Highlights 2005 - Hanfjournal

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Highlights 2005 - Hanfjournal

#54

AUSGABE 01/06

01

Das Hanf Journal hat ein neues Büro. Deswegen müsst

ihr ab sofort eure zahlreichen Leserbriefe in die

Dunckerstraße 70 schicken. Was sonst so alles 2005

Heute wieder mal scheisskalt draussen?

Genau richtig, um im warmen Wohnzimmer zu sitzen

und beim Bushplanet vorbeizuschauen - da gibt´s viele

05

passiert ist, lest ihr in den Highlights.

feine Ideen, das Weihnachtsgeld von Oma sinnvoll zu

investieren :-) - check it out: www.bushplanet.tv

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Highlights 2005

Januar: Dr. Schnetker’s Wurstbowlen-Extrakt. Unsere Telefone

stehen nicht mehr still, die Mail-Boxen quellen über und die

Redaktionsmitglieder halten sich die Bäuche vor Lachen. Noch

Wochen später erhalten wir Anfragen, wo diese einzigartige

Droge zu bekommen sei. Werner und Martin reißen sich noch

einmal zusammen und machen ihre letzte Ausgabe des Hanf

Journals.

Februar: Endlich frei – zumindest für Martin und Werner,

während Micha, Roland und ich uns aneinander, an den neuen

Arbeitsplatz und wöchentliche Redaktionssitzungen gewöhnen

müssen. Wir machen unsere erste Ausgabe.

März: Der Aufhänger des Monats ist „Rot/Grün lässt Kranke

leiden“. Nachdem es Südhanf fünf Jahre erlaubt war, Hanf für

medizinische Zwecke anzubauen, besteht plötzlich seitens der

Bundesregierung kein Interesse mehr. Auch die allseits beliebten

Magic Mushrooms verschwinden in der Illegalität, wurden sie

doch ganz offiziell den Betäubungsmitteln angegliedert.

April: Der ach so fortschrittliche rot-rote Senat in Berlin legt

seine Grenze für „geringe Mengen“ fest: Zehn Gramm oder 40

Joints. Und dabei war einmal von 30 Gramm die Rede. Lang,

lang ist’s her, wie auch das inzwischen elf Jahre alte „Cannabis-

Urteil“ immer noch auf seine Umsetzung wartet. Der Renner

des Jahres in Sachen Hanf Journal-Preisrätsel ist der „schwarze

Erich“. Unzählige LeserInnen waren scharf auf diesen

Telefonhörer.

Mai: Im Europäischen Parlament diskutieren PolitikerInnen

mit ganz normalen BürgerInnen, denen eine andere Art von

europäischer Drogenpolitik vorschwebt. Der Vorsitzende der

Anti-Drogen-Vereinigung Carel Edwards bekommt seine Pfeife.

Und schlimmer wird’s nimmer: Ratzinger ist Papst.

Juni: Auch in England sind Psilocybine zukünftig verboten.

In Malaysia wird ein Mann wegen des Besitzes von einem

Kilogramm Marijuana hingerichtet. „Niagara“ wird „Spiel des

Jahres“.

Juli: Der Drogen- und Suchtbericht 2004 spricht von immer

mehr Cannabis-Konsumenten, vor allem unter den

Jugendlichen. Außerdem gingen immer mehr zu

Drogenberatungsstellen – selten jedoch freiwillig. Angeblich

steigt auch der Ecstasy-Konsum. Stimmt aber gar nicht. Nicht

zu vergessen: die Selbstbeweihräucherung. Obwohl die Seite

der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kaum

besucht wird, wird sie als Erfolg dargestellt.

August: Die HanfApotheke eröffnet im Netz ihre Türen. Am

13. August finden erst einmal nur wenige die Hanfparade. Im

Laufe der Demonstration kommen dann doch immer mehr.

Der Tag gipfelt in der Hanf Journal-Party im YAAM. Ansonsten

immer noch Sommerloch.

September: Wahlen stehen ins Haus. Drogenuser haben

eigentlich keine. Das Hanf Journal bangt um seine Legalität.

Wurden doch im schönen Bayern einem Ladeninhaber die

Samenwerbung im Hanf Journal fast zum Verhängnis. Aber

nur fast, denn es fehle „ein Tatbestand der missbräuchlichen

Werbung für Betäubungsmittel“. Natürlich.

Oktober: Angela Merkel hat’s geschafft und wird die neue

Regierungschefin. Innenminister wird mal wieder Schäuble.

Die USA fordern von Kanada die Auslieferung des Hanf-

Aktivisten Marc Emery. Es häufen sich die Meldungen über

mit Talkum gestrecktes Gras. In Berlin-Kreuzberg machen

Mütter gegen Dealer mobil. „Louis XIV.“ bekommt den

Deutschen Spielepreis.

November: In Essen soll ein Head-Shop-Betreiber alles, was

irgendwie jugendgefährdend sein könnte, unsichtbar machen.

Dabei beziehen sich die Behörden auf den § 7 des

Jugendschutzgesetzes. Dr. Green berichtet zum letzten Mal

vom Alltag auf einer Hanf-Farm.

Dezember: Anders als erwartet, muss Marion Caspers-Merk

ihren Sessel für ihre Parteifreundin Sabine Bätzing räumen. Ob

sich an der Drogenpolitik zukünftig was ändert, ist eher

zweifelhaft. Obwohl schon Monate vorher gefällt, wird erst

jetzt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts öffentlich

bekannt, das den Weg für Cannabis als Medizin frei macht. In

den USA nehmen die Festnahmen und die Anzahl der

Gefängnisinsassen vor allem wegen Cannabis zu. Thomasius

soll eine Studie zu Cannabis machen. Das dürfe nicht sein,

meinen selbst die Grünen.

Und wir räumen so Stück für Stück unser Büro. Denn mit dem

Ende diesen Jahres ist auch unsere Zeit in der Lettestraße zu

Ende. Wir ziehen um und sind ab Anfang Januar im neuen

Büro.

Ab 01.01.2006 lautet unsere Adresse:

Hanf Journal, Dunckerstaße 70, 10437 Berlin

Kerstin Koch

Schon seit längerer Zeit hat sich ein Gerücht in den

Köpfen festgesetzt, welches einfach nicht verschwinden

will. GEN-GRAS ist das böse Wort. Warum es kein

Gen-Gras gibt, erklärt KIMO ausführlich auf Seite 5

Die SchweizerInnen

haben genug

„Mir händs – über 100.000 sind im Sack.“ So freuen sich

die Schweizer AktivistInnen der Initiative „Pro

Jugendschutz - Gegen Drogenkriminalität”. Sie haben

kurz vor Ende der gesetzten Frist mit eben jenen 100.000

notwendigen Unterschriften die Voraussetzung erfüllt,

dass es zu einem Volksentscheid zur Legalisierung von

Hanfanbau und -konsum kommen kann. Insgesamt

wurden 135.000 gesammelt, davon sind 102.000 schon von

den Gemeinden als gültig bescheinigt. Mitte Januar werden

die Listen offiziell dem Nationalrat (für Nicht-Schweizer:

vergleichbar mit dem Bundestag) vorgelegt.

Kann der sich nicht einigen, kommt es zum Volksentscheid.

Und danach sieht es fast aus, denn das Parlament hat bis

heute trotz mehrerer Anläufe keine Mehrheit für eine

Gesetzesänderung gefunden. Eine Neuregelung wurde

letztes Jahr vor allem von konservativen Abgeordneten

der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP)

buchstäblich in letzter Sekunde blockiert, denn die

Mehrheitsverhältnisse sind bei diesem Thema äußerst

knapp. Zwar haben alle Parteien nach Bekanntgabe der

erfolgreichen Sammelaktion verkündet, dass der zu

erwartende Volksentscheid nicht das Wahlkampfthema

2007 werden dürfe. Deshalb müsse der Nationalrat vorher

eine Einigung finden, aber die Realität sieht

höchstwahrscheinlich anders aus.

Sollte das Schweizer Volk für die Gesetzesvorlage der

Initiative stimmen, so ist der Gesetzgeber verpflichtet,

diese ohne Einschränkungen umzusetzen. Bisher sind,

anders als gemeinhin angenommen, der Handel, der

Anbau und sogar der Konsum in der Schweiz verboten.

Eine absolute Lachnummer in einem Land, in dem an

jeder Ecke öffentlich gekifft wird und selbst in ländlichen

Gegenden der Anbau für den Eigenbedarf gut sichtbar

im Vorgarten steht. Aber immerhin gibt es dort schon eine

Menge BürgerInnen und PolitikerInnen, die diese

Widersprüchlichkeit erkannt haben und das ändern wollen.

Ganz im Gegensatz zu Österreich oder gar Deutschland.

Michael Knodt

Schutzpreis 50 Cent / Für gute Kunden kostenlos /


2

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

news

In unserem Eckthema zeigen wir noch ein

letztes Mal unser ehemaliges Büro in der

Lettestrasse

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Dunckerstrasse 70

10437 Berlin

tel.: 030/44 79 32 84

fax.: 030/44 79 32 86

email: zentrale@hanfjournal.de

Geschäftsführer: Emanuel Kotzian (V.i.s.d.P.)

Sitz der Gesellschaft: Berlin AG Charlottenburg, HRB Nr. 89200

Steuer-Nr. 37 220 20818

Redaktion:

Kerstin Koch, Roland Grieshammer, Michael Knodt

Impressum

Mitarbeiter an dieser Ausgabe:

Hans Cousto, Max Air, Oliver Nuss, Dr. Franjo Grotenhermen, Ir.D. Kroeze,

Jan Schlesinger, KIMO, Martin Schwarzbeck, Werner Graf

Layout:

Schnittstelle Inc.

Illustration:

Lukas Tkotz

Fotos:

Privat, Im Auftrag des Hanf Journals,

Special Thanx to the Hanfburg Forum for fotos

Korrektur:

Korrekturen-Text (Kerstin Thierschmidt)

Anzeigen:

Emanuel Kotzian

030/44 67 59 02

vertrieb@hanfjournal.de

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt. Gegen

einen Betrag von 42 Euro (Inland) oder 84 Euro (Ausland) jährlich kann das

Hanf Journal beim Herausgeber bezogen werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

Druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber keine Haftung

übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der

angegebenen Internetadressen und Links.

Achtung jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren Drogen zu konsumieren.

Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de

Beitrag von Hans Cousto

Abschiedsfeuer auf Caspers-Merk

Dauerhysterie und Steuererhöhungen

Die meisten Verlautbarungen der Drogenbeauftragten der

Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, betrafen in den letzten

Jahren die Drogen Alkohol, Tabak und Cannabis.. Bei den

Drogen Alkohol (Alcopops) und Tabak betonte sie immer wieder

die gesundheitspolitisch positiven Effekte der Steuererhöhungen

und bei Cannabis vermeldete sie in hysterischer Weise eine

Horrormeldung nach der anderen. Ansonsten verwaltete sie

mehr oder weniger konsequent das Erbe ihrer Vorgängerin

Christa Nickels: legale Fixerstuben und Heroinabgabe.

Alkopopsteuer

Mit dem Gesetz zur Verbesserung des Schutzes junger Menschen

vor Gefahren des Alkohol- und Tabak-Konsums vom 23. Juli

2004 ist auf spirituosenhaltige Süßgetränke – zusätzlich zur

Branntweinsteuer – eine Sondersteuer (Alkopop-Steuer)

eingeführt worden. Alcopops in kleinen Flaschen mit 0,275

Liter Inhalt wurden zwischen 80 und 90 Cent teurer.

Wohlstandsbürger kümmerte diese Neuregelung wenig – sie

tranken schon vorher am liebsten Champagner. Betroffen von

der neuen Steuer waren vor allem die armen Mittelstandskinder

– die trinken jetzt wieder vornehmlich Bier. Einige haben dank

dieser neuen Lenkungssteuer ihren Alkohol-Konsum auch

reduziert. Somit hatte diese neue Steuer auch einen

gesundheitspolitisch positiven Effekt. Sie war jedoch die einzige

Maßnahme im Drogen-Bereich, die nachweislich während der

Amtszeit von Caspers-Merk zur Verbesserung der Gesundheit

junger Menschen beigetragen hat.

Tabaksteuer

In Deutschland wurde die Tabaksteuer während der Amtszeit

von Caspers-Merk als Drogenbeauftragte gleich fünfmal erhöht:

am 1. Januar 2002 und am 1. Januar 2003 um jeweils einen Cent

pro Zigarette, am 1. März 2004, am 1. Dezember 2004 und am

1. September 2005 um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette, insgesamt

also um 5,6 Cent pro Zigarette, die jetzt im Durchschnitt 22,2

Cent kostet. Gut 17 Cent davon kassiert der Staat als Tabakund

als Mehrwertsteuer. Wohlstandsbürger kümmerten diese

Steuererhöhungen wenig, ärmere Raucher stiegen auf andere

Darreichungsformen wie Sticks, Tabak und Papers um oder

kauften die Zigaretten vermehrt im Ausland oder bei

Schmugglerbanden.

Und dieser Anteil der Raucher ist, bedingt durch die

Steuererhöhungen, kräftig am Wachsen. Allein im Zeitraum

vom ersten zum dritten Quartal 2005 stieg der Anteil von nicht

in Deutschland versteuerten, jedoch in Deutschland gerauchten

Zigaretten von 14,9 Prozent auf 16,7 Prozent. Diese Werte

wurden bei einer Längsschnittstudie ermittelt, bei der gezielt

in verschiedenen Mülltrennanlagen über 10.000

Zigarettenschachteln pro Monat auf das Vorhandensein einer

Steuermarke hin überprüft wurden. Die meisten

„Schwarzraucher“ leben übrigens im Norden von Bayern. In

Hof lag nämlich der Anteil von gefundenen

Zigarettenschachteln ohne deutsche Steuermarke mit 64,7

Prozent bundesweit am höchsten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts konsumierten

die Raucher in Deutschland 2004 etwa 16 Prozent weniger

versteuerte Zigaretten, aber 30 Prozent mehr versteuerten

Feinschnitt als im Vorjahr. Damit wurde etwa ein Viertel des

Zigarettenrückgangs durch Feinschnitt kompensiert. Wie hoch

jedoch die Kompensation von versteuerten Zigaretten durch

geschmuggelte Ware war, kann nur geschätzt werden. Jeder

fünfte Raucher nannte bei Befragungen jedenfalls als

Bezugsquellen für Zigaretten auch „Bekannte“, „Ausland“ und

„anderer Ort“: Am häufigsten in Bayern mit 26,3 Prozent, in

Berlin waren es mit 13,3 Prozent nur halb so viele und nur

zehn Prozent in Baden-Württemberg.

Cannabis: Stabile Preise

Der Handel mit psychotrop wirkenden Cannabis-Produkten

ist in Deutschland illegal. Der Handel wird ausschließlich vom

Schwarzmarkt kontrolliert. Dies hat die Kiffer vor

Preiserhöhungen bewahrt. Die Preise für Gras und Haschisch

sind weitgehend stabil geblieben, der THC-Gehalt von

Marihuana stieg jedoch von durchschnittlich etwa sechs Prozent

im Jahr 2000 auf 8,5 Prozent im Jahr 2003 und auf 10,8 Prozent

im Jahr 2004. Der THC-Gehalt von Haschisch blieb in den

letzten Jahren hingegen weitgehend konstant und pendelte

zwischen sieben und acht Prozent hin und her. Viele Liebhaber

von Marijuana erhielten somit in den letzten Jahren mehr

Wirkstoff pro bezahlten Euro.

Dauerhysterie bei Cannabis

Das Pendant zu Sucht und exzessivem Konsum ist nicht

Abstinenz, sondern Drogenmündigkeit. Für den Wechsel weg

von der Abstinenz-Orientierung hin zur Drogenmündigkeit

müssen deshalb solche Methoden entwickelt werden, die die

Vermittlung von Drogenkunde, Genussfähigkeit,

Risikomanagement und Kritikfähigkeit in Bezug auf den

Umgang mit psychotropen Substanzen anstoßen und fördern.

Das Predigen von Abstinenz ist hingegen zumeist ideologisch

motivierter Selbstzweck und hilft nicht im Geringsten, den

Drogenkonsum zu mindern oder gar Drogen-Probleme zu

lösen. Dennoch predigte die Drogenbeauftragte Caspers-Merk

immer wieder das Abstinenz-Paradigma – zumindest bezüglich

Cannabis – und erkannte dabei nicht, dass die gesellschaftliche

Zielvorstellung von Abstinenz nichts anderes als ein Ausdruck

einer totalitären Phantasie ist.

Die Drogenbeauftragte Caspers-Merk betonte zwar immer

wieder, dass wir eine offene Risikodebatte bräuchten, in der

der Cannabis-Konsum nicht dramatisiert, aber auch nicht

verharmlost werde. Doch Caspers-Merk machte genau das,

was man nach ihrer Meinung nicht durfte, sie dramatisierte

den Cannabis-Konsum. Sie argumentierte nicht sachlich,

sondern sie verbreitete immer wieder fundamentalistische

Parolen, oft mit diversen abenteuerlichen Behauptungen

garniert. Damit machte sie sich jedoch nur unglaubwürdig und

überzeugte keine jugendlichen Kiffer zur Mäßigung, sondern

provozierte sie regelrecht zu mehr Konsum.

In Deutschland haben 12,5 Millionen Menschen Erfahrungen

mit der psychotropen Wirkung von Cannabis gemacht, etwa

vier Millionen haben im letzten Jahr Cannabis konsumiert, im

letzten Monat vor den jeweiligen Befragungen in den Jahren

2003 und 2004 hatten knapp zwei Millionen – mehr als je zuvor

– Cannabis konsumiert. Entgegen den oft wiederholten

Behauptungen von Caspers-Merk hat die Zahl der Jugendlichen

unter 18 Jahren, die Cannabis konsumieren, in den letzten

Jahren nicht zugenommen, sondern blieb nahezu konstant.

Bekundeten im Jahr 2001 etwa 10 Prozent dieser Altersgruppe

einen aktuellen Konsum, so waren es im letzten Jahr 10,1

Prozent.

Fazit: Mit ihrer Dauerhysterie betreff Cannabis hat

Caspers-Merk nichts erreicht.

Kolumne

Christliche Symbolik – Teil II

Pastor David

Es ist ein wenig wie bei einem Puzzle: Alle Teile sind vorhanden,

aber gut durchgemischt, sodass man auf den ersten Blick nur

Chaos sieht ..., suchen wir die zentralen Themen:

Jesus, entstanden ohne Samen, aus der „jungfräulichen Mutter“

Erde: Eine Umschreibung für den Heiligen Pilz, der aus dem

nicht-gepflügten, naturbelassenen Boden sprießt, ohne dass er

gesät worden wäre.

Das „Reich Gottes ist nicht von dieser Welt“: die Heiligen Pilze

ändern die Realitätswahrnehmung und statt der materiellen

wird die spirituelle Welt wahrgenommen und eine große Nähe

und Liebe zur Umwelt verspürt, die „Nächstenliebe“. „Liebe

deinen Nächsten wie dich selbst“ ist also nichts weiter, als die

Aufforderung, Heilige Pilze zu verspeisen!

Das wichtigste Fest der Katholiken ist Ostern. Es verbindet die

Wintersonnenwende, die seit jeher mit „Tod und

Wiederauferstehung“ (der Sonne) verbunden wurde mit dem

Ego-Tod. Anhänger Teonanacatls überwinden ihren (Ego-)Tod,

lösen damit die Fessel („Angst vor dem Tod“) der Sklaven-

Zivilisation und legen dann lebendiges Zeugnis ab von der

„Frohen Botschaft“: Auf das alle den Heiligen Geist in sich

aufnehmen mögen!

Die Erklärung der Dreifaltigkeit: Gott, sein Geschöpf und der

Heilige Geist in einem: Der Jesus-Pilz.

„Dies ist mein Fleisch. Nehmet und esset alle davon!“

Pastor David Jan Schlesinger


Drogenbeauftragte und kein Ende

Der Drogenbeauftragte der Stadt Jena, Ralph

Wiechmann, hat die Ausübung seines Amtes

offenbar sehr wörtlich genommen und fühlte sich

beauftragt, Drogen auf die eine oder andere Art

zu verwalten und/oder zu konsumieren. Auf

jeden Fall hat die Polizei bei einer

Hausdurchsuchung eine Pille Ecstasy (welche

Sorte ist leider nicht bekannt), Hasch (auch hier

ohne Sortenangabe), eine geringe Menge Chrystal

und 150 Diazepam-Pillen gefunden. Ob die

Leckerchen für den Eigenbedarf bestimmt waren,

muss noch geklärt werden. Die Polizei geht

allerdings eher davon aus, dass er und eine

„drogensüchtige Praktikantin“ der Behörde den

Kram vercheckt haben. Unseren Informationen

zu Folge war der Beschuldigte, der alle Vorwürfe

abstreitet und nach eigener Aussage „detaillierte

und überzeugende Begründungen abgegeben

habe“, ein engagierter Basisarbeiter, der laut seines

Anwalts „nicht nur Sesselfurzerei betrieben hat“.

Ein Gericht wird den Fall aufklären, seinen Job

und sein Dope ist der Mann schon jetzt los.

Auch Elfriede Koller ist seit kurzem die

ehemalige Drogenbeauftragte des Landes Berlin.

Dass Koller aufgrund ihrer Abneigung gegen die

in diesem Jahr eingeführte „Zehn-Gramm-

Regelung“ abgesetzt wurde, hält sich als Gerücht

in Senatskreisen so hartnäckig, dass es von

offizieller Seite dementiert werden musste.

Nachfolger im Amt wird der parteilose

Staatssekretär Hermann Schulte-Sasse.

Dass wir Marion Caspers-Merk (SPD) keine Träne

nachweinen, ist ja schon länger bekannt, ihre

Nachfolgerin und Parteigenossin Sabine Bätzing

hat leider noch nicht auf unseren Interview-

Wunsch reagiert, eigentlich hat sie bis heute noch

nicht einmal geantwortet. Stellung genommen

hat sie allerdings an anderer Stelle. Ihre

Einstellung zur Legalisierungs-Debatte,

insbesondere von Cannabis, kann in der FAZ vom

15.12.2005 nachgelesen werden: „Eine

Legalisierung von Drogen wird es mit mir nicht

geben.“ Sorgen bereiten ihr vor allem der

steigende Cannabis-Konsum bei jungen Menschen

zwischen zwölf und 25.

Dass das an der Illegalität von Cannabis und an

fehlenden Jugendschutzmaßnahmen und -

gesetzen liegt, die anderswo prima greifen, hier

aber scheinbar nicht angewendet werden können

ist bisher (noch?) nicht diskussionswürdig.

Stattdessen werde sie die von ihrer Vorgängerin

begonnene Arbeit in Sachen Reduzierung des

Alkohol- und Tabak-Konsums weiterführen.

Großbritannien: Weiterdenken erlaubt

Der neue Chef der britischen Konservativen,

David Cameron (39), überrascht durch seine

liberale Einstellung in Bezug auf Hanf: Vor drei

Jahren stimmte er für den Abschlussbericht eines

Parlamentsausschusses, der unter anderem

empfiehlt, dass „die Regierung eine Diskussion

über Alternativen innerhalb des nationalen Amtes

für Drogenfragen (zuständig für

Gesetzesentwürfe, Anm. der Redaktion) anregt,

die eine Legalisierung und Regulierung

einschließt, mit dem Ziel, gegen das internationale

Drogen-Dilemma vorzugehen“.

Inzwischen klingt das schon wesentlich

zurückhaltender. Auf die Gretchenfrage, ob er

denn schon mal das böse Etwas konsumiert habe,

weicht er – wenn auch direkter – in bester Clinton-

Tradition aus: „Kein Kommentar“. Das mit der

Legalisierung klingt auch nicht mehr ganz so

fortschrittlich, aber immerhin spricht er sich für

einen vorurteilsfreien Umgang mit dem Thema

und eine weitergehende Forschung aus. Und noch

ist er gegen eine Rückstufung von Hanf zur harten

Droge, was wiederum viele seiner Parteikollegen

fordern.

Traditionell: Zensur in Bayern

Wer gedacht hat, der Bayrische Rundfunk (BR)

sei bei der Ausstrahlung des Hans Söllner-Films

„Der Rebell“ über seinen eigenen Schatten

gesprungen, liegt falsch. Wer hätte das gedacht?

Die ausgestrahlte Fassung wurde gekürzt und

mit BR-eigenem Material aufgepeppt und zwar

gegen den ausdrücklichen Willen des Regisseurs

Andreas Stiglmayr. Hat die Kollegen vom

Fernsehen aber gar nicht gejuckt, denn die Rechte

am Film hatte sich der BR unter den Nagel

gerissen.

Mehr zum Thema:

www.drugblog.de/index.php?itemid=63#more

Bis zum bitteren Ende

THC-Molekül

Potsdam: Ein Arzt hilft einem als unheilbar eingestuften,

Krebskranken Patienten mit Dronabinol – THC in Tablettenform,

legal produziert. Der Patient nimmt wieder zu und sein

Allgemeinzustand bessert sich so weit, dass er auf andere

Medikamente umgestellt werden kann. Der Arzt hält ihn für

gerettet.

So weit so gut, aber: Künstlich hergestelltes Cannabis ist nicht

gerade billig. Und weil auch in Krankenkassen-Vorständen

Ideologen hocken, zahlen die einen das Mittel, die anderen

weigern sich. Egal ob „Cannabis“, in welcher Form auch immer,

dem Patienten hilft, es gibt ja schließlich andere, billigere

Medikamente. Das diese vielleicht wie in diesem Fall nicht

anwendbar sind, interessiert dabei niemanden.

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

Und so fordert die Kasse nach diversem Gerichts-Hickhack die

Kohle zurück. Und zwar von dem Arzt. Der soll jetzt mal eben

76.000 Euro zahlen, da er das falsche Medikament verschrieben

habe. Der Mediziner hat nun auch keinen Bock auf Ärger und

muss aufhören, Dronabinol zu verschreiben.. Die Arschkarte

aber hat der Patient gezogen, welcher letztes Jahr einen Rückfall

mit Gewichtsverlust und Fieberschüben hatte. Daraufhin

empfahlen die Onkologen im Klinikum ein Medikament:

Dronabinol. Kann aber leider nicht noch einmal verschrieben

werden. Die Kasse des Krebspatienten weigert sich weiterhin

die Kosten zu übernehmen. Andere Kassen würden dies zwar

tun, ein Kassenwechsel steht hier natürlich nicht zur Wahl,

Sterben schon eher. Klingt hart, ist leider wahr. Das tschechische Parlament hat Anfang Dezember ein neues

Strafgesetzbuch verabschiedet, das ab Januar 2007 das 43 Jahre

alte, bisher gültige, ablöst. Drogen werden nun in „milde“ und

„harte“ aufgeteilt. Das Pflanzen einer kleinen Menge von

Marijuana und halluzinogenen Pilzen für den eigenen Bedarf

soll dabei erlaubt sein. Damit ist die Tschechei der erste Staat

auf der Welt, in dem kleine Mengen Cannabis – ausschließlich

für den Genuss – nicht nur toleriert werden, sondern ab

kommendem Jahr sogar legal sind.

news

Kleine Mengen Gras

und Psilos in

Tschechien bald legal

Die Tschechei steht laut neuestem EU-Bericht europaweit an

erster Stelle, wenn es ums Kiffen geht. Endlich haben Politiker

eines EU-Landes eingesehen, wie wenig sinnvoll es ist, ein

Viertel seiner BürgerInnen unter 35 zu Kriminellen

abzustempeln. Abzuwarten bleibt, ob dieser liberale Wind in

Brüssel auf Gegenliebe stoßen wird.

Allerdings muss die Gesetzesnorm noch im Senat erörtert und

vom Staatspräsidenten Vaclav Klaus unterzeichnet werden.

Mehr zum Thema:

http://derstandard.at/?url=/?id=2260653

3


4

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

L

Legalisierung

Unter der Legalisierung versteht man die Aufhebung der

bestehenden Verbote. Es gibt verschiedene Modelle und Ideen,

wie eine „Legalisierung“ umgesetzt werden könnte und nicht

alle sehen wirklich einen völlig legalen Status für Cannabis

vor. Übliche Forderungen sind die „Entpönalisierung“, also

die Herabstufung des Umganges mit Cannabis von einer Straftat

zu einer Ordnungswidrigkeit (• Liberalisierung), oder das so

genannte „Coffee-Shop-Modell“, also der legale Verkauf in

Fachgeschäften.

Liberalisierung

Als Liberalisierung bezeichnet man eine Gesetzesänderung,

die zum Beispiel zu geringeren Strafen bei Besitz von Cannabis

führt. Das wäre zum Beispiel die Herabstufung eines

Besitzdeliktes von einer Straftat zu einer Ordnungswidrigkeit,

wie es in Großbritannien geschehen ist. Einige bevorzugen

diese Variante, weil sie weniger radikal als eine völlige

Legalisierung ist und die Öffentlichkeit schonend auf eine

Legalisierung vorbereite. Kritiker führen dagegen an, dass eine

kontrollierte Abgabe und eine klare Trennung der Märkte nur

bei einer Legalisierung möglich sind. Außerdem könne eine

Liberalisierung zu einer Stagnation des Legalisierungsprozesses

führen.

M

Marihuana (Marijuana)

Begriff für die Hanf-Blüten, der in den 1930er-Jahren geprägt

wurde. Der Name kommt aus dem Mexikanischen und soll

eine Kulturfremdheit der Pflanze suggerieren, analog zu den

damaligen Bestrebungen den Hanf-Konsum rassistisch zu

stigmatisieren.

Medizin

Cannabis wird seit Tausenden Jahren medizinisch verwendet.

Erste Hinweise führen sogar zurück bis in die Steinzeit. Die

Verwendungszwecke sind dabei vielseitig: Hanf wurde gegen

Kopfschmerzen, Übelkeit, Menstruationsbeschwerden,

Impotenz, Hühneraugen, Warzen, Appetitlosigkeit und viele

andere Beschwerden eingesetzt. In der modernen Medizin ist

der Einsatz durch rechtliche Schwierigkeiten stark

eingeschränkt. Cannabis scheint aber bei einer Vielzahl von

Erkrankungen wie Entzündungen, Krämpfe und Schmerzen

Linderung zu verschaffen.

N

news

Longpapers

Longpapers sind lange ungefähr zehn

oder elf Zentimeter lange Zigarettenpapiere,

die zur Herstellung von Joints

verwendet werden. Joints sind länger als

normale Zigaretten, weil sie normalerweise

von mehreren Leuten geteilt

werden.

Nutzhanf

So genannter „Nutz- oder Faserhanf“ ist eine spezielle Züchtung

von Cannabis Sativa, die unter 0,3 Prozent THC enthält und

deren Anbau in Deutschland unter bestimmten Bedingungen

erlaubt ist. Nutzhanf wird zur Fasergewinnung vor allem für

die Papier- oder Textilherstellung verwendet.

Nachtsicht

Um ihre Nachtsichtfähigkeit bei nächtlichem Fischfang zu

verbessern, rauchen jamaikanische Fischer traditionell vorher

Joints oder trinken Rum, in den Hanf-Blüten eingelegt wurden.

Nebenwirkungen

Cannabis-Konsum hat natürlich auch Nebenwirkungen. Häufig

können Augenrötung, Mundtrockenheit, Sprachschwierigkeiten

und Heiterkeit bis hin zur Albernheit, aber auch Müdigkeit

sowie Störungen des Kurzzeitgedächtnisses auftreten. Je nach

Dosierung, Ausgangsstimmung und körperlicher Verfassung

sind diese Nebenwirkungen mehr oder weniger stark. Bei

höheren Dosierungen sind auch niedriger Blutdruck, erhöhter

Puls, Desorientierung, Angstzustände und Übelkeit möglich.

Das ultimative Hanf-Lexikon Teil II (L-S)

O

Öl

Man unterscheidet zwischen dem so genannten Haschisch-Öl,

einem öligen, sehr THC-haltigen Extrakt aus dem Cannabis-

Harz, und dem Hanf-Samen-Öl. Letzteres ist sehr nährstoffhaltig

und besitzt cholesterinsenkende Eigenschaften. Außerdem hilft

es – sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet – gegen

Hautleiden wie Neurodermitis.

Ofen

Bezeichnung für einen Joint (besonders in Süddeutschland und

Österreich).

P

Outdoor

Als Outdoor-Anbau bezeichnet man den

Anbau von Hanf außerhalb geschlossener

Räume ohne Kunstlicht oder künstlichen

Nährboden.

Papers

Zigarettenpapier. Für Joints benutzt man oft längeres und

breiteres Zigarettenpapier. Gibt es in unterschiedlichen Formaten

von slim bis riesig und in unterschiedlichen Papierstärken,

man kann Joints auch mit zwei oder drei oder mehr

zusammengeklebten „kurzen“ Papers drehen.

Papier

Hanf wurde schon im alten China zur Papier-Herstellung

genutzt. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, die

Gutenberg-Bibel und andere alte Dokumente sind auf Hanf-

Papier gedruckt. Hanf-Papier ist ergiebiger (aus einem Hektar

Hanf kann man viermal so viel Papier herstellen wie aus einem

Hektar Wald), umweltschonender (Hanf wächst schneller nach

und man benötigt weniger Chemikalien) und robuster (da man

bei der Herstellung auf bestimmte aggressive Chemikalien

verzichten kann, zersetzt sich Hanf-Papier wesentlich langsamer

und hält Jahrhunderte) als Papier, das aus Holz hergestellt

wurde.

Pfeifen

Pfeifen zum Konsum von Cannabis gibt

es in allen Größen, Farben und Formen.

Am besten unterscheiden kann man

Chyllums, Bongs (Wasserpfeifen),

Kawumms, normale Pfeifen wie

Tabakpfeifen und kleine Purpfeifen.

Potenz

Seit Menschen Cannabis gebrauchen, scheint man sich

Gedanken um die Auswirkung auf die Potenz zu machen.

Früher wurde Cannabis noch als Potenzmittel gebraucht, vor

allem im Orient. In den 1930er-Jahren wurde sogar behauptet,

dass Cannabis ein „unstillbares sexuelles Verlangen“ hervorrufe.

In den letzten Jahren gibt es immer wieder Versuche zu

beweisen, dass Cannabis impotent mache. Dabei konnten

anscheinend Auswirkungen auf die Schwimmgeschwindigkeit

der Spermien festgestellt werden. Trotzdem bekommen

Cannabis-Konsumenten genauso wie Nicht-Konsumenten

Kinder, Cannabis macht jedenfalls im Normalfall nicht impotent.

Problem-Konsumenten

Als Problem-Konsumenten bezeichnet man Konsumenten, die

Probleme mit ihrem Cannabis-Konsum haben, ihn also nicht

mehr bewusst steuern und einteilen können. Ursachen hierfür

können psychische oder soziale Probleme sein. Besonders

häufig betroffen sind männliche Jugendliche. Täglicher Konsum

größerer Mengen mit „harten“ Konsum-Formen wie Bong-

Rauchen kann ein Symptom für Problem-Konsum sein. Wer

merkt, dass er seinen Konsum nicht mehr im Griff hat, sollte

auf Hilfsangebote zurückgreifen, da solcher Konsum oft

gesundheitsschädlich ist und die zugrundeliegenden Probleme

oft verschlimmert.

R

Rauchen

Rauchen gefährdet die Gesundheit. Das Argument, dass

Cannabis-Rauch deutlich mehr Krebs erregende Stoffe enthalte

als Tabak-Rauch ist allerdings nicht sehr schlagkräftig: Als

Cannabis-Konsument raucht man üblicherweise erheblich

weniger Cannabis, als ein durchschnittlicher Tabak-Raucher

Tabak raucht. Außerdem gibt es auch Möglichkeiten, Cannabis

ohne Rauchen zu konsumieren. Entweder inhaliert man

verdampftes THC durch einen Vaporizer oder man nimmt das

THC über den Verdauungstrakt auf: in Keksen, Kuchen oder

in Kakao gelöst.

Rastafari

Rastafarianismus ist eine besonders auf Jamaika verbreitete

Religion. Sie gründet sich auf der Bibel und alten afrikanischen

Traditionen und ist unter dem Eindruck der Sklaverei

entstanden. Gläubige Rastafari tragen Dreadlocks, die sie meist

mit einer als „Tam“ bezeichneten Strickmütze bedecken.

Außerdem ernähren sie sich vegetarisch, arbeiten aus

Überzeugung nur als Selbstständige, benutzen Cannabis, das

sie als „Ganja“ bezeichnen zur Unterstützung ihres Glaubens,

lesen sehr viel in der Bibel und verehren Haile Selassie, der

Kaiser von Äthiopien war. Der Grad der Religionsausübung

ist sehr unterschiedlich, das Ganja-Rauchen und die Dreadlocks

sind am meisten verbreitet.

Repression

Als Repression wird der Druck bezeichnet, der von Seiten des

Staates auf Cannabis-Konsumenten ausgeübt wird. Das

beinhaltet nicht nur das Betäubungsmittelgesetz und seine

Umsetzung, sondern auch verstecktere Repressionsmittel wie

die Fahrerlaubnisverordnung, die es ermöglicht, regelmäßigen

Cannabis-Konsumenten den Führerschein zu entziehen.

S

Samen

Hanf-Samen werden nicht nur zur Aufzucht neuer Hanf-

Pflanzen benötigt. Sie sind auch ein beliebtes Vogelfutter und

auch für Menschen eine willkommene Nahrungsergänzung.

Hanf-Samen enthalten das sehr gesunde Hanf-Öl, allerdings

kein THC. Sie schmecken leicht nussig und in früheren Zeiten

waren sie wegen ihres Nährstoff- und Fettgehaltes ein wichtiges

Nahrungsmittel. Daher hatte Hanf auch oft den Beinamen

„Arme-Leute-Kraut“.

Schmerzen

Hanf wird seit Jahrtausenden gegen Schmerzen verwendet.

Selbst Queen Victoria nahm eine Hanf-Tinktur gegen

Menstruationsbeschwerden ein. Die notwendige Dosis kann,

je nach Einsatzgebiet, auch unterhalb der psychotropen Schwelle

liegen, das heißt, dass eine Rauschwirkung nicht unbedingt

notwendig ist. THC-ähnliche Substanzen spielen offenbar bei

der Schmerzleitung eine wesentliche Rolle. Heutzutage kann

es auch gegen Schmerzen bei Krebs- oder Aids-Erkrankungen,

Multipler Sklerose und entzündlichen Darmerkrankungen wie

Morbus Crohn verwendet werden. Es verbessert auch die

Wirkung von opiumbasierten Schmerzmitteln wie Morphium,

sodass diese in geringerer Dosierung mit weniger

Nebenwirkungen gegeben werden können. Leider sind in

Deutschland nur die sehr teuren synthetischen Präparate

verschreibungsfähig und viele Krankenkassen verweigern die

Erstattung.

Stein

Anderes Wort für Haschisch.

Räucherstäbchen

Gibt es in jedem Head-Shop. In

einschlägigen Broschüren der Polizei wird

besorgten Eltern erklärt, dass

Räucherstäbchen benutzt werden, um den

Haschisch-Rauch beim heimlichen Kiffen

zu überdecken. Aber auch, wenn man

gerade nicht heimlich kifft, können sie

eine entspannte Atmosphäre schaffen.

Sucht

Der Begriff Sucht stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und

bezeichnet abfällig den Alkoholismus des so genannten

„Lumpenproletariates“. Dabei ist er auf das Wort „siecht“, also

Siechtum, Krankheit, zurückzuführen. Die

Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist dazu übergegangen,

den Begriff „Sucht“ durch den Begriff „Abhängigkeit“ zu

ersetzen.


Seit mittlerweile vielen Jahren hält sich, leider nicht nur auf

Seite der Prohibitionisten, hartnäckig das Gerücht vom

genmanipulierten Supergras. Kein Gerücht ohne Hintergrund,

also hab ich mich mal auf Spurensuche begeben.

Unter Genmanipulation versteht man die künstliche

Veränderung des Erbgutes. Dieses besteht aus vier Säuren, den

Bausteinen der DNA. Diese Säuren werden bei der

Genmanipulation – vereinfacht gesagt – untereinander

„ausgetauscht“ und ein Lebewesen mit neuen Eigenschaften

entsteht. Italienische Wissenschaftler haben versucht, Hanf

genetisch zu manipulieren, mit folgendem Ergebnis: „Laut den

italienischen Forschern Tito Schiva und Saverio Alberti ist Hanf

sogar gegen Genmanipulationen resistent“, so die

„Sonntagszeit“ Nr. 7 vom 17. Februar 2002 in „Das Leuchten

der Blumen“ „..Ziel der Studien war ursprünglich die

Herstellung von handelsüblichem Hanf, der von unerlaubten

Rauschmittelsorten zuverlässig unterschieden werden sollte.

Doch erwies sich ausgerechnet Hanf gegen eine

Genmanipulation resistent“.

Soso, unsere Mädels haben also gar keinen Bock, sich in ihren

Erbgutsträngen rumfummeln zu lassen, wie kommt es dann,

dass weiterhin kräftig das Gegenteil behauptet wird? Schuld

ist die Herbstzeitlose! Ja, ihr lest richtig, denn: die Knolle der

wunderschönen Zierpflanze enthält Colchizin. Dieses

hochgiftige und krebserregende Alkaloid, auch bekannt als

Spindelgift, kann niedrig dosiert gegen Gicht helfen, ruft aber

ebenso Mutationen bei Pflanzen hervor, deren Saatgut damit

behandelt wurde. Die Überlebensquote von Samen, die mit

Colchizin behandelt werden, beträgt zehn Prozent. Die

überlebenden Pflanzen werden oft, nicht immer, ertragreicher.

Der Grund: Die Erbanlagen wurden, einfach dargestellt,

verdoppelt, nicht verändert. Es handelt sich um eine Mutation,

also eine spontan auftretende oder herbeigeführte Veränderung

des Erbgutes, die ständig in der Natur vorkommt. Die Pflanze

ist jetzt polyploid, das heißt, sie hat nun mindestens drei

vollständige Chromosomensätze, die jedoch im Gegensatz zur

Genmanipulation unverändert sind.

Gen-Gras – ein modernes Weihnachtsmärchen und sein Hintergrund

Diese Wirkung ist schon seit 1934 bewiesen und noch viel

länger wird auf dem Gebiet geforscht. Unter anderem wurde

durch die Behandlung mit Colchizin eine neue Getreidesorte

(Triticale: Kreuzung aus Weizen und Roggen, siehe Foto)

geschaffen, die schon Jahrzehnte bei uns als Viehfutter und als

Rohstoff für Backwaren, Bier und Breie kultiviert wird. Gleiches

gilt für Rüben, diverse Futterpflanzen, und beispielsweise auch

für Stiefmütterchen. Die Anwendung von Colchizin gilt in

Botanikerkreisen als gängigste Methode, Polyploide herzustellen

und wurde schon bei fast allen bekannten Kulturpflanzen

angewendet.

Herbstzeitlose

Was das mit Gras zu tun hat? Natürlich gab es auch in Grower-

Kreisen bereits in den Siebzigerjahren Menschen, die, nachdem

sie ein paar Bio-Bücher gewälzt hatten, mit Colchizin

experimentierten, der bekannteste unter ihnen war Tim Leary

(von dem böse Zungen behaupten, er hätte durch den

ungeschützten Umgang mit Herbstzeitlosen-Extrakt später

Krebs bekommen). Die Ergebnisse entsprachen wohl nur

teilweise den Erwartungen und es war außerdem sehr

aufwendig, Samen mit Colchizin zu behandeln. Die niedrige

Überlebensquote, die aufgrund von Giftrückständen auftretende

Ungenießbarkeit der mindestens ersten beiden Generationen

und vor allem die nicht zu unterschätzende Gesundheitsgefährdung

beim Hantieren mit der Substanz, verhinderten

eine großflächige Verbreitung dieser Methode. Auch sind die

Folge-Generationen lange nicht so stabil wie bei durch natürliche

Selektion gewonnenem Saatgut, einfach gesagt: Die Produktion

von Samen durch natürliche Selektion ist sowohl in Bezug auf

den Ertrag als auch auf die Stabilität einer Sorte wirtschaftlicher

und unkomplizierter. Deshalb hat sich diese als einzige

durchgesetzt.

Ob polyploide Sorten, die es zweifelsohne gibt, nun durch

natürliche Mutation oder durch früheres Herumexperimentieren

mit Herbstzeitlosen-Extrakt entstanden sind, lässt sich

heutzutage nicht mehr nachvollziehen. Das gilt jedoch auch

für viele der Pflanzen, die wir täglich essen. Fest steht: Alle

Samenbanken und seriösen Züchter arbeiten nur mit Hilfe

natürlicher Selektion, die Frankenstein-Methode der Colchizin-

Behandlung wird höchstens noch von gewissenlosen Hobby-

Biologen angewandt, denen aber Zeit und Mittel, ihr Saatgut

weiter zu verbreiten, glücklicherweise nicht zur Verfügung

stehen.

Die gleiche Methode, die bei der Hanfsamen-Behandlung

angeblich Gen-Gras hervorruft, wird seit 1960er-Jahren an

nahezu jeder Kulturpflanze angewandt, auch im Freiland. Also

können wir davon ausgehen, dass unser Hanf mit Sicherheit

nicht mehr oder weniger genmanipuliert ist als unser Brot.

Erfolgreiche Versuche, künstliche Mutationen zu erzeugen, hat

es zweifelsfrei gegeben, die Methode konnte sich jedoch, anders

als bei vielen Lebensmitteln, bei Cannabis nicht durchsetzen

guerilla growing

Weizentrtikale (mitte) Roggen seit Jahren auf unseren Tellern

und hat mit Genmanipulation im heutigen Sinne nichts zu tun.

Wer nun auf die Idee kommt, so etwas selbst auszuprobieren,

denen sei gesagt: Finger weg, der Kontakt mit Colchizin ist

schon in geringen Mengen krebserregend und es bedarf eines

professionellen Labors und einer fundierten Ausbildung, um

gefahrlos mit dem Gift umzugehen. Der Umgang damit ist

sinnvoller weise genehmigungspflichtig. Auch wäre es ein

Unding, wenn jemand solches Saatgut in den Umlauf brächte.

Deshalb gibt es hier auch keine Anleitung.

Auch die leicht angestiegenen THC-Gehalte in einigen Sorten

lassen sich ausschließlich auf natürliche Auslese zurückführen,

hier eine Genmanipulation als Grund aufzuführen ist blanker

Unsinn. Auch sind dies oft zitierte „Spitzenwerte“ aus den

offiziellen Statistiken, ein signifikanter Anstieg des THC-

Gehaltes in Bezug auf die Gesamtmenge an beschlagnahmten

Cannabis-Produkten wurde nie festgestellt. Also, Herr Raab,

Frau Schmidt und wie sie alle heißen: erst informieren, dann

plakatieren, außerdem: Bei einer Legalisierung wären die

Mitglieder der Saatgut-Lobby sicher die Ersten, die laut über

eine Notwendigkeit von Hanfpflanzen-Mutanten nachdächten.

5

KIMO


6

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

guerilla growing

Die Ein-Gramm-pro-Watt-Hürde ist ein fester Begriff unter

Indoor-Farmern geworden. Sie gilt vielen als Ziel – anderen

als unsinniger Schwanzvergleich. Einige meinen, es müsste in

Gramm pro Kilowattstunden gerechnet werden – andere wollen

auch den Kenntnisstand des Gärtners mit einbeziehen. Ich

möchte euch nur meine Meinung zu grow-technischen

Schwanzlängenvergleichen geben!

Mehr geht nicht!

Seit ich mich mit dem Indoor-Growing beschäftige, gibt es von

Breedern, Growern und Autoren Ertragsangaben in Gramm

pro Watt (g/W) – aber was sagt uns eine Ertragsangabe in g/W

wirklich und was besagt sie nicht? Bevor ich näher darauf

eingehe, warum ich die Angabe in g/W für sinnvoll halte und

warum ich weitergehende Angaben wie Gramm-pro-für-dengesamten-Grow-aufgewendeten-Kilowatt-pro-Stunde

(kW/h),

je nach Länge der Wuchsphase und der Blühdauer für

nichtssagend halte, möchte ich ein kleines Beispiel anführen:

Beim Hochsprung zählt ebenfalls nur die gesprungene Höhe

– ganz unabhängig davon, wie lang der Anlauf des Springers

war, wie schnell er war, seit wie vielen Jahren er trainiert,

welche Schuhe er trägt und wie das Wetter war, als er

gesprungen ist. Am Ende zählt nur was hinten raus kommt –

das ist im Growing nicht anders als bei den meisten Dingen,

bei denen Menschen ihre Erfolge miteinander vergleichen –

wollen.

Ähnlich sehe ich das Gramm pro Watt betreffend. Egal mit

welcher Sorte, in welcher Zeit, unter Einsatz wie vieler kW/h

was rauskommt – wirklich etwas vergleichend aussagen kann

nur das g/W-Verhältnis. Dabei ist die fast schon magisch

mystifizierte Ein-g/W-Lichtenergie-Grenze gar nicht mal das

entscheidende Kriterium. Denn alle Mengenvergleiche sagen

überhaupt nichts aus über die Qualität der Rauchware, nichts

über das Blüten-Blattverhältnis, über den Geschmack oder über

den Turn. Wenn es darum geht, nur die schiere Ertragsmenge

mit der von anderen Gärtnern zu vergleichen – bietet sich ein

g/W-Vergleich an. Er gibt ja nichts weiter an als den Ertrag in

Gramm pro eingesetztem Lichtwatt. Ein Vorteil des g/W

Vergleiches ist, dass sich die Erträge verschiedener „Sorten“

und Strains mit einander vergleichen lassen. Nicht nur bei

einem Gärtner, sondern bei allen Gärtnern – egal ob sie eine

400- oder eine 600 W-Lampe einsetzen, egal welchen Dünger

sie auf welchem Substrat verwenden und ganz egal seit wann

der Gärtner schon gärtnert.

Berichten viele Grower von guten g/W-Erträgen einer

bestimmten Genetik, so ist dies ein deutliches Zeichen dafür,

dass es sich um eine ertragreiche Genetik handelt. Wobei das

immer noch nichts über die Qualität der Rauchware besagt.

Würde in derartige Vergleiche unter anderem die insgesamt

für den Grow aufgewandte Energie, die Marke und das Alter

des Leuchtkörpers, die Temperatur der Nährlösung die

Erfahrung des Gärtners mit einfließen, wären die Ergebnisse

nicht mehr miteinander vergleichbar. Niemand könnte aus den

vielen grundverschiedenen Ergebnissen eine Erkenntnis ziehen.

Keiner wüsste, ob ein guter Ertrag nun an der Genetik, dem

Alter und der Marke des Leuchtkörpers oder an der Erfahrung

des Gärtners liegt. Für den Einzelnen sollten die Ertragsangaben

in g/W lediglich ein Anhaltspunkt sein, der ihm dabei hilft

eine „Sorte“ auswählen zu können, die in etwa den

Ertragserwartungen des Growers entspricht. Außerdem ist das

Verhältnis aus Trockenertragsgewicht und dem in der Blütezeit

eingesetzten Leuchtkörper (in W) ein guter Anhaltspunkt, um

für sich selbst rein quantitativ abschätzen zu können, wie

erfolgreich der Grow abgelaufen ist.

Dabei sollte ein viel größeres Augenmerk wieder auf die Qualität

der Ware gelegt werden. Mir ist es völlig egal, ob jemand die

„magische“ Ein-Gramm-pro-Watt-Hürde nimmt oder nicht,

stattdessen interessiert mich, wie ein Gramm des Ertrages

schmeckt, wie es sich in mir bemerkbar macht, wie lange der

Turn anhält und was für ein Gefühl mir der Turn vermittelt.

Es spielt keine wirkliche Rolle, ob Grower A mit einer

bestimmten Sorte insgesamt drei Gramm mehr oder weniger

geerntet hat als Grower B, wenn mich ein Gramm Gras des

einen Growers deutlich weiter schickt als ein Gramm des

anderen. Gärtner, die ihre Pflanzen vor der Ernte nicht spülen,

um die „magische“ Marke zu erreichen, ernten von mir nichts

als schieres Unverständnis! Ich wehre mich dagegen die

Ertragsmenge als einzigen „Standard“ anzuerkennen, der eine

Aussage über die Leistungen einer Genetik und eines Growers

erlaubt. Niemand wird sich Zustände wie bei den

Ertragswinzern wünschen, wo zeitweise mit übelsten Tricks

nachgeholfen wird, um ja den höchsten Ertrag einzufahren.

Deshalb fordere ich immer noch ein Reinheitsgebot für Weed

– so wie es dies für deutsche Biere schon seit Jahrhunderten

gibt.

Entscheidend ist die Qualität der Genetik. Mit schlechten

Erbanlagen erzielt niemand beste Resultate – weder qualitativ

noch quantitativ. Und nicht immer ist eine gute Genetik eine

Frage des Seed-Preises. Lasst euch in dieser Hinsicht nicht

verarschen, sondern informiert euch im Internet bei den

bekannten Sortendatenbanken, schaut euch die Grow-Reports,

die Ergebnisse und Rauschberichte anderer Grower an. Dann

wählt Samen mit hochqualitativen Genen aus, welche einen

guten Turn bei einem guten Geschmack versprechen und schaut

nicht zu deutlich auf die g/W-Angaben der Breeder!

Kein kommerzieller Grower kann so auf die

qualitätsbestimmenden Faktoren eingehen wie ein

Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in dem der Anbau von

Hanf zur Deckung des Eigenbedarfes erlaubt ist!

Max Air – HBBerlin und mehr ...

Mehr zum Thema:

http://forum.hanfburg.de/fhb/forumdisplay.php?f=176


Wie Pflanzen die Welt um sich herum wahrnehmen und

miteinander kommunizieren Teil II

Gerüche

Nach der Lektüre des ersten Teils könnte man den Eindruck

erhalten, dass Pflanzen in Feindschaft miteinander leben und

einander nur deshalb wahrnehmen, weil sie um Licht und

Nährstoffe konkurrieren. Dies ist jedoch nur zum Teil wahr.

Pflanzen warnen einander auch vor drohenden Gefahren, wie

fressgierigen Tieren und Insekten. Wird eine Pflanze angefressen,

scheidet sie Stoffe aus, die sie weniger appetitlich machen.

Daneben setzt sie auch andere Stoffe frei, um Pflanzen in ihrer

näheren Umgebung vor dem drohenden Unheil zu warnen.

Bei diesen Stoffen, die sowohl über- als unterirdisch

ausgeschieden werden können, handelt es sich für gewöhnlich

um Geruchsstoffe. Dies ist zum Beispiel bei einem Befall mit

Spinnmilben der Fall. Die gewarnten Nachbarpflanzen bilden

daraufhin selbst auch Geruchsstoffe, wodurch sie einerseits

wiederum andere Pflanzen warnen und sie andererseits nicht

mehr so anziehend auf Spinnmilben wirken. Diese Strategie

stößt beim Indoor-Anbau jedoch an ihre Grenzen. Spinnmilben

haben in einem Wachstumsraum verständlicherweise weniger

Auswahl und sind daher gezwungen, mit einer weniger

schmackhaften Mahlzeit vorlieb zu nehmen.

Aber glaubt nun ja nicht, dass Pflanzen jedes Mal, wenn ein

Blatt einreißt, in Panik ausbrechen und einander Warnungen

„zurufen“. Pflanzen wissen genau, wann sie von Schädlingen

angefressen werden, da sie deren Speichel erkennen. Sie wissen

sogar haargenau, um welche Schädlinge es sich handelt und

geben diese Information weiter. Übrigens sind nicht nur

Pflanzen in der Lage, diese Signalstoffe wahrzunehmen.

Raubmilben und andere natürlichen Feinde der Schädlinge

werden von diesen Signalstoffen ebenfalls angelockt. Die

Evolution hat dafür gesorgt, dass sie wissen, dass dort, wo der

Geruch am stärksten ist, eine köstliche Mahlzeit auf sie wartet.

Unterirdisch kommunizieren Pflanzen auch mit anderen

Organismen. So werden bei einem Mangel an Nährstoffen

beispielsweise bestimmte Schimmelpilze und Bakterien zu

Hilfe gerufen. Dazu scheiden die Pflanzen winzige Mengen

bestimmter Stoffe aus. Im Gegenzug dafür, dass die

Mikroorganismen Nährstoffe für die Pflanzen erschließen,

stellen ihnen die Pflanzen energiereiche Stoffe (Zucker) zur

Verfügung. Nebenbei tragen die Mikroorganismen auch dazu

bei, den Widerstand der Pflanze gegen Bodenkrankheiten

sowie deren Trockenresistenz zu erhöhen.

Mit den Händen sprechen?

Es ist allerorts bekannt, dass immer wieder behauptet wird,

dass Pflanzen besser gedeihen, wenn man mit ihnen spricht.

Obwohl sich Wissenschaftler seit langem mit der Frage

beschäftigen, ob Pflanzen positiv auf Sprache reagieren, wurde

bis heute noch kein überzeugender Beweis dafür erbracht. Es

gibt jedoch Menschen, die den positiven Einfluss von Sprache

auf Pflanzen selbst bezeugen können. Dies lässt sich

möglicherweise dadurch erklären, dass sie nicht nur mit den

Pflanzen reden, sondern sie dabei auch berühren. Pflanzen

verfügen nämlich auch über einen Tastsinn. Dies haben

Wissenschafter bei einem Test mit Pflanzenhormonen

herausgefunden. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur

Pflanzen, denen das Hormon, sondern auch Pflanzen, denen

ein wirkungsloser Stoff verabreicht wurde, kleiner blieben. Die

Ursache für den kleineren Wuchs lag in der Berührung der

Pflanzen während der Verabreichung des Hormons. Pflanzen

bleiben demnach kleiner, wenn man sie berührt.

Wie lässt sich damit der positive Einfluss von Berührungen

auf Pflanzen erklären? Pflanzen bleiben nicht nur kleiner, sie

blühen auch länger. Bei den Erzählungen handelt es sich auch

meistens um blütentragende Pflanzen wie z. B. Rosen. Neben

einer verzögerten Blüte und einem kleinen Wuchs haben

Pflanzen, die häufig berührt werden, auch kleinere Blätter, eine

verminderte Photosynthese und sie altern schneller. Woran es

liegt, dass die Entwicklung und das Wachstum von Pflanzen

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durch Berührungen beeinflusst werden, kann zur Zeit nicht

genau erklärt werden; Sicher ist jedoch, dass häufige

Berührungen zu geringeren Ernteerträgen führen.

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das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

Obwohl man bei Pflanzen noch keine spezifischen Organe

gefunden hat, mit denen sie Laute wahrnehmen können,

reagieren sie auf Musik und können diese von „normalen“

Lauten unterscheiden. Die Erforschung des Einflusses von

Tönen und Musik auf das Wachstum und die Entwicklung von

Pflanzen ist noch ein relativ neues Wissenschaftsgebiet. Mehr

zu diesem Thema ist in den Artikeln über den Einfluss von

Musik auf Cannabis nachzulesen (HaJo 10,11/05).

Und was gibt es sonst noch zu sagen?

Ist es möglich, dass Pflanzen noch mehr Sinnesorgane haben,

von denen wir bis jetzt nur noch keine Ahnung haben? Wenn

man dem Buch „Das geheime Leben von Pflanzen” (englischer

Titel: „The Secret Life of Plants") glauben darf, schon! Obwohl

das Buch ein Bestseller war, kamen viele Wissenschaftler

seinerzeit – trotz der hohen durch das Buch geweckten

Erwartungen – zu dem Schluss, dass es für die Wissenschaft

mehr als unbrauchbar war. Allerdings erweisen sich jetzt, 35

Jahre nach Erscheinen dieses Buches, manche Behauptungen

als doch nicht so bizzar. So hat sich inzwischen gezeigt, dass

Pflanzen sehr wohl miteinander kommunizieren und auf Musik

reagieren; allerdings auf ganz andere Weise, als in dem Buch

geschildert wurde.

Pflanzen verfügen genauso wie andere Lebewesen über

Sinnesorgane. Pflanzen riechen, schmecken, sehen, hören und

fühlen, nur auf eine andere Art und Weise wie wir. Und sie

wissen genau, wo oben und unten ist. Pflanzen können sich

ein gutes Bild von ihrer Umgebung machen und diese scheinbar

wohl überlegt beeinflussen. Sollten Pflanzen tatsächlich über

weitere Sinnesorgane verfügen, werden Wissenschaftler diese

mit Sicherheit eines Tages entdecken – ganz gleich, ob inspiriert

durch phantastische oder esoterische Mythen oder nicht.

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das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

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der Leo-Versand sagt „Danke“!

Der Leo-Versand feiert sein zehnjähriges Jubiläum mit vielen

Dankeschön-Preisen. Angefangen in einem Hinterhof in

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Drugcount:

Unser Staat ist pleite und wir zählen mit. Was ihr hier seht ist der

Stand zum Redaktionsschluss drei Tage vor Weihnachten.

Wahrscheinlich müssten die Zahlen noch nach oben korrigiert werden,

wenn es verlässliche Zahlen über den tatsächlichen Jahresverbrauch

für Cannabis gäbe. Interessant wären in diesem Zusammenhang

Flusswasseranalysen, die die Konzentration von Drogenabbauprodukten

im Abwasser bestimmten. Solche wurden im Raum

Düsseldorf durchgeführt und wiesen eine sehr viel höheren Anteil an

Koks auf als bisher offiziell geschätzt. Auf Cannabis wurde (leider)

nicht getestet.

Auch nicht einberechnet sind bei drugcount die Arbeitsplätze, die eine

Legalisierung schaffen würde.

Mehr zum Thema:

www.drugblog.de

Metrop

konzentrierte Pflanzenkraft

Der Düngermarkt ist groß und mittlerweile fast schon

unübersichtlich. Metrop hat sich zum Ziel gesetzt, dem Kunden

ein einfaches Baukastenprinzip von konzentrierten, sortenreinen

Düngern und Nährstoffen anzubieten, ohne dabei durch eine

riesige Zahl von Produkten zu verwirren. So gibt es zwei

Grunddünger, MR1, für die Wuchs- und MR2 für die Blütephase,

ein Wurzel-Präparat (Amino Root) und ein Blühstimulator

(Amino Bloom) sowie ein Kalzium-Präperat (CalGreen). Diese

wurden in den Niederlanden in Zusammenarbeit mit zwei

Forschungslaboratorien, eines zuständig für Nährstoffanalysen

und Zusammensetzung der Grunddünger, das andere für die

Entwicklung von Stimulanzien, entwickelt und sind,

unterschiedlich dosiert, auf allen gängigen Medien einsetzbar.

Durch die Verwendung konzentrierter, schwermetallfreier und

hochqualitativer Inhaltsstoffe ist es Metrop gelungen, eine

genau auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmte

Nährstoffkombination anzubieten, die in Kombination mit dem

„Kweekschema“ (Nährstoff-Tabelle) eine optimale Versorgung

der Pflanze während Wuchs, Vorblüte und Blüte gewährleistet.

Alle Metrop Produkte sind hochkonzentriert, daher ist nur eine

sehr geringe Dosierung notwendig, eine 250-Milliliter-Flasche

Grunddünger reicht beispielsweise für 600 Liter (!) Wasser.

Deshalb soll an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen

werden, dass die GrowerInnen beim Düngerkauf nicht nur auf

den Preis sondern auf das Verhältnis Preis zu Nährstofflösung

in Litern schauen sollten.

Erste Lesertests mit MR1 und MR2 verliefen übrigens sehr

vielversprechend ...

Mehr zum Thema:

www.metrop.nl/d/2%20index%20welkom%20duits.htm


Rolys Silberscheiben des Monats Januar

Roland Grieshammer

>> Hip Hop

>> Lounge

Q-Point – Nothing Else

(mole listening pearls)

Die Alchemie beschäftigte sich im

17. Jahrhundert vergeblich damit,

aus verschiedenen edlen Metallen

und Gasen künstlich Gold

herzustellen. Für den Schweizer

Produzenten und Gitarristen Eric

Hunziker ist dies für sein Projekt

Q-Point ein leichtes Vergnügen.

Unter der teilweise glatten

Oberfläche schlummern dezent eingesetzte

Rückwärtsschlaufen, suggestives Gitarrenblubbern, zwischen

den goldenen und souligen Nuancen glänzt die Stimme der

New Yorker Sängerin Yasmine Meguid, die teilweise ganz

schön unter die Haut geht. Gleich der Titeltrack „Nothing

Else“ und „Tomorrow” überzeugen mit ihrer Feinfühligkeit.

Die Songs erzählen von der Liebe, der Kraft der Träume und

von inneren Reisen. Den Groove bei der Produktion besorgen

die Musiker Marius Peyer (drums, percussion, additional

programming) und Wolfgang Zwiauer (bass). Eric Hunziker

selbst begeistert vor allem mit seiner E-Gitarre, unterstützt

von einem umfangreichen Effektboard, was mich gerade bei

seinem „Oracle“ und dem wundervollen „Natural“ extrem

hin- und herschiebt. Im nachfolgenden „Back To You“ gibt’s

wieder einen sehr souligen Vibe über Down- und Breakbeats.

Nach dem erwartungsvollen Interlude „Almost There“ mag

ich bei „Resemblance“ vor allem den warmen Basslauf, der

durch die melancholischen Melodie ganz gut ins Szene gesetzt

wird. Auch „Flow” kommt sehr gemütlich angeflossen. „This

Is How I Wanna Feel” animiert geradezu, sich mitten auf eine

Straßenkreuzung zu stellen und die Hände mit voller

Glückseligkeit in den Himmel zu strecken. „Double-Cross”

klingt anfangs ziemlich rückwärts, um sich schließlich doch

nach vorne zu spulen. „Into My Mind” besticht durch

hymnischen Flavour, „R.A.W.” ist sehr trippy, wogegen

„Smiling“ wohl wieder für sich spricht. Und mit „Chase” endet

die Reise ins Innere recht groovy. Q-Point’s alchemistischer

Mix aus Songs und instrumentalen Tracks zwischen edlem

Pop, groovigem Elektro, warmen TripHop- und Drum&Bass-

Sounds lassen sein Album „Nothing Else“ wie einen Goldbarren

in der Sonne glänzen.

www.mole.de

Jonesmann – SJ

(bozz / subword)

Samson Jones aka Jonesmann

stammt aus dem Frankfurter

Viertel Bonames im Norden der

Stadt, einen Katzensprung entfernt

von der berüchtigten Nordweststadt,

und kann schon auf eine

recht respektable Karriere

zurückblicken. Über Bassröhre D-

Flame lernte er 1992 Jeyz und Azad

kennen, in deren Umfeld er auch die ersten musikalischen

Gehversuche startete. Viel arbeitete er mit Roey Marquis II.

zusammen, auf dessen Alben er stets vertreten war. Und so

gehörte er auch zu den ersten Künstlern, die von Azad Mitte

2004 auf dessen eigenem Label „Bozz-Music“ gesignt wurden.

Am 13. Januar 2006 veröffentlicht Jonesmann sein Solo-

Debütalbum „SJ“, was von Bozz Producer Sti, Monroe, Brisk

Fingaz, P und dem Hamburger PhreQuincy produziert wurde.

Jonesmann verfügt nicht nur über einen sehr guten Flow, er

gibt mit seiner wohltuenden Stimme auch hochwertige R’n’B-

Hooklines zum Besten, eine Fähigkeit, die vielen Rappern

völlig abgeht, obwohl sich die meisten daran versuchen. Doch

findet man auf seinem Longplayer auch jonestypische

Battlesongs wie „Der Bär“ oder „Kein Platz“, in denen er sein

Talent untermauert, selbst bei schnellen Punchlines nie seine

Lockerheit zu verlieren. Im Gegensatz dazu beschreibt Jones

auf Tracks wie „Brücken“ oder „Bruderliebe Part 3“ persönliche

Erfahrungen, die unter die Haut gehen und das Wort Deepness

wieder zu dem machen, was es eigentlich bedeutet. Neben

seiner stylistischen Vielseitigkeit zeichnen ihn sowohl

Leidenschaft für tiefgründige Texte und melancholische Beats

aus, als auch sein Hang zu kontroversen Texten. Die etwas

andere Liebeshymne „Fick Dich“, also eigentlich ein traurig

brodelnder Hasstrack, avancierte ohne Single-Auskopplung

zum absoluten Underground-Hit. Trotzdem sei klargestellt,

dass „S J“ ein reines Rap-Album ist und mit „Long Island Ice

Tea“ nur ein reiner R’n’B-Track zu finden ist. In insgesamt 15

Songs zeigt Jonesmann seine komplette künstlerische

Bandbreite und beweist, dass er Battleraps ebenso beherrscht

wie gefühlvoll eingesungene Melodien oder persönliche

Erfahrungsberichte. Anfängliche Skepsis habe ich schnell über

Bord geworfen, immerhin hat mir auch mein Seelenverwandter

Curse dieses Album ans Herz gelegt, und das will was heißen!

www.jonesmann.de, www.subword.de

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Vor allem bei Cannabis für Medizinische Zwecke! Keine

Kopfschmerzen mehr, viel weniger Halskratzen! Bessere Qualität!

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>> Hip Hop

>> Dub

Duptribe – The 3rd Creation

(hilltribe)

Endlich liegt die Remix-CD aus

dem Hause Hilltribe, „The 3rd

Creation“, vor. Die Gemeinschaftsproduktion

von Flo und Rino (DJs

und Produzenten) und Felix und

Sasa alias Hilltribe spielt gekonnt

mit Elementen aus dem Raggae-,

Downbeat-, TripHop-, Nu Jazzund

Breakbeat-Bereich und lässt

all diese Stile miteinander verschmelzen. Heraus kommt ein

frischer, abgefahrener Club-Sound. Wer den Sound von Kid

Loco versteht, wird den Intro-Track „Creation“ (Sunshine Of

2005 Mix) lieben. Dubbige Beats, dezent eingesetzte Gitarrenriffs

und durch die eingefügten Gesangspassagen erhält das Stück

den Kick und brennt sich tief ins Unterbewusstsein der

verwöhnten Musikseele. Hochgelobt und innovativ hat Paul

Jey gemeinsam mit Rob Medina und Carl Carlson dem DJ-

Tool „The Haunted“ die Prise Jazz, Funk und Groove verpasst.

Man beachte das trashige Sample aus dem gleichnamigen

Film. „SOS“ ist eine Hommage an den 70er-Friedens-Song

„Sound Of Silence“. Mit bouncigen Beats und fetten Hits gelang

den Jungs ein Floorfiller, der vor allem durch den Einsatz eines

mellow Vocoders auf dem Leadgesang besticht. Paul Simon

war von diesem Remake spontan so begeistert, dass er

höchstselbst die Freigabe zu dieser Version gegeben hat! „04:20

International Potsmoka’s Time” wird performed von MC

Anthony Locks. Mit den treibenden Ragga-Fills und der

groovigen Bassline schmeckt die selbst gerollte Zigarette gleich

viel besser, und spätestens mit Einsatz der Trompete hat man

sich in diesen Track verliebt. Der Live-Bass und die sphärischen

Gitarren mit dem jamaikanischen Gesang bei „Don’t Slow

Down“ brechen mit dem traditionellen Discobeat. Malente

schuf mit seinem Remix zu „Casino Royal“ einen völlig neuen

Drive, der sich zwischen Electro-Punk-House und Minimal-

Beat plaziert. „Tasmanian Tiger“ ist mein Lieblingstrack (bin

ja auch Tiger!) – vielschichtiger Breakbeat mit coolen

Effektverläufen. Die Strike Boys nahmen sich das „Girl From

Mogadishou“ zur Brust, während Friction mit seiner Arbeit

zu dem poetischen „Would U (When I Speak)“ ein

superhypnotisches DJ-Tool für die PeakTime im Club bietet.

„SOS rettet die Welt!“ rief ein renommierter DJ begeistert aus,

und so bildet der Radio Remix dieser kultigen Nummer ein

mehr als gelungendes Outro. Geiles, grooviges Teil!

www.duptribe.com, www.hilltribe.de

MB 1000 – King

(gimme mo’records)

Es gab damals ein Fitnessgerät von

Kettler namens MB1.000. Dieses

Logo zierte ein Bodybuilder, der in

einer für diese Spezies typischen

Pose seinen Bizeps präsentierte.

Besagtes Gerät stand in der

Aufnahmekabine der Step Back-

Studios. Und es passte alles

zusammen: MB für Maze & Bene,

als Ursprung dieser Gruppierung, dann die 1.000 symbolisch

für die tausend DJ-Styles von Lord Wax, dem Muskelmenschen

für ihre Live-Power. Da sich in ganz Deutschland

rumgesprochen hatte, dass MB 1000 die Undergroundkings

vor dem Herren sind, nahmen Ferris MC und DJ Stylewarz

sie auf ihre große Deutschland-/Schweiz-Tour mit, auf der sie

wieder einmal ihre mördermäßigen Livequalitäten unter Beweis

stellen konnten. Dass die Jungs wahre Arbeitstiere sind,

bewiesen sie im Winter 2001, als sie zu dem Song „Kalter

Schweiß“ vor der Kulisse der österreichischen Alpen mit dem

Team der bekannten Fernsehserie „Cobra 11“ das legendäre

Video drehten. Ihr hoch gelobtes Debut-Album „Auf Platte“,

das in den legendären New Yorker D&D-Studios von Tony

Dawsey gemastert wurde, wurde im Juni 2002 released – bis

heute ein Meilenstein im deutschen Rap-Geschäft. Ihre Single

„Abriss“ avancierte zum inoffiziellen Club-Bouncer des

Sommers. Nach zahlreichen Kollabos mit verschiedenen

Künstlern (Roey Marquis, Massive Töne, Spax, Main Concept,

David Pe, Toni L, Ferris MC & DJ Mirko Machine) und diversen

Touren sind sie endlich zurück aus den heiligen Hallen des

MBeatz-Bunker und fegen mit „King“ alles weg, was sich

ihnen in den Weg stellt. Jetzt stehen die Jungs mit 15 Tracks in

den Startlöchern, wovon die „Hymne“ und das durchgefreakte

„BlÄouW“ sowie die klassische Battle-Rap-Ballade „Gut und

Schlecht“, der Titeltrack „K.I.N.G.“ (feat. Nina Caren) und das

relaxte „On Stage“ meine Favoriten sind. War „Auf Platte“

inhaltlich noch hauptsächlich von Konzept-Songs dominiert,

lassen die Jungs bei den neuen Sachen mehr von ihrem kaputten

Freestyle-Flavour in die Songs einfließen. In alter Tradition

mit zwei Turntables und zwei Mics bringen Isaac Maze,

Beneluxus und DJ Lord Wax immer noch jede Hütte zum

Brennen. Und mit diesem energiegeladenen Longplayer werden

sie Hannover in die Champions League des deutschen Raps

schießen. Entertainment auf höchstem Niveau ist jedenfalls

garantiert!

www.mb1000.com

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

>> Techno / House

cool-tour

9

Various – Sven Väth in the Mix –

Sound of the Sixth Season

(cocoon recordings)

Die Luft brennt, das Publikum steht

unruhig und erwartungsfroh in der

Schlange, man betritt den Club,

atmet den Geruch des Nachtlebens,

hört die ersten Bässe und die

Augen halten sich an den

eindrucksvollen Design-

Gegenständen und den

ausgefallenen Kostümen der

Tänzer fest. Erotik trifft auf Tanz und laute Ekstase – das sind

die Zutaten für das Lebensgefühl des CocoonClubs und seit

2000 gibt es jedes Jahr den passenden Soundtrack zu diesem

Erlebnis. Der Globetrotter Sven Väth ist nach all den Jahren

des Erfolges bis zum heutigen Tage seiner Heimatregion

verbunden geblieben. Wie kein Zweiter hat das Cocoon-

Mastermind das Nachtleben und die Clubkultur von Frankfurt

und vielen weiteren Weltmetropolen beeinflusst. Ein Schlüssel

hierfür liegt in der einzigartigen Kombination aus Weltoffenheit

und Identifikation mit der Region. Beides steht für ein

Lebensgefühl und der unbedingte Wille, dies erleben zu wollen

und Teil einer Familie zu sein, deren Arbeit auf der balearischen

Insel nun schon ins siebte Jahr geht! Dieses Lebensgefühl

wurde mit dem modernsten Club der Welt mittlerweile auch

nach Deutschland, konkret nach Frankfurt, zurückgebracht.

Das Set wurde auf zwei Audio-CDs verewigt, die zum einen

die Stimmung in der Nacht der Party und zum anderen die

Glückseligkeit der After Hour am nächsten Morgen wieder

geben. Hervorstechende Highlights sind in meinen Ohren auf

jeden Fall „Isbjörn“ (Akzidenz Grotesk), „Snabeln“ (Hugg &

Pepp), „Ihre persönliche Glücksmelodie“ (Gabriel Ananda),

„Komm“ (Väth vs. Rother / Gregor Tresher Rmx), „Marionette”

(Mathew Jonson) sowie auf der zweiten Disc „Pillowtalk”

(Isolée), „New Settlers” (Tommie Nevada), „Medusa Smile”

(Konrad Black & Ghostman), „Wave“ (Ruede Hagelstein),

„Swap“ (Lawrence / Carsten Jost Dub) und „Hasenmatt“

(Serafin). So ist es für mich kein Wunder, dass die sechste

Saison des CocoonClub Ibiza die bislang erfolgreichste Summer

Residence des Frankfurter Hexenkessels auf der Weißen Insel

war. Habe mir berichten lassen, dass dort Freundschaften

geschlossen und nicht selten sogar in der Folge Kinder gezeugt

werden. Was Papa Sven so alles möglich macht ...

www.cocoon.net, www.cocoonclub.net

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10

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

cool-tour

Justizskandal! Elektronische Fußfessel verstümmelt BTM-Straftäter

Erneut hat Sadhu van Hemp einen erschütternden Brief erhalten,

der eine bislang kaum beachtete Justizpraxis mit seinen

schrecklichen Folgen aufdeckt.

Das Hanf Journal steht in der Pflicht und veröffentlicht exklusiv

das brisante Dokument, das für einige Unruhe sorgen und ein

politisches Erdbeben auslösen wird.

Mijnheer van Hemp,

bitte entschuldigen Sie, aber ich brauche dringend einen Rat,

denn ich bin kurz davor, mich unters Hackebeil zu legen. Zum

besseren Verständnis möchte Ich Ihnen die ganze Tragödie von

Anfang an erzählen. Nur so können Sie das ganze Ausmaß

meines schrecklichen Unglücks nachempfinden – ein Unglück,

das bald über viele, sehr viele Bürger unseres vaterlosen

Mutterlands kommen wird.

Alles begann damit, dass man mich vor Gericht gestellt hat,

weil ich in meinem Schrebergarten zum wiederholten Male

Cannabis-Pflanzen stehen hatte. Ich weiß, Sie werden sagen,

dass ich schön blöd bin, gegen das Recht eines Unrechtstaats

zu verstoßen. Doch Sie müssen auch verstehen, dass nicht jeder

wie Sie einfach nach Holland emigrieren kann. Was soll denn

aus der Heimat werden, wenn die halbe Bevölkerung in die

Freiheit türmt? Das hatten wir ja nun schon mal, und wir sehen

ja, was wir davon haben.

Ich stand also vor Gericht. Erst dachte ich mir nichts Böses

dabei und rechnete damit, auf ein Jährchen in den Knast

einzuziehen. Auf Anraten meines Anwalts hatte ich bereits

Wohnung und Job gekündigt, war somit also frei für neue

floristische Aufgaben im Gefängnisgarten. Die Richterin, ein

hübsches junges Ding mit Designerbrille auf der Nase und

Haaren auf den Zähnen, fackelte nicht lange. Sie hob mehrmals

hervor, dass ich mit meinen fünfundfünfzig Jahren ein ganz

besonders abschreckendes Beispiel eines asozialen Subjekts

sei, das längst mal eine Strafe verdient habe, die auch fühlbar

sei. Ich sei ein Unhold, ein Kinderschreck und Sittenstrolch,

der wider besseren Wissens absichtlich die Gemeinschaft störe

und die Jugend mit illegalem Gedankengut infiziere. So ein

Haschbruder wie ich sei die Ursache für den Untergang unserer

Leitkultur. Ich gehöre ausgesondert, sagte sie und sah mich

dabei an, als würde sie am liebsten die Todesstrafe verhängen

– und das standrechtlich. Ich grinste vor mich hin, denn ich

wusste ja, dass maximal zwei bis drei Jährchen fällig waren,

wovon ich sowieso nur die Hälfte in aller Gemütlichkeit absitzen

würde. Ich grinste also – doch dieses Grinsen sollte mir recht

schnell vergehen, und zwar bis zum heutigen Tag.

Die Urteilsverkündigung war wie ein Schlag ins Gesicht.

"Hiermit verurteile ich Sie", sprach die Richterin, "zu drei Jahren

Freiheitsstrafe, die Sie mit einer elektronischen Fußfessel zu

Hause absitzen dürfen. Sollten Sie vor Ablauf der Frist erneut

straffällig werden, verlängert sich die Tragezeit der Fessel

jeweils um ein weiteres Jahr." Ich glaubte zunächst, mich verhört

zu haben. Als aber der Justizvollzugbeamte mit einem

Werkzeugkasten vor mich trat, musste ich Schlafmütze zur

Kenntnis nehmen, dass sich unter der neuen, reformhungrigen

Regierung das Strafvollzugsgesetz ein wenig geändert hatte.

Ich schrie, dass ich wohnungslos sei und ein Anrecht auf eine

Gefängniszelle habe – doch vergeblich. Alles, was man mir

anbot, war ein Nachtlager im Männerasyl draußen in der

Trabantenstadt. Schließlich gestattete man mir, in meine alte

Laube einzuziehen. Da ich keine Arbeit mehr habe, bin ich

dazu verdonnert worden, vierundzwanzig Stunden am Tag an

Ort und Stelle zu bleiben. Die Versorgung mit Lebensmitteln

hat das Sozialamt organisiert, das mir eine Biotonne vor die

Tür gestellt hat, in die mildtätige Mitmenschen ihre Essensreste

werfen können. Bis dato hatte ich keine Ahnung, dass diese

Art des Strafvollzugs zulässig ist, nun stecke ich mittendrin

im Schlamassel und drohe darin zu ersticken.

Sie wissen ja gar nicht, wie das ist, wenn man in seine eigenen

vier Wände gesperrt ist und seinen Hintern nicht wegbewegen

darf. Ich habe seit einem halben Jahr kein Frischbier getrunken,

stellen Sie sich das mal vor! Die Weibsbilder lassen sich auch

nicht mehr blicken, und mein Dealer traut sich nicht her, weil

er denkt, dass die Fußfessel mehr kann, als sie vorgibt. Und

da hat er recht, das kann sie. Ich habe das Ding natürlich

ausgetestet, wollte wissen, wie weit man mit dem Teil am Fuß

kommt. Ich kann Ihnen versichern, Mijnheer van Hemp, die

Fußfessel ist ein Teufelswerk. Als ich nämlich aus dem Gartentor

trat und ein paar Meter den Weg hinunterging, begann die

Fessel zu ziepen. Mit jedem Schritt von der Laube weg verstärkte

sich dieses Ziepen und wuchs sich schließlich zu unerträglichen

Stromschlägen aus. Als ich zurück in die Laube taumelte, kam

ich mir vor, als hätte ich gerade auf dem elektrischen Stuhl

gesessen. Meine letzten Haare standen wie Borsten ab und die

verschwitzte Haut, die einen verbrannten Geruch ausdünstete,

zuckte und knisterte. Notgedrungen musste ich mich mit der

Fußfessel arrangieren, was mir anfangs auch recht gut gelang.

Meine Nachbarn haben ein gutes Herz und mich täglich mit

Obstwein und selbstgezogenem Tabak versorgt. Hanf habe ich

auch angepflanzt, ganz versteckt hinterm Plumpsklo. Wer seine

Ansprüche ein wenig reduziert, der kann sich fast ein bisschen

daran gewöhnen, ein Fußfessler zu sein.

Doch wie es im Leben so ist, nichts auf Erden dauert ewiglich.

Eines schönen Tages im September tauchte ein Pärchen vom

Ordnungsamt auf, setzte sich auf meine Gartenbank und sagte,

dass die Fußfessel gemeldet hätte, dass ich illegale Substanzen

zu mir nehme. Der anschließende Rundgang führte dann zur

Entdeckung meiner kleinen Hecke, die ich postwendend

eigenhändig im Ofen verbrennen durfte. Als das Paar vom

Ordnungsamt wieder ging, hatte ich das neueste Modell der

Fußfessel am Gelenk und ein Jährchen mehr auf dem Strafkonto.

Eine Woche später waren meine Nachbarsleute dran, ein älteres,

bodenständiges Ehepaar, dass ein ganzes Leben lang Tabak

und Alkohol aus eigener Herstellung genossen hatte. Über

Nacht sind sie verschwunden – abgeholt und eingewiesen in

das staatliche Altenpflegeheim Sankt Euthanasia. Vorbei waren

die goldenen Zeiten, und erst nachdem ich mich beim

Ordnungsamt darüber beschwert hatte, dass niemand mehr

meine Tonne beachtet, kommt einmal in der Woche ein

Recyclingwagen mit Abfällen vom Schlachthof vorbei.

Und nun klopft bereits Väterchen Frost an die Tür. Die Tage

werden kürzer und die Nächte trostloser. Neulich kam nun ein

alter Freund vorbei, und ich habe mich riesig gefreut, den alten

Kumpan aus längst vergangener Zeit wiederzusehen. Doch als

ich sah, dass er an Krücken geht, war ich tief erschüttert und

wollte die Geschichte, wie es dazu kam, nicht glauben. Ich will

Ihre Geduld nicht unnötig strapazieren, lieber Herr van Hemp.

Nur so viel: Mein Freund war wie ich Fußfessler. Nun sitzt er

von dem Ding befreit neben mir und freut sich seines Lebens.

Denn er hat eine Lösung gefunden, wie man die Fußfessel

überlistet, ohne dass es die Justizbehörden erfahren. Sie können

sich denken, dass ich im letzten Jahr täglich neue Ideen gebar,

wie man das Ding loswerden kann, doch alle Versuche

scheiterten kläglich. Denn egal, was man versucht, die Fußfessel

beantwortet jede Gewaltanwendung mit einem gehörigen

Stromschlag, der einen für Tage flachlegt. Ob mit Säge, Feile

oder Bolzenschneider, die Fußfessel hält, solange der

Organismus durchblutet wird, denn das ist die Energiequelle,

aus der sich das Hexenwerk speist.

Nun will mich mein Freund ein für allemal von dem Höllending

befreien. Er hat schon alles vorbereitet und wartet nur noch

auf mein „Okay“. Doch ich bin unsicher, traue mich nicht so

recht, den letzten Schritt zu wagen.

Bitte, Mijnheer van Hemp, sagen Sie mir, ob ich meinen Freund

ranlassen soll mit dem Hackebeilchen. Er meint, dass er das

mit ein, zwei ... maximal drei gezielten Schlägen erledigt und

die Schmerzen gar nicht so schlimm seien. Er hat mir zudem

versprochen, den Fuß wieder anzunähen. Ich habe jedoch den

leisen Verdacht, dass er das bei sich tun will, weil ihm seiner

wieder abgefault ist.

Bitte, Herr van Hemp, was soll ich tun? Soll ich ihn ranlassen?

Ergebenst

Ihr Otto Schittke

Lieber Otto,

jetzt weiß ich, weshalb Dein Mutterland so schlecht im Fußball

ist. Ihr seid keine Männer! Entschuldige, mein Bester, dass ich

Dir das so unverblümt sage. Aber Dein Jammern ist erbärmlich

und nicht zu ertragen. Was gibt es da zu zögern, Bruder? Nimm

das Beil und erledige die Amputation gefälligst selbst. Das

wird doch wohl nicht so schwer sein. Ein kurzer Hieb und Du

bist auf freiem Fuß. Und dann die Beine in die Hand genommen

und nichts wie weg – so weit die Füße tragen.

Herzlichst

Sadhu van Hemp


Alles über 2006

Jetzt! Endlich!! Hier!!!

Berlin-Neukölln. Zwei durchgeknallte Typen strandeten nach

einem ausführlichen Mahl auf der Couch – und hatten eine

Vision. Das Jahr 2006 zeichnete sich ganz klar in ihrem Kristall-

Dingsbums ab.

Januar

Die neue Drogenbeauftragte versetzt die Fachwelt in Staunen.

Auf Anhieb konnte sie Eckstesie richtig schreiben. Die neue

Bundeskanzlerin hingegen tut immer noch nichts, macht dabei

aber eine gute Figur – Dank an Udo Walz.

Damit weniger Jugendliche kiffen, verbietet die große Koalition

Cannabis für unter 16-Jährige doppelt.

Februar

Die Narren stürmen den Reichstag und verbrüdern sich im

Vollrausch mit SPD und CDU zur ganz großen Spaßkoalition.

Guido Westerwelle weint auf seinem Sitz, da dies sein Plan

war.

März

Weil immer mehr Fleischskandale aufgedeckt werden, wird

Wurst so billig, dass sie als Dämmmaterial für Häuser eingesetzt

wird.

April

Im Zuge der Sparmaßnahmen fällt Ostern aus, dafür werden

die Diäten der Spaßkoalition verdoppelt. Bayern spaltet sich

daraufhin von Deutschland ab und schließt sich dem

Vatikanstaat an.

Mai

Nach der andauernden Pleite im Irak greift Bush junior zur

Waffe und ballert sich in Rambo-Manier selbst durch das Land.

Daraufhin entgleisen die Maikrawalle in Kreuzberg und führen

zur innerdeutschen Revolution. Merkel dankt ab, die

grossstadtsurvivor übernehmen den Staat. Sämtliche führenden

Politiker werden guillotiniert.

Juni

In einem Sofortprogramm beschließen die grossstadtsurvivor

mehrere Gesetze:

1. Damit weniger Jugendliche kiffen, wird Cannabis für unter

16-Jährige dreifach verboten.

2. Spätestens im Dezember muss die Bong geputzt werden.

3. Häuser, die komplett aus Wurst gebaut wurden, müssen

wegen Geruchsbelästigung wieder abgebaut werden.

Schon wenige Wochen nach der Revolution blüht

Deutschland auf. Jeder hat Arbeit, keiner hungert und das

Drogen-Problem ist gelöst – seit neuestem vernichtet die

Regierung alles selbst.

Juli

Die kopflose Merkel schlägt zurück und erobert das Kanzleramt.

Ohne Kopf sieht sie nun auch besser aus, nur Udo Walz ist

unglücklich. Die gestürzte Regierung wird mit Drogen ruhig

gestellt und ist damit mehr als zufrieden.

August

Die Kopflosen-Regierung führt die Arbeitslosigkeit wieder ein

und verbietet Cannabis für unter 16-Jährige vierfach. Um

adäquate Strafen bereit zu halten, beginnt die Bundesregierung

mit der Entwicklung von Atomwaffen.

September

Bush zeigt sich beeindruckt von Merkels Demokratieverständnis

und bietet ihr an, übergangsweise Amerika mit zu regieren.

Zukünftig wird sie nur noch „the big headless“ genannt.

Oktober

Merkel und der mittlerweile wieder heimgekehrte Bush

beginnen eine wilde Affäre (nur das Blasen ist ein bissi

problematisch, Anm. d. gss.). Als ihre Ehepartner

dahinterkommen, werden sie von der CIA in

Geheimgefängnissen so lange verhört, bis sie es nicht mehr

wissen. Beide Regierungen streiten Folter ab.

November

England, Polen und Italien schließen sich dem „Bund

internationaler zivilisierter autoritärer Republiken (BizaR)“

unter der Doppelspitze Bush-Merkel an. Zum geistigen

Oberhaupt wird Papst Benedikt XVI. ernannt.

Dezember

China findet das doof und beginnt den dritten Weltkrieg.

Pünktlich zu Weihnachten ist alles kaputt. Papst Benedikt XVI.

übergibt als letzter Überlebender die Erde an mutierte Ameisen.

Berlin-Neukölln. Zwei völlig durchgeknallte Typen, die ihre Bong

als Wahrsagekugel betrachten, werden abgeführt und einem

Drogenlabor für Versuchszwecke zur Verfügung gestellt. Damit

erfüllte sich schon eine ihrer Prophezeiungen.

Eure grossstadtsurvivor

Dr. med. Franjo

Grotenhermen ist

Mitarbeiter des nova-

Instituts in Hürth bei

Köln und Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft

Cannabis als

Medizin (ACM).

cool-tour

Klüger werden mit dem Hanf Journal - Dr. med. Franjo Grotenhermen klärt auf

Der Einsatz von Cannabis zur Krankheitsbekämpfung

und das öffentliche Interesse

Wie bereits im letzten Hanf Journal berichtet, hat das

Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) im Mai 2005 ein

möglicherweise wegweisendes Urteil zur medizinischen

Verwendung von Cannabis-Produkten gefällt. Dieses Urteil

wurde der Öffentlichkeit, wie es beim

Bundesverwaltungsgericht üblich ist, erst einige Monate

später – im November 2005 – bekannt gemacht. Das Gericht

hat „das öffentliche Interesse am Einsatz von Cannabis zur

Krankheitsbekämpfung“ betont und dies mit dem Artikel

2 des Grundgesetzes begründet. „Bei schweren Erkrankungen

ohne Aussicht auf Heilung gebietet es in diesem Rahmen

die von Artikel 2 Absatz 2 Satz 1

des Grundgesetzes geforderte

Achtung vor der körperlichen

Unversehrtheit, die Möglichkeit

einer Erlaubnis nach § 3 Absatz 2

Betäubungsmittelgesetz nur dann

auszuschließen, wenn ein

therapeutischer Nutzen keinesfalls

eintreten kann.“

Dieses Urteil ist deshalb von so

großer Bedeutung, weil die Politik

sich seit etwa zwei Jahren auf das

Nichtstun beschränkt hat, sodass

von dieser Seite auf absehbare Zeit

keine Bewegung zu erwarten war.

Nun muss sich die Politik verhalten,

denn das Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte

(BfArM) ist dem Bundesministerium

für Gesundheit (BMG)

unterstellt. Es ist daher nicht ohne

Ironie, dass der größte Blockierer,

das BMG, nun gezwungen ist, sich

zu bewegen. Es kann dabei

durchaus von Vorteil sein, dass mit

der neuen Bundesregierung auch

eine neue Drogenbeauftragte ins

Amt gekommen ist. Sie kann sich

vermutlich unbefangener als ihre

Vorgängerin, Marion Caspers-Merk

(SPD), mit der Thematik befassen.

Unter der Drogenbeauftragten

Christa Nickels (Bündnis 90/Die

Grünen) waren wir schon einmal

weiter als heute. Auf ihren

Vorschlag hin hatte das

Bundesgesundheitsministerium den Bundesverband der

Deutschen Apothekerverbände im März 1999 gebeten, eine

Rezepturvorschrift für einen standardisierten Cannabis-

Extrakt zu entwickeln, der dann vom Arzt verschrieben

werden könnte. Die Verschreibungsfähigkeit eines solchen

Extraktes auf der Grundlage einer entsprechenden

Gesetzesänderung war Vertretern der Arbeitsgemeinschaft

Cannabis als Medizin (ACM) damals für den Herbst 2001

in Aussicht gestellt worden. Die Entwicklung der

Rezepturvorschrift verzögerte sich, und als die entsprechende

Institution der Deutschen Apothekerverbände diese

schließlich im Sommer 2003 an das BMG schickte, wollte

das Ministerium am liebsten nichts mehr davon wissen.

Tatsächlich fragte mich im Herbst 2003 ein Vertreter des

Ministeriums, ob denn die Bereitstellung wirklich

versprochen worden sei. Ich musste ihn daran erinnern, dass

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

ein Vertreter des Ministeriums diese Bereitstellung im Jahr

2001 sogar im „Deutschen Ärzteblatt“ und in der „Deutschen

Apothekerzeitung“ angekündigt hatte. Glücklicherweise,

oder vielleicht besser klugerweise, hatte sich die ACM damals

nicht allein auf die Politik verlassen, sondern auch versucht,

auf dem juristischen Weg etwas zu erreichen.

So legten im Dezember 1999 acht Mitglieder der ACM eine

Verfassungsbeschwerde vor dem BVerwG ein, in der sie

einen legalen Zugang zu sonst illegalen Cannabis-Produkten

verlangten, um sich damit medizinisch selbst zu behandeln.

Bereits im Januar 2000 beschloss der

Zweite Senat des BVerwG diese

Beschwerde nicht zur Entscheidung

anzunehmen, da der Rechtsweg noch

nicht erschöpft sei. So kämen

beispielsweise Anträge an das BfArM

in Frage. Ein solcher Antrag sei nicht

von vornherein aussichtslos, da das

Betäubungsmittelgesetz die

Anwendung von sonst illegalen

Drogen zu „im öffentlichen Interesse

liegenden Zwecken“ erlaube und die

medizinische Versorgung der

Bevölkerung auch ein öffentlicher

Zweck sei, der im Einzelfall die

Erteilung einer Erlaubnis rechtfertigen

könne.

Damals war nicht unbedingt zu

erwarten, dass das BfArM diese

Entscheidung des BVerfG auf eine so

ignorante Art und Weise missachten

und alle Anträge ablehnen würde.

Schließlich befasste sich auch im Juni

2000 der Petitionsausschuss des

Bundestages mit dem Thema und

unterstützte eine Petition der

Selbsthilfegruppe „Cannabis als

Medizin“ in Berlin und der ACM, nach

der Möglichkeiten der medizinischen

Verwendung von Cannabis geschaffen

werden sollten. Der Text des

Petitionsausschusses führt aus, dass

Cannabis vielen Erkrankten helfe, „ihre

Erkrankungen zu heilen

beziehungsweise zu lindern und ihr

Leben wieder lebenswert zu gestalten“.

Die Petition wurde der

Bundesregierung zur Berücksichtigung übergeben, weil das

vorgebrachte Anliegen begründet und Abhilfe notwendig

sei.

Im Schreiben des BMG an den Petitionsausschuss vom

September 2001 wurde betont, dass die Bundesregierung

die Bereitstellung eines Cannabis-Extraktes vorbereite. Auch

daran wollte sich das BMG im Herbst 2003 nicht mehr

erinnern. Stattdessen hat das Ministerium Anfang 2004

erklärt, das Projekt zunächst nicht weiter verfolgen zu wollen,

da der medizinische Wert von Cannabis bisher nicht

nachgewiesen sei. Man werde jedoch die wissenschaftliche

Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgen. Die

Begründung für den fehlenden Nachweis eines

medizinischen Wertes von Cannabis zeugte dabei nicht von

großem Sachverstand im Ministerium.

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das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

fun+action

Die einfachste Variante hat

winning moves herausgebracht.

Bis zu vier Spieler bekommen

einen Zettel mit einem Sudoku

und einen Bleistift in die Hand

gedrückt und lösen jeder für sich

das Rätsel nach dem Motto: „Als

erster fertig“ oder „Gegen die Uhr“.

Wer jeweils die meisten Punkte

nach einem oder mehreren

Spielen hat, gewinnt. Für mich ist

dieses Sudoku ein idealer

Reisebegleiter, denn das Spielmaterial braucht so gut wie

keinen Platz.

Das schönste Sudoku gibt es aus

dem Hause Parker. Eine schwarze

Schatulle enthält einen Spielplan,

einen Faltplan mit 100 The Times

Sudokus und 108 doppelseitigen

Zahlenplättchen, damit man das

Rätsel auch zu zweit lösen kann.

Ist also nur für Menschen geeignet,

die es nicht stört, wenn ein

weiterer Mitspieler gleichzeitig

versucht ein Rätsel zu lösen und

einem mit seinen Plättchen vor

der Nase herumfuchtelt. Und aus der Ruhe darf man sich dabei

auch nicht bringen lassen. Am Schluss werden die Plättchen

der jeweiligen Farbe gezählt, wer die meisten hat, gewinnt.

Auch für unterwegs geeignet.

Sudoku von Ravensburger

enthält einen abwaschbaren

Spielplan, verschiedenfarbige

Stifte und eine Sanduhr. Nachdem

mit einem neutralen Stift die

mitgelieferten Zahlenvorgaben auf

den Spielplan übertragen wurden,

können sich bis vier Mitspieler an

der Lösung versuchen. Sobald die

Sanduhr abgelaufen ist, ist der

nächste dran. Die anderen

müssen mit Argusaugen darauf

achten, dass keine Fehler passieren. Sobald keine Zahlen

mehr eingetragen werden können oder das Rätsel komplett

gelöst wird, ist das Spiel zu Ende. Dann zählen alle ihre

Zahlenwerte zusammen und wer am meisten hat, gewinnt.

Kosmos hat Reiner Knizia

gewinnen können, ein Brettspiel

aus dem Zahlenrätsel zu machen.

Herausgekommen ist ein gutes

Sudoku-Einsteiger-Spiel. Auf dem

Spielplan werden schon einmal

neun Zahlen vorgegeben. Bis zu

vier Spieler stellen ihren

Wertungsstein auf die Zählleiste,

nehmen sich ein Zahlenkärtchen

und los geht es. Entsprechend der

Sudoku-Regeln legen die Spieler

reihum ihr Zahlenkärtchen auf ein freies Feld. Einen Punkt

gibt es dann für jedes Zahlenkärtchen im gleichen Quadrat,

Reihe und Spalte. Das Spiel endet, wenn kein weiteres Plättchen

mehr gelegt werden kann.

Ganz hübsch ist die Kindervariante auf der Rückseite, statt

Zahlen müssen Tierkärtchen gelegt werden und insgesamt sind

es nur 36 statt 81 Felder, die gefüllt werden müssen. Vorgegebene

Rätsel sind leider nicht dabei, aber wozu gibt es das Internet

oder Sudoku-Bücher?

Kerstin Koch

Seit einiger Zeit verlängern Zeitungsleser ihre Frühstücks- oder Mittagspause; Bleistift, Radiergummi und Spitzer gehören wieder

zu ihren Arbeitsgeräten. Denn sie sind einem Ding verfallen: Sudoku. Dabei geht es nur um die Zahlen 1 bis 9 und die haben –

ich spreche aus eigener Erfahrung – Suchtpotenzial. Genau das Richtige fürs Hanf Journal, also. Sudoku hat 2005 seinen

Siegeszug von Japan aus kommend über England auch in Deutschland fortgesetzt. Seinen Ursprung hat das Zahlenrätsel, was

so viel bedeutet wie „die Nummer, die einzeln steht,“ in den magischen Quadraten, deren Gemeinsamkeit wiederum ist, dass

die Summe jeder Spalte, Zeile oder Diagonale gleich ist.

Wer sich im Oktober auf der „Spiel“ in Essen herumgetrieben hat, dem dürften neben unzähligen Spielen rund um König Fußball

eben auch etliche Spielestände aufgefallen sein, wo Sudokus gelöst werden konnten: Das Zahlenrätsel Sudoku hat die Brettspielwelt

erobert. Worum es dabei geht und wie man aus einem Zahlenrätsel verschiedene Spiele machen kann, soll in dieser Ausgabe

beleuchtet werden.

Während die Lösung eines magischen Quadrats nur

lösen kann, wer addieren kann, müssen bei Sudoku

nur Zahlen eingesetzt werden. Das allerdings benötigt

etwas logisches Denken. Nur Raten funktioniert nicht.

Dabei gibt es nur eine einzige Regel: Jede Zahl zwischen

1 und 9 darf jeweils nur einmal in jeder Zeile, jeder

Spalte und jedem der neun Quadrate vorkommen. Der

Schwierigkeitsgrad eines Rätsel wird durch die Anzahl

der vorgegebenen Zahlen bestimmt. Je weniger, umso

schwieriger. Das Sudoku auf dieser Seite gehört zu den

leichten Rätseln. Und um es zu lösen braucht man

ungefähr 20 Minuten Zeit.

Stellt sich die Frage, wie kann man aus immer dem

gleichen Prinzip verschiedene Spiele kreieren? Also

habe ich mir sieben Sudokus schicken lassen und sie

gemeinsam mit einem ebenfalls dem Sudoku-Wahn

verfallenen Freund getestet. Und wir waren beide

überrascht, was dabei rausgekommen ist, denn

eigentlich ist Sudoku ein Spiel für eine Person.

Bei der Version aus dem Hause

Noris sind es zwei Teams, die

jeweils auf ihrem Spielplan

versuchen ein Sudoku so schnell

wie möglich zu lösen. Wer als

erstes fertig ist, ruft laut „Sudoku“,

anschließend vergleichen die

Teams ihre Lösungen mit der im

Lösungsheft. Das zuerst fertige

Team gewinnt nur, wenn seine

Lösung richtig war. Noris ist der

Spitzenreiter in Sachen Anzahl

der Rätsel, liefert es doch 150 davon.

Am neugierigsten waren wir auf

die Sudoku-Variante vom Verlag

Clementoni. Auch hier war einer

der renommierten Spielautoren

am Werk: Leo Colovini. Bei

diesem Sudoku werden in der

„Challenge“-Version zu

Spielbeginn alle Zahlenplättchen

verdeckt auf den Spielplanfeldern

verteilt. Dann geht es für zwei bis

vier Spieler reihum. Karte

umdrehen, schauen, ob sie den

Sudoku-Regeln entsprechend an Ort uns Stelle liegen bleiben

darf und wenn ja, Punkte kassieren. Sollte die Karte nicht

passen, nimmt der Spieler die Karte an sich und kann sie später

anstelle eine Karte umzudrehen auf den Spielplan bringen.

Das Spiel endet, wenn das Rätsel gelöst ist oder aber wenn

Sudoku-regeltechnisch nichts mehr geht. Es gewinnt, wer die

meisten Punkte macht. Für uns ist „Wir-bauen-unser-eigenes-

Sudoku“-Spiel neben den klassischen Solitaire-Varianten der

Renner.

Natürlich kann man auf dem Spielplan ein Sudoku auch auf

normalen Weg lösen: Allein, gemeinsam oder gegeneinander,

gerade so, wie es beliebt.

Challenge Sudoku

Verlag: Clementoni

Autor: L. Colovini, D.De Toffoli,

D. Zaccariotto

Spieler: 1–4

Alter: ab 7

Preis: ? Euro

Sudoku

Autor: Bernhard Seckinger

Verlag: noris

Spieler: 1–6

Alter: ab 8

Preis: 18 Euro

Kommen wir zur letzten

Vorstellung: Piatnik setzt auf

Brettspiel in Kombination mit DVD.

Das heißt, bevor ich auf dem

Spielplan ein Sudoku lösen kann,

muss ich erst einmal eine DVD in

den DVD-Spieler legen. Zwei

Varianten stehen zur Auswahl:

Logik- oder Zeitspiel. Beim

Logikspiel darf nur mit einer Hand

gespielt werden, die Stoppuhr wird

per Fernbedienung bedient, alles

andere findet auf einem Spielplan statt. Beim Zeitspiel werden

die Steine verdeckt genommen und so schnell wie möglich auf

dem Spielplan platziert. Sobald kein Stein mehr platziert werden

kann, ist das Spiel vorbei. Wer gewonnen hat, weiß die DVD.

Das Schöne und Besondere an diesem Spiel ist, dass auf den

Vorderseiten der Zahlenkärtchen japanische Schriftzeichen

sind.

The Times su doku

Verlag: PARKER

Spieler: 1–2

Alter: ab 10

Preis: 30 Euro

Sudoku – Das Brettspiel

Verlag: Ravensburger

Spieler: 1–4

Alter: ab 14

Preis: 14 Euro

DVD Boardgame Sudoku

Verlag: Piatnik

Spieler: 1–8

Alter: ab 8

Preis: 25 Euro

Sudoku

Verlag: Winning Moves

Spieler: 1–4

Alter: ab 9

Preis: 12 Euro

Sudoku Das Brettspiel

Autor: Reiner Knizia

Verlag: Kosmos

Spieler: 1–4

Alter: ab 10 (Kinderspiel ab 6)

Dauer: 45 Minuten

Preis: 15 Euro


Die Hanfberatung im Hanf Journal

>>Erste Hilfe für Kiffer

Jeanette, 17 aus Göttingen fragt:

„Hallo Kascha,

ich mache gerade meinen Führerschein. Eins habe ich

aber dabei noch nicht verstanden: Wie ist das jetzt

eigentlich mit der Fahreignung? Was passiert mir denn,

wenn ich so beim Autofahren (natürlich nüchtern)

angehalten werde und bei mir Gras gefunden wird, oder

wenn ich irgendwo anders beim Kiffen erwischt werde,

ist der Führerschein dann wieder weg?“

Kascha antwortet:

„Hi Jeanette,

das ist eine wichtige Frage, die sich leider nur etwas

kompliziert beantworten lässt. Fahreignung ist schon

mal ein gutes Stichwort. Für den Erwerb des

Führerscheins ist es notwendig, dass man „zum Führen

von Kraftfahrzeugen geeignet ist“. Dazu gehören unter

anderem das Sehvermögen, das Hörvermögen oder

auch psychische Störungen.

Im Gegensatz zu anderen Betäubungsmitteln wie Kokain

oder Heroin gilt nicht schon der einmalige Konsum als

eignungsausschließend. Nur bei regelmäßigem Konsum

wird angenommen, dass man nicht fahrgeeignet ist. Bei

nur gelegentlichem Konsum hängt es davon ab, ob

zusätzlich Alkohol oder andere Drogen konsumiert

werden oder man irgendwie sonst charakterlich dazu

ungeeignet scheint, Cannabis-Konsum und

Straßenverkehr zu trennen. Wird man also abseits des

Straßenverkehrs mit geringen Mengen erwischt und es

besteht kein Anlass zu der Annahme, dass man

regelmäßiger Konsument ist, weil ’ne Roor-Glasbong

auf dem Sofatisch steht und Mische überall verstreut

ist, gilt man noch nicht automatisch als fahrungeeignet.

Außerdem dürfen natürlich keine Joint-Reste im

Autoaschenbecher liegen oder ähnliches.

Wenn die Fahreignung angezweifelt wird, ordnet die

Fahrerlaubnisbehörde eine medizinisch-psychologische

Untersuchung (MPU), also den Idiotentest, an. Dort soll die

Fahreignung überprüft werden. Das passiert leider

unrechtmäßigerweise häufig auch dann noch, wenn nur geringe

Mengen ohne Verbindung zum Straßenverkehr gefunden

werden.

Weiterhin wichtig ist natürlich die Fahrtauglichkeit. Fahrtauglich

ist man nicht mehr, wenn man unter dem Einfluss von Cannabis

steht. Nur wird THC ja leider sehr viel länger abgebaut, als es

wirkt. Daher hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG)

kürzlich beschlossen, dass bei einer Wirkstoffkonzentration

von weniger als einem Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) THC

im Blut nicht von einer Rauschfahrt auszugehen ist. Leider

kann man schwer abschätzen, wann diese Konzentration

erreicht ist. Im vom Verfassungsgericht verhandelten Fall hatte

der Angeklagte 16 Stunden vor der Blutuntersuchung einen

Joint geraucht und es wurde eine Konzentration von 0,5 ng/ml

THC im Blut festgestellt.“

das Eckthema

Wir räumen unser Büro ...

fun+action

Nico (15) aus Würzburg möchte wissen:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

im Bioladen habe ich letztens Hanfbrot gesehen. Ist denn

das überhaupt erlaubt, und wirkt das auch? Auf einer Party

habe ich mal Hanfkuchen gegessen und konnte stundenlang

nicht mehr geradeaus laufen.. Kann man Hanfbrot und

Hanfkuchen auch selbst machen?“

Kascha erklärt:

„Hey Nico,

erst mal muss ich dich enttäuschen, Hanfbrot macht nicht

high. Sonst wäre es vermutlich auch nicht legal. Es wird

aus Hanfmehl, also gemahlenen Hanfsamen hergestellt.

Und die enthalten kein THC, also keinen Wirkstoff. Dafür

ein sehr gesundes Öl mit einer fast einzigartigen Mischung

aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Und das Brot

kann man natürlich auch selbst herstellen, im selben

Bioladen wirst du vermutlich auch Hanfmehl oder

Backmischungen finden. Schmeckt übrigens auch gar nicht

so schlecht ...

Jetzt zum Kuchen: Das war wohl ein Haschisch-Kuchen.

Den gibt es nur selbst gemacht, weil es „natürlich“ verboten

ist. Hergestellt wird dieser, indem man einen normalen

Kuchen, der Butter oder Margarine enthält, backt. Die

Butter wird vorher erwärmt und Haschisch darin aufgelöst.

Das Interessante an dieser Art des Cannabis-Konsums ist,

dass man erstens nicht rauchen muss und zweitens die

Wirkung zwar ziemlich spät einsetzt, dafür aber etwa

doppelt bis dreimal so lange anhält wie beim Rauchen.“

Markus (21) aus Trier möchte wissen:

„Hallo Kascha,

ich habe hier irgendwie so ganz merkwürdiges Gras. Es

riecht schon nach Gras, aber auch seltsam minzig und beim

Rauchen erinnert es auch an Mentholzigaretten, hämmert

auch nicht so sonderlich. Kann es sein, dass es mit Tee

gestreckt wurde?“

Kascha antwortet:

„Hey Markus,

sieht ganz danach aus. Anscheinend gibt es wirklich Dealer,

die denken, dass das keiner merkt. Pfefferminztee ist ja

auch wirklich etwas dreist. Also wenn es auch so von der

Konsistenz eher kleinkrümelig ist und nach Minze riecht,

würde ich mich mal bei meinem Fachverkäufer beschweren.

Üblichere Beimischungen sind z. B. Damiana oder

Nutzhanf. Letzterer fällt sehr wenig auf, außer eben durch

die Wirkung. Damiana benutzen manche als Tabakersatz,

das riecht (finde ich) beim Verbrennen leicht muffelig. Jedes

Gras sollte auch so riechen und so schmecken, sonst ist es

wohl keins. Da gibt es zwar auch Unterschiede, die aber

nicht so auffällig sind.

Andere Methoden, Gras zu strecken, sind noch subtiler. So

wird es z. B. manchmal mit Haarspray angesprüht, um

harziger zu wirken. Das ist dann alles andere als gesund.

Ein neuer Trick scheint zu sein, das Gras mit irgendwelchem

Talkum oder ähnlichem einzupudern. Auch da hilft im

Zweifelsfall der Geruchs- bzw. Geschmackstest.“

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