Wirtschaftszeitung_29102018

hallomuenster

Macher &Märkte: Wald als

Wirtschaftsraum Seite 4–7

Branchen &Betriebe: Erfolg in

der Höhle der Löwen Seite 12/13

Leben &Wissen: Neue Azubis

gewinnen Seite 20

DIE WIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

Mit Beilage

BETRIEBLICHES

GESUNDHEITSMANAGEMENT

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Aschendorf

f Medien GmbH &Co. KG

An der Hansalinie 1, 48163 Münster

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Ausgabe 8/18

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Preis: 3,50 Euro

Die Macht der Marke

Das Münsterland macht sich auf, eine Marke zuwerden. Der demografische Wandel und der

Fachkräftemangel machen es nötig. Das Projekt hat ein zentrales Ziel: Aufmerksamkeit erregen.

„It’s OWL“, heißt es in Ostwestfalen,

in Südwestfalen ist „Alles echt!“ –

Vertreter beider Regionen erklären,

ein wesentliches Ziel mit ihrer Marken-Kampagne

erreicht zu haben:

Aufmerksamkeit.

Das Münsterland ist noch

keineMarke, soll aber eine

werden. Geht es nach dem

Willen der Agentur Brandtrust

und ihres bisherigen

Geschäftsführers Christoph Engl, wird

die neue Marke Münsterland außergewöhnlich.

Die Marken-Bildung ist eine Investition

in die Zukunft. Der demografische Wandel

und damit einhergehend der sich immerstärker

ausprägende Fachkräftemangelmachen

es nötig, die Aufmerksamkeit

von Nicht-Münsterländern verstärkt auf

das Münsterland zu lenken, ihnen

Appetit auf die Region zu

machen –oder stärker:

Lust darauf. Ansonsten

„droht das Münsterland

im Erfolg der anderen unterzugehen“,

hatte schon vor Jahren

der münsterische Marketing-Experte

Prof. Heribert Meffert diagnostiziert.

Marken sind auf den Punkt gebrachte

Qualitäten. Zentrale Bestandteile, Inhalte,Wesensmerkmale,

Kompetenzen – die

erst erkannt und dann benannt werden.

„Eine Markeist sozusagen die DNAeiner

Region“, sagt Engl.

Seit geraumer Zeit schon begleiten die

Unternehmensberatung Brandtrust aus

Nürnbergund ihr Geschäftsführer die regionale

Management-Agentur Münsterland

e.V.bei dem vonihr angeschobenen

Markenbildungsprozess. Engl ist ein spannender

Typ. Agil und eloquent, jemand,

der vondem, wasertut, und der Art und

Weise, wie er es tut, überzeugt ist. Porsche

beispielsweise löst als gut gemachte

Marke einen „Willhaben“-Refl

ex aus,

sagt er. Bei Regionen müsse es am Ende

in einer „Willhin“-Reaktion münden.

Letzteres soll die Marke Münsterland erreichen.

Deren Ingredienzien spielen mit

den schönen Städten und der reizvollen

Landschaft, einer kultivierten Lebensart,

der besonderen Lebensqualität, den mitunter

zwar knorrigen, aber selbstbestimmten

Menschen. „Die Markesoll das

Ankommen leicht machen, einen Wohlfühl-Effekt

erzeugen und so letztlich fürs

Hierbleiben sorgen“, sagt Münsterland

e.V.-Vorstand Klaus Ehling. Einen Slogan

gibt’s noch nicht, wohl aber all das unterstützende

Projekte, die langsam Kontur

annehmen. ►Fortsetzung auf Seite 2

EDITORIAL

Butter bei

die Fische

Eine Region als Marke zu

verstehen, hat etwas mit

attraktiv machen zu tun, aber

nichts mit schnödem Aufh

übschen.

In Zeiten, in denen der

demografische Wandel drückt

und Fachkräfte Mangelware

sind, wird das Werben um kluge

Köpfe und deren Familien

zur ganzheitlichen Aufgabe.

Wie Unternehmen stehen angesichts

einer hochmobilen Gesellschaft

auch Regionen in

Konkurrenz zueinander. Ist ein

Betrieb spannend, die Region

aber nicht, kommt der erhoffte

Mitarbeiter erst gar nicht –

oderziehtimZweifelganz

schnell weiter.

Ländliche Regionen haben hier

oft das Nachsehen. Zwar bieten

sie zumeist mehr als Kiepenkerl-Klischees.

Nur, wer weiß

das schon? Darum ist esdort

besonders wichtig, das Spannende,

Interessante, emotional

Ansprechende herauszuarbeiten

und daraus eine

Marke zu schmieden.

Das Münsterland hat

sich auf den Weg gemacht.

Das ist

wichtig, richtig

– und wird

Zeit: Andere

Regionen

sind nämlich

deutlich weiter.

Die ersten

Schritte sind gemacht. Wichtig

ist nun zweierlei: einen langen

Atem zu haben und die Bereitschaft,

Geld in die Hand zu

nehmen, damit dem Projekt

nicht auf halber Strecke die

Puste ausgeht. Elmar Ries

Einen Gang zurück

SVWL-Konjunkturindikator für Westfalen-Lippe: Aufschwung wird langsamer.

Der anhaltende Konjunkturaufschwung

inWestfalen-Lippe setzt

sich voraussichtlich auch in den

kommenden Wintermonaten fort.

Allerdings lässt das Wachstums-

Tempo nach.

Die Unternehmen haben

ihre Geschäftserwartungen

für die kommenden

sechs Monate

spürbar heruntergeschraubt.

Das lässt sich am Sparkassen-Konjunkturindikator

ablesen, der

im Vergleich zum Frühjahr 2018 um

6,3 Punkte gefallen ist. Der aktuelle

Wert beträgt 127,9Punkte und liegt

4 198869 003501

2 0 0 4 4

damit immer noch 15 Punkte über

dem langjährigen Durchschnitt.

Der Konjunkturindikator des Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe ermittelt

zweimal im Jahr auf Grundlage

von Umfragen der acht Industrieund

Handelskammern in Westfalen

die Stimmung in durchschnittlich

rund 3400 Unternehmen. In diese

Analyse fl

ießen auch Daten des Statistischen

Landesamtes NRW sowie Erkenntnisse

aus der Geschäftsentwicklung

der 60 Sparkassen in Westfalen-

Lippe ein.

51 Prozent (Frühjahr 2018: 54Prozent)

der Betriebe bezeichnen laut

Mitteilung ihre Geschäftslage als

„gut“, nur sieben Prozent der Firmen

stufen ihreLageals „schlecht“ ein. Die

starke Inlandsnachfrage bleibe die

tragende Säule der Konjunktur,soder

Verband.

Am besten sei die Stimmung im Baugewerbe:

99 Prozent der Bauunternehmen

schätzten ihre Lage als „gut“

oder „befriedigend“ ein. Die private

Wohnungsbaunachfragehalteanund

fülle die Auftragsbücher.Zudem sorgte

die verbesserte Finanzlage der

kommunalen Auftraggeber für einen

Anstieg der öffentlichen Wohnungsbau-Investitionen.

Auch in den Bereichen Handel und

Dienstleistungen sei die Geschäftslage

aufgrund der hohen privaten Konsumbereitschaft

überwiegend positiv.

Etwas eingetrübt habe sich die immer

noch guteStimmunginder Industrie.

Zwar seien die Produktions-Kapazitäten

ausgelastet, die Auftragseingänge

insbesondere aus dem Ausland waren

in den vergangenen Monaten allerdings

rückläufig. Der nachlassende

Welthandel mache sich bemerkbar.

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2 MACHER &MÄRKTE

Eine Region positioniert sich

Eine Marke ist die DNA einer Region. Sichtbar wird sie durch entsprechende Projekte. Drei haben die

Marken-Macher für das Münsterland ersonnen. Eines davon zielt besonders auf das Lebensgefühl.

Die Projekte sollen dabei

helfen, die Marke mit Inhalt

zu füllen und die Qualitäten

der Region sichtbar

zu machen. Drei haben die

regionalen Marken-Macher bisher aufs

Tapet gebracht.

Bei onboarding@muensterland.de geht

es darum, Unternehmen bei der Rekrutierung

vonFachkräften zu unterstützen,

die neuen Mitarbeiter mit der Region vertraut

zu machen und über die hervorragenden

Lebensqualitäten vor Ort zu informieren,

erklärtMünsterland- e.V.-Projektmanagerin

Judith Schäpers. Schließlich

sei die Wahl eines Arbeitsplatzes oftmals

auch eine Entscheidung über den

künftigen Lebensraum. Da gelte es, die

Mitarbeiter nicht nur von der Unternehmensseite,

sondern auch aus der Region

heraus willkommen zu heißen. Das funktioniert

am besten ganz praktisch, indem

den Neu-Münsterländern bei Behördengängen

geholfen wird, der jeweiligePartner

bei der Jobsuche unterstützt oder Familien

dabei geholfen wird, einen Kita-

Platz fürs Kind zu finden.

Mit dem Projekt muenster.land.leben,

das von der Bund-Länder-Initiative „Innovative

Hochschule“ gefördert wird,

entwickelt die Fachhochschule Münster

zukunftsfähigeLösungsideen fürden Gesundheits-

und Versorgungssektor, die

das Leben im Münsterland noch attraktiver

machen. In 13 Teilprojekten soll

„münster.land.leben“ den Austausch zwischen

Wissenschaft und Gesellschaft fördern

und zukunftsfähige Konzepte auf

dem Feld der Gesundheitswirtschaft entwickeln,

betont Projektleiter Dr. André

Wolf. Dazu gehören beispielsweise das

sektorenübergreifendes Gesundheitsnetzwerk

im Kreis Borken und neue digitale

Interaktionsformen zur Förderung der

Gesundheitskompetenz von Bürgern im

Kreis Warendorf.

Picknick³ ist ein Kommunikationsprojekt,

„das das regionale Lebensgefühl herüberbringen

soll“, so Wolf. Das Bild des Picknicks

ist Ausdruck für die souveräne Lebensart

und Landlust. „DerZusatz,hoch

drei‘ formuliertden Anspruch, diesesLebensgefühl

über Veranstaltungen auch

an ungewöhnlichen Orten, in Unternehmen,

in Vereinen oder durch Kunst und

Kultur sichtbar zu machen und zu etablieren.“

Elmar Ries

Gute Jobs, schönes Leben: Wenn man den Klischeevorhang beiseite schiebt, findet man beides auch im Münsterland.

Zwei Fragen an ...

Klaus Ehling, Vorstand der regionalen

Management-Agentur Münsterland

e.V.

Herr Ehling, Münsterland e.V. hat

vor geraumer Zeit den Markenbildungsprozess

angeschoben. Was

wollen Sie damit erreichen?

Klaus Ehling: Eine gemeinsame Marke

ist die beste Chance auf Wahrnehmung

im Wettbewerb der Regionen um Fachkräfte,

Bürger oder Touristen. Der Markenbildungsprozess

soll das münsterländische

Lebensgefühl nach innen und

außen vermitteln, damit Menschen in

unserer Region gut ankommen, sich

wohlfühlen und natürlich auch bleiben.

Wir müssen uns klar im Wettbewerb der

Regionen positionieren und festlegen,

wie wir wahrgenommen werden wollen.

Dazu müssen wir Projekteumsetzen, die

auf diese Positionierung einzahlen und

die Bilder vom Münsterland inden Köpfen

erzeugen, wie wir sie uns wünschen

und wie sie den Stärken unserer Region

entsprechen.

Wenn Sie einem Auswärtigen drei

wesentlichen Qualitäten des Münsterlandes

nennen sollten, welche

wären das?

Ehling: Im Münsterland führen die Menschen

ein selbstbestimmtesLeben auf gehobenem

Standard. Den Menschen wird

hier Raum gegeben, ein selbstbestimmtes

Leben zu führen. Darüber hinaus bietet

das Münsterland einen sehr kultivierten

Arbeits- und Lebensraum, eng verbunden

mit der Natur, mit starken Familienunternehmen

mitten im Grünen und der niedrigsten

Arbeitslosenquote inganz NRW.

IMPRESSUM

Fotos: colourbox.de

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Medien GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-

804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

Verlagsleitung: Marc-Arne Schümann, E-Mail: verlagsleitung@aschendorff-medien.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann, Telefon:

0251 690-916162, Telefax: 0251 690-806190

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander

Hansalinie 1,

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-215;

Auflage 17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

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MACHER &MÄRKTE 3

„Exporteinbrüche wären

eine Katastrophe“

Europaabgeordneter Dr. Markus Pieper wünscht sich eine stärkere Mitwirkung des Mittelstands.

„Einen Binnenmarkt mit europäischen

Freunden, die ja häufig auch

Wettbewerber sind, zu gestalten,

ist kompliziert, aber doch toll im

Ergebnis.“

Dr. Markus Pieper

„Der Mittelstand ist das Rückgrat

unserer Wirtschaft“ –Davon ist Dr.

Markus Pieper nicht nur überzeugt,

das Mittelstandsthema ist ein Kernbereich

seiner politischen Arbeit in

Straßburg und Brüssel.

Der Abgeordnete für das

Münsterland im Europäischen

Parlament setzt sich

als Wirtschafts-Expertedafür

ein, dass der Mittelstand

auf europäischer Ebene mit ebenso

starker Stimme sprechen kann wiegroße

Unternehmen. Einfach ist dies nicht. Und

es ist auch nicht immer einfach, die Menschen

vorOrt,imMünsterland, davonzu

überzeugen, dass europäische Politik

konkrete positive Auswirkungen auf die

Region hat. Nicht nur für die Wirtschaft,

sondern für ganz unterschiedliche Lebensbereiche.

Unser AutorHubertus Kost

traf den CDU-Politiker vor einer Plenarsitzung

in Straßburgund stellteihm einige

Fragen.

Wenn am Stammtisch über Europa

gesprochen wird, dann gibt esimmernoch

dieses offensichtlich nicht

auszurottende Beispiel vonder Gurkenkrümmung.

Wie vermitteln Sie

den Menschen im Münsterland die

Bedeutung der Europäischen Union

und der Politik, die Sie gemeinsam

mit Abgeordneten aus 28 Ländern

machen?

Markus Pieper: Ja, die Gurke. Die Handelsverbände

wollten Normen für gerade,

leicht zu transportierende Gurken.

Die Politik hat das aufgegriffen und sich

lächerlich gemacht. Aber was ist das im

Verhältnis zum Euro, zur Sicherheit unserer

Währung? Oder im Verhältnis zu

mehr als 70 Jahren

Frieden auf

dem Kontinent?

Oder was ist die

Gurke im Vergleich

zum Binnenmarkt

mit offenen

Grenzen?

Mit der rechtlichen

Absicherung

von Online-Geschäften

oder zig

Millionen

Arbeitsplätzen, die von Industrie- und

Handelsgeschäften innerhalb der EU abhängen?

Ich versuche zu erklären, wo

Europa Spuren im Alltag hinterlässt.

Einen Binnenmarkt mit europäischen

Freunden, die ja häufig auch Wettbewerber

sind, zu gestalten, ist kompliziert,

aber doch toll im Ergebnis.

Ich zitiere Sie mit dem Satz: „Überzeugungsarbeit

für Europa muss in

den nationalen Parlamentengeleistet

werden.“ Was muss dafür –zum

Beispiel auch in einem Kreistag –getan

werden, ummehr Verständnis

für europäische Politik zu schaffen

und die Menschen mitzunehmen?

Pieper: In Deutschland heißt es immer:

„Das war die EU.“ Aber an europäischer

Gesetzgebung ist die deutsche Bundesregierung

über den Ratdochauch maßgeblich

beteiligt. Und oft schieben Kommunal-

und Landesparlamente denSchwarzen

Peterbei für den Bürgerunangenehmen

Entscheidungen nach Brüssel. Letzte

Beispiele sind Trinkwassergesetzgebung

oder Datenschutzgrundverordnung.

Daran hat Deutschland im Rat an

vorderster Frontmitgewirkt. Beides wurde

in Deutschland sogar durch nationale

Gesetzgebung verschärft und in den Bundesländern

zudem noch unterschiedlich

geregelt. Aber schuld an der Bürokratie

ist immer Brüssel. Mit dieser Methode

siegten auch die Brexit-Befürworter.

Ein Kernbereich Ihrer Arbeit ist die

Stärkung der mittelständischen

Wirtschaft. Was sehen Sie als wesentliche

Erfolge in der zuEnde gehenden

Legislaturperiode?

Pieper: Das ist der SME-Circle. SME

steht für kleinere und mittlereUnternehmen

(small and medium-sized enterprises),

also KMU. Inder EVP-Fraktion, zu

der auch die CDU gehört, haben sich zu

Anfang der Wahlperiode 63 Mittelstandspolitiker

aus 20 Ländern zusammengetan,

um EU-Gesetzgebung systematisch

auf Mittelstandswirkung zu überprüfen.

Hier konnten wir unter anderem dazu

beitragen, dass das deutsche Duale System

der Berufsausbildung von Brüssel

nicht mehr kritisch beäugt, sondern Exportschlager

in der EU wird. Frankreich

übernimmt jetzt zentrale Teile des deutschen

Systems. Ferner haben wir die

„Dienstleistungskarte“, die unkontrollierbare

Dumpingkonkurrenz aus EU-

Ländern hätte bedeuten können, im

SME-Circle beerdigt. Auch in Sachen Mittelstandsfinanzierung

hatten wir großen

Erfolg. Nach den sogenannten Basel-Vorgaben

ist die Risikogewichtung von Mittelstandskrediten

jetzt deutlich geringer

als von der EU-Kommission vorgesehen.

Mit anderen Worten: Die Finanzierung

vonInvestitionen wirdfür die Wirtschaft

günstiger, weil die Banken für diese mittelständischen

Investitionen weniger Sicherheiten

vorhalten müssen.

Seit dem Jahr 2004 gehört Dr. Markus Pieper dem Europaparlament an. Er ist unter anderem Parlamentarischer

Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe und Mittelstandssprecher seiner EVP-Fraktion. Privat lebt er mit seiner

Familie in Lotte (Kreis Steinfurt.

Sollte sich auch der Mittelstand

selbst mehr zu Wort melden, um

europäische Politik zu unterstützen?

Pieper: Unbedingt. Die Zurückhaltung

der britischen Wirtschaft wareine Hauptursache

für die Brexit-Entscheidung.

Heute bitten die britischen Wirtschaftsverbände

unisono um den Verbleib im

Binnenmarkt. Mit Blick auf die Europawahlen

im nächsten Jahr mag ich mir

auch kein EU-Parlament vorstellen, was

den Binnenmarkt abwickelt, anstatt ihn

zu vertiefen. Auch für das Handwerk wären

Exporteinbrüche eine Katastrophe.

Sei es direkt oder über den Einbruch von

Zulieferaufträgen für die Industrie oder

auch durch ein dann grundsätzlich geringeres

Einkommen, was den Menschen

zur Verfügung steht.

Wo sehen Sie bedeutende Herausforderungen

für die nächste Legislaturperiode

des Europäischen Parlaments?

Pieper: Zunächst mehr Europa bei Verteidigungsfragen,

Außengrenzschutz

und Migrationssteuerung. Für die Wirtschaft:

Die Vorteile des Dualen Systems

noch stärkerinLändermit hoher Jugendarbeitslosigkeit

bringen. Dortfür ein System

mit Pfl

ichtmitgliedschaft in den

Kammern und Meisterbrief werben. Zudem

rechtssichere Rahmen für Digitalisierung.

Nicht nur Ausbau eines besonders

leistungsfähigen Mobilfunknetzes

nach dem sogenannten 5G-Standard, wir

brauchen auch sichere europäische IT-

Standards für Online-Produktionsverfl

echtungen und eine europäische Cloud

für eine sichere Datenspeicherung kleiner

Firmen. Und beim Bürokratieabbau

nicht nachlassen: Wir fordern 15 anstatt

28 EU-Kommissareund die „One-in-oneout“-Regel,

für jedes neue Gesetz weniger

Regulierung an anderer Stelle.

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4 MACHER &

„Fichte ist in diese

Nachhaltige Forstwirtschaft ist allein schon pflegeintensiv. Doch in die

der Sturm „Friderike“, der trockene Sommer und der Borkenkäfer glei

Am Ende des Tages müssen die Zahlen

stimmen: Dass Naturverjüngung

nicht nur ein Aspekt nachhaltiger

Forstwirtschaft ist, sondern durchaus

auch pekuniäre Vorteile hat, ist

Franz-Josef Breul sich sicher. „Kahlschläge

sind bei uns tabu, und eine

manuelle Aufforstung wäre zudem

viel teurer“, erklärt der Diplom-

Forstwirt.

Seit 30 Jahren hegt und pfl

egt

Breul 3000 Hektar Privatwald

für Emanuel Prinz zu

Salm-Salm in Rhede nach

dem Prinzip der naturgemäßen

Waldwirtschaft und ist Geschäftsführer

des angeschlossenen Forstbetriebes

Natura GmbH. Nachhaltige Forstwirtschaft

ist pfl

egeintensiv: „Wir streben

einen Dauerwald an, und da hat die

Kronenpfl

ege oberste Priorität“, erläutert

Breul. Kein Düsterwald: Ein Kronanteil

von 40Prozent garantiere, dass die

Jungpfl

anzen genug

Licht bekämen.

Doch die

Jungpfl

anzen,

die den ungleichaltrigen,

stufig

aufgebauten und

Franz-Josef Breul

artenreichen

Mischwald in

Rhede zum Generationenprojekt

werden lassen, müssen

auch wachsen können.

dem Fichtenbestand ein viel kleinerer

Fressfeind zu schaffen: „Wegen des trockenen

und sehr langen Sommers haben

wir jetzt die vierteGeneration Borkenkäferinnur

einem Jahr.“Der Schädling habe

den ohnehin nicht sehr großen, alten

Fichtenbestand im Fürstlichen Wald in

nur einer Saison um die Hälftereduziert,

schon der Sturm „Friderike“ im Januar

hat besonders die Fichten wie Streichhölzer

umgefegt. Noch immer ist nicht

alles Sturmholz aufgearbeitet, sprich mit

dem Harvester gefällt und aus dem Wald

herausgeholt. „Fichte ist in diesem Jahr

ein betriebswirtschaftlicher Totalausfall.

Praktisch unverkäufl

ich“, sorgt sich

Breul, der Preis ist wegen Überangebots

im Keller. „Die Fichte gehört von Natur

aus aber ohnehin nicht hier ins Münsterland,

sie wurzelt nicht tief genug, um

auch bei einem trockenem Sommer ans

Grundwasser zu kommen. Ich rechne damit,

dass sie ganz aus der Region verschwindet“,

resümiert der Experte.

Ganz anderes als

der Verkaufsschlager

der

„Die Fichte gehört von Natur aus

münsterländischen

Wald-

aber ohnehin nicht hier ins

Münsterland.“

bauern, die Eiche,

für die in diesem

Jahr Höchstpreise

erzielt werden.

Die Vermarktung

Der verborgene Star im Salm-Salm‘schen Adelswald: Über den genauen Standort der 250 Jahre

der Salm-Salm‘schen Holzern-

alten und 30 Meter hohen Eiche bewahrt Udo Hüning lieber Stillschweigen –der Revierförster

te hat der Natura-Geschäftsführer zum

fürchtet zu viele Kaufinteressenten. Foto: Natura Verbissene Zweige, abgefegte Rinde, Großteil über Rahmenverträgemit örtlichen

Knapp 390 Festmeter mit dem

wenn die jungen Böcke sich die Haut an

den Stämmen vom Geweih reiben: Der Sägewerken organisiert, nur weni-

ge „Stars“ finden den Wegauf die jährliche

Viele Maßnahmen können

natürliche Feind der jungen Eiche ist das

regionale Wertholzversteigerung der Gemeinschaft wirtscha

Reh–so scharf geschossen wie in jüngster

Vergangenheit wurde deshalb schon

lange nicht mehr rund um die Fürstlich

Salm-Salm‘sche Verwaltung. Den Finger

am Abzug haben allerdings Breul und

seine Mitarbeiter.Verträgemit den Jagdpächtern

hat die Adelsfamilie auslaufen

lassen oder wird sie nicht verlängern.

„Die privaten Jäger haben in den vergangenen

Jahren zu wenig weibliche Tiere

geschossen. Der Bestand hatte sich vervielfacht

und das Projekt naturnahe

Waldwirtschaft gefährdet“, erklärt der

geschäftsführende Forstwirt.

und werden zu Möbeln oder Furnier.Die

„motormanuelle Rotte“, wie es in der Expertensprache

liebevoll heißt und Forstarbeiter

mit Motorsägemeint, erntet die

wertvollen Stämme sozusagen in Handarbeit.

In der Region gehören 80 Prozent der

Waldfl

äche Privateigentümern. Etwadie

Hälfte der Privatwaldfl

äche ist kleinstrukturiert.

Hier beträgt die Größe im

Durchschnitt knapp zehn Hektar Wald.

In diesen Betrieben fallen forstliche Pfl

e-

gemaßnahmen oder aber auch ein Holzverkauf

nur periodisch alle zehn bis 20

geführt werden. 4100 Wal

Münsterland sind in 19 For

meinschaften organisiert, zu

fasst in der Forstwirtschaf

einigung Münsterland. Gem

hört ihnen 35 000 Hektar W

fegt ein Sturmdurch diese F

gemeinschaften, ausgelöst v

kartellamt. Die forstlichen

schlüsse sind bisher in der R

eine ehrenamtlich organisie

wirtschaftlich tätig gewesen

schaftung der Flächen erfo

traglicher Basis durch die

Doch in diesem Jahr macht Breul und Jahre an.

Landesforstverwaltung, di

Kein Stamm ist wie der

Stefan Vöckings Sägewerk punktet mit Regionalität.

Dasideale

Umfeld.

Unternehmer im ecopark wissen:

Wo Mitarbeiter sich wohlfühlen, da

leistensie gute Arbeit. Investieren

auch Sie in ein gutes Umfeld–für Ihre

Mitarbeiter und fürIhr Unternehmen.

Im ecopark an der HansalinieA1.

ecopark –der Qualitätsstandort.

Eicheist seine Passion. Und nur Holz

aus nachhaltiger Forstwirtschaft

kommt ihm unters Sägeblatt in

Ahaus –zudem punktet Stefan Vöckingmit

Regionalität, dieihm echte

Großaufträge eingebracht hat: „Für

den Nachbau des antiken Westtores

des Römermuseums in Haltern hat

der Landschaftsverband Westfalen

Lippe ein Sägewerk gesucht, das

Holz ausschließlich aus NRW liefert.

Das konnten wirgarantieren.“

Und mit besonderer Methode

verarbeiten, um

dem Baumaterial antikes

Flair zu verleihen: 280

Kubikmeter Eiche –

einen 100-jährigen Stamm zerteilt das

Vollgatter in weniger als fünf Minuten in

Baumaterial –hat das 15-köpige Sägewerksteam

bewusst so bearbeitet, dass

Resteder Rinde und der Rundungen stehenbleiben.

Die optische Wirkung: Als

hätten die alten Römer mit Axt und

Handsäge unter Aufb

ietung all ihrer

Muskelkraft selbst Hand angelegt.

Mit maschineller Kraft des Baggers sortiert

Vöckings Mitarbeiter –außer dem

„Eiche ist ein sehr wertiges Naturprodukt,

kein Stamm ist wie der

andere, das fordert qualifizierte

Handarbeit.“

Stefan Vöcking

Betriebsschlosser sind alle Beschäftigten

angelernt, und auch mit der Einstellung

vonFlüchtlingen hat Vöcking guteErfahrungen

gemacht –die schweren Eichenstämme

in zehn Kategorien auf dem riesigenVorplatz

des Sägewerks; praktischerweiseist

am Bagger-Greifarm eine Motorsägeund

der Baggerführer kann dasHolz

in einem Vorgang sortieren und auf die

richtige Länge zurechtstutzen.

Bei der Weiterverarbeitung werden zwar

schwere Maschinen und die Motorsäge

genutzt, Roboterhaben aber noch keinen

Einzug gehalten ins Ahauser Sägewerk.

„Eiche ist ein sehr wertiges Naturprodukt,

kein Stamm ist wie der andere, das

fordert qualifizierte Handarbeit“, betont

Vöcking. 10 000

ckings Team jäh

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für den Fachwe


MÄRKTE

5

mJahr ein Totalausfall“

sem Jahr sorgen im Privatwald von Emmanuel Prinz zu Salm-Salm

chermaßen für Probleme.

Harvester geerntet: Der Holzpolter mit vier Meter langen Fichtenabschnitten für die Bauindustrie füllt fünfzehn LKW-Ladungen.

Foto: Natura

OFFEN GESAGT

Im Einklang

Der Wald als Lehrpfad –ervermittelt,

dass Ökonomie und Ökologie

keine Gegensätze sein müssen. Beide

Faktoren in Einklang zu bringen, gehört

fest ins Bewusstsein der Forstbranche.

Infl

ationär verwendete Modebegriffe

wie Nachhaltigkeit oder ganzheitliches

Wirtschaften werden dort

mit Leben erfüllt.

Dass das schon vor Jahrhunderten von

Carl von Carlowitz postuliert wurde,

zeigt eine Konstante inder Waldwirtschaft.

Doch sie muss auch auf neue

Variablen reagieren: Dazu zählen die

Folgen von Klimawandel und die Attacken

von Borkenkäfer und Co.

Was vor allem die Eigentümer von kleineren

Flächen wie eine höchst unnötige

Plage heimgesucht hat, ist, dass sich

ihr Arbeitsaufw

and unnötig erhöht hat:

Zuerst, wenn sie selbst in die Vermarktung

ihrer Gehölze einsteigen, und danach,

wenn sie dafür Fördermittel beantragen

müssen.

Bei allem ordnungspolitischen Verständnis

für das Bundeskartellamt –in

diesem Fall haben die Wettbewerbshüter

mit der juristischen „Kreissäge“

wohl zweischneidig gewütet. Sie hinterlassen

einerseits einen Kahlschlag,

auf dessen Brache aber andererseits

auch zarte privatwirtschaftliche Knospen

sprießen können.

Maike Harhues

daher nur in

ftlich durchbesitzer

im

tbetriebsgesammengetlichen

Vereinsam

geald.

Aktuell

orstbetriebsom

Bundes-

Zusammenegel

als Verrt

und nicht

.Die Bewirtlgte

auf ver-

Förster der

e auch die

Holzverkaufsvermittlung übernahmen –

und zwar zusammen mit dem Holz aus

dem Staatswald.

Das verstoße gegen Wettbewerbsrecht,

monierte die Kartellbehörde. Zumal der

Landesbetrieb Wald und Holz, zu dem

das Regionalforstamt Münsterland gehört,

sein Können und Wissen schon

deutlich früher, nämlich beim Auszeichnen

der Waldbestände einsetze – zu

stark subventionierten Preisen. Doch der

Dachverband hat vorgesorgt, findet der

Vorsitzende Edzard Bornemann: „Mit

der Naturstoff- und Dienstleistungszentrale

Land und Forst Saerbeck haben wir

seit 2003 Strukturen entwickelt, die die

Waldbesitzenden bei der weiteren Professionalisierung

unterstützen –mit Augenmerk

auf Holzabrechnung und -vermarktung

und Bündelung der Durchforstungsmaßnahmen.“

Dass in Zukunft höhere Kosten auf die

Kleinstwaldbauern zukommen, weil sie

die Leistungen vonWald und Holz zu reellen

Preisen bezahlen müssen, soll

durch direkteFörderung vomLand abgemildert

werden: Eine Flut von Anträgen

müsse gestellt werden, der Aufwand

werdesichvervielfachen. Dabei wärealles

so einfach: „Wenn wir uns unter den

Waldbesitzern umhören, was diese sich

für die Zukunft wünschen, ist es dies:

Dass alles so bleibt wie bisher“, resümiert

Bornemann. Maike Harhues

MünsterlandManager.de

Top-Führungskräfte für das Münsterland

andere

FestmeterHolz sägt Vörlich,

8000 davonsind Ei-

Kanthölzer, aber auch

Holzfür Parkett und Särer

Produktpalette; gelieeiste

anden regionalen

rRahmenvertrag bezieht

irt sein Holz aus heimi-

,exportiert es allerdings

in die halbe Welt: „In Viederzeit

sehr gefragt“,

hrige einen Blick in die

r. Bevor das Holz per

h Asien verschifft wird,

ings für 14 Tage bei 56

Trockenkammer, damit

hädlinge absterben und

lt exportiert werden. Die

er selbst heizt der Unterckschnitzeln.

„Wir haben

keinen Holzabfall, alles

rbeitet –und sei es zu Säanplatten“,

erklärt Vöen

Restholz hat den Sägejüngst

auf die Idee zu

ukt gebracht: Seit Neuking

auch Eichholznägel

rksbau her.

Maike Harhues

Während die Stämme mit dem Bagger in zehn Qualitätskategorien sortiert und gleich zurechtgeschnitten

werden, vermisst Stefan Vöcking das Holz.

Foto: Maike Harhues

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6 MACHER &MÄRKTE

25 000 Festmeter

Ernte imJahr

Doch für das Forstwirtschafts- und Holzunternehmen TenBulte

ist ein Kahlschlag tabu. Gearbeitet wird mit der Durchforstungskarte.

Wie Streichhölzer fixiert, fällt, entastet und zersägt Joop Ormel

die Fichten mit dem Harvester.

Lagebesprechung am Säge-Greifer des Harvesters: Joop Ormel

(l.) und Richard ten Bulte studieren den Durchforstungsplan.

Zünftiges Schuhwerk: holländische Holzklunschen

an den Füßen des Harvester-

Fahrers

In seinen holländischen Holzschuhen

und mit dem rotblonden Bart ist

der muskelbepackte Joop Ormel ein

Holzfäller wie aus dem Bilderbuch.

Findet auch sein Chef und vertraut

ihm schwerstes Gerät an. Denn zum

Harvester-Fahrer taugt längst nicht

jeder: „Keine Angst vorm Bäumefällen,

große Affinität mit der Technik

und eine ordentliche Portion Charakterstärke

sind die Grundvoraussetzungen“,

betont Richard ten Bulte.Fünfundzwanzigtausend

Festmeter

Nadelholz erntet der

Lohnunternehmer im Münsterland

und den grenznahen

Wäldern der Niederlande im

Jahr mit dem Holzvollernter: Im Minutentakt

fixiert, fällt und entastet Ormel

die Stämme und legt sie zum Abtransport

für den Forwarder,sprich das Rückefahrzeug,

ab. Der maschinelle Alleskönner ersetze

zehn Mitarbeiter,erläutert tenBulte,

und biete ein Vielfaches anArbeitssicherheit.

„In den Wald können wir nur,

wenn die Böden trocken sind und das

schwereGerät nicht versinkt –ein Schönwetterjob“,

so der Forstwirt. Doch nicht

nur auf die Flora, auch auf die Fauna

muss Ormel am Steuer des Harvesters

Rücksicht nehmen. Jeder Greifv

ogelhorst

ist auf der sehr kleinteilig parzellierten

Duchforstungskarte vom Förster

eingezeichnet, die zu fällenden Stämme

sind an der Rinde pink markiert. Kahlschlägesind

für ihn tabu, tenBulte arbeitetaus

Prinzip nur in nachhaltig betriebenen

Forsten.

In zwei Schichten ab sechs Uhr in der

Früh ist das Unternehmen TenBulte mit

dem Holzvollernter im holländischen

Staatswald, der Chef schätzt die Durchforstungsmaßnahme

auf eine Woche.

Das schwereGerät ist gut ausgebucht,vor

allem von Stammkunden: „Die Investitionskosten

vonfast einer halben Million

müssen sich amortisieren, das geht nicht,

wenn der Harvester die Hälfte der Zeit

auf dem Hof steht“, erläutert ten Bulte.

Zusammen mit seinem Bruder Geri ten

Bulte führt der Niederländer das Unternehmen

mit mittlerweile 20 Mitarbeitern,

seit 2007 nicht mehr in seiner Heimat,

sondern in Vreden –umesbetriebswirtschaftlich

auf ein breiteres Fundament

zu stellen: ein kleines Sägewerk mit

Tischlerei für Echtholz-Designtische und

Massivholzdielen, den Vertrieb vonHolzölen

an den Großhandel und den Vertrieb

von Parkett des bayrischen Herstellers

Haro für die Niederlande.

Ten Bulte ist froh um die Vielseitigkeit

seines Jobs. Mit Tochter Ilse, Forstwirtschaftsstudentin

in Göttingen und angehende

Unternehmensnachfolgerin, ist er

auf dem Weginden Wald zu einem Treffen

mit Försterin Christina Frost. Sie hat

50 Festmeter Eiche aus einem Sammelschlag

von acht Hektar für ten Bulte im

Angebot –kein Wertholz für Möbel, das

wird erst jetzt geschlagen, wenn der

Baum auf Wintermodus umschaltet. Sondern

all die Eichen, die den Sommer nicht

geschafft haben. „Bei einem Baum ist es

wie beim Menschen: Leidet er ohnehin

schon unter verschiedenen Stressfaktorenund

kommt dann ein weiterer,wie in

diesem Fall die lange Trockenheit, dazu,

wird errichtig krank“, stellt Forst klar.

Maike Harhues

1

seat.de/business

50 Festmeter Eiche ab Wald: Revierförsterin Christina Frost und Richard ten Bulte begutachten

die Qualität der im Stand abgestorbenen Stämme, aus denen unter anderem

Brennholz werden kann.

Fotos: Maike Harhues

DER WALD IM MÜNSTERLAND

Im Münsterland gibt es laut Regionalforstamt Münsterland 98 900 Hektar Wald

–das sind 17 Prozent der Gesamtfläche –und rund 14 000 Waldbesitzer.

Die Waldfläche pro Einwohner beträgt 625 Quadratmeter. Zwei Drittel ist mit

Laubhölzern, ein Drittel mit Nadelhölzern bewachsen.

Auf einen Hektar Wald steht durchschnittlich ein Holzvorrat von 323 Festmetern

mit einem jährlichen Zuwachs von rund 5,7 Festmetern pro Jahr. Die Nutzungsmöglichkeit

in der Region beträgt rund 560 000 Festmeter pro Jahr, von

denen das Regionalforstamt 110 000 Festmeter vermarktet.

-ma-


MACHER &MÄRKTE 7

„Gewinne sind erforderlich“

Forstexperte Heinz-Peter Hochhäuser sieht zwischen Nachhaltigkeit und Gewinnorientierung keinen Widerspruch.

„Die Fichte ist nach wie vor der

‚Brotbaum‘ in der Forstwirtschaft.“

Heinz-Peter Hochhäuser

Das Bundeskartellamt hat

eine Bresche geschlagen:

Die jahrelangePraxis, dass

die Gehölze der privaten

Grundbesitzer vom Landesbetrieb

Wald und Holz mitvermarktet

werden, ist damit passé. Über die neuen

Herausforderungen, die sich daraus zumal

für Eigentümer kleinerer Flächen in

Sachen Professionalisierung ergeben,

und die von jeher zu wahrende Balance

zwischen Waldwirtschaft und Naturschutz

sprach unsereAutorin MaikeHarhues

mit Heinz-Peter Hochhäuser, Chef

des Regionalforstamtes Münsterland, der

für knapp 100000 Hektar Wald im Münsterland

zuständig ist.

Nachhaltige Waldwirtschaft und

gewinnorientiertes Unternehmertum

der Waldbesitzer–ist das Ihrer

Ansicht nach ein Widerspruch in

sich?

Heinz-Peter Hochhäuser: Auf keinen

Fall! Die Nachhaltigkeit ist als Begriff im

Wald geboren, hat historische Wurzeln in

Bergbau und Industrialisierung vor 300

Jahren und stellt bis heute das Grundprinzip

der Forstwirtschaft dar. Zum Abstützen

der Bergstollen brauchteman damals

viel Holz, das sehr rasch um die

Bergwerksregionen zur Neige ging.

Durch Kriege, Schiffsbau, Salzsiederei

und Holzverkohlung warenseit dem Mittelalter

bereits viele Gegenden entwaldet

und verödet. Der sächsische Bergrat

Hans Carl von Carlowitz forderte schon

1645, dass „nachhaltend“ nur so viel genutzt

werden darf

wie auch nachwächst.

Als Kameralist,

heute

würden wir sagen,

als Betriebswirt,

waren seine

Überlegungen

unternehmerischer

und wirtschaftlicher Natur. Nur

wenn Ökonomie, Ökologie und Soziales

gleichermaßen Berücksichtigung finden,

ist eine Wirtschaftsweise nachhaltig! Gewinnorientiertes

Handeln der Waldbesitzer

ist Teil der forstlichen Nachhaltigkeit

und schließt sich daher überhaupt nicht

aus. Bei der Langfristigkeit der forstlichen

Produktion, ein Baum braucht je

nach Art zwischen 40 und 180Jahren bis

zur Produktionsreife, ist es seit jeher

schwierig, erforderlichen Aufw

and mit

den Gewinnen, die viele Jahrzehntespäter

sich erst einstellen, in Zusammenhang

zu bringen. Gewinne in der Forstwirtschaft

sind aber erforderlich, damit

die Investitionen für die Zukunft getätigt

werden können.

Der Landesbetrieb Wald und Holz

hat jahrelang das Holz privater und

kommunaler Waldbesitzer zusammen

mit Holz aus dem Staatswald

vermarktet. Dem hat das Bundeskartellamt

jüngst einen Riegel vorgeschoben.

Was ist nun die größte

Herausforderung für die in Forstbetriebsgemeinschaften

organisierten

Klein- und Kleinstwaldbesitzer?

Hochhäuser: Die neue Herausforderung

ist nun, dass sich die Waldbesitzer

künftig selbst um die Vermarktung ihrer

Produkte kümmern müssen, sowohl

forstfachlich, aber auch betriebswirtschaftlich

und steuerlich. Es fehlt bisher

aber das fachliche Know-how, die Kenntnisse

über Preise, Käufer und Sortimente.

Daher müssen Schnittstellen und Kommunikationzwischen

Produktion, Bereitstellung

und Käuferansprüchen neu gestaltet

werden. Einzelne Waldeigentümer

oder auch einzelne Zusammenschlüsse

sind aufgrund ihrer internen Organisation

und ihrem Marktvolumen dazu

noch nicht in der Lage. Es müssen

neue Kooperationen der Zusammenschlüsse

und der Aufb

au von professionellen

Strukturen in der Geschäftsführung

und Vermarktung geschaffen werden.

Welche Chancen ergeben sich aus

der Umstrukturierung auf mehr

privatwirtschaftliche Branchenvielfalt

in der Waldwirtschaft?

Hochhäuser: Die bevorstehenden Umstrukturierungen

werden sicher mehr

Eigenverantwortung bei der Bewirtschaftung

der Wälder erfordern. Wenn dieGesellschaft

jedoch weiter Einfl

uss auf die

private Waldwirtschaft nehmen will,

müssen nun zusätzliche Anreizprogramme

gestaltet werden. Untersuchungen

zur Entwicklung des Waldbesitzeshaben

ergeben, dass in den nächsten 20 Jahren

mehr als ein Drittel der Waldfl

äche ihren

Eigentümer durch Vererbung oder Verkauf

wechseln wird. Es ist zu erwarten,

dass hier viele Menschen Waldeigentümer

werden,die ganz andereVorstellungenvon

ihrem Wald und ihrer Waldwirtschaft

haben als die heutige Waldbesitzergeneration.

Die vielleicht gar nicht

mehr wissen, wie ein Waldeigentum zu

behandeln ist. Ich bin überzeugt, dass

eine forstfachliche Unterstützung der

Waldeigentümer künftig sehr wichtig

bleiben wird. Dabei wirdeine es eine klare

Trennung zwischen behördlichem

Handeln, gesellschaftlichen Ansprüchen

und privatwirtschaftlichen Interessen geben.

Kommunikation zwischen den vielen

Akteuren, die am Wald interessiert

sind und am Wald arbeiten, sowie Digitalisierung

werden bei der weiteren Entwicklung

eine wichtige Rolle spielen.

Wie viel der Waldfl

äche des Münsterlandes

inPrivatbesitz liegt faktisch

still und wieso?

Hochhäuser: Die Frageist schwer zu beantworten.

Nur weil mal zehn Jahre im

Wald nichts passiert, ist die Waldfl

äche

nicht automatisch stillgelegt. Eingriffe

und Nutzungen im Wald erfolgen gerade

im kleineren Waldbesitz nur periodisch.

Daher kann die stillgelegteprivateWaldfl

äche nur geschätzt werden. Von den

80 000 Hektar Privatwald bewirtschaftet

das Regionalforstamt Münsterland vertraglich

derzeit über 40 000 Hektar. Der

restliche Privatwald wird inEigenregie

bewirtschaftet, entweder mit eigenen

Forstverwaltungen oder aber in eigener

Regie und Tradition, etwa zur Versorgung

mit Kaminholz für den eigenen

Haushalt. Ich denke, dass der Anteil des

Privatwaldes, der komplett stillgelegt ist

– also nicht mehr genutzt wird – im

Münsterland unter fünf Prozent liegt. Die

Gründe sind hier vielfältig, häufig ist es

Unkenntnis oder mangelndes Interesse,

aber auch eine Entfremdung vom Eigentum,

wenn beispielsweise die Eigentümer

weiter entfernt wohnen oder wenn die

Handlungsfähigkeit bei Erbengemeinschaften

nicht geklärt ist.

Istesso, dassdas schnellwachsende

Nadelholz das Laubholz subventioniert?

Bedeuten große dicke Baumstämme

automatisch viel Geld?

Hochhäuser: Grundsätzlich wird der

Holzpreis durch die Verwendungsmöglichkeiten

je nach Baumart, nachQualität

und nach Dimension bestimmt. Also: DickeBäume,

ohne Holzfehler,geben mehr

Geld als dünne! Hinzu kommt, dass der

Aufw

and bei der Ernte günstiger ist. Bildlich

gesprochen: Einen dicken Stamm zu

sägen macht, weniger Aufw

and als fünf

dünne mit dem gleichen Gesamtvolumen!

Die Fichte ist nach wie vor der

„Brotbaum“ in der Forstwirtschaft. Günstige

Kosten bei der Bestandesbegründung

mit Produktionszeiten von„nur“ 60

bis 80 Jahren und eine breitePalette von

Verwendungsmöglichkeiten, insbesondere

imlanglebigen Konstruktionsbau,

haben dazu geführt, dass die Fichteinder

Forstwirtschaft als „Allrounder“ überall

Verwendung findet. Aber das heißt nicht,

dass das Nadelholz das Laubholz subventioniert.

Bei den langen Produktionszeiträumen

ist es betriebswirtschaftlich besonders

wichtig, dass das Betriebsziel

möglichst wirtschaftlich erreicht wird.

Im Klimawandel gewinnt daher besonders

die Bewertung des Risikos einzelner

Baumarten an Bedeutung. Wald und

Holz NRW entwickelt derzeit waldbauliche

Handlungsempfehlungen zum Aufbau

klimastabiler Wälder.

Welches ist für Sie als Leiter des Regionalforstamtes

Ihre wichtigste

Rolle im Wirtschaftsfaktor Wald?

Mehr Kollegin als Hund: Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes

Münsterland und seine treue Begleiterin „Hedda“.

Foto: Wald und Holz

Hochhäuser: Als Chef des Regionalforstamts

bin ich für verschiedene Aufgaben

zuständig. Rund 4500 Hektar Staatswald

werden naturschutzfachlich und

wirtschaftlich vorbildlich bewirtschaftet.

Der Staatswald hat rund 800 Hektar naturschutzfachlich

stillgelegt und ist sowohl

FSC als auch PEFC zertifiziert. Als

Behörde ist das Regionalforstamt für

knapp 100000 Hektar Wald imMünsterland

zuständig. Bei allen Belangen, die

den Wald direkt oder indirekt betreffen,

wird das Regionalforstamt beteiligt. Mit

den privaten Waldbesitzern, die über

eigenes Forstpersonal verfügen, sind wir

fachlich und kollegial im Austausch, etwa

bei der Entwicklung einer eigenständigenInternetvermarktung.

Die größteHerausforderung

ist aber, die große Fläche

der Kleinstprivatwaldbesitzer in wirtschaftlich

tragfähigeStrukturen zu überführen.

Dabei geht es nicht unbedingt um

den einzelnen Betrieb, sondern darum, in

der Gemeinschaft forstwirtschaftliches

Wissen in der Region sicherzustellen, an

dem alle Waldbesitzer teilhaben können.


8 MACHER &MÄRKTE

Erster Satellit für den Hub

Der Digital Hub Münsterland verfügt jetzt im Westmünsterland auf dem d.velop-Campus

über eine Zweigstelle mit viel Raum für Co-Working und Meet-ups.

„Digitalisierung ist der Treiber, ist

das, was diese Gesellschaft tief verändern

wird.“ Und deshalb, folgert

Staatssekretär Christoph Dammermann,

„ist jedergut beraten, der sich

frühzeitig fragt, wie er und sein

Unternehmen in der digitalen Welt

wachsen, gedeihen und wirtschaftlich

vorankommen können“. Daran

erinnerte er kürzlich bei der Eröffnungdes

ersten Satelliten des Digital

Hub Münsterland in Gescher.

Der Hub:Satellit auf dem

d.velop-Campus in Gescher

verankert das Netzwerk

aus Unternehmen,

Wissenschaft, Institutionen,

Verbänden und Start-ups noch stärker

im Westmünsterland. Neben dem

vomDigital Hub und regionalen Partnern

initiierten Eröffnungsevent, soll der

Hub:Satellit mittelfristig eine Breitenwirkung

in der Region entfalten und kann

von verschiedenen Unternehmen als

Arbeitsplatz oder Meet-up-Space genutzt

werden.

Zur Eröffnungdes Satelliten konnten Dr.

Heiner Kleinschneider, Geschäftsführer

der Wirtschaftsförderungsgesellschaft

(WfG) Borken, Christoph Pliete als Geschäftsführer

der d.velop AG, sowie Vorstandsvertreter

der münsterLAND.digital

neben dem Staatssekretär und Bürgermeister

Thomas Kerkhoff für die Stadt

Gescher etwa hundert Gäste auf dem

Campus begrüßen.

Westfalen sei geprägt vom Mittelstand.

Und gerade den „wollen wir fit machen

für die Digitalisierung mit einer Reihe

vonInstrumenten“, so der Staatssekretär.

„Etwas sehr Einmaliges“ gehe mit dem

Hub:Satelliten an den Start. Dieser biete

eine Chance, Vernetzung zu schaffen,

unterstrich Christoph Pliete. Die Unterstützung

der Digitalisierung habe sich die

WfG ins Arbeitsprogramm geschrieben,

betonte deren Geschäftsführer Dr. Kleinschneider.Kleinschneider

lobtedie Firma

d.velop als „absolutes Musterbeispiel für

ein starkes IT-Unternehmen in der Region“.

Auch wenn die Digitalisierung heute allüberall

sei, bräuchten Menschen die physische

Begegnung. Ein persönlicher Austausch

zwischen Experten und Mittelstand

sei enorm wichtig, sagte Hub-Manager

Sebastian Köffer.Hierleisteder Satellit

wertvolle Unterstützung im ländlichen

Raum. Und TomMalessa vom Vorstand

münsterLAND.digital appellierte

an die Mittelständler: „Vernetzen Sie

sich.“ Denn Vernetzung schaffe neue

Märkte.

Im Zuge der Eröffnung des Hub:Satelliten

werden gemeinsame Strukturen entwickelt,

um etablierteAngebotedes Digital

Hub Münsterland auchvor Ort inGescher

anzubieten. Dazu gehören beispielsweise

Co-working-Arbeitsplätze für

Start-ups aus dem Fellowship-Programm

sowie die Möglichkeit, Konferenzräume

Der d.velop-Campus in Gescher ist seit Mitte Oktober Sitz des ersten Satelliten des Digital

Hub Münstertland.

Foto: d.velop

für öffentliche Meet-ups zu digitalen

Fachthemen zu nutzen.

Schon im Frühjahr hatte der Digital Hub

Münsterland auf dem Campus Gescher

die Konferenz Hub:Kontakt mit Start-up-

Pitch und über 150Gästen aus der digitalen

Wirtschaft veranstaltet. Die Eröffnung

des Hub:Satelliten wurde mit dem

zweiten „Mittelstand Digital Workshop-

Tag“ verknüpft. Teilnehmer konnten in

themenspezifischen Workshops und Vorträgen

ihreKenntnisse im Bereich digitaler

Anwendungsfelder vertiefen und erweitern.

Im westlichen Münsterland bietet der

d.velop-Campus angesiedelten Unternehmen

mit 55 000 Quadratmetern Fläche

und Anbindung an die A31eine ideale

Plattform. Ziel ist, den Hub:Satelliten

am Standort in Gescher für die Region

des westlichen Münsterlandes zu etablieren.

„Durch die Pfl

ege und den Aufb

au

von Unternehmenskontakten, Kunden

und Lieferantenbeziehungen fördert der

Campus die Vernetzung der ansässigen

Unternehmen untereinander und in der

Region“, erläutert Frank Kramer, Geschäftsführer

der d.velopcampus GmbH.

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NagelCarGrouphat die drei Vovis-Autohäuserübernommen!

Die Agravis-TochterVovis hatdie drei Autohäuser

an den StandortenMünster, Steinfurt und Hamm

verkauft. Seitdem 1. Juni ergänzen diesenun

das Repertoire derimostwestfälischen Versmold

ansässigen NagelCarGroup. „DieganzeVolvomannschaftist

und bleibtanBord“,sagtThorstenFischer.Der

ehemaligeVovis-Verkaufsleiter

ThorstenFischer undmit ihm über70weitere

Kollegen sind dabei übernommen

worden. „Wir haben

einenneuen Geschäftsführer,

Wolfgang Kroll, ansonsten

sind die Gesichterdie gleichen

geblieben“, stellt er fest.

Wolfgang Kroll, derzuvor für

die NagelCarGroup bereits als

Geschäftsführer fürStandorte

am Niederrhein tätig

war, leitet ab sofort operativ

die drei hinzugekommenen

Niederlassungen. Die NagelCarGroup

sei auf Expansionskurs.

„Wir wachsen“,

bestätigt derGeschäftsführer.

„Wir investieren in Marken, in

die Region, in unsereMitarbeiter

und die Zuversicht. Da

geschiehteineMenge. Bisher

bestand derVerbund unteranderem ausAutohäusern

der Marken Mercedes-Benz, Jaguar,Land

Rover, Volkswagen oder Audi, um nur einiges

zu nennen.Parallel zumKauf ist in Osnabrück

ein neuer Standort fürJaguar Land Roverin

Betrieb genommen worden. Seit September ist

diese Marke–zusätzlich zumMotorradherstellerTriumph

–auchineinem neuen Autohaus

V. l. Wolfgang Krollund ThorstenFischer freuen

sich über die Zusammenarbeit.

in MünsterHiltrupvertreten. „Volvo istfüruns

eine der Premiummarken, sie passtzuuns“,

hebt Wolfgang Krollhervor. „Inden vergangenen

Jahren bewies die MarkeVolvoguteKonzeptefür

dieautomobile Zukunft–vor allem im Bereich

der Elektromobilität“, sind sich Geschäftsführung

und Verkaufsleitungeinig.Die Autohäuser der

Agravis-TochterVovis haben Tradition. Seit 1963

Große Auswahl am Standort Münster, Albersloher Weg277.

werden diese schon betrieben und können nun

unterneuem Besitzer fortgeführt werden. Agravis

habeden Verkauf dabei schon länger geplant,um

sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.

„ImHerbst 2017 wurden die Gespräche dann

intensiver,dawurde es konkreter“,sagtKroll.

Ganz so einfach verläuft ein solcher Kauf aber

nicht. Die Verkaufsverträgemit demHersteller

seien so nichtohneweiteres auf andereAutohändler

übertragbar.„Wir musstenzum Hersteller

Kontaktaufnehmen und uns fürdie Volvo-Verkaufsverträgezunächst

bewerben“, lässtKroll

einenEinblick in die Abwicklung zu.„Wir wissen

aber,was wir tun, damit Autohäuser erfolgreich

geleitet werden und Arbeitsplätzeweiterhin

zurVerfügung stehen“,ist sich Krollsicher.Für

Kunden sei die Übernahme nur vonVorteil, sie

bekämen eine größereAuswahl.„Das Angebot an

Jahreswagensollerweitert werden“, sagtThorstenFischer.Und

derFahrzeugtrend? Der geht

vomKombi zunehmend in RichtungSUV.„Der

XC60 istbei uns der meistverkaufteWagen“, weiß

derVerkaufsleiter.

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

Ein Gefühl von Heimat

Pionier der Bio-Kaffee-Szene: Die Eper Manufaktur „Lenis Coffee-Family“ liefert aber auch Kaffeeund

Koffein-Zusätze für Schokoladen-Spezialitäten, für Getränke und Kosmetik.

Es ist der unwiderstehlich-aromatische

Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen,

der den Genießer dieses

dunklenGebräus schonauf dem Bürgersteig

empfängt und ihn weiterleitet

über einen schmalen gepfl

asterten

Fußweg, vorbei an einem wildromantischen

Garten zu einem dunkelgrauen

schlichten Büro-Gebäude

mit Bauhaus-Ausrichtung. Einfach,

klar, aber mit Stil: Das Ambiente der

Kaffee-Manufaktur im Eper Industriegebiet

sticht hervor zwischen all

den funktional errichteten Werksgebäuden.

Das Äußere harmoniert hier

auf den ersten Blick mit dem Anspruch,

den „Lenis Coffee Family“ an

sich und seine Produkte stellt: Eine

Vision mit anderen zu teilen, nachhaltig

angebauten und biologisch

produzierten Kaffeeherzustellen, zu

verkaufen und zu genießen.

Nun sind die Geschäftsführer

keine abgehobenen

Idealisten, die als weltverbessernde

Ökos im Unternehmertum

Fuß fassen

wollen. Es ist eine Familie, deren Tradition

seit jeher im Umgang und in der Verarbeitung

der kleinen Bohne liegt. Die

Wurzeln der Kaffeepflf anze sind ein Stück

auch die Wurzeln der Familie Niehoff.

Es war 1933, als Leo Niehoff die erste

Rösterei in Epe gründete. 1945 stieg

Sohn Franz Niehoff sen. ins Geschäft ein

und Vertrieb die Eigenmarke unter dem

Label „Leni“ (Le-o Ni-ehoff) f vorallem im

regionalen Umfeld. Kaffee warseinerzeit

noch ein Luxusgut. Laut Chronik trennte

der damalige Geschäftsführer die Rösterei

1949 vom restlichen Kolonialhandel

ab und führtediese eigenständig mit seiner

Frau Else weiter. Nach dem frühen

Toddes Vaters nahm Sohn Franz Niehoff

jun. die Firmenleitung in seine Hände.

Und brachte als Student in der damals

noch geteilten Stadt Berlin auch neue

Ideen ins Unternehmen. „Er warder Pionier

der Bio-Kaffee-Szene“, sagt seine

Schwester,Dr. Anne Niehoff-Kühne, heute

rückblickend.

Es folgten Jahredes Wachstums. Alsdann

die Tante-Emma-Läden aus dem Ortsleben

verschwanden und Supermärkteund

Discounter ihren Platz einnahmen,erlebte

der Bio-Bereich den großen Aufschwung.

Franz Niehoff entschloss sich

2011 zum Verkauf von „Niehoffs Kaffeerösterei“

–anseinen langjährigen Freund

Ulrich Walter, der das Unternehmen mit

der bis dahin gewohnten Firmierung bis

heute weiterführt.

Das „Gefühl von Heimat im Kaffee“, wie

Seit Jahresanfang gibt es von „Lenis Coffee Familiy“ auch wieder

die Bohne als Ganzes.

Schon als kleiner Dotz stand Geschäftsführerin Dr. Anne Niehoff-Kühne lieber am Probat-Röster, als in den Kindergarten zugehen. Noch heute ist dort ihr

Lieblingsplatz. Die Röstungen werden hier noch manuell –nach bestimmten Rezepten –gefahren.

Fotos: Susanne Menzel

es die Familie Niehoff selbst beschreibt,

war mit der Unternehmensveräußerung

allerdings nicht dahin. Im Gegenteil. „Es

war Motivation und Anreiz, mit der Tradition

als Rüstzeug im Gepäck neue

Ideen anzugehen“, formuliert Dr. Anne

Niehoff-Kühne diesen zweiten Weg. Vertragsgemäß

durfte das Geschäftsführer-

Trio aus Franz Niehoff jun., seiner

Schwester Dr. Anne Niehoff-Kühne und

Franz Niehoffs Tochter Pia Niehoff-

Schuchhardt zwar fünf Jahre ab Verkaufsdatum

der alten Rösterei selbst „keinen

Kaffee produzieren, der getrunken

wird, um dadurch keine Konkurrenz aufzubauen“,

so Dr. Anne Niehoff-Kühne,

aber „es gab und gibt darüber hinaus ja

noch viele andere Märkte –vor allem im

Bio-Bereich–,die bedientwerden konnten

und wollten“.

„Lenis Coffee-Family“, wie sich die kleine

Manufaktur fortan nannte, liefert seitdem

Kaffee- und Koffein-Zusätze in besonderen

Mahlungen beispielsweise für

Spezialitäten in der Schokoladen-Industrie,

für Getränke und Kosmetik. „Die

Perlbohne etwa wird inden Schokobohnen

verwendet, andere Koffein-Zusätze

in Shampoos“, nennt Anne Niehoff-Kühne

Beispiele. 90 Prozent der Kaffee-Erzeugnisse

werden dabei unter biologischen

Voraussetzungen produziert, zehn

Prozent als konventionelle Herstellung.

Dr. Anne Niehoff-Kühne, die Veterinärmedizin

studiert und auch 15 Jahre als

Tierärztin praktiziert hat und ab 2008

schon im damaligen Familienbetrieb Niehoffs

Kaffeerösterei für das Qualitätsund

Umweltmanagement verantwortlich

zeichnete, hat mit dem „biologisch ausgerichteten

Standbein zu den Wurzeln zurückgefunden

und kann sogar vieles hinsichtlich

auch der Hygiene-und Lebensmittelbestimmungen

aus dem Studium

mit einbringen.“ Darüber hinaus hat sie

„die Röstkultur vonder Pikeauf gelernt“,

inzwischen Weiterbildungen zum Kaffeesommelier

und zur Spezialitäten-Rösterin

absolviert. Momentan schult sie

ihreGeschmacksnerven, um sich zukünftig

als „Sensorik-Master“ in der Produktentwicklung

noch besser einbringen zu

können. ►Fortsetzung auf Seite 10

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

Transfair-zertifiziert und

koscher für den Kaffee-Kult

Rösterei produziert seit Anfang des Jahres wieder Bohne und Pulver.

Seit Anfang des Jahres gibt es

von „Lenis Coffee Familiy“

auch wieder die Bohne als

Ganzes sowie in pulverisierter

Form –zum vollendeten Kaffee-Genuss

Die „Pause“ ist vorbei, der

Probat-Trommelröster wieder in Aktion.

Die Familie hat –unter Marketingbegleitung

vonPia Niehoff-Schuchhardt –eine

neue Produktlinie entwickelt und aufden

Markt gebracht: fünf Kaffeemischungen,

die einerseits auf bestimmteBrühvorgänge

wie Vollautomat oder Filter abgestimmt,

andererseits mit bestimmtenGeschmacksnoten

versehen sind. In recyclingfähiger

(Papier-)Verpackung gibt es

in pfiffigem Design etwa „Hug in acup“,

vollmundig und mit Schokoladen-, Zitrus-

sowie Karamell-Note, „Classic

Brew“, die ausgewogene, fl

orale Variante,

„Beach Blend“, lebhaft und mit Pfirsich-Note,

„Love Shot“ als kräftige Variante

mit Haselnuss-Note, und nicht zuletzt

noch „Mountain Drip“. „Diese Angebotewurden

so kreiert, dass man daheim

für verschiedene Momente einen besonderen

Kaffee zur Verfügung hat“, erklärt

Dr. Anne Niehoff-Kühne. „Daher haben

wir auch die jeweiligen Verwendungsmöglichkeiten

aufdrucken lassen.“ Das

Genießen eines guten, leckeren Kaffees

sei „inzwischen zu einer großen Kultur

Für ihre Weiterbildung zur Sensorik-Masterin muss Dr. Anne Niehoff-Kühne derzeit ihre Geschmacksnerven

schulen. Diese Testaromen helfen dabei.

geworden. Selbst bei den Jüngeren hat

sich da zum Teil eine Lebensphilosophie

entwickelt.“ Und vor allem das Konsumieren

vonBio-Kaffee„passt auch indas

Umfeld des bewussteren Ernährens“.

Dass qualitativ hochwertiger Kaffee nach

wie vorseinen Preis hat, liegt übrigens an

verschiedenen Faktoren, die nicht alle die

Röstereien beeinfl

ussen, erklärt die Lenis-Geschäftsführerin:

„Natürlich ist

nachhaltiger biologischer Anbau alleine

schon eine qualitativ hochwertige Voraussetzung.

Hinzu kommt aber auch,

dass man beim Rösten der Bohnen etwa

15 bis20Prozent an Masse verliert. Nach

demTrocknenwirddas Produkt gewogen

–und pro Kilo werden dann 2,19 Euro

plus Mehrwertsteuer ans Finanzamt fällig.“

Die Eper beziehen ihre Grundprodukte

aus den Hauptländern Peru, Honduras,

Uganda, Äthiopien, Brasilien und Nicaragua.

„Wichtig ist uns dabei natürlich die

Biozertifizierung“, sagt Dr.AnneNiehoff-

Kühne. Die Endprodukte wiederum sind

nicht nur transfair-zertifiziert, sondern

auch koscher. „Dafür kommt eigens einmal

im Jahr ein Rabbiaus Hamburg, der

das kontrolliert.“

Inzwischen hat sich „Lenis Coffee Family“

neben dem Absatzmarkt Deutschland

auch Kunden in Dänemark, Österreich

sowie in der Schweiz erobert. Zudem sollen

die neuen Produktlinien alsbald unverpackt

in Bio-Supermärkten in der Region

installiert werden. „Die Ideen sprudeln“,

lacht Dr. Anne Niehoff-Kühne.

Kein Wunder, bei diesem aromatischen

Koffein-Kick. Susanne Menzel

Per Hand werden die Kaffeebohnen von den Mitarbeitern

Viola Schildt und Marius Vaartjes abgewogen und

abgefüllt.

In bis zu 1000 Kilogramm schweren Big-Packs werden

die Bohnen aus den Erzeugerländern nach Epe geliefert.

Wie eine „gut geölte Maschine“

So sehen sich die drei Geschäftsführer der Manufaktur und Rösterei.

Mit einer Prise Humor

und einem Augenzwinkern

beschreiben sich

die drei Geschäftsführer

inihren Selbstporträts

übrigens so:

Franz Niehoff (66 Jahre): „Der funktionierende

Motor innerhalbeinergut geöltenMaschine,

der alles zusammenhält. Er

ist der ruhende Pol, hat stets ein offenes

Ohr und sein ganzes Leben dem Kaffee

(und schönen Motoren) verschrieben.“

Pia Niehoff-Schuchhardt (38 Jahre): „Hat

schon als Kind beim Gang durch die Hallen

der Kaffeerösterei ihreFaszination für

die Bohne entwickelt. Stets auf der Suche

nach neuen Trends, treibt sie Marketing

und Innovation in der kleinen münsterländischen

Manufaktur an.“

Dr. Anne Niehoff-Kühne (56 Jahre):

„Fuhr schon als Kind gerne im hauseigenen

Lieferwagenmit, um dem Kindergarten

zuentgehen. Nach dem Studium der

Tiermedizin zog es sie nach einigen Jahrenzurück

in den Familienbetrieb, wo sie

ihr Wissen im Bereich Hygiene und Naturwissenschaften,

aber auch imQualitätsmanagement

anbringen kann. Ihr

Lieblingsort in der Manufaktur: am Röster.“

Zeichnungen: Marius Vaartjes

Erbrecht |Nachfolge |Vermögen

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Fachanwalt für Erbrecht,

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Wo wächst die Innovationskultur?

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Klaus Weiduschat

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04 | 2018

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BRANCHEN &BETRIEBE 11

Schneller abbaubar

Das Steinfurter Unternehmen McAirlaid‘s hat in einem langen Prozess einen neuartigen

Zigarettenfilter entwickelt, der sich in der Umwelt schon nach wenigen Wochen auflöst.

Militante Nichtraucher sollten am

besten jetzt direkt aufh

ören zu lesen

– es geht hier um Zigaretten: Das

Steinfurter Unternehmen McAirlaid‘s

hat einen neuartigen Filter entwickelt,

der kürzlich auf der „Inter-

Tabac 2018“, der internationalen

und weltweit größten Fachmesse für

Tabakwaren und Raucherbedarf, in

Dortmund vorgestellt wurde.

Mehr als die Hälfte aller

aufgerauchten Kippen

landen nach Schätzungen

nicht im Mülleimer,

sondern auf der

Straße, in der Natur oder imMeer. In

Zahlen könnten das bis zu 3,6 Billionen

weltweit sein. An vielen davon hängt

noch der Filter –und genau der macht

Probleme: Zigarettenfilter bestehen in

der Regelaus einem Gemisch aus Zellulose,

Kunststoffen und Kleber. Bis sich dieses

Gemisch zersetzt hat, können bis zu

15 Jahre vergehen.

Das Borghorster Unternehmen hat einen

Filter entwickelt, der ausnahmslos aus

Zellulose besteht. „Die darin liegenden

Fasern gehen dank des patentierten Bondingverfahrens

eine thermomechanische

Bindung ein, die einzig durch Druck und

Hitze entsteht. Die einzelnen Fasern werden

punktuell so bearbeitet, dass unter

diesen eine Faserfusion entsteht. Weitere

mechanische Verfahren formen das Material

schließlich zu einem Zigarettenfilter“,

beschreibt McAirlaid‘s selbst den

Prozess der Herstellung.

Im Prinzip sei die Idee des rasch biologisch

abbaubaren Filters schon vor 20

Jahren entstanden. Seitdem werdedaran

geforscht und entwickelt. „Da es sich

hierbei um ein Produkt handelt, das in

einem hochsensiblen Markt verortet ist,

dauert es einfach etwas länger, bis hier

ein allgemeiner Konsens erzielt wurde“,

begründet das Unternehmen die lange

Entwicklungszeit.

Für die klebe- und bindemittelfreien Zigarettenfilter

werden Fasern der amerikanischen

Kiefernart „Southern Pine“

verwendet, deren langen Fasern für den

Gesamtherstellungsprozess am besten

geeignet seien –der es schließlich ermögliche,

dass sich die Filter,die den Namen

„Genia“ erhalten haben, statt nach 15

Jahren bereits nach wenigen Wochen

aufgelöst haben. Und das ohne irgendwelche

Rückstände, wie eine Prüfung

nach DIN-Norm bestätigt hat. „Das Produkt

könnteden Markt revolutionieren“,

hoffen die Borghorster jetzt und bezeichnen

es selbst als „bahnbrechende Entwicklung“.

Um den erwarteten Bedarf zudecken,

wirdindiesen Tagenein weiterer Produktionsstandort

in Selm eröffnet, bislang

werden die McAirlaid‘s-Vliesstoffe, die

als Basis für unterschiedliche Hygieneproduktedienen,

an den vier Standorten

Berlingerode, Heiligenstadt (Deutschland),

Tallinn (Estland) und Rocky

Mount (USA) hergestellt.

Bernd Schäfer

Fast 20 Jahre dauerte die Entwicklung des neuartigen Filters, der durch seine biologische Abbaubarkeit für eine

deutlich geringere Umweltbelastung sorgen soll.

Foto: McAirlaid‘s

INTERTABAC 2018

Insgesamt 625 Aussteller präsentierten imSeptember ihre Produkte und

Dienstleistungen in der Messe Dortmund, rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Trends und Neuheiten auf der InterTabac waren vielfältig. Bio-Produkte,

wie Tabak aus ökologischem Anbau und biologisch abbaubare Filter, sind

weiter im Kommen. Darüber hinaus setzt sich der Trend zum „Short Smoke“

fort. Das kommt dem Zigarillo, aber auch kleineren Zigarrenformaten entgegen,

zum Beispiel Short-Robustos oder Robustos. Bei den Tabakmischungen für die

Pfeife sorgen limitierte Auflagen und saisonal geprägte Varianten für „besondere

Geschmackserlebnisse“.

Förderzusage über

zwei Mio. Euro

Evorion Biotechnologies rückt der Zelle auf den Leib.

Die Evorion Biotechnologies GmbH

mit Sitz in Münster hat dennächsten

Meilenstein in der noch jungen Firmengeschichte

erreicht. Das Startup-Unternehmen

hat nach eigenen

Angaben eine Förderzusage des Bundesministeriums

für Bildung und

Forschung (BMBF) erhalten. Für das

Kooperationsprojekt mit der Westfälischen

Wilhelms-Universität

(WWU) Münster fl

ießen aus dem

Programm „KMU-innovativ: Biotechnologie

–BioChance“ rund zwei

Millionen Euro nach Münster.

Evorion entwickelt hochleistungsfähige

Zellkultur- und

Analysesysteme zur präzisen

Charakterisierung vonZellen

und GewebenimBereich der

Krebsforschung. Die Gründer sind Hans

Kleine-Brüggeney, Dr. Sebastian Bühren

und Robert Weingarten. Das Team an

jungen Wissenschaftlern ist aus verschiedenen

Instituten der Westfälischen Wilhelms-Universität

Münster hervorgegangen

und wurde in der Gründungsphase

vonProf. BrunoMoerschbacher und Prof.

Francisco Goycoolea unterstützt.

„Droplet-based Microfl

uidics“ nennt sich

die Basistechnologie, auf der die innovative

Neuentwicklung der Evorion Biotechnologies

GmbH aufb

aut. Dabei werden

Tausende einzelner Zellen nach Angaben

des Unternehmens in Tröpfchen

eingeschlossen und an festen Positionen

auf einem Biochip positioniert. Mit der

neu entwickelten Technologieplattform

können diese Zellen über mehrere Tage

kultiviert und mit unterschiedlichen

Messmethoden analysiert werden.

Das bahnbrechende Analyseverfahren

könne von Labor-Personal problemlos

angewandt werden und bietevölligneue

Einblickeindie zellbasiertebiomedizinische

Forschung und Entwicklung. Dr.Sebastian

Bühren: „Die Technologie hat das

Potenzial, zukünftig die Effizienz vonImmuntherapien

zur Behandlung von

Krebserkrankungen zu steigern, mögliche

Nebenwirkungen zu verringern und

eine personalisierte Evaluierung von Immuntherapien

zu ermöglichen.“

Die Evorion hat sich alsHauptantragstellerin

um Fördermittel aus dem BMBF-

Programm beworben. Mitantragsteller

ist die WWU mit den Arbeitsgruppen um

Prof. Dr. Jürgen Klingauf (Medizinische

Fakultät) und Prof. Dr. Wolfram Pernice

(Physikalische Fakultät), die jeweils mit

rund250 000 Euro gefördert werden. Zudem

wirddie Arbeitsgruppe vonProf. Dr.

Florian Hollfelder von der Universität

Cambridge das Projekt unterstützen.

Angesiedelt ist die Evorion Biotechnologies

GmbH im Zentrum für Nanotechnologie

(CeNTech) inMünster. Das Zentrum

stellt die Infrastruktur für enge Kooperationen

mit den verschiedenen Fakultäten

der Universität zur Verfügung.

„Das einzigartige und interdisziplinäre

Umfeld des CeNTech hatmaßgeblich dazu

beigetragen, dass wir uns in diesem

exzellenten Konsortium zusammenfinden

konnten“,sagtDr. Sebastian Bühren.

Das Entwicklungsprojekt im CeNTech ist

aufdreiJahreangelegt und soll innovative

Technologien hervorbringen, die bis

zur Prototypebene entwickelt werden.

„Der Standort Münster bietet unserem interdisziplinären

Team ein einzigartiges

Umfeld, um das ambitionierte Vorhaben

umzusetzen“, meint Dr. Sebastian Bühren.

Sicherheit ist auch einfacher zu haben.

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12 BRANCHEN &BETRIEBE

Idee kam im

Blumenladen

Oelder Friseurmeister Frank Brormann landete

mit dem Calligraphen einen großen Erfolg.

Aus der Nähe lässt sich gut erkennen, wie der Calligraph beim Haarschnitt angesetzt

wird.

Ein voller Erfolg

wardie Premierenfeier am 29. September 2018 im Autohaus Wiesmann.

In lockerer Atmosphäre wurden die KIA-Neuheiten den vielen gespannten

Kunden präsentiert. Von9–17 Uhr gab es den neuen KIA-Ceed und den

KIA-Ceed Sportswagon zu besichtigen.

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„Ich bin Erfinder geworden, um das

Leben der Friseure auf der Welt einfacher

zu machen“, erklärte Friseurmeister

Frank Brormann in der Vox-

Gründershow „Die Höhle der Löwen“

seinen Hang zum Tüfteln. Seine

Erfindung ist der „Calligraphy

Cut“, eine Mischung aus Pinsel und

Cutter-Messer.Die Haare werden immer

im gleichenWinkelfein abgeraspelt.

Die Folge: Brormann bekommt

von den Löwen gleich zwei millionenschwere

Deals für seine Erfindung

und die Branche einen großen

Imagegewinn.

Der innovative Calligraph

soll einen präzisen Schnitt

garantieren und eine neue

Qualität ins Friseurhandwerk

bringen, wie Frank

Brormann im Gespräch mit „Die Wirtschaft“

erläutert: „Der patentierte Calligraph

schneidet das Haar immer exakt

und konstant im Winkel von21Grad an.

Dadurch erhält eseinen Bewegungsimpuls

und wird fl

exibler und elastischer.“

Das Haar gerate soin Schwingung. „Es

bekommt somehr Fülle und Licht in der

Spitze und glänzt dadurch stärker.“ Weiterer

Vorteil: Die fest verankerte Klinge

schont das Haar. „Es wird nicht gequetscht,

wie bei einer Schere. Das Haar

neigt zu wenigerSpliss.“Die vergrößerte

Öffnung der Klinge ermöglicht das genaue

Anschneiden. Die ergonomische

Griffzone des Stiftes fördert, so Brormannweiter,die

leichteFührung des Calligraphen

–für Links- und Rechtshänder

gleichermaßen. Die neue Schnitttechnik

richtet sich besonders an Frauen mit feinen

Haaren.

Um seine Innovation über Oelde hinaus

bekannter zu machen, besuchte Frank

Brormann die VOX-Gründershow „Die

Höhle der Löwen“ und sorgte zum Staffelstart

im September 2018 gleich für

eine Rekordquote. Sein Angebot hatte er

sich gut überlegt: 500 000 Euro wollte

der Friseurmeister für 20 Prozent Geschäftsanteile

von einem „Löwen“-Investor

ursprünglich haben. Doch es kam

ganz anders. Vorden Kameras sagteBrormannzunächst

in seinemPitch: „Ich verspreche

allen Frauen dieser Welt: Wenn

sie die Haaremit diesem Calligraphen geschnitten

bekommen, werden ihreHaare

nichtmehr splissen, sie werden viel einfacher

zu stylen sein und sie werden von

derSpitze her glänzen.“ Das Können, was

am Haar passiert, wurde vor einem Millionenpublikum

demonstriert.

Der „CalligraphyCut“ überzeugteauf Anhieb

nicht nur die Jury-Mitglieder und Investoren

Frank Thelen und Judith Williams

(als Team), sondern auch Carsten

Maschmeyerund Dagmar Wöhrl (als weiteres

Team) –und damit vier von insgesamt

fünf „Löwen“. Eine Sensation in der

Gründershow (über 50 Ausgaben seit

2014). „Was du hier lieferst an Design,

Qualität und Wissen, ist großartig“, hielt

Thelen seine Begeisterung nicht zurück.

„Du fl

ashst mich als Typ, als Unternehmer,und

ich freue mich, dass du hier bist

und präsentiert hast.“

Jedes Team bot dem sehr charismatisch

auftretenden Oelder Friseurmeister daraufh

in eine Million Euro, aufgeteilt in

500 000 Euro Cash und 500 000 Euro in

Form vonÜberstützung für Werbung und

Marketing. Im Gegenzug wollten sie 25

Prozent der Firmenanteile. „Mir wird

schlecht“, sagte Frank Brormann angesichts

der überwältigenden Resonanz.

„damit habe ich im Traum nicht gerechnet.“

Wie kam der Oelder Friseurmeister

eigentlich auf die Idee zum Calligraphen?

„Die Initialzündung kamineinem

Blumenladen, wo mir eine Floristin erklärte,

dass ich die Blumenstängel schräg

anschneiden muss, damit die Pfl

anze

über die vergrößerte Oberfl

äche mehr

Wasser aufnehmen kann.“ Und der findige

Oelder dachteweiter, „was bei Blumen

funktioniert, muss doch auch auch bei

Haaren gehen“. Der „Daniel Düsentrieb

von Oelde“, wie er in seinem Heimatort

gerne genannt wird, tüftelteund rechnete.

„Eine Kundin hat 80 000 bis 120 000

Haare auf dem Kopf. Wenn wir jetzt all

diese Haarspitzen schräg anschneiden,

so dass die Oberfl

äche größerwird, dann

kreieren wir Volumen in Haaren ohne

Chemie. Das ist doch genial, warum machen

wir das nicht?“

Gesagt, getan. Frank Brormann entwickelteden

Calligraphen. Auch dasDesign

kommt aus dem Kreis Warendorf, von

Christian und Michael Sieger (sieger design)

aus Sassenberg. 100 Euro kostet

Brormann der Calligraph in der Herstellung.

Für 299 Eurowolle er ihn an Friseure

verkaufen. Auch das passende Businessmodell

mit Schulungen für Stylisten

und einer Clubmitgliedschaft hatte der

Oelder parat, als er vor die TV-Kameras

trat. „Zwei Stunden wurden aufgezeichnet,

davon 20 Minuten ausgestrahlt“,

blickt er zurück.

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Im Salon in Oelde: Frank Brormann schneidet mit dem Calligraphen Karla Diekmann die Haare. Nach seinem

TV-Auftritt kommt er kaum noch dazu, da das internationale Interesse beständig wächst. Fotos: Peter Sauer


BRANCHEN &BETRIEBE 13

„Jetzt fahre ich auf der ICE-Trasse“

Frank Brormann überzeugte inder Gründershow „Die Höhle der Löwen“ und fand zwei kapitalkräftige Unterstützer.

Der Kern des Erfolgs: Der Calligraph schneidet im 21-Grad-Winkel die Haare.

Anseiner Erfindung arbeitete

Brormann bereits seit 2011.

Dieser lange Atem und die

Tatsache, dass er alles von

Wissenschaftlern der Fachhochschule

Münster noch offiziell überprüfen

ließ, beeindruckte Frank Thelen,

Judith Williams &Co. sehr.„Der Calligraphy

Cut funktioniert besser als das

Schneiden mit einer Schere“, erläuterte

Studienmacher Prof. Dr. Jürgen Peterseim

vom Fachbereich Maschinenbau an

der Fachhochschule Münster in Steinfurt.

Dazu wurden für die Studie rasterelektronenmikroskopische

Fotos imVergrößerungsbereichbis

5000-fach aufgenommen

und Haare unterschiedlicher Beschaffenheit

untersucht. Das Ergebnis:

Die Schnittoberfl

äche ist mit dem Calligraphen

überall homogen und glatt. Er

schont nachhaltig die Haarspitzen. Frank

Brormann spricht vom„Tesla der Friseurbranche“.

Zudem legte ersein Business-

Konzept vor, welches Friseuren durch die

Nutzungdes Calligraphen deutlich mehr

Umsatz prognostiziert.

Für den „CalligrahyCut“ bekam der Oelder

2018 als erster Friseurmeister

Deutschlands den bundesweit verliehenen

Seifritz-Preis 2018,als Auszeichnung

für erfolgreiche Erfindungen aus dem

Handwerk. Das konnte auch Beauty-Expertin

Judith Williams bestätigen, die für

einen persönlichen Cut-Test in der „Höhle

der Löwen“-Sendung über ihren Schattensprang

und eine eigene Strähne ihrer

Haarpracht opferte: „Das war schön geschmeidig.“

„Löwe“ Frank Thelenbrachte dieBegeisterung

aller Juroren auf den Punkt: „Auf

den ersten Blick mag es komisch wirken,

dass ich jetzt auch noch im Beauty-Bereich

tätig werde. Aber: Calligraphy Cut

hat das Potenzial, den Markt der hochklassigen

Friseure zudisrupten, und ich

bin ein großer Fan von Disruption und

vonstarken Gründern.“ Unter Disruption

versteht man einen Prozess, bei dem ein

bestehendes Geschäftsmodell oder ein

gesamter Markt durch eine stark wachsende

Innovation abgelöst wird.

Frank Thelen hat schon viele Gründer

kommen und gehen gesehen. Frank Brormann

ist für ihn der Prototyp eines extrem

starken Gründers: „Denn er hat uns

alle mit seinemPitch überzeugt und seine

unbändigeBegeisterung für sein Produkt

auf uns übertragen. Das muss man bei

mir mit einem Produkt aus dem Beauty-

Bereich erst mal schaffen. Respekt!“

Die Ausstrahlung der „Höhle der Löwen“-Sendung

(die im Februar aufgezeichnet

wurde) hat Frank Brormann mit

seinen Kindern Anfang September in

einem Münchener Hotel gesehen. Judith

Williams und Frank Thelen hatten ihn

eingeladen, seinenAuftritt und den Deal

im Bayerischen Hof zu feiern. „Nach der

Sendung gabes70000 Zugriffeauf unsere

Webseite. Früher waren das 700 am

Tag. Der Server ist in der Werbepause zusammengebrochen.“

Der Oelder Friseurmeister muss seit seinem

Auftritt vor den „Löwen“ nicht nur

Interviews am laufendenBand geben und

schafft das mittlerweile nur noch telefonisch.

Für „Die Wirtschaft“ macht er eine

seltene Interview-Ausnahme in seinem

Oelder Salon, wo alles begann. Dort ist

Friseurmeister Frank Brormannnur noch

selten zu sehen. „Alle wollen den Calligraphy

Cut haben“, erklärt er nicht ohne

Stolz, aber immer noch völlig losgelöst,

so als oballes nur ein Traum wäre.

Foto: Brormann

Durchbruch: Am Haar eines Models zeigt Frank Brormann in der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ (VOX)

den Juroren Ralf Dümmel (2.v.l.), Frank Thelen (2.v.r.) und Judith Williams (r.), wie er mit dem Calligraphen

schneidet.

Foto: RTL

Aber alles ist pure Realität. Acht Tage

nach der Aufzeichnung gab esdie erste

Webcall-Konferenz: „Da musste ich zum

Beispiel alle Patente und Verträge offenlegen.

Fünf Tage vor der Ausstrahlung

Anfang September wurde dann der erste

Vertrag unterschrieben.“ Mit den beiden

Investoren Judith Williams und Frank

Thelen befindet sich Brormann seitdem

in Gesprächen bezüglich der Deal-Konditionen.

Es gab Meetings, es wurden Verträge

abgeschlossen, die zunächst über

drei Jahre laufen.

Zu 25 Prozent werden Judith Williams

(Testimonial/Social Media) und Frank

Thelen (Digitalisierung der Abläufe) an

seinem Unternehmen beteiligt. Von ihnen

bekommt der Oelder Friseurmeister

500000 Euro„als Eigenkapital aufs Konto“;

die Brormann zum Beispiel für

Schutzrechte und neue Werkzeuge ausgeben

werde. Zudem habe er sich im

Team von Frank Thelen Hilfe geholt, um

mit dem explodierenden Medien- und

Kundeninteresse umgehen zu können. In

den ersten sechs Tagengab es rund3000

Nachfragen nach dem Calligraphy Cut.

Vor der Sendung bot Brormann rund 70

Schulungen rund um den „Calligraphy

Cut“ pro Jahr an: „Wir geben den Calligraphen

nur nach vorheriger Ausbildung

heraus, um Anwendungsfehler des Friseurs

zu vermeiden.“ Mit Erfolg. Inzwischen

firmieren 120Trainer unter seinem

Namen in Deutschland, Österreich und

den USA. Tendenz steigend. „Die Trainer

finden mich. Ich muss nicht mehr suchen“,

freut sich der 53-Jährige.

Daher baut Friseurmeister Brorman seine

Firmagegenüber vomOelder Bahnhof direkt

um. Die neue Webseite steht schon,

neue Teams für Administration und Callcenter

–dreifesteund vier freie Mitarbeiterstellte

er bislang in Oelde nur für den

„Calligraphy Cut“ ein –baute Brormann

auf.

Die Zusammenarbeit mit den „Löwen“

Williams und Thelen macht Frank Brormann

viel Spaß: „Die ‚Höhle der Löwen‘

hat meinem Zug neuen Schwung gegeben.

Jetzt fahre ich auf einer ICE-Trasse.“

Seine Augen funkeln im Gespräch, trotz

langer Tage.„Privatleben ist für mich derzeit

ein Fremdwort, ich sehe meine drei

Kinder wenig. In den ersten Wochen kam

ich nur auf vier Stunden Schlaf amTag,

aber ich stecke sovoller Adrenalin. Der

Calligraphy Cut ist einfach die Chance

und der Deal meines Lebens.“ Künftig

will er immer am Sonntag sein Handy

auslassen und offlf ine sein, um Kraft und

Ruhe zu tanken. Peter Sauer

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GELD &GESCHÄFT 15

Vorsicht, wenn

die Zinswende kommt

Anleger blicken neidisch auf die USA. Für einige Investoren können höhere Zinsen aber Verluste bedeuten.

Im Euroraum hat die Inflationsrate die Marke von 2,0 Prozent erreicht. Angesichts der Magerzinsen schrumpft deshalb das Ersparte.

Foto: Colourbox.de

Inflation in der Eurozone

Steigende Zinsen sind für jeden Anleger

eine gute Sache –sollte man

meinen. Im Fall von Rentenfonds ist

allerdings genau das Gegenteil der

Fall.Sparen ist schon lange kein

Selbstläufer mehr. Wer sein

Geld für ein Jahr lang festlegt,

bekommt mit viel Glück

0,6 Prozent Zinsen – und

muss mit ansehen, wie das Ersparte angesichts

einer Infl

ation von 2,0 Prozent

im Euroraum langsam, aber sicher wegbröckelt.

Noch schlimmerist es um Anlage-Klassiker

wie Tagesgeldkonten oder

etwa zehnjährige Bundesanleihen bestellt,

die aktuell Renditen von 0,3 Prozent

und weniger bescheren. Kein Wunder,

dass Anleger sich nach Zeiten zurücksehnen,

in denen das Tageskonto

zwei Prozent und mehr verzinst wurde.

Sollte es im Euroraum tatsächlich zu

einer Zinswende kommen, wie sie beispielsweise

derzeit in den USA stattfindet,

würde das viele Investoren entlasten.

Für Kapitalanleger mit Rentenfonds

würde eine Zinswende im Euroland indes

zunächst einmal große Verluste bedeuten.

Höhere Renditen kommen bei

Rentenfonds erst mit deutlicher Verzögerung

an. Grund ist ein einfacher

Marktmechanismus: Sobald die Zinsen

Veränderungder Verbraucherpreise* jeweils gegenüber dem Vorjahresmonat in Prozent

2,0

1,5

1,0

0,5

0,0

-0,5

2016

J

0,3

2017

F M A M J J A S O N D J F*

2,0*

0,0

-0,2 -0,2


*Schnellschätzung

0,6

Quelle:Eurostat

steigen, sinken die Preise der alten Anleihen,

da Investoren zu den neuen, höherverzinsten

Papieren greifen. Wer indieser

Situation einen alten Rentenfonds

losschlagen will, muss einen Preisabschlag

hinnehmen.

Wiehoch dieser Abschlag ausfällt, hängt

nicht zuletzt davon ab, wie scharf die

Zinswende letzten Endes sein wird. Angenommen,

eine neu ausgegebene Anleihe

wird mit einem Zinscoupon von

einem Prozent proJahr angeboten, während

eine ältereAnleihe nur 0,6 Prozent

Zinsen bietet, dann muss der Verkäufer

für seine Anleihe einen Preis akzeptieren,

bei dem auch das alte Papier letztlich

eine Rendite von einem Prozent erbringt.

Auswirkungen auf den Preisabschlag hat

auch die Restlaufzeit der Anleihe. Liegt

diese nur bei einem Jahr, fällt der Abschlag

entsprechend gering aus, bei

Restlaufzeiten von fünf oder zehn Jahren

schlägt der Abschlag entsprechend

ins Kontor.Die Kurse sinken also stärker

umso länger die Restlaufzeit ist.

Mit welchem Risiko durch die Restlaufzeit

eine Anleihe behaftet ist, kann mithilfe

der sogenannten Duration eingeschätzt

werden. Diese Kennziffer steigt

mit der Restlaufzeit.

Warum also überhaupt Geld in Euro-

Rentenfonds investieren, wenn die Zinsen

außerhalb des Euroraums steigen,

mag sich mancher Anleger fragen. Die

Verlockung, das Ersparte ineinen internationalen

Fonds zu stecken, ist mithin

groß. Aufder Suche nach einem sicheren

Hafen bei der Geldanlage sind internationale

Rentenfonds allerdings die falsche

Wahl, da der Erfolg auf wackligen

Beinen steht. Internationale Rentenfonds

kaufen Anleihen aus verschiedenen

Ländern in unterschiedlichen Währungen.

Anleger tragen deshalb das

Kurswechselrisiko, denn Schwankungen

der Wechselkurse können zusätzliche

Gewinne aber auch hohe Verluste bescheren.

Hilfreich ist hier eine sogenannte

Währungsabsicherung –inder Regel

frisst diese Absicherung allerdings die

Renditedurch höhere Zinsen wieder auf.

Andreas Fier

Stephan Dröge,

Freiberuflerbetreuer,

Sparkasse Münsterland Ost.

Dr. med. Jens Quakernack,

GYNMÜNSTER

Operative Gynäkologie,

Münster.

Einfach

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Wenn’s um Geld geht


16 GELD &GESCHÄFT

+++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE +++

3./4. November 2018: Hochzeitstage, Sa. und So., 11 –18Uhr, Messe- und Congresszentrum

Halle Münsterland, Münster

6. November 2018: „Jungunternehmerwerkstatt: Mitarbeitergesprächsführung –

Führungspflicht und Chance zur Wertschätzung“, 17–19Uhr, Handwerkskammer

Bildungszentrum Echelmeyerstraße 1–2, Münster (Voranmeldung)

7. November 2018: Fresh-Business-Frühstück, „Video –ein Medium, viele Formate“,

8–9.30 Uhr, AIW Unternehmensverband, Vredener Str. 119, Stadtlohn

8. November 2018: Brexit, 14 –17Uhr, Informationsnachmittag der IHK Nord-

Westfalen und der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Flughafen

Münster/Osnabrück, Airportallee 1,Greven

8. November 2018: Rechnen mit dem Finanzamt –Basiswissen Steuern, 16 –18

Uhr, WESt Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH,

Ort: Gründer- und Innovationspark Steinfurt III, Am Campus 2, Steinfurt (Voranmeldung)

8. November 2018: Kraft-Wärme-Kopplung –Mikrogasturbinen, 17 Uhr, Enabling

Innovation Münsterland, Ort: Klinkerwerk Hörstel A. Berentelg &Co. KG, Dornierstraße

11, Hörstel

12. –16. November 2018: 17. Gründungswoche –Wenn schon investieren, dann

richtig!, Münster gründet! (vertreten durch die Wirtschaftsförderung Münster

GmbH), Steinfurter Straße 60a, Münster

12. November 2018: Gründerwoche –Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten,

wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld, 18 –20Uhr, Fehrbelliner Platz 11,

Dülmen

14. November 2018: 2. Münsterländischer Vermögenstag der Westfälischen

Nachrichten, 16–21Uhr, Mövenpick Hotel, Kardinal-von-Galen-Ring 65, Münster

15. November 2018: COMregional der Fiducia GAD, ab8.30 Uhr, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

16. November 2018: Tagder offenen Türim„IpaBoh –Forum für Gesundheitsund

Beschäftigungsförderung im Industriepark Bocholt“, 9.30 –14.30 Uhr, Im

Fisserhook, Bocholt

20. November 2018: Management-Werkstatt in Münster: Erste Erfahrungen und

Praxistipps zum neuen Datenschutzrecht, 17 –19Uhr, Handwerkskammer Bildungszentrum

Echelmeyerstraße 1–2,Münster (Voranmeldung)

28. November 2018: ERCIS Launch Pad, 14 Uhr, münsterLAND.digital e.V.,Ort:

Leonardo-Campus, Leonardo-Campus 10, Münster (Voranmeldung)

Drei Anwälte in

der „Focus“-Liste

Kollegenempfehlung führte zur Platzierung.

DreiFachanwälteaus Münsterwurden

in ihren jeweiligenFachgebieten

vomMagazin

„Focus“ in die Liste

der Top-Rechtsanwälte

aufgenommen. Im Erbrecht wurde Dr.

Ansgar Beckervordersandfort zum fünften

Mal in Folge ausgezeichnet.

Dr. Peter Becker gehört zu den Top-

Rechtsanwälten im Familienrecht, und

GerhardG.Düntzer wurdewiederholt im

Verkehrsrecht in die Listeaufgenommen.

Damit gehören sie laut „Focus“ zu

Deutschlands besten Anwälten in den jeweiligen

Fachgebieten.

Die Listung basiert nach Angaben der

Kanzlei Beckervordersandfort &Partner

auf der Befragung vonüber 24 000Fachanwälten

durch das Marktforschungsinstitut

Statista. Die Befragten konnten für

verschiedene FachgebieteExperten empfehlen,

die sich ihrer Meinung nach durch

große Kompetenz und Erfahrung auszeichnen.

Die Aufnahme der Rechtsanwälte

indie Liste erfolgte über die Häufigkeit

der Empfehlungen.

IHREWERBUNG RICHTIG PLATZIERT

TRIFFT DIREKT DIE ENTSCHEIDER

Warnung vor dem

Herdentrieb

Sieben Fehler, die man als Anleger vermeiden sollte.

Die Zahl der Aktienanleger ist in

Deutschland nach wie vor gering.

Dennoch finden immer wieder neue

Anleger Gefallen an der Börse. Wer

als Anfänger erfolgreich anlegen

will, sollte einige Fehler unbedingt

vermeiden.

Schnell kaufen und verkaufen:

Viele Privatanleger

schichten viel zu häufig um.

Die durchschnittliche Haltedauer

bei Einzelaktien beträgt

nur etwasieben Monate. Bei Investmentfonds

findet nach etwazweieinhalb

Jahren ein Tausch oder Verkauf statt. Das

führt zum einen zu hohen Kosten und

zum anderen dazu, dass viele Anleger

nicht an den nachhaltigen Entwicklungen

der Börsen teilnehmen.

Herdentrieb und Home-Bias: Privatanleger

schwanken meist zwischen Angst

und Gier und verfallen dann dem Herdentrieb.

Sie kaufen, wenn alle kaufen

und verkaufen in Schwächephasen,

wenn die Kurseniedrig sind. Zudem werden

oft Aktien gekauft, die einem vertraut

erscheinen. Dabei werden in der Regel

Aktien aus dem Heimatland bevorzugt

(Home-Bias). Dadurch verzichten

Anleger auf eine breite Streuung und erhöhen

ihr Risiko.

Zu viele Informationen: Mittlerweileerhalten

Anleger extrem viele Informationen

über das Internet. Die Gefahr dabei:

Durch zu viele Informationen entsteht

ein Grundrauschen, das es schwer macht,

wirklich relevanteInformationen herauszufiltern.

Ein monatlich oder wöchentlich

erscheinendes Fachmagazin istvöllig

ausreichend. Zusätzlich sollte man sich

noch ein oder zwei Finanzportale im

Internet aussuchen, mit denen man gut

zurechtkommt.

MEDIADATEN UNDBERATUNG

Riskante Wetten: Erfolgsstorys wie Microsoft

oder Google haben mutigen Anlegern

extreme Kursgewinne beschert.

Doch wer kann schon sicher sagen, welche

Technologie oder Entwicklung sich

künftig durchsetzen wird? Für einenEinsteiger

ist es daher besser, zunächst in

Substanzwerte zuinvestieren. Hier fällt

die Bewertungleichter.Nur ein kleinerer

Teil des Vermögens sollte zuBeginn in

Wachstumswerte investiert sein.

Zu viele Emotionen: Anleger „verlieben“

sich gerne in ihreAktien. Allerdings

sollteman keineemotionale Bindung zu

einem finanziellen Investmentaufb

auen.

Hierdurch werden häufig Ausstiegszeitpunkte

verpasst und Aktien werden zu

lange gehalten.

Bei fallenden Kursen nachkaufen: Ein

psychologisches Problem besteht darin,

dass man sich nicht mit Verlust von Aktien

trennen möchte. Da sich Privatanleger

amEinstandspreis orientieren und

diesen verbilligen möchten, werden Aktien,

die im Kurs gefallen sind, oft nachgekauft.

Meist gibt esaber einen fundamentalen

Grund, warum ein Wert fällt.

Wenn Unternehmen nachhaltig Probleme

haben, das Management oft wechselt,

Marktanteile verloren gehen, die Dividende

ausfällt, wiederholt Ergebniskorrekturen

vorgenommen werden müssen

oder Marktentwicklungen falsch eingeschätzt

werden, sollte man sich von

einem Wert trennen, auch mit Verlust.

Mangelnde Diversifikation: Privatanleger

sollten zu starke Übergewichtungen

von einzelnen Aktien unbedingt vermeiden,

da Totalausfälle drohen können, die

die Performance vonJahren zunichtemachen

können. Bei kleinerenAnlagebeträgen

sind Aktienfonds oder gemischte Investmentfonds

mit höherem Aktienanteil

die bessere Wahl.

Andreas Görler

Senior Wealthmanager bei

der Wellinvest –Pruschke &

Kalm GmbH, Berlin

FrankMicheel Tel. 0251/690-916161|frank.micheel@aschendorff.de

LarsNormann Tel. 0251 /690-9161 62 |lars.normann@aschendorff.de

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NÄCHSTE AUSGABE

27.11.2018

Der

Anzeigenschluss

ist am 9.11.2018


GELD &GESCHÄFT 17

Kleine Summe –große Kosten

Die mit großem Tamtam eingeführte Obergrenze von 1,95 Euro beim Geldabheben am Fremdautomaten

ist gefallen. Inzwischen werden im Schnitt schon wieder vier Euro fällig.

Vor allem bei jungen Leuten ist das

Vorgehen weit verbreitet: Vor der

Party, dem Café-Besuch oderdem Kinoabend

noch mal schnell ein paar

Euro amAutomaten abheben.

Den Banken sind solche

Kunden ein Graus. Denn

die Kosten für die Nutzung

der Geldautomaten explodieren

durch das häufige

Abheben kleiner Beträge –insbesondere

für Banken, die ihren Kunden eine kostenlose

Bargeldversorgung garantieren.

Laut einer Branchenerhebung hebt jeder

dritteKunde in der Gruppe der unter 30-

Jährigen wenigerals 50 Euroab. Bezogen

auf die Gesamtheit der Kunden ist es immerhin

jeder achte bis zehnte. Onlinebanken

wie die

Commerzbank-

Tochter Comdirekt,

der bayrische

Sparkassen-

Ableger DKB oder

Deutschlands

„Angesichts steigender Kosten

können wir keinen Preis unter dem

Niveau von Sparkassen und

Volksbanken verlangen.“

Sprecher der Commerzbank

größte Direktbank

ING-Diba

haben deshalb inzwischen

für das

Abheben am Automaten den Mindestbetrag

von50Euroeingeführt. Nurwer weniger

auf seinem Konto hat, bekommt

auch kleinere Beträge ausgezahlt.

Zwar betreibt auch die ING-Diba eigene

Automaten –umdie Kunden aber lückenlos

mit Bargeld versorgen zukönnen, ermöglicht

die Bank mithilfevon Kreditkarten

kostenlose Abhebungen bei fremden

Instituten –dafür zahlt die Direktbank

nach eigenen Angaben im Schnitt etwa

1,60 Euro pro Vorgang. „Viele Abhebungen

mit kleinen Beträgen kommen für

uns besonders stark zum Tragen“, heißt

es bei der Diba in Frankfurt.

Das Abheben am Geldautomaten ist in

Deutschland ein Dauerthema. 2011 hatte

dasBundeskartellamt den Banken auf die

Finger geklopft und die übertrieben hohen

Entgelte bemängelt, die mitunter

verlangt werden.Seither wirdder Kunde

beim Geldabheben über die anfallenden

Gebühren informiert. Vor einer generellen

Deckelung schreckte das Kartellamt

zurück.

Ein Verbund aus privaten Banken hatte

die hohen Gebühren seinerzeit als Marketing-Instrument

entdeckt und werbewirksam

eine Obergrenze von1,95 Euro

bei Auszahlungen an Fremdkunden eingeführt.

Doch die mit viel Tamtam eingeführte

Grenze ist heimlich, still und leise

wieder einkassiert worden.

Beim Direktbank-Marktführer Diba kosten

Abhebungen für Fremdkunden seit

dem Sommer wieder 3,90 Euro –also

doppeltsoviel wie zuvor.Die sogenannte

Cash-Group, an der Commerzbank, Deutsche

Bank, Hypo-Vereinsbank und Postbank

beteiligt sind,hat sich ebenfalls von

der alten Regelung verabschiedet und

verlangt meist 3,95 Eurovon Kunden anderer

Institute. „Angesichts steigender

Kosten können wir keinen Preis unter

Das Geldabheben am fremden Automaten kostet inzwischen wieder im Schnitt vier Euro.

dem Niveau von Sparkassen und Volksbanken

verlangen“, sagt ein Commerzbank-Sprecher.

Nach einer Erhebung der

unabhängigen Finanzberatung FMH liegt

der Durchschnittspreis für eine Auszahlung

am Geldautomaten in Deutschland

bei 4,29 Euro. Bei den Sparkassen

schwanken die Gebühren zwischen 4,80

und 6,45 Euro. „Die Sparkassen hatten

sich an der Absprache mitden Privatbanken

allerdings nie beteiligt“, sagt FMH-

Chef Max Herbst. Andreas Fier

Foto: Colourbox.de


18 NACHHALTIGKEIT

„Die Kunden fragen

immer häufiger danach“

Daniel Thiekötter, Geschäftsführer der Thiekötter Druck GmbH &Co. KG, engagiert

sich als CSR-Botschafter ehrenamtlich für das Thema Nachhaltigkeit.

Ein voller Terminkalender, Kundengespräche,

Mitarbeiterrunden. DanielThiekötter

ist in Eile. Im Druckerei-Betrieb

muss der selbst gestellte

hohe Qualitätsanspruch auch dann

erfülltwerden, wenn dieZeit drängt.

Bleibt da noch Raum für ein Ehrenamt

auf einemFeld, das immer mehr

in den Fokus rückt? Der 36-Jährige

nickt: „Ja,denn dasThema Nachhaltigkeit

wird auch für uns immer

wichtiger.“ Schon zweimal wurde

Thiekötter Druck in Münster als

„Ökoprofit“-Betrieb ausgezeichnet.

Auf Wunsch wird an der Kleimannbrücke

sogar klimaneutral gedruckt.

Jetzt engagiert sich Daniel Thiekötter

über die Betriebsgrenzen hinaus

als CSR-Botschafter.

Botschafter für nachhaltiges,

für sozial, ökologisch und

ethisch richtiges Wirtschaften

und Handeln. Der Geschäftsführer

der Traditionsdruckerei,

die inzwischen infünfter Generation

geführt wird, ist dabei in guter

Gesellschaft. NRW-Wirtschaftsminister

Prof. Andreas Pinkwart wird vier CSR-

Vorreiter aus dem Münsterland formell

zu Botschaftern der guten Sache ernennen.

Neben Daniel Thiekötter sind dies

Magdalena Münsterland, Mitglied der

Geschäftsleitung der Bernd Münsterland

GmbH &Co. KG in Telgte, Michael Radau,

Vorstand der SuperBioMarkt AG,

und Thomas Voß, stellvertretender kaufmännischer

Leiter der LWL-Kliniken

Münster und Lengerich.

Als DanielThiekötter vorüber 15 Jahren

Nicht nur Druckexperte: Daniel Thiekötter gehört zum kleinen Kreis der CSR-Botschafter

im Münsterland.

Foto: wk

in Wuppertal Druck- und Medientechnologie

studierte, standen dort chemische

Prozesse und technische Fragen rundum

Druck und Druckerezeugnisse im Zentrum.

Umweltfragen spielten eine Rolle,

doch das weitaus umfassendere Thema

Nachhaltigkeit, das zum Beispiel klimaund

ressourcenschonendes Produzieren

mit einschließt, hatten nur wenige auf

dem Radar. 2007 trat Daniel Thiekötter

in die Geschäftsführung ein und erkannte

den Wandel. Heutebemüht man sich bei

Thiekötter Druck darum, in einem mehr

und mehr umweltfreundlichen Unternehmen

nachhaltige Produkte zuproduzieren.

2014 beteiligtesich die Druckerei am seit

2001 laufenden Projekt „Ökoprofit“ der

Stadt Münster, reduzierte deutlich den

Ausstoß von CO ²

,erzielte nicht nur Einsparungen

in den Bereichen Strom und

Wärme, sondern senkteauch die Kosten.

Heute bedruckt Thiekötter überwiegend

Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft,

hat die Makulaturquote gesenkt und betreibt

ein umfassendes Farbmanagement.

Im Betrieb bezieht man nur Ökostrom

aus 100 Prozent erneuerbarer

Energie, nutzt zum Beispiel die Abwärme

der Druckmaschinen zum Heizen. Die

Firma betreibt Umweltmanagement, damit

sie sich, wie Daniel Thiekötter es sagt,

auf diesem Feld weiter „in die richtige

Richtung entwickelt“. Gemeinsam

schaffteman jetzt bei „Ökoprofit“ die Rezertifizierung.

Dabei hat man im Druckunternehmen

beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur die

Kunden und Lieferanten im Blick, sondern

stets auch die Stadtgesellschaft, der

man sich eng verbunden fühlt. Daniel

Thiekötter: „Im kommenden Jahr werden

wir 140Jahre alt.“

Vor allem größere Kunden und Unternehmen

fragen auch bei Druckaufträgen

ab, wie nachhaltig die münsterischere

Druckerei produziert. Dass der Geschäftsführer

als CSR-Botschafter engagiert

ist,wirdman sicherlich registrieren.

wk

Gemeinsam auf dem Weg

Am 7.11. treffen sich 20 unterschiedliche Betriebe aus dem Münsterland, um CSR-Unternehmen zu werden.

Washaben einmittelständisches Modehaus,

ein Maschinenbau-Unternehmen

und eine Apotheke gemeinsam?

Sie investieren Zeit, um das

Thema Corporate Social Responsibility

(CSR) gemeinsam zu vertiefen.

Am 7.November starten die

ersten zwei Gruppen der

neuen CSR-Workshops für

mittelständische Unternehm

„Dabei geht es um Aen. die

stringente Bearbeitung zentraler CSR-

Themen mit einem klaren Ziel. Die Unternehmen

erhaltenmethodisches Rüstzeug

und inhaltliche Vertiefungen, um in einer

CSR-Selbstbewertung ihre zentralen

Themen zu identifizieren, zu bearbeiten

unddarüber zu berichten. Am Ende steht

die Auszeichnung ‚CSR-Unternehmen

Münsterland‘“, teilte jetzt das regionale

CSR-Kompetenzzentrum mit.

20 Unternehmen stellen sich beim öffentlichen

Start der Workshops im H7 am

Mittelhaften in Münster vor, erläutern

ihre Motivation und Zielsetzung.

Die Workshops wurden vomKompetenzzentrum

speziell für KMU entwickelt und

dienen der Erreichung folgender Meilensteine:

CSR-Selbstbewertung, CSR-Leitbild,

CSR-Strategie, CSR-Maßnahmenprogramm

sowie Kommunikationskonzept

inklusive CSR-Kurzbericht. Parallel

dazu werden vier Handlungsfelder beleuchtet:

Arbeitsplatz und Mitarbeiter,

Umweltschutz, Produktverantwortung

und Markt, Gemeinwesen.

Die Unternehmen starten in den nächsten

Wochen mit einer Selbstbewertung.

Dabei werden bisherige Aktivitäten erfasst

und refl

ektiert, die Bedeutung möglicher

Handlungsfelder bewertet und hieraus

betriebsspezifisch die zentralen Bedarfe

priorisiert. Die Durchführung der

Selbstbewertung wird durch Masterstudierende

der FH Münster unterstützt, die

die Unternehmen zum Beispiel bei der

Datenerfassung entlasten können.

Drei starke Partner an Ihrer Seite

• Start Ups

–Rechtsformwahl,

Finanzplanung

• Unternehmenswertgutachten

• gesetzliche Jahresabschlussprüfung

• Finanzbuchhaltung

auch für den Onlinehandel

• Lohnbuchhaltung

• Gemeinnützigkeitsrecht:

Vereine und Stiftungen

• Steuerberatung

–national und international

• Umwandlung

von Unternehmen

• Nachfolgeplanung

–Erbschafts- und

Schenkungssteuer

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WeselerStraße 253 |48151 Münster

Telefon +49 (0) 251/21070

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LEBEN &WISSEN 19

Das „Haus Mariengrund“ in Münster feierte vor wenigen Wochen das 60-jährige Bestehen Die Einrichtung gehört zuden Zentren der

weltweiten Schönstatt-Bewegung.

Fotos: Hubertus Kost

SCHÖNSTATT-BEWEGUNG

Die Schönstatt-Bewegung ist eine Vereinigung

von Gläubigen in der katholischen Kirche,

die sich in Fragen von Ehe und Familie

und im gesellschaftspolitischen und sozialen

Bereich engagiert. Die Bewegung wurde von

Pater Josef Kentenich offiziell 1914 gegründet

und ist benannt nach dem Ortsteil

Schönstatt der Stadt Vallendar bei Koblenz.

In rund 130 Ländern ist die Bewegung verbreitet,

besonders in Lateinamerika. Im

deutschsprachigen Raum gibt es 44 Schönstatt-Zentrum,

zu denen auch die Bildungseinrichtung

in Münster gehört.

Als Teil der Bewegung gründete Pater Kentenich

im Jahr 1926 die „Schönstätter Marienschwestern“.

Es handelt sich dabei um

eine Gemeinschaft (Säkularinstitut) der römisch-katholischen

Kirche, deren Mitglieder

–imUnterschied zu einer Ordensgemeinschaft

–nicht im Kloster, sondern „in der

Welt leben“. Die Marienschwestern sind damit

keine Ordensfrauen im eigentlichen

Sinn. Sie engagieren sich weltweit überwiegend

im sozialen Bereich, aber auch inErziehung

und Bildung.

-hko-

Was imAlltag wirklich wichtig ist

Im „Haus Mariengrund“ in Münster werden Fragen des Arbeits- und Privatlebens neu gestellt.

Mut, Glaube, Zukunft. Diese drei Begriffe

sind die Leitlinien für die

Arbeit von „Haus Mariengrund“ in

Münster. Die Bildungseinrichtung

mit christlichem Hintergrund wird

vonden Schönstätter Marienschwestern

geleitet und ist Teil der weltweiten

Schönstatt-Bewegung.

Bei uns steht der Mensch im

Mittelpunkt.“ In diesem Satz

fasst Schwester Juttamaria,

die das Haus leitet, Auftrag

und Ziel der Einrichtung zusammen.

„Haus Mariengrund“ ist eine

staatlich anerkannte Bildungsstätte,

ebenso Begegnungsstätte, spirituelles

Zentrum –und Wirtschaftsbetrieb, vom

christlichen Glauben geprägt. „Aber wir

sind kein Kloster und keine Klause und

wir leben nicht zurückgezogen,“ erläutert

Haus-Oberin Schwester Josit. „Wir

sind eine weltoffene Gemeinschaft.“

Einige Gäste, die zum ersten Mal „Haus

Mariengrund“ besuchen und an einer

Veranstaltung teilnehmen, seien überrascht

von der offenen und ruhigen Atmosphäre,

sagt die ehemalige langjährige

Gymnasiallehrerin. Während des Aufenthalts

erfahren die Besucher dann die

Ruhe als willkommenen Abstand vom

Alltag und stellen fest, dass die Schönstätter

Marienschwestern mitten im Leben

stehen.

Die 1800 Schwestern der weltweiten Bewegung

sind auf allen Kontinenten in sozialen

und gesellschaftlichen Bereichen

engagiert. „Haus Mariengrund“ ist mit

einem Team von sechs Schwestern und

22 Fachkräften ausunterschiedlichenBerufsbereichen

in der Diözese Münster das

Zentrum der Bewegung. „Wir verstehen

uns als Ort der Begegnung, an dem unterschiedliche

gesellschaftliche Strömungen

zusammenfinden“, hebt Schwester

Juttamaria hervor. Zu den Seminaren

und Tagungen werden freiberuflf iche Referenten

und Fachleute aus verschiedenen

Wissensbereichen eingeladen.

Auch Firmen und Institutionen der Wirtschaft

nutzen „Haus Mariengrund“ für

Veranstaltungen der berufl

ichen und persönlichen

Weiterbildung. Für Übernachtungen

stehen 53 Zimmer zur Verfügung.

Die Bildungsangebote des Hauses haben

drei Schwerpunkte: „Mensch und Arbeit,

Mensch und Chance, Mensch und Familie“

ist ein Schwerpunkt, außerdem gibt

es Angebote zuden Themen Besinnung

und Begegnung. Es geht zum Beispiel um

Folgen der Digitalisierung, um Fragen

zur Partnerschaft und um Krisenbewältigung.

Die Formate dafür reichen von

Workshops bis zum Erfahrungsaustausch.

Die Angebotebieten Gelegenheit, mit Abstand

auf die eigene Lebenssituation zu

schauen und dabei zu erkennen, was im

Alltag wirklich wichtig ist und wie die Zukunft

durch positives Denken gestaltet

werden kann. Das Ziel: Selbstbewusstsein

entwickeln und dadurch die eigene

Persönlichkeit im Beruf und im alltäglichen

Leben stärken. Die Wertschätzung

jedes Einzelnen liegt den Marienschwestern

besonders am Herzen.

„Immer mehr,immer schneller“ –das sei

für viele Menschen in der heutigen Zeit

erstrebenswert, sagt Schwester Juttamaria.

Dabei gehe aber das wertschätzende

Miteinander verloren. „Haus Mariengrund“

sieht einen Kernbereich seiner

Arbeit darin, diese Wertschätzung zu erkennen,

zu erhalten und zu stärken. Die

Seminare beinhalten ganz bewusst Zeiten

der Stille, Meditation und Entspannung.

„Damit schaffen wir einen Gegenpol

zu den Bestrebungen zunehmender

Selbstoptimierung, die viele Menschen

an den Rand der Belastbarkeit bringen.“

Schwester Josit fügt gern hinzu: „Unser

Haus soll den Menschen gut tun.“

Hubertus Kost

Das Haus ist von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der

Schönstatt-Bewegung, geprägt. Die Wertschätzung der Besucher

liegt Haus-Oberin Schwester Josip (l.), Hausleiterin Schwester Juttamaria

(r.) und dem gesamten Team besonders am Herzen.

Cooperation von

Wirtschaftsprüfern &

Steuerberatern

Stolze –Dr. Diers –Beermann GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ·Steuerberatungsgesellschaft

Mit derzeit 19 Berufsträgern (davon 7Wirtschaftsprüfer, 2Rechtsanwälte und 19 Steuerberater)

und insgesamt 69 Mitarbeitern sind wir eine der führenden Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien

in Westfalen. Unser Angebot umfasst eine breite Spanne von Dienstleistungen

insbesondere für mittelständische Unternehmen und deren Gesellschafter von der

Einkommensteuererklärung über die Abschlusserstellung bis zur Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung.

Weiterhin beraten wir in Fragen des Steuerrechts –insbesondereimBereich

des Umwandlungsteuerrechts, des internationalen Steuerrechts und der Unternehmensnachfolge.

Zu unserem Dienstleistungsspektrum zählt auch die betriebswirtschaftliche Beratung.

Jeder Mandant hat bei uns einen persönlichen Ansprechpartner,der das Unternehmen langjährig

betreut. Über unsere örtlichen Niederlassungen in Emsdetten, Rheine und Hamburg hinaus

kooperieren wir im Rahmen der CW&S mit anderen Praxen und sind Mitglied des internationalen

Verbundes von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern „AGN“, um auch überregional

und grenzüberschreitend unsere Mandanten betreuen zu können.

Geschäftsführer:

Prof. Dr. Fritz-Ulrich Diers

Dr. Philipp Diers

Dr. Marie-Theres Stolze

Heinz Stolze

Wilfried Beermann

Johannes Fink

Prof. Dr. Dorian Fischbach

Timmo Wagner

www.stolze-diersbeermann.de

Neubrückenstraße 4

48282 Emsdetten

Tel. (02572) 40 85

Fax (02572) 85647

stolze-diers@stodibe.de

Timmermanufer 142

48429 Rheine

Tel. (05971) 80822-6

Fax (05971) 80822-75

info@stodibe.de

Banksstraße 6

20097 Hamburg

Tel. (040) 30 95 47-77

Fax (040) 30 95 47-47

fischbach@stodibe.de


20 LEBEN &WISSEN

„Nicht überreden,

sondern überzeugen“

In der „Hand-Werk-Statt“ der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft

Münster lernten 500 Jugendliche die berufliche Praxis kennen.

Einfach mal ausprobieren: Schieferbearbeitung gehört zum Dachdecker-

Handwerk.

Fotos: Hubertus Kost

Steffen Haimann muss auch schon mal indie Hocke gehen, um eine Reparatur

durchzuführen. Er stellte seinen Beruf praxisnah vor. Sein Chef Dietmar

Plenter (r.) lobt die „Hand-Werk-Statt“ als „tolles Angebot“.

Der Wettbewerb um Berufsnachwuchs

beginnt inder Schule. Das Interesse

der Schülerinnen und Schüler

wird gesteigert, wenn sie Berufe

in der Praxis erleben können. Zum

Beispiel in der „Hand-Werk-Statt“

der Handwerkskammer Münster.

Eine ausbaufähige Aktion.

Finde heraus, welche Talentein

dir stecken.“ Das warvor einigen

Wochen die Aufgabe für

500 Jugendliche der Jahrgänge

8und 9aus 5Schulen in

Münster. Dafür hatten sie für einen Tag

den Unterricht in die Praxis verlegt.

Zwölf Berufsfelder standen zur Auswahl.

Handwerk nicht nur zum Anschauen,

sondern vor allem zum Mitmachen.

„Neugier wecken“, sagt Carsten Haack,

Abteilungsleiter Nachwuchssicherung

bei der Handwerkskammer (HWK). Das

sei die Botschaft der „Hand-Werk-Statt“.

Das Angebot richtet sich an Schulen in

Münster. Fünf Haupt- und Realschulen

haben sich an der Aktion der Handwerkskammer

und der Kreishandwerkerschaft

Münster beteiligt. Als Kooperationspartner

konnten die Initiatoren die Agentur

für Arbeit Münster-Ahlen und das „Zdi-

Zentrum Zukunft durch Innovation

Münster-Münsterland m3“ gewinnen.

Vorurteile gibt es nicht: Auch Jungen setzten sich an die Nähmaschine.

Das Zentrum will Schülerinnen und

Schüler für sogenannteMint-Berufeinteressieren

(Mint steht für Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften und

Technik). Träger sind die Universität und

die Fachhochschule Münster.

Die Praxis handwerklicher Berufe steht

bei der „Hand-Werk-Statt“ im Mittelpunkt.

Die Teilnehmer werden in Gruppen

eingeteilt, jeder muss sieben Stationen

absolvieren. Dabei geht es um ganz

reale Situationen: An kleinen Werkstattplätzen

werden Alltagssituationenerläutert.

Zum Beispiel Wartungs- und Reparaturarbeiten

im Sanitär-, Heizungs- und

Klimahandwerk, bei den Kraftfahrzeugmechatronikern

und bei den Zweiradmechanikern.

Überall können die Schülerinnen

und Schüler mitmachen. Manche

nehmen zum ersten Mal ein Werkzeug in

die Hand. „Echt cool“, ist oft zu hören.

Das lässt doch schon mal Interesse erkennen.

Und genau das will die Aktion erreichen.

Zur Auswahlstehen auch die Bereiche

Tischler und Zimmerer, Elektro, Maler

und Lackierer,Metall, Friseure, Dachdecker,

Textil und Bäcker. Ein breites

Spektrum, aber auch nur ein Ausschnitt,

denn das Handwerk bietet weit über 100

Ausbildungsberufe.

Carsten Haack weiß aus berufl

icher Erfahrung,

dass Schülerinnen und Schüler

wenig Ahnung davon haben, „was es im

Handwerk alles gibt“. Neugierig machen,

Interesse wecken, informieren –darin sehen

die Initiatoren einen guten Ansatz,

um Berufsnachwuchs zu gewinnen. „Dabei

wollen wir nicht überreden, sondern

überzeugen“, sagt Haack.

Junge Leute, die bereits ein Handwerk

lernen, sind dabei wichtigeUnterstützer.

Zum Beispiel Steffen Haimann. Er ist Auszubildender

im Sanitär-, Heizungs- und

Klima-Handwerk (SHK) bei der Firma

Plenter in Münster. Inder „Hand-Werk-

Statt“ stellte erseinen Beruf praxisnah

vorund beantworteteviele Fragen. Information

auf Augenhöhe, denn mit einem

Auszubildenden kommen Schülerinnen

und Schüler schnell in Kontakt. „Der hat

ja echt schon Ahnung“, wardie Meinung.

Steffen Haimann hat mit seiner Ausbildung

„absolut die richtige Entscheidung

getroffen“, und das erläutert er gern.

Ebenso wie Sebastian Kemner,der bei 2-

Rad-Hansen in Münster seine Ausbildung

absolviert. Der jungeMann hat sein

Hobby zum Beruf gemacht. In „Werkstatt-Unterricht“

konnte er überzeugend

vermitteln, dass das Fahrrad und damit

auch der Beruf des Zweirad-Mechanikers

eine aussichtsreiche Zukunft haben.

Bei einem Elternabend vor Beginn der

Aktion nutzten Mütter und Väter die Gelegenheit,

selbst einige Stationen der

Hand-Werk-Statt auszuprobieren. Außerdem

wurden verschiedene BeratungsangeboteimRahmen

der Berufsorientierung

vorgestellt.

Lehrkräfte spielen beim Thema Berufswahl

auch eine wichtigeRolle. Nicht nur

im Unterricht. Die Berufswahl-Koordinatorinnen

Andrea Rudel, Kristin Köhler

und Christine Sewing begleiteten die

Schülerinnen und Schüler gern in die

„Hand-Werk-Statt“ und lobten den

Unterricht beim Handwerk gleichermaßen:

„Ein tolles Angebot.“

So schätzt auch Dietmar Plenter die Aktion

ein. Der Chef der gleichnamigen

SHK-Firma hat seinen Auszubildenden

gern für die Aktion „freigestellt“, denn

„unser Berufsnachwuchs kann den fast

Gleichaltrigen doch am besten erklären,

warum sie eine Ausbildung machen sollen“.

AndereChefs,deren Auszubildende

mit in der „Werkstatt“ waren, sehen das

genauso.

„Wir hoffen, dass in den kommenden

Jahren noch weitere Betriebe mitmachen,

denn schneller können sie kaum

mit Jugendlichen in Kontakt kommen,

um sie für ein Praktikum oder sogar eine

Ausbildung zu interessieren“, sagt der

Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Münster, Jan-Hendrik Schade.

Christian König von der Agentur für

Arbeit kann sich vorstellen, dass die Aktion

über Münster hinaus angeboten

wird: „Die ‚Hand-Werk-Statt‘ ist ausbaufähig.“

Hubertus Kost

Erste Versuche im Maler- und Lackierer-

Handwerk


LEBEN &WISSEN 21

Blühende Steinwüste: Blick über den historischen Teil des Johannisfriedhofs Fotos: Ulrich Traub Immaterielles Kulturerbe: Epitaphienkünstler Thomas Haydn beim Ziselieren

Ein Schatz mit

Welterbe-Niveau

Die Nürnberger Friedhöfe St. Rochus und St. Johannis mit ihren Epitaphien

wirken noch heute wie aus einer längst vergangenen Zeit.

Ein Erlass des Kaisers Maximilian I.

vom 31. Oktober 1518 besagte, dass

nur noch auf außerhalb der Nürnberger

Stadtmauern gelegenen Gottesäckern

bestattet werden dürfe. Dies

führte zur Neuanlage des St. Rochus-

Friedhofs und zur Erweiterung des

Pestfriedhofs St. Johannis. Damals

sind zwei Begräbnisstätten entstanden,

die aufgrundihrer nochweitgehend

existenten historischen Gestalt

voneinzigartigem kulturgeschichtlichem

Rang sind.

Großfamilie: links der Vater mit elf Söhnen, rechts die Mutter mit

sieben Töchtern; oben eine Auferstehungsszene

Im Jahr des 500. Geburtstags wurde

beiden, längst unter Denkmalschutz

stehenden Friedhöfen ein

besonderes Geschenk zuteil. Neben

den auf den Gräbern liegenden

Sandsteinen, die das Bild dieser

Friedhöfe prägen, sind es die fl

ach auf

den meisten Steinen angebrachten Platten,

die ein weiteres Alleinstellungsmerkmal

darstellen. Die herausragende

Bedeutung dieser Epitaphien und das ihnen

zugrundeliegende Kunsthandwerk

wurden jüngst in die Bayerische Landesliste

des Immateriellen Kulturerbes der

Unesco eingetragen. Die Aufnahme in die

Bundesliste wird möglichst bald angestrebt.

„Es warunser Ziel, diesen Schatz stärker

im Bewusstsein zuverankern“, berichtet

Thomas Haydn, der am Kulturerbe-Antrag

mitgearbeitet hat. Der gelernte Metallgestalter

ist seit vielen Jahrendie erste

Adresse, wenn es um Epitaphien geht,

mit denen auch heute noch Nürnberger

Familien ihre Gräber schmücken. „Die

rund6000 Epitaphe auf den Grabsteinen

der beiden Friedhöfe sind ein umfassendes

Archiv der Stadtgeschichte“, fasst der

gebürtigeÖsterreicher,der sich als Epitaphienkünstler

einen Namen erworben

hat, den Wert dieses Grabschmucks zusammen.“

Als im 16.Jahrhundert die ersten Steine

wegen des sandigen Bodens nicht gestellt,

sondern auf die Gräber gelegt wurden,

waren es noch schmucklose, etwa

gleich große Quader,die erst später stärker

profiliert wurden. Vom Rat war die

Grablänge auf 1,67 Meter festgeschrieben

worden. „Weil diese Größenverordnung

die Nürnberger ander individuellen

Gestaltung der Grabsteine hinderte,

suchte man diesen Wunsch durch verschiedenartige

Bronzeguss- bzw. Messingplatten

zu kompensieren“, erklärt

Adalbert Ruschel. Der Friedhofsexperte,

der vorseiner Pensionierung Professor an

der Hochschule in Nürnberg war, hat

mehrere Bücher über spezielle Themen

der beiden Friedhöfe veröffentlicht. Er

hat sich mit der Fragebeschäftigt, welche

Spuren heute etwa längst verschwundene

Berufe auf den Gedenkplatten hinterlassen

haben oder was diese über die

Nürnberger Braukunst verraten.

„Die Epitaphien sind ein umfangreiches

Geschichtsbuch.“ Man müsse es nur zu

deutenwissen, wasfür dieMenschen der

damaligen Zeit kein Problem gewesen

sei, versichert Adalbert Ruschel. Inschriftentexte

und Namen, Wappen, Handwerks-

und Zunftzeichen sowie figürliche

Szenen aus dem Alten und Neuen Testament

–die meist schmuckvollen, mit vielen

Ornamenten versehenen, mal

schlichten Epitaphien auf den Gräbern

von St. Johannis und St. Rochus geben

dem Besucher Einblicke inLeben, Sterben

und Religiosität der Menschen früherer

Jahrhunderte.

„Wissen Sie, welchen Beruf der hier Begrabene

hatte?“, fragt Adalbert Ruschel

und zeigt auf ein Epitaph auf dem Rochusfriedhof,

auf dem mehrere kleine

Kreise nebeneinander zu sehen sind.

Apotheker vielleicht? „Nein, er warPaternoster-Macher

und fertigte Rosenkränze.“

Andere Berufe, auf die in den schon

zu Lebzeiten gegossenen Epitaphien aufmerksam

gemacht wurde, sind leichter

zu entschlüsseln. Man findet einen Messerschmied,

dessen Stellung es ihm erlaubte,

sein Wappen mit einer Krone zu

zieren –kein Einzelfall. Auch der Brillenmacher

ist schnell identifiziert. „Nürnbergbesaß

im 16.Jahrhundert ein Monopol

auf Brillenherstellung“, ergänzt der

Friedhofsexperte.

►Fortsetzung auf Seite 22

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Restauriert von Thomas Haydn: Das Epitaph von

1595 zeigt eine Kreuzigung umgeben von biblischen

Szenen.

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22 LEBEN &WISSEN

Henker unter Handwerkern

Um die Begräbnisstätten ranken sich viele Geschichten.

Kamm- und Tuchmacher,

Pinselhersteller, Löffelschneider,

Töpfer und

Schlotfeger –St. Rochus war

Kie d Begräbnisstätte der

Handwerker. Nur ein Patrizier hat hier

seine letzteRuhestättegefunden. „Ungewöhnlich

für einen christlichenFriedhof,

dass der legendäre Nürnberger Henker

Franz Schmidt hier liegt, vielleicht weil er

später zum Wundarzt umschulte“, vermutet

Adalbert Ruschel.

„Häufig wurden auch Nachnamen auf

den Epitaphien mit Symbolen dargestellt.“

So ließ Hans Nußer mit einem

Nussbaum an sich erinnern, während ein

gewisser Herr Bauch selbigen auf einer

Schubkarre vor sich herschiebt: Humor

im Angesicht des Todes.

Claudia Maué, die auf dieses Epitaph auf

St. Johannis hinweist, hat eine alte An-

Bemoost und verwittert: Blick über den Rochusfriedhof.

sicht mitgebracht: der Friedhof als reine

Steinwüste. Heute präsentiert ersich –

wie auch St. Rochus –als romantische

Insel im Häusermeer. Rosensträucher,

die zwischen den Gräbern wachsen und

bunte Blumengestecke, die die meist bemoosten

und verwitterten Steinquader

schmücken, stellen den Gedanken an Abschied

und Vergänglichkeit die Schönheit

des erlebten Momentes an die Seite. Die

Blumen müssten allerdings in Messingschalen

auf Füßen stehen, damit kein

Wasser den darunterliegenden Stein zersetze,

heißt es in einem Friedhofsratgeber.

„Auf die Epitaphien selbst darf gar

nichts gestellt werde“, informiert Claudia

Maué.

Die alsHeimatpfl

egerin bei der Stadt tätige

Kunsthistorikerin erzählt vonden vielen

Vorschriften, die die historische Substanz

schützen sollen, „aber es halten sich

leider nicht alle dran“. Es müsse jetzt gerichtlich

geklärt werden, wem die Epitaphien

eigentlich gehörten, den Hinterbliebenen

oder der Kirche. „Bislang will

keiner für Restaurierungen bezahlen, obwohl

es Zuschüsse gibt“, beschreibt Claudia

Maué die Situation. Sie ist Vorsitzende

des Vereins Nürnberger Epitaphienkunst

und –kultur. „Wir hoffen, dass uns

der Eintrag indie Welterbeliste weiterbringt,

vor allem im Hinblick auf Erhalt

und Dokumentation der Epitaphien“, die

seit 500 Jahren im gleichen kunsthandwerklichen

Verfahren hergestellt würden.

„Sie wollen bestimmtauch zum Dürer?“,

fragt Claudia Maué und schlängelt sich

zielstrebig durch die nur wenige Zentimeter

breiten Durchgänge zwischen den

Steinquadern vorbei an den Gräbern von

Dürers Freund, dem Humanisten Willibald

Pirckheimer, des Holzschnitzers Veit

Stoß unddes Malers Anselm Feuerbachs.

Sein Epitaph zeigt den 1880 Verstorbenen

im Profil, eines der ganz seltenen

Porträts. Dürer ruht in einem Grab, das

Joachim von Sandrart, der Gründer der

NürnbergerMalerakademie, 1681 erworben

hatte. Auch die Texte inden Epitaphien,

mit denen er Dürer preisen ließ,

stammen aus dieser Zeit.

Aus kunsthistorischer Sicht seien andere

Epitaphien interessanter, erklärt Claudia

Maué und deutet auf ein vielgestaltiges

Exemplar mit einem singenden

Schwan und einer Schlange, die sich in

den Schwanz beißt. „Das sind Symbole

für Vergänglichkeit und ewiges Leben.“

Ein beliebtes Motiv sei auch Jonas und

der Walgewesen, „ein als Sinnbild für die

Auferstehung“. Die Gestaltung der Epitaphien

war stets Ausdruck der kunstgeschichtlichen

Entwicklung. Die meisten

Gedenkplatten stammen aus der Barockzeit,

aber man findet auch Beispiele für

den Manierismus oder den Jugendstil.

Und heute?

Thomas Haydn, der vis-à-vis von St. Johannis

gerade an einem Entwurfarbeitet,

erwidert:„Traditionelle Symbole und religiöse

Themen sind in den Hintergrund

getreten, deren Stelle haben Verweise auf

Persönlichkeit und Vorlieben des Verstorbenen

eingenommen.“ Natürlich spiele

auch der Zeitgeist eine Rolle, aber der

Sinn eines Epitaphs sei geblieben, meint

der NürnbergerKunsthandwerker.„Es ist

die Suche nach einem adäquaten Ausdruck

des Gedenkens an einen verstorbenen

Menschen und für die eigene

Trauer.“

Ulrich Traub

Grab mit Kopfstütze: Die Epitaphien am Dürer-Grab

stammen aus dem späten 17. Jahrhundert.

Kaum zu erraten: Das Epitaph markiert das Grab eines

Mühlenmechanikers. Dürers „Betende Hände“ sind erst

später hinzugefügt worden.

Fotos: Ulrich Traub

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Arbeitsschutz umfasst

den ganzen Menschen

Der Schutz der Arbeitnehmer ist eine gesetzliche Aufgabe, die Unternehmer durchzuführen haben,

wenn sie Menschen beschäftigen. Mit dem Ziel, die Gesundheit von Beschäftigten zu schützen.

Stress oder die falsche Sitzhaltung am Arbeitsplatz können langfristig zu einer Belastung werden –inkörperlicher wie in psychischer Hinsicht.

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Lärm, ständig beim Arbeiten unterbrochen

zu werden, unzählige Termine,

fehlende Erholungszeiten –

das sind Belastungen, die zu Problemen

führenkönnen. In körperlicher,

aber auch in psychischer Hinsicht.

Um die Sicherheit und Gesundheit

von Beschäftigten sicherzustellen,

gibt es den Arbeitsschutz.

Das 1996 in Kraft getretene

Arbeitsschutzgesetz umfasst

den ganzen Menschen,

nicht nur die Hardware,also

den Körper,sondern

auch die Psyche, macht Jörg Feldmann,

Pressereferent der Bundesanstalt

für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

verständlich.

Muskel- und Skeletterkrankungen sind

nach wie vor der häufigste Grund, weshalb

Arbeitnehmer ausfallen. „Darunter

fallen Rückenleiden oder Verschleißerkrankungen,

beispielsweise durch

ständig wiederholte Bewegungen oder

Fehlbelastungen ausgelöst“, sagt Feldmann.

Gemeinsam mit Krankheiten des

Atmungssystems wie grippale Infekte ,

psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen

machen sie mehr als die

Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage aus.

Insbesondere Psychische Erkrankungen

hätten in den vergangenen Jahren zugenommen.

„Einerseits wird die Gesellschaft durch

neue Infotechnologien immer schneller,

die Produktivität nimmt zu und damit

auch die Leistung, die einzelne Arbeitnehmer

erbringen müssen. Andererseits

kam eszueiner Enttabuisierung. Menschen

reden offener über Erkrankungen

wie Depressionen, man ist achtsamer.

Psychische Leiden werden schneller erkannt

und diagnostiziert als früher“, erklärt

Feldmann die steigenden Zahlen.

Erkrankungen durch die Arbeit vorzubeugen,

im Rückkehrschluss die Gesundheit

von Beschäftigten zu schützen, darauf

zieltder Arbeitsschutz ab. Er ist eine

gesetzliche Aufgabe, die Unternehmer

durchzuführen haben, wenn sie Menschen

beschäftigen. „Es geht um sozialen

Schutz, erstmals eingeführt im 19.Jahrhundert

durch eine Beschränkung der

Kinder- und Jugendarbeit. Im Zuge von

Bismarcks Sozialgesetzgebung wurde

später die gesetzliche Unfallversicherung

eingeführt, die einzige, die der Arbeitgeber

zu 100 Prozent bezahlt“, gibt Feldmann

einen kurzen Einblick.

Heute wird der Arbeitsschutz durch

Richtlinien auf europäischer Ebene gesetzlich

geregelt. So hat Deutschland beispielsweise

die Europäische Arbeitsschutz-Richtlinien,

durch das Arbeitsschutzgesetz

umgesetzt. Das Arbeitsschutzgesetz

ist so etwas wie das Grundgesetz

des Arbeitsschutzes. Es legt nicht

nur die Rechte und Pfl

ichten von Arbeitgebern

und Beschäftigten fest, sondern

verpfl

ichtet auch zu verschiedenen Maßnahmen,

zum Beispiel zur Gefährdungsbeurteilung.

Dabei werdedann die Ist-Situation

im Betrieb analysiert: Welche Gefährdungen

liegen vor? Sind die Gefahren

mechanischer Natur, liegen Fehlbelastungen,

gefährlicheChemikalien oder

eine Strahlungsbelastung vor –zum Beispiel

durch Röntgengeräte? Oder sind es

zu langeArbeitszeiten, ist der Bildschirm

richtig eingestellt oder wirddas Mindestmaß

an Bewegungsfl

äche von 1,20 Metern

eingehalten?

Fortsetzung auf Seite 3

IMPRESSUM

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Verantwortliche Redakteurin:

Claudia Bakker (Anschrift wie oben)

Redaktion: Kristina Hinz, Ann-Christin Frank

Gestaltung/Titelseite: Lisa Stetzkamp

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Durch gesetzliche

Richtlinien geregelt

Die Risiken am Arbeitsplatz variieren von Branche zu Branche. Die Maßnahmen zur

Gefährdungsbeurteilung sind in der EU gesetzlich festgelegt.

Fortsetzung von Seite 2:

Die Risiken am Arbeitsplatz

variieren von Branche zu

Branche. Objedoch Büroarbeit

oder die Chemiebranche,

das Krankenhaus

oder die Baustelle: Das Schutzziel Sicherheit

und Gesundheit am Arbeitsplatz

muss immer erreicht werden.

Offenbart die Gefährdungsbeurteilung

Mängel oder Gefährdungen am Arbeitsplatz,

muss der Arbeitgeber Maßnahmen

ergreifen. Dabei gibt das Gesetz auch

eine Rangfolge vor. „An erster Stelle stehen

technische Maßnahmen wie beispielsweise

eine leisere Maschine oder

der Ersatz einergefährlichen Chemikalie.

Dann folgen organisatorische wie die

räumliche oder zeitliche Trennung des

Beschäftigten von der Gefahrenquelle.

Erst wenn es keine Alternative gibt, soll

eine persönliche Schutzausrüstung wie

Gehörschutz oder Schutzhandschuhe benutzt

werden“, erklärt Jörg Feldmann.

Anschließend muss auch die Wirksamkeit

der getroffenen Maßnahmen geprüft

werden. So kann die Gefährdungsbeurteilung

auch als ein kontinuierlicher

Verbesserungsprozess verstanden werden.

Angesichts der vielen Branchen und

Tätigkeiten gibt es auf der von der Bundesanstalt

betriebenen Plattform

Die Arbeitsumgebung und -bedingungen fallen unterschiedlich aus: Ob jedoch Büroarbeit oder die Chemiebranche, das Krankenhaus oder die Baustelle: Das

Schutzziel Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz muss immer erreicht werden.

Foto: dpa

ww

w w.gefaehrdungsbeurteilung.de

eine

Vielzahl vonHilfestellungen. Dabei kann

eine Fachkraft für Arbeitssicherheit den

Unternehmer unterstützen und beraten.

„Jeder Betrieb braucht eine sicherheitstechnische

und betriebsärztliche Betreuung.

Der Umfang hängt jedoch von der

Anzahl der Beschäftigten und den auftretenden

Gefährdungen ab“, erläutert Feldman.

Für Kleinbetriebe bis zehn Beschäftigtesind

es nur wenigeStunden im Jahr,

während große Unternehmen beispielsweise

aus der Automobilindustrie eigene

Sicherheitsingenieure und Betriebsärzte

beschäftigen. Ob ein Unternehmen seinen

gesetzlichen Verpfl

ichtungen nachkommt,

wird überprüft. „In Deutschland

liegt die Kontrollejedoch bei den Bundesländern,

beispielsweise den Staatlichen

Ämtern für Arbeitsschutz“, sagt Jörg

Feldmann. Die Kontrollen von Betrieben

erfolgen teilszufällig, es gibt jedoch auch

Schwerpunktaktionen wie Prüfungen

von Baustellen. Außerdem sind schwere

Unfälle Auslöser für diese Kontrollen.

„Da ermitteln dann auch die Staatsanwaltschaft

und die Unfallversicherung“,

erklärt der Pressereferent.

Besondere Herausforderungen an den

Arbeitsschutz bringen moderne Arbeitsformen

mit sich. Sie setzen sich durch wie

etwadas Home Office. „Es gelten die gleichen

Regeln, dass ein sicherer,ergonomischer

Arbeitsplatz vorliegen muss. Das

muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber

glaubhaft machen. Tendenziell arbeiten

Menschen vonzuHause ausaber mehr“,

ist Feldmanns Einschätzung. Tückisch

wird es, wenn Arbeitsunfälle im heimischen

Arbeitszimmer erfolgen. „Wenn

die Arbeit für private Erledigungen

unterbrochen wird, beispielsweise um

die Waschmaschine einzuschalten, und

dabei fällt dem Arbeitnehmer etwas auf

den Fuß, dann greift die Unfallversicherung

nicht“, macht der Pressereferent auf

die Risiken aufmerksam. Gleiches gelte

jedoch auch für den Kantinenbesuch im

Betrieb, da dies als eine persönliche Verrichtung

angesehen werde.

Kristina Hinz

Entspannter arbeiten

mit Bildschirmbrille

Wie der digitale Alltagunsere Sehanforderungen verändert.

Weit über 90 Prozent aller 40- bis 59-

Jährigen nutzen täglich Bildschirmgeräte,

jeder Dritte davon mehr als vier Stunden.

Neben Smartphones und Tablets fordert

vor allem der Computer auf dem Büroschreibtisch

die tägliche Aufmerksamkeit.

Trotzdem wissen nur wenige, dass

gerade für diese Arbeit eine spezielle

Sehhilfe nötig wäre.

Wozu eine Bildschirmarbeitsplatzbrille?

Obwohl heute deutlich mehr Zeit vor einem

Monitor verbracht wird als mit einem Buch,

ist die Bildschirmarbeitsplatzbrille fast unbekannt.

Meist sind Gleitsichtbrillen und

Lesebrillen geläufig. Doch letztere sind auf

eine Entfernung von etwa 40Zentimetern

berechnet und erfüllen daher kaum die Anforderungen,

die ein Computerarbeitsplatz

stellt. Ein Bildschirm befindet sich inetwa

70 bis 90Zentimetern Entfernung zu den

Augen. Und auch die Tastatur, das Dokument

davor und die Kollegin gegenüber müssen

deutlich und entspannt erkennbar sein. Exakt

diese Distanzen berücksichtigt die speziell

angepasste Bildschirmarbeitsplatzbrille.

„Digitaler Sehstress“ belastet

Es hat Folgen, wenn man mit der falschen

Brille gen Bildschirm blickt. Denn einerseits

sind die Augen vom Monitor extrem belastet.

Anders als inder analogen, normalen Welt

diktiert der Bildschirm fast ausschließlich

eine Blickrichtung und eine Entfernung. Das

Auge bewegt sich dabei kaum. Andererseits

ist bei Smartphone und Co. die Schrift oft

so klein, dass schon ein minimales Sehdefizit

zu Überanstrengung führt. Auch kurze Reaktionszeiten

und Informationsüberflutung

belasten die Wahrnehmung. All das fassen

Wissenschaftler seit einiger Zeit unter dem

Begriff „digitaler Sehstress“ zusammen, die

Folge sind trockene oder tränende Augen,

geschwollene Lider bis hin zuKopf- oder

Nackenschmerzen.

Arbeitgeber übernimmt Kosten

Gesetzlich sind Arbeitgeber dazu verpflichtet,

die Kosten für eine Bildschirmarbeitsplatzbrille

teilweise zu übernehmen, wenn

bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Aber das ist keine Einbahnstraße. Auch der

Arbeitgeber profitiert von einem fitten und

konzentriert arbeitenden Mitarbeiter, der

mehr schafft und entspannter ist.

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Der Arbeitgeber ist

gesetzlich verpflichtet,

die Kosten für die

Bildschirmbrille unter

bestimmten Voraussetzungen

teilweise

zu übernehmen.

Individuell vor Ort.


4 GESUNDHEITSMANAGEMENT

Viele Beschäftigte haben Rückenprobleme: Dr. Katharina Fastenrath weiß, dass oft schon einfache Maßnahmen

wie beispielsweise Übungen am Schreibtisch die Leiden mindern.

Foto: N.N.

Gesundheit

als Ziel

Dr. Katharina Fastenrath gibt Einblicke indas

Berufsfeld einer Betriebsärztin.

Telefon 0251 / 690-908419

lars.normann@aschendorff.de

Soester Str. 13, 48155 Münster

Telefon 0251 / 690-908418

frank.micheel@aschendorff.de

Soester Str. 13, 48155 Münster

INFOS

Gesundheitsgefährdende Situationen

erkennen und richtig auf diese

reagieren, beziehungsweise es gar

nicht erst so weit kommen zu lassen,

dafür setzen sich Betriebsärzte und

Fachkräfte für Arbeitssicherheit ein.

Dr. Katharina Fastenrath

gibt einen Einblick in das

Berufsfeld eines Betriebsarztes

und die damit verbundenen

gesetzlichen

Vorgaben.

Wieist diebetriebsärztliche Betreuung

durch gesetzliche Regelungen

begründet?

Betriebsärzte tragen dazu bei, dass der Arbeitsschutz in

Unternehmen sichergestellt ist, unterstützen bei der Gefährdungsbeurteilung,

zu der jedes Unternehmen verpflichtet

ist, und leisten Präventionsarbeit. Im Unterschied

zu vielen anderen Arztgruppen benötigt ein gutes Verständnis

der Arbeitsprozesse und der sozialmedizinischen

sowie sozialrechtlichen Grundlagen unseres Gesundheitssystems.

Unsere Interviewpartnerin Dr. Katharina Fastenrath

ist Betriebsärztin für das Herz-Jesu-Krankenhaus

Münster-Hiltrup sowie Teile der Alexianer in Münster-

Amelsbüren.

Dr. Katharina Fastenrath: Das ist von

der Unternehmensgröße und der Branche

beziehungsweise deren Sicherheitsund

Gesundheitsrisiko abhängig. Bei

kleinen und mittleren Unternehmen ist

neben der Grundbetreuung zur Gefährdungsbeurteilung

eine arbeitsmedizinische

und sicherheitstechnische Betreuung

auf Anlass erforderlich, das heißt,

wenn beispielsweise wichtige betriebliche

Veränderungen in Aussicht stehen.

Bei Betrieben mit maximal 50 Angestellten

gibt es die Möglichkeit der alternativen

bedarfsorientierten Betreuung, bei

der sich die Unternehmensleitung in

Schulungen zu den Themen Arbeits- und

Gesundheitsschutz fortbilden kann. Der

Leiter verantwortet in Eigenregie den

Arbeitsschutz. Nach Bedarfwirderdurch

einen Betriebsarzt oder eine Fachkraft

für Arbeitssicherheit, also eine Sicherheitsfachkraft

oder einen Sicherheitsingenieur,

beraten, muss diese aber nicht

dauerhaft beschäftigen. Ab 50 Mitarbeitern

muss ein Unternehmen eine Fachkraft

für Arbeitssicherheit und einen Betriebsarzt

vorweisen. Je nach Branche

reicht die betriebliche Arbeitsschutzbetreuung

von0,5 Stunden proMitarbeiter

im Jahr bei einem geringen Sicherheitsrisiko,

bis zu 2,5 Stunden pro Mitarbeiter

im Jahr bei einem hohen Risiko, beispielsweise

im industriellen Bereich.

Wann wird ein Betriebsarzt, wann

eine Fachkraft für Arbeitssicherheit

benötigt?

Dr. Katharina Fastenrath: Der Betriebsarzt

und die Fachkraftfür Arbeitssicherheit

teilen sich die Arbeitsschutzbetreuung,

normalerweise zu einem Anteil

von jeweils 50 Prozent. Aber je nach Betriebkann

beispielsweise das Technische

im Vordergrund stehen, sodass die Aufteilung

variieren kann. Während wir Betriebsärzteuns

vorrangigumden arbeitsmedizinischen

Bereich, also Gesundheitsprävention,

Vorsorgen und Impfungen

kümmern, ist die Fachkraft für

Arbeitssicherheit für die technische Komponente

zuständig –wie beispielsweise

die Beratung zu technischen Arbeitsmitteln.

Fortsetzung auf Seite 5


BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT 5

Mit einfachen Maßnahmen

die Bewegung steigern

Betriebsärztin Dr. Katharina Fastenrath kennt die kleinen Tricks, die zu mehr Bewegung führen,

beispielsweise wenn der Drucker nicht direkt neben dem Schreibtisch, sondern zentral im Flur steht.

Ihre betriebliche

Krankenversicherung

Barmenia

Firmenkompetenzcentrum bKV

Expertentelefon

Beate Borowsky

0176-62930917

www.beate.borowsky.barmenia.de

Fortsetzung von Seite 4:

Welche Aufgaben verfolgt ein Betriebsarzt,

welche Präventionsmaßnahmen

gibt es?

Dr. Katharina Fastenrath: Im Rahmen

der betrieblichen Gesundheitsförderung

gibt es vor allem im Krankenhaus viele

Möglichkeiten zur Prävention. Neben

themenbezogenen Gesundheitsaktionen

kann man beispielsweise

zur Vorbeugung von Rückenbeschwerden

mit Fitnessstudios

zu vergünstigten Preisen

kooperieren oder die

Physiotherapeuten im

Haus ansprechen. Die Kinästhetik

ist eine Technik,

die lehrt, wie man Patienten

rückenschonend bewegt.

Grundsätzlich ist

mehr Bewegung wichtig.

Da kann man schon mit

einfachen Maßnahmen

nachhelfen, beispielsweise

indem der Drucker

nicht direkt neben den

Schreibtisch, sondern zentral

im Flur aufgestellt wird,

sodass jeder aufstehen muss.

Man kann Telefonate im Stehen

führen oder höhenverstellbare

Tische einführen, an denen

manzwischenzeitlich stehend seine

Arbeit verrichten kann. Bei vielen

Menschen ist am Bildschirmarbeitsplatz

der Monitor zu

hoch eingestellt. Der Blick

müsste leicht nach unten gehen,

um die Augen zuschonen.

Auch hier berät der Betriebsarzt.

Über die Berufsgenossenschaften,

–imGesundheitsdienst

ist es die Berufsgenossenschaft

für Gesundheitsdienst

und Wohlfahrtspflf ege –,

können Hilfsangebote vermittelt

werden. Hier gibt es die

Möglichkeit, jemanden mit Rückenleiden

für ein Rückenkolleg

oder jemanden mit Hautproblemen

zu einem Beratungsseminar

anzumelden. Manche

Unternehmen kommen für die

Grippeschutzimpfung finanziell

auf, das lohnt sich vor allem im

Foto: dpa

Gesundheitsdienst, da hier nicht nur Mitarbeiter

auf diese Weise geschützt werden,

sondern auch die Patienten, die angesteckt

werden könnten.

Wie oft sind gesundheitliche Untersuchungen

beispielsweise an Augen

oder Rücken zu empfehlen?

Dr. Katharina Fastenrath: Augenund

Rückenprobleme sind die häufigsten

Probleme bei Bürojobs. Die Untersuchung

des Rückens erfolgt nach Bedarf.

Für die Untersuchung der Augen

gilt die Vorschrift, dass bei unter 40-

jährigen Mitarbeitern jeweils nach fünf

Jahren eine Untersuchung durch das

Unternehmen angeboten werden

muss, bei Mitarbeitern über 40 bereits

nach drei Jahren, da sich das

Sehvermögen in diesem Alter verändert.

In einigen Fällen kann sogar

arbeitgeberunterstützt eine

spezielle Bildschirmarbeitsbrille

angeschafft werden.

Mitarbeiter können aber

frei entscheiden, ob

sie von dem Angebot Gebrauch

machen möchten.

Gibt es einen Austausch

zwischen Betriebs-

und Hausärzten?

Dr. Katharina

Fastenrath:

Einen Austausch

darf es aus Datenschutzgründen

so

nicht geben und als

Betriebsärzte wollen

wir auch nicht in

Konkurrenz zu Hausärzten

stehen, sondern

präventiv berufsbedingten

Krankheiten vorbeugen.

Es gibt aber natürlich

Situationen, bei

denen es ratsam ist, sich

mit dem Hausarzt auszutauschen,

beispielsweise

um länger erkrankte Mitarbeiter

bei einer schonenden

Wiedereingliederung

zu unterstützen.

Dann suchen wir

den Kontakt aber

über den Beschäftigten

und halten

es vertraglich

fest, dass Hausund

Betriebsarzt

zum Wohle des

Mitarbeiters miteinander

in Kontakt treten

dürfen.

Inwieweit erfolgt ein Austausch

mit dem Unternehmen?

Dr. Katharina Fastenrath: Der Austausch

mit dem Führungspersonal ist

eine wichtige Aufgabe, dabei arbeiten wir

mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit

zusammen. Die Betriebsleitung und Mitarbeitervertretungen

müssen schließlich

hinter den Maßnahmen für Arbeitsschutz

stehen und erkennen, wie wichtig

die Prävention ist, um die finanziellen

Mittel zur Verfügung zu stellen. Weiterhin

wirken die Führungskräfte als Multiplikatoren

und geben die Informationen

an die jeweiligen Abteilungen weiter.

Übungen fürs Büro

Wer imBüroalltag viel sitzt, sollte auf Ergonomie und Bewegung

achten. Auch kleine Übungen zwischendurch können

körperlichen Problemen ganz einfach vorbeugen.

Hier einige Beispiele:

–Strecken Sie sich möglichst häufig im Stehen oder

auch im Sitzen.

–Neigen Sie in aufrechter Sitzhaltung den Kopf soweit

es geht nach vorne, nach hinten und zu den Seiten.

–Lassen Sie im Sitzen bei hängend angelegten Armen

langsam die Schultern kreisen: 30 Sekunden vorwärts, 30

Sekunden rückwärts.

–Legen Sie Ihre Fingerspitzen auf ihre Schultern, nun

malen sie mit den Ellbogen große Kreise inder Luft.

Beim Einatmen heben Sie die Arme nach vorne und nach

oben, beim Ausatmen kreisen Sie weit nach hinten.

–Strecken Sie ihre Arme aufrecht nach vorne. Spreizen

Sie Ihre Finger weit auseinander. Nun schießen Sie ihre

Finger zu einer Faust. Während dieser Übung können Sie

Ihre Arme abwechselnd heben.

–Alternative Sitzgelegenheiten wie Wackelhocker oder

Gymnastikbälle sorgen auch für ein spontanes Rückentraining

und Abwechslung imBüro. Als Dauersitzgelegenheit

sind sie jedoch aus aktueller arbeitsmedizinischer

Sicht nicht geeignet.

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Stetig steigendes Interesse

BARMENIA informiert über einfache Prozesse in der betrieblichen Krankenversicherung

Informierten ansässige Unternehmer: (v.l.) Annett Dorn, Michaela

Radtke, Beate Borowsky sowie Alexander Singh Foto: Frank Micheel

Nun können Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter

noch einfacher und effektiver unterstützen.

Durch die bKv (Betriebliche Krankenversicherung) erhalten

Arbeitnehmer wichtige Extras wie etwa Früherkennungsuntersuchungen,

Zahnersatzleistungen,

Hilfe beim Umgang mit Stress oder Zugriff auf Telemedizinische

Beratung.

■ Das Steigende Interesse an einer bKv zeigt: Unternehmen

wird die Gesundheit ihrer Mitarbeiter immer wichtiger. Zu

einer Infoveranstaltung lud die BARMENIA Versicherung –

Kompetenzcenter Firmenkunden Münster in die Tagungsräume

des Flughafens Münster/Osnabrück in Greven ein. Unternehmerinnen

und Unternehmern aus dem Münsterland wurden

dabei die Vorzüge einer bKv für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

dargestellt. Nämlich, gute Mitarbeiter an das Unternehmen

zu binden.

Bessere Lösungen für den Mittelstand: Mit dem Kompetenzcenter

Firmenkunden geht die BARMENIA neue Wege,umden

hohenAnsprüchenfür mittelständische Unternehmen gerecht

zu werden. Mit individuellen Konzepten, attraktiven Produktenund

vorallem mit einfachen Prozessen. Weiter Informationen

unter ww

w w.barmenia-firmenloesungen.de.


Für kleine und große Betriebe

Gesundheitsmanagement mit der IKK classic

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Die Arbeitswelt verändert sich. Arbeitsverdichtung, Zeitdruck,

ständige Erreichbarkeit, zunehmende Komplexität

und Flexibilität haben ihren Preis und können zu einem

erhöhten Krankenstand führen. Viele Betriebe möchten

den Krankenstand senken –auch die Bäckerei Geiping in

Lüdinghausen. Geschäftsführerin Ulrike Geiping hat dafür

einen geeigneten Partner gesucht und gefunden: die IKK

classic. Die Krankenkasse bietet seit vielen Jahren betriebliches

Gesundheitsmanagement (BGM) an –und zwar in

Firmen unterschiedlichster Branchen und Größen.

Wie ist die Gesundheitssituation

in deutschen

Betrieben?

Silke Ogryssek: Da ist zum

einen der gesundheitliche

Aspekt: Spitzenreiter bei den

Gründen für die Arbeitsunfähigkeit

in Betrieben ist das

Muskel- und Skelettsystem.

Laut einer aktuellen Analyse

entfallen 27,5 Prozent auf das

Kreuz mit dem Kreuz, gefolgt

von Krankheiten der Atmungsorgane

mit 14,0 Prozent. Fast

ähnlich hoch –mit 13,9 Prozent

–schlagen Verletzungen

zu Buche. Und psychische

Erkrankungen liegen mit 11,6

Prozent auf Platz vier. Es ist

also höchste Zeit, sich um die

Gesundheit der Mitarbeiter zu

kümmern.

Jörg Baly: Weitere Herausforderungen

der Betriebe sind

der fortschreitende Fachkräftemangel

und die zuerwartende

Demografie-Entwicklung:

Die geburtenstarken

Jahrgänge verlassen allmäh-

lich den Arbeitsmarkt. Für die

Betriebe wird es schwerer,

den Personalbedarf durch

eigene Ausbildung zu decken,

zugleich steigt der Altersdurchschnitt

bei den Fachkräften.

Für Mitarbeiter zählen

bei der Wahl des Arbeitgebers

heute nicht mehr nur finanzielle

Vorteile, sondern auch

familienfreundliche Angebote

und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen.

SCHNUPPERANGEBOTE FÜR BETRIEBE

CHECK

Rücken-Check

Stress-Check

Herz-Kreislauf-Check*

VOR ORT

Firmenbesuch

Gesundheitsmobil*

*Themenbeispiele

VORTRÄGE

Sucht frühzeitig erkennen

Burnoutsignale erkennen*

UNTERNEHMEN

SEMINARE/WEBINARE

Gesundes Führen

Sucht am Arbeitsplatz*

WORKSHOPS

Richtig bewegen

Stress gezielt bewältigen

Gesunde Ernährung*

Wie genau läuft BGM mit

der IKK classic ab?

Silke Ogryssek: Am BGM

können Arbeitgeber teilnehmen,

die bei der IKK classic

versicherte Mitarbeiter

beschäftigen. Am Anfang

steht immer das vertrauensvolle

Gespräch mit der

Betriebsleitung. Die Analyse

der Gesundheitssituation,

Workshops und Gesundheitstrainings

sowie spezielle

Seminare für Führungskräfte

sind unsere Bausteine. Alle

Maßnahmen werden in einer

Vereinbarung festgehalten.

Wir Gesundheitsmanager begleiten

die Betriebe während

des gesamten Prozesses und

anschließend honoriert die

IKK classic das Engagement

von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

mit einem Bonus.

Was ist Ihnen beim BGM

besonders wichtig?

Ulrike Geiping: Wir beschäftigen

rund 500 Mitarbeiter in

50 Filialen –daist das Thema

Gesundheit eine große Herausforderung.

Gemeinsam

mit der IKK classic wollen wir

ein nachhaltiges BGM implementieren.

Noch sind wir am

Anfang: Die Mitarbeiterbefragung

ist abgeschlossen und

im Oktober wurden Gesundheits-Checks

für die Beschäftigten

durchgeführt. Weitere

Maßnahmen werden folgen.

Ulrike Geiping (links, Geschäftsführerin der Bäckerei Geiping),

Jörg Baly (IKK-Regionalgeschäftsführer) und Silke Ogryssek

(IKK-Gesundheitsmanagerin) bei einem der Gespräche zu BGM

bei Bäckerei Geiping in Lüdinghausen.

Foto: IKK classic

Können Sie schon mehr

verraten?

Silke Ogryssek: Ein bisschen

schon: Die meisten Befragten

schätzen ihre Gesundheit als

gut oder sogar sehr gut ein.

Und sie sind mit großem Engagement

dabei: 70 Prozent

von ihnen haben im Fragebogen

nicht einfach nur ihre

Kreuzchen gesetzt, sondern

konstruktive Verbesserungsvorschläge,

beispielsweise zur

Teambildung oder Weiterentwicklung,

gemacht und diese

auch noch erläutert. Das hilft

uns sehr dabei, die nächsten

Schritte zu planen.

Welche Möglichkeiten

haben Firmen, inBGM

einzusteigen?

Jörg Baly: Die IKK classic hält

im Rahmen des BGM verschiedene

Angebote für Betriebe

bereit und unterstützt sie bei

der Durchführung. Für den

Einstieg bieten wir zahlreiche

Schnupperangebote an. In

Vorträgen und Workshops, bei

Gesundheits-Checks oder im

IKK-Gesundheitsmobil geht es

immer um die Gesundheit der

Mitarbeiter. Mehrere kleinere

Betriebe können sich dafür

auch zusammentun, alles ist

denkbar.

Mehr Infos gibt es unter www.ikk-classic.de/bgm

oder einfach Silke Ogryssek anrufen (05 21/ 60 59-535025).

Ein gesunder Betrieb braucht gesunde Mitarbeiter.

Welche Krankenkasse unterstützt mich dabei?

Profitieren Sie und Ihre Mitarbeiter vom

betrieblichen Gesundheitsmanagement

der IKK classic. Sichern Sie sich 500 Bonus.

Weitere Informationen unter unserer

kostenlosen IKK-Firmenkundenhotline: 0800 455400.

Oder auf www.ikk-classic.de/bgm

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