2019/49 - unternehmen[!] - ET: 6.12.2019

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin

im Südwesten

spezial

Dezember 2019

Wirtschaft

auf der Alb

Unternehmen und Dienstleister

von der Alb stellen sich vor.


FREUDE AM BAUEN

ERLEBEN!

MENSCHEN MACHEN UNSERE FIRMA AUS UND GEBEN IHR EIN GESICHT!

LEONHARD WEISS – das sind 5.458 kompetente Mitarbeiter, die „mit Freude am Bauen“ europaweit Projekte erfolgreich

werden lassen. Unser Motto haben wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam geschaffen.

Sie alle sind das Fundament unseres Erfolgs. Werden auch Sie ein Teil von uns und verwirklichen Sie anspruchsvolle

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unternehmen [!] inhalt/impressum 3

Visionen und Fortschritt

Vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut

Schmidt stammt das Zitat „Wer

Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“.

Auf der Alb hatten sie eine solche,

sind aber zur Bahn gegangen. Ende

2022 wird die Vision zur Realität –

die ersten Züge werden fahren. Und

so kann unser Autor Joachim Lenk in

seinem Beitrag über die Entstehung

und Bedeutung des Regionalbahnhofs

Merklingen viele Verantwortliche mit

Vokabeln wie „Quantensprünge“,

„Wunder“ oder „historisch“ zitieren.

Wo wir gerade bei Fortschritt sind:

Auch Jeff Bezos sei gewarnt. Der regionale

Lieferdienst „Emma bringts“

leistet, was Amazon noch nicht kann:

Bestellung und Lieferung am gleichen

Tag. Gruß nach Seattle!

Diese Beispiele zeigen, wie man mit

Ideenreichtum, Tatkraft und Hartnäckigkeit

seine Region nach vorne

bringen kann. Ich wünsche Ihnen

eine anregende Lektüre.

Ihr Tobias Lehmann,

Objektleitung unternehmen [!]

titelthema

6 Ein Regionalbahnhof für Merklingen

Es kommt nicht mehr sehr häufig vor, dass

neue Bahnhöfe in Betrieb gehen – meist ist

eher das Gegenteil der Fall. Der neue Regionalbahnhof

ist deshalb etwas ganz Besonderes.

leben

10 Emma bringts bis an die Haustüre

Im regionalen Einzelhandel bummeln

und shoppen – und das bequem von

zu Hause aus: Ein neuer Lieferdienst

macht es möglich.

hintergrund

12 Das Alb-Bähnle dampft heute noch

Die Bahn spielte vor mehr als 100 Jahren eine

wichtige Rolle im Leben der Menschen –

auch die Alb war gut angebunden. Seit 1990

verkehrt das „Alb-Bähnle” aber nur noch zu touristischen

Zwecken.

kunst und kultur

14 Otto war auch schon da

Sontheim ist ein Teilort von Heroldstatt.

Dank der Galerie Frenzel geben sich hier

bekannte Künstler die Klinke in die Hand.

Impressum

Wirtschaft auf der Alb

ist ein Supplementl von

unternehmen [!] #70

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Stefanie Müller (verantwortlich),

Kerstin Auernhammer,

Joachim Lenk

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Titelfotos

Joachim Lenk (2), privat (1)

weitere Fotos

Joachim Lenk,

Stadtarchiv Laichingen,

privat

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director),

mediaservice ulm

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen


4 titelthema unternehmen [!]

Das offizielle Bahnschild des neuen Regionalbahnhofes „Merklingen – Schwäbische Alb“, darunter das antike Schild aus dem vergangenen

Jahrhundert.

Fotos: Joachim Lenk

Ein Regionalbahnhof

für Merklingen

Wirtschaft Von der Lachnummer zum Regionalbahnhof: Erste Züge fahren Ende 2022.

Zwölf Kommunen und das Landratsamt beteiligen sich an den Kosten. Von Joachim Lenk

Bis 1985 hatte die heute

2.000 Einwohner zählende

Gemeinde Merklingen

bereits einen

Bahnhof, der an der

Schmalspurbahnstrecke von Laichingen

(Alb-Donau-Kreis) nach

Amstetten (Landkreis Göppingen)

lag. Da diese Zugverbindung

eingestellt wurde, ließ man

das Gebäude in der Ortsmitte abreißen.

Derzeit ist man dabei, einen

neuen Regionalbahnhof zu

bauen, nicht an der Nebenbahnstrecke

von einst, sondern an der

Neubahntrasse zwischen Wendlingen

(Landkreis Esslingen) und

Ulm. Wenn alles nach Plan läuft,

halten im Regionalbahnhof Merklingen

(Schwäbische Alb) Ende

2022 die ersten Züge. Laut einer

Prognose steigen dort einmal

täglich bis zu 1.200 Menschen ein

und aus. Zeitweise sah es gar

nicht danach aus, dass das rund

53 Millionen Euro teure Projekt

Das war

damals

die große

Lachnummer.

Gerhard Maier

Visionär

in Merklingen überhaupt verwirklicht

werden kann. Aber alles

der Reihe nach. Wir schreiben

das Jahr 2003. Bei einer Informationsveranstaltung

der DB

Netz zum anstehenden Flurbereinigungsverfahren

hatten der

Laichinger Gerhard Maier und

der Heroldstatter Bürgermeister

Karl Ogger erstmals einen Bahnhalt

an der Neubahnstrecke ins

Gespräch gebracht. „Das war damals

die große Lachnummer“,


unternehmen [!] titelthema 5

Zweckverband

Region Schwäbische Alb

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Aus der Region zu Dir nach Hause

Stuttgart

B28

Mühlhausen

im Täle

Wiesensteig

Westerheim

Heroldstatt

Drackenstein

Hohenstadt

Laichingen

B466

Bad Ditzenbach

Göppingen

Nellingen

Merklingen

Berghülen

Dem Ende 2016 ins Leben

gerufenen Zweckverband Region

Schwäbische Alb gehören inzwischen

zwölf Städte und Gemeinden

aus zwei Landkreisen an.

Aus dem Alb-Donau-Kreis sind

dabei: Laichingen, Dornstadt,

Berghülen, Heroldstatt, Merklingen,

Nellingen und Westerheim.

Aus dem Landkreis Göppingen

beteiligen sich Drackenstein,

Hohenstadt, Bad Ditzenbach,

Mühlhausen im Täle und Wiesensteig.

In diesen Kommunen leben

knapp 40.000 Menschen.

Ziel des Verbands ist neben der

Realisierung des Regionalbahnhofes

Merklingen (Schwäbische

Blaubeuren

A8

Geislingen an der Steige

B10

Dornstadt

4 km

Alb) die Förderung und weitere

Entwicklung der Region Oberes

Fils tal / Laichinger Alb. Zur Finanzierung

ist ein bis zu 50

Hektar großer Industrie- und Gewerbepark

zwischen Merklingen

und Nellingen geplant, der in

Sichtweite zur Autobahn 8 und

zum neuen Bahnhalt bis Ende

der 2020er-Jahre in mehreren

Teilabschnitten entsteht. In den

nächsten Jahren wird zuerst der

Flächennutzungsplan, dann der

Bebauungsplan in Angriff genommen.

„Von den zu erwartenden

Vorteilen profitieren dann

einmal alle zwölf Städte und

Gemeinden“, sagt Verbandsvorsitzender

Klaus Kaufmann.

GRAFIK: mediaservice ulm, Alen Pahic

www.stepmap.de · Kartenmaterial: OpenStreetMap, Lizenz ODbL 1.0

Ulm

ingt

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rein!

Stöbern

Informieren

Einkaufen

Lokaler Online-Shop

Präsentation der teilnehmenden

Betriebe

Emma bloggt mit Informationen

rund um die Laichinger Alb

Veranstaltungskalender

Aktuelles Mittagstischangebot

Der lokale Online-Marktplatz

auf der Laichinger Alb

erinnert sich Maier. Trotzdem

ließen sich Maier und Ogger

nicht beirren. Sie setzten sich mit

Kollegen und dem damaligen

Projektplaner der Bahn zusammen.

Gemeinsam erarbeiteten

sie einen Entwurf für einen Halt

am Ortsrand von Merklingen, einen

Steinwurf von der parallel

verlaufenden Autobahn 8 Ulm –

Stuttgart entfernt. Rein prophylaktisch

floss diese Konzeption

in das Planfeststellungsverfahren

der Neubaustrecke ein, sodass einer

möglichen Realisierung in

ferner Zukunft nichts entgegenstehen

würde.

Vorausschauender Schritt

Dieser vorausschauende Schritt

sollte sich später tatsächlich bezahlt

machen, als bekannt wurde,

dass nicht nur Hochgeschwindigkeitszüge,

sondern

auch Regionalzüge auf der Strecke

Wendlingen – Ulm fahren

werden.

2013 setzte der frischgewählte

Laichinger Bürgermeister

Klaus Kaufmann ein Wahlversprechen

um und wurde bei Landesverkehrsminister

Winfried

Hermann wegen des Regionalbahnhofs

vorstellig. Der war sofort

Feuer und Flamme, trotz Widerständen

im eigenen Haus, und

vereinbarte einen Gesprächstermin

mit allen Beteiligten in Stuttgart.

Parallel dazu machte der

Laichinger Kreisrat Heinz Surek

Werbung für das Projekt bei örtlichen

Landes- und Bundespolitikern.

Jetzt witterte nicht nur die

Gemeinde Merklingen, sondern

auch die Gemeinden auf der Laichinger

Alb die Chance, dass

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6 titelthema unternehmen [!]

Die Planung des Regionalbahnhofes Merklingen im Detail.

Quelle: B Projekt Stuttgart–Ulm GmbH

eventuell doch ein Funken Hoffnung

bestehe. Die Mitglieder des

Gemeindeverwaltungsverbandes

(GVV) Laichinger Alb (Laichingen,

Heroldstatt, Merklingen,

Nellingen und Westerheim) und

der Landkreis Alb-Donau gaben

daraufhin 2014 eine Potenzialanalyse,

dann eine Machbarkeitsstudie

in Auftrag. Eine im September

2015 vorgelegte Berechnung

ergab, dass das Projekt tatsächlich

wirtschaftlich sei und

deshalb vom Land grundsätzlich

finanziert werden könne. Der

Landkreis Alb-Donau (1,5 Millionen

Euro) und die Kommunen

auf der Laichinger Alb (11,5 Millionen

Euro) erklärten, sich mit

insgesamt 13 Millionen Euro unter

anderem an der Planung des

Regionalbahnhofes und dem Bau

eines Parken-und-Mitnahme-

Parkplatzes für etwa 400 Autos,

Busse, Räder und Taxis zu beteiligen.

An eine WC-Anlage und

Ladestationen für E-Autos wurde

ebenfalls gedacht. Die Er-

BAUHERRENBERATUNG

Begonnen hat Kneer-Südfenster

1932 als kleine Möbelschreinerei

in Westerheim auf

der Schwäbischen Alb. Heute

beschäftigt das leistungsfähige

Familienunternehmen

700 Mitarbeiter und ist

deutschlandweit einer der

führenden Hersteller von Qualitätsfenstern

und -Haustüren.

In drei Kneer-Südfenster-Werken

wird rein auftragsbezogen,

also ganz individuell und

nach Maß gefertigt.

Die Firma Kneer in Westerheim

ist auf exklusive Bauelemente

aus Aluminium-Holz in

allen Größen und Varianten

spezialisiert.

Das Süd-Fensterwerk in

Schnelldorf ist die Hochburg

wunderschöner, edler Holzfenster

und -Haustüren.

Beide Großbetriebe produzieren

außerdem Kunststoff-

Fenster aus namhaften Markenprofilen.

Süd-Bauelemente, mit Sitz im

brandenburgischen Massen,

vervollständigt das breit gefächerte

Angebot mit Fenstern

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Täglich verlassen rund 1.600

Fenster und 50 Haustüren die

Werke um mit firmeneigenen

LKWs zu den Kunden zu gelangen.

Kneer-Südfenster ist Partner

von Bauelemente-Händlern,

Schreinereien, Zimmereien,

Bauträgern und großen Fertighaus-Herstellern.

Beliefert werden neben dem

gesamten Bundesgebiet Kunden

in europäischen Nachbarländern,

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Russland, Aserbaidschan,

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unternehmen [!] titelthema 7

Schon jetzt kann man gut erkennen, wie der Regionalbahnhof Merklingen einmal aussehen wird.

Fotos: Joachim Lenk

Rathaus. An diesem Tag wurde

der Vertrag zum Bau des Regionalbahnhofes

mit dem Land Baden-Württemberg,

der Deutschen

Bahn und dem Zweckverband

Region Schwäbische Alb

unterschrieben. „Dieser Bahnhalt

bringt einen Quantensprung

für die Erschließung der umliegenden

Kommunen“, sagte ein

sichtlich zufriedener Landesverkehrsminister

Winfried Herschließung

erfolgt über eine

Stichstraße von der Kreisstraße

7407 aus, die von Merklingen

über die Wohnsiedlung Widderstall

nach Hohenstadt verläuft.

Baubeginn wird voraussichtlich

Anfang 2021 sein. Die Kommunen

erklärten, die Kosten über

die Anhebung der Grundsteuer

A und B und der Gewerbesteuer

zu schultern. Ende November

2016 wurde aus formalen Gründen

der Zweckverband Region

Schwäbische Alb ins Leben gerufen,

dem neben den GVV-Mitgliedern

inzwischen auch noch

Berghülen und Dornstadt (beide

Alb-Donau-Kreis) sowie Drackenstein,

Hohenstadt, Bad Ditzenbach,

Wiesensteig und Mühlhausen

im Täle (alle Landkreis

Göppingen) angehören. Dieser

Verband spricht mit einer Stimme

in allen Belangen rund um

den Bahnhalt und einem künftigen

Industrie- und Gewerbepark,

außerdem darf er Realisierungsund

Finanzierungsvereinbarungen

unterzeichnen. Verbandsvorsitzender

ist der Laichinger Bürgermeister

Klaus Kaufmann.

Verkehrsminister spricht

von „Quantensprung”

Am 2. Dezember 2016 knallten

die Sektkorken im Merklinger

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Bereit für

die Zukunft

Die Gemeinde Heroldstatt ist auf einem

gesunden Wachstumskurs.

Heroldstatt ist malerisch gelegen:

Auf der Schwäbischen Alb,

eingebettet in Natur, mit einer

überdurchschnittlich guten Infrastruktur.

Und die Gemeinde

arbeitet daran, noch attraktiver

zu werden. „Wir haben einen Antrag

auf Städtebauförderung gestellt,

so kann die innerörtliche

Entwicklung Heroldstatts vorangetrieben

werden“, erklärt

Hauptamtsleiterin Anja Sauer.

Ein Gewerbegebiet,

zwei neue Wohngebiete

Momentan laufen die Planungen

für die Erweiterung des Gewerbegebiets

im Nordosten: „Für das

Areal ,Auf dem Wörth X‘ beginnt

derzeit die Erschließung.“ Die

konkrete Aufteilung ist noch

nicht erfolgt, Interessenten haben

also gute Chancen, ihre eigenen

Wünsche umzusetzen.

Einen Schritt weiter ist die Gemeinde

mit ihrem neuesten

Wohngebiet. „Ober dem Steigle“

heißt es. „Im nächsten Sommer

geht es los, wir haben hier 50

Bauplätze für Einzel- und Doppelhäuser.

In den nächsten Jahren

wollen wir ein weiteres Baugebiet

,Hinter den Pfarrgärten II‘

ausweisen“, erklärt Sauer. Die

Hauptamtsleiterin schätzt an

Heroldstatt vor allem den dörflichen

Charakter. „Man ist nah an

der Natur und dank guter

Verkehrsanbindung trotzdem

schnell in der Stadt.“ ka

Info Wer sich für einen Bauplatz

oder eine Gewerbefläche interessiert,

kann sich unter info@heroldstatt.de

oder Tel. 07389 9090-0 an

die Gemeindeverwaltung wenden.

Ein herzliches Willkommen!

Heroldstatt ist eine attraktive und

lebendige Gemeinde im Herzen der

Schwäbischen Alb und am Rande

des Biosphärengebiets. Zahlreiche

Vereine prägen das gemeindliche

Leben. Heroldstatt verfügt über eine

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8 titelthema unternehmen [!]

Vertreter des Verbandes Region Schwäbische Alb, Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG sowie Landes- und Bundespolitiker stoßen

am 18. Mai 2017 auf den ersten Spatenstich für den Regionalbahnhof an (großes Foto). Knapp zwei Jahre später, am 30. März 2019,

ist die Grundsteinlegung für den überdachten Fußgängersteg. Mit dabei Landesverkehrsminister Winfried Hermann (kleines Foto rechts)

sowie die Vertreter des Verbandes (Mitte).

Fotos: Joachim Lenk

mann (Grüne). DB-Netz-Vorstand

Rompf fügte hinzu: „Für

uns ist es von hoher Bedeutung,

dass unsere Projekte positive

Auswirkungen vor Ort haben. In

Merklingen wird diese Chance

optimal genutzt.“

Knapp ein halbes Jahr später

gab es dann am 18. Mai 2017 den

symbolischen ersten Spatenstich

für den neuen Regionalbahnhof.

Von einem „historischen Tag“

sprach Landesverkehrsminister

Hermann. Einen neuen Bahnhof,

das habe es seit Jahrzehnten

nicht mehr in Baden-Württemberg

gegeben, gab er in seiner

Rede vor mehreren Hundert Gästen

zu bedenken. „Mit dem Regionalbahnhof

werden die Menschen

auf der Schwäbischen Alb

bedeutend besser an die Ballungszentren

angebunden“, sagte

Bernd Koch, Vorstand Finanzen

und Controlling der DB Netz

AG. Durch kürzere Fahrzeiten

werde Bahnfahren deutlich attraktiver.

In Merklingen halten

künftig Regionalzüge der Linie

Würzburg – Stuttgart – Ulm –

Friedrichshafen. Die Reisezeit

zum Stuttgarter Hauptbahnhof

beträgt etwa eine halbe Stunde,

zum Stuttgarter Flughafen 20 Minuten

und nach Ulm 11 Minuten.

IC- und ICE-Züge halten im neuen

Regionalbahnhof keine, der

zwei Strecken- und zwei Bahnhofsgleise,

zwei Bahnsteige sowie

eine Fußgängerüberführung

hat.

Alle ziehen an einem Strang

Der nächste „historische Tag für

die Alb“ (Minister Hermann)

fand am 30. März dieses Jahres

an der Großbaustelle statt. Nach

den umfangreichen Arbeiten

beim Erd- und Streckenbau für

die Neubaustrecke starteten nun

mit der feierlichen Grundsteinlegung

die Tätigkeiten am eigentlichen

Bahnhof. Merklingens

Bürgermeister Sven Kneipp zeigte

sich erfreut über den Baufortschritt.

Es sei wichtig gewesen,

dass alle an einem Strang gezogen

hätten, merkte er zufrieden

an. „Das war kein Selbstläufer.

Das Programm stand einige Male

auf der Kippe“, erinnerte Landesverkehrsminister

Hermann während

der Feierlichkeiten. Für ihn

sei es ein kleines Wunder, dass

es überhaupt gelungen sei, den

Bahnhof in kürzester Zeit noch

in den Bauablauf der Neubahnstrecke

und der parallel verlaufenden

Autobahn zu integrieren,

die von zwei auf drei Spuren in

beiden Fahrtrichtungen erweitert

wurde.

Mitte Juli wurde die Fußgängerbrücke

mit 31 Metern Spannbreite

in die beiden zwölf Meter

hohen Treppentürme eingehoben.

Über diese gelangen später

einmal die Fahrgäste vom Parken-und-Mitnahme-Parkplatz

zu

den Schienen. Danach wurde mit

dem Gleisbau und dem Bau der

technischen Anlagen begonnen,

die derzeit noch andauern.

Wenn alles nach Plan läuft, ist

der Streckenabschnitt Ulm –

Wendlingen Ende 2020 fertig,

weiß Verbandsvorsitzender

Klaus Kaufmann. Er weiß aber

auch, dass dann nicht gleich Züge

fahren. Zumindest keine planmäßigen,

sondern nur die, die einmal

vor der offiziellen Inbetriebnahme

die Strecke auf Herz und

Nieren testen.

Die Laichinger Alb wird

interessanter denn je

Nach der derzeitigen Planung gehen

die Neubaustrecke Wendlingen

– Ulm und der Regionalbahnhof

Merklingen (Schwäbische

Alb) im Dezember 2022 in Betrieb.

Seit Mitte Oktober steht

fest, dass die Bahn bis zur Fertigstellung

des Bahnhofs in Stuttgart

nicht nur einen Vorlaufbetrieb

zwischen Merklingen und

Ulm vorsieht, sondern auch Züge

zwischen Wendlingen und Ulm

mit Halt in Merklingen im Auge

hat. Sobald Stuttgart 21 fertig ist,

fahren die Züge aus Ulm/Mer-


unternehmen [!] titelthema 9

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klingen über den Flughafen zum

Stuttgarter Hauptbahnhof. Kaufmann

ist sicher, dass die Region

rund um den neuen Regionalbahnhof

einen hohen volkswirtschaftlichen

Nutzen haben werde.

Die verbesserte Erreichbarkeit

mache die Laichinger Alb als

Wohnort interessanter denn je,

auch wegen der verhältnismäßig

geringeren Miet- und Lebenshaltungskosten.

Als Beispiel nennt

der stellvertretende Verbandsvorsitzende

Sven Kneipp die 16

frisch erschlossenen Bauplätze

im Neubaugebiet Lindenstraße,

die aktuell zum Verkauf anstehen.

Bewerbungsschluss ist am

15. Dezember. „Wir haben bislang

200 Anfragen“, schlägt er in seinen

Unterlagen nach. Und wie

sieht es mit gewerblichen Grundstücken

aus? „Seit bekannt ist,

dass wir einen Bahnhof erhalten,

konnten wir uns vor Nachfragen

nicht mehr retten. Aktuell haben

wir nichts mehr anzubieten.“ Das

vermeldet auch sein Kollege

Kaufmann aus Laichingen.

Der zeigt sich zuversichtlich,

dass die Schienenanbindung die

Abwanderung der jungen Bevölkerung

in die Städte begrenze

und sich neue Bewohner in der

Region ansiedelten. Die vielfach

propagierte Landflucht werde

durch die bessere Erreichbarkeit

minimiert und trage zu einer Erhöhung

der Einwohnerzahlen

bei. Vom Bahnhof Merklingen

(Schwäbische Alb) profitierten

nicht nur die Mitgliedskommunen,

sondern auch Teilorte von

Schelklingen (Alb-Donau-Kreis)

sowie von Römerstein und Münsingen

(beide Kreis Reutlingen).

Fragt man Kaufmann, ob er

2013 ernsthaft daran geglaubt

habe, dass der Bahnhof tatsächlich

eines Tages realisiert werden

würde, holt der Verbandsvorsitzende

tief Luft. Er spricht

von „einem kleinen Wunder“. Eigentlich

dauere es zehn bis fünfzehn

Jahre, bis so ein Projekt,

wenn überhaupt, verwirklicht

werde. „Wir haben es gemeinsam

in nur vier Jahren geschafft.“ [!]


10 leben unternehmen [!]

Emma bringts

bis an die Haustüre

Regionaler Lieferdienst Seit Ende Juni gibt‘s auf der Laichinger Alb eine

Online-Plattform der Wirtschaftsvereinigung. Von Joachim Lenk

Nein, Amazon mache

man keine Konkurrenz.

Vielmehr wolle die

Wirtschaftsvereinigung

Laichingen (WVL) mit ihrem

Online-Portal die regionale

Wertschöpfung stärken und eine

lokale Identität schaffen, sagt

WVL-Mitglied und Mitorganisator

Ralf Schiffbauer. Seit Ende

Juni ist „Emma bringts“ im Internet

erreichbar. Der Name ist angelehnt

an die Tante-Emma-Läden

von früher, in denen es fast

alles zu kaufen gab.

Inzwischen sind knapp 50

Dienstleister, Gastronomen,

Händler, Handwerksbetriebe,

Banken, die Stadtbücherei, Apotheken,

Metzgereien und viele

andere mit im Boot. Anders als

bei den großen Internetplattformen

werden die, die mitmachen,

mit Fotos und Informationen

vorgestellt. „Wir sehen uns als

großes Schaufenster der Laichinger

Alb“, sagt Schiffbauer. „Kaufen

Sie online und doch lokal“,

heißt das Motto, denn so bleibt

ein Teil des im Internet ausgegebenen

Geldes in der Region. „Wir

stärken gemeinsam das Image

und die wirtschaftliche Kraft in

der Region.“ Die Kunden können

sich auch vorab online informieren

und die Waren direkt im Geschäft

abholen beziehungsweise

Handwerker beauftragen.

Bis mittags bestellt,

am selben Abend geliefert

Mitfinanziert wurde das Projekt

vom Ministerium für Ländlichen

Raum und Verbraucherschutz

Baden-Württemberg. „Emma

bringts“ hatte mit ihrem Konzept

eine Förderung über den Ideenwettbewerb

Online- Handel gewonnen.

Minister Peter Hauk hat

den Scheck in Höhe von 200.000

Euro vorbeigebracht. „Wir müs-

Ute Schiffbauer (links) und Sandra Mangold kümmern sich auch um

www.EmmaBringts.de.

Fotos: Joachim Lenk

sen den Großen etwas entgegensetzen.

Das ist die regionale

Wertschöpfung“, so Hauk. Am

Ende aber entscheide der Kunde,

jeder könne also etwas dafür

tun.

Schiffbauer räumt ein, dass es

ohne die finanzielle Unterstützung

nicht möglich gewesen

wäre, „Emma bringts“ ins Internet

zu bringen. „Das ist etwas

Neues“, freut sich auch Roger

Kehle, der Präsident des Gemeindetages,

der die Kreativität der

Kommunen lobt. Die Digitalisierung

werde man nicht umkehren

können, aber mit ihr arbeiten.

Einmalig in der Region

Der lokale Online-Marktplatz

„Emma bringts“ – das fehlende

Apostroph ist gewollt – ist einzigartig

im Gebiet der Industrieund

Handelskammer Ulm, die für

die Landkreise Alb-Donau und

Biberach sowie die Stadt Ulm

zuständig ist. „Emma bringts“ ist

Und so funktioniert die ganze Sache:

Man bestellt übers Internet

die Waren, die man gerne haben

möchte. Sämtliche Waren, auch

von verschiedenen Anbietern,

landen in einem Warenkorb. Der

Kunde bezahlt den Rechnungsbetrag

per Vorkasse. Wer dies

vor 12 Uhr erledigt, erhält seine

Bestellung von Montag bis Freitag

von 16 Uhr an ins Haus geliefert.

Mit „Same Day Delivery –

Lieferung am selben Tag“ könne

keine der großen Internetplattformen

mithalten, freut sich

Schiffbauer. Bestellungen, die

nach 12 Uhr eingehen, stellt

ein Projekt der Wirtschaftsvereinigung

Laichingen in Zusammenarbeit

mit der Stadt Laichingen

und den Gemeinden Berghülen,

Merklingen, Nellingen und Westerheim

sowie den örtlichen

Wirtschaftsvereinigungen und

Gewerbevereinen.

Zur Person

Ralf Schiffbauer von der

Wirtschaftsvereinigung Laichingen

ist Mitorganisator

der lokalen Online-Plattform.

„Emma“ am folgenden Werktag

zu. Der Mindestbestellwert beträgt

39 Euro. Der Versand kostet

pauschal 4,95 Euro, unabhängig

davon, ob man bei einem oder

mehreren Händlern einkauft.

Die „Emma bringts“-Website

ist in mehrere Bereiche aufgeteilt:

der eigentliche Onlineshop

der Händler und eine Serviceseite,

auf der sich Dienstleister vorstellen.

Außerdem können dort

die Älbler den Mittagstisch der

Gastronomen abrufen. Infos zu

Festen und Veranstaltungen gibt

es auf der Seite obendrauf.

Die Internetplattform betreut

das Fraunhofer-Institut für Techno-

und Wirtschaftsmathematik

in Kaiserslautern. Im Büro der

Wirtschaftsvereinigung Laichingen

kümmern sich Sandra Mangold

und Ute Schiffbauer mit Rat

und Tat um die Belange derer, die

dort mit ihrem Online-Shop vertreten

sind.

„Emma bringts“ ist nicht nur

bei den Händlern in Laichingen,

Berghülen, Merklingen, Nellingen

und Westerheim sowie in

den dazugehörenden Stadt- und

Ortsteilen im Alb-Donau-Kreis

unterwegs, sondern auch in den

Nachbargemeinden Heroldstatt,

Hohenstadt (Landkreis Göppingen)

und Römerstein (Landkreis

Reutlingen). [!]


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Wer gut schläft,

hat mehr vom Tag

Allein die Tatsache, dass wir

Menschen ein Drittel unseres Lebens

im Schlaf verbringen, macht

klar: Was, wie und worauf wir

schlafen, ist von immenser Bedeutung

für unser waches Leben.

Guter Schlaf regeneriert nicht

nur unseren Körper, er schenkt

uns auch mehr Leistungskraft,

Widerstandsvermögen, geistige

Frische und seelische Gesundheit.

Betten Striebel sorgt seit

nunmehr 90 Jahren für den guten

Schlaf seiner Kunden.

Umfassende Beratung

Das Sortiment umfasst schicke

Bettgestelle, geräumige Kleiderschränke

und natürlich verschiedene

Schlafsysteme. „Wir wissen,

dass nicht jeder Mensch im

gleichen Bettsystem gut schlafen

kann”, sagt Jutta Striebel-Möller,

die den Betrieb in dritter Generation

führt. „Deshalb bieten wir

eine große Auswahl. Von Kaltschaum

über Federkern bis hin

zu Wasserbetten finden unseren

Kunden bei uns alle Bettsysteme,

die guten Schlaf versprechen.”

Ganz wichtig ist dem Team von

Betten Striebel die individuelle

Beratung: „Auf Wunsch auch mit

Unterstützung eines Physiotherapeuten.

Am besten sollte man

sich ein bis zwei Stunden Zeit

nehmen und vorher einen Termin

vereinbaren.”

Kuschelige Begleiter

Aber nicht nur, worauf man liegt

ist wichtig, auch mit was man

sich umgibt, spielt eine entscheidende

Rolle für besten Schlafkomfort:

Auch Zudecke und

Kopfkissen müssen passen. Dazu

gibt es natürlich die passenden

Bezüge und jede Menge weitere

kuschelige Begleiter für Bad, Bett

und Sofa. Falls die liebgewonnenen

Textilien wieder aufgefrischt

werden sollen, kein Problem:

„Die Bettenreinigung ist unser

Steckenpferd.”

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Service neu erleben

Für noch mehr Kundennähe geht

die Volksbank Laichinger Alb eG

einen neuen Weg. Bis 2021 wird

der Kontoservice in allen Geschäftsstellen

auf den VR-Mein-

Service umgestellt.

Das VR-MeinService-Terminal

ersetzt dabei den bekannten

Schalter – nicht jedoch den gewohnten

persönlichen Kontakt:

Wie bei Skype oder FaceTime erscheint

ein Mitarbeiter zum persönlichen

Gespräch in voller Lebensgröße

auf dem Bildschirm

und ist ganz für den Kunden da.

„Das bin ich schon von Unterhaltungen

am Tablet mit meinen Enkeln

gewohnt“, erzählt Oma Baumeister.

„Über das neue VR-Mein

Service-Terminal kann ich mit

meinem Volksbank-Berater weiterhin

alles direkt von Angesicht

zu Angesicht besprechen.“

Und Angst vor fremden Blicken

oder Lauschern muss auch

niemand haben: Neue Raumkonzepte

in den Geschäftsstellen ermöglichen

eine hohe Diskretion.

Der separate Bereich mit dem

VR-MeinService-Terminal ist

nicht nur großzügig gestaltet sondern

auch abschließbar.

„Durch den VR-MeinService

erweitern wir die Servicezeiten

der Geschäftsstellen von Montag

bis Freitag auf 9 bis 18 Uhr”, so

der Vorstandsvorsitzende der

Volksbank Laichinger Alb eG,

Ralf Schiffbauer. „Für Beratungen

sind weiterhin unsere Mitarbeiter

vor Ort für Sie da. Termine

vereinbaren Sie bequem telefonisch

oder in der Geschäftsstelle

am VR-MeinService-Terminal.”

Bald können Kunden das erste

VR-MeinService-Terminal in der

Hauptstelle in Laichingen nutzen.

Dabei begegnen sie immer wieder

bekannten Gesichtern. „Die

Mitarbeiter der Geschäftsstellen

qualifizieren sich Schritt für

Schritt weiter, um Ihnen sowohl

im Service- und BeratungsZentrum

telefonisch, als auch vertraulich

per VR-MeinService hervorragenden

Kontoservice zu bieten

– persönlich und nah wie bisher”,

bestätigt Ralf Schiffbauer.


12 blick in die geschichte unternehmen [!]

5,34

Von Anfang des 20. Jahrhunderts

bis 1985 hatte

Merklingen nicht nur

einen Bahnhof, sondern

noch einen „Haltepunkt

Ost“ beim Friedhof. Die Gleise

lagen an der 19 Kilometer langen

Strecke zwischen Laichingen

(Alb-Donau-Kreis) und Amstetten

(Landkreis Göppingen).

Einweihung der Schmalspurstrecke

hatte die Württembergische

Eisenbahn-Gesellschaft

(WEG) am 20. Oktober 1901 gefeiert.

Die Bevölkerung verdankte

diese Eisenbahnstrecke in erster

Linie dem 1895 ins Leben gerufenen

Truppenübungsplatz

Münsingen (Kreis Reutlingen).

Soldaten des Kaiserreichs kamen

auf der Strecke Stuttgart – Ulm

in Amstetten an. Dort stiegen sie

in den Zug Richtung Laichingen

um. Nach einer Stunde traf das

Dampfross im dortigen Kopfbahnhof

ein. Zu Fuß ging es dann

Richtung Schießplatz oder in die

1916 erbaute Soldatenunterkunft

Lager Feldstetten.

1920 beförderte die Nebenbahn

130.000 Menschen im Jahr,

im Güterverkehr waren es 32.000

Tonnen. Der im Oktober 1939 von

drei auf zwei Zugpaare zurückgefahrene

Bahnbetrieb wurde ein

paar Wochen später auf die sechs

vormals dort verkehrenden Züge

ausgedehnt. Grund dafür waren

die zahlreichen Soldaten, die auf

Mittlere Alb kamen.

1961 wurde die Dampflok

ausgemustert

Nach dem Zweiten Weltkrieg

zählte die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft

1948 bereits

wieder 320.000 Fahrgäste.

Drei Jahre später feierte die Nebenbahn

ihren 50. Geburtstag.

Laichingens damaliger Bürgermeister

Daniel Schwenkmezger

erinnerte in seiner Rede daran,

dass im vergangenen halben Jahrhundert

rund 5,34 Millionen Personen

befördert wurden. Außerdem

hatte die Nebenbahn seit

ihrem Bestehen 1,2 Millionen

Tonnen Güter transportiert.

1961, zum 60. Geburtstag der

Bahn, wurde die Dampflok ausgemustert,

da die WEG auf Triebwagenverkehr

umstellte. Anfang

der 1980er-Jahre nahm der Güterverkehr,

im Gegensatz zum

Millionen Personen

beförderte die Schmalspurbahn

in den ersten 50 Jahren

ihres Bestehens.

Am 20. Oktober 1901 wurde die rund 19 Kilometer lange Schmalspurbahn zwischen

Laichingen (Foto) und Amstetten eingeweiht.

Foto: Stadtarchiv Laichingen

Das Alb-Bähnle

dampft heute noch

Geschichte 84 Jahre lang fahren Züge von Laichingen über

Merklingen nach Amstetten bis 1985 die rund 19 Kilometer

Strecke eingestellt werden. Von Joachim Lenk

Personenverkehr, weiter ab.

Nicht nur die Militärs, auch private

Firmen und Speditionen

verlegten immer mehr Güter auf

die Straße. Deshalb teilte die

WEG im Herbst 1984 dem Innenministerium

in Stuttgart überraschend

mit, dass sie die Fahrten

zwischen Laichingen und Amstetten

einstellen werde.

„Schlusspfiff für die letzte

Schmalspurbahn im Land“, titelte

die „Stuttgarter Zeitung“ am

31. August 1985. An diesem Samstag

war der letzte Personenzug

auf der Strecke unterwegs. Zwei

Wochen später, am 13. September,

wurde auch der Güterverkehr

eingestellt. In den folgenden

Monaten bauten Arbeiter die

Gleise in Laichingen, dann in

Machtolsheim, Merklingen und

Nellingen ab. In Oppingen endet

die Demontage. Grund dafür war

die Übernahme der restlichen

sechs Kilometer langen Strecke

durch die Gemeinde Amstetten.

Dafür hatte sich der damalige

Bürgermeister Walter Sigloch

eingesetzt, der bei den „Ulmer

Eisenbahnfreunden“ stellvertretender

Vorsitzender war. Vom

Dieses Jahr noch zwei Fahrten

auf der Strecke Oppingen/Amstetten

Die Schmalspurdampflok

99 7203 des Alb-Bähnles wird

zurzeit restauriert. Deshalb verkehrt

auf der Strecke zwischen

Oppingen und Amstetten eine

Diesellok. Dieses Jahr gibt es

noch eine Fahrt: Am 8. Dezember

(Sonntag) fährt der Nikolauszug.

Weitere Informationen und

F ahrpläne gibt es im Internet

unter www.alb-baehnle.de.

An den Betriebstagen ist das

Bahnhofsgebäude in Oppingen

bewirtschaftet.

Landratsamt des Alb-Donau-Kreises

gibt es einen Zuschuss

in Höhe von 50.000

D-Mark (rund 25.000 Euro), um

die Schienen für eine Museumsbahn

nicht abbauen zu müssen.

Somit blieb der landschaftlich

schönste Streckenabschnitt für

die Nachwelt erhalten.

Neuer Zweck für altes Schild

Seit 1990 verkehrt das Alb-Bähnle,

so der neue Name der Schmalspurbahn,

an ausgewählten Tagen

auf der sechs Kilometer langen

Strecke. In Oppingen gibt es

heute noch ein Umfahrgleis für

die Lokomotiven und die Dieselloks

des Museum-Eisenbahnbetriebs.

Das einstige Bahnhofschild

mit der Aufschrift Merklingen

hat übrigens überlebt.

Der Bürgermeister hat es beim

Spatenstich zum Regionalbahnhof

im Mai 2017 überreicht bekommen.

Sven Kneipp versprach,

das historische Stück im

neuen Bahnhof aufzuhängen. [!]


unternehmen [!] blick in die geschichte 13

Links: 1961 wird im Laichinger Bahnhof

der 60. Geburtstag der Schmalspurbahn

gefeiert. Unten: Das Alb-Bähnle

fährt noch heute.


Fotos: Joachim Lenk, privat

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neben den Erodier- und Fräsarbeiten

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Diese sind für viele Betriebe

heute nicht mehr durchzuführen:

Zu teuer und platzintensiv sind

die Maschinen, zu gering die

Auslastung.

Diese Arbeiten übernimmt die

Präzisionsschleiferei Bosch +

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Fotos: Bosch + Heck

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Jetzt und in Zukunft.


14 kunst und kultur unternehmen [!]

Die Liste der Meister, die

mit ihren Werken in

Sontheim vertreten

sind, liest sich wie das

„Who is Who“ der Kunstszene:

Jo Bukowski, James Rizzi, Pablo

Picasso, Niki de Saint Phalle, Janosch,

Pinchas Jacenko, Günther

Uecker, Heinz Mack und Banksy,

der Künstler mit dem geschredderten

Bild. Auch die malenden

Musiker wie Frank Zander, Otto

Waalkes und Udo Lindenberg

stellen in der Galerie Frenzel in

Sontheim ihre Arbeiten aus.

Irgendwo zwischen

Stuttgart und Ulm

Sontheim, wo ist denn das, wird

sich der eine oder andere fragen?

Auf der Homepage steht: Zwischen

Stuttgart und Ulm. Genauer

gesagt gehört dieser Ortsteil

zu Heroldstatt im Alb-Donau-

Kreis, der gerade mal zwölf Kilometer

von der Autobahnausfahrt

Merklingen entfernt ist.

1996 übernahm Dietmar Frenzel

die Galerie mit Kunsthaus seiner

Eltern. Der gelernte Rahmenvergolder,

der nach seiner Ausbildung

Landessieger im Bezirk

Bayern und Bundessieger im Vergolderhandwerk

wurde und vor

ein paar Wochen den Silbernen

Meisterbrief der Handwerkskammer

Ulm erhielt, erweiterte

die Werkstatt um eine Vergolderei.

Ein Handwerk, das in Deutschland

nur noch wenige beherrschen.

Der Fachmann weiß, „dass

erst ein Rahmen ein Bild zu einem

in sich geschlossenen

Schauobjekt macht“. Ob Unikatrahmen

in Gelbgold, Silber oder

Weißgold, klassisch oder modern,

bei Frenzel bleibt kein

Wunsch offen. Natürlich gibt es

im Geschäft auch handelsübliche

Bei Dietmar und Vera Frenzel (oben) waren unter anderen schon

Otto (links) und Janosch (unten) zu Gast. Eines von Ottos Werken

ist rechts zu sehen.

Fotos: Joachim Lenk

Otto war

auch schon da

Heroldstatt In der Galerie Frenzel geben

sich Kunstschaffende aus der ganzen Welt

die Klinke in die Hand. Von Joachim Lenk

Alles begann in den 60er-Jahren:

Die Geschichte der Galerie Frenzel

Fridolin und Emma Frenzel

waren es, die 1963 in Waldenbuch

im Landkreis Böblingen einen

Groß- und Einzelhandel für

Bilder und Rahmen ins Leben gerufen

haben. Zwei Jahre später

verlegte das Ehepaar den Firmensitz

nach Sontheim auf die

Alb. Damals verkauften sie bereits

Gemälde wie zum Beispiel

von Hans Nickel, Günter König

und Mehdi in ihrer Galerie, die

sich noch heute in unmittelbarer

Nachbarschaft des Wohnhauses

befindet. 1996 übernahm Sohn

Dietmar das Geschäft, das inzwischen

als Galerie Kunsthaus

Frenzel firmiert. Seit 2005 hilft

Ehefrau Vera als Galeristin mit.

Weitere Informationen gibt es

unter www.galerie-frenzel.de

im Internet.

Rahmen von der Stange, fügt der

Firmenchef hinzu. Gemälde-, Papier-

und Rahmenrestauration

gehören ebenfalls zum Angebot

des Familienunternehmens. Seit

2005 hilft Ehefrau Vera als Galeristin

mit. Außerdem stehen dem

Ehepaar noch zwei weitere Mitarbeiter

zur Seite.

Kundschaft aus

ganz Süddeutschland

Inzwischen hat es sich in der

Kunstszene herumgesprochen,

dass es in Heroldstatt Unikate,

Ölgemälde, Radierungen, Objekte

und Grafiken von weltbekannten

Künstlern zu kaufen gibt. Sowohl

für den kleinen auch für

den großen Geldbeutel. Die

Kundschaft aus ganz Süddeutschland

komme immer wieder

gerne auf die Schwäbische

Alb, wissen die Frenzels. Viel

werde auch über den Onlineshop

über die Homepage abgewickelt.

Seit zehn Jahren gibt es in unregelmäßigen

Abständen Ausstellungen

von bekannten Künstlern

bei den Frenzels. So zum Beispiel

waren Werke von Udo Lindenberg

(2010), James Rizzi (2011),

Patrick Preller (2013), Janosch

(2015), Otto (2016), James Francis

Gill (2017), Thitz (2017), Dan

Pyle (2018), Volker Kühn (2019)

und Andrei Krioukov (2019) zu

sehen. Bis auf Lindenberg, der

sein Double auf die Alb schickte,

und James Rizzi, der kurz vor

der Vernissage verstarb, waren

alle Künstler höchstpersönlich in

dem 2.800 Seelen zählenden Heroldstatt.

Beinahe jedes Mal,

wenn eine der Berühmtheiten ins

beschauliche Sontheim kommt,

herrscht dort Ausnahmezustand.

Dann muss die örtliche Feuerwehr

ausrücken, um den Verkehr

zu regeln. [!]


Gemeinsam

den Standort

stärken

Visualisierung: © Ing.-Büro Dipl. Ing. H. Vössing GmbH

Ihre gesamtwirtschaftliche Interessenvertretung

Die Standortqualität ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor.

Ideale Rahmenbedingungen

sorgen für Wirtschaftswachstum sowie Beschäftigung

und damit Wohlstand für unsere

Region. Die IHK Ulm beschäftigt sich im Bereich

Standortpolitik unter anderem mit Fragen

zum Verkehr, zur regionalen Wirtschaftsentwicklung

oder zum Arbeitsmarkt. Ziel aller

Aktivitäten ist es, im Dialog mit Unternehmen,

Politik und Verwaltung die Gestaltungsspielräume

für die regionale Wirtschaft stetig zu

verbessern.

Bei den Standortumfragen der IHK Ulm unter

den Mitgliedsunternehmen bestätigt sich dabei

regelmäßig, dass Infrastrukturthemen und

im Speziellen die Verkehrsanbindung als wichtigste

Handlungsfelder genannt werden.

IHK-Einsatz für bessere Verkehrswege

Noch nie waren so viele Menschen und Güter

so mobil wie heute. Voraussetzung für diese

Mobilität ist dabei die vorhandene Verkehrsinfrastruktur.

Das macht sie zu den Lebensadern

der Wirtschaft. Dies gilt in der IHK-Region Ulm

vor allem für ein funktions- und leistungsfähiges

Straßennetz und wettbewerbsfähigen

Schienenverkehr. Diese Verkehrsinfrastruktur

ist ein wesentlicher Standortfaktor für unsere

Unternehmen im nationalen und internationalen

Wettbewerb. Mehr denn je muss daher

die bedarfsgerechte Mobilität ein hohes verkehrspolitisches

Ziel sein. Daher setzen sich

die IHK Ulm und mit ihr die Vertreter des Ehrenamts

in der Vollversammlung oder im Ausschuss

für Verkehr und Logistik seit Jahren für

den Ländlichen Raum und dessen verkehrliche

Anbindung ein.

Standortvorteil sichern

Doch gerade auch beim schienengebundenen

Öffentlichen Personennahverkehr

in der IHK-Region Ulm ist die „Laichinger

Alb“ bislang noch abgehängt. Das ist ein

ernstzunehmender Wettbewerbsnachteil.

Dies bestätigen alle bisher durchgeführten

IHK-Standortumfragen. Dieser Standortfaktor

wurde von den ansässigen Betrieben immer

als einer der TOP-Handlungsbedarfe genannt.

Im Zuge des Baus der Neubaustrecke

Ulm-Stuttgart hat der nördliche Raum unserer

Region nun die Riesenchance erhalten, mit

dem neuen Bahnhalt „Merklingen – Schwäbische

Alb“ den Standort deutlich zu stärken.

Denn die Wirtschaft der „Laichinger Alb“ und

Umgebung erwartet durch den Bahnhalt konkrete

Vorteile. Dies wurde durch eine Umfrage

der IHK Ulm im Jahr 2015 bei Mitgliedsunternehmen

im Einzugsgebiet des Bahnhofs

bestätigt. Sehr positive Einflüsse werden vor

allem bei den Themen Erreichbarkeit, Standortqualität,

Geschäftsreisen sowie der Bindung

und Gewinnung von Fachkräften gesehen

– alles gesamtwirtschaftliche Interessen.

Daher hat die IHK Ulm seit Beginn die Planungen

für den neuen Bahnhalt unterstützt. Unter

anderem hatte die IHK Ulm nach Vollversammlungsbeschluss

dem Alb-Donau-Kreis

damals angeboten, sich als Vertreter der regionalen

Wirtschaft mit zehn Prozent den Kosten

der Machbarkeitsstudie zum Bahnhalt zu

beteiligen. Insgesamt steuerte die IHK Ulm für

diese Studie knapp 23.300 Euro bei.

Engagement für Technologieachse Süd

Es geht aber nicht nur um die Infrastruktur

innerhab der jeweiligen IHK-Region, sondern

auch um die Einbindung in großräumige

Verkehrsnetze. Daher auch der Einsatz

der IHK Ulm für das Bahnprojekt Stuttgart 21

mit der Neubaustrecke Ulm-Stuttgart als Teil

der Technologieachse Süd. Dazu arbeiten die

IHKs auf Landes- und Bundesebene sowie europaweit

eng zusammen, u.a. in der Initiative

„Magistrale für Europa“. Nur dem Einsatz aller

Beteiligten zur Umsetzung des Projekts Stuttgart

21 samt Neubaustrecke ist es zu verdanken,

dass die „Laichinger Alb“ die Chance erhalten

hat, künftig an die Schiene angebunden

zu sein.

IHK Ulm

Olgastraße 95 – 101

89073 Ulm

www.ulm.ihk24.de


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