2019 SOMMER / LEBENSHILFE FREISING / TAUSENDFÜSSLER-MAGAZIN

lebenshilfefreising

Das Magazin der Lebenshilfe Freising e.V. für Mitglieder, MitarbeiterInnen, Freunde und Förderer.

Sommer 2019 // 28. Jahrgang

TAUSENDFÜßLER

Das Magazin der

Thema: 10 Jahre UN-Behindertenrechts-Konvention // Ab Seite 3

Was los war: Balance fürs Leben beim Frühjahrsempfang // Ab Seite 17

Helfen hilft: Lebenslauf, Schafkopfturnier und viele Spenden // Ab Seite 34

Hallo Lebenshilfe, wir wollen helfen!

Freunde und Fachkräfte zusammen für Menschen mit Behinderung


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Vorwort

HAUPT-SACHE – DAS THEMA

3 10 Jahre UN-Behindertenrechts-Konvention

5 Klares Bekenntnis zur inklusiven

Gesellschaft – Landesverband Bayern

8 Was uns persönlich wichtig ist –

Anmerkungen der Selbstvertreter

11 Übersicht: Bundes-Teilhabegesetz in Bayern

13 Rechtliche Betreuer stärken

14 Inklusive Gesellschaft als Geburtstagswunsch

– Ulla Schmidt wurde 70

SO WAR’S – DIE CHRONIK

DER LEBENSHILFE FREISING

17 Balance fürs Leben am seidenen

Faden – unser Frühjahrsempfang

19 Inklusion in den Kommunen

konkret anpacken

20 Menschen zur Sprache bringen –

Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation

21 „Inklusion einfach machen“ – Filmpremiere

22 Vom Hochbeet bis zum Barfußpfad –

Projekttag der FMG-Mitarbeiter

23 Viel Engagement in der Bunten Arche

24 Zu Besuch bei Bürgermeisterin und

Mammut – InKiMo Moosburg

25 Damit Jugendliche gut „Erwachsen werden“

26 Berufsinfotag: Arbeiten mit

besonderen Menschen

27 Jung und alt ganz ohne Barrieren

28 Persönlichkeit stärken durch gute Arbeit

29 Irene Kornke feierte ihren 60. Geburtstag

30 „Psst! Wir sind an einem besonderen Ort!“ –

Bücherei der Förderstätte Moosburg

31 Buntes Miteinander in Freising –

Familientreffen

32 Neues aus der Elternberatung: „Anerkennung

und Hilfe“ für erlittenes Leid in Heimen

HELFEN HILFT

34 Lebenslauf, Schafkopfturnier

und viele Spenden

48 VERANSTALTUNGS-KALENDER /

IMPRESSUM

Liebe Leserin,

lieber Leser,

vor 10 Jahren wurde die UN-

Behindertenrechts-Konvention

in Deutschland gültiges

Recht. Seit über zweieinhalb

Jahren gilt das Bundes-Teilhabegesetz.

Beide großen

Normsetzungen wollen dasselbe:

Menschen mit Beeinträchtigungen

in die Gesellschaft

(zurück)holen, wo sie

auch hingehören! Vielfältige

Beeinträchtigungen sind keine

Krankheiten und die Menschen mit diesen Beeinträchtigungen

sind keine Bittsteller um Hilfen. Sie stehen ihnen als

Menschenrecht zu und dürfen von der Gesellschaft eingefordert

werden. Denn alle Menschen wollen möglichst normal

leben, einfach dazugehören, keine Sonderstellung haben.

Das ist in unserer Gesellschaft noch nicht erreicht. Doch die

angesprochenen Gesetze und deren schrittweise Umsetzung

sollen das bewirken, was das Motto der Lebenshilfe Freising

schon seit Jahren fordert: „…damit Teilhabe gelingt“.

Und Teilhabe gelingt auch schon in den Aktionen und Veranstaltungen

der Lebenshilfe Freising, über die Sie in diesem

Heft lesen können: Teilhabe gelernt wird in unserer Beratungsstelle

Unterstützte Kommunikation, über Teilhabe diskutiert

wird in unseren Vortragsangeboten, Teilhabe macht

auch Spaß, wie im Film „Kinder der Utopie“, den die Lebenshilfe

Freising exklusiv in der Region präsentieren durfte. Teilhabe

wird erarbeitet beim sozialen Einsatz beim Projekttag der

Flughafen-Mitarbeiter oder bald während der Praktika, die

unsere Schüler der Berufsschulstufe beim Logistiker ITG absolvieren

dürfen.

Teilhabe wird auch wirklich durch unsere vielen Spender und

Förderer. Ohne sie würden wir heute nicht so dastehen, wie

wir es tun: eine Lebenshilfe für alle und mit allen Menschen in

unserer Region. Ich bedanke mich im Namen der ganzen Lebenshilfe

Freising für Ihre Großherzigkeit und Solidarität. Bleiben

Sie uns weiterhin gewogen!

Ihr

Michael Schwaiger

Geschäftsführer

Das Aktuellste zur Lebenshilfe Freising finden Sie:

AUF UNSERER HOMEPAGE:

www.lebenshilfe-fs.de

IN FACEBOOK:

www.facebook.com/lebenshilfefreising

AUF YOUTUBE:

Lebenshilfe Freising


10 Jahre

UN-Behindertenrechts-Konvention

Internationaler Vertrag hat Rechte von Menschen mit Behinderung gestärkt

Am 13. Dezember 2006 wurde sie von der Generalversammlung

der Vereinten Nationen in New York verabschiedet,

2008 ist sie in Kraft getreten: die UN-

Be hindertenrechts-Konvention, eigentlich das „Übereinkommen

über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“.

Die Konvention wurde bisher von 177

Staaten und die EU ratifiziert und ist formal ein völkerrechtlicher

Vertrag, der acht Menschenrechts-Abkommen

für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung

konkretisierte: Sie werden nicht mehr als

„krank“ betrachtet sondern als gleichberechtigte Menschen,

deren Behinderung eher von außen durch Umwelt

und Strukturen erfolgt. Die Arbeit an der Konvention

dauerte über fünf Jahre. Sie betrifft ca. 650

Millionen Menschen. Kein anderes UN-Übereinkommen

wurde bislang so schnell von so vielen Staaten

ratifiziert.

EINFACHE

SPRACHE

Vor über 10 Jahren wurden die Rechte von

Menschen mit Behinderungen auf der ganzen

Welt stärker gemacht. Die Vereinten Nationen

haben das gemacht. Dort sitzen Menschen

aus allen Ländern der Erde. Sie haben eine

Behinderten-Rechts-Konvention beschlossen.

Das ist wie ein Gesetz. Da steht drin: Überall auf

der Welt sollen Menschen mit Behinderung

dieselben Rechte haben. Behinderung soll

keine Krankheit mehr sein. Menschen mit

Behinderungen sollen die Hilfen bekommen,

die sie brauchen. Vor genau 10 Jahren hat

Deutschland gesagt: Wir halten uns auch an die

Behinderten-Rechts-Konvention.

(alle Zeichnungen: © Lebenshilfe Bremen,

Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013)

Umsetzung in Deutschland

Deutschland hat die Konvention als einer der ersten

Staaten am 30. März 2007 unterzeichnet und, nachdem

die gesetzlichen Voraussetzungen mit dem Ratifizierungsgesetz

am 1. Januar 2009 geschaffen wurden,

am 24. Februar 2009 mit Hinterlegung der Ratifikationsurkunde

in New York ratifiziert. Seit dem 26. März

2009 sind Konvention und Zusatzprotokoll für

Deutschland verbindlich.

In Deutschland sind entsprechend der Konvention drei

Anlaufstellen eingerichtet:

• das Bundesministerium für Arbeit und Soziales,

• der Bundesbehindertenbeauftragte und

• das Deutsche Institut für Menschenrechte als

Monitoring-Stelle.

„Ein gesellschaftlicher Wandel ist damit vorgezeichnet. Dieser

Wandel ist von klaren Zielen bestimmt: Dabei geht es um Teilhabe,

Selbstbestimmung und uneingeschränkte Gleichstellung. Es

geht um das Ziel, alle Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, ihr

Leben selbstbestimmt nach den eigenen Vorstellungen und

Wünschen führen zu können. Und es geht um Politik, die die berechtigten

Ansprüche und die Rechte der behinderten Bürgerinnen

und Bürger in den Mittelpunkt stellt.“

(Internetseite, Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 3


Bundesregierung: Aufgaben erfüllt!

Zur Umsetzung der Behindertenrechts-Konvention hat

die Bundesregierung 2011 und 2016 einen Nationalen

Aktionsplan aufgelegt, in denen sowohl eine Gesamtstrategie

zur Umsetzung der Konvention enthalten

ist, wie auch 175 Maßnahmen aller Bundesministerien.

Dazu zählen beschäftigungspolitische

Maßnahmen, ein einheitliches Kennzeichnungssystem

für barrierefreien Tourismus oder die Förderung des

Behindertensports. Der Behinderungsbegriff wurde an

die Konvention angepasst, das Behindertengleichstellungsgesetz

weiterentwickelt, eine Schlichtungsstelle

beim Bundesbehindertenbeauftragten eingerichtet.

Vor allem mit der Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes

wurden mehr Möglichkeiten der Teilhabe

und mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen

geschaffen. Menschen mit Behinderungen,

die Eingliederungshilfe beziehen, können mehr von

ihrem Einkommen und Vermögen behalten.

Bundessozialminister Hubertus Heil:

„Ich möchte mit den Menschen, die sich in unserem Land für die

Umsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention engagieren,

gemeinsam auf das Erreichte zurückblicken, aber auch nach

vorne schauen. Das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechts-

Konvention in Deutschland vor zehn Jahren war ein Meilenstein

für die Rechte der Menschen mit Behinderungen, aber lange

noch kein Schlussstein. Ich möchte mich in dieser Legislaturperiode

auf Barrierefreiheit, Arbeit und eine inklusive Demokratie

konzentrieren. Und dabei auch künftig bei allen Maßnahmen

Menschen mit Behinderungen von Anfang an einbeziehen.

Getreu dem Motto: „Nichts über uns ohne uns“.

Monitoring-Stelle: Miteinander

von Menschen mit und ohne

Behinderung immer

noch nicht der

Normalfall

Das Deutsche Institut für

Menschenrechte ist die

unabhängige Nationale

Menschenrechts-Institution

Deutschlands.

Das Institut ist mit dem Monitoring

der Umsetzung der

UN-Behindertenrechts-

Konvention betraut. Es soll

die Rechte von Menschen mit

Behinderungen fördern, schützen und die Umsetzung

der Konvention in Deutschland überwachen.

Zum 10-jährigen Jubiläum des Inkrafttretens der

Konvention in Deutschland lobt das Institut, dass Vieles

seitdem auf den Weg gebracht wurde, um Menschen

mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben

und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Doch

auch 2019 sei Deutschland noch keine inklusive Gesellschaft,

sagt Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-

Stelle:

„Es ist in den letzten zehn Jahren allerdings nicht gelungen,

das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen

zum Normalfall und Sondereinrichtungen wie

Förderschulen, Werkstätten und Wohneinrichtungen für

Menschen mit Behinderungen überflüssig zu machen.

Zentrale Aufgabe der nächsten Jahre ist es, die strukturell

angelegte Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen

abzubauen. Erst wenn jeder Mensch von Anfang an

und unabhängig von Art und Schwere einer Beeinträchtigung

gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben

kann, ist Inklusion erreicht“. Inklusion komme nicht nur

den Menschen mit Behinderungen, sondern allen zugute.

Sie sei Ausdruck der Wertschätzung menschlicher

Vielfalt.

Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland

rund 9,4 Prozent der Bevölkerung, also 7,8 Millionen

Menschen, amtlich als schwerbehindert anerkannt. Zu

den Menschen mit Behinderungen zählen nach der

UN-Konvention auch Personen mit langfristigen chronischen

Erkrankungen, psychosozialen oder anderen

Beeinträchtigungen, deren Teilhabechancen aufgrund

gesellschaftlicher Barrieren reduziert sind. Legt man

diesen Behinderungsbegriff zugrunde, erhöht sich der

Anteil an Menschen mit Behinderungen an der Gesamtbevölkerung

nach Angaben des ersten Teilhabeberichts

der Bundesregierung auf bis zu 25 Prozent.

Ausblick: Was ist zu tun?

Trotz der unbestreitbar großen Erfolge oder gerade

wegen ihnen ist einer Stagnation oder gar Umkehr der

Inklusionsdynamik entgegenzuwirken. In den Bereichen

Wohnen und Arbeit ist aller Inklusionsrhetorik

und allen Bemühungen zum Trotz im Bundesdurchschnitt

keine deutliche Abnahme von Exklusion zu verzeichnen

– bei großen regionalen Unterschieden. 2017

lebten im Bundesdurchschnitt mehr Menschen mit

Behinderungen in stationären Wohneinrichtungen als

2009, auch die Zahl der Werkstattbeschäftigten hat

sich stetig erhöht. Das ist besorgniserregend und steht

4 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


im klaren Widerspruch zur Zielsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention.

Im Bildungsbereich ist die sogenannte Exklusionsquote,

die den Anteil der SchülerInnen außerhalb des

allgemeinen Schulsystems erfasst, im Bundesdurchschnitt

nicht nennenswert gesunken und in drei Bundesländern

sogar gestiegen. Die Förderung von SchülerInnen

mit Förderbedarf findet also fast unvermindert

in Sondereinrichtungen statt. Auch das ist mit der Konvention

nicht in Einklang zu bringen. Diese Entwicklungen

gilt es umzukehren, beispielsweise für den

Wohnbereich durch eine akteursübergreifende Strategie

der Deinstitutionalisierung, für die Werkstätten

durch eine schrittweise Angleichung an sozialversicherungspflichtige

Arbeitsverhältnisse und für den Bereich

der inklusiven Schule dadurch, dass der Bund die

Länder ähnlich wie beim „Digitalpakt“, auf den sich

Bund und Länder Ende Februar 2019 geeinigt haben,

beim Aufbau eines inklusiven Schulsystems unterstützt

– mit einem „Pakt für Inklusion“.

Klares Bekenntnis zur inklusiven Gesellschaft

Lebenshilfe Bayern zu 10 Jahren UN-Behindertenrechts-Konvention

Ein klares Bekenntnis zu einer inklusiven Gesellschaft,

ausreichende finanzielle Mittel und die gleichberechtigte

Beteiligung von Menschen mit Behinderungen –

das fordert der Lebenshilfe-Landesverband Bayern bei

der weiteren Umsetzung der UN-Behinderten-Rechts-

Konvention, die seit 10 Jahren auch in Deutschland in

Kraft ist. Ziel sei es, dass Inklusion von Kindesbeinen an

selbstverständlich wird.

Dahin ist es aber noch ein weiter Weg, so der Verband

in einer Stellungnahme anlässlich der Anhörung

im Sozialpolitischen Ausschuss des Bayerischen Landtages

am 6. Juni in München. In dem Papier nimmt die

Lebenshilfe Bayern verschiedene Lebensbereiche wie

Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit sowohl aus fachlicher

als auch aus Sicht von Menschen mit Behinderungen

kritisch unter die Lupe. Ein erstes Fazit: Die

bisherige Umsetzung der Konvention hat die Lebenssituation

von Menschen mit Behinderungen in bestimmten

Bereichen verbessert. So sind immer mehr

öffentliche Gebäude oder Verkehrsmittel barrierefrei

zugänglich. In Kitas und Schulen, beim Wohnen, im Arbeitsbereich

oder auch beim Sport fehlt es aber meist

weiterhin an ausreichend Personal und Geld, damit in-

EINFACHE

SPRACHE

Die Lebenshilfe in Bayern sagt: Alle sollen für

eine inklusive Gesellschaft sein, also für das

ganz normale Miteinander von Menschen mit

und ohne Behinderung. Damit das erreicht

werden kann, braucht man Geld. Die Lebenshilfe

will dabei ihren Rat geben. Und sie will

genau hinschauen, ob Menschen mit Behinderung

überall dabei sein können.

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 5


klusive Angebote und ein selbstverständliches Miteinander

möglich sind.

Stellungnahmen zu einzelnen Themenkomplexen:

Die komplexe Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes

stellt alle Beteiligten vor immense Herausforderungen.

Verunsicherte und überforderte Menschen mit

Behinderungen und deren Angehörige und Betreuer

brauchen viel Unterstützung der Selbsthilfe- und Interessensverbände.

Selbstvertreter brauchen mehr Unterstützung

in den Gremien des Bayerischen Teilhabegesetzes.

Derzeit werden Assistenzdienste noch von

den jeweiligen Verbänden getragen. Hier müsste entsprechende

Unterstützung staatlicherseits zur Verfügung

gestellt werden.

Menschen mit Behinderungen brauchen mehr

Förderung für die Teilhabe am Arbeitsleben.

Im April 2019 lag die allgemeine Arbeitslosenquote

in Bayern bei 2,8 %. Von der

guten Arbeitsmarktlage profitieren auch

Menschen mit Behinderungen, jedoch

nicht so stark wie andere Personengruppen.

Im April 2019 waren 20.555

schwerbehinderte Menschen in Bayern

arbeitslos gemeldet. Mehr als 60 % der Arbeitgeber

kamen 2017 ihrer Pflicht nicht

oder nicht ausreichend nach, schwerbehinderte

Menschen zu beschäftigen.

hohem Unterstützungsbedarf und müssen erhalten

bleiben. Gleichzeitig sollen auch Menschen mit hohem

Unterstützungsbedarf zwischen Betreuung in Tagesförderstätten

und der Teilhabe am Arbeitsleben wählen

können.

Das Budget für Arbeit muss bekannter gemacht werden.

Seit 2018 steht allen Menschen mit Behinderungen,

die Anspruch auf Leistungen im Arbeitsbereich

der Werkstatt haben, die Möglichkeit eines „Budgets

für Arbeit“ offen. Es umfasst einen Lohnkostenzuschuss

an den Arbeitgeber zum Ausgleich der Leistungsminderung

der beschäftigten Person sowie die

Aufwendungen für die wegen der Behinderung erforderliche

Anleitung und Begleitung. Bayern hat den

bundesweit geltenden maximalen Lohnkostenzuschuss

durch Landesrecht um 20 % erhöht. Bisher gibt

es allerdings nur sehr wenige Budgets für Arbeit: Laut

Bayerischem Bezirketag wurden gerade einmal 18

Budgets bis Mitte Mai 2019 in Anspruch genommen.

Mehr Wahlmöglichkeit bei Werkstätten für Menschen

mit Behinderungen nötig. Ende 2018 waren in

den bayerischen Werkstätten 33.848 Menschen mit Behinderungen

im Arbeitsbereich beschäftigt und 3.280

nahmen am Eingangsverfahren bzw. Berufsbildungsbereich

teil. Die Lebenshilfe Bayern stimmt mit der

Staatsregierung überein, dass Inklusion die Werkstätten

nicht in Frage stellt. Ziel sollte es jedoch weiterhin

sein, dass Menschen mit Behinderungen wählen können,

ob sie in der Werkstatt oder mit den notwendigen

Unterstützungsmaßnahmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

arbeiten.

Bessere Betreuung in Kindertageseinrichtungen

notwendig. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz

hat einen deutlichen Ausbau an Kita-Plätzen in Bayern

befördert, auch die Zahl der integrativen Einrichtungen

und der betreuten Kinder mit Behinderungen

wurden deutlich erhöht. Dennoch besteht weiterhin

erheblicher Verbesserungsbedarf bei der Betreuungsqualität.

So müssen fachliche, personelle und räumliche

Qualitätsstandards klar definiert sein. Große Probleme

stellen zudem der Fachkräftemangel und die

anspruchsvollen Förderbedarfe der Kinder dar.

Mehr Teilhabe am Arbeitsleben bei Förderstätten gefordert.

Menschen mit schwersten und mehrfachen

Behinderungen haben weiterhin keinen Zugang zur

Teilhabe am Arbeitsleben. Die Förderstätten sind wie

die Werkstätten ein gutes Angebot für Menschen mit

Schulische Inklusion weiterhin fördern! Schulen mit

dem Profil Inklusion setzen dieses insbesondere in

Form von Partnerklassen um. Die erforderlichen Ressourcen

werden in Form von Stundenzuweisungen refinanziert.

Ihr Wegfall bedeutet, dass viele Lehrkräfte

6 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


diese Leistungen quasi „ehrenamtlich“ zur Verfügung

stellen müssen. Auch Gelder für dringend notwendige

Pflegekräfte sollen eingespart werden. Dies ist in keiner

Weise akzeptabel. Schulische Inklusion ist nicht

zum Nulltarif umzusetzen!

Mehr inklusiver und barrierefreier Wohnraum zu bezahlbaren

Preisen ist eine der Hauptvoraussetzungen

für gelebte Inklusion im (Wohn-)Alltag. Wichtig dafür

ist der Abbau der „Barrieren in den Köpfen“ von Vermietern

und Nachbarschaft.

die hohen Anforderungen an Kommunikationsfähigkeit

weiter zunehmen. In Einrichtungen, Ämtern und

Behörden sowie in der Gesellschaft generell sollen

Menschen mit schweren

Kommunikationsbeeinträchtigungen

besser beteiligt werden.

Hierfür sind flächendeckend

entsprechende

Fachstellen zur

Unterstützten Kommunikation

unabdingbar.

Betreuungsvereine werden besser gefördert. Im

Doppelhaushalt 2019/2020 wurden die Mittel für die

Querschnittsarbeit der bayerischen Betreuungsvereine

von 1,5 auf 3 Millionen Euro angehoben. Dies ist ein

wichtiger Schritt hin zu einem bedarfsgerechten Ausbau

dieses wichtigen Unterstützungs- und Beratungssystem

für ehrenamtliche rechtliche Betreuerinnen

und Betreuer.

Beratungs- und Unterstützungsangebote muss ausgebaut

werden. Die aktuelle Personalausstattung von

1 Fachkraft für 50.000 Einwohner muss dringend angehoben

werden. Zudem muss die Zusammenarbeit der

Eingliederungshilfe mit bestehenden Angeboten im

Sozialraum (Jugendarbeit, allgemeine Erwachsenenbildung,

Vereine) stärker gefördert werden. So wird

Inklusion durch Begegnungen möglich. Die Ergänzenden

Unabhängigen Teilhabe-Beratungs-(EUTB)-

Stellen stellen ein wichtiges ergänzendes Angebot dar,

durch die weitere Personengruppen erreicht werden

können.

Ausbau der unterstützten Kommunikation dringend

nötig. Mit dem Bundesteilhabegesetz und der zunehmenden

Personenzentrierung der Leistungen werden

Fazit: Um die UN-Behindertenrechts-Konvention in Bayern

umzusetzen, ist ein Gesamtkonzept für die Behindertenhilfe

mit einem konkreten „Fahrplan“ erforderlich. Der Aktionsplan

der Bayerischen Staatsregierung ist ein maßgebliches Instrument,

um die abstrakten Anforderungen der Konvention auf

die Lebenswirklichkeit in Bayern herunterzubrechen. Auch

wenn einige Fortschritte schon zu verzeichnen sind, so bleibt

doch noch sehr viel zu tun.

Dabei ist eine enge Zusammenarbeit aller an diesem Prozess

Beteiligten erforderlich. Nachhaltige Erfolge lassen sich

nur erzielen, wenn der Staat sich klar zu den Zielen einer inklusiven

Gesellschaft bekennt, entsprechend klare Vorgaben

macht und konkrete Maßnahmen ergreift. Dafür müssen

auch die entsprechenden finanziellen Mittel bereitgestellt

werden. Die Betroffenen selbst und ihre Selbsthilfe- und Interessenverbände

müssen weiterhin dauerhaft und intensiv bei

der Umsetzung der UN-Konvention in Bayern eingebunden

und beteiligt werden.

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 7


Was uns persönlich wichtig ist

SelbstvertreterInnen beurteilen 10 Jahre UN-Behindertenrechts-Konvention

Im Jahr 2015 hat der Lebenshilfe-Landesverband Bayern

zehn erwachsene Menschen mit Behinderungen

zum Landes-Ausschuss „Selbstvertreterinnen und

Selbstvertreter“ berufen. Der Ausschuss berät den Landesverband

in allen Belangen von Menschen mit Behinderungen.

Seine Aufgaben sind u.a. Meinungsbildung,

Austausch und Information zu aktuellen

Entwicklungen, Aufgreifen von grundlegenden Problem-

und Fragestellungen, Abfragen zu bestimmten

Themen, Mitarbeit bei Fachtagungen, Veranstaltungen

und öffentlichen Terminen. Von der Lebenshilfe Freising

ist Vorstandsmitglied Manuela Mühlhammer

(Foto 2. v. r.) von Beginn an dabei.

Zum Thema „10 Jahre UN-Behindertenrechts-Konvention“

hat der Ausschuss auf der Grundlage seines

„Aktions-Plan von Bayern“ (in leichter Sprache vom Februar

2013) zehn Anmerkungen verfasst:

EINFACHE

SPRACHE

Selbst-Vertreter sind Menschen mit Behinderung,

die selbst für sich sprechen wollen. Sie

wollen selbst sagen, was sie brauchen. Bei der

Lebenshilfe in Bayern treffen sich dafür Menschen

mit Behinderung aus ganz Bayern. Aus

Freising macht Frau Manuela Mühlhammer mit.

Die Selbst-Vertreter haben aufgeschrieben, wo

es noch Probleme gibt.

1. Bewusstseins-Bildung der Gesellschaft

• In den letzten Jahren fanden einige große Veranstaltungen

statt, um Menschen mit und ohne Behinderungen

zusammen zu bringen. (z. B.: von der Bayerischen

Behindertenbeauftragen „Nur mit Dir“ in

Nürnberg, vom Bezirk Oberbayern, u. a. „Zamma“ in

Freising).

• Die regionalen/örtlichen Behindertenbeauftragten

erscheinen auch mehr z.B. in Zeitungen, bei Veranstaltungen.

• In Zeitungen, im Radio oder Fernsehen wird immer

wieder über „Inklusion“ oder Menschen mit Behinderungen

berichtet – allerdings: schwer zu sagen, ob

das häufiger als vor 2013 stattfindet.

• In Ämtern oder anderen

öffentlichen Stellen

liegen vermehrt

Broschüren für Menschen

mit Behinderungen

aus. Deutlich

mehr als früher gibt

es Broschüren zu verschiedenen

Themen

in leichter oder einfacher

Sprache.

8 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


• Kinder sollen gemeinsam aufwachsen: Neben Integrations-Kindergärten

gibt es nach Ansicht der Selbstvertreterinnen

und Selbstvertreter kaum Einrichtungen

oder Schulen, wo Kinder mit und ohne

Behinderungen gemeinsam aufwachsen.

2. Teilhabe am Arbeitsleben

• Berufsausbildung: Es besteht große Sorge, dass in

Förderschulen nur der Weg in die Werkstätten für behinderte

Menschen (WfbM) vorbereitet wird: Wichtig

ist hier, beide Möglichkeiten (auch den allgemeinen

Arbeitsmarkt) in den Blick zu nehmen. Toll ist

das Angebot Übergang Förderschule-Beruf!

• Andererseits besteht auch große Sorge, wenn der

Blick nur auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gerichtet

wird: Viele Menschen mit geistiger Behinderung

oder psychischen Beeinträchtigungen suchen bewusst

den „beschützenden“ Rahmen der Werkstatt.

Hier geht es nicht darum, dass sie dort sind, weil sie

keine Alter nativen kennen:

Sie sind am allgemeinen

Arbeitsmarkt

überfordert.

4. Ältere Menschen mit Behinderungen

• In Wohnheimen, in denen Menschen mit Behinderungen

oft viele Jahre leben, gibt es immer häufiger

auch Sterbebegleitung. Als „toll“ werden die Kontakte

mit Personal aus dem Hospiz-Vereinen beschrieben,

die ins Wohnheim kommen und dem Personal

dort helfen.

• Trotzdem besteht nach wie vor Verunsicherung:

Darf ich im Wohnheim

bleiben bis zu meinem Tod oder

muss ich in ein Pflegeheim? Das

wird als sehr belastend empfunden.

• Den Übergang ins Rentnerdasein

erleben Menschen mit Behinderungen

sehr unterschiedlich: Schlimm ist

es, wenn sie gar nicht darauf vorbereitet

werden und von heute auf morgen

zuhause bleiben müssen. Problematisch

kann es aber auch sein, eine

Tagesstätte für Seniorinnen und Senioren

zu besuchen: Oft ist es so, dass sie

dann ebenso früh aufstehen müssen wie zu Zeiten

ihres Arbeitslebens, um vom Fahrdienst in die Tagesstätte

gebracht zu werden. Hier soll es mehr Flexibilität

und Wahlmöglichkeiten geben.

3. Frauen und Mädchen mit Behinderungen

• Schutz vor Gewalt/Missbrauch: In Werkstätten oder

vereinzelt Wohnheimen gibt es Frauenbeauftragte.

Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Es

muss nur noch richtig anlaufen: Das fachliche Wissen

und das Selbstverständnis der Beauftragten

lassen noch zu wünschen

übrig.

• Informationen in leichter Sprache

liegen immer häufiger an öffentlichen

Stellen zum Thema „Nein sagen“,

etc. aus.

• Selbstverteidigungskurse für Frauen

und Mädchen mit Behinderungen

werden allerdings noch sehr

selten z.B. bei Volkshochschulen

oder in Werkstätten angeboten.

5. Ambulante Leistungen

• Welche „neuen Regeln, damit die Qualität stimmt“,

gibt es im Zusammenhang mit ambulanten Diensten?

Das Ministerium gibt dafür Geld, heißt es. Die

Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter wissen darüber

aber nichts.

6. Barrierefreiheit

• In öffentlichen Gebäuden gibt es sehr viel mehr Aufzüge

und Rampen.

• In öffentlichen Gebäuden gibt es leider meist keine

barrierefreien Beschriftungen, Piktogramme oder

Farb-Leitsysteme: Wie kommt man dahin, wo man

hin möchte?

• Die Zahl-Automaten in manchen Ämtern sind sehr

schwer zu bedienen.

• In Hotels, Gaststätten oder Cafés ist Barrierefreiheit

noch immer ein Fremdwort: Eingänge, Toiletten, etc.

sind immer noch meistens schwer zugänglich; Duschen

sind oft gar nicht benutzbar.

• Barrierefreier Wohnraum ist noch immer eine Seltenheit,

wie bezahlbarer Wohnraum überhaupt.

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 9


• Gelder für barrierefreien Umbau gibt es. Man muss

aber trotzdem genug eigenes Geld haben, um manche

Umbauten bezahlen zu können.

• Öffentlicher Nahverkehr: Die Selbstvertreterinnen

und Selbstvertreter haben täglich damit zu tun und

sind der Ansicht, dass es hier noch großen Verbesserungsbedarf

gibt, gerade was den S-Bahn- und Nahverkehr

angeht: Es gibt zu große Distanzen zwischen

Bahnsteig und Zugeinstieg, es gibt keine Möglichkeiten,

um auf manche Bahnsteige zu gelangen, verabredete

Umstiegshilfen sind nicht zur Stelle, etc.

• Andererseits ist erkennbar, dass in/an vielen Bahnhöfen

umgebaut wird. In vielen Städten werden geeignete

Busse eingesetzt, die sich absenken oder

Rampen vorhalten.

• Nach wie vor sind gute Beschilderungen oder akustische

Signale außerhalb der Fahrzeuge eher selten.

• Verständigung: Den Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern

sind im Bayerischen Rundfunk (TV) keine

Sendungen bekannt, die für Menschen mit Hörbehinderung

geeignet sind (Gebärdendolmetscher).

• Sport: Special Olympics sind eine sehr gute Sache.

Leider gibt es aber zu wenig Sportveranstaltungen

für Menschen mit und ohne Behinderungen.

7. Selbstständig leben und entscheiden

• Das Persönliche Budget soll bekannter werden: Die

Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter kennen

keine Kampagnen oder Empfehlungen oder Beratung

in diese Richtung.

• Es ist toll, dass Menschen mit Behinderungen (auch

mit geistiger Behinderung) jetzt an der Entwicklung

des Instruments zur Bedarfsermittlung beteiligt

sind. Der Ausschuss bekommt immer wieder Aufträge

von der LAG Selbsthilfe dazu, die bearbeitet und

eingebracht werden.

• Parkplätze: Es scheint so, als würden mehr Behindertenparkplätze

ausgewiesen als vorher.

8. Gesundheit

• Krankenhäuser: Nach wie vor erleben Menschen mit

geistiger Behinderung und ihre Eltern oder Assistenzen,

dass es bei Krankenhaus-Aufenthalten ganz

schwierig ist: Das Personal kennt sich mit behinderten

Menschen nicht aus, man wird vielleicht gar

nicht aufgenommen oder ganz schnell wieder entlassen.

Da ist noch viel zu tun. Dann hätten die Menschen

mit Behinderungen vielleicht auch nicht so

viel Angst vor den Krankenhäusern.

>> Selbstvertreterinnen aus der Lebenshilfe Freising beim Sommerempfang des Bayerischen Landtags im Schloss

Schleißheim am 17. Juli 2019: Manuela Mühlhammer (im blauen Dirndl), Selbstvertreterin im Vorstand, und Michaela

Schwallach (in rot), Selbstvertreterin im Werkstattrat der Isar Sempt Werkstätten GmbH Freising und Erding, waren

Gäste zusammen mit der Lebenshilfe-Vorsitzenden Monika Haslberger und Geschäftsführer Michael Schwaiger.

Sie trafen dabei auch den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder (rechtes Bild, Mitte). Herzlichen Dank

für die Einladung durch den Abgeordneten Johannes Becher MdL (linkes Bild, Mitte) aus Moosburg.

10 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


9. Gleiche Rechte vor Gericht

• Ob es Schulungen für Betreuungs-Richter gibt, können

die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter

nicht sagen. Sie berichten aber von Personen die seit

vielen Jahren keine Anhörung zur Überprüfung und

Notwendigkeit ihrer rechtlichen Betreuung mehr

hatten.

• Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

hat im Februar 2019 eine Veranstaltung

zum Thema „Selbstbestimmung und Qualität im Betreuungsrecht“

für Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter

angeboten. Zwei Mitglieder des Landesausschusses

der Lebenshilfe waren dazu eingeladen.

10. Schutz durch die Polizei

• Die Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter berichten

von gelegentlichen Kontakten bei Verkehrssicherheitstraining

in Werkstätten oder in Schulen.

Übersicht: Bundesteilhabegesetz in Bayern

Zahlreiche Sonderregeln gibt es für Menschen mit Behinderung in Bayern

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) heißt eigentlich

„Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung

von Menschen mit Behinderungen“. Es tritt in

vier Stufen in Kraft, vom 1. Januar 2017 bis zum 1. Januar

2023. Folgende Stufen stehen noch aus:

Reformstufe 3 (ab 1. Januar 2020)

• Einführung Sozialgesetzbuch (SGB) IX, Teil 2 (Eingliederungshilferecht)

• Trennung der Fachleistungen der Eingliederungshilfe

von den existenzsichernden Leistungen

• Zweite Stufe bei Verbesserungen in der Einkommens-

und Vermögensheranziehung: Der Vermögensfreibetrag

steigt auf rund 50.000 Euro. Partnereinkommen

und -vermögen wird nicht mehr

herangezogen.

Reformstufe 4 (ab 1. Januar 2023)

• Neubestimmung des leistungsberechtigten Personenkreises

in der Eingliederungshilfe (Artikel 25a

BTHG, § 99 SGB IX)

Das Bundesteilhabegesetz soll mit seinen umfangreichen

Rechtsänderungen dazu beitragen, Menschen

mit Behinderungen eine möglichst volle und wirksame

Teilhabe in allen Bereichen für eine selbstbestimmte

Lebensführung zu ermöglichen. Hierfür wird die Eingliederungshilfe

aus dem in Deutschland historisch

gewachsenen Fürsorgesystem herausgeführt und zu

einem modernen Teilhaberecht weiterentwickelt. Auf-

EINFACHE

SPRACHE

Seit über 2 Jahren gibt es in Deutschland das

Bundes-Teilhabe-Gesetz. Das Gesetz bestimmt:

Menschen mit Behinderung sollen noch viel

mehr überall dabei sein. Darauf haben sie ein

Recht. Sie müssen nicht darum bitten. Dazu

müssen aber viele Gesetze geändert werden.

In Bayern gibt es dafür das Bayerische Teilhabe-

Gesetz.

gabe der Leistungsträger und Leistungserbringer ist es

jetzt, die komplexen Neuregelungen in die Praxis umzusetzen.

Eine Bilanz nach über 800 Tagen Bundesteilhabegesetz

zeigt: Es gibt viele unterschiedliche Herangehensweisen,

um das historisch gewachsene,

komplexe deutsche Fürsorgesystem in ein modernes

und individuelles Teilhaberecht umzubauen.

Für Bayern gelten folgende

Sonderregelungen:

Bayerisches Teilhabegesetz II ab 2020

Das Bayerische Teilhabegesetz I (BayTHG I) ist am 17.

Januar 2018 in Kraft getreten. Zur Umsetzung der zum

1. Januar 2020 in Kraft tretenden Regelungen des Bun-

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 11


desteilhabegesetzes wird es ein Bayerisches Teilhabegesetz

II (BayTHG II) geben.

Bezirke bleiben Träger

der Eingliederungshilfe

Die Bezirke bleiben wie bisher Träger

der Eingliederungshilfe (in vielen anderen

Bundesländern sind Städte und Landkreise

die Träger). Darüber hinaus sind sie jetzt

voll zuständig für ambulante und (teil-)stationäre

Leistungen der Hilfe zur Pflege und für ergänzende

existenzsichernde Leistungen.

Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsprüfungen

Bayern macht von der in § 128 Abs. 1 Satz 3 SGB IX eingeräumten

Befugnis Gebrauch, anlasslose Qualitätsprüfungen

einschließlich der Wirksamkeit bei den

Leistungs erbringern ein zuführen (§ 1 Art. 66b Abs. 3

BayTHG I).

LAG Selbsthilfe ist Interessenvertretung der Menschen

mit Behinderungen

Als maßgebliche Interessenvertretung der Menschen

mit Behinderungen zur Mitwirkung an den Rahmenverträgen

wurde die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. bestimmt

(§ 1 Art. 66c BayTHG I).

Kontakt: LAG SELBSTHILFE Bayern e.V.

Orleansplatz 3, 81667 München

Tel.: 089 / 45 99 24-0, Fax: 089 / 45 99 24-13

E-Mail: post@lag-selbsthilfe-bayern.de

Internet: www.lag-selbsthilfe-bayern.de

Schiedsstelle

Bei der Regierung von Niederbayern besteht eine

Schiedsstelle nach § 133 SGB IX. Die LAG

Selbsthilfe Bayern e.V. vertritt die Interessen

der Menschen mit Behinderungen

bei den Schiedsverfahren. Den Interessenvertretern

(u.a. Lebenshilfe

Landesverband Bayern) kommt

im Schiedsverfahren eine beratende

Funktion zu. Die Amtsperiode

beträgt drei Jahre (§ 3 BayTHG I).

Instrument zur Bedarfsermittlung

Im BayTHG I erfolgt noch keine Bestimmung des zukünftigen

Instruments zur Bedarfsermittlung. Eine Arbeitsgruppe

hat im März 2018 die Arbeit aufgenommen,

die das zukünftige Bedarfsermittlungsinstrument

bestimmen und weiterentwickeln sowie die Anwendung

begleiten soll (§§ 99, 99a BayTHG I).

Budget für Arbeit

Der maximale Zahlbetrag des Budgets für Arbeit wurde

für Bayern von 40 auf 48% der monatlichen Bezugsgröße

nach § 18 Abs. 1 SGB IV erhöht (§ 1 Art. 66b Abs.

2 BayTHG I). Damit wird die Höhe des Lohnkostenzuschusses

so ausgestaltet, dass sie den durchschnittlichen

Kosten eines Platzes in einer Werkstatt für behinderte

Menschen in Bayern entspricht.

Zur Umsetzung des Budgets für Arbeit wurde eine

landesweite Rahmenvereinbarung zwischen dem Bayerischen

Bezirketag, dem Bayerischen Staatsministerium

für Familie, Arbeit und Soziales sowie dem Inklusionsamt

beim Zentrum Bayern Familie und Soziales

geschlossen, die zum 1. Oktober 2018 in Kraft getreten

ist. Die Rahmenvereinbarungen dient der Zusammenarbeit

zwischen den Bezirken, die als Träger der Eingliederungshilfe

für den Lohnkostenzuschuss des Budgets

für Arbeit zuständig sind, und den

Inklusionsämtern, die die Kosten der Anleitung und

Betreuung am Arbeitsplatz bei Vorliegen einer anerkannten

Schwerbehinderung oder einer Gleichstellung

übernehmen.

12 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


Rechtliche Betreuer stärken

Gesetz verbessert Vergütungssystem für rechtliche Berufsbetreuer

Gerichtlich bestellte Betreuerinnen und Betreuer übernehmen

die rechtliche Betreuung von Personen, die

aufgrund von körperlichen, geistigen, psychischen

oder seelischen Beeinträchtigungen nicht in der Lage

sind, ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise selbstständig

zu regeln. Die kommunalen Betreuungsbehörden

und Amtsgerichte stellen einen Betreuungsbedarf

fest und setzen einen Betreuer ein, wenn möglich aus

dem persönlichen Umfeld. Ist dies aus verschiedenen

Gründen nicht möglich, werden Berufsbetreuerinnen

und -betreuer oder Vereinsbetreuer von den Amtsgerichten

bestellt.

EINFACHE

SPRACHE

Berufs-Betreuer unterstützen volljährige

Menschen mit Behinderung in rechtlichen

Angelegenheiten. Zum Beispiel, wenn sie ein

Formular für eine Behörde ausfüllen müssen.

Diese Betreuer erhalten jetzt mehr Geld.

Das findet die Bundes-Vereinigung Lebenshilfe

gut. Aber es muss noch mehr Verbesserungen

geben.

Derzeit werden rund 1,3 Millionen Menschen rechtlich

betreut. Hiervon werden zirka 45 Prozent von den

12.000 Berufs- und Vereinsbetreuern geführt. Im

Durchschnitt hat jeder selbstständige Berufsbetreuer

39 und jeder Vereinsbetreuer 32 Betreuungen. Die Lebenshilfe

hat bundesweit mehr als 80 Betreuungsvereine,

die Betreuer beraten und auch Menschen mit

Behinderung betreuen.

Zum 27. Juli 2019 trat das „Gesetz zur Anpassung der

Betreuer- und Vormündervergütung“ in Kraft: Die Vergütung

der beruflichen Betreuer wird um durchschnittlich

17 Prozent erhöht. Vor allem in der ersten

Zeit der rechtlichen Betreuung werden Berufsbetreuer

besser vergütet. Das bisherige Vergütungssystem bestehend

aus der Kombination von Stundensatz und zu

vergütendem Zeitaufwand wird durch ein Fallpau-

schalen-System abgelöst. Die Höhe der einzelnen Fallpauschale,

die Berufsbetreuer für eine rechtliche Betreuung

erhalten, richtet sich nach der Dauer der

Betreuung, dem gewöhnlichen Aufenthalt und dem

Vermögensstatus der rechtlich betreuten Person. Innerhalb

der nächsten vier Jahre wird überprüft, ob die

festgesetzten Fallpauschalen angemessen sind, um

den Aufwand der rechtlichen Berufsbetreuer abzudecken.

Dazu sagte Ulla Schmidt MdB, die Bundesvorsitzende

der Lebenshilfe: „Das war höchste Eisenbahn. Betreuungsvereine

und Betreuungsbüros sind finanziell ausgeblutet,

manche mussten bereits schließen. Die Erhöhung

der Vergütung nach so langer Zeit kann aber nur ein erster

Schritt sein. Wir müssen die so wichtige Arbeit der beruflichen

Betreuerinnen und Betreuer dauerhaft auf sichere

Füße stellen. Wer die gesellschaftliche Teilhabe von

Menschen mit Behinderung will, darf nicht an ihren Unterstützern

sparen.“

HAUPTSACHE – DAS THEMA // 13


Inklusive Gesellschaft als Geburtstagswunsch

Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt feierte 70. Geburtstag

EINFACHE

SPRACHE

© Ulla Schmidt

Frau Ulla Schmidt ist Bundes-Vorsitzende der

Lebenshilfe in Deutschland. Sie spricht für alle

Lebenshilfen. Sie war auch schon Bundes-

Ministerin für Gesundheit. Und Sie war Vize-

Präsidentin des Bundestags. Deshalb kennen viele

Menschen Frau Schmidt. Ulla Schmidt ist jetzt 70

Jahre alt geworden. Ihr Wunsch zum Geburtstag

war: Alle Menschen mit Behinderung sollen

überall ganz normal dazu gehören. Sie sollen über

alles selbst entscheiden können. Vielen Dank für

Ihre Arbeit für Menschen mit Behinderung, Frau

Schmidt! Alles Gute zum Geburtstag!

Ulla Schmidt, Bundestagsabgeordnete und Bundesvorsitzende

der Lebenshilfe, wurde am 13. Juni 2019

70 Jahre alt. Zu ihrem Geburtstag wünschte sie sich vor

allem mehr Investitionen in eine inklusive Gesellschaft.

Die frühere Bundesgesundheitsministerin und studierte

Sonderpädagogin nannte an erster Stelle den gemeinsamen

Unterricht von Kindern mit und ohne

Behinderung: „Unsere Schulen finden den Inklusionsgedanken

grundsätzlich richtig, werden aber mit dem Veränderungsprozess

völlig allein gelassen. Die Kultusminister

der Länder müssen endlich Geld für ausreichendes

Personal, für die Aus- und Weiterbildung der Lehrer und

für barrierefreie Klassenräume zur Verfügung stellen“.

Seit dem 22. September 2012 steht die in Aachen geborene

Politikerin an der Spitze der Lebenshilfe mit

bundesweit rund 500 örtlichen Vereinigungen und

mehr als 123.000 Mitgliedern. Sie setzt sich mit aller

Kraft für die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderung

ein, wie sie in der UN-Behindertenrechts-Konvention

verankert ist. So hat Ulla Schmidt maßgeblich am

Bundesteilhabegesetz mitgewirkt, das 2017 in Kraft getreten

ist. Hier war für sie entscheidend, dass Menschen

mit Behinderung spürbar mehr Teilhabe erleben. Die

Verdoppelung des Arbeitsförderungsgeldes in Werkstätten

für behinderte Menschen und die Einführung

von Mitbestimmung sowie Frauenbeauftragten sind

solche Errungenschaften des Bundesteilhabegesetzes.

Ein besonders wichtiges Anliegen ist Ulla Schmidt

die Barrierefreiheit: „Sie ist die notwendige Grundlage

für eine inklusive Gesellschaft. Menschen mit geistiger Beeinträchtigung

zum Beispiel brauchen Informationen in

Leichter Sprache. Auch für älter werdende Menschen und

Menschen mit Migrationshintergrund ermöglicht Barrierefreiheit

den Zugang zur Gesellschaft. Wir müssen deshalb

unbedingt mehr in Barrierefreiheit investieren.“

Jahrelang hat Ulla Schmidt mit der Lebenshilfe für

ein inklusives Wahlrecht und die Aufhebung der Wahlrechtsausschlüsse

von Menschen mit Betreuung in allen

Angelegenheiten gekämpft. In den letzten Monaten

nun sind das Bundesverfassungsgericht und der

Bundestag der Lebenshilfe-Forderung gefolgt. „Dass

diese Menschen auch schon bei der Europawahl im Mai

mitwählen durften, macht mich stolz und glücklich“,

sagte Ulla Schmidt.

Die Zusammenarbeit im Bundesvorstand mit Selbstvertretern

wie Ramona Günther und Sebastian Urbanski

empfindet die Lebenshilfe-Vorsitzende als große

Bereicherung: „Niemand kann die Anliegen von Menschen

mit Behinderung so überzeugend vorbringen, wie

die Menschen mit Behinderung selbst.“ Und die Selbstvertreterin

und Vorstandskollegin Ramona Günther aus

Freudenstadt würdigt Ulla Schmidt mit den Worten:

„Besonders gut finde ich, dass du Menschen mit Behinderung

immer einbeziehst. Du fragst uns nach unserer

Meinung und hörst gut zu, wenn wir etwas sagen. Du begegnest

uns auf Augenhöhe und bist respektvoll.“

14 // HAUPTSACHE – DAS THEMA


#

Jetzt Mitglied werden bei der

Warum soll ich Mitglied beim Verein Lebenshilfe Freising werden?

1. Starke Lebenshilfe – starke Menschen mit Behinderung

2. Viele in der Lebenshilfe – Viele für Menschen mit Behinderung

3. Ich in der Lebenshilfe – jetzt kann ich mit-reden

4. Ich in der Lebenshilfe – ich kriege mehr

ICH WERDE MITGLIED (IN LEICHTER SPRACHE)

Ja, ich will Mitglied der Lebenshilfe Freising e.V. werden.

Mein Familien-Name ist __________________________________

Mein Vor-Name ist_______________________________________

Meine Straße heißt: _____________________________________

Ich bin geboren am ___________________

Haus-Nummer: _______________________

Ich wohne in diesem Ort (mit Post-Leit-Zahl): _________________________________________________________

Meine Telefon-Nummer:________________________

Meine E-Mail-Adresse:_______________________________

Ich habe eine Behinderung. Ich zahle den Mitglieds-Beitrag von 12 Euro im Jahr.

Ich habe keine Behinderung. Ich zahle den Mitglieds-Beitrag von 31 Euro im Jahr.

als Förderer als Angehöriger der/des Betreuten ___________________ Einrichtung ________________

Ich bin Angehöriger von einem Mitglied des Vereins Lebenshilfe.

Das Mitglied heißt: _____________________________________

Deshalb zahle ich den Familien-Beitrag von 19 Euro im Jahr.

Ich will die Lebenshilfe noch mehr unterstützen. Ich zahle _____________ Euro im Jahr.

Ich bin MitarbeiterIn der Lebenshilfe in der Einrichtung _______________________________

Ich schreibe einen Brief, wenn ich nicht mehr Mitglied sein will.

Ich will Mitglied werden. Deshalb unterschreibe ich hier:

Ort und Datum _________________________

Unterschrift _________________________

Wenn ich einen gesetzlichen Vertreter habe, muss der hier unterschreiben:

Ort und Datum _________________________

Unterschrift _________________________

Ich weiß: Meine Daten werden verarbeitet solange ich Mitglied bin.

Infos stehen auf der Internet-Seite der Lebenshilfe Freising: www.lebenshilfe-fs.de/mitglied-werden.html

Ort und Datum _________________________

Unterschrift _________________________


Mitglied werden bei der

#

ICH ZAHLE MEINEN MITGLIEDS-BEITRAG

Hinweis: Diese Seite ist nicht leicht zu verstehen. Leider dürfen wir den Text nicht verändern. Deshalb

bitten wir Sie: Lassen Sie sich helfen, wenn Sie diese Seite ausfüllen und unterschreiben.

Erteilung einer Einzugsermächtigung und eines SEPA-Lastschriftmandats

Lebenshilfe Freising e.V., Gartenstr. 57, 85354 Freising

Gläubiger-Identifikationsnummer DE60ZZZ00000321511

Die Lebenshilfe Freising e.V. darf einen Mitglieds-Beitrag von

Euro von meinem Konto abbuchen.

Nachname und Vorname des Kontoinhabers

Straße und Hausnummer

Postleitzahl und Ort

Ort und Datum

Unterschrift des Kontoinhabers

1. Einzugsermächtigung

Ich ermächtige die Lebenshilfe Freising e.V. widerruflich, die von mir zu entrichtenden Zahlungen bei Fälligkeit durch Lastschrift von

meinem Konto einzuziehen. Nach schriftlicher Benachrichtigung durch die Lebenshilfe Freising e.V. über die Umstellung auf die

SEPA-Lastschrift gilt das folgende SEPA-Lastschriftmandat. Die Einzugsermächtigung erlischt dann.

2. SEPA-Lastschriftmandat

Ich ermächtige die Lebenshilfe Freising e.V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein

Kreditinstitut an, die von der Lebenshilfe Freising e.V. auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen.

Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Kreditinstitut

IBAN

BIC

Ort und Datum

Unterschrift des Kontoinhabers

Unterschrift des gesetzlichen Vertreters:

Ort und Datum

Unterschrift

Wenn ich alles ausgefüllt und unterschrieben habe, schicke ich das Blatt an:

Lebenshilfe Freising e.V., Gartenstraße 57, 85354 Freising


Balance fürs Leben am seidenen Faden

Extremsportler Lukas Irmler sprach beim Frühjahrsempfang der Lebenshilfe

Oft braucht man Nerven wie Stahlseile, um ein Leben

über dem Abgrund auszubalancieren. Dass man das

mit Willenskraft, Ausdauer und Selbstbewusstsein

schaffen kann, verriet der Freisinger Extremsportler Lukas

Irmler bei seinem Vortrag beim Frühjahrsempfang

der Lebenshilfe Freising. Über 100 Freunde und Förderer

aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen am

4. April 2019 in die Aula des Freisinger Bildungszentrums

Gartenstraße der Lebenshilfe.

„Unser Empfang ist vor allem dazu da, Danke zu sagen

für die große Unterstützung, die unsere Arbeit für

Menschen mit Behinderung hier in der Region erfährt“,

EINFACHE

SPRACHE

Slackline ist ein englisches Wort. Es wird

gesprochen: Släck-lein. Was ist das? Das ist ein

Seil, das hoch über einem tiefen Abgrund

gespannt wird, zum Beispiel in den Bergen

oder zwischen Häusern. Auf dem Seil können

manche Sportler gehen. Dazu gehört Geschick

und Mut. Geschick und Mut kann jeder im

Alltag brauchen. Oder wenn man eine

Behinderung hat. Darüber hat Lukas Irmler bei

der Lebenshilfe gesprochen. Er kann besonders

gut auf der Slackline gehen. Deshalb ist er auch

Welt-Meister in diesem Sport. Sein Vortrag

darüber beim Frühjahrs-Empfang der Lebenshilfe

war spannend und hat Spaß gemacht.

sagte die Lebenshilfe-Vorsitzende Monika Haslberger

in ihrer Begrüßung. Sie sei stolz darauf, dass vor mittlerweile

51 Jahren aus kleinen Anfängen eine große

Hilfsorganisation für jung und alt, für Kinder bis zu Senioren

gewachsen sei. „Aber wir sind ein Eltern- und

Selbsthilfeverein geblieben, was den besonderen Reiz

der Lebenshilfe ausmacht“. Nach 50 Jahren seien die

Menschen mit Behinderung heute sichtbar geworden

in der Gesellschaft, zu der sie selbstverständlich gehörten,

sei es in Freising, Moosburg oder auf dem Land.

„Mit unser größtes Kapital sind die engagierten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, ohne die gar nichts läuft“,

lobte Haslberger. „Auch wenn wir mitunter mahnen

und auf Barrieren vor allem im Kopf hinweisen müssen,

bekommen wir fast immer ein offenes Ohr bei Politik

und Gesellschaft!“ Dank der Förderung durch hiesige

Unternehmen, aber auch dank der kleinen Spenden

von Herzen aus allen Bevölkerungsschichten könne

die Lebenshilfe Menschen mit Behinderungen ein erfülltes

Leben ermöglichen – selbstbewusst und mitten

in der Gesellschaft.

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 17


In ihrem Grußwort sagte Freisings Bürgermeisterin

Eva Bönig, dass die Lebenshilfe seit über 50 Jahren

eine wirkliche „Hilfe fürs Leben“ sei, vor allem für Menschen

mit Behinderung. Für deren Gleichberechtigung

müsse man aber immer noch und ständig kämpfen.

Bei der Stadt Freising zum Beispiel durch inklusive Festivals

wie Zamma 2015 oder die mitanand-Kulturfeste

seither. Zusammen mit der Lebenshilfe und mit einem

langen Atem werde man am Ende die echte Teilhabe

erreichen.

Sein Leben auf dem Hochseil vermittelte spannend

und persönlich der Freisinger Slackline-Profi und

mehrfache Weltmeister Lukas Irmler. Mit Bildern und

Videos auf großer Leinwand veranschaulichte er: „Extremsport

treibt den Menschen an seine Grenzen und

ermöglicht intensive Selbsterfahrungen. Man kann

viel über sich selbst und das Leben lernen.“ Egal was

für jeden persönlich seine Extremsituation sei – und

bei Menschen mit Behinderung kann schon Einfaches

zur Extremsituation werden: ist die Gefahr einmal

überstanden, profitiere man sogar im Alltag davon.

Mut und Ausdauer, Motivation und Zielstrebigkeit,

Kreativität und Konsequenz helfen jedem, sein Leben

in der Balance zu halten – im Alltag wie auf dem Hochseil.

Ein spannender Abend ging mit vielen Begegnungen

und anregenden Gesprächen und mit dem köstlichen

Fingerfood des integrativen Restaurants Viva Vita

der Lebenshilfe zu Ende.

Umfrage: Wie hätten Sie es den gern? Tausendfüßler weiterhin lesen wie gedruckt oder ganz aktuell online?

Liebe Leserinnen und Leser,

Wenn Sie uns helfen wollen, Druck- und Portokosten zu sparen,

weil Sie Ihren „Tausendfüßler“ nur noch online abrufen wol-

wissen Sie schon, dass seit einiger Zeit der „Tausendfüßler“ der

Lebenshilfe Freising neben der Papierausgabe auch jederzeit len, dann teilen Sie uns bitte Ihre E-Mail-Adresse mit. Wir senden

abrufbar im Internet steht? Schauen Sie einmal nach: http:// Ihnen dann an diese Adresse den Link zum jeweils neusten „Tausendfüßler“.

Wenn wir nichts von Ihnen hören, bleibt es bei der

www.yumpu.com/de/browse/user/lebenshilfefreising

Dort finden Sie schon vor dem Postversand die aktuelle bewährten Postzustellung des aktuellen Hefts.

Ausgabe des Magazins, aber auch ältere Hefte, jederzeit abrufbar

zum Durchblättern und Nachlesen.

Immer Ihr direkter Draht zum Tausendfüßler:

martin.weindl@lebenshilfe-fs.de

18 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Inklusion in den Kommunen

konkret anpacken

ARGE Wohlfahrtsverbände und Landratsamt luden zum Vortrag

Inklusion in aller Munde, Inklusion als hehres Ziel –

doch konkret wird wenig bis nichts umgesetzt. Dass

sich das ändert, dafür engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft

der Wohlfahrtsverbände im Landkreis Freising

unter ihrer derzeitigen Vorsitzenden Heidi Kammler,

Geschäftsführerin der AWO Freising, zusammen

mit Caritas, Diakonie, Lebenshilfe und Rotem Kreuz.

Am 19. Februar 2019 luden die Wohlfahrtsverbände

und Landrat Josef Hauner in den Großen Sitzungssaal

des Landratsamts Freising zum Vortrag „Inklusion als

kommunale Aufgabe“. Kompetente Referentin des

Abends war Barbara Brokamp, Mitentwicklerin des

„Kommunalen Index für Inklusion“ der Stiftung Montag.

Sie stellte theoretisch wie praktisch die Grundzüge

eines Gemeinwesens vor, das die Teilhabe aller Bürgerinnen

und Bürger anstrebt. Das sei auch unabhängig

davon, ob diese Bürger eine Beeinträchtigung haben

oder nicht. Wichtig sei dabei ein guter Fahrplan, eine

breite Mitwirkung aller gesellschaftlichen Gruppen

und eine tiefe Diskussion der entscheidenden Fragen:

Wodurch zeichnet sich ein inklusives Gemeinwesen

aus? Was sind Rollen und Aufgaben der Kommunalpolitiker?

Wie entwickeln alle Bürger ein inklusives Gemeindeleben?

Wie geht die konkrete Umsetzung der

EINFACHE

SPRACHE

Inklusion ist ein oft gebrauchtes Fach-Wort.

Es bedeutet: Alle Menschen sollen dabei sein,

egal ob sie eine Behinderung haben, ob sie aus

einer fremden Kultur stammen oder ob sie arm

sind. Aber wie geht das genau in der eigenen

Stadt, im eigenen Dorf? Darüber gab es einen

Vortrag, der viel zum Nachdenken angeregt

hat.

Inklusion in der Gesellschaft vor Ort, in der eigenen

Gemeinde? Der überzeugende Vortrag regte zu einer

intensiven Diskussion an zwischen Politikern, Fachleuten

der Lebenshilfe und anderen Wohlfahrtsverbänden

und betroffenen Menschen mit Behinderungen

und ihren Angehörigen.

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 19


Menschen zur Sprache bringen

Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation eröffnet

>> Sie beraten über Unterstütze Kommunikation:

Sintje Reicheneder (2.v.r.) und Frank Aumann (2.v.l.), hier

zusammen mit dem 2. Vorsitzenden der Lebenshilfe Freising

Robert Wäger (r.) und Geschäftsführer Michael Schwaiger (l.)

EINFACHE

SPRACHE

Es gibt Behinderungen bei denen man gar

nicht oder nur sehr schwer sprechen kann.

Dafür gibt es Hilfen: Man kann mit den Händen

reden. Oder man benutzt Geräte wie einen

Computer, der sprechen kann. Über diese

Hilfen beraten Frau Sintje Reicheneder und

Herr Frank Aumann. Sie haben eine neue

Beratungs-Stelle der Lebenshilfe eröffnet.

Sie hilft zwar schon seit über einem Jahr, aber erst vor

kurzem ist die neue Beratungsstelle für Unterstützte

Kommunikation (BUK) der Lebenshilfe Freising feierlich

eröffnet worden. „Die Beratungsstelle befindet sich

ja noch im Aufbau, wir wollten zunächst die wichtigsten

Bereiche in trockenen Tüchern haben“, erklärte

Projektleiterin Sintje Reicheneder, die zusammen mit

Kollege Frank Aumann die BUK betreibt, die späte Eröffnungsfeier

in den Räumen in der Finkenstraße 31 in

Freising-Lerchenfeld. Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael

Schwaiger überbrachte die Glückwünsche der

verhinderten 1. Vorsitzenden Monika Haslberger und

seine eigenen und berichtete von der Vorgeschichte

bis zur Neugründung, die durch Mittel der Aktion

Mensch ermöglicht wurde.

Eine kleine Präsentation und Live-Vorführung informierte

die Gäste, was eigentlich Unterstütze Kommunikation

ist. Es geht um die Erlangung oder Wiederherstellung

der Fähigkeit, sich mit anderen zu

verständigen, bei angeborenen Behinderungen, aber

auch nach Unfällen oder Erkrankungen. Das bekannteste

Hilfsmittel dazu ist wohl die Gebärdensprache. Es

gibt aber auch technische Hilfen für Menschen, die

sich nicht über gesprochene Sprache verständigen

können: Sogenannte Talker oder Tablets mit speziellen

Apps sprechen mit künstlicher Stimme Worte oder Sätze.

BUK-Leiterin Sintje Reicheneder: „Wir geben Informationen

und Hilfen über die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten

von Menschen mit Behinderung,

ganz individuell auf den einzelnen Menschen zugeschnitten!

Zudem beraten und begleiten wir die unterstützt

kommunizierenden Menschen mit einem Hilfsmittel

in der logopädischen Therapie.“

Wer mehr wissen will, wende sich an die BUK über

Telefon 08161/8836936 oder E-Mail: sintje.reicheneder@lebenshilfe-fs.de

20 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


„Inklusion einfach machen!“

Lebenshilfe präsentierte Doku „Die Kinder der Utopie“ und Talk mit Menschen mit Behinderung

Am 15. Mai 2019 präsentierte die Lebenshilfe Freising

als „Filmpate“ die Deutschland-Premiere der Langzeit-

Doku „Die Kinder der Utopie“ im Cineplex-Kino Neufahrn.

Rund 80 Besucher im voll besetzten Saal waren

begeistert, wie im Film sechs ehemalige Klassenkameraden

mit und ohne Behinderung das heutige Leben in

Berlin meistern.

Den Vergleich mit der Situation von Menschen mit

Behinderung im Landkreis Freising zog nach dem Film

eine kleine Talkrunde mit Vertretern der Lebenshilfe

Freising. Zu Wort kamen dabei zwei betreute Menschen

mit Behinderung, die im Lebenshilfe-Vorstand

und im Rat der Selbstvertreter die Stimmen der über

1000 betreuten Menschen bei der Lebenshilfe sind.

Vorstand Manuela Mühlhammer fand sich selbst wieder:

„Ich arbeite ja im Hotelservice, und das kam auch

im Film vor.“ Stephan Kraus stimmte zu: „Im Film erzählte

ein Mädchen von Problemen mit den Eltern, wenn

man Ausziehen will. Ich kenn die Diskussionen auch.“

Kraus berichtete aus seinem Alltag: „Als selbst Betroffener

sehe ich selbst täglich, wo es hakt und wo es klappt

bei der Inklusion in Freising und im Landkreis.“ Ein großes

Problem seien viel zu wenige Arbeitsplätze für

Menschen mit Beeinträchtigungen in der freien Wirtschaft.

„Die Werkstatt für Behinderte ist schon gut, aber

manche wollen doch raus und freier arbeiten“. Gertraud

Aigner, Leiterin des Familienzentrums im Steinpark

Freising, berichtete von der alltäglichen Inklusion

in den Kitas der Lebenshilfe: „Wir arbeiten schon seit

EINFACHE

SPRACHE

Die Lebenshilfe hat zu einem Film-Abend ins

Kino in Neufahrn eingeladen. Hier konnte man

zum ersten Mal den Film „Kinder der Utopie“

anschauen. Darin geht es um eine Schulklasse

in Berlin. Dort haben Kinder mit und ohne

Behinderung zusammen gelernt. Nach dem

Film gab es eine Diskussion im Kino-Saal. Menschen

von der Lebenshilfe haben erzählt, was

sie mit ihrer Behinderung täglich in Freising

erleben.

über 25 Jahren mit Kindern mit und ohne Behinderung

ohne Probleme. Entscheidend für den Erfolg ist, ein

gutes Konzept zu haben.“

Das Fazit von Film und Talk zog die Lebenshilfe-Vorsitzende

Monika Haslberger: „Das erfrischende an dem

Film war, dass kein einziges Mal das Wort Inklusion fiel.

Die Kinder und Jugendlichen haben sie einfach gemacht!

Beim Lernen in der Schule und dann auch später

im Berufsalltag. Wir reden viel zu viel über Inklusion

und machen sie nicht. Inklusiv denken und Schritt für

Schritt Teilhabe verwirklichen, das ist der richtige Weg.

Der wunderbare Film hat es uns vorgemacht!“

>> Vier Vertreter der Lebenshilfe Freising schilderten in der Talkrunde die Situation der Inklusion in der Region: (v.l.n.r.) Monika

Haslberger, 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Freising e.V., Manuela Mühlhammer, Selbstvertreterin im Vorstand, Stephan Kraus,

Sprecher des Rats der Selbstvertreter und Gertraud Aigner, Leiterin des Familienzentrums im Steinpark in Freising

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 21


Vom Hochbeet bis zum Barfußpfad

Großer Projekttag der Flughafen München GmbH im BiG und Veitshof

EINFACHE

SPRACHE

Einen ganzen Tag helfen und Gutes tun. Viel

Zeit haben für andere Menschen. Das wollten

etwa 50 Angestellte des Flughafens München.

Sie sind zur Lebenshilfe gekommen und haben

kräftig gearbeitet: Unkraut jäten, Schränke

aufbauen und einen Barfuß-Pfad anlegen.

Die Helferinnen und Helfer waren im BiG und

im Kinder-Garten am Veitshof unterwegs.

Und sie hatten alle viel Spaß dabei.

Wir sagen Dankeschön!

Seit vielen Jahren unterstützt die Flughafen München

GmbH die Lebenshilfe Freising in vielfältiger Weise:

durch Spenden, Förderung und Kooperationen zum

Wohl von Menschen mit Behinderung in unserer Region.

Dass so viele Hände gleichzeitig mit anpacken,

kam aber noch nie vor. Die Personalabteilung mit etwa

50 Personen besuchte am 10. Juli zwei große Lebenshilfe-Einrichtungen

für einen Projekttag: das Bildungszentrum

Gartenstraße BiG und die Kindertageseinrichtung

am Veitshof in Freising. Auf das herzliche

Willkommen in der Aula des BiG durch Lebenshilfe-

Geschäftsführer Michael Schwaiger erwiderte FMG-

Personalchef Dr. Robert Scharpf, dass der Flughafen

sein Engagement bei der Lebenshilfe „verstetigen“

wolle. Die Mitarbeiterschaft der FMG sei divers und

vielfältig und sehr sozial eingestellt. Deshalb wolle

man Hilfen anbieten „hier in der Nachbarschaft“ des

Flughafens. Dr. Scharpf dankte den Organisatorinnen

Petra Wegener vonseiten der Lebenshilfe und Petra

Pupp vonseiten der FMG für ihre großen Mühen bei

der Vorbereitung des Projekttags.

Nach einer kurzen Stärkung bei Kaffee und Butterbrezen

schwärmten die FMG-Mitarbeiter in ihre Arbeitsgruppen

aus. Im BiG harrte der große Spielgarten

einer Verschönerung, neue Schränke sollten Therapiematerial

und Geschirr für das Schülercafé aufnehmen.

Die Gartenmöbel aus Holz erlebten eine Wiederauferstehung

nach Abschleifen, Neubefestigen und Streichen,

so dass sie bald aussahen wie neu. Eine große

Gruppe machte sich vom BiG auf, um in wenigen hundert

Metern Entfernung die Außenanlagen der Kita am

Veitshof zu ergänzen. Es wurden neue Hochbeete zusammengebaut

(Foto) und ein Barfußpfad angelegt.

Wenn alles eingewachsen ist, können die Kinder des

Veitshofs bald den Tastsinn ihrer Füße schulen oder lernen,

wie man die Verantwortung für die Pflanzen in

den Hochbeeten übernimmt.

Bei einem Abschlussrundgang am späten Nachmittag

wurde das Ergebnis jeder einzelnen Arbeitsgruppe

begutachtet. Stolz und zurecht müde beendeten die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FMG ihren ungewöhnlichen

Arbeitstag. Die Lebenshilfe Freising

bedankt sich für das große Engagement und das gespendete

Material und erfreut sich täglich an den Ergebnissen!

22 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Viel Engagement in der Bunten Arche

Elternbeirat der Echinger Kita sorgte für Feste, Kostüme und Garten

Dass sich Eltern vielseitig auf kreative Art und Weise im

Kindergarten engagieren können, beweist der Elternbeirat

der Kindertagesstätte Bunte Arche. Im Kindergartenjahr

2018/19 wurde vom Beirat, welcher aus drei

Teams besteht, sehr viel geleistet. Unter anderem wurden

vom Kreativ-Team Kostüme für die Kinder genäht

und eine Dunkelecke in der Galerie geschaffen. Das

Event-Team unterstützte bei diversen Festen und organisierte

im Juli wieder das Zelten im Kindergarten.

Auch das Green-Team erneuerte den Barfußpfad und

die Blumenbeete im Garten. Zusätzlich unterstützten

außerdem weitere Eltern die Teams. Dadurch konnte

man wieder das Schild „Bunte Arche“ am Haus auffrischen.

Auch eine Matschküche aus Paletten (Foto)

wurde gebaut, die gerade im Sommer bei den Kindern

sehr gut ankommt. Der fleißige Elternbeirat bedankt

sich für das Vertrauen und die Zusammenarbeit mit

der Leitung unter Frau Gmeineder und ab August unter

Frau Clauß und allen Mitarbeitern.

EINFACHE

SPRACHE

Toll, wie die Eltern der Kinder in der Kita Bunte

Arche in Eching mithelfen: Kostüme werden

genäht, der Garten wird gestaltet und Feste

vorbereitet. Vielen Dank, liebe Eltern!

>> Der Elternbeirat der „Bunten Arche“ sorgte für eine neue Matschküche. (Foto: Claudia Rahlmeier)

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 23


Zu Besuch bei Bürgermeisterin und Mammut

Die Kinder der Kita InKiMo erkundeten die Stadt Moosburg

>> Viel Spaß hatte die Moosburger Bürgermeisterin Anita

Meinelt beim Besuch der Kinder des InKiMo.

>> Geschichte zum anfassen und anhören gab es bei

Bernhard Kerscher, dem Leiter des Moosburger

Heimatmuseums.

EINFACHE

SPRACHE

Der Lebenshilfe-Kindergarten in Moosburg

heißt InKiMo. Die Kinder haben in diesem Jahr

ihre Heimat genauer angeschaut. Sie haben die

Bürger-Meisterin im Rathaus besucht. Im

Heimat-Museum gab es viel zu entdecken.

Dieses Kita-Jahr war „Heimat“ das Thema im InKiMo,

dem Integrativen Kindergarten Moosburg der Lebenshilfe

Freising. Ganz besonderen Besuch empfing dabei

die Moosburger Bürgermeisterin Anita Meinelt in ihrem

Büro: Die InKiMo-Kinder waren auf Erkundungstour

und statteten dabei dem Moosburger Rathaus einen

Besuch ab. Zunächst schauten die Kleinen im

Bürgerbüro vorbei, und so manch einem Kind fiel auf,

dass es dort selbst schon einmal mit Mama oder Papa

war, um zum Beispiel einen Reisepass ausstellen zu lassen.

Vorbei am Standesamt ging es dann in den ersten

Stock und direkt ins Büro der Bürgermeisterin. Anita

Meinelt war sichtlich erfreut über den Besuch der Kinder,

und unterhielt sich mit ihnen zwischen Telefona-

ten und Sitzungen über ihre Aufgaben. Die InKiMo-

Kinder waren natürlich gut vorbereitet. Sie wissen alle:

„Die Bürgermeisterin ist die Chefin von Moosburg und

sorgt dafür, dass es allen Menschen in der Stadt gut

geht.“

Wenige Tage später kamen die Kinder der Bärengruppe

gar nicht mehr aus dem Staunen heraus: Sie

besuchten das Heimatmuseum Moosburg und entdeckten

dort sehenswerte Dinge der Stadtgeschichte.

Bernhard Kerscher ist echter Experte der Heimat, leitet

er doch schon seit 13 Jahren das Museum. So staunten

die Kinder über Steine, auf deren Unterseite Fossilien

sichtbar wurden, und über den riesigen Stoßzahn eines

Mammuts. Völlig unbekannt dagegen war den Kindern

das Fabelwesen „Wolpertinger“. Kaum vorzustellen

war für die Kinder, dass in der Moosburger

Nordstadt, wo ihr Kindergarten und auch viele ihrer

Wohnhäuser jetzt stehen, früher das Kriegsgefangenenlager

Stalag VII war. Herr Kerscher schaffte es, auch

dieses Kapitel der Stadt Moosburg zu vermitteln –

kindgerecht und ohne Angst zu machen. Die Waffen

aus der Steinzeit und römische Münzen rundeten den

Ausflug durch die Stadtgeschichte ab. Selbst ausprobieren

konnten die Kinder dann noch eine alte

Nähmaschine, eine Trompete und eine riesengroße

Tuba.

24 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Damit Jugendliche gut „Erwachsen werden“

Messe der Berufsschulstufe über Leben und Arbeiten ab 18 Jahren

„Wenn Jugendliche aus der Schule kommen und erwachsen

werden, ist das eine spannende Sache. Für

alle Beteiligten!“, sagt Annette Martin, Leiterin der Heilpädagogischen

Tagesstätte / Berufsschulstufe im Bildungszentrum

Gartenstraße in Freising. Sie eröffnete

am 15. Januar 2019 die Infomesse „Erwachsen werden“.

Ihr Kollege Philip Schoeller von der Förderschule im

BiG ergänzte: „Super, dass nach der Premiere 2014

schon zum sechsten Mal eine Messe organisiert werden

konnte!“. Die Stände seien von den Jugendlichen

selbst vorbereitet worden: „Unsere jungen Leute haben

die Messe als eigenes Projekt gestaltet und profitieren

jetzt auch noch von den vielen Infos der Aussteller“.

Basisinfos gab es von der Freisinger Arbeitsagentur

und dem Inklusions-Fachdienst. Die Lebenshilfe-Stelle

für rechtliche Betreuung informierte darüber, was man

beachten muss, wenn man mit 18 volljährig wird. Praktika

auf dem 1. Arbeitsmarkt boten die Flughafen

München GmbH, der Naturgarten Schönegge und die

Lebenshilfe-Firmen Viva Vita und SerVita. Am Stand

der Isar Sempt Werkstätten gab es Infos zu den vielfältigen

Arbeitsbereichen von der Verpackung bis zu

Metallarbeiten. Auch die Barmherzigen Brüder in Algasing

informierten über ihre Werkstatt und Förderstätte.

EINFACHE

SPRACHE

Der 18. Geburtstag ist ganz wichtig für junge

Leute. Dann werden sie erwachsen. Es gibt

dann auch viele Fragen: Wo kann ich arbeiten?

Will ich von zuhause ausziehen? Was muss ich

jetzt selbst entscheiden? Antworten auf diese

Fragen gab es bei der Info-Messe „Erwachsen

werden“ im BiG.

Und die Gastgeberin Lebenshilfe Freising zeigte Beschäftigungsmöglichkeiten

in den Förderstätten in

Moosburg und Kleinbachern auf. Der Fachdienst Wohnen

informierte über die vielen Wohnformen von der

24-Stunden-Betreuung bis zur eigenen Wohnung. Ihr

Bildungs- und Freizeitangebot stellte die Offene Behindertenarbeit

der Lebenshilfe vor. Michael Schwaiger,

Geschäftsführer der Lebenshilfe Freising, fasste zusammen:

„Hier kann man wirklich ganz viele nützliche Informationen

zum Erwachsen werden an einem Ort

sammeln.“

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 25


Leiterin Evi Hübl (M.) führte durch die Wohneinrichtung in Moosburg.

Arbeiten mit besonderen Menschen

Erfolgreicher Offener Berufsinfotag im Anneliese-Schweinberger-Haus

EINFACHE

SPRACHE

Wie geht soziale Arbeit, das heißt: Arbeit mit

Menschen? Ist das schön? Oder ist es eine

schwere Arbeit? Was macht man in einem

Wohn-Haus für Menschen mit Behinderung?

Das konnte man anschauen beim Berufs-Info-

Tag im Anneliese-Schweinberger-Haus in

Moosburg.

Beim ersten Offenen Berufsinfotag im Anneliese-

Schweinberger-Haus in Moosburg am 13. Juli 2019

konnten sich pädagogische und pflegerische Fachkräfte

ein Bild von der Arbeit vor Ort machen. Angesprochen

waren Gesundheits- bzw. KrankenpflegerInnen,

AltenpflegerInnen, ErzieherInnen, HeilerziehungspflegerInnen

und solche die es werden wollen. Die Wohneinrichtung

freut sich auf neue engagierte Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter für die Betreuung und Pflege

von 27 Menschen mit Behinderung. Individuelle Beratung

gaben beim Infotag Leiterin Evi Hübl und Personalreferentin

Dr. Antje Strasser. In Hausführungen

konnten die Gäste schon einmal ihren vielleicht zukünftigen

Arbeitsplatz besichtigen. Die Bewohnerinnen

und Bewohner präsentierten ihr künstlerisches

Talent live bei der musikalischen Umrahmung der Veranstaltung

und beim Töpfern mit der Kunstgruppe.

Auch die Therapiehunde „Spiky“ und „Alibaba“ waren

mit ihrer Betreuerin im Einsatz. Für alle Bewohner war

der Tag wie ein Fest mit leckeren selbstgemachten Kuchen

und saftigen Würstel und Steaks frisch vom Grill.

Einrichtungsleiterin Evi Hübl: „Es war unser erster Berufsinfotag

in dieser Form. Ich denke, dass wir durch

das Miterleben live und vor Ort einen guten Eindruck

über unsere Arbeit vermitteln können.“ Auch in Zukunft

sollen Interessenten die Möglichkeit haben, echte

Atmosphäre und Arbeitskonditionen unkompliziert

kennen zu lernen. Der nächste Berufsinfotag ist für

Freitag, 13.9., 16-19 Uhr geplant. Weitere Infos gibt es

bei Einrichtungsleiterin Evi Hübl (Tel. 08761/726220)

oder Personalreferentin Dr. Antje Strasser (Tel.

08161/4830-141).

26 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Jung und Alt ganz ohne Barrieren

Jugendprojektgruppe Sozial-Genial zu Besuch im Heilig-Geist-Spital

„Das sind ja soo nette Leute!“ ruft eine Jugendliche

ganz angetan nach der ersten Begegnung im Heilig-

Geist-Spital mit den Senioren und Seniorinnen. Die

Projektgruppe „Sozial-Genial“ aus der Heilpädagogischen

Tagesstätte der Lebenshilfe Freising hat sich im

vergangenen Betreuungsjahr eine besondere Attraktion

des Sozialprojekts überlegt, das jeden Montagnachmittag

stattfand. Es sollten Begegnungen mit Bewohnern

und Bewohnerinnen des Heilig-Geist-Spitals

sein!

Insgesamt fanden vier gemeinsame Besuchsnachmittage

statt, davon wurde dreimal eifrig gespielt: Dame,

Mühle, Uno, Memory und vor allem Mensch- ärgeredich-nicht(!).

Spannend ging es zu an den einzelnen

Spieltischen. Aber so ganz ohne Schimpfen ging es

dann doch nicht immer, wenn man schon wieder kurz

vor dem Ziel „geschmissen“ wurde, da konnte man

manchmal auch ein leises „…fix!“ (Pst!) hören. Schnell

war der Ärger aber auch schon wieder vergessen, es

wurde wieder gelacht und am Ende hat es allen großen

Spaß gemacht. Im Dezember haben sich Jung und

Alt an einem der vereinbarten Nachmittage zu einem

gemütlichen und besinnlichen Adventskreis getroffen

mit Lebkuchen und Punsch, Liedern und Geschichten.

Die Jüngste in der Runde war 13, die Älteste 93 Jahre

alt, welch eine Altersspanne! Interessante Erinnerungen

aus ihrer Kindheit erzählten die Senioren und Seniorinnen

über die Weihnachtszeit von damals, und

die Jugendlichen von heute staunten nicht schlecht

darüber, wie anders das Leben doch einstmals war.

>> Mechthild Hirte

Diplom-Psychologin im Fachdienst

EINFACHE

SPRACHE

In der HPT, das heißt: Heil-pädagogische

Tages-Stätte, gibt es die Gruppe „Sozial-Genial“.

Die Jugendlichen haben sich mit alten

Menschen getroffen. Sie besuchten jeden

Montag Nachmittag das Alten-Heim Heilig-

Geist-Spital in Freising. Es wurden Spiele

gespielt, wie Mensch-ärgere-dich-nicht oder

Karten. Die alten und jungen Leute haben von

sich erzählt.

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 27


Persönlichkeit stärken durch gute Arbeit

Logistikfirma ITG eröffnet Chancen für Jugendliche mit Behinderung

EINFACHE

SPRACHE

Welcher Beruf passt zu mir? Diese Frage stellen

sich viele Jugendliche in ihren letzten Jahren in

der Schule. Die Berufs-Schul-Stufe der Lebenshilfe

sucht immer nach Firmen, die junge Leute

zur Probe arbeiten lassen. Das heißt Praktikum.

Jetzt hat eine neue Firma ja gesagt. Die Firma

heißt ITG. Sie hat ein großes Lager in Schwaig

am Flug-Hafen und verschickt viele Pakete mit

Waren in die ganze Welt. Bald können hier auch

Jugendliche der Lebenshilfe ausprobieren, ob

ihnen diese Art von Arbeit gefällt.

>> Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Schwaiger (vorn l.) und ITG-Personalchef

Andreas Schebeler unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung

im Beisein von (hinten v.l.n.r.) Michael Reimann und Annette Martin

von der Heilpädagogischen Tagesstätte Freising sowie Thomas Bogner,

Leitung Kommunikation+Marketing der internationalen Spedition ITG.

Junge Leute wollen schnell erwachsen werden, selbständig

sein. Am besten geht das nach der Schulzeit

durch den eigenen Beruf, der unabhängig macht von

den Eltern. Dieselben Wünsche haben auch Jugendliche

mit Behinderung – nur ist die Berufsfindung ungleich

schwieriger. Eine Kooperation der Lebenshilfe

Freising mit dem Logistik-Unternehmen ITG in Schwaig

schafft hier neue Chancen. Freudestrahlende Gesichter

gab es daher bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

am 16. Juli 2019 in den Räumen der

ITG-GmbH Internationale Spedition + Logistik in

Schwaig. In je drei zweiwöchigen Praktika pro Jahr

können nun geeignete Jugendliche der Berufsschulstufe

von Förderschule bzw. Heilpädagogischer Tagesstätte

(HPT) der Lebenshilfe Freising bei ITG das Berufsfeld

des Versandmitarbeiters erkunden. Ideal dafür ist

das Logistik-Unternehmen, das mit über 1000 Mitarbeitern/innen

an zwölf Standorten Waren u.a. aus dem

Bereich Fashion & Lifestyle weltweit liefert.

„Die neue Welt der Berufstätigkeit in einem Praktikum

hautnah und lebensecht kennenzulernen, ist immens

wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung von

Jugendlichen mit Behinderung“, erklärte HPT-Leiterin

Annette Martin. „Die eigene Erfahrung und eine ehrliche

Rückmeldung der Arbeitsstätte hilft dem jungen

Menschen einzuschätzen, wo man selbst steht und

was an der Persönlichkeit noch verbessert werden

kann.“ Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Schwaiger

verwies auch auf die Möglichkeit einer Festanstellung:

„Für unsere jungen Leute ist der Arbeitsplatz am 1. Arbeitsmarkt

ein Traum. Ideal wäre, wenn man feststellt,

dass man gut miteinander auskommt und der oder die

neue Mitarbeiter/in ins Team passt.“

„Wir bei ITG stellen uns gern unserer gesellschaftlichen

Verantwortung“, unterstrich Andreas Schebeler,

Direktor Personal von ITG. Die Kooperation mit der Lebenshilfe

sei eine Win-win-Situation für beide Seiten:

„Junge Praktikanten mit einer Behinderung fördern

nachweislich Ehrlichkeit, Empathie und Zusammengehörigkeit

in einem Team“. Das Unternehmen freue sich

über die Kooperation mit der Lebenshilfe Freising und

sei auf die „neuen Mitarbeiter“ sehr gespannt. Thomas

Bogner, Leitung Kommunikation+Marketing: „Das wird

mit den Jugendlichen sicher eine gute Sache!“

28 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


DER GANZE TEXT IST IN EINFACHER SPRACHE:

Irene Kornke feierte ihren 60. Geburtstag

Großes Fest im Wohn-Haus Johannis-Straße

Als Geburtstags-Überraschung für Frau Irene Kornke

wurde am 24. April 2019 ein Brunch organisiert. Es feierten

alle Tagestruktur-Bewohner mit.

Mit Sekt und einem Geburtstags-Ständchen wurde

auf das neue Lebens-Jahr angestoßen. In den Tag wurde

mit einer großen belegten 60’er-Breze gestartet.

Anschließend gab es Kaffee und Schwarzwälder-

Kirsch-Torte, die Frau Kornke sehr gerne isst.

Als weiterer Höhe-Punkt sang der Kirchen-Chor

Sankt Georg, den die Bezugs-Betreuerin organisierte.

Frau Kornke war zu Tränen gerührt, da sie eine große

Verbindung zur Kirche hat.

Irene Kornke ist sehr fleißig. Das zeigt sie täglich bei

der Küchen-Arbeit. Zum Beispiel beim Spül-Maschine

ein- und ausräumen oder beim Küche sauber halten.

Beim Wäsche zusammen-legen unterstützt Sie gerne

ihre Mit-Bewohnerinnen.

In der Tages-Betreuung für Senioren nimmt Frau

Kornke sehr gerne an Angeboten teil, zum Beispiel:

• Senioren-Gymnastik

• Koch-Gruppe und Backen

• Gottesdienst-Besuche

• Besuche im Stauden-Garten oder in Blumen-Geschäften

• Spazier-Gänge in der Natur

• Ausflüge zum Essen oder in ein Café

Wir wünschen Frau Kornke, dass sie noch lange fit

bleibt und viel Spaß an allen Aktivitäten hat!

>> Andrea Grabmair und Josi Wangemann,

Betreuerinnen im Wohnhaus Johannisstraße

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 29


„Psst! Wir sind an einem besonderen Ort!“

Eröffnung der Bücherei in der Förderstätte Moosburg

EINFACHE

SPRACHE

Viele Bücher gibt es in der Förder-Stätte in

Moosburg. Es sind Bücher zum Anschauen und

Vor-Lesen lassen. Und Fach-Bücher für die

Betreuerinnen sind auch dabei. Und es gibt

immer wieder neue Bücher. Dafür sorgen Frau

Holzmann und Herr Ziegler. Alle sollen viel

Freude haben an den Büchern.

• Plötzlich bleibt die Maus stehen: „Psst! Wir sind

an einem besonderen Ort. Hier soll man niemanden

stören. Und du störst ganz gewaltig!“

• „Gleich schnapp ich dich, gleich gehörst du

mir!“, knurrt der Fuchs.

• „Dir gehört hier gar nichts“, kichert die Maus.

• „Hier kann man alles nur ausleihen. Und ICH gehöre

dir ganz sicher nicht. Das ist kein Jagdgebiet,

sondern eine Bibliothek.“

• „Eine Pippi… was?“, fragt der Fuchs.

• „Eine Bibliothek“, sagt die Maus.

• Der Fuchs schaut sich um: „Was ist eine Pippilothek?“

• „Ein Ort mit vielen Büchern, mit Büchern zum

Ausleihen. Und Bücher braucht´s, um etwas zu

erleben. Um etwas zu lernen. Und um auf andere

Ideen zu kommen.“

>> Zitat aus dem Buch

„Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“

von Lorenz Pauli (Texte)

und Kathrin Schärer (Illustrationen)

Schon im letzten Herbst hat die Bücherei in der Förderstätte

Moosburg neu eröffnet. Dominik Ziegler und

Frau Holzmann kümmern sich jeden Montag von 10

bis 11 Uhr um die Besucher und beraten sie. Die KollegInnen

aus der Förderstätte Moosburg haben in dieser

Stunde Zeit, sich gemütlich in die Bücherei zu setzten,

sich Bücher anzusehen oder sich einfach auszutauschen

und zu ratschen.

Alle zwei Monate gibt es ein neues Thema, das Herr

Ziegler und Frau Holzmann gemeinsam erarbeiten

und vorbereiten. Zu diesem Thema werden dann gezielt

Bücher und Rezepte für die Förderstätte in Szene

gesetzt. Um unsere Bücherei immer attraktiv zu halten

und neue Sachen für die KollegInnen anzubieten, gehen

Herr Ziegler und Frau Holzmann regelmäßig in

„Barbaras Bücherstube“ zu Frau Kellner (Inhaberin)

und suchen gemeinsam neue Bücher, CDs oder DVDs

aus. Auch in der Tabakbörse im Rewe in Moosburg hat

Herr Ziegler die Möglichkeit, neue Zeitschriften für die

Bücherei auszusuchen.

30 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


Buntes Miteinander in Freising

3. Familientreffen mit und ohne Kinder mit Behinderung

Zum dritten Mal in Folge trafen sich Familien mit Kindern

mit und ohne Handicap, um langjährige Freundschaften

zu pflegen, Neuigkeiten auszutauschen und

den Kindern die Möglichkeit zu geben, miteinander zu

spielen. Zuerst traf man sich zum Frühstücks-Brunch

im Viva Vita-Restaurant der Lebenshilfe. Danach ging

es zum Spielen und Entdecken in die Turnhalle des Bildungszentrums

Gartenstraße. Hier erwartete die Kinder

eine bunte Mischung aus Kletter- und Bewegungserlebnissen,

was eine fröhliche und ausgelassene

Stimmung garantierte. Alle gemeinsam hatten eine

Menge Spaß und waren zum Schluss glücklich und

müde. Auch im nächsten Jahr soll dieser schöne Vormittag

wiederholt werden.

EINFACHE

SPRACHE

Schon 3 Mal haben sich Familien bei der

Lebenshilfe getroffen. In den Familien sind

Kinder mit einer Behinderung. Deshalb wollen

sich die Eltern treffen und darüber reden.

Die Kinder sollen vor allem viel Spaß haben.

Deshalb gibt es gutes Essen im Restaurant Viva

Vita und viele Spiele in der Turn-Halle vom BiG.

Das ist das Bildungs-Zentrum an der Garten-

Straße in Freising.

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 31


„Anerkennung und Hilfe“

für erlittenes Leid in Heimen

Neues aus der Elternberatung

EINFACHE

SPRACHE

Früher mussten viele Menschen mit Behinderung

in großen Heimen wohnen. Das war

manchmal schlimm. Einigen ging es schlecht

im Heim. Einige mussten Arbeiten machen, die

sie nicht wollten. Das war Unrecht. Jetzt kann

man als Entschuldigung für das Unrecht Geld

bekommen. Dafür müssen Sie sich melden.

Lassen Sie sich dabei helfen von Eltern

oder Freunden. Oder lassen Sie sich beraten

von Herrn Then. Er hat die Telefon-Nummer

08161 / 4830 158.

Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren

1949 bis 1975 (Bundesrepublik Deutschland) bzw.

1949 bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der

Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen

Einrichtungen untergebracht waren und dort Leid und

Unrecht erfahren haben, sollen Unterstützung erhalten.

Der runde Tisch „Heimerziehung in den

50er und 60er Jahren“ strebte die Aufarbeitung

der Heimerziehung unter den damaligen

Bedingungen an und prüfte dabei

vor allem zugefügtes Unrecht. Denn der

Heimaufenthalt war vielfach von

traumatisierenden Lebens- und

Erziehungsverhältnissen geprägt.

Wem also während der

Heimunterbringung Unrecht

und Leid zugefügt wurde, das heute noch zu Beeinträchtigungen

führt, dem konnte Unterstützung gewährt

werden. Dementsprechend sind 2012 die Fonds

„Heimerziehung West“ und „Heimerziehung in der

DDR“ errichtet worden. Bis zum 31. Dezember 2014

konnten betroffene ehemalige Heimkinder ihre Ansprüche

bei Ihrer zuständigen Anlauf- und Beratungsstelle

anmelden. Zum 31. Dezember 2018 hat dieser

Fonds seine Arbeit eingestellt.

Bedauerlicherweise blieb ursprünglich eine Gruppe

außen vor: Menschen, die als Kinder und Jugendliche

in der Zeit von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik

Deutschland bzw. von 1949 bis 1990 in der DDR in stationären

Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der

Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben, waren

nicht antragsberechtigt. So einigten sich erst 2016,

nach langen und schwierigen Verhandlungen, Bund,

Länder und Kirchen, auch für diese Betroffenen ein Hilfesystem

zu errichten. Seit dem 1. Januar 2017 gibt es

daher die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“. Doch die

Arbeit und die Leistungen der Stiftung sind bisher offensichtlich

kaum bekannt: Denn man ging davon aus,

dass über 90.000 Berechtigte sich melden würden. Jedoch

gab es bis Ende 2018 vergleichsweise nur verschwindend

wenige Anträge. Weniger als ein Zehntel

von ehemaligen Heimkindern aus Behinderteneinrich-

Tipp!

Genauere Informationen zu den Anlauf- und Beratungsstellen

und zur Stiftung Anerkennung und

Hilfe gibt es im Internet:

www.stiftung-anerkennung-hilfe.de

www.zbfs.bayern.de/opferentschaedigung/

stiftung-anerkennung-hilfe/index.php

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:

Christian Then, Beratungsstelle für Menschen mit

Behinderung und ihre Angehörigen

Telefon: 08161 / 4830-158

E-Mail: christian.then@lebenshilfe-fs.de

32 // SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING


tungen und Psychiatrien meldeten Ansprüche an die

Stiftung.

Deshalb wurde die Anmeldefrist zum Erhalt von Stiftungsleistungen

bis zum 31. Dezember 2020 verlängert,

damit mehr Betroffene ihre Ansprüche anmelden

können und dabei auch entsprechend unterstützt werden.

Anerkannt wird vor allem auch, wenn Kinder und

Jugendliche durch erzwungene Arbeit Leid und Unrecht

erfahren haben, oder wenn Medikamententests

vorgenommen wurden.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Betroffene

eine einmalige pauschale personenbezogene Geldleistung

zur selbstbestimmten Verwendung in Höhe

von 9.000 Euro. Diese soll die Folgewirkungen des Erlebten

abmildern und damit einen Beitrag zur Verbesserung

der Lebenssituation leisten. Betroffene, die

während ihres Aufenthaltes in der Einrichtung dort bis

zu zwei Jahre oder mehr als zwei Jahre gearbeitet haben,

ohne dass die Einrichtung dafür Sozialversicherungsbeiträge

gezahlt hat, können unter bestimmten

Voraussetzungen eine einmalige Rentenersatzleistung

erhalten. Für eine Arbeit von bis zu zwei Jahren beträgt

die einmalige Rentenersatzleistung 3.000 Euro, für

eine Arbeit von mehr als zwei Jahren beträgt die einmalige

Rentenersatzleistung 5.000 Euro. Die Entschädigungsleistungen

sind weder als Einkommen noch

als Vermögen gemäß §§ 82,90 SGB XII zu werten. Die

Leistungen der Stiftung sind ebenso steuerfrei und

nicht pfändbar.

In allen Ländern gibt es regionale Anlauf- und Beratungsstellen,

an die sich Betroffene wenden können.

Für Betroffene, die ihren Wohnsitz in Bayern haben, ist

die Anlauf- und Beratungsstelle beim Bayerischen Landesjugendamt

im Zentrum Bayern Familie und Soziales

(ZBFS) eingerichtet.

Modeschmuck und Töpfereien nach Wunsch

➢ Seit 2006 gibt es im Freisinger Wohnhaus Johannisstraße in der Seniorenbetreuung eine Kreativgruppe!

Die TeilnehmerInnen stellen Modeschmuck und Töpferwaren her und sind mit viel Spaß und Eifer dabei.

➢ Die Produkte gibt es auf Märkten und bei Festen zu kaufen. Vom Erlös wird neues Material eingekauft.

➢ Gerne können Sie bei uns im Haus die Waren besichtigen. Wir nehmen auch Aufträge an: Lassen Sie uns

Ihre Wünsche erfüllen!

➢ Kontakt: Ingrid Gramlich, Wohnhaus Johannisstraße Freising, Tel.: 08161/ 538590

SO WAR´S – DIE CHRONIK DER LEBENSHILFE FREISING // 33


Lebenslauf und Straßenfest

für Menschen mit und ohne Behinderung

Jetzt online anmelden zum Benefizlauf am 29. September in Freising

EINFACHE

SPRACHE

Schon zum 8. Mal gibt es den Lebenslauf in

Freising. Es geht um Laufen und Spenden-Geld

sammeln. Das Geld bekommt die Lebenshilfe.

Damit kann man Menschen mit Behinderung

viel besser helfen. Jeder kann mitmachen:

laufen, gehen oder mit dem Rolli fahren. Man

kann auch nur zuschauen. Es gibt ein Fest mit

gutem Essen, Musik und Spielen. Kommen Sie

am 29.9. zum Lauf!

Die Anmeldung läuft zum bereits 8. Lebenslauf, dem

jährlichen Benefizlauf der Stiftung Lebenshilfe Freising

für Menschen mit Behinderung im Landkreis Freising.

Er findet diesmal am Sonntag, 29.09. wieder um die

Moosachwiesen beim Restaurant Viva Vita, Gartenstr.

57 statt. Läuferanmeldung ist ab 12 Uhr möglich, dann

gibt’s eine kleine Begrüßung, der Startschuss fällt um

13 Uhr. „Wir freuen uns wie in den letzten Jahren auf

über 300 Läuferinnen und Läufer und viele Gäste von

groß bis klein“, erklärt erwartungsfroh Cheforganisatorin

und Fundraiserin Petra Wegener. Die Läuferinnen

und Läufer sollen sich deshalb möglichst frühzeitig im

Internet anmelden. In der automatischen Antwort-

Mail bekommen Sie dann direkt ihre Startnummer zugeteilt.

Einfach ins Internet gehen unter www.lebenshilfe-fs.de.

34 // HELFEN HILFT


„Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen“, so

Wegener. „Das Miteinander von klein bis groß, alt bis

jung, mit oder ohne Behinderung steht im Vordergrund.

Alle sollen Spaß haben!“ Dazu gibt es auch für

Nichtläufer ein Straßenfest: Essen und Getränke gibt es

im Biergarten des Viva Vita. Musik- und Sportgruppen

präsentieren ihr Können. Für Kinder gibt es vielfältige

Spiel- und Spaßmöglichkeiten vom Kinder-Schminken

bis zum Lebend-Kicker.

Mit den erlaufenen Spenden sichert die Stiftung Lebenshilfe

Freising die Angebote und Einrichtungen der

Lebenshilfe, zum Beispiel die Heilpädagogische Tagesstätte,

die Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation,

die drei Frühförderstellen und die Offene Behindertenarbeit.

„Im letzten Jahr haben über 300 Läufer fast

2367 Runden gedreht und legten damit eine Strecke

von über 3100 Kilometern zurück – vielleicht können

wir das dieses Jahr noch toppen“, freut sich Organisatorin

Petra Wegener.

HELFEN HILFT // 35


Schafkopf-Sonntag für den guten Zweck

112 Kartler beim 15. Benefiz-Schafkopfturnier der Stiftung Lebenshilfe Freising

EINFACHE

SPRACHE

Schon zum 15. Mal konnten Gäste im Restaurant

Viva Vita Karten spielen und gewinnen.

112 Spielerinnen und Spieler sind gekommen.

Sie mussten Eintritts-Geld bezahlen. 1680 Euro

sind zusammen-gekommen. Das Geld hilft

Menschen mit Behinderung bei der Lebenshilfe.

Es gab auch 3 Gewinner: sie konnten mit

einem teuren Auto fahren, Sachen zum Essen

mitnehmen oder gut zum Essen gehen.

Alle Jahre wieder im Frühjahr lädt die Stiftung Lebenshilfe

Freising zum Benefiz-Schafkopfturnier. Heuer kamen

112 Kartler an 28 Tischen – darunter auch einige

Kartlerinnen – am 14. April 2019 zum Schafkopf-Sonntag-Nachmittag

ins Freisinger Tagungshaus und Restaurant

Viva Vita, um ihr Können unter Beweis zu stellen.

In diesem Jahr begrüßte sie der Vorsitzende des

Stiftungsrats Andreas Huber: „Mit Ihrer Startgebühr

von 15 Euro unterstützen sie Menschen mit Behinderung

konkret bei uns daheim. Vielen Dank dafür!“ Die

Stiftung Lebenshilfe Freising setzt sich für Menschen

mit Beeinträchtigungen in unserer Region ein und ermöglicht

ihnen ein selbstbestimmtes Leben in unserer

Gesellschaft.

Beim Turnier gab es kein Geld zu gewinnen sondern

attraktive Sachpreise, die Firmen aus der Region zur

Verfügung stellten: Mehrere Gewinnpakete, vom Wochenend-

bis zum Wirtshauspaket, waren mit Elektrogeräten,

Präsentkörben, Gutscheinen und vielem mehr

gut gefüllt. Nach mehreren Stunden heftigen Kartelns

gab Turnierleiter Rudolf Schwaiger sen. die Bestplatzierten

2019 bekannt: 1. Siegerin wurde Hannah Link,

die ein Wochenende mit einem Audi e-tron, gestiftet

vom Autohaus Christl & Schowalter, durch die Gegend

flitzen konnte. Der Zweite Xaver Bolzer griff zum Präsentkorb

von Feinkost Kurz in Eching. Und als Dritter

freute sich Willi Haager über ein Paket mit einem Gutschein

für das Airbräu-Erlebnisbüffet, dazu Sporttasche,

Badetuch, Baseballcap und Getränkeflasche und

einiges mehr von der Flughafen München GmbH.

Hauptgewinner waren jedoch die Menschen mit Behinderung

bei der Lebenshilfe, die sich über 1680 Euro

aus der gespendeten Startgebühr freuen durften.

36 // HELFEN HILFT


Hilfen für Menschen mit Behinderung vor Ort

Aktion Mensch finanziert wieder zwei Fahrzeuge für die Lebenshilfe Freising

Die Lebenshilfe Freising will Menschen mit Behinderungen

da helfen, wo sie wohnen oder die Hilfe benötigen.

Dank der Finanzierung durch die Aktion Mensch

kann die Lebenshilfe das jetzt mit zwei neuen Fahrzeugen

tun, die extra für die Zwecke von Menschen mit

Behinderung umgebaut wurden. Michael Schwaiger,

Geschäftsführer der Lebenshilfe Freising, betonte: „Wir

sind der Aktion Mensch sehr dankbar für die beständige

Förderung unserer Arbeit für Menschen mit Behinderung.

Seit Jahrzehnten können wir uns auf die Aktion

verlassen. Herzlichen Dank dafür!“

Dank der Aktion Mensch ermöglicht jetzt ein eigener

PKW die Betreuung von Kindern und Erwachsenen,

die nicht sprechen können. Sintje Reicheneder,

die Leiterin der neuen Beratungsstelle für Unterstützte

Kommunikation BUK, erklärt: „Das Auto ist bei meinen

vielen Fahrten zu Kitas und Wohnhäusern unerlässlich.

Die Beratung und Betreuung in der gewohnten Umgebung

ist für Menschen mit Behinderung sehr wichtig.“

Mit dem zweiten Aktion-Mensch-Fahrzeug sind die Bewohner

des Hermann-Altmann-Hauses jetzt viel mobiler:

Der Kleinbus ermöglicht die Ausfahrt von ganzen

EINFACHE

SPRACHE

Menschen mit Behinderung brauchen Hilfe

dort, wo sie wohnen oder arbeiten. Dafür

braucht man Autos. Autos sind aber teuer.

Deshalb ist es super, dass die Aktion Mensch

wieder 2 Autos gespendet hat.

Ein kleines Auto bekommt die Beratungs-Stelle

für Unterstützte Kommunikation BUK. Ein

Kleinbus geht an das Hermann-Altmann-Haus.

Vielen Dank!

Gruppen, sei es dienstlich oder in der Freizeit. „Ein super

Bus!“ freuten sie sich bei der Übergabe mit Hausleiter

Günther Schwab: „Mit dem Bus können wir jetzt

überall dabei sein. Inklusion ganz praktisch umgesetzt!“

HELFEN HILFT // 37


Fast 15.000 Euro für sicheres Radeln

„Stiftung Antenne Bayern hilft“ spendet Lebenshilfe-Kindern neue Fahrräder

EINFACHE

SPRACHE

Kinder mit Behinderung wollen auch richtig

Rad-fahren lernen. Dafür braucht man viele

gute Räder. Jetzt konnten 30 neue Fahr-Räder

für die Heil-Pädagogische Tages-Stätte HPT

gekauft werden. Gezahlt hat die Stiftung

„Antenne Bayern hilft“. Jetzt können die Kinder

üben, damit sie sicher im Straßen-Verkehr sind.

Ein großes Dankeschön!

„Das schaut ja wie im Fahrradladen aus!“ Die Kinder

und Jugendlichen der Heilpädagogischen Tagesstätte

im Lebenshilfe-Bildungszentrum Gartenstraße in Freising

staunten nicht schlecht, als sie die lange Reihe nagelneu

blitzender Fahrräder sahen. Strahlen konnten

unlängst auch Felicitas Hönes, die Geschäftsführerin

der „Stiftung Antenne Bayern hilft“, die mit einer Spende

von 14.900 Euro die Räder finanziert hatte. Lebenshilfe-Vorsitzende

Monika Haslberger bedankte sich

und erläuterte: „Die „Stiftung Antenne Bayern hilft“ ermöglicht

mit dieser großherzigen Spende, dass unsere

Heilpädagogische Tagesstätte endlich das Projekt „Sicher

im Straßenverkehr radeln – mit und ohne Behinderung“

umsetzen kann. Mit dem maroden, alten

Fuhrpark, war das nicht mehr möglich.

Das Geld wurde in 30 neue Fahrräder, Helme, Werkzeug,

Schlösser und in eine Reparatur-Flatrate investiert.

Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen, die die

Heilpädagogische Tagesstätte besuchen, alles rund

um das Thema Fahrrad entwicklungsangepasst nahe

zu bringen. „Sehr gute Konditionen gewährte auch

Rouven Eifert von der Bike Station“ freute sich Michael

Reimann, Koordinator des Projekts. Einige Kinder durften

auch schon Probesitzen auf den neuen Rädern,

doch richtig benutzt werden sie erst in ein paar Tagen,

wenn Sie individuell angepasst worden sind.

38 // HELFEN HILFT


10.000 Euro für Menschen mit Behinderung

Apold-Bau übergab Lebenshilfe Spenden aus dem 40. Firmenjubiläum

Erfolgreiche Geschäftsleute mit offenen Augen für

Menschen, denen es nicht so gut geht, so könnte man

die Unternehmerfamilie Apold aus Großenviecht bezeichnen.

Zum 40. Gründungsjubiläum der renommierten

Baufirma luden die Geschäftsführer Andreas

und Manfred Apold ihre Geschäftspartner nicht nur zu

einer großen Feier Anfang Mai in den Alten Wirt nach

Langenbach. Statt Geschenken baten sie um eine

Spende an die Lebenshilfe Freising, die über 1000

Menschen mit Behinderung in Kitas bis zu Wohnhäusern

im ganzen Landkreis betreut. Über 7.000 Euro kamen

so von den Firmenpartnern zusammen, die von

der Familie Apold noch auf die stolze Summe von

10.000 Euro aufgerundet wurde.

„Gerade ein Jubiläum gibt Anlass, auf erfolgreiche

Jahre im Unternehmen zurückzublicken“, so Andreas

Apold bei der Spendenübergabe. Der Erfolg beruhe

auf eigener guter Arbeit und hervorragenden Geschäftspartnern.

„Dass unsere Partnerfirmen auch

noch so zahlreich gespendet haben, freut uns ganz besonders.

Ein ganz herzliches Dankeschön dafür!“, so

Apold. „Am Erfolg von Apold-Bau sollen aber auch

Menschen teilhaben, denen es nicht so gut geht und

EINFACHE

SPRACHE

40 Jahre lang hat die Familie Apold Häuser

gebaut. Das wurde mit Freunden und Kunden

groß gefeiert. Aber statt Geschenke zum

Firmen-Jubiläum wollte die Familie Geld-

Spenden für die Lebenshilfe. 10.000 Euro sind

dabei gesammelt worden. Für diese große

Spende sagte der Lebenshilfe-Chef Michael

Schwaiger ein ganz großes Dankeschön. Toll!

die Hilfe brauchen, gerade bei uns, in unserer Heimat!“.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Schwaiger bedankte

sich ganz herzlich, dass die Familie Apold bei

ihrem Spendenaufruf an die Lebenshilfe Freising gedacht

habe: „Die hohe Summe wird in unserer Stiftung

gezielt den Menschen zugutekommen, die Hilfe am

nötigsten haben.“

HELFEN HILFT // 39


Echinger Schüler erliefen 8.019,91 Euro

Imma-Mack-Realschule und Grundschule Eching fördern unsere BUK

EINFACHE

SPRACHE

Laufen, Spaß haben und Gutes tun! Ganz viele

Schüler aus der Real-Schule und Grund-Schule

Eching haben bei einem Spenden-Lauf mitgemacht.

Sie haben dafür von ihren Eltern,

Oma oder Opa Geld bekommen. Das

gesammelte Geld wurde dann aufgeteilt auf

den Verein Navis in Moosburg und die BUK,

das heißt: Beratungs-Stelle für Unterstütze

Kommunikation bei der Lebenshilfe. Über

8.000 Euro haben wir bekommen!

Vielen herzlichen Dank!

Die neueste Einrichtung der Lebenshilfe Freising, unsere

Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation, freut

sich über eine großherzige Unterstützung aus Eching.

Einrichtungsleiterin Sintje Reicheneder konnte am 22.

Juli 2019 in der Schulaula der Imma-Mack-Realschule

einen Scheck mit dem stolzen Betrag von 8019,91 Euro

in Empfang nehmen. Der Betrag ist die Hälfte der

Spenden aus einem Benefizlauf von Realschule und

benachbarter Grundschule. Die andere Hälfte ging an

die Katastrophenhilfe Navis e.V.

Am 5. Juli 2019 führte die Realschule Eching gemeinsam

mit der Grundschule Eching in der Nelkenstraße

einen Spendenlauf durch, an dem sich alle Realschüler

der 5. bis 9. und alle Grundschüler der 1. bis 4. Klassen

beteiligten. Die Kinder und Jugendlichen mussten sich

im Vorhinein um ihre eigenen Sponsoren bemühen,

die ihnen für jede bewältigte Runde (840 Meter für die

Realschüler, 467 bzw. 568 Meter für die Grundschüler)

einen bestimmten Betrag zusagten. Dabei konnten die

Schüler auf verschiedene Sponsoren (Oma, Onkel, Firma

des Vaters usw.) zurückgreifen. Niemand wurde

verpflichtet zu spenden, auch das Lauf- oder Walktempo

durften die Teilnehmer selbst bestimmen. Am Tag

der Durchführung waren die Kinder bei optimalen

Temperaturen hoch motiviert und die schnellsten Läufer

schafften ganze elf Runden während der fast 50-minütigen

Laufzeit.

40 // HELFEN HILFT


Begeisternder Wintersporttag gesichert

Allianz Kinderhilfe unterstützt Förderzentrum der Lebenshilfe Freising

Mit insgesamt 5.500 Euro sicherten die Stiftung Allianz

für Kinder und der Verein Allianz für Kinder in Bayern

e.V. zusammen mit Allianz Generalvertreter Udo

Winklhofer den diesjährigen Wintersporttag des Förderzentrums

in Freising. 184 Kinder und Jugendliche

konnten mit ihren Betreuern einen erlebnisreichen Tag

in den Bergen verbringen.

Zu Beginn des Schuljahrs war noch alles offen: „Die

Kinder lagen mir aber schon im Herbst in den Ohren,

ob es denn 2019 wieder einen Wintersporttag geben

würde“, sagt Martina Weingärtner, Sportlehrerin am

Förderzentrum. „Dabei hatten wir damals noch keine

Aussicht auf eine Finanzierung“. Schulleiter Björn Zaddach:

„Ein aufwändig geplanter Aktionstag im Schnee

ist auch bei einer Eigenbeteiligung der Eltern für uns

keine Selbstverständlichkeit“. 2018 musste der Ausflug

deshalb ausfallen.

Mit der Spende von insgesamt 5.500 Euro an den

Förderverein Freunde der Fröbelschule e.V. konnte die

eintägige Fahrt ins Sportcamp des Bayerischen Landes-Sportverbandes

(BLSV) nach Inzell gesichert werden.

Die Kinder konnten unter anderem Langlaufen,

Schneeschuhwandern oder Eisstockschießen oder einfach

nur in den riesigen Schneemengen tollten. Eindrucksvollsten

sind die Berichte der Kinder selbst: „Mir

hat das Schießen mit dem Lasergewehr beim Biathlon

am meisten Spaß gemacht“, sagte einer der größeren

Jungs. „Da hat es auch keine Rolle gespielt, ob ich mal

die Scheibe oder nur den Schnee getroffen habe“.

Die Spendensumme für den Wintersporttag kam

dank zweier Fußballveranstaltungen zusammen. Udo

Winklhofer organisierte einen Ü40-Fußballcup, an dem

EINFACHE

SPRACHE

Fast 200 Kinder mit Behinderung konnten im

vergangenen Winter in dem Ort Inzell in den

Bergen Winter-Sport machen. Die Allianz-

Versicherung hat dafür 5.500 Euro gespendet.

Der Verein „Freunde der Fröbelschule“ hat dann

das Geld an die Schule gegeben, damit alle

Kinder in die Berge fahren konnten.

auch Mannschaften von Bundesligavereinen teilnahmen.

Einen nicht unwesentlichen Beitrag hatten die

Schüler erbracht: Drei von ihnen waren am 6. Oktober

2018 beim Elfmeterschießen gegen FC Bayern-Maskottchen

Bernie in der Allianz Arena erfolgreich und

sicherten ihrer Schule so 2.500 Euro von der Stiftung

Allianz für Kinder.

HELFEN HILFT // 41


Unsere Spendengalerie:

>> Es ist eine Gnade, seinen 80. Geburtstag einigermaßen gesund

feiern zu können. Und es zeugt von einem großen Herz,

wenn man damit auch Menschen beschenkt, die es nicht

ganz leicht haben im Leben. Der Marzlinger Altbürgermeister

August Hartmeier (M.) hat beides getan. Auf seiner Geburtstagsfeier

rief er zu Spenden für die Lebenshilfe auf: 1665 Euro

gaben seine Gäste, der Jubilar rundete die Summe auf glatte

2000 Euro auf. Wenig später überbrachten August Hartmeier

und seine Ehefrau Katharina eigenhändig die Geburtstagsspende

an Geschäftsführer Michael Schwaiger. Vielen Dank!

>> Verschenkte Freude ist doppelte Freude. Nach diesem

Motto verzichtete Johann Stegmair (r.), Bürgermeister

von Hohenkammer, zu seinem 60. Geburtstag

auf teure Geschenke. Er bat seine

zahlreichen Gratulanten stattdessen um Geldspenden

für die Lebenshilfe Freising. 3.500 Euro

kamen dabei aufgerundet zusammen. Herzlichen

Dank sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael

Schwaiger bei der Spendenübergabe.

>> Im Frühjahr erhielt die Stiftung Lebenshilfe Freising noch ein

verspätetes Weihnachtsgeschenk: Einen Scheck in Höhe von

3.000 Euro konnte Monika Haslberger, Stiftungsratsmitglied

und Vorsitzende der Lebenshilfe Freising e.V., in Empfang

nehmen. Die Auszubildenden der HASIT Trockenmörtel

GmbH hatten 2018 die Firmen-Weihnachtsfeier organisiert.

Dabei kam durch eine Tombola sowie eine Zugabe von HASIT

und der FIXIT TM Holding GmbH der Betrag von 3000 Euro

zusammen. Einig war man sich, dass die Summe Menschen

mit Behinderung in der Region zugutekommen soll.

>> Zum 10-jährigen Jubiläum der NR Neue Raumpflege

Gebäude-Dienstleistungs-GmbH übergab

Geschäftsführer Anton Linseisen eine Spende

von 2.000 Euro. Das Jubiläumsfest feierte die Belegschaft

im Lebenshilfe-Restaurant Viva Vita. Im

Bild (v.l.n.r.): Anton Linseisen und Mandy Donat-

Ziegler, Technische Assistenz Neue Raumpflege

sowie Fundraiserin Petra Wegener und Geschäftsführer

Michael Schwaiger von der Lebenshilfe.

42 // HELFEN HILFT


Spendable Mitarbeiter hat die Molkerei Weihenstephan.

Michael Singer (l.), Geschäftsführer Operations,

und Dr. Tim Bisping (r.), Leiter Personal,

übergaben im Frühjahr im Namen ihrer 350 KollegInnen

den aufgerundeten Erlös von 1.500 Euro

aus dem Losverkauf beim traditionellen Mitarbeiterfest

vor Weihnachten. Die Beschäftigten selbst

kamen auf die Idee, für einen gemeinnützigen

Zweck zu sammeln. Wortwörtlich naheliegend

war dabei die Lebenshilfe Freising in der weiteren

Nachbarschaft.

>> Völlig unerwartet erreichte die Lebenshilfe Freising eine

Spende von genau 2.551,09 Euro aus der britischen Hauptstadt

London. Die Summe ist das geteilte Preisgeld von 4720

Pfund Sterling, das ein Team aus App-Entwicklern der Firma

knk Business Software AG aus Kiel bei einem Microsoft-

Hackathon gewonnen hat. Ein Hackathon ist so etwas wie ein

„Hacker-Marathon“, bei dem Teams in nur wenigen Stunden

gegeneinander Apps entwickeln. knk-Teammitglied Erik

Hartmann (2.v.r.) ist Freisinger: „Ich kenne die Lebenshilfe

Freising schon lange durch meine Zeit als Zivi. Zudem machte

mich bei einem Besuch Pressesprecher Dr. Martin Weindl

auf das aktuelle Projekt ‚Unterstütze Kommunikation‘ aufmerksam,

bei dem behinderte Menschen, die nicht sprechen

können, mit Hilfe von technischen Geräten wie einem Tablet

kommunizieren können. Damit haben wir sogar eine inhaltliche

Verbindung zur Software-Entwicklung gefunden!“

>> Ein Riesenscheck im Wert von 1.000 Euro und ein

Dankebild standen im Mittelpunkt der Spendenübergabe

von Studioleiterin Petra Zuckschwert-

Martin (M.) vom Freisinger Yogastudio Yogaflows

an die Lebenshilfe-Kita „Moosschifferl“ in Attaching,

vertreten durch Leiterin Gabriele Völkel (r.)

und Geschäftsführer Michael Schwaiger (l.). „Von

dieser Summe werden wir sicher etwas in unseren

Garten investieren. Frisches Grün haben wir dringend

nötig“, so Kitaleiterin Völkel. „Tu dir und anderen

etwas Gutes“, unter diesem Motto standen am

10. Februar die Workshops bei Yogaflows. Alle

Kurseinnahmen wurden dabei an das „Moosschifferl“

gespendet. Darüber hinaus verzichteten die

Yoga-Lehrerinnen auf ihr Honorar – alles nach

dem „Dana-Prinzip“ beim Yoga, das eine freimütige

Gabe beschreibt.

HELFEN HILFT // 43


Eine sicherer Hafen ist schon seit einigen Jahren

der Kontakt zur Süddeutschland-Vertretung des

Hafens Rotterdam. Bei ihrer „3. Port of Rotterdam

Bayern Golftrophy“ in der Golfanlage Holledau kamen

mit den Teilnahmegebühren und aufgestockt

1.000 Euro zusammen, die Ingrid Rossmeier (r.),

Repräsentantin der Port of Rotterdam Authority

für Süddeutschland, an Michael Schwaiger und

Sintje Reicheneder, die Leiterin der Beratungsstelle

für Unterstütze Kommunikation, am 24. Juli

2019 übergab.

>> Aus guter Tradition unterstützt Kreishandwerksmeister

Martin Reiter (r.), der Inhaber der Trockenbaufirma

Reiter GmbH in Nandlstadt jedes

Jahr die Lebenshilfe Freising. Er kenne die wichtige

Arbeit der Lebenshilfe für und mit Menschen

mit Behinderung in der Region Freising und wolle

diese auch materiell fördern. Martin Reiter überreichte

dazu den großzügigen Betrag von 1.000

Euro an den Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael

Schwaiger, der sich für die langjährige Förderung

herzlich bedankte.

>> Die Moosburger Polizei-Inspektion zeigt ein großes Herz. Sie übergab je 555 Euro aus ihrer Weihnachtstombola an das

Anneliese-Schweinberger-Haus der Lebenshilfe und den Weißen Ring. Moosburgs Polizeichef Christian Bidinger (l.) betonte

bei der Übergabe: „Beide Einrichtungen haben es wirklich verdient, Spendengelder zu erhalten. Ich möchte mich

zudem bei meinen Kollegen bedanken, die sich sehr spendenfreudig zeigten“. Petra Wegener (r.) vom Fundraising der

Lebenshilfe Freising sowie die stellvertretende Einrichtungsleiterin Conny Fuchs (4.v.l.) und die Bewohner Reinhold Lichtenstern

(4.v.r.) und Hannelore Metzinger (3.v.l.) vom Anneliese-Schweinberger-Haus bedankten sich herzlich.

44 // HELFEN HILFT


Freisinger Tagblatt, 22.02.2019

>> Die Freiwillige Feuerwehr Mintraching betreibt zusammen mit anderen Vereinen jedes Jahr einen Christkindlmarkt

und Adventsstadl. Der Erlös 2018 ging diesmal zur Hälfte an die Stiftung Lebenshilfe. Die Spendensumme

von 900 Euro wird an die neue BUK – Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation gehen.

>> Spende unter Bühnenkollegen: Angela Flohr, 1.

Vorsitzende der Laienbühne Freising, übergab

Lebenshilfe-Geschäftsführer und Bühnenkollege

Michael Schwaiger einen Scheck von 500 Euro

zum Dank für Ausweich-Probenräume. „Seit der

Generalsanierung des Asamgebäudes am Marienplatz

stehen wir nicht nur ohne angestammte

Bühne sondern auch ohne Probenräume da“, schildert

Angela Flohr das Problem. Ein Glück, dass mit

der Aula des Bildungszentrums Gartenstraße eine

geräumige Ausweichstätte gefunden wurde. Angela

Flohr: „Deshalb wollen wir uns mit unserer

Spende ganz herzlich für die Notherberge bedanken!“

>> An zwei Nachmittagen erlebten an die 20 Kinder

der Echinger Kindertagesstätte „Bunte Arche“ ihr

blaues Wunder: Auf kleinen Leinwänden zauberten

die Mädchen und Buben blaue Aquarien mit

bunten Fischen. Unter dem Blau des Himmels

wuchsen mit Pinsel und Tupfer bunte Blumenwiesen

heran. Zwei besondere Kita-Nachmittage organisierten

zwei Damen, die selber mitmalten und

Hilfestellung gaben: Die Künstlerin Sieglinde

Läng (hinten l.) und Maria Riemensberger vom

Lions-Hilfswerk Eching. Ein großes Dankeschön

an das Hilfswerk, das den Kindern mit und ohne

Behinderung diese zwei Nachmittage voller Kunst

spendete!

HELFEN HILFT // 45


Ohne Barrieren können Kinder und Jugendliche im Rollstuhl oder mit Gehhilfen ab sofort zum Sportplatz

gelangen. Dank Eigeninitiative und Spenden vieler Unternehmen der Region konnte nun ein Rollipfad von

den Schulgebäuden zum Sporthartplatz im Bildungszentrum Gartenstraße der Lebenshilfe Freising eröffnet

werden. „Vor Jahren dachten wir noch: Zum Sportplatz können wir ja über die Wiese fahren. Doch mit der Zeit

ging es einfach nicht mehr. Wir haben bei Matschwetter für unsere Rollifahrer unbedingt einen einfachen und

sicheren befestigten Weg gebraucht“, erklärt Initiator Michael Reimann, Heilpädagoge in der Tagesstätte HPT

im Bildungszentrum. Zusammen mit den Jugendlichen der Berufsschulstufe wurde das Bauvorhaben geplant

und mit Hacke und Schaufel auch selber gebaut. Großgeräte und Baumaterial kamen von Spendern

und Förderern: Eine Geldspende von Texas Instruments Freising finanzierte den Einsatz eines Minibaggers.

Container sowie die Tragschicht des Unterbaus kamen vom Erdbauunternehmen Obermeier aus Zolling.

Rüttler, Randsteine und Platten spendete der Hagebaumarkt in Freising, der Splitt kam von Übelein Fachhandel

für Baustoffe Freising, der Beton von der Firma Rohrdorfer Transportbeton Freising-Erding und Spezialgeräte

von M+M Garten- und Landschaftsbau in Achering. Reimann: „Alle Firmen haben sofort zugesagt.

Das macht wirklich Mut für ähnliche Projekte in der Zukunft!“

>> Texas Instruments erfüllt Lern- und Kino-Träume.

Viel Freude über die Spende von Beamer, Leinwand

und einer Spielekonsole gab es bei den Jugendlichen

der Heilpädagogischen Tagesstätte

der Lebenshilfe Freising. „Unsere Jugendlichen

wünschen sich schon lange, einmal zusammen ein

Kino-Erlebnis zu planen, um dann den Film auf einer

großen Leinwand gemeinsam genießen zu

können oder bei entsprechenden Computerspielen

das Miteinander zu üben“, berichtet Annette

Martin, die Leitung der Tagesstätte. Dem Jugendraum

fehlte aber bislang die notwendige Technik-

Ausstattung. Diese brachten nun Elisabeth Pfeiffer

(vorn, 2.v.l.) und Frank Meyfarth (vorn, r.) von

Texas Instruments vorbei, sehr zur Freude von

Annette Martin (hinten r.) und Petra Wegener

(vorn l.), Fundraiserin der Lebenshilfe Freising.

46 // HELFEN HILFT


Grenzenlosen Badespaß für Menschen mit Behinderung

bescherte das neue Freisinger Erlebnisbad

fresch. Es stiftete Gutschein-Karten für neun

Einrichtungen der Lebenshilfe. Jetzt können auch

Menschen mit Behinderung ganz einfach dabei

sein. „Im Zeichen der Inklusion freuen wir uns ganz

besonders, wenn auch Kinder, Jugendliche und

Erwachsene mit Behinderungen unser neues

Erlebnisbad besuchen wollen“, erklärt Viktoria

Reischl (2.v.r.) vom fresch. Über 100 junge und

ältere Menschen mit Behinderung haben jetzt

günstigen Zugang zum neuen Bad. Schon einmal

Hallenluft schnuppern konnte die Gruppe „Sonne“

der Heilpädagogischen Tagesstätte, als die fünf

Jugendlichen und ihre Betreuer die Gutscheine

abholen durften. Auch Fundraiserin Petra Wegener

(3.v.r.) bedankte sich im Namen der Menschen mit

Behinderung bei der Lebenshilfe.

>> Weihnachtsgeschenke im Frühling gibt es nicht

oft. Umso willkommener waren 410 Euro an Spenden

aus der 1. Vitago Hofweihnacht. Im Dezember

letzten Jahres hatten die Mitglieder der Trainingsund

Reha-Einrichtung in Moosburg ein Herz für

ihre Mitmenschen gezeigt. Die Vitago-Geschäftsfüher

Johannes Oberhofer (2.v.r.) und Rainer Zistl

hatten ihre Mitglieder zur Feier für den guten

Zweck eingeladen. Über die dabei gesammelten

Spenden freuen konnten sich neben dem Tierschutzverein

Freising auch die Menschen mit Behinderung

im Hermann-Altmann-Haus in Sünzhausen.

Eine Bewohnergruppe mit ihrem Betreuer

Severin Schweisguth (r.) besuchte Vitago in Moosburg

und nahm die schöne Spende in Empfang.

>> Herzlichsten Dank

an alle diese Spender und Förderer und auch an all

jene, die hier zwar nicht genannt sind, uns aber

trotzdem mit ihrer Zeit und/oder ihrem Geld helfen,

unsere Arbeit für Menschen mit Behinderung

im Landkreis immer noch besser zu machen. …

damit Teilhabe gelingt!

Ihre

Lebenshilfe Freising

>> Kontakt

Wollen Sie die Lebenshilfe Freising unterstützen?

Brauchen Sie Infos und Anregungen?

Ich freue mich auf Ihre Nachricht!

Petra Wegener

Referentin Fundraising

Gartenstraße 57, 85354 Freising

Telefon: 08161 / 4830-159

E-Mail: spenden@lebenshilfe-fs.de

HELFEN HILFT // 47


Bei Unzustellbarkeit Anschriftenberichtigungskarte! Bei Umzug Anschriftenberichtigungskarte!

Lebenshilfe Freising e.V.

Gartenstraße 57

85354 Freising

Tel.: 08161- 4830-0

Fax: 08161- 4830-130

www.lebenshilfe-fs.de

info@lebenshilfe-fs.de

Veranstaltungskalender

TERMIN VERANSTALTUNG VERANSTALTER / ORT

SEPTEMBER

So, 29.09.

13-16 Uhr

8. Lebenslauf zugunsten der Stiftung Lebenshilfe Freising Viva Vita, Gartenstr. 57,

85354 Freising

OKTOBER

Do-Sa, 10.-12.10.

9-15 Uhr

Sa, 26.10.

20 Uhr

Stand der Lebenshilfe Freising auf der BerufsFit Ausbildungsmesse

„Dance to the music“: Konzert-Tanzabend der Lebenshilfe-Band

„Süße Lotte“ mit dem Tanzsportzentrum Freising im Rahmen des

inklusiven Kulturfestivals „mitanand“ der Stadt Freising

Winterdiensthalle, Nordallee,

Flughafen München

Furtner Bräu,

Obere Hauptstraße 42,

85354 Freising

Mo, 21.10.

19.30 Uhr

Ordentliche Mitgliederversammlung Viva Vita, Gartenstr. 57,

85354 Freising

NOVEMBER

Sa, 30.11.

10-16 Uhr

Christkindlmarkt von ISW und BiG ISW, Gartenstr. 40,

85354 Freising

DEZEMBER

Di, 03.12. Welttag der Menschen mit Behinderung Zeitungskolumne

Ordentliche Mitgliederversammlung

Die nächste Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Freising

e.V. findet am Montag, 21. Oktober 2019 um 19.30

Uhr im Viva Vita, Gartenstr. 57, 85354 Freising statt. Die

Einladung mit Tagesordnung ergeht rechtzeitig. Stimmberechtigte

Mitglieder, die Vorschläge zur Tagesordnung

haben, werden gebeten, diese bis zum 23. September

2019 einzureichen an: Vorstand der Lebenshilfe Freising

e.V., Postfach 1329, 85313 Freising.

>> IMPRESSUM

Möchten Sie etwas schreiben, haben Sie einen Themenvorschlag

oder können Sie als Interviewpartner zur Verfügung

stehen? Rufen Sie uns in der Geschäftsstelle der

Lebenshilfe Freising an, Tel.: 08161 / 4830 - 124. Über Ihre

Mitarbeit würden wir uns sehr freuen.

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe:

02. Dezember 2019

HERAUSGEBER:

Lebenshilfe Freising e.V.

Gartenstraße 57, 85354 Freising

Tel.: 08161 / 4830 - 0

Fax: 08161 / 4830 - 130

www.lebenshilfe-fs.de

info@lebenshilfe-fs.de

VERANTWORTLICH:

Michael Schwaiger,

Geschäftsführer

REDAKTION:

Dr. Martin Weindl,

Stabsstelle für Kommunikation

und Öffentlichkeitsarbeit

Gesamtherstellung:

Lerchl-Druck e. K., Freising

ERSCHEINUNGSWEISE:

Vierteljährlich an alle Mitglieder und

MitarbeiterInnen der Lebenshilfe Freising

sowie für Förderer und Freunde.

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