Ausgabe_02_2021

c.karpe

Magazin der Stadtwerke Erfurt für Kunden und für alle Erfurtfans. Auf 68 Seiten lesen Sie Informatives zu den Leistungen der Stadtwerke, Erfurttypisches und Geschichten aus der Region um die Landeshauptstadt. Ein 24-seitiger Innenteil zeigt die schönsten BUGA-Momente der diesjährigen Gastgeberstadt Erfurt. Weitere Themen: 30 Jahre SWE - wie ein Stadtwerk eine Stadt verändert, neue Bahnen für die EVAG, Ausflug ins Schwarzatal, Trinktipps und vieles mehr.

Sommer 2021

Journal

Das Magazin für unsere Kunden

Edle Tropfen

Vinarium am Petersberg Seite 24

Süße Träume

Park Café in Molsdorf lockt ins Grüne Seite 26

Tramlink nimmt

Fahrt auf

Unsere neuen Bahnen sind unterwegs Seite 34

BUGA-Spezial

25 schöne Seiten

von Erfurt


Inhalt

Das Ende des Verfalls

Bauarbeiten

im Dreienbrunnenbad........................... 32

Nicht nur für Gipfelstürmer

Ausflug ins Schwarzatal.......................42

Sommerbühne

Erfurter Herbstlese geht

neue Wege...........................................44

Wie zu Opas Zeiten

Zu Besuch in

der Bäckerei Helbing............................50

Neues Portal für die Energie

Mehr Service für unsere Kunden.......... 52

Von Licht und Schatten

Britta Schatton: Textilkunst

auf der Krämerbrücke......................... 62

Ihre Stadtwerke im Netz:

www.stadtwerke-erfurt.de

Der Stadtwerke-Blog:

www.swefuererfurt.de

Paradiesbaum Erfurt –

mein Blatt – unser Baum

Seit September 2020 ziert ein Paradiesbaum den

Erfurter Petersberg. Die Skulptur, die als Symbol

für Hoffnung, Frieden und Leben steht, wurde

als Sinnbild des interkulturellen Dialogs von

den Künstlern Ruth Horam und Nihad Dabeet entworfen.

Bereits jetzt trägt der knapp 7 Meter hohe

Baum 65.000 kupferne Olivenblätter. Möchten Sie

mithelfen, den Baum weiter wachsen zu lassen? Für

20 Euro pro handgeschnittenem Blattpaar unterstützen

Sie das einzigartige Projekt. Ende September

wird Nihad Dabeet im Rahmen der ACHAVA-

Festspiele wieder in Erfurt sein und den Baum mit

weiteren Blättern der Hoffnung verzieren.

Die Blätter gibt es in allen Sparkassen-Filialen in

Erfurt, im Info-Point auf dem Petersberg, im

Restaurant „Glashütte“, in der Tourist Information

auf dem Benediktsplatz oder bei 360Grad Thüringen

Digital Entdecken auf dem Willy-Brandt-Platz.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter

www.paradiesbaum.org.

Unsere Facebook-Seite:

www.facebook.com/sweerfurt

Hier geht es zur

App SWE für Erfurt.

Impressum

HERAUSGEBER: SWE Stadtwerke Erfurt GmbH

REDAKTION: Henry Köhlert, Anke Roeder-Eckert

E-Mail: presse@stadtwerke-erfurt.de, Telefon: 0361 564-1128

BEIRAT: Udo Bauer, Ivo Dierbach, Annett Glase, Anne Griese,

Christine Karpe, Inka Kaufmann, Sabine Lehmann,

Barbara Mörstedt, Hanno Rupp, Anett Schmidt, Maxi Wähnert

REDAKTIONSSCHLUSS: 10.06.2021

GESTALTUNG: Stefan Waldert, Janet Waldert

TITELBILD: Jacob Schröter

FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

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Diese Augenblicke gibt

es nur auf der BUGA

„Blumen sind die

schönsten Worte der

Natur“ (Johann Wolfgang

von Goethe, Universalgenie).

„Wo Blumen blühen,

lächelt die Welt“ (Ralph

Waldo Emerson, Philosoph).

Recht haben sie, die beiden

Dichter und Denker.

Wer in Erfurt unterwegs

ist, wird auf Schritt und

Tritt den „schönsten Worten

der Natur“ begegnen,

hoffentlich mit einem

Lächeln. Seit Ende April

sorgt die BUGA 2021 dafür,

dass das Leben in der Landeshauptstadt

bunter und

fröhlicher geworden ist als

es sowieso schon war.

Egal, ob im egapark, auf

dem Petersberg oder in der

Stadt – überall verzaubern

unzählige Farben, Düfte

und Eindrücke die Sinne der

Menschen.

FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

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Rasant durch

Tulpen und Kräuter

– die drei Riesenrutschen

sind beliebt

bei allen

Altersgruppen.

Die bronzenen

Großplastiken des

Thüringer Künstlers

Volkmar Kühn beeindrucken

auf dem

Petersberg.

Blick auf einen

„Wasserfall“ aus

Blumen, arrangiert auf

dem Petersberg.

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

6 7


1 Blick durch

Zierkirschen in

den Japanischen

Garten im

egapark.

2 Lilienblütige

Tulpen verzaubern

mit ihrem Gelb Teile

der Wasserachse,

im Hintergrund der

Aussichtsturm.



3 Im Steingarten

im egapark sorgen

Küchenschellen für

optische Genüsse.

4 Im Danakil

wachsen auch

Echiverien aus

der Familie der

Dickblattgewäche.


5 Entspannen

hinter dem Danakil

– mit dem Duft der

Zierapfelblüte

und dem Spiel des

Wassers.



8 FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT 9


So isst die BUGA

Essen auf einer BUGA

in Thüringen, dem

Heimatland der Grillkultur,

ist mehr als nur

Bratwurst und Brätel!

Obwohl beides bei der

Bundesgartenschau in

Erfurt natürlich auch

nicht fehlen darf…

Servicemitarbeiterin Sandy Held und Koch Edgar Krinke sorgen in der

„GenussZentrale“ auf dem Petersberg dafür, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Restaurantleiter Kevin Vollrath von der Caponniere setzt mit

seinem Team auf Frische, Qualität und Regionalität.

Dem Himmel nah, eine wunderschöne Stadt zu

Füßen und was Leckeres in Griffweite. Dazu noch

eine unvergleichliche, ständig sich neu erfindende

Blütenpracht und eine faszinierende Historie zum Sattsehen

– was will man mehr?

Dass die BUGA in Erfurt mehr als eine Olympiade der Gärtner

in einer bezaubernden Stadt ist, merkt der Besucher spätestens,

wenn er Hunger hat. Und z. B. auf der Ost-Terrasse

Platz nimmt. „Stimmt schon, dieser Ausblick über die gesamte

Innenstadt in Verbindung mit Speis und Trank ist einzigartig

und hat es so noch nie gegeben“, sagt Gastronom Denis

Baumgart. Er ist neben Ronny Schmidt Chef der Peter Berg

GbR und hat gleich vier Locations auf dem Petersberg, mit

denen er die Gäste verwöhnt: „Auf der Ost-Terrasse servieren

wir eher leichte Dinge – Flammkuchen, Ofenkartoffeln,

verschiedenste BUGA-Salate.“

Nur wenige Meter weiter steht seit mehr als 200 Jahren

die Defensionskaserne und davor, BUGA sei Dank, gibt es

(gut beschirmt) 400 Plätze auf einer Terrasse aus massiven

Holzbohlen: „Hier servieren wir gegen den etwas größeren

Hunger Thüringer Küche. Auf die Regionalität bei Rezepten

und Produkten legen wir großen Wert“, sagt Baumgart.

Puffbohnensuppe mit Speck, Bunter BUGArtensalat, Mutzbraten,

Rinderroulade, Köstritzer Schwarzbiergulasch. „Und

natürlich auch Bratwurst, Rostbrätel und Schnitzel.“ Baumgart:

„Aber auch Veganer kommen z. B. mit den BUGA-Perlen

auf ihre Kosten. Die bestehen aus Puffbohnen, Erfurter

Blumenkohl und Brunnenkresse.“ Und sind echt lecker...

Susanne Richter ist (unter anderem) Teamleiterin Organisation

und hat in Sachen BUGA-Gastronomie den Hut auf.

„Die Bundesgartenschau schreibt mit ihrer Gastronomie Geschichte,

denn wir arbeiten ausschließlich mit lokalen Gastronomen

zusammen. Regionalität ist uns auch bei Speisen

und Getränken wichtig, so lernen die Besucher kennen, was

wir Thüringer zu bieten haben und wir tun dank der kurzen

Wege auch etwas für den Umweltschutz.“

Richter weiter: „Insgesamt haben wir acht Gastronomen

mit 17 Restaurants, Cafés und Imbissen verteilt an

den Standorten egapark und Petersberg.“ Und die Bratwurst?

„Wir haben die verschiedensten Sorten gekostet,

keine Wurst schmeckt wie die andere. Da gibt es regionale

Unterschiede, die wir alle unseren Gästen anbieten wollen“,

sagt Susanne Richter. Und so liefern zeitversetzt zehn Thüringer

Fleischereien ihre rustikale Delikatesse an die sieben

Grillstationen auf der BUGA…

Lauschige Plätze im Schatten großer Bäume und dazu z. B.

eine kühle Limo – im egapark kommen die Besucher ebenfalls

kulinarisch auf ihre Kosten. Regionale und saisonale Küche

gibt es in der „Caponniere“. Restaurantleiter Kevin Vollrath:

„Bei uns gibt es hausgemachtes Würzfleisch, und in

dieser Saison werden wir noch selbstgemachte Pasta anbieten.“

Wer will: Kartoffelpuffer, Zanderfilet, Wildblumensalat,

Tagliatelle oder Roulade gibt’s ebenfalls frisch serviert. Und

mehr als 10.000 Thüringer Rostbrätel sollen hier im Laufe

der BUGA verputzt werden.

Eher der süße Typ? Kein Problem: Mousse au Chocolat-Torte,

Erdbeertorte, Rhabarber-Streusel und viele andere

saisonale Kuchen können ebenfalls in der „Caponniere“

probiert werden. „Unsere Kuchen und Torten werden in der

hauseigenen Konditorei im Schloss Molsdorf gebacken und

kreiert“, so Vollrath.

Übrigens: Im Ateliergarten nebenan wird alles auf 100

Prozent kompostierbarem BIO-Einweggeschirr aus nachwachsenden

Rohstoffen serviert.

Urlaubsfeeling im „Genusshafen“ an der Wasserachse, Chillen

am „Lilienbalkon“, Essen zwischen Wüste und Regenwald

im Danakil oder traumhafte Ausblicke wie an der Ost-Terrasse

der Defensionskaserne auf dem Petersberg – die BUGA is(s)t

fantastisch!

TEXT: LARA MARIA KLEWIN

FOTOS: JACOB SCHRÖTER, STEVE BAUERSCHMIDT

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Von wegen scheu – die Hasen vom

Petersberg sind Profis, hoppeln

erst im letzten Augenblick davon.

Bis dahin warten sie ab,

was Mensch so macht…

UNSERE

Gartenschätze

sind SEIN

Schlaraffenland

Blick auf den Festungsgraben mit den Erfurter Gartenschätzen. Er sieht nicht nur schön aus und riecht herrlich – einige

Gemüsesorten und Kräuter, die hier gedeihen, schmecken auch lecker (siehe Kohlrabi „Gigant“, kleines Foto).

Wie gut, dass die Hasen vom Petersberg keine

Menschen sind. Denn die Fressattacke

von Lepus europaeus (lateinischer Name) auf

rund 150 Kohlrabis der Sorte „Gigant“ kann

im Juristendeutsch durchaus als „Diebstahl in einem besonders

schweren Fall zur Sicherung der Lebensgrundlage“ gewertet

werden. Heißt: bis zu fünf Jahre Knast…

Der Kohlrabi-Beutezug der Feldhasen auf der BUGA sorgte

bundesweit für Schlagzeilen. Anfang Mai, wenige Tage

nach der Eröffnung der Bundesgartenschau in Erfurt, stellten

Gärtner fest, dass von den allermeisten, äußerst zarten Minikohlrabis

nur noch Stängel übrig waren. Wenn überhaupt.

„Die Hasen hatten sie sich gegönnt“, sagt Maximilian Daus,

Projektleiter der Erfurter Gartenschätze.

Hier, im einstigen Festungsgraben auf dem Petersberg, will

Ausstellungschefin Beate Walther mit ihrem Team den Unterschied

zwischen historischen und modernen Gemüse- und

Kräutersorten zeigen. „Die Hasen haben die verschiedenen

Sorten Kohlrabi zum Fressen gerne“, sagt Walther. Vor allem

die Sorte „Gigant“ hat’s den Langohren angetan: „Dieser

Kohlrabi wächst sehr langsam und ist am Anfang besonders

zart und knackig.“

Der Feldhase ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv

und so kommen die Tiere den Besuchern nur selten vor

Augen. „Die Tiere, die auf dem Petersberg leben, waren

schon lange vor der BUGA hier“, sagt Daus, „die haben ihr

Revier überall, auch im Willkommensbereich unterhalb der

Glashütte.“ Wie die Hasen durch den Zaun schlüpfen, der das

BUGA-Areal eingrenzt, bleibt ihr Geheimnis…

Im unteren Teil des Festungsgrabens werden zur BUGA

Züchtungen und gärtnerische Erfolge aus der langen Tradition

des Gartenbaus in Erfurt gezeigt. Neben den bekannten

Blumenbeeten einer Gartenschau gibt es ausgewählte

Färber- und Faserpflanzen, Kräuter-, Heil- und Duftpflanzen

zu sehen (und zu riechen). Im Ausstellungsbeitrag „Erfurter

Gartenschätze“ sind Erfurter Gemüsesorten gepflanzt.

Hier grünt und blüht eine Auswahl bekannter Erfurter Sorten,

z. B. der Blumenkohl „Erfurter Zwerg“, die Buschbohne „Ruhm

von Erfurt“, der Kopfsalat „Brauner Trotzkopf“, die Puffbohne

„Beste Erfurter Volltragende“ oder der Weißkohl „Juniriese“.

Ein Schlaraffenland für jeden Hasen! Vor allem, wenn ihn

der Mensch (wie auf der BUGA) in Ruhe lässt und ihm nicht

mit Schießgewehr oder Greifvögeln nachstellt – auch wenn’s

so manche Nutzpflanze kostet. Daus: „Wir schützen die Kohlrabis

mit Hornspänen, das scheint zu helfen.“ Die Späne riechen

kräftig, ist nix für empfindliche Hasen-Nasen.

Kleine Hasenkunde: Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bis zu

68 Zentimeter, die Länge der Hinterfüße bis zu 18 Zentimeter,

die Ohren können bis zu 14 Zentimeter lang werden.

Ausgewachsene Tiere bringen bis zu 5 Kilo auf die Waage.

Hasen ruhen am Tag in flachen Mulden, bei Gefahr „drücken“

sie sich bewegungslos an den Boden und ergreifen erst im

letzten Moment die Flucht.

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Herr der

blühenden

Gärten

1 Der idyllische Wassergarten ist an heißen Sommertagen

ein entspannter Ort.

2 Der Steingarten ist Vorbild für viele Gartenfans,

die sich ein solches Areal anlegen wollen.

3 Auch an schattigen Plätzen gedeihen prächtige

Stauden. Die Kombination von Gräsern und Blattschmuckstauden

bezeichnete Foerster als Harfe

und Pauke.

4 Waschbetonkübel und Mobiliar aus den

1970er-Jahren.

5 Karl Foersters Büste blickt in „seinen“

Themengarten.

Karl Foersters Erbe

wird im egapark gehütet

6 Rittersporn gehörte zu seinen großen

Zuchterfolgen.


Pflanzen zum Wachsen und Blühen zu verhelfen,

neue Sorten entstehen zu lassen, die Natur

ein wenig nach dem eigenen Maß zu formen

– das muss eine erfüllende Beschäftigung

sein. Wie sonst lässt es sich erklären, dass ein unermüdlicher

Züchter und Gärtner wie Karl Foerster das biblische

Alter von 96 Jahren erreichte? Etwa 370 Züchtungen,

allen voran Rittersporn und Phlox, sind ihm im

Laufe seiner Tätigkeit gelungen, von denen etwa ein

Drittel noch heute im Handel erhältlich ist. Gartengestaltung

hatte bei Foerster einen gewissen Pragmatismus:

Es sollten „Gärten für intelligente Faule“ entstehen,

wie Karl Foerster es selbst nannte. Ziel der Züchtung war

deshalb – neben der Schönheit der Blüten – den Pflegeaufwand

so gering wie möglich zu halten. Die Stabilität

und das Größenwachstum der Pflanzen wurde verbessert,

die Anfälligkeit für Krankheiten und die Dürre- und

Frostempfindlichkeit verringert.

Karl Foersters Erbe in Reinkultur findet der interessierte

Gartenfreund nahe dem Ausgang Gothaer Platz

im Staudengarten, der seit 1965 die Schönheit der Stauden

präsentiert. Deren Vielseitigkeit verleiht dem Areal

ein besonderes Flair. Der Schaugarten ist in weiten Teilen

in seinem Ursprungszustand erhalten geblieben. Er

gliedert sich in 19 ansteigende Terrassen am Nordhang,

z. B. Heidegarten, Steingarten, Farngarten, Wassergarten

und mehrere mit unterschiedlichen Stauden. Bis zur

BUGA wurde der Bereich mit Unterstützung vieler Partner

saniert und überarbeitet. Die denkmalgeschützten

Pergolen und die typischen Waschbetonmauern

erstrahlen in neuem Glanz und verleihen dem Garten

das typische Flair der 1970er-Jahre. Die unteren Terrassen

sind vom Geist der Foersterschen Gartengestaltung

geprägt. Angelegt wurde der Karl-Foerster-Garten

von seinen Schülern Walter Funcke und Hermann




Göritz, die zum engen Bornimer Kreis um den Staudenpapst

gehörten.

Runde Wasserbecken im Wassergarten nehmen die

Formen der Pflanzgefäße vom Festplatz auf, es sind

baugleiche Klöpperböden, in denen vor Halle 1 Sommerblumen

blühen. Im Sinne von Karl Foerster sind

Stauden in den Beeten kombiniert. Der zentrale Bereich

bleibt in seinen historischen Strukturen erhalten.

Die umfangreichen Staudenschauflächen sollen ausschließlich

die Foerster-Themen „Staudenzüchtung“

sowie „Pflanzenverwendung“ und „Gartenpoesie“ anschaulich

präsentieren.

Der mit Bäumen bestandene Böschungsbereich

zwischen den Schauflächen und der alten Gothaer

Straße ist den Themen moderner, großzügiger Staudenverwendung

gewidmet.

Im oberen Bereich lädt ein neuer Pavillon dazu ein,

das Lebenswerk des Staudenpapstes zu entdecken. In

Richtung Japanischer Garten schließen Beete mit modernen

Pflanzungen den Karl-Foerster-Garten ab. Auf

denen sind Phlox und Rittersporn zu Hause, so wie es

Karl Foerster auch auf seinen Beeten plante.

„Ein Garten ohne Rittersporn ist ein Irrtum“, wird

der Altmeister häufig zitiert. Karl Foersters Zitate aus

einem seiner 29 Bücher sind beinahe genauso beliebt

wie seine Züchtungen. Der Staudenpapst blickte am

Ende seines erfüllten Lebens nicht nur auf ein enormes

gärtnerisches Schaffen zurück, sondern auch auf einen

reichen literarischen Fundus von Aphorismen und Gedichten.

Im Karl-Foerster-Garten des egaparks ist beides

zu finden, für Staudenliebhaber und Fans des Gartenpoeten.

TEXT: CHRISTINE KARPE

FOTOS: JENS HAENTZSCHEL

Videovorstellung des Karl-Foerster-

Gartens – einfach den QR-Code scannen.

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Zwei fröhliche

Gesichter

der BUGA

Lara Maria Klewin und Frieda

Schmidt zeigen die schönsten

Seiten der BUGA (v. l.)

Das hat’s noch nie gegeben, die BUGA als TV-Format.

Und SIE können dabei sein, jeden Tag, 24

Stunden lang – bis die Bundesgartenschau am

10. Oktober ihre Tore wieder schließt.

„BUGA Live heißt der Kanal und er ist auf YouTube zu finden“,

sagt Lara Maria Klewin (27), eine der Reporterinnen,

die täglich über vieles berichten, was auf den beiden Ausstellungsflächen

egapark und Petersberg zu erleben und zu

bestaunen ist. „Unser Programm ist wie die BUGA kunterbunt

und lebensfroh, wir wollen den Zuschauern einen Vorgeschmack

auf das bieten, was sie auf den beiden Ausstellungsflächen

zu sehen bekommen. Und natürlich werden wir

auch über unser wunderschönes Erfurt berichten, damit die

Touristen staunen, was wir neben der Bundesgartenschau

noch so alles zu bieten haben…“

Frieda Schmidt (23) ist täglich als Reporterin auf dem Gelände

unterwegs: „Es wäre fantastisch, wenn wir mit unseren

Videos alle Altersklassen und so viele Interessengruppen

wie möglich ansprechen und begeistern können.“ Dabei

legen die Macher gar nicht so viel Wert auf Perfektion, sondern

vielmehr auf Authentizität: „Uns ist wichtig, ehrlich zu

beschreiben, was wir sehen und erleben. Das geht manchmal

mit einem Selfie besser als mit einem

großen Kamerateam.“ Sonnenauf- und

Sonnenuntergänge auf dem Gelände

zeigen einmalige Eindrücke; Augenblicke

der Stille und die Bewunderung für

die Natur gehören zum Repertoire.

Die Themen sind so vielfältig wie die

BUGA selber: „Wir berichten über die

verschiedenen Wettbewerbe von Gärt-

nereien und Garten- und Landschaftsbauern; wir zeigen, wie

sich die beiden Ausstellungsflächen im Laufe der Jahreszeiten

verändern. Wir berichten über die verschiedensten Pflanzen,

befragen Gärtner, geben Tipps“, sagt Frieda Schmidt.

„Doch nicht nur das“, sagt Lara Maria Klewin. „Alles, was interessant

ist und auf der BUGA geschieht, wird dokumentiert.

Aber auch Putziges wie eine Live-Reportage über die Hasen,

die den gesamten Kohlrabi gefressen

haben.“ Drohnen fliegen

regelmäßig über egapark und

Petersberg, dokumentieren die

Veränderungen. Berichte über

Künstler auf der BUGA, über die

Peterskirche mit ihrer einzigartigen

Ausstellung, über die verschiedenen

farbenfrohen Hallenschauen:

„Wir lassen nichts aus, der Zuschauer braucht sich

bloß das auswählen, was ihn interessiert.“

„Wir berichten über Essen und Trinken auf der BUGA, testen,

was es alles gibt, berichten über die Gastwirte und deren

Spezialitäten. Wir stellen die 25 Außenstandorte vor, sind

vor Ort mit Drohnen unterwegs oder schildern unsere Eindrücke.

So kann jeder selber entscheiden, ob der Besuch etwas

für ihn ist oder eher nicht“, sagt Frieda Schmidt.

Lara Maria Klewin ergänzt: „Pressekonferenzen vor Ort

können von jedem, der es möchte, mitverfolgt werden. Wir

geben immer wieder Tipps für Besucher, also zum Beispiel,

wie sie am besten von A nach B kommen oder wie sie ihren

BUGA-Besuch am besten gestalten können.“

Schalten Sie ein, folgen Sie der BUGA auf BUGA Live – es

lohnt sich.

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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PETERSKIRCHE

Die Verlockung des

Gartenparadieses

Die Ausstellung zeigt Gartenparadiese aus dem Schatz der Thüringer Stiftung

Schlösser und Gärten.

Wer durch die mächtige, aber schlichte Holztür in die Peterskirche tritt,

wird von gedämpfter Helligkeit empfangen und von Stille umhüllt. Fühlt

es sich so an, das Paradies – beruhigend und geheimnisvoll? Paradiesgärten

oder ein Gartenparadies verspricht die Ausstellung der Thüringer

Stiftung Schlösser und Gärten im Inneren des romanischen Sandsteinbaus. Nach mehrjährigem

Umbau erstrahlt die Kirche des ehemaligen Klosters St. Peter und Paul nun zur

Bundesgartenschau in einem ganz besonderen Licht. Neben den bedeutendsten Wandmalereien

in Thüringen beinhaltet der 900 Jahre alte Bau eine grandiose Ausstellung:

„Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten

hat“, beschreibt ein persisches Sprichwort. Die Peterskirche ist kein Prunkbau und dennoch

der beste Ort für die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“. Kuratorin Dr.

Rita Hombach und die Ausstellungsgestalter vom Atelier Hähnel-Bökens haben das Gartenparadies

zwischen den dicken Sandsteinwänden und den mächtigen Holzkonstruktionen

aufblühen lassen. Die Architektur der Peterskirche umschließt wie eine Einfriedung

die in der Ausstellung gezeigten Gärten, ist zugleich ein Hauptexponat. Vom Eingang

aus fällt der Blick durch scherenschnittartig gestaltete Metallelemente auf eine biblische

Szene, halb verhüllt von einem virtuellen Wasserfall. Auf das

deckenhohe Gemälde zu führt die Illusion eines Wasserlaufes

aus dunklem Stein.

Wer diese Szene umrundet, trifft auf eine Wasserfläche –

oder doch nur eine Illusion? Daneben zu lesen das Credo der

Ausstellung: „Alles Leben begann in einem Garten. Alle Kultur

begann in einem Garten. Gärten erzählen die Geschichte, wie

der Mensch sich in der Welt einrichtete. Wie er sich die Welt

vorstellte und wie er mit ihr umging.“ Eine Chill-out-Area lädt

zum Verweilen ein, an Audiostationen lauscht man Gartengeschichte

und biblischen Geschichten.

Wenige Schritte entfernt: die virtuelle Gartenwelt zum Selbstgestalten. Je mehr sich der

Besucher auf der Fläche und vor der virtuellen Wand bewegt, umso schneller wachsen

Bäume, verwandelt sich Gras in ein Blumenfeld und schweben Schmetterlinge zwischen

den Bäumen. Die Leichtigkeit und beschwingte Fröhlichkeit dieses Erlebnisses nimmt man

gern mit zum Spazieren entlang der Seitennischen. In jeder ist ein Garten verborgen, 11

an der Zahl. Die ausgewählten Beispiele repräsentieren die Gartenkunst in Thüringen von

der Renaissance wie im Schlossgarten Wilhelmsburg in Schmalkalden über barocke Gestaltungen

der Orangerie von Schloss Friedenstein oder im Schlosspark Molsdorf. Dort

lässt sich auch der Übergang zu Landschaftsgärten und -parks ablesen. Anlagen wie

der Herzogliche Park Gotha, der Fürstliche Greizer Park und der Schlosspark Altenstein

in Bad Liebenstein repräsentieren diese Epoche. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts

wuchs das Interesse an Gartenkunst und Botanik auch bei den Bürgern, wie der Garten

am Kirms-Krackow-Haus in Weimar veranschaulicht. Die scherenschnittartigen Gestaltungen,

den Bildern der Parkanlagen in den Nischen vorangestellt, schaffen einen wunderbaren

3D-Effekt, der Betrachter fühlt sich in den Park hineinversetzt. Originalexponate

aus den Anlagen wie die Skulptur des Fisches aus dem Schlosspark Wilhelmsburg verstärken

diesen Eindruck. Die paradiesische Reise durch mehrere Jahrhunderte Gartenkultur

unter einem virtuellen Sternenhimmel endet mit der Frage, wie man einen Garten sieht

oder auch betritt. Ein Ausspruch von Bernhard von Clairvaux mag da helfen: „Den Garten

des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.“

Alles Leben begann in einem Garten – in der Peterskirche gibt es

vieles zu entdecken, zu sehen und zu hören.

Mehr Informationen zur Ausstellung in der Peterskirche und ein virtueller Rundgang:

www.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

TEXT: CHRISTINE KARPE FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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„Ich bin nicht nur in einer

Gärtnerei, sondern

auch in einer Idylle aufgewachsen

und alles war

sehr naturverbunden“,

erzählt Pascal Klenart.

Der Staudenmeister

vom Erfurter Norden

Von Krokussen bis zur prächtigen Pfingstrose:

Bei der Gärtnerei Klenart-Stauden ist für jeden

Garten ein Kraut gewachsen.

Ganz schön goldig! Die Erfurter Gärtnerei wurde

auf zahlreichen Gartenschauen ausgezeichnet.

„Bei uns ist für jeden Garten ein Kraut gewachsen“,

sagt Pascal Klenart (31) und grinst.

Das kann der Mann mit dem wettergegerbten

Gesicht durchaus zu Recht behaupten: In

seiner Gärtnerei erblicken jedes Jahr mehr als

100.000 Pflanzen das Licht der Welt! Wenn jemand

einen grünen Daumen hat, dann gehört

der Mann aus dem Erfurter Norden dazu.

In dem kunterbunten Blumenparadies an

der Stotternheimer Straße dreht sich alles

um Stauden, also Pflanzen, die mehrere Jahre

überdauern und jedes Jahr erneut erblühen.

„Schon mit 11 wusste

ich, dass ich die Gärtnerei

meines Vaters übernehmen

will“, sagt Klenart.

„Mein Vater hat den

Laden 1981 in Bischleben

gegründet und ist

später in den Norden

gezogen. Hier haben wir

die Gärtnerei von einem

Gemischtwarenbetrieb

auf einen reinen Staudenbetrieb

umstrukturiert.“

Mehr als 1.500 verschiedene Stauden wachsen

auf 4.000 Quadratmetern. „Während meiner

Ausbildung konnte ich bei renommierten

Staudengärtnern neue Eindrücke und Erfahrungen

sammeln und habe versucht, diese

nach und nach bei uns umzusetzen. Wir

haben das Sortiment erweitert, die Organisation

der Gärtnerei umstrukturiert und seit

2013 können die Kunden auf unseren Anbauflächen

einkaufen. So bekommen sie bei uns

einen ganz anderen Einblick als beispielsweise

im Gartenmarkt“, sagt Klenart.

Von der pflegeleichten und immergrünen

Wolfsmilch mit ihren langen, spitz zulaufenden

Blättern in kräftigem Grün und dunklem

Rot über betörend duftende weiße Federnelken

mit kleinen, zarten Blüten bis hin zu exotisch

wirkenden, knallig bunten Fackellilien

Bei uns ist für

jeden Garten ein

Kraut gewachsen.

Pascal Klenert

Gärtnermeister

hat die Staudengärtnerei so einiges zu bieten.

Von sonnengelben Primeln und edlen

Lenzrosen im Frühjahr bis hin zu zart duftendem

Lavendel im Sommer gibt es das ganze

Jahr über viel zu tun. Die bunten Stauden

ziehen Klenart und sein neunköpfiges Team

selbst. Von der ersten Aussaat bis zur Pflanze

im Verkauf dauert es im Schnitt bis zu 7

Jahre. „Eine Iris kann sich bis zu ihrer Blüte 5

Jahre Zeit lassen“, sagt er mit einem Lächeln,

während er ein braunes Blatt von einer kleinen

Jungpflanze zupft.

Einer neuen Herausforderung

stellt sich der

Gärtnermeister dieses Jahr

durch das Mitwirken an der

Bundesgartenschau. Die

Gärtnerei hat u. a. 10.000

Pflanzen für den Iris- und

Liliengarten des egaparks

beigesteuert. Und: Pascal

Klenart ist der Betreiber

des Gärtnermarktes der

BUGA im egapark.

„Schon 2010, als es hieß,

dass die BUGA nach Erfurt kommt, war mir

klar: Das bringt unserer Stadt etwas. Die optischen

Veränderungen sind der Hammer“,

sagt Klenart. „Wir wollen unsere Pflanzen in

den Hallenschauen präsentieren und natürlich

auch Medaillen gewinnen. Auf der letzten

Gartenschau in Heilbronn haben wir 17

Medaillen und einen Ehrenpreis für unseren

Freiland-Hibiskus abgeräumt.“

Doch nicht nur Stauden haben es ihm angetan:

„Wir haben uns seit zwei Jahren mit

dem Thema Insekten auseinandergesetzt und

wollen jetzt mit unseren selbstgebauten Insektenhotels

überzeugen.“ Denn mit der Natur

im Einklang zu sein, ist für ihn besonders

wichtig: „Ich habe mich gefragt, warum so

viele falsch gebaute Insektenhotels verkauft

werden. Das bringt ja nix, am Ende sind sie

nur Deko...“

TEXT: EMELY LEA STEHR FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Hier werden die Äpfel

noch handgepflückt

Ralf Großstück

verkauft knapp

ein Drittel seiner

angebauten

Früchte in seinem

Laden in Marbach.

Kleiner Tipp

des Fachmanns:

„Kirschen, aber

auch Äpfel sollten

kühl gelagert

werden. Für Äpfel

sind 0,5 bis

4 °C optimal.“

Besuch beim Marbacher Obstgarten

Wenn Sie diesen Mann besuchen, betreten Sie eine Apotheke der

Natur. Ralf Großstück (57) ist Inhaber des Marbacher Obstgartens

und bei ihm gibt es alle regionalen Obstsorten, die die Saison zu

bieten hat: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Mirabellen. Alles

Vitaminbomben, sie versorgen den Körper mit lebenswichtigen

Mineralstoffen – und ihr Genuss beugt vielen Krankheiten vor.

Ralf Großstück ist Obstgärtner. Auf 25 Hektar Fläche bauen er

und seine drei festangestellten Mitarbeiter verschiedene Früchte

an. „Auf rund 7 Hektar stehen Apfelbäume, wir haben 45 verschiedene

Sorten. Darunter auch alte Sorten wie „Carola“, ein Apfel,

der saftig ist und süß-säuerlich schmeckt.“ 1963 wurde der

heutige Obstgarten gegründet: „Ich bin seit 1995 dabei, damals

noch im Nebenerwerb. Zu der Zeit war ich Lehrausbilder in einer

Jugendeinrichtung, habe Gärtner ausgebildet. Irgendwann

musste ich mich entscheiden: Obstgarten oder Ausbilder. 2005

habe ich mich für den Obstgarten entschieden“, sagt Großstück.

„Ich bin sehr gern an der frischen Luft und freue mich, wenn alles

funktioniert, wenn die Blütezeit kommt, ich die Zeit finde, im

Laden zu helfen und mich dort mit den Menschen zu unterhalten.“

An seiner Seite ist Dorothea Urbach. Wie auch ihr Lebensgefährte

lächelt sie, wenn sie vom Leben auf dem Hof erzählt:

„Besonders die Blütezeit ist wunderschön. Es ist alles weiß, ein

bisschen wie Urlaub.“

Urlaub gibt es bei so viel Arbeit nur selten. In der Erntezeit werden

die beiden von bis zu zehn Helfern unterstützt. Doch das

ist nicht jedes Jahr so. „Manches Jahr stand ich auch schon mit

30.000 Bäumen alleine da. Aber dafür brauche ich kein Fitnessstudio

– bei uns gibt es Fitness von früh bis spät.“

Denn hier wird noch alles per Hand pflückt. „Ich habe eine andere

Größenstruktur als vergleichbare Obstgärten. Bei uns würden

sich große Rüttelmaschinen nicht lohnen. Außerdem möchte

ich, solange es geht, die traditionellen Anbau- und Erntemethoden

beibehalten.“

Übrigens: Obst als natürliche (und leckere) Arznei funktioniert

nur, wenn beim Anbau auf die Natur Rücksicht genommen wird.

Ralf Großstück: „Die Natur ist ganz wichtig, sie ist ja auch überall.“

Und so nimmt er nicht nur von der Natur, er kümmert sich

auch um sie: „Für Vögel haben wir Sitzbrücken und Brutkästen.

Für Bienen haben wir Blühstreifen angelegt.“ Und damit seine

Plantage mit der Natur im Einklang bleibt, hält er auch das Düngen

so natürlich wie möglich. „Wir versuchen mit wenigen, aber

gezielten Maßnahmen zu arbeiten, die niemals kontraproduktiv

für die Umwelt sind.“

TEXT: EMELY LEA STEHR FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Ihre Weinberge sind in ganz Thüringen verstreut, in der

Nähe der Leuchtenburg, in Bad Sulza oder am Bünauer

Berg in Kaatschen. Auf dem Erfurter Petersberg sind sie

alle vereint: 12 Thüringer Winzer präsentieren eine Auswahl

ihrer Weine in der alten Geschützkaponniere am Petersberg

– auf dem Gelände der BUGA. Unter dem Dach des ehrwürdigen

Gemäuers hat Stefan A. Beck ein Vinarium eingerichtet,

das seinesgleichen sucht.

Stefan A. Beck präsentiert

im Vinarium am Petersberg

die Thüringer Winzer.

Die Welt der Weinkulinarik birgt viele Geheimnisse.

Edle Tropfen

am Petersberg

BUGA-Besucher

können im Vinarium

in die Welt der Weine eintauchen

Susanne Schubert, Anerkannte Beraterin für Deutschen Wein, reicht

zwischen den Weinproben Erfurter Trinkwasser aus dem Zapfhahn.

Sie wollen mehr über Thüringer

Weine wissen? Wir haben ein

interessantes Video für Sie.

Scannen Sie den QR-Code.

Das Ambiente ist edel, Böden und Decke sind mit Holz verkleidet,

große Oberlichter tauchen das großzügig gestaltete

Obergeschoss in ein warmes Licht. Das historische Gebäude,

das aus den 1820er-Jahren stammt und unter den Preußen

der Verteidigung des Festungsgrabens diente, wurde komplett

entkernt. 24 großzügig angeordnete Sitzplätze an kleinen

runden Tischen lassen Luft zum Atmen, zur Besinnung

auf die edlen Tropfen.

Der 6 Meter lange Tresen ist für Weinproben geradezu prädestiniert.

Wo andere Bier vom Fass zapfen, wird im Vinarium

gutes Erfurter Trinkwasser ausgeschenkt – perfekt zum Neutralisieren

zwischen den einzelnen Weinen. „Für uns ist das die

optimale Kombination. Und ein Zapfhahn für Trinkwasser, das

ist schon was Besonderes“, sagt Stefan A. Beck, dessen Ziel es

ist, den Petersberg zu beleben.

„Wir fangen mit der BUGA an, bleiben aber auf Dauer, bieten

Außenbewirtung, Weinproben und Weinseminare. Die Erfurter

können einfach vorbeispazieren und wenn sie mögen,

ein Glas Wein trinken“, sagt Stefan A. Beck, der in unmittelbarer

Nachbarschaft die Destille betreibt und Chef der Erfurter

Weinmanufaktur ist. Das Vinarium wendet sich auch an Tagesgäste,

Besucher, die mit dem Bus kommen und denen die

Zeit fehlt, die einzelnen Thüringer Weingüter zu besuchen.

Bis zu 80 Personen finden im Vinarium Platz. „Wir arbeiten

eng mit dem Deutschen Weininstitut zusammen, sind quasi

das neue Weinzentrum des Ostens, denn hier finden Fachseminare

für Profis statt, hier kann man sich zum Anerkannten

Weinberater Deutscher Weine ausbilden lassen“, sagt Stefan

A. Beck stolz.

An vielen Wochenenden sind die Winzer selbst vor Ort,

schenken aus und wecken Interesse für besondere Tropfen.

Während der BUGA steht jedes Wochenende ein anderes

Thüringer Weingut im Mittelpunkt.

Im Erfurter Vinarium kann man nicht nur in verschiedensten

weißen oder roten Köstlichkeiten schwelgen, klassische

Guts- und Premiumweine probieren, sondern auch tief in die

Weinkulinarik eintauchen. Hier erfahren Besucher vieles über

das Geheimnis der Aromen, über die Bedeutung der Böden

für den Charakter der Weine und den Weingenuss an sich, der

sich nicht nur auf der Zunge, sondern ganz wesentlich auch

in der Nase abspielt.

In der Aroma-Arena können Besucher eigenständig auf

Entdeckungsreise gehen. Das Sehen, Riechen und Schmecken

steht hier im Vordergrund. Hier werden nicht nur die

verschiedenen Böden Thüringer Weinberge präsentiert, aus

denen sich der Wein die gesamte Mineralik abholt. Hier können

Besucher sehen, wie sich Weine der gleichen Rebsorte

im Laufe der Jahre wandeln. Je nach Sonneneinstrahlung und

Keltervorgang variieren die Weintiefen, die Farben von Weiß-,

Rosé- oder Rotweinen.

Welche Aromen stehen für Kerner, Scheurebe oder Sauvignon?

Wie verändern sich Geruch und Geschmack von Wein,

wenn man ihn mit kleinen Holzstäbchen aus Kastanie oder

Akazie versetzt und ihn vier Wochen gut verschlossen ziehen

lässt? Was ist gemeint, wenn ein Rotwein sehr tannin- oder

gerbstoffreich ist? Welche Schokolade harmoniert mit welchem

Wein? Welchen Käse reicht man zu welchem Tropfen? All das können

Besucher in der Aromawelt mit allen Sinnen erforschen.

Die Krönung des Ganzen ist der Schwarzglastest – der oft Welten

zusammenbrechen lässt. Denn hier werden Weiß-, Rot- und

Roséweine in gleicher Temperatur quasi blind präsentiert. „In den

schwarzen Gläsern kann man die Farbe nicht erkennen. Wenn man

die Weine nicht sieht, hat man oft ein Problem, weißen von rotem

Wein zu unterscheiden“, erklärt Stefan A. Beck.

Freunde der Weinkultur können im musealen Bereich alte Werkzeuge

des Weinanbaus bestaunen. Alte Butten aus Holz, in denen

die Trauben auf dem Rücken transportiert wurden, kleine eiserne

Weinbergböller, mit denen die Vögel vertrieben wurden, historische

Korkmaschinen oder Weingefäße – im Halbjahresrhythmus

stellt das Weinmuseum der Neuenburg in Freyburg immer wieder

neue interessante Exponate zur Verfügung.

Mehr zum Thüringer Vinarium gibt es im Blog unter

www.swefuererfurt.de. Einfach den QR-Code

scannen.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

Über 60 Weinreben wurden vor und

im Vinarium gepflanzt, um den Gästen

auch „Reb-Praxis“ bieten zu können

– ganz in alter Weinbautradition.

Im 11. Jahrhundert wurden hier die

ersten Reben gesetzt.

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Vive la Joie

Es lebe die Freude – Park Café im Schloss Molsdorf

lockt mit süßen Köstlichkeiten

Ute Strucksbergs Spezialität sind kleine raffinierte Törtchen.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

Historie und Moderne perfekt kombiniert: Blick auf einen von zwei historischen Gartensalons und die Südfassade.

Schloss Molsdorf ist um eine Attraktion reicher, und zwar

um eine kulinarische. Im historischen Ambiente des barocken

Lustschlosses des Grafen Gustav Adolf von Gotter

ist ein wunderbares kleines Park Café entstanden. Betrieben

wird es von der Lebenshilfe Erfurt Service gGmbH.

Prächtig sind die Räumlichkeiten, die auf den Park hinausführen.

45 Gäste können hier sitzen und die Aussicht

genießen. Im Außenbereich sind 60 Plätze vorgesehen.

Behutsam sind die alten Mauern unter Regie des

Büros SÜDSEITE-Architektur saniert worden, alles in enger

Abstimmung mit der Stiftung Thüringer Schlösser

und Gärten.

Die beiden Gartensalons strahlen in ihrer alten Pracht.

Besonders eindrucksvoll sind die Leinwandgemälde an

den Wänden, die sich sehr gut mit dem schlicht gehaltenen

weißen Interieur ergänzen. Sie gehören nicht zur

barocken Ausstattung von Schloss Molsdorf, sondern

wurden zum Abschluss der Schlosssanierung in den

1960er-Jahren aus zwei reußischen Schlössern im thüringischen

Vogtland nach Molsdorf gebracht. Die Gemälde

stammen aus dem 18. Jahrhundert und zeigen

Landschaften mit Architektur – teils Ruinen, teils intakte

Gebäude und Staffagefiguren.

Die perfekte Kulisse, um sich im Park Café süßen Träumen

hinzugeben. Hier gibt es nicht nur die klassischen

Thüringer Blechkuchen, sondern auch raffinierte Torten

und Törtchen mit exquisiten Füllungen. Alle aus eigener

Herstellung, denn das Park Café hat seine eigene Konditorei.

Hier hat Ute Strucksberg ihr kleines, gut gehütetes

Reich. Gemeinsam mit drei Mitarbeitern, darunter zwei

Menschen mit Behinderung, kreiert die Konditorin aus

Leidenschaft wunderbares Backwerk: angefangen von

Erdbeerträumen über Variationen von Pfirsich-Maracuja

mit Molsdorfer Schlossblüten bis hin zu einer Kombination

aus Pistazie und dunklem Nougat. No-Bake-Torten

– ungebackene Köstlichkeiten – gehören ebenso zu ihrem

Repertoire wie vegane Kuchen – immer saisonal und

aus regionalen Zutaten.

Sogar den alten Grafen von Gotter erweckt

die Konditorin wieder zum Leben. Zu Ehren

des kultivierten Lebemanns hat

sie besondere Schlosstörtchen

kreiert – in vier himmlischen

Varianten.

„Hier haben wir

uns vom Grafen

selbst inspirieren

lassen, von

dem es heißt, dass

er zu Festlichkeiten

eine Schmuckschatulle herumgehen ließ, aus der sich

Gäste bedienen konnten“, erzählt Ute Strucksberg. Ob

dem nun so war, oder ob es nur eine Legende ist – egal,

die Törtchen jedenfalls wirken betörend.

Viele Rezepte hat die 54-Jährige aus Österreich, Belgien,

der Schweiz oder der Türkei mitgebracht, Ländern,

in denen sie ihre Konditorkünste vervollkommnete.

Von Molsdorf aus versorgt sie auch die Kindergärten,

die Gästehäuser und das Restaurant der Lebenshilfe Erfurt

Service gGmbH mit Kuchen. Perspektivisch soll es

sogar ein Torten-Taxi geben. Dann können die Erfurter

ihre Lieblingstorten bestellen und nach Hause liefern lassen,

verrät sie.

Doch das ist noch nicht alles. Schon jetzt werden im

Park Café regionale Produkte angeboten, z. B. Spirituosen

und Weine. Weitere sollen dazukommen, Marmeladen,

Pasta oder Aufstriche, um das Schloss Molsdorf

noch enger mit den Erfurtern zu verknüpfen. Im Likör-Offizin,

einem kleinen Schauraum mit Charme, sollen

in Kooperation mit der Destille Erfurt erlesene Liköre

entstehen. Feine Schokoladen sollen hier hergestellt

werden, auch den Kaffee will man selbst rösten. Denkbar

sind kleine Workshops.

Weitere Informationen und die aktuellen Öffnungszeiten

finden Sie im Internet unter www.parkcafemolsdorf.de.

Mehr zur Geschichte des Schlosses

gibt es im Blog der Stadtwerke

Erfurt. Einfach den QR-

Code scannen.

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Hilfe mit SWE lokal

BUGA für alle Gelegenheiten

Einfach mal die Kresse halten?

Kein Problem, (auch) dafür

gibt’s ja die BUGA…

Die hat einen offiziellen Werbepartner

– die FUNKE Medien Thüringen

(u. a. TA/TLZ). Und die

kreativen Köpfe haben sich

jede Menge Gedanken

gemacht, was die

vielen Besucher und

Fans der Bundesgartenschau

in Erfurt an Souvenirs

und witzigen Geschenken gebrauchen

könnten. Das Ergebnis ist ein kunterbuntes Repertoire

an den unterschiedlichsten Dingen: „Wir haben erst einmal

19 Produkte am Start“, sagt Birgit Rau, die maßgeblich für

die Organisation verantwortlich

ist. „Natürlich das Basecap mit

dem Kresse-halten-Spruch, eine

Retro-Emailletasse mit BUGA-

Maskottchen, eine Garten-/Grillschürze für Sie und Ihn, ein

Bastelbogenbuch, mit dem man mit den Kindern oder Enkeln

einen eigenen Garten bauen kann.“

Ein Mitbringsel mit blühenden Folgen ist das Saatgutkonfetti:

„Die kleinen Papierschnipsel enthalten Samen von 24

heimischen Pflanzen und wenn man diese nach einer Gartenparty

wirft, wachsen daraus nach dem nächsten Regen Blumen.“

Klein aber fein: Puffbohnensäckchen, Bleistif-te mit

einpflanzbarer Samenkapsel, Fruchtsaftherzen

aus deutscher Produktion. Auch beliebt: der

Bausatz Petersberg aus (heimischem)

Holz, der in eine Streichholzschachtel

passt und die Maskottchen-Gießkannen

der BUGA.

Das alles (und noch viel

mehr) gibt’s in den

BUGA-Shops auf

dem Petersberg

und im egapark,

in den

Außenstandorten

der BUGA und den Servicecentern der FUNKE-Tageszeitungen.

Rau: „Auch im Erfurter Buch- und Einzelhandel

findet man unsere Artikel. Wem das alles zu aufwendig ist,

der kann ganz bequem vom Sofa aus die BUGA zu sich nach

Hause holen: www.bugashop2021.de.“

Übrigens: Das Sortiment wird regelmäßig erweitert –

immer mal wieder reinschauen lohnt sich.

Gärtnerei

Linding

Serie

über

Erfurter

Fahrradgeschäfte

im

SWE Journal

Aus der Not geboren, aber keine Notlösung.

Das ist die Aktion #swelokal.

Unter der Pandemie litten Kneipenbesitzer,

Boutiqueinhaber, Künstler,

Clubbetreiber – besonders kleine

Geschäfte ohne große Rücklagen,

ohne Werbebudget. Das sind auch

alles Kunden der Stadtwerke, viele

über einen sehr langen Zeitraum.

Sie zu unterstützen ist das Ziel der

Aktion #swelokal der Stadtwerke.

Unter dem Hashtag #swelokal

haben die Stadtwerke seit letztem

Jahr mehr als 150 Erfurterinnen

und Erfurtern aus der Kultur- und

Geschäftswelt ein Gesicht gegeben.

Sie konnten ihre Aktionen

oder ihre Geschäfte einem größeren

Publikum vorstellen und

für sich werben. Ein Beitrag auf

dem Facebook-Kanal der Erfurter

Stadtwerke erreicht schnell

mal 20.000 Menschen – alles

potenzielle Kunden.

„Gerade in der Not steht man

zusammen. Erst recht, wenn man

in derselben Stadt wohnt und sich

mit dem Leben in der Stadt verbunden

fühlt“, begründet Geschäftsführer

der SWE Energie GmbH

Karel Schweng sein Engagement

für die Erfurter Geschäfte.

Die Unterstützung ist langfristig

angelegt, auch nach der Pandemie

wird #swelokal auf den Social-Media-Kanälen

und natürlich

hier im Journal weitergeführt.

Video

über das

Restaurant

„Magda“

auf

Facebook

Kinoklub am

Hirschlachufer

Serie

über

Erfurter

Eisdielen

im SWE

Journal

FOTOS: FUNKE MEDIEN THÜRINGEN

Buchhandlung „Contineo“ – Bericht im SWE Blog

Fotoserie

Schreibwerkstatt

Trillhase

Restaurant „Kartoffel Kult(ur)“

Videofilm über das Restaurant „Kromer‘s“

Werbung für den Spargelhof Kutzleben auf Facebook

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SWE-Journal 02_2021

TEXT: IVO DIERBACH FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT, PAUL-PHILIPP BRAUN, KARINA HEßLAND-WISSEL

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#swelokal Erfurter Augenblicke

Für den optimalen Durchblick fehlt oft die richtige Brille. Wir haben Erfurter Optiker

besucht und stellen sie hier kurz vor:

gegründet 1878

ADRESSE

Anger 16, 99084 Erfurt

5 Mitarbeiter

LIEBLINGSBRILLE

Heiko Vothknecht: Retrobrille

von Andy Wolf;

Petra Vothknecht: 40 Brillen

je nach Laune

WEBSEITE

www.optiker-stein.de

KONTAKT

Telefon: 0361 6422710

ÖFFNUNGSZEITEN

Mo bis Fr 09:00 bis 17:00 Uhr

Sa 10:00 bis 14:00 Uhr

SPEZIALITÄT

deutsche Fassungen, Korrektur

Winkelfehlsichtigkeit

in Erfurt seit 2013

ADRESSE

Anger 27, 99084 Erfurt

4 Mitarbeiter

LIEBLINGSBRILLE

natürlich ein Modell von Smart-

eyes, aber in fünf verschiedenen

Farben

WEBSEITE

www.smarteyes.de

KONTAKT

Telefon: 0361 66343710

ÖFFNUNGSZEITEN

Mo bis Mi 10:00 bis 16:00 Uhr

Do bis Fr 10:00 bis 18:00 Uhr

Sa 10:00 bis 16:00 Uhr

SPEZIALITÄT

skandinavische Designbrillen

Optiker Stein Es ist wohl der traditionsreichste Optiker in Erfurt. Bereits 1878 gründete

Mechanikus Richard Hegelmann das Unternehmen. 1952 wurde der Optikermeister Fritz Vothknecht

neuer Inhaber. Der Enkel, Augenoptikermeister Heiko Vothknecht, führt mit seiner aus Hamburg kommenden

Frau Petra den Traditionsbetrieb nun in 3. Generation.

gegründet 2001

ADRESSE

Häßlerstraße 6, 99096 Erfurt

2 Mitarbeiter

LIEBLINGSBRILLE

mehrere, je nach Situation

WEBSEITE

www.suedparkoptik.de

KONTAKT

Telefon: 0361 6537810

ÖFFNUNGSZEITEN

Mo bis Fr 09:00 bis 18:00 Uhr

Sa 09:00 bis 13:00 Uhr

SPEZIALITÄT

deutsche Glaslieferanten,

3D-Messung, Augenscreening

Smarteyes Die Optikerkette Smarteyes wurde 2007 in Schweden gegründet und

hat über 83 Filialen in Schweden, Dänemark und Deutschland. In Erfurt kann man seit 2013 Brillen

im skandinavischen Design kaufen. Seit 2015 führt die gebürtige Sächsin Sabine Raue die Erfurter

Filiale und kann hier ihre Leidenschaft für Schweden und für Brillen ausleben.

gegründet 1925

ADRESSE

Johannesstraße 177,

99084 Erfurt

4 Mitarbeiter

LIEBLINGSBRILLE

die eigene Holzbrille

WEBSEITE

www.augenoptik-richter.de

KONTAKT

Telefon: 0361 6422565

ÖFFNUNGSZEITEN

Mo bis Fr 10:00 bis 18:00 Uhr

Sa 10:00 bis 14:00 Uhr

SPEZIALITÄT

eigene Brillenherstellung aus

Holz, Büffelhorn & Acetat

Südparkoptik Seit 1992 ist Optiker Oliver Händel schon mit der ehemaligen Augustiner

Optik selbstständig und seit 2001 mit der Südparkoptik. Hier kann er das machen, was er schon

immer gern getan hat: mechanisches Handwerk. Wäre er kein Optiker geworden, so wäre er Uhrmacher.

Dazu kommt der Umgang mit Menschen: perfekt!

Optiker Richter Seit über 95 Jahren gibt es Brillen bei Optiker Richter in Erfurt.

Robert Schippel führt jetzt das Familienunternehmen. Er verkauft mit seinem Team nicht nur

Brillen, sondern stellt sie auch her – aus Holz, Büffelhorn & Acetat. Diese sehr individuellen Brillen

aus Erfurt werden deutschlandweit vermarktet.

TEXT: IVO DIERBACH FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Das Ende des Verfalls

Eine Tür ist schon in den historischen Farben gestrichen.

In Cobaltblau und hellem Grau –

dem Ur-Farbkonzept von 1903 –

soll das Dreienbrunnenbad

bald wieder strahlen.

Wer im Erfurter Süden

an der Gera entlangschlendert,

mag sich wundern: Still ist

es im Dreienbrunnenbad.

Liegt das alte Frauenbad

im Dornröschenschlaf? Nein!

Hinter den Kulissen wird

die Sanierung vorbereitet.

Bereits im April dieses Jahres wurde die alte

FKK-Dachterrasse abgerissen. In den 1980er-Jahren

hatte man sie auf den historischen Umkleiden aufgesetzt,

was nicht nur der Ansicht schadete, sondern

auch dem Gebäude, denn die Eisenträger waren viel

zu schwer. Im Lauf der Zeit drang immer wieder Wasser ein,

durchfeuchtete die Mauern. In einem alten Gebäudeteil aus

DDR-Zeiten breitete sich Echter Hausschwamm aus. Der Anbau

soll jetzt abgerissen werden. „Wir wollen den Zustand

des Bades vom Anfang des 20. Jahrhunderts wieder herstellen,

auch die ursprüngliche Farbgebung, die etwas Besonderes

war“, verrät Planer Frank Spangenberg von der Spangenberg

+ Braun Architekten Partnerschaft mbB aus Erfurt.

Unter vielen alten Farbschichten haben Restauratoren die

Originaltöne entdeckt: Cobaltblau und ein helles, ins Beige

gehendes Grau. „Das hat uns sehr verblüfft. Um die Jahrhundertwende

waren Fachwerkbauten hauptsächlich in Braun,

Rot und Gelb gefasst. Das Cobaltblau in Verbindung mit dem

Beigeton hingegen war etwas sehr Ungewöhnliches und sollte

für Aufmerksamkeit sorgen. Diesen Eindruck möchten wir

gern wieder herstellen“, erklärt er.

Viel ist zu tun. Komplett barrierefrei soll das Bad in allen

öffentlichen Bereichen werden, mit Leiteinrichtungen,

z. B. für Menschen mit Sehbehinderungen, schwellenlosen

Zugängen. Als Beckeneinstieg ist u. a. eine barrierefreie Rutsche

mit Geländern geplant, damit auch Rollstuhlfahrer baden

können.

Das Kassenhäuschen, das erst später angebaut wurde,

wird abgerissen, um den ursprünglichen Zugang zum Bad

wieder zu öffnen. Am Hauptgebäude wird die historische

Fensterfront im Obergeschoss wieder hergestellt, ebenso

wie der Zugang zum Fachwerkhaus und die Schieferdeckung.

„Im Sanitärhäuschen gab es früher verglaste Oberlichter, sie

wurden im Laufe der Jahre zugemauert, wir stellen den originalen

Zustand wieder her und decken das Dach mit Schiefer“,

sagt Frank Spangenberg, der sich intensiv mit der Geschichte

des 1903 errichteten Bades beschäftigt hat.

Doch bis es soweit ist, fließt noch einiges an Wasser die

Gera hinunter. „Aktuell warten wir auf das Ergebnis der baufachlichen

Prüfung durch den Zuwendungsgeber, erst dann

werden die Fördermittel freigegeben. Danach können wir

mit der Erarbeitung der Ausschreibungen beginnen. 14 Gewerke

sind allein für die Sanierung der historischen Bausubstanz

zu berücksichtigen, da ist die Schwimmbadtechnik

noch nicht dabei, die modernste europäische Standards erfüllen

muss. Unser Ziel ist, spätestens im Sommer mit den

Ausschreibungen auf den Markt zu kommen“, erklärt der Architekt.

Das Gros der Arbeiten umfasst die Schwimmbadtechnik,

sie liegt in den Händen des Ingenieurbüros Pichler aus Tirol.

Sie wird in einem Teil des alten Beckens untergebracht. In

den Gebäuden wäre dafür kein Platz. Dafür wird die Wasserfläche

um ca. ein Viertel reduziert. Über der Technik im Keller

ist eine Terrasse mit Tischen und Sonnenschirmen geplant,

direkt vor dem Ausgabefenster des Cafés, das auch

nach draußen geöffnet wird. Vor dem Bad sind weitere Sitzflächen

für Spaziergänger und Radfahrer vorgesehen.

Wenn alles klappt, können die Bauarbeiten im Herbst 2021

beginnen. Hätte man das Bad dann nicht noch für eine Saison

öffnen können? „Nein“, sagt er. „Das Becken hat nicht

mehr die Festigkeit, die Folie ist an vielen Stellen verschlissen.

Trotz fortlaufender Nachbesserungen hält es das Wasser

nicht mehr“, sagt er. Darüber hinaus ist das Dach des Nordflügels,

auf dem sich die Dachterrasse befand, nur provisorisch

abgedichtet. Im Haupthaus kann das Erdgeschoss nicht

mehr betreten werden, da die Stützen im Kellergeschoss instabil

sind. Die Sicherheit für Besucher und Mitarbeiter wäre

bei einer Öffnung des Bades nicht mehr gewährleistet, betont

er.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

Architekt Frank Spangenberg plant die Sanierung

der historischen Bausubstanz.

Die FKK-Dachterrasse aus den 1980ern sorgte für

große Schäden am Nordflügel.

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EVAG unterwegs

im Wandel der Zeit

Der neue Tramlink, unterwegs

in der Erfurter Innenstadt. Seit

30 Jahren gibt’s die Stadtwerke

Erfurt Gruppe, seit 25 Jahren ist

die EVAG dabei. Seitdem ist viel

passiert…


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Kaum auf den Schienen, schon ein Star mit echten

Groupies…

Als der nigelnagelneue Tramlink mit der Nummer

801 am 20. Mai seine erste Runde durch die Stadt

drehte, klickten nicht nur die Kameras der Pressefotografen.

Auch Dutzende sogenannte „Trainspotter“ (sammeln Aufnahmen

von Triebfahrzeugen, Lokomotiven, Waggons und

deren Kennzeichen) hatten den Augenblick abgepasst und

die erste neue Straßenbahn des Schweizer Herstellers Stadler

fotografisch festgehalten.

„Außenstehende können oft nicht glauben, wie viele Fans

Straßenbahnen haben. Und nicht nur die neuen Modelle – alles,

was Achsen hat, sorgt für großes Interesse“, sagt Michael

Nitschke, Betriebsleiter der EVAG. Er muss es wissen: Der

Mann mit dem eisgrauen Bart ist seit dem 1. März 1985 beim

Verkehrsunternehmen und kennt wie kaum ein zweiter Bus

und Bahn in der Landeshauptstadt. Seine Beiträge im SWE

Blog oder auf der EVAG-Facebook-Seite sorgen regelmäßig

für tausende Klicks.

„Die Straßenbahn mit der Nr. 801 ist die erste von 14 Bahnen,

die künftig in der Landeshauptstadt fahren. Seit Anfang

Juli ist sie auf der BUGA-Linie unterwegs, verbindet egapark

und Petersberg“, sagt Nitschke. Der Tramlink wird Erfurter

und ihre Gäste noch komfortabler von A nach B bringen und

mit 42 Metern Länge auch mehr Platz bieten: bis zu 248 Fahrgäste,

102 davon auf Sitzplätzen.

Auch sind die Bahnen mit intelligenten Klimaanlagen ausgestattet

– ein CO 2 -Sensor misst beständig die Luftqualität,

und das Klimasystem heizt oder kühlt genau das Frischluftvolumen,

wie es die Passagieranzahl erfordert.

„Die Integration der längeren Fahrzeuge in unser Schienennetz

mit der historischen Innenstadt war eine Herausforderung.

Umfangreiche Tests waren notwendig“, sagt Nitschke.

„Ab Juni werden jeden Monat zwei Bahnen geliefert, im

November soll der letzte der 14 Tramlinks in Erfurt eintreffen.“

Seit 30 Jahren gibt es die Stadtwerke Erfurt Gruppe, seit

dem 18. Dezember 1996 gehört die traditionsreiche EVAG

dazu. Und so ist es beileibe nicht das erste Mal für den Betriebsleiter,

dass neue Bahnen oder auch neue Busse Einzug

in die EVAG-Flotte halten – noch 1990 wurden die letzten

Tatras made in Prag in Betrieb genommen. „Kurz nach der





1 Im Laufe des vergangenen

Jahres erhielt

die EVAG insgesamt 14

MAN-Hybridbusse (sie

speichern Bremsenergie

und nutzen sie zum Anfahren).

2 Michael Nitschke ist

seit 1985 bei der EVAG,

als leitender Ingenieur

ist er für die Sicherheit

von Bus- und Bahnbetrieb

verantwortlich.

3 Großer Andrang zur

Verlängerung der Straßenbahn

zur Grubenstraße

– damit war am

29. September 1990 die

Voraussetzung für den

Anschluss des Roten

Berges an das Straßenbahnnetz

geschaffen.

4 Blick in die Krämpferstraße:

Am 27. Mai 2000

startete der erste Combino

zum Ringelberg.

5 Zu Wendezeiten aufgenommen:

Hier ist ein

Tatra-Dreiwagenzug auf

dem Anger unterwegs.

Wende hatten wir damit 156 Tatras im Bestand, dazu noch

145 Ikarus-Busse.“

Bahnen oder Busse – damals stand so ziemlich alles auf

dem Prüfstand. „Geld war vorhanden, das damalige Bundesministerium

war großzügig – so konnten wir zum Beispiel

die Strecke zum Roten Berg im Frühjahr 1992 in Betrieb

nehmen. Das Ganze wurde bis zu 100 Prozent gefördert…“,

sagt Nitschke. Doch nicht nur Streckenneubau – auch die

Sanierung vorhandener Anlagen gehörte zu den Herausforderungen:

„Kaputte Großverbundplatten, Schienenbrüche,

Oberleitungsrisse – es gab viel zu tun.“ Außerdem mussten

Haltestellen und Fahrgastinformationssysteme erneuert und

der Fuhrpark modernisiert werden.

Nitschke: „Schon 1991 erweiterten zehn neue Niederflurbusse

der Marken Mercedes und SETRA unsere Flotte. Tatras

wurden umgebaut, ab 1994 rollten die ersten Niederflurbahnen

vom Typ MGT6D der DUEWAG auf Erfurter Schienen.“

Die Erfurter waren von den neuen Straßenbahnen begeistert:

„Als wir die Wagen präsentierten, haben uns die Leute überrannt.

Das war irre!“ Im Jahr 2000 kamen die ersten Combinos

(Siemens) dazu, 60 Stück sollten es insgesamt werden.

Nitschke: „1996 beschloss der Stadtrat den Ausbau der

Straßenbahn zur Stadtbahn, das heißt, dass die Fahrzeuge

überwiegend vom übrigen Verkehr getrennte Trassen nutzen

und damit schneller unterwegs sein sollten. Auch das Thema

Barrierefreiheit ist seit der Wende ein Thema, 150 Haltestellen

mussten um- und ausgebaut werden.“ Heute sind

fast alle Bahnsteige so angelegt, dass Rollstuhlfahrer, aber

auch Mütter mit Kinderwagen bequem einsteigen können.

Apropos bequem unterwegs: Zwischen 1997 und 2000

wurde die Strecke vom Anger über die Leipziger Straße

zum Ringelberg gebaut. 2000/2001 kam es zum Lückenschluss

zwischen Domplatz und dem Gothaer Platz durch

das Brühl, von 2002 bis 2005 wurde die Bahntrasse vom

Hauptfriedhof bis nach Bindersleben verlängert. Letzte Neubaustrecke:

2007 die Verbindung von der Salinenstraße an

der Magdeburger Allee zum Rieth.

Nitschke: „Wer glaubt, wir können jetzt die Hände in den

Schoß legen, der irrt. Straßenbahnen und Busse verschleißen,

und auch die Schienen halten nicht ewig: Nach rund 20 Jahren

ist eine Sanierung fällig…“

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: JACOB SCHRÖTER, STEVE BAUERSCHMIDT, Archiv EVAG

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Im Gas- und Dampfturbinenkraftwerk

Erfurt-Ost werden 100 Prozent

der Wärme und 60 Prozent des

Stroms für Erfurt erzeugt.

2020 wurden die öffentlichen

Elektroladesäulen der SWE Energie GmbH

9.616 Mal zum Laden eines Elektrofahrzeuges

genutzt. Dabei wurden

147.269 kWh Naturstrom geladen.

38

1.000

Haushalte

werden

in Erfurt

durch die

Verwertung

von Bioabfällen

mit Strom

versorgt.

Auch Deponiegas, das bei der Zersetzung von Mikroorganismen entsteht, wird zur

Verstromung genutzt. Über knapp 50 Gasbrunnen wird Deponiegas in zwei Blockheizkraftwerke

geleitet. 1,1 MWh Elektroenergie können so jährlich gewonnen werden.

Das entspricht dem Bedarf von mehr als 1.500 Haushalten.

Pro Tag werden 300 t Müll in der Restabfallbehandlungsanlage

(RABA) verarbeitet.

Das entspricht dem Inhalt von 50 Müllfahrzeugen.

32 m hoch ist der Bunker der RABA. Der Greifer, mit dem der Müll sortiert

wird, wiegt 3,5 t. Er kann bis zu 3 t auf einmal fassen.

Jeder Erfurter produziert im Jahr rund 66 kg an Grünabfällen,

bei den Bioabfällen sind es 60 kg pro Einwohner.

76 m lang ist die

Schalenrutsche im Nordbad.

Die Wellenrutsche ist 18 m lang

und 3,5 m breit.

4,10 m ist die Sprunggrube im Nordbad

tief. Sie fasst 400.000 l.

30 Strandkörbe gibt es im

Strandbad Stotternheim.

50 m ist das erste Ponton vom Ufer

des Strandbades Stotternheim entfernt,

beim zweiten sind es bis zu 150 m.

Ca. 2 Millionen l

passen ins Schwimmbecken im

Freibad Möbisburg.

200 m³ Wasser können im

egapark gespeichert werden.

Die durchschnittliche Länge eines Grashalms auf der

großen Wiese im egapark liegt bei 3 bis 4 cm.

2.500 Bäume wachsen im egapark.

Sie produzieren jährlich rund 500 t Sauerstoff.

30

Fakten

aus

30

Jahren

SWE

Am 16. April 1991 wurden die

Stadtwerke Erfurt gegründet.

Seit 30 Jahren sind wir

für Erfurt und die Erfurter im

Einsatz. Anlässlich unseres

30. Geburtstages haben wir

für Sie 30 Fakten gesammelt.

Hätten Sie es gewusst?

900 km umfasst das Gasnetz der

SWE Netz GmbH – das entspricht in etwa

der Strecke von Erfurt bis nach Budapest.

124 Gasdruckregelanlagen

sorgen dafür, dass das Gas beim

Übergang vom Hochdruck- ins

Niederdrucknetz in mehreren

Stufen reguliert wird.

Wenn es beim Endkunden

ankommt, hat es

nicht mehr als 23 Millibar

Messdruck. Ungefähr

so viel Druck

braucht man, um

ein Streichholz

auszublasen.

Über 40 verschiedene Ausstellungen

rund um Thüringen, seine Parks, Gärten und

Traditionen umfasst die

Bundesgartenschau 2021.

Über 50 verschiedene Themen- und

Schaugärten werden präsentiert. Mehr als

300.000 Wechselflorpflanzen,

160.000 Frühjahrs- und 100.000 Sommerblumen,

25.000 Stauden und 20.000 Gemüsepflanzen

sorgen zur BUGA für ein farbenfrohes Blütenbild.

Der neue Tramlink wiegt mit seinen

52,53 t in etwa so viel wie

8 ausgewachsene

afrikanische Elefanten.

Über 20.000 Teile – von der

kleinen Schraube bis hin zum

Stromabnehmer – sind im

neuen Tramlink verbaut.

1994 rollten

die ersten

Niederflurstadtbahnen

durch die Stadt.

Das historische Quellwasserwerk am

Peterborn ist etwas Besonderes. Erbaut wurde

es 1136 von Benediktinermönchen, um den

Petersberg mit Wasser zu versorgen. Die Anlage

funktioniert auch nach fast 900

Jahren noch. Damit ist sie die einzige in

Mitteleuropa nichtrömischen Ursprungs. Zur

Trinkwassergewinnung wird sie nicht mehr genutzt,

aber regelmäßig öffnen sich ihre Pforten

im Rahmen der Denkmaltage.

Ca. 3.000 Mal wird das Trinkwasser

in Erfurt und den Gemeinden des

Trinkwasserzweckverbandes Erfurter

Becken jährlich kontrolliert. Damit

sichert die ThüWa Thüringen-

Wasser GmbH als Wasserversorger

für Erfurt und das Umland die hohe

Qualität des Lebensmittels Nr. 1.

1876 nahm in Wechmar das

erste städtische Wasserwerk zur

Versorgung Erfurts und der Umlandgemeinden

seinen Betrieb auf. Seitdem

sank die Nutzung von Brunnen

zur Trinkwassergewinnung.

Ca. 170.000 Menschen

erhalten das Erfurter Mischwasser –

einen ausgewogenen Mix aus mineralstoffreichem

Erfurter Grundwasser

und weichem Fernwasser aus dem

Thüringer Wald.

1991 wurden die ersten

7 Niederflurbusse

in Erfurt in Betrieb

genommen – der

Beginn einer neuen Ära.

Über 23 Unterwerke

werden die Betriebshöfe

und Fahrleitungen

der EVAG mit

Strom versorgt.

57.000 digitale

Tickets wurden 2020

im Verkehrsverbund

Mittelthüringen

über Check-in-/

Check-out-Funktion

mit FAIRTIQ gekauft.

SWE-Journal 02_2021 SWE-Journal 02_2021 GRAFIKEN: ADOBESTOCK.COM 39


liegen, wecken die Neugier, Unbekanntes

zu erforschen. „Wir wollen

die Liebe zu Thüringen wecken, Anregungen

geben, das Land zu erkunden“,

sagt Martina Damm und

verweist auf den digitalen Kulturreiseführer

„Thuringia.MyCulture.“

Die App gibt es in den gängigen

Appstores.

40

Martina Damm im Raum Weitblick. Per VR-Brille geht

es auf eine virtuelle Reise durch Thüringen.

Entdecken,

eintauchen,

erleben

Digitale Erlebniswelt am Erfurter

Hauptbahnhof – eine EVAG-Agentur mit

besonderem Charme

Thüringen hat ziemlich viel zu bieten. Das wird einem spätestens nach einem

Besuch der Erlebniswelt 360Grad Thüringen Digital Entdecken der Thüringer

Tourismus Gesellschaft am Willy-Brandt-Platz klar. Absolut außergewöhnlich

ist die VR-Reise durch Thüringen: Im Raum Weitblick kann man gemütlich

Platz nehmen und in eine Welt aus Licht, Farben und vielen Fakten rund um

das Bundesland im grünen Herzen Deutschlands eintauchen.

Per VR-Brille geht es über den Kyffhäuser bis in die Goldene Aue hinein,

durch die Drachenschlucht bei Eisenach, die an ihrer engsten Stelle gerade

mal 68 Zentimeter breit ist, über den Thüringer Wald bis zur Leuchtenburg,

die nicht nur atemberaubende Ausblicke bietet, sondern auch viele Geheimnisse

rund um das Weiße Gold hütet. „Oft sind es Kinder, die mit ihren Schulklassen

zu uns kommen und das Haus als kleine Thüringenexperten wieder

verlassen. Sie sind so begeistert, dass sie wenig später wieder mit ihren Eltern

vor der Tür stehen“, weiß Martina Damm zu erzählen, die seit 2019 als Thüringen-Botschafterin

arbeitet, und freut sich, dass die Erlebniswelt nach langer

Zeit endlich wieder geöffnet ist.

Viel gibt es am Hauptsitz der Thüringer Tourismus Gesellschaft (TTG) zu

entdecken. Hier erfährt man, dass „Der Herr der Ringe“ mit Kameraobjektiven

aus Jena gedreht wurde, wie die Windmaschine des Ekhof Theaters Gotha

klingt, das einst das moderne Regietheater begründete und damit über

die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde. Nicht nur der Raum Weitblick

mit seiner virtuellen Reise durch Thüringen fasziniert, auch die Lichtung.

Hier wachsen Bäume in den Himmel, erzählen Menschen von nebenan in Filmbeiträgen,

was sie an ihrer Heimat besonders mögen, wo ihre Lieblingsplätze

Herzstück der digitalen

Erlebniswelt ist der Raum

Lichtung, der mit atmosphärischen

Lichtstimmungen beeindruckt.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

Viele Geheimtipps haben Martina

Damm und ihre Mitarbeiter

parat, z. B. für Freunde des Wassertourismus,

die nicht nur das

Thüringer Meer erkunden, sondern

auch Wasserrouten auf Saale, Unstrut

und Werra entdecken möchten.

Für Radfahrer bietet sich

beispielsweise die Bach-Rad-Erlebnis-Route an. Der Rundweg, der über

Wechmar, Ohrdruf und Arnstadt bis nach Dornheim führt, umfasst 54 Kilometer

und ist an den Radfernweg Thüringer Städtekette angeschlossen. „Die

Tour besticht nicht nur durch ihre Geschichte, sondern auch durch ihre wunderschöne

Landschaft“, schwärmt Martina Damm, die selbst gern mit dem

Fahrrad unterwegs ist, und verrät: „Bachs Vorfahren waren Bäcker aus Böhmen

und ließen sich in Wechmar nieder. Das alte Oberbackhaus und auch die

Mühle, in der Veit Bach sein Getreide mahlte, sind noch heute erhalten. Wer

mehr über Johann Sebastian Bach erfahren möchte, sollte die kleine Bachgedenkstätte

mit Museum besuchen.“ Interessant ist aber auch Ohrdruf. Hier

lebte der Komponist als Kind nach dem Tod seiner Eltern bei seinem 14 Jahre

älteren Bruder Johann Christoph, der ihn die Liebe zur Musik lehrte. Nicht weit

davon liegt das Renaissanceschloss Ehrenstein. Hier soll nach Abschluss der

Bauarbeiten eine Ausstellung zu den musikalischen Brüdern Bach entstehen.

Zum Service der Erlebniswelt 360Grad Thüringen Digital Entdecken gehören

die persönliche Beratung rund um die Reiseplanung, kostenfreie Broschüren,

die Buchung von Unterkünften sowie der Verkauf von Veranstaltungstickets

und Souvenirs.

EVAG-Agentur

Martina Damm berät auch rund um

die EVAG und Abo-Produkte des

Verkehrsverbundes Mittelthüringen.

Die TTG gehört außerdem zu den 14 EVAG-Agenturen in Erfurt. Hier bekommt

man alles, von A wie Abo über B wie Beratung bis Z wie Zeitung und

natürlich die beliebte Papierfahrkarte. Auch das Fahrkartensortiment für den

Verkehrsverbund Mittelthüringen und Abo-Produkte werden angeboten.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 09:00-17:00 Uhr, Samstag von 10:00

bis 16:00 Uhr, weitere Informationen unter 360grad.thueringen-entdecken.de

Am Willy-Brandt-Platz kann man Thüringen digital entdecken.

41


Die Thüringer Bergbahn

ist immer eine Reise wert.

Knapp 1,5 Stunden braucht

man mit dem Zug von

Erfurt bis Obstfelderschmiede

– die Talstation.

Für Familien mit Kindern ist die

Zugfahrt ins tiefste Thüringen

schon ein Erlebnis. Wenn es dann

aber mit der steilen Standseilbahn auf

den Gipfel geht, staunen nicht nur Kinder.

Für die 1,4 Kilometer von Obstfelderschmiede

bis zur Bergstation Lichtenhain

braucht die Bahn eine gute Viertelstunde.

Im gemütlichen Tempo von 5,7 Kilometern

pro Stunde zuckelt sie nach oben.

Doch die Bergbahn ist nur eins von zahlreichen

Highlights. Viel hat die Region

rund um die Schwarza zu bieten, grandiose

Ausblicke ins Thüringer Land, aber

auch Wanderstrecken, Kräuterseminare

und vieles mehr.

Links und rechts der Strecke stehen

Holzskulpturen, die eng mit der Geschichte

der einst sehr armen Bergregion verbunden

sind: der Buckelapotheker, der

die selbstgemachten Salben und Tiegel

zu Fuß bis nach Paris trug, oder die Kräuterfrau,

die in den Wäldern nach Bärwurz

oder Arnika suchte. Denn Kräuter und Olitäten

spielten im Schwarzatal eine wichtige

Rolle. Der Handel mit wohlriechenden

Ölen, Salben oder Essenzen war für

die Menschen im Schwarzatal über Jahrhunderte

eine der wichtigsten Einnahmequellen

neben der Glasbläserei. Dennoch

war es ein armer Landstrich und die

Not war groß, vor allem in den Bergdörfern.

Als 1900 die Schwarzatalbahn fertiggestellt

wurde, kamen die Orte entlang

der Bahnlinie zu bescheidenem

Wohlstand. Der aber blieb den Cursdorfern,

Oberweißbachern und Lichtenhainern

versagt. Eine Straße gab es nicht

und so trugen die Menschen ihre Waren

in hölzernen Butten über den Berg.

Eine beschwerliche Tour, die Steigung

liegt bei bis zu 25 Prozent. 1919 schließlich

begann man mit der Bergbahnstrecke,

um die wirtschaftliche Not zu lindern

und holte sich dafür den Arnstädter Inge-

Gipfelstürmen

leicht gemacht

Mit dem VMT-Ticket geht es von Erfurt bis

Rottenbach. Ab dort gilt das Bergbahn-Tagesticket.

Im Sommer geht es

mit dem Cabriowagen

nach oben. Unter

Sonnenschirmen

genießen die Fahrgäste

die steile Fahrt.

nieur Dr. Wolfgang Bäseler, der

eine weltweit einmalige Standseilbahn

mit Stufenwagen und

keilförmiger Güterbühne baute,

auf der die Wagen wechseln.

Über ein 40 Millimeter starkes

und 9 Tonnen schweres Seil sind

die Wagen verbunden, ziehen

sich gegenseitig im Pendelbetrieb

nach oben. „Über die Güterbühne

haben die Leute früher

alles transportiert, angefangen

von Kartoffeln über Holz und

Kohle bis zum Bier“, erzählt Daniela

Wieczorek. Seit acht Jahren

arbeitet die 49-Jährige als Bedienerin

der Bergbahn, früher war

sie als Zugführerin für die Deutsche

Bahn unterwegs. Was ihr an

der Arbeit gefällt? „Alles“, sagt

sie lachend. „Man ist mitten in

der Natur und trotzdem in engem

Kontakt mit den Besuchern,

die viele Fragen haben. Vor allem

die technischen Aspekte wecken

die Neugier“, erzählt sie. „Einer

der Gründe, warum wir uns entschlossen

haben, das Maschinarium

für Besucher zu öffnen“, sagt

Astrid Apel-Walleck. Die Tourismusbetriebswirtin

kümmert sich

um Marketing, Vertrieb und Veranstaltungsorganisation.

„Wir

locken mit Veranstaltungen ins

Schwarzatal. Unser Weihnachtsmarkt

ist sehr beliebt. An jeder

Station wird Glühwein ausgeschenkt.

Die Strecke ist die ganze

Adventszeit über weihnachtlich

geschmückt“, erzählt die

33-Jährige, die viele Ideen hat.

„Auch Friedrich Wilhelm August

Fröbel spielt bei uns eine große

Rolle. Familien können auf den

Spuren des Vaters des Kindergartens

wandeln, sein Elternhaus

in Oberweißbach mit der Kräuter-

und Olitätenstube besuchen

oder im Fröbelwald auf Entdeckungsreise

gehen und mehr über die Köhlerei, seltene

Baumarten oder Waldtiere erfahren“,

erzählt sie.

Mit dem Bergbahn-Tagesticket, das

auch auf ausgewählten Buslinien gilt,

kann man die Geschichte des Schwarzatals

erkunden, z. B. mit dem Olitätenwagen

mit Glasdach, Duftkasten und Kräutermemory

auf der Flachstrecke. Wer mit

Blick ins Maschinarium. Von hier wird

die Bergbahn gesteuert.

Bergbahnbedienerin Daniela Wieczorek in

ihrem Element: Viel weiß sie über die Region an

der Schwarza zu berichten.

Im Fröbelwald können Kinder spielerisch

auf Entdeckungsreise gehen.

dem Zug kommt, muss nur bis Rottenbach

lösen. Ab dort gilt das Bergbahn-Tagesticket

bereits. Erwachsene zahlen 14

Euro, Kinder ab 6 Jahre 3 Euro.

Mehr zur Thüringer Bergbahn

gibt es im Internet unter

www.thueringerbergbahn.com,

Ausflugstipps in unserem Blog

www.swefuererfurt.de. Einfach den QR-

Code scannen.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT, THÜRINGER BERGBAHN

42 SWE-Journal 02_2021

SWE-Journal 02_2021 43


D

as Kultur: Haus Dacheröden

hat eine neue Chefin.

28 Jahre ist sie alt und kommt aus

der Veranstaltungsbranche. Juliane

Güttler ist studierte Tourismusfachwirtin

und stammt ursprünglich aus

Hannover. Erfurt aber ist für die junge

Frau kein neues Pflaster. „Ich liebe

die Stadt, die offene Kulturszene,

die sich auch von Corona nicht unterkriegen

lässt, das Miteinander“,

schwärmt sie. Einer der Gründe, warum

sie schon seit fünf Jahren hier

wohnt und die beschwerliche Anfahrt

zur Leuchtenburg auf sich nahm. Dort

hat sie die letzten Jahre als Veranstaltungsmanagerin

gearbeitet. „Ich freu

mich, dass ich jetzt mit dem Fahrrad

auf Arbeit fahren kann“, sagt sie. Ihre

Schwerpunkte sieht die junge Frau im

Marketing und der Optimierung der

Öffentlichkeitsarbeit. „Ich möchte,

dass sich das Dacheröden noch stärker

im Bewusstsein der Erfurter verwurzelt,

dass auch Leute zu uns finden,

die nicht automatisch sofort an

uns denken, wenn sie einen schönen

Abend verleben möchten“, betont sie.

Eine Bühne für

den Sommer

Monika Rettig und Juliane Güttler vom

Kultur: Haus Dacheröden haben große Pläne

Monika Rettig,

Programmchefin der

Erfurter Herbstlese,

und Juliane Güttler, Geschäftsführerin

des Kultur:

Haus Dacheröden,

planen, Haus und Hof

für Kulturinteressierte

zu öffnen.

Die Sommerbühne beim

Entstehen. Hier können

auch andere Kulturschaffende

aus Erfurt

auftreten.

Unterstützung bekommt sie von

Monika Rettig. Die Programmchefin

der Erfurter Herbstlese manövriert

schon länger durch unruhige Gewässer.

Erst kürzlich musste sie die Frühlingslese

absagen – schon zum zweiten

Mal. Nun bieten Krisen nicht nur

Risiken, sondern immer auch Chancen.

„Ob man will oder nicht, es gilt,

alte, bewährte Pfade zu verlassen

und nach Alternativen zu schauen“,

sagt sie und verweist auf die Sommerbühne

im Hof des historischen

Kultur: Haus Dacheröden. Die wurde

im letzten Jahr in einem zweiwöchigen

Testlauf sehr gut angenommen

und hat ihr Potenzial längst noch

nicht ausgeschöpft. So viel Potenzial,

dass aus der provisorischen Einrichtung

jetzt eine feste Bühne geworden

ist. 6 x 3 Meter ist sie groß. Bis

zu 100 Besucher finden im Hof Platz

– unter Corona-Bedingungen. Von

hier aus haben sie eine gute Sicht

auf die Bühne, auf der ziemlich viel

möglich ist. Sommerkino, Theater,

Musikdarbietungen, Lesungen und

vieles mehr. „Wir wollen die Bühne

nicht nur für unsere eigenen Veranstaltungen

nutzen, sondern auch anderen

Kulturschaffenden Raum bieten“,

betont Juliane Güttler. So hat

z. B. „Die Schotte“, Erfurts Kinder- und

Jugendtheater, schon einen Termin

gebucht, erzählt sie. Aber auch für

Schulen, die ihre Aulen aktuell nicht

nutzen können, würde sich die Sommerbühne

anbieten. Auch an Schutz

vor Sonne und Regen wurde gedacht.

„Perspektivisch möchten wir Gastronomie

anbieten, den Hof für Freunde

von Theater, Musik, Lesung & Co. öffnen“,

sagt sie.

Zahlreiche Veranstaltungen haben

Monika Rettig und Juliane Güttler

für die Sommerbühne geplant.

Start sollte eigentlich im Mai sein mit

Größen wie Landolf Scherzer, Rob

van Essen oder Zeruya Shalev, deren

deutsche Lesung Maria Schrader

übernommen hätte. „Aber aufgeschoben

ist nicht aufgehoben“,

Monika Rettig lächelt tapfer und

schaut optimistisch in die nähere Zukunft,

konkret in den Juli. Thüringens

bekannteste Jugendbuch-Autorin

Antje Babendererde ist am 8. Juli

mit ihrem neuen Buch „Sommer der

blauen Wünsche“ fest eingeplant. Einen

Tag später gastiert Jutta Kammann.

Für alle Fans der Serie „In aller

Freundschaft“ ist der Abend rund um

ihre Autobiografie „Rothaarig und

wild entschlossen. Aufgeben gibt’s

nicht – mein Leben“ sicher ein besonderes

Erlebnis. Sie verkörperte in der

Serie über viele Jahre Oberschwester

Ingrid. „Jetzt hat sie über ihre 77 Lebensjahre

– zum Teil an der Seite bekannter

Stars und Regisseure – und

ihre Emanzipation als Frau, Lebensgefährtin

und Schauspielerin ihre Autobiografie

geschrieben“, erzählt Monika

Rettig.

Mit dabei ist auch das Erfurter Duo

Verena Fränzel & Gerd Krambehr.

„Die beiden gehörten zu den ersten,

die auf unser Angebot, als Externe

das Programm der ‚Sommerbühne‘

zu bereichern, eingegangen sind. Sie

planen am 17. Juli ein ganz besonderes

Wyssozki-Spektakel“, sagt Monika

Rettig. Im Rahmen der Musikreihe

„Welt:MUSIK“ ist am 30. Juli ein Ausflug

nach Frankreich geplant. Das Erfurter

Ensemble „par-ci, par-là“ lässt

die französische Lebensart lebendig

werden.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

44 SWE-Journal 02_2021

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Vielfalt für Ihr Handy

DIE STADTWERKE-APP FÜR ERFURT

In unserer App

SWE Für Erfurt.

finden Sie viele

SWE Funktionen

und lokale Infos.

Nachrichten: Lesen Sie lokale Nachrichten

aus der Thüringer Allgemeinen,

Aktuelles aus allen Bereichen der

Stadtwerke Erfurt und interessante

Geschichten aus dem SWE Blog. Auf

einen Blick sehen Sie die drei neuesten

Nachrichten in Kurzform. Wer mehr

erfahren möchte, schaut auf die Detailseite

mit allen Informationen. Was

ist gerade los in Erfurt? Wo wird gebaut,

was wurde beschlossen und wo

gibt es etwas Neues zu entdecken?

Das und vieles mehr erfahren Sie hier.

Tipps: Entdecken Sie wöchentlich

wechselnd interessante Tipps aus der

Welt der SWE. Wie spare ich Energie?

Welche interessanten Ausbildungsberufe

gibt es? Wie pflege ich meinen

Garten?

Parkhäuser: Die App zeigt Ihnen

die aktuellen Füllstände der Erfurter

Parkhäuser. Die verfügbaren Stellplätze

Ihres Lieblingsparkhauses können

Sie sich wahlweise auf der Startseite

anzeigen lassen.

Vorteilswelt: Als Kunde der SWE

Energie GmbH, Abonnent der EVAG

oder Inhaber der BUGA-Dauerkarte

haben Sie viele exklusive Vorteile.

Über unsere App können Sie direkt

an Ihren gewünschten Vorteilsaktionen

teilnehmen.

Wetter-Erfurt: Sandalen, T-Shirt

oder dicker Pulli – unsere App zeigt

Ihnen die aktuelle Temperatur und

hilft bei der Kleiderwahl. Die Daten

liefert uns ein Sensor im Herzen des

egapark Erfurt.

Karte: Unsere interaktive Stadtkarte

zeigt Ihnen alle SWE Standorte

(inkl. Öffnungszeiten und Adresse),

den Liniennetzplan der EVAG,

Sammelstellen für Glas, Papier und

Grünschnitt sowie Elektroladesäulen

für Autos und Fahrräder.

Bäder-Check-in: Unterstützend

zur analogen Variante, Kontaktdaten

bei einem Besuch in unseren Bädern

auf einem Papierformular einzutragen,

bieten wir die digitale Variante

mit der App – für die beiden

Schwimmhallen.

Sie haben die App

noch nicht? Dann laden

Sie sie über folgenden

QR-Code herunter.

Die bunte Welt der SWE

Im Rahmen der Bundesgartenschau in Erfurt präsentieren

wir die Stadtwerke Erfurt in einer besonderen Veranstaltungsreihe.

Auf der Parkbühne sorgen wir für Musik,

Spaß und Spiel, praktische Tipps und Wissenswertes

rund um die SWE.*

Mit Kind und Kegel

30. Juli, 16 bis 20 Uhr

Wie kommt der Strom in die Stadt? Wie sieht ein Umspannwerk

von oben aus? Unsere Kollegen

von der SWE Netz GmbH informieren rund

um unser Gas- und Stromnetz und erklären,

wie man klitzekleine Lecks in

Gasleitungen aufspürt. Besucher

können ihre Geschicklichkeit

sowie ihr Wissen an Quizund

Experimentierstationen

testen oder bei „Hau

den Lukas“ ihre Kraft ausprobieren.

Nervennahrung

gibt es für alle an

der Candy-Bar.

Bewusst(er)leben

27. August, 16 bis 20 Uhr

An diesem Tag dreht sich alles um

das Thema Nachhaltigkeit. Wie kann

man alten, scheinbar wertlosen Materialien

neues Leben einhauchen? Und wie klingt

eigentlich nachhaltige Musik? Kinder können

sich auf die „Jagd nach dem grünen Ticket“

machen und erfahren so ganz nebenbei einiges

über grüne Mobilität. Beim Berufe-Memory können

Neugierige ihr Gedächtnis testen und mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten

bei den Stadtwerken Erfurt erfahren.

Kulinarische Brücken

24. September, 16 bis 20 Uhr

Energie zum Anfassen ist angesagt. Gemeinsam mit der SWE

Energie GmbH schlagen wir inhaltliche und kulinarische Brücken

zum Strom- und Gasnetz. Mit dabei sind Künstler, die

alte Brücken der Energie neu gestaltet haben. Videos und

Modellpräsentationen wechseln sich ab. Praktisch wird

es beim Kochworkshop mit Julchens Kochmobil mit

selbst gemachten Smoothies oder der Frage, wie

man Eier ohne Strom- oder Gaskocher brät. Spiele

rund um das Thema Energie runden den Nachmittag

ab.

*Aufgrund von Corona-

Einschränkungen kann es

zu Änderungen in der Veranstaltungsplanung

und

bei den damit verbundenen

Kundenvorteilen

kommen.

Aktuelle

Informationen

gibt es in der

App SWE Für

Erfurt. sowie im

Internet unter

www.stadtwerkeerfurt.de.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: SUSANN NÜRNBERGER, CHRISTIAN FISCHER,

GUIDO WERNER, DÖLLMANN DESIGN + ARCHITEKTUR ZT GMBH, BY-STUDIO/STOCK.ADOBE.COM

AMIXSTUDIO/STOCK.ADOBE.COM, VOLFF/STOCK-ADOBE.COM,

STEVE BAUERSCHMIDT, COLLAGE: DER KOCH | PATRICK KOCH, SWE NETZ GMBH

46

Onlineticket fürs Freibad

Es ist heiß, und Sie wollen sich abkühlen? Am liebsten ganz

schnell? Dann buchen Sie doch ein Onlineticket für Nordbad,

Strandbad Stotternheim oder Freibad Möbisburg.

Über unseren Webshop shop.baederportal-erfurt.de

geht das mit wenigen Klicks. Das beschleunigt den Einlass

und dient auch der Kontaktreduzierung. Hier können

ebenso Tickets für Schwimmhallen, Gutscheine und

Kurse gebucht werden.

Wie gefällt Ihnen unser Journal?

3

Gutscheine

á 50 Euro für das

„Bâ Badiyel“ zu

gewinnen

Ist es Ihnen aufgefallen? Seit der Ausgabe 1/2021 setzen wir auf FSC-zertifiziertes Papier, das aus Hölzern

hergestellt ist, die aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Gefällt Ihnen das

neue Papier? Was halten Sie von der Gestaltung unseres Journals? Was sagen Sie

zu unseren Fotos? Was können wir besser machen? Was würden Sie gern in unserem

Magazin lesen? Schenken Sie uns 5 Minuten Ihrer Zeit und machen Sie bei

unserer Befragung mit.

Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei Restaurantgutscheine im Wert von

jeweils 50 Euro für das türkische Restaurant „Bâ Badiyel“. Teilnahmeschluss ist der

31. August 2021. Einfach den QR-Code scannen. Aber auch per www.stadtwerkeerfurt.de/

swejournal ist die Teilnahme möglich.

Wir sagen Danke!

SWE-Journal 02_2021 SWE-Journal 02_2021 47


Armin Wohlfahrt und

Lena Stolz wollen

Familien mit kleinen

Kindern medienpädagogisch

unterstützen.

In der Brühler Straße 52 hat der Landesfilmdienst

Thüringen e. V. seit 30 Jahren sein Domizil.

M

edien spielen nicht nur im Alltag von Erwachsenen

eine große Rolle, sondern immer mehr

auch im Leben von kleinen Kindern. Sie sehen nicht nur

fern, Spiele am Tablet oder Handy gehören ebenfalls zu ihrer

Lebenswelt. Sind Bilderbücher für die Zwei- und Dreijährigen

noch das Hauptmedium, ist es bei den Vier- und

Fünfjährigen das Fernsehen, ist in der miniKIM-Studie 2014

zu lesen. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang

mit den Medien, finden Lena Stolz und Armin Wohlfahrt

vom Landesfilmdienst Thüringen e. V., der seit 30 Jahren

medienpädagogisch aktiv ist. „Unser Schwerpunkt ist

die Vermittlung von Medienkompetenz für Kinder, Jugendliche,

aber auch für Eltern und Multiplikatoren, z. B. Lehrer

und Erzieher“, sagt Armin Wohlfahrt. Als ausgebildeter

Mediengestalter Bild und Ton pflegt er seit 2004 enge

Kontakte zu Schulen und Kindergärten, führt Workshops

durch. „Innerhalb von 3 bis 5 Tagen entsteht ein 5-Minuten-Film,

alles selbst ausgedacht, selbst gedreht“, erzählt

er von den Projekten, die momentan aufgrund der

Corona-Lage leider stillliegen, ebenso wie das Sonntagskino.

Seit 2013 können Familien mit Kindern ab 6 Jahren

in einem kleinen gemütlichen Kino im Hinterhof der

Brühler Straße 52 Filme schauen. Dabei geht es nicht nur

um das gemeinsame Kinoerlebnis, sondern vor allem darum,

den Film zu verarbeiten. „Das ist ganz wichtig, weil Kin-

21x1000: Die medienpädagogische

Arbeit des Landesfilmdienstes

Thüringen e. V. gehört zu den

21 Projekten, die wir in diesem Jahr

mit jeweils 1.000 Euro fördern.

Großes Kino für

kleine Kinder

Kleine Kinder lieben Filme. Allein sollten sie aber

trotzdem nicht fernsehen. FOTO: ADOBESTOCK.COM

der die Dinge anders wahrnehmen als Erwachsene, kleinere

noch mehr als 8-Jährige“, sagt Lena Stolz. Die 25-Jährige

studiert im Master Kinder- und Jugendmedien an der Universität

Erfurt.

So entstand die Idee für das Knirpsenkino – einmal im

Monat möchte der Verein Kinotage für Familien mit Kindern

unter 6 Jahren anbieten – medienpädagogisch begleitet und

unterstützt durch die Projektförderung 21x1000 der Stadtwerke

Erfurt. Doch das ist Zukunftsmusik. Wann das kleine

Kino wieder öffnen darf, weiß niemand. Auf Eis legen wollten

Lena Stolz und Armin Wohlfahrt das Projekt deswegen

nicht. Da Kinder auch zu Hause gern fernsehen, möchte der

Verein Familien bei der Rezeption unterstützen. „Uns geht

es nicht nur darum, bei der Auswahl der Filme zu helfen. Wa-

rum sollten Eltern mit ihren Kindern nicht selbst einen

kleinen Film drehen oder die Geschichte nachfotografieren,

um das Gesehene zu verarbeiten? Einfach rausgehen

in die Natur und die Welt wirken lassen. Ein Smartphone

hat schließlich fast jeder“, erklärt Lena Stolz,

die von Haus aus Erzieherin ist. Von Null

auf Hundert ist das allerdings schwierig.

Deshalb wird Lena Stolz im Auftrag

des Landesfilmdienstes kleine

Erklärfilme drehen, um Familien

im Umgang mit Medien zu unterstützen,

Ideen für das spielerische

Lernen zu liefern. Im Fokus stehen

dabei nicht nur die technischen

Fertigkeiten zum Drehen und

Nachbearbeiten, sondern auch die richtigen Filme für kleine

Kinder. Ein guter Film für 3-Jährige ist z. B. „Die Biene hat ein

Problem“, der auch auf Youtube zu finden ist, ebenso wie

„Wombo“, ein kurzes abgeschlossenes Abenteuer für Kinder

ab 5 Jahren, der kostenlos beim Landesfilmdienst ausgeliehen

werden kann. „Hier ist natürlich immer zu beachten,

dass Kinder unterschiedlich weit in ihrer Entwicklung

sind und unterschiedliche Sehgewohnheiten haben. Wir haben

DVDs mit Kinderkurzfilmen zusammengestellt, die altersgerecht

aufbereitet sind. Sie können kostenlos ausgeliehen

werden. Themen sind Freundschaft, Liebe, aber auch

Natur und Umwelt. Wichtig ist, dass die Filme einen Bezug

zur Lebenswelt der Kinder haben“, sagt Armin Wohlfahrt.

Mehr zum Landesfilmdienst gibt es im Internet unter

www.landesfilmdienst-thueringen.de.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

48 SWE-Journal 02_2021

SWE-Journal 02_2021 49


Leckeres Brot

wie zu Opas Zeiten



1 Bevor es in den

300 °C heißen Ofen

geht, müssen die

Teiglinge die Brotform

verlassen. Hier

ruhten sie knapp

50 Minuten in der

„Gare“, wuchsen

dank der Hefe

kräftig.

2 Michael Stark und

Kevin Backhaus

bringen den Teig in

Form, sie „wirken

ihn rund“.

3 Einen Teil des

Strombedarfes erzeugen

die Erfurter

Bäcker auf den

Dächern ihrer Brotmanufaktur.

Den

Rest liefert die SWE

Energie GmbH.

Kevin Backhaus inmitten

seiner fertigen Werke:

links das Leinefelder,

rechts das Krustenbrot.

Beides sind Mischbrote,

das Krustenbrot hat aufgrund

der Oberfläche

einen etwas intensiveren

Geschmack.


Schließen Sie kurz die Augen, machen Sie

es sich bequem und denken Sie an ein frisches

Brot. Noch warm und mit brauner

Kruste. Riechen Sie ihn, diesen einzigartigen

Duft? Bekommen Sie auch sofort Appetit

auf ein herrliches Butterbrot? Marmeladenbrot,

Käsebrot, Wurstbrot…

Kevin Backhaus (!) ist Bäcker, einer, der

seinen Beruf als Berufung sieht. „Nicht

ein Brot schmeckt wie das andere“, sagt

er. „Wir Bäcker sind Handwerker, vieles

ist zwar vorgegeben, aber jeder von uns

macht seine eigenen Erfahrungen und

gibt sie weiter.“

Backhaus, ein gebürtiger Erfurter, ist

Backstubenleiter in der Brotmanufaktur

der Bäckerei Helbing an der Eugen-Richter-Straße.

Hier verlassen u. a. 15 verschiedene

Brotsorten und Brötchen in aller Frühe

die Öfen und werden zu den Filialen

des Lieblingsbäckers (Firmenlogo) gefahren.

„Ich mag Brot in allen Variationen“,

sagt er. „Egal, ob Graubrot, Weißbrot, Kartoffelbrot

zu Erntedank, Möhrenbrot zu

Ostern oder Eiweißbrot, Haferbrot…“

Deutschland, so weiß er, gilt weltweit

als das Land, in dem die meisten Brotsorten

gebacken werden. Und den Ausbildungsgang

zum Bäckermeister gibt es

ebenfalls nur hier. Backhaus: „Es klingt

einfach – der Teig besteht eigentlich nur

aus Mehl, Salz, Wasser und einem Triebmittel.“

Das kann Backhefe sein oder Sauerteig

(für Brote mit hohem Roggenmehlanteil).

„Doch ein wirklich gutes Brot, das nicht

industriell hergestellt wird, besteht mehr

als nur aus den Zutaten“, sagt Firmenchef

Tobias Helbing (ebenfalls gelernter Bäcker).

Es ist ein wenig wie beim Bier, das –

zumindest in Deutschland – nur aus Wasser,

Malz und Hopfen besteht und doch

so unterschiedlich schmecken kann. „Ein

Bäcker braucht viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl,

um ein wirklich gutes und

leckeres Brot zu backen.“ Egal, ob es der

Duft des Teigs ist, wie er sich anfasst, sein

Knetverhalten – alles Wahrnehmungen,

die dazu führen, dass jeder Bäcker etwas

anders backt…

Kleine Brotkunde: Das feste, dunkle Äußere

des Brotes heißt Kruste. Darin enthalten

sind Röstaromen, die beim Backen

entstehen. Durch Einschneiden der

Brotoberfläche vor dem Backen bilden

sich im Ofen Ausbünde, die die Oberfläche

vergrößern – die Kruste enthält mehr

Aromen. Backhaus: „Die Dicke der Kruste

hängt von der Backdauer ab, die Farbe

von der Backtemperatur.“

Tobias Helbing: „Es ist nicht nur die Art

und Weise, wie ein Brot entsteht – auch

die Zutaten spielen eine große Rolle.“ Jedes

Wasser schmeckt anders, jedes Mehl

hat unterschiedliche Qualitäten: „Regionalität

ist uns wichtig. Wir leben hier in

der Kornkammer Deutschlands. Wir haben

gute dunkle Böden, bestes Getreide

und natürlich kommt das Mehl für unsere

Backwaren von hier.“ Proteine, Kohlenhydrate

und Mineralstoffe – Getreide ist eben

nicht immer Getreide. „Wir arbeiten eng

mit der Mühle zusammen, nehmen nur

zertifiziertes Mehl aus kontrolliertem Anbau.“

Und dann gibt es noch den Sauerteig,

ohne ihn wäre ein Brot aus Roggenmehl

nicht backfähig. Backhaus: „Der Sauerteig

sorgt dafür, dass das Brot aufgeht und

nicht flach bleibt.“ Im Sauerteig gibt es

Milchsäurebakterien und Hefepilze, ihre

Stoffwechselprodukte lockern den Teig

und verbessern Verdaulichkeit, Aroma,

Geschmack und Haltbarkeit. Sauerteigbrote

enthalten viele Geruchs- und Geschmacksstoffe:

Mehr als 300 sind bekannt…

Helbing: „Unsere Bäckerei gibt es seit

1912. Und wir verwenden immer noch Rezepte

von damals. Auch wenn wir manches

weiterentwickelt haben – unsere

Brotrezepte haben sich nie groß geändert.“

Und so gibt’s zur BUGA zwar ein

Brot mit verschiedensten Blüten (viele aus

der Region), aber mit einem Teig wie zu

Großvaters Zeiten.

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Rund-um-die-

Uhr-Service

Das neue Kundenportal der Stadtwerke

Eine Webseite ist wie ein Haus – ein virtuelles Kundenzentrum.

Jedes Haus muss ab und zu renoviert und Wünschen

angepasst werden. Das haben die Stadtwerke

getan. Viele Kunden „betreten“ die SWE durch den Webauftritt.

Es gibt Räume mit verschiedenen Funktionen. Alles

hat seinen Platz. Auf der neuen Webseite werden sich

die Kunden schnell zurechtfinden und viele „neue Räume“

entdecken. Die Gäste sollen sich wohlfühlen, immer

einen Überblick haben und schnell alle wichtigen Informationen

finden.

Eine effiziente Anlaufstelle für SWE Kunden im Netz zu

kreieren war das Ziel. Ein modernisierter Webauftritt mit

Kundenportal ist das Ergebnis.

Was ist nun neu am neuen

Webauftritt für Kunden der SWE?

Am auffälligsten ist sicherlich das neue Design der Webseite

– eine klare Navigationsstruktur ist das Herzstück. Produkte,

Kundenvorteile, Energiethemen und der Kundenservice

sind sofort sichtbar und präsent. So gibt es zum Beispiel zwei

Hauptwege zum Stromprodukt: über den Preisrechner oder

die Produktwelt.

In der Produktwelt werden maßgeschneiderte Produkte

präsentiert – ob Mieter, Hauseigentümer, Gewerbe oder allgemeiner

als Privat- und Geschäftskunde. Die Struktur erinnert

an Onlineshops: Über Kategorien ausgewählt, präsen-

tiert die Webseite zu Ihnen passende Strom- & Gasprodukte,

Energieberatungen oder Angebote zur E-Mobilität. Bei Fragen

besteht jederzeit die Möglichkeit, eine persönliche Beratung

anzufordern.

Vertragsabschlüsse finden dann im neuen Kundenportal

statt. Dort können sich registrierte Kunden einen schnellen

Überblick über ihre Verträge verschaffen und ihre Serviceanliegen

unkompliziert selbst erledigen. Der Vorteil: Zugriff

hat man rund um die Uhr, auch unterwegs mit dem Smartphone

oder Tablet. Nach der Registrierung unter kundenportal.stadtwerke-erfurt.de

können SWE Kunden die Onlineservices

sofort nutzen und sich jederzeit ganz einfach

mit ihrem Benutzernamen und Passwort einloggen. Registrierte

Kunden können einfach, komfortabel und zeitsparend

persönliche Vertragsdaten und Bankverbindungen verwalten,

Kontaktdaten aktualisieren, Lastschriftmandate erteilen

und neue Verträge abschließen.

Über das neue Postfach haben SWE Kunden künftig Zugriff

auf Rechnungen und andere wichtige Dokumente. Den

Energieverbrauch der letzten Jahre übersichtlich darstellen,

Veränderungen im Blick haben, Abschläge einfach selber ändern,

all das und noch vieles mehr ist im neuen Portal möglich,

der Funktionsumfang wird auch kontinuierlich erweitert.

So wird es zukünftig auch Visualisierungsmöglichkeiten für

intelligente Messsysteme geben. Die Umstellung auf digitale

Post ist ein weiterer wichtiger Baustein, getreu dem Motto:

„Weniger Papier ist mehr Umwelt“.

TEXT: IVO DIERBACH FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

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Mit dem SCHÜLER-

FERIENTICKET unterwegs

In den Sommerferien was erleben? Mit dem

Schüler-Ferienticket Thüringen sind Kletterpark,

Zeltplatz oder Ausflüge an den See ein

Stückchen näher. Für 29 Euro sind Schüler

bis 20 Jahre die ganzen Sommerferien über

mobil mit Bus, Bahn und Straßenbahn. Das

Ticket gibt es im EVAG-Mobilitätszentrum am

Anger, bei den EVAG-Agenturen und an den

EVAG-Fahrkartenautomaten an den Haltestellen.

Das Ticket bietet freie Fahrt in der 2. Klasse

der Nahverkehrszüge, in Straßenbahnen und

Bussen bei über 40 Verkehrsunternehmen in

Thüringen.

Mehr Infos unter www.evag-erfurt.de.

Vorsicht vor

Haustürgeschäften!

Schüler-/

Azubi-Abo

Auch zum Start des neuen

Schuljahres ist das Abo für

Schüler und Azubis eine gute

Wahl. Damit geht es günstig

und bequem

zur Schule

oder Ausbildungsstätte.

Und natürlich

ist man auch

in der Freizeit

mobil mit Bus, Bahn und

Straßenbahn. Mehr Infos zum

Schüler-/Azubi-Abo gibt es

im Internet. Einfach den QR-

Code scannen.

BEFRAGUNG Tramlink

Seit Anfang Juli ist der

Tramlink, die neue Straßenbahn

der EVAG, auf

Erfurts Schienen unterwegs.

Uns interessiert,

wie das neue Fahrzeug

bei den Fahrgästen ankommt.

Was gefällt Ihnen

besonders gut? Wie

empfinden Sie die Fahrt?

Ist der Innenraum ansprechend?

Nehmen Sie bis zum

31. Juli an unserer Onlinebefragung

teil und

sagen Sie uns Ihre Meinung.

Einfach den QR-

Code scannen.

FOTO: JACOB SCHRÖTER

FOTO: BARBARA NEUMANN

FOTO: ADOBESTOCK.COM

Wichtige Entscheidungen brauchen Zeit zum Nachdenken.

Die Haustür und das Telefon sind daher keine

Orte, wo man Verträge schließen sollte. Unseriöse

Geschäftemacher nutzen den Zeitdruck aus. Manchmal

geben sie sich sogar als Mitarbeiter der Stadtwerke aus.

Dabei versuchen die Werber an sensible Kundendaten, z. B.

Zählernummern, zu gelangen. Mit den Informationen kündigen

diese, ohne Einwilligung des Kunden, den bestehenden

Vertrag bei der SWE Energie GmbH, um einen neuen Energieliefervertrag

abzuschließen. Dieser ist entgegen der Angaben

der Vertreter oft teurer als der Altvertrag.

Kundenzufriedenheit mit Zertifikat

TÜV NORD hat dem Energieversorger

der Stadtwerke – der SWE Energie

GmbH – wieder das Siegel „Geprüfte

Kundenzufriedenheit“ verliehen. So

knüpft die SWE Energie GmbH an das

hohe Niveau der Vorjahre an und

positioniert sich weiter als verlässlicher

Partner.

Unabhängige Experten

von TÜV NORD befragten

hierzu online insgesamt

4.780 Strom- und

Gaskunden. Um realistische

Vergleichswerte zu

erhalten, wurden die gleichen Inhalte

wie im vergangenen Jahr abgefragt,

so z. B. die Zufriedenheit der Kunden

mit Kontaktkanälen, der Erreichbarkeit

oder Reaktionszeit bei Anfragen. Alle

Befragten sollten darüber hinaus

eine Einschätzung zur Fachkompetenz

und Freundlichkeit

der Mitarbeiter

machen und Bewertungen

zum Abwicklungsprozess,

zum Preis-Leistungs-Verhältnis

und

Umgang mit Beschwer-

Wie kann man sich schützen?

Der beste Schutz ist, keine Daten an Unbekannte weiterzugeben,

auch keine E-Mail-Adressen. Die Mitarbeiter der Stadtwerke

Erfurt Gruppe können sich immer ausweisen und schließen

niemals Geschäfte an der Haustür ab.

Was tun, wenn man Opfer

dieser Masche geworden ist?

Bei unerwünschtem Vertreterbesuch oder Anrufen einfach

die 0361 564-1010 anrufen oder eine E-Mail an privatkunden.

energie@stadtwerke-erfurt.de schreiben. Verbraucherinnen

und Verbraucher, die Werbeanrufe erhalten, in die sie nicht eingewilligt

haben oder die sie trotz eines Werbewiderrufs erhalten,

können dies außerdem bei der Bundesnetzagentur unter

www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde

melden.

den abgeben. Wie schon 2020 konnte

die SWE Energie GmbH die hohen Qualitätsansprüche

erfüllen und darf auch

künftig das Siegel zur geprüften Kundenzufriedenheit

tragen.

„Wir optimieren unsere Services und

Leistungen laufend“, unterstreicht Karel

Schweng, Geschäftsführer der SWE

Energie GmbH. „Das Feedback, das wir

fortwährend von Kunden und Experten

erhalten, fließt dabei ein. Schön zu sehen,

dass unsere Bemühungen Früchte

tragen und unsere Kunden nachweislich

mit uns zufrieden sind.“

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Neue Technologie

zu Füßen des Domberges

Manche Erfolgsgeschichten kommen ganz leise daher. Ohne

viel Tamtam, ohne viel Aufhebens.

So eine Geschichte spielt sich seit Jahren in der Petersstraße

ab, zu Füßen des altehrwürdigen Domberges. Die Haupthelden

dieser Geschichte sind die gut 250 Mitarbeiter der

NT.AG Unternehmensgruppe, eines mittelständischen Unternehmens

„made in Erfurt“, das sich in einem hart umkämpften

Markt durchgesetzt hat und sich (vor allem) als Dienstleister

für Banken in Europa versteht. Aber auch der Thüringer

Mittelstand und mitteldeutsche Institutionen stehen im Fokus

des Unternehmens.

Doch von Anfang an. „Ich musste mir mein Studium der

Volkswirtschaft finanzieren, habe deshalb 1992 meine Selbstständigkeit

als IT-Dienstleister begonnen. Nach Abschluss

2004 baute die NT.AG den alten, runtergekommenen

Kanonenschuppen am Fuße des Domberges zur Firmenzentrale um,

2016 errichte das Unternehmen das neu gebaute Dompalais.

Innovatives Unternehmertum im Herzen von Erfurt

des Studiums wurde dann 1997 die NT Neue Technologie

AG gegründet“, sagt Martin H. Kühn, ein geborener Erfurter,

der jetzt CEO (steht für Chief Executive Officer oder auch

Vorstandsvorsitzender) seines Unternehmens ist. „In den Anfängen

der NT.AG lag der Schwerpunkt auf dem klassischen

IT-Service, also Firmen mit PCs ausrüsten, Netzwerke einrichten.

Dazu noch das Installieren von Software, der Betrieb der

Systeme – bis heute noch Kernkompetenzen der NT.AG.“

Doch wer wachsen will, braucht neue Geschäftsfelder: „Unser

Unternehmen setzte zusätzlich auf die Entwicklung eigener

Softwarelösungen, errichtete 2003 ein eigenes Rechenzentrum,

baute es aus, investierte in höchste Sicherheit, holte

sich alle möglichen Zertifizierungen – und besitzt jetzt ein

neues Rechenzentrum in Erfurt, wie es so modern und sicher

kein zweites Mal in Thüringen gibt.“

„Unser Rechenzentrum bietet Platz für bis zu 2.000 Hochleistungsserver,

die über ein hochintelligentes Managementsystem

bis Faktor 50 vervielfacht werden können“, sagt Dirk

Rosenbaum, Leiter IT-Service und Rechenzentrum.

Kühn: „Wir sind besonders stolz, dass sich die Möglichkeiten

unseres Hochleistungsrechenzentrums bis nach Berlin

herumgesprochen haben, wo man ganz aktuell als Projektpartner

für drei große KI-Forschungsprojekte des Bundeswirtschaftsministeriums

ausgewählt wurde.“ Dabei wird die

NT.AG cloudbasierte IT- Infrastrukturen für KI (Künstliche Intelligenz)-Anwendungen

entwickeln und betreiben, die auf

den zukünftigen europäischen Cloud-Standard „GAIA-X“

ausgerichtet sind. „Das unter dem eigenen Branding agierende

,Rechenzentrum Mitteldeutschland‘ entwickelt sich damit

immer weiter zu einer Investition mit Weitblick: Wir können

die gestiegenen Anforderungen unserer Kunden erfüllen“,

sagt Martin H. Kühn. „Datensicherheit und Hochverfügbarkeit

sind die Grundlagen unserer digitalen Gesellschaft!“

Denn zu den Kunden der NT.AG zählen inzwischen Banken,

Ministerien, Kommunen. Kühn:

„Auch wenn wir jetzt europaweit unterwegs

sind, wir sind und bleiben ein thüringisches

Mittelstandsunternehmen,

das weiterhin einen Schwerpunkt auf die

Regionalität und Mittelstandsbetreuung

legt.“ Mit Erfolg: 2006 waren es 23 Mitarbeiter,

2016 dann 75 und nun existiert

um die NT.AG eine ganze Unternehmensgruppe

mit über 250 Mitarbeitern.

Der Erfolg ist sichtbar: 2004 baute die

NT.AG den alten, runtergekommenen Kanonenschuppen

am Fuße des Domberges

zur Firmenzentrale um – 2016 errichtete

das Unternehmen das neu gebaute Dompalais,

das sich perfekt an das historische

Umfeld anpasst und schuf damit

seinen eigenen Campus. Das

alles ohne den Gang an die

Börse und ohne fremde

Beteiligungen.

Inzwischen ist die

NT.AG ein kleiner Konzern,

bestehend aus 12

Firmen mit den verschiedensten

Kompetenzen.

Dazu noch Niederlassungen

in Wien und Berlin.

Kühn: „Kern unseres Erfolgs

bleibt die NT.AG, die

Töchterfirmen haben sich

auf verschiedene digitalisierte

Dienstleistungen spezialisiert,

die von der Innovationskraft

der Unternehmensmutter

partizipieren.“

Unsere Mitarbeiter

sind das wahre

Vermögen der NT.AG.

Martin H. Kühn

CEO der NT.AG

Arbeiten bei der NT.AG bedeutet arbeiten in

Büros ausgestattet mit edlen Materialien, viel Licht und

Weite, hohen Räumen und warmen Farben.

Ein Beispiel ist die Firma Instant Service AG, die seit 2012

Finanzinstituten ihre Dienstleistung anbietet und sofort zum

Marktführer avancierte: Immobilienbesichtigung & Dokumentation

für Banken, im Rahmen der Finanzierung von

Wohneigentum. „Inzwischen stellt die

von uns entwickelte Softwarelandschaft

die Grundlage für täglich ca. 1.000 Sachverständigenbesuche

bei Objekten in

Deutschland und Österreich.“ Das Unternehmen

realisiert mit einem umfassenden

Managementsystem hocheffizient

die Einsätze ihrer Immobilienexperten.

Das alles funktioniert auch deswegen

so gut, weil die Mitarbeiter das wahre

Vermögen des Unternehmens bilden.

Die Fluktuation ist sehr gering, der Altersdurchschnitt

liegt unter 35 Jahre.

„Wir unternehmen viel gemeinsam“, sagt Kühn. Ein besonderes

Augenmerk liegt auf den Mitarbeiterfamilien. Für jeden

Nachwuchs gibt es ein Begrüßungsgeld von 1.000 Euro, auch

werden die Kitakosten übernommen. Zudem gibt es für Mitarbeiter

E-Fahrräder oder PKW-Stellplätze am Standort. Und

auch das Arbeitsumfeld muss bei der NT.AG stimmen.

Das Unternehmen setzt in den Büros auf hochwertige

Materialien, auf viel Licht und Weite mit bodentiefen

Fenstern, hohen Räumen, warmen Farben und raffinierten

Lichtkonzeptionen. Und natürlich auch mit

modernster Technik. „Die Kollegen sollen sich wohlfühlen“,

sagt Kühn. „Das trägt auch zum Erfolg des

Unternehmens bei.“

Und natürlich setzt die NT.AG auch auf Nachhaltigkeit.

Das Rechenzentrum, ein wahrer Stromfresser,

wird zwar mit Strom der SWE Energie

GmbH versorgt (Kühn: „unser regionaler Partner“),

unternehmenseigene Photovoltaikanlagen erzeugen

jedoch an einem Thüringer Standort mit ihren

11.800 Modulen höchst umweltfreundlich jährlich rund

800.000 kWh Energie. Und vermeiden somit 532 t

CO 2 . Damit hat dann die gesamte Unternehmensgruppe

auch eine positive Energiebilanz.

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT, NT.AG

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Mit 4 Pfoten unterwegs

Alfred Leubauer

ist Gassigeher aus

Leidenschaft. Heute

ist er mit Iwan unterwegs,

einem Westsibirischen

Laika.

Alfred Leubauer ist ein alter Hase, wenn es ums Gassigehen

geht. Seit 2016 führt er regelmäßig Hunde

aus dem Tierheim am Lutherstein aus. Besondere

Lieblinge hat der 76-Jährige nicht. „Ich komme mit

jedem aus und war im Laufe der Zeit mit 70 Hunden unterwegs“,

resümiert er und präsentiert uns stolz seine Liste. Minutiös

ist darin aufgeführt, mit welcher Fellnase er an welchem

Tag unterwegs war. Sogar das Wetter ist dokumentiert.

Heute wartet Iwan auf ihn, ein Westsibirischer Laika. Die

beiden kennen sich noch nicht. „Tui gawarisch po russki?“,

fragt Alfred Leubauer ihn. Iwan zeigt sich unbeeindruckt und

schweigt.

Klaglos lässt sich der Rüde von Paula Lindel, sie arbeitet

als Bufdi im Tierheim, an Alfred Leubauer übergeben. Er wird

erst neugierig, als es in Alfreds Tasche knistert. Ganz plötzlich

setzt sich er sich hin und hebt bettelnd seine große Pfote,

lässt sich die Ohren kraulen und schaut ihn treuherzig an.

Iwan weiß, wie man Herzen zum Schmelzen bringt.

„Anfang Januar wurde er ausgesetzt, am Lutherstein mit

Maulkorb festgebunden“, sagt Laura, die froh ist, dass Iwan

schnell gefunden wurde, denn zu der Zeit war es ziemlich

kalt. Doch Iwan ist leider kein Einzelfall. Wer mit seinem Tier

nicht klarkommt und es deshalb loswerden will, geht leider

oft den Weg des geringsten Widerstandes und setzt das

Tier aus, statt es im Tierheim abzugeben. Viele schrecken

die Kosten ab, vielleicht ist es aber auch die Scham, versagt

zu haben. Wer weiß das schon?

Vier Jahre ist der pflegeleichte Rüde alt und wartet auf

eine hundeerfahrene Familie, die es gut mit ihm meint. Iwan

ist verschmust, sehr energiegeladen. „Auf keinen Fall ein

Hund für Anfänger, denn er braucht noch Erziehung. Auch

das Alleinbleiben fällt ihm schwer, dann jault er gern“, erzählt

Paula, die sich für ihn ein Rudel mit Zeit und eingezäuntem

Grundstück wünscht, denn Laikas brauchen nicht nur Bewegung,

sondern auch Beschäftigung.

Wegen Corona treffen sich Paula Lindel, sie arbeitet als

Bufdi im Tierheim, und Alfred Leubauer direkt am Eingang

zur Übergabe.

Währenddessen haben sich Alfred und Iwan beschnuppert

und machen sich auf den Weg ins Grüne. Auf ihrer Runde

treffen die beiden andere Gassigeher. Auch Rocky ist gerade

am Spazierengehen, allerdings mit Maulkorb, denn er ist kein

einfacher Zeitgenosse und knurrt uns an, sowie wir uns nähern.

Iwan hingegen ist entspannt. Auch Sammy kommt uns

entgegen. „Der Kleine hat seinen eigenen Kopf, vor allem,

wenn er in eine andere Richtung will. Wir sind oft zusammen

draußen. Manchmal stehen wir fünf Minuten mit straffer Leine,

am Ende gibt er dann aber doch nach und dreht um“, erzählt

Alfred. Aber auch mit Tobi hat er seinen Spaß. „Ein Mix,

der seinem Namen alle Ehre macht. Er tobt zu gern herum“,

erzählt Alfred, der bei Wind und Wetter als Gassigeher unterwegs

ist. Ein- bis zweimal die Woche. „Ich genieße die Zeit

mit dem Hund, meist laufen wir so zwei bis drei Stunden, das

ist Entspannung pur. Manchmal wollen die Hunde bei Regen

eher rein als ich“, sagt er und schmunzelt.

Wie er zum Tierheim kam? Über einen Bericht im „Allgemeinen

Anzeiger“. „Ich hab angerufen, wurde belehrt, denn

es gibt ja schon einiges zu beachten, wenn man mit fremden

Hunden unterwegs ist“, sagt er und teilt seinen Erfahrungsschatz

mit uns. „Mit Leckerlis sollte man eher verhalten

sein, auch wenn die Tiere noch so betteln, denn manche

Hunde haben Allergien. Und auch von der Leine sollte man

die Hunde nicht lassen. Hier fahren viele Laster, das wäre zu

gefährlich“, erzählt er.

Wenn er nicht Gassi geht, genießt er seinen Entspannungsgarten

in Rhoda-Möbisburg, hilft den Nachbarn gern

bei technischen Problemen. Sein Spezialgebiet: Elektrotechnik.

Lange hat er als Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer

Erfurt gearbeitet. Ruhen ist nicht so seins. Und so

ist er auch als Freiwilliger bei der Bundesgartenschau in Erfurt

aktiv. „Ich führe die Leute durch den Festungsgraben

am Petersberg und erkläre, was es mit den Kräutern dort auf

sich hat“, erzählt er.

Wer sich fürs Gassigehen interessiert, kann sich gern per

Telefon unter: 0361 564-4400 melden, sollte sich aber darüber

im Klaren sein, dass es nicht nur um Spaziergänge am

Wochenende, sondern vorrangig in der Woche geht.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

Alfred Leubauer und Iwan haben sich schnell angefreundet

und sprinten zusammen über die Wiese.

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Gemeinsam

gegen den Müll

„Ich habe seit 25 Jahren keine

Langeweile in meinem Job. Es gibt

immer neue Herausforderungen“,

sagt Thomas Niehoff von der SWE

(links). „Unsere Aufgaben sind

vielfältig und das Einsatzgebiet ist

riesig“, sagt Christian Körting vom

Garten- und Friedhofsamt .

So kämpfen Stadt und Stadtwerke gegen

Kippen, Pappe, Plaste & Co.

Zerbrochene Bierflaschen neben der Parkbank,

dahinter Aluschalen, Einweggrills und Plastikgeschirr,

verwaiste Coffee-to-go-Becher zwischen

blühenden Stauden. An manchen Tagen,

vor allem nach sonnigen Wochenenden, herrscht in Erfurter

Parks Müllchaos. Thomas Niehoff und Christian

Körting können ein Lied davon singen, gemeinsam mit

ihren Teams sind sie täglich im Einsatz, um die Müllflut

zu beseitigen.

550 Hektar Erholungsfläche (rund 770 Fußballfelder)

gibt es in Erfurt, 942 Papierkörbe sollen hier Müll sammeln.

Seit Januar ist die Straßenreinigung der SWE Stadtwirtschaft

GmbH für sie verantwortlich. Unter Abteilungsleiter

Thomas Niehoff kann das dreiköpfige Team

täglich 200 Papierkörbe leeren. Davor gehörte das zu den

Aufgaben von Christian Körting, Revierleiter und Meister

in der Grünflächenpflege beim Garten- und Friedhofsamt.

„Seit wir die Leerung der Papierkörbe an die

Stadtwerke übergeben konnten, haben wir viel mehr Ressourcen

für die Grünpflege“, sagt der 38-Jährige. Denn

neben der Pflege und der Reinigung von Erfurts Parkund

Grünflächen kümmern sich die Teams des Gartenund

Friedhofsamtes auch um Ordnung auf den Spielplätzen

und verschiedenste Einbauten, vom Schild über

Fahrradständer bis hin zur Parkbank.

„Wir versuchen, die Papierkörbe der Hotspots drei

Mal wöchentlich zu leeren“, sagt Niehoff. Im Nordpark

ist das Müllaufkommen besonders hoch. „Die Menschen

suchen immer die Nähe zum Wasser“, sagt Körting. Niehoff:

„Durch Corona hat das Müllaufkommen noch zugenommen,

besonders durch den To-go-Verkauf von Essen.“

Seit 2019 ist das Müllvolumen in den Erfurter Parks

von 174 auf 199 Tonnen gestiegen (Gewicht von 34 Elefanten).

Im gesamten Stadtgebiet gibt es 1.300 Papierkörbe.

Neun sind Presspapierkörbe, sie können mit 600 Litern

Fassungsvermögen das Zehnfache eines normalen Papierkorbes

an Müll aufnehmen. Trotzdem scheinen sie oft

überfüllt zu sein. Jan Renke (36), Gruppenleiter des Bereichs

Reinigung und Pflege bei der SWE Stadtwirtschaft:

„Besonders sperrige Dinge wie Pizzakartons blockieren

unsere Papierkörbe. Durch ihre Größe kann die Klappe

nicht schließen, das Ganze ist dann außer Betrieb.“

Würden mehr Papierkörbe zu weniger Überfüllung

führen? Die Antwort der Experten: Nein. „Wir sehen immer

wieder, dass Hausmüll in den Papierkörben entsorgt

wird, wodurch die Abfälle der Parkbesucher keinen

Platz mehr haben“, sagt Renke. „Mehr Papierkörbe

sind keine Lösung. Sie scheinen den Müll förmlich anzuziehen“,

findet auch Körting. Und das nicht nur rund um

die Papierkörbe – viele Besucher lassen ihre Einweggrills,

Zigarettenkippen oder Essenverpackungen einfach auf

der Wiese liegen.

Niehoff: „Mehr Mülleimer bekämpfen nicht die Ursache

des Problems. Es ist besser, auf den Verursacher zuzugehen.“

Genau an diesem Punkt setzt die neue Kampagne

„Voll daneben – Meine Stadt. Mein Park. Mein Müll“ an.

Unter dem Hashtag #erfurtsauber wollen die Stadtwerke

Erfurt gemeinsam mit der Stadt Erfurt auf den Bürger zugehen

– in den sozialen Medien, durch Plakate und Promotion-Teams.

Ziel: Die Erfurter nehmen ihren Müll wieder

mit nach Hause und entsorgen ihn dort ordnungsgemäß.

„Es ist traurig zu sehen, wie die eigene Arbeit scheinbar

mit Füßen getreten wird“, sagt Renke. „Ich sehe Parks

und besonders die neu entstandenen Grünanlagen als Bereicherung.

Da ist es schade, wenn alles kaputt gemacht

wird oder verdreckt.“ Und das könne ja kein Erfurter wirklich

wollen…

TEXT: EMELY LEA STEHR FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

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Es dolupta quid que et re

volupta pligendae pari

dolesequi omniet qui deriature

reEm voles aut

alit enihill iquisquam non

prae voluptur?

Seit 2019 hat Textilkünstlerin Britta Schatton ihr Atelier auf der Krämerbrücke. Im Haus zur Glocke spielt sie mit Licht und Schatten.

Von Licht und Schatten

Zu Besuch bei

Britta Schatton –

Textilkunst

von der

Krämerbrücke

Aus Merinowolle, Fasern, Seide, Baumwolle, Leinen

und Papieren kreiert Britta Schatton wahre Wunderwerke

– textile Collagen aus abstrakten Landschaften

und floralen Elementen, schimmernde Schals in

warmen Tönen. Alles aus der Erinnerung, alles ein Ausdruck

des Lichts, das sie tief in sich aufgenommen hat.

Seit 2019 führt sie ihre kleine Ladengalerie im Haus zur

Glocke auf der Krämerbrücke. ARTenVielfalt Erfurt heißt sie.

In der ersten Etage hat sich die 47-Jährige ein kleines Atelier

eingerichtet. Ganz oben wohnt sie. Schön ist es hier. An der

Rückseite ihres Ladens schaut sie direkt auf die Breitstrominsel,

auf die Gera, die ihre Farben – je nach Wetterlage

– ändert. Hier, im Haus Nr. 7, hatten im Mittelalter Kannengießer

ihr Domizil. Davon kündet eine alte Stuckarbeit

an der Decke von 1680, die von der Stiftung Krämerbrücke

sorgfältig restauriert wurde. „1890 zogen in einem Hintergebäude

Färber ein, das in den 1960er-Jahren abgerissen

wurde“, erzählt Britta Schatton, die sich freut, dass sie die

Tradition indirekt fortführt, denn das Spiel von Farben, von

Licht und Schatten spielt auch in ihrer Arbeit eine wichtige

Rolle. Im Haus Nr. 7 vereint sie Wohnen, Kunst und Handel

wieder unter einem Dach.

Zwei riesige hölzerne Tische mit sehr flachen Metallwannen

stehen in ihrer kleinen Werkstatt. Hier bannt sie

das Licht des Südens, die

warmen, erdigen Töne der

Toskana, das bezwingende

Blau der kroatischen Küste

in ihre textilen Kunstwerke.

Kontraste faszinieren sie,

die Variationen von Hell und

Dunkel. Anfangs gestaltete

sie vor allem Kleider und

Hüte verschiedenster Stilepochen.

„Das kam gut an.

Irgendwann aber war mir

das zu wenig, bot zu wenig

Raum für Interpretationen“,

erzählt sie. Heute

brilliert sie mit textilen

Wandgestaltungen, großen

und kleinen. Die großen

zieht sie auf Keilrahmen,

schmückt damit Wände. Die

kleinen arrangiert sie auf Papier.

Gern spielt sie mit den

Oberflächen, bricht mit konventionellen

Sehgewohnheiten,

sprengt die Zweidimensionalität

mit ihren haptisch

ausgelegten Collagen, versetzt

das Gegenständliche

ins Abstrakte, wechselt Perspektiven,

abstrahiert und

reduziert auf Licht, Schatten

und Bewegung. So entstehen

im Textil Risse oder Erd-

Schimmernde Schals aus Wolle und

Seide sind ihre Spezialität.

In ihrem Lädchen auf der Krämerbrücke präsentiert

Britta Schatton nicht nur Textilkunst, sondern auch

Gemälde und Drucke befreundeter Kollegen.

schollen, leichte Blütenblätter, die man unbedingt berühren

möchte und auch darf, wie sie betont.

Auf Wunsch fertigt sie wunderbare Schals und Capes aus

Seidenfilz, die in den verschiedensten Farben strahlen, je

nach Lichteinfall in vielen Tönen schimmern. Ihr Geheimtipp?

„Die Seide“, sagt sie und lächelt. „Ich schichte die Materialien

übereinander, teilweise in mehreren Lagen, führe

Wasser zu und arbeite die Wolle in die Seide ein, das gibt

dem Filz einen besonderen Schimmer“, verrät die zierliche

Frau, die ordentlich zupacken kann. Denn Filzen ist Schwerstarbeit,

es erfordert nicht nur Kraft, sondern auch eine unglaubliche

Geduld. Drei bis vier Tage braucht sie für einen

Schal. Die Wolle färbt sie mit eigenen Pigmentmischungen.

Olivbraun und Olivgrün dominieren, ebenso wie Rostorange

und turmaline Töne – angelehnt an den Edelstein,

der für seine gemischten Farben bekannt ist und auch als

Chamäleon-Edelstein bezeichnet wird, da er wegen seiner

changierenden Farben gern verwechselt wird.

Von Haus ist die Wahlerfurterin, die aus Magdeburg

stammt, Biologin. Schon als Kind hat Britta Schatton viel

gezeichnet, gemalt, ihrer Leidenschaft lange Zeit nur durch

Zeichenkurse nachgegeben. 2006 entschloss sie sich, selbst

künstlerische Wege zu gehen und die Lehre von Flora und

Fauna an den Nagel zu hängen. Nicht ganz, denn wenn

man genau hinschaut, sieht man in ihren Arbeiten immer

wieder verfremdete naturbezogene

Motive: Blätter, Strömungen,

Fische...

Inspiration holt sie sich am

Mittelmeer, aber auch an der

Ostsee. Immer ist sie mit ihrer

kleinen Polaroid unterwegs,

fängt Lichtimpressionen ein,

aber auch besondere vegetative

Strukturen, die aus der

Landschaft herausstechen.

In ihrem kleinen Laden führt

sie aber nicht nur Textilkunst,

sondern auch Gemälde, Drucke

und handgefertigte Leuchten

aus Naturmaterialien

befreundeter Kollegen – beispielsweise

von Silvia Döhler,

die ihr Atelier nur wenige

Meter weiter hat. In normalen

Zeiten bietet Britta Schatton

besondere Workshops an, immer

in kleinen Gruppen. Experimentelle

Kurse, in denen sie

die Kunst des Filzens vermittelt,

Material- und Schablonendruck

auf Seide, das Färben

von Geweben, die Gestaltung

von textilen Collagen.

Mehr über Britta Schatton

gibt es im Internet unter

www.schatton-textilkunst.de.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Hier hat jedes Kind

den grünen Daumen

Gartenarbeit im

Schulalltag – in der

CJD Christophorusschule

in Erfurt wird

jedes Kind zum Gärtner.

Auch Rollstühle sind

bald kein Hindernis mehr.

Nachwuchsgärtner im Einsatz: Nadja gießt den Kübel, in dem

bald eine Tomatenpflanze wachsen wird. Oskar überlegt noch,

wo er den Oregano einpflanzen möchte.

Justin ist stolz – er hat mit

seinen Klassenkameraden

alle Beete vorbereitet.

Buddeln, säen, pflanzen

und ernten – die Arbeit im

Schulgarten ist besonders

beliebt. In der Erde knien,

sich dreckig machen und mit der

Gießkanne Matschpfützen zu fabrizieren,

gehört natürlich dazu.

Aber was, wenn die Kinder im

Rollstuhl sitzen? Kein Problem

– in der CJD Christophorusschule

in Erfurt darf jeder

seinen grünen Daumen entwickeln.

„Wir haben eine sehr vielfältige

Schülerschaft mit

verschiedenen, individuellen

Bedürfnissen“, erzählt

Katja Kirchner, die Schulleiterin

der Förderschule.

Ein Schulgarten kann

aber für manche Schüler

schnell zum Hindernis

werden. „Es ist

ganz schön schwierig,

aus dem Rollstuhl heraus

tätig zu werden und

im Beet arbeiten zu können.“

Also was tun? „Wir haben

uns bei der Projektförderung

,Junges Gemüse‘ von

den Stadtwerken Erfurt beworben

und wollen unterfahrba-

re Hochbeete bauen. Dort können unsere Schülerinnen und

Schüler im Rollstuhl die gleichen Gemüsesorten und Kräuter

anbauen wie auf dem Schulacker.“ Und damit das Beet mobil

wird, bekommt es kleine Rollen verpasst.

Ideen wie die der Förderschule zu unterstützen, ist das Ziel

der SWE. „Wir wollen Schulen gezielt helfen“, sagt Annett

Glase, die Referentin für Schulkommunikation der Stadtwerke

Erfurt. Deswegen werden dieses Jahr zum dritten Mal 11

Projekte in drei Kategorien (Starthilfe, Gesunde Ernährung,

Junges Gemüse) mit je 500 Euro gefördert. So bunt wie die

Schüler selbst sind auch ihre Ideen: von Kräuterspiralen über

Insektenhotels bis hin zum Mini-Treibhaus.

Die erhaltenen 500 Euro Startkapital für ihr Projekt hat die

CJD Erfurt Christophorusschule nicht nur in das Material für

die barrierefreien Beete investiert. Neue Gartengeräte, Samen

und Jungpflanzen wurden gekauft. Denn neben den

Hochbeeten sollen verschiedene Kartoffelsorten keimen,

Erdbeeren wachsen und Tomaten

gedeihen. Und das

alles auf dem Schulhof: „Mini-Acker“

haben sie ihr Projekt

deswegen getauft.

„Unsere Schüler mögen

alles, was praktisch ist. Bei

Kindern mit sonderpädagogischem

Förderbedarf reicht

kein Arbeitsblatt, um zu verstehen,

wie eine Pflanze

wächst. Sie müssen erleben,

wie sich die Erde anfühlt, sehen,

wie die Pflanzen wachsen

und lernen, was sie dafür

tun müssen“, sagt Kirchner.

„Das ist unser erstes Schulgartenprojekt, ich freue mich

schon richtig darauf“, erzählt Nadja. Die Siebtklässlerin wird

mit ihren Klassenkameraden eine eigene Tomatenpflanze

großziehen. Dass sie sofort mit der Gartenarbeit starten

können, haben sie den älteren Schülern zu verdanken. „Wir

haben die Beete zusammengebaut und mit Erde befüllt. Das

hat richtig Spaß gemacht“, erzählt Justin. Er ist 16 Jahre und

besucht die Werkstufe 3.

Insgesamt lernen hier 108 Schüler im Alter zwischen 6 und

21 Jahren in zwölf Klassen. „Wir sind eine richtig gute Gemeinschaft“,

sagt Kirchner. Deswegen wird nicht nur Wert

darauf gelegt, das Obst und Gemüse gemeinsam anzubauen,

sondern auch zusammen zu verwerten. „Die Ernte wird

miteinander geteilt. Wir wollen bei Schulfesten wie unserem

Erntedankfest gemeinsam etwas aus unserer Ernte machen,

zum Beispiel Aufstriche aus Tomaten.“

Damit sich die Schüler nicht nur in diesem Jahr über

selbst angebautes

Obst und Gemüse

freuen können,

wird Wert auf

Nachhaltigkeit gelegt.

„Es gelingt uns,

Projekte über viele

Jahre hinweg fortzuführen.

Wir haben

schon lange eigene

Schulschafe. Sind die

Voraussetzungen für

ein solches Projekt

einmal da, wollen wir

dies auch dauerhaft

nutzen“, sagt Kirchner.

TEXT: EMELY LEA STEHR FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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Superhelden-Eistee

Ich mix mir

Was!ser!

• 1 Liter Wasser

• 1 Glas Apfelsaft

• 2 Zitronen

• 2 Beutel Apfeltee

• 2 Beutel Pfefferminztee

• frische Minze

• Eiswürfel

Zuerst werden die Teebeutel mit kochendem Wasser übergossen –

lasst euch dabei von euren Eltern helfen. Dann presst ihr eine Zitrone

aus und gebt den Saft mit dem Apfelsaft in die Kanne. Das Ganze

sollte ungefähr 10 Minuten ziehen. Wenn der Tee richtig kalt ist,

(am besten stellt ihr ihn in den Kühlschrank), kann er mit Eiswürfeln,

ein paar Zitronenscheiben und frischer Minze serviert werden. Lecker!

Kinder-Mojito

• ½ Liter Wasser

• 2 Limetten

• 2 Zitronen

• Minzsirup

• frische Minze

• Crushed Ice

Schnappt euch die Limetten und die Zitronen und presst sie ordentlich

aus. Den Saft mixt ihr einfach mit dem Wasser in einer Kanne.

Gebt ungefähr drei Teelöffel Minzsirup (alternativ Holundersirup)

dazu. Jetzt könnt ihr eine Handvoll Minze pflücken und in euren Händen

„zermatschen“. Gebt die zermahlene Minze in ein leeres Glas, danach

reichlich Crushed Ice draufkippen. Füllt nun das Glas mit dem aromatisierten

Wasser auf – eine super Erfrischung für Groß und Klein.

Wir suchen die leckersten

Durstlöscher für die heiße Jahreszeit

Unter dem Motto „Ich mix mir Was!ser!“

suchen wir eure Lieblings-Wasserrezepte.

Denn im Sommer ist nichts

wichtiger als trinken, trinken, trinken! Das

ist gesund und wichtig für kleine Abenteurer.

Lennart hat schon mal losgelegt und

zeigt seine drei Lieblingskreationen zum

Durstlöschen. So lecker kann Trinken sein!

Macht mit bei unserem Trinkwasserprojekt

und gewinnt tolle Preise für eure Klasse.

Schneller Melonen-Erdbeer-Slushi

• 250 ml Wasser

• 1 kleine Wassermelone

• 250 g Erdbeeren

• Crushed Ice

Als Erstes müsst ihr die Melone und die Erdbeeren in kleine Würfel

schneiden. Püriert jetzt das Obst mit einer Küchenmaschine oder

einem Mixer zu einem Obstbrei. Gebt dabei immer wieder ein bisschen

Wasser dazu. Eure Eltern helfen bestimmt beim Pürieren. Stellt

euer Sommergetränk ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank. Danach

könnt ihr es mit reichlich Crushed Ice genießen. Ein eiskaltes Vergnügen.

Jetzt mitmachen

Jetzt seid ihr dran! Schickt uns eure leckersten Durstlöscher-

Sommerrezepte und nehmt an unserem Trinkwasserwettbewerb

teil. Das Tolle: Erfurter Grundschüler können für ihre Klasse einen

von zehn Trinkwassersprudlern oder einen Besuch von „Julchens

Kochmobil“ gewinnen. Unter dem Stichwort

„Ich trink Was!ser!“ sendet ihr eure Rezepte per

E-Mail an: annett.glase@stadtwerke-erfurt.de oder per Post an:

SWE Stadtwerke Erfurt GmbH, Magdeburger Allee 34,

99086 Erfurt, zu Händen Annett Glase.

Einsendeschluss ist der 16. Juli 2021.

Mehr Infos: www.stadtwerke-erfurt.de/trinkwasserwettbewerb.

TEXT: HANNES SCHAUERHAMMER

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

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ERFURT

ERBLÜHT

87.000 m 2

Blumen

2 Ausstellungsflächen

Petersberg & egapark

23 Blumenhallenschauen

Zahlreiche

Veranstaltungen

Aktuelle Infos

und Tickets unter

buga2021.de

BUGA Erfurt

2021 App

Jetzt in den App-Stores.

www.buga2021.de

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@buga2021

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Magdeburger Allee 34, 99086 Erfurt

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Wasser 0361 564-1818

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Kundendienst

Telefon: 0361 564-3455

■ MOBILITÄT

EVAG-Mobilitätszentrum

am Anger: Beratung, Verkauf

und Information

Fahrplan und Tarifauskünfte

Telefon: 0361 19449

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