 die Nachfolge

von Dr. Clemens Prokop als Präsident

des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

übernommen

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LEICHTATHLETIK 2018 Inhalt

24

98

68

Augenblicke

Ganz besondere Moment

Aufnahmen der EM in Berlin ..............4

Die EM-Bilanz

Sommernachtstraum

Berlin war eine rauschende Leichtathletik-Party

mit vielen Gewinnern.

Die deutschen Athleten haben vor

heimischem Publikum 19 Medaillen

geholt, darunter sechsmal Gold ....... 16

Die Stars der Saison

Speerwerfer: Krönender Doppelsieg

Thomas Röhler, Andreas Hofmann

und Johannes Vetter sind schon länger

das Maß der Dinge im internationalen

Speerwurf. In Berlin krönten sie die

Dominanz mit einem Doppelsieg ..... 24

Armand Duplantis: Überflieger

Mit seinen 6,05 Metern katapultierte

sich das 18 Jahre alte Wunderkind

Armand Duplantis aus Schweden in die

Topliga der Stabhochspringer ........... 30

David Storl: Zurück zu alter Stärke

Kugelstoßer David Storl war dreimal in

Folge Europameister. Auch wenn diese

Serie in Berlin riss, feierte er mit Bronze

die Rückkehr zu alter Stärke ........... 32

Diskuswerferinnen: Doppeltes Glück

Für Nadine Müller und Shanice Craft

war in Berlin nur Superseriensiegerin

Sandra Perkovic zu stark ................ 38

Christin Hussong: Eine Klasse für sich

Mit 67,90 Metern im ersten Versuch

schockte Speerwerferin Christin Hussong

die Konkurrenz und gewann ........... 40

Carolin Schäfer: Geteilte Medaille

Nach EM-Bronze dachte Carolin Schäfer

an ihre Teamkolleginnen, die wegen

eines Autounfalls den Siebenkampf

nicht beenden konnten .................... 44

Gina Lückenkemper: Filmriss

10,98 Sekunden dauerte Gina Lückenkempers

100-Meter-Sprint zu EM-Silber,

an den sie keine Erinnerung hat ..... 48

Hürdensprinterinnen: Doppelschlag

Die Saison verlief für die Hürdensprinterinnen

Pamela Dutkiewicz und Cindy

Roleder holprig. Bei der EM gewannen

sie Silber und Bronze ...................... 56

Robert Harting: Er wird fehlen

Platz sechs im Wohnzimmer: Diskuswerfer

Robert Harting hat es noch

einmal ins EM-Finale geschafft ........ 62

Gesa Krause: Gesationell

Für Hindernisläuferin Gesa Krause gab

es trotz holprigem Saisonstart in Berlin

nur eine Option: gewinnen. Dafür gab

sie alles und wurde belohnt ............. 68

Arthur Abele: König Arthur regiert

Nach langen Jahren voller Verletzungen

und Rückschläge hat Zehnkämpfer

Arthur Abele mit EM-Gold die vorläufige

Krönung seiner Karriere erlebt .......... 72

Fabian Heinle: Dem Chaos getrotzt

Ein chaotischer Wettkampf konnte

Fabian Heinle nicht aus der Ruhe bringen.

Der Weitspringer holte Silber .... 78

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48 72

Sosthene Moguenara: Nachzüglerin

Weitspringerin Sosthene Moguenara

rückte dank einer Wildcard erst spät ins

deutsche Aufgebot für die Hallen-WM in

Birmingham – und gewann sensationell

Bronze ........................................... 82

Kristin Gierisch: Hop, Step, Silber

In der Halle hat Kristin Gierisch schon

mehrfach ihr Können bewiesen und

Medaillen gewonnen. Jetzt zog die

Dreispringerin draußen nach ........... 84

Christina Schwanitz: Silber-Glück

Nur ein Jahr nach der Geburt ihrer

Zwillinge gewann Kugelstoßerin

Christina Schwanitz zwar nicht das

erhoffte Gold, versilberte aber in Berlin

ihr Comeback ................................ 92

Mateusz Przybylko: Wie Mögenburg

Mit Hallen-WM-Bronze und EM-Gold

trat Hochspringer Mateusz Przybylko

die Nachfolge des großen Dietmar

Mögenburg an, der bei diesen Meisterschaften

zuletzt Medaillen für Deutschland

gewonnen hatte ..................... 98

Malaika Mihambo: Goldene Nerven

Mit 6,75 Metern ist Malaika Mihambo

die erste deutsche Weitsprung-Europameisterin

seit 20 Jahren. Damals

gewann Heike Drechsler, die in Berlin

für sie die Grube rechte ..................102

Alina Reh & Konstanze Klosterhalfen

Den beiden jungen Läuferinnen gehört

die Zukunft auf den langen Strecken.

Beide Youngster beendeten ihre Rennen

bei der EM auf Platz vier ...............108

Marie-Laurence Jungfleisch: Endlich!

Oft war Hochspringerin Marie-Laurence

Jungfleisch knapp an einer internationalen

Medaille vorbeigesprungen. In

Berlin gelang ihr mit Bronze endlich der

Sprung auf das Treppchen ..............112

DM in Nürnberg: Die Bilanz

Emotionale Generalprobe

Die 118. Leichtathletik-DM stand im

Zeichen der EM in Berlin. Anschließend

nominierte der DLV ein Rekordaufgebot

für die kontinentalen Titelkämpfe ... 88

Hallen-WM in Birmingham: Die Bilanz

Zwischenschritt nach Berlin

Dreimal Edelmetall und einige gute

Platzierungen – das war die zufriedenstellende

Ausbeute des 22-köpfigen

DLV-Teams bei den Hallen-Weltmeisterschaften

in Birmingham ................. 96

Hallen-DM in Dortmund: Die Bilanz

Frauenpower

In Dortmund sorgten die Frauen für die

Höhepunkte: Zuerst sprintete Tatjana

Pinto 60 Meter in der Weltklassezeit

von 7,06 Sekunden, dann pulverisierte

Konstanze Klosterhalfen den deutschen

Hallenrekord über 3000 Meter ........106

Statistik

Die Ergebnisse der EM ..................118

Die Ergebnisse des Team-Weltcups 126

Die Ergebnisse der DM ..................130

Die Ergebnisse der Hallen-WM ..... 136

Die Ergebnisse der Hallen-DM ...... 140

Impressum .................................. 144

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LEICHTATHLETIK 2018 Augenblicke

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SPRINTQUEEN

Die Britin Dina Asher-Smith ist Europas

Königin im Sprint. Und die erfolgreichste

Teilnehmerin der kontinentalen Titelkämpfe

in Berlin. Drei Goldmedaillen nahm die

22-Jährige mit auf die Insel. Über 100 Meter

stellte die nur 1,65 Meter große Britin mit

10,85 Sekunden eine neue Bestzeit auf.

Bislang galt vor allem die 200-Meter-

Distanz als ihre Paradestrecke. Hier war

sie zuletzt WM-Vierte 2017 und Olympia-

Fünfte 2016. In Berlin blieb sie erstmals

unter 22 Sekunden. Schneller als 21,89

Sekunden war bis dahin keine andere

Sprinterin weltweit im Jahr 2018. Im vorletzten

Wettbewerb der EM übernahm sie

als Schlussläuferin der 4x100-Meter-Staffel

an Position drei liegend den Staffelstab.

Eindrucksvoll stellte sie unter Beweis, dass

sie Europas Sprint-Queen ist. Souverän

führte Dina Asher-Smith ihr Team in

41,88 Sekunden zur Goldmedaille.

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LEICHTATHLETIK 2018 Augenblicke

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FLUGSHOW

Mit der Weitsprung-Anlage im Berliner

Olympiastadion haben sich nicht alle Athleten

gleichermaßen angefreundet. Bei Fabian

Heinle war es so etwas wie Liebe auf den

ersten Blick. Fast zumindest. Nach einem

ungültigen ersten Versuch in der Qualifikation

landete er bei 8,02 Metern – Finaleinzug.

Zwei Tage später startete er seine Flugshow

ebenfalls in Runde zwei. Bei 8,13 Metern landete

der Springer vom VfB Stuttgart. Legte in

Runde vier nochmal 8,02 Meter nach, bevor

er seine Silbermedaille mit einem erneuten

Satz auf 8,13 Meter im letzten Durchgang

absicherte. Nicht ganz so stark wie der

Deutsche Meister agierte die Messanlage im

Stadion. Mehrfach mussten Weiten korrigiert

werden. Bleibt zu hoffen, dass die weitesten

Sprünge richtig erfasst worden sind.

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WUNDERKIND

Manch ein Zuschauer rieb sich während des

1500-Meter-Finals verwundert die Augen. Drei

Läufer im selben Trikot? Alle mit dem Namen Ingebrigtsen

auf der Brust? Genau. Die drei Brüder

Jakob (17), Henrik (27) und Filip (25) waren zwischenzeitlich

auf den Positionen eins, zwei und

drei unterwegs. Schließlich machte der Youngster

das Rennen. Nun haben alle drei Norweger

eine Goldmedaille über 1500 Meter gewonnen

– ein Novum in der EM-Geschichte. 2012 hatte

Henrik Ingebrigtsen den Titel gewonnen, 2016

triumphierte Filip. Nun folgte Jakob gut einen

Monat vor seinem 18. Geburtstag. Dass er eine

Art Wunderkind auf den Mittel- und Langstrecken

ist, bewies er knapp 24 Stunden später, als er

auch über 5000 Meter (vor seinem Bruder Henrik)

triumphierte und dabei die letzte Runde in knapp

über 54 Sekunden zurücklegte. Was für ein

wundersam schneller Wikinger!

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COMEBACK-BÄR

Er war schon 2009 der heimliche Star der

Leichtathletik-WM in Berlin. Er machte mit

Usain Bolt Faxen – und war plötzlich so

bekannt wie Jamaikas Wundersprinter.

Berlinos Comeback für die EM 2018 war

schnell beschlossen. Dabei war er ja nie

ganz weg. Beim ISTAF in Berlin sah man

ihn regelmäßig. Aber endlich durfte er

wieder eine Woche lang nach Herzenslust

hüpfen, rennen und Athleten auf den Arm

nehmen. Dass auch Berlino etwas älter und

vernünftiger geworden ist, merkte man.

Schwamm drüber. Zum Knuddeln gern hatten

ihn die Fans genauso wie anno 2009.

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SCHRECKSEKUNDE

Trotz der etwas ungünstigen Bahn eins im

Vorlauf über 4x100 Meter führte das DLV-

Quartett das Rennen an. Auch der Wechsel

von Julian Reus (unten link) auf Lucas Jakubczyk

(unten rechts) klappte prima – aber als

über 40.000 Zuschauer den Berliner Jakubczyk

lautstark ins Ziel tragen wollten, blieb ihnen

plötzlich der Schrei im Hals stecken. Der

deutsche Schlussläufer stürzte ohne Fremdeinwirkung.

Beim Antritt hatte er sich einen

Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel

zugezogen und beim Sturz zwei Schnittwunden,

die noch vor Ort genäht wurden. Dazu

Schürfwunden und leichte Prellungen. Julian

Reus konnte nicht mehr ausweichen und kam

ebenfalls unglücklich zu Fall. Auch für den

30-jährigen bedeutete der Sturz das Saison-

Aus. Er ging mit einer Schultereckgelenk-

Sprengung aus dem Stadion. In weniger als

einer Sekunde waren die Medaillenträume der

deutschen Sprinter geplatzt.

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REKORDRENNEN

Der Belgier Koen Naert hat überraschend

den EM-Marathon gewonnen. Der

28-Jährige setzte sich in einem Hitzerennen

mit 2:09:51 Stunden durch. Nie war ein

Europameister bei seinem Sieg schneller.

Auch seinen Hausrekord (2:10:16 h)

verbesserte Naert bei seinem Sieg im Ziel

an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

am Breitscheidplatz. Bei sehr warmem

Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad

im Schatten gab es auch in der deutschen

Reihenfolge eine Überraschung: Schnellster

war Tom Gröschel (TC Fiko Rostock),

der in 2:15:48 Stunden Elfter wurde.

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LEICHTATHLETIK 2018 Europameisterschaften in Berlin

Sommernachts t

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Die EM-Bilanz: Berlin war

eine rauschende Leichtathletik-Party

mit vielen

Gewinnern. Die deutschen

Athleten haben

mit einer der stärksten

Vorstellungen seit der

Wiedervereinigung einen

glänzenden Leistungsnachweis

auf dem Weg

zu Olympia 2020 geliefert.

Und trotzdem ist es

keine ausgemachte Sache,

dass die olympische

Kernsportart dermaßen

im Rampenlicht bleibt.

Fantastisch, wunderbar, genial: Die

Lobeshymnen auf die Gänsehaut-

Stimmung bei der EM im Berliner

Olympiastadion waren kaum zu übertreffen.

Nach der gelungenen Party mit

Rekordbesuch forderte OK-Chef Clemens

Prokop, von 2001 bis 2017 Präsident

des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

(DLV), eine erneute Bewerbung für 2022.

„Berlin würde sich für die EM 2022

anbieten. Die Stadt hätte alle Möglichkeiten,

die Veranstaltung ohne größere

Investitionen auszurichten“, sagte Prokop.

Dass die Leichtathletik-EM 2022 Teil

der neuen European Championships ist

und Berlin dann mehrere Titelkämpfe

gleichzeitig ausrichten müsste, sei kein

Problem. „Grundsätzlich sind die Sportstätten

ja da“, meinte Prokop.

Vom Publikum beflügelt

Die Athleten schwärmten nach ihren

Wettkämpfen regelmäßig vom Stadion

und der guten Stimmung. „Die geile Kulisse

hat mich beflügelt und mich über

die Latte getragen“, sagte Hochsprung-

Europameister Mateusz Przybylko. „Ich

glaube, so etwas werde ich nie wieder erleben“,

meinte Pamela Dutkiewicz nach

ihrem Silberlauf über 100 Meter Hürden.

Eine stürmische Sommerparty war

die EM allemal. Mit 360.000 verkauften

Tickets wurde ein neuer EM-Rekord erreicht.

Zur Europäischen Meile am Breitscheidplatz

kamen 150.000 Besucher.

Das gab das OK am letzten Wettkampftag

bekannt. „Wenn ich die reinen Fakten

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Als es sich ausgeflopt hatte, ...

... flippten Hochsprung-Europameister

Mateusz Przybylko und

Maskottchen Berlino aus

nehme, die Zuschauer-Resonanz, die Medien-Daten,

die Reaktionen von Sportlern

und Funktionären, dann war das ein Riesen-Erfolg“,

meinte Prokop. Svein Arne

Hansen, Präsident des europäischen

Leichtathletik-Verbandes EAA, sagte: „Es

waren die besten Europameisterschaften

der Geschichte, das ist sicher.“

Auch Idriss Gonschinska, Leitender

Direktor Sport beim DLV, war mit der

Stimmung mehr als zufrieden – und sah

sich gegenüber dem Fußball im Vorteil.

„Da müssen schon ein paar Gegner kommen,

damit das Olympiastadion eine

ähnliche Stimmung hat, wenn hier Bundesliga-Fußball

ist“, sagte Gonschinska

mit Blick auf Hertha BSC. Bei den Spielen

DEUTSCHE MEDAILLEN IN BERLIN

des Bundesligisten ist das Stadion oft nur

zur Hälfte gefüllt.

Der Hauptmieter fühlt sich auch deshalb

nicht mehr wohl in der Fünf-Sterne-

Arena und diskutiert mit dem Berliner

Senat derzeit unter anderem über einen

Umbau in eine reine Fußball-Arena, dem

die blaue Laufbahn zum Opfer fallen

würde. Das wäre das Aus für die Leichtathletik.

„Ein Olympiastadion ohne Laufbahn

wäre für mich auch kein Olympiastadion

mehr“, meinte Dagmar Freitag

(SPD), Vorsitzende im Sportausschuss

des Deutschen Bundestages.

Auch die Athleten wehrten sich gegen

einen Umbau. „Ich finde, das Olympiastadion

Berlin ist eines der schönsten

Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) 3000 Meter Hindernis 9:19,80 min

Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) Hochsprung

2,35 m

Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) Weitsprung 6,75 m

Christin Hussong (LAZ Zweibrücken) Speerwurf 67,90 m

Thomas Röhler (LC Jena) Speerwurf 89,47 m

Arthur Abele (SSV Ulm 1846) Zehnkampf 8431 Pkt.

Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen) 100 Meter

10,98 sec

Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01) 100 Meter Hürden 12,72 sec

Fabian Heinle (VfB Stuttgart) Weitsprung 8,13 m

Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz) Dreisprung 14,45 m

Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) Kugelstoßen 19,19 m

Nadine Müller (SV Halle) Diskuswurf 63,00 m

Andreas Hofmann (MTG Mannheim) Speerwurf 87,60 m

Frauen-Sprintstaffel 4x100 Meter 42,23 sec

Lisa Marie Kwayie (Neuköllner SF), Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen),

Tatjana Pinto (LC Paderborn), Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge)

Cindy Roleder (SV Halle) 100 Meter Hürden 12,77 sec

Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart) Hochsprung

1,96 m

David Storl (SC DHfK Leipzig) Kugelstoßen 21,41 m

Shanice Craft (MTG Mannheim) Diskuswurf 62,46 m

Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) Siebenkampf 6602 Pkt.

Stadien der Welt, eines mit Geschichte“,

sagte die neue Speerwurf-Europameisterin

Christin Hussong: „Es wäre traurig,

wenn es für den Fußball umgebaut

wird.“

Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes

IAAF, versuchte

die Gemüter zu beruhigen. „Ich habe

mich während der EM mit Berlins Regierendem

Bürgermeister Michael Müller

getroffen, und er hat mir versichert, dass

die Bahn auch in Zukunft im Olympiastadion

bleiben wird“, sagte Coe.

In ihrem ganzen Jubeltaumel hätten

sich die deutschen Leichtathletik-Helden

auch einen Besuch von Bundeskanzlerin

Angela Merkel gewünscht. „Warum

war Frau Merkel nicht da? Nach Rio de

Janeiro kann sie fliegen und ist mehrere

Tage nicht auf Arbeit. Im Fußball geht‘s“,

sagte die EM-Zweite Christina Schwanitz

im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF

und fügte hinzu: „Das finde ich ziemlich

schade. Da sieht man auch die Wertschätzung.“

Die Kanzlerin fehlte

Die Kanzlerin will die Kritik an ihrer

Abwesenheit bei der Leichtathletik-EM

in Berlin nicht gelten lassen. „Die Bundeskanzlerin

verfolgt und begeistert sich

für ganz verschiedene Sportarten, ganz

unabhängig davon, ob sie bei Wettkämpfen

im Stadion ist oder nicht“, sagte Regierungssprecher

Steffen Seibert. Merkel

war am EM-Wochenende zu Besuch

beim spanischen Ministerpräsidenten

Pedro Sanchez.

„Fußball ist ihr wichtig, aber als

Sportfan interessiert sie sich auch für

andere Disziplinen, und sie weiß sehr

genau, dass auch in Disziplinen, in denen

die Gewinner nicht Millionengagen

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Ohne Volunteers ...

... ginge bei einem Event wie der EM nichts. Hier bedankt sich Zehnkampf-

Europameister Arthur Abele mit einem Gruppenfoto bei den ehrenamtlichen Helfern

verlangen können oder bekommen, ganz

Bewundernswertes geleistet wird“, sagte

Seibert. Mit Blick auf die Titelkämpfe in

der Bundeshauptstadt gratulierte Seibert

den Sportlern im Namen der Kanzlerin:

„Glückwunsch an alle deutschen Medaillengewinner,

aber auch an die, die auf

den hinteren Plätzen für sich persönlich

Großes geleistet haben.“

Tolle Einschaltquoten im TV

Auch die TV-Macher waren begeistert

von dieser Leichtathletik-EM, die erstmals

in die European Championships mit

sechs weiteren Europameisterschaften

eingebettet war, von denen die meisten

im schottischen Glasgow ausgetragen

wurden. „Wir haben mit unseren Übertragungen

so viele Zuschauer erreicht,

wie wir selbst vorher nicht für möglich

gehalten hätten“, sagte ARD-Sportkoordinator

Axel Balkausky. ZDF-Sportchef

Thomas Fuhrmann meinte: „Ein Hauch

von Olympia lag über den Übertragungen.

Das Konzept ist voll aufgegangen

– im Fernsehen und Online mit den

Livestreams.“ Balkausky hob hervor,

dass sich die Marktanteile der einzelnen

Sportarten im Vergleich zu den Einzel-

Übertragungen teilweise verdoppelt

hätten. Die Leichtathletik-Übertragung

am Sonntagabend hätten fast so viele

Zuschauer erreicht wie das Finale im

Fußball-Supercup. „Das ist ein herausragendes

Ergebnis“, meinte Balkausky.

Den größten Anteil an dem Erfolg

der Berliner EM hatten aber natürlich

die DLV-Athleten, die sich überragend

im Werfen und bärenstark im Springen

zeigten. Und in Gina Lückenkemper gibt

es endlich wieder eine Weltklasse-Sprinterin

in Deutschland. Mit dem goldenen

Abschluss durch Gesa Krause setzte die

Nationalmannschaft ein Ausrufezeichen

auf halber Strecke zu den Olympischen

Spielen 2020. Zudem drängten nach dem

Rücktritt der langjährigen Lichtgestalt

Robert Harting viele frische und gute Typen

ins Rampenlicht.

„Wir waren fokussiert auf diese

Meisterschaften, wollten den nächsten

Schritt gehen und zeigen, dass wir in

vielen Bereichen auf einem guten Weg

sind. Und da haben wir viele gute und

herausragende Leistungen gesehen“,

sagte Idriss Gonschinska, als leitender

Direktor Sport im DLV der Konstrukteur

des Aufschwungs. Gonschinska stellte

aber auch klar: „Es haben viele, aber bei

DIE NATIONENWERTUNG VON BERLIN

weitem nicht alle Dinge funktioniert.“

Trotz einer der besten Bilanzen der vergangenen

Jahrzehnte – insgesamt holte

das Team drei Medaillen mehr (19) als

bei der EM 2016 – dürfen die deutschen

Leistungsträger also nicht nachlassen auf

dem Weg zur WM 2019 in Doha und den

Sommerspielen ein Jahr später in Tokio.

Globale Goldkandidaten sind dann ohne

Wenn und Aber die deutschen Speer-

Männer um Europameister Thomas Röhler,

die in Berlin ihre Extraklasse nachwiesen.

Die Jungs sind noch lange nicht

satt“, sagte Bundestrainer Boris Obergföll.

Hinter Rio-Olympiasieger Röhler,

der in Berlin seinen zweiten großen Titel

holte, bestätigte Andreas Hofmann mit

4. 5. 6. 7. 8. Punkte

1 Großbritannien 7 5 6 5 7 7 4 3 212

2 Deutschland 6 7 6 4 6 3 3 5 196,5

3 Polen 7 4 1 7 8 3 3 - 172

4 Frankreich 3 4 3 4 2 1 5 5 116

5 Spanien 2 3 5 3 1 5 3 3 110

6 Italien 1 1 4 3 5 3 1 2 87

7 Ukraine 2 3 2 1 4 - 4 2 79,5

8 Weißrussland 3 1 3 2 3 1 1 3 79

9 Niederlande 1 3 4 1 2 2 1 4 77, 5

10 Schweiz 1 2 1 4 1 - 3 1 59

11 Norwegen 3 1 1 2 1 2 - 2 58,5

12 Belgien 3 2 1 2 - 1 - 1 58

13 Schweden 1 2 1 2 - 2 4 - 52

14 Griechenland 3 2 1 - - 1 - - 46,5

15 Türkei 1 2 2 - 2 1 1 - 46,5

16 Tschechien - 2 1 1 1 2 2 3 42

17 Litauen 1 - 1 2 1 2 - - 34

18 Portugal 2 - - - - 1 3 2 27

19 Österreich - - 2 1 - - - 2 19

20 Israel 1 - - - 2 - 1 - 18

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LEICHTATHLETIK 2018 Europameisterschaften in Berlin

Silber seinen Aufwärtstrend. Johannes

Vetter, in Doha Titelverteidiger, wurde

mit Platz fünf unter Wert geschlagen,

wird aber wieder ganz vorne angreifen.

Bereit für höhere Aufgaben

Überhaupt, die Werfer: Speer-Aufsteigerin

Christin Hussong scheint nach ihrem

Überraschungs-Gold bereit für höhere

Aufgaben. Der zweimalige Kugel-Weltmeister

David Storl (Bronze) ist auf einem

guten Weg zurück an die Spitze. Dass

Disziplin-Kollegin Christina Schwanitz

auch an einem durchschnittlichen Tag Silber

holte, zeigt ihr Potenzial. Auch Europameisterin

Gesa Felicitas Krause gehört

über 3000 Meter Hindernis zur Weltspitze.

Für viel Freude sorgten die forschen

Springerinnen und Springer. Allen voran

Hochsprung-Europameister Mateusz

Przybylko, der bei seinem Gold am Samstag

die tolle Atmosphäre im Olympiastadion

für sich nutzte. „Matze hat gezeigt,

dass so etwas kein Druck-Moment ist,

sondern ein Flow-Moment, in dem besondere

Dinge passieren können“, sagte Gonschinska.

Dies galt auch für Malaika Mihambo

(Gold) und Fabian Heinle (Silber)

im Weitsprung sowie für Dreispringerin

Kristin Gierisch (Silber). Przybylkos Disziplinkollegin

Marie-Laurence Jungfleisch

holte zudem Bronze. „Man muss Leichtathletik

breit und komplex entwickeln“,

sagte Gonschinska. In der Tat gab es in

Berlin Medaillen in nahezu allen Sparten,

auch die starken Mehrkämpfer mit Gold

für den famosen Arthur Abele und Bronze

für Carolin Schäfer unterstrichen den Anspruch

auf Vielseitigkeit.

Turnusgemäße Rückschläge sind

nicht zu vermeiden, nun erwischte es

zwei langjährige Domänen: Im Stabhochsprung

schaffte es lediglich die 37 Jahre

alte Carolin Hingst ins Finale (Neunte),

Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe hatte

wieder einmal mit Verletzungen zu

kämpfen. Auch bei den Diskus-Männern,

der aus deutscher Sicht mit zwei Olympiasiegern

– den Harting-Brüdern Christoph

(Qualifikations-Aus) und Robert

(Sechster) – am prominentesten besetzten

Disziplin, ging wenig.

Wer füllt die Harting-Lücke?

Der Abschied Robert Hartings von der

internationalen Bühne war einer der

stimmungsvollen Höhepunkte in Berlin.

Der dreimalige Weltmeister, hinterlässt

vor allem als Meinungsmacher und -äußerer

eine Lücke. In Sachen öffentlicher

Wirkung könnte diese in naher Zukunft

Sprinterin Lückenkemper schließen. Sie

liebt es, voranzugehen – mit starken

Leistungen und erfrischend großem

Mundwerk. „Wir Sprinter sind Entertainer“,

erklärte die erst 21 Jahre alte Leverkusenerin,

die mit Silber über 100 Meter

und Bronze in der Sprintstaffel begeisterte,

allerdings auch zu ernsten Themen

schlaue Dinge sagte.

Sie wollte dann auch gar nicht mehr

weg aus dem Olympiastadion. „Es ist so

unglaublich cool, hier zu laufen. Auf dieser

Bahn, in dieser Atmosphäre“, sagte

die strahlende Senkrechtstarterin nach

ihrer Bronze-Medaille mit der Sprintstaffel.

In den Jubel über das letzte deutsche

Edelmetall einer rauschenden Leichtathletik-EM

in Berlin mischte sich aber

Wehmut. Denn so fantastisch sich die

olympische Kernsportart in der Haupt-

Der perfekte Selfie-Moment

Carolin Hingst war mit 37 Jahren die

älteste Athletin im deutschen Team – und

schaffte es mit ihrer Erfahrung als einzige

der deutschen Stabhochspringerinnen

ins Finale, wo sie schließlich den neunten

Platz belegte

20 LEICHTATHLETIK 2018

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stadt präsentierte, so nebensächlich wird

sie in der Sportlandschaft Deutschlands

wohl schnell wieder werden.

Die Berliner After-Show-Party mit

dem ISTAF und dem endgültigen Abschied

Robert Hartings am 2. September

profitierte noch vom EM-Rausch und erreichte

viele Menschen. Danach dürfte

es um die hierzulande traditionsreiche

Leichtathletik in Sachen Reichweiten-

Dominanz wieder geschehen sein, König

Fußball dürfte mitleidig lächelnd seinen

Thron einnehmen.

Der Stellenwert der Leichtathletik

lässt sich eben spätestens seit den 90er-

Jahren dadurch charakterisieren, dass er

vor allem zu heimischen Großereignissen

durch die Decke schoss, ansonsten

aber auch oft auf bescheidenem Niveau

dümpelte. Die Europameisterschaften

1986 in Stuttgart und 2002 in München,

die Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart

und 2009 in Berlin – große Partys in

großen Abständen. Dazwischen brauchte

es Großereignisse wie Olympia und internationale

Meisterschaften – auch außerhalb

Deutschlands – um die Leichtathletik

wieder ins nationale Bewusstsein zu

hieven.

Groteskes Schauspiel in Doha?

Der Expansionsdrang des Weltverbandes

IAAF ist dabei nicht hilfreich, die Sportart

nachhaltig dem europäischen Kernmarkt

zugängig zu machen. Die Weltmeisterschaften

im Herbst (!) 2019 in Doha (Katar)

versprechen ein groteskes Schauspiel

zu werden mit Marathonläufen und Geher-Wettbewerben

zwischen Mitternacht

und vier Uhr morgens. Ortszeit, versteht

sich. Feststimmung Berliner Art wird dort

kaum aufkommen.

Unfallsprinter

Den Zuschauern stockte der Atem, als

4x100-Meter-Schlussläufer Lucas Jakubczyk

kurz nach dem Wechsel stürzte und

hart zu Fall kam. Er verließ das Stadion

mit Prellungen, einer Platzwunde und

einem Muskelbündelriss

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LEICHTATHLETIK 2018 Europameisterschaften in Berlin

Sie werden ihn vermissen

Robert Harting wurde bei seinem letzten

Auftritt im Nationaltrikot, der auf Rang

sechs im Diskuswettbewerb endete, noch

einmal ausgiebig von seinen Fans gefeiert

Auch Olympia 2020 in Tokio bietet

ungemütliche TV-Zeiten, die unmittelbar

daran anschließende (!) EM in Paris als

Nachfolgeveranstaltung der Berliner Titelkämpfe

hat Farce-Potenzial. Die Diamond

League als Premiumprodukt der IAAF ist

hierzulande in den Tiefen der Spartensender

und Livestreams versteckt. Berlin

war etwas für die breite Masse, die nahe

Zukunft ist etwas für Enthusiasten. Dabei

wäre es der Leichtathletik sehr zu wünschen,

im Rampenlicht zu bleiben, denn

in Berlin hinterließ sie einen phänomenalen

Eindruck. Dies galt für das deutsche

Team, das aus Sportlern mit so vielfältigen

Biografien und Hintergründen bestand

und dennoch einen so homogenen Eindruck

hinterließ – eine in Zeiten heutiger

politischer Debatten nicht hoch genug zu

bewertende Erscheinung. „Wir Deutschen

haben hier gerockt“, sagte Mateusz Przybylko,

Hochsprung-Europameister mit

polnischen Wurzeln. Und das galt auch

für den gesamten Umgang untereinander:

Wer miterlebte, wie die Zehnkämpfer

einander beistanden, wer sah, wie die

Stabhochspringer mitten im Wettkampf

mit dem 18-jährigen Schweden Armand

Duplantis feierten, voller ehrlicher Mitfreude,

als dieser immer höher flog, der

wähnte sich als Zeuge von etwas Großem.

Und das hätte wirklich Nachhaltigkeit verdient.

Teamspirit

Der Zusammenhalt war nicht nur bei

den Bronzesprinterinnen über 4x100

Meter bemerkenswert, sondern im

gesamten deutschen Team

22 LEICHTATHLETIK 2018

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Wir gratulieren den deutschen Athleten

zu einer erfolgreichen Saison 2018!

Offizieller Logistikpartner des

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Doppelsieg krönt

dominante Saison

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Die Speerwerfer: Olympiasieger Thomas Röhler holt

EM-Gold, sein Kumpel Andreas Hofmann mit Silber

seine erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft

der Erwachsenen. Und auch wenn Weltmeister

Johannes Vetter in Berlin als Fünfter leer ausging,

hat die Saison 2018 deutlich gemacht: Die deutsche

Speerwurf-Troika dominiert derzeit die internationale

Konkurrenz.

Nach seinem letzten Versuch war

der sonst so ruhige Thomas Röhler

nicht mehr zu halten: Der frisch

gebackene Speerwurf-Europameister

aus Jena nahm ein Bad im Wassergraben

– ganz spontan. „Da ist plötzlich der

Graben gewesen. Ich habe den ganzen

Wettkampf über immer aufgepasst, dass

ich da nicht reinfalle. Danach gab es nur:

Nichts wie rein.“ Schon im Vorfeld hatte

das Speerfinale versprochen, eines der

Highlights der Titelkämpfe zu werden.

„Wir werden da ein gutes Ding über die

Bühne bringen“, hatte der Offenburger

Joahnnes Vetter im Vorfeld erklärt und

„volle Attacke“ angekündigt – doch nach

dem ersten Durchgang führte zunächst

der Este Magnus Kirt vor Andreas Hofmann

aus Mannheim. Röhler fabrizierte

zwar den weitesten Wurf, der allerdings

war ungültig. Doch dann setzten die

Deutschen im zweiten Durchgang die

Duftmarken. Hofmann gelangen 87,60

Meter, kurz danach verdrängte ihn Röhler

mit 88,02 Metern von der Spitze – und

legte im dritten dann sogar noch 89,47

Meter nach. Gold für Röhler, Silber für

Hofmann. „Das war heute genial, deutsche

Präzisionsarbeit“, so Röhler.

Natürlich war Röhler – gemeinsam

mit seinen Team-Kollegen Hofmann und

Vetter – einer der Favoriten auf den EM-

Titel. Schließlich hatte der Olympiasieger

von Rio im Verlauf der Saison mehrfach

demonstriert, was in ihm steckt. Gleich

zum Auftakt Anfang Mai beim Diamond

League-Meeting in Doha zeigte er der nationalen

wie internationalen Konkurrenz,

dass mit ihm auch in diesem Jahr zu rechnen

ist: Mit 91,78 Metern gewann er vor

Johannes Vetter (91,56 m) und Andreas

Hofmann (90,08 m). Aber kurz vor den

Europameisterschaften hatte es doch leise

Zweifel an der Form des Jenaers gegeben.

Viel experimentiert

Zum einen war da die Stärke der nationalen

Konkurrenz: Vetter hatte den Speer

schon im März im portugiesischen Leiria

92,70 Meter weit geworfen und auch Hofmanns

Saisonbestleistung lag mit 92,06

Metern knapp über der Doha-Marke von

Röhler. Zum anderen hatte der Olympiasieger

nach einigen gemeinsam mit Trainer

Harro Schwuchow vorgenommenen

Änderungen auf einmal Schwierigkeiten

mit seiner Technik. „Wir haben viele Experimente

gemacht dieses Jahr“, erklärte

Röhler. „Haben Sachen gemacht, die von

außen nicht jeder verstanden hat, haben

den Wurfstil stellenweise angepasst.“

Nach dem guten Saisonauftakt folgten

zwar noch einige gute Wettkämpfe, bei

denen er an die 90-Marke-Meter heranwarf

und in Dessau Anfang Juni sogar

LEICHTATHLETIK 2018 25

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Muckis sind nicht alles

Einmal mehr bewies Thomas Röhler, dass man kein Muskelprotz sein muss, um weit zu

werfen. Der Olympiasieger profitiert von seiner exzellenten Beinarbeit. Röhler zieht seine

Dynamik, seine Explosivität aus seiner Schnelligkeit beim Anlauf und beim Armzug

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darüber hinaus. Aber dann geriet er in

eine kleine Krise. Ende Juni, Anfang Juli

wollte das Wurfgerät so gar nicht fliegen;

seine Speere landeten kaum noch jenseits

der 85-Meter-Marke. „Das war eine total

anstrengende Phase, aber solche Ups

und Downs gehören dazu. Nicht jeder

Plan verläuft immer nur einfach glatt“,

so Röhler. Und ergänzte: „Schließlich

sind wir aber komplett zu dem zurückgekommen,

worin der Röhler am besten

ist – den Speer zum Fliegen zu bringen.“

Kurz vor dem abschließenden sechsten

Versuch diskutierten Hofmann und

Röhler intensiv miteinander. „Ich habe

Thomas gefragt, wie er den Speer reinlegt“,

erzählte der Silbermedaillengewinner

nach dem Wettkampf schmunzelnd.

„Wir sind eben sowohl Konkurrenten als

auch Freunde aus einem Team.“ Auch

Röhler konnte nichts Merkwürdiges daran

entdecken, dass er seinem hartnäckigsten

Mitbewerber um den Sieg ein

paar Tipps für den letzten Wurf mit auf

den Weg gab. „Das ist für Außenstehende

vielleicht schwer zu verstehen, dass

sich zwei Konkurrenten um den Europameistertitel

vor dem letzten Versuch

austauschen. Aber wir machen das im

Wettkampf, wir machen das im Training.

Warum also sollen wir jetzt damit aufhören?

Im Endeffekt waren wir ja hier,

um einen deutschen Speerwurfsieg zu

erzielen.“ Mit einem Augenzwinkern

fügte der Europameister hinzu: „Außerdem

wusste ich ja, dass ich noch einen

Versuch habe. Ich konnte ihm also die

ungelogene Wahrheit sagen.“

Raus aus dem Schatten

Für Andreas Hofmann ist die Berliner

Silbermedaille der größte Erfolg seiner

Karriere. Er verdrückte ein paar Freudentränen.

„Ich habe Silber gewonnen

und bin superhappy. Ich war locker im

Wettkampf, bin chilliger hineingegangen,

das hat sich ausgezahlt.“ Und der Mannheimer

hat sich mit seinem zweiten Platz

endgültig aus dem Schatten von Röhler

und Vetter gelöst. Nach zahlreichen

Verletzungen in der Vergangenheit hatte

der 26-Jährige in den vergangenen Jahren

sein Training umgestellt. Eine Maßnahme

die offenbar fruchtete: 2017 und

2018 blieb Hofmann nahezu verletzungsfrei

und ist im Moment so gut wie noch

nie. Konstant gelingen ihm Würfe an

die 90-Meter-Marke heran und darüber

hinaus. „Ich habe mich in den letzten

Jahren zunächst wieder an die deutsche

Spitze herangearbeitet und jetzt habe

mich in der Weltspitze etabliert.“

Den ersten echten Wirkungstreffer

gegen die nationale Konkurrenz setzte

er bei den Deutschen Meisterschaften in

„Wir können

auch mal über

Gott und die Welt

reden – nicht nur

über Speerwurf.“

Andreas Hofmann über das freundschaftliche Verhältnis

der dreiköpfigen deutschen Speerwurfelite untereinander.

Spieß umgedreht

Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg war es Thomas Röhler, der Andreas Hofmann

zum Titel gratulieren durfte. In Berlin drehte der Olympiasieger den Spieß dann um

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Nürnberg, wo er Olympiasieger Röhler

und Weltmeister Vetter mit dem Meisterschaftsrekord

von 89,55 Metern den Titel

wegschnappte. Und die Silbermedaille

bei der EM war das nächste Ausrufezeichen.

Dabei hatte er zu Beginn des Wettkampfs

kein gutes Gefühl: „Die 87,60

Meter im zweiten Versuch waren schon

ein Befreiungsschlag. Da ist mir schon

ein Stein vom Herzen gefallen. Beim Einwerfen

habe ich die Speere nicht richtig

getroffen. Ansonsten habe ich mich vom

Publikum mitziehen lassen, bin auf der

Welle mitgeritten.“ Im Jubel über die beiden

Medaillengewinner ging die Enttäuschung

des Weltmeisters ein wenig unter.

Noch in der Qualifikation war es für Johannes

Vetter gut gelaufen – ganz locker

87,39 Meter im ersten Versuch. Damit

hätte er im Finale Bronze gewonnen.

Doch da reichte es für den Offenburger

nur zu 83,27 Meter und Platz fünf.

Bis Anfang Juni lief es rund beim 25

Jahre alten Weltmeister: Gleich dreimal

übertraf er in den ersten Wettkämpfen

die 90-Meter-Marke, und auch ansonsten

stimmten die Ergebnisse. Doch dann zog

er sich eine Blessur an der Oberschenkelrückseite

zu und musste eine Wettkampfpause

einlegen. Erst bei den Deutschen

Meisterschaften griff er wieder ins

Geschehen ein und erbrachte mit einem

dritten Platz und 87,83 Metern den geforderten

Leistungsnachweis. Für Vetter war

die fehlende Wettkampfpraxis der Hauptgrund

für das Verpassen einer Medaille

bei der EM. „Ich habe heute viel probiert,

das ging leider nach hinten los. So etwas

passiert, wenn man das ganze Jahr so ein

bisschen mit angezogener Handbremse

werfen muss. Wenn man dann hundert

Prozent abrufen will, gerät das System

aus dem Fugen.“ Seinen Konkurrenten

und Kumpels gratuliert er aber: „Für die

anderen freut es mich, keine Frage, auch

wenn ich gerne bei der Ehrenrunde dabei

gewesen wäre.“

Erfolgsgeheimnis Teamspirit

Das Potenzial für einen deutschen Dreifach-Triumph

bei einem Großereignis

haben die drei Speerwurf-Musketiere in

jedem Fall. Das haben sie neben dem historischen

Triumph in Doha – nie zuvor

hatten in einem Wettkampf mit dem aktuellen

Speer drei Werfer die 90-Meter-

Marke übertroffen – auch beim Diamond

League-Meeting in Eugene bewiesen, wo

sie ebenfalls die ersten drei Plätze belegten.

Eine wichtige Zutat des Erfolgsrezepts

der deutschen Speerwerfer ist

der bemerkenswerte Teamgeist unter den

drei Top-Athleten. Das sieht auch Boris

Obergföll so. Und das obwohl der 44-Jährige

nicht nur Bundestrainer, sondern

auch Heimtrainer von Johannes Vetter

ist. „Natürlich ist das ein Spagat“, sagte

Obergföll. „Aber ich will doch vor allem

die Disziplin entwickeln, sonst mache

ich meinen Job nicht richtig.“ Diesen

Teamgeist gebe es im Übrigen auch unter

den Trainerkollegen: „Es ist sicherlich

unser Geheimnis, dass wir in so einem

starken Austausch untereinander stehen,

obwohl wir eine direkte Konkurrenzsituation

haben.“

Und so litt Obergföll zwar mit „seinem“

Athleten Vetter, konstatierte aber

Zweckentfremdung

Einen ganzen EM-Wettkampf lang tigerte

Thomas Röhler rund um den Wassergraben

herum und musste nach eigener

Aussage höllisch aufpassen, nicht

hineinzufallen – dann durfte er endlich

rein ins kühle Nass

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Absolute Weltspitze

Schon 2016 waren Thomas Röhler (unten)

und Johannes Vetter (Mitte) in der Weltjahresbestenliste

auf den Plätzen eins und

zwei zu finden. 2017 tauschten die beiden

die Plätze, Andreas Hofmann gesellte sich

als Vierter dazu. Und 2018 hatte bis zur

EM weltweit niemand weiter geworfen als

Deutschlands Speerwurftroika

als Bundestrainer: „Wir haben das Ziel

ganz klar erreicht. Wenn Johannes jetzt

auch noch Bronze geholt hätte, dann

wäre das eine geile Nummer gewesen, 1,

2, 3 – davon hatte ich ein paarmal geträumt.“

Auf das Verhältnis seiner Topathleten

ist Obergföll stolz, mahnt aber

einen gesunden Konkurrenzkampf an.

Die sollen aber keinen Kuschelrock machen,

sondern im Stadion die Schwerter

auspacken. Und dann wird gekämpft“, so

der Bundestrainer. Obergföll ist sich aber

sicher, dass Röhler, Vetter und Hofmann

im Wettkampf eher auf Heavy Metal setzen.

Die stacheln sich gegenseitig an.

Thomas will den deutschen Rekord sicher

wieder nach Jena holen, ich will ihn mit

Johannes in Offenburg halten. Und Andi

holt den Rekord vielleicht nach Mannheim.

Und so streben wir immer weiter

nach größeren Weiten. Vielleicht kommt

irgendwann der Tag, an dem einer von

ihnen Richtung Weltrekord wirft.“ Nach

Röhlers Olympiasieg 2016 und dem WM-

Gold von Vetter 2017 ging in Berlin der

dritte große internationale Titel in Folge

nach Deutschland. Zudem ist Röhler der

erste deutsche Europameister seit Klaus

Tafelmeier, der 1986 in Stuttgart den Titel

errang.

Beste Aussichten

Bei diesem Speerwurfmärchen ist also

das letzte Kapitel noch lange nicht geschrieben.

Zumal sich die Helden der Gegenwart

auch noch um die der Zukunft

bemühen. „Wir sind eine Generation, die

an morgen denkt. Wir wollen etwas für

die Sportart tun“, sagte Röhler: „Wir haben

eine extrem motivierte U20 und U18,

und wir wollen die Jungs ein bisschen

stärken.“ Und wenn der Nachwuchs

schon nächstes Jahr durchstartet, könnte

es für die internationale Konkurrenz

richtig bitter werden: Bei der WM 2019

in Doha gibt es dank Titelverteidiger Vetter

vier deutsche Startplätze. Die Zukunft

des deutschen Speerwurfs könnte dem

DLV noch einiges an Edelmetall bescheren.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Überflieger

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Armand Duplantis sorgte

für den sportlichen

Höhepunkt von Berlin.

Mit seinen 6,05 Metern

katapultierte sich das 18

Jahre alte Wunderkind

aus Schweden in die

Topliga der Stabhochspringer.

Der erste Gratulant war das große

Vorbild. Als „Wunderkind“ Armand

Duplantis am letzten EM-

Abend die Stabhochsprung-Welt auf den

Kopf gestellt hatte, umarmte ihn der französische

Weltrekordler Renaud Lavillenie

und flüsterte ihm die ersten Glückwünsche

ins Ohr. „Er hat gesagt: Genieße den

Moment, nicht viele Momente werden

so schön sein“, berichtete Duplantis –

schob aber dann noch hinterher: „Glaube

ich zumindest.“

Denn, das war dem 18 Jahre alten

Schweden deutlich anzumerken, realisieren

konnte er seinen Erfolg an einem

denkwürdigen Abend nicht wirklich. EM-

Gold, U20-Weltrekord mit 6,05 Metern,

jüngster Athlet der Geschichte über der

Sechs-Meter-Marke – lediglich Sergey Bubka

war im Freien überhaupt jemals besser.

„Ich kann mich an den Sprung nicht

erinnern. Ich würde es gerne, aber ich

glaube, mein Gehirn hatte einen Blackout“,

sagte Duplantis völlig überwältigt:

„Ich hoffe einfach, dass ich morgen aufwache

und es noch wahr ist.“

Das war es. Und es war letztendlich

der Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung.

Mit fünf Jahren übte Duplantis

mit einem Besenstiel im heimischen

Wohnzimmer, mit sieben Jahren stellte er

eine erste Weltbestleistung auf und brach

danach so ziemlich jeden Nachwuchsrekord,

den es gab.

In den USA, wo Duplantis lebt und

gerade die High School abgeschlossen

hat, wurde er bereits als „Tiger Woods

des Stabhochsprungs“ bezeichnet. Doch

sein großes Vorbild heißt Lavillenie, in

seinem Bücherregal steht eine signierte

Biografie, früher hing er Poster des Franzosen

in seinem Kinderzimmer auf. In

Berlin ließ er ihm nun keine Chance, Lavillenie

gewann Bronze.

Das Talent wurde Duplantis in die

Wiege gelegt. Sein Vater Greg war selbst

ein 5,80-Meter-Springer, Mutter Helena,

die einst von Schweden in die USA einwanderte,

Siebenkämpferin und Volleyballerin.

Greg erzählte einmal der New

York Times, dass der kleine Armand noch

in Windeln auf die Bäume des Nachbargartens

kletterte. Damit „Mondo“, wie

Duplantis mit seinem Spitznamen genannt

wird, sein Talent auch richtig entwickeln

konnte, baute ihm sein Vater im

heimischen Garten eine eigene Stabhochsprunganlage.

Inzwischen kann er diese

aber nicht mehr nutzen – es wäre bei den

aktuellen Höhen viel zu gefährlich.

Schon früh stellte sich die Frage,

für welches Land Duplantis, der beide

Staatsbürgerschaften besitzt, international

antreten wird. Er entschied sich

nach langem Hin und Her für Schweden

– auch, weil er damit den harten Trial-

Ausscheidungen in den USA aus dem

Weg geht. Das Gegrummel in Schweden

wegen der vermeintlich zu wenig ausgeprägten

Identifikation ebbte nach den

ersten Erfolgen spürbar ab. Im Sommer

lebt Duplantis ohnehin bei seinen Großeltern

in Schweden.

Schon jetzt wird er als einer der kommenden

großen Stars der Leichtathletik

gehandelt, die nach dem Rücktritt von

Usain Bolt händeringend nach einer neuen

Lichtgestalt sucht. Duplantis also das

neue Vorbild für junge Leichtathletik-

Fans? Die Frage sei ein bisschen komisch,

kommentierte er: „Ich fühle mich doch

noch selbst wie ein Kind.“

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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Gold verloren –

alte Stärke

zurückgewonnen

David Storl: Kugelstoßer David Storl war dreimal

in Folge Europameister – Rekord. In Berlin endete

die Serie. Aber Bronze war nach zwei Jahren

mit Problemen und ohne internationale Freiluft-

Medaille trotzdem wie ein Sieg.

LEICHTATHLETIK 2018 33

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Jetzt, wo David Storl mit 28 Jahren

in das beste Kugelstoßalter kommt,

hat er schon mehr erreicht als die

meisten anderen Kugelstoßer weltweit in

ihrer gesamten Karriere. Im Jugendbereich

hat der Rochlitzer im Leipziger Trikot

alles gewonnen, was es zu gewinnen

gibt. Er war U18- und U20-Weltmeister

sowie U20- und U23-Europameister. Er

galt als Jahrhundert-Talent und untermauerte

das auch in der Erwachsenenklasse.

Gerade erst 21 Jahre alt geworden,

war er 2011 der jüngste Weltmeister aller

Zeiten und wiederholte den Titel zwei

Jahre später. 2012 war er nicht nur Olympia-Zweiter

– mit gerade einmal drei

Zentimetern Rückstand auf den Sieger –,

sondern auch der jüngste Europameister

aller Zeiten und der erste Kugelstoßer,

der gleichzeitig Welt- und Europameister

war. 2014 und 2016 wiederholte er seine

EM-Triumphe und war damit der erste

Kugelstoßer, dem der Hattrick gelang.

Vielleicht ist er deshalb jetzt so abgeklärt,

dass man ihm nach dem Reißen

dieser einzigartigen EM-Serie nicht anmerken

konnte, ob er sich über Bronze

in Berlin freute oder nicht. Vielleicht

wusste er es im Olympiastadion kurz

nach dem Wettkampf selbst noch nicht,

was er davon halten sollte. Die Qualifikation,

die auf den Breitscheidplatz in der

Berliner City ausgelagert worden war,

hatte er souverän gemeistert. Dort, wo

kurz vor Weihnachten 2016 ein Terroranschlag

verübt worden war, war ein 3000

Zuschauer fassendes temporäres Stadion

aufgebaut worden. Das war proppenvoll,

das Publikum in Partylaune. Die Polizei

sicherte die Arena mit einem Großaufgebot

ab, unter anderem wurden Lkws als

Barrieren eingesetzt. Während viele seiner

Kollegen Probleme hatten, übertraf

er im ersten Versuch mit 20,63 Metern

sofort die für das Finale geforderte Weite.

Starker Start ins Finale

Das Finale dann fand einen Tag später im

Olympiastadion statt. Als Letzter Stoßer

trat Storl in den Ring. Der Pole Michał

Haratyk, der die europäische Bestenliste

mit 22,08 Metern vor Storl (21,62 m) anführte,

lag mit 20,94 Metern in Führung.

Eine gute Leistung, aber kein Schocker,

mit dem man einen Wettkampf gewinnt.

Storl witterte seine Chance, mit einem

guten ersten Versuch die Konkurrenz

unter Druck setzen zu können. Und es

gelang ihm: Mit 21,41 Metern übernahm

er die Spitzenposition.

Ein guter Versuch, aber keiner, mit

dem man eine Medaille oder gar Gold sicher

hat. „Nach 21,41 Metern zu Beginn

macht man danach keine Sicherheitsstöße

mehr“, erzählte er später in der Mixed

Zone. „Da muss man Risiko gehen.“ Und

das tat Storl, der immer wieder die Unterstützung

des Publikums einforderte. Zusammen

mit seinem Trainer Wilko Schaa

hatte er zuvor die Taktik festgelegt. Storl

sollte mit mehr Speed in die Versuche

gehen. „Dann muss man aber auch die

Technik im Griff haben. Das hat im ersten

Versuch einigermaßen geklappt,

danach habe ich ein bisschen die Linie

verloren.“ Die Folge: Vier seiner sechs

Versuche waren ungültig, Storl konnte

seinen Schwung nicht halten und es trieb

ihn über den Balken hinaus.

Gleichzeitig zogen im zweiten Versuch

die Polen Michał Haratyk und Konrad

Bukowiecki mit 21,72 und 21,66 Metern

an ihm vorbei. „Geschockt hat mich

das nicht. Das Niveau hätte ich auch gehabt

heute Abend“, sagt er. Nur konnte

Storl es nicht zeigen und konnte auch mit

seinem einzigen weiteren gültigen Versuch

auf 21,34 Meter nicht kontern. Da

half auch nicht, dass kurz vor dem letzten

Durchgang die Leverkusenerin Gina

Lückenkemper über 100 Meter in 10,98

Sekunden zu Silber sprintete und das Publikum

lauthals „Oh wie ist das schön“

sang. Den Schwung konnte Storl nicht in

einen letzten, starken Versuch umsetzen.

Bester EM-Dritter aller Zeiten

Und so zeigte er sich nach dem Wettkampf

als fairer Drittplatzierter. „Die beiden

Polen haben eine großartige Leistung

gezeigt und einen tollen Wettkampf gemacht.

Das muss man neidlos anerkennen“,

stellte er fest. „Das war heute ein

ganz starkes Niveau. Mit der Siegerweite

kann man auch Weltmeister werden.“

Seit dem Schweizer Werner Günthör

1986 (22,22 m) musste kein Europameister

für den Titel so weit stoßen wie Haratyk.

Und Storl hatte mit ebenfalls 21,41

Metern 2014 noch den Titel gewonnen, er

ist der mit Abstand beste Dritte der EM-

Geschichte. Sechs Athleten stießen bei

der EM in Berlin 21 Meter oder weiter –

zuvor waren es nie mehr als zwei.

Und dass er überhaupt wieder Medaillen

gewinnt, war eine große Erleichterung

für Storl. 2016 war er bei Olympia

enttäuschender Siebter geworden, im

vergangenen Jahr war er bei der WM in

London gar nur Zehnter. Dann machte

Storl einen harten Schnitt. Er trennte

sich von seinem langjährigen Trainer

Sven Lang und wird nun von Wilko

Schaa betreut. „Ich glaube, dass es für

einen Athleten in meinem Alter schon

ein Wahnsinns-Schritt ist, das Trainingssystem

komplett umzukrempeln und

trotzdem an den Erfolg anzuknüpfen“,

hatte Storl erklärt. Aber es funktionierte.

Es ist eine Veränderung, die sich für Storl

Vor beeindruckender Kulisse

Bei den Deutschen Meisterschaften in

Nürnberg wurde das Kugelstoßen auf

den Hauptmarkt ausgelagert. Vor der

eindrucksvollen und ästhetischen Kulisse

der Frauenkirche feierte David Storl seinen

achten Titel in Folge

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„Vielleicht schaffe ich

ja noch eine Heim-EM

oder -WM.“ David Storl, der sowohl bei der WM 2009 als auch der EM 2018 am Start war.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

schon jetzt ausgezahlt hat und die nicht

alleine an Weiten festgemacht werden

kann. „Es war der Punkt gekommen, an

dem ich beschlossen habe, dass ich mal

was Neues brauchte. Einen neuen Reiz

suchen“, erklärte Storl. Und ist sich sicher:

„Ich habe eine richtig gute Lösung

gefunden.“

Der erste Ansatzpunkt waren die lang

anhaltenden Knieschmerzen, mit denen

Storl seit Jahren zu kämpfen hat. Er reduzierte

die Versuche im Training und dosierte

das Krafttraining. Nun ist er wieder

schmerzfrei. Ein Geschenk? „So sehe ich

es auch“, sagte er. Das Ende der leidigen

Verletzungsprobleme war gleichzeitig

auch ein Anfang. Storl kehrte zur Umsprungtechnik

zurück, die bis zu 40 Zentimeter

Weitenvorteil bringen kann, das

Knie aber auch deutlich mehr belastet.

„Das war eigentlich keine Option mehr,

weil es immer wieder Reizungen im linken

Knie hervorgerufen hat“, erklärte er.

„Das Umspringen macht mir auch persönlich

mehr Spaß. Das kommt meiner

Art, Kugel zu stoßen, entgegen.“ Denn

Storls großer Vorteil zu seinen Konkurrenten

ist die Athletik, die Schnelligkeit,

mit der er die Kugel beschleunigen kann.

Comeback in Birmingham

Und das zahlte sich schon in der Hallensaison

aus. Da reckte er nach dem

Wettkampf bei der Hallen-WM in Birmingham

die Faust in die Höhe, pustete

kräftig durch und holte sich dann die

deutsche Fahne: Mit Saisonbestleistung

von 21,44 Metern gewann der zweimalige

Kugelstoß-Weltmeister Silber – und

zeigte damit nach einer schwierigen Zeit

wieder alte Stärke. „Für mich war das

Wichtigste, dass ich zum Saisonhöhepunkt

die beste Leistung abliefere. Das

hat die letzten Jahre nicht so geklappt,

diesmal schon“, sagte er.

Nur Titelverteidiger Tom Walsh war

für Storl unschlagbar. Die 22,31 Meter

des Neuseeländers waren die viertbeste

Hallen-Weite in der Geschichte. Storl hatte

sich bereits 2012 und 2014 WM-Silber

in der Halle gesichert. „Bronze war das

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Freude und Biss zurückgewonnen

2018 hat David Storl die Freude am Kugelstoßen

zurückgewonnen und das Feuer im Kugelstoßring

neu entfacht. Nachdem es bei Olympia

2016 und der WM 2017 nicht lief, startete er

2018 mit Bronze bei der EM (links) und Silber

bei der Hallen-WM (rechts) wieder durch

absolute Fernziel, weil die Ausgangsleistungen

der anderen so gut waren“, sagte

Storl: „Nach den letzten zwei Jahren, in

denen es beschissen lief, in denen die

Wettbewerbe beim Saisonhöhepunkt immer

versaut wurden, freut man sich natürlich,

wenn man wieder eine Medaille

mitnimmt.“ Und Storl ließ in Birmingham

dabei in Bronzemedaillengewinner Tomas

Stanek (Tschechien) und Hallen-Europameister

Konrad Bukowiecki (Polen)

zwei Stoßer hinter sich, die in diesem

Jahr die 22-Meter-Marke geknackt hatten.

Doch diesmal blieben sie hinter ihren

Vorleistungen zurück – und nicht Storl.

Aber der neue Coach ist nicht nur

Coach. Beide sind altersmäßig nicht weit

auseinander, beide wurden vor nicht allzu

langer Zeit Vater. „Da hat man auch

ganz andere Dinge, über die man reden

kann. Es ist auch gut so, dass es nicht

immer um den Sport geht. Es gibt ja

auch ein Leben neben dem Sport“, betont

Schaa: „Wir grillen auch mal zusammen

mit den Familien, das ist super. Die

Frauen verstehen sich, die Kinder sind im

gleichen Alter - das ist schon ein Riesenvorteil.“

Ziel Olympiasieg

Zusammen gehen sie die nächsten Ziele

an. Der Titel bei Olympia fehlt Storl noch

in seiner Sammlung. „Das wäre schon

ein Traum, aber die Konkurrenz schläft

nicht, wie man sieht.“ Und auch ein

anderes Ziel fügt er noch hinzu – wenn

auch vielleicht nicht so ernst gemeint wie

der Olympiasieg. 2009 durfte er bereits

bei der WM in Berlin starten – als frischgebackener

U20-Europameister. Damals,

mit 19 Jahren, erdrückte ihn die Kulisse

im Olympiastadion, er schied mit 19,19

Metern als 26. aus. Jetzt erlebte er bei

der EM die zweite internationale Heim-

Meisterschaft im Olympiastadion und

konnte die Stimmung genießen. „Vielleicht

schaffe ich ja noch eine Heim-EM

oder -WM“, meinte er schmunzelnd. Es

wäre jedenfalls schön, wenn die große

Karriere David Storls noch einige Jahre

weiterginge.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Diskus-Glück

Gold, Silber, Bronze

Die Diskus-Queen kniete nieder.

Sandra Perkovic feierte den fünften

EM-Titel in Folge. Das hatte noch niemand geschafft.

Ihr Begleitschutz: Nadine Müller (links)

und Shanice Craft, die Silber und Bronze holten

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Die Diskuswerferinnen: Für das deutsche Diskus-Duo

mit Nadine Müller und Shanice Craft war in Berlin

nur Superseriensiegerin Sandra Perkovic zu stark.

Die Kroatin holte sich mit 67,62 Metern ihren fünften

EM-Titel in Folge – das war zuvor noch niemanden

gelungen. Hinter ihr sicherten sich die beiden DLV-

Werferinnen Silber und Bronze.

Nadine Müller lief jubelnd über die

blaue Laufbahn und konnte ihr

Glück kaum fassen: Mit 63,00 Metern

hatte sich die Hallenserin bei der EM

in Berlin nach einem packenden Diskus-

Finale Silber gesichert. Die deutsche

Meisterin Shanice Craft (MTG Mannheim/62,46

m) holte Bronze, Claudine

Vita (SC Neubrandenburg) machte als

Vierte (61,25 m) den starken Auftritt des

deutschen Trios perfekt.

„Ich habe gezeigt, was ich kann. Jetzt

fahre ich mit Silber nach Hause, ich bin

super-happy. Die letzten zwei Jahre waren

nicht einfach, deshalb ist das eine spezielle

Silbermedaille“, sagte Müller (32).

Craft (25), die bereits 2014 und 2016 EM-

Dritte war, meinte: „Das ist die wertvollste

Bronzemedaille von den dreien. Seit diesem

Jahr wohne und trainiere ich in Berlin,

das hat sich wie zuhause angefühlt.“

Gold sicherte sich erwartungsgemäß

Sandra Perkovic mit 67,62 Metern. Die

Kroatin setzte ihre beeindruckende Siegesserie

fort. Die zweimalige Olympiasiegerin

und Weltmeisterin holte sich zum

fünften Mal in Folge EM-Gold. Noch nie

konnte eine Athletin oder ein Athlet zuvor

fünf EM-Titel bei Europameisterschaften

gewinnen.

Perkovic wackelte nur kurz

Müller präsentierte sich von Beginn an

bärenstark und jagte den Diskurs in den

ersten beiden Versuchen auf starke 62,00

und 63,00 Meter. Top-Favoritin Perkovic

wirkte irritiert, fand zunächst überhaupt

nicht zu ihrer Form und übernahm erst

im vierten Versuch die Führung, die sie

nicht mehr abgeben sollte. Craft war

bei internationalen Meisterschaften mal

wieder in Top-Form und holte sich bereits

ihre dritte EM-Medaille in Folge. Die

erst 21 Jahre alte Vita hatte Probleme im

Ring und kam erst im letzten Wurf auf

ihre Topweite. Vita war enorm stark in

die laufenden Saison gestartet, konnte in

den letzten Wochen vor der EM die Weiten

aber nicht mehr bestätigen.

Happy End für Nadine Müller

Am Ende war Müller völlig aus dem

Häuschen, obwohl sie nicht zum ersten

Mal bei internationalen Meisterschaften

auf dem Podium stand. Bei der EM 2012

in Helsinki und der WM 2015 in Peking

hatte sie Bronze gewonnen, bei der WM

2011 in Daegu (Südkorea) sogar Silber.

Bei Deutschen Meisterschaften sicherte

sich die 1,93 Meter große Müller bereits

sechsmal den Titel.

Doch 2018 war für Müller ein ganz

besonderes Jahr. Es lief nicht gut für die

Altmeisterin, die im Frühsommer zudem

an einer schmerzhaften Rückenverletzung

laborierte. Der EM-Start hing am

seidenen Faden, erst mit dem zweiten

Platz Ende Juli bei den Deutschen Meisterschaften

löste sie das Ticket für die

Heim-EM in Berlin.

Craft hatte sich intensiv auf die Heim-

EM vorbereitet, war im vergangenen Jahr

von Mannheim nach Berlin gezogen, um

noch intensiver mit der Trainingsgruppe

von Diskus-König Robert Harting und

dessen Frau Julia zu arbeiten. Das zahlte

sich aus. Bei den Deutschen Meisterschaften

Ende Juli in Nürnberg gewann sie den

Titel und setzte ihren guten Trend bei der

EM nun fort.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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Eine

Klasse

für sich

Christin Hussong ließ sich von den starken

deutschen Männern inspirieren und absolvierte

beim Saisonhöhepunkt den besten

Wettkampf ihres Lebens. Mit 67,90 Metern

gewann sie Gold mit Meisterschaftsrekord.

Der Durchbruch für die 24-Jährige, die

schon lange Zeit als größtes deutsches

Speerwurf-Talent galt.

Christin Hussong (LAZ Zweibrücken)

ließ ihren Tränen freien Lauf.

Sie kniete auf der blauen Bahn und

verbarg ihr Gesicht in ihren Händen. Sie

schämte sich ihrer Tränen nicht, aber im

Moment des größten Triumphs wollte

sie ganz kurz für sich allein sein – bevor

sie ihre Freude mit den fast 50.000 Zuschauern

im Stadion teilte.

Sie war überwältigt von ihrem Gold-

Coup, auch, wenn er sich nach der Qualifikation

angedeutet hatte. „Der Wettkampf

war ein Traum, vom ersten Wurf

weiß ich gar nichts mehr“, sagte die

24-Jährige.

Mit Meisterschaftsrekord von 67,90

Metern stellte sie gleich mit dem ersten

Wurf nicht nur eine persönliche Bestleistung

auf, sondern schob sich auch

auf Platz drei der „ewigen“ deutschen

Bestenliste vor. Ihre Weite hätte sowohl

bei der WM 2017 als auch bei den Olympischen

Spielen 2016 zu Gold gereicht.

67,29 Meter in der Quali

Schon in der Qualifikation war Christin

Hussong absolut fokussiert und warf

den Speer auf 67,29 Meter. Bestleistung

im EM-Vorkampf. Fünfeinhalb Meter

Vorsprung auf die zweitbeste Werferin.

„Ich hatte etwas Angst, dass dieser Wurf

in der Qualifikation nur eine Ausnahme

sein könnte“, gab die 1,86 Meter große

Werferin hinterher zu. Aber echte Zweifel

ließ sie nicht zu. Im Gegenteil. Wie in

der Qualifikation war sie auch im EM-Finale

hochkonzentriert und lieferte schon

im ersten Durchgang ab.

Nach Gold für Olympiasieger Thomas

Röhler und Silber für Andreas Hofmann

bei den Männern gewann Hussong das

Gold bei den Frauen: Deutschland dominierte

in Berlin die Speerwurfwettbewerbe.

„Ich habe schon Lust bekommen,

auch auf dem Treppchen zu stehen. Dass

ich es mache wie Thomas, ist umso schöner“,

sagte sie. Zwar sprang sie nach ihrem

Sieg nicht wie Röhler in den Wassergraben

– die Frauen warfen von der gegenüberliegenden

Seite –, war aber nach

dem größten Erfolg ihrer Karriere nicht

minder emotional. Die Rückschläge,

die sie in der Vergangenheit einstecken

musste, hat sie nicht vergessen.

Schwierige Jahre gehabt

„Es waren schwierige Jahre“, sagte Hussong.

Sie erinnerte damit an Olympia

2016, als sie mit 57,70 Metern Zwölfte

wurde, und an die WM 2017, als sie in

der Qualifikation ausschied: „Man lernt

daraus, man muss weiter an sich arbeiten.

Es tut so gut, dass man für die harte

Arbeit belohnt wird.“ In diesem Jahr

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Der perfekte Wurf

Konzentriert und fokussiert. So trat Christin Hussong in der Qualifikation und im Finale an. Jeweils im ersten Durchgang schockte

sie die Konkurrenz. Zweimal warf sie über 67 Meter. Weltklasse. Die finalen 67,90 Meter hätten bei der WM 2017 und bei Olympia 2016

jeweils zur Goldmedaille gereicht. Als die Anspannung von ihr abfiel, ließ sie ihren Freudentränen freien Lauf

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hat sie entscheidende Fehler abgestellt.

Vielleicht ein Geheimnis des Erfolgs. Die

alte Schwäche, die Länge des Wurfsarms

nicht richtig ausspielen zu können, wurde

ausgemerzt.

Bereits früh war Hussong als großes

Talent gefeiert worden, sammelte erste

Meriten im Nachwuchsbereich. U18-

Weltmeisterin war sie 2011, es folgte eine

Silbermedaille 2013 bei der U20-EM und

2015 holt sie schließlich EM-Gold in der

U23.

Nun schaffte sie den Durchbruch bei

den Erwachsenen. „Viele Leute sagten,

dass ich nicht in der Lage sei, bei einem

großen Wettbewerb für Erwachsene und

in einem großen Stadion weit zu werfen,

aber ich habe das Gegenteil bewiesen“,

betonte sie.

Die 70 Meter

sind der Traum

einer jeden

Speerwerferin.“

Christin Hussong über ihr Ziel für die kommenden Jahren

Von den Männern gelernt

Für ihren Erfolg hatte Hussong auch mit

den erfolgreichen deutschen Männern

um Röhler, Hofmann und Weltmeister

Johannes Vetter zusammengearbeitet.

„Wir waren im Trainingslager in Südafrika,

wir trainieren auch zusammen“,

sagte sie. Der deutsche Speerwurf-Chef

Boris Obergföll spreche sich mit ihrem

Vater ab: „Das ist eine Gemeinschaftsaktion.“

Ansonsten ist das Training aber Familiensache.

Gecoacht wird sie von ihrem

Vater Udo, dieser sei der „ideale“ Trainer

für sie. Auch wenn er selbst früher Handball

spielte und mit der Leichtathletik

„nicht so viel um die Ohren hatte“, wie

Hussong erklärte. „Aber er konnte werfen“,

sagte sie: „Ich denke, das habe ich

schon ein bisschen von ihm.“

Die Erfolgsstory der Hussong ist außergewöhnlich.

Vater Udo ist ein Autodidakt,

er begann erst, verschiedene

Trainerscheine zu absolvieren, als sich

herausstellte, dass seine Tochter gerne

Leichtathletik betreiben wollte, es aber

keinen geeigneten Trainer gab. So lernten

Udo und Christin Hussong gemeinsam

Jahr für Jahr dazu. Ein Gespann, das

auf diese Art und Weise in Zukunft noch

viele weitere Erfolge feiern möchte.

Ziel: 70 Meter

Seit 1971 stand bei jeder Europameisterschaft

mindestens eine deutsche Speerwerferin

auf dem Podest. Wenn Christin

Hussong ihre Leistung stabilisiert,

könnte sie diese Erfolgsserie fortführen.

Zumal sie bereits ein weiteres Ziel ins

Auge gefasst hat. „Die 70 Meter sind der

Traum einer jeden Speerwerferin. Ich bin

erst 24, ich habe noch einige Jahre vor

mir. Irgendwann wird die Marke schon

fallen“, sagte sie.

Tränen des Glücks

Nach zwei schwierigen Jahren fand das große Speerwurf-Talent in die Erfolgsspur

zurück. Christin Hussongs Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen haben sich ausgezahlt

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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Carolin Schäfer: Nach

ihrem nervenstarken

800-Meter-Lauf zu EM-

Bronze dachte Siebenkämpferin

Carolin Schäfer

als erstes an ihre fehlenden

Teamkolleginnen.

Louisa Grauvogel und

Mareike Arndt hatten

nach einem Autounfall

den Siebenkampf vor den

800 Metern vorzeitig beenden

müssen.

„Medaille

teile ich

mit euch“

Vor dem abschließenden 800-Meter-

Lauf im Berliner Olympiastadion

hatte ein Autounfall die deutschen

Leichtathleten geschockt: Carolin Schäfers

(LG Eintracht Frankfurt) Mitstreiterinnen

Louisa Grauvogel (LG Saar 70) und Mareike

Arndt (TSV Bayer 04 Leverkusen)

waren darin verwickelt und konnten nicht

mehr starten. „Das hat mich tief getroffen,

für die beiden Mädels habe ich das Kämpferherz

ausgepackt und bin noch fokussierter

an den Start gegangen“, sagte Schäfer.

Und: „Die Medaille teile ich mit euch!“

Schäfer saß beim Unfall nicht im Auto, sie

hatte ihr eigenes Betreuungsteam.

Carolin Schäfer ließ den Worten Taten

folgen: Mit starken 2:14,65 Minuten

über 800 Meter verteidigte sie trotz der

schweren Stunden und der Sorge um ihre

Teamkolleginnen souverän ihren dritten

Platz und sicherte sich mit 6602 Punkten

nach Silber bei der WM 2017 in London

erneut eine Medaille bei einer großen

Meisterschaft. „Danke Berlin, es war

atemberaubend“, rief Schäfer dem Publikum

zu. „Es gibt nichts Emotionaleres.“

LEICHTATHLETIK 2018 45

Nicht alles nach Plan gelaufen

Für Schäfer war Bronze beim Saisonhöhepunkt

ein gutes Ergebnis, nachdem in

diesem Jahr nicht alles nach Plan gelaufen

war. Beim Mehrkampf im Mai in Götzis

hatte sie im Kugelstoßen keinen gültigen

Versuch, obwohl sie eigentlich als

gute Kugelstoßerin gilt. In Berlin zeigte

sie keine Schwächen und stieß 14,12 Meter

weit.

Zuvor war sie mit 13,33 Sekunden

über die 100 Meter Hürden gut in den EM-

Siebenkampf gestartet. Besser machte es

die 21 Jahre alte Louisa Grauvogel, die ja

auch die EM-Einzelnorm in dieser Diszilabuch2018_044-047_Schaefer.indd

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

plin geknackt hatte. Sie spielte ihr ganzes

Können aus und blieb in tollen 12,97 Sekunden

nur zwei Hundertstel über ihrer

Bestleistung.

Nach dem guten Start über die Hürden

lief es auch im Hochsprung für Louisa

Grauvogel bestens. Die 21-Jährige

konnte ihre persönliche Bestleistung um

einen Zentimeter nach oben schrauben

und jubelte über 1,76 Meter. Für Carolin

Schäfer ging es noch drei Zentimeter höher.

Die Frankfurterin punktete mit 1,79

Metern, hätte die 1,80 Meter wie zuletzt

bei ihren starken Mehrkämpfen aber gerne

überquert. An der Spitze wie erwartet

die belgische Olympiasiegerin Nafissatou

Thiam in ihrer Paradedisziplin. Aber: Die

2,01-Meter-Springerin musste sich mit

1,91 Metern begnügen.

Britin exzellent über 200 Meter

Die Führende zu diesem Zeitpunt: Großbritanniens

Katarina Johnson-Thompson, die

auch in der letzten Disziplin des ers-ten Tages

überzeugte. Die Britin gewann in 22,88

Sekunden – Meisterschaftsrekord über

diese Strecke innerhalb des Siebenkampfs.

Dahinter verbesserte sich Louisa Grauvogel

um mehr als zwei Zehntel auf 23,10

Sekunden. Auch Mareike Arndt als Dritte

war in 23,61 Sekunden schnell wie nie. Als

Sechste folgte Carolin Schäfer mit soliden

23,75 Sekunden. In der Summe rangierte

die deutsche Vize-Weltmeisterin zur Halbzeit

mit 3848 Punkten auf Rang drei.

Carolin Schäfer startete stark in den

zweiten Tag. Im Weitsprung schaffte sie

mit 6,24 Metern eine neue Saisonbestleistung.

Aber einige andere waren noch

stärker. Damit musste sie die Medaillenränge

zwischenzeitlich verlassen und

rutschte im Zwischen-Ranking mit 4772

Punkten auf den vierten Platz ab. Einen

guten Start erwischte Louisa Grauvogel,

die auf ihre Bestweite 15 Zentimeter

draufpackte und mit 6,15 Metern punktete.

Für Mareike Arndt wurden solide

5,91 Meter gemessen. Beste Weitspringerin

war Johnson-Thompson (6,66 m) vor

Nafissatou Thiam (6,60 m).

Dann folgte die Paradedisziplin von

Carolin Schäfer. Nach einem Mehrkampf

mit Höhen und Tiefen glänzte die Polizeikommissarin

beim Speerwurf mit starken

53,73 Metern. In dieser Disziplin hatte sie

im Training Unterstützung von Olympiasieger

Thomas Röhler aus Jena erhalten.

Dem neuen Europameister dankte Schäfer

ausdrücklich. „Meine große Stärke

ist, dass ich in allen Disziplinen gleichwertig

bin“, sagte sie und blickte bereits

voraus auf Olympia in Tokio. „Ich habe

zwei Jahre Zeit, dann werden die Karten

neu gemischt.“

Damit eroberte sie vor dem 800-Meter-Lauf

den Podestplatz zurück, den sie

über die abschließenden zwei Stadionrunden

nicht mehr abgab. „Ein grundsolider

Mehrkampf“, bewertete sie ihren

Siebenkampf. „Sicherlich hätte ich mir

mehr gewünscht, aber es zieht sich wie

ein roter Faden durch die Saison, immer

Ups and Downs.“

Mental etwas ausgebrannt

Carolin Schäfer gab zu, dass sie mental

nach der Medaille in London, für die sie

zehn Jahre gearbeitet hatte, etwas ausgebrannt

gewesen war. „Deswegen bin ich

froh, dass ich mich so zurückkämpfen

konnte. Das war eine richtige Kampfmedaille

heute.“ Gold und Silber waren

nicht zu erreichen. Den EM-Titel holte

Olympiasiegerin Nafissatou Thiam mit

6816 Zählern, den zweiten Platz sicherte

sich Katarina Johnson-Thompson mit

6759 Punkten.

Hürden, Hochsprung, Kugel, 200 Meter

Carolin Schäfer startete mit 13,33 Sekunden

über 100 Meter Hürden gut in den

Siebenkampf. Der späteren EM-Zweiten

Katarina Johnson-Thompson nahm sie

eine Hundertstel ab. Auf solide 1,79 Meter

im Hochsprung folgten gute 14,12 Meter

mit der Kugel. Im 200-Meter-Lauf kam

Carolin Schäfer mit 23,75 Sekunden nicht

an ihre besten Zeiten heran

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Glück im Unglück

Es hätte noch Schlimmeres passieren

können: Vor dem abschließenden

800-Meter-Lauf im Siebenkampf waren

Louisa Grauvogel und Mareike Arndt in

einen Autounfall verwickelt worden. Der

Unfall passierte auf dem Rückweg vom

Stadion ins Hotel. Beide Athletinnen

konnten ihren Wettkampf nicht fortsetzen,

hatten aber Glück im Unglück. Während

Grauvogel bereits am frühen Freitagabend

wieder ins Hotel zurückkehren durfte,

blieb Arndt noch zur Beobachtung im

Krankenhaus. Am Samstagmorgen durfte

auch die Leverkusenerin wieder ins Mannschaftshotel

einziehen. Nicht im Auto saß

Vizeweltmeisterin Carolin Schäfer, die in

einem anderen Hotel untergebracht war.

„Generell wurden die Informationen weit

von mir weggehalten. Aber ich wusste,

was los ist“, sagte Schäfer. „Ich habe zwei

Tage mit den Mädels im Stadion verbracht,

es ist etwas Besonderes, was ihnen

genommen wurde.“ Grauvogel hatte nach

sechs von sieben Disziplinen auf Rang

sieben gelegen, Arndt war Zwölfte

Weitsprung, Speer, 800 Meter

Die 6,24 Meter im Weitsprung zum Auftakt

des zweiten Tages bedeuteten eine Saisonbestleistung

für Carolin Schäfer. Noch

besser lief es mit dem Speer. Die Zusammenarbeit

mit Thomas Röhler machte sich

bezahlt: 53,73 Meter – neue persönliche

Bestweite. Damit rückte Carolin Schäfer

wieder auf den Bronzerang vor, den sie mit

flotten 2:14,65 Minuten über 800 Meter

souverän absicherte. Gold holte sich die

Belgierin Nafissatou Thiam mit 6816

Punkten

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Mit Filmriss zur S

LEICHTATHLETIK 2018

Gina Lückenkemper: Mit

ihrem EM-Silber hat Gina

Lückenkemper die Herzen

der Berliner im Sturm

erobert. Das nassforsche

Energiebündel ist die

Zukunft der deutschen

Leichtathletik. An ihren

10,98 Sekunden langen

100-Meter-Sprint auf

Rang zwei fehlen ihr

jegliche Erinnerungen.

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Silbermedaille

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

In einem Leichtathletik-Stadion könne

man eine Stecknadel fallen hören,

wenn die Sprinter in den Startblöcken

hocken. Schöne Leichtathletik-Floskel.

Aber im Berliner Olympiastadion waren

die gut 40.000 Zuschauer am ersten EM-

Finalabend kurz nach Sonnenuntergang

tatsächlich so still, dass der Ruf eines

einzelnen im ganzen weiten Rund zu

vernehmen war. „Gina Lückenkemper“,

brüllte irgendwer in die Auf-die-Plätze-

Phase. Und das ist das Letzte, an das

sich die Sprinterin vom TSV Bayer 04

Leverkusen erinnern kann, bevor sie die

ersehnte EM-Medaille sicher hatte. „Da

brüllt einer deinen Namen. Yeah“, beschrieb

die 21-Jährige ihre letzten Gedanken,

bevor der Startschuss knallte.

Die meisten Zuschauer waren in diesem

Moment kurz geschockt. Mit bloßem

Auge war zu erkennen, dass Gina Lückenkemper

im Vergleich zu ihren sieben Konkurrentinnen

quasi im Block sitzen geblieben

war. Ihre Reaktionszeit: 0,217 Sekunden.

Die spätere Siegerin Dina Asher-

Smith aus Großbritannien war fast sechs

Hundertstel schneller auf der Piste. Ob es

an den Startblöcken gelegen hat? „Das waren

Kreismeisterschaftsblöcke“, schimpfte

Gina Lückenkemper, normalerweise seien

bei internationalen Titelkämpfe viel bessere

Startmaschinen im Einsatz.

Keine Erinnerung ans Rennen

Aber nachdem sie sich Meter um Meter

nach vorn gekämpft hatte, an diesem

superheißen Sprintabend zur ersehnten

Medaille bei der Heim-EM gerannt und

zum zweiten Mal in nur drei Stunden

mit 10,98 Sekunden unter elf Sekunden

geblieben war, war auch das vergessen.

Genau wie alle Erinnerungen an alles,

was zwischen Start und Ziel auf diesen

100 Metern passiert war. „Ich kann zum

Rennen gar nichts sagen. Ich erinnere

mich an nichts.“ Als sie dann realisiert

hatte, dass Silber sicher war, flossen die

Tränen. Vor Freude. „Es war ein unfassbar

geiler Abend. Ich habe mir meinen

Traum erfüllt. Die Zuschauer haben mich

beflügelt“, schwärmte sie direkt nach

dem Rennen.

Am Morgen nach der emotionalen

Achterbahnfahrt waren dann selbst dem

Energiebündel Gina Lückenkemper die

Strapazen einer kurzen Nacht anzumerken.

„Gestern war ich mit meinen

Gefühlen noch absolut überfordert, so

langsam kommt nun alles durch“, sagte

Deutschlands neuer Sprintstern über seinen

Silbercoup, nach dem auch der Letzte

begriffen haben dürfte: Die 21-Jährige

könnte die Zukunft der deutschen Leichtathletik

prägen.

Dem 10,98 Sekunden schnellen Sprint

zu Platz zwei im 100-Meter-Finale hinter

der Britin Dina Asher-Smith war ein

stundenlanger Gratulations- und Medien-

Marathon gefolgt, der gegen halb drei in

der Früh mit einem Zwischenstopp im

Hotelbett endete und sich wenig später

im TV-Morgenmagazin fortsetzte. Lückenkemper

hatte aber auch eine Menge

zu erzählen.

„Leute, ich muss Euch sagen, geiler

geht es nicht. 40.000 Zuschauer meinen

Namen rufen zu hören, das ist brutal

geil“, verkündete die kleine Sprinterin

mit dem erfrischend großen Mundwerk

nach ihrem grandiosen Rennen den gut

drei Dutzend wartenden Journalisten.

Dabei unterhielt und bespaßte Lückenkemper

die Medienmenge, so wie sie zuvor

die Fans im Olympiastadion in ihren

Bann gezogen hatte. „Wir Sprinter sind

ja auch Entertainer – born for the big

stage“, sagte sie grinsend.

Geschenk des Himmels

No Gina, no Party – das haben sie auch

im Deutschen Leichtathletik-Verband

(DLV) erkannt. In einer Zeit, in der die

Granden wie Robert Harting und Christina

Schwanitz mehr oder minder in der

Endphase ihrer Karriere stecken, kommt

Lückenkemper als frisches Gesicht gerade

recht. „Für die deutsche Leichtathletik

ist sie ein Geschenk des Himmels“, sagte

der langjährige DLV-Präsident Clemens

Prokop dem Spiegel.

Und Lückenkemper füllt die ihr

zugedachte Rolle perfekt aus. „Ich habe

Spaß an meinem Job, Spaß daran, diese

Freude nach außen zu tragen“, sagte sie

während eines für sie typischen Redeschwalls.

Lückenkemper spricht wie sie

läuft – unaufhaltsam. Und da dabei meist

sogar sehr schlaue Sätze entstehen und

obendrein ihre Leistung passt, bleibt das

Gesamtkonzept stimmig.

Wie der Hulk gefühlt

Zu bewältigen, was in und rund um Berlin

auf sie einprasselt, ist für eine 21-Jährige

keine kleine Leistung. Den Druck

der Öffentlichkeit, der beim Heimspiel

ungleich größer als bei ihrem EM-Bronzelauf

über 200 Meter vor zwei Jahren

in Amsterdam war, verwandelte Lückenkemper

in Motivation. Ihrer eigenen Stärke

war sie sich stets bewusst: „Im Training

habe ich mich zuletzt gefühlt wie

der Hulk. Es lief so unglaublich gut. Das

hat mir ein Grinsen ins Gesicht getrieben,

und ich habe mir gedacht: In Berlin wird

rasiert.“

Ein ganz besonderes Erlebnis hatte

Gina Lückenkemper, die nebenbei

Zum Niederknien ...

... fand Maskottchen Berlino die Leistung

von Gina Lückenkemper im Olympiastadion,

bei der nach dem 100-Meter-

Finale die Freudentrainen flossen. Ihr

entspanntestes Siegerlächeln fand

Deutschlands schnellste Frau dagegen

nach ihrem Titelgewinn in 11,15 Sekunden

bei den Deutschen Meisterschaften in

Nürnberg

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Die Zeit mit meinem

Pferd ist Seelenheil und

Therapie für mich.“

Gina Lückenkemper über Picasso. Die Soesterin reitet, seit sie fünf Jahre alt ist.

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Wirtschaftspsychologie in Bochum studiert,

im vergangenen Jahr in Ghana.

Die Soesterin hat bei dem internationalen

Kinderhilfswerk „Plan International

Deutschland“ eine Patenschaft für ein

Mädchen in Ghana übernommen. „Die

Reise nach Westafrika war für mich

sehr emotional. Ich bin durch ein Land

gereist, in dem die Leute teilweise kein

fließend Wasser haben, was für uns eine

Selbstverständlichkeit ist.“ Umso mehr

begeisterte sie das Wasserprojekt von

„Plan International Deutschland“, das

die Wasserversorgung in Ghana verbessern

soll. So sehr, dass sie selbst 5000

Euro von den Prämien spendete, die sie

von ihrem langjährigen Ausrüster Adidas

erhalten hatte.

In Afrika selbst wurde sie mit offenen

Armen empfangen, alle wollten sie

an ihrem Leben teilhaben lassen und ihr

zeigen, wie sie leben. „Der emotionale

Höhepunkt war für mich natürlich, als ich

mein Patenkind Annabella, ihre Schwester

Isabella und die ganze Familie samt

Großmutter kennengelernt habe. Das war

sehr bewegend für uns alle“, blickt Gina

Lückenkemper zurück. Und auch aus diesem

Erlebnis hat sie Kraft gezogen haben.

Kraft, die sie zu schnellen Zeiten treibt.

Gina Lückenkemper gehört jetzt zu

den ganz großen deutschen Sprinterinnen.

In Deutschland sind überhaupt

erst sieben Sprinterinnen unter elf Sekunden

geblieben. Außer der Soesterin sind

darunter ausschließlich Sprinterinnen,

die im dopingverseuchten Sportsystem

der DDR groß geworden sind. Deshalb

hat sie auch ihre eigene Meinung zu den

Rekordlisten: „Ich finde, der DLV sollte

zwei Listen führen. Eine mit den DDR-

Sportlerinnen, eine weitere ohne.“

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Und die zweite würde sie anführen.

Ihre 10,98 Sekunden aus dem Berliner

Halbfinale sind U23-Europarekord – obwohl

sie selbst vergangenes Jahr bei der

WM in London in 10,95 Sekunden schon

mal schneller war. Aber damals hatte

sie gar nicht gewusst, dass dies Europarekord

war. Und hatte es verpasst, eine

freiwillige Dopingkontrolle zu beantragen.

Das hat sie in Berlin nachgeholt, sodass

jetzt die 10,98 Sekunden in den Rekordlisten

stehen. „Es ist geil zu wissen,

dass ich als einzige aktive Sprinterin aus

Deutschland bei der Bestzeit keine elf vor

dem Komma habe. Und auf dem Papier

sieht eine Zehn halt auch besser aus als

eine Elf“, sagt Gina Lückenkemper

Nicht so einfache Athletin

Für ihren Erfolg arbeitet Gina Lückenkemper

Tag für Tag mit ihrem Trainer Uli

Kunst. „Uli hat unglaublich viel Erfahrung.“

Der 67-Jährige hat schon in vielen

Ländern die unterschiedlichsten Athleten

betreut. Und das sieht Lückenkemper

als Vorteil. Sie selbst bezeichnet sich als

„nicht so einfache Athletin. Wenn mein

Kopf nicht mitmacht, kann ich das Training

knicken“. Kunst hat dafür Verständnis

und bringt das nötige Feingefühl mit.

Und weil die Leichtathletik-Welt derzeit

rosarot ist, sieht sich Lückenkemper

sogar befähigt, künftig die Rolle als

Frontfrau zu übernehmen und sich zu

den existenziellen Fragen ihre Sportart

zu äußern. Das also, was derzeit ein

Robert Harting erledigt. „Ich bin ein

ehrlicher Mensch, möchte ehrlich mit

jeglichen Themen umgehen und nichts

schönreden“, sagt sie: „Das ist zwar eine

große mentale Belastung. Aber wenn Robert

mich ein wenig an die Hand nimmt,

denke ich, dass ich das in Zukunft übernehmen

kann.“

Um vor allem psychisch das alles

nicht zur Belastung werden zu lassen,

verfügt Gina Lückenkemper über einen

fähigen Erfüllungsgehilfen. „Ich habe einen

vierbeinigen mentalen Coach. Mein

Pferd Picasso ist der beste Mentaltrainer,

den man haben kann“, sagte sie: „Neben

meinem Freund natürlich.“

Seitdem sie fünf ist, reitet sie, vor zwei

Jahren erfüllte sie sich den langgehegten

Traum von einem eigenen Pferd. An vier

Tagen in der Woche ist sie normalerweise

im Stall, immer wenn sie keine Zeit hat,

kümmert sich eine Freundin um Picasso.

„Meistens sage ich, ich fahre nur mal

kurz in den Stall. Aber oft bin ich dann

doch mindestens zwei Stunden da. Gerne

auch mal länger“, erzählt sie lachend.

Dort findet die quirlige Sprinterin Ruhe.

„Das ist für mich Entspannung pur – egal

was ich mache. Ob ich ihn vom Schlamm

befreie, oder ob ich mit ihm eine Runde

reite oder spazieren gehe. Für mich ist

das Seelenheil, meine Therapie.“

Reiten als Sprinttraining

Doch auch hier ist Köpfchen gefragt.

„Picasso ist ein unfassbar intelligentes

Pferd, das unglaublich schnell lernt. Er

ist ein kleiner Streber, der dem Menschen

gefallen will und alles dafür tut“, erzählt

Gina Lückenkemper schmunzelnd. Was

aber auch bedeutet, dass sie gefragt ist.

Sie muss ihr Pferd beschäftigen, sich

immer etwas Neues für ihn ausdenken.

Derzeit versucht sie, ihm beizubringen,

sich auf Kommando hinzulegen. Eine

große Herausforderung für ein Fluchttier,

das am Boden liegend wehrlos ist. Aber

Picasso vertraut ihr – und sie ihm. Beide

kennen sich gut. Gina Lückenkemper hat

ihr Pferd mit einer Freundin zusammen

eingeritten und weiß deshalb immer genau,

wie seine Laune ist. „Ich reite nur

auf ihm, wenn wir beide gut drauf sind“,

sagt sie. Sie will keine Verletzung riskieren.

Generell aber glaubt sie, dass ihr das

Reiten auch für das Sprinten hilft. „Ich

kann damit Muskelgruppen trainieren,

die ich sonst nicht so intensiv erreiche“,

meint sie. Die Adduktoren an den Oberschenkelinnenseiten

zum Beispiel. Die

muss sie dann beim Krafttraining nicht

mehr trainieren, dafür aber die Außenseiten,

damit es zu keinem Ungleichgewicht

in der Muskulatur kommt. Und die gerade

Haltung beim Reiten fordert auch ihre

Bauchmuskeln. „Mein Coach ist einer

der größten Befürworter des Reitens“,

sagt sie.

Eingehen zum Aufwärmen

Noch mehr befürwortet er aber natürlich,

wenn sie rennt. Und das hat Gina

Lückenkemper schon immer gern getan.

Seitdem sie sieben Jahre alt war, macht

sie Leichtathletik. Dass sie irgendwann

einmal Sprinterin werden würde, war

aber nicht von vornherein klar. „Früher

bin ich viel Langstrecke gelaufen“, verrät

sie. Bis sie etwa zehn oder elf Jahre alt

war, lief sie Strecken bis zu 10 Kilometer

– und die in weniger als 55 Minuten.

„Aber ich gebe zu, dass ich dafür mittlerweile

zu faul bin. Ich laufe mich beim

Training nicht einmal mehr ein, sondern

gehe mich warm“, erzählt sie und lacht.

Mit ihrem Pferd müsse sie schließlich

auch erst einmal Schritt reiten bevor sie

trabe oder galoppiere. Wieso soll sie es

auch anders machen?

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No Gina, no Party

Gina Lückenkemper ist nach ihrer

Silbermedaille gefragt wie nie.

Ob als Stimmungskanone im

Stadion oder als Gesprächspartnerin

mit klugen Antworten

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Doppelschlag

Die Hürdensprinterinnen: Weder für Pamela

Dutkiewicz noch für Cindy Roleder war die

Freiluftsaison perfekt gelaufen. Doch bei

der EM waren die WM-Dritte von 2017 und

die Titelverteidigerin voll da und gewannen

Silber und Bronze.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Wechselspiel

Mal schiebt sich Cindy Roleder (rechts)

in den Vordergrund, mal Pamela

Dutkiewicz (Seite 56, 57). Ihr Duell um

die Vormachtstellung im Hürdensprint

treibt die beiden an

Der Blick zum Himmel verhieß

nichts Gutes: Pünktlich zum Finale

über 100 Meter Hürden war ein

Sturm über dem Berliner Olympiastadion

aufgezogen. Ständig änderte der Wind

seine Richtung. Schwierige Bedingungen

für eine Disziplin, bei der es wichtig

ist, den perfekten Rhythmus zu finden

und den richtigen Abstand zur Hürde

zu treffen. Und dann fing es auch noch

an zu regnen. „Drama pur“, dachte die

Wattenscheiderin Pamela Dutkiewicz.

Und Cindy Roleder aus Halle, technisch

normalerweise eine Augenweide über

den Hürden, erklärte ihren wilden Finalritt

so: „Auf der ersten Hälfte hatten wir

Gegenwind, dann Rückendwind, daher

war ich dann zu nah an den Hürden und

habe drei, vier mitgenommen. Aber das

ist eben Freiluftsport.“

Doch von diesen plötzlichen Wetterkapriolen

ließen sich die deutschen Hürdenasse

nicht beirren. Dutkiewicz gewann die

Silbermedaille, Roleder holte Bronze. Nur

die Weißrussin Elvira Herman war schneller.

Nach dem Rennen fielen sich die beiden

Deutschen freudestrahlend um den

Hals und posierten dann unter dem Jubel

der Fans mit der Deutschland-Fahne. Die

Mannheimerin Ricarda Lobe (13,00 sec),

die im Semifinale mit 12,90 Sekunden persönliche

Bestleistung gelaufen war, rundete

als Fünfte das hervorragende deutsche

Mannschaftsergebnis ab. Franziska Hofmann

war im Vorlauf in 13,23 Sekunden

gestoppt worden.

„Ich bin wirklich froh, dass es Silber

geworden ist“, sagte Dutkiewicz, die lange

in Führung gelegen hatte, dann aber

in 12,72 Sekunden auf den letzten Metern

noch Herman (12,67 ssec) den Vortritt

lassen musste: „Ich habe schon mitbekommen,

dass es eine enge Geschichte

ist. Aber ich freue mich trotzdem einfach

so sehr. Ich hatte ein schweres Jahr. Da ist

es toll, mit einer Medaille rauszugehen.“

Im Glücksgefühl ihres Erfolges erinnerte

sich Hürdensprinterin Dutkiewicz an den

steinigen Weg zu EM-Silber.

Zu Beginn der Saison war sie lange

zum Zuschauen verdammt. „Ich war im

April verletzt und Ende Mai bis Juni. Ich

dachte, das wird nichts mehr. Als alle

schon Gas gegeben haben, habe ich noch

Aqua-Jogging gemacht.“ Erst bremste sie

eine Rückenblockade aus, dann ein Muskelfaserriss

im Oberschenkel. „Es war ein

mentales Auf und Ab in den letzten Monaten“,

sagte sie.

Kuriose Trainingsmethoden

In ihrer Verzweiflung griff sie sogar zu

kuriosen „Trainingsmethoden“: „Ich

habe Halli-Galli gespielt, weil ich das Gefühl

hatte, so halte ich mich wenigstens

reaktionsmäßig fit“, sagte die 26-Jährige.

Das Spiel enthält Karten auf die Bananen,

Limetten, Pflaumen und Erdbeeren

gedruckt sind. Wenn fünf Früchte der-

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selben Sorte aufgedeckt werden, muss

man so schnell wie möglich auf eine kleine

Glocke schlagen. Bei der Weltmeisterschaftsdritten

von 2017 scheint die

Methode geholfen zu haben: Sowohl in

ihrem Semifinale, das sie mit 12,71 Sekunden

souverän gewann, als auch im

Finale kam Dutkiewicz hervorragend aus

dem Block.

Auch hinter Cindy Roleder liegt ein

kompliziertes Jahr: Wegen einer Ischiasentzündung

hatte die 28-Jährige im vergangenen

Jahr ihre Saison vorzeitig abbrechen

müssen und die WM in London

verpasst. Zwar meldete sie sich schon in

der Hallensaison zurück: Beim Meeting

in Karlsruhe Anfang Februar stellte sie

mit 7,84 Sekunden ihre persönliche Bestzeit

über 60 Meter Hürden ein, schlug

anschließend Dutkiewicz bei den Deutschen

Hallenmeisterschaften in Dortmund

und landete bei der Hallen-WM

in Birmingham auf einem respektablen

fünften Platz. Aber in der Freiluftsaison

konnte sie zunächst nicht an ihre starken

Leistungen aus den Jahren 2015 und 2016

anknüpfen, in denen sie WM-Silber geholt

und Europameisterin geworden war.

Aus dem WM-Finale von Peking 2015

stammt auch ihre persönliche Bestleistung:

12,59 Sekunden.

Saisonbestleistung im Finale

Diesen Speed konnte sie 2018 nicht auf

die Bahn bringen. Negativer Höhepunkt

ihrer eher durchwachsenen Freiluftsaison:

Bei den Deutschen Meisterschaften

fabrizierte sie einen Fehlstart. Und ganz

beschwerdefrei war sie auch in Berlin

noch nicht. „Ich habe einige Wehwechen,

auch derzeit, es zwickt und zwackt

immer mal“, sagte sie. „Aber ich habe

gespürt: Ich bin in Form.“ Mit ihrer Berliner

Bronzemedaille, die sie sich trotz

der widrigen Bedingungen mit neuer Saisonbestleistung

(12,77 sec) erlief, war sie

mehr als zufrieden. „Das ist unfassbar,

ein Traum. Ich bin mit Bronze absolut

happy, nach dem letzten Jahr mit der

Riesen-Verletzung bin ich wieder zurück.

Das Publikum war bombastisch. Eine

Medaille hier, was gibt es Schöneres?“

Pamela Dutkiewicz hatte schon vergangenes

Jahr – direkt nach ihrem bis

dahin größten Erfolg, der Bronzemedaille

bei der WM in London – gemeinsam mit

ihrem Trainer Slawomir Filipowski beschlossen,

2018 die Konzentration ganz

auf die Freiluftsaison und die Heim-EM

in Berlin zu legen. Das bedeutete auch,

auf die Hallen-WM in Birmingham zu

verzichten, obwohl sie die Norm des

DLV erfüllt hatte und bei der Hallen-DM

in Dortmund hinter Roleder auf dem

zweiten Platz gelandet war. „Es fällt

„Eine Medaille

hier – was gibt es

Schöneres?“

Cindy Roleder über den Gewinn der

Bronzemedaille bei der Heim-EM

Starkes Comeback

Nachdem Cindy Roleder die Saison 2017 wegen einer Ischias-Entzündung hatte abrechen

müssen, meldete sie sich in der Hallensaison 2018 zurück. Und wie: In Dortmund

sprintete sie bei den Deutschen Hallenmeisterschaften zum Titel und bei der Hallen-WM

in Birmingham auf einen guten fünften Platz

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

„Ich habe Halli-Galli gespielt,

um wenigstens meine

Reaktionen fit zu halten.“

Pamela Dutkiewicz über ihre innovativen „Trainingsmethoden“, als sie

zu Beginn der Saison zuerst wegen einer Rückenblockade, dann wegen

eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel pausieren musste

Ende gut, alles gut

Erleichtert über Silber

und Bronze nach einem

schwierigen Jahr: Pamela

Dutkiewicz (rechts) und

Cindy Roleder

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Zurück im Geschäft

Bis Ende Juni konnte Pamela Dutkiewicz

keine Wettkämpfe bestreiten. Dann legte

sie aus dem Nichts los wie die Feuerwehr:

In Nürnberg holte sie sich ihren zweiten

deutschen Meistertitel (oben), freute sich

anschließend mit Berlino auf die EM (Mitte)

und flog in Berlin in einem packendem

Finale zu Silber (unten)

mir ehrlicherweise nicht leicht, auf die

Hallen-WM zu verzichten“, schrieb die

26-Jährige damals auf ihrem Instagram-

Profil. „Aber ich vertraue meinem Trainer.

Ich weiß, dass er mich optimal auf

die diesjährige Sommersaison, in der die

Heim-EM in Berlin das Highlight sein

wird, vorbereiten wird.“

Dann kamen die Verletzungen und

die unfreiwillige Pause bis Juni. Trotzdem

war sie dann sofort da, lief in ihren

ersten Wettkämpfen Spitzenzeiten, mit

12,67 Sekunden eine tolle Saisonbestleistung

und verteidigte mit 12,69 Sekunden

in Nürnberg ihren deutschen Meistertitel.

Aus dieser Erfahrung hat sie eine wichtige

Lehre gezogen: „Ich habe wirklich

wenig trainiert, fern von meinem Plan“,

erklärte sie. „Das zeigt mir, dass man

die Pläne nicht steif abarbeiten muss.

Manchmal hilft es, auf seinen Körper zu

hören. Wenn der Signale sendet, dass

jetzt mal drei Wochen Schluss ist, dann

muss ich das ernst nehmen.“

German Hurdlepower

Der Berliner Endlauf war das erste große

Freiluft-Finale, in dem die beiden deutschen

schnellsten Hürdenfrauen gemeinsam

das Ziel erreichten. Als Roleder

2015 in Peking WM-Silber gewann,

gehörte Spätstarterin Dutkiewicz noch

nicht zur absoluten Weltspitze. Im EM-

Finale 2016 in Amsterdam kam Dutkiewicz

nicht über die Hürden, während

Roleder Gold holte. Als Dutkiewicz 2017

in London WM-Bronze holte, fehlte Roleder

verletzt. Zwar verpasste die „German

Hurdlepower“, die Dutkiewicz vor

der EM beschworen hatte, in Berlin zwar

den ersten Doppelsieg zweier deutscher

Hürdensprinterin seit 44 Jahren. Die

kraftvolle Dutkiewicz und die elegante

Roleder, die zwei so unterschiedliche

Lauftypen verkörpern, wiesen aber erneut

ihre Extraklasse nach. Man darf

sich auf spannende Duelle zwischen den

beiden in der Zukunft freuen. Und vielleicht

die eine oder andere gemeinsame

Medaillenfeier mit Deutschlandfahne –

2019 in Doha und 2020 in Tokio warten

die nächsten Gelegenheiten.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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Das Gesicht

wird fehlen

Robert Harting: Diskus-Star Robert Harting hat es trotz

aller Widrigkeiten zur EM in sein „Wohnzimmer“ geschafft.

Dort, wo 2009 alles begann, sollte seine große Karriere mit

einem letzten Hurra enden. Es wurde ein sechster Platz.

Und dennoch war die EM noch mal ein ganz großer

Auftritt des 33-Jährigen, der ein Jahrzehnt lang die

deutsche Leichtathletik geprägt hat wie kein anderer.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Wenn es Nacht wurde in Berlin,

hatte Robert Harting seinen

großen Auftritt. Als Lichtgestalt

schaute er dann über seine Stadt, überlebensgroß

projiziert auf die Fassade des

Upper-West-Hochhauses am Bahnhof

Zoo. „Krasse Aktion, es ehrt mich sehr“,

meinte der Diskus-Star.

Robert Harting war das Gesicht dieser

Leichtathletik-EM in Berlin, doch er

war nicht mehr der Robert Harting von

einst. Der Robert Harting, der 2009 im

Olympiastadion seinen ersten von drei

WM-Titeln in Serie gewann, sich im

Glückstaumel sein Trikot vom Leib riss

und drei Jahre später seine Karriere mit

Olympia-Gold in London krönte.

„Das war das anstrengendste Jahr in

meinem Leben“, sagt Harting über 2018.

Der 33-Jährige war nach zahlreichen

Verletzungen und ständigen Schmerzen

nicht mehr der Chef im Ring. Der Kreis

schloss sich zwar im Olympiastadion,

seinem „Wohnzimmer“, aber nicht mit

einem letzten Hurra, wie es die Fans gehofft

hatten. Zwischenzeitlich lag er im

Finale zwar auf einem Medaillenrang,

aber am Ende reichten 64,33 Meter nur

zu Rang sechs. Robert Harting kämpfte,

jubelte, zitterte – und zum Schluss konnte

der scheidende Diskus-Riese nach

Platz sechs sogar wieder lachen: Beim

letzten großen Auftritt in seiner langen

und erfolgreichen Karriere zeigte der

große Star der deutschen Leichtathletik

noch einmal die ganze Gefühlspalette.

Beim Sieg des Litauers Andrius Gudzius

(Litauen/68,46 m) blieb der 33-Jährige

bei seiner letzten internationalen

Meisterschaft mit 64,33 Metern 81 Zentimeter

hinter dem Bronzerang. Silber holte

sich der Schwede Daniel Stahl (68,23

m) vor dem Österreicher Lukas Weißhaidinger

(65,14 m).

Zufrieden mit der Leistung war Robert

Harting nicht: „Ich habe auch noch

ein Leistungssportlerherz, da bin ich

etwas selbstkritisch. Es gibt aber auch

ein Leben danach, ich freu mich drauf.

Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen.“

Er habe sich als bester Deutscher

verabschieden wollen, „das habe ich geschafft,

aber da war noch Potenzial“.

Selten ist ein so hoch dekoriertes

Trio aus Deutschland in einer Disziplin

bei einer EM angetreten wie die drei

DLV-Diskuswerfer in der Qualifikation

Die Einsamkeit des Verlierers

Nachdem er in der Qualifikation den

Diskus dreimal ins Netz geschleudert

hatte, fand das Diskus-Finale ohne Robert

Hartings Bruder Christoph statt. Der Rio-

Olympiasieger musste zuschauen

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Überlebensgroß

Anlässlich seines letzten Auftritts

im Nationaltrikot wurde eine Illustration

mit dem Konterfei Robert Hartings auf ein

Hochhaus in der Berliner City West

projiziert, wo das Herz der EM schlug

von Berlin. Zwei Olympiasieger und ein

Olympia-Dritter. Und doch war es nur

London-Olympiasieger Robert Harting,

der ins Finale einzog. Sein Bruder Christoph

schüttelte nach seinem mit drei

ungültigen Versuchen völlig verkorksten

Auftritt dagegen ratlos den Kopf.

„Ich kann es mir selbst nicht erklären,

ich bin eigentlich top in Form. Alles

war auf morgen vorbereitet, vielleicht

war das das Problem“, sagte er. „Die

Enttäuschung ist emotional schon groß.

Das trifft mich jetzt schon ein bisschen

mehr.“ Wenig später kündigte er an: „Es

gibt jetzt einiges, was hinterfragt werden

muss.“

Auch sein Trainer Torsten Lönnfors

zeigte sich überrascht. „Er hat dreimal

denselben Fehler gemacht, den Diskus

zu früh abgeworfen, dreimal ins Netz“,

sagte er. „Das ist schon ein kleiner

Schock.“ Und auch für den Olympiadritten

Daniel Jasinski (TV Wattenscheid)

kam das Aus in der Qualifikation.

Robert Harting genoss dagegen schon

seinen ersten EM-Auftritt im Olympiastadion.

„Es war aufbauend, sonst ist man

immer so nervös, aber wenn man hier

reinkommt, ist man glücklich“, sagte er.

Allerdings betonte er später in einem Video

bei Facebook: „Ich will nur so viel

sagen: Es gibt kein würdiges Finale ohne

Daniel Jasinski, ohne Piotr Malachowski

und ohne Christoph Harting.“ Auch

Hartings Dauerrivale und Titelverteidiger

Malachowski (Polen) hatte in der

Qualifikation keinen gültigen Versuch

geschafft.

„Von Pförtner

bis Kanzler ist

alles drin.“

Robert Harting über seine Zukunftspläne nach der Sportkarriere

Mit der Prognose sollte er indes nicht

ganz recht behalten. Das Finale wurde

zum Thriller mit Gänsehaut-Atmosphäre.

Der Litauer Andrius Gudzius sicherte sich

mit 68,46 Metern im letzten Versuch den

Titel und fing den Favoriten Daniel Stahl

aus Schweden ab, der sich nach zwei ungültigen

Versuchen zum Auftakt mit 64,20

Metern im dritten Versuch gerade noch

so drei weitere Würfe gesichert und im

vierten Versuch mit 68,23 Metern die Führung

übernommen hatte. Im Anschluss

an den Wettbewerb zeigten die Organisatoren

noch ein Abschiedsvideo auf den

Leinwänden, dem Robert Harting gebannt

zuschaute. Das Publikum verabschiedete

ihn mit Standing Ovations.

Wie sehr die Leichtathletik-Fans auf

den letzten großen Auftritt ihres Lokalmatadors

hingefiebert hatten, war

bereits vor dem Wettbewerb deutlich

geworden. Schon beim Einzug wurde

er lautstark gefeiert – Harting bedankte

sich und winkte zurück. Einige Fans

trugen T-Shirts mit seinem Konterfei

und dem Spitznamen „Shaggy“. „Was

für eine geile Zeit. Danke“, stand darauf

geschrieben. Kein Wunder, dass es bei

seiner Vorstellung laut wurde.

Harting begann noch verhalten, erst

nach seinem zweiten Wurf auf 63,45

Meter zeigte er erstmals die Faust. Zwischenzeitlich

lag Harting sogar auf dem

zweiten Rang – doch am Ende war die

Konkurrenz dann doch zu stark. Auch

der letzte Versuch, mit dem er sich bei

der WM 2009 Gold gesichert und seinen

ersten großen Titel gewonnen hatte, war

zu kurz. Es blieb bei der Erinnerung

an die neun Jahre alten Bilder, als Harting

in seinem letzten Versuch den Titel

holte, sich anschließend auf der blauen

Tartanbahn das Trikot zerriss – sie sind

deutsche Sportgeschichte.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Harting wird dabei auch über

Deutschland hinaus als Gesicht der

deutschen Leichtathletik wahrgenommen.

Als „lebende Legende“ bezeichnete

ihn beispielsweise die Neue Zürcher

Zeitung. Auch, weil er sich immer wieder

für Themen einsetzte, die ihm am

Herzen lagen.

Ob zur Sportförderung, zum Anti-

Doping-Gesetz oder zum Weltverband

IAAF: Harting hatte etwas zu sagen –

und tat es auch. Zudem sorgte auch immer

wieder das Verhältnis beziehungsweise

Nicht-Verhältnis zu seinem Bruder

für Gesprächsstoff.

In seiner Laufbahn war Harting ohnehin

nie um einen flotten Spruch ver-

legen – auch das wird der deutschen

Leichtathletik fehlen. Sportlich hat er

ohnehin alles gewonnen, was es zu gewinnen

gibt: Olympiasieger 2012, dazu

drei WM-Titel und zweimal EM-Gold.

Und doch war er nach seinem letzten

Auftritt bei einer internationalen Meisterschaft

und EM-Platz sechs in seinem

„Wohnzimmer“ Olympiastadion noch

einmal überwältigt. „Wie soll ich es

anders beschreiben? Es ist ein bisschen

erdrückend, erleichternd, nicht berauschend.

Ein bisschen traurig bin ich. Es

ist sehr viel gerade“, sagte er.

Am Morgen nach dem Finale präsentierte

er sich dann deutlich sortierter

und erklärte nach seinem emotionalen

Abschied im Stadion mit einer gehörigen

Portion Humor seine Karriere im

DLV-Trikot hoch offiziell für beendet.

„Ich wollte es schon immer wie Sandro

Wagner machen: Hiermit trete ich aus

der Nationalmannschaft zurück“, sagte

der scheidende Diskus-Star mit einem

Schmunzeln – und hatte mit dem Verweis

auf den nicht für die WM nominierten

Stürmer von Fußball-Rekordmeister

Bayern München die Lacher auf

seiner Seite.

Berlin war ein würdiger Abschied

für das „Gesicht“ der deutschen Leichtathletik.

Dass er allerdings trotz einer

langwierigen Knieverletzung überhaupt

als einziger deutscher Diskuswerfer im

Finale stand – auch das war irgendwie

Niemand und schaffte es, einen großen

Wurf zu machen.“

Harting wird dreimal in Folge

Deutschlands Sportler des Jahres, und

2009, 2011 und 2013 dreimal in Folge

Weltmeister – ehe er sich im September

2014 einen Kreuzbandriss zuzog. Eine

Verletzung, von der er sich nie mehr

richtig erholte. Mehrere Operationen

folgten. Seitdem kann Harting, der rund

120 Kilo schwere und 2,01 Meter große

Koloss, den Verschleiß an seinem Körper

nicht mehr kaschieren. Fast hätte er es

gar nicht zu seiner letzten EM geschafft,

doch irgendwie trotzte Harting mit eisernem

Willen auch 2018 allen Widerständen

(Riss der Quadrizepssehne im

Der erste große Auftritt: WM-Silber in Osaka 2007

Mit 22 Jahren war Robert Harting für die verletzte Diskus-Legende

Lars Riedel in die Bresche gesprungen und hatte gleich Silber

geholt. Schon da zeigte er außergewöhnliche Jubel-Gesten.

Er verspeiste seine Startnummer und zerriss erstmals sein Trikot

Ein Held ist geboren: Gold bei der Heim-WM in Berlin

Was zwei Jahre zuvor noch bei vielen Beobachtern Befremden

ausgelöst hatte, wird zum ikonischen Bild der deutschen Sportgeschichte.

Harting zerreißt sein Trikot, nachdem er sich im Olympiastadion

mit dem letzten Wurf Gold mit 69,43 Metern gesichert hat

typisch Robert Harting. Denn kämpfen

musste er eigentlich sein ganzes Leben.

In der Fernseh-Dokumentation „Sechsviertel“

erklärte er, wie er in Cottbus in

nicht gerade wohlhabenden Verhältnissen

aufwuchs. Jugendliche quetschten

ihm eine Bierdose über dem Kopf aus.

Harting schämte sich. „Ich habe krampfhaft

überlegt, wie kriegst du das gedreht,

wie kannst du deine Position verbessern“,

sagte er. Der Sport sollte ihm

dabei helfen. Mit dem ersten Höhepunkt

bei der WM 2009 in Berlin, als er im

letzten Versuch WM-Gold holte. „Zwischen

2009 und 2018 verglichen, ist das

Stadion das gleiche. Aber ich bin nicht

derselbe“, sagt er: „Mein Charakter hat

sich total verändert. Ich war damals ein

rechten Knie) und löste das Ticket mit

einem dritten Platz bei den Deutschen

Meisterschaften in Nürnberg.

Dabei war es bereits fast so spannend

wie in Berlin. Ganze 20 Zentimeter

trennten Harting (63,92 m) als Dritten

von Martin Wierig (SC Magdeburg/63,72

m) auf Platz vier. Der bereits für Berlin

nominierte Rio-Champion Christoph

Harting konnte das Ringen ganz entspannt

verfolgen. Er schleuderte den

Diskus gleich im ersten Versuch auf die

Siegesweite von 66,98 Metern und ließ

keinen weiteren Wurf folgen. Danach

zeigte sich der Rio-Olympiasieger beeindruckt

von der Lebensleistung seines

Bruders – obwohl die beiden schon lange

kein Wort mehr miteinander reden:

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„Das ist eine Sportkarriere, die alles hergibt.

Der Mensch hat alles erreicht, was

man im Sport erreichen kann.“

Robert Harting war dabei auch immer

ein streitbarer Geist. Er legte sich mit

dem Weltverband IAAF an, rief die deutsche

Sportlotterie mit ins Leben, blieb

auch beim Thema Anti-Doping-Gesetz

engagiert – und attackierte sogar IOC-

Präsident Thomas Bach.

Und an diesem brütend heißen EM-

Mittwochabend in Berlin gab er noch

einmal alles, obwohl wegen der Knieverletzung

Training nur eingeschränkt möglich

war. „Er hat fantastisch gekämpft. Es

war ein toller Wettkampf“, sagte Idriss

Gonschinska, Leitender Direktor Sport

Auf dem Höhepunkt: Olympia-Gold 2012 in London

2012 erlebte die Leichtathletik-Welt den besten Robert Harting, den

es je gab. Ihm gelangen im tschechischen Turnov und in Halle in

drei Tagen mit 70,66 und 70,31 Metern die beiden einzigen 70-Meter-

Würfe. Den Olympiasieg mit 68,27 Metern feierte er als Hürdenläufer

Der letzte globale Titel: Gold bei der WM 2013 in Moskau

Bei den Weltmeisterschaften in Moskau gelang Robert Harting

noch einmal der ganz große Wurf. Mit 69,11 Metern holt er sein

drittes WM-Gold. Ein Jahr später wird er in Zürich mit 66,07 Metern

Europameister. Danach verhindern Verletzungen weitere Medaillen

im DLV: „Es war der Robert, den wir uns

gewünscht haben: angriffslustig.“

Und wie wird er nun sein Leben gestalten?

„Es wird nicht lange dauern, da

habe ich neue Aufgaben, die werde ich

dann mit voller Geistes- und Körperkraft

erledigen“, sagte er und schloss dabei

sowohl einen Rücktritt vom Rücktritt

als auch einen Job als Trainer aus. „Ich

werde die Sachen offensiv angehen und

mich nicht vom Leben schubsen lassen“,

hatte er vor der EM gesagt: „Wenn man

mal raus ist aus dieser Sportwelt, bekommt

man die Dimensionen des Lebens

etwas klarer gestellt. Ich sage immer lustigerweise:

Von Pförtner bis Kanzler ist

alles drin. Wichtig ist, Respekt vor allen

zu haben.“

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Gesationell

Gesa Felicitas Krause: Die Saison der Hindernisläuferin lief alles

andere als rund. Die Europameisterin von 2016 ließ sich aber nicht

von ihrem Plan abbringen, in Berlin ihren Titel zu verteidigen.

Und das gelang ihr auf souveräne Art und Weise.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Ausgelassene Freude nach dem Triumph

Es war keine einfache Saison für Gesa Felicitas Krause – umso ausgelassener war der Jubel nach dem Sieg in Berlin. Auf Berlinos

Armen, zusammen mit dem Publikum auf der Ehrenrunde – die 26-Jährige genoss ihren Erfolg

Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf

Trier) breitete jubelnd die Arme

aus, fiel Maskottchen Berlino um

den Hals und winkte auf ihrer Ehrenrunde

lachend in die Zuschauerränge: Mit

einem grandiosen Lauf zu Gold hat sich

die 26-Jährige neun Tage nach ihrem Geburtstag

selbst beschenkt und den deutschen

Leichtathleten am Abschlusstag

der Heim-EM in Berlin den sechsten Titel

beschert.

Krause kam im Olympiastadion über

die 3000 Meter Hindernis in 9:19,80 Minuten

ins Ziel und verwies Fabienne

Schlumpf (Schweiz/9:22,29 min) und

Europas Jahresschnellste Karoline Bjerkeli

Grøvdal (Norwegen/9:24,46 min)

auf die Plätze zwei und drei. Sie wiederholte

damit ihren Erfolg der EM vor zwei

Jahren in Amsterdam.

„Zweifel hatte ich nicht, aber am

Ende war der Druck groß, den ich mir

selbst gemacht habe. Ich wollte hier unbedingt

gewinnen“, sagte Krause in der

ARD: „Ich hatte keinen Plan B, für mich

kam nur der Sieg infrage. Die Atmosphäre

ist genial, ich bin hier gerne eine Runde

mehr gelaufen.“

Die deutsche Cross-Meisterin Elena

Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald)

belegte in persönlicher Bestleistung von

9:29,76 Rang sechs. Antje Möldner-Schmidt

(LC Cottbus), Europameisterin von

2014, und Jana Sussmann (LT Haspa Marathon

Hamburg) hatten den Sprung ins

Finale nicht geschafft.

Holpriger Saisonstart

Allerdings standen in diesem Jahr vor ihrem

EM-Triumph die Vorzeichen ganz anders

als vor zwei Jahren, als die deutsche

Rekordlerin als Topfavoritin ins Rennen

gegangen war. Damals hatte Gesa Krause

das Rennen selbst gestaltet, war vorneweg

ungefährdet zum Sieg gelaufen. In

diesem Jahr hatte sie bereits alles auf

die Olympischen Spiele in Tokio in zwei

Jahren ausgerichtet und das Training verändert.

Die Anpassung dauerte allerdings

länger als ursprünglich eingeplant, Krause

kam zu Beginn der Saison nicht richtig

in Fahrt. An ihre Zeiten der vergangenen

Jahre konnte sie bis zur EM nicht anknüpfen

– zu Grøvdal an Europas Spitze

fehlten ihr mehr als 15 Sekunden. „Ich

habe meine Ziele nie aus den Augen verloren,

nur den Weg verändert. Ich habe

Wettkämpfe aus der Agenda gestrichen,

um meinen Traum vom EM-Gold zu verwirklichen.

Deswegen bin ich glücklich,

dass alles so aufgegangen ist“, erklärte

Krause, wie sie mit der nicht einfachen

Situation umgegangen war.

Anstatt geplante Rennen zu bestreiten,

war sie ins Trainingslager in die

Schweiz gefahren und hatte sich dort

konzentriert vorbereitet. Sie unterbrach

das Trainingslager nur für die Deutschen

Meisterschaften in Nürnberg, wo sie einsam

an der Spitze des Feldes lief und

über 3000 Meter Hindernis in 9:34,58 Minuten

gewann. Dann zog sie sich sofort

wieder nach Davos in die Höhe zurück

und reiste erst kurz vor ihrem Start nach

Berlin.

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„Ich hatte keinen Plan B, für

mich gab es nur den Sieg.“

Gesa Felicitas Krause über ihre Ziele für Berlin

Taktisch klug hatte sich Gesa Felicitas

Krause dort im Final-Rennen in der Spitzengruppe

gehalten, in die letzte Runde

ging sie hinter der Schweizerin Fabienne

Schlumpf als Zweite – ehe sie kurz vor

dem letzten Wassergraben rund 100 Meter

vor dem Ziel zum Schlussspurt ansetzte

und letztendlich deutlich gewann.

Auch ihr Trainer Wolfgang Heinig war

völlig aus dem Häuschen. „Mein Puls

war bestimmt höher als Gesas. Aber der

letzte Wassergraben war einfach geil von

ihr“, meinte er lachend auf der Tribüne.

„Es war eine schwierige Saison für uns,

aber wir sind nicht hierhergekommen,

damit Gesa hinterher läuft.“

Damit fügte Krause ihrer Medaillensammlung

ein weiteres Edelmetall hinzu.

2015 hatte sie überraschend WM-Bronze

gewonnen, es war zu diesem Zeitpunkt

die erste deutsche Lauf-Medaille seit 14

Jahren. Inzwischen rückte sie wegen

eines Dopingvergehens einer Konkurrentin

auch auf den dritten Platz bei der

EM 2012 vor. Zuvor hatte sie bereits im

Jugendbereich internationale Medaillen

gesammelt.

Sturz von London abgehakt

Im vergangenen Jahr ging sie nach einem

tragischen Rennen dagegen bei der WM

in London leer aus. Dort war sie bereits

auf dem ersten Kilometer von der Kenianerin

Beatrice Chepkoech, inzwischen

Weltrekordlerin, zu Fall gebracht worden.

Sie rappelte sich auf, kämpfte, rannte

dem Feld hinterher – doch am Ende gab

es Platz neun statt einer Medaille. „Das

Rennen habe ich nicht mehr im Kopf“,

sagte sie. „Ich glaube so etwas passiert

einem nur einmal.“

Doch durch ihren Kampfgeist lief sie

sich in die Herzen der deutschen Sportfans,

wurde ein Vorbild und noch vor allen

Medaillengewinnerinnen zu Deutschlands

Leichtathletin des Jahres 2017 gewählt.

Sie wird auch in diesem Jahr eine

Kandidatin bei der Abstimmung sein

– diesmal aber wegen ihres sportlichen

Erfolgs.

Überlegener Sieg bei der DM in Nürnberg

Direkt aus dem Höhentrainingslager in Davos angereist, lief Gesa Felicitas Krause bei

den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg einen ungefährdeten und überlegenen Sieg

heraus. Es war ihr vierter Titel in Folge

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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König Arthur

regiert Berlin

Arthur Abele: Der Zehnkämpfer stürzte unter Freudentränen

ins Ziel, dann setzte Maskottchen Berlino

Europas neuem König der Athleten eine Pappkrone

auf: Nach langen Jahren voller Verletzungen und bitterer

Rückschläge hat Arthur Abele mit Gold die unerwartete

Krönung erlebt und den EM-Titel geholt.

Was hat Leichtathletik-Deutschland

nicht alles mit seinen großen

Zehnkämpfern durchgemacht.

Mit Weltrekordler Jürgen Hingsen gelitten,

als er bei Olympia 1988 nach jedem

Fehlstart mehr verzweifelte und schließlich

mit dreien gleich in der ersten Disziplin,

den 100 Metern, ausschied. Mit Paul

Meier gefiebert, als er bei der WM 1993

in Stuttgart ein ganzes Stadion begeisterte

und im 1500-Meter-Lauf die Bronzemedaille

„auf dem Zahnfleisch“ nach

Hause brachte. Über Frank Busemann gestaunt,

als der schmächtige Recklinghäuser

1996 die Sommerspiele von Atlanta

aufmischte und Silber gewann.

Zerbrechlicher Muskelberg

Trotz Hingsen, trotz Meier, trotz Busemann:

Kaum jemand verkörpert die

Dramatik und die großen Gefühle jener

zweitägigen Kraftprobe, in der jede Disziplin

für sich genommen recht unspektakulär

erscheint und erst in der Kombination

etwas Titanisches entsteht, so wie

der 32 Jahre alte Arthur Abele. Dieser so

zerbrechliche Muskelberg vom SSV Ulm

1846, der so oft in seiner Karriere Punkte

erreicht hatte, an denen viele andere aufgegeben

hätten.

Von Achillessehnenriss bis Gesichtslähmung,

von Unterschenkel- bis Nabelbruch,

von Ellbogensehnenriss bis

Bandscheibenvorfall: Die Krankenakte

des Arthur Abele böte Stoff für einen

vielbändigen Arztroman. Dass der Ulmer

mit nunmehr 32 Jahren immer noch als

Zehnkämpfer praktiziert und sich in Berlin

zum King Arthur krönte, kommt einer

medizinischen Sensation gleich.

„Klar will ich eine Medaille – wenn

ich meine Bestleistung schaffe, sollte das

auch gelingen“, hatte er bereits gesagt,

nachdem er Mitte Juni als Sieger in Ratingen

mit 8481 Punkten wieder einmal

ein glänzendes Comeback gefeiert hatte.

Mit Gold hätte er aber nicht in seinen

kühnsten Träumen gerechnet.

Der Traum von 9000 Punkten

Denn da war ja der Franzose Kevin Mayer,

der in Berlin angetreten war, um

Gold zu holen und den 9000 Punkten

sowie dem Weltrekord von Ashton Eaton

(USA; 9045 Pkte.) so nah wie möglich

zu kommen. „Ich will mich nicht

mit Ashton Eaton vergleichen. In erster

Linie will ich Medaillen gewinnen, eines

Tages werde ich dabei auch die 9000er-

Grenze knacken“, hatte der Franzose vor

der EM gesagt. Bei 8834 Punkten steht

seine Bestleistung, erzielt beim Gewinn

der olympischen Silbermedaille 2016 in

Rio. Ein Jahr später wurde der Franzose

Weltmeister, in diesem Jahr folgte der

WM-Titel in der Halle.

Und im Zehnkampf von Berlin wurde

er zunächst seiner Favoritenrolle ge-

Kevin Mayers Traum platzt früh

Er war angetreten, um der 9000-Punkte-

Marke so nah wie möglich zu kommen.

Doch nach drei ungültigen Versuchen im

Weitsprung war der Zehnkampf für den

Favoriten aus Frankreich schon nach zwei

Disziplinen beendet. Wie auch für seine

beiden Teamkollegen Ruben Gado und Romain

Martin. Die Franzosen schafften das

Kunststück, zu dritt sage und schreibe neun

Fehlversuche im Weitsprung hinzulegen

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Jeder ein König, nur einer mit Krone

Nach zwei mitreißenden Tagen bei tropischer

Hitze feierten alle Zehnkämpfer

mit dem Publikum. Gekrönt wurde aber nur

einer: Europameister Arthur Abele (ganz

links)

recht. Er startete mit einer persönlichen

Bestleistung über 100 Meter in den Wettkampf.

Die 10,64 Sekunden ließen auf

Großes hoffen. Doch nach der zweiten

Disziplin war Frankreichs Topfavorit bereits

aus dem Rennen. Der Weltmeister

leistete sich drei ungültige Versuche im

Weitsprung. „Es ist ein schwarzer Tag für

mich, für meine Fans tut es mir wahnsinnig

leid“, sagte Mayer. Auch Abeles

Vereinskollege und Trainingspartner Mathias

Brugger setzte keinen gültigen Versuch

in den Sand und trat am zweiten

Tag zum Diskuswurf nicht mehr an. Als

dann auch noch Europas Jahresbester

Maicel Uibo aus Estland verletzt beim

Stabhochsprung ausschied, war Arthur

Abele nicht mehr bloß ein Kandidat für

eine Medaille, sondern ein Anwärter

auf den Titel. Und diese Rolle nahm der

Schmerzensmann der deutschen Leichtathletik

an. Er genoss jede Minute dieser

beiden Tage von Berlin, an denen er endlich

verletzungsfrei und topfit angreifen

konnte. Denn die größten Rückschläge

waren noch gar nicht lange her.

Gesichtslähmung im Winter

Und sie waren erschreckend ausgefallen

im vergangenen Winter. „Ich bin morgens

aufgewacht und habe gedacht, ich

hätte einen Schlaganfall gehabt. Es war

eine einseitige Gesichtslähmung, genannt

Fazialisparese. Dabei hatte sich ein

Infekt über den Kiefer und das Mittelohr

auf meinen Gesichtsnerv hinter dem linken

Ohr gelegt“, berichtete Abele. „Es

ging sofort ins Bundeswehrkrankenhaus.

Dort wurde mir Hirnwasser im Rücken

entnommen und getestet. Denn es bestand

die Gefahr, dass die Lähmung nie

wieder weggehen würde.“

Sie ging weg, Abele kam zurück,

zum dritten Mal in seiner Karriere siegte

Der Mann hinter dem Erfolg

Christopher Hallmann war selbst ein

8000-Punkte-Zehnkämpfer. Jetzt betreut er

als Bundestrainer am Stützpunkt Stuttgart

Europameister Arthur Abele und Matthias

Brugger, der in Berlin nach drei ungültigen

Versuchen im Weitsprung den Wettkampf

ein paar Disziplinen später aufgab

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er beim Traditionsmeeting in Ratingen.

Beim Premierensieg 2007 hatte er als

20-Jähriger überrascht, kurz darauf Platz

sieben bei der WM belegt. Nach Olympia

2008, als er den Wettbewerb aufgeben

musste, folgte die erste große Leidenszeit

– fünf Jahre lang beendete Abele keinen

Zehnkampf. 2014 meldete er sich mit EM-

Platz fünf zurück – und erlitt 2015 einen

Achillessehnenriss. 2016 folgte der zweite

Ratingen-Sieg mit bis heute gültiger Bestleistung

(8605 Pkt.). Dabei verausgabte

sich Abele aber derart, dass er bei Olympia

in Rio völlig einbrach (Platz 15) und

danach wieder fast zwei Jahre ausfiel.

Wer einen Traum habe, solle nie, nie,

nie aufgeben, sagt Abele, und man möchte

ihn auf eine endlose Tournee durch die

Schulen dieses Landes schicken, um für

seinen Sport und seine Sicht der Dinge

zu werben. Für die Erkenntnis, dass jeder

Tag im Wettkampf ein Geschenk sein

kann. Und so konnte Artur Abele sein

Glück gar nicht fassen, als Maskottchen

Berlino ihm eine eigentlich ziemlich alberne

Pappkrone mit der Aufschrift „King

of 2018“ auf den Kopf setzte. Mit 8431

Punkten hatte er sich selbst gekrönt, aber

irgendwie wurde diese Krone zum Symbol

seiner ganzen Geschichte, die trotz

der Hartings, Storls und Lückenkempers

zu dem Leichtathletik-Märchen der EM

in Berlin wurde. Und mit ihrer ganzen

Dramatik hat sie ganz Leichtathletik-

Deutschland in ihren Bann gezogen.

Das erste DLV-Gold in Berlin

„Ich kann es nicht glauben, das ist einfach

irre“, sagte Abele nach einem letzten

packenden 1500-Meter-Kraftakt am

Stadionmikrofon, ehe er sich unter tosendem

Jubel auf eine Ehrenrunde durch

das Olympiastadion aufmachte. Noch nie

hatte er eine große Medaille im Zehnkampf

gewonnen. Zudem sicherte er

dem deutschen Team das erste Gold der

„Heimspiele“.

Abele hatte nach zwei Tagen 8431

Punkte auf dem Konto und setzte sich gegen

den neutralen Athleten Ilya Shkurenyov

(8321) sowie den Weißrussen Vitali

Zhuk (8290) durch. Youngster Niklas

Kaul (8220) vom USC Mainz wurde glänzender

Vierter. Trotz der Ausfälle von

Vizeweltmeister Rico Freimuth und Kai

Kazmirek, dem WM-Dritten, erlebte Berlin

die große deutsche Zehnkampf-Party:

Abele war nur die etatmäßige Nummer

drei im Team, Kaul nur nachgerückt, da

Kazmirek kurzfristig passen musste.

Abele, der die fünfte Medaille für das

deutsche Team bei der EM holte, rollte

dabei das Feld von hinten auf. Erstmals

übernahm er nach dem Speerwurf, der

vorletzten Disziplin die Führung. Und

gab sie bis zur Erschöpfung kämpfend

Comeback in Ratingen

Beim Traditionsmeeting Mitte Juni in

Ratingen hatte Arthur Abele nach einer

Gesichtslähmung im Winter und Achillessehnenproblemen

bis März ein glänzendes

Comeback gefeiert. Er gewann mit 8481

Punkten – 50 mehr als in Berlin

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

„Nie

aufgeben,

wenn

man

einen

Traum

hat.“

Das war die Message, die Arthur Abele

mit seinem Sieg un die Welt sendete

Niklas Kaul zu Rang vier gezogen

Arthur Abele fand nebenbei noch die Zeit,

den 20 Jahre alten Mainzer Niklas Kaul

zu Platz vier zu treiben. Im 1500-Meter-

Rennen liefen die beiden lange zusammen

über die 1500 Meter nicht mehr her. Die

Pappkrone hatte „König Arthur“ auch

viele Stunden später noch auf dem Kopf,

als er umjubelt Einzug in den DLV-EM-

Club hielt. Er trug noch immer sein

Wettkampf-Outfit und eine schwarz-rotgoldene

Flagge wie einen Umhang. Seine

Insignien wollte Abele einfach nicht ablegen.

So stolz war er. Es war sein Abend.

Verschwunden war die Pappkrone am

nächsten Morgen, das Gefühlschaos aber

war geblieben. „Es ist einfach nur unbeschreiblich“,

sagte Arthur Abele auf der

Pressekonferenz: „Ja, Wahnsinn. Schitte,

ich könnte schon wieder losheulen ...“

Das tat er dann auch. Und die Tränen des

Modellathleten, der zuvor so oft gescheitert

war, ließen wie an den beiden Tagen

zuvor niemanden kalt.

„Der Traum von vielen Jahren ist in

Erfüllung gegangen. Vor zehn Jahren

wäre es schon an der Zeit gewesen. Jetzt

hat es endlich funktioniert, und ich bin

überglücklich“, sagte er. „Haben Sie ein

wenig Zeit?“, entgegnete Abele auf die

Bitte, seine Verletzungshistorie zu schildern:

„Da sind schon einige heftige Dinge

dabei gewesen. Das Highlight war wohl

der Achillessehnenriss 2015.“ Wo andere

dreimal die Spikes an den Nagel gehängt

hätten, machte Abele achselzuckend immer

weiter: „Die Message ist, einfach nie

aufzugeben, wenn man einen Traum hat.“

Und weil er diese Einstellung mit so viel

Leidenschaft verkörperte, gönnte dem

Schwaben in Berlin auch jeder, dass er

seinen großen Tag so richtig auskostete.

„Bei den abschließenden 1500 Metern,

so anstrengend sie auch waren,

habe ich jeden Schritt genossen“, sagte

Abele, der schon beim Zieleinlauf von

Weinkrämpfen geschüttelt wurde und

dann unter dem Jubel der berührten

Fans im Olympiastadion gar nicht mehr

wusste, wohin mit den so lange aufgestauten

Gefühlen. „Die Emotionen waren

so groß, weil das Jahr so unfassbar hart

war“, sagte Abele. „Von Dezember bis Januar

hatte ich die Gesichtslähmung, danach

Achillessehnenprobleme bis März.“

Zum ersten Qualifikations-Meeting in

Götzis (Österreich) erhielt er nicht einmal

eine Einladung – umso beeindruckender

sein Sieg in Ratingen, der das EM-Ticket

brachte. Es ist eine spezielle Geschichte,

dass ausgerechnet danach für Abele, der

so viel Pech hatte und von 2008 bis 2013

keinen einzigen Zehnkampf beendete,

nun alles zusammenpasste.

„Es ist alles super aufgegangen“,

meinte Abele, der nebenbei die Zeit fand,

den 20 Jahre alten Mainzer Niklas Kaul

zu Platz vier zu treiben. „Der Junge ist

schon unfassbar abgezockt“, sagte Abele

über seinen potenziellen Nachfolger. Bis

der Kronprinz an König Arthurs Stelle

rückt, soll es aber ein wenig dauern. „Bis

Tokio 2020 will ich weitermachen“, sagte

Abele.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Im Chaos

die Ruhe

bewahrt

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Fabian Heinle schnappte sich die deutsche Fahne, legte sie sich

auf die Schultern, ließ sich vom tobenden Berliner Publikum

feiern und bedankte sich danach mit einer tiefen Verbeugung:

Der Deutsche Meister aus Stuttgart war nach seinem Weitsprung-

Coup völlig aus dem Häuschen. Mit 8,13 Metern freute sich der

24-Jährige aus Stuttgart nach einem Wettkampf mit Chaos bei

der Weitenmessung über Silber.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Fanfeier auf dem Breitscheidplatz

Die Siegerehrungen in der Berliner City

waren für alle Medaillengewinner noch

mal richtig emotionale Momente.

Besonders wenn man solche Fans hat

wie Fabian Heinle

In Nürnberg die Muskeln gezeigt

Fabian Heinle hatte schon bei den Deutschen

Meisterschaften in Nürnberg mit

seinem 8,04 Meter weiten Siegsprung das

Publikum begeistert

Ich habe mir eine Medaille gewünscht,

aber nicht damit gerechnet“, sagte Fabian

Heinle vom VfB Stuttgart nach

dem größten Erfolg seiner Karriere. Trotz

des zweiten Platzes hinter dem Griechen

Miltiadis Tentoglou (8,25 m) legte das

deutsche Team offiziell Protest wegen

der Weitenmessung im vierten Versuch

ein. Diesem wurde zwar stattgegeben,

an Heinles Silber änderte dies aber

nichts. Denn mit seinem letzten Versuch

war er – wie bereits im ersten – auf 8,13

Meter geflogen. Die gleiche Weite hatte

der Ukrainer Serhii Nykyforov im dritten

Versuch erzielt. Und weil der vor dem

letzten Durchgang als zweitbeste Weite

8,00 Meter stehen hatte, lag er auf dem

Silberrang. Fabian Heinle war Dritter.

Mit dem letzten Versuch machte er aus

Bronze Silber, weil danach sein zweitbester

Versuch 13 Zentimeter weiter war

als der des Ukrainers.

Aber eigentlich hätte der Kampf um

Rang zwei gar nicht so lange so spannend

sein müssen. Denn Fabian Heinle

hatte bereits im vierten Versuch 8,02

Meter erziel. Aber: Dieser Sprung wurde

zunächst falsch gemessen. 7,77 Meter

erschienen auf der Anzeigetafel. „Auf

dem Videoschirm hat man aber gesehen,

dass der deutlich weiter war“, sagte

Fabian Heinle, der sofort Protest gegen

die Messung einlegte. Nach der erneuten

Prüfung der Videoaufzeichnungen wurde

der Versuch mit 8,02 Metern in die

Ergebnisliste eingetragen.

Schatten gemessen

Obwohl am Ende das richtige Ergebnis

ermittelt werden konnte, brachte Uwe

Florczak, Leitender DLV-Bundestrainer

für den Bereich Sprung, nach dem Chaos

bei der Weitenmessung die Rückkehr

zu längst ausgemusterten Methoden ins

Spiel. „Ganz ehrlich, ein einfaches Bandmaß

wäre mir lieber“, sagte er. „Aber

zumindest das Stecken des Abdrucks wie

beim Speerwurf oder Diskus wäre schon

ein Fortschritt.“

Das bei der Leichtathletik-EM in Berlin

eingesetzte Messsystem über Videotechnik,

das von einem Kampfrichter

bedient wird, hatte mehrfach falsche Ergebnisse

geliefert. „Es wurden in einigen

Fällen einfach Schatten gemessen und

nicht der wirkliche Abdruck. Da spricht

man von klassischem menschlichen Ver-

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„Holt das Bandmaß wieder raus“

Das schlug DLV-Trainer Uwe Florczak

angesichts der Ungereimtheiten bei

der Video-Weitenmessung in Berlin vor.

Fabian Heinle war‘s am Ende egal. Die

zweimal 8,13 Meter, mit denen er Silber

gewann, waren korrekt vermessen

sagen“, sagte Florczak. Dass es im Finale

der Männer so viele Probleme gegeben

hatte, sei „fatal“ und „ein unsäglicher

Zustand“, sagte Florczak: „Wir sind ohnehin

misstrauisch. Schon zuletzt bei

den Meetings in Zürich und London gab

es bei der Messung Ungereimtheiten.“

Ans Aufhören gedacht

Auch bei anderen Sprüngen hatte es im

Finale lange Diskussionen zwischen den

Athleten und den Kampfrichtern gegeben.

Heinle nahm die Verwirrung gelassen.

„Silber ist der Hammer“, sagte er

nach dem größten Erfolg seiner Karriere,

die bei der LG Leinfelden/Echterdingen

begonnen hatte. „Ich habe Mehrkampf

gemacht, kann aber überhaupt nicht

werfen“, erinnert sich der 24-Jährige an

seine Anfänge. Er wollte schon aufhören

mit der Leichtathletik, aber als er mit

zweimal Training in der Woche 7,28 Meter

weit gesprungen war, kam er in den

Bundeskader und blieb der Leichtathletik

treu.

Danach zeigte sich das besondere

Talent des gelernten Mechatronikers, der

mittlerweile technische Informatik in

Esslingen studiert, immer mehr. Schon

2013 wurde er im Alter von 19 Jahren

Fünfter bei den Deutschen Meisterschaften.

Im Jahr darauf zog er sich aber beim

Weitsprung einen doppelten Bänderriss

zu und fiel mehrere Monate aus. 2015

meldete er sich mit dem Titel als U23-

Europameister eindrucksvoll zurück.

Im Anschluss folgten Starts auf der

ganz großen Bühne, doch der erhoffte

„Das werde ich wohl

nie mehr erleben.“

Lohn blieb aus. Bei der WM 2015 und

Olympia 2016 blieb er jeweils unter

acht Metern und verfehlte hauchdünn

das Finale. Bei der EM vor zwei Jahren

in Amsterdam belegte er Rang sechs –

in der Folge warfen Heinle hartnäckige

Rückenprobleme immer wieder zurück.

Nach den Olympischen Spielen von Rio,

wo er mit 7,79 Metern in der Qualifikation

scheiterte, quälte ihn eine Schambeinentzündung.

Reserven bei Anlaufgestaltung

Auch 2018 konnte er wegen Verletzungen

erst im März mit dem richtigen Training

beginnen. Zusammen mit seinem Trainer

Tamas Kiss hat er „vor allem am Anlauf

rumgebastelt und dabei einige richtige

Entscheidungen getroffen“. In der Anlaufgestaltung

sieht er auch seine größten

Leistungsreserven. „Ich muss die

Streuung minimieren“, sagt der Athlet,

dessen Ziel es ist, stabil Weiten jenseits

der 8,10 Meter zu springen.

In Berlin profitierte er auch davon,

Fabian Heinle über die EM-Stimmung im Berliner Olympiastadion

dass zwei Top-Springer der Szene nicht

am Start waren. Der britische Titelverteidiger

Greg Rutherford, der 2016 bei der

EM in Amsterdam Gold gewonnen hatte,

verzichtete kurz vor seinem Rücktritt

auf eine Teilnahme. Ex-Weltmeister Alexander

Menkov hatte im Zuge der Suspendierung

des russischen Verbandes

kein Startrecht erhalten. Fabian Heinle

hatte schon in der Qualifikation auf sich

aufmerksam gemacht. Der U23-Europameister

von 2015 (8,02 m) und der spätere

Europameister Tentoglou (8,15 m)

waren die einzigen Starter, denen ein

Sprung über 8,00 Meter gelang.

Die beiden anderen deutschen Starter

haben in Berlin den Sprung ins Finale

verpasst. Der Deutsche Ex-Meister Julian

Howard (Karlsruhe) kam in der Qualifikation

nach zwei ungültigen Versuchen

im letzten Sprung nicht über 7,64 Meter

hinaus, auch EM-Neuling Maximilian

Entholzner (Passau) blieb mit 7,46 Metern

deutlich hinter den Erwartungen

zurück.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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Erfolgreiche

Nachzüglerin

Sosthene Moguenara rückte dank einer Wildcard erst

spät ins Aufgebot für die Hallen-WM in Birmingham.

Das hielt die Wattenscheiderin nicht davon ab, mit

6,85 Metern zu Bronze zu springen.

Mit ihrem Sieg bei der World Indoor

Tour und einer damit verbundenen

Wildcard war Sosthene

Moguenara (TV Wattenscheid 01) erst

verspätet ins Aufgebot für die Hallen-

WM berufen worden. In Birmingham

(Großbritannien) zeigte die 28-Jährige,

dass diese Nominierung mehr als eine

gute Entscheidung war. Mit Saisonbestleistung

von 6,85 Metern gewann sie

Bronze. Und es kullerten Freudentränen.

Nach einer Fußverletzung hatte sich

die Zweite der Hallen-EM 2015 zu alter

Stärke zurückkämpfen müssen. Edelmetall

für den DLV im Weitsprung hat es in

diesem Jahrtausend bei einer Hallen-WM

noch nicht gegeben: Die letzte deutsche

Medaille in dieser Disziplin hatte Susen

Tiedtke im Jahr 1995 gewonnen – ebenfalls

Bronze.

Spanovic vor Reese

Um Gold gab es den erwarteten Zweikampf

zwischen Titelverteidigerin Brittney

Reese (USA) und Hallen-Europameisterin

Ivana Spanovic (Serbien). Diesmal

hatte die Serbin das bessere Ende für sich

und holte mit 6,96 Metern ihr erstes Gold

auf Weltebene. Silber ging an die US-Athletin

mit 6,89 Metern.

„Es ist ein super, super geiles Gefühl,

hier eine Medaille gewonnen zu haben“,

meine Moguenara. Hundertprozentig

könne sie es noch nicht realisieren. „Ich

bin einfach nur glücklich, dass es geklappt

hat. Das ist genau das, was ich

mir so lange gewünscht habe. Ich habe

mich gut gefühlt und mich immer auf

den nächsten Sprung konzentriert. Ich

habe mein Bestes gegeben und mich auf

mich selbst fokussiert.

Als Fünfte rundete Malaika Mihambo

(LG Kurpfalz) das starke Ergebnis der

DLV-Athletinnen ab. Im fünften Durchgang

landete die 24-Jährige bei 6,64 Metern

und bewies einmal mehr, dass sie

bei großen Meisterschaften top ist. In

diesem Winter zeigte sie dies erstmals in

der Halle, dabei war die Olympia-Vierte

nicht einmal ganz fit in den Wettbewerb

gegangen.

Mihambo mit Schmerzen

„Für die Umstände, unter denen ich hier

gestartet bin, ist das Ergebnis in Ordnung.

Ich hatte gestern plötzlich Schmerzen

unterhalb des Knies und der Zehenheber

hat gekrampft. Der Nerv wurde

angespritzt. Ich musste eine bestimmte

Schlafposition einnehmen und durfte

nicht lange sitzen. Ich war im Wettkampf

zuerst nicht frei beim Laufen. Die Ärzte

haben zwar gesagt, dass ich draufgehen

kann. Das ist aber nicht einfach, wenn

man noch etwas spürt.“

Das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit

und den Körper stellte

sich nicht zu hundert Prozent ein. Am

Ende war sie weitengleich mit der Schwedin

Khaddi Sagnia, die aber den schwächeren

zweitbesten Versuch hatte. „Also

war doch auch ein bisschen Glück dabei.

Mit dem Platz bin ich auf jeden Fall

zufrieden. Aber wenn man weiß, was

eigentlich geht, ist es etwas schade“, resümierte

Mihambo, die knapp ein halbes

Jahr später in Berlin Europameisterin

wurde, während Sosthene Moguenara

den Endkampf der besten zwölf Springerinnen

nach einer Weite von 6,54 Metern

verfehlte. In Berlin wären 6,61 Meter für

den Finaleinzug notwendig gewesen.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Hop, Step,

Silber

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Kristin Gierisch: In der Halle war Dreispringerin

Kristin Gierisch bereits Europameisterin

und Vize-Weltmeisterin. Jetzt ist

der Chemnitzerin in Berlin mit EM-Silber

auch draußen Großes gelungen. Und das,

nachdem sie wegen Verletzungssorgen

schon fast ihre Karriere beendet hätte.

Die Hallen-Spezialistin des Dreisprungs

kann es auch im Freien:

Kristin Gierisch hat bei den Europameisterschaften

in Berlin mit einer

blitzsauberen Leistung Silber gewonnen

und damit für ein Novum in der deutschen

Leichtathletik-Geschichte gesorgt.

Nie zuvor hatte es eine Medaille

für eine DLV-Springerin bei einer großen

Freiluft-Meisterschaft gegeben – seit

1994 ist der Frauen-Dreisprung bei Europameisterschaften

im Programm. In

der Halle war Gierisch im vergangenen

Jahr bereits Europameisterin. Ein Jahr

zuvor hatte sie bei der Hallen-WM Silber

gewonnen.

„Ich habe den Wettkampf total genossen.

Bei dieser Atmosphäre zu springen,

ist einfach toll. Was Berlin abgezogen

hat, war der Wahnsinn. So etwas habe

ich noch nie erlebt. Ich habe gute Stimmung

erwartet, aber nicht das“, sagte die

27 Jahre alte Chemnitzerin unter dem

Jubel der fast 50.000 Fans: „Dass heute

so etwas rauskommt, ist noch gar nicht

angekommen bei mir.“

Schocker im ersten Versuch

Mit dem allerersten Sprung des Wettkampfs

auf die persönliche Bestleistung

von 14,45 Meter hatte Gierisch die Konkurrenz

geschockt. „Ich wusste, die Mädels

musst du schocken. Du musst denen

etwas vorsetzen, dann ist bei denen Feierabend.“

Danach musste sie trotzdem

konzentriert bleiben, um mögliche Angriffe

der Konkurrenz noch abwehren zu

können. „Ich wollte fokussiert bleiben.

Da konnte ich den ersten Versuch nicht

zu sehr feiern.“ Doch ihre Gegnerinnen

bissen sich fast alle die Zähne an der Vorlage

der Sächsin aus, die in den vergangenen

zwölf Monaten mit großen Verletzungsproblemen

kämpfen musste.

Lediglich die griechische Favoritin

Paraskeví Papahrístou konnte mit 14,60

Metern Gierischs Weite knacken und

holte damit verdient Gold. Im letzten

Versuch wackelte Gierischs Silber noch

einmal, als die Spanierin Ana Peleteiro

mit 14,44 Metern bis auf einen Zentimeter

herankam. Letztlich durfte Gierisch

aber als Vizeeuropameisterin auf die Ehrenrunde

gehen. Die Deutsche Meisterin

Neele Eckhardt aus Göttingen konnte

ihre hervorragenden 14,33 Meter aus der

Qualifikation nicht wiederholen und kam

mit 14,01 Metern – bei denen sie deutlich

vor dem Brett abgesprungen war – auf

Platz zehn.

Gierisch hatte mit Silber bei der Hallen-WM

2016 und dem Titelgewinn bei

der Hallen-EM 2017 für die bislang größten

Erfolge einer deutschen Dreispringerin

gesorgt. Nun krönte sie ihre bisherige

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Zwei Erfolgs-Ladys feiern

Innerhalb weniger Minuten holten Kristin Gierisch und Christin Hussong (rechts) zwei

Medaillen für den DLV – Silber im Dreisprung und Gold im Speerwurf. Zusammen feierten

sie auf der Ehrenrunde

Laufbahn mit der ersten Medaille unter

freiem Himmel.

Dabei konnte Gierisch vor nicht einmal

einem Jahr kaum an den physisch so

belastenden Dreiklang aus Hop, Step und

Jump denken. Nach der WM 2017, als sie

in London mit 14,33 Metern starke Fünfte

wurde, hatte sie sechs Wochen ausgesetzt,

um die Folgen eines Ermüdungsbruches

im Schambein auszukurieren.

Allein, die Schmerzen verschwanden

nicht, die Nerven an der verletzten Stelle

blieben gereizt. „Da war ich näher dran,

meine Karriere zu beenden, als zu sagen,

das wird wieder“, sagte Gierisch der Chmenitzer

Freien Presse. Mit ausgiebiger

Physiotherapie und psychologischer Hilfe

bekam sie das Problem aber in den Griff.

Zum Glück: „Ich könnte es nur ganz

schwer übers Herz bringen, meinem

Trainer Harry Marusch zu sagen, dass ich

aufhöre“, sagte sie. Und vor der EM galt

schließlich: „Ich bin einfach zufrieden

mit mir, im Reinen. Es läuft, ich mache

mir keinen Druck mehr und habe wieder

Spaß im Training. Das war das letzte

Jahr, bedingt durch die Schmerzen, nicht

so.“

Volle Konzentration auf die EM

Diese neu gewonnene Stärke spielte sie

in diesem Jahr aus. Auf die Hallen-Saison

verzichtete sie aufgrund der Verletzungssorgen

komplett. Vor der EM absolvierte

sie lediglich fünf Wettkämpfe – und beendete

alle jenseits der 14-Meter-Marke. Mit

14,42 Metern sprang sie beim Diamond

League-Meeting in Paris eine neue Bestweite.

Da konnte sie es auch verkraften,

dass sie bei den Deutschen Meisterschaften

hinter Neele Eckhardt „nur“ Zweite

wurde. Schon dort hatte sie die EM voll

im Blick und die Meisterschaften aus

dem vollen Training bestritten. Jetzt hat

sie ein neues Ziel vor Augen: den deutschen

Rekord, den seit 2011 Katja Demut

mit 14,57 Metern hält. Gierisch hätte ihn

gerne bereits in Berlin geknackt. Aber so

bleibt noch ein Ziel für die kommende

Zeit. Denn Kristin Gierisch meint selbstbewusst:

„Ich will Spuren hinterlassen.“

Mit ihrer ersten internationalen Freiluft-

Medaille hat sie da ja schon den nächsten

Schritt gemacht.

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Da ist die Medaille

In der Halle stand Kristin Gierisch

bereits zweimal bei internationalen

Meisterschaften auf dem

Siegerpodest. Nun gelang ihr

das als erster deutscher

Dreispringerin auch im Freien

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LEICHTATHLETIK 2018 Deutsche Meisterschaften in Nürnberg

Bestechende Technik

Gesa Krause fliegt über den Wassergraben auf

dem Weg zum vierten deutschen Meistertitel

in Folge über 3000 Meter Hindernis

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Emotionale

Generalprobe

Die DM-Bilanz: Die 118. Deutschen Leichtathletik-

Meisterschaften standen ganz im Zeichen der EM in

Berlin. Anschließend nominierte der DLV ein Rekordaufgebot

für die kontinentalen Titelkämpfe.

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LEICHTATHLETIK 2018 Deutsche Meisterschaften in Nürnberg

Ein Diskuskrimi mit Happy-End für

Robert Harting und Meisterschaftsrekorde

von Hürdensprinterin Pamela

Dutkiewcz, Speerwerfer Andreas

Hofmann sowie der 4x100-Meter-Staffel

des TV Wattenscheid 01, der zugleich

deutscher Rekord für Vereinsstaffeln

war, waren die sportlichen Highlights

der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften

in Nürnberg. Dazu gab es einen

Schockmoment für Christina Schwanitz:

Nachdem sie sich mit ihrem ersten

20-Meter-Stoß seit ihrer Babypause

(20,06 m) zur Topfavoritin auf EM-Gold

aufgeschwungen hatte, war sie auf dem

Weg zum Aktuellen Sportstudio des

ZDF in einen Autounfall verwickelt. Sie

erlitt zwar nur kleinere Blessuren, aber

die Kapselverletzung, die sie sich an der

rechten Stoßhand zuzog, beeinträchtigte

sie gut zwei Wochen später in Berlin

womöglich doch. Die deutschen Leichtathleten

erlebten rund zwei Wochen vor

der Heim-EM in Berlin eine emotionale

Generalprobe. Anschließend nominierte

der DLV aufgrund der Leistungen bei den

Meisterschaften und wärend der Saison

das Rekordaufgebot von 128 Athleten für

die Europameisterschaften.

Das große Zittern

Robert Harting machte es spannend: Vier

Diskuswerfer kämpften bei den Meisterschaften

um zwei EM-Tickets. Es wurde

dramatisch: Im dritten Versuch schob sich

der London-Olympiasieger mit 63,92 Metern

auf Rang zwei. Doch nachdem sich

der Magdburger Martin Wierig im Vierten

bis auf 20 Zentimeter an Harting herangeschoben

und der Olympiadritte Daniel

Jasinski Harting mit 64,82 Metern im

Fünften vom zweiten Platz verdrängt hatte,

begann das große Zittern für den dreimaligen

Weltmeister. Und als es vorbei

und geschafft war, wollte sich bei Robert

Harting keine echte Freude einstellen.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es

ein unangenehmes Gefühl ist. Ich schäme

mich fast ein bisschen. Es war nie

mein Anspruch, Situationen hervorzurufen,

dass etwas unklar ist“, sagte Harting.

„Ich kann mehr, als ich zeigen konnte.“

Sein Bruder und Rio-Olympiasieger Christoph

Harting legte einen Wettkampf der

besonderen Art hin: Er legte 66,98 Meter

vor, verzichtete auf jeden weiteren Ver-

Zum Titel geflogen

Stabhochspringerin Jacqueline Otchere

(oben) überquerte 4,45 Meter und holte

damit ihren ersten Meistertitel. Für Gregor

Traber war es schon der zweite: Der

Tübinger flog mit 13,37 Sekunden so

schnell wie kein anderer über die Hürden

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Gonska siegt, Underdog Kranz ärgert Reus

Nadine Gonska (links) wurde über 400 Meter ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann in

52,07 Sekunden. Der Wetzlarer Kevin Kranz schnappte Seriensieger Julian Reus (10,32

sec) in 10,28 Sekunden den Titel vor der Nase weg (unten)

Bestleistung und Meisterschaftsrekord

Johannes Trefz (rechts) verteidigte seinen

400-Meter-Titel mit persönlicher Bestleistung

(45,70 sec). Über 4x100 Meter der

Männer steigerten die Wattenscheider Robin

Erewa, Maurice Huke, Philipp Trutenat

und Robert Hering (ganz rechts und v.l.)

den deutschen Rekord für Vereinsstaffeln

aus dem Jahr 1994 (38,81 sec) um zwei

Hundertstel auf 38,79 Sekunden

such und holte sich so den Meistertitel.

Das starke deutsche Speer-Trio sorgte

für das sportliche Highlight der Meisterschaften.

In einem hochklassigen Wettkampf

setzte sich Andreas Hofmann mit

Meisterschaftsrekord (89,55 m) gegen

Olympiasieger Thomas Röhler (88,09 m)

und Titelverteidiger und Weltmeister Johannes

Vetter (87,83 m) durch.

Dutkiewicz in blendender Form

Die Hürdensprint-Europameisterin Cindy

Roleder verpasste nach einem Fehlstart

das Finale. Gegen Titelverteidigerin Pamela

Dutkiewicz wäre es aber ohnehin

schwer geworden: Die WM-Dritte siegte

eindrucksvoll in 12,69 Sekunden – Meisterschaftsrekord!

DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska

zog eine positive Bilanz der Meisterschaften

– trotz schwieriger Bedingungen

seien 56 persönliche Bestleistungen aufgestellt

worden. „Wir haben viele spannende

Duelle erlebt, um sich noch fürs

EM-Team zu empfehlen. So sind noch

zehn weitere Normerfüller für Berlin dazugekommen.“

Ein Großteil der Mannschaft

war bereits zuvor nominiert worden.

Eines von den spannenden Duellen

fand im Diskusring bei den Frauen statt:

Im fünften Durchgang schob sich Shanice

Craft aus Mannheim mit 62,91 Metern

an der bis dahin führenden Hallenserin

Nadine Müller (62,73 m) vorbei und

wurde Deutsche Meisterin. Und einer der

neuen Normerfüller war der 200-Meter-

Sprinter Robin Erewa In 20,63 Sekunden

sprintete der Wattenscheider zum Titel

und nach Berlin. Bei den Frauen gelang

dieses Kunststück seiner Vereinskameradin

Jessica-Bianca Wessolly, die mit

22,89 Sekunden erstmals in ihrer Karriere

unter 23 Sekunden blieb und sich ihr

EM-Ticket sicherte.

Beeindruckend war auch, wie U20-

Athlet Bo Kanda Lita Baehre im Stabhochsprung

den schwierigen Bedingungen

trotzte, 5,50 Meter übersprang

und seinen Vorjahressieg wiederholte.

Unter den arrivierten Siegern wie Gesa

Krause über 3000 Meter Hindernis, Konstanze

Klosterhalfen über 1500 Meter

oder David Storl im Kugelstoßen stachen

die Leistungen von Gina Lückenkemper

und Fabian Heinle heraus: Lückenkemper

unterstrich mit 11,15 Sekunden über

100 Meter ihre Ambitionen und Heinle

sprang mit 8,04 Metern nicht nur zum

deutschen Meistertitel, sondern sicherte

sich auch sein EM-Ticket.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Faire „Verliererin

Obwohl die Polin Paulina Guba

ihr mit dem letzten Stoß Gold

weggeschnappt hatte, gratulierte

Christina Schwanitz der neuen

Europameisterin mit einer

herzlichen Umarmung

Versilbertes

Mutterglück

Christina Schwanitz: Nur ein Jahr nach der Geburt ihrer Zwillinge

ist die Kugelstoßerin zurück in der Weltspitze. Und auch wenn

es in Berlin „nur“ Silber wurde – sie kann zufrieden sein. Zumal

sie bei einem Autounfall nach ihrem Sieg bei den Deutschen

Meisterschaften in Nürnberg viel Glück hatte.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Top-Kulisse, Top-Leistung

Auf dem Nürnberger Hauptmarkt

sicherte sich Christina Schwanitz

den Titel als Deutsche Meisterin

und stieß erstmals seit ihrer

Babypause wieder über

20 Meter

Christina Schwanitz hat ihr Lachen

wiedergefunden. Ihr Lachen, das

genauso markant wie ansteckend

ist. Bei der Leichtathletik-EM in Berlin

konnte die Titelverteidigerin vom LV 90

Erzgebirge das erfolgreiche Kugelstoß-

Comeback nach ihrer Babypause zwar

nicht vergolden, aber immerhin versilbern

– trotz eines Autounfalls auf dem

Weg von den Deutschen Meisterschaften

in Nürnberg nach Mainz zum Aktuellen

Sportstudio zweieinhalb Wochen vor der

Kugelstoß-Entscheidung bei der EM.

„Ein bisschen gehandicapt bin ich“,

hatte sie vor dem Wettkampf gesagt. Bei

dem Unfall habe sie „viele Schutzengel“

gehabt. Dennoch hatte sie ganz schön

was abbekommen: Die rechte Stoßhand

wegen einer Kapselverletzung in Gips.

Dazu eine Gehirnerschütterung und ein

Schleudertrauma. Damit war sie in die

Endphase der EM-Vorbereitung gestartet.

Vor allem das Schleudertrauma habe ihr

zu schaffen gemacht. „Da haben wir ein

bisschen arbeiten müssen, dass ich nicht

im Ring umfalle.“ Die Verletzung hatte

ihren Gleichgewichtssinn gestört.

Zuvor hatte sie bei den Deutschen

Meisterschaften in Nürnberg erstmals seit

der Geburt ihrer Zwillinge im Sommer

2017 und der anschließenden Babypause

wieder über 20 Meter gestoßen. Und

sich damit selbst überrascht. Vor dem

EM-Finale war sie mit ihren 20,06 Metern

hinter Chinas Weltmeisterin Lijiao

Gong Nummer zwei der Welt, in Europa

unangefochten sogar die Nummer eins.

Als erste deutsche Kugelstoßerin hätte sie

sich in Berlin zum dritten Mal zur Kugelstoß-Europameisterin

krönen können.

Partycrasher Paulina Guba

Und an diesem heißen EM-Mittwoch sah

es auch lange so aus, als würde der Plan

aufgehen. Bis zum letzten Versuch lag

sie mit den 19,19 Metern in Führung, mit

denen sie den Wettkampf eröffnet hatte.

Doch im finalen Durchgang schnappte

die Polin Paulina Guba der 32-Jährigen

die Goldmedaille vor der Nase weg und

sorgte für große Stille. Ein wenig zerknirscht

machte sich die deutsche Favoritin

schließlich auf die Ehrenrunde.

Sie hatte Gold und damit die grandiose

Rückkehr aus ihrer Babypause eigentlich

schon in der Tasche gehabt. Im

ersten Durchgang bereits hatte sie mit

19,19 Metern die Führung übernommen,

die Weite aber nicht mehr steigern

können. Das rächte sich: Im letzten Versuch

steigerte sich Guba auf 19,33 Meter

und spielte den Partycrasher. Christina

Schwanitz legte alles in ihren letzten

Versuch hinein, auf der Tribüne zitterten

Ehemann Tomas und die kleinen Zwillinge

– doch der Traum vom dritten EM-

Titel in Serie platzte für die starke Kugelstoß-Mama

jäh.

„Es war ein geiler Wettkampf, der

Spaß gemacht hat. Leider war es nicht

das erhoffte Ende. Egal, beim nächsten

Mal wird es besser gemacht“, sagte

Schwanitz, die leicht gequält mit der

Deutschland-Fahne auf den Schultern in

Richtung ihrer Familie marschierte.

„Natürlich hatte ich gehofft, dass es

ein goldenes Comeback wird. Und es

wäre sehr realistisch gewesen, das ist

ja das Bedauerliche“, sagte Schwanitz.

„Wir haben eigentlich alle im Wettkampf

nicht das gezeigt, was wir konnten –

mit Ausnahme von Paulina im letzten

Versuch. Das ist halt sehr ärgerlich.“

Schwanitz zeigte sich selbstkritisch: „Ich

habe schlecht gearbeitet. Ich war der

Meinung, ich bin schnell, aber dem war

wohl nicht so. Und wenn man unbedingt

will, geht es meistens in die Hose.“ Ob

es die Nachwirkungen des Unfalls waren

oder nur ein schlechter Tag? Jedenfalls

dürfte Schwanitz auf dem Weg Richtung

WM 2019 und Olympia 2020 nun richtig

heiß sein.

Bronze ging an die Weißrussin Aliona

Dubitskaya (18,81 m). Sara Gambetta

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(SV Halle) kam auf Rang fünf (18,13 m),

Alina Kenzel (VfL Waiblingen) wurde

Neunte (17,26 m). Schwanitz, Weltmeisterin

von 2015, hatte 2012 und 2014 den

kontinentalen Titel geholt. Dreimal oder

mehr EM-Gold in Serie in einer Einzeldisziplin

haben aus deutscher Sicht

bei den Frauen Heike Drechsler (Weitsprung/1986,

1990, 1994, 1998) sowie

die DDR-Sprinterinnen Marlies Göhr (100

m/1978, 1982, 1986) und Marita Koch

(400 m/1978, 1982 1986) gewonnen.

Schnell zur Bestform gefunden

Aber auch wenn es am Ende nicht Gold

wurde – angesichts des steinigen Wegs

nach Berlin kann Christina Schwanitz mit

der Saison 2018 sehr zufrieden sein. Immerhin

hat sie nach ihrer Rückkehr aus

der Babypause – den ersten Wettkampf

nach der Geburt ihrer beiden „Krümel“,

wie sie selbst die Zwillinge nennt, bestritt

sie im Mai – in Rekordzeit wieder fast zur

Bestform gefunden. Bei den Deutschen

Meisterschaften in Nürnberg zweieinhalb

Wochen vor ihrem Auftritt in Berlin hatte

Schwanitz ihren sechsten Freiluft-Titel

geholt und erstmals wieder die 20-Meter-

Marke (20,06 m) übertroffen. Ihre Bestleistung

aus dem gewonnenen WM-Finale

2015 in Peking steht bei 20,77 Metern.

Ihr Erfolgsgeheimnis: Organisationstalent,

Disziplin, Erfahrung – und Unterstützung

aus ihrem Umfeld. „Familie und

Leistungssport sind vereinbar. Aber nur

mit viel Hilfe“, erklärt sie und hält ein

Plädoyer für eine bessere Vereinbarkeit

von Beruf und Familie. Weit über den

Sport hinaus: „Wenn man sagt, beide Elternteile

gehen arbeiten, und das wurstelt

man so hin – das funktioniert nicht.

Das sollte man sich in Deutschland auch

mal überlegen.“

In ihren Erfolg sind viele eingebunden.

Ihr Mann, die Freunde, der Kindergarten,

die Bundeswehr, ihr Coach Sven

Lang, der auch mal zu ungewöhnlichen

Zeiten mit ihr trainiert, Disziplin, und,

und, und. Alleine diese Aufzählung zeigt,

was für Anstrengungen hinter ihrem Erfolg

stehen. Nicht nur sportlich.

Ihre Schlussfolgerung: „Wenn wir

nicht so viele Freunde und Unterstützer

hätten, wenn ich nicht das Training

schieben könnte, wenn die Firma meines

Mannes uns nicht entgegenkommen würde

– dann könnte ich keinen Leistungssport

mehr betreiben.“ Christina Schwanitz

hat sich bewusst für eine Rückkehr

in den Ring entschieden, auch, weil sie

sich selbst etwas beweisen wollte. Und

das hat sie auf beeindruckende Weise

getan.

Erst zerknirscht, dann happy

Auf der Ehrenrunde wirkte Christina

Schwanitz noch nicht so richtig glücklich

mit Rang zwei. Bei der Siegerehrung auf

dem Breitscheidplatz musste sie dann ein

Glückstränchen wegwischen. Nachdem

sie über den Goldverlust im letzten Versuch

geschlafen hatte, war ihr bewusst geworden,

welch großartige Leistung sie seit

der Geburt ihrer Zwillinge vollbracht hat

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LEICHTATHLETIK 2018 Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham

Dreimal Edelmetall

Silber für Kugelstoßer

David Storl (rechts),

Bronze für Weitspringerin

Sosthene Moguenara

(links oben) und Hochspringer

Mateusz

Przybylko (links). Drei

Medaillen holte das

kleine DLV-Team

DEUTSCHE MEDAILLEN BIRMINGHAM

David Storl (SC DHfK Leipzig) Kugelstoßen 21,44 Meter

Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid 01) Weitsprung 6,85 Meter

Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) Hochsprung 2,29 Meter

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Zwischenschritt

nach Berlin

Die Bilanz der Hallen-WM: Dreimal Edelmetall und

einige gute Platzierungen – das war die Ausbeute des

22-köpfigen DLV-Teams in Birmingham.

Auf dem Weg zum Höhepunkt der

Freiluftsaison, der Heim-EM in

Berlin, war die Hallen-WM im

englischen Birmingham von Idriss Gonschinska,

dem Leitenden Direktor Sport

des DLV, als „Zwischenschritt“ deklariert

worden. Mit drei Medaillen und einigen

guten Platzierungen, die dem Team den

fünften Platz in der Nationenwertung

bescherten, war Gonschinska dann auch

durchaus zufrieden.

Rückschlüsse für die Europameisterschaften

wollte der Cheftrainer des DLV

im März 2018 aber noch nicht ziehen.

Aber: „In Berlin haben wir ein anderes

Teilnehmerfeld. Im europäischen Kontext

sehen wir als DLV jetzt schon sehr,

sehr gut aus“, sagte er. Viel wichtiger als

Medaillen war ihm bei den Titelkämpfen

in Birmingham mit Blick auf den Freiluft-

Höhepunkt, dass „viele unserer Leistungsträger

wieder gesund sind“.

Allen voran David Storl. Der zweimalige

Kugelstoß-Weltmeister war endlich

wieder einmal bei einem Höhepunkt

topfit. Der Neustart nach seinem Trainerwechsel

gelang. 21,44 Meter bedeuteten

Saisonbestleistung beim Saisonhöhepunkt.

In den vergangenen beiden

schwierigen Jahren war ihm dies weder

bei Olympia in Rio noch der WM in London

gelungen. „Das war ein Schritt in die

richtige Richtung“, sagte Storl, bei dem

unter Coach Wilko Schaa die Zuversicht

wieder zurückgekehrt ist. Und damit

auch der Erfolg.

Nachrückerin holt Bronze

Bronze gab es für Moguenara – dabei

war die 28-Jährige zunächst eigentlich

gar nicht nominiert gewesen. Doch sie

gewann die Hallenserie „World Indoor

Tour“ und startete mit einer Wildcard des

Weltverbands IAAF – es wurde schließ-

lich Platz drei mit der Saisonbestleistung

von 6,85 Metern. Malaika Mihambo wurde

mit 6,64 Metern Fünfte. „Das ist ein

unheimlich schönes Gefühl. Hundertprozentig

kann ich das noch gar nicht realisieren.

Das wird noch ein oder zwei Tage

dauern. Ich bin einfach glücklich“, sagte

Moguenara: „Das ist genau das, was ich

mir so lange gewünscht habe.“

Hochspringer Mateusz Przybylko aus

Leverkusen holte sich seine Bronzemedaille

mit 2,29 Metern. Die letzte deutsche

Hochsprungmedaille bei einer Hallen-WM

hatte 1989 Dietmar Mögenburg

gewonnen.

Knapp an der Medaille vorbei

Edelmetall knapp verpassten Mehrkämpfer

Kai Kazmirek, Hürdensprinterin Cindy

Roleder und Stabhochspringer Raphael

Holzdeppe. Kazmirek lieferte mit 6238

Punkten eine persönliche Bestleistung

und den insgesamt drittbesten Siebenkampf

eines Deutschen überhaupt ab.

Nach der ersten Enttäuschung nahm er

dennoch „Motivation“ für den Sommer

mit. Rang fünf wurde es für Roleder. Der

28-Jährigen fehlten nach ihrer langen

Verletzungspause drei Hundertstelsekunden

zu Bronze. Holzdeppe kam in

einem hochkarätig besetzten Wettbewerb

mit 5,80 Metern ebenfalls auf Platz fünf.

Ohne Medaillenchance waren Sprinterin

Tatjana Pinto und Mittelstrecken-Hoffnung

Konstanze Klosterhalfen. Pinto verpasste

den Endlauf. Klosterhalfen kam in

einem hochklassigen Finale über 3000

Meter als Siebte ins Ziel. Auch Freiluft-

Europameister Max Heß verpasste eine

Medaille im Dreisprung. Vor zwei Jahren

hatte der damals 19-Jährige in Portland

überraschend Silber geholt. Diesmal

schied er im Vorkampf aus und wurde

Elfter.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

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Wie einst

Dietmar

Mögenburg

Mateusz Przybylko: Er ist der neue Überflieger in Deutschland. Mit

Bronze bei der Hallen-WM und Gold bei der EM trat Mateusz

Przybylko die Nachfolge von Dietmar Mögenburg an, der bei

diesen Wettkämpfen zuletzt Medaillen für Deutschland gewonnen

hatte. Jetzt jagt der Leverkusener eine andere deutsche Hochsprung-Legende:

Er will den deutschen Rekord von Carlo Thränhardt

knacken. Der steht seit 1984 bei 2,37 Metern.

Nachdem er auch 2,35 Meter wie

alle Höhen davor als einziger

Springer des Wettkampfs im ersten

Versuch gemeistert hatte, sank Mateusz

Przybylko (TSV Bayer Leverkusen) auf

die Knie. Dann hob er fragend die Arme

und Schultern und schlug sich dann

die Hände vors Gesicht. Der 26-Jährige

konnte selbst nicht ganz glauben, was

an diesem Abend im Berliner Olympiastadion

geschah.

Nachdem sein letzter verbliebener

Konkurrent, der Weißrusse Maksim Nedasekau

dann erst zweimal 2,35 und

schließlich einmal 2,37 Meter gerissen

hatte und Przybylkos Sieg feststand, lag

er zunächst ungläubig auf dem Boden.

„Da kamen die Tränen, wie bei einem

kleinen Kind. Aber ich habe einfach so

lange von diesem Sieg geträumt“, sagte

er. Danach war er nicht mehr aufzuhalten

und wurde zum echten Feierbiest. Der

neue Hochsprung-Europameister hüpfte

völlig losgelöst über die blaue Bahn des

Berliner Olympiastadions, tanzte mit

Maskottchen Berlino und drehte unter

dem Jubel von 60.500 Fans eine nicht

enden wollende Ehrenrunde – die hatte

sich der Nachfolger des großen Dietmar

Mögenburg auch redlich verdient.

„Ich bin sprachlos. Ich habe gesagt,

ich will eine Medaille holen, aber bei so

einem Publikum kannst du nur gewinnen“,

sagte Przybylko. Immer wieder

hatte er vor seinen Versuchen das Publikum

zum Klatschen animiert – was

wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen

wäre. Das Stadion tobte, und das nicht

ohne Grund. An einem absoluten Sahnetag

marschierte der 26 Jahre alte Leverkusener

mit 2,35 Metern zu Gold

– ohne einen einzigen Fehlversuch bis

einschließlich dieser Höhe! Damit wurde

er zum zweiten deutschen Hochsprung-

Europameister nach Mögenburg im Jahr

1982. Dem hatten damals 2,30 Meter

zum Sieg gereicht.

Zum Abschluss seines großen Tages

versuchte sich Przybylko an der neuen

deutschen Rekordmarke von 2,38 Metern,

einen Zentimeter mehr als Carlo

Thränhardt, die andere große deutsche

Hochsprung-Ikone, vor 31 Jahren. Nach

einem vergeblichen Versuch entschied

sich Przybylko aber dazu, die große Party

zu starten und brach den Wettkampf

ab. Die Fans im Stadion sangen „Oh, wie

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

ist das schön...“. Und das immer wieder.

Wann hat es das zuletzt in einem Leichtathletik-Stadion

gegeben? Es war einer

der emotionalsten Momente dieser so

grandiosen EM-Woche in Berlin.

24 Stunden nach Bronze durch Marie-

Laurence Jungfleisch war es die zweite

Hochsprung-Medaille für das deutsche

Team bei den Heim-Titelkämpfen. Silber

in Berlin ging an den Weißrussen Maksim

Nedasekau (2,33 m), Bronze an den neutralen

Athleten Ilya Ivanyuk aus Russland

(2,31 m). Eike Onnen (Hannover 96), vor

zwei Jahren EM-Dritter, kam mit 2,19 Metern

auf Platz acht. Der Münchner Tobias

Potye hatte sich mit 2,21 Metern in der

Qualifikation nicht für das Finale qualifizieren

können.

Für Przybylko war es ein Erfolg mit

Ansage. Der äußerst selbstbewusste Leverkusener

hatte sich in den vergangenen

beiden Jahren als deutsche Nummer

eins etabliert. 2017 sprang er bereits 2,35

Meter, konnte dies aber bei der WM in

London nicht ganz bestätigen.

Lob von Dietmar Mögenburg

Was er drauf hat, stellte Przybylko schon

mit Platz drei bei der Hallen-WM im

März in Birmingham unter Beweis. Auch

da hatte er die Nachfolge von Dietmar

Mögenburg angetreten und die erste Medaille

eines deutschen Hochspringers bei

einer Hallen-WM seit Mögenburgs Silber

im Jahr 1989 geholt. Podestplätze seitdem:

Fehlanzeige. „So lange ist das her.

29 Jahre, ich werde dieses Jahr 26. Das

ist Wahnsinn. Das wurde aber auch mal

Zeit“, sagte Przybylko. Dietmar Mögenburg

selbst verfolgte den Wettkampf vor

„Ich bin heiß

wie Frittenfett.“

dem Fernseher. „Ich freue mich für ihn,

habe jeden Sprung gesehen. Ich treffe

ihn oft beim Training“, sagte Mögenburg,

dessen Tochter Katharina für den gleichen

Verein startet wie Przybylko: „Er

hat einen guten Trainer. Vielleicht kann

er mal den deutschen Rekord angreifen.

Dafür muss er sich aber bei Höhen von

2,30 bis 2,35 Meter stabilisieren.“ In Birmingham

reichten im zweiten Versuch

übersprungene 2,29 Meter.

Im Sommer hatte er dann auch bei

den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg

bei seinem zweiten Titel im Freien

mit 2,31 Metern überzeugt. In Berlin

münzte er sein ganzes Selbstvertrauen

nun endgültig in Höhe um, nachdem er

bereits nach der Qualifikation gesagt hatte,

er sei „heiß wie Frittenfett“.

Sein nächstes Ziel hat sich Przybylko

aber schon ausgeguckt: Er will den deutschen

Rekord brechen, den seit 31 Jahren

Thränhardt mit 2,37 Metern hält und der

den Triumph von Przybylo live im Stadion

mitverfolgte. „Den Rekord will ich mir

Mateusz Przybylko nach der EM-Qualifikation

jetzt holen. Wann, das ist egal. Ich bin ja

noch jung“, hatte er gesagt. Vorher kann

er sich in der Wintersaison 2019 aber vorstellen,

mal nicht hochzuspringen. „Ich

war seit 2008 immer international dabei,

manchmal braucht man dann eine Pause.

Ich habe mir überlegt, mal im Weitsprung

an den Start zu gehen und würde

bei der nächsten Hallen-DM gerne 7,40

Meter weit springen.“

In Berlin hatte allerdings der beste

Springer Europas in diesem Jahr gefehlt.

Der russische Hallen-Weltmeister Danil

Lysenko, der 2018 bereits 2,40 Meter

überquert hatte, verlor kurz vor der Europameisterschaft

die Startberechtigung.

Der Weltverband IAAF sah einen Verstoß

gegen die im Zuge des Dopingskandals

in Russland und der folgenden Suspendierung

des nationalen Verbands formulierten

Auflagen für neutrale Athleten im

Fall Lysenkos, weil dieser versäumt habe,

seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben,

und deshalb nicht für Dopingkontrollen

verfügbar gewesen sei.

Emotionaler Überflieger

Im Berliner Olympiastadion ließ sich

Mateusz Przybylko von der Stimmung

tragen und überflog alle Höhen bis 2,35

Meter im ersten Versuch. Als sein Sieg

feststand, rollten die Tränen

Erste internationale Medaille

Bei der Hallen-WM in Birmingham sorgte

Mateusz Przybylko für ein erstes Ausrufezeichen

im Jahr 2018. Mit übersprungenen

2,29 Metern gewann er Bronze – die erste

deutsche Hochsprung-Medaille bei einer

Hallen-WM seit 29 Jahren

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LEICHTATHLETIK 2018 101

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Goldene

Faire Verliererin

Obwohl die Polin Paulina Guba ihr mit dem letzten Stoß Gold

weggeschnappt hatte, gratulierte Christina Schwanitz der

neuen Europameisterin mit einer herzlichen Umarmung

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NervenMalaika Mihambo: Doppel-Olympiasiegerin

Heike Drechsler hatte die

Grube für sie gerichtet. Und Weitspringerin

Malaika Mihambo bedankte

sich mit einem Satz auf 6,75

Meter, der EM-Gold bedeutete. 20

Jahre, nachdem Heike Drechsler die

letzte deutsche Weitsprung-Europameisterin

war.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Etwas schüchtern stand Malaika

Mihambo am Abend ihres größten

Erfolgs im DLV-EM-Club auf der

Bühne. Rappelvoll war es, die Besucher

wollten die deutschen Gold-Asse sehen.

Malaika Mihambo durfte nochmal erzählen,

wie sie den Abend erlebt hatte. Sie

ist keine extrovertierte Athletin, die die

Freude nur so rausschreit. Die 24-Jährige

freut sich nach innen.

Dann wurde auch Heike Drechsler

auf die Bühne gebeten, die auch längst

mit den vielen anderen Gästen feierte

und ihr Kampfrichter-Dress gegen ein

sportliches Outfit getauscht hatte. Neben

dergroßen“ viermaligen Europameisterin

und Doppel-Olympiasiegerin wirkte

Malaika Mihambo ganz zierlich. Fast ein

bisschen zerbrechlich.

Dabei hatte sie wenige Stunden zuvor

ein starkes Nervenkostüm bewiesen.

In den ersten beiden Versuchen kam sie

jeweils nur auf 6,36 Meter, das frühe Aus

drohte. Doch dann zeigte sie sich im

dritten Versuch nervenstark und setzte

sich mit 6,75 Metern an die Spitze. Zwar

kamen ihre Konkurrentinnen im letzten

Versuch nochmal heran, übertrafen sie

jedoch nicht.

Kein Sicherheitssprung

„Wir haben entschieden, alles auf eine

Karte zu setzen“, sagte die Springerin

nach dem Wettkampf. Alles oder Nichts.

„Ein Sicherheitssprung hätte mich wahrscheinlich

nicht weitergebracht.“ Dann

machte sie alles wie immer. Flotter Anlauf

und diesmal traf sie das Brett – noch

nicht ganz optimal. Aber mit 6,75 Meter

setzte sie sich gleich an die Spitze des

Feldes – und gab die Führung bis zum

Schluss nicht mehr ab.

Im sechsten Durchgang musste sie

noch einmal zittern. Die Ukrainerin Maryna

Bekh kam bis auf zwei Zentimeter

an die Führungsweite heran, 6,73 Meter

brachten sie auf den Silberrang. Auch die

Britin Shara Proctor erwischte ihren besten

Sprung im sechsten Durchgang, 6,70

Meter reichten aber auch nicht mehr, die

Deutsche zu verdrängen, aber zu Bronze.

Bereits vor zwei Jahren hatte Mihambo

bei der EM in Amsterdam Bronze gewonnen,

wenig später belegte sie bei den

Olympischen Spielen in Rio Platz vier.

Die letzte EM-Goldmedaille einer deutschen

Weitspringerin gewann Drechsler,

die zwischen 1986 und 1998 viermal in

Folge gewonnen hatte. 20 Jahre nach ihr

hat Deutschland wieder eine Europameisterin

im Weitsprung.

Heike Drechsler an der Grube

Ihre Vorgängerin war bei Mihambos Triumph

hautnah dabei. Als Kampfrichterin

an der Weitsprunggrube freute sich

Drechsler über den Erfolg. „Das war eine

schöne Sache, dass wir endlich wieder

in dieser Disziplin eine Europameisterin

haben. Sie war in den letzten Jahren

sehr beständig, das hat sie sich verdient“,

sagte Drechsler.

Für Malaika Mihambo war es der

Lohn einer erfolgreichen Saison. Im Mai

hatte sie in Weinheim mit 6,99 Metern

bereits an der Sieben-Meter-Marke gekratzt,

damals verschenkte sie sogar

noch 13 Zentimeter am Absprungbalken.

Anfang Juli feierte sie in Lausanne ihren

ersten Sieg in der Diamond League.

In diesem Jahr war sie die konstanteste

deutsche Springerin. Die sieben Meter

sind wohl nur eine Frage der Zeit. „Sie

ist fit für sieben Meter, sie hat die Voraussetzungen

dafür“, sagt Heike Drechsler.

Allerdings hat Mihambo weit mehr

Talente als „nur“ den Weitsprung. Mit

großem Engagement spielt sie Klavier,

gewann bei einem Kompositionswettbewerb

ihrer Musikschule einen Preis. Es

helfe ihr auch beim Sport, bei der Koordination

und der Feinmotorik, berichtete

sie. Zudem arbeitet die studierte Politikwissenschaftlerin

ehrenamtlich bei einer

sozialen Einrichtung. „Es ist total wichtig,

so etwas neben dem Sport zu haben.

Ich könnte nicht ‚nur‘ Leistungssportlerin

sein, täglich vor mich hintrainieren und

keinen geistigen Ausgleich haben“, hatte

sie vor der EM erzählt: „Ich denke schon,

dass, wenn man sich in einem Studium,

Beruf oder Hobby erfüllen kann, es einen

auch im Sport beflügelt.“

Dabei hing ihre Karriere noch 2017

am seidenen Faden. Sie rutschte zu

Hause auf der Treppe aus und zog sich

Ganz nah an den Fans

Auf dem Weg zur Siegerehrung auf der

Europäischen Meile in der Berliner City

kamen die Leichtathletik-Fans ihrem Idol

Malaika Mihambo ganz nah

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eine komplizierte Verletzung am Fuß zu.

Glücklicherweise schlug die konservative

Therapie an. Eine Operation wäre „sehr

schwierig“ gewesen, erklärte sie vor der

EM: „Es wäre nicht sicher gewesen, ob

ich danach wieder hätte Sport machen

können. Es hat sehr viel Kraft gekostet,

nicht mehr zu wissen, ob man es

noch schafft.“ Doch die Verletzungszeit

machte sie im Nachhinein stärker: „Ich

betrachte meinen Sport jetzt anders.

Man entwickelt eine andere Trainings-

und Wettkampfmoral. Das alles hilft mir

sehr“, betonte Mihambo. Wie sehr, zeigte

sie eindrucksvoll im Berliner Olympiastadion

vor über 60.000 Zuschauern.

Ein Abend wie in Trance

„Heute werde ich wie in Trance den

Abend verbringen, realisieren werde ich

das wohl erst morgen“, sagte sie bei der

Party im EM-Club zu ihrer Vorstellung.

„Ich hätte noch Lust zu feiern, vielleicht

zu tanzen, aber ich bin doch ganz schön

fertig gerade“, meinte sie kurz nach

Mitternacht am Abend ihres größten Erfolges.

Dass Titelverteidigerin Ivana Spanovic

(Serbien) wegen eines Teilrisses

der Achillessehne, den sie sich in der

Qualifikation zugezogen hatte, kurzfristig

auf das Finale verzichten musste, hat

Mihambo nicht beeindruckt. „Ich hatte

mich darauf eingestellt, hier weiter springen

zu müssen, aber dass Ivana Spanovic

nicht da war, war eigentlich kein Vorteil

für mich.“

„Wir haben entschieden, alles

auf eine Karte zu setzen.“

Malaika Mihambo über ihren dritten Versuch, mit dem sie das frühzeitige

Ausscheiden aus dem Finale verhinderte und mit 6,75 Metern zu Gold flog

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LEICHTATHLETIK 2018 Deutsche Hallenmeisterschaften in Dortmund

Dortmunder Festspiele

Als Tatjana Pinto in 7,06 Sekunden die

Bahn runterflitzte (links unten), tobte das

Pulikum. Genauso wie bei der spannenden

Entscheidung über 800 Meter der Frauen

(rechts unten). Und auch Max Heß (rechts)

und Raphael Holzdeppe (links oben)

wurden für ihre Leistungen gefeiert. Der

deutsche Hallenrekord über 3000 Meter

von Konstanze Klosterhalfen (rechts oben)

war das DM-Highlight

106 LEICHTATHLETIK 2018

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Frauenpower

Die Bilanz der Hallen-DM: In Dortmund sorgten die

Frauen für die Höhepunkte: Zuerst sprintete Tatjana

Pinto 60 Meter in der Weltklassezeit von 7,06 Sekunden,

dann pulverisierte Konstanze Klosterhalfen

den deutschen Hallenrekord über 3000 Meter.

Ein dreiwöchiges Trainingslager auf

Jamaika im Winter hat bei Tatjana

Pinto offensichtlich einiges in Gang

gesetzt. Mit einer Portion karibischer Lockerheit

lief die mittlerweile 26-Jährige

bei der Hallen-DM über 60 Meter in 7,06

Sekunden ins Ziel – und kam danach aus

dem Strahlen nicht mehr heraus. „Damit

habe ich nicht gerechnet“, sagte sie völlig

überwältigt. Danach durfte sich die

Paderbornerin als drittschnellste deutsche

Hallensprinterin der Geschichte bezeichnen.

Lediglich die DDR-Athletinnen

Marita Koch und Silke Möller (je 7,04

sec) waren in der Hochzeit des Anabolika-Dopings

schneller, die später als Dopingsünderin

überführte Katrin Krabbe

lief 1991 ebenfalls 7,06 Sekunden.

In Kingston trainierte Pinto bei

Sprint-Guru Stephen Francis, der neben

anderen Doppel-Olympiasiegerin Elaine

Thompson betreut, im sagenumwobenen

MVP Track and Field Club. „Die Lockerheit

und den Spaß habe ich mitgenommen.

Und die Wettkampfsituation. Dass

man locker bleibt, egal, wer neben einem

sitzt“, sagte Pinto. „Es geht darum, hart

zu arbeiten und sich in der Gruppe

durchzusetzen.“

Fantastische Beschleunigung

Auch Idriss Gonschinska, Leitender Direktor

Sport des DLV, war begeistert vom

Auftritt Pintos: „Das war ein sehr runder,

perfekter Lauf. Sie ist super locker gelaufen“,

sagte er. „Sie hat die Fähigkeit,

fantastisch zu beschleunigen und kann

auch hohe Maximalgeschwindigkeiten

laufen.“ Den Titel über 200 Meter holte

sich die Paderbornerin auch noch – mit

persönlicher Bestzeit (23,19 sec).

Für das zweite Highlight der Titelkämpfe

sorgte Shootingstar Konstanze

Klosterhalfen. An ihrem 21. Geburtstag

pulverisierte die Leverkusenerin den 30

Jahre alten deutschen Hallenrekord über

3000 Meter. Klosterhalfen kam nach

einem Start-Ziel-Sieg in 8:36,01 Minuten

ins Ziel und unterbot die bisherige Best-

marke von Kathrin Ullrich (8:41,79 min)

um mehr als fünf Sekunden.

„Das ist der schönste Geburtstag, den

ich mir je machen konnte“, sagte Klosterhalfen:

„Ich habe einfach probiert, in

meinem Tunnel zu bleiben.“ Nach ihrem

Lauf sangen die Dortmunder Zuschauer

ihr ein Geburtstagsständchen und applaudierten

ihr stehend.

Die Münchnerin Christina Hering verteidigte

in 2:06,93 Minuten ihren 800-Meter-Titel

nun schon zum vierten Mal in

Serie. Weitspringerin Malaika Mihambo

von der LG Kurpfalz dominierte die Konkurrenz

mit ordentlichen 6,68 Metern.

Und Hallen-Europameisterin Cindy Roleder

aus Halle feierte einen Sieg im Dauer-

Duell gegen ihre Hürdenkollegin Pamela

Dutkiewicz. In eingestellter persönlicher

Bestzeit von 7,84 Sekunden holte sie sich

den nationalen Hallentitel von der Wattenscheiderin

(7,89 sec) zurück. Nach einer

langen Verletzungspause wegen einer

Entzündung des Ischiasnervs im vergangenen

Jahr ist sie wieder in alter Form.

„Es war kein Spaß, was ich hatte. Ich bin

sehr glücklich, dass mir nichts mehr weh

tut und ich diese Zeiten abrufen kann.“

Und die Männer?

Zufrieden war auch Kugelstoßer David

Storl. Nach einer enttäuschenden WM

2017 und der Trennung von seinem langjährigen

Trainer Sven Lang holte sich der

Leipziger mit Saisonbestleistung (21,19

m) den Titel. Hochspringer Mateusz

Przybylko aus Leverkusen wurde mit

ausgezeichneten 2,30 Metern Deutscher

Hallenmeister. Ohne ernsthafte Konkurrenz

gewann Max Heß aus Chemnitz, der

2017 mit 17,52 Metern Halleneuropameister

geworden war, wie im Vorjahr die

Dreisprung-Konkurrenz (16,84 m). Auch

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe gelang

die Titelverteidigung. Dazu reichten

dem Weltmeister von 2013 5,68 Meter. In

Karlsruhe hatte der Zweibrückener Anfang

Februar sehr gute 5,88 Meter überquert.

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Faire Verliererin

Obwohl die Polin Paulina Guba ihr mit dem letzten Stoß Gold

weggeschnappt hatte, gratulierte Christina Schwanitz der

neuen Europameisterin mit einer herzlichen Umarmung

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Die Zukunft des Laufens

Alina Reh & Konstanze Klosterhalfen: Sie sind

21 Jahre jung und gehören zur europäischen

Spitze. Und sie lieferten in Berlin Klasse-Leistungen

ab, obwohl sie bis zum Frühsommer von Verletzungen

geplagt wurden. Konstanze Klosterhalfen wurde in

einem stark besetzten und schnellen 5000-Meter-

Rennen EM-Vierte. Alina Reh finishte über 10.000

Meter ebenfalls auf Rang vier. Und hatte bei Redaktionsschluss

dieses Buchs die Aussicht, dass ihr die

Bronzemedaille noch nachgereicht werden könnte.

Alina Reh hat mit einem ausgezeichneten

vierten Platz im 10.000-Meter-

Finale den Anschluss an die kontinentale

Spitze über diese Distanz gefunden.

Nicht ausgeschlossen ist allerdings,

dass die Schwäbin vom SSV Ulm 1846

noch auf Rang drei vorrückt und damit

die EM-Bronzemedaille erhält. Denn die

im Berliner Olympiastadion drittplatzierte

Schwedin Meraf Bahta hatte zuletzt gegen

die Anti-Doping-Regeln verstoßen, indem

sie dreimal nicht korrekt angegeben hatte,

wo sie für Dopingtests anzutreffen ist.

Top-Leichtathleten sind verpflichtet,

für die Doping-Kontrolleure immer erreichbar

zu sein, indem sie angeben, wo

sie sich aufhalten. Wie die schwedische

Zeitung Aftonbladet schon vor der EM

berichtete, hat die 5000-Meter-Europameisterin

von 2016 dies dreimal nicht den

Regeln entsprechend getan. Drei solcher

sogenannter „Missed Tests“ können eine

Dopingsperre nach sich ziehen, dabei

werden allerdings auch die Umstände be-

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Die Formkurve steigt

Bei den Deutschen Meisterschaften in

Nürnberg zeigte Konstanze Klosterhalfen,

dass die Form nach der Verletzungspause

wieder kommt. In 4:06,34 Minuten holte

sie den Titel über 1500 Meter

wertet, unter denen dies erfolgte, sodass

eine Sperre nicht zwingend erfolgt.

Im Fall der 29 Jahre alten Schwedin

sollte die Entscheidung darüber in den

Tagen nach der EM (und nach dem Redaktionsschluss

für dieses Buch) fallen.

Im Fall einer Sperre würde ihr die in Berlin

gewonnene Medaille aberkannt und

Alina Reh würde auf den Bronzerang vorrücken.

Die 21-jährige Läuferin erfuhr davon

erst nach ihrem couragierten Rennen

von Journalisten in den Katakomben des

Olympiastadions: „Es wäre sehr traurig,

wenn das so kommen würden. Denn der

große Moment der Siegerehrung wäre mir

genommen worden.“

Beachtliches Hitzerennen

Doch auch als EM-Vierte bewies Alina

Reh in ihrem erst zweiten Rennen über

die 25-Runden-Distanz, dass mit ihr in

der Zukunft über die Langstrecken zu

rechnen ist. Im sicherlich besten Rennen

ihrer jungen Karriere arbeitete sich Alina

Reh in der Schlussphase immer dichter

an die Medaillenränge heran. Ihr vierter

Platz in 32:28,48 Minuten in einem Hitzerennen

ist sehr beachtlich.

„Es war anfangs etwas schwierig, die

Nerven zu behalten, mein Tempo zu laufen

und nicht mit der Spitze mitzugehen.

Ich bin ja eigentlich eine Frontläuferin“,

sagte die Schwäbin, die sich erst im Frühsommer

von ihrem bereits dritten Ermüdungsbruch

erholt hatte. Zweimal Mittelfuß,

einmal Wadenbein – eine schwierige

Bilanz für eine 21-Jährige. „Bei Frauen

kommt das öfter vor. Das liegt an ihrer

hormonellen Situation, ich muss jetzt zusammen

mit meinen Ärzten schauen, wie

das prophylaktisch in den Griff zu bekommen

ist“, erklärte sie.

In Berlin war sie aber topfit, lief die

ersten Kilometer unauffällig im vorderen

Drittel des großen Feldes und arbeitete

sich dann Platz für Platz nach vorn. Im

Ziel dachte sie zunächst, sie sei Fünfte.

Erst später erfuhr sie, dass eine ukrainische

Läuferin das Rennen eine Runde

zu früh beendet hatte. „Bei 25 Runden hat

man viel zu zählen, für manche war das

wohl bei der Wärme zu viel“, kommentierte

sie und gab zu, dass sie in dem weit

auseinandergezogenen Feld auch nie so

genau wusste, auf welchem Platz sie eigentlich

lag. Ab Kilometer fünf hat sie allein

ihre Runden gedreht. „Aber das kann

ich ja“, spielte sie auf ihr Training auf der

Schwäbischen Alb an, das sie auch meist

allein bei ihrem Trainer Jürgen Austin-Kerl

absolviert.

Nur zwei waren je besser

Besser als Alina Reh waren bei Europameisterschaften

über 10.000 Meter überhaupt

nur zwei deutsche Läuferinnen:

1986, als die Frauen erstmals über diese

Langstrecke bei der EM starteten, wurde

Ulrike Bruns Dritte, vier Jahre später gewann

Kathrin Ullrich die Silbermedaille.

Im Gegensatz zu den DDR-Läuferinnen

geht Alina Reh im heimischen Laichingen

noch einem ganz normalen Job nach: Sie

arbeitet im Supermarkt ihrer Mutter in der

Obst- und Gemüseabteilung, denkt aber

darüber nach, in einen anderen Bereich

zu wechseln. „Mich sprechen ständig

Kunden aufs Laufen an, aber eigentlich

will ich doch bei der Arbeit ein bisschen

Abstand zum Sport gewinnen.“

Diskussion um Afrikanerinnen

Die dominierende Läuferin des 10.000-Meter-Finals

war eine gebürtige Kenianerin,

die seit gut zwei Jahren für Israel startet:

Lonah Chemtai Salpeter siegte in guten

31:43,29 Minuten und gewann damit

die erste EM-Medaille für Israel in dieser

Disziplin und ihren ersten großen Titel.

Die einzige gebürtige Europäerin, die in

diesem Endlauf eine Medaille gewinnen

konnte, kam aus den Niederlanden: Susan

Krumins wurde in 31:52,55 Zweite vor der

aus Eritrea stammenden Schwedin Meraf

Bahta, die nach 32:19,34 im Ziel war. Hinter

Alina Reh belegte die aus Kenia stammende

Titelverteidigerin Yasemin Can

(Türkei) in 32:34,34 Rang fünf.

Besonders toll findet es Alina Reh

nicht, dass so viele eingebürgerte Afrikanerinnen

bei der EM am Start waren. „Das

ist schon ein bisschen unfair. Es ist ja eine

EM und keine WM. Aber ich stehe an der

Startlinie, weil Laufen meine Leidenschaft

ist. Und was die anderen Verbände machen,

kann ich ja nicht beeinflussen.“

Auch vor Konstanze Klosterhalfen

waren beim Zieleinlauf über 5000 Meter

110 LEICHTATHLETIK 2018

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drei Läuferinnen mit afrikanischen Wurzeln

platziert: Siegerin Sifan Hassan kam

mit 15 Jahren als Flüchtling aus Äthiopien

in die Niederlande. Bronze-Gewinnerin

Yasemin Can stammt aus Kenia. Sie lief

unter dem Namen Vivian Jemutai, bevor

sie von der Türkei verpflichtet wurde.

10.000-Meter-Europameisterin Lonah

Chemtai Salpeter kam 2008 aus Kenia als

Kindermädchen für den kenianischen Botschafter

nach Israel und verliebte sich in

den israelischen Lauftrainer Dan Salpeter.

Die beiden heirateten und fortan startete

sie für Israel. Die Biographien dieser drei

Läuferinnen zeigen bereits, wie komplex

das Thema „Afrikaner starten für europäische

Nationen“ ist. Und dass es kaum

eine einfache Lösung geben wird.

Lonah Chemtai Salpeter passierte

nach ihrem 10.000-Meter-Sieg im

5000-Meter-Rennen ein schwer wiegendes

Missgeschick im Kampf um die

mögliche zweite Medaille. Sie hörte nach

4600 Metern auf zu laufen und jubelte

über eine vermeintliche Silbermedaille.

Als sie bemerkte, dass noch eine Runde

zu laufen ist, hatte sie Platz zwei an

die Britin Eilish McColgan verloren. Am

Ende kostete das Abstoppen und Neustarten

so viel Kraft, dass Salpeter auch

den dritten Platz nicht mehr halten konnte

und noch von Yasemin Can überholt

wurde. Nach dem Rennen wurde sie

dann auch noch disqualifiziert. So rückte

Konstanze Klosterhalfen (15:03,73 min.)

auf Rang vier vor. Ein tolles Ergebnis in

einem Jahr, das für sie so gut begonnen

hatte, in dem sie aber zwischendurch die

bisher schwierigste Phase ihrer Karriere

durchmachte. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften

in Dortmund war sie

gleich mit einem deutschen Hallenrekord

über 3000 Meter (8:36,01 min) gestartet.

Doch wenig später begannen im April

während des Höhentrainings im US-amerikanischen

Flagstaff die Sorgen.

Spät in Form gekommen

Nach einer Knieverletzung kam die 1,74

Meter große und 48 Kilo leichte Läuferin

erst spät wieder in Form, qualifizierte

sich aber dennoch souverän mit 15:19,93

Minuten über 5000 Meter für Berlin und

wurde in Nürnberg Deutsche Meisterin

über 1500 Meter. Die sind eigentlich ihre

Lieblingsstrecke. Gut möglich, dass wir

sie 2019 da wieder sehen. Aber bei ihrer

Bandbreite kann sie eigentlich laufen,

was sie will. 2017 unterbot sie gleich auf

drei Strecken Zeitbarrieren, die in der

Leichtathletik als magisch gelten: Sie lief

800 Meter unter zwei Minuten (1:59,65

min), 1500 Meter unter vier Minuten

(3:58,92 min) und 5000 Meter unter 15

Minuten (14:51,38 min).

„Alleine meine

Runden drehen –“

das kann ich.“

Alina Reh spielte nach ihrem lange Zeit einsamen 10.000-Meter-Rennen auf

ihr Training auf der Schwäbischen Alb an, das sie fast immer allein absolviert

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

112 LEICHTATHLETIK 2018

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Endlich

Edelmetall

Marie-Laurence Jungfleisch: Die Hochspringerin gehört

zum erlesenen Kreis der Zwei-Meter-Springerinnen. An

einer internationalen Medaille flog die 27-Jährige bislang

aber immer knapp vorbei. Ausgerechnet bei der Heim-EM

in Berlin ging der Medaillen-Traum in Erfüllung.

LEICHTATHLETIK 2018 113

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

Ohne Fehl und Tadel ...

... waren die Versuche von Marie-Laurence

Jungfleisch bis einschließlich 1,96 Meter.

Das sicherte ihr Bronze vor der höhengleichen

Litauerin Airine Palšytė, die mehr

Fehlversuche hatte

Nachdem sie bereits mit der deutsche

Fahne für erste Fotos posiert

hatte, stand Marie-Laurence

Jungfleisch mit breitem Grinsen in der

Kurve und schaute ganz entspannt dem

Kampf um Gold zu – Bronze hatte die

Hochspringerin schließlich schon in der

Tasche: Nach so vielen vergeblichen Anläufen

hat die Stuttgarterin ausgerechnet

bei der Heim-EM in Berlin die ersehnte

Medaille geholt. Neun Jahre nachdem

Ariane Friedrich an gleicher Stelle als

WM-Zweite das Olympiastadion begeistert

hatte, tat es ihr Jungfleisch gleich.

Und ihren bisher größten Erfolg genoss

sie in vollen Zügen. Zuvor war sie

so oft knapp an einer Medaille vorbeigesprungen:

2014 und 2016 war sie Fünfte

bei der EM, 2016 und 2017 Sechste und

Vierte bei der WM. „Ich trainiere Tag für

Tag und bin oft so knapp gescheitert.

Umso größer ist dann die Freude, wenn

man es dann schafft.“

Freude über jeden Sprung

Im Berliner Olympiastadion wurde sie

von knapp 50.000 Zuschauern angefeuert.

„Es war richtig cool, die Unterstützung

hier im Stadion hat mich richtig

gepusht. Die Stimmung war gigantisch“,

sagte Jungfleisch: „Ich habe nicht gedacht,

dass ich über so viele Höhen ohne

Probleme komme. Ich habe mich über

jeden Sprung mega gefreut.“ Einen wichtigen

Rat hatte ihr ihr Trainer Tamas Kiss

mit auf dem Weg gegeben. „Er meinte,

ich soll locker bleiben. Wenn ich mal

einen Fehlversuch habe, ist das nicht

schlimm“, erzählte Jungfleisch.

Der in Paris geborenen Schwäbin

reichten bei einer nervenstarken Vorstellung

im ersten Versuch übersprungene

1,96 Meter zum Platz auf dem Podium.

Gold ging an Topfavoritin Mariya Lasitskene.

Die als neutrale Athletin startende

Russin, Weltmeisterin 2015 und 2017,

musste allerdings hart kämpfen, um die

114 LEICHTATHLETIK 2018

mit 2,00 Metern höhengleiche Bulgarin

Mirela Demireva zu bezwingen. Beide

versuchten sich danach vergeblich an

2,04 Metern.

Während Jungfleisch alle Höhen bis

zu 1,96 Meter auf Anhieb übersprang,

pokerte Demireva und ließ 1,96 wie 1,98

Meter aus. Jungfleisch durfte damit kurz

auf Silber hoffen, doch Demireva knackte

im letzten Versuch die glatten zwei Meter

– für die Deutsche, deren Bestleistung

ebenfalls bei 2,00 Metern liegt, war es

aber nicht einmal ein Wermutstropfen

an einem tollen Abend. „Was nach 1,96

Metern passiert ist, ist mir jetzt erstmal

herzlich egal“, sagte Jungfleisch lachend.

„Ein Finale bei Meisterschaften ist nie ein

einfacher Wettkampf. Ich war so motiviert.

Und zur gleichen Zeit war ich sehr

nervös, aber das wurde umso besser, je

mehr ich in den Wettbewerb kam. Das

war so eine tolle Atmosphäre. Ich werde

mich immer daran erinnern.“

Die zuvor letzte EM-Medaille einer

deutschen Hochspringerin hatte Ariane

Friedrich 2010 in Barcelona mit Bronze

geholt. Besser als Dritte war zuletzt Heike

Henkel bei ihrem Sieg 1990 in Split

gewesen. Friedrich war bei der WM 2009

im Olympiastadion in einem Wahnsinnslabuch2018_112-116_jungfleisch.indd

114 15.08.2018 19:45:13


Genuss bei der Siegerehrung

Nachdem sie in den vergangenen

Jahren immer wieder knapp an

einer Medaille vorbeigesprungen

war, genoss Marie-Laurence

Jungfleisch die Siegerehrung

in Berlin umso mehr

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Stars der Saison

„Was nach 1,96 Metern passiert

ist, ist mir herzlich egal.“

Marie-Laurence Jungfleisch darüber, dass die Bulgarin Mirela Demireva sie nach

Pokern noch vom Silber- auf den Bronzerang verdrängte

Wettkampf zur Bronzemedaille gesprungen,

die später nach dopingbedingter

Bereinigung der Ergebnislisten noch zu

Silber wurde. Die Stimmung am Freitagabend

kam der von vor neun Jahren zumindest

bei Jungfleischs Sprüngen recht

nahe.

Imke Onnen (Hannover) als zweite

deutsche Finalteilnehmerin hatte sich

längerer Verletzungsmisere in diesem

Jahr stärker denn je mit 1,93 Metern zurückgemeldet.

Nachdem sie bei der EM

in der Qualifikation 1,90 Meter gemeistert

hatte, scheiterte sie im Finale nach

übersprungenen 1,82 Metern dreimal an

1,87 Metern und kam auf Platz 14. Für

Jungfleisch, wie Weitsprung-Vizeeuropameister

Fabian Heinle Schützling von

Trainer Tamas Kiss beim VfB Stuttgart,

war es die sechste Finalteilnahme bei

einer großen Freiluft-Meisterschaft. Ihre

beste Platzierung war ein vierter Platz

bei der WM 2017 in London gewesen,

bei den Europameisterschaften 2014 und

2016 hatte Jungfleisch jeweils Platz fünf

belegt.

Jungfleisch, Tochter eines Franzosen

von der Karibikinsel Martinique und einer

Deutschen, ist seit 2016 die achte

deutsche Zwei-Meter-Springerin der Geschichte

(2,00 m in Eberstadt). Kurz vor

der EM hatte sie sich noch einer Laser-

OP an den Augen unterzogen. „Ich habe

im Wettkampf früher immer Kontaktlinsen

getragen, sonst hätte ich die Latte gar

nicht richtig gesehen“, sagte Jungfleisch.

So hatte sie die Medaille fest im Blick –

und erreichte sie im Berliner Olympiastadion

auch.

116 LEICHTATHLETIK 2018

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LEICHTATHLETIK 2018 EM | Hallen-WM | Athletics World Cup | Deutsche Meisterschaften

Ergebnisse

auf einen Blick

Freudensprünge

Sie gehörten zu den Favoritinnen auf eine Medaille und hielten dem Druck

stand. Unter dem Jubel des Publikums rannten Rebekka Haase, Lisa Marie

Kwayie, Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto (von links) über 4x100 Meter

zu Bronze und feierten danach ausgelassen

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LEICHTATHLETIK 2018 Die EM-Ergebnisse von Berlin

Männer

100 Meter (+0,0) | 07.08.2018

1. Zharnel Hughes (Großbritannien) 9,95

2. Reece Prescod (Großbritannien) 9,96

3. Jak Ali Harvey (Türkei) 10,01

4. Chijindu Ujah (Großbritannien) 10,06

5. Filippo Tortu (Italien) 10,08

6. Churandy Martina (Niederlande) 10,16

7. Emre Zafer Barnes (Türkei) 10,29

Jimmy Vicaut (Frankreich)

DNS

HF: 16. Lucas Jakubczyk (Deutschland) 10,32

HF: 18. Julian Reus (Deutschland) 10,37

VL: 16. Kevin Kranz (Deutschland) 10,41

200 Meter (+0,7) | 09.08.2018

1. Ramil Guliyev (Türkei) 19,76

2. Nethaneel Mitchell-Blake (Großbritannien) 20,04

3. Alex Wilson (Schweiz) 20,04

4. Bruno Hortelano (Spanien) 20,05

5. Adam Gemili (Großbritannien) 20,10

6. Eseosa Desalu (Italien) 20,13

7. Leon Reid (Irland) 20,37

8. Solomon Bockarie (Niederlande) 20,39

HF: 15. Steven Müller (Deutschland) 20,76

HF: 18. Robin Erewa (Deutschland) 20,79

HF: 20. Aleixo Platini Menga (Deutschland) 20,83

4x100 Meter | 12.08.2018

1. Großbritannien 37,80

(Ujah, Hughes, Gemili, Aikines-Aryeetey)

2. Türkei 37,98

(Barns, Harvey, Hekimoglu, Guliyev)

3. Niederlande 38,03

(Garia, Martina, Paulina, Burnet)

4. Frankreich 38,51

5. Ukraine 38,71

6. Finnland 38,92

7. Portugal 39,07

Tschechische Republik

DNS

VL: Deutschland DNF

(Kranz, Domogala, Reus, Jakubczyk)

400 Meter | 10.08.2018

1. Matthew Hudson-Smith (Großbritannien) 44,78

2. Kevin Borlée (Belgien) 45,13

3. Jonathan Borlée (Belgien) 45,19

4. Karol Zalewski (Polen) 45,34

5. Luka Janežic (Slowenien) 45,43

6. Óscar Husillos (Spanien) 45,61

7. Ricardo Dos Santos (Portugal) 45,78

8. Karsten Warholm (Norwegen) 46,68

HF: 18. Patrick Schneider (Deutschland) 46,58

VL: 19. Johannes Trefz (Deutschland) 46,53

4x400 Meter | 11.08.2018

1. Belgien 2:59,47

(Borlée D., Borlée J., Sacoor, Borlée K.)

2. Großbritannien 3:00,36

(Yousif, Cowan, Hudson-Smith, Rooney)

3. Spanien 3:00,78

(Husillos, Bua, García, Hortelano)

4. Frankreich 3:02,08

5. Polen 3:02,27

6. Italien 3:02,34

7. Tschechische Republik 3:03,00

8. Deutschland 3:04,69

(Schneider, Junker, Dammermann, Trefz)

800 Meter | 11.08.2018

1. Adam Kszczot (Polen) 1:44,59

2. Andreas Kramer (Schweden) 1:45,03

3. Pierre-Ambroise Bosse (Frankreich) 1:45,30

4. Michal Rozmys (Polen) 1:45,32

5. Mateusz Borkowski (Polen) 1:45,42

6. Andreas Bube (Dänemark) 1:45,92

7. Álvaro De Arriba (Spanien) 1:46,41

8. Lukáš Hodbod (Tschechische Republik) 1:46,60

VL: 19. Christoph Kessler (Deutschland) 1:48,13

VL: 22. Benedikt Huber (Deutschland) 1:48,33

VL: Marc-Leo Reuther (Deutschland) DQ

1500 Meter | 10.08.2018

1. Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) 3:38,10

2. Marcin Lewandowski (Polen) 3:38,14

3. Jake Wightman (Großbritannien) 3:38,25

4. Henrik Ingebrigtsen (Norwegen) 3:38,50

5. Charlie Da’vall Grice (Großbritannien) 3:38,65

6. Simas Bertašius (Litauen) 3:39,04

7. Timo Benitz (Deutschland) 3:39,28

8. Ismael Debjani (Belgien) 3:39,48

13. Homiyu Tesfaye (Deutschland) 3:47,83

VL: 14. Marius Probst (Deutschland) 3:42,37

118 LEICHTATHLETIK 2018

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5000 Meter | 11.08.2018

1. Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) 13:17,06

2. Henrik Ingebrigtsen (Norwegen) 13:18,75

3. Morhad Amdouni (Frankreich) 13:19,14

4. Yemaneberhan Crippa (Italien) 13:19,85

5. Marc Scott (Großbritannien) 13:23,14

6. Polat Kemboi Arikan (Türkei) 13:23,42

7. Rinas Akhmadiyev (Athlet unter neutraler Flagge) 13:24,43

8. Julien Wanders (Schweiz) 13:24,79

17. Florian Orth (Deutschland) 13:37,46

18. Marcel Fehr (Deutschland) 13:37,66

10.000 Meter | 07.08.2018

1. Morhad Amdouni (Frankreich) 28:11,22

2. Bashir Abdi (Belgien) 28:11,76

3. Yemaneberhan Crippa (Italien) 28:12,15

4. Adel Mechaal (Spanien) 28:13,78

5. Andy Vernon (Großbritannien) 28:16,90

6. Soufiane Bouchikhi (Belgien) 28:19,04

7. Julien Wanders (Schweiz) 28:22,02

8. Florian Carvalho (Frankreich) 28:29,78

16. Amanal Petros (Deutschland) 29:01,19

24. Sebastian Hendel (Deutschland) 29:53,45

Richard Ringer (Deutschland)

DNF

Marathon | 12.08.2018

1. Koen Naert (Belgien) 2:09:51

2. Tadesse Abraham (Schweiz) 2:11:24

3. Yassine Rachik (Italien) 2:12:09

4. Javier Guerra (Spanien) 2:12:22

5. Faniel Eyob Ghebrehiwet (Italien) 2:12:43

6. Jesús España (Spanien) 2:12:58

7. Maru Teferi (Israel) 2:13:00

8. Lemawork Ketema (Österreich) 2:13:22

11. Tom Gröschel (Deutschland) 2:15:48

28. Jonas Koller (Deutschland) 2:19:16

33. Sebastian Reinwand (Deutschland) 2:19:46

38. Philipp Baar (Deutschland) 2:19:59

46. Marcus Schöfisch (Deutschland) 2:22:57

Philipp Pflieger (Deutschland)

DNF

110 Meter Hürden (+0,0) | 10.08.2018

1. Pascal Martinot-Lagarde (Frankreich) 13,17

2. Sergey Shubenkov (Athlet unter neutraler Flagge) 13,17

3. Orlando Ortega (Spanien) 13,34

4. Damian Czykier (Polen) 13,38

5. Gregor Traber (Deutschland) 13,46

6. Andy Pozzi (Großbritannien) 13,48

7. Aurel Manga (Frankreich) 13,51

8. Balázs Baji (Ungarn) 13,55

HF: 16. Erik Balnuweit (Deutschland) 13,59

HF: Alexander John (Deutschland) DQ

400 Meter Hürden | 09.08.2018

1. Karsten Warholm (Norwegen) 47,64

2. Yasmani Copello (Türkei) 47,81

3. Thomas Barr (Irland) 48,31

4. Ludvy Vaillant (Frankreich) 48,42

5. Patryk Dobek (Polen) 48,59

6. Rasmus Mägi (Estland) 48,75

7. Sergio Fernández (Spanien) 48,98

8. Timofey Chalyy (Athlet unter neutraler Flagge) 49,41

HF: 9. Luke Campbell (Deutschland) 49,20

3000 Meter Hindernis | 09.08.2018

1. Mahiedine Mekhissi-Benabbad (Frankreich) 8:31,66

2. Fernando Carro (Spanien) 8:34,16

3. Yohanes Chiappinelli (Italien) 8:35,81

4. Yoann Kowal (Frankreich) 8:36,77

5. Zak Seddon (Großbritannien) 8:37,28

6. Daniel Arce (Spanien) 8:38,12

7. Krystian Zalewski (Polen) 8:38,59

8. Topi Raitanen (Finnland) 8:40,11

VL: 17. Martin Grau (Deutschland) 8:33,81

VL: 26. Johannes Motschmann (Deutschland) 8:51,65

Hochsprung | 11.08.2018

1. Mateusz Przybylko (Deutschland) 2,35

2. Maksim Nedasekau (Weißrussland) 2,33

3. Ilya Ivanyuk (Athlet unter neutraler Flagge) 2,31

4. Gianmarco Tamberi (Italien) 2,28

5. Alperen Acet (Türkei) 2,24

5. Andrii Protsenko (Ukraine) 2,24

7. Sylwester Bednarek (Polen) 2,24

8. Douwe Amels (Niederlande) 2,19

8. Eike Onnen (Deutschland) 2,19

Q: 16. Tobias Potye (Deutschland) 2,21

Stabhochsprung | 12.08.2018

1. Armand Duplantis (Schweden) 6,05

2. Timur Morgunov (Athlet unter neutraler Flagge) 6,00

3. Renaud Lavillenie (Frankreich) 5,95

4. Piotr Lisek (Polen) 5,90

5. Pawel Wojciechowski (Polen) 5,80

6. Konstadínos Filippídis (Griechenland) 5,75

6. Sondre Guttormsen (Norwegen) 5,75

8. Axel Chapelle (Frankreich) 5,65

Q: 13. Torben Laidig (Deutschland) 5,51

Q: 15. Bo Kanda Lita Baehre (Deutschland) 5,51

Q: Raphael Holzdeppe (Deutschland) NM

LEICHTATHLETIK 2018 119

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LEICHTATHLETIK 2018 Die EM-Ergebnisse von Berlin

Weitsprung | 08.08.2018

1. Miltiádis Tentóglou (Griechenland) 8,25

2. Fabian Heinle (Deutschland) 8,13

3. Serhii Nykyforov (Ukraine) 8,13

4. Tomasz Jaszczuk (Polen) 8,08

5. Thobias Nilsson Montler (Schweden) 8,02

6. Izmir Smajlaj (Albanien) 7,99

7. Dan Bramble (Großbritannien) 7,90

8. Michel Tornéus (Schweden) 7,86

Q: 19. Julian Howard (Deutschland) 7,64

Q: 26. Maximilian Entholzner (Deutschland) 7,46

Dreisprung | 12.08.2018

1. Nelson Évora (Portugal) 17,10

2. Alexis Copello (Aserbaidschan) 16,93

3. Dimítrios Tsiámis (Griechenland) 16,78

4. Nazim Babayev (Aserbaidschan) 16,76

5. Pablo Torrijos (Spanien) 16,74

6. Nathan Douglas (Großbritannien) 16,71

7. Jean-Marc Pontvianne (Frankreich) 16,61

8. Tomas Veszelka (Slowakei) 16,48

Q: 15. Max Heß (Deutschland) 16,32

Kugelstoßen | 07.08.2018

1. Michal Haratyk (Polen) 21,72

2. Konrad Bukowiecki (Polen) 21,66

3. David Storl (Deutschland) 21,41

4. Tomáš Stanek (Tschechische Republik) 21,16

5. Aleksandr Lesnoy (Athlet unter neutraler Flagge) 21,04

6. Bob Bertemes (Luxemburg) 21,00

7. Stipe Žunic (Kroatien) 20,73

8. Maksim Afonin (Athlet unter neutraler Flagge) 20,68

Diskuswurf | 08.08.2018

1. Andrius Gudžius (Litauen) 68,46

2. Daniel Ståhl (Schweden) 68,23

3. Lukas Weißhaidinger (Österreich) 65,14

4. Simon Pettersson (Schweden) 64,55

5. Gerd Kanter (Estland) 64,34

6. Robert Harting (Deutschland) 64,33

7. Alin Alexandru Firfirica (Rumänien) 63,73

8. Apostolos Parellis (Zypern) 63,62

Q: 19. Daniel Jasinski (Deutschland) 60,10

Q: Christoph Harting (Deutschland) NM

Hammerwurf | 07.08.2018

1. Wojciech Nowicki (Polen) 80,12

2. Pawel Fajdek (Polen) 78,69

3. Bence Halász (Ungarn) 77,36

4. Pavel Bareisha (Weißrussland) 77,02

5. Eivind Henriksen (Norwegen) 76,86

6. Ivan Tikhon (Weißrussland) 75,79

7. Hlib Piskunov (Ukraine) 74,62

8. Serghei Marghiev (Moldawien) 74,47

Speerwurf | 09.08.2018

1. Thomas Röhler (Deutschland) 89,47

2. Andreas Hofmann (Deutschland) 87,60

3. Magnus Kirt (Estland) 85,96

4. Marcin Krukowski (Polen) 84,55

5. Johannes Vetter (Deutschland) 83,27

6. Antti Ruuskanen (Finnland) 81,70

7. Andrian Mardare (Moldawien) 81,54

8. Jakub Vadlejch (Tschechische Republik) 80,64

Zehnkampf | 07./08.08.2018

1. Arthur Abele (Deutschland) 8431

(10,86; 7,42; 15,64; 1,93; 48,01/13,94; 45,42; 4,60; 68,10; 4:30,84)

2. Ilya Shkurenyov (Athlet unter neutraler Flagge) 8321

(11,12; 7,55; 13,43; 2,02; 48,95/14,44; 45,53; 5,30; 59,13; 4:31,28)

3. Vitali Zhuk (Weißrussland) 8290

(11,12; 7,05; 15,65; 1,99; 48,41/14,66; 45,46; 4,90; 66,19; 4:30,81)

4. Niklas Kaul (Deutschland) 8220

(11,36; 7,20; 13,85; 2,08; 49,28/14,78; 46,30; 4,70; 67,72; 4:23,67)

5. Tim Duckworth (Großbritannien) 8160

6. Martin Roe (Norwegen) 8131

7. Pieter Braun (Niederlande) 8105

8. Jan Dolezal (Tschechische Republik) 8067

Mathias Brugger (Deutschland)

DNF

20 Kilometer Gehen | 11.08.2018

1. Alvaro Martin (Spanien) 1:20:42

2. Carrera Diego García (Spanien) 1:20:48

3. Vasiliy Mizinov (Athlet unter neutraler Flagge) 1:20:50

4. Massimo Stano (Italien) 1:20:51

5. Nils Brembach (Deutschland) 1:21:25

6. Miguel Ángel López (Spanien) 1:21:27

7. Tom Bosworth (Großbritannien) 1:21:31

8. Hagen Pohle (Deutschland) 1:21:35

13. Christopher Linke (Deutschland) 1:22:33

50 Kilometer Gehen | 07.08.2018

1. Maryan Zakalnytskyy (Ukraine) 3:46:32

2. Matej Tóth (Slowakei) 3:47:27

3. Dzmitry Dziubin (Weißrussland) 3:47:59

4. Håvard Haukenes (Norwegen) 3:48:35

5. Carl Dohmann (Deutschland) 3:50:27

6. Rafal Augustyn (Polen) 3:51:37

7. Rafal Sikora (Polen) 3:52:56

8. Nathaniel Seiler (Deutschland) 3:54:08

Karl Junghannß (Deutschland)

DQ

120 LEICHTATHLETIK 2018

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 120 16.08.2018 13:45:01


Heiß, heißer – EM 2018 in Berlin

Die ersten Tage der Europameisterschaften

in Berlin waren von extremer Hitze geprägt.

Besonders litten darunter die Geher über

50 Kilometer, die stundenlang in der Sonne

bei weit über 30 Grad ihren Runden in der

Berliner City drehten. Carl Dohmann trotzte

den Bedingungenen und ging auf einen

tollen fünften Platz – genau wie Nils Brembach,

dessen Wettkampf über 20 Kilometer

aber bei etwas angenehmeren Bedingungen

stattfand

LEICHTATHLETIK 2018 121

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 121 16.08.2018 13:45:30


LEICHTATHLETIK 2018 Die EM-Ergebnisse von Berlin

Frauen

100 Meter (+0,0) | 07.08.2018

1. Dina Asher-Smith (Großbritannien) 10,85

2. Gina Lückenkemper (Deutschland) 10,98

3. Dafne Schippers (Niederlande) 10,99

4. Mujinga Kambundji (Schweiz) 11,05

5. Jamile Samuel (Niederlande) 11,14

6. Imani Lansiquot (Großbritannien) 11,14

7. Carolle Zahi (Frankreich) 11,20

8. Orlann Ombissa-Dzangue (Frankreich) 11,29

HF: 9. Tatjana Pinto (Deutschland) 11,26

HF: 14. Lisa Marie Kwayie (Deutschland) 11,36

200 Meter (+0,2) | 11.08.2018

1. Dina Asher-Smith (Großbritannien) 21,89

2. Dafne Schippers (Niederlande) 22,14

3. Jamile Samuel (Niederlande) 22,37

4. Mujinga Kambundji (Schweiz) 22,45

5. Ivet Lalova-Collio (Bulgarien) 22,82

6. Bianca Williams (Großbritannien) 22,88

7. Beth Dobbin (Großbritannien) 22,93

8. Laura Müller (Deutschland) 23,08

HF: 12. Jessica-Bianca Wessolly (Deutschland) 23,26

HF: 17. Rebekka Haase (Deutschland) 23,42

4x100 Meter | 12.08.2018

1. Großbritannien 41,88

(Philip, Lansiquot, Williams, Asher-Smith)

2. Niederlande 42,15

(Schippers, van Hunenstijn, Samuel, Sedney)

3. Deutschland 42,23

(Kwayie, Lückenkemper, Pinto, Haase)

4. Schweiz 42,30

5. Frankreich 43,10

6. Polen 43,34

7. Italien 43,42

8. Spanien 43,54

400 Meter | 11.08.2018

1. Justyna Swiety-Ersetic (Polen) 50,41

2. María Belibasáki (Griechenland) 50,45

3. Lisanne De Witte (Niederlande) 50,77

4. Laviai Nielsen (Großbritannien) 51,21

5. Iga Baumgart-Witan (Polen) 51,24

6. Agne Šerkšniene (Litauen) 51,42

7. Floria Guei (Frankreich) 51,57

8. Madiea Ghafoor (Niederlande) 51,57

4x400 Meter | 11.08.2018

1. Polen 3:26,59

(Holub-Kowalik, Baumgart-Witan, Wyciszkiewicz, Swiety-Ersetic)

2. Frankreich 3:27,17

(Diarra, Sananes, Raharolahy, Guei)

3. Großbritannien 3:27,40

(Clark, Onuora, Allcock, Doyle)

4. Belgien 3:27,69

5. Italien 3:28,62

6. Deutschland 3:30,33

(Gonska, Müller, Pahlitzsch, Mergenthaler)

7. Rumänien 3:32,15

8. Slowakei 3:32,22

800 Meter | 10.08.2018

1. Nataliya Pryshchepa (Ukraine) 2:00,38

2. Renelle Lamote (Frankreich) 2:00,62

3. Olha Lyakhova (Ukraine) 2:00,79

4. Adelle Tracey (Großbritannien) 2:00,86

5. Anna Sabat (Polen) 2:01,26

6. Lynsey Sharp (Großbritannien) 2:01,83

7. Selina Büchel (Schweiz) 2:02,05

8. Shelayna Oskan-Clarke (Großbritannien) 2:02,26

HF: 14. Christina Hering (Deutschland) 2:04,04

1500 Meter | 12.08.2018

1. Laura Muir (Großbritannien) 4:02,32

2. Sofia Ennaoui (Polen) 4:03,08

3. Laura Weightman (Großbritannien) 4:03,75

4. Ciara Mageean (Irland) 4:04,63

5. Simona Vrzalová (Tschechische Republik) 4:06,47

6. Marta Pen (Portugal) 4:06,54

7. Hanna Hermansson (Schweden) 4:07,16

8. Daryia Barysevich (Weißrussland) 4:07,52

VL: 18. Caterina Granz (Deutschland) 4:11,46

VL: 19. Diana Sujew (Deutschland) 4:12,08

5000 Meter | 12.08.2018

1. Sifan Hassan (Niederlande) 14:46,12

2. Eilish Mccolgan (Großbritannien) 14:53,05

3. Yasemin Can (Türkei) 14:57,63

4. Konstanze Klosterhalfen (Deutschland) 15:03,73

5. Melissa Courtney (Großbritannien) 15:04,75

6. Susan Krumins (Niederlande) 15:09,65

7. Ancuta Bobocel (Rumänien) 15:16,13

8. Maureen Koster (Niederlande) 15:21,64

16. Denise Krebs (Deutschland) 16:07,98

Hanna Klein (Deutschland)

DNF

VL: 26. Nadine Gonska (Deutschland) 52,54

122 LEICHTATHLETIK 2018

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 122 15.08.2018 20:31:29


Sprint-Königin von Berlin

Die Britin Dina Asher-Smith ist die Sprint-Königin von

Berlin. Die 22-Jährige gewann die 100 und 200 Meter

in Top-Zeiten unter 11 und 22 Sekunden und war auch

mit der Staffel nicht zu schlagen

10.000 Meter | 08.08.2018

1. Lonah Chemtai Salpeter (Israel) 31:43,29

2. Susan Krumins (Niederlande) 31:52,55

3. Meraf Bahta (Schweden) 32:19,34

4. Alina Reh (Deutschland) 32:28,48

5. Yasemin Can (Türkei) 32:34,34

6. Alice Wright (Großbritannien) 32:36,45

7. Charlotta Fouberg (Schweden) 32:43,04

8. Sviatlana Kudzelich (Weißrussland) 32:46,34

14. Natalie Tanner (Deutschland) 33:22,21

Anna Gehring (Deutschland)

DNF

Marathon | 12.08.2018

1. Volha Mazuronak (Weißrussland) 2:26:22

2. Clémence Calvin (Frankreich) 2:26:28

3. Eva Vrabcová-Nývltová (Tschechische Republik) 2:26:31

4. Maryna Damantsevich (Weißrussland) 2:27:44

5. Nastassia Ivanova (Weißrussland) 2:27:49

6. Sara Dossena (Italien) 2:27:53

7. Martina Strähl (Schweiz) 2:28:07

8. Catherine Bertone (Italien) 2:30:06

100 Meter Hürden (-0,5) | 09.08.2018

1. Elvira Herman (Weißrussland) 12,67

2. Pamela Dutkiewicz (Deutschland) 12,72

3. Cindy Roleder (Deutschland) 12,77

4. Nadine Visser (Niederlande) 12,88

5. Ricarda Lobe (Deutschland) 13,00

6. Karolina Koleczek (Polen) 13,11

Solene Ndama (Frankreich)

DQ

Alina Talay (Weißrussland)

DQ

VL: 23. Franziska Hofmann (Deutschland) 13,23

400 Meter Hürden | 10.08.2018

1. Léa Sprunger (Schweiz) 54,33

2. Anna Ryzhykova (Ukraine) 54,51

3. Meghan Beesley (Großbritannien) 55,31

4. Hanne Claes (Belgien) 55,75

5. Yadisleidy Pedroso (Italien) 55,80

6. Vera Rudakova (Athletin unter neutraler Flagge) 55,89

7. Viktoriya Tkachuk (Ukraine) 56,15

8. Eilidh Doyle (Großbritannien) 56,23

11. Fabienne Amrhein (Deutschland) 2:33:44

16. Katharina Heinig (Deutschland) 2:35:00

Laura Hottenrott (Deutschland)

DNF

LEICHTATHLETIK 2018 123

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 123 15.08.2018 20:31:31


LEICHTATHLETIK 2018 Die EM-Ergebnisse von Berlin

3000 Meter Hindernis | 12.08.2018

1. Gesa Felicitas Krause (Deutschland) 9:19.80

2. Fabienne Schlumpf (Schweiz) 9:22.29

3. Karoline Bjerkeli Grøvdal (Norwegen) 9:24.46

4. Luiza Gega (Albanien) 9:24.78

5. Adva Cohen (Israel) 9:29.74

6. Elena Burkard (Deutschland) 9:29.76

7. Anna Emilie Møller (Dänemark) 9:31.66

8. Irene Sánchez (Spanien) 9:31.84

VL: 18. Jana Sussmann (Deutschland) 9:41,18

VL: 27. Antje Möldner-Schmidt (Deutschland) 9:52,79

Dreisprung | 10.08.2018

1. Paraskeví Papahrístou (Griechenland) 14,60

2. Kristin Gierisch (Deutschland) 14,45

3. Ana Peleteiro (Spanien) 14,44

4. Elena Andreea Panturoiu (Rumänien) 14,38

5. Hanna Minenko (Israel) 14,37

6. Gabriela Petrova (Bulgarien) 14,26

7. Jeanine Assani Issouf (Frankreich) 14,12

8. Rouguy Diallo (Frankreich) 14,08

10. Neele Eckhardt (Deutschland) 14,01

Q: 15. Jessie Maduka (Deutschland) 13,94

Hochsprung | 10.08.2018

1. Mariya Lasitskene (Athletin unter neutraler Flagge) 2,00

2. Mirela Demireva (Bulgarien) 2,00

3. Marie-Laurence Jungfleisch (Deutschland) 1,96

4. Airine Palšyte (Litauen) 1,96

5. Kateryna Tabashnyk (Ukraine) 1,94

6. Michaela Hrubá (Tschechische Republik) 1,91

7. Morgan Lake (Großbritannien) 1,91

8. Alessia Trost (Italien) 1,91

14. Imke Onnen (Deutschland) 1,82

Kugelstoßen | 08.08.2018

1. Paulina Guba (Polen) 19,33

2. Christina Schwanitz (Deutschland) 19,19

3. Aliona Dubitskaya (Weißrussland) 18,81

4. Klaudia Kardasz (Polen) 18,48

5. Sara Gambetta (Deutschland) 18,13

6. Radoslava Mavrodieva (Bulgarien) 18,03

7. Sophie Mckinna (Großbritannien) 17,69

8. Viktoryia Kolb (Weißrussland) 17,50

9. Alina Kenzel (Deutschland) 17,26

Stabhochsprung | 09.08.2018

1. Ekateríni Stefanídi (Griechenland) 4,85

2. Nikoléta Kiriakopoúlou (Griechenland) 4,80

3. Holly Bradshaw (Großbritannien) 4,75

4. Anzhelika Sidorova (Athletin unter neutraler Flagge) 4,70

5. Ninon Guillon-Romarin (Frankreich) 4,65

6. Angelica Bengtsson (Schweden) 4,65

7. Iryna Zhuk (Weißrussland) 4,55

8. Maryna Kylypko (Ukraine) 4,45

9. Carolin Hingst (Deutschland) 4,30

Q: 17. Jacqueline Otchere (Deutschland) 4,35

Q: 27. Stefanie Dauber (Deutschland) 4,00

Weitsprung | 11.08.2018

1. Malaika Mihambo (Deutschland) 6,75

2. Maryna Bekh (Ukraine) 6,73

3. Shara Proctor (Großbritannien) 6,70

4. Jazmin Sawyers (Großbritannien) 6,67

5. Nastassia Mironchyk-Ivanova (Weißrussland) 6,58

6. Ksenija Balta (Estland) 6,49

7. Khaddi Sagnia (Schweden) 6,47

8. Evelise Veiga (Portugal) 6,47

Diskuswurf | 11.08.2018

1. Sandra Perković (Kroatien) 67,62

2. Nadine Müller (Deutschland) 63,00

3. Shanice Craft (Deutschland) 62,46

4. Claudine Vita (Deutschland) 61,25

5. Daisy Osakue (Italien) 59,32

6. Dragana Tomaševic (Serbien) 58,94

7. Liliana Cá (Portugal) 58,91

8. Alexandra Emilianov (Moldawien) 58,10

Hammerwurf | 12.08.2018

1. Anita Wlodarczyk (Polen) 78,94

2. Alexandra Tavernier (Frankreich) 74,78

3. Joanna Fiodorow (Polen) 74,00

4. Malwina Kopron (Polen) 72,20

5. Hanna Skydan (Aserbaidschan) 72,10

6. Zalina Petrivskaya (Moldawien) 71,80

7. Kathrin Klaas (Deutschland) 71,50

8. Sophie Hitchon (Großbritannien) 70,52

Q: 15. Alexandra Wester (Deutschland) 6,55

Q: 17. Sosthene Moguenara (Deutschland) 6,54

124 LEICHTATHLETIK 2018

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Eine ganz Große sagt ade

Kathrin Klaas hat über lange Zeit das

Hammerwerfen in Deutschland und der

Welt mitbestimmt. Bei der EM beendete die

34-Jährige ihre sportliche Karriere mit einem

siebten Platz. Größte Erfolge der Frankfurterin

waren vierte Plätze bei Olympia 2012 und

den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. Ihre

Bestleistung liegt bei 76,05 Metern

Speerwurf | 10.08.2018

1. Christin Hussong (Deutschland) 67,90

2. Nikola Ogrodníková (Tschechische Republik) 61,85

3. Liveta Jasiunaite (Litauen) 61,59

4. Martina Ratej (Slowenien) 61,41

5. Tatsiana Khaladovich (Weißrussland) 60,92

6. Alexie Alais (Frankreich) 60,01

7. Irena Šedivá (Tschechische Republik) 59,76

8. Sigrid Borge (Norwegen) 59,60

Q: 15. Katharina Molitor (Deutschland) 58,00

Q: 20. Dana Bergrath (Deutschland) 53,61

Siebenkampf | 09./10.08.2018

1. Nafissatou Thiam (Belgien) 6816

(13,69; 1,91; 15,35; 24,81/6,60; 57,91; 2:19,35)

2. Katarina Johnson-Thompson (Großbritannien) 6759

(13,34; 1,91; 13,09; 22,88/6,68; 42,16; 2:09,84)

3. Carolin Schäfer (Deutschland) 6602

(13,33; 1,79; 14,12; 23,75/6,24; 53,73; 2:14,65)

4. Ivona Dadic (Österreich) 6552

5. Anouk Vetter (Niederlande) 6414

6. Katerina Cachová (Tschechische Republik) 6400

7. Xénia Krizsán (Ungarn) 6367

8. Verena Preiner (Österreich) 6337

20 Kilometer Gehen | 11.08.2018

1. Mária Pérez (Spanien) 1:26:36

2. Anežka Drahotová (Tschechische Republik) 1:27:03

3. Antonella Palmisano (Italien) 1:27:30

4. Brigita Virbalyte-Dimšiene (Litauen) 1:27:59

5. Živile Vaiciukeviciute (Litauen) 1:28:07

6. Laura García-Caro (Spanien) 1:28:15

7. Inna Kashyna (Ukraine) 1:29:16

8. Ana Cabecinha (Portugal) 1:29:49

14. Emilia Lehmeyer (Deutschland) 1:32:36

16. Saskia Feige (Deutschland) 1:32:57

20. Teresa Zurek (Deutschland) 1:35:58

50 Kilometer Gehen | 07.08.2018

1 Inês Henriques (Portugal) 4:09:21

2 Alina Tsviliy (Ukraine) 4:12:44

3 Julia Takács (Spanien) 4:15:22

4 Khrystyna Yudkina (Ukraine) 4:20:46

5 Vasylyna Vitovshchyk (Ukraine) 4:23:15

6 Mária Czaková (Slowakei) 4:24:59

7 Ainhoa Pinedo (Spanien) 4:27:03

8 Mar Juárez (Spanien) 4:28:58

Mareike Arndt (Deutschland)

Louisa Grauvogel (Deutschland)

DNF

DNF

LEICHTATHLETIK 2018 125

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Athletics-World-Cup-Ergebnisse von London

Männer

100 Meter (+0,3) | 15.07.2018

1. Tyquendo Tracey (Jamaika) 10,03

2. Kendal Williams (USA) 10,05

3. Simon Magakwe (Südafrika) 10,11

4. Ojie Edoburun (Großbritannien) 10,22

5. Zhouzheng Xu (China) 10,32

6. Marvin Rene (Frankreich) 10,35

7. Lucas Jakubczyk (Deutschland) 10,38

8. Remigiusz Olszewski (Polen) 10,42

200 Meter (-1,1) | 14.07.2018

1. Zhenye Xie (China) 20,25

2. Luxolo Adams (Südafrika) 20,45

3. Ameer Webb (USA) 20,51

4. Jahnoy Thompson (Jamaika) 20,84

5. Mickael-Mebe Zeze (Frankreich) 20,92

6. Delano Williams (Großbritannien) 20,97

7. Karol Zalewski (Polen) 21,14

8. Michael Bryan (Deutschland) 21,45

4x100 Meter | 14.07.2018

1. USA 38,42

(Demps, Williams, Igbokwe, Burrell)

2. Jamaika 38,52

(Tucker, Carter, Anderson, Tracey)

3. Südafrika 38,53

(Alkana, Magakwe, Engel, Adams)

4. Deutschland 38,56

(Bryan, Domogala, Schmidt, Menga)

5. Frankreich 38,61

6. China 38,87

7. Polen 38,91

8. Großbritannien 38,97

400 Meter | 15.07.2018

1. Paul Dedewo (USA) 44,48

2. Derrick Mokaleng (Südafrika) 45,48

3. Ludvy Vaillant (Frankreich) 45,64

4. Rabah Yousif (Großbritannien) 45,88

5. Rusheen Mcdonald (Jamaika) 45,98

6. Jakub Krzewina (Polen) 46,89

7. Marvin Schlegel (Deutschland) 47,35

4x400 Meter | 15.07.2018

1. USA 2:59,78

(Strother, Igbokwe, Dedewo, Montgomery)

2. Polen 3:02,80

(Kowaluk, Omelko, Rzezniczak, Zalewski)

3. Deutschland 3:03,16

(Trefz, Junker, Dammermann, Schneider)

4. Jamaika 3:04,96

Frankreich

DQ

Südafrika

DQ

Großbritannien

DNS

800 Meter | 14.07.2018

1. Clayton Murphy (USA) 1:46,52

2. Adam Kszczot (Polen) 1:46,98

3. Elliot Giles (Großbritannien) 1:47,40

4. Gabriel Tual (Frankreich) 1:47,44

5. Benedikt Huber (Deutschland) 1:48,52

6. Reinhart Van Rensburg (Südafrika) 1:49,14

7. Jauvaney James (Jamaika) 1:51,44

8. Junyi Ma (China) 1:53,57

1500 Meter | 15.07.2018

1. Marcin Lewandowski (Polen) 3:52,88

2. Timo Benitz (Deutschland) 3:53,11

3. Neil Gourley (Großbritannien) 3:53,24

4. Izaic Yorks (USA) 3:53,50

5. Jerry Motsau (Südafrika) 3:55,00

6. Simon Denissel (Frankreich) 3:55,35

7. Shaojie Wang (China) 3:58,60

8. Kemoy Campbell (Jamaika) 4:01,06

110 Meter Hürden (+1,0) | 14.07.2018

1. Pascal Martinot-Lagarde (Frankreich) 13,22

2. Ronald Levy (Jamaika) 13,30

3. Devon Allen (USA) 13,36

4. Antonio Alkana (Südafrika) 13,38

5. Wenjun Xie (China) 13,54

6. Damian Czykier (Polen) 13,56

7. Martin Vogel (Deutschland) 14,08

Andrew Pozzi (Großbritannien)

DNF

400 Meter Hürden | 15.07.2018

1. Kenny Selmon (USA) 48,97

2. Patryk Dobek (Polen) 49,02

3. Dai Greene (Großbritannien) 49,48

4. Annsert Whyte (Jamaika) 49,80

5. Victor Coroller (Frankreich) 49,96

6. Joshua Abuaku (Deutschland) 50,78

7. Lindsey Hanekom (Südafrika) 54,28

126 LEICHTATHLETIK 2018

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 126 15.08.2018 20:31:33


Hochsprung | 14.07.2018

1. Jeron Robinson (USA) 2,30

2. Yu Wang (China) 2,27

3. Tobias Potye (Deutschland) 2,24

4. Chris Moleya (Südafrika) 2,21

5. Chris Baker (Großbritannien) 2,21

6. Sylwester Bednarek (Polen) 2,18

7. Quentin Aboukir (Frankreich) 2,10

Clayton Brown (Jamaika)

DNS

Stabhochsprung | 15.07.2018

1. Sam Kendricks (USA) 5,83

2. Raphael Holzdeppe (Deutschland) 5,75

3. Axel Chapelle (Frankreich) 5,65

4. Charlie Myers (Großbritannien) 5,50

5. Piotr Lisek (Polen) 5,50

6. Changrui Xue (China) 5,35

Cameron Walker-Shepherd (Jamaika)

NM

Valco Van Wyk (Südafrika)

DNS

Weitsprung | 15.07.2018

1. Luvo Manyonga (Südafrika) 8,51

2. Zack Bazile (USA) 8,30

3. Ramone Bailey (Jamaika) 8,13

4. Tomasz Jaszczuk (Polen) 8,05

5. Changzhou Huang (China) 8,01

6. Julian Howard (Deutschland) 7,76

7. Yann Randrianasolo (Frankreich) 7,68

8. Dan Bramble (Großbritannien) 7,64

Dreisprung | 14.07.2018

1. Karol Hoffmann (Polen) 16,74

2. Donald Scott (USA) 16,73

3. Kevin Luron (Frankreich) 16,67

4. Godfrey Mokoena (Südafrika) 16,44

5. Jordan Scott (Jamaika) 16,31

6. Nathan Douglas (Großbritannien) 16,24

7. Benjamin Bauer (Deutschland) 15,49

8. Bin Dong (China) 15,40

Kugelstoßen | 14.07.2018

1. Michal Haratyk (Polen) 21,95

2. Darrell Hill (USA) 21,43

3. O‘Dayne Richards (Jamaika) 20,05

4. Orazio Cremona (Südafrika) 19,97

5. Federic Dagee (Frankreich) 19,62

6. Simon Bayer (Deutschland) 19,43

7. Scott Lincoln (Großbritannien) 19,24

ATHLETICS WORLD CUP IN LONDON

ENDSTAND

1. USA 219

2. Polen 162

3. Großbritannien 155

4. Jamaika 153

5. Frankreich 146

6. Deutschland 137

7. Südafrika 135

8. China 81

Diskuswurf | 14.07.2018

1. Fedrick Dacres (Jamaika) 65,32

2. Victor Hogan (Südafrika) 63,73

3. Lolassonn Djouhan (Frankreich) 63,48

4. Daniel Jasinski (Deutschland) 63,17

5. Reggie Jager (USA) 63,15

6. Piotr Malachowski (Polen) 62,97

7. Brett Morse (Großbritannien) 59,72

Hammerwurf | 15.07.2018

1. Wojciech Nowicki (Polen) 77,94

2. Nick Miller (Großbritannien) 76,14

3. Quentin Bigot (Frankreich) 74,98

4. Rudy Winkler (USA) 71,72

5. Johannes Bichler (Deutschland) 69,82

6. Tshepang Makhethe (Südafrika) 67,23

7. Caniggia Raynor (Jamaika) 66,20

Speerwurf | 15.07.2018

1. Julian Weber (Deutschland) 82,80

2. Marcin Krukowski (Polen) 80,25

3. Curtis Thompson (USA) 75,47

4. Johan Grobler (Südafrika) 74,26

5. James Whiteaker (Großbritannien) 73,90

6. Orlando Thomas (Jamaika) 70,60

7. Jeremy Nicollin (Frankreich) 65,93

LEICHTATHLETIK 2018 127

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 127 15.08.2018 20:31:33


LEICHTATHLETIK 2018 Die Athletics-World-Cup-Ergebnisse von London

Frauen

100 Meter (+0,0) | 14.07.2018

1. Ashley Henderson (USA) 11,07

2. Elaine Thompson (Jamaika) 11,09

3. Carina Horn (Südafrika) 11,21

4. Bianca Williams (Großbritannien) 11,25

5. Ewa Swoboda (Polen) 11,28

6. Orlann Ombissa-Dzangue (Frankreich) 11,28

7. Yongli Wei (China) 11,32

8. Lisa Marie Kwayie (Deutschland) 11,46

200 Meter (+0,2) | 15.07.2018

1. Shericka Jackson (Jamaika) 22,35

2. Jenna Prandini (USA) 22,45

3. Beth Dobbin (Großbritannien) 22,95

4. Jessica-Bianca Wessolly (Deutschland) 23,19

5. Anna Kielbasinska (Polen) 23,25

6. Justine Palframan (Südafrika) 23,39

7. Jennifer Galais (Frankreich) 23,52

8. Guifen Huang (China) 23,76

4x100 Meter | 15.07.2018

1. Großbritannien 42,52

(Philip, Lansiquot, Williams, Hylton)

2. Jamaika 42,60

(Fraser-Pryce, Jackson, Smith, Hickling)

3. China 42,94

(Liang, Wie, Ge, Yuan)

4. Deutschland 43,04

(Kwayie, Burghardt, Wessolly, Montag)

5. Frankreich 43,34

6. Südafrika 43,68

7. Polen 43,82

USA

DNF

400 Meter | 14.07.2018

1. Janieve Russell (Jamaika) 55,10

2. Meghan Beesley (Großbritannien) 55,90

3. Aurelie Chaboudez (Frankreich) 56,23

4. Wenda Nel (Südafrika) 56,36

5. Kymber Payne (USA) 56,41

6. Joanna Linkiewicz (Polen) 56,83

7. Djamila Böhm (Deutschland) 57,88

4x400 Meter | 14.07.2018

1. USA 3:24,28

(Thomas, Blocker, Horton, Okolo)

2. Jamaika 3:24,29

(Day, Russell, James, McPherson)

3. Frankreich 3:25,91

(Diara, Sananes, Anais, Guei)

4. Polen 3:26,17

5. Großbritannien 3:26,48

6. Deutschland 3:35,15

(Marx, Gerken, Köhrbrück, Schmidt)

7. Südafrika 3:43,35

800 Meter | 15.07.2018

1. Raevyn Rogers (USA) 2:00,20

2. Adelle Tracey (Großbritannien) 2:01,05

3. Simoya Campbell (Jamaika) 2:01,59

4. Christina Hering (Deutschland) 2:01,86

5. Anna Sabat (Polen) 2:02,93

6. Leila Boufaarirane (Frankreich) 2:06,06

7. Gena Lofstrand (Südafrika) 2:10,42

1500 Meter | 14.07.2018

1. Sofia Ennaoui (Polen) 4:07,66

2. Rachel Schneider (USA) 4:08,04

3. Jemma Reekie (Großbritannien) 4:09,05

4. Caterina Granz (Deutschland) 4:10,04

5. Ophelie Claude-Boxberger (Frankreich) 4:18,21

6. Carina Viljoen (Südafrika) 4:29,57

Simoya Campbell (Jamaika)

DNS

100 Meter Hürden (-0,2) | 15.07.2018

1. Rikenette Steenkamp (Südafrika) 12,88

2. Jeanine Williams (Jamaika) 12,95

3. Queen Harrison (USA) 12,99

4. Solene Ndama (Frankreich) 13,02

5. Karolina Koleczek (Polen) 13,09

6. Nadine Hilderbrand (Deutschland) 13,25

7. Megan Marrs (Großbritannien) 13,36

Shuijiao Wu (China)

DNS

400 Meter Hürden | 14.07.2018

1. Janieve Russell (Jamaika) 55,10

2. Meghan Beesley (Großbritannien) 55,90

3. Aurelie Chaboudez (Frankreich) 56,23

4. Wenda Nel (Südafrika) 56,36

5. Kymber Payne (USA) 56,41

6. Joanna Linkiewicz (Polen) 56,83

7. Djamila Böhm (Deutschland) 57,88

128 LEICHTATHLETIK 2018

labuch2018_117-143_ergebnisse.indd 128 15.08.2018 20:31:33


Hochsprung | 15.07.2018

1. Vashti Cunningham (USA) 1,96

2. Morgan Lake (Großbritannien) 1,93

3. Prisca Duvernay (Frankreich) 1,83

4. Jossie Graumann (Deutschland) 1,83

5. Paulina Borys (Polen) 1,79

6. Saniel Atkinson-Grier (Jamaika) 1,75

7. Julia Du Plessis (Südafrika) 1,75

Stabhochsprung | 14.07.2018

1. Holly Bradshaw (Großbritannien) 4,75

2. Katie Nageotte (USA) 4,68

3. Ninon Guillon-Romarin (Frankreich) 4,68

4. Jaqueline Otchere (Deutschland) 4,60

5. Ling Li (China) 4,60

6. Justyna Smietanka (Polen) 4,40

Christy Nell (Südafrika)

NM

Sophie Cook (Großbritannien) 4,05

Weitsprung | 14.07.2018

1. Lorraine Ugen (Großbritannien) 6,86

2. Quanesha Burks (USA) 6,48

3. Tissanna Hickling (Jamaika) 6,47

4. Minjia Lu (China) 6,45

5. Rougui Sow (Frankreich) 6,35

6. Alexandra Wester (Deutschland) 6,30

7. Magdalena Zebrowska (Polen) 6,12

8. Lynique Beneke (Südafrika) 6,10

Diskuswurf | 15.07.2018

1. Claudine Vita (Deutschland) 62,92

2. Xinyue Su (China) 62,62

3. Valarie Allman (USA) 61,10

4. Jade Lally (Großbritannien) 58,92

5. Daria Zabawska (Polen) 56,97

6. Melanie Pingeon (Frankreich) 55,85

7. Ischke Senekal (Südafrika) 55,54

Shadae Lawrence (Jamaika)

NM

Hammerwurf | 14.07.2018

1. Anita Wlodarczyk (Polen) 78,74

2. Sophie Hitchon (Großbritannien) 73,48

3. Alexandra Tavernier (Frankreich) 73,38

4. Na Lou (China) 68,27

5. Kathrin Klaas (Deutschland) 66,61

6. Deanna Price (USA) 64,82

7. Margo Chene Pretorius (Südafrika) 59,14

8. Nyoka Clunis (Jamaika) 56,36

Speerwurf | 14.07.2018

1. Sunette Viljoen (Südafrika) 61,69

2. Kara Winger (USA) 60,75

3. Huihui Lyu (China) 60,40

4. Katharina Molitor (Deutschland) 58,03

5. Alexie Alais (Frankreich) 53,36

6. Laura Whittingham (Großbritannien) 51,74

7. Marcelina Witek (Polen) 50,07

8. Kateema Riettie (Jamaika) 47,21

Dreisprung | 15.07.2018

1. Shanieka Ricketts (Jamaika) 14,61

2. Keturah Orji (USA) 14,60

3. Anna Jagaciak-Michalska (Polen) 14,08

4. Jeanine Assani Issouf (Frankreich) 13,98

5. Jessie Maduka (Deutschland) 13,95

6. Naomi Ogbeta (Großbritannien) 13,48

7. Patience Ntshingila (Südafrika) 11,56

Kugelstoßen | 15.07.2018

1. Lijiao Gong (China) 19,90

2. Paulina Guba (Polen) 19,29

3. Maggie Ewen (USA) 18,23

4. Ischke Senekal (Südafrika) 17,54

5. Amelia Strickler (Großbritannien) 17,12

6. Lloydricia Cameron (Jamaika) 16,91

7. Sarah Schmidt (Deutschland) 16,85

8. Jessica Cerival (Frankreich) 16,00

Claudine Vita sorgt für Einzelsieg

2018 hat Claudine Vita den Durchbruch bei den Erwachsenen

geschafft. Die 21-Jährige sorgte bei den Frauen für den einzigen

deutschen Disziplinsieg beim Athletics World Cup

LEICHTATHLETIK 2018 129

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LEICHTATHLETIK 2018 Die DM-Ergebnisse von Nürnberg

Männer

100 Meter (+0,5) | 21.07.2018

1. Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) 10,28

2. Julian Reus (LAC Erfurt) 10,32

3. Lucas Jakubczyk (SCC Berlin) 10,37

4. Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) 10,37

5. Roy Schmidt (SC DHfK Leipzig) 10,42

6. Aleixo Platini Menga (TSV Bayer 04 Leverkusen) 10,42

7. Robert Hering (TV Wattenscheid 01) 10,47

8. Manuel Eitel (SSV Ulm 1846) 10,52

200 Meter (+0,9) | 22.07.2018

1. Robin Erewa (TV Wattenscheid 01) 20,63

2. Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) 20,76

3. Kevin Ugo (TV Wattenscheid 01) 20,89

4. Kai Sparenberg (LG Brillux Münster) 21,06

5. Michael Bryan (LC Rehlingen) 21,07

6. Jonas Kriesamer (MTG Mannheim) 21,52

Aleixo Platini Menga (TSV Bayer 04 Leverkusen) DNS

Maurice Huke (TV Wattenscheid 01)

DQ

4x100 Meter | 22.07.2018

1. TV Wattenscheid 01 38,79

(Trutenat, Erewa, Huke, Hering)

2. SC DHfK Leipzig 39,47

(Werner, Giese, Schmidt, Schulte)

3. TV Wattenscheid 01 39,78

(Fiener, Ugo, Kosenkow, Balnuweit)

4. LG Rhein-Wied 40,49

(Macamo, Reinhard, Kirstges, Roos)

5. VfL Sindelfingen 40,60

(Theurer, Wiesner, Saile, Stubican)

6. LT DSHS Köln 40,61

(Blümel, Thurn, Weeke, Willmann)

7. LG Kindelsberg Kreuztal 40,80

(Vieweg, Kake, Menn, Schürmann)

8. LG Brillux Münster 40,96

(Greufe, Sparenberg, Vogt, Hilling)

400 Meter | 22.07.2018

1. Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) 45,70

2. Patrick Schneider (LAC Quelle Fürth) 45,82

3. Fabian Dammermann (LG Osnabrück) 45,94

4. Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) 45,95

5. Torben Junker (LG Olympia Dortmund) 46,17

6. Manuel Sanders (SC Preußen Münster) 46,45

7. Tobias Lange (TSV Bayer 04 Leverkusen) 46,99

8. Maximilian Grupen (LV 90 Erzgebirge) 47,24

4x400 Meter | 22.07.2018

1. LG Stadtwerke München 3:08,99

(Wiesend, Giehl, Leppelsack, Trefz)

2. VfL Sindelfingen 3:12,07

(Frers, Franz, Krings, Preis)

3. SSV Ulm 1846 3:12,09

(Brugger, Zenker, Nowak, Abele)

4. StG Chemnitz Erzgebirge 3:12,24

(Schlegel, Elger, Stollhoff, Grupen)

5. LAC Quelle Fürth 3:14,17

(Grüttner, Williamson, Löffelmann, Schneider)

5. TSV Bayer 04 Leverkusen 3:14,17

(Lange, Wolf, Weispfennig, von Wrede)

7. Hannover 96 3:14,32

(Szybiak, Juretzko, Rehbein, Gladitz)

8. StG Schlüchtern-Flieden 3:14,33

(Herert, Rösler A., Rösler J., Zentgraf)

800 Meter | 22.07.2018

1. Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg) 1:47,32

2. Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe) 1:47,60

3. Marc Reuther (Wiesbadener LV) 1:47,70

4. Jan Riedel (Dresdner SC 1898) 1:48,41

5. Julius Lawnik (LG Braunschweig) 1:48,91

6. Christian Von Eitzen (LC Rehlingen) 1:49,12

7. Constantin Schulz (LC Cottbus) 1:49,53

8. Denis Bäuerle (LG farbtex Nordschwarzwald) 1:50,81

1500 Meter | 22.07.2018

1. Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) 3:53,43

2. Marius Probst (TV Wattenscheid 01) 3:53,47

3. Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) 3:53,53

4. Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) 3:54,21

5. Sebastian Keiner (LAC Erfurt) 3:54,78

6. Jamie Williamson (LAC Quelle Fürth) 3:54,83

7. Maximilian Thorwirth (SFD 75 Düsseldorf-Süd) 3:54,91

8. Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898) 3:55,01

5000 Meter | 22.07.2018

1. Sebastian Hendel (LG Vogtland) 14:16,54

2. Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg) 14:16,89

3. Amanal Petros (SV Brackwede) 14:16,96

4. Clemens Bleistein (LG Stadtwerke München) 14:17,53

5. Marcel Fehr (SG Schorndorf 1846) 14:17,83

6. Philipp Reinhardt (LC Jena) 14:18,13

7. Felix Rüger (SC DHfK Leipzig) 14:21,50

8. Jannik Arbogast (LG Region Karlsruhe) 14:22,69

130 LEICHTATHLETIK 2018

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Den Rekordler geschlagen

Julian Reus (Mitte) hält in 10,01 Sekunden

den deutschen Rekord über

100 Meter. In Nürnberg rannte ihm

der junge Kevin Kranz (links) davon

110 Meter Hürden (-0,1) | 21.07.2018

1. Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen) 13,37

2. Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01) 13,52

3. Maximilian Bayer (MTV 1881 Ingolstadt) 13,77

4. Martin Vogel (LAC Erdgas Chemnitz) 13,84

5. Alexander John (SC DHfK Leipzig) 13,88

6. Julian Marquart (SV Halle e.V.) 14,02

7. Stefan Volzer (VfB Stuttgart 1893) 14,15

8. René Jonathan Mählmann (LAZ Saar 05 Saarbrücken) 14,23

Hochsprung | 22.07.2018

1. Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2,31

2. Tobias Potye (LG Stadtwerke München) 2,22

3. Bastian Rudolf (Dresdner SC 1898) 2,19

4. Jonas Wagner (Dresdner SC 1898) 2,15

5. Torsten Sanders (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2,15

6. Alexander Heidu (ABC Ludwigshafen) 2,10

7. Martin Günther (VfB Stuttgart 1893) 2,05

7. Justin Klanderman (LT DSHS Köln) 2,05

400 Meter Hürden | 22.07.2018

1. Luke Campbell (LG Eintracht Frankfurt) 50,31

2. Constantin Preis (VfL Sindelfingen) 50,74

3. Joshua Abuaku (LG Eintracht Frankfurt) 51,25

4. Tobias Giehl (LG Stadtwerke München) 51,48

5. Michael Adolf (LG Stadtwerke München) 51,86

6. Nils Weispfennig (TSV Bayer 04 Leverkusen) 52,80

7. Henry Vißer (LAZ Rhede) 52,87

8. Christian Von Wrede (TSV Bayer 04 Leverkusen) 53,01

Stabhochsprung | 21.07.2018

1. Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,50

2. Torben Laidig (LAV Stadtwerke Tübingen) 5,40

3. Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken) 5,40

3. Jakob Köhler-Baumann (LG Filstal) 5,40

5. Karsten Dilla (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,40

6. Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,30

7. Tobias Scherbarth (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,30

8. Julian Otchere (MTG Mannheim) 5,30

3000 Meter Hindernis | 21.07.2018

1. Martin Grau (LSC Höchstadt/Aisch) 8:33,90

2. Patrick Karl (TV Ochsenfurt) 8:41,22

3. Fabian Clarkson (SCC Berlin) 8:41,50

4. Konstantin Wedel (LAC Quelle Fürth) 8:43,04

5. Lennart Mesecke (LG Nord Berlin) 8:48,20

6. Johannes Motschmann (LG Nord Berlin) 8:48,39

7. Robert Baumann (LAV Stadtwerke Tübingen) 8:50,25

8. Niklas Buchholz (LSC Höchstadt/Aisch) 8:52,52

Weitsprung | 21.07.2018

1. Fabian Heinle (VfB Stuttgart 1893) 8,04

2. Maximilian Entholzner (1. FC Passau) 7,72

3. Ituah Enahoro (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 7,68

4. Marcel Lienstädt (TSV St.Peter-Ording) 7,62

5. Gianluca Puglisi (Königsteiner LV) 7,61

6. Julian Howard (LG Region Karlsruhe) 7,59

7. Stephan Hartmann (LG Nord Berlin) 7,56

8. Philipp Menn (LG Kindelsberg Kreuztal) 7,48

LEICHTATHLETIK 2018 131

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LEICHTATHLETIK 2018 Die DM-Ergebnisse von Nürnberg

Weitsprung T44 | 21.07.2018

1. Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen) 8,14

Dreisprung | 22.07.2018

1. Felix Wenzel (SC Potsdam) 16,08

2. Felix Mairhofer (LG Region Karlsruhe) 15,79

3. Benjamin Bauer (LAC Erdgas Chemnitz) 15,78

4. Tobias Hell (Schweriner SC) 15,72

5. Martin Jasper (VfB Stuttgart 1893) 15,72

6. Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) 15,72

7. David Kirch (LG Stadtwerke München) 15,60

8. Marcel Kornhardt (ASV Erfurt) 15,51

Speerwurf | 22.07.2018

1. Andreas Hofmann (MTG Mannheim) 89,55

2. Thomas Röhler (LC Jena) 88,09

3. Johannes Vetter (LG Offenburg) 87,83

4. Julian Weber (USC Mainz) 84,62

5. Roman Klem (SC DHfK Leipzig) 76,25

6. Nils Fischer (TSV Bayer 04 Leverkusen) 75,30

7. Max Pietza (SC Potsdam) 69,88

8. Marian Spannowsky (TuS Metzingen) 66,62

Kugelstoßen | 20.07.2018

1. David Storl (SC DHfK Leipzig) 21,26

2. Patrick Müller (SC Neubrandenburg) 19,49

3. Tobias Dahm (VfL Sindelfingen) 19,38

4. Dennis Lewke (Sportclub Magdeburg) 19,32

5. Jan Josef Jeuschede (TSV Bayer 04 Leverkusen) 19,23

6. Simon Bayer (VfL Sindelfingen) 19,05

7. Christian Zimmermann (Kirchheimer SC) 18,74

8. Kai Uwe Schmidt (TV Wattenscheid 01) 18,63

Kugelstoßen Para | 20.07.2018

1. Sebastian Dietz (F36) 14,77

1. Niko Kappel (F41) 13,09

1. Birgit Kober (F36) 11,60

1. Mathias Schulze (F46) 14,46

1. Frank Tinnemeier (F63) 14,50

2. Juliane Mogge (F36) 9,37

Aled Davies (F42)

DNS

Diskuswurf | 21.07.2018

1. Christoph Harting (SCC Berlin) 66,98

2. Daniel Jasinski (TV Wattenscheid 01) 64,82

3. Robert Harting (SCC Berlin) 63,92

4. Martin Wierig (Sportclub Magdeburg) 63,72

5. David Wrobel (Sportclub Magdeburg) 62,67

6. Henning Prüfer (SC Potsdam) 60,74

7. Clemens Prüfer (SC Potsdam) 59,83

8. Maximilian Klaus (LAC Erdgas Chemnitz) 59,37

Hammerwurf | 22.07.2018

1. Johannes Bichler (LG Stadtwerke München) 71,67

2. Tristan Schwandke (TV Hindelang) 70,88

3. Alexei Vladimirovic Mikhailov (TV Wattenscheid 01) 68,90

4. Andreas Sahner (LC Rehlingen) 68,34

5. Paul Hützen (TSV Bayer 04 Leverkusen) 68,16

6. Simon Lang (LG Stadtwerke München) 64,27

7. Christoph Gleixner (LG Eintracht Frankfurt) 61,54

8. Corsin Wörner (LAG Obere Murg) 59,51

Minimalist

Genau einmal trat Olympiasieger Christoph Harting beim Diskuswerfen

in den Ring, schleuderte sein Arbeitsgerät auf 66,98 Meter

und schaute dann der Konkurrenz zu, wie sie sich abmühte, seine

Weite zu übertreffen. Niemandem gelang es und so sah Harting

keinen Grund, noch einmal zu werfen

132 LEICHTATHLETIK 2018

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Frauen

100 Meter (-0,4) | 21.07.2018

1. Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen) 11,15

2. Lisa Marie Kwayie (Neuköllner SF) 11,33

3. Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) 11,42

4. Alexandra Burghardt (MTG Mannheim) 11,54

5. Tiffany Eidner (Bad Lobenstein TC) 11,65

6. Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) 11,69

7. Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen) 11,69

8. Yasmin Kwadwo (TSV Bayer 04 Leverkusen) 11,71

200 Meter (-0,6) | 22.07.2018

1. Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim) 22,89

2. Laura Müller (LC Rehlingen) 23,11

3. Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) 23,12

4. Pernilla Kramer (VfL Wolfsburg) 23,52

5. Katrin Fehm (ESV Amberg) 23,54

6. Alexandra Burghardt (MTG Mannheim) 23,61

7. Tiffany Eidner (Bad Lobenstein TC) 23,65

8. Hanna-Marie Studzinski (Eintracht Hildesheim) 23,68

4x100 Meter | 22.07.2018

1. MTG Mannheim 43,33

(Lobe, Burghardt, Gonska, Wessolly)

2. TSV Bayer 04 Leverkusen 43,55

(Kwadwo, Montag, Lückenkemper, Arndt)

3. TV Wattenscheid 01 44,17

(Zapalska, Kwadwo, Oguama, Dutkiewicz)

4. LC Paderborn I 44,53

(Pinto, Kölsch, Kuß, Thimm)

5. VfL Sindelfingen 45,03

(Lindenmayer, Krafzik, Dums, Hildebrand)

6. LG Olympia Dortmund 45,26

(Stratmann, Scharff, Bechthold, Braun)

7. TV Gladbeck 1912 45,51

(Lipperheide, Schuten, Gerlach, Zenker)

8. SV Werder Bremen 45,96

(Narloch, Dinkeldein, Rüdel, Kittner)

400 Meter | 22.07.2018

1. Nadine Gonska (MTG Mannheim) 52,07

2. Hannah Mergenthaler (MTG Mannheim) 52,83

3. Corinna Schwab (TV 1861 Amberg) 53,14

4. Sophia Sommer (TV Bahlingen) 53,17

5. Karolina Pahlitzsch (SV Preußen Berlin) 53,24

6. Svea Köhrbrück (SCC Berlin) 53,63

7. Alena Gerken (SCC Berlin) 53,81

8. Lena Naumann (LT DSHS Köln) 54,09

4x400 Meter | 22.07.2018

1. LT DSHS Köln I

(Marx, Schmidt, Salterberg, Naumann)

3:36,07

2. SCC Berlin

(Richter, Köhrbrück, Kindt, Gerken)

3:36,90

3. TSV Bayer 04 Leverkusen

(Kempe, Silies, Ackers, Schmidt)

3:38,16

4. LT DSHS Köln II

(Großhaus, Hoffmann, Ulmer, Bakker)

3:39,17

5. LG Stadtwerke München

(Hering, Gess, Trost, Kalis)

3:39,62

6. LT DSHS Köln III

(Gesche S., Gesche L., Reul, Voß)

3:47,34

7. LG Nord Berlin

(Seifert, Kuhn, Sauter, Granz)

3:47,69

8. LG Kurpfalz 3:48,12

(Wollschläger, Braun, Matern, Schumacher)

800 Meter | 22.07.2018

1. Christina Hering (LG Stadtwerke München) 2:01,56

2. Sarah Schmidt (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2:02,89

3. Mareen Kalis (LG Stadtwerke München) 2:03,53

4. Katharina Trost (LG Stadtwerke München) 2:03,80

5. Christine Gess (LG Stadtwerke München) 2:05,28

6. Rebekka Ackers (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2:07,00

7. Corinne Kohlmann (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) 2:07,92

8. Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 2:10,39

1500 Meter | 22.07.2018

1. Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4:06,34

2. Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) 4:06,51

3. Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) 4:08,21

4. Caterina Granz (LG Nord Berlin) 4:09,07

5. Vera Hoffmann (ASV Köln) 4:14,51

6. Lena Klaassen (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4:21,61

7. Marie Burchard (TC Fiko Rostock) 4:22,43

8. Vera Coutellier (ASV Köln) 4:22,83

5000 Meter | 22.07.2018

1. Hanna Klein (SG Schorndorf 1846) 15:17,47

2. Alina Reh (SSV Ulm 1846) 15:25,30

3. Denise Krebs (TSV Bayer 04 Leverkusen) 15:26,58

4. Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) 15:49,81

5. Natalie Tanner (LG Eintracht Frankfurt) 15:55,86

6. Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) 15:56,93

7. Christina Gerdes (Hamburger SV) 16:19,85

8. Luisa Boschan (LG Nord Berlin) 16:21,36

100 Meter Hürden (-0,7) | 21.07.2018

1. Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01) 12,69

2. Ricarda Lobe (MTG Mannheim) 13,06

3. Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz) 13,10

4. Louisa Grauvogel (LG Saar) 13,13

5. Nadine Hildebrand (VfL Sindelfingen) 13,17

6. Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) 13,42

7. Monika Zapalska (TV Wattenscheid 01) 13,49

8. Mareike Arndt (TSV Bayer 04 Leverkusen) 13,62

LEICHTATHLETIK 2018 133

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LEICHTATHLETIK 2018 Die DM-Ergebnisse von Nürnberg

400 Meter Hürden | 22.07.2018

1. Christine Salterberg (LT DSHS Köln) 56,97

2. Djamila Böhm (ART Düsseldorf) 57,06

3. Carolina Krafzik (VfL Sindelfingen) 58,73

4. Karoline Maria Sauer (TSV Gomaringen) 59,64

5. Alica Schmidt (SC Potsdam) 1:00,02

6. Leonie Riek (LG Staufen) 1:00,29

7. Franziska Kindt (SCC Berlin) 1:00,80

8. Radha Fiedler (TuS Roland Brey) 1:01,55

3000 Meter Hindernis | 22.07.2018

1. Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) 9:34,58

2. Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus) 9:45,82

3. Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) 9:47,57

4. Maya Rehberg (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) 9:48,50

5. Leah Hanle (TSV Holzelfingen) 9:56,80

6. Agnes Thurid Gers (SCC Berlin) 9:57,36

7. Linda Wrede (LT DSHS Köln) 10:05,72

8. Lea Meyer (VfL Löningen) 10:06,93

Hochsprung | 21.07.2018

1. Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart 1893) 1,87

2. Imke Onnen (Hannover 96) 1,84

3. Katarina Mögenburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) 1,80

4. Lale Eden (Heidmühler FC) 1,75

4. Jossie Marie Graumann (LG Nord Berlin) 1,75

4. Anne Klebsch (LAZ Ludwigsburg) 1,75

4. Mareike Max (SV Werder Bremen) 1,75

4. Alexandra Plaza (LT DSHS Köln) 1,75

Stabhochsprung | 22.07.2018

1. Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) 4,45

2. Stefanie Dauber (SSV Ulm 1846) 4,45

3. Friedelinde Petershofen (SC Potsdam) 4,35

4. Carolin Hingst (TG Nieder-Ingelheim) 4,35

4. Anjuli Knäsche (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) 4,35

6. Regine Kramer (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4,25

7. Silke Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4,15

8. Ria Möllers (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4,15

Weitsprung | 22.07.2018

1. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) 6,72

2. Alexandra Wester (ASV Köln) 6,69

3. Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt) 6,68

4. Melanie Bauschke (LAC Olympia 88 Berlin) 6,58

5. Nadja Käther (Hamburger SV) 6,47

6. Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid 01) 6,45

7. Sophie Weißenberg (SC Neubrandenburg) 6,35

8. Jovanna Klaczynski (TV Wattenscheid 01) 6,05

Dreisprung | 21.07.2018

1. Neele Eckhardt (LG Göttingen) 14,21

2. Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz) 14,15

3. Jessie Maduka (ART Düsseldorf) 13,74

4. Birte Damerius (TSV Rudow) 12,80

5. Klaudia Kaczmarek (LAZ Rhede) 12,69

6. Stefanie Kuhl (SC Potsdam) 12,46

7. Sophie Ullrich (TG 1837 Hanau) 12,24

8. Stefanie Aeschlimann (LAC Quelle Fürth) 12,11

Kugelstoßen | 20.07.2018

1. Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) 20,06

2. Alina Kenzel (VfL Waiblingen) 18,21

3. Sara Gambetta (SV Halle e.V.) 17,79

4. Sarah Schmidt (LV 90 Erzgebirge) 17,17

5. Katharina Maisch (TuS Metzingen) 17,13

6. Julia Ritter (TV Wattenscheid 01) 17,00

7. Josephine Terlecki (SV Halle e.V.) 16,90

8. Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) 16,20

Diskuswurf | 22.07.2018

1. Shanice Craft (MTG Mannheim) 62,91

2. Nadine Müller (SV Halle e.V.) 62,73

3. Anna Rüh (Sportclub Magdeburg) 62,65

4. Claudine Vita (SC Neubrandenburg) 62,63

5. Julia Harting (SCC Berlin) 61,63

6. Kristin Pudenz (SC Potsdam) 61,11

7. Julia Ritter (TV Wattenscheid 01) 55,50

8. Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen) 54,30

Hammerwurf | 21.07.2018

1. Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) 66,08

2. Susen Küster (TSV Bayer 04 Leverkusen) 65,09

3. Charlene Woitha (SCC Berlin) 64,92

4. Sophie Gimmler (LC Rehlingen) 62,34

5. Carolin Paesler (TSV Bayer 04 Leverkusen) 61,92

6. Michelle Döpke (TSV Bayer 04 Leverkusen) 60,94

7. Katharina Mähring (LG Nord Berlin) 60,71

8. Sina Mai Holthuijsen (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 58,86

Speerwurf | 21.07.2018

1. Christin Hussong (LAZ Zweibrücken) 63,54

2. Katharina Molitor (TSV Bayer 04 Leverkusen) 56,75

3. Christina Kiffe (ASC Darmstadt) 54,45

4. Annika Marie Fuchs (SC Potsdam) 52,97

5. Dana Bergrath (TSV Bayer 04 Leverkusen) 52,15

6. Christine Winkler (SC DHfK Leipzig) 51,60

7. Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) 50,28

8. Franziska Mertens (TSV Hagen 1860) 47,80

134 LEICHTATHLETIK 2018

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Mitten rein in die Spitze

Mit gerade einmal 22 Jahren hat sich

Jacqueline Otchere in diesem Jahr

mitten in die Spitze des deutschen

Stabhochsprungs katapultiert. Ihre

Bestleistung steigerte sie um 30 Zentimeter

auf 4,60 Meter, dazu kamen

die nationalen Titel bei den Erwachsenen

und in der U23

LEICHTATHLETIK 2018 135

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Hallen-WM-Ergebnisse von Birmingham

Männer

60 Meter | 3.3.2018

1. Christian Coleman (USA) 6,37

2. Bingtian Su (China) 6,42

3. Ronnie Baker (USA) 6,44

4. Zhenye Xie (China) 6,52

5. Hassan Taftian (Iran) 6,53

6. Ján Volko (Slowakei) 6,59

7. Sean Safo-Antwi (Ghana) 6,60

8. Emre Zafer Barnes (Türkei) 6,64

HF: 19. Michael Pohl (Deutschland) 6,71

VL: 23. Peter Emelieze (Deutschland) 6,77

400 Meter | 3.3.2018

1. Pavel Maslák (Tschechische Republik) 45,47

2. Michael Cherry (USA) 45,84

3. Deon Lendore (Trinidad & Tobago) 46,37

4. Aldrich Bailey Jr (USA) 46,44

Óscar Husillos (Spanien)

DQ

Luguelín Santos (Dominikanische Republik)

DQ

4x400 Meter | 4.3.2018

1. Polen 3:01,77

(Zalewski, Omelko, Krawczuk, Krzewina)

2. USA 3:01,97

(Kerley, Cherry, Bailey Jr., Norwood)

3. Belgien 3:02,51

(D. Borlée, J. Borlée, Sacoor, K. Borlée)

4. Trinidad & Tobago 3:02,52

5. Tschechische Republik 3:04,87

6. Großbritannien 3:05,08

800 Meter | 3.3.2018

1. Adam Kszczot (Polen) 1:47,47

2. Drew Windle (USA) 1:47,99

3. Saúl Ordóñez (Spanien) 1:48,01

4. Elliot Giles (Großbritannien) 1:48,22

5. Álvaro De Arriba (Spanien) 1:48,51

6. Mostafa Smaili (Marokko) 1:48,75

1500 Meter | 4.3.2018

1. Samuel Tefera (Äthiopien) 3:58,19

2. Marcin Lewandowski (Polen) 3:58,39

3. Abdelaati Iguider (Marokko) 3:58,43

4. Aman Wote (Äthiopien) 3:58,64

5. Ben Blankenship (USA) 3:58,89

6. Jake Wightman (Großbritannien) 3:58,91

7. Craig Engels (USA) 3:58,92

8. Chris O‘Hare (Großbritannien) 4:00,65

9. Vincent Kibet (Kenia) 4:02,32

3000 Meter | 4.3.2018

1. Yomif Kejelcha (Äthiopien) 8:14,41

2. Selemon Barega (Äthiopien) 8:15,59

3. Bethwell Birgen (Kenia) 8:15,70

4. Hagos Gebrhiwet (Äthiopien) 8:15,76

5. Adel Mechaal (Spanien) 8:16,13

6. Younéss Essalhi (Marokko) 8:16,63

7. Davis Kiplangat (Kenia) 8:18,03

8. Clemens Bleistein (Deutschland) 8:18,24

9. Julian Oakley (Neuseeland) 8:18,60

10. Birhanu Balew (Bahrain) 8:18,89

11. Yassin Bouih (Italien) 8:20,84

Shadrack Kipchirchir (USA)

DQ

VL: Richard Ringer (Deutschland) DQ

60 Meter Hürden | 4.3.2018

1. Andrew Pozzi (Großbritannien) 7,46

2. Jarret Eaton (USA) 7,47

3. Aurel Manga (Frankreich) 7,54

4. Aries Merritt (USA) 7,56

5. Pascal Martinot-Lagarde (Frankreich) 7,68

6. Gabriel Constantino (Brasilien) 7,71

7. Roger Iribarne (Kuba) 7,77

Milan Trajkovic (Zypern)

DQ

HF: 17. Erik Balnuweit (Deutschland) 7,70

Hochsprung | 1.3.2018

1. Danil Lysenko (Athlet unter neutraler Flagge) 2,36

2. Mutaz Essa Barshim (Katar) 2,33

3. Mateusz Przybylko (Deutschland) 2,29

4. Erik Kynard (USA) 2,29

5. Sylwester Bednarek (Polen) 2,25

6. Maksim Nedasekau (Weißrussland) 2,20

6. Donald Thomas (Bahamas) 2,20

6. Yu Wang (China) 2,20

Stabhochsprung | 4.3.2018

1. Renaud Lavillenie (Frankreich) 5,90

2. Sam Kendricks (USA) 5,85

3. Piotr Lisek (Polen) 5,85

4. Kurtis Marschall (Australien) 5,80

5. Raphael Holzdeppe (Deutschland) 5,80

5. Emmanouíl Karalís (Griechenland) 5,80

7. Armand Duplantis (Schweden) 5,70

7. Konstadínos Filippídis (Griechenland) 5,70

136 LEICHTATHLETIK 2018

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Weitsprung | 2.3.2018

1. Juan Miguel Echevarría (Kuba) 8,46

2. Luvo Manyonga (Südafrika) 8,44

3. Marquis Dendy (USA) 8,42

4. Jarrion Lawson (USA) 8,14

5. Yuhao Shi (China) 8,12

6. Ruswahl Samaai (Südafrika) 8,05

7. Radek Juška (Tschechische Republik) 7,99

8. Eusebio Cáceres (Spanien) 7,91

Kugelstoßen | 3.3.2018

1. Tomas Walsh (Neuseeland) 22,31

2. David Storl (Deutschland) 21,44

3. Tomáš Staněk (Tschechische Republik) 21,44

4. Darlan Romani (Brasilien) 21,37

5. Mesud Pezer (Bosnien und Herzegowina) 21,15

6. Darrell Hill (USA) 21,06

7. Ryan Whiting (USA) 21,03

8. Konrad Bukowiecki (Polen) 20,99

Dreisprung | 3.3.2018

1. Will Claye (USA) 17,43

2. Almir dos Santos (Brasilien) 17,41

3. Nelson Évora (Portugal) 17,40

4. Alexis Copello (Aserbaidschan) 17,17

5. Chris Carter (USA) 17,15

6. Hugues Fabrice Zango (Burkina Faso) 17,11

7. Yaming Zhu (China) 16,87

8. Bin Dong (China) 16,84

11. Max Hess (Deutschland) 16,47

Siebenkampf | 2./3.3.2018

1. Kevin Mayer (Frankreich) 6348

(6,85; 7,55; 15,67; 2,02/7,83; 5,00; 2:39,64)

2. Damian Warner (Kanada) 6343

(6,74; 7,39; 14,90; 2,02/7,67; 4,90; 2:37,12)

3. Maicel Uibo (Estland) 6265

(7,20; 7,41; 14,30; 2,17/8,19; 5,30; 2:38,51)

4. Kai Kazmirek (Deutschland) 6238

(7,15; 7,68; 14,55; 2,05/7,95; 5,20; 2:42,15)

5. Eelco Sintnicolaas (Niederlande) 5997

6. Zachery Ziemek (USA) 5941

7. Ruben Gado (Frankreich) 5927

8. Dominik Distelberger (Österreich) 5908

Medaille trotz Bestleistung knapp verpasst

Es war ein starker Siebenkampf, den Kai Kazmirek bei den Hallen-Weltmeisterschaften bot. Nach sechs Disziplinen lag er auf dem

Bronzerang, konnte diesen über die abschließenden 1000 Meter aber nicht halten. Mit 6238 Punkten steigerte er seine Bestleistung um

127 Zähler, verpasst Bronze als Vierter aber um 27 Punkte. Auf die EM in Berlin verzichtete er wegen Formschwäche freiwillig

LEICHTATHLETIK 2018 137

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Hallen-WM-Ergebnisse von Birmingham

Frauen

60 Meter | 2.3.2018

1. Murielle Ahouré (Elfenbeinküste) 6,97

2. Marie-Josée Ta Lou (Elfenbeinküste) 7,05

3. Mujinga Kambundji (Schweiz) 7,05

4. Elaine Thompson (Jamaika) 7,08

5. Dafne Schippers (Niederlande) 7,10

6. Michelle-Lee Ahye (Trinidad & Tobago) 7,13

7. Carolle Zahi (Frankreich) 7,19

8. Remona Burchell (Jamaika) 7,50

HF: 12. Tatjana Pinto (Deutschland) 7,18

VL: 41. Yasmin Kwadwo (Deutschland) 7,68

400 Meter | 3.3.2018

1. Courtney Okolo (USA) 50,55

2. Shakima Wimbley (USA) 51,47

3. Eilidh Doyle (Großbritannien) 51,60

4. Justyna Święty-Ersetic (Polen) 51,85

5. Tovea Jenkins (Jamaika) 52,12

6. Zoey Clark (Großbritannien) 52,16

HF: 14. Nadine Gonska (Deutschland) 53,45

4x400 Meter | 4.3.2018

1. USA 3:23,85

(Hayes, Moline, Wimbley, Okolo)

2. Polen 3:26,09

(Swiety-Ersetic, Wyciszkiewicz, Gaworska, Holub-Kowalik)

3. Großbritannien 3:29,38

(Beesley, Williams, Allcock, Clark)

4. Ukraine 3:31,32

5. Italien 3:31,55

Jamaika

DQ

800 Meter | 4.3.2018

1. Francine Niyonsaba (Burundi) 1:58,31

2. Ajee Wilson (USA) 1:58,99

3. Shelayna Oskan-Clarke (Großbritannien) 1:59,81

4. Habitam Alemu (Äthiopien) 2:01,10

5. Raevyn Rogers (USA) 2:01,44

6. Selina Büchel (Schweiz) 2:03,01

1500 Meter | 3.3.2018

1. Genzebe Dibaba (Äthiopien) 4:05,27

2. Laura Muir (Großbritannien) 4:06,23

3. Sifan Hassan (Niederlande) 4:07,26

4. Shelby Houlihan (USA) 4:11,93

5. Winny Chebet (Kenia) 4:12,08

6. Aisha Praught (Jamaika) 4:12,86

7. Beatrice Chepkoech (Kenia) 4:13,59

8. Rababe Arafi (Marokko) 4:14,94

VL: 16. Diana Sujew (Deutschland) 4:10,64

VL: 19. Hanna Klein (Deutschland) 4:12,11

3000 Meter | 1.3.2018

1. Genzebe Dibaba (Äthiopien) 8:45,05

2. Sifan Hassan (Niederlande) 8:45,68

3. Laura Muir (Großbritannien) 8:45,78

4. Hellen Obiri (Kenia) 8:49,66

5. Shelby Houlihan (USA) 8:50,38

6. Fantu Worku (Äthiopien) 8:50,54

7. Konstanze Klosterhalfen (Deutschland) 8:51,79

8. Katie Mackey (USA) 8:56,62

60 Meter Hürden | 3.3.2018

1. Kendra Harrison (USA) 7,70

2. Christina Manning (USA) 7,79

3. Nadine Visser (Niederlande) 7,84

4. Sharika Nelvis (USA) 7,86

5. Cindy Roleder (Deutschland) 7,87

6. Isabelle Pedersen (Norwegen) 7,94

7. Oluwatobiloba Amusan (Nigeria) 8,05

8. Devynne Charlton (Bahamas) 8,18

VL: 31. Ricarda Lobe (Deutschland) 8,33

Hochsprung | 1.3.2018

1. Mariya Lasitskene (Athletin unter neutraler Flagge) 2,01

2. Vashti Cunningham (USA) 1,93

3. Alessia Trost (Italien) 1,93

4. Morgan Lake (Großbritannien) 1,93

5. Yuliya Levchenko (Ukraine) 1,89

6. Mirela Demireva (Bulgarien) 1,89

7. Iryna Gerashchenko (Ukraine) 1,84

7. Erika Kinsey (Schweden) 1,84

7. Inika McPherson (USA) 1,84

138 LEICHTATHLETIK 2018

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Stabhochsprung | 3.3.2018

1. Sandi Morris (USA) 4,95

2. Anzhelika Sidorova (Athletin unter neutraler Flagge) 4,90

3. Katerina Stefanidi (Griechenland) 4,80

4. Eliza McCartney (Neuseeland) 4,75

5. Katie Nageotte (USA) 4,70

6. Alysha Newman (Kanada) 4,70

7. Yarisley Silva (Kuba) 4,60

8. Nina Kennedy (Australien) 4,60

Lisa Ryzih (Deutschland)

NM

Weitsprung | 4.3.2018

1. Ivana Španović (Serbien) 6,96

2. Brittney Reese (USA) 6,89

3. Sosthene Moguenara-Taroum (Deutschland) 6,85

4. Quanesha Burks (USA) 6,81

5. Malaika Mihambo (Deutschland) 6,64

6. Khaddi Sagnia (Schweden) 6,64

7. Christabel Nettey (Kanada) 6,63

8. Ksenija Balta (Estland) 6,57

Dreisprung | 3.3.2018

1. Yulimar Rojas (Venezuela) 14,63

2. Kimberly Williams (Jamaika) 14,48

3. Ana Peleteiro (Spanien) 14,40

4. Andreea Panturoiu (Rumänien) 14,33

5. Keturah Orji (USA) 14,31

6. Paraskevi Papachristou (Griechenland) 14,05

7. Viktoriya Prokopenko (Athletin unter neutraler Flagge) 14,05

8. Tori Franklin (USA) 14,03

13. Neele Eckhardt (Deutschland) 13,87

Kugelstoßen | 2.3.2018

1. Anita Márton (Ungarn) 19,62

2. Danniel Thomas-Dodd (Jamaika) 19,22

3. Lijiao Gong (China) 19,08

4. Yang Gao (China) 18,77

5. Paulina Guba (Polen) 18,54

6. Aliona Dubitskaya (Weißrussland) 18,21

7. Yaniuvis López (Kuba) 18,19

8. Jeneva Stevens (USA) 18,18

Fünfkampf | 2.3.2018

1. Katarina Johnson-Thompson (Großbritannien) 4750

(8,36; 1,91; 12,68; 6,50; 2:16,63)

2. Ivona Dadic (Österreich) 4700

(8,32; 1,82; 14,27; 6,40; 2:17,82)

3. Yorgelis Rodríguez (Kuba) 4637

(8,57; 1,88; 14,15; 6,15; 2:17,70)

4. Eliška Klučinová (Tschechische Republik) 4579

5. Erica Bougard (USA) 4571

6. Xénia Krizsán (Ungarn) 4559

7. Alina Shukh (Ukraine) 4466

8. Lecabela Quaresma (Portugal) 4424

Genzebe Dibaba nicht zu stoppen

Zweimal ging die Äthiopierin Genzebe Dibaba bei der Hallen-

WM an den Start und sowohl über 1500 als auch 3000 Meter

überquerte sie die Ziellinie als Erste. Die Niederländerin Sifan

Hassan und Laura Muir aus Großbritannien hatten beide Male

das Nachsehen und mussten sich mit jeweils einmal Silber und

Bronze zufrieden geben

LEICHTATHLETIK 2018 139

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Hallen-DM-Ergebnisse von Dortmund

Männer

60 Meter | 17.2.2018

1. Julian Reus (LAC Erfurt ) 6,61

2. Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar ) 6,63

3. Thanusanth Balasubramaniam (LAZ Saar 05 Saarbrücken) 6,67

4. Michael Bryan (LC Rehlingen) 6,70

5. Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) 6,71

6. Roy Schmidt (SC DHfK Leipzig) 6,73

7. Philipp Trutenat (TV Wattenscheid 01) 6,76

8. Aleksandar Askovic (LG Augsburg) 10,20

200 Meter | 18.2.2018

1. Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) 21,05

2. Maurice Huke (TV Wattenscheid 01) 21,07

3. Raphael Müller (VfB Stuttgart 1893) 21,54

4. Aleixo Platini Menga (TSV Bayer 04 Leverkusen) 21,69

5. Lars Hieronymi (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) 22,09

6. Noel-Philippe Fiener (TV Wattenscheid 01) 22,13

7. Moritz Hecht (LG Forchheim) 22,63

8. Simon Heweling (LAZ Rhede) 22,67

4x200 Meter | 18.2.2018

1. LG Rhein-Wied 1:26,90

(Kazmirek, Kirstges, Roos, Mann)

2. Sportclub Magdeburg 1:27,68

(Barthel, Helbig, Andrä, Kühnen)

3. LG Kindelsberg Kreuztal 1:29,52

(Löcher, Schürmann, Kake, Vieweg)

4. LT DSHS Köln 1:29,56

(Horn, Van Rechtern, Blümel, Richert)

5. LG Region Karlsruhe 1:30,03

(Wäcker, Hock, Oswald, Gedemer)

6. VFL Eintracht Hannover 1:31,97

(Wolters, Arndt, Kolter, Küch)

TSV Bayer 04 Leverkusen

DNF

(Menga, Köllmann, Kirstges, Polkowski)

TV Wattenscheid 01

DNF

(Huke, Kosenkow, Trutenat, Ruth)

400 Meter | 18.2.2018

A-Finale

1. Thomas Schneider (TSV Bayer 04 Leverkusen) 47,80

2. Torben Junker (LG Olympia Dortmund) 47,92

3. Fabian Dammermann (LG Osnabrück) 48,55

4. Florian Weeke (LT DSHS Köln) 48,67

800 Meter | 18.2.2018

1. Marc Reuther (WiesBadener LV) 1:48,39

2. Dennis Biederbick (WiesBadener LV) 1:49,44

3. Constantin Schulz (LC Cottbus) 1:49,48

4. Christian Von Eitzen (LC Rehlingen) 1:50,87

5. Holger Körner (LG Region Karlsruhe) 1:51,57

1500 Meter | 18.2.2018

1. Sebastian Keiner (LAC Erfurt) 3:50,12

2. Martin Sperlich (VfB LC Friedrichshafen) 3:50,32

3. Marvin Heinrich (WiesBadener LV) 3:50,34

4. Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) 3:51,46

5. Thilo Brill (LG Nord Berlin) 3:51,73

6. Toni Riediger (FC Schalke 04) 3:53,30

7. Marco Giese (SG WEnden) 3:53,93

8. Julius Scherr (TV Wattenscheid 01) 3:57,52

9. Yannick Reihs (Hannover Athletics) 4:01,46

3000 Meter | 17.2.2018

1. Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) 8:10,14

2. Clemens Bleistein (LG STadtwerke München) 8:10,23

3. Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) 8:12,68

4. Philipp Reinhardt (LC Jena) 8:13,69

5. Amanal Petros (SV Brackwede) 8:14,28

6. Fabian Clarkson (SCC Berlin) 8:16,96

7. Jannik Arbogast (LG Region Karlsruhe) 8:23,45

8. Robert Baumann (LAV STadtwerke Tübingen) 8:26,37

60 Meter Hürden | 17.2.2018

1. Erik Balnuweit (TV Wattenscheid 01) 7,65

2. Maximilian Bayer (MTV 1881 Ingolstadt) 7,84

3. Patrick Elger (LAC Erdgas Chemnitz) 7,91

4. Yannick Spissinger (MTG Mannheim) 7,96

5. Sebastian Barth (LG STadtwerke München) 8,01

6. Julian Marquart (SV Halle e.V.) 8,04

7. Felix Schulze (1. FC Kaiserslautern) 8,23

8. Tobias Vogt (LG Olympia Dortmund) 8,27

Hochsprung | 18.2.2018

1. Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2,30

2. Martin Günther (VfB STuttgart 1893) 2,18

3. Bastian Rudolf (Dresdner SC 1898) 2,18

4. Tobias Potye (STadtwerke München) 2,10

5. Justin Klanderman (LT DSHS Köln) 2,05

6. Andreas Plößl (SWC Regensburg) 2,00

Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied)

NH

Jonas Wagner (Dresdner SC 1898)

NH

B-Finale

1. Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) 48,34

2. Alexander Juretzko (Hannover 96) 48,46

3. Alexander Lahr (TuS Dierdorf) 48,62

4. Lorenz Niedrig (TuS 09 Erkenschwick) 51,22

140 LEICHTATHLETIK 2018

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Stabhochsprung | 18.2.2018

1. Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) 5,68

2. Karsten Dilla (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,58

2. Gordon Porsch (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) 5,58

4. Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken) 5,58

5. Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,48

6. Malte Mohr (TV Wattenscheid 01) 5,38

7. Robin Pieper (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,08

7. Sebastian Vogt (TSV Bayer 04 Leverkusen) 5,08

Dreisprung | 18.2.2018

1. Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) 16,84

2. Benjamin Bauer (LAC Erdgas Chemnitz) 15,82

3. David Kirch (LG STadtwerke München) 15,62

4. Martin Jasper (VfB STuttgart 1893) 15,35

5. Tobias Hell (Schweriner SC) 15,33

6. Thomas Schmidt (TSG 1862 Weinheim) 15,20

7. Paul Walschburger (LG STadtwerke München) 15,20

8. Louis Knüpling (TSV Asendorf) 14,55

Weitsprung | 17.2.2018

1. Julian Howard (LG Region Karlsruhe) 7,74

2. Ituah Enahoro (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 7,50

3. Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) 7,47

4. Florian Oswald (LG Region Karlsruhe) 7,45

5. Alexander Fuchs (SCC Berlin) 7,42

6. Marcel Kirstges (TSV Bayer 04 Leverkusen) 7,39

7. Yannick Roggatz (LG Region Karlsruhe) 7,27

8. Sascha Menn (LG Kindelsberg Kreuztal) 7,24

Kugelstoßen | 17.2.2018

1. David Storl (DHfK Leipzig) 21,19

2. Tobias Dahm (VfL Sindelfingen) 19,57

3. Dennis Lewke (Sportclub Magdeburg) 19,41

4. Patrick Müller (SC Neubrandenburg) 19,40

5. Cedric Trinemeier (MTG Mannheim) 19,34

6. Bodo Göder (SR Yburg Steinbach) 18,85

7. Jan Josef Jeuschede (TSV Bayer 04 Leverkusen) 18,36

8. Christian Zimmermann (Kirchheimer SC) 18,14

Weitsprung T64 | 17.2.2018

1. Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen) 7,96

2. Felix Streng (TSV Bayer 04 Leverkusen) 7,26

Seriensieger Erik Balnuweit

Der Wattenscheider Erik Balnuweit ist ein wahrer Hallen-Spezialist: Unter dem Hallendach feiert er über die Hürden seine größten

Erfolge. In Dortmund feierte er seinen siebten nationalen Hallen-Titel, den sechsten davon in Folge

LEICHTATHLETIK 2018 141

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LEICHTATHLETIK 2018 Die Hallen-DM-Ergebnisse von Dortmund

Frauen

60 Meter | 17.2.2018

1. Tatjana Pinto (LC Paderborn) 7,06

2. Keshia Beverly Kwadwo (TV Wattenscheid 01) 7,36

3. Lisa Nippgen (LAZ Ludwigsburg) 7,40

4. Yasmin Kwadwo (TSV Bayer 04 Leverkusen) 7,41

5. Johanna Marie Bechthold (LG Olympia Dortmund) 7,47

6. Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum) 7,49

7. Jessica Roos (LG Rhein-Wied) 7,50

8. Janina Kölsch (LC Paderborn) 7,51

200 Meter | 18.2.2018

1. Tatjana Pinto (LC Paderborn) 23,19

2. Lisa Nippgen (LAZ Ludwigsburg) 23,93

3. Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim) 24,09

4. Maike Schachtschneider (TV Wattenscheid 01) 24,32

5. Tiffany Eidner (Bad Lobenstein TC) 24,51

6. Carolina Krafzik (VfL Sindelfingen) 24,63

7. Hanna-Marie Studzinski (Eintracht Hildesheim) 25,07

8. Jasmin Wulf (VFL Lingen) 25,34

4x200 Meter | 18.2.2018

1. TV Wattenscheid 01 1:35,30

(Kwadwo, Dutkiewicz, Zapalska, Schachtschneider)

2. MTG Mannheim 1:35,42

(Gonska, Wessolly, Lobe, Wallmann)

3. LC Paderborn 1:37,23

(Pinto, Kuß, Kölsch, Thimm)

4. SCC Berlin 1:37,27

(Köhrbrück, Kindt, Richter, Gerken)

5. LT DSHS Köln 1:37,59

(Salterberg, Naumann, Schmidt, Marx)

6. TSV Bayer 04 Leverkusen 1:38,52

(Montag, Arndt, Kempe, Maiwald)

7. LG Olympia Dortmund 1:39,05

(Bechthold, Scharff, Braun, Stratmann)

8. Stg Staffelteam Ni 1:40,98

(Bulmahn, Janiak, Böder, Hoppe)

400 Meter | 18.2.2018

A-Finale

1. Nadine Gonska (MTG Mannheim) 52,84

2. Alena Gerken (SCC Berlin) 54,26

3. Svea Köhrbrück (SCC Berlin) 54,72

4. Djamila Böhm (ART Düsseldorf) 55,08

800 Meter | 18.2.2018

1. Christina Hering (LG STadtwerke München) 2:06,93

2. Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 2:07,07

3. Jana Reinert (LG Region Karlsruhe) 2:07,49

4. Rebekka Ackers (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2:07,55

5. Johanna Christine Schulz (SC Rönnau 74) 2:10,67

6. Nele Weßel (SCC Berlin) 2:11,62

1500 Meter | 18.2.2018

1. Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) 4:30,54

2. Hanna Klein (SG Schorndorf 1846) 4:31,07

3. Vera Hoffmann (ASV Köln) 4:31,41

4. Joana Staub (LC Rehlingen) 4:32,25

5. Agnes Thurid Gers (SCC Berlin) 4:32,55

6. Julia Klein (SC DHfK Leipzig) 4:32,97

7. Svenja Pingpank (Hannover Athletics) 4:34,11

8. Linda Wrede (LT DSHS Köln) 4:35,09

3000 Meter | 18.2.2018

1. Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) 8:36,01

2. Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) 8:54,08

3. Caterina Granz (LG Nord Berlin) 8:56,29

4. Alina Reh (SSV Ulm 1846) 9:02,42

5. Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) 9:15,76

6. Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) 9:21,60

7. Luisa Boschan (LG Nord Berlin) 9:27,12

8. Christina Gerdes (Hamburger SV) 9:29,26

60 Meter Hürden | 17.2.2018

1. Cindy Roleder (SV Halle e.V.) 7,84

2. Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01) 7,89

3. Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz) 8,15

4. Monika Zapalska (TV Wattenscheid 01) 8,19

5. Sabrina Lindenmayer (VfL Sindelfingen) 8,29

6. Vanessa Hammerschmidt (LG Nord Berlin) 8,47

7. Viktoria Müller (LG Rhein-Wied) 8,52

8. Annika Marlies Niedermayer (SC DHfK Leipzig) 8,58

Hochsprung | 18.2.2018

1. Marie-Laurence Jungfleisch (VfB STuttgart 1893) 1,83

1. Katarina Mögenburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) 1,83

3. Leonie Reuter (LG Nord Berlin) 1,83

4. Viktoria Gottlieb (TV Wattenscheid 01) 1,83

5. Meike Reimer (ABC Ludwigshafen) 1,75

5. Bianca Stichling (TSG 1862 Weinheim) 1,75

7. Sabrina Gehrung (LG Filder) 1,75

8. Stephanie Seidel (LG Mittweida) 1,70

B-Finale

1. Tabea Marie Kempe (TSV Bayer 04 Leverkusen) 55,35

2. Laura Marx (LT DSHS Köln) 56,00

3. Hendrikje Richter (SCC Berlin) 56,06

4. Marilena Scharff (LG Olympia Dortmund) 56,26

142 LEICHTATHLETIK 2018

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Tatjana Pinto doppelt schnell

Bislang kannte man Tatjana Pinto vornehmlich als 60- und 100-Meter-Sprinterin. 2018 nahm sie auch vermehrt die 200 Meter in

Angriff und zeigte dort ihre Qualitäten. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften glänzte sie mit zwei überlegenen Siegen über 60

und 200 Meter in 7,06 und 23,19 Sekunden

Stabhochsprung | 17.2.2018

1. Katharina Bauer (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4,51

2. Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) 4,46

3. Friedelinde Petershofen (SC Potsdam) 4,41

4. Stefanie Dauber (SSV Ulm 1846) 4,31

5. Anjuli Knäsche (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) 4,21

5. Jacqueline Otchere (MTG Mannheim) 4,21

7. Martina Strutz (Hagenower SV) 4,11

8. Regine Kramer (TSV Bayer 04 Leverkusen) 4,11

Dreisprung | 17.2.2018

1. Neele Eckhardt (LG Göttingen) 14,13

2. Jessie Maduka (ART Düsseldorf) 13,81

3. Birte Damerius (TSV Rudow) 13,19

4. Klaudia Kaczmarek (LAZ Rhede) 13,17

5. Maike Anstett (LG Region Karlsruhe) 12,42

6. Stefanie Kuhl (SC Potsdam) 12,36

7. Lisanne Rieker (LG Göttingen) 12,36

8. Leonie Neumann (VfL PFullingen) 12,06

Weitsprung | 18.2.2018

1. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) 6,68

2. Nadja Käther (Hamburger SV ) 6,49

3. Melanie Bauschke (LAC Olympia 88 Berlin) 6,44

4. Julia Gerter (LG Eintracht Frankfurt) 6,41

5. Alexandra Wester (ASV Köln) 6,35

6. Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid 01) 6,29

7. Annika Gärtz (LV 90 Erzgebirge) 6,18

8. Michelle Weitzel (LAZ SAAR 05 Saarbrücken) 6,09

Kugelstoßen | 17.2.2018

1. Alina Kenzel (VfL Waiblingen) 17,37

2. Lena Urbaniak (LG Filstal) 16,82

3. Josephine Terlecki (SV Halle e.V.) 16,67

4. Julia Ritter (TV Wattenscheid 01) 16,61

5. Katharina Maisch (TuS Metzingen) 16,51

6. Sarah Schmidt (LV 90 Erzgebirge) 16,42

7. Selina Dantzler (LG STadtwerke München) 16,03

8. Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) 15,93

LEICHTATHLETIK 2018 143

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LEICHTATHLETIK 2018 EM-Fazit & Impressum

Es war

ein Fest ...

... nicht nur im Berliner Olympiastadion,

sondern auch auf dem Breitscheidplatz

mitten in der Berliner City-

West. Hier wurden die Europameisterschaften

mit einem großen Feuerwerk

eröffnet und das Programm auf der

„Europäischen Meile“ brachte eine ganz

Woche lang den Spirit der Leichtathletik

mitten in die Stadt. In der 3000 Zuschauer

fassenden Generali-Arena wurden die

Sieger geehrt. Im Schatten der Kaiser-

Wilhelm-Gedächtniskirche begannen

und endeten alle sechs Straßenwettbewerbe

im Marathon und Gehen. Auf der

„Europäischen Meile“, wurde täglich ein

riesiges Leichtathletik-Fest gefeiert. Die

Wettkämpfe aus dem Olympiastadion

wurden auf Großbildleinwänden gezeigt

und ein Bühnenprogramm mit Interviews

und Shows geboten. Es war ein Europafest

mit Gästen aus 52 Nationen, bei dem

auch der Breiten- und Gesundheitssport

im Fokus stand.

An unterschiedlichen Thementagen

wurde ein buntes Rahmenprogramm aus

sportlichen Mitmach-Angeboten, Expertenvorträgen

und einer täglichen Koch-

Show geben, das von der Europäischen

Union (EU) im Rahmen ihres Erasmus-

Programms gefördert wurde. Am Informationsstand

des Deutschen Leichtathletik-Verbandes

(DLV) konnte man sich zudem

täglich zu Gesundheitsthemen und

Sportangeboten informieren und mit den

Experten ins Gespräch kommen.

Berlin 2018 wurde zu einem Meilenstein

in der EM-Geschichte. Zukünftige

Meisterschaften müssen sich daran

messen lassen. Bleibt zu hoffen, dass

die Leichtathletik den innovativen Weg

fortsetzt. Dann werden alle Fans auch in

Zukunft ein sportliches Feuerwerk der

olympischen Kernsportart erleben.

IMPRESSUM

Leichtathletik 2018

Die großen Momente:

EM in Berlin | DM in Nürnberg |

Hallen-WM in Birmingham

Herausgeber

Deutscher Leichtathletik-Verband

Alsfelder Straße 27

64289 Darmstadt

www.leichtathletik.de

Verlag

DLM RunMedia GmbH

Vogelsanger Straße 187

50825 Köln

www.leichtathletik-buch.de

Redaktion

Christian Ermert (V.i.S.d.P.)

Anja Herrlitz, Norbert Hensen,

Bodo Höche

Texte:

SID Sport-Informations-Dienst

Fotos:

Imago Sportfotodienst,

Berlin Leichtathletik-EM 2018 GmbH

Grafik & Layout: DLM RunMedia GmbH

Druck:

Ernst Kabel Druck GmbH, Hamburg

Kein Teil dieses Buches darf ohne

schriftliche Genehmigung des Verlages

vervielfältigt oder verbreitet werden.

Unter dieses Verbot fallen insbesondere

auch die Vervielfältigung per Kopie, die

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© 2018 | DLM RunMedia GmbH

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9818230-2-8

144 LEICHTATHLETIK 2018

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Leichtathletik

Die großen Momente der Saison

2018

Was war das für ein Fest! Berlin war wieder mal Leichtathletik-Hauptstadt. Die besten Athletinnen

und Athleten haben im Kampf um Medaillen, Platzierungen und Bestleistungen dafür

gesorgt, dass die Europameisterschaften im Olympiastadion, aber auch mitten in der City

am Breitscheidplatz im Schatten der Gedächtniskirche zu einem Sommermärchen wurden. Mit

sechs Goldmedaillen für Deutschland. Erleben Sie noch einmal, wie Gesa Krause zum Hindernisgold

stürmte. Wie die Speerwerfer Thomas Röhler und Andreas Hofmann ihre Dominanz, die sie die

gesamte Saison über gezeigt hatten, in Gold und Silber umwandelten. Wie sich Arthur Abele zu König Arthur krönte und

sich endlich mit 32 Jahren seinen großen Zehnkampf-Traum erfüllte. Wie sich Christin Hussong mit dem Speer im entscheidenden

Moment so steigerte, dass ihr Gold nicht zu nehmen war. Wie Mateusz Przybylko alle Höhen bis zum

EM-Titel ohne Fehl und Tadel nahm. Und wie Weitspringerin Malaika Mihambo im dritten Versuch Nerven wie Drahtseile

zeigte und mit 6,75 Metern zu Gold flog. All‘ das, aber natürlich auch die Erfolgsgeschichten der weiteren deutschen

Medaillengewinner und internationalen Stars, wird in diesem Buch mit fast 200 tollen Bildern noch einmal lebendig. Dokumentiert

vom Deutsche Leichtathletik-Verband in Kooperation mit dem Kölner Verlag DLM RunMedia und den besten

Leichtathletik-Fotografen von Imago Sportfoto. „Leichtathletik 2018“ wird Sie mit Sicherheit über viele Stunden sehr gut

unterhalten. Mit diesem Bildband holen Sie sich die Erinnerungen an fantastische Europameisterschaften in ihr Bücherregal.

ISBN 978-3-9818230-2-8 | 22,90 Euro

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