s'Magazin usm Ländle, 7. Juli 2019

vorarlbergkrone

ALLESKÖNNER RISINGSTAR SCHWEINEHUND

Das Sportfest desJahres wäre

ohne sie nicht vorstellbar:

freiwillige Helfer im Fokus

Sie ist erst zehn, will aber jetzt

schon hoch hinaus: Emma aus

Göfis und ihreTurnleidenschaft

Werden inneren Schweinehund

überwindet und zum Sport findet,

wirdgarantiert reich belohnt

s’MagaSONNTAG,7.JULI2019

Foto:gymnaestrada

GYMNAESTRADA

DAS GROßE

TURNEN

TausendeTurner,hunderte

Helfer: ein Sportfest als

Sympathieträger


7. JULI 2019 |INHALT

Fotos:gymnaestrada,MathisDietmar,MauriceShourot

12

AußerKonkurrenz:

WieSportüberKontinentehinwegverbindet

Zurcaroh:

AlsBrasilienundVorarlbergzusammenwuchsen

4

22

6

Lebensaufgabe:

MisterGymnaestrada

Gymna-was?

Warum18.160Turner

nachVorarlbergreisen

4|

6|

9|

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22|

DASWICHTIGSTEZUERST

FünfFragenundAntworten

zurWeltgymnaestrada2019

HERZSTÜCK

WarumsichErwinReisdasWelt-Turnfest

heuerschonzumzweitenMalantut

SCHNEIDERSBRILLE

RobertSchneiderundTurnvaterJahn

NEXTGENERATION

EmmaausGöfisistTurnerinmitLeib

undSeele–unddabeierstzehnJahrealt!

FREUNDSCHAFT

WiedieGymnaestradaVölker

verbindetundFreundschaftenstiftet

STETSZUDIENSTEN

OhneTurnerkeineGymnaestrada,

ohnefreiwilligeHelferauchnicht!

HIGHLIGHTS

Diewichtigsten

ProgrammpunkteaufeinenBlick

HISTORISCHESBILD

WeltgymnaestradainRotterdam,1953

MUNDART

StefanVögelsportlich:Wases

mitdemWort„fuaßla“aufsichhat

LOHNENDEINVESTITION

WerindeneigenenKörper

investiert,wirdgarantiertbelohnt

WASWURDEAUS...

...PetersondaCruzHora?

s’Magazin | Seite3


FRAGEN &ANTWORTEN

Herzliches Willkommen

für 18.000 Turnsportler

TEILNEHMER

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Insgesamt werden 18.160 Teilnehmer aus 66

Nationen nach Vorarlbergreisen. Darüber hinauswerden10.000Begleitpersonenerwartet.

DieUnterkünftesindüberganzVorarlbergverteilt:Von

Bregenz bis ins Montafon gibt es 16

NationendörfermitachtAußenbühnen.

WASKOSTETDIEGYM?

Das Organisationskomitee hat die Kosten mit

zwölf Millionen Euro veranschlagt. Neben

zahlreichenSponsorentragendasLandVorarlbergunddieStadtDornbirneinenTeilderKosten.

Für Besucher sind die Stadtvorführungen

kostenlos,fürandereEventsbrauchtesTickets.

ERÖFFNUNGUNDSCHLUSSFEIERAUFDERDORNBIRNERBIRKENWIESE

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DasDornbirnerStadionBirkenwiese–ansonstenHeimatder

FußballerundLeichtathleten–wurdefürdieGymnaestrada

2019 adaptiert.Deshalb finden dort heute bei der EröffnungsfeierundamSamstagbeiderSchlussfeierrund25.000

PersonenPlatz.AmMittwochabendistdieBirkenwiesedann

Schauplatzdes „Dornbirn Special“,beiwelchemGroßgruppen

aus der ganzen Welt ihrespektakulären Vorführungen

zumBestengeben.AlleanderenVorführungensindimMessegelände

in Dornbirn und auf den acht Außenbühnen, die

überdasganzeLändleverteiltsind,zuerleben.

WERTSCHÖPFUNG

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Die prognostizierten 22 Millionen Euro an

Wertschöpfung übertreffendie Ausgaben bei

weitem. Die Umwegrentabilität dürfte diese

Summe noch um einiges übersteigen. Gerade

der Werbewert für Vorarlberg ist dank der

weltweitenMedienpräsenzunschätzbarhoch.

UMWELTSCHONEND

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Rund 95 Prozent aller Teilnehmer und Besucher

werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln

anreisenundauchihreWegeinVorarlbergmit

diesenabsolvieren.FürdiesesnachhaltigeKonzepthatdie„WG2019“übrigenssogardenösterreichischenKlimapreiserhalten!

Seite4 | s’Magazin


FRAGEN &ANTWORTEN

HeutebeginntdieWeltgymnaestrada2019.Diegrößte

BreitensportveranstaltungderWeltverteiltsichüberganz

Vorarlberg,DornbirnistdankdesStadionsBirkenwieseund

derperfektenInfrastrukturimMessegeländedie„HostCity“.

ZweiGymnaestradengabesbishernurinBerlin,nunistaber

auchDornbirnnach2007zumzweitenMalGastgeber.

Foto:Faisst

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MIT LEIB &SEELE

Wasmacht den Flair

aus, Herr Reis?

INTER

VIEW

DieGymnaestradaistengmitdemNamenErwin

Reisverbunden.DerDornbirnerist

GeschäftsführerdergemeinnützigenGmbHund

damitHerrüberein11-Millionen-Euro-Budget.Im

Interviewsprichtder„MisterGymnaestrada“über

fehlendeFlughäfeninVorarlbergundNeustarter.

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ErwinReisträgtbeimInterview

einT-Shirt mit der Aufschrift

„Ironman“. Es steht wohlals

Symbol für Ausdauer, Einsatz

unddasAuslotenvonGrenzen.

Dennseitvier Jahren galtseine ganze

„Man-Power“ der Gymnaestrada, die

nach2007zumzweitenMalnachDornbirnvergebenwurde.Fürden69-Jährigen

istsiepraktischzumLebenswerkgeworden–undeinkrönenderHöhepunktseinerSportfunktionärs-Karriere.

Zwölf Jahre liegen zwischen den beiden

GymnaestradeninDornbirn.Washatsichin

dieserZeitanderVeranstaltungselbstalles

verändert?

AlswirdasersteMaldenZuschlagerhielten,galtesvielMissionsarbeitzuleisten.

Niemandwusstesorecht,waseineGymnaestradawirklichist.Dawaresnatürlich

nichteinfach,Sponsorenzufinden.Heute

istdieVeranstaltunghierzulandeeinBegriff,

da war es in finanziellerHinsicht

vielleichtetwasleichter.Wirhabenauch

sichervielErfahrunggesammelt.Dornbirnhatsichdamalsinternationaleinen

gutenRuferworben.Esistunglaublich,

welchenZuspruchwirheutehaben.Man

musssichvorstellen,dassinsgesamt9000

freiwillige Helfer im Einsatz sind. Das

sindMenschen,diesichfürdieseVeranstaltungengagieren.EinSelbstläuferistso

einEventabernicht:Gegenüber2007sind

dieRahmenbedingungensichernichteinfachergeworden,etwa

die behördliche

Auflagen.Die Sicherheitsbestimmungen

sindhöher–sowohlinderBirkenwieseals

auchaufdemMessegelände.

Washatsichbudgetmäßigverändert?

DamalshattenwirneunMillionenEuro,

heutesindeselfMillionen,alsogut20

Prozentmehr.DasentsprichtziemlichgenauderInflationsrate.DerGroßteildavonwirdübrigensvondenNationenund

AthletenselbstundüberSponsorensowie

Eintrittsgelderfinanziert.

EinesIhrerZielewar,denNationenrekordzu

knacken. Nun sind 66 verschiedene Länder

dabei.Dassindumeinigemehralsbeimbisherigen

Rekord.Wie ist es Ihnen gelungen,

zusätzliche Nationenzuüberzeugen, nach

Dornbirnzukommen?

EsgabvominternationalenVerbandimmerwiederMeetings,beidenenichdabei

war.DaentstandenvielepersönlicheKontakte.Mirwarwichtig,dassnichtnurAthletenaus„reicherenLändern“,diesichdie

Aufenthalte selbst bezahlen, dabei sein

können.Deshalbhabenwirauchspezielle

Projekte entwickelt,etwaeineneigenen

Leib Brot, der bislang 60.000 Mal verkauftwurde.MitdiesemGeldkonntenwir

NationenausAfrikaundanderenKontinentenunterstützen.EinFreundausSri

Lankamachtemireinmalklar,wasesfür

einKinddortbedeutet,hierherzukommen.FürdasKindfallenKostenvon1600

Euroan.AufdieVerhältnissedesLandes

umgerechnet,bedeutetdieseSummefast

zwei Jahresgehälter. Klar, dassdas niemalsmöglichwäre,wennwirdanichtentsprechendunterdieArmegreifenwürden.

Schon2007hattenwireinSchulprojekt

fürMädcheninMalawigestartetund200

Foto:MauriceShourot

Seite6 | s’Magazin


MIT LEIB &SEELE

s’Magazin | Seite7


MIT LEIB &SEELE

FORTSETZUNG

Patendafürgefunden.

Welche Länder sind heuer zum ersten

Maldabei?

Kenia–dahatsichderATSVWalgau

sehr stark engagiert. Auch Malawi,

UruguayundParaguay,Fidschi,Tonga,NepalundSriLanka,woübrigens

Schulsportfestetraditionelleinegroße

Bedeutung haben. Was Europa betrifft,

feiern Armenien,Aserbaidschan,MaltaundPolenihrePremiere.LeiderhatMosambikkurzfristig

absagenmüssen.DasLandwurdeim

MärzvoneinemschwerenZyklongetroffen,dieFolgensindbisheutespürbar.Logisch,dassesdaWichtigeres

gibtalseineTeilnahmeanderGymnaestrada–dahabenwirauchvolles

Verständnis.

Was macht das besondere Flair der

Gymnaestradaaus?

Ichglaube,dasExotischedaranist,

dassdasMottonicht„schneller,höher,weiter“lautet,wiesonstimSport,

sonderndasssichMenschenausaller

Welttreffen,umzuturnenundmiteinanderSpaßzuhaben.Dasisteinfach

einmalig.AllezeigenvollerStolz,was

sie können und repräsentierenihr

Land.EsgehtjanichtumdenWettkampf,undesgibtauchkeineNoten

oder Platzierungen.Man muss sich

daseinmalvorstellen–über18.000

SportlersindeineWocheimLändle

zuGast!DiePalettereichtdabeivon

ganzjungenAthletenbishinzueiner

90-jährigen Teilnehmerin aus den

Niederlanden.

SiehabendabeisichernichtsdemZufallüberlassen.

FürdieVertreterderSportverbände

isteinreibungsloserAblaufderGymnaestrada

einzentraler Aspekt.Nur

wenndiesergewährleistetist,melden

siedieTeilnehmerihresLandesfür

das Event auch an. Deshalb gab es

auch entsprechendeInfo-Meetings.

EssindinvielenBereichenauchSpezialistenimEinsatz–beispielsweise,

wasdieganzeTechnikbetrifft.

Was bedeutet dieses Ereignis für Sie

persönlich?

FürmichwardieGymnaestrada2007

eineWochelangdasParadiesinVor-

Geboren1950,jahrelangLeiterder

STECK SportabteilungderStadtDornbirn,

BRIEF führtebereitsdieGeschäfteder

Weltgymnaestrada2007inVorarlberg.Verheiratet,fünfKinder,lebt

inDornbirn.

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arlberg.Ichkannnurjedemempfehlen,dieseZeitzugenießenundandieser

einmaligenVeranstaltunginirgendeinerFormteilzuhaben.

DakönnenwirgleichbeimThemaMobilität

anknüpfen. Mit einem Eintrittsticket

können die „Öffis“ in Vorarlberg

gratis benützt werden. Am Hauptort

der Gymnaestrada gibt es auch keine

Parkplätze. Warum empfehlen Sie aber

generelldieAnreisemitBusundBahn?

Weilman dadurch das einzigartige

Feelinghautnah mitbekommt und

sich mitten unterden Teilnehmern

ausallenmöglichenNationenbefindet.DortkannmanpersönlicheKontakteknüpfenundmitdenTurnern

undTurnerinnenoderBetreuernins

Gesprächkommen.

Was den Verkehr betrifft, hatte die

Gymnaestrada2007bereitseineVorreiterrolleeingenommen.Inwiefern?

EswurdedamalsderViertelstunden-

Takteingeführt, um den AthletenundBesucher-Ansturmbewältigenzu

können.Heute isterzur Selbstverständlichkeitgeworden.Diesmalwird

dieÖBBwährendderGymnaestrada-

Woche Doppelgarnituren einschieben,hinzukommennochzusätzliche

Schnellbusse.Vielleichtergebensich

darausjaauchzukunftsweisendeVerkehrslösungen.

Siewollen auch in Sachen Verpflegung

neueMaßstäbesetzen.Wasbekommen

denn die zahlreichen Sportler aufgetischt?

WirwolleninjederHinsichtVorarlbergerGastlichkeitbieten.DieTeilnehmersollennichtbilligabgespeist

werden. DasEssen isthochwertig,

undwirachtendarauf,dassmöglichst

viel aus der Region auf denTeller

kommt. Auch beim Geschirr haben

wirunsetwasüberlegt.Wirverwendenkeine

Pappteller und auch kein

Kunststoff-Besteck.

WelcheHighlightshatdieGymnaestradasonstnochzubieten?

Eswäreunfair,einzelneVeranstaltungenhervorzuheben.DieDarbietungen

sindallesamtspektakulär.Immersehr

populär sinddie Großgruppen-Vorführungen.DasWichtigsteist,dabei

zusein,denneingroßesPublikumsinteresseist

dergrößteLohn für alle

Teilnehmenden.

Sie beschäftigen sich nun seit über 20

Jahren mitderGymnaestrada.WaswarenIhrepersönlichenHöhepunkte?

Als ehemaliger Geografie-Professor

Seite8 | s’Magazin


MIT LEIB &SEELE

RO

DieTräneimrechtenAuge

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DerMisterGymnaestrada,ErwinReis,ist

vomMega-Eventnachwievorfasziniert.

···························································································

begeistertmichnatürlichdiesegroße

VielfaltanNationen.DieGymnaestradabotmirdieGelegenheit,überall

aufderWeltLeutekennenzulernen.

Da profitiert man natürlich auch

selbst davon. Ein Highlightinder

VorbereitungwarfürmichdasinternationaleTreffeninSriLankaunddie

damitverbundeneneinmaligenSchulsportveranstaltungen.DieGymnaestradabietetwirklichvieleschöneErlebnisse.

In derVorbereitung haben Sie sicher so

einiges erlebt. War auch etwas zum

Schmunzelndabei?

Ja,beispielsweisehatmicheinFunktionärausChinaganzbesorgtangerufen,erkönnebeimbestenWillenden

Standort des Flughafens von Dornbirnnichtherausfinden...

Siesindjetzt69Jahrealtundbereitsim

Ruhestand.IstesdasletztegroßeEreignis,dasSieorganisieren?

(lacht)Esistsicherdasletztegroße

Projekt, das ich federführendleite.

Aber das habeich nach der letzten

Gymnaestrada in Dornbirn auch

schongesagt.Nein,imErnst,ichglaubeschon,dassdanachSchlussist.

DietmarHofer

Fotos:MauriceShourot

DaswürdedemPfarrerssohnJohannFriedrichLudwigChristophbestimmteinedickeTräneinsAugedrücken,undvermutlichmüssteereinebesondersstarke

PriseTobackschnupfen,dürfteerheuteum16Uhrauf

derBirkenwiesedieEröffnungderGymnaestrada2019

miterleben,dergroßeAuftaktunterdemMotto„Show

yourColors!“WiegingeihmwohldasHerzaufbeim

AnblickderTausendenvonjungenMenschenausaller

Welt,diesichzusammenfinden,umdenTurnsportzu

präsentieren:Gymnastik,Showtanz,Akrobatik,Geräteturnen,Rhönrad,RopeSkippingundvielesandere.Er

würdesichzurücklehnen,derTurnvaterJahn,seinen

langenRauschebartkraulenundnichtohneStolzund

einwenigEitelkeitmurmeln:„DeineIdee,Friedrich

Ludwig,istaufgegangen.“

NatürlichfußtedieIdeederTurnerbewegungauf

einergänzlichanderenAnnahme.Jahndachte,durch

körperlicheErtüchtigungdieJugendaufdenKampf

gegendienapoleonischeBesetzungvorzubereiten.

DeshalbführteerReckundBarrenein.Aberwassoll’s?

DieZeitenändernsich,unddieJugendisteineandere

geworden...Nach2007findetdieWeltgynaestrada

bereitszumzweitenMalinDornbirnstatt.66Nationensindes,diedaranteilnehmen.DasCharmantedaranist,dassjungeMenschenfreivonWertungs-und

PunktedruckdennochihreturnsportlichenHöchstleistungenundphantasievollenChoreografiendarbieten.

EsisteinFestivalohnePreise,ohnemächtigeSponsorenundderalbernenJagdnachTausendstel-Sekunden.

EsgehtumdasMiteinander,nichtumdasStechenund

Hauen.DieFrage,werder/dieBesteist,istunzulässig.

NirgendwoimSportistmirdieseHaltungbekannt,

außerbeiderGymnaestrada,unddasmachtdieses

Eventsokostbarundwichtig.WeilesdenMenschen

vermittelt,dasseinjederseinenPlatzhataufdieser

wunderbarenWelt.TurnvaterJahn,dersichaufderZuschauertribüneBirkenwiesegeradeeineTräneausdem

rechtenAugewischt–manistauchnureinMensch–,

würdeerkennen,dassdieJugendvonheutekeineErtüchtigungfürdenKriegbraucht,sonderneinfachum

derGemeinschaftwillendasFestdesLebensfeiert.

s’Magazin | Seite9


NEXT GENERATION

EmmainAktion:DieZehnjährigetrainiertviermal

dieWoche.

Den Idolen hinterher!

DerCountdownläuft:DiezehnjährigeGöfnerinEmma

SchmidgestaltetalseinederjüngstenTurnerinnen

VorarlbergsdieWorldGymnaestradamit.Mitihrer

GruppeausderTurnerschaftGöfisistsiesogarTeildes

EröffnungsaktsinderMessehalleDornbirn.

Andie vergangene Gymnaestrada

in Dornbirn

kann sich Emma Schmid

nichterinnern.KeinWunder,schließlich

ist das

mittlerweile zwölfJahre her, zwei

JahrevorEmmasGeburt!Diejunge

Göfnerin trainiert seitJahren selbst

regelmäßig.WennEmmadenTurnsaalHofenbetritt,erkenntmansofort

diesesbesondereFunkelnindenAugen.SieistmitvollerLeidenschaftdabei.„AlsichfünfJahrealtwar,habe

ichoftmeinerCousineundmeinem

VaterRenébeimTurnenzugesehen–

ichwardamalsschonhellaufbegeistert.“UndsowurdedasEnergiebündelTeilderTurnerschaft.Unddiese

hatesimOrtdurchausinsich:Die

GemeindeGöfniszähltknapp3500

Einwohner.JederZehnteistaktives

MitglieddesortsansässigenTurnvereins.„DasgibtesindieserFormnirgendwoandersinVorarlberg“,meint

ObmannKlausSchmidstolz.

„DasTimingmusssitzen“

Mittlerweile hat Emma über 700

Trainingsstunden absolviert und an

Beweglichkeit,AusdauerundderPerformancebeimGeräteturnengefeilt.

IhreLieblingsübungistein„Rondat-

Flick-Flack-Rückwärtssalto“. Wenn

dasThemaGymnaestradaauftaucht,

wirkt Emma ganz aufgeregt: „Ich

freuemichschondarauf,denanderen

Länder-Teamszuzusehenundzuspüren,mitwelcherLeidenschaftsiebei

derSachesind!“Aktuellwirdviermal

die Woche geprobt. Jede Bewegung

mussfürdiekommendenvierAuftrittesitzen.DerschwierigsteTeilistjedochnichtdieChoreografie,sondern

das punktgenaue Timing.„Dievier

Trampoline müssengleichzeitigin

dreiTakten gesprungen werden–

wenneinerdavonasynchronist,geht

sichderSongzurChoreografienicht

mehraus.“EmmaistübrigenseingroßerFan

derShowgruppeZurcaroh

ausGötzis–fürsiederbesteBeweis,

dassauchausdemkleinenLändlegroßeStarsentspringenkönnen.IhrRat

an alle „Nichtturner“:„Probiert es

einfachaus!“Jederfangeschließlich

einmalkleinan–undmanmüssesich

jaauchnichtgleichandiegefährlichstenSprüngewagen.

BevoresindieMessehallezurEröffnungsfeiergeht,stehtfürdieTurnerindie„WelcomeKeniaParty“in

der Tennishalle Walgau in Nenzing

an.„Ichbinschonsehrgespannt“,erzähltsie,

„beijedem Auftritt kann

manetwaslernen.“NachderGymnaestrada

geht’s fürEmma gleich

sportlich weiter –bereits im Herbs

stehtdieBundesmeisterschaftan! EU

Seite10 | s’Magazin


NEXT GENERATION

SiehtbeiEmma

„kinderleicht“aus:

DerSpagat!

Fotos:EmirT.Uysal

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FREUNDSCHAFT

Bei der „Gym

2007“ Freunde

geworden!

DerZufallführteprächtigRegie,umdie

DornbirnerinWaltraudRhombergunddie

JapanerinNakakoMosoukazusammenzuführen.

Diebeidenbegegnetensichbeider

Gymnaestrada2007,zwölfJahrespäterwerden

sichdiebeidenDamen,dieseitherKontakt

miteinanderpflegen,wiedersehen.

Waltraud Rhomberg

war bei der ersten

Gym inDornbirn

eine derzahlreichen

freiwilligenHelferinnen.SiesorgtefürMusik,daskambei

einerjapanischenFrauengruppe offensichtlich

besonders gutan. „Die

hatten allesamt einenriesigenSpaß

undtanzten ohneEnde“,kann sich

Rhomberg noch gut erinnern. Ein

paarTagespäterspaziertendieJapanerinnenanihremHausamFußedes

Dornbirner Zanzenbergs vorbei.

RhombergbatdieDamenaufeinen

Drink zu ihrauf denBalkon. „Die

höflichenGäste ausFernost ließen

sichlangebitten,alssieaberhereingekommen

sind, gab es keinHalten

mehr“,erzähltdieDornbirnerin.Die

JapanerinnenbliebendiehalbeNacht

undfeiertenmitRhomberg:„SietanztendurchdasganzeHausundwaren

sichtlich beeindruckt vom Lebenin

Europa.“

AlsdieDamengegangenundnach

derGymnaestradawiederaus dem

Ländle abgereist waren, dachte

Rhombergnur nochhin wiederan

ihrenächtlichenGäste.BiseinesTages

einBrief ausJapan beiihr im

Postkastenlag. Miteinemtollen in

JapanischundinEnglischverfassten

Dankeschön. „Japanisch konnteich

garnichtlesen,Englischnurschwer.

Aber ich habetrotzdem verstanden,

wiesehrsichdiejapanischenFrauen

überdieGastfreundschaftinVorarlbergundspeziellbeimirgefreuthaben!Ichhabezurückgeschrieben,fortanbliebenwirinKontakt,zueinem

gegenseitigenBesuchhatesaberleiderniegereicht“,bedauertRhomberg.

NunwendetsichaberdasBlatt:Ein

WiedersehenstehtvorderTür.Zwölf

Jahre später undaus demselben

Grundwiedamals:dieGymnaestrada.

Rhombergwirktfreudig-nervös,wenn

sieandasbevorstehendeWiedersehen

denkt:ManwerdesichaufeinenKaf-

feezusammensetzenundvielzuplau-

dernhaben.Schließlichgeltees,zwölf

Jahreaufzuarbeiten.

In Vorarlberg sindbei der ersten

Gymnaestrada viele Freundschaften

entstanden,zumeistmitTurnernaus

benachbartenLändern.VielederTeilnehmervon2007werdenalsoaufalte

Bekannte treffen. Freundschaften

über Kontinentehinweg waren damalsnochschwierigerzupflegen,moderne

Kommunikationsmittel machendasheuteeinfacher.Undsoist

dieGym2019nichtnureinFestdes

Turnens, sondern vor allemauch

einesderFreundschaft. ElredFaisst

BeiderGymnaestradafeierndie

unterschiedlichstenNationendas

Miteinander

Seite12 | s’Magazin


FREUNDSCHAFT

WaltraudRhombergund

NakakoMasoukalernten

sichbeiderGymnaestrada2007inDornbirnkennen.Diebeidenfreuen

sichzwölfJahrespäter

aufeinWiedersehen.

Fotos:wolfgangberchtold

VielederGym-

Teilnehmerkommenauchheuer

wieder–12Jahre

später–insLändle

s’Magazin | Seite13


HINTER DEN KULISSEN

AlleHändevollzu

tunhabendiefreiwilligenHelferder

Weltgymnaestrada

Tribünenverkleidungundeine

ganzeArmadaan

Mülltonnen

Freiwillige Helfer: Aus

„Spaß an der Freud’“

DieLehrerundSchülerdesSportgymnasiumsinDornbirn

sindnureinBruchteilderinsgesamt9000freiwilligen

Helfer,dieindennächstenTagenfüreinenreibungslosen

AblaufderGymnaestradasorgenwerden.Fürdiese

VeranstaltungopferndiesportbegeistertenGymnasiasten

sogareineWocheihrerSommerferien.Koordiniertwurde

derGym-EinsatzvonWolfgangHinteregger:Der

ehemaligeBadmintonspielerweißausErfahrung,worauf

esbeieinerSportveranstaltungwirklichankommt.

Seite14 | s’Magazin


HINTER DEN KULISSEN

WolfgangHinteregger

unddieSchülervom

Sportgymnasium

Dornbirnhabeninden

letztenTagenErstaunlichesgeleistet.

Kilometerweit

werdenKabelin

derMessehalle

verlegt.

Untenheißtes:

„BittezuTisch!“

Fotos:MauriceShourot

Siewirkenstetsgutaufgelegt,

wennesgilt,Handanzulegen.

BeiArbeiten,diedieSchüler

und Schülerinnen eigentlich

nichtgewohntsind: Viele

handwerklicheAufgabenwarendazu

erledigen–undsindesnoch.DieBegeisterungfürdiebevorstehendeGymnaestradahilftoft,dasnichtimmer

vorhandene handwerkliche Geschick

zuübertauchen.„Ichstaune,wasdie

Schülerhierzuleistenimstandesind“,

sagtWolfgangHinteregger.DerGymnasiallehrer

wurdedazu auserwählt,

dieAufgabenundArbeitenderSchülerzukoordinieren.Somussteetwa

die ganze Schuleumgebaut werden:

DerInternationaleTurnverbandrichtetedortseineZentraleein,Rettung

undSicherheitsbehördenhabendort

ebenfallsihrenSitz.Auchwährendder

Gymnaestradasinddiejugendlichen

HelferimDauereinsatz–in ganz

unterschiedlichen Bereichen. Ob als

socialmedia-Spezialisten,beiderEssensausgabefürTeilnehmerundHelferoderalsGuidefürdievielenverschiedenenNationen.DiegutenGeistersorgenauchdafür,dasskeinMüll

im Gymnaestrada-Gelände liegen

bleibt.Undlastbutnotleastistdie

MithilfebeiderBewältigungdesVerkehrsaufkommenseinzentralerPunkt

derAufgaben.Ebenso wie Hilfe bei

Einlasskontrollen, bei der Beschallungs-undBeleuchtungstechnikund

beiderBesetzungderInfopoints.

AbernichtnurSchülerhelfen,auch

Institutionen wiedie Vorarlberger

TurnvereinestellenjedeMengeManpowerzurVerfügung.Vielewollenbei

derGymnaestradamithelfenundmel-

den sich „freiwillig zum Dienst“.

„Hunderte Einzelpersonenaus VorarlbergundsogarvieleFreiwilligeaus

demAuslandhabenbeiunsimBüro

angefragt,obsieHandanlegendürfen“,

erzählt OK-PräsidentErwin

Reis.

Professionisten

FürandereBereichebrauchtesfreilichProfessionisten:FürdieAbwicklungdesVerkehrsoderfürdasCatering.Immerhinwerdenwährenddes

Turnfests täglich etwafünfTonnen

Fleischverarbeitet–undsechsTonnenanBeilagen.FürdasnötigeSicherheitsgefühlsorgenPolizeiundSecurities.

Rettungsdiensteund Krankenstationen

werden vom Roten

Kreuzübernommen.

ElredFaisst

s’Magazin | Seite15


TERMINE

LUSTENAU, Sportpark: Stadtaufführungen,

ab17Uhr.

RANKWEIL, Marktplatz: Stadtaufführungen,

ab16Uhr.

WOLFURT, Veranstaltungshaus Cubus:

Stadtaufführungen,ab16Uhr.

Mittwoch 10.7.2019

BREGENZ, Hafen-Areal beim Bodensee:

Stadtaufführungen,ab14Uhr.

DORNBIRN, Messequartier: Gruppenvorführungenab9Uhr.–BirkenwieseStadion:DornbirnSpecial,ab19Uhr.

FELDKIRCH, Reichenfeld-Areal: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

HÖCHST, Kirchplatz: Stadtaufführung,ab15

Uhr.

HOHENEMS, Schlossplatz: Stadtaufführungen,ab15Uhr.

RANKWEIL, Marktplatz: Stadtaufführungen,

ab16Uhr.

Donnerstag 11.7.2019

Foto:WorldGymnaestrada

TäglichgibtesandenverschiedenenSchauplätzen

imganzenLandVorführungen–dabeiseinistalles!

Sportliches Programm

der Gymnaestrada

Sonntag 7.7.2019

DORNBIRN, Birkenwiese Stadion: Eröffnungsveranstaltung,16Uhr.

Montag 8.7.2019

BREGENZ,CasinoStadion: Großgruppenvorführungen,ab13Uhr.–Hafen-ArealbeimBodensee:Stadtaufführungen,ab14Uhr.

DORNBIRN, Messequartier: Gruppenvorführungen

ab 9Uhr.–Messehalle 6: Nationale

Vorführungen –Schweiz,18und 20.30 Uhr.–

Messehalle9:Nationale Vorführung –Österreich,18.30und21Uhr.

FELDKIRCH, Reichenfeld-Areal: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

HOHENEMS, Schlossplatz: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

LUSTENAU, Sportpark: Stadtaufführungen,

ab17Uhr.

RANKWEIL,Marktplatz: Stadtaufführungen,

ab16Uhr.

Dienstag 9.7.2019

BREGENZ, CasinoStadion: Großgruppenvorführungen,ab13Uhr.–Hafen-ArealbeimBodensee:Stadtaufführungen,ab14Uhr.

DORNBIRN, Messequartier: Gruppenvorführungen

ab 9Uhr.–Messehalle 6: Nationale

Vorführungen –Nordischer Abend, 18 und

20.30 Uhr.–Messehalle 9: NationaleVorführungen–Deutschland,18.30und21Uhr.

FELDKIRCH,Reichenfeld-Areal: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

HÖCHST,Kirchplatz:Stadtaufführung,16Uhr.

HOHENEMS, Schlossplatz: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

BREGENZ,Casino Stadion: Großgruppenvorführungen,ab13Uhr.–Hafen-ArealbeimBodensee:Stadtaufführungen,ab14Uhr.

DORNBIRN, Messequartier: Gruppenvorführungen

ab 9Uhr.–Messehalle 6: Nationale

Vorführungen–Portugal,18Uhr.–Japan&AsianFreunde,20.30Uhr.–Messehalle9:Nationale

Vorführungen –Italien, 18.30 Uhr.–Pagu

(AmerikanischerAbend),21Uhr.

HÖCHST, Kirchplatz: Stadtaufführung,ab16

Uhr.

HOHENEMS, Schlossplatz: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

LUSTENAU, Sportpark: Stadtaufführungen,

ab17Uhr.

RANKWEIL, Marktplatz: Stadtaufführungen,

ab16Uhr.

WOLFURT, Veranstaltungshaus Cubus:

Stadtaufführungen,ab16Uhr.

Freitag 12.7.2019

BREGENZ, Hafen-Areal beim Bodensee:

Stadtaufführungen,ab14Uhr.

DORNBIRN, Messequartier: Gruppenvorführungen

ab 9Uhr.–Messehalle6:FIGGala, 18

und20.30Uhr.–Messehalle9:FIGGalaPublic

Viewing,20.30Uhr.

HOHENEMS, Schlossplatz: Stadtaufführungen,ab16Uhr.

RANKWEIL, Marktplatz: Stadtaufführungen,

ab16Uhr.

WOLFURT, Veranstaltungshaus Cubus:

Stadtaufführungen,ab16Uhr.

Samstag 13.7.2019

DORNBIRN, Messequartier: Workshop 1und

2, ab 9Uhr.–FIG Gala, 10 Uhr.–Birkenwiese

Stadion:Abschlussveranstaltung,ab16Uhr.

Info:www.wg2019.at

Tickets:www.laendleticket.comoder

www.oeticket.comsowieinallen

SparkassenundRaiffeisenbanken

Seite16 | s’Magazin


TERMINE

Höhepunkte des

Rahmenprogramms

Sonntag 7.7.2019

DORNBIRN,Marktplatz: Welcome Evening,

19Uhr.

GÖTZIS, VS Blumenwiese:Welcome-Evening

forourdanishguests,19Uhr

LUSTENAU, Parkstadion: Welcome-Evening,

19Uhr

RANKWEIL, Marktplatz:Big Welcome-Party:

19Uhr

WOLFURT, Hofsteig-Sporthalle: Welcome-

EveningWolfurt,19Uhr

SULZ, VMS Sulz-Röthis: Welcome-Party,

19.30Uhr

HÖCHST,Open-airstage:Welcome-Party,20

Uhr

HOHENEMS,Schlossplatz:Welcome-Evening,

20.30Uhr

Montag 8.7.2019

RANKWEIL, Marktplatz: Nations Evening -

CanadameetsRankweil,ab19Uhr

LUSTENAU,Parkstadion:InternationalShows

,ab17Uhr

Dienstag 9.7.2019

DORNBIRN,Marktplatz:FolkloreEvening,

19Uhr

WOLFURT, Hofsteig-Sporthalle: Wolfurter

Gymnaestrada-Party,Day1,20Uhr

MÄDER,J.J.EnderAreal:BrazilianSunFestivity,ab19Uhr

Mittwoch 10.7.2019

GÖTZIS, VSBlumenwiese: ZURCAROH &

Tschako&Jäger–MusicEntertainer,19Uhr

HOHENEMS, Schlossplatz:Konzert Monroes,

ab20.30Uhr

Donnerstag 11.7.2019

FELDKIRCH,Poolbaroutdoor:Bilderbuchand

others,ab16Uhr

DORNBIRN,Marktplatz:OriganoFestivalDay

1,ab19Uhr

Freitag 12.7.2019

Foto:StadtHohenemsundwww.wg2019.at

Konzerte,Partiesundvielesmehrrunden

dieWorldGymnaestradaimLändleab.

HOHENEMS, Jüdisches Viertel: Jüdisches

ViertelStyrianWineFestival,ab14Uhr

RANKWEIL, Marktplatz:Bye ByeParty Rankweil,19Uhr

RÖTHIS, Röthner Saal: Bye Bye Party, ab

19.30Uhr

MÄDER,J.J.EnderAreal:Eat‘ndance,19Uhr

Samstag 13.7.2019

HÖCHST,Open-airstage: Closing Party with

„ReiniFranz“,ab16Uhr

MÄDER,J.J.EnderAreal:Atéaproxima,19Uhr

Info:www.wg2019.at

www.facebook.com/wg2019

s’Magazin | Seite17


GymnaestradainRotterdam,1953

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Der Niederländer Jan

Sommers hat den Begriff

GymnaestradaausdenWorten„Gymnastik“und„estrada“

(Bühne) zusammengesetzt.Seit

1953treffen sich

im Abstand vonvier Jahren

Turnsportler aus aller Welt,

um ihreKünste zum Besten

zu geben.Die erste der bisher

15 Gymnaestraden fand

in Rotterdam statt.Damals

kamen5000Teilnehmeraus

14 Nationen in die niederländische

Hafenstadt. In

Dornbirn werden ab heute

18.000 Teilnehmer aus 66

Nationen–sovielewienoch

nie –teilnehmen. Die Gymnaestrada

wird nicht als

sportlicher Wettkampf verstanden,

sondern als Mix

zwischen Gymnastik, Tanz,

Akrobatic und Aerobic. Der

Weltturnverband stellt damitdasfürFitness,Wellness

und Gesundheitsowichtige

„Turnenfür alle“inden Mittelpunkt.

Die Weltgymnaestrada

gilt als das größte internationale

Breitensportfestival

derWelt.Dornbirnistneben

BerlindereinzigeOrt,derdie

Gymnaestrada schon zum

zweitenMalausrichtet.

Seite18 | s’Magazin
















• •

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

MUNDART

Foto:weltgymnastrada

DermoderneAlemanneist,andersalsseinebäuerlichenVorfahren,demSportinseinenvielfältigenAusprägungenzugeneigt.DieabwechslungsreicheLandschaft

VoradelbergsbietetihmauchalleMöglichkeiten,seinen

einstigenJäger-und-Sammler-Körper,derimAlltagdank

Maschinen,Computern,LiftenundRolltreppenkaum

mehrangestrengtwerdenmuss,wenigstensinderFreizeit

artgerechtzuverwenden.ImLändlewird

gebikedundtschuttet(Fußballgespielt),geschwommen,gewandert

undgejogged–oderwiederEinheimischezuletzteremsagen

würde:gfuaßlat.Natürlich

wurdedasZeitwortfuaßla

(wörtlichübersetzt:„füßeln“)

nichterstdurchtrendigeSportartenderNeuzeitetabliert.DieVokabelexistiertschonseitJahrzehnten

undbeschreibtauchimsportfreienAlltag

einebegründeteNotwendigkeitdesschnellenodergeschäftigenGanges.„Ichhangadnoghörigfuaßlamüasa,

suswärderLadazuagsi“,erklärtderAlemanneerleichtert,

wennerseinenBäckernochvorLadenschlusserreicht,

oderwennderKellnervorlauterKundschaftförmlichin

Arbeitversinkt:„Mirhondbrutalfuaßlamüasa,sövelLüt!“

ObwohldieallgemeineEileinderGesellschaftmitden

Jahrzehntengestiegenist,hatdieVerwendungdesWortes

fuaßlagleichzeitigbedauerlicherweiseabgenommen,sodasseingraduellesAussterbendieserschönenVokabelbefürchtetwerdenmuss.Daherbittenichtnurfuaßla,sondernauchimmerexplizitdazusagen:dassman„fuaßlat“!

fuaßla

Zeitwort

s’Magazin | Seite19

HabenSieauchhistorischeFotoschätzezu

Hause,dannschickenSiesieunsperE-Mailan:

vorarlberg@kronenzeitung.at.

DiebestenBilderwerdenveröffentlicht.

„Etzischt

Gymnestrada.

Dowörenalle

wiederghörig

fuaßla!“


MEDIZIN

Fotos:MauriceShourot

WervonkleinaufvomSportbegeistertist,kannsichdiesepositive

Grundeinstellungzukörperlicher

BewegungofteinLebenlangerhalten.Aberauchspäterlässtsich

nochGefallenanBewegungfinden.

Impressum

Medieninhaber:KRONE-VerlagGmbH&Co.KG.HerausgeberundChefredakteur:Dr.ChristophDichand

Verleger:MediaprintZeitungs-undZeitschriftenverlagGmbH&CoKG,Alle:1190Wien,Muthgasse2

Redaktionsleitung:EmanuelWalser,Redaktion:AngelikaDrnek,SandraNemetschke,Sekretariat:NicoleKinzel,Quellenstr.16,6900Bregenz,Tel.057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at,emanuel.walser@kronenzeitung.at,angelika.drnek@kronenzeitung.at,sandra.nemetschke@kronenzeitung.at

Herstellung:DruckzentrumSalzburgBetriebsges.m.b.H.,5020Salzburg;Offenlegunggem.§25MedienGonlineunterwww.krone.at/krone-offenlegung

Seite20 | s’Magazin


MEDIZIN

Mit Hirn für

Herz und Lunge

Großveranstaltungenwiedie

GymnaestradahabendenEffekt,

dasssieKinderundJugendliche

animieren,selbstSportzu

betreiben.Unfallchirurgund

SportarztDr.AlexanderGohm

empfiehltnichtnurKids,

wöchentlichmindestensdrei

45-minütigeTrainingseinheitenzu

absolvieren.Ratsamistaucheine

sportmedizinischeUntersuchung.

DieGymnaestradabewegtVorarlberg.UnddasinjederHinsicht.Denn

Sportveranstaltungen

in dieserDimension

bringenKinderundJugendlichedazu,selbstaktivzuwerden.Vorallem

dieFreudeundBegeisterung,dieimMassenturnsportherrschen,sindansteckend.

„DiezahlreichenVereine,dieesimLand

gibt,leistentolleArbeit“,weißSportarzt

Dr.AlexanderGohmdieVereinsarbeitzu

schätzen.BewegungundSportsollteeigentlichjederMenschinseinenAlltagintegrieren.

Empfehlenswert sind mindestenseineStundeBewegungproTag.KinderhabeneinennatürlichenBewegungsdrang,

den sie in unterschiedlichen FormenundSportartenauslebenkönnen.Inaktivitäthingegenwirktsichnegativaus.

Sport fördertauch soziale Kompetenzen.Gohm:„KinderundJugendlichehaben

dadurch einerseitsErfolgserlebnisse,

andererseitslernensieauch,mitNiederlagenumzugehen.“

Vom gesundheitlichen

Aspekt mal ganz abgesehen. VonSport

sprichtman jedoch erst dann, wenn die

körperlicheBetätigungineinergewissen

Intentionerfolgt.„DreimaldieWochezu

je45MinutensolltemanaufFällesportlichaktivsein“,erklärtderFacharztfür

Unfallchirurgieund Sporttraumatologie

amLKHFeldkirch.„Letztlichgehtesvor

allemumRegelmäßigkeitundDauer.“

MedizinerAlexanderGohm

IndenOrdinationsräumenderSportmedizin

Feldkirch führt AlexanderGohm

auch Leistungsdiagnostikdurch.Dabei

wirdderkörperlicheIst-Zustandermittelt.

Ein gezieltes Trainingwirddann in der

richtigenPulsfrequenzdurchgeführt,eserhöhtdieAusdauerundlässtauchRaum

fürRegeneration.DenneinZuvielanTrainingkanndengewünschtenErfolgsogar

verhindern.

EinesportmedizinischeBasisuntersuchungist

schon deshalb ratsam,weilso

schonimVorfeldabgechecktwird,obStörungenimkardialenoderStoffwechselbereichvorliegen.AuchdieLungenfunktion

wirdüberprüft.LiegenFehlstellungen,Gelenk-

oder Wirbelsäulenproblemevor,

kanneinezusätzlichePhysiotherapiehelfen.„EinTrainingsbereich,derimBereich

von60ProzentvonderMaximalherzfrequenz

liegt, verbessert bereitsdas Herzkreislauf-System“,

erklärtGohm. Man

mussalsonichtsofortzumSpitzensportler

mutieren,umErfolgezuerzielen.

AlsTeamarzt–unteranderembeimFC

VaduzundbeimFCDornbirn–weißer

auch über die sportmedizinischeBetreuungderVorarlbergerAthletenbestensBescheid.

Den Vereinen stellterein gutes

Zeugnisaus.„IchweißetwavonderFußball-Akademie,

dass da wirklich beste

Arbeitgeleistetwird.“

DietmarHofer

s’Magazin | Seite21


WAS WURDE EIGENTLICH AUS ...

Peterson da Cruz Hora?

2007fanddieWeltgymnaestradazumerstenMalin

Vorarlbergstatt.Mitdabei:DerBrasilianerPetersondaCruz

Hora,eindamals25-jährigerAkrobatundAkrobatiktrainer

ausBrasilien.ErbliebimLändleundstartetespätermit

seinerTruppe„Zurcaroh“eineWeltkarriere.

Eswar Petersons dritte

internationaleReisemit

seiner Akrobatikgruppe,

als er 2007 zumersten

Mal nach Vorarlberg

kam.SchoninseinerJugendbrachte

ihnseinVaterinKontaktmitTänzern,MusikernundChoreographen.

DasErgebnis:BiszuneunStunden

tägliches Training! Bevorerins

Ländlereiste,sichwährendderGymnaestrada

verliebteund schließlich

heiratete,hatteerinBrasilienschon

15JahrelangeineAkrobatikgruppe

trainiert.KeinWunderalso,dassihm

hieretwasabging.Kurzerhandentschlossersich,inderKummenregion

eineneueGruppeaufzubauen.Das

waranfangsziemlichschwierig.Das

GefühlfürdenTanz,dieMusikund

die körperlichen Voraussetzungen

musstenerstvermitteltwerden.Petersonließabernichtlockerundblieb

konsequent. DenerstenAuftritt

schließlichfeiertePetersonbeieinem

BallinderTöbelehalleinGötzis.Damalsahntefreilichnochniemand,dass

diese Gruppe zehnJahrespäter auf

dengrößtenBühnenderWeltbegeisternwürde.DieTanz-undAkrobatiktruppebrillierteimVorjahrbeimFinale

der US-Fernsehshow „America's

GotTalent“.DieTruppeumChoreografPetersondaCruzHorasorgtefür

Standing Ovations und holte sich

PlatzzweiinderweltweitbedeutendstenTalenteshow.

Seitherreißensichalleum„Zurcaroh“.EsistundbleibtabereineAmateurtruppe.Deshalbmüssenauchdie

meistenAnfragenzuAuftrittenabgelehntwerden.FürdieGymnaestrada

machendieTruppeundPeterson,die

selbst Bundespräsidenten Alexander

Vander Bellenbeeindruckten, aber

eineAusnahme.

GanzwichtigistPetersonbeiallseinem

Engagement das Miteinander

und der gegenseitige Respekt.Ein

Eckpfeilerdes Selbstverständnisses

vonZurcarohistsozialesEngagement.

NachdemAuftrittinGötzisfliegtdie

GruppenachSaoPaulo.„Dortwerden

wirimRahmeneinerSozialshowauftreten,beideresumdieUnterstützung

krebskrankerKindergeht.Wirwollen

helfen“,sagtPeterson. EF/WB

SpektakuläreBühnenshowssindbeiderGruppe„Zurcaroh“garantiert.AuchindenUSAistmandavonbegeistert.

PetersondeCruzHoramitLandeshauptmannWallnerundBundespräsidentenVanderBellen.

Fotos:DietmarMathis

Seite22 | s’Magazin


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