Fairness_Nachhaltigkeitsbericht_2018

fair.finance06153

Integrierter Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht


IMPRESSUM

Herausgeber:

fair-finance Vorsorgekasse AG

Alserstraße 21

1080 Wien

www.fair-finance.at

Kassenleitzahl: 71150

Firmenbuchnummer: FN 343404 g

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien

UID-Nr.: ATU 65595849

Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen

der GRI Standards – Option Kern

Konzept und Gestaltung:

Schilling und Schilling WerbeGmbH

Fotonachweis: Wenn nicht anders angegeben, liegen

die Bildrechte bei fair-finance Vorsorgekasse AG

Alle Arten der auszugsweisen oder gesamten

Veröffentlichung und Verbreitung nur mit schriftlicher

Zustimmung von fair-finance Vorsorgekasse AG

Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“

des Österreichischen Umweltzeichens


Das Feuer – wofür wir brennen

01

Das Wasser – unser Antrieb

und Lebensgrundlage

02

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre,

die uns alle umgibt

03

Die Erde – Basis unserer

Saat und Ernte

04


4 fair-finance – Fairnessbericht 2018

fair-finance auf einen Blick

Nachhaltigkeit ist in der gesamten fair-finance Gruppe der Leitgedanke, der sich durch alle Unternehmensbereiche zieht.

In der Mitarbeitervorsorgekasse, die mit einem Kundenvermögen von rund EUR 540 Mio. an treuhändisch verwalteten

Assets das Herzstück der Gruppe bildet, ebenso wie in der Immobiliengesellschaft, wo nach einem fair-finance eigenen

familie&beruf

zertifiziert

seit

2013

2018

170.027

Aktive

Beitragszahlende

2010

300

ca. € 60.000

Getätigte

Spenden

2010

0,02

2018

Verwaltetes

Vermögen

Mio. €

540

CO 2

50t

16

9

Gruppe

100%

Nachhaltig

veranlagtes

Vermögen

Mitarbeitende


5

Nachhaltigkeitsrating mittlerweile 13 Immobilien angekauft wurden und weitere 10 entwickelt werden. Und auch in der

Asset-Management Gesellschaft spiegelt sich der Anspruch von fair-finance, Pionier und Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

zu sein, wider.

Nr.1

€ 4.566.211

ca. € 140 Mio.

Immobilienvolumen

Performance

2018

Umsatz

118

Tage

Weiterbildung

Ökostrom

17.677

kWh

Marktanteil

5,49 %

2018

2010

0,01 %

2010

€ 22,17

Mio.

Auszahlungen

26t gesamt

davon 4t

Kontonachrichten

Papier

Zahlenangaben beziehen sich auf 2018


6 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Inhalt

Seite

Impressum 2

fair-finance auf einen Blick 4

Über den Bericht 7

Vorwort des Gründers 8

01

Wesentlichkeitsanalyse 20

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage 23

Transparente Unternehmensführung 24

Firmenstruktur fair-finance Gruppe 24

Organe und Kontrollstrukturen 26

Organisatorische Verankerung von Nachhaltigkeit 27

Wirtschaftliche Entwicklung der Branche

02

27

Jahresergebnis fair-finance Vorsorgekasse AG 29

Voraussichtliche Entwicklung 30

Faire Veranlagung 31

Nachhaltige Veranlagungsstrategie 31

Mindestzinsgarantie im Detail 32

Das Feuer – wofür wir brennen 11

Von der Idee bis heute 12

Geschäftsmodell & strategische Übersicht 15

Geschäftsmodell 15

fair-finance Anlageuniversum 17

Leitbild 19

Engagementmaßnahmen erhöhen den Impact 33

Ausschlusskriterien 34

Portfolio 36

Nachhaltige Immobilien 38

Veranlagungs- und Risikomanagement 40

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt 43

Stakeholderdialog 44

Stakeholderumfrage und Wesentlichkeitsanalyse

03

46

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 47

Kundenbeirat 51

Wertschöpfungskette 52

Soziales Engagement – Social Business 54

Ökologisches Engagement 56

Fairbesserungsprogramm 62

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte 65

Lagebericht des Vorstandes 66

Bilanz zum 31.12.2018 70

Gewinn- und Verlustrechnung 2018

04

72

Anhang für das Geschäftsjahr 2018 74

Entwicklung des Anlagevermögens 77

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk 78

Bericht des Aufsichtsrates 81

Auszeichnungen und Mitgliedschaften 82

Kunden über fair-finance 83

Impact- und Richtlinienzuordnung 84

Glossar 88

Fotonachweis – gettyimages.com: Seite 7 skynesher, Seite 14 Andris Barbans, Seite 18 Thomas Vogel, Seite 25 Instants, Seite 29 borchee,

Seite 30 anusorn nakdee, Seite 32 JNEphotos, Seite 47 Chepko, Seite 57 chuyu, Seite 80 Filippo Bacci; shutterstock.com: Seite 11 beersonic;

marktipple.com: Seite 23 Mark Tipple; alamy.com: Seite 43 Novarc Images; AdobeStock.com: Seite 65 photoschmidt 2017, Seite 69 Heike Herden


7

Über den Bericht

eit 2011 veröffentlichen wir jährlich einen Geschäftsbericht,

der seit 2013 auch nicht-finanzielle Themen

S

enthält und als Fairnessbericht den Kunden zur Verfügung

steht. 2018 wird dieser erstmals zu einem integrierten

Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht erweitert.

Entsprechend unserem Leitbild sehen wir Nachhaltigkeit

als unsere „DNA“ und stellen daher finanzielle und nichtfinanzielle

Themen in den jeweiligen Kapiteln gemeinsam

dar. Die Zuordnung der Themen, Kennzahlen und Richtlinien

ist in der Übersicht auf Seite 84 zu finden. Fachbegriffe

werden im Glossar ab Seite 88 erläutert.

Die für uns wesentlichen Themenbereiche wurden gemeinsam

mit Mitarbeitern und externen Stakeholdern

bestimmt, über nicht-wesentliche Themen wird nicht

berichtet. Details dazu finden sich im Kapitel Wesentlichkeitsanalyse

und Stakeholderdialog.

BERICHTSZEITRAUM

as Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die im

D Bericht dargestellten Indikatoren bzw. Kennzahlen

umfassen die letzten beiden Geschäftsjahre 2017 und

2018. Der Bericht erscheint jährlich etwa 3 Monate nach

Beendigung des vorangegangenen Geschäftsjahrs.

BERICHTSSTANDARD

er Bericht wurde nach den internationalen Vorgaben

D der Global Reporting Initiative (GRI) verfasst (GRI

Standards – Option Kern) unter Beachtung der Richtlinien

des IIRC 1 . Die Veröffentlichung von Jahresabschluss und

Lagebericht erfolgt gemäß Unternehmensgesetzbuch

(UGB), Bankwesengesetz (BWG) und Betrieblichen Mitarbeiter-

und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG).

SCHREIBWEISE

us Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im Fließtext

des vorliegenden Berichts darauf verzichtet,

A

geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden.

Personenbezogene Bezeichnungen, die nur in männlicher

Form angeführt sind, beziehen sich auf Männer und Frauen

in gleicher Weise und sind im Sinne der sprachlichen Vereinfachung

als geschlechtsneutral zu verstehen.

BERICHTSGRENZEN

ie finanziellen Kennzahlen des Jahresabschlusses so-

D wie die weitere finanzielle Berichterstattung beziehen

sich auf die fair-finance Vorsorgekasse AG, die Nachhaltigkeitsthemen

und deren Kennzahlen auf die fair-finance

Gruppe. Sitz der Gesellschaft und der Gruppe ist 1080

Wien, Alserstraße 21.

INHALTLICHE REDUNDANZEN

Um interessierten Lesern den Quereinstieg in den Bericht

zu erleichtern, wurden einige wichtige Details

– wie zum Beispiel Informationen zum Kundenbeirat –

mehrfach ausgeführt.

FRAGEN ZUM BERICHT

ür Fragen oder Feedback zum Bericht wenden Sie sich

F bitte an Rainer Ladentrog, verantwortlich für Marketing

und Kommunikation in der fair-finance Gruppe. Entweder

telefonisch unter +43 1 405 71 71-20 oder per E-Mail

unter ladentrog@fair-finance.at

GRI 102-3, 102-45, 102-46, 102-50, 102-52, 102-53, 102-54, 103-1

1

International Integrated Reporting Council


8 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Vorwort des

Gründers

Markus Zeilinger

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

der vorliegende integrierte Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht

markiert einen Meilenstein in unserer

Berichterstattung und verbindet sehr transparent finanzielle

und nicht-finanzielle Kennzahlen miteinander.

Für die Form eines integrierten Berichts, wie er im

deutschsprachigen Raum generell und in Österreich im

speziellen noch nicht übermäßig verbreitet ist, haben wir

uns entschieden, weil Nachhaltigkeit in unseren Augen

das gesamte Unternehmen betrifft und nicht nur einzelne

Themen. Weil Geschäft und Nachhaltigkeit für uns nicht

trennbar sind. Weil Fairness und Transparenz zu unseren

Basiswerten zählen und Nachhaltigkeit in unserer DNA

liegt. Damit sind wir Pionier und Vorreiter einer Nachhaltigkeit,

die nicht als „add-on“ auf unser „daily business“

aufgesetzt wird, sondern in wirklich allen Bereichen

unseres Unternehmens umgesetzt ist. Eine Nachhaltigkeit,

zu der wir uns bereits in unserer Satzung verpflichtet

haben. Und die wir vor allem dort leben, wo sie die höchste

Wirkung erzeugt: In unserer Kapitalanlage. Denn dort

können wir mit einem großen Hebel den besten Multiplikatoreffekt

erzielen.

Über eine halbe Milliarde Euro, die wir einerseits mit

Rendite für unsere Kunden und andererseits sinnstiftend

für Gesellschaft und Umwelt einsetzen können. In impactstarken

Investments wie Mikrofinanz, alternative Energie,

Aufforstung, Social Business Finanzierung oder nachhaltige

Immobilien – mit dem einzigartigen, von uns erarbeiteten

Ratingsystem. Wir sehen uns nicht als „Kapitalunternehmen“,

sondern als „Sozialunternehmen“.

Anhand einer umfassenden, von uns beauftragten Studie

zu den Messmethoden des CO 2 -Fußabdrucks in Wertpapierportfolios

verbessern wir auch unsere CO 2 -Bilanz

laufend und betreiben aktives Engagement unter Einbeziehung

unseres Kundenbeirats – nicht nur für unser

eigenes Portfolio, sondern erweitert auch als Gründungsmitglied

im europäischen Engagement-Netzwerk „Shareholders

for Change“ (SfC). Mehr als 23 Mrd. Euro werden

von gleichgesinnten, institutionellen Investoren als Treiber

für mehr Nachhaltigkeit eingesetzt.

Nachhaltigkeit, Sustainable Finance und ESG-lntegration 2

haben sich im Jahr 2018 endlich einen prominenten Platz

auf der Agenda der politischen Diskussion sowie bei institutionellen

Investoren erarbeitet. Mit den 2015 von der

Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossenen

17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) und

der 2-Grad-Vereinbarung für die maximale Erderwärmung,

hat nun auch die Politik den Rahmen für einen

nachhaltigen Kapitalmarkt geschaffen.

Die EU-Initiative und der Aktionsplan Sustainable Finance

bringen das Thema sichtbar voran. Die lange gebetsmühlenartig

vertretene Meinung, dass die Berücksichtigung

von Kriterien, die nicht die drei konkurrierenden Ziele

Rendite, Risiko und Liquidität adressieren, nachteilig sei,

konnte endgültig widerlegt werden. Auch die Erfolgsgeschichte

von fair-finance beweist, dass nachhaltige

Kapitalanlage zu keiner Minderperformance führt.

Aus dieser sich verstärkenden Eigendynamik entstehen

aber neue Herausforderungen: Nun gilt es, darauf zu

achten, dass es zu keiner Nivellierung nach unten kommt.

Es gilt der Gefahr entgegenzuwirken, dass eine zertifizierte,

aber niederschwellige Nachhaltigkeit impactstärkere

Konzepte konterkariert. Es muss gehofft und darauf

vertraut werden, dass die zunehmende Nachhaltigkeitsleistung

der bestimmenden Akteure, wie beispielsweise

großer Fondsanbieter, stärker zählt als der Rückzug bisheriger

Nischenplayer, wie etwa kleinerer Bankhäuser,

die ebenfalls nachhaltige Fonds im Angebot haben. Für

fair-finance heißt dies, sich einerseits der bestehenden

2

ESG-Integration: Kapitalanleger beachten systematisch Umwelt-, Sozial- und Governanceaspekte in der Veranlagung

(ESG: „Environment Social Governance“)


9

Standards bei der Veranlagung in nachhaltige Aktien und

Anleihen zu bedienen und hier mittels Kontrolle, Engagement

und Divestment die Ansprüche nach oben zu

schrauben; andererseits den wesentlichen Fokus auf jene

Themenbereiche und Assetklassen zu legen, die noch

nicht Mainstream sind.

Daher werden wir unsere Konzepte und Investments im

Bereich nachhaltige Immobilien weiter intensivieren. In

der Assetklasse Mikrofinanz werden wir uns stärker mit

der Frage der Wirkungsmessung und -kontrolle beschäftigen

und weiter diversifizieren. Erstmalig stellen wir

Eigenkapital zur Finanzierung von Sozialunternehmen

zur Verfügung und werden gemeinsam mit dem Senat

der Wirtschaft den Social Entrepreneurship Fonds als

Leuchtturmprojekt gründen. Hier werden auch Dritte

als Co-Investoren eingeladen, sich zu beteiligen.

Die 2018 gestarteten CO 2 -kompensierenden Investments

im Bereich Alternativenergie, Wald und grüne Wirtschaft

(Green for Growth) werden wir weiter ausbauen. Darüber

hinaus gehen wir eine zukunftsweisende Kooperation mit

der oekostrom AG ein, um die CO 2 -Emissionen unseres

Portfolios und der realen Wirtschaft weiter zu verbessern.

Zusätzlich prüfen wir Maßnahmen zur synthetischen

Dekarbonisierung des Portfolios durch den Erwerb von

CO 2 -Zertifikaten.

Wir werden im Sinne unserer Vision weiter danach streben,

einen möglichst hohen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung

der Lebenschancen bestehender und vor allem

zukünftiger Generationen zu leisten. Dieser Vision und den

rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

entsprechend, werden wir die uns anvertrauten Gelder

konsequent wirkungsorientiert einsetzen, ohne Rendite

und Risiko aus den Augen zu verlieren. Unser Erfolg soll

zusätzlich auch andere Investoren ermutigen, ähnliche

Wege zu beschreiten.

Mag. Markus Zeilinger

Vorstandsvorsitzender & Gründer

GRI 102-14, 102-15, 102-16, 201-2, 203-2


10 fair-finance – Fairnessbericht 2018


01

Das Feuer – wofür wir brennen

11

Das Feuer – wofür wir brennen

Der Geist ist ein Feuer,

dessen Flamme

der Gedanke ist.

Joseph Joubert


12 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Von der Idee bis heute

2010 2012

2014

>100

Mio. €

π Erteilung der Konzession durch die

Finanzmarktaufsicht (FMA) und

Aufnahme der Geschäftstätigkeit

π Bestes Veranlagungsergebnis

der Branche

π Kundenbestand verdoppelt

π Erstmalig Gebührensenkung

beschlossen

π Kundenvermögen steigt

auf über EUR 100 Mio.

π Grundzertifizierung

familie&beruf

2011 2013

π Höchste Performance in der

Geschichte der Vorsorgekassen

mit +9,67 %

π Erstmalige ÖGUT-Gold

Zertifizierung

+9,67 %

π Klimabündnisbetrieb

π Umweltzeichen für den

fair-finance bond fonds


01

2016

2018

Das Feuer – wofür wir brennen

13

>500

Mio. €

π Gründung fair-finance Immobilien AG

π Auszeichnung als beste Vorsorgekasse

(Der Börsianer)

π Eigenes fair-finance Nachhaltigkeitsrating

für Immobilien

π fair-finance übernimmt Aktienmehrheit

an Berliner KlimaGut Immobilien AG

π Auszeichnung des nachhaltigen Immobilienprojektes

„Living Garden“ mit

„klima:aktiv Gold-Zertifikat“

π Veranlagtes Vermögen überschreitet

EUR 500 Mio.

2015 2017

π Einzigartige Erfolgsbeteiligung

gelangt erstmals zur Anwendung

π IPE-Award zum 3. Mal in Folge

gewonnen

π Gründung der fair-finance Asset Management Gesellschaft

π Erneute Auszeichnung als beste Vorsorgekasse (Der Börsianer)

π „fair-finance real estate“ als erster österreichischer Immobilienfonds

mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet

π fair-finance ist Gründungsmitglied des Engagement-Netzwerkes

Shareholders for Change (SfC)


14 fair-finance – Fairnessbericht 2018


01

Das Feuer – wofür wir brennen

Geschäftsmodell &

strategische Übersicht

15

GESCHÄFTSMODELL

uch im neunten Jahr seit Bestehen unserer Betrieblichen

Vorsorgekasse verfolgen wir klar und mit Nach-

A

druck unsere Vision, als verantwortungsvoller Investor

Vorteile für unsere Kunden mit einer Leistung für das

Gemeinwohl zu verbinden.

Nachhaltigkeit spielt dabei als unsere „DNA“ eine ganz

wesentliche Rolle. Das stakeholder-orientierte Geschäftsmodell

von fair-finance ist nicht auf Gewinnmaximierung

und Shareholdervalue ausgerichtet, wie dies in der Regel

bei börsenotierten Finanzkonzernen üblich ist. Vielmehr

sehen wir es als unsere wesentlichste Aufgabe, unseren

Kunden ein faires, transparentes, auf Nachhaltigkeit und

soziale Verantwortung ausgerichtetes Vorsorgeprodukt

anzubieten, das den finanziellen Nutzen mit dem gesellschaftlichen

Mehrwert in Einklang bringt und somit den

Begriff „Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorge“ eigenständig

interpretiert.

fair-finance unterscheidet sich wesentlich von den Wettbewerbern.

Fairer Unterschied bedeutet, dass fair-finance

das Thema Nachhaltigkeit/Fairness (soziales, ethisches,

ökologisches und ökonomisches Handeln) tiefgreifend in

alle Unternehmensbereiche implementiert hat. Zentral

für den fairen Unterschied sind die rechtlich bindenden

Kontroll- und Mitspracherechte des Kundenbeirats.

Einen messbaren Mehrwert stellt die in der Branche einzigartige

Zinsgarantie dar, die allen Anspruchsberechtigten

zusätzlichen Schutz gegen Kapitalmarktschwankungen

und eine Abfederung der Inflation bietet. 2018 lag die

garantierte Mindestverzinsung bei 0,75 % und auch für

2019 stellt sie im Umfeld negativer Zinsen mit 0,5 % einen

attraktiven Wert dar. Diese Mehrleistung erfordert keine

höheren Gebühren und mindert auch nicht die Performance,

sondern geht ausschließlich zu Lasten des Unternehmensgewinns.

Ein weiterer fairer und nachhaltiger Unterschied ist unser

genossenschaftsähnliches Modell, an dem anspruchsberechtigte

Kunden nicht nur von geringen Gebühren

profitieren, sondern zusätzlich am Unternehmenserfolg

beteiligt sind. 10 % des operativen Unternehmensergebnisses

werden jährlich gutgeschrieben, wobei für das

Geschäftsjahr 2018 rund EUR 120.000 ausgeschüttet

wurden.

Das Ergebnis dieses Handelns zeigt sich deutlich in der Entwicklung unseres Geschäftsverlaufs:

Aktive Anwartschaftsberechtigte

Marktanteil in %

Verwaltetes Vermögen Mio. EUR

180.000 6,00

600,00

170.027

5,49

160.000

155.021

5,19

5,00

4,75

500,00

140.000

134.834

460

540

120.000

100.000

80.000

60.000

62.366

81.218

107.074

4,00

3,00

2,00

3,85 400,00

375

3,02

300,00

268

2,12

200,00

190

40.000

27.913

1,00 0,87

100,00

20.000

5.572 0,21

9

300 0,01

0,02

0 0,00

0,00

120

54

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018


16 fair-finance – Fairnessbericht 2018

VERMÖGENSVERANLAGUNG

Hinsichtlich der Vermögensveranlagung verfolgt fairfinance

einen strengen SRI-Ansatz (Social Responsible

Investment). Anhand von Ausschlusskriterien 3 und des

Best-in-Class-Ansatzes 4 werden die hohen ethischen

Werte und die sozialen, ökologischen und Governance-

Ziele (ESG – Environment Social Governance) auf Basis

der Vorgaben des Kundenbeirats von fair-finance umgesetzt.

Dabei werden Risikoaspekte aufgrund nicht zukunftsorientierter

oder nicht vertretbarer Geschäftsfelder

und -praktiken in hohem Ausmaß berücksichtigt. Nur bei

fair-finance ist das Veranlagungsportfolio, zusammengefasst

im fair-finance Masterfonds, mit dem Österreichischen

Umweltzeichen zertifiziert.

Der ausgeprägte Nachhaltigkeitsansatz unseres Veranlagungsportfolios

wurde 2018 bereits zum 7. Mal in Folge

mit dem ÖGUT Gold-Zertifikat, der höchsten Auszeichnung

in der Branche, prämiert. Auch der 1. Platz im dreisäuligen

Scoringmodell des Finanzfachmagazins „Der Börsianer“

konnte 2017 wieder von fair-finance verteidigt werden.

2018 verpassten wir bei Punktegleichstand in den Bereichen

Peer-Group, Kennzahlen und Redaktion den 1. Platz

letztlich um nur einen halben Punkt. Im Gesamtranking

aller 153 analysierten Finanzunternehmen des Landes

verbesserte sich fair-finance 2018 auf den hervorragenden

2. Platz (5. Platz 2017).

VORREITER DER BRANCHE

urch den hohen Innovationsgrad unseres Geschäftsmodells

ist fair-finance seit Gründung Vorreiter der

D

Branche. So war fair-finance die erste Betriebliche Vorsorgekasse,

die in Assetklassen wie Mikrofinanz oder nachhaltige

Immobilien investierte. Wir haben nicht nur als

erste Vorsorgekasse ein Investment in einen Waldfonds

zur Aufforstung getätigt, sondern beschäftigen uns auch

als Erster mit der Zurverfügungstellung von Private Equity

für Sozialunternehmen. 2017 wurde der fair-finance real

estate Fonds als erster österreichischer Immobilienfonds

mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

2019 werden wir die unterschiedlichen Messmethoden

des CO 2 -Fußabdrucks von Wertpapierportfolios im

Rahmen einer von fair-finance beauftragten Studie auf

universitärer Basis (Universität Regensburg) im Vergleich

darstellen. Über die Assetklasse Aktien hinausgehend, auf

das Gesamtportfolio angewendet, werden wir die erste

Vorsorgekasse mit einem CO 2 -Gesamtkonzept sein.

NACHHALTIGE IMMOBILIEN

Auf der Suche nach erwiesenermaßen nachhaltigen Immobilien

als Investmentform mit Impact, hat fair-finance

die Erfahrung gemacht, dass es für eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung

kein passendes Ratingsystem gibt.

Daher wurde ein eigenes fair-finance Nachhaltigkeitsrating

für Immobilien entwickelt, das im fairen Gedanken

einer „open source Lösung“ auch anderen Investoren auf

unserer website www.fair-finance.at im Downloadbereich

zur Verfügung gestellt wird.

Mehr über unsere nachhaltigen Immobilien finden Sie

ab Seite 38.

GRI 102-2, 102-15, 102-16, 412-3

3

Ausschlusskriterien: legen fest, welche Investments nicht getätigt werden dürfen (siehe Seite 34)

4

Best-in-Class-Ansatz: für die Investition werden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die die beste Nachhaltigkeitsleistung in der Branche

erbringen


01

17

FAIR-FINANCE ANLAGEUNIVERSUM

urch die gesetzliche Vorgabe (§ 30 BMSVG) bei der

D Veranlagung auf Sicherheit, Rentabilität und den

Bedarf an flüssigen Mitteln sowie auf eine angemessene

Mischung und Streuung der Vermögenswerte Bedacht zu

nehmen, sind Vorsorgekassen in ihren Anlagemöglichkeiten

eingeschränkt. Der überwiegende Teil des treuhändisch

verwalteten Kundenvermögens wird in Anleihen

investiert, ein wesentlich kleinerer Teil in Aktien und ein

Teil wird in Cash gehalten. Diese Verteilung ist bei allen

Vorsorgekassen – mit Schwankungsbreiten – gleich.

Unterschiede gibt es bei den vergleichsweise kleineren

Assetklassen wie Immobilien, Alternative Investments

oder Mikrofinanz.

ESG-IMPACT DURCH NACHHALTIGE

INVESTMENTS

Nachstehende Grafik zeigt die Asset Allokation von fairfinance

beispielhaft im Jahresmittel 2018 (siehe auch

Seite 37).

100 Euro Einlage teilen sich wie dargestellt auf:

€26

Anleihen

Tageswert

€10

Wandel-/Hybridanleihen

€8

Aktien

N A C H H A LT I G E

K A P I T A L A N L A G E

€100

€7

Cash, Geldmarkt

€3

Festgeld

€1

Schuldscheine

GRI 102-2, 412-3

€9

Mikrofinanz

I M P A C T

€7

Alternative

€9

Immobilien

€20

Anleihen

HtM


18 fair-finance – Fairnessbericht 2018


01

Das Feuer – wofür wir brennen

Leitbild

19

Wir lassen uns bei unserer täglichen Arbeit von nachfolgenden Ideen, Grundlagen und Werten leiten:

WIR SIND FAIR

gegenüber KUNDINNEN UND KUNDEN

ir hören unseren Partnern gut zu und können so die

W Bedürfnisse und Wünsche unserer Kundinnen und

Kunden erfüllen. Durch offene Kommunikation und konkrete

Hilfestellungen schaffen wir Vertrauen. Unser Angebot

ist einfach verständlich und enthält keine versteckten

Klauseln. Wir weisen nicht nur auf Vorteile hin, sondern

stellen auch Risiken und Nachteile dar. Bei allem, was wir

tun, zeigen wir Leistungsbereitschaft. Wir handeln aufrichtig

und glaubwürdig. Als zuverlässiger Partner stehen

wir zu unserem Wort. Wir wollen die Zufriedenheit unserer

Kundinnen und Kunden auf höchstem Niveau weiter verbessern.

WIR LEBEN

gesellschaftliche VERANTWORTUNG

ir sind den heutigen und zukünftigen Generationen

W gegenüber verantwortlich und tragen zur Bewahrung

und Verbesserung ihrer Lebenschancen bei. Offen für alle,

deren Ziel eine sozial gerechtere Gesellschaft und eine

lebenswerte Umwelt ist, wollen wir gemeinsam die Welt

verbessern und treten aktiv für unsere Werte ein. Wir bringen

jeder Person, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion und

Weltanschauung, Respekt und Wertschätzung entgegen.

WIR SCHÄTZEN UND FÖRDERN

unsere MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen ihre

außerordentlichen fachlichen, persönlichen und sozialen

Fähigkeiten ein und entwickeln diese ständig weiter.

Ideenreichtum, Eigenverantwortung, unternehmerisches

Denken und Handeln werden durch einen offenen, teamorientierten

und kooperativen Führungsstil unterstützt.

Wir fordern Einsatz und fördern die Potenziale jedes

Einzelnen. Wir sehen uns als Teil des Ganzen. Denn nur

gemeinsam kommen wir ans Ziel.

WIR SIND VORBILD

und suchen neue LÖSUNGEN

ir geben Impulse für einen strukturellen Wandel. Im

W Rahmen unserer Organisation wägen wir jede Entscheidung

nach ökonomischen, ökologischen und sozialen

Kriterien ab und gewichten im Sinne unserer Grundlagen

und Werte. Wir schaffen und betreiben professionell Finanzdienstleistung.

Wir nutzen Geld als soziales Gestaltungsmittel,

engagieren uns und fördern eine nachhaltige

Gesellschaftsentwicklung. Wir suchen Chancen und neue

Lösungen und wollen wachsen, da unser Erfolg den Markt

im Sinne unserer Werte positiv verändert. Wir schaffen

Transparenz, stellen uns konstruktiver Kritik und versuchen

laufend, besser zu werden.

WIR STREBEN NACH WIRTSCHAFTLICHEM

ERFOLG und UNABHÄNGIGKEIT

Unser Streben nach wirtschaftlichem Erfolg ist Garant

dafür, den in uns gesetzten Erwartungen und den

übernommenen Verpflichtungen dauerhaft gerecht zu

werden. Wir treffen alle Entscheidungen im Sinne unserer

Werte unabhängig von Konzernen oder Einzelinteressen.

Diese Unabhängigkeit ist Grundlage für unser Handeln

und die Voraussetzung für unseren Erfolg, an dem auch

unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unsere Kundinnen

und Kunden Anteil haben. Erfolg macht uns stark.

GRI 102-16


Sponsoring Kultur/Sport

Aufnahme aktueller Trends

Armut

Impulse NH Branche

Demografie

Beitrag lokale Wirtschaft

Compliance

Diversity & Chancengleichheit

Innovation und Vorreiter

Performance

Zertifizierungen

Marktanteil & Wachstum

Bildung

Naturschutz

Klima & Energie

Umweltbildung

Transparente Unternehmensführung

Gesunde Lebensmittel

Arbeitsbedingungen

Nachhaltige Immobilien

Unabhängigkeit

Wirtschaftliche Innovation

Gewinn

Sicherheit

Image

Abfall und Recycling

20 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Wesentlichkeitsanalyse

ie im Nachhaltigkeitskontext dargestellten Informationen wurden durch die gemeinsame Wesentlichkeitsanalyse mit

D unseren Stakeholdern bestimmt (Details zur Einbindung und Bewertung finden Sie im Kapitel Stakeholderdialog). In

der Wesentlichkeitsmatrix wurde die externe der internen Sichtweise gegenübergestellt. Die als wichtig und sehr wichtig

empfundenen Themen sind in der Matrix abgebildet, weniger wichtige und unwichtige Themen wurden nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse wurden mit der Unternehmensstrategie abgeglichen und mit den SDGs verbunden.

10

9,5

9

8,5

8

7,5

7

6,5

6

wichtig für externe Stakeholder sehr wichtig für externe Stakeholder

nicht wichtig

wichtig für fair-finance

Sponsoring Kultur/Sport

sehr wichtig

Nachhaltige Mobilität

Aufnahme aktueller Trends

Impulse NH Branche

Demografie

Armut

Beitrag lokale Wirtschaft

Compliance

Diversity &

Chancengleichheit

Innovation und Vorreiter

Performance

Zertifizierungen

Marktanteil & Wachstum

6 6,5 7 7,5 8


01

√ Das Feuer – wofür wir brennen

21

D

ie 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs – Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen (UN)

wurden 2016 in Kraft gesetzt und sollen der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf wirtschaftlicher, sozialer

und umweltrelevanter Ebene dienen. fair-finance hat die Unternehmensstrategie und deren Teilbereiche mit den entsprechenden

Zielen abgestimmt. Wo es wichtig erscheint, wurden die Logos der SDGs im vorliegenden Bericht den einzelnen

Themen zugeordnet.

Bildung

Abfall und Recycling

Naturschutz

Klima & Energie

Umweltbildung

Transparente Unternehmensführung

Gesunde Lebensmittel

Arbeitsbedingungen

Nachhaltige Mobilität

Nachhaltige Immobilien

Unabhängigkeit

Den globalen Zielen einer nachhaltigen

Entwicklung zugeordnet, ergibt sich

das Handlungspotenzial für fair-finance

insbesondere bei den nachfolgenden

neun SDGs:

Wirtschaftliche Innovation

Gewinn

Sicherheit

Weiteren acht SDGs werden derzeit noch

nicht angesprochen:

Image

8,5 9 9,5 10

sehr wichtig für fair-finance GRI 102-16


22 fair-finance – Fairnessbericht 2018


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

23

Das Wasser – unser Antrieb und

Lebensgrundlage

Das Wasser fließt durch

die Adern der Natur

wie das Blut

bei den Menschen.

Otto Baumgartner-Amstad


24 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Transparente Unternehmensführung

FIRMENSTRUKTUR FAIR-FINANCE GRUPPE

100%

Markus Zeilinger

(Gründer), Erich Bernhard,

Wolfgang Binder, Birgit Cottogni,

Helmut Eichert,

Andreas Eichler, Goodshares

Beteiligungs- und Beratungs GmbH

(Martin Rohla),

Christian Gassauer-Fleissner,

Günter Hörweg, Manfred Huber,

Werner Just, Rainer Ladentrog,

Viktor Popovic,

Johannes Puhr,

Erich Schiff

Media

Oekoinvest

AG

(Max Deml)

Beteiligung

100%

10%

0,6%

79,4%

Asset

Management

10%

Holding

100%

Immobilien

51%

100%

Vorsorgekasse

Immobilien

GRI 102-2, 102-5, 102-7, 102-45


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

25

80 % UNTERNEHMERGEIST UND 20 % STARKE PARTNER

Die GLS Bank ist die größte nachhaltige Bank Deutschlands.

Als erste sozialökologische Universalbank zielt

die GLS darauf ab, nachhaltige, individuelle und gesellschaftliche

Entwicklung zu ermöglichen und investiert als

Pionier sozial-ökologischer Bankarbeit sinnstiftend und

transparent. Neben dem nachhaltigen Bankgeschäft setzt

die GLS Bank auch politische Akzente für eine CO 2 -Abgabe

und eine umfassende Finanzreform. Beides sind wichtige

Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung. Die GLS

Bank ist eine Genossenschaftsbank mit über 52.000 Mitgliedern

(Ende 2018), die durch ihre Mitgliedsanteile das

notwendige Eigenkapital für die Vergabe von Krediten

stellt.

D

ie Concordia Versicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit

mit Sitz in Hannover ist einer der ältesten

deutschen Gegenseitigkeits-Versicherer, dessen Anfänge

bis auf das Jahr 1864 zurückgehen. Die Concordia hat sich

einer nachhaltigen Unternehmensführung verpflichtet.

Entsprechend dem Mandat ihrer Kundinnen und Kunden

wird für einen signifikanten Teil ihrer Kapitalanlagen eine

nachhaltige Anlagepolitik verfolgt. Diese Aktivitäten

werden durch einen externen Nachhaltigkeits-Beirat

überwacht.


26 fair-finance – Fairnessbericht 2018

ORGANE UND KONTROLL-

STRUKTUREN

Aufsichtsrat

Vorsitzender DI Mag. Dr. Helmut Eichert

und sechs weitere Mitglieder

sowie ein vom BMF (Bundesministerium für Finanzen)

bestellter Staatskommissär

(siehe Seite 81)

FMA

(Finanzmarktaufsicht)

Bank- und

Abschlussprüfer

KPMG Austria

GmbH

Vorstand

Mag. Markus Zeilinger,

Mag. (FH) Johannes Puhr

Kundenbeirat

Vorsitzender

Dr. Markus

Schlagnitweit

Innenrevision

Ernst & Young

Zertifizierungsstellen

Sicherungseinrichtung

Einlagensicherung

AUSTRIA Ges.m.b.H

as stakeholderorientierte Geschäftsmodell von fair-

D finance bindet die Kunden auch in die Vermögensveranlagung

mit ein. Der Kundenbeirat beschließt nicht nur

die Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie, sondern kontrolliert

auch deren Einhaltung, besteht doch das Portfolio aus

rund 750 Einzeltitel, aufgeteilt auf acht Fondsmanager.

Kontrolle im Zusammenhang mit Vermögensveranlagung

bedeutet nicht Misstrauen, sondern Sicherheit. Zu diesem

Zweck erfolgt quartalsweise eine komplette Analyse

des gesamten Portfolios hinsichtlich der Einhaltung der

Richtlinie durch namhafte Research-Agenturen (oekom

research, Union Invest, The Value Group). Im Rahmen

der Engagement-Policy, welche Bestandteil der Richtlinie

ist, werden eventuelle Verstöße analysiert und bereinigt.

ie Teilnahme an den Sitzungen des Kundenbeirates ist

D grundsätzlich allen Kunden möglich. Der Kundenbeirat

ist gemäß Geschäftsordnung mit unüblichen und weitreichenden

Rechten ausgestattet.

π Einbringung von Tagesordnungspunkten zur

Behandlung im Aufsichtsrat

π Gastrecht des Vorsitzenden des Kundenbeirates

im Aufsichtsrat

π Nominierungsrecht eines Kundenvertreters

für die Wahl zum Aufsichtsrat


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

27

ORGANISATORISCHE

VERANKERUNG VON

NACHHALTIGKEIT

Kontrollebene

Aufsichtsrat fair-finance

Kundenbeirat

28 Mitglieder, Vorsitzender: Dr. Markus Schlagnitweit

Vorstandsebene

Mag. Markus Zeilinger, Mag. (FH) Johannes Puhr, CIIA, CEFA

Umsetzungsebene

Mag. Rainer Ladentrog, Martina Wienberg, BA und Mag. DI Alexandra Schwaiger

Ebene Mitgliedschaften

Klimaallianz, respACT, ÖGUT, Shareholders for Change, CRIC, NPO-Institut, Klimabündnis Österreich, UN-PRI, FNG

Portfolioprüfung 2018

WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER

BRANCHE

as Gesamtvermögen der Branche beträgt aufgeteilt

D auf die acht Betrieblichen Vorsorgekassen per Ende

2018 EUR 11,49 Milliarden (VJ: EUR 10,61 Mrd.). Laut

Statistik der Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen

wurden am 31.12.2018 für über 3,48 Millionen (VJ: 3,37

Mio.) unselbständig und selbständig Erwerbstätige laufende

Beitragszahlungen zur „Abfertigung Neu“ geleistet.

Die laufenden Beitragszahlungen haben 2018 EUR 1,61

Milliarden (VJ: EUR 1,48 Mrd.) und die Auszahlungen

EUR 526,44 Millionen (VJ: EUR 488,12 Mio.) betragen.

Unsere Gesellschaft ist weiterhin die einzige Neugründung

nach Einführung der „Abfertigung Neu“ im Jahr 2003.

Auch im Geschäftsjahr 2018 konnten wir stärker als der

Markt wachsen. Per Jahresultimo 2018 ist die Anzahl der

Beitrittsverträge mit Dienstgebern auf 3.809 (VJ: 3.089)

und jene mit Selbständigen auf 4.700 (VJ: 4.120) angewachsen.

Die Beitragszahlungen haben EUR 107,02 Millionen

(VJ: EUR 97,96 Mio.) betragen. EUR 88,10 Millionen

(VJ: EUR 76,56 Mio.) entfallen auf laufende Beiträge,

EUR 18,23 Millionen (VJ: EUR 20,82 Mio.) auf Übertra-

gungen von anderen BV-Kassen und EUR 0,69 Millionen

(VJ: EUR 0,58 Mio.) auf Übertragungen von Alt-Abfertigungsanwartschaften.

Die Anzahl der beitragsfreien

Anspruchsberechtigten beträgt zum Ultimo 182.651

(VJ: 157.202) und die Zahl der beitragspflichtigen Anspruchsberechtigten

170.027 (VJ: 151.838). EUR 22,17

Millionen (VJ: EUR 20,55 Mio.) wurden an Leistungen ausbezahlt.

Das verwaltete Vermögen der Veranlagungsgemeinschaft

hat im Geschäftsjahr 2018 die Grenze von

einer halben Milliarde überschritten und beträgt zum

Jahresende EUR 539,76 Millionen (VJ: EUR 461,65 Mio.).

Der Marktanteil unserer Gesellschaft beträgt 5,49 %

(VJ: 5,19 %) anhand der laufenden Beitragszahlungen 2018.

Bezogen auf den Marktanteil belegen wir den 6. Rang vor

der Niederösterreichischen Vorsorgekasse und der BUAK

Vorsorgekasse.

Auf diesen Erfolg sind wir stolz und danken unseren

Kunden für ihr Vertrauen und unseren Mitarbeitern für ihr

Engagement und die außerordentlich hohe Identifikation

mit der Vision von fair-finance.

GRI 102-7, 102-16, 102-17, 102-18, 102-21, 102-22, 102-43, 102-44


28 fair-finance – Fairnessbericht 2018

PERFORMANCEVERGLEICH

Jahresperformance 2018:

fair-finance: -0,68%

Marktschnitt: -1,97%

3-Jahres Durchschnitt p. a. (2016-2018):

fair-finance: 1,42%

Marktschnitt: 0,80%

Durchschnitt seit Gründung fair-finance p. a.:

fair-finance: 3,79%

Marktschnitt: 1,85%

4

3

3,79

fair-finance: 2010 annualisierter Wert

Prozent p. a.

2

1

1,74 1,81 1,86

1,60

2,26

2,12

2,22

1,19

1,88

0

PERFORMANCE SEIT BEGINN IN %

45

40

Prozent p. a.

35

30

25

20

15

10

5

0

-5

30.06.2010

31.12.2010

30.06.2011

31.12.2011

30.06.2012

31.12.2012

30.06.2013

31.12.2013

30.06.2014

31.12.2014

30.06.2015

31.12.2015

30.06.2016

31.12.2016

30.06.2017

31.12.2017

30.06.2018

31.12.2018

(ehem.

Bawag Allianz)

Allianz

APK

Bonus

(ehem. Victoria-

Volksbanken)

Bonus

BUAK

NÖVK

(ehem. ÖVK)

Valida

(ehem.

Siemens)

Valida

VBV

Performance

16,06%

absoluter Mehrertrag

fair-finance alle Vorsorgekassen Trend fair-finance Trend alle Vorsorgekassen


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

29

JAHRESERGEBNIS FAIR-FINANCE

VORSORGEKASSE AG

as Geschäftsjahr 2018 wird mit einem Ergebnis vor

D Steuern von EUR 1.366.793,52 (VJ: TEUR 1.141) abgeschlossen.

Entsprechend dem partnerschaftlichen Modell

von fair-finance wird allen Anspruchsberechtigten eine

Erfolgsbeteiligung in Höhe von EUR 120.980,75

(VJ: TEUR 90) auf Basis des Kapitalstandes zugeteilt.

Die Selbstverpflichtung einer Erfolgsbeteiligung zu Gunsten

der Kunden ist eine weitere Besonderheit des partnerschaftlichen

Geschäftsmodells von fair-finance.

Die Rücklage für die Kapitalgarantie wurde um

EUR 539.315,91 (VJ: TEUR 461) erhöht und beträgt

EUR 1.887.247,58 (VJ: TEUR 1.386). Jene für Zinsgarantieleistungen

beträgt EUR 2.309.302,83 (VJ: TEUR 2.332).

Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Ultimo

EUR 8,20 Millionen (VJ: EUR 6,18 Mio.).

Den Jahresabschluss 2018 finden Sie ab Seite 66.

GRI 102-7, 201-1


30 fair-finance – Fairnessbericht 2018

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

er Blick in die Zukunft ist einerseits erfreulich, ander-

D erseits aber stark eingetrübt. Die fair-finance Vorsorgekasse

wird vor dem Hintergrund ausgezeichneter Kennzahlen

mit bald 6 % Marktanteil und einem jährlichen

Vermögenswachstum von rund EUR 100 Mio. das wirtschaftliche

Ergebnis weiter verbessern und somit die

Voraussetzungen für ein Ansteigen der Erfolgsbeteiligung

zugunsten aller Anspruchsberechtigten und von Kapitalreserven

für eine weiterhin attraktive Mindestzinsgarantie

erwirtschaften.

Hinsichtlich der Kapitalanlage blicken wir auf beinahe zehn

„gute“ Jahre zurück, in denen sich – ähnlich wie zwischen

1983 und 2000 – ein „buy and hold“ Ansatz der Vermögensgestion

gelohnt hat. Anleiherenditen sind immer weiter

zurückgegangen, Risikoprämien aller möglichen Anleihekategorien

ebenso, und Aktienmärkte haben sich nach

einer raschen Erholungsphase im Ausklang der Weltwirtschaftskrise

von einem Höchststand zum nächsten hochgeschaukelt.

Aktuell brummt die Wirtschaft sogar wie

schon lange nicht mehr, die Arbeitslosigkeit sinkt und die

Zinsen werden kurzfristig nicht steigen. Für das Veranlagungsjahr

2019 stehen die Vorzeichen also grundsätzlich

gut. Trotzdem sehen wir zahlreiche Risiken, die uns

zur Vorsicht mahnen. Die Weltwirtschaft wir von einem

twitternden US-Präsidenten gelenkt, Notenbanken haben

kaum mehr Handlungsspielraum für Interventionen und

auch der Brexit könnte noch zu einem Desaster nicht nur

für die Briten werden. Viele Unternehmen sind dramatisch

überbewertet und ein auch nur moderates Ansteigen der

Zinsen könnte zB. einzelne Immobilienmarktsegmente

schwer treffen. Bedenkliche Szenarien gäbe es also genug.

Wir sehen daher Diversifikation, die Bereitschaft zu

Innovation und hohe taktische Flexibilität gepaart mit

gutem Risikomanagement als probates Konzept, sich

nicht zu Tode zu fürchten, aber auch nicht blauäugig in

die Zukunft zu gehen. Mit den Erfahrungen aus der hohen

Volatilität in 2018 werden wir verstärkt positive Trends,

wie derzeit z. B. Privat Debt, nützen, gleichzeitig aber

das Vermögen vor Wertminderungen bewahren und die

vorgegebenen Risikobudgets bestmöglich einhalten. In

Anbetracht steigender Zinsen werden wir die Gewichtung

HtM 5 -gewidmeter Anleihen und Anleihen zum Tageswert

zurücknehmen und „Alternative“ als neue strategische

Assetklasse sehen.

Mit einem Mindestzinsgarantiesatz von 0,5 % bieten wir

auch 2019 für unsere Kunden eine attraktive Sicherheit,

wie sie von kaum einem Finanzprodukt und jedenfalls von

keiner anderen betrieblichen Vorsorgekasse geboten wird.

Aufgrund dieses Alleinstellungsmerkmales erwarten

wir weiterhin ein signifikantes Neugeschäft und weiteres

Wachstum.

Das Ergebnis und unser Marktanteil 2019 werden sich in

Folge des anhaltenden Wachstums weiter verbessern. Die

Anspruchsberechtigten werden von dieser Entwicklung,

unabhängig von der Veranlagungsperformance, über die

Gewinnbeteiligung profitieren.

GRI 102-15

5

HtM-Anleihen: „Held to Maturity“ Anleihen werden bis zur Endfälligkeit behalten, sodass allfällige Kursschwankungen nicht bilanziert werden.


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

Faire Veranlagung

31

NACHHALTIGE VERANLAGUNGSSTRATEGIE

Nachhaltigkeit, Sustainable Finance und ESG-lntegration

haben sich endlich einen prominenten Platz auf

der Agenda in der politischen Diskussion sowie bei institutionellen

Investoren in Europa und Österreich erarbeitet.

Auch wie Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage berücksichtigt

werden kann, erscheint zunehmend klarer.

In den letzten Jahren haben sich die Methoden von einer

Fokussierung auf Ausschlusskriterien, also der Meidung

von bestimmten Geschäftsfeldern und -praktiken wie

Kinderarbeit, Kernenergie oder Massenvernichtungswaffen

bei Investmentscheidungen um Best-In-Class Modelle

und ESG-Inclusions- und Engagementkonzepte deutlich

erweitert. Die lange vertretene Meinung, dass die Berücksichtigung

von Entscheidungskriterien, die Veranlagungsmöglichkeiten

reduzieren oder Finanzkennzahlen übersteuern,

nachteilig sind, konnte zwischenzeitlich endgültig

widerlegt werden.

Den Grundsatz der nachhaltigen Vermögensveranlagung

haben wir bereits im Leitbild verankert: Wir setzen Geld

als Lenkungs- und Steuerungsmittel für eine Lebensverbesserung

ein. Unser Ziel ist ein möglichst hoher Impact

unter marktadäquater Rendite im Rahmen der Risikovorgaben.

fair-finance hat den üblichen und gesetzlich vorgegebenen

Kanon der Anlagekriterien von Rendite, Risiko und

Liquidität (das magische Dreieck der Kapitalanlage) um

eine vierte Dimension erweitert: Der Nachhaltigkeit des

Anlageobjektes. Der ökologischen und sozialen Wirkung

der Mittelverwendung kommt zentrale Bedeutung zu.

DAS MAGISCHE DREIECK DER GELDANLAGE – UM EINE DIMENSION ERWEITERT

KLASSISCHER INVESTOR

Asset Klassen, Stile, Themen, Branchen, Länder,

Währungen, Finanzkennzahlen

Liquidität

B

C

Portfolio A

Rendite

Risiko

Liquidität

ESG-INVESTOR

Asset Klassen, Stile, Themen, Branchen, Länder,

Währungen, Finanzkennzahlen, ESG-Kriterien

A

B

C

Rendite

Risiko

Nachhaltigkeit

NACHHALTIGER INVESTOR

Asset Klassen, Stile, Themen, Branchen, Länder,

Währungen, Finanzkennzahlen, ESG-Kriterien,

Wirkung/Impact, Werte

D

Liquidität

B

A

C

Rendite

Risiko

GRI 102-2, 102-15, 102-16, 201-2, 412-3


32 fair-finance – Fairnessbericht 2018

ir sind davon überzeugt, dass sich nachhaltiges

W Agieren von Unternehmen, Institutionen und Ländern

positiv auswirkt. Unser Nachhaltigkeitsansatz führt

weder zu Mehrkosten oder höheren Risiken, noch zu Performancenachteilen

verglichen mit konventioneller Veranlagung.

Diese Überzeugung teilen auch unsere externen

Stakeholder: beachtliche 74 % erwarten durch Nachhaltigkeit

eine höhere oder ähnliche Rendite wie bei konventioneller

Veranlagung.

Unser Ziel ist die Aufhebung der Anonymität von Vermögensveranlagungen

zugunsten einer transparenten

Veranlagungsstrategie, der ein nachvollziehbarer, ethischökologischer

Kriterienkatalog zugrunde liegt. Alle Vermögensveranlagungen

müssen langfristig ökologisch

tragbar, ethisch und sozial gerecht sowie wirtschaftlich

machbar sein. Vermögensveranlagungen, welche diese

Zielsetzungen nicht erkennen lassen, sind ausgeschlossen

(siehe Ausschlusskriterien auf Seite 34).

Der fair-finance Kundenbeirat bestimmt als externes

Stakeholdergremium die nachhaltige Veranlagungsstrategie

maßgeblich mit. Er gibt Positiv- und Negativkriterien

für die Auswahl der Emittenten vor und definiert somit die

Rahmenbedingungen. Weiters spricht der Kundenbeirat

Empfehlungen hinsichtlich der strategischen Asset Allokation

6 aus und kontrolliert auch durch ein Aufsichtsratsmandat

die Einhaltung der Vorgaben.

Der Unterschied zu anderen Anbietern liegt neben der

Zielsetzung, in impactstarke Investments zu veranlagen,

im hohen Detaillierungsgrad und den festgelegten Kriterien,

die auf das gesamte Portfolio angewendet werden.

Dieses wird quartalsweise einer externen Nachhaltigkeitsprüfung

unterzogen.

MINDESTZINSGARANTIE IM DETAIL

ie einzigartige Mindestzinsgarantie von fair-finance

D geht über den gesetzlichen Standard hinaus und

federt Kapitalmarktschwankungen ab. Das Risiko einer

möglichen Minderperformance für die Anspruchsberechtigten

wird reduziert. Eine bilanzielle Rücklage sichert

zweckgebunden mögliche Kundenansprüche ab, erfordert

keine erhöhten Verwaltungsgebühren und keine Sicherungskosten

und reduziert auch nicht die Renditeerwartung.

Wird die Zinsgarantie in Anspruch genommen, geht

dies ausschließlich zu Lasten des Unternehmensgewinns.

Diese Form der erhöhten Risikotragung ist einzigartig in

der Branche und steht im Widerspruch zu den Intentionen

der Finanzbranche, jegliche Risiken an die Kunden abzuwälzen.

Für das Jahr 2018 beträgt die Zinsgarantie 0,75 %.

Für 2019 beträgt die vom Vorstand mit Zustimmung des

Aufsichtsrates festgesetzte Mindestzinsgarantie in einem

teilweise negativen Zinsumfeld nach wie vor attraktive

0,5 %.

6

Strategische Asset Allokation: die strategische Vermögensverteilung stellt die Aufteilung der Investitionen in den unterschiedlichen

Veranlagungsklassen dar (z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien, etc.)


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

33

ENTWICKLUNG ZINSGARANTIE

Zinsen in % p. a.

2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

Zinsgarantie

Rechnungszins

Lebensversicherungen

12-Monats-Euribor

Erwartung Zinsentwicklung

0

-0,5

2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

ENGAGEMENTMASSNAHMEN ERHÖHEN DEN

IMPACT

Unter „Engagement“ verstehen wir den konkreten Dialog

mit Emittenten mit dem Ziel, deren ökologische,

ethische und soziale Verantwortung einzufordern und

zu stärken. Mittels einer definierten Vorgehensweise

soll über unsere Investitionstätigkeit hinausgehend eine

positive Veränderung von Geschäftspraktiken und eine

Verschiebung von Geschäftsfeldern einzelner Emittenten

im Speziellen und des Kapitalmarktes im Allgemeinen

erzielt werden. Der fair-finance Kundenbeirat legt jährlich

einen Engagementschwerpunkt fest. 2018 war dies Klimaschutz.

Klimaschutz war neben dem Verhindern von Steuervermeidung

auch eines der Schwerpunktthemen im Engagement-Netzwerk

„Shareholders for Change“, dem fairfinance

seit Dezember 2017 als eines von sieben Gründungsmitgliedern

angehört. Dieses europäische Netzwerk

von verantwortungsvollen Investoren repräsentiert inklusive

der 2018 drei neu aufgenommenen ordentlichen

Mitglieder aktuell über EUR 23 Mrd. Vermögen, das in abgestimmten

Engagement-Aktivitäten als Treiber für eine

nachhaltige Entwicklung eingebracht werden soll.

Das vorrangige Ziel des Netzwerkes ist es, in einer abgestimmten

Vorgehensweise, Hauptversammlungen europäischer

Unternehmen zu besuchen und dort die im Netzwerk

gehaltenen „Shares“, also Unternehmensanteile in

Form von Aktien, für Abstimmungen oder das Stellen von

durchaus kritischen Fragen an die Unternehmensleitung

einzusetzen. Schwerpunktthemen für 2019 sind Arbeitnehmerrechte

und Menschenrechte, Steuerpraxis und

Steuergerechtigkeit, CO 2 -Emissionen und Klimawandel.

Bereits 2018 hat das Netzwerk neben dem ersten Engagement-Report,

der die 15 Engagement-Maßnahmen des

Jahres näher beschreibt, mit „Bad Connection“ als ersten

Meilenstein des noch jungen Netzwerkes einen Bericht

über mangelnde Steuertransparenz im europäischen

Telekommunikationssektor vorgestellt.

www.shareholdersforchange.eu

Die vollständige Veranlagungsrichtlinie (inklusive Negativund

Positiv-/Best-In-Class-Kriterien, Impactbeschreibung

und Engagementaktivitäten) sowie den jährlichen Engagementbericht

finden Sie auf unserer Webseite 7 .

Mehr über unser ökologisches und soziales Engagement

finden Sie auf den Seiten 54-61.

GRI 102-2, 102-12, 102-15, 102-16, 102-17, 102-42, 102-43, 201-2, 412-3

7

www.fair-finance.at


34 fair-finance – Fairnessbericht 2018

AUSSCHLUSSKRITERIEN

AUSSCHLUSSKRITERIEN BEI DER AUSWAHL VON INVESTMENTS

Kriterium Ausgeschlossen werden SDGs

Unternehmen

Alkohol

Arbeitsrechte

Atomenergie

Ausbeuterische

Kinderarbeit

Bilanzfälschung

Produktion/Handel hochprozentiger alkoholischer Getränke ab 5 % Umsatzanteil

Massive Verletzung eines der grundlegenden Prinzipien der ILO Declaration on Fundamental Principles and

Rights at Work (Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung), sowie

systematische Umgehung von Mindeststandards (z. B. Sicherheit & Gesundheit, Bezahlung, Arbeitszeit)

Errichtung bzw. Produktion von Grundkomponenten von Kernkraftwerken, Gewinnung von Uran, Produktion

von Atomstrom. Nicht „dual use-Produkte“

Ausbeuterische Kinderarbeit entsprechend der Definition von UNICEF oder ILO durch das Unternehmen oder

Zulieferer/Subunternehmer

Erwiesene Bilanzfälschung sowie Beihilfe zur Bilanzfälschung

Biozide Produktion von Bioziden, die laut WHO „extremely or highly hazardous“ sind

Verbrauchende

Embryonenforschung

Glücksspiel

Grüne

Gentechnik

Nachweislich verbrauchende Forschung am menschlichen Embryo bzw. embryonalen Stammzellen bzw.

Spezialisierung auf diese Technologie wahrscheinlich

Glücksspiel ab 5 % Umsatzanteil, nicht Lotterien/Gewinnspielbetreiber

Vornahme gentechnischer Veränderungen am Erbgut und Produktion entsprechenden Saatguts oder Tiere.

Sowie Verwender und Händler ab 5 % Umsatzanteil

Kohle Kohleproduzenten und Energieerzeuger ab 5 % Umsatzanteil

Kontroverse Rohstoffgewinnungsmethoden

Korruption

Menschenrechte

Pornografie

Tabak

Tierversuche

Kontroverses

Umweltverhalten

UN-Global Compact

Waffen und

Rüstung

Mikrofinanzinvestitionen

Fondsstruktur

Länder

Arbeitsrechte

Atomenergie

Ausbeuterische

Kinderarbeit

Förderung von Erdgas- und Erdölvorkommen mittels Hydraulic Fracturing (hydraulisches Aufbrechen,

kurz „Fracking“) bzw. mittels Öl-/Teersand ab 5 % Umsatzanteil, sowie Zulieferer (Technologie-Produzenten),

deren Technologie ausschließlich für Fracking eingesetzt wird

Annahme oder Forderung von Bestechungsgeldern oder entsprechenden geldwerten Vorteilen sowie

Bestechung oder Bestechungsversuchen Dritter

Massive Verletzung von internationalen Normen, wie z.B. UN Universal Declaration of Human Rights,

durch das Unternehmen oder Zulieferer/Subunternehmer

Produktion von verunglimpfenden, erniedrigenden Darstellungen von Individuen bzw. von sexuellen

Handlungen. Ferner der Handel ab 5 % Umsatzanteil

Produktion von allen Arten von Tabakprodukten, ferner Handel ab 5 % Umsatzanteil. Nicht Produktion und

Handel von Bestandteilen und Zubehör

Tests von Konsumgütern (z.B. Kosmetika, Waschmittel) mit lebenden Tieren, die den Tieren Schaden bzw. Leid

zuzufügen, sofern nicht gesetzlich vorgeschrieben

Massive Missachtung von Umweltgesetzen oder ökologischen Mindeststandards durch das Unternehmen oder

Zulieferer/Subunternehmer. Insbesondere Errichter, Betreiber und Finanzierungsgesellschaften von kontroversen

Projekten

Als Verstoß gelten Unternehmen, die von der Aufnahme in den UN-Global Compact ausgeschlossen sind

Produktion/Handel geächteter Waffen nach Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofes sowie

sonstigen Rüstungsgütern. Nicht „dual use-Produkte“

Fonds ohne nachvollziehbare/transparente Geschäftsgebarung mit unangemessen hoher Vergebührung oder

die in irgendeiner Weise ein gesellschaftlich schädliches oder zumindest bedenkliches Verhalten zeigen

Massive Verletzung eines der grundlegenden Prinzipien der ILO Declaration on Fundamental Principles and

Rights at Work (Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung), sowie

systematische Umgehung von Mindeststandards (z. B. Sicherheit & Gesundheit, Bezahlung, Arbeitszeit)

Errichtung bzw. Produktion von Grundkomponenten von Kernkraftwerken, Gewinnung von Uran, Produktion

von Atomstrom. Nicht „dual use-Produkte“

Ausbeuterische Kinderarbeit entsprechend der Definition von UNICEF oder ILO durch das Unternehmen oder

Zulieferer/Subunternehmer


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

35

AUSSCHLUSSKRITERIEN BEI DER AUSWAHL VON INVESTMENTS (Fortsetzung)

Kriterium Ausgeschlossen werden SDGs

Länder (Fortsetzung)

Geldwäsche

Klimaschutz

Konflikte und

Kriege

Korruption

Menschenrechte

Keine ausreichenden Standards gegen Geldwäsche laut FATF (Financial Action Task Force on Money Laundring)

UN-Klimakonferenz in Paris 2015 – COP21 ist nicht ratifiziert

Land befindet sich im „Krieg“ oder „eingeschränkten Krieg“ (Definition gem. HIIK und SIPRI)

Wert des Corruption Perception Index von Transparency International < 60; für HtM-Widmungen < 70.

Ausgenommen Länder mit Indexwert mind. 50, sofern sich Indexwert über 3 Jahren in Summe verbessert hat

Massive Verletzung von international anerkannten Normen, wie z. B. der UN Universal Declaration of Human

Rights bleibt unbestraft

Religionsfreiheit Religiöse Freiheit wird deutlich eingeschränkt (gem. US Department of State)

Rüstungsbudget

Todesstrafe

Totalitäre

Regimes

Unterdrückung

Immobilien

Asbest

Bauausführung,

Luftdichtigkeit,

Raumqualität

Bauökologie

Bleirohre

Energieeffizienz Sanierung

Erfassung der

Energieverbräuche

Klimaschädliche

Substanzen

Sommertauglichkeit

Wirtschaftlichkeitsberechnung

Holzschutzmittel

in Innenräumen

Infrastruktur im

Nahbereich

Kontaminierung

Erdreich

Lärmbelastung

Mieterschaft

Rüstungsbudget >2,5 % des BIP

Verhängung oder Ausübung der Todesstrafe zulässig

Freiheitsstatus von Freedom House schlechter als mit Wert 1 (Bestnote) bewertet

Laut Freedom House als „nicht frei“ eingestuft

Die Sanierung bzw. Entsorgung von asbesthaltigen Materialien ist nicht

oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand durchführbar

Die Mindestanforderungen lt. klima:aktiv-Basiskriterien 2014 werden nicht erfüllt (betrifft Neubauobjekte

und umfassend sanierte Objekte). Die Mindestanforderungen lt. klima:aktiv-Basiskriterien 2014 werden nicht

erfüllt (betrifft nur Neubauobjekte)

Ein Indexwert OI3BGF >200 der vorhandenen oder geplanten Baukonstruktion des Gesamtgebäudes

anhand des Ökoindex 3, welcher das Treibhauspotenzial, das Versauerungspotenzial und den Bedarf

an nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen darstellt

Die Sanierung bzw. Entsorgung von bleihaltigen Materialien ist nicht oder nur mit unvertretbar hohem

Aufwand durchführbar

Die Mindestanforderungen lt. klima:aktiv-Basiskriterien 2014 werden nicht erfüllt.

(betrifft Neubauobjekte und umfassend sanierte Objekte)

Die Sanierung bzw. Entsorgung bei Nachweis von Holzschutzmitteln in Innenräumen ist nicht

oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand durchführbar

Keine bzw. weniger als 2 Einrichtungen für den Bedarf des täglichen Lebens im Nahbereich (< 1.000 m)

vorhanden

Die Sanierung bzw. Entsorgung bei Kontaminierungen im Erdreich ist nicht

oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand durchführbar

Der Lärm-Immissionspegel am Standort ist > 25 dB über den Immissions-Planungsrichtwerten

lt. ÖNORM S 5021 (betrifft nur Neubauobjekte)

Anteil Mieterträge des Gesamtgebäudes von Unternehmen oder Institutionen, die gemäß den Negativkriterien

ausgeschlossen sind, liegt über 10 % und Laufzeit ist länger als 5 Jahre. fair-finance wird keine Mietverträge mit

Unternehmen oder Institutionen schließen oder verlängern, die gemäß Negativkriterien ausgeschlossen sind

und nicht gesetzlichen Anforderungen entsprechen

GRI 102-2, 102-16, 102-44, 203-2, 412-3


36 fair-finance – Fairnessbericht 2018

PORTFOLIO

Die Kennzeichen des Nachhaltigkeitsportfolios von

fair-finance:

π Ein strenger SRI-Ansatz, der einen Beitrag für die überdurchschnittliche

Performance leistet. Anhand von

Ausschlusskriterien und des Best-in-Class-Ansatzes

werden die hohen ethischen Werte auf Basis der Vorgaben

des Kundenbeirats von fair-finance umgesetzt

und Risikoaspekte aufgrund nicht zukunftsorientierter

oder nicht vertretbarer Geschäftsfelder und -praktiken

in ebenfalls vergleichsweise hohem Ausmaß berücksichtigt.

π Impact Investing ist mit der nachhaltigen Kapitalanlage

artverwandt, verfolgt aber einen wesentlich aktiveren

Ansatz zur Erzielung von positiver Wirkung, der deutlich

über sozial verantwortliches Investieren hinausgeht.

Impact-Investoren bemühen sich aktiv darum, Kapital

in Unternehmen zu investieren und Mittel bereitzustellen,

die jene Lösungen bieten, die rein philanthropische

Interventionen normalerweise nicht erreichen können.

fair-finance setzt hier auf Investments in Mikrofinanz,

Privat Debt, alternative Energie, Aufforstung und Social

Business.

π fair-finance ist die einzige Vorsorgekasse, bei der das

Veranlagungsportfolio, zusammengefasst im fair-finance

Masterfonds, mit dem Österreichischen Umweltzeichen

zertifiziert ist.

π Treiber für die ausgezeichnete Performance ist die Asset

Allokation. Hier setzt fair-finance anstelle von hohen

Einzelgewichten (wie z. B. Aktien, welche hohes Risiko

implizieren) auf Diversifikation und laufende taktische

Anpassungen. So lassen sich die Assetklassen Mikrofinanz

oder auch Wandel- und Hybridanleihen oder

alternative Investments bei keiner anderen Vorsorgekasse

finden.

wie diese üblicherweise innerhalb von Finanzkonzernen

nicht vermeidbar sind. Die kurzen Entscheidungswege

und der vergleichsweise kleine Investitionsbedarf bei

fair-finance ermöglichen die Nutzung von Opportunitäten.

π Im täglichen Risikomanagement werden moderne

Methoden und Prozesse zur laufenden Optimierung und

zur taktischen Steuerung eingesetzt. Dynamische Risikobudgets

je Assetklasse verhindern ein Unterschreiten

der definierten Performance-Schwellwerte.

π Das Portfolio wird monatlich aktuell auf der Homepage

veröffentlicht. Diese Transparenz als einer der Grundsätze

des Veranlagungskonzeptes, ist die Basis für die

Kontroll- und Mitspracherechte, die fair-finance seinen

Kunden über den Kundenbeirat einräumt.

fair-finance ist ein EURO-Investor. Fremdwährungsrisiken

müssen ab gewissen Grenzen abgesichert werden. Gemäß

dem innovativen Veranlagungskonzept ergibt sich eine

vergleichsweise geringe TER (Total Expense Ratio) von

rund 1 % inkl. der eigenen Kosten der Vermögensverwaltung.

Mit Anfang 2018 wurden sowohl die Depotbank der fairfinance

Vorsorgekasse als auch die Kapitalanlagegesellschaft

für alle fair-finance Wertpapierfonds gewechselt.

Neue Geschäftspartner sind die Hypo Vorarlberg Bank AG

und die Masterinvest KAG. Die dadurch optimierten Gebühren

kommen der Veranlagungsgemeinschaft und

somit auch allen Kunden von fair-finance zu Gute.

Die Fonds selbst wurden von Single-Manager-Spezialfonds

auf Segmentefonds umgestellt, um mehr Diversifikation

und mehr Effizienz zu erzielen. Mittels eines eigenen fairfinance

bond opportunities Fonds für Wandel-/Hybridanleihen

und eines Mikrofinanzdachzertifikats wird weiter

im Rahmen der nachhaltigen und risikogesteuerten Multi

Asset Strategie optimiert.

π Die Unabhängigkeit aufgrund der Eigentümerstruktur

garantiert bei der Auswahl der Manager und Dienstleister

Kosteneffizienz und verhindert Interessenskonflikte,


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

37

DETAILLIERTE ZUSAMMENSETZUNG DES PORTFOLIOS ZUM 31.12.2018

WP-Kennnummer Fonds / Titel Anteil in %

Aktienfonds 6,80

AT0000A1EZU5 fair-finance equity global 5,69

AT0000A1PKR9 Raiffeisen Nachhaltigkeit-Momentum 0,76

AT0000A1QDP6 Natura Semper NX-25 0,35

Wandel-/Hybridanleihenfonds 4,11

AT0000A1Z6M6

fair-finance bond opportunities

Anleihenfonds 20,08

AT0000A0Z7X2 fair-finance bond 17,88

AT0000A177C4 Macquarie Sustainable Emerging Markets 1,23

AT0000A1X8S1 Metis Bond Euro Corporate ESG 0,97

Einzelanleihen 3,38

XS1807511909 Aktiengesellschaft fuer Umsatzfinanzierung 3,24

AT0000A0XJ64 JP Immobilien Invest I GmbH 0,14

Immobilien 8,82

AT0000A1BNM4 fair-finance real estate 2,84

MT7000017968 fair-finance real estate sustainable fund 5,98

Mikrofinanz 6,93

XS0554544428 Zertifikat auf den DUAL RETURN FUND - Vision Microfinance I EUR 1,80

XS0554549575 Zertifikat auf den DUAL RETURN FUND - Vision Microfinance Local Currency I EUR 0,73

XS1725782681 Sustainable Multi-Asset Notes – AGV41, Segment M 4,40

Alternative 9,14

LU0969407690 AviaRent – CareVision III 3,67

LU1808705559 LGT Crown European Private Debt II 1,07

XS1725782681 Sustainable Multi-Asset Notes – AGV41, Segment A 4,40

HtM-Anleihen (Held to Maturity) 20,01

Staatsanleihen 8,04

Pfandbriefe 0,22

Kreditinstitute 2,43

Unternehmen 9,32

Festgeld 0,93

Raiffeisenbank Gunskirchen eGen

Cash 19,80

Hypo Vorarlberg Bank AG

Raiffeisenbank Gunskirchen eGen

Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG

Gesamt 100,00

Das Veranlagungsportfolio wird monatlich aktuell auf der Homepage www.fair-fainance.at veröffentlicht.

GRI 102-2, 102-16, 412-3


38 fair-finance – Fairnessbericht 2018

NACHHALTIGE IMMOBILIEN

Gebäude sind ein wesentlicher Treiber für den Klimawandel.

Laut Erhebung der Europäischen Union verbrauchen

sie 40 % der Energie und verursachen 36 % der

CO 2 -Emissionen in der EU. Zusätzlich belasten Schadstoffe

in Baumaterialien die Gesundheit der Nutzer. In

nachhaltige Immobilien zu investieren, die dieses Thema

grundlegend verbessern, liegt daher nahe. Wohnimmobilien

stellen im Veranlagungsmix von fair-finance einen

wichtigen Baustein des Veranlagungsportfolios dar.

Die Frage, welche Immobilien nachhaltig sind und welche

nicht, ist ebenso schwer zu beantworten wie die Frage,

welche Aktien oder Anleihen wirklich nachhaltig sind. Bestehende

Ratingsysteme bzw. Gebäudezertifikate zielen

in der Regel auf Energieeffizienz ab und definieren somit

Bestandsobjekte, wie klassische Wiener Zinshäuser, oft

als nicht nachhaltig. Hier fehlte bisher eine Gesamtbetrachtung,

denn ein Abriss dieser Gebäude und die Errichtung

eines energieeffizienten Neubaus ist tatsächlich

oft weder nachhaltig noch wirtschaftlich. fair-finance hat

daher vergleichbar mit dem Best-In-Class-Ansatz ein

eigenes Ratingsystem für Neubau- und Bestandsobjekte

entwickelt. Dabei ergibt sich das Rating aus einer Kombination

von Standort-, Baustoff-, Energie- und Ethikkriterien.

Vergleichbar dem Kriterienkatalog für die Auswahl

nachhaltiger Wertpapiere wurden Ausschlusskriterien

definiert, damit Gebäude mindestens den österreichischen

klima:aktiv-Kriterien entsprechen.

Ein Beispiel für ein derartiges Nachhaltigkeitsrating ist

auf dieser Seite angeführt.

Der von fair-finance auf der Grundlage dieses integrierten

Nachhaltigkeitsratings ins Leben gerufene Immobilienspezialfonds

fair-finance real estate wurde 2016

als erster Österreichischer Immobilienfonds mit dem

Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Das

Immobilienvermögen des fair-finance Vorsorgekassen-

Portfolios beträgt zum 31.12.2018 rund EUR 54 Mio.

(Vorjahr EUR 36 Mio.) und umfasst 13 Objekte, wobei sich

gesamt 10 Häuser in Wien befinden, eines in Wiener Neustadt,

eines in Eisenstadt und ein denkmalgeschütztes, im

15. Jhd. erbautes, in Krems.

IMMOBILIENRATING MARGARETHEN-

STRASSE 1, KREMS

GRI 102-2, 102-16


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

39

IMMOBILIENBESTAND FAIR-FINANCE ZUM 31.12.2018

Margarethenstraße 1,

Krems

Michtnergasse 6

Baubeginn Q1/2020

Hütteldorferstraße

109

Zeilergasse

34

Antonigasse 86

Enenkelstraße

38

Jenis-Joplin-Promenade 14

(Living-Garden, Seestadt Aspern)

Fertigstellung

Q3/2019

Lenneisgasse 5

Fertigstellung

Q1/2020

Ullmannstraße

24

Wien

Draschestraße

10

Grünbergstraße 11

Hauptplatz 18,

Wiener Neustadt

Hauptplatz 12,

Eisenstadt

Illustration nicht maßstabgetreu


40 fair-finance – Fairnessbericht 2018

VERANLAGUNGS- UND RISIKOMANAGEMENT

iel der Veranlagungsstrategie von fair-finance ist einerseits die jährliche Erzielung eines bestmöglichen Ertrags unter

Z Einhaltung einer Ertragsuntergrenze durch die kombinierte Anlage in verschiedene Assetklassen. Andererseits sollen

die investierten Mittel eine sichtbare und messbare gesellschaftliche Wirkung im Sinne von Sozial-, Ökologie- und Governancekriterien

(ESG) entfalten. Relative Risiken, aber auch spekulative Erwartungen sollen ausgeschlossen werden. Die

Auswahl der Investments erfolgt sortenrein je Anlageklasse, wobei zwischen Core-Investments in fair-finance Mandatefonds,

Investments in Satelliten 8 -Fonds und Direktinvestments in Einzeltitel unterschieden wird.

45

40

Auszahlungen

mit Zinsgarantie

35

30

25

Performance

2015:

56 Fälle 2016:

2.955 Fälle

2017:

740 Fälle

2018:

103 Fälle

20

15

2013:

53 Fälle

10

5

Summe der jährlichen Garantiezusagen

15,25%

0

-5

15,25

2010

13,00

2011

10,75

2012

Wert Zinsgarantie 2019 in %:

8,50

2013

6,25

2014

4,50

2015

2,75

2016

1,50

2017

0,75

2018

Performance fair-finance Mindestzinsgarantie je Beitragsjahr Ertragsuntergrenze

ls Core-Investments im Veranlagungsportfolio von

A fair-finance werden die Fonds fair-finance global equity,

fair-finance bond, fair-finance bond opportunity und die

fair-finance real estate fonds gesehen, wobei jeder Fonds

in der Regel in zwei Segmente geteilt ist. Mit dem Fondsmanagement

eines Segments ist jeweils eine erwiesenermaßen

erfolgreiche Managementgesellschaften betraut,

die sich an die Vorgaben von fair-finance insbesondere

auch hinsichtlich Nachhaltigkeit halten muss. Diese Vorgehensweise

ermöglicht eine gute taktische und risikotechnische

Steuerung und ist günstig hinsichtlich Gebühren.

Grundsätzlich dominiert ein aktiver Managementstil

– auch aufgrund der vom Kundenbeirat vorgegebenen

Nachhaltigkeitskriterien.

Bei der Auswahl von Assetklassen, Managern und Veranlagungsprodukten

wird eine Diversifikationsstrategie zur

Neutralisation von Portfoliorisiken angewendet. Korrela-

8

Satelliteninvestments: neben den Core-Investments werden mehrere Einzelinvestitionen („Satellite“) zur Renditesteigerung getätigt.

Diese stellen nur einen geringen Anteil am Gesamtinvestment dar.


02

Das Wasser – unser Antrieb und Lebensgrundlage

41

tionen und die Volatilität als Maß für die Schwankungen

der Performance werden laufend gemessen und dienen

als wesentliches Steuerungsinstrument.

fair-finance steuert das Kapitalmarktrisiko vor allem

durch taktische Veränderung der Veranlagungsstruktur.

Durch die Verschiebung von Vermögensteilen aus volatilen,

stärker risikobehafteten Anlageklassen in vergleichsweise

sichere, risikoarme Klassen kann das Anlagerisiko situationsbedingt

reduziert werden. Die Herleitung, Festlegung

und Verprobung mittels Stresstests wird in der Veranlagungs-/Risikostrategie

festgelegt und dokumentiert.

Zahlreiche Publikationen und Fondsmanageranalysen

beweisen, dass der Werttreiber der Performance nicht

das Management der einzelnen Assetklassen, sondern

die aktive Steuerung der Asset Allokation ist.

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften und den Spezifikationen

des Modells Abfertigung Neu sind die Gestaltungsmöglichkeiten

eingeschränkt, so dass alle Vorsorgekassen

aufgrund identer Bestimmungsfaktoren eine ähnliche

Asset Allokation aufweisen.

Die Asset Allokation des Gesamtmarktes der Vorsorgekassen

wird von der Österreichischen Kontrollbank quartalsweise

ermittelt und allen Kassen als Benchmark zur

Verfügung gestellt. Gravierende und vor allem negative

Abweichungen gegenüber der Marktperformance sind

somit kaum zu erwarten. Basierend auf den vorgegebenen

Bandbreiten besteht jedoch die Möglichkeit, vorhandene

Chancen zu nutzen und eine Outperformance zu erzielen

(die Bandbreiten sind in der Veranlagungs-/Risikostrategie

geregelt).

Die risiko-/ertragsoptimale Ausgestaltung der taktischen

Asset Allokation ist eine Kernkompetenz von fair-finance.

Entscheidungen beruhen dabei nicht auf Konzern- oder

Teameinschätzungen, sondern vor allem auf Konsensusdaten

9 externer Dienstleister. Die Titelselektion erfolgt

hingegen durch auf die jeweilige Assetklasse spezialisierte

Fondsmanager. Eine weitere Kernkompetenz von fairfinance

ist die Auswahl und Kontrolle der Manager. Investitionsentscheidungen

bei HtM-Anleihen, Darlehen und in

besonderen Fällen auch Anleihen oder Aktien werden im

Rahmen der Vorgaben getroffen. Generell sind die Unabhängigkeit

von fair-finance, die schlanken Strukturen, der

vergleichsweise hohe Mittelzufluss, die selbstauferlegte

Transparenz und Kontrolle sowie die privatwirtschaftliche

Organisation als Vorteile gegenüber den Marktbegleitern

zu sehen.

Zur Einhaltung der Risikobudgets für jede Assetklasse und

für das Gesamtportfolio dient das von fair-finance entwickelte

Ampelsystem, welches zur Ergreifung von definierten

Maßnahmen bei Erreichen bestimmter Schwellwerte

verpflichtet. In diesem Sinne verfolgt fair-finance einen

„Absolut Return Ansatz“, d. h. eine Investmentstrategie

mit dem Ziel, in jedem Jahr einen positiven Ertrag zu erwirtschaften.

Automatisierte Verfahren sind nicht vorgesehen.

Gemäß der Klasseneinteilung der Österreichischen

Kontrollbank verfolgt fair-finance eine defensive (risikoarme)

Veranlagungsstrategie.

ENTWICKLUNG 2018

2018 war für die Finanzmärkte ein sehr turbulentes

Jahr. Anleihen zeigten sich schwach und an den Aktienmärkten

kam es nach historischen Höchtständen zu

heftigen Kursabstürzen knapp vor Jahresende. Die Weltwirtschaft

zeigt sich mit einem BIP-Wachstum von 3,7 %

positiver als erwartet, wobei die USA sich besser als die

EU darstellen konnten. Verschiedene wirtschaftliche und

politische Ereignisse (Krisen in Venezuela, Argentinien und

Türkei, Brexit, Volatilität des Ölpreises, Handelsstreit zwischen

USA und China und der Haushaltsstreit zwischen

Brüssel und Italien) ergaben ein schwieriges Umfeld für

den Finanzmarkt.

In den USA wurde der Leitzins schrittweise auf 2,25 % im

Dezember 2018 angehoben und verstärkte somit den Druck

auf Aktien und andere Risikoanlagen. In der EU stand die

Beendigung der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank

(EZB) im Mittelpunkt. Der DAX zeigte eine Jahresperformance

von -18,3 %, der Dow Jones eine von -5,63 %.

Die Rendite 10-jähriger Österreichischer Staatsanleihen

liegt zum Jahresende bei 0,45 % und ist seit 2017 somit

nahezu unverändert.

In unserer größten Asset Klasse, Anleihen zum Tageswert,

wurde aufgrund der Verschlechterung der Bewertung von

Unternehmensanleihen eine negative Jahresperformance

von -3,70 % erwirtschaftet. HtM-Anleihen, die als Daueranlage

gewidmet sind (Held to Maturity – Methode), trugen

GRI 102-15

9

Konsensusdaten: aggregierte Daten einer Expertengruppe zu einem spezifischen Sachverhalt


42 fair-finance – Fairnessbericht 2018

mit einer durchschnittlichen Rendite von 3,22 % p. a. stabilisierend

zum Ergebnis bei. Aktien entwickelten sich mit

einer Performance von -3,85 % negativ und auch Wandelund

Hybridanleihen konnten mit einer Performance von

-6,05 % keinen positiven Performancebeitrag leisten.

Ganz im Gegensatz zu Immobilieninvestitionen mit einer

Performance von 2,48 % sowie Mikrofinanzzertifikate mit

knapp 1 %. Der Bereich Alternative Investments zeigte

ebenfalls eine positive Wertentwicklung von rund 2 %. Im

Zuge der schlechten Marktentwicklung im Oktober 2018

wurde das Risikomanagementsystem der fair-finance Vorsorgekasse

aktiv und stellte die Veranlagung auf „risikoneutral“.

Somit konnten massive Verluste vermieden

werden.

Kontrollbank (ÖKB) – ist zwar kein Grund zur Freude,

zeigt aber aufgrund des vergleichsweisen hohen Unterschieds

zu den Wettbewerbern und auch gegenüber dem

Branchendurchschnitt von -1,97 %, dass die spezifische

Veranlagungs- und Risikostrategie ausgezeichnet funktioniert.

Insbesondere, da die Performance von fair-finance

auch im 5-Jahresvergleich den 1. Platz einnimmt.

Vor dem Hintergrund einer negativen Jahresperformance

erscheint die von fair-finance als einzigem Anbieter gewährte

Mindestzinsgarantie in Höhe von 0,75 % für 2018

von besonderer Bedeutung.

Es ist somit mit einem deutlichen Ansteigen von Garantieleistungen

für 2019 zu rechnen.

Die erzielte Performance von -0,68 % in 2018 (VJ: 2,54 %)

– gemessen nach der Messmethode der Österreichischen

GRI 102-15


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

43

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre,

die uns alle umgibt

Zu jeder Zeit liegen einige

große Wahrheiten in der Luft;

sie bilden die geistige Atmosphäre

des Jahrhunderts.

Marie von Ebner-Eschenbach


44 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Stakeholderdialog

er Dialog mit unseren Stakeholdern ist von wechselseitigem

Respekt, von Fairness und vor allem jener

D

Transparenz geprägt, die notwendig ist, um ein vertrauensvolles

Miteinander zu gewährleisten. Wir sehen uns

vorrangig auch nicht als Finanz-, sondern als Sozialunternehmen

mit dem klaren Fokus, einen möglichst großen

und nachhaltigen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung

der Lebenschancen bestehender und vor allem zukünftiger

Generationen zu leisten. Diesen Impact können wir aber

nur erzielen, wenn wir unseren Stakeholdern den Stellenwert

einräumen, der ihnen zukommt und sie in wesentliche

und zukunftsweisende Entscheidungen miteinbeziehen.

Daher stehen wir in laufendem Kontakt mit vielen unterschiedlichen

Stakeholder-Gruppen. Beispielsweise binden

wir unsere Kunden über das Gremium Kundenbeirat als

Mitentscheidungs- und Kontrollorgan in unsere Geschäftsgebarung

mit ein – bis hin zum Aufsichtsratsmandat.

Aber auch mit den Unternehmen, in die wir investieren,

stehen wir in einem regelmäßigen Austausch. Über

unsere im Kundenbeirat definierten Engagementschwerpunkte

und die Zugehörigkeit zum Engagementnetzwerk

Shareholders for Change sprechen wir Unternehmen und

Fondsmanager direkt an, um sie zur Verbesserung der

Nachhaltigkeitsleistung bzw. zur Beseitigung allfälliger

Ausschlussgründe zu bewegen. Im Innenverhältnis sind

unsere Mitarbeiter die wichtigste Gruppe, denen wir in

diesem Bericht ein eigenes Kapitel widmen (Seite 47).

Arbeitgeber

Selbstständige

Mitarbeitende

der Arbeitgeber

Kunden

Mieter

Beratungsunternehmen

Projektpartner

Engagement-Netzwerk

Interessensvertretungen

Marktbegleiter

Potenzielle

Kunden

Gesellschaft

Immobilienkäufer

Investoren

Geschäftspartner

Aufsichtsrat

Lieferanten

Kapitalmarkt

Fondsanbieter

Potenzielle

Geschäftspartner

Kapitalanlagegesellschaften

Banken

Umwelt

Mitarbeiter

Intern

Ehemalige

Mitarbeiter

Eigentümer

Bankprüfer

FMA

Kontrollstrukturen

Zertifizierungsstellen

Innenrevision

Kundenbeirat


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

45

Stakeholdergruppe

Extern

Kunden

Arbeitgeber

Selbstständige

Mitarbeiter der Arbeitgeber (AWB)

Mieter

Immobilienkäufer

Investoren

Lieferanten & Geschäftspartner

Lieferanten

Projektpartner

Beratungsunternehmen

Kapitalmarkt

Fondsanbieter

Banken

Kapitalanlagegesellschaften

Gesellschaft

Engagement-Netzwerk

Marktbegleiter

Interessensvertretungen

Potenzielle Kunden

Potenzielle Geschäftspartner

Umwelt

Intern

Mitarbeiter

Ehemalige Mitarbeiter

Eigentümer

Kontrollstrukturen

Aufsichtsrat

Kundenbeirat

Zertifizierungsstellen

FMA

Bankprüfer

Innenrevision

Art der Einbeziehung & Häufigkeit

Kundenbeirat, Kundenmagazin, NL quartalsweise

Kundenbeirat, Kundenmagazin, NL quartalsweise

Über Betriebsrat, im Anlassfall, Kontonachricht, NL quartalsweise

Anlassbezogen

Bei Veranstaltungen, Fachmessen, 4-6 x pro Jahr

E-Mail Kontakt, persönlich

Telefonischer und E-Mail Kontakt, regelmäßig

Im Zuge der Projekte, sonst loser Kontakt

Im Anlassfall

Telefonisch, per E-Mail, persönlich, anhängig vom Geschäftsfall

Telefonisch, per E-Mail, persönlich

Telefonisch, per E-Mail, persönlich

Laufende E-Mail Abstimmung, 2 Treffen pro Jahr

Plattform-Sitzungen, quartalsweise

Per E-Mail und telefonisch im Anlassfall

Aussendungen, NL quartalsweise

Telefonisch, per E-Mail, persönlich

E-Mails laufend, Jour fixes, Meetings

Loser telefonischer Kontakt

E-Mail Aussendungen quartalsweise und im Anlassfall, 2 Treffen pro Jahr

4 Sitzungen pro Jahr

Kundenbeiratssitzungen 2x jährlich, schriftliche Unterlagen,

mündliche Informationen nach Bedarf

Persönlicher Kontakt zumindest 1 x pro Jahr, sonst E-Mail

Laufender E-Mail Verkehr, Vor-Ort-Besuche, jährliches Managementgespräch

E-Mail und Vor-Ort für Jahresbericht

E-Mail und Vor-Ort für Jahresbericht

Weiters stehen allen Stakeholdern detaillierte Informationen über unsere Webseite www.fair-finance.at und die Fairnessberichte

(Geschäftsberichte) zur Verfügung. Kunden können ihre Kontonachrichten über das Online-Portal abrufen. Das

Veranlagungsportfolio wird ebenfalls monatlich für alle Interessierten auf der Webseite veröffentlicht.

GRI 102-16, 102-17, 102-21, 102-40, GRI 102-42, GRI 102-43, GRI 102-44


46 fair-finance – Fairnessbericht 2018

STAKEHOLDERUMFRAGE UND WESENTLICH-

KEITSANALYSE

in elementares Prinzip der integrierten Berichterstattung

ist die Bestimmung der Wesentlichkeit der unter-

E

nehmens- und stakeholderrelevanten Themen. fair-finance

hat dazu 2018 eine sehr umfangreiche und breite Stakeholderumfrage

in Auftrag geben. Insgesamt wurden

5.719 Personen eingeladen, die wesentlichen Themen zu

bewerten. Die Ergebnisse aus den über 600 retournierten

Fragebögen wurden in einer Wesentlichkeitsmatrix

zusammengefasst. Die prioritären Bereiche sind demnach:

Abfallreduktion und Recycling, Zugang zu Bildung

und deren Qualität, Klima & Energie (CO 2 , erneuerbare

Energie, Energieeffizienz), Naturschutz (Wasser, Boden,

Wald, Biodiversität), Bildung für Umweltschutz, Transparente

Unternehmensführung, gesunde Lebensmittel und

fairer Handel, Arbeitsbedingungen (Familie & Beruf, faire

Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Gesundheit), nachhaltige

Immobilen und nachhaltige Mobilität.

Sehr überraschend dabei war, dass der Nachhaltigkeitsimpact

für die Befragten wichtiger war als die Themen

Performance (an 22. Stelle) oder Sicherheit (an 16. Stelle).

10

9,5

9

8,5

8

7,5

7

6,5

6

wichtig für externe Stakeholder sehr wichtig für externe Stakeholder

wichtig für fair-finance

Beitrag lokale Wirtschaft

Compliance

6 6,5 7 7,5 8 8,5 9 9,5 10

Überraschend war auch, dass es eine doch hohe Diskrepanz

zwischen dem Stellenwert der nachhaltigen

Entwicklung für die Befragten persönlich und für die

Unternehmen gibt, in denen sie arbeiten: Für 61 % der Befragten

ist Nachhaltigkeit sehr wichtig, aber nur für 36 %

der Unternehmen. Unsere strengen Veranlagungskriterien

sind 83 % der Teilnehmenden bekannt und werden auch

als sehr wichtig angesehen. Besonders erfreulich ist,

dass 73 % der befragten Stakeholder der Ansicht sind,

GRI 102-15, 102-17, 102-21, 102-43, 102-44, 102-47

Bildung

Abfall und

Naturschutz

Recycling

Klima & Energie

Umweltbildung

Transparente Unternehmensführung

Gesunde Lebensmittel

Nachhaltige Mobilität

Arbeitsbedingungen

Nachhaltige Immobilien

Armut

Unabhängigkeit

Impulse NH Branche

Demografie

Aufnahme aktueller Trends

Zertifizierungen

Sponsoring Kultur/Sport

Diversity &

Chancengleichheit

Sicherheit

Innovation und Vorreiter

Performance

Marktanteil & Wachstum

Wirtschaftliche Innovation

Gewinn

Image

sehr wichtig für fair-finance

Gesamtergebnis

1 Abfallreduktion und Recycling

2 Bildung

3 Klima & Energie

4 Naturschutz (Wasser & Land)

5 Bildung für Umweltschutz

6 Transparente Unternehmensführung

7 Gesunde Lebensmittel & Fair Trade

8 Arbeitsbedingungen

9 Nachhaltige Immobilen

10 Nachhaltige Mobilität

11 Unabhängigkeit

12 Image der fair-finance

13 Wirtschaftliche Innovation

14 Armut (national & international)

15 Gewinn

16 Sicherheit (Sicherheit, Zinsgarantie)

17 Impulse für nachhaltige Branche

18 Demografischer Wandel

19 Beitrag zur lokalen Wirtschaft

20 Diversity & Chancengleichheit

21 Innovationen in der Veranlagung

22 Performance

23 Datenschutz & Compliance

24 Zertifizierungen

25 Marktanteil & Wachstum

26 Aufnahme von aktuellen Trends

27 Sponsoring von Kultur und Sport

dass Nachhaltigkeit die Rendite positiv beeinflusst. Dies

motiviert noch mehr, den eingeschlagenen Weg fortzuführen.

Weitere Schubkraft geben 92 % der Stakeholder, die

fair-finance als Vorreiter und Pionier im Bereich innovativer,

nachhaltiger Investments sehen. 97 % aller Befragten

gaben an, dass nachhaltige Investments einen wichtigen

Beitrag zur Verbesserung und Lösung von Umweltproblemen

und gesellschaftlichen Herausforderungen leisten.


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

47

B

esondere Bedeutung im vorliegenden Geschäfts- und

Nachhaltigkeitsberichts kommt der Stakeholderumfrage

als Basis für die Wesentlichkeitsanalyse zu. Die Mitarbeiter

von fair-finance haben dabei als wichtige Stakeholder-Gruppe

einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet.

Neben den Kunden, den Lieferanten, Gesellschaftern,

Aufsichtsräten und Kooperationspartnern sind sie es, die

mit Einsatz, Engagement und mit ihrer Bereitschaft, sich

für die Vision fair-finance einzusetzen, maßgeblich zum

Erfolg des Unternehmens beitragen.

nis ist, sollen die folgenden Beispiele von Maßnahmen

veranschaulichen, mit denen wir uns bemühen, das Zusammenspiel

zwischen beruflichem und privatem Umfeld

für jeden einzelnen aus unserem Team optimal zu gestalten.

Bestätigt wurde dies auch durch das staatliche Gütezeichen

berufundfamilie, mit welchem fair-finance seit

2014 ausgezeichnet ist und in 2017 die Re-Zertifizierung

erlangte.

Das starke Team der fair-finance konnte im Jahr 2018

den hohen Qualitätsanspruch, der von Kunden, ebenso

wie von Lieferanten und Kooperationspartnern, gleichermaßen

geschätzt wird, aufrecht halten. Die Zufriedenheit,

das Zusammenspiel im Team und die Motivation jedes

einzelnen Mitarbeiters, sich ganz besonders einzusetzen,

sind dabei unabdingbare Voraussetzung für den gemeinsamen

Erfolg. Um diesen zu erreichen, bedarf es unterschiedlicher

Fähigkeiten und Qualifikationen, welche 2018

mit überdurchschnittlich vielen Weiterbildungstagen –

gesamt 118 – gefördert wurden.

Einer der fair-finance Leitsätze lautet: „Wir schätzen und

fördern unsere Mitarbeiter“. Dass dies kein Lippenbekennt-


48 fair-finance – Fairnessbericht 2018

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Von 20 Jahre

alt bis

58 Jahre jung

Ø 37

Jahre

Fabian Pepl

Kundenbetreuung

Florinda Ukaj

Kundenservice

Johannes Puhr

Vorstandsmitglied

Janine Balak

Finanz

Laura Slomka

Lehrling

Vollzeitäquivalenz

18,6

Magdalena Hiller

Recht, Compliance

Martina Wienberg

Projektmanagement

Denisa Muntean

Kundenservice

Erich Schiff

Vorstand Holding

Martina Leiss

Kundenbetreuung

64 %

36 %

Maria Schietz

Key-Accounts

Markus Zeilinger

Vorstandsvorsitzender

Anna Mühlbauer

Asset Management

Andreas Eichler

Key-Accounts

Stefanie Steindl

Kundenservice

Zum Arbeitsplatz

gefahren

und gegangen

87.002

km

Rainer Ladentrog

Marketing

Stefan Stolzenberg

Leitung Finanz

Violeta Mitrovic

Reinigungskraft

Alexandra Schwaiger

Nachhaltigkeit & CSR

Tamara Gilkarova

Kundenservice

118 Tage

Fortbildung

für schlaue

Köpfe

Monika Horvath

Kundenservice

Jochen Raab

Leitung Kundenservice

und Kundenbetreuung

Patricia Mijatovic

Empfang

Edith Schlögl

Immobilien

Christoph Meller

Immobilien


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

49

VERTRAUENSVOLLE ARBEITSZEIT-

GESTALTUNG

airer Umgang miteinander als gelebte Unternehmenskultur

– mit unseren Kunden ebenso wie im beruflichen

F

Alltag mit allen Mitarbeitern. Die privaten Bedürfnisse mit

den jeweils individuellen familiären Konstellationen bestmöglich

für jeden einzelnen mit den beruflichen Anforderungen

zu verbinden, ist uns ein echtes Anliegen. Der

Schlüssel zur Umsetzung liegt im gegenseitigen Vertrauen.

So wie alle Teammitglieder darauf vertrauen dürfen,

dass fair-finance als Arbeitgeber seinen Verpflichtungen

nachkommt, vertraut auch das Unternehmen umgekehrt

allen Mitarbeitern.

Zum Ausdruck gebracht wird dies durch eine vertrauensvolle

und ergebnisorientierte Arbeitszeitgestaltung, zu der

sich fair-finance in einer eigenen Betriebsvereinbarung

bekennt. Dabei können sich Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten

flexibel und selbstorganisiert einteilen, wodurch eine

ausgewogene work-life-balance unterstützt wird. Für die

Mitarbeiter im Kundenservice gilt ein Gleitzeitmodell mit

einer Kernzeit, die sich nach den Bedürfnissen der Kunden

richtet, aber auch die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter

berücksichtigt.

HOMEOFFICE

ür unsere Mitarbeiter bedeutet ortsunabhängiges

F Arbeiten eine Chance für die bessere Vereinbarkeit von

Familie und Beruf. fair-finance kommt diesem Wunsch

nach! Jene Mitarbeiter, deren Aufgabenbereich eine außerbetriebliche

Arbeitsstätte zulässt, sollen auch die Möglichkeit

haben, ihre Arbeitsleistung tageweise von zu

Hause aus zu erbringen. Eine weitere vertrauensbildende

Maßnahme, um Familie und Beruf bestmöglich in Einklang

bringen zu können.

GESUNDHEIT

uch 2018 konnten die Mitarbeiter wieder die arbeitsmedizinische

Betreuung durch unsere Betriebsärztin

A

in Anspruch nehmen. Darüber hinaus werden die Kosten

für Impfstoffe übernommen und regelmäßig Vorträge

zum Thema Gesundheit angeboten. Um dem vorwiegend

sitzenden Büroalltag etwas Schwung zu verleihen, stützt

fair-finance die Kosten für den Besuch eines im Gebäudekomplex

der Büroräumlichkeiten befindlichen Fitness-

Centers. Und frei nach dem Motto „an apple a day keeps

the doctor away“ steht den Mitarbeitern jede Woche eine

reiche Auswahl an saisonalem und biologischem Obst zur

Verfügung.

WEITERBILDUNG

ebenlanges Lernen ist enorm wichtig. Sich laufend

L ändernde Aufgabenstellungen, das Ausweiten von

Geschäftsfeldern und aufsichtsrechtliche Anforderungen

bedingen persönliche und berufliche Weiterentwicklung.

2018 umfasste das Angebot Kommunikationsseminare,

IT-Schulungen und spezifische Fachseminare. Eine Mitarbeiterin

ist gerade in Ausbildung zur Finanzbuchhalterin,

zwei weitere Mitarbeiter befinden sich in Bildungskarenz

und eine Mitarbeiterin absolviert die Lehre zur Bürokauffrau.

Im Jahr 2018 wurden so vom Team 117,9 (Vorjahr: 76,6)

Aus- und Weiterbildungstage (ohne Berufsschule und Bildungskarenzen)

in Anspruch genommen. Dies entspricht

4,7 (Vorjahr: 3,2) Tagen pro Person.

In den jährlichen Mitarbeitergesprächen wird der Karriereplan

des Mitarbeiters zusammen mit der Führungskraft

definiert und entsprechende Schulungs- und Ausbildungsmaßnahmen

festgelegt. 2019 wird unser Fortbildungsschwerpunkt

auf Datenschutz und Compliance liegen.

BETRIEBLICHES PENSIONSKASSENMODELL

Ein betriebliches Pensionskassenmodell bringt die Wertschätzung

und Verantwortung des Unternehmens und

seiner Eigentümer für die Mitarbeiter und für ihre Familien

auch über die Beschäftigungszeit hinaus zum Ausdruck.

2016 wurde eine Betriebspension eingeführt. Die Beiträge

werden von fair-finance übernommen und die Mitarbeiter

haben die Möglichkeit, diese durch Zuzahlung zu erhöhen.

OFFENE TÜREN

ertrauen, Transparenz und Ehrlichkeit sind fixer Bestandteil

unseres Geschäftsmodells und prägen V nicht

GRI 102-8, 404-1, 404-2, 404-3


50 fair-finance – Fairnessbericht 2018

nur die Kommunikation zu unseren Kunden – ausgedrückt

durch die monatliche Veröffentlichung unseres Portfolios

auf unserer Website oder durch die Kontroll- und Mitspracherechte

des fair-finance Kundenbeirates – sondern

auch im Innenverhältnis. Mitarbeiter untereinander und

auch gegenüber den Vorständen agieren und kommunizieren

stets offen und prägen so eine Kultur der „offenen

Tür“.

Dies bringen wir auch im erweiterten fair-finance Familienkreis

zum Ausdruck und so wird jährlich ein Betriebsausflug

organisiert, zu dem die Familien der Mitarbeiter eingeladen

sind – zu einem Familientag!

MITARBEITERSTRUKTUR

on 20 Jahre alt bis 58 Jahre jung! Eine ausgewogene

V Altersstruktur unter den Mitarbeitern, deren Bandbreite

vom Lehrling bis 50 Plus reicht, sorgt für ein Arbeitsklima,

das von Wertschätzung, Respekt und gegenseitigem

Lernen geprägt ist. 24 % aller Mitarbeiter sind über 50

Jahre. Diese Diversität trägt maßgeblich zu vielen Ideen

bei und fördert die gegenseitige Ergänzung durch die

Fähigkeiten der jeweiligen Generationen.

Der Mitarbeiterstand beträgt zum Jahresultimo 25 Personen

(Vorjahr: 24) in der gesamten fair-finance Gruppe

ohne Berücksichtigung der KlimaGut-Beteiligung. Es

arbeiten 32 % in Teilzeit, 60 % in Vollzeit, 8 % befanden

sich im Bildungskarenz, womit sich ein Vollzeitäquivalent

von 18,6 Mitarbeitern (Vorjahr: 18,4) ergibt. Per Jahresultimo

sind bei der fair-finance Gruppe 64 % Frauen

(Vorjahr: 54 %) beschäftigt. Führungspositionen werden

von 16 % der Mitarbeiter gehalten, wobei per Jahresultimo

2018 keine Führungsposition weiblich besetzt war.

Stetiges Wachstum und Veränderung sind neben dem

wirtschaftlichen Erfolg auch in der Mitarbeiterpolitik erkennbar.

Das starke Team von fair-finance hat sich im

Jahr 2018 verändert und ist neu zusammengewachsen.

2018 betrug die Fluktuationsrate der Gruppe 22 %

(VJ: 7 %) bei einer durchschnittlichen Unternehmenszugehörigkeit

von 3,0 Jahren (VJ: 3,4).

FACTS AND FIGURES

2017 2018

Anzahl Personen 24 25

weiblich 13 16

männlich 11 9

Angestellte 23 24

freie Mitarbeiter 1 1

Lehrlinge 1 1

Anzahl Mitarbeiter mit Kollektivvertrag-Entlohnung

0 0

unter 20 1 0

zwischen 20 und 30 6 10

zwischen 30 und 40 4 5

zwischen 40 und 50 7 4

über 50 6 6

über 70 1 0

2017 2018

Fluktuation – Eintritte 7 9

Fluktuation – Austritte 2 7

Fluktuation in Prozent* 7% 22 %

Anzahl Mitarbeiter in Karenz 1 0

Rückkehr nach Karenz 1 0

Ausbildungstage gesamt 77 118

Ausbildungstage pro Mitarbeiter 3,2 4,7

* Berechnung nach Schlüter-Formel

GRI 102-8, GRI 401-1, 401-3


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

Kundenbeirat

51

f

air-finance hat bereits im ersten Jahr der Geschäftstätigkeit

einen Kundenbeirat installiert. Dabei handelt es

sich um ein mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern

besetztes Gremium, das, mit umfangreichen Kontroll- und

Mitspracherechten ausgestattet, die Interessen und Werte

der Anspruchsberechtigten und deren Arbeitgebern vertritt.

Der Beirat kann Empfehlungen gegenüber dem Vorstand

hinsichtlich der Veranlagungsstrategie und der allgemeinen

Geschäftsführung und Risikostrategie aussprechen.

Der Beiratsvorsitzende, Dr. Markus Schlagnitweit (Priester

sowie Sozial- und Wirtschaftsethiker) hat ein Gastrecht

im stakeholderdominierten Aufsichtsrat von fair-finance

und kann in diesem höchsten Gremium die Interessen der

Kunden vertreten und ihre Anliegen zur Sprache bringen.

Hauptaufgabe des Kundenbeirates ist die Erstellung und

Weiterentwicklung der „Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie“

von fair-finance, sowie die Überprüfung der Einhaltung

derselben. Diese Richtlinie wurde 2016 um einen

Kriterienkatalog und ein Ratingmodell für nachhaltige Immobilien

erweitert. Ebenso wurde eine Engagementpolicy

eingeführt.

Bereits 2015 wurde auf Vorschlag des Kundenbeirats erstmals

eine Kundenvertreterin in den Aufsichtsrat unserer

Gesellschaft gewählt. Frau Mag.a Christine Cernin,

Director HR bei Swarovski, nimmt diese Funktion sehr

engagiert wahr und stellt gemeinsam mit dem Vertreter

des Betriebsrats und den beiden vom Österreichischen

Gewerkschaftsbund entsandten Mitgliedern sicher, dass

Entscheidungen des Aufsichtsrats der nachhaltigen Zielsetzung

und sozialverantwortlichen Vision von fair-finance

entsprechen.

Keine andere Vorsorgekasse, vermutlich keine andere Bank

oder Versicherung in Österreich, kann auf eine Mehrheit

von Personen im Aufsichtsrat verweisen, die nicht von den

Eigentümern entsendet wurden.

Kunden

ÖGB

Belegschaft

Aktionäre

Betriebsräte und

Arbeitgebervertreter

Kundenbeirat

1

Vorschlagsrecht

Entsendung

2

1

Aufsichtsrat

3

Gastrecht Vorsitzender

Tagesordnungspunkte

Beratung

Kontrolle

Bericht

Bericht

GRI 102-15, 102-16, 102-17, 102-18,

102-21, 102-43, 102-44, 412-3

Vorstand


52 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Wertschöpfungskette

Finanzkapital

Mobilitätsdienstleistungen

(öffentl. Verkehr, Flugreisen, Taxi,

Lieferungen …)

Bürogebäude

Energie

(Strom, Wärme)

Fuhrpark

Einkauf

(Büromaterial, Büromöbel,

Lebensmittel …)

Wissen

Mitarbeiter

Arbeitskraft Mitarbeiter

Eigentümer

Soziale Beziehungen

Aufsichtsrat

Kundenbeirat

Umwelt & Standort


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

53

Veranlagungsergebnis

Veranlagung

für Kunden

Beratung & Service

Finanzprodukte

Nachhaltige

Immobilien

Dritt-

Investoren

(z. B. in offene

fair-finance

Fonds)

Finanzwissen

(Innovative Entwicklungen für die

Branche, Standards, Beispielprojekte,

Know-how-Transfer …)

Vision & Leitbild

Governance & Ethik

Kundenzufriedenheit

Einkommen &

sinnstiftende Arbeit

Strategie

Sozialer Impact

Ökologischer Impact


54 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Soziales Engagement –

Social Business

Im Sinne eines ganzheitlich nachhaltigen Geschäftsmodells

beschränkt sich unser gesellschaftliches

Engagement nicht nur auf die Veranlagung oder interne

Stakeholderanliegen. Die Geschäftskontakte zu den Kunden

werden genutzt, um soziale Ideen und Anregungen

zu verbreitern, Kontakte herzustellen und Hilfestellung

bei der Umsetzung zu bieten.

SOZIALES THEMA OBDACHLOSIGKEIT –

JUCA – HAUS FÜR JUNGE ERWACHSENE

ir engagieren uns seit Jahren für jene Menschen, die

W am Rande der Gesellschaft leben – von der Öffentlichkeit

und den Medien oftmals zu wenig beachtet. Konkret

unterstützt fair-finance seit 2011 junge Erwachsene,

die im JUCA – Haus für junge Erwachsene die Möglichkeit

bekommen, durch Mitarbeit in der Werkstatt JU_CAN

oder im Beschäftigungsprojekt JuCantine wieder in ein

selbstbestimmtes und geregeltes Leben zu finden.

Wohnungslosigkeit wird in dieser Kooperation mit der

Caritas der Erzdiözese Wien zum Thema gemacht – auch

in der Kommunikation mit unseren Kunden, welche im

Zuge einer Verfügung über ihr Abfertigungsguthaben die

Möglichkeit haben, einen finanziellen Beitrag zu leisten.

In Summe wurden rund EUR 60.000 des Unternehmensgewinns

an dieses Projekt gespendet. Mit der von fairfinance

gebotenen und durch Zuzahlungen geförderten

Möglichkeit der Spende werden zukünftig auch andere

Projekte unterstützt.

SOCIAL ENTREPRENEURSHIP FONDS

ir sehen Social Entrepreneurship als Beitrag zur

W Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Darüber hinaus soll der Fonds helfen, unterschiedliche

gesellschaftliche Probleme zu adressieren, wodurch im

besten Fall durch Nachahmer und Folgefonds ein ganzes

Netzwerk an Investmentmöglichkeiten, die innovative

Hilfsideen unterstützen, entstehen kann.

In Österreich gab es bislang noch keinen Private Equity-

Fonds mit dem Fokus auf Social Business. fair-finance hat

daher gemeinsam mit dem Senat der Wirtschaft, einer

Stakeholdergruppe, die sich u. a. der Förderung von Nachhaltigkeit

in der heimischen Wirtschaft verschrieben hat,

im Herbst 2018 das Konzept des „SEF I“, des ersten österreichischen

Social Entrepreneurship-Fonds entwickelt.

Dies ist ein Eigenkapitalfonds für Sozialunternehmen und

Social Entrepreneure, die sowohl wirtschaftlichen Erfolg

als auch messbaren Social Impact anstreben. Die Kosten

und Gebühren liegen unter den marktüblichen Sätzen. Damit

kann die Wirkung des Investments maximiert werden.

Foto: © Caritas

Foto: fair-finance besucht die Caritas Werkstatt JUCAN,

wo unterschiedlichste Filzprodukte hergestellt werden

v.l.n.r.: Mag. Rainer Ladentrog (Marketing fair-finance),

DSA Mag.a (FH) Andrea Fichtinger-Müllner (stellv. Leiterin

JUCA), Mag. Alexander Bodmann (Geschäftsführer

der Caritas der Erzdiözese Wien), Mag. Markus Zeilinger

(Gründer und Vorstandsvorsitzender fair-finance)

Das Kapital des Social Entrepreneurship Fonds unterstützt

einerseits jene, die ein Social Business führen.

Gemeint sind Geschäftsmodelle mit sozialer und / oder

ökologischer Wirkung. Social Entrepreneure erhalten so

die Möglichkeit, Social Impact in erfolgversprechende

Unternehmen zu implementieren und müssen nicht auf

Profitmaximierung setzen, um an Eigenkapitalmittel zu

kommen. Das führt letztlich dazu, dass es mehr Social

Entrepreneure geben wird – und diese brauchen Wirtschaft

und Gesellschaft dringend. Die Social Entrepreneure

erhalten durch den Fonds aber auch die Möglichkeit, den


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

55

Impact ihres Business Cases durch Geschäftserweiterung

zu steigern. Das wiederum kann zu mehr Social Business

führen.

Der Social Impact entlastet direkt und indirekt das Staatsbudget

und somit die Abgaben- und Steuerquote. Das

unterstützt die Gesellschaft. Das Geld der Investoren generiert

eine finanzielle und eine soziale Rendite. So kann

Geld ganz konkret Sinn stiften.

Und schließlich ist die Bewältigung sozialer Herausforderungen

Voraussetzung für ein friedvolles und sicheres

Leben dieser und zukünftiger Generationen. Der Konzessionierungsprozess

für diesen Alternativ-Investment-Fonds

(AIF) läuft. In Summe stellt fair-finance ein Seedkapital

in Höhe von EUR 5 Mio. zur Verfügung. Interessierte

Social Entrepreneure können sich voraussichtlich ab Mitte

2019 online bewerben. www.se-fonds.com

Eine Initiative von:

Mit Unterstützung von:

MIKROFINANZ & DESSEN IMPACT

er Anteil an Mikrofinanzzertifikaten in unserem Portfolio

lag 2018 bei rund 9 %. Eine Asset-Klasse, die

D

somit in einem Ausmaß von knapp EUR 50 Mio. mit knapp

1 % Rendite einen positiven Performancebeitrag für das

herausfordernde Veranlagungsjahr 2018 geleistet hat.

Viel wichtiger ist allerdings die Wirkung, die diese Form

der sozialen finanziellen Unterstützung in wirtschaftlich

benachteiligten Regionen, vorwiegend in Asien, Südamerika

und Afrika, entfalten kann.

Personen, die keinen oder einen sehr begrenzten Zugang

zu Finanzierungsmöglichkeiten haben, werden dadurch

in die Lage versetzt, sich eine eigene Lebensgrundlage

aufzubauen – ob in der Landwirtschaft oder der Viehhaltung,

im Kunsthandwerk, dem Handel mit Lebensmitteln

oder anderen Waren oder in Dienstleistungsbereichen wie

Nähen oder Straßenküchen.

Diese Klein- und Kleinstkredite schaffen Arbeitsplätze und

helfen mit, die Armut in diesen Regionen zu reduzieren.

Da für eine betriebliche Vorsorgekasse Investments in

Mikrofinanz nicht vorgesehen sind, nutzt fair-finance die

Möglichkeit der Verbriefung in Zertifikatsform, welche der

Aktienquote zugerechnet wird. Die Auswahl von diversifizierten

Mikrofinanzfonds erfolgt anhand anerkannter

Transparenzstandards.

GRI 102-12, 102-16, 203-2


56 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Ökologisches Engagement

insichtlich nachhaltiger Vermögensveranlagung ist

H fair-finance Vorreiter. Als einziger Anbieter können

wir auf ein nach dem Österreichischen Umweltzeichen

zertifiziertes Portfolio, zusammengefasst im fair-finance

Masterfonds, verweisen. Das von fair-finance entwickelte

Nachhaltigkeits-Ratingsystem für Immobilien hat sich

erfolgreich etabliert und wird von anderen nachhaltigen

Investoren übernommen. Aktuell läuft eine universitäre

Studie betreffend seriöser CO 2 -Messung in Wertpapierportfolios

anstelle von „greenwashing“.

fair-finance kombiniert die unter ethischen Investoren

beliebte Methode der „Ausschlüsse“ mit dem „Best-In-

Class-Ansatz“ anhand von ESG-Kriterien, wie er von

konventionellen Investoren zur Portfoliooptimierung

gerne eingesetzt wird. Die vom fair-finance Kundenbeirat

beschlossene Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie dient

dabei zur Operationalisierung und als Selektionsfilter für

das Investmentuniversum.

ÖKOLOGISCHE VERANLAGUNG

ls vorbildliches und richtungsweisendes Unternehmen

A in Sachen nachhaltige und impactstarke Investments

ist es uns ein besonderes Anliegen, neben den bestehenden

Assetklassen Mikrofinanz und nachhaltige Immobilien

auch die Assetklasse Alternative Investments mit

weiteren impact-orientierten Investments auszubauen.

So wurde 2018 in den SUSI Energy Storage Fund in nachhaltige

Energieinfrastrukur mit nachweislichen CO 2 -Einsparungen

oder in den ARBARO Fund für nachhaltige

Forstwirtschaft investiert.

Gerade unter dem Eindruck der UN-Klimakonferenz 2015

(COP 21) in Paris mit dem ambitionierten Ziel, die globale

Erderwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst unter

1,5°C zu begrenzen, kommt Wäldern eine steigende Bedeutung

für das Erreichen eines Gleichgewichtes zwischen

Treibhausgasemissionen und Kohlenstoffbindung

zu. Holz ist einer der wichtigsten nachwachsenden und

zugleich CO 2 -filternder Rohstoff.

Daher ist eine Investition gerade in nachhaltige Forstwirtschaft

in Entwicklungsländern, wie sie der ARBARO Fund

vorsieht, nicht zuletzt auch wegen seiner zu den großen

Assetklassen zählenden Investments und seiner Unabhängigkeit

aus Sicht von fair-finance eine ideale Portfolio-

Ergänzung.

Als weiteres vorbildliches Investment im Sinne unseres

Nachhaltigkeitsansatzes ist unser finanzielles Engagement

in den Green for Growth Fund (GGF) zu sehen. Dieser

Fonds investiert in Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs

und der CO 2 -Emissionen sowie zur Förderung

der Ressourceneffizienz – in Bereichen wie Wasser,

Abfall und Materialeinsatz. Die 2018 veröffentlichten

Zahlen sprechen von jährlichen Energieeinsparungen des

Fonds durch das Investitionsportfolio des GGF von 1.913

Gigawattstunden – dies entspricht der durchschnittlichen

jährlichen Stromproduktion von etwa 350 modernen

Windkraftanlagen. Die jährlichen CO 2 -Einsparungen durch

die vom GGF finanzierten Maßnahmen belaufen sich auf

496.000 Tonnen (Annual Impact Report 2017).

BÜROORGANISATION

ls nachhaltig agierendes Unternehmen bemühen wir

A uns, auch auf den Ebenen Büroorganisation und Mitarbeiter

diesen wesentlichen Ansatz einfließen zu lassen.

So erachten wir beispielweise doppelseitiges Drucken

oder Mülltrennung als selbstverständlich und halten alle

Mitarbeiter an, diese Trennung auch gewissenhaft und

vorbildlich umzusetzen.

Bereits beim Einkauf wird darauf geachtet, nicht erforderliches

Verpackungsmaterial zu vermeiden und noch verwertbare

Bestandteile nicht zu entsorgen, sondern wenn

möglich der Wiederverwertung zuzuführen. Beim Einkauf

und der Verwendung von allgemeinem Büromaterial achten

wir auf nachhaltige Kriterien, wie z. B.: Produkte aus

der Region, nachhaltigkeitszertifizierte Produkte, recycelte

Materialien oder wiederverwertbare Produkte (Seite 63,

Lieferantenkodex).

NACHHALTIGE MOBILITÄT & KLIMASCHUTZ

Neben unserem Bemühen, in der Veranlagung einen

fühlbaren Impact für die Umwelt zu generieren,

führen wir dies analog auch in der eigenen Mobilität durch.

Vor Antritt einer Geschäftsreise ist zu prüfen, ob diese

wirtschaftlich notwendig ist und im Sinne der Umwelt

GRI 204-1


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

57

gestaltet werden kann. Der CO 2 -Ausstoß der aktuell nicht

vermeidbaren Flugreisen und Dienstfahrten wird kompensiert.

Für die Anreise zum Büro stellt das Unternehmen jedem

Mitarbeiter eine Jahreskarte für die Wiener Linien zur Verfügung.

Einige Mitarbeiter nutzen auch das Fahrrad, sogar

bei Schlechtwetter. 2019 prüfen wir die Anschaffung von

E-Rollern für die Kurzstrecken innerhalb Wiens. Für diejenigen

Mitarbeiter, die öfter mit dem Auto unterwegs

sind, bieten wir 2019 Spritspartrainings an. 88 % aller Mitarbeiter

kommen aus Wien, 8 % aus Niederösterreich und

4 % aus Salzburg.

Die Energieeffizienz im Gebäude unseres Firmensitzes

(Mietverhältnis) haben wir bereits fast komplett ausgereizt.

Durch moderne IT-Geräte und Überwachung

versuchen wir 2019 die Kühlung des Serverraums noch

einmal zu reduzieren.

GRI 102-16, 202-2, 301-2, 302-1, 302-4, 305-5, 306-2


58 fair-finance – Fairnessbericht 2018

CO2-FUSSABDRUCK

er Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer

Zeit. Dabei geht es nicht ausschließlich nur um

D

Umweltszenarien. Die Bedrohung durch den Klimawandel

ist allumfassend, da er die Produktions- und Lebensbedingungen

stark verändern wird. Verantwortlich für den

Klimawandel sind Treibhausgasemissionen von Kohlenstoffdioxid,

Methan, Lachgas und Kältemittel, die seit

Beginn der Industrialisierung in großen Mengen in die Atmosphäre

ausgestoßen werden. Ursächlich sind vor allem

die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen wie Kohle, Gas

und Öl. Stoffe, die seit Langem als Ausschlusskriterien in

der Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie festgeschrieben

sind (siehe Seite 34 und 35,

Ausschlusskriterien).

CO 2

50t

Eine Minderung der Emissionen hängt wesentlich von

dem freiwilligen und konsequenten Handeln der Wirtschaft

in den Industrieländern ab. Aus diesem Grund wurden die

Treibhausgasemissionen der fair-finance Gruppe ermittelt.

Der CO 2 -Fußabdruck äquivalenter Schadstoffe pro Jahr

beträgt ca. 50t CO 2 . Im Vergleich dazu verursacht ein

Österreicher im Durchschnitt pro Jahr in etwa 7,2 Tonnen

CO 2 (Quelle: International Energy Agency). fair-finance

hat durch den Erwerb von insgesamt 725 Klimaschutzzertifikaten

die vierfache Menge der jährlichen CO 2 -Emissionen

für 2018 bis 2020 ausgeglichen.

MIT UNSEREN CO 2 -ZERTIFIKATEN WERDEN FOLGENDE PROJEKTE UNTERSTÜTZT:

20 MW BIOMASS POWER PROJECT AT GODAWARI

POWER AND ISPAT IN INDIEN

Validierer

gesparte Emissionen

pro Jahr (t CO 2 eq)

KBS

107.509

Projektlaufzeit 2013-2018

Zertifikat

ADPML PORTEL-PARA REDD

PROJECT

Validierer

gesparte Emissionen

pro Jahr (t CO 2 eq)

Det Norske Veritas

Climate Change Services

264.116

Projektlaufzeit 2009-2049

Zertifikat

as Projekt ermöglicht den Betrieb einer 20 MW Biomasseanlage.

Als erneuerbare Energiequelle werden

D

biogene Reststoffe, vor allem auf Basis von gebrauchten

Reisschalen aus der umliegenden Provinz im Umkreis

von 50 km verwendet. Strom aus klimaschädlicheren

Energieträgern wird zunehmend verdrängt und es ist kein

zusätzlicher Flächenbedarf für den Anbau von Biomasse

erforderlich.

In einer sich schnell wandelnden Region, die durch

Wälder, reich an wertvollen Holzarten, illegalen Holzeinschlag,

unklare Landnutzungsgesetze, weit verbreitete

Bodenspekulation, generell schwache Gesetzesdurchsetzung

und schwere Armut geprägt ist, besteht das Hauptziel

des Projekts darin, illegale Abholzung durch einen

strengen Bewirtschaftungsplan und laufende Überwachungstätigkeiten

in heimischen Wäldern zu vermeiden.


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

59

Durch die Kompensation der durch den

Betrieb verursachten Treibhausgase

erhielt fair-finance die Auszeichnung

„klimaneutrales Unternehmen“.

fair-finance unterstützt die

Allianz für Entwicklung und

Klima.

Zudem ist fair-finance Mitglied

in der Klima-Allianz

des Senats der Wirtschaft in

Österreich. Damit ist unser Unternehmen eines der ersten

in unserer Branche, das seine Emissionen nach dem

Kyoto-Protokoll freiwillig kompensiert.

Darüber hinaus ist fairfinance

Klimabündnis-

Betrieb.

GYAPA IMPROVED STOVES IN GHANA

Validierer

gesparte Emissionen

pro Jahr (t CO 2 eq)

TÜV Rheinland

25.268

Projektlaufzeit 2010-2020

Zertifikat

20 MW BIOMASS POWER PRO-

JECT AT GODAWARI POWER

AND ISPAT IN INDIEN: Das

Projekt unterstützt eine bessere

Stromversorgung durch die

Verbrennung von gebrauchten

Reisschalen

ADPML PORTEL-PARA REDD

Project, Brasilien: Dieses Projekt

soll ungeplante Abholzungen

des Regenwaldes verhindern,

indem lokale Dorfbewohner

als Waldpatrouillen eingesetzt

werden

er Waldbestand in Ghana hat sich seit 1990 von 8,2 Mio.

D Hektar auf 1,2 Mio. Hektar reduziert. Die Abholzung

wird hauptsächlich durch die Landwirtschaft, Buschfeuer

und nicht nachhaltige Ernte von Brennholz, einschließlich

Holzkohleproduktion, verursacht. Das Projekt konzentriert

sich auf den Ersatz von traditionellen Holzkohleöfen mit

sehr niedrigen Wirkungsgraden durch einen Ofen, der als

Gyapa bekannt ist. Durch den Gyapa wird eine deutliche

Reduzierung der Nachfrage an Holzkohle und eine Verringerung

der Treibhausgasemissionen erzielt.

GAYPA IMPROVED STOVES IN

GHANA: schadstoffärmere und

effizientere Kochherde namens

Gyapa schützen Wälder und

reduzieren CO 2 -Emissionen

GRI 102-12, 102-13, 305-1, 305-5


60 fair-finance – Fairnessbericht 2018

UNSER UMGANG MIT RESSOURCEN

D as Bemühen der fair-finance Mitarbeiter, den CO 2-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, trägt Früchte. So wird

das Mittagessen in fair-finance Lunch-Boxen geholt, die man waschen kann, um Verpackungsmaterial einzusparen.

Die Milch zum Kaffee kommt aus Mehrweg-Glasflaschen. Für Geschäftsreisen wird, wann immer es möglich ist, die Bahn

genutzt. Und die Arbeitswege werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Doppelseitige Ausdrucke sparen

Papier – elektronische Kontonachrichten ebenso. Für einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.

Energieträger 2017 2018

Diesel [l] 2.063,80 2.050,94

Benzin [l] 437,38 737,82

Ökostrom [kWh] 17.271 17.677

Wasser für Trinkwasser

und Zimmerpflanzen

2017 2018

Entnahme Leitungswasser [m 3 ] 1.065,41 1.080,66

Logistik & Mobilität 2017 2018

Externe Dienstleister

Gesamtstrecke externer Dienstleister

[km]

Geschäftsreisen fair-finance

Flugreisen Kurzstrecke (Europa)

[km]

7.736 7.387

34.159 30.784

Zugfahrten [km] 3.172 7.113

ÖPNV [km] 420 550

Taxifahrten/PKW privat [km] 1.520 2.080

Gesamtstrecke Geschäftsreisen

[km]

Arbeitswege Mitarbeiter

(zwischen Wohnort und Arbeitsort)

39.271 40.527

Öffentliche Verkehrsmittel [km] 68.211 72.949

PKW [km] (1 Person, Weg berechnet

auf Basis 3 Tage pro Woche)

10.998 10.998

Motorrad [km] 5.461 2.585

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad [km]

nicht

gemessen

470

Abfallart 2017 2018

Gesamtmenge gemischt [kg] 480 500

Sondermüll (Batterien, Altöl,

Chemikalien etc.) [kg]

Elektrogeräte*

Toner*

2 2

Rücknahme,

Refurbishing,

Verkauf

Rücknahme

*Wurden bislang nicht gezählt, bleiben aber im Kreislauf.

Papier 2017 2018

Druckerpapier (A4, A3) [kg] 425 760

Kontonachrichten inkl. Kuverts

[kg]

3.989 4.420

Geschäftsbericht [kg] 2.864 2.474

Magazin Forum Nachhaltig

Wirtschaften [kg]

Sonstiges (Kundenbriefe,

Werbung, …) [kg]

17.738 13.304

811 1.051

Hygienepapier (WC, Küche) [kg] 192 283

Frischfaser gesamt [kg] 10 10

Recycling gesamt [kg] 26.008 22.281


03

Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

61

NACHHALTIGER EINKAUF

Das Bemühen um eine faire und nachhaltige Geschäftstätigkeit

erwartet fair-finance auch von seinen Lieferanten

und Geschäftspartnern. Der fair-finance Lieferantenund

Geschäftspartnerkodex umfasst alle Lieferanten und

Geschäftspartner, mit denen fair-finance in Verbindung

steht.

Darüber hinaus erwartet fair-finance ein Einwirken auf

deren Lieferanten und/oder Subunternehmen. Nicht-Einhaltung

der festgelegten Grundsätze zu den Themen

Arbeitsumfeld, Sicherheit & Gesundheit, Umwelt und

Geschäftsethik führt zu einem Dialog zur Behebung des

Mangels und kann ggf. bei Fortbestehen desselben zur

Beendigung der Geschäftsbeziehung führen.

Kriterium Arbeitsumfeld des Lieferanten

π Faire Löhne und Zusatzleistungen

π Faire Arbeitszeitmodelle und Beurlaubungen

π Familienfreundliche Arbeitsstrukturen

π Chancengleichheit von Mann und Frau

π Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Förderung

von Mitarbeitern

π Verhandlungsbereitschaft über kollektivvertragliche

Regelungen

π Offene Kommunikation (Möglichkeit zur direkten und

ehrlichen Diskussion zwischen Arbeitnehmern und

Vorgesetzten)

π Versammlungsfreiheit, freie Beteiligung an Gewerkschaften

und Arbeitnehmervertretungen

π Keine Zwangs- und/oder Kinderarbeit

π Keine Diskriminierung (hinsichtlich Hautfarbe, Alter,

Geschlecht, sexueller Orientierung, ethnischer Zugehörigkeit,

Behinderung, Religion, politischer oder

gewerkschaftlicher Zugehörigkeiten sowie Zivilstand)

Kriterium Sicherheit und Gesundheit

π Umfassende Arbeitnehmerschutzbestimmungen

π Geeignetes und ausreichendes Arbeitsmaterial

π Vorbereitung auf Notfälle

π Minimierung von Sicherheitsrisiken

π Maßnahmen zur Vermeidung von berufsbedingten

Verletzungen oder Krankheiten

π Kontrolle von Kontakt mit chemischen, biologischen

und physischen Stoffen

π Identifikation, Auswertung und Kontrolle von

körperlich belastender Arbeit

π Aktionen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Kriterium Umwelt

π Einhaltung von Umweltgesetzen und anerkannten

ökologischen Mindeststandards

π Schonendere Verwendung von natürlichen

Ressourcen

π Einsatz von erneuerbaren Energiequellen

π Vermeidung bzw. Reduktion von Atomstrom

und Energie aus Kohle

π Einsatz von energiesparenden Geräten, Maschinen

und Fahrzeugen

π Umweltschonendes Vorgehen in Produktionsstätten

π Einsatz von möglichst hohem Anteil an Recyclingmaterialien

sowie Maßnahmen zur Wiederverwendung

und Wiederverwertung

π Konsequente Abfallreduktion und -beseitigung

sowie fachgerechte Entsorgung

π Überwachung, Kontrolle und entsprechende

Behandlung von Abwässern und Reststoffen

π Maßnahmen zur Reduktion von CO 2

π Luftverunreinigungen überwachen, kontrollieren

und entsprechend behandeln

π Vermeidung von Gefahrenstoffen

π Maßnahmen zur erhöhten Nutzung von öffentlichen

Transportmitteln

π Beiträge zum Schutz bedrohter Arten und Ökosysteme

sowie Maßnahmen zur Erhaltung von Biodiversität

π Einhaltung von Gesetzen zum Tierschutz

Kriterium Geschäftsethik

π Einhaltung aller geltenden Gesetze und Vorschriften

sowie gesellschaftlichen Regeln

π Weitergabeverbot von Geschäfts- sowie

Finanzinformationen an Dritte

π Keine Beeinflussung von Geschäftsprozessen

durch Interessenkonflikte

π Maßnahmen zur Unterbindung von Schenkungen

oder Zuwendungen, Korruption und Preisabsprachen,

um einen fairen Wettbewerb sicher zu stellen

π Sorgsamer Umgang mit Daten unter Einhaltung

der gesetzlichen Vorgaben

π Transparenz in Geschäftsabläufen

π Einhaltung von Compliance- und Geldwäsche-Richtlinien

GRI 102-9, 102-16, 301-2, 302-1, 302-2, 302-4, 305-1, 305-2, 305-3, 305-5, 306-2, 308-1, 414-1


62 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Fairbesserungsprogramm

Ziel Maßnahmen Zeitpunkt SDGs

Klimaneutralität

fair-finance

Gruppe

Energieeffizienz

noch weiter

verbessern

Nachhaltige

Mobilität weiter

vorantreiben

Umweltschutz

weiter vorantreiben

Abfallmanagement

weiter

optimieren

Erstellung Indikatorenset für jährlichen CO 2 -Fußabdruck der fair-finance Gruppe 2019

Aktuellen CO 2 -Fußabdruck der fair-finance Gruppe von unabhängigem Institut berechnen lassen 2019

CO 2 -Emissionen kompensieren ab 2019

Berücksichtigung CO 2 -Werte bzw. alternative Antriebe bei der Anschaffung von KFZ

CO 2 -Kompensation notwendiger Flüge bereits bei der Buchung durchführen

Umweltschutz

laufend

laufend

10-Jahresfeier (wie auch schon die vergangene 5-Jahresfeier) und Folgeevents als Green Event durchführen ab 2019

Reduzierung der Warmwassertemperaturen auf Minimum 2019

Reduzierung der Kühlung des Serverraums um 3-4 Grad vom Stand 2017/18 2019

Anschaffung von Dienstfahrzeugen mit unterdurchschnittlichem Verbrauch/Emissionswerten laufend

Bereitstellung Dienstfahrrad oder E-Roller 2019

Jahreskarte Wiener Linien für MA laufend

Erhöhung des Anteils der Wege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden 2019

Teilnahme an Spritspartrainings 2019

Einsatz umweltfreundlicher Reinigungsmittel laufend

Erstellung Lieferantenkodex für umweltschonende Büro- und Verbrauchsmaterialien 2019

Bestellung von Beauftragten für Abfall, Klima, Energie & Umweltschutz 2019

Papier der Kontonachrichten auf UWZ-Papier umstellen 2019

Wirtschaftlichkeit

Ziel Maßnahmen Zeitpunkt SDGs

Faire Dividenden an

Eigentümer ausschütten

Mehr Volumen und

Impact generieren,

aber auch

mehr Gewinn aus

unseren Innovationen

erzielen

Image fair-finance

weiterführen

GRI 302-4, 305-5, 404-2

Faire Dividenden errechnen und auszahlen 2021/2022

Entwicklung von nachhaltigen Immobilien auch

für Kunden und Dritte anbieten

2019

fair-finance Fonds als Co-Investment anbieten 2019

Social Entrepreneurship Fonds auch zeichenbar

für Dritte

Verwendung Logo Familie & Beruf bei der

Personalsuche

Medienkooperation Magazin forum Nachhaltig

Wirtschaften weiterführen

2019

laufend

laufend

Ziel

Wir sind Treiber für

nachhaltige Entwicklung

in der Branche und geben

Impulse für einen struk-

turellen Wandel

Wissenschaftlich fundierte

CO 2 -Messung des gesamten

Portfolios (CO 2 gesamt und

je 1 Mio. EUR veranlagtem

Vermögen)

Optimiertes ESG-Scoring

Unabhängigkeit von

Konzernen und Einzel-

interessen

Schlanke Kostenstruktur

und Mehrwert für Kunden

Nachhaltige Immobilien

als eigene Assetklasse

ausbauen

Maßnahmen

Prüfung neuer Ausschlusskriterie

Anpassung Positiv- und Negativk

Engagementstrategie Schwerpun

Netzwerk Shareholders for Chan

mit Mitgliedern des Netzwerks be

1. Österr. Private Equity Social Bu

10 Mio. Mezzaninkapital für alter

UWZ-Zertifizierung fair-finance B

UWZ-Zertifizierung fair-finance M

UWZ-Zertifizierung fair-finance A

Optimierung CO 2 -Messung des V

(universitäre Studie CO 2 -Messun

CO 2 -Emissionen des Veranlagung

Einarbeitung der Ergebnisse in de

Starke Gewichtung von CO 2 -arme

Eigenes fair-finance ESG Scoring

(derzeit verwenden wir Research

Due Diligence Prozess bei Manag

– es geht nicht nur um CO 2 , sond

Engagementprozess mit Fondsm

Portfolioprüfung durch externe R

Das 2018 begonnene engmaschig

Gebührenabsenkung auf 1 % der

Zinsgarantie 0,5 % – Festlegung d

Fertigstellung Seestadt Aspern P

Fertigstellung Lenneisgasse, 114

Planung Schönbrunner Straße: P

Fahrzeuge mitfinanziert werden k

Adaptierung unserer Richtlinie fü

Adaptierung unseres Lebenszykl

Erwerb und Errichtung weiterer n


Die Luft – lebenswichtige Atmosphäre, die uns alle umgibt

63

Mensch und Gesellschaft

Ziel Maßnahmen Zeitpunkt SDGs

Hohes Level im

Bereich Familie & Beruf

weiterführen

Mitarbeiter-Gesundheit

weiter hoch halten

Re-Zertifizierung familienfreundlicher Arbeitgeber 2020

1 Familientag pro Jahr laufend

Eigenen Bereich für Beruf & Familie im Intranet schaffen 2020

Betriebliches Vorschlagswesen für Ideen im Bereich Familie & Beruf einführen 2019

Finanzierung Besuch Fitnesscenter im Gebäude

Externe Betriebsärztin

laufend

laufend

Angebot Masseur/in einmal im Monat 2019

Gesunde Lebensmittel Wöchentlicher Obstkorb für MA

und fairtrade unterstützen laufend

Weiterhin Verwendung von BIO, regionalen und verpackungsarmen Produkten laufend

Fähigkeiten unserer MA

weiterentwickeln

Wir nutzen Geld als soziales

Gestaltungsmittel

zur Armutsbekämpfung

GOFAIR Kaffee fürs Büro 2019

IT-Kurse (Spezialthema für 2019) 2019

Implementierung MA-News zur Informationsverteilung 2019

Projekt JUCA weiterhin unterstützen laufend

Nachhaltigkeit – Impact – Veranlagung

Zeitpunkt Zeitpunkt SDGs

hlusskriterien (z. B. progressive Steuervermeidung) 2019/2020 2019/2020

nd Negativkriterien mit dem Kundenbeirat

jährlich

ie Schwerpunkt Menschenrechte 2019 2019

ers for Change: Prüfen, ob wir kleine Aktienpakete an ATX Unternehmen mit Eigenkapital kaufen, um deren HVs

2019

etzwerks beschicken zu können – wir wollen mit dem Netzwerk kritische Aktionärsstimme werden

ity Social Business Fonds – angestrebt: 3,5 % Rendite gemäß Gemeinnützigkeitsgesetz 2019 2019

ital für alternative Anlagen bereitstellen und Kooperation mit Ökostrom 2019 2019

air-finance Bond Oporunities 2019 2019

air-finance Masterfonds 2019 2019

air-finance Assets Stable 2019 2019

ssung des Veranlagungsportfolios insbesondere hinsichtlich Nicht-Aktien Assets

CO 2 -Messung in Wertpapierportfolios anstelle von „greenwashing“)

Veranlagungsportfolios relativ zurückführen auf veranlagtes Vermögen bezogen) 2019 2019

ebnisse in den Engagementprozess 2019/2020 2019/2020

on CO 2 -armen Investments oder kompensierenden (CO 2 -senkenden) Investments (z. B. Waldfonds) 2019/2020 2019/2020

ESG Scoring für Best-in-Class Ansatz anhand unserer Kriterien und unserer Gewichtung

ir Research-Agenturen)

ss bei Managerauswahl bzw. Fondsauswahl in Richtung ESG Kriterien verbessern

m CO 2 , sondern auch um andere wichtige Themen wie Governance

2019

2019/2020

mit Fondsmanagern noch weiter vertiefen was ESG Scoring betrifft 2020 2020

ch externe Research-Agenturen

engmaschige NH-Controlling über das Portfolio weiter verbessern (Kontrolle & Analyse)

2020

quartalsweise quartalsweise

laufend

auf 1 % der laufenden Verwaltungskosten im 1. Vertragsjahr 2019 2019

Festlegung durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats 2019 2019

adt Aspern Projekt Living Garden 2019 2019

isgasse, 1140 Wien – vorbildlich nachhaltiges Gebäude 2020 2020

er Straße: Prüfung ob Car-Sharing Parkplätze inkl.

iert werden können – Prüfung neuer Modelle

2019-2020 2019-2020

Richtlinie für nh-Immobilien für Deutschland 2019-2020 2019-2020

Lebenszyklusmodells in 2. Auflage 2020 2020

jährlich

ng weiterer nh-Gebäude in Österreich und Deutschland laufend laufend

2019

2019

2019/2020

2020

laufend

SDGs


64 fair-finance – Fairnessbericht 2018


04

Die Erde – Basis unserer Saat

und Ernte

Die Erde ist ein Ganzes.

Die Menschheit ist ein Ganzes.

Der Kosmos ist ein Ganzes.

Und ich selbst bin

dieses Ganze.

Carlos Castaneder

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

65


66 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Lagebericht des Vorstandes

Um auf die Wünsche aller Stakeholder einzugehen, wird

der Lagebericht des Vorstandes der fair-finance Vorsorgekasse

AG als Bestandteil der financials neben dem Jahresabschluss

in kompakter Form abgedruckt. Ergänzende

Ausführungen zu den einzelnen Abschnitten finden sich in

den anderen Kapiteln dieses Nachhaltigkeitsberichts.

GESELLSCHAFTSRECHTLICHE

VERHÄLTNISSE

ie Gesellschaft wurde mit Notariatsakt am 9. März

D 2010 gegründet und gemäß § 1 Abs. 1 Z 21 BWG (Betriebliches

Vorsorgekassengeschäft) konzessioniert. Seit

Gründung werden sämtliche Anteile an der Gesellschaft

von der fair-finance Holding AG gehalten.

Die fair-finance Vorsorgekasse AG ist Gesellschafterin der

Einlagensicherung der Banken & Bankiers Gesellschaft

m.b.H. und der Nachfolgeorganisation Einlagensicherung

AUSTRIA Ges.m.b.H (ESA).

ENTWICKLUNG DER BRANCHE

as Gesamtvermögen der Branche beträgt aufgeteilt

D auf acht Betriebliche Vorsorgekassen per Ende 2018

EUR 11,49 Milliarden (VJ: EUR 10,61 Mrd.). Laut Statistik

der Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen wurden

zum Ultimo 2018 für über 3,48 Millionen (VJ: 3,37 Mio.)

unselbständig und selbständig Erwerbstätige laufende

Beitragszahlungen zur Abfertigung Neu geleistet. Die

laufenden Beitragszahlungen haben EUR 1,61 Milliarden

(VJ: EUR 1,48 Mrd.) und die Auszahlungen EUR 526,44

Millionen (VJ: EUR 488,12 Mio.) betragen.

UNSER GESCHÄFTSVERLAUF

Unsere Gesellschaft ist weiterhin die einzige Neugründung

nach Einführung der „Abfertigung Neu“ im Jahr

2003. Auch im Geschäftsjahr 2018 konnten wir stärker

als der Markt wachsen. Per Jahresultimo 2018 ist die

Anzahl der Beitrittsverträge mit Dienstgebern auf 3.809

(VJ: 3.089) und jene mit Selbständigen auf 4.700 (VJ: 4.120)

angewachsen. Die Beitragszahlungen haben EUR 107,02

Millionen (VJ: EUR 97,96 Mio.) betragen. EUR 88,10 Millionen

(VJ: EUR 76,56 Mio.) entfallen auf laufende Beitragszahlungen,

EUR 18,23 Millionen (VJ: EUR 20,82 Mio.) auf

Übertragungen von anderen BV-Kassen und EUR 0,69 Millionen

(VJ: EUR 0,58 Mio.) auf Übertragungen von Alt-Abfertigungsanwartschaften.

Die Anzahl der beitragsfreien

Anspruchsberechtigten beträgt zum Ultimo 182.651

(VJ: 157.202) und die Zahl der beitragspflichtigen Anspruchsberechtigten

170.027 (VJ: 151.838). EUR 22,17

Millionen (VJ: EUR 20,55 Mio.) wurden an Leistungen

ausbezahlt. Das verwaltete Vermögen der Veranlagungsgemeinschaft

hat im Geschäftsjahr 2018 die Grenze von

einer halben Milliarde überschritten und beträgt zum

Jahresende EUR 539,76 Millionen (VJ: EUR 461,65 Mio.).

Der Marktanteil unserer Gesellschaft beträgt 5,49 %

(VJ: 5,19 %) anhand der laufenden Beitragszahlungen 2018.

Bezogen auf den Marktanteil belegen wir den 6. Rang vor

der Niederösterreichischen Vorsorgekasse und der BUAK

Vorsorgekasse.

Auf diesen Erfolg sind wir stolz und danken unseren Kunden

für ihr Vertrauen und unseren Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern für ihr Engagement und die außerordentlich

hohe Identifikation mit der Vision von fair-finance.

VERMÖGENSVERANLAGUNG

2018 war für die Finanzmärkte ein sehr turbulentes

Jahr. Anleihen zeigten sich schwach und an den Aktienmärkten

kam es nach historischen Höchstständen zu

heftigen Kursabstürzen knapp vor Jahresende. Die Weltwirtschaft

zeigt sich mit einem BIP-Wachstum von 3,7 %

besser als erwartet, wobei die USA sich besser als die

EU darstellen konnten.

Verschiedene wirtschaftliche und politische Ereignisse

(Krisen in Venezuela, Argentinien und Türkei, Brexit,

Volatilität des Ölpreises, Handelsstreit zwischen USA

und China und der Haushaltsstreit zwischen Brüssel und

Italien) ergaben ein schwieriges Umfeld für den Finanzmarkt.

In den USA wurde der Leitzins schrittweise angehoben

auf 2,25 % im Dezember 2018 und verstärkte somit

den Druck auf Aktien und andere Risikoanlagen. In der

EU stand die Beendigung der Anleihenkäufe der Europäischen

Zentralbank (EZB) im Mittelpunkt. Der DAX zeigte

eine Jahresperformance von -18,3 %, der Dow Jones von


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

67

-5,63 %. Die Rendite 10-jähriger Österreichischer Staatsanleihen

liegt zum Jahresende bei 0,45 % und ist seit 2017

nahezu unverändert.

In unserer größten Asset Klasse, Anleihen zum Tageswert,

wurde aufgrund der Verschlechterung der Bewertung von

Unternehmensanleihen eine negative Jahresperformance

von -3,70 % erwirtschaftet. HtM-Anleihen, die als Daueranlage

gewidmet sind (Held to Maturity – Methode), trugen

mit einer durchschnittlichen Rendite von 3,22 % p.a.

stabilisierend zum Ergebnis bei. Ebenso entwickelten

sich die Aktien mit einer Performance von -3,85 % negativ

sowie die Wandel- und Hybridanleihen mit einer Performance

von -6,05 %.

Positive Performancebeiträge erwirtschafteten jedoch die

Immobilieninvestitionen mit einer Performance von 2,48 %

sowie Mikrofinanzzertifikate mit knapp 1 %. Der Bereich

der Alternativen Investments zeigte ebenfalls eine positive

Wertentwicklung von rund 2 %. Im Zuge der schlechten

Marktentwicklung im Oktober 2018 wurde das Risikomanagementsystem

der fair-finance Vorsorgekasse aktiv und

stellte die Veranlagung auf „risikoneutral“. Somit konnten

massive Verluste vermieden werden.

Die erzielte Performance von -0,68 % in 2018 (VJ: 2,54 %)

– gemessen nach der Messmethode der Österreichischen

Kontrollbank (ÖKB) – ist zwar kein Grund zur Freude, zeigt

aber aufgrund des vergleichsweisen hohen Unterschieds zu

den Wettbewerbern und auch gegenüber dem Branchendurchschnitt

von -1,97 %, dass die spezifischen Veranlagungs-

und Risikostrategie ausgezeichnet funktioniert.

Insbesondere da die Performance unserer Kasse auch

im 5-Jahresvergleich den 1. Platz einnimmt.

Vor dem Hintergrund einer negativen Jahresperformance

erscheint die von fair-finance als einzigem Anbieter gewährte

Mindestzinsgarantie in Höhe von 0,75 % für 2018

von besonderer Bedeutung. Es ist somit mit einem deutlichen

Ansteigen von Garantieleistungen für 2019 zu

rechnen.

PERSONAL UND ORGANISATION

GRI 102-7, 102-8, 102-14, 102-15, 201-1, 102-18, 302-2, 302-4

er Mitarbeiterstand beträgt zum Jahresultimo 8 (VJ: 7)

D Mitarbeiter, wobei davon eine Mitarbeiterin die Ausbildung

zur Bürokauffrau absolviert. Weitere 15 (VJ: 15)

Personen, die bei der Muttergesellschaft in einem Dienstverhältnis

stehen, waren 2018 überwiegend für unsere

Gesellschaft tätig.

RISIKOBERICHT

ie Summe der einer betrieblichen Vorsorgekasse zuge-

D flossenen Beiträge zuzüglich allfälliger übertragener

Altabfertigungsanwartschaften sowie allfälliger aus einer

anderen betrieblichen Vorsorgekasse übertragenen Anwartschaften,

stellt einen gesetzlich garantierten Mindestanspruch

der Anspruchsberechtigten dar (Kapitalgarantie).

Darüber hinaus gewährt fair-finance eine Mindestzinsgarantie,

welche vom Vorstand mit 0,75 % p.a. für 2018

(VJ: 0,75 %) festgelegt war. Für 2019 beträgt die vom Vorstand

mit Zustimmung des Aufsichtsrates festgesetzte

Mindestzinsgarantie 0,5 %. In Anbetracht der Kapitalmarktsituation

und eines historisch niedrigen Zinsumfeldes

– der 3-Monats-EURIBOR ist 2018 gegenüber dem

Vorjahr marginal gestiegen und betrug im Dezember 2018

-0,31 % (VJ: -0,33 %) – erscheint das Mindestzinsversprechen

von fair-finance wohl als sehr wertvolles Asset einer

Geschäftsbeziehung mit unserer Gesellschaft.

fair-finance steuert das Veranlagungsrisiko durch Diversifikation

und eine taktische Veränderung der Veranlagungsstruktur.

Durch eine Reduktion volatiler, überbewerteter

Assetklassen kann das Anlagerisiko reduziert und verändert

werden. Die Signale aus dem Risikomanagement

kamen sowohl aus einzelnen Assetklassen und im Oktober

2018 für das Gesamtportfolio. Dem Verbrauch des definierten

Risikobudgets wurde Rechnung getragen und Risiken

durch Derivate innerhalb der einzelnen Assetklassenveranlagungen

und über den Verlauf von Risikopositionen

erfolgreich reduziert.

Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen wurden der

Veranlagungsgemeinschaft aufgrund des negativen Veranlagungsergebnisses

im Geschäftsjahr keine Vermögensverwaltungskosten

entnommen. Das in diesem Zusammenhang

entstandene Liquiditätsrisiko wird durch entsprechend

liquide Eigenkapitalveranlagungen gesteuert.

Die operationellen, rechtlichen und technischen Risiken

wurden laufend beobachtet. Mit dem planmäßigen und vor


68 fair-finance – Fairnessbericht 2018

allem erfolgreichen Wechsel per 1.1.2018 auf ein modernes

Verwaltungsprogramm wurden die Weichen für die

Zukunft gestellt.

JAHRESERGEBNIS

it einem erneut im Vergleich zum Vorjahr steigenden

Ergebnis vor Steuern von EUR 1.366.793,52

M

(VJ: TEUR 1.141) wurde das Geschäftsjahr 2018 abgeschlossen.

Auch für das Geschäftsjahr 2018 wird allen

Anspruchsberechtigten eine Erfolgsbeteiligung auf Basis

des Kapitalstandes zugeteilt, wobei jedem einzelnen Anspruchsberechtigten

zumindest 1 Cent gutgeschrieben

wird. Diese steigt auf EUR 120.980,75 (VJ: TEUR 90).

Dieses partnerschaftliche Modell mit einer Erfolgsbeteiligung

zu Gunsten der Kunden ist eine weitere Besonderheit

von fair-finance.

Nach Zuführung der Rücklage zur Kapitalgarantie in Höhe

von EUR 539.315,91 (VJ: TEUR 461), Auflösung der Zinsgarantie-

und Kapitalgarantierücklagen in Höhe von EUR

60.945,97 (VJ: TEUR 18) sowie der Auflösung der gebundenen

Kapitalrücklage von EUR 800.000,00 (VJ: TEUR 0)

gem. § 229 Abs. 7 UGB beträgt der Jahresgewinn EUR

1.520.864,33 (VJ: TEUR 624). Nach Verrechnung mit dem

Partizipationskapital schließt die Gesellschaft das Geschäftsjahr

mit einem Bilanzverlust von EUR 962.834,66

(VJ: TEUR 2.310) ab. Das Eigenkapital der Gesellschaft

beträgt zum 31.12.2018 EUR 8,20 Millionen (VJ: EUR 6,18

Mio.).

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

ie Gesellschaft hat im Jahr 2018 keine Forschungs-

D und Entwicklungsaufwendungen getätigt.

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

In Anbetracht der weiterhin erwarteten hohen Volatilität

und dem Veranlagungsergebnis zum Jahresultimo

sind wir für das kommende Geschäftsjahr vorsichtig gestimmt

und haben die Asset Allokation nochmals angepasst.

Der Fokus liegt auf taktischen Maßnahmen und

dem bewährten Risikomanagement, welches einem

weiteren Feintuning unterzogen wird.

Mit einem Mindestzinsgarantiesatz von 0,5 % bieten wir

auch 2019 für unsere Kunden eine attraktive Sicherheit,

wie sie von kaum einem Finanzprodukt und jedenfalls

von keiner anderen Betrieblichen Vorsorgekasse geboten

wird. Aufgrund dieser Tatsache erwarten wir weiterhin

ein signifikantes Neugeschäft und ein weiteres Wachstum

sämtlicher Bestandskennzahlen.

Das Ergebnis 2019 wird ebenfalls eine weitere Verbesserung

zeigen, wovon die Anspruchsberechtigten unabhängig

von der Veranlagungsperformance über die Gewinnbeteiligung

profitieren werden.

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust auf neue

Rechnung vorzutragen.

Mag. Markus Zeilinger

Vorstandsvorsitzender & Gründer

Mag. (FH) Johannes Puhr, CIIA, CEFA

Mitglied des Vorstandes

Wien, am 11. März 2019

Foto: credit

GRI 102-7, 102-15, 201-1


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

69


70 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Bilanz zum 31. Dezember 2018

Aktiva

31.12.2018

in EUR

31.12.2017

in TEUR

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche

Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen

II. Finanzanlagen

4.500,00 9

1. Beteiligungen 1.070,00 1

2. Wertpapiere des Anlagevermögens 4.585.349,72 5.337

B. Umlaufvermögen

I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

4.590.919,72 5.347

1. Forderung gemäß § 26 Abs. 3 Z 2 BMSVG 3.065.913,69 0

2. Forderungen gegenüber der Veranlagungsgemeinschaft

davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr: EUR 0,00 (VJ: TEUR 0)

3. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen

davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr: EUR 0,00 (VJ: TEUR 0)

4. Sonstige Forderungen

davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr: EUR 0,00 (VJ: TEUR 0)

2.969,28 236

303.830,17 326

70.656,13 56

II. Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Banken 631.761,86 444

4.075.131,13 1.061

C. Rechnungsabgrenzungsposten 12.396,57 2

D. Aktiva der Veranlagungsgemeinschaft

I. Guthaben auf Euro lautend 58.002.752,12 28.021

II.

Guthaben auf ausländische Währungen lautend

III. Darlehen und Kredite auf Euro lautend 0,00 5.046

IV.

Darlehen und Kredite auf ausländische Währungen lautend

V. Forderungswertpapiere auf Euro lautend 64.984.163,06 19.070

VI.

Forderungswertpapiere auf ausländische Währungen lautend

VII. Beteiligungswertpapiere auf Euro lautend 699.436,28 0

VIII.

Beteiligungswertpapiere auf ausländische Währungen lautend

IX. Anteilscheine von Investmentfonds und AIF auf Euro lautend 400.681.689,81 409.512

X. Anteilscheine von Investmentfonds und AIF

auf ausländische Währungen lautend

XI. Anteilscheine von Immobilienfonds auf Euro lautend 15.354.864,31 0

XII.

Anteilscheine von Immobilienfonds auf ausländische Währungen lautend

XIII. Forderungen 69.110,59 0

XIV.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

XV. Sonstige Aktiva 3.065.913,69 0

542.857.929,86 461.649

Total 551.536.377,28 468.059


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

71

Passiva

31.12.2018

in EUR

31.12.2017

in TEUR

A. Eigenkapital

I. Nennkapital

Nennkapital EUR 2.000.000,00 (VJ: TEUR 2.000)

II.

III.

IV.

Partizipationskapital

davon Verlustanteil: EUR 0,00 (VJ: TEUR 173)

Kapitalrücklagen

1. Gebundene

2. Nicht gebundene

Gewinnrücklagen

2.000.000,00 2.000

1.950.000,00 1.777

200.000,00

819.496,04

V. Rücklagen zur Erfüllung der Kapitalgarantie I 1.887.247,58 1.386

VI. Rücklagen zur Erfüllung der Zinsgarantie II 2.309.302,83 2.332

VII.

Bilanzverlust

davon Verlustvortrag EUR -2.310.496,04 (VJ: TEUR -2.626)

B. Rückstellungen

1.000

0

-962.834,66 -2.310

8.203.211,79 6.184

1. Steuerrückstellungen 192.700,00 104

2. Sonstige Rückstellungen 204.682,70 96

C. Verbindlichkeiten

397.382,70 200

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 0

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 64.155,09 (VJ: TEUR 16)

3. Sonstige

davon aus Steuern EUR 5.887,08 (VJ: TEUR 4)

davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 7.522,76 (VJ: TEUR 6)

davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 13.697,84 (VJ: TEUR 10)

D. Passiva der Veranlagungsgemeinschaft

64.155,09 16

13.697,84 10

77.852,93 25

I. Abfertigungsanwartschaften 539.315.912,12 460.998

II. Verbindlichkeiten 3.542.017,74 652

III.

IV.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Sonstige Passiva

542.857.929,86 461.649

Total 551.536.377,28 468.059

GRI 102-7, 201-1

I

Kapitalgarantierücklagen sind in Höhe von 0,1 % der Abfertigungsanwartschaft p.a. zu bilden, bis 1 % der Abfertigungsanwartschaft erreicht

ist.

II

Zinsgarantierücklagen sind in Höhe des halben Garantiezinssatzes bezogen auf die Abfertigungsanwartschaft zu halten. fair-finance bildet

als einzige Vorsorgekasse Zinsgarantierücklagen.

Rundungshinweis: Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen

rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.


72 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Gewinn- und Verlustrechnung 2018

A. Ergebnis der Veranlagungsgemeinschaft

I. Veranlagungserträge/-verluste

II. Garantien

1. Kapitalgarantie

2. Zinsgarantie I

III. Beiträge

IV. Kosten II

V. Auszahlungen von Abfertigungsleistungen

VI. Ergebnis der Veranlagungsgemeinschaft

VII. Verwendung des Ergebnisses der Veranlagungsgemeinschaft

B. Erträge und Aufwendungen der Betrieblichen Vorsorgekasse

1. Verwaltungskosten

2. Betriebsaufwendungen

a) Personalaufwand III

aa) Gehälter

bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an Betriebliche Vorsorgekassen

cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge

dd) Sonstige Sozialaufwendungen

b) Abschreibungen auf das Anlagevermögen

c) Sonstige Betriebs-, Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen II

3. Finanzerträge

a) Zinserträge und sonstige laufende Erträge aus der Veranlagung der Eigenmittel und der nicht der Veranlagungsgemeinschaft zuge

b) Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen, die nicht den Veranlagungsgemeinschaften zugeordnet sind

4. Finanzaufwendungen

a) Aufwendungen aus den Abgang von und Abschreibungen auf sonstige Finanzanlagen, die nicht den Veranlagungsgemeinschaften

b) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

5. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

a) betriebliche Erträge

a) betriebliche Aufwendungen

6. Ergebnis vor Steuern

7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

8. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss

9. Veränderung von Rücklagen

a) Zuweisungen

aa) zur Kapitalgarantierücklage

bb) zur Zinsgarantierücklage

b) Auflösungen

aa) von Kapitalrücklagen

bb) der Kapitalgarantierücklage

cc) der Zinsgarantierücklage

10. Jahresgewinn

11. Verlustvortrag

12. Ergebnisanteil des Partizipationskapitals

13. Bilanzverlust

I

Im Jahr 2018 wurden in 103 Fällen Zinsgarantieleistungen erbracht.

II

Gewinnbeteiligung berücksichtigt 2018 rund EUR 120.000.

III

Die gemeinsamen Personalaufwendungen mit der fair-finance Holding AG für 23 Mitarbeiter betragen für 2018 EUR 1.243.629.


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

73

1.1.-31.12.2018 in EUR 1.1.-31.12.2017 in TEUR

-3.351.548,36 13.024

14.090,18 9

1.555,79 9

107.021.179,50 97.959

-1.642.293,37 -4.009

-23.724.943,19 -20.549

78.318.040,55 86.443

-78.318.040,55 -86.443

4.566.211,37 4.566.211,37 3.869 3.869

-225.645,80 -224

-8.953,68 -8

-68.010,64 -60

-296,79 -1

-4.500,00 -5

-3.069.816,02 -3.377.222,93 -2.705 -3.002

ordneten Fremdmittel 201.877,91 164

0,00 102

zugeordnet sind -44.651,52 -25

-240,43 0

20.819,12 33

0,00 177.805,08 0 274

1.366.793,52 1.141

-167.559,25 -75

1.199.234,27 1.067

GRI 102-7, 201-1

-539.315,91 -461

0,00 0

800.000,00 0

38.290,18 9

22.655,79 321.630,06 9 -443

1.520.864,33 624

-2.310.496,04 -2.626

-173.202,95 -308

-962.834,66 -2.310


74 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Anhang für das Geschäftsjahr

2018

GRUNDSÄTZE

er Jahresabschluss 2018 wurde nach den Bestimmungen

des Unternehmensgesetzbuches unter

D

Berücksichtigung der spezifischen Vorschriften des

Bankwesengesetzes (BWG) und des Betrieblichen Mitarbeiter-

und Selbstständigenvorsorgegesetzes (BMSVG)

erstellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und

Verlustrechnung erfolgte nach den in der Anlage 1 zu

§ 40 BMSVG enthaltenen Formblättern.

Die Gesellschaft ist als kleine Kapitalgesellschaft i.S. des

§ 221 UGB einzustufen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGS-

GRUNDSÄTZE

er Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grund-

D sätze ordnungsmäßiger Buchführung, sowie unter Beachtung

der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens

zu ermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der

Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände

und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung

beachtet und von einer Fortführung des Unternehmens

ausgegangen.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen,

dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne

ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und

drohende Verluste, die in dem Geschäftsjahr oder einem

früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt.

Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

wurden im Geschäftsjahr nicht geändert.

Die Bewertung des immateriellen Anlagevermögens

erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger

linearer Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen

werden Nutzungsdauern zwischen 3 und 10 Jahren

zugrunde gelegt. Das Finanzanlagevermögen wird zu

Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren am Abschlussstichtag

beizulegenden Wert bewertet. Außerplanmäßige

Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder

Wertminderung vorgenommen. Bei Wegfall der

Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden

gem. § 208 Abs. 1 UGB entsprechende Zuschreibungen

vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände

sind mit dem Nennwert angesetzt. Im Falle erkennbarer

Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Zeitwert

ermittelt und angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden gemäß

§ 198 Abs. 5 UGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag

ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit

nach diesem Tag sind.

Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag

angesetzt.

In den übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung

des Vorsichtsprinzips alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung

erkennbaren Risiken und der Höhe und dem Grunde nach

ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt,

die nach bestmöglicher Schätzung erforderlich sind.

Die Rückstellung für nicht konsumierte Urlaube wird für

alle Dienstnehmer mit den zum Bilanzstichtag offenen

Rückständen unter Einbeziehung von Lohn- und Gehaltsnebenkosten

berechnet.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag

angesetzt.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

AKTIVA

ie Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermö-

D gens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung

nach einzelnen Posten sind auf Seite 77 dargestellt.

Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens wurden im

Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen in der

Höhe von EUR 41.935,02 (VJ: TEUR 25) vorgenommen, Zuschreibungen

erfolgten im Berichtsjahr keine (VJ: TEUR 1).


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

75

Die im Wertpapierbestand enthaltenen stillen Reserven

betragen EUR 16.908,70 (VJ: TEUR 196).

Der Bestand am 31. Dezember 2018 setzt sich aus Renten

und Rentenfonds zusammen. In der Direktveranlagung

werden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Die Forderungen bestehen im Wesentlichen aus Forderungen

gegenüber verbundenen Unternehmen und aus

sonstigen Forderungen. Gegenüber der Veranlagungsgemeinschaft

besteht eine Forderung in der Höhe von

EUR 3.068.882,97 (VJ: TEUR 236). Diese beinhaltet

eine Forderung gem. § 26 Abs. 3 Z 2 BMSVG von

EUR 3.065.913,69 (VJ: TEUR 0) für die nicht entnehmbaren

Vermögensverwaltungskosten.

Die Guthaben bei Banken in der Höhe von EUR 631.761,86

(VJ: TEUR 444) sind täglich fällig.

Aktiva der Veranlagungsgemeinschaft

Die Aktiva der Veranlagungsgemeinschaft wurden unter

Beachtung des § 30 BMSVG, sowie der besonderen Veranlagungsbestimmungen

des § 29 BMSVG, veranlagt.

PASSIVA

as Grundkapital der Gesellschaft zum 31. Dezember

D 2018 beträgt EUR 2.000.000,00 (VJ: TEUR 2.000)

und ist in 2.000.000 Stückaktien zerlegt.

Das nominelle Partizipationskapital beträgt zum Bilanzstichtag

EUR 1.950.000,00 (VJ: TEUR 1.950).

Gemäß den Bedingungen für das Partizipationskapital der

fair-finance Vorsorgekasse AG nehmen die Inhaber der

Partizipationsscheine am Ergebnis des Geschäftsjahres

der Gesellschaft teil. Ein Anteil des Jahresgewinns des

Geschäftsjahres 2018 in Höhe von EUR 173.202,95

(VJ: TEUR 308) wurde dem Partizipationskapital erfolgswirksam

über die Gewinn- und Verlustrechnung zugewiesen.

Weitere Gewinnzuteilungen wurden nicht entnommen.

Zum 31. Dezember 2018 werden EUR 200.000,00

(VJ: TEUR 1.000) als gebundene Kapitalrücklage ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Betrag von

EUR 800.000,00 gem. § 229 Abs. 7 UGB zum Ausgleich

des Bilanzverlustes aufgelöst.

In den ungebundenen Kapitalrücklagen wird ein Gesellschafterzuschuss

zur weiteren Stärkung der Eigenmittel

in Höhe von EUR 819.496,04 (VJ: TEUR 0) ausgewiesen,

der durch die Vorstände der Muttergesellschaft fairfinance

Holding AG am 21.12.2018 beschlossen wurde.

Die Steuerrückstellungen in Höhe von EUR 192.700,00

(VJ: TEUR 104) betreffen die Rückstellungen für die

Körperschaftsteuer der Jahre 2017 und 2018.

Die sonstigen Rückstellungen in der Höhe von

EUR 204.682,70 (VJ: TEUR 96) setzen sich im Wesentlichen

aus Rückstellungen für Prüfungs- und Beratungsaufwendungen,

sowie Rückstellungen für Fremdleistungen,

der Rückstellungen für noch nicht konsumierte Urlaube

sowie Prämien, sonstige Rückstellungen sowie Rückstellungen

für Kapitalgarantie- und Zinsgarantieleistungen

von in Summe EUR 45.300 zusammen. Letztere war

erstmalig als Verbindlichkeitsrückstellung gemäß der

einschlägigen AFRAC-Stellungnahme zu bilden.

Passiva der Veranlagungsgemeinschaft

Die Abfertigungsanwartschaft wird mit

EUR 539.315.912,12 (VJ: TEUR 460.998) ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten der Veranlagungsgemeinschaft

werden mit EUR 3.542.017,74 (VJ: TEUR 652) ausgewiesen

und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten

gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von

EUR 3.068.882,97 (VJ: TEUR 236). Darin enthalten ist

die Verbindlichkeit gem. § 26 Abs. 3 Z 2 BMSVG für die

nicht entnehmbaren Vermögensverwaltungskosten mit

EUR 3.065.913,69 (VJ: TEUR 0).

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND

VERLUSTRECHNUNG

ie Verwaltungskosten wurden entsprechend den vertraglichen

Vereinbarungen in Höhe von 1,7 %, ab dem

D

5. Dienstjahr in Höhe von 1,5 % und ab dem 11. Dienstjahr

in Höhe von 1,0 % jeweils zzgl. 0,3 % Inkassogebühr für

die Sozialversicherungsträger aus den einbezahlten laufenden

Beträgen entnommen.

Die Betriebsaufwendungen bestehen aus Abschreibungen

auf das Anlagevermögen, Personalaufwendungen, Rechtsund

Beratungsaufwendungen, Aufwendungen für die Ver-

GRI 102-16, 412-3


76 fair-finance – Fairnessbericht 2018

waltungssoftware, Miet- und Betriebskostenaufwendungen,

Kosten für Fremdpersonal, Gebühren sowie anderen

sonstigen Aufwendungen.

Der überwiegende Teil der Sonstigen Betriebs-, Verwaltungs-

und Vertriebsaufwendungen in Höhe von

EUR 1.822.522,00 (VJ: TEUR 1.772) entfällt auf die

Leistungsverrechnung mit der Muttergesellschaft. Gegenstand

der Leistungen ist die Organisation und Ausführung

der für den Betrieb der Vorsorgekasse erforderlichen

Tätigkeiten durch die Bereitstellung der erforderlichen

Infrastruktur (Büroräumlichkeiten, kaufmännische und

technische Betriebsausstattung etc.) und Dienstleistungen

nach Maßgabe der Anforderungen seitens der Vorsorgekasse.

SONSTIGE ANGABEN

Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse

Die Anteile an der fair-finance Vorsorgekasse AG sowie

das Nominale am Partizipationskapital werden zu 100 %

von der fair-finance Holding AG gehalten.

In der außerordentlichen Hauptversammlung vom

14.12.2018 der fair-finance Vorsorgekasse AG wurde die

Wandlung des Partizipationskapitals mit Eigenkapitalcharakter

in Ergänzungskapital beschlossen. Nach Eintragung

der Satzungsänderung vom 21.12.2018 wurde am

27.12.2018 ein Gläubigeraufruf im Amtsblatt der Wiener

Zeitung veröffentlicht.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2018 wird das Partizipationskapital

weiterhin als Eigenkapitalbestandteil ausgewiesen.

Mit Ablauf des sechsmonatigen Zeitraums des Gläubigeraufrufs

sowie der Eintragung ins Firmenbuch wird ein

Ausweis des Ergänzungskapitals als Fremdkapital erfolgen.

Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2018

durchschnittlich 8 (VJ: 8) Mitarbeiter.

Vorstand und Aufsichtsrat

Den Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates

wurden weder Vorschüsse noch Kredite gewährt.

Die Vorstände sind in der fair-finance Holding AG beschäftigt

und daher wurden ihnen im Geschäftsjahr 2018 keine

Bezüge vom geprüften Unternehmen ausbezahlt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit

für die Gesellschaft im Jahr 2018 keine Bezüge.

Handelsbuch

Ein Handelsbuch gemäß § 64 Abs. 1 Z 15 BWG wurde

nicht geführt.

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem

Abschlussstichtag

Es sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung nach

dem Abschlussstichtag eingetreten oder bekannt.

Mag. Markus Zeilinger

Vorstandsvorsitzender & Gründer

Mag. (FH) Johannes Puhr, CIIA, CEFA

Mitglied des Vorstandes

Wien, am 11. März 2019


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

Entwicklung des

Anlagevermögens

77

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Stand am

01.01.18

EUR

Zugänge

EUR

Abgänge

EUR

Stand am

31.12.18

EUR

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Gewerbliche Schutzrechte

und ähnliche Rechte und

Vorteile sowie daraus abgeleitete

Lizenzen

II. Sachanlagen

1. Andere Anlagen, Betriebsund

Geschäftsausstattung

59.866,17 0,00 59.866,17

59.866,17 0,00 0,00 59.866,17

0,00 0,00 0,00 0,00

0,00 0,00 0,00 0,00

III. Finanzanlagen

1. Beteiligungen 1.070,00 0,00 0,00 1.070,00

2. Wertpapiere 5.433.226,24 198.918,00 -977.270,50 4.654.873,74

5.434.296,24 198.918,00 -977.270,50 4.655.943,74

5.494.162,41 198.918,00 -977.270,50 4.715.809,91

Kumulierte Abschreibungen

Buchwerte

Stand am

01.01.18

EUR

Zugänge

EUR

Zuschreibungen

EUR

Abgänge

EUR

Stand am

31.12.18

EUR

31.12.17

EUR

31.12.18

EUR

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Gewerbliche Schutzrechte

und ähnliche Rechte und

Vorteile sowie daraus abgeleitete

Lizenzen

50.866,17 4.500,00 0,00 0,00 55.366,17 9.000,00 4.500,00

50.866,17 4.500,00 0,00 0,00 55.366,17 9.000,00 4.500,00.

II. Sachanlagen

1. Andere Anlagen, Betriebsund

Geschäftsausstattung

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00

III. Finanzanlagen

1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.070,00 1.070,00

2. Wertpapiere 96.223,00 41.935,02 0,00 -68.634,00 69.524,02 5.337.003,24 4.585.349,72

96.223,00 41.935,02 0,00 -68.634,00 69.524,02 5.338.073,24 4.586.419,72

147.089,17 46.435,02 0,00 -68.634,00 124.890,19 5.347.073,24 4.590.919,72


78 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS

Prüfungsurteil

ir haben den Jahresabschluss der fair-finance Vorsorgekasse

AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum

W

31.12.2018, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an

diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang,

geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den

gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues

Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31.12.2018

sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem

Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den

österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften

und den sondergesetzlichen Bestimmungen.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung

mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer

Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern

die Anwendung der International Standards on Auditing

(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften

und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des

Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“

unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung

mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen

Vorschriften und wir haben unsere sonstigen

beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen

erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns

erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind,

um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des

Aufsichtsrats für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung

des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in

Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensund

bankrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen

Bestimmungen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die

internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die

Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der

frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten

– falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen

Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft

zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen,

Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der

Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben sowie

dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung

der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen

Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft

zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen

oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des

Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Bankprüfers für die Prüfung des

Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,

ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen

– beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen

ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der

unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit

ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,

dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen

Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die

Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung

eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche

vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus

dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden

als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt

vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie

die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen

wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den

österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung,

die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir

während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes

Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

– Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher –

beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen

im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als

Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

79

Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um

als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko,

dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche

falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher

als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen

betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte

Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das

Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

– Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung

relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen

zu planen, die unter den gegebenen Umständen

angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil

zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der

Gesellschaft abzugeben.

– Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen

Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden

sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern

dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung

und damit zusammenhängende Angaben.

– Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit

der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der

Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen

Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten

Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang

mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht,

die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft

zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann.

Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche

Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk

auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss

aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben

unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren.

– Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage

der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten

Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten

können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der

Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

– Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den

Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben

sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle

und Ereignisse in einer Weise wiedergibt,

dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

– Wir tauschen uns mit dem Aufsichtsrat unter anderem über

den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung

der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,

einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im

internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung

erkennen, aus.

BERICHT ZUM LAGEBERICHT

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmens-

und bankrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen,

ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er

nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt

wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die

Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den

österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und

den sondergesetzlichen Bestimmungen. Wir haben unsere

Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur

Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den

geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden

und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen

Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses

über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche

fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

KPMG Austria GmbH

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Georg Weinberger

Wirtschaftsprüfer

Wien, am 11. März 2019


80 fair-finance – Fairnessbericht 2018


04

D

er Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres die

ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben

wahrgenommen. Ihm wurde regelmäßig vom Vorstand

über die Geschäftslage sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle

mündlich und schriftlich berichtet. Im Geschäftsjahr

2018 fanden vier Sitzungen statt. Der Aufsichtsrat

konnte sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung

und des Jahresabschlusses überzeugen.

Die Buchführung, der Jahresabschluss 2018 samt Anhang

sowie der Lagebericht wurden von der KPMG Austria

GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

geprüft und der darüber verfasste Prüfbericht dem

Aufsichtsrat vorgelegt. Die Prüfung hat nach ihrem abschließenden

Ergebnis keinen Anlass zu Beanstandungen

gegeben, weshalb der Jahresabschluss 2018 mit dem

uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen wurde.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten

Jahresabschluss und den Lagebericht ebenfalls geprüft

und sich von deren Ordnungsmäßigkeit und sachlichen

Unbedenklichkeit überzeugt. Der Aufsichtsrat hat sich

somit dem Ergebnis der Abschlussprüfung angeschlossen

und den Jahresabschluss und den Lagebericht über das

Geschäftsjahr 2018 einstimmig gebilligt. Der vorgelegte

Jahresabschluss ist damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat die Anlagen gem. § 63 Abs. 5 und 7

BWG zum Prüfungsbericht des Bank- und Abschlussprüfers

entgegengenommen und nach Einsicht festgestellt,

dass keine Beanstandungen vorliegen.

Den Mitgliedern des Vorstandes sowie den Mitarbeitern

spricht der Aufsichtsrat seinen Dank für ihren Einsatz und

die geleistete Arbeit aus.

DI Mag. Dr. Helmut Eichert

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

Bericht des

Aufsichtsrates

ORGANE DER GESELLSCHAFT 2018

Im Geschäftsjahr tätige Mitglieder des Vorstandes:

Mag. Markus Zeilinger

Mag. (FH) Johannes Puhr

Vorsitzender des

Vorstandes

Vorstandsmitglied

Im Geschäftsjahr tätige Mitglieder des Aufsichtsrates:

DI Mag. Dr. Helmut Eichert

Mag. a Claudia Kral-Bast

Kerstin Repolusk, MA

Dr. Wolfgang Binder

Mag. a Christine Cernin

Mag. Florentin Döller

Mag. Rainer Ladentrog

Henning Mettler

Staatskommissäre:

MR Andreas Pircher, BA MSc

ADir. Klaus Horvath

Vorsitzender,

Eigentümervertreter

Stellvertretende

Vorsitzende, vom ÖGB

nominiert (bis 22.03.2018)

Stellvertretende

Vorsitzende, vom ÖGB

nominiert (ab 23.03.2018)

Eigentümervertreter

vom Kundenbeirat

nominiert

vom ÖGB nominiert

(ab 23.03.2018)

Betriebsrat

Eigentümervertreter

Die Zusammensetzung des fair-finance Aufsichtsrates ist

insofern besonders, als nur drei der sieben fair-finance

Aufsichtsräte der Eigentümerseite zuzuordnen sind, wodurch

sich eine Stakeholder-Mehrheit in diesem Gremium

ergibt.

81

Wien, im März 2019

GRI 102-22


82 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Auszeichnungen &

Mitgliedschaften

Bereits zum 4. Mal in Folge wurde fairfinance

2018 mit dem Award „Most

Socially Responsible Pension Fund Winner

Central Europe“ ausgezeichnet und konnte

einmal mehr sein sozialverantwortliches

Agieren unter Beweis stellen.

Mit der Unterzeichnung der sechs

Prinzipien für nachhaltiges Investieren

verpflichtet sich fair-finance

als Investor öffentlich zu ihrer Einführung und Umsetzung,

soweit dies mit den treuhänderischen Verpflichtungen

vereinbar ist.

fair-finance wurde auch 2018, wie schon

die Jahre davor, erneut mit dem ÖGUT-

GOLD-Zertifikat für das nachhaltige Veranlagungsportfolio

ausgezeichnet. Eine

kontinuierliche Entwicklung, die letztlich

auch die Arbeit des engagierten fair-finance Kundenbeirats

eindrucksvoll bestätigt.

Im Dezember 2017 hat fair-finance

gemeinsam mit 6 weiteren institutionellen

Investoren aus Italien,

Frankreich, Spanien und Deutschland das Engagement-

Netzwerk Shareholders for Change gegründet, das sich

als „Treiber“ für eine nachhaltige Entwicklung im Anlageverhalten

von Investoren versteht.

Bereits seit 2015 ist fair-finance

berechtigt, das Österreichische

Umweltzeichen – Nachhaltige

Finanzprodukte – für den fairfinance

Masterfonds zu führen, der das Veranlagungsportfolio

abbildet. Somit ist fair-finance die erste und auch

einzige Vorsorgekasse, die das Umweltzeichen für alle

Bereiche der Vermögensveranlagung und nicht nur für

einzelne Teilfonds führen darf.

Als Klimabündnisbetrieb wurde die

fair-finance Vorsorgekasse bereits

2013 ausgezeichnet. Geld als soziales

Gestaltungsmittel zu nutzen,

entsprechendes Engagement und das Fördern einer nachhaltigen

Gesellschaftsentwicklung entsprechen nicht nur

dem Leitbild, sondern sind gelebte Unternehmenskultur.

fair-finance ist seit 2014 mit dem staatlichen

Gütezeichen für Familienfreundlichkeit

ausgezeichnet. Damit wurde dem

klaren Bekenntnis von fair-finance Rechnung

getragen, Fairness in allen Unternehmensbereichen

zu verankern und

nach außen wie nach innen zu leben. Mit

November 2017 wurde auch die Re-Zertifizierung erfolgreich

abgeschlossen.

Als Mitglied des Forums Nachhaltige

Geldanlagen sind wir seit

April 2018 in die nachhaltigen

Strukturen und den Austausch mit

Branchenexperten aus Deutschland, Österreich und der

Schweiz, eingebunden. Unternehmen, die sich alle für

mehr Nachhaltigkeit im Finanzsektor einsetzen.

MITGLIEDSCHAFTEN

π Einlagensicherung der Banken & Bankiers Gesellschaft

m.b.H. und der Nachfolgeorganisation Einlagensicherung

AUSTRIA Ges.m.b.H (ESA)

π Wirtschaftskammer Wien

π Verein Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen

π Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

(ÖGUT)

π respACT – austrian business council for sustainable

development

π CRIC – Verein für ethisch orientierte Investoren

π Controller Institut

π NPO-Institut für interdisziplinäre Nonprofit-Forschung

an der Wirtschaftsuniversität Wien

π Klimabündnis Österreich

π Engagement-Netzwerk „Shareholders for Change“ (SfC)

π Unterzeichner der „Prinzipien für Verantwortliches

Investieren der Vereinten Nationen“ (UN PRI)

π Forum Nachhaltige Geldanlagen

GRI 102-12, 102-13, 102-16


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

Kunden über

fair-finance

83

Erich Nendwich „Die Veranlagungsergebnisse

haben gezeigt, dass ein nachhaltiger Ansatz

durchaus auch wirtschaftliche Vorteile

für unsere MitarbeiterInnen

bringen kann.“

Erich Heiss „Auch bei fair-finance,

unserem Partner für die Betriebliche

Vorsorge, wird ein innovatives,

sozialverantwortliches Geschäftsmodell

umgesetzt. Mit einer Mindestzinsgarantie

und Gewinnbeteiligung

als Mehrwert und einer

stakeholderorientierten

Einbindung

der Kunden in die

nachhaltige Veranlagung.

Ausgewogen

– wie ein

gutes Bier.“

Daniela Werdecker-Davies „Nachhaltiges Handeln

als integraler Bestandteil der unternehmerischen

Verantwortung optimiert die Produkte und die

Prozesse und trägt zum wirtschaftlichen Erfolg

von PALFINGER entscheidend bei. Nachhaltigkeit

ist uns auch bei unseren Partnern ein ganz besonderes

Anliegen. fair-finance als Betriebliche Vorsorgekasse

auszuwählen, die als verantwortungsvoller Investor

die Abfertigungsgelder der Kolleginnen und Kollegen

nicht nur besonders nachhaltig, sondern auch überdurchschnittlich

erfolgreich veranlagt, war daher der logische

Schritt für uns.“

Vorsorgekasse

Klaus Bachmair „Die Mindestzinsgarantie in Verbindung

mit attraktiven Gebühren stellt zudem sicher, dass auch

in wirtschaftlich turbulenteren Zeiten die Abfertigungsguthaben

bestmöglich abgesichert sind. Diese Kombination

aus gelebter gesellschaftlicher Verantwortung und

klaren wirtschaftlichen

Vorteilen war letztendlich

ausschlaggebend

für die Überlegung der

Arbeitnehmervertreter

und der Geschäftsführung

zu fair-finance zu

wechseln.“

Franz Reiter „… Daher freut es uns

ganz besonders, mit fair-finance

einen Partner gefunden zu haben,

der mit einem innovativen Geschäftsmodell

mehr

Sicherheit sowie

mehr Kontrollund

Mitspracherechte

für

unsere Kolleginnen

und Kollegen

in der RHI bietet und dabei einen

nachhaltigen und sozialverantwortlichen

Investitionsansatz

verfolgt. Das kommt unserem

Werteverständnis sehr entgegen.“


84 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Impact- und Richtlinienzuordnung

In der nachfolgenden Übersicht werden von den GRI Standards ausgehend die Berichtsinhalte auch der Wertschöpfungskette,

den SDGs und Bestimmungen des NaDiVeG zugeordnet. Indikatoren wurden nur dann ausgelassen, wenn

sie als nicht wesentlich bzw. nicht zutreffend bewertet wurden.

Wertschöpfungskette

GRI-Indikator

Seitenangaben bzw.

Beschreibung

SDG

NaDi-

VeG

Lieferkette

intern

Veran-

lagung

Organisationsprofil

102-1 Name der Organisation 2

102-2

Aktivitäten, Marken, Produkte,

Dienstleistungen

15-17, 24, 31-39

102-3 Ort des Hauptsitzes 2, 7

102-4 Länder mit Geschäftstätigkeit

102-5 Eigentümer und Rechtsform 24,25

Vorsorgekassen gibt es nur

in Österreich – über Investments

europaweite Tätigkeit

π

(Risiken)

π π π

π π π π

102-6 Bediente Märkte Siehe 102-2 π π

102-7 Größenordnung der Organisation 24, 27, 29, 66-75

102-8 Informationen Mitarbeiter 47-50, 67 π π

102-9 Lieferkette 53, 61 π π

102-11 Vorsorgeprinzip/Vorsichtsmaßnahmen Vorsorgeprinzip

102-12 Externe Initiativen 27, 33, 54, 55, 58, 59, 82 π

102-13 Mitgliedschaften 59, 82 π

Strategie, Ethik & Integrität, Führung

102-14 Aussagen der Führungskräfte 8, 9, 66-68 π π π

102-15 Auswirkungen, Risiken und Chancen

8, 9, 15, 31-33, 40-42, 46, 51,

66-68

π π π π

102-16 Werte, Richtlinien, Normen

9, 16-17, 26, 31-38, 44, 47,

49, 51, 54-56, 61, 74, 82

π π π π

102-17 Ethische Beratung und Bedenken

26, 27, 33, 44, 46, 51

keine Bedenken über

fair-finance; Bedenken

über Investments: s.

Kundenbeirat, Engagement-Aktivitäten

Ethische

Beratung:

Bedenken: –

π π π π

102-18 Struktur der Unternehmensführung 26, 27, 51, 66 π π

Stakeholdereinbindung bei ökonomischen,

ökologischen, sozialen Themen

102-21

26, 27, 44-46, 51 π π

102-22 Höchstes Kontrollorgan 26, 27, 81 π π

Stakeholdereinbeziehung

102-40 Liste der Stakeholder-Gruppen 45 π π π π

102-41 Tarifverhandlungen

Für Vorsorgekassen

gibt es keine KV

π

π

Fortsetzung Seite 85


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

85

Wertschöpfungskette

GRI-Indikator

Seitenangaben bzw.

Beschreibung

SDG

NaDi-

VeG

Lieferkette

intern

Veran-

lagung

Stakeholdereinbeziehung (Fortsetzung)

102-42 Bestimmung von Stakeholdern 26, 27, 33, 44-46 π π π π

102-43 Ansatz Einbindung Stakeholder 24-27, 33, 44-47, 51 π π π π

102-44 Themen und Anliegen der Stakeholder

Vorgehensweise bei der Berichterstattung

102-45 Entitäten 7, 24

102-46 Berichtsinhalt und Grenzen 6, 7

26, 33-35, 44, 46, 51

(v. a. Kundenbeirat)

π π π π

102-47 Liste der wesentlichen Themen 20, 21, 46 π π π

102-50 Berichtszeitraum 2017-2018

102-51 Datum des aktuellsten Berichts 31.03.2019

102-52 Berichtszyklus Jährlich

102-53 Kontakt Nachhaltigkeitsmanagement 7

102-54 Übereinstimmung GRI Standards GRI Standards Kern π

102-55 GRI Inhaltsindex 84-87

Wirtschaftliche Leistung

201-1 Wirtschaftlicher Wert 12, 15, 29, 66-73 π π

Klimawandel-bedingte finanzielle

201-2

33, 56-59 π

Folgen und andere Risiken und Chancen

201-3 Verpflichtungen aus Pensionsplänen 49 π

201-4 Finanzielle Zuwendung seitens Regierung keine π

Marktpräsenz

202-2 Anteil lokaler Führungskräfte / MA 57 (100 %) π

Indirekte ökonomische Auswirkungen

203-2

Beschaffung

Erhebliche indirekte ökonomische

Auswirkungen

9, 33-37, 55

Veranlagung = Hebel

204-1 Anteil Ausgaben lokale Lieferanten 56 π

Materialien

301-1 Materialeinsatz 5, 60 π π

301-2 Recycling 56, 60 π

Energie

302-1 Energieverbrauch innerhalb Organ. 56, 57, 60 π π

302-2 Energieverbrauch außerhalb Organ. 60 π π π

π

π

Fortsetzung Seite 86


86 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Wertschöpfungskette

GRI-Indikator

Seiteangaben bzw.

Beschreibung

SDG

NaDi-

VeG

Lieferkette

intern

Veran-

lagung

Energie (Fortsetzung)

302-3 Energieintensität 58 (in CO 2 ) π π

302-4 Verringerung Energieverbrauch 56, 57, 60-63, 65 π π

Emissionen

305-1 Direkte THG-Emissionen 56, 58, 60 π π

305-2 Indirekte energiebez. THG-Emissionen 60 π π π

305-3 Indirekte sonstige THG-Emissionen 60 π π π

305-5 Senkung der THG-Emissionen 56-63 π π

Abwasser und Abfall

306-2 Abfall 56, 60 π π

Umweltbewertung der Lieferanten

308-1 Geprüfte Lieferanten 61 π π π

308-2 Negative Auswirkungen Lieferkette keine π π

Beschäftigung

401-1 Neue Angestellte, Fluktuation 50 π π

401-2

Betriebliche Leistungen für vollzeitbeschäftigte

Angestellte

keine Unterschiede

π

401-3 Elternzeit 50 π

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

403-2 Verletzungen, Todesfälle keine π π

Aus- und Weiterbildung

404-1 Aus- und Weiterbildung pro Jahr 49, 50 π

404-2 Programme Kompetenzverbesserung 49, 63 π

404-3 Entwicklungsplanung 49 π

Menschenrechte

412-3 Investitionsvereinbarungen 15-17, 31-38, 51 π π

Soziale Bewertung von Lieferanten

414-1 Geprüfte Lieferanten 61 π π π

414-2 Negative Auswirkungen Lieferkette keine π π

Schutz der Kundendaten

418-1 Kundendaten DSGVO umgesetzt π π

Sozioökonomische Compliance

419-1 Nichteinhaltung Gesetze/Vorschriften keine Vorfälle π π π


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

87

MANAGEMENTANSATZ UND WESENTLICHE

THEMEN

er Veröffentlichung von Managementansätzen als

D Vorgabe der Global Reporting Initiative (GRI) wird in

diesem Bericht Rechnung getragen. Zusätzlich finden sich

entsprechende Informationen zu den jeweiligen Themen

auch auf der fair-finance Webseite. Die Managementansätze

stellen dar, wie ökologische, gesellschaftliche und

wirtschaftliche Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit

auf die als wesentlich erkannten Themen gehandhabt

werden.

In der folgenden Übersicht sind die Verweise zu den

Managementansätzen der wesentlichen Themen zu finden.

Die Indikatoren GRI 103-2 betreffen die Beschreibung des

Managementansatzes und seiner Komponenten, GRI 103-3

die Beschreibung der Überprüfung des Managementansatzes.

Die angeführten Managementansätze werden sowohl

intern als auch extern ausführlich geprüft und ausgehend

von den Ergebnissen dieser Prüfungen entsprechend regelmäßig

angepasst. Beispiele für solche Prüfungen sind

Analyse von eigenen Kennzahlen, beigestellte externe

Konsensusdaten, externe Audits oder die Vorgaben und

Prüfungen des fair-finance Kundenbeirats.

GRI

Managementansatz

Thema

Verweis

Seite

103-1, 103-2,

103-3

103-2, 103-3

103-2, 103-3

Erklärung der wesentlichen

Themen und ihre

Abgrenzungen

Wirtschaftliche Entwicklung

des Unternehmens

Indirekte ökonomische

Auswirkungen

103-2, 103-3 Beschaffungspraktiken 61-63

103-2, 103-3 Klimaschutz

103-2, 103-3 Umwelt- & Naturschutz 56-63

103-2, 103-3

Verantwortung gegenüber

Mitarbeitern

103-2, 103-3 Dialog mit Stakeholdern

103-2, 103-3 Transparenz

103-2, 103-3

103-2, 103-3

Klima-, Umwelt- & Naturschutz

– Impact der Veranlagung

Gesellschaftlicher Impact

der Veranlagung

8, 20, 21, 44-46

12-16, 27-29, 38,

40-42, 52-53, 62,

63, 66-77

8, 9, 15-17, 31-36,

38, 54-63

8, 9, 16, 17, 31-38,

46, 54-63

47-50, 62, 63

20, 21, 26, 27,

44-46, 51, 62, 63

8, 9, 17, 24-27,

31-42, 51, 62, 63

8, 9, 15-17, 31-42,

54-63

8, 9, 15-17, 31-42,

54, 55, 61-63


88 fair-finance – Fairnessbericht 2018

Glossar

fair-finance als Vorsorgekasse und Investor kann sich

oft nicht der Sprache der Finanzwirtschaft entziehen.

Als Gegenstück dazu soll dieses Glossar dienen, das einen

Großteil der verwendeten Fachausdrücke auch für Laien

möglichst einfach erklärt.

Absolute Return-Ansatz

Ziel ist, marktunabhängige, jährliche Erträge zu erzielen

(absolute Wertsteigerung einer Anlage).

Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung – SDGs

2015 verpflichteten sich alle 193 Mitglieder der Vereinten

Nationen die in der Agenda enthaltenen 17 nachhaltige

Entwicklungsziele bis zum Jahr 2030 umzusetzen.

AIF

Alternative Investment Fonds sind keine Wertpapierfonds

im engeren Sinn und nicht reguliert. Konzessioniert ist der

Manager. AFIs werden für Immobilien oder z. B. Private

Equity verwendet.

Anleihe

Festverzinsliche Schuldverschreibung mit fixierter

Laufzeit und Tilgung.

Assetklasse

Gruppe von Vermögenswerten mit ähnlicher oder

identischer Risiko-Rendite-Kombination, z. B.: Aktien,

Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, etc.

Asset Allokation

Aufteilung des Anlagevermögens auf verschiedene

Anlageklassen.

AWB

Anwartschaftberechtigte

Best in Class Concept

Auswahl von Unternehmen, die die besten

Nachhaltigkeitsleistung aufweisen.

Betriebliche Vorsorgekasse

Die bis 2002 bestandene Abfertigungszahlung durch

Arbeitgeber an ausscheidende Arbeitnehmer wurde durch

laufende Beitragszahlungen an rechtlich selbständige

Vorsorgekassen ersetzt („Abfertigung NEU“). Die Auswahl

der Betrieblichen Vorsorgekasse obliegt dem Arbeitgeber

bzw. dem Selbständigen. Derzeit gibt es 8 betriebliche

Vorsorgekassen.

BMSVG

Betriebliches Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz

– regelt die Beitragspflichten, das Leistungsrecht und

die Organisation der Betrieblichen Vorsorgekassen.

Diversifikation

Streuung von Vermögen auf mehrere Assetklassen bzw.

Anlagenobjekte, um eine Erhöhung von Chancen und/oder

einen Abbau von Risiken zu erreichen.

Divestment

Investiertes Kapital wird aus einer Investition abgezogen,

z. B. durch den Verkauf von Aktien und Anleihen.

DNA

Die DNA ist der Träger der Erbinformationen, die Basis der

Gene. Auf ein Unternehmen übertragen, versteht man DNA

als den gesamten Wertekanon und das geistige Potenzial

der Mitarbeiter.

Drei (3)-Säulen-Modell

Nachhaltigkeitsmodell, aufbauend auf 3 gleichrangigen

Säulen: Wirtschaft, Ökologie und Soziales.

Emittenten

Organisationen, Unternehmen, Länder, die Wertpapiere

(z. B. Aktien) für Investoren ausgeben.

Engagement

Aktives Aktionärstum: Anleger ergreifen Maßnahmen

(allein oder in Gruppen) mit denen sie versuchen, Unternehmen

für eine bessere (nachhaltige) Unternehmensführung

zu beeinflussen.

Environment Social Governance (ESG)

Managementansatz, um Nachhaltigkeit in ein Unternehmen

zu integrieren. Dabei wird geachtet, wie bei

Unternehmensentscheidungen ökologische, soziale

bzw. gesellschaftliche Aspekte sowie die Art der

Unternehmensführung berücksichtigt werden.

Fairness

Anständiges Verhalten sowie gerechte und ehrliche,

respektvolle Haltung gegenüber anderen Menschen;

Orientierung am Gemeinwohl und nicht an Gewinnmaximierung;

ethisches verantwortungsbewusstes

Finanzmanagement; stiftet Nutzen für alle involvierten

Stakeholder.


04

Die Erde – Basis unserer Saat und Ernte

89

(corporate) Governance

Rechtliche und faktische Ordnungsrahmen für die Führung

von Unternehmen zum Wohle aller Stakeholder (gute und

transparente Unternehmensführung).

Global Reporting Initiative (GRI)

Globale Initiative zur Berichterstattung; umfassendes

Regelwerk/Leitlinien, um ökonomische, ökologische und

soziale Leistungen messbar und vergleichbar zu machen.

Green Bonds

Grüne Anleihen haben im Segment Nachhaltigkeit als Ziel

ausschließlich die Finanzierung umweltfreundlicher, aber

auch sozialer Projekte (Social Bond).

Green for Growth Fund (GGF)

Der erste spezialisierte Fonds, um Energieeffizienz und erneuerbare

Energien in Südosteuropa inklusive Türkei, den

osteuropäischen Nachbarregionen, im Mittleren Osten und

Nordafrika voranzutreiben. Mit Hilfe eines Public Private

Partnership-Ansatzes sollen der Energiekonsum und damit

auch die CO 2 -Emissionen merklich reduziert werden.

HtM – Held to Maturity

Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte,

welche nicht zum jeweils aktuellen Kurs (inkl.

Schwankungen), sondern mit einer bis zum Laufzeitende

fixen Rendite bewertet werden.

Hybridanleihe

Nachrangige Anleihen mit sehr langer oder unbegrenzter

Laufzeit. Der Emittent setzt meist ein 7- bis 10-jähriges

Kündigungsrecht fest. Wird die Anleihe nicht zurückgezahlt,

wird der Zinssatz erneut festgesetzt. Zinszahlungen sind

meist an bestimmte Unternehmensdaten gebunden,

werden diese nicht erreicht, erfolgt keine Zinszahlung.

Durch diese Abhängigkeit werden Hybridanleihen auch

als „aktienähnlich“ bezeichnet. Aufgrund dieses Risikos

ist der Zinssatz überdurchschnittlich.

Impact

Auswirkung einer Handlung (z. B: Investment) auf die

Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.

International Integrated Reporting Council (IIRC)

Internationale Initiative mit dem Ziel der Integrierten Berichterstattung

von Unternehmen (Geschäftsentwicklung,

Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistungen in einem

Bericht).

Konsensusdaten

Aggregierte Daten einer Expertengruppe zu einem

spezifischen Sachverhalt.

Liquidität

Die Liquidität einer Geldanlage beschreibt die Möglichkeit

für den Anleger, seine Vermögenswerte jederzeit

zu marktgerechten Preisen verkaufen zu können.

Aktien von großen Unternehmen sind in der Regel

sehr liquid im Vergleich zu beispielsweise Immobilien.

Magisches Dreieck der Vermögensanlage

Bei der Vermögensanlage untereinander konkurrierende

Ziele von Rentabilität (Ertrag), Sicherheit (Risiko) und

Liquidität (Verfügbarkeit) – symbolisiert durch Eckpunkte

eines Dreiecks.

Mezzaninkapital

Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital; bei einer

Mezzaninfinanzierung gilt das investierte Fremdkapitel

als Eigenkapital und die Kapitalgeber erhalten (im Unterschied

zu Gesellschaftern) keine Mitbestimmungsrechte.

Mikrofinanz

Dienstleistungen wie Kredite, Sparkonten und Versicherungen

für (meist arme) Menschen, die von herkömmlichen

Finanzinstituten keine oder überteuerte Mittel erhalten.

Das Konzept der Mikrokredite verfolgt die Idee der Hilfe

zur Selbsthilfe.

Nachhaltige Immobilien

Ursprünglich ökologisch besetzter Begriff des „Green

Buildings“; heute spricht man von „Blue Buildings“. Es

wird der gesamte Lebenszyklus von der Planung über

die Bau- und Nutzungsphase bis zum Abbruch erfasst.

Moderne Methoden der Ökobilanzierung, Lebenszykluskostenanalyse

und Gesamtenergieeffizienz ermöglichen

es, Entscheidungen im Sinne der Umwelt, der Gesamtwirtschaftlichkeit,

aber auch der Qualität des Wohnens

zu treffen. Es steht nicht mehr das Investitions- bzw.

Baubudget allein im Mittelpunkt, sondern auch die

Folgekosten und die Qualität des Wohnens.

NaDiVeG

Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz –

enthält gesetzliche Vorgaben zur Verbesserung der

Berichterstattung von Unternehmen im öffentlichen

Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern.


90 fair-finance – Fairnessbericht 2018

NGOs

Nichtstaatliche Organisationen, die Interessen der Gesellschaft

vertreten, ohne einem Staat oder einer Regierung

unterstellt zu sein (Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Gemeinwohl).

Outperformance

Ein Investment (z. B. Aktie) erzielt eine höhere Rendite

(Kursentwicklung) als ein definierter Vergleichswert

(z. B. ATX oder Branchendurchschnitt).

Performance

Wertentwicklung eines Investments

PPP – Public Private Partnership

Zusammenarbeit zwischen privatwirtschaftlichen

Unternehmen und der öffentlichen Hand.

Principles for Responsible Investment (PRI)

Int. Investoreninitiative mit Unterstützung der UN. Ziel

ist, ein nachhaltiges globales Finanzsystem zu schaffen.

Nachhaltigkeitsthemen sollen in Entscheidungsprozesse

integriert werden. Dafür wurden sechs Prinzipien definiert

(Einbeziehung von Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung

in die Investmentprozesse, Integration

der ESG-Themen in Unternehmen, Angemessene Transparenz,

Vorantreiben von Akzeptanz und Umsetzung der

Grundsätze, Kooperation der Mitglieder, Berichterstattung

über Aktivitäten und Fortschritte bei der Umsetzung der

Grundsätze).

Private Equity

Eigenkapital, das von externen Investoren für eine

Organisation bereitgestellt wird. Der Einstieg eines

Investors erfolgt nicht über einen öffentlichen

Marktplatz (z. B. Börse) sondern direkt.

Ratingsystem

Ein standardisiertes und (weitgehend) objektives

Bewertungsmodell.

Rendite

Ertrag, den ein angelegtes Kapital in einem definierten

Zeitraum bringt. Die Rendite wird in Prozent (%) je

Zeiteinheit (p.a.) des eingesetzten Kapitals angegeben.

Risiko

Darunter versteht man im Finanzwesen die Möglichkeit

der Gefahr des teilweisen oder gänzlichen Verlustes des

eingesetzten Kapitals. Eine Geldanlage ist nur dann risikoreich,

wenn sie dauerhaft zu einem Verlust führt.

SDGs

Sustainable Development Goals – siehe „Agenda 2030“

Shareholders for Change (SfC)

2017 gegründetes Netzwerk europäischer institutioneller

Investoren, die sich aktiv für eine ethische und nachhaltige

Finanzwirtschaft einsetzen.

Social Business Finanzierung

Finanzierung von Geschäftsideen, mit deren Hilfe

wichtige soziale Probleme gelöst werden sollen.

Social Entrepreneurship

Soziales Unternehmertum; Profitgedanken stehen

im Hintergrund – soziale Wirkung im Vordergrund.

Socially/Sustainable Responsible Investment (SRI)

Gesellschaftlich verantwortliche, nachhaltige Kapitalanlagen,

orientiert an verschiedenen Nachhaltigkeitskonzepten.

Stakeholderdialog

Regelmäßiger interner und externer Gedanken-/ Informationsaustausch

zwischen Mitarbeitern und Management

sowie Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern, etc.

Sustainable finance

Nachhaltige Finanzwirtschaft; neben dem wirtschaftlichen

Focus Verankerung von ökologischen und sozialen

Belangen in den Kernbereichen des Finanzwesens.

Unternehmensgesetzbuch (UGB)

Bundesgesetz über besondere zivilrechtliche

Vorschriften für Unternehmen.

Volatilität

Schwankungsintensität des Werts eines Investments

innerhalb eines definierten Zeitraums; je höher die

Volatilität, umso stärker schlägt der Kurs nach oben

und unten aus und desto riskanter ist das Investment.

Wesentlichkeit

Aus Stakeholdersicht relevante / wichtige Themen eines

Unternehmens.


fair-finance Vorsorgekasse AG

Alserstraße 21, 1080 Wien

Telefon: +43 1 405 71 71-0

Fax: +43 1 405 71 71-71

E-Mail: office@fair-finance.at

www.fair-finance.at

Servicetelefon: 0810 810 061

Mo-Do 8:00-16:30, Fr 8:00-15:00

Weitere Magazine dieses Users