2020-01-26 Bayreuther Sonntagszeitung

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Bayreuther Sonntagszeitung

Gesundheit 26. Januar 2020 9

Sprechstunde am Sonntag

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O- und X-Beine vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter

Bei der Beschreibung O-

oder X-Bein weiß jeder, was

gemeint ist. Häufig wird es

im Spaß verwendet und mit

typischen Bildern wie etwa

den „Fußballerbeinen“ verknüpft.

Sind die „krummen

Beine“ aber unbedenklich

oder doch eine Erkrankung?

Medizinisch ausgedrückt

spricht man beim O-Bein vom

Varus und beim X-Bein vom

Valgus. Vereinfacht versteht

man unter der Beinachse eine

senkrechte Linie, die vom Hüftkopf

durchs Knie auf die Mitte

des Sprunggelenks zieht.

Verschiebt sich das Knie

zur Beinachse nach Innen, ergibt

sich eine valgische/X-Bein-

Abweichung. Verschiebt sich

das Knie nach Außen, spricht

man von einer varischen/O-

Bein-Abweichung.

Die Form der Beinachse

wird durch viele Ursachen beeinflusst.

Wachstum und Entwicklung

spielen ebenso wie

Erkrankungen eine Rolle.

In der kinderorthopädischen

Sprechstunde ist die

Abklärung der Beinachse

einer der häufigsten Konsultationsgründe.

Mit Erlernen des Stehens

und Gehens formt sich das

Bein. Kleinkinder zeigen zunächst

O-Beine, mit ca. drei

Jahren eine X-Bein-Stellung. Ab

einem Alter von zehn Jahren

sollte die physiologische Beinachse

mit sieben Grad Valgus

erreicht sein.

Das Ausmaß der Achsabweichung

darf jedoch krankhafte

Grenzen nicht überschreiten.

Kinder fallen durch ein ungewöhnliches

Gangbild, eine verzögerter

Stand- oder Laufentwicklung

auf, oder klagen über

Schmerzen in den Gelenken.

Weicht beim Kleinkind zum

Beispiel die O-Beinachse zu

stark ab, könnten Stoffwechselerkrankungen

oder knöcherne

Fehlanlagen vorliegen. Nach

dem Kleinkindalter wiederum

findet sich häufig eine zu starke

oder anhaltende X-Beinstellung.

Allerdings handelt es sich

nicht nur um ein kosmetisches

Problem. Verbleibt nach

Wachstumsende eine krankhafte

Beinachse, können früh

Folgeerkrankungen entstehen.

Die ungleiche Belastung der

Beinachse bedeutet ein erhöhtes

Verletzungsrisiko für den

Kapsel-Band-Apparat der Gelenke.

Vor allem die Kniescheibe

zeigt eine rasche Abnutzung

oder kann bei entsprechender

Belastung leichter ausrenken.

Eine Beinachsenfehlstellung

legt vor allem schon im

Kindesalter den Grundstein für

eine vorzeitige Arthrose der

tragenden Gelenke, welche im

schlimmsten Fall zur Notwendigkeit

eines Gelenkersatzes

bereits im mittleren Alter führen

kann.

Durch Begleitumstände,

zum Beispiel Verletzungen,

hohe sportliche Beanspruchung,

aber auch Übergewicht

oder internistische Erkrankungen,

können selbst Achsabweichungen,

die im Kindesalter

nicht auffällig oder therapiebedürftig

waren, im Erwachsenenalter

krankhaft werden.

Patienten leiden zum Beispiel

an Knieschmerzen, Belastungseinschränkung,

Schwellneigung

oder haben das Gefühl,

instabil zu sein. Orthopädisch

finden sich, durch die Fehlstellung

verursacht, umschriebene

Knorpeldefekte, Knochenüberlastungen

oder eine beginnende

Arthrose.

Um frühzeitig Abweichungen

zu erkennen, sollte bereits

bei den U- und J-Untersuchungen

auf die Beinachse geachtet

werden und frühzeitig eine

orthopädische Vorstellung erfolgen.

Nach einer gründlichen Untersuchung

aller Gelenke, einer

Ganganalyse und Vermessung

der Beine, gegebenenfalls auch

mit einem Röntgenbild, findet

sich bei der vermuteten Erkrankung

häufig keine Therapienotwendigkeit.

Im einfachsten Fall

kann mit einer orthopädischen

Schuheinlage ausgeglichen

werden. Eine Beinschienenversorgung,

wie sie früher häufiger

durchgeführt wurde, ist heute

weitestgehend obsolet.

Findet sich jedoch in den

selteneren Fällen eine krankhafte

Achsenabweichung, sind

weitere diagnostische Maßnahmen,

wie Labor- oder Kernspinuntersuchung,

erforderlich.

Liegt eine relevante knöcherne

Fehlentwicklung vor,

sollten noch während der

Wachstumsphase auch operative

Therapiemöglichkeiten

diskutiert werden, um die obengenannten

frühen Spätfolgen

zu vermeiden. Vor Pubertätsbeginn

kann so mit wenig aufwendigen

Eingriffen die Beinachse

korrigiert werden.

Eine frühe schmerzhafte

Belastungs- oder Mobilitätseinschränkung

oder gar den Gelenkersatz

zu vermeiden und

das funktionsfähige eigene Gelenk

zu erhalten, ist auch das

Ziel im Erwachsenenalter.

Liegt eine durch die Beinachse

verursachte Erkrankung

vor, sollte eine Korrektur angestrebt

werden.

Im Rahmen einer orthopädischen

Operation wird eine

sogenannte Umstellungsosteotomie

durchgeführt.

Um eine gleichmäßige Belastung

herzustellen, wird bei

diesem Eingriff die Beinachse

zum Beispiel vom O- ins X-Bein

oder umgekehrt gekippt.

Angestrebt werden Beschwerdefreiheit,

Belastungssteigerung

und die Vermeidung/

Verzögerung eines drohenden

Gelenkersatz.

Zusammenfassend sind

Beinachsenabweichungen bis

zu einem bestimmten Ausmaß

häufig und harmlos. Eine Kontrolle,

insbesondere im Kindesund

Jugendalter, sollte jedoch

zwingend erfolgen, um ggf. das

natürliche Wachstum als Therapie

konservativ oder operativ

nutzen zu können.

Im Erwachsenenalter spielt

die Beinachse eine wesentliche

Rolle bei Verletzungen und frühzeitiger

Verschleißentwicklung.

Eine krankhafte Beinachse

sollte hier sowohl präventiv als

auch therapeutisch durch den

Orthopäden operativ korrigiert

werden.

Dr. med. Ingo Schilasky

Facharzt für Orthopädie und

Unfallchirurgie

Hüft- und Kniegelenks-

Endoprothetik, Fußchirurgie

Carl-Burger-Straße 26,

95445 Bayreuth,

Telefon 0921/75 700 400,

Fax 0921/75 700 403,

E-Mail: info@orthopraxisbayreuth.de

.

RW21 baut Barrieren ab

Anerkennungstafel für Signet „Bayern barrierefrei“ enthüllt

BAYREUTH. Das RW21 hat

das Signet „Bayern barrierefrei“

der Bayerischen

Staatsregierung verliehen

bekommen. Es wird für konkrete,

beachtliche Beiträge

zur Barrierefreiheit in Bayern

vergeben.

Das Signet ist ein Zeichen der

Anerkennung für alle, die in

Bayern Barrieren abbauen.

Es ist aber auch Ansporn,

noch mehr für Barrierefreiheit

zu tun.

Dieser Tage wurde das Schild

von Oberbürgermeisterin Brigitte

Merk-Erbe offiziell enthüllt,

welches nun die Mauer

des RW 21 schmückt.

„Barrierefreiheit bedeutet so

viel wie zum Beispiel Leitsysteme

für Blinde, spezielle Toiletten,

Rampen oder auch alternative

Textformate. Eine

wichtige andere Form von

Barrierefreiheit muss aber vor

allem in den Köpfen der Menschen

stattfinden“, meinte die

Oberbürgermeisterin.

Es sei wichtig, dass Verständnis

und Akzeptanz herrsche

und vor allem, dass Men-

圀 椀 爀 栀 攀 氀 昀 攀 渀



䈀 愀 礀 爀 攀 甀 琀 栀

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe enthüllte die Anerkennungstafel

„Bayern barrierefrei“ am RW21. Foto: J. Mohr

schen mit einer Behinderung

am ganz normalen Alltag teilnehmen

könnten, denn sie

seien teilnahmeberechtigt.

„Vor allem, weil Behinderung

jeden treffen kann, ob durch

einen Unfall oder beispielsweise

durch das Alter bedingt“,

so Brigitte Merk-Erbe.

Das RW21 schafft so einen

großen Beitrag, um Menschen

mit Behinderung Teilhabe

am normalen Leben zu

gewährleisten.

jm

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Schneller zur Rente kommen

Digitaler Datentransfer zwischen europäischen Rentenversicherungsträgern

sorgt für Verfahrensbeschleunigung

BAYREUTH. Die europäischen

Rentenversicherungssysteme

rücken zusammen:

Anfang des Jahres ist ein

wichtiger Schritt auf dem

Weg zum elektronischen

Austausch von Daten zwischen

den Rentenversicherungsträgern

in den Staaten

der Europäischen Union, des

Europäischen Wirtschaftsraumes

sowie der Schweiz

gemacht worden. Hierauf

weist die Deutsche Rentenversicherung

(DRV) Nordbayern

in einer Pressemitteilung

hin.

Die DRV Nordbayern ist Ansprechpartner

für alle Versicherten

und Rentner, die in

Deutschland wohnen und zusätzlich

Beiträge an die brasilianische,

die moldauische, die

portugiesische, die rumänische

oder die türkische Rentenversicherung

entrichtet

haben.

Auch für Personen, die in diesen

Ländern wohnen und sich

beispielsweise ihre Rente dorthin

überweisen lassen möchten,

ist die DRV Nordbayern zuständig,

berät in allen Rentenangelegenheiten

mit Auslandsbezug

und dies teils sogar vor

Ort bei fest terminierten Auslandssprechtagen.

„Das neue Verfahren verkürzt

die Bearbeitungszeit immens“,

erklärt Sandra Skrzypale, Pres-

sesprecherin der DRV Nordbayern,

den Vorteil des digitalen

Verfahrens für die Kundinnen

und Kunden. „Das EU-Projekt

hat damit einen konkreten

Nutzen für die Menschen in Europa.“

Seit Jahresbeginn tauscht die

Deutsche Rentenversicherung

über das neue Kommunikationssystem

„Elektronischer

Austausch von Sozialversicherungsdaten“

(EESSI) Versicherungsdaten

mit anderen europäischen

Rentenversicherungsträgern

digital aus. Durch

den digitalen Datentransfer

können Rentenleistungen, die

auf Beschäftigungszeiten in

verschiedenen Ländern beruhen,

zukünftig schneller berechnet

und ausgezahlt werden.

Die Deutsche Rentenversicherung

wird das Projekt Mitte des

Jahres abschließen. Bundesweit

wurden zuletzt rund 2,6

Millionen Renten gezahlt, bei

denen in anderen EU- und

EWR-Staaten sowie der

Schweiz zurückgelegte Zeiten

für die Berechnung der Rente

berücksichtigt wurden.

Weitere Auskünfte zu den Themen

Prävention, Rehabilitation,

Altersvorsorge und Rente gibt

es in den Auskunfts- und Beratungsstellen

der Deutschen

Rentenversicherung Nordbayern,

über das kostenlose Servicetelefon

unter 0800

10004800, bei den ehrenamtlich

tätigen Versichertenberaterinnen

und -beratern sowie im

Internet unter www.deutscherentenversicherung-nordbayern.de.

Hier findet man auch die aktuelle

Fachinformation 1/2020,

die über die rechtlichen Grundlagen,

den Entwicklungsprozess

und die mit der Umsetzung

des Komkmunikationssystems

„Elektronischer

Austausch von Sozialversicherungsdaten“

(EESSI) verbundenen

Auswirkungen informiert.

red

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