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ProfiWissen Beanstandungen Innentüren - i&M

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PROFIWISSEN

Beanstandungen Innentüren

Beanstandungen Innentüren

2.300 m 2 Ideengarten Natursteine


Im Jahr 2020 erschien in der Reihe ProfiWissen der erste Titel „Innentüren“. Die positiven Rückmeldungen haben

motiviert das Thema mit diesem Heft fortzusetzen. Bereits im ersten Teil wurde deutlich, dass im Objektgeschäft

und der Beratung von Handwerkern und Privatkunden tiefes fachliches Know-How gefragt ist. Darin zeigt sich eine

erfolgreiche Beratung und der nachfolgenden Projektabwicklung. Manchem wird es erstaunen, wie viele Details zu

klären sind, damit die Nutzer genau die Innentüren bekommen, die auf alle Anforderungen passen. Beratung und

Planung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Auftragsdurchlauf. Der Teil 1 bietet viele Grundlageninformationen

um fundiert agieren zu können.

Innentüren gehören im Holz- und Baustoffhandel nicht nur zu den umsatzstärksten, sondern auch zu den beanstandungsträchtigsten

Produktsegmenten. Daher kommt dem Reklamationsmanagement eine entscheidende

Bedeutung für den Handel zu. Bei der Bearbeitung von berechtigten Reklamationen sind verschiedene Ursachen

zu unterscheiden:

• Planungs-, Beratungs- und Ausschreibungsfehler

• Ausführungsfehler auf der Baustelle

• Transport-, Hersteller- und Verarbeitungsmängel

• Erhöhtes Anspruchsdenken der Kunden

In diesem Heft steht die Vermeidung und Bearbeitung von Beanstandungen im Fokus. Sie finden wertvolle Tipps

um Fallstricke bei der Projektabwicklung zu vermeiden und zielführende Informationen um Mängelrügen professionell

zu bearbeiten.

Teil 2 - 1. Auflage Dez. 2021

2


Inhaltsverzeichnis

Seite

A. Beratungs- und Verkaufssituationen ..........................................................................4

Beratung von Privatkunden................................................................................................................. 6

Beratung von Handwerkskunden........................................................................................................ 6

B. Spielregeln der Belieferung und rechtliche Grundlagen...........................................7

Leistungsbeschreibungen verstehen und bearbeiten ......................................................................... 7

Ausschreibung und die Rolle des Handwerkers und Fachhandels..................................................... 8

Gleichwertigkeit................................................................................................................................... 8

Bedenkenanmeldung und Behinderungsanzeigen ............................................................................. 9

Die Abnahme der Lieferung / Werkleistung und deren Regelungen................................................. 11

Fall 1: Die Türen werden nur geliefert............................................................................................... 12

Fall 2: Die Türen wurden geliefert und montiert................................................................................ 12

Abnahmeverpflichtung und Abnahmeverweigerung ......................................................................... 13

C. Kommunikation im Beanstandungsfall..................................................................... 15

D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung................................................... 17

Technische Beanstandungsgründe ..................................................................................................18

Türblatt und Zarge ............................................................................................................................ 19

Montage ............................................................................................................................................ 20

Visuelle Beeinträchtigungen ............................................................................................................. 25

Wartung von Innentüren ................................................................................................................... 28

Beanstandungen im Überblick .................................................................................. 30

E. Einigungsoptionen im Beanstandungsfall ............................................................... 31

Nacherfüllung.................................................................................................................................... 32

Minderung ......................................................................................................................................... 33

Kulanz ............................................................................................................................................... 33

Literatur........................................................................................................................ 34

Impressum ................................................................................................................... 35

Haftungshinweis: Bei diesen Unterlagen handelt es sich um Empfehlungen des Verfassers, welche nach bestem

Wissen und Gewissen und nach gründlichen Recherchen erstellt wurden. Irrtümer oder Fehler, welche sich z. B.

aus veränderten Randbedingungen ergeben könnten, sind dennoch nicht ausgeschlossen, so dass der Verfasser

und der Herausgeber keinerlei Haftung übernehmen können.

3


A. Beratungs- und Verkaufssituationen

A. Beratungs- und

Verkaufssituationen

Wir im Fachhandel haben es heute mit zwei Arten von Kunden zu tun. Auf der einen Seite sind das die Privatkunden

und auf der anderen Seite gewerbliche bzw. Handwerkskunden.

Im Vorfeld der Kaufberatung ist das Ziel, durch eine kluge Beratung Beanstandungen irgendwelcher Art von vornherein

auszuschließen. Um dieser Beratungsqualität des Fachhandels gerecht zu werden, eignet sich neben dem

fachlichen Wissen, die Verwendung von Bedarfs-Checklisten. Durch die Verwendung solcher Checklisten wird

eine gleichbleibend hohe Beratungsqualität weitestgehend sichergestellt und durch die schriftliche Dokumentation

interpretationsfrei. Skizzen, Zeichnungen, Fotodokumentationen ergänzen solche Checklisten sinnvoll.

Ein standardisiertes und strukturierte Aufmaßblatt ist ein wichtiges Werkzeug um Aufmaß und Kommunikationsfehler

zu minimieren.

4


Abb. 1


Die Datenaufnahme betrifft zunächst das Bauvorhaben.





Abb. 2 Wie wird gemessen und in

welcher Genauigkeit? Ist Baustelle

schon weit genug (Putz, Estrich, Böden),

um ein Aufmaß zu erstellen?

gemessen wird ab

Oberkante des fertigen

Fußbodens, inkl. Estrich etc.

gemessen wird die Breite

der fertigen Wandöffnung

gemessen wird die fertige

Wanddicke inkl. Putz und

Fliesen etc.
























































Abb. 3

Wie ist bei dem einzelnen Auftrag die Ausstattung der Türen gewünscht?
















Abb. 4


Zur einzelnen Tür sind eine Reihe von Informationen erforderlich. Selbst bei einem Einfamilienhaus

gibt es oft Türen mit Sonderausstattung (WC-Schloss, Lichtausschnitt usw.).

Vorbereitete Aufmaßblätter werden von den Herstellern und Fachhändlern als Service für den Planer

und Verarbeiter angeboten. Sie dienen ebenfalls als Checkliste im Verkaufgespräch.





5


A. Beratungs- und Verkaufssituationen

Beratung von Privatkunden

Bei Privatkunden müssen wir in der Regel davon ausgehen, dass diese eine Meinung zu einem Produkt und dessen

Verwendung haben, aber nicht immer den fachlichen Durchblick. Wenn sich ein Privatkunde im Fachhandel

beraten lässt, sollten wir von einer besonderen Beratungspflicht ausgehen. Der Privatkunde kann in einem Fachhandelsgeschäft

eine größere Sachkunde des Verkaufspersonals erwarten.

Um der Beratungspflicht zu genügen, wird der Verwendungszweck abgefragt. Sodann gehört es dazu, über die

wesentlichen und auch die ungünstigen Eigenschaften der in Betracht kommenden Bauelemente zu informieren.

Das Beratungsgespräch wird mittels der Bedarfs-Checkliste schriftlich dokumentiert (Beispiel in Abb. 1 bis Abb. 4

auf Seite 5). Fachbegriffe und Nutzungssituationen sollten durch geeignetes Anschauungsmaterial verständlich

erklärt werden (Muster, Bilder, Filme). Unter dem Hinweis auf die Verwendung dieser Checkliste wird der Verkauf

in der Wahrnehmung der Kunden deutlich professioneller eingeschätzt.

Zur besseren Orientierung und Vorbeugung von Missverständnissen

wird eine Grundrisszeichnung dem

Angebot beigelegt (Abb. 5).

Beratung von Handwerkskunden

Bei Handwerkskunden ist von einem höheren Wissensstand

auszugehen. Fachbegriffe und Abläufe können

als bekannt unterstellt werden. Trotzdem kann hier die

Bedarfs-Checkliste als Service im Vorfeld zur Verfügung

gestellt werden. Die Liste kann ein Handwerker

eigenverantwortlich ausfüllen. Aufgabe des Verkäufers

ist es, die Bedarfs-Checkliste auf Schlüssigkeit zu kontrollieren.

Das Bestellverfahren kann sodann eingeleitet

werden.

Abb. 5 Grundriss einer Wohnung. Die Zeichnung dient

als Anlage zum Angebot.

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B. Spielregeln der Belieferung

und rechtliche Grundlagen

Leistungsbeschreibungen verstehen und bearbeiten

Die Teilnahme an Ausschreibungen, oder die Bearbeitung von Ausschreibungen für die Handwerkskunden zur

Preisfindung, ist Teil des Alltagsgeschäfts im Fachhandel. Öffentliche Vergabeverfahren und Ausschreibungen

werden nach der VOB/A nach festen Regeln durchgeführt. In Anlehnung an diese Regeln werden auch sogenannte

Architektenausschreibungen für private Auftraggeber oder für Bauträger durchgeführt, wobei nur die Auftragsvergabe

für öffentliche Ausschreibungen nach strengen Vergaberegeln zu erfolgen hat.

Dabei bildet die Leistungsbeschreibung das technische Kernstück eines jeden Vergabeverfahrens. Mit ihr

beschreibt und konkretisiert der Auftraggeber die gewünschte Ausführung der Türen, den Umfang des Auftrages,

sowie Ort und Zeit der Ausführung. Für den Bieter bildet die Leistungsbeschreibung die Kalkulationsgrundlage. Die

7


B. Spielregeln der Belieferung und rechtliche Grundlagen

Leistungsbeschreibung dient dazu, innerhalb eines Vergabeverfahrens vergleichbare Angebote einzuholen, die

den konkreten Vorstellungen des Auftraggebers entsprechen. Die zu erbringende Leistung ist in der Ausschreibung

und dem daraus resultierenden Werkvertrag beschrieben und definiert den Sollzustand der späteren Ausführung.

Mit einer Ausschreibung wird die Grundlage für einen Preisvergleich unter den Bietern ermöglicht. Der

Investor möchte das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Vergabe erzielen und seine zuvor definierten Anforderungen

auch tatsächlich erfüllt sehen. Wie gut dies gelingt, hängt maßgeblich von der Qualität der Ausschreibung

ab.

Ausschreibung und die Rolle des Handwerkers und Fachhandels

Die Beschaffenheit der Tür, der Sollzustand, wird in erster Linie in den technischen Vorbemerkungen und der Leistungsbeschreibung

definiert. In den Vorbemerkungen finden sich Hinweise zu den Besonderheiten des Bauvorhabens,

die allgemeinen technischen Beschreibungen und die positionsübergreifenden Parameter wie

Lastabtragung, Brennbarkeit, etc.

Die Anforderungen an eine Leistungsbeschreibung für Türen sind einfach in der Theorie und oftmals schwierig in

der Umsetzung. Die geforderten Bauelemente und Leistungen sind eindeutig und so erschöpfend zu beschreiben,

dass alle Bieter die Beschreibung im gleichen Sinne verstehen müssen und ihre Preise sicher und ohne umfangreiche

Vorarbeiten berechnen können. Um eine einwandfreie Preisermittlung zu ermöglichen, sind alle beeinflussenden

Umstände festzustellen und in den Vergabeunterlagen anzugeben.

In der Praxis stellt der Anbieter allerdings oftmals fest, dass technische Vorbemerkungen und Langtexte bzw. Positionsbeschreibungen

im Widerspruch zueinander stehen. Hier sieht die VOB eine klare „Prioritätenliste“ im § 1 vor.

Bei Widersprüchen im Vertrag gelten nacheinander:

a) die Leistungsbeschreibung mit Langtext (Beschreibung der Einzelpositionen)

b) die besonderen Vertragsbedingungen (Vertragsstrafen, Rechnungen, Sicherheitsleistungen etc.)

c) etwaige Zusätzliche Vertragsbedingungen (u. a. Ausführungsunterlagen)

d) etwaige zusätzliche technische Vertragsbedingungen (Ergänzungen zur VOB/C, Güteprüfungen, besondere

Formen des Aufmaßes etc.)

e) die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (VOB/C)

f) die Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen

Gleichwertigkeit

Die Formulierung „oder gleichwertig“ ist eine übliche Formulierung und notwendiger Zusatz in der Leistungsbeschreibung.

Bei den Leistungsbeschreibungen ist darauf zu achten, dass die vom Auftraggeber beschriebene Leistung

produktneutral erfolgt. Markennamen dürfen nur mit dem Zusatz „oder gleichwertiger Art“ genannt werden.

Die Forderung, die einen bestimmten Hersteller oder ein bestimmtes Fabrikat bevorzugt oder ausschließt, ist nur

zulässig, wenn es durch die zu vergebende Leistung gerechtfertigt ist. Eine Forderung, die sich bei der Vielfältigkeit

an Produkten aus dem Bereich der Bauelemente im hiesigen Markt nur schwerlich konstruieren lässt.

8


Zwar darf der Begriff „gleichwertig“ durchaus verwendet

werden, allerdings nur unter Hinzuziehung einer

klaren Definition, worauf sich die Gleichwertigkeit

bezieht und in welcher Hinsicht diese gilt. Brauchbare

wesentliche Kriterien wären: Schallschutzleistung, Einbruchshemmung,

Klimaklassen usw. Dies gilt natürlich

nur bei öffentlichen Ausschreibungen im Bereich der

VOB, der Privatkunde kann seine Vorstellungen frei formulieren.

Tipp: auch zwischen den Zeilen lesen:

• Stellen Sie Rückfragen bei Unklarheiten,

Abb. 6 Ausschreibungen gehören zum Tagesgeschäft

im Verkauf.

Missverständnissen und fehlenden Angaben.

• Wenn Ihnen Informationen fehlen, um Ihren

Angebotspreis sicher kalkulieren zu können, fragen

Sie nach und versuchen Sie, die ausführungs- und preisrelevante Details zu klären.

• Ist die gewünschte Ausführung technisch machbar?

• Entspricht die gewünschte Eigenschaft einer üblichen Ausführung und den anerkannten Regeln der Technik?

• Passt die Leistungsbeschreibung zur Nutzung des Gebäudes? (Passt die notwendige barrierefreie Ausführung

des Altenheims zu den im Langtext spezifizierten Größen/Drückerhöhen etc. der Tür?)

• Prüfen Sie, ob Nebenangebote zugelassen sind. In diesem Fall können Sie auch technische/wirtschaftliche

Alternativen anbieten!

Bedenkenanmeldung und Behinderungsanzeigen

Angenommen die Montagevoraussetzungen wegen zu hoher Einbaufeuchte sind nicht gegeben, oder es bestehen

Bedenken bezüglich der Baumaterialien oder der Bauausführung anderer Gewerke, so gibt es ein Haftungsrisiko,

wenn die Montage trotz der festgestellten Abweichungen ausgeführt wird. Der richtige Schritt ist in diesem Fall

eine Bedenkenanmeldung. Sowohl nach der VOB, als auch bei Bauprojekten bei denen das BGB Anwendung findet,

ist eine Bedenkenanmeldung möglich.

In der VOB/B finden sich die Regelungen in § 4 Absatz 3. Bedenken sind schriftlich, unverzüglich und möglichst

vor Beginn der Arbeiten an den Auftraggeber zu richten, wenn Bedenken bestehen gegen:

• die Art der Ausführung,

• die Sicherung gegen Unfallgefahren,

• die Güte der vom Auftraggeber gelieferten Stoffe oder Bauteile oder

• die Leistungen anderer Unternehmer.

Bei einer Bedenkenanmeldung sind der richtige Adressat, der Zeitpunkt, sowie die Form und der Inhalt des Schreibens

wichtig. Die Bedenken sind immer an den Bauherren zu richten. Auch der Architekt kann der richtige Adressat

sein, allerdings nur, wenn der Architekt mit einer entsprechenden Vollmacht vom Bauherrn ausgestattet ist.

Idealerweise werden sowohl Bauherr als auch Architekt gleichzeitig informiert.

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B. Spielregeln der Belieferung und rechtliche Grundlagen

Die drei wichtigsten Bausteine der Bedenkenanmeldung:

1. Zeitpunkt: Die Bedenkenanmeldung muss unverzüglich erfolgen.

2. Form: Für die Bedenkenanmeldung ist die Schriftform vorgeschrieben. Eine E-Mail ist nicht ausreichend, ein

Fax hingegen schon. Im Streitfall muss der Auftragnehmer nachweisen, dass die Bedenken korrekt

angemeldet wurden.

3. Inhalt: In der Bedenkenanmeldung muss das Problem und die Abweichung/ Gefährdung konkret benannt

werden.

Im Idealfall entscheidet der Auftraggeber nach einer Bedenkenanmeldung, wie es weiter geht. Ebenso ist von Vorteil,

wenn konkreter Verbesserungsvorschlag unter Angabe der Ausführungskosten gemacht wird.

Was ist zu tun, wenn der Auftraggeber nicht angemessen reagiert?

Wird die Arbeit im Fall von untergeordneten Mängeln fortgesetzt, obwohl keine Rückmeldung vom Bauherren vorliegt,

bleibt ein Restrisiko beim Auftragnehmer. Hier hilft eine Abschätzung, wie hoch das potentielle Haftungsrisiko

ist. Je größerer das finanzielle Risiko ist, desto sorgfältiger und konsequenter sollte die Bedenkenanmeldung

umgesetzt werden.

Besondere Sorgfalt und Vorsicht ist geboten, wenn Gefahr für Leib und Leben, zum Beispiel bei Unfallgefahren,

besteht. So lassen zum Beispiel Auflagen für den Brandschutz keinen Ermessensspielraum für den Auftragnehmer

zu. Stellen Sie im Zweifel die Arbeiten ein und zeigen eine Baubehinderung gemäß § 6 Absatz 1 VOB/B an.

Behinderung und Unterbrechung der Ausführung

Mit einer Behinderungsanzeige wird der Auftraggeber über Umstände informiert, die zu einer Verzögerung der

zugesicherten Leistungen führen. Die Details sind im § 6 (VOB/B) geregelt.

Die drei wichtigsten Bausteine der Behinderungsanzeige sind:

1. Zeitpunkt: Die Behinderungsanzeige muss unverzüglich erfolgen.

2. Form: Für die Behinderungsanzeige ist die Schriftform vorgeschrieben. Eine E-Mail ist nicht ausreichend, ein

Fax hingegen schon. Im Streitfall muss der Auftragnehmer nachweisen, dass die Behinderung korrekt

angemeldet wurde.

3. Inhalt: Die Gründe für die Verzögerung müssen aufgeführt werden. Es muss genannt werden, welche

Ursachen für die räumliche, sachliche oder zeitliche Behinderung vorliegen und es muss darüber informiert

werden, seit wann die Behinderung vorliegt und mit welcher Dauer gerechnet werden muss. Ist zum Beispiel

eine fester Montagetermin vereinbart und die Innenwände sind noch nicht errichtet, ist der Auftraggeber

darüber zu informieren, auch wenn es sich um ein offensichtliches Problem handelt. Weitere

Behinderungsgründe sind zum Beispiel: Durch höhere Gewalt verursachte Umstände oder fehlende

Ausführungspläne vom Fachplaner oder ähnliches. Wichtig beim anzeigen der Behinderung sind dabei

folgende Informationen:

- Seit wann gibt es eine Behinderung am Bau?

- Was ist der Grund für die Behinderung auf der Baustelle?

- Welche Arbeiten können nicht planmäßig ausgeführt werden?

- Warum kann diese Leistung nicht planmäßig durchgeführt werden?

- Mit welcher Dauer der Behinderung ist zu rechnen?

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Entfallen die Hinderungsgründe, ist der Auftraggeber unverzüglich darüber in Kenntnis zu setzen, dass die Arbeiten

nicht mehr behindert sind und planmäßig fortgeführt werden können. Eine Vergütung der Mehrkosten kann in

diesem Fall geltend gemacht werden, sogar eine Kündigung des Vertrages ist möglich, wenn die Unterbrechung

länger als 3 Monate dauert.

Die Abnahme der Lieferung / Werkleistung und deren Regelungen

Zunächst die rechtliche Definition der „Abnahme“: Darunter versteht man die Entgegennahme der vom Auftragnehmer

erbrachten Leistung durch den Auftraggeber. Die Abnahme ist ein entscheidender Vorgang bei der

Übergabe der Leistung an den Auftraggeber und hat diverse rechtliche Konsequenzen, die im Folgenden erläutert

werden.

Grundsätzlich sind verschiedene Abnahme- und Beanstandungssituationen vorstellbar. Welche rechtlichen Randbedingungen

und Vorgehensweise anzuwenden sind, hängt von der Art der Vertragsbeziehung ab.

Durch den Auftragnehmer

erbrachte Leistung

Privater Kunde,

Endverbraucher

Gewerblicher Kunde,

Bauträger, Handwerker

Fall 1 Türen werden nur geliefert Kaufvertrag nach BGB Kaufvertrag nach HGB

Fall 2 Türen werden geliefert und montiert Werklieferungsvertrag Werklieferungsvertrag

Fall 3 Türen werden gefertigt, geliefert und montiert Werkvertrag Werkvertrag

Tab. 1 Übersicht zum Leistungsumfang und die geltenden Vertragsregeln.

Darüber hinaus sieht die Rechtsprechung noch Bauverträge und Verbraucherbauverträge vor. Diese beziehen sich

auf die (Wieder-) Herstellung, Umbau oder Instandhaltung/-setzung von Gebäuden. Anwendung finden sie bei

Neubauten oder erheblichen Umbaumaßnahmen. Entscheidend für den Handel zur Einordung der Verträge sind

folgende Fragestellungen:

• Ist der Auftraggeber ein privater Kunde/Endverbraucher oder ein gewerblicher Kunde?

• Bezieht sich die Leistung ausschließlich auf die Lieferung oder sind weiterführende Leistungen gefordert:

- Aufmaß auf der Baustelle

- die Planung auf Grundlagen der verschiedensten Anforderungen

- Montage von Bestandteilen (z. B. Verglasungen) oder die komplette Montage der Elemente

11


B. Spielregeln der Belieferung und rechtliche Grundlagen

Fall 1: Die Türen werden nur geliefert

Für die Prüfung der Türen und mögliche Beanstandungen von Lieferung und Ware gilt: Unverzüglich bei der Übergabe

und so früh wie möglich. Beanstandungen sind schriftlich (auf dem Lieferschein) zu vermerken.

Zeitpunkt Was wird geprüft Dokumentation

Anlieferung der Türen •Sind Kartonage oder andere

Verpackungselemente beschädigt?

•Sind die richtigen Ausführungen

und Stückzahlen geliefert?

•Ist die Lieferung vollständig?

Hinweis:

Es ist nicht üblich die Kartonagen zu

öffnen, dies geschieht vor der

Montage.

Schäden an den Verpackungen und

fehlende Bestandteile der Lieferung

sollten auf dem Lieferschein notiert

und vom Spediteur auf dem

Lieferschein quittiert werden (ggf.

Fotos). Rückmeldung unverzüglich!

Öffnen der Umverpackungen

vor der Montage

Tab. 2

•Wurden die Zargen und Türblätter

fachgerecht transportiert und

gelagert?

•Sind alle Bauteile und Beschläge

vollständig vorhanden?

•Stimmen die Maße und

Anschlagrichtungen?

•Sind Bauteile beschädigt?

Wichtig: Beanstandete Bauteile

dürfen nicht verbaut werden!

Vorgehensweise des Abnehmers im Fall von Beanstandungen.

Rückmeldung unverzüglich:

•Detailfotos, Beschreibung des

Fehlers

•Auftrags-/Chargennummer

Fall 2: Die Türen wurden geliefert und montiert

Die Abnahme ist „Dreh- und Angelpunkt“ im Baugeschehen. Mit einer Abnahme werden verschiedene Rechtsfolgen

ausgelöst und sie verdient daher besondere Aufmerksamkeit. Im Detail unterscheiden sich die Abnahmefolgen

nach der VOB oder dem BGB, ausschlaggeben dabei ist auch hier, ob es sich um einen gewerblichen oder

privaten Kunden handelt. Die Rechtsfolgen der Abnahme sind insbesondere:

• Umkehr der Beweislast

Dies bedeutet in der Praxis: Vor der Abnahme muss der Auftragnehmer beweisen, dass die Türen mangelfrei

sind. Nach der Abnahme muss der Auftraggeber den Nachweis führen, dass die Türen oder deren Montage

mangelhaft sind und der Mangel bei der Abnahme begründet war.

• Übergang der Gefahr

Dies bedeutet in der Praxis: Die Gefahr, sowohl nach VOB- und BGB-Werkvertragsrecht, geht mit der

Abnahme der Bauleistungen auf den Auftraggeber über. Das Risiko von Beschädigungen oder Diebstahl geht

auf den Auftraggeber über!

• Es beginnen die Gewährleistungsfristen und damit die Nacherfüllungsfrist (5 bzw. 4 Jahre).

• Mit der Abnahme wird der Anspruch auf Vergütung ausgelöst.

12


Abnahme Erläuterung Dokumentation

förmlich Gemeinsame Überprüfung von AG und AN bei einem

gemeinsamen Abnahmetermin mit schriftlichem

Abnahmeprotokoll.

Ein Abnahmeprotokoll sollte zu

Beweiszwecken angefertigt

werden.

fiktiv

stillschweigend

Tab. 3

Der Auftraggeber wird durch Fertigstellungsmitteilung

informiert, dass die Leistung fertiggestellt ist.

•VOB/B: Abnahmewirkung 12 Werktagen nach

Fertigmeldung

•BGB: 12 Werktage nach Fristablauf

•Abnahme durch Inbetriebnahme

Es findet keine Abnahme statt. Es werden keine

wesentlichen Mängel gerügt und die Türen in Betrieb

genommen (Wohnungsbezug, etc.). Nach VOB/B ist die

Frist mit 6 Werktagen nach Benutzung festgelegt.

Bezahlung der gesamten Vergütung oder erheblicher

Teile ohne Rüge wesentlicher Mängel, insbesondere bei

gleichzeitiger Nutzung, vollständiger Auszahlung des

Sicherheitseinbehalts bzw. Rückgabe sämtlicher

Sicherheiten (z.B. einer Bürgschaft)

Drei Formen der Abnahme werden unterschieden.

Abnahmeverpflichtung und Abnahmeverweigerung

Mit der Abnahme wird dokumentiert, dass die Werkleistung im Wesentlichen

vertragsgemäß erstellt wurde. Das Werkvertragsrecht legt fest, dass auf Verlangen

des Auftragnehmers eine Abnahme vorzunehmen ist.

Tipp:

• Am besten die Abnahme unmittelbar nach der Montage vornehmen.

• Alternativ dem Auftraggeber schriftlich das Abnahmeverlangen anzeigen

(Fertigstellungsanzeige).

• Abnahmen können bei größeren Bauvorhaben auch abschnittsweise

vorgenommen werden (z. B. pro Etage oder Wohneinheit).

Fertigstellungsmitteilung,

Abnahmeaufforderung

Nach Rechnungsstellung

Die Voraussetzung für die Abnahme liegt vor, wenn die Leistung vertragsgemäß

und frei von wesentlichen Mängeln erbracht wurde. Der Auftraggeber

kann allerdings die Abnahme auch verweigern, sofern berechtigte Gründe

dafür vorliegen. Dies ist der Fall wenn:

• die Werkleistung im Wesentlichen noch nicht fertiggestellt ist, oder

• wesentliche Mängel vorliegen.

Abb. 7 Bei der Abnahme haben

Auftraggeber und Auftragnehmer

oft unterschiedliche Sichtweisen.

13


B. Spielregeln der Belieferung und rechtliche Grundlagen

Wird die Abnahme unberechtigterweise verweigert, treten die Abnahmewirkungen trotzdem in Kraft. Dies lässt sich

allerdings oftmals erst im Nachgang in einer rechtlichen Auseinandersetzung feststellen. In diesem Zusammenhang

kann die Unterscheidung zwischen einem „wesentlichen“ und „unwesentlichen“ Mangel von Bedeutung sein.

Beispiele:

• Fehlt an einer Brandschutztür die Bodendichtung, ist das ein wesentlicher Mangel. Die Funktion der Tür ist

nicht gegeben, die Abnahme kann verweigert werden.

• Ist an einer Zimmertür noch nicht der richtige Drücker montiert, handelt es sich auch um einen Mangel, dieser

ist allerdings nicht wesentlich. Daher kann die Abnahme auf die Tür, mit dem Hinweis des falschen Drückers,

ausgesprochen werden.

Zustandsfeststellung

Verweigert der Auftraggeber die Abnahme unter

Angabe von Mängeln, kann der Auftragnehmer eine

gemeinsame „Zustandsfeststellung“ verlangen. Dies

könnte ein sinnvoller Zwischenschritt zu einer vollständigen

Abnahme sein.

Damit soll der Auftragnehmer in die Lage versetzt werden,

seine Beweissituation zu verbessern und sich vor

den Folgen, nicht von ihm verursachter Schäden am

Bauwerk, zu schützen.

Erscheint der Auftraggeber nicht, kann der Auftragnehmer

die Zustandsfeststellung in Abwesenheit des Auftraggebers

durchführen.

Abb. 8 Nicht immer läuft alles perfekt bei der Montage

von Innentürelementen.

14


C. Kommunikation im

Beanstandungsfall

Sollte es trotz einer fachlich guten Beratung und erfolgter Montage zu Beanstandungen kommen, sind wir als Verkäufer

gefragt, in besonderem Maße professionell zu kommunizieren. Professionell kommunizieren bedeutet dabei

für uns:

1. Selbst die Ruhe bewahren und zuhören

2. Verständnis signalisieren

3. Sachverhalt aufnehmen

4. Lösungen avisieren

5. Übereinkunft treffen

15


C. Kommunikation im Beanstandungsfall

Das alles muss nicht gleich im ersten Gespräch erfolgen.

Der Anrufende ist möglicherweise aufgebracht

und hat sich seine Argumente zurechtgelegt. Der Verkäufer

ist in einer defensiven Rolle und sollte vermeiden

die Gegenposition einzunehmen. Vielmehr durch

Aufmerksamkeit und eine geschickte Fragetechnik

punkten. Die Klärung des Sachverhaltes sollte im Mittelpunkt

stehen. Manchmal ist es sinnvoller nicht zu viel

in das erste Gespräch zu legen, statt dessen zurückzurufen.

So kann man sich gedanklich vorbereiten.

Solche Gespräche lassen sich in die genannten fünf

Punkten gliedern:

Abb. 9 Das Beanstandungsgespräch ist eine

besondere Herausforderung für den Verkäufer.

Zu 1. Bei Beanstandungen sind oft Emotionen im Spiel. Je höher die Verärgerung auf Seiten des Kunden, desto

professioneller müssen wir reagieren. In dieser ersten Phase geht es nicht um die Schuldfrage. Genaues zuhören

lohnt sich. Oft steckt in der vorgebrachten Beanstandung auch ein Lösungshinweis. Ruhe bewahren.

Zu 2. Der Verkäufer sollte Verständnis für die Perspektive des Kunden aufbringen. Jede Situation bekommt aus

verschiedenen Blickwinkeln eine andere Sicht. Für den Kunden ist das Signal wichtig, dass eine gemeinsame

Lösung gefunden wird. Ein gutes Mittel der Kommunikation ist es Fragen zu stellen.

Zu 3. Wie bei einem Detektiv geht es darum, möglichst alle Fakten zu erfahren und zu sichern. Dies gelingt am

besten durch offene Fragen: Was genau ist das Problem? Wie stellt sich die Situation dar? Wer hat eingebaut?

Wann ist das Problem aufgetreten? Wie wirkt sich das aus? Welcher Mangel tritt auf? Welcher Schaden ist entstanden?

Zu 4. Aus den zusammengetragenen Fakten ergibt sich ein Lagebild. Daraus gilt es nun Lösungsansätze zu entwickeln.

Welche Rechte ergeben sich aus einer begründeten Reklamation für den Kunden? Wo sehen wir Kulanzansätze?

Wo haben wir Entscheidungsspielraum? Welche Vorstellung hat der Kunde, wie die Beanstandung erledigt

werden kann?

Zu 5. Auf der Grundlage der ermittelten Fakten entwickelt sich die Entscheidung, wer welche Verantwortung für

diese Beanstandung trägt. Dies sollte mit sachlichen Argumenten begründet werden. Eine faktische Formulierung

ist am besten geeignet, „Du-Botschaften“ sollten vermieden werden. Im Idealfall wird ein Kompromiss erreicht, der

die Sichtweisen aller Beteiligten berücksichtigt.

Für den Kunden ist es wichtig, dass die Beseitigung von Mängeln professionell abgearbeitet wird. Gelingt dies

kann aus einem Beanstandungsfall ein zufriedener Kunde werden, der durchaus Handwerker und Fachhandel

weirerempfiehlt.

16


D. Häufige Beanstandungen

und deren Bearbeitung

Von der Planung, über die Herstellung der Tür, bis zur Montage, sind eine Vielzahl von unterschiedlichen Handlungspartnern

beteiligt, bis das Bauelement in Betrieb genommen werden kann.

Entlang der Prozesskette bestehen verschiedene Verantwortlichkeiten und Vertragsbeziehungen.

17


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

Fachplaner Hersteller Spediteur Fachhändler

Montagefachbetrieb

•Landesbauordnung

•Arbeitsstättenverordnung

•Barrierefreies

Bauen

•Fluchtwegeplanung

•Leistungsbeschreibungen

•Normen

•etc...

Tab. 4

•Beantragung

und Einhaltung

von Prüfzeugnissen

•Qualitätssicherung

•Bereitstellung

von Dokumentationen,

Montageanleitungen

und Pflegehinweisen

•Lagerung und

Transport nach

Herstellervorgaben

(Klima,

Lagerbedingungen)

Grundlagen der Verträge entlang der Prozesskette

•Fachgerechte

Beratung

•ggf. Aufmaß

•Lagerung nach

Herstellervorgaben

•Kundenberatung

•Aufmaß

•Prüfen der

Einbauvoraussetzungen

•Montage nach

Herstellervorgaben

Nutzer,

Endkunde

•Durchführung

der vorgeschriebenen

Prüfungen

(Rauch/

Brandschutz)

•Durchführung

der Wartung

Technische Beanstandungsgründe

Innentüren sind ein hochwertiges, industriell oder handwerklich gefertigtes Produkt, auf das unterschiedliche Belastungen

einwirken und an das hohe technische und optische Anforderungen gestellt werden. Insbesondere im Neubau

werden die Türen zu einem Zeitpunkt eingebaut, zu dem noch andere Gewerken aktiv sind und es häufig zu

Beschädigungen kommt. Daher gehören Innentüren und Wohnungsabschlusstüren zu den beanstandungsträchtigsten

Produkten für den Handel und Innenausbauer.

Grundsätzlich können vier Bereiche, die zu berechtigten Reklamationen führen, unterschieden werden:

1. Planungs-, Beratungs-, Ausschreibungsfehler

2. Montagefehler

3. Schnittstellenproblematiken zwischen den beteiligten Gewerken

4. Mängel, verursacht durch den Hersteller und Verarbeitungsfehler des Türenherstellers

Als häufigster Grund für Beanstandungen sind eindeutig Schnittstellenproblematiken und fehlerhafte Montagen zu

sehen. An zweiter Stelle rangieren Planungs-, Beratungs-, und Ausschreibungsfehler. Vielfältige technische Anforderungen

an Türen, wie Klimastabilität, Schalldämmung, Einbruchhemmung, Rauch- und Brandschutz, bis hin zur

Ausstattung mit Sensoren und Mechatronik, verwandeln Innentüren in ein beratungs- und planungsintensives

Bauelement. Abgerundet wird der Fehlerkanon, aber in der Häufigkeit weniger ausgeprägt, durch Transport-, Hersteller-

und Verarbeitungsmängel, die sich oftmals erst im Laufe der Nutzung einstellen.

Ziel des Fachberaters sollte sein, berechtigte Reklamationen im Dialog mit dem Kunden und dem Vorlieferanten

einvernehmlich zu regeln (vgl. „Kommunikation im Beanstandungsfall“ ab Seite 17). Im Folgenden werden die häufigsten

Beanstandungsgründe und Toleranzenwerte kompakt erläutert.

18


Türblatt und Zarge

Türenverzug

Bei gewöhnlichen Zimmertüren ist eine Durchbiegung

bis zu 4 mm nach der RAL GZ 426 im Rahmen der

Toleranzen. Es wird empfohlen bei einem Neubau

abschließend nach der zweiten Heizperiode die Verformung

zu messen. Bei Funktionstüren (Schall/Feuer/

Rauch) muss zusätzlich sichergestellt sein, dass die

Funktion und die optischen Eigenschaften nicht beeinträchtigt

sind:

• Die Dichtung muss die Verformung ausgleichen

können

• Schalldämmung darf nicht beeinträchtigt werden

• Tür muss ohne Anstrengung (z.B. durch Kinder)

bedienbar sein

Meist werden diese Anforderungen bereits bei 2-3 mm

Verformung nicht mehr erfüllt.

Zulässige Toleranzen bei unebenen und offenen

Gehrungsfugen

Unebenheiten bis 0,2 mm in der Fläche (z.B. Bekleidungsverbindungen),

sowie offene Gehrungsfugen bis

0,2 mm durchgehend offen, oder bis 0,5 mm bei teilweiser

Öffnung, sind im Rahmen der Toleranzen.

Abb. 10 Bis zu 4 mm Verformung sind laut RAL GZ 426

bei Innentüren zu tolerieren.

Abb. 11 Bekleidungen dürfen einen maximalen Versatz

von 0,2 mm aufweisen.

19


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

Flächenbündigkeit von stumpf einschlagenden

Türen

Die Zargenfalztiefe für stumpf einschlagende Türen ist

um ca. 2 mm tiefer festzulegen als die Dicke des Türblattes.

Somit kann die Türoberfläche ca. 2 mm gegenüber

dem Zargenspiegel zurückliegen. Die

Zargenfalztiefe kann auch so gewählt werden, dass die

Öffnungsfläche des Türblattes mit dem Zargenspiegel

in einer Ebene liegt.

Abb. 12 Stumpf einschlagende Türen erfordern eine

hohe Genauigkeit beim Einbau.

Montage

Lotrechter Einbau

In den Montageanleitungen wird immer ein lotrechter

Einbau gefordert. Zulässige Abweichungen aus der

Lot- bzw. Waagrechten bei der Montage sind nicht in

Normen geregelt. Deshalb wurde im Rahmen einer

älteren Ausfertigung der RAL zur Montage für Fenster

eine Festlegung getroffen, die letztendlich der Wasserwaagengenauigkeit

entspricht. Diese Auslegung wird

bei der Montage von Innentüren ebenfalls zu Grunde

gelegt.

Die Toleranzen, für Abweichungen aus der Lot- bzw.

Waagrechten bei der Montage von Innentüren betragen

demzufolge bis 3 m Elementlänge 1,5 mm/m,

jedoch höchstens 3 mm, wobei die Funktion und das

Erscheinungsbild durch den Einbau nicht beeinträchtigt

sein darf.

Abb. 13 Die lotrechte Montage ist für die Funktion und

das Erscheinungsbild ausschlaggebend.

20


Anschlüsse der Falzbekleidung zur Wand

Nach der DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau“ kann

die Wandoberfläche bei einem Messpunktabstand von

2,0 m bis zu 7 mm Ebenheitsabweichungen aufweisen.

Diese Abweichungen führen bei lotrechtem Einbau der

Tür zwingend zu einer Spaltbildung zwischen Bekleidung

und Wandoberfläche. In diesem Fall sollte am

besten im Vorfeld geklärt werden, ob und wie der

Anschluss herzustellen ist. Das zusätzliche Anbringen

einer Verleistung oder ein Verschließen der Fuge mit

einem spritzbaren Dichtstoff sind besondere Leistungen

die gesondert in Rechnung gestellt werden können.

Unterer Bodenspalt (Bodenluft)

Die Türen sind durch die Hersteller auf 4 bis 5 mm

Bodenluft gefertigt. Dazu kommen + 2 mm Unterlage

für die Versiegelung. Zusammen ergibt sich ein Nennmaß

für den Bodenspalt von 7 mm. Dieser Wert ist

anzustreben. Die maximale Türluft beträgt 9 mm.

Abweichungen nach oben sollten mit dem Kunden

abgestimmt werden (Abb. 15).

Achtung:

Bei Stahlzargen unbedingt an den Meterriss halten, da

die Zargen oftmals mit einem Bodeneinstand montiert

werden.

Höhenversatz der Bekleidungen bei nebeneinander

liegenden Türelementen

Auffällige, ungleiche bzw. abweichende Fluchtlinien

nebeneinander liegender Türelement sind nicht zulässig.

Die zulässigen Toleranzabweichungen nach der

DIN 18202 von der Nennlage Oberkante Fertigfußboden

sind zu beachten. Bei einem Abstand von 10 cm

beträgt die Abweichung maximal 2 mm, bei 100 cm

beträgt die Abweichung maximal 4 mm.

Abb. 14 Bei einer Spaltenbildung zur Wand ist zu

klären, ob und wie diese zu verschließen sind.

Abb. 15 Der Abstand zum Boden wird mit der

Bauherrschaft oft diskutiert.

21


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

Das Türblatt bleibt nicht in jedem Öffnungswinkel

stehen

Durch die wartungsfreien Bänder laufen die Türblätter

äußerst leichtgängig. Laufen Türen auf oder zu, ist

zunächst zu prüfen, ob die Zarge innerhalb der zulässigen

Toleranz montiert wurde. Die Zarge darf maximal

1,5 mm/m aus dem Lot montiert sein. Soweit das Türelement

innerhalb dieser Toleranz montiert wurde und

das Türblatt trotzdem auf oder zu läuft, liegt kein

berechtigter Reklamationsgrund vor. Es gibt keine

Festlegung, dass ein Türblatt in jeder gewünschten

Stellung stehen bleiben muss.

Fugenbild bei stumpf einschlagenden Türen

Beim Einbau stumpf einschlagender Türelemente gelten

erhöhte Anforderungen (Abb. 16). Das Spaltmaß sollte

gleichmäßig und symmetrisch sein. Dazu muss die

Zarge sorgfältig und gerade montiert werden. Um einen

gleichmäßigen Luftspalt zwischen Zarge und Türblatt

herzustellen, sind die Bänder in der Regel einstellbar.

Luftspalt zwischen Zarge und Türblatt bei

überfälzten Türen

An jeder Längsseite darf die Falzluft 2,5 mm nicht

unterschreiten und 6,5 mm nicht überschreiten. Der

obere Luftspalt darf 2 mm nicht unterschreiten und

6,5 mm nicht überschreiten.

Aufquellen der Türzarge im Bodenbereich durch

Feuchtigkeit

Bei nicht saugfähigen Bodenbelägen die feucht gereinigt

werden können (Fliesen, Laminat) sind die Anschlüsse

gegen Feuchtigkeit zu schützen (Abb. 17). Das Nutzungs-

und Reinigungsverhalten ist im Vorfeld zu klären.

Schrauben von Beschlägen werden zu fest angezogen

Besonders bei Rosettengarnituren ist darauf zu achten,

dass die durchgehenden Befestigungsschrauben nicht

zu fest angezogen werden (Abb. 18). Sowohl Türendeck

als auch der Schlosskasten könnten sich verformen

(Fehlfunktionen). Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt!

Abb. 16 Die Fuge bei der stumpf einschlagenden Tür

soll ein gleichmäßiges Bild ergeben.

Abb. 17 Die Zarge ist im Bodenbereich vor

Feuchtigkeitsaufnahme zu schützen.

22


Montage von Rauch- und Brandschutztüren

Viele Rauch- und Brandschutztüren werden von der

Industrie gefertigt und von Fachbetrieben montiert.

Dabei sind die Einbauvorgaben der Hersteller unbedingt

zu berücksichtigen, nur dann erfüllt die Tür die

Funktion gemäß Prüfzeugnis. Abweichungen sind nur

dann erlaubt, wenn es sich um ein geregeltes Bauprodukt

(z.B. Feuerschutztürbeschlag nach DIN 18273

oder Türschließer nach DIN 18263) handelt. Veränderungen

an den Befestigungen, Dichtungen und auch

der angrenzenden Wand hingegen sind tabu. Es gibt

keine Forderung, dass eine besondere Qualifikation für

den Monteur vorliegen muss. Die Mitarbeiter müssen

lediglich fachkundig sein. Die fachgerechte Montage

wird durch eine Übereinstimmungserklärung durch den

montierenden Betrieb bestätigt. Wird die Montage nicht

fachgerecht durchgeführt, liegt die Verantwortung beim

Auftragnehmer!

Montage von Schallschutztüren

Auch Schallschutztüren sind genau nach den Herstellervorgaben

zu montieren, damit die Schalllschutzleistungen,

wie in den Prüfnachweisen bescheinigt,

erbracht werden können. Die beste Schallschutztür

bringt nicht ihre Leistung, wenn die Montage nicht korrekt

ist.

Abb. 18 Befestigungsschrauben an Beschlägen und

Rosetten dürfen nicht zu fest angezogen werden.

Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

• Montagevorschriften der Türhersteller.

• Die Türblätter weisen ein höheres Gewicht auf,

daher sind die Zargen in der Regel zusätzlich

mechanisch zu befestigen.

• Die maximale Falzluft gemäß Einbauanleitung ist

einzuhalten (meist 5 mm Falzluft bei gefälzten und

4 mm bei stumpfen Türen).

• Das Türblatt muss plan an den Dichtungen anliegen

und diese ausreichend komprimieren.

• Die Auflagebreite des Türblattes auf der Dichtung

muss i. d. R. mindestens 7 mm betragen.

Abb. 19 Die Ausführung der Einbaufuge der Zarge

beeinflusst den Schalldämmwert der Tür erheblich.

23


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

• Holz-Zargen sind vollvolumig mit einem

Montageschaum mit Schallschutzprüfzeugnis zu

verfüllen (Abb. 19, alternativ: fest gestopfte

Mineralwolle). Eine beidseitige Abdichtung der

Zarge zum Mauerwerk mit dauerelastischem

Dichtstoff oder mit vorkomprimierten Dichtbändern

nach Herstellervorgaben muss eingebracht werden.

• Die Einstellung des Anpressdruckes an die

Dichtung hat großen Einfluss auf die

Schalldämmung. Daraus folgt: Die Dichtung muss

komprimiert werden. Daher benötigen

Schallschutztüren beim Schließen einen höherem

Kraftaufwand.

• Die Zarge muss gerade montiert sein.

• Stahlumfassungszargen sind vollvolumig mit Mörtel zu

vergießen und beidseitig dauerelastisch abzudichten.

• Die Bodendichtung muss an ebene, glatte Fläche

(z. B. Metallschiene) gleichmäßig und fest

anschliessen, die Bodenluft sollte max. 6 mm

betragen. Eine Bodendichtung auf Teppich oder auf

Fliesen mit Fuge verschlechtert die

Schalldämmleistung.

• Exaktes Ablängen der Bodendichtung auf das

Zargenfalzmaß am Fußboden (Abb. 20).

Abb. 20 Die absenkbare Bodendichtung soll die Fuge

vollständig schließen.

Montage von Wohnungsabschlusstüren

Wohnungsabschlusstüren in Mehrfamilienhäusern sind

Schallschutztüren und haben eine höhere mechanische

Festigkeit. Deshalb sind diese Türen besonders

schwer und erfordern eine mechanische Befestigung

an der Wand.

In der Regel sind Standardschäume nur bis zu einem

Türblattgewicht von 40 kg geprüft. Daher senken sich

die Türfutter oft ab, wenn bei erhöhten Gewichten die

mechanische Befestigung fehlt. Sollte eine einbruchhemmende

Funktion erzielt werden, ist eine mechanische

Befestigung nach Herstellervorgaben ohnehin

unerlässlich.

Abb. 21 Die mechanische Befestigung von Wohnungsabschlusstüren

ist bei hohen Türblattgewichten

zwingend notwendig.

24


Visuelle Beeinträchtigungen

Bei der Bearbeitung von Beanstandungen stehen oftmals Macken

und Kratzer im Vordergrund der Diskussionen. Die Äußerung des

Kunden „das habe ich mir aber anders vorgestellt“ führt oftmals zu

längeren Diskussionen, die nur schwer einvernehmlich zu regeln sind.

Für die Beurteilung von visuellen Beeinträchtigungen haben sich die

ift-Richtlinie „Visuelle Beurteilung von Innentürelementen aus Holz

und Holzwerkstoffen sowie anderen Materialien“ oder die Richtlinie

vom Bundesverband für das Tischler- und Schreinerhandwerk

bewährt. Diese Richtlinien werden von Türenherstellern und Sachverständigen

genutzt, um eine Grundlage für die Beurteilung von

„Problemzonen“ an der Tür zu haben.

ca. 1,5 m

ca. 1,5 m

ca. 1,5 m

ca. 1,5 m

Optische Beeinträchtigungen

In dem oben genannten Regelwerk ist zum Beispiel der Betrachtungsabstand

(1,0 - 1,5 m) und die Beleuchtung geregelt. Die Detailbetrachtung ist

aus einem Abstand von 1,50 m und die Gesamtbetrachtung aus einem

Abstand von ca. 3,0 m vorzunehmen.

Abb. 23 Bei einer Beurteilung der

optischen Beeinträchtigungen

sind die „Fehlermarkierungen“ zu

entfernen.

Bitte beachten: Die Beleuchtung bei der

Abnahme muss den Lichtverhältnissen

des normalen Betriebes entsprechen.

Dies kann natürlich bedeuten, dass in

Bereichen in denen eine besondere

Ausleuchtung vorhanden ist, (Empfangsbereich,

etc.) diese Beleuchtungssituation

auch angewendet wird.

Vereinzelte Lichtstrahlen oder besondere

Scheinwerfer, die bei der Abnahme

zusätzlich verwendet werden, sind bei

der Beurteilung nicht zulässig.

Abb. 22 Betrachtungsabstand zur

Beurteilung von Fehlern.

Abb. 24 Die Beschädigung einer

Tür wird begutachtet.

Noch nicht montierte Elemente sind ebenfalls in der späteren Nutzungsebene

aufrecht stehend zu beurteilen. Markierungen von Fehlern sind vor der

Beurteilung zu entfernen.

25


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

Betrachtungspositionen bei der Prüfung der Teilflächen

Es kommt auf den Standpunkt an! Die jeweiligen Ansichtsflächen einer Tür sind mit verschiedenen Anforderungen

belegt. Daher kommt dem Betrachtungsabstand und -winkel eine hohe Bedeutung bei der Bewertung zu. Es werden

sichtbare Flächen, halbverdeckte Flächen und verdeckte Flächen bei der visuellen Beurteilung unterschieden.

Bezeichnung

der Flächen

Sichtbare

Fläche A

Sichtbare

Fläche B

Halbverdeckte

Fläche C

Verdeckte

Fläche D

Tab. 5

Erläuterung

Flächen, die im eingebauten Zustand im Hauptblickfeld bei der Überprüfung sichtbar

sind. Für diese Flächen gelten die höchsten Ansprüche (z.B. Flächen der Türblätter,

Türfutter und Bekleidungen im Hauptblickfeld).

Flächen, die im eingebauten und geschlossenen Zustand im Hauptblickfeld bei der

Überprüfung nicht sichtbar sind sowie Flächen, die nur seitlich von dem Türelement

stehend sichtbar sind (z.B. seitliche Schmalflächen der Türblätter und Bekleidungen).

Flächen, die nur beim Öffnen des Türelements sichtbar werden (z.B. Falzbereich der

Türzarge und des Türblattes).

Flächen die bei einer gewöhnlichen Nutzung des Türelements nicht sichtbar, bzw. nach

dem Einbau anderer Bauteile verdeckt sind (z.B. Unterseite von Türblättern, Rückseite

der Zargen und Bekleidungen, usw.).

Begriffe im Zusammenhang mit visuellen Überprüfungen

Bezeichnungen und Lage der Teilflächen

Als Türzarge wird das vollständige Element aus Türfutterplatte, Falz- und Zierbekleidung bezeichnet. Ein Türelement

besteht aus einem Türblatt und einer Türzarge. Dabei kann die Zarge als Blockzarge, Blockrahmen, Futterzarge

oder Blendrahmen konstruiert werden.

B

D

B

A

B

C

Abb. 25 Beeinträchtigungen an den Sichtflächen

werden unterschiedlich gewichtet.

Die Darstellung zeigt die Zuordnung.

A

26


Merkmale

(auszugsweise)

Schleifspuren

Ausrisse

Holzfasern

Klebstoff

Befestigung der

Glasleiste

Fugen

Zargengehrungen

Hirnholz

Druckstellen

Decklage

Türblattkante

Eckausbildung der

Türblattkante

Farbbeschichtung

Unterschiede in Farbe

und Glanzgrad

Abzeichnung des

Rahmens oder des

verdeckten

Einleimers/Anleimers

an der Oberfläche

Anforderungen

Schleifspuren sind im Bereich „c“ nicht zulässig. Schleifspuren, die keine auffälligen

Markierungen hinterlassen, sind im Bereich „a“ und „c“ zulässig.

Ausrisse im Bereich „b“ und „c“ sind nicht zulässig. Kleinere Ausrisse im Bereich „a“

sind zulässig.

Holzfasern müssen durch die Oberfläche vollständig abgedeckt werden.

Klebstoffreste sind an sichtbaren Flächen nach der Grundreinigung nicht zulässig.

Nageln und Verschrauben der Glashalteleiste ist erlaubt. Die Nägel/Schrauben

dürfen nicht rosten und sind sauber einzubringen.

V-Fugen an den Zargengehrungen sind erlaubt. Die Stöße müssen sauber

verarbeitet sein. Die Beschichtungen und/oder Decklage muss die Trägerplatte

überdecken.

Bearbeitungsbedingte Ausrisse an Hirnholzflächen sind mit geeigneten Materialien

zu füllen.

Druckstellen im Bereich „b“ und „c“ sind nicht zulässig.

Die Decklage muss die Deckplatte bzw. die Trägerplatte vollständig bedecken.

Abzeichnungen der Deckplatte bzw. der Trägerplatte durch die Decklage sind im

Bereich „b“ und „c“ nicht zulässig.

Ist eine Kante vorhanden, gelten die gleichen Anforderungen wie an die Decklage.

Klebstoffreste sind nicht erlaubt. Die Kanten müssen sauber gestoßen sein.

Farbläufer in der Beschichtung sind nicht zulässig. Unterschiedliche Schichtdicken

müssen sich im Bereich der üblichen Toleranzen bewegen. Sie dürfen sich nicht als

Wolkenbildung bemerkbar machen.

Visuell erkennbare, nicht holzartenbedingte, auffallende Farbunterschiede sind nicht

zulässig. Ein unterschiedlicher Glanzgrad im Bereich c ist nicht zulässig.

Eine deutlich erkennbare Abzeichnung an der Oberfläche ist nicht zulässig.

Einbohrbänder

Einbohrbänder dürfen sich an der Oberfläche im Bereich „c“ nicht abzeichnen. Im

Bereich a sind Abzeichnungen möglich.

Tab. 6 Merkmale von möglichen Fehlern an Türen.

27


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

Merkmale

(auszugsweise)

Türdrückermontage

Einbohrbänder

Falzdichtungen

Anforderungen

Türdrücker, insbesondere Rundrosettendrücker, müssen so montiert sein, dass die

Fläche der Tür nicht eingedrückt und beschädigt wird.

Einbohrbänder dürfen sich an der Oberfläche im Bereich „c“ nicht abzeichnen. Im

Bereich a sind Abzeichnungen möglich.

Ist die Türblattdichtung oder

Zargendichtung aus transparentem

Material ausgeführt, ist ein

Lichteinfall auch bei geschlossener

Tür zulässig.

Maßliche

Anforderungen:

Fugen Glashalteleiste

Tab. 6

Fugen zwischen Glashalteleiste und Türblattoberfläche dürfen nicht breiter als

0,5 mm sein.

Merkmale von möglichen Fehlern an Türen.

Wartung von Innentüren

Die Wartung und Pflege obliegt dem Käufer der Türen. Er sollte vom Lieferanten oder den Monteuren auf Wartungsmöglichkeiten

hingewiesen werden. Wichtig ist hier die dokumentierte Übergabe der Wartungs- und Pflegehinweise.

Die Wartungs- und Pflegehinweise befinden sich in der Regel in den Umverpackungen der Zarge. In der

Regel sind jährliche Wartungsintervalle durch die Hersteller angegeben. Vereinfacht formuliert: Eine Standardinnentür

sollte nach der Abnahme 1 Jahr ohne Wartung einwandfrei funktionieren. Bei intensiver Nutzung (Objektbereich,

Schulen etc.) sind die Wartungsintervalle entsprechend zu verkürzen.

Die Wartungshinweise beinhalten unter anderem:

• Schutz vor zu hohen Feuchtebelastungen

• Reinigung mit den richtigen Reinigungsmitteln

• Regelmäßige (jährliche) Wartung der Beschläge

und gegebenenfalls Einstellen der Türen.

• Kontrolle der Dichtungen

• Einstellen der Bodensenkdichtung

• Die Türschließer (wenn vorhanden) sind nach den

entsprechenden Herstellerangaben zu warten und

gegebenenfalls nachzustellen

Abb. 26 Bodendichtungen von Schallschutztüren

müssen regelmäßig gewartet werden.

28


Entscheidend ist die Bewertung, ob es sich bei einer möglicherweise vorliegenden Mängelrüge um eine Problematik

handelt, die durch eine fehlende oder nicht fachgerechte Wartung hervorgerufen wurde, oder ob die Ursachen

im Verantwortungsbereich des Lieferanten bzw. Werkunternehmers liegen.

Wartungspflichten bei Rauch- und Brandschutztüren / Feststellanlagen

Rauch- und Brandschutz sind eine wichtige Anforderung an Türen in Gebäuden und daher baurechtlich im Rahmen

der Landesbauordnungen und Sonderbauverordnungen geregelt. Aus den Verordnungen lässt sich ableiten,

welche Anforderungen die jeweiligen Funktionstüren erfüllen müssen. Die Vorgaben definiert in der Regel ein

Fachplaner! Die Eignung der Bauelemente wird durch entsprechende Prüfzeugnisse durch den Hersteller der

Türen nachgewiesen.

Rauch- und Brandschutztüren müssen dauerhaft

funktionieren, daher sind diese regelmäßig zu warten.

Bestandteil einer Zulassung ist auch die Montageanleitung

mit den dort aufgeführten Wartungsintervallen und

dem Umfang der jeweiligen Prüfung und Wartung. In

der Regel sind jährliche Wartungsintervalle angegeben.

Der Eigentümer oder Betreiber des Gebäudes

muss dafür Sorge tragen. Idealerweise wird bei der

Montage gleich ein Wartungsvertrag abgeschlossen.

Die Wartung darf gemäß Prüf- und Wartungsanleitungen

eine sachkundige Person ausführen. Eine besondere

Qualifikation ist auch hierfür nicht notwendig. Es

ist zu empfehlen, die Arbeiten in Wartungsprotokollen

zu dokumentieren. Entsprechende Formulare gibt es

bei Ihren Lieferanten.

Abb. 27 Brandschutztüren haben eine wichtige Schutzfunktion.

Die regelmäßige Prüfung der automatischen

Türschließer gehören zur Wartung.

Bei Feststellanlagen gelten besondere Anforderungen

Da Feuerschutzabschlüsse nur geschlossen ihre Aufgabe erfüllen können, müssen sie „selbstschließend“ sein

und dürfen nur kurzzeitig für den Durchgang von Personen geöffnet werden. Wenn im Betrieb offene Türen notwendig

sind, werden sogenannte Feststellanlagen verbaut. Die Feststellanlage gibt die Tür über einen Rauchmelder

frei, wenn Rauch erkannt wird. Die Tür schließt dann.

Nach dem Einbau sind die Feststellanlagen durch eine autorisierte Fachkraft nach Abnahmeprüfung in Betrieb zu

nehmen. Auch die jährliche Überprüfung ist nur durch autorisierte Fachkräfte auszuführen. Hierfür ist eine besondere

Qualifikation notwendig!

29


D. Häufige Beanstandungen und deren Bearbeitung

Beanstandung Ursachen in Stichworten weitere Infos:

Türenverzug •Falsche Lagerung des Türblattes

•Differenzklima zu hoch

•zu hohe Einbaufeuchte

•falsche Klimaklasse ausgewählt

Abb. 10 auf Seite 19

Abb. 12 auf Seite 20

Versatz in den

Bekleidungen,

offene Gehrungen

Flächenbündigkeit

des Türblattes

Türblatt bleibt nicht in

jedem Öffnungswinkel

stehen (kein Mangel)

Wandanschlüsse mit

Abstand zur Wand

Bodenspalt

Falzluft

ungleichmäßig, zu

groß, zu klein

Aufquellen der

Türzarge

Beschlagmontage

Schallschutz

ungenügend bei

Wohnungsabschlusstüren

Tab. 7

•Fertigungstoleranzen zu hoch

•Zarge nicht winklig montiert

•Gehrungen nicht bündig montiert/verleimt

•Bänder falsch justiert

•Türblatt/Zarge verformt

•keine lotrechte Montage

•Bänder nicht gleichmäßig eingestellt

•Zuglufterscheinungen

•Wand ist nicht lotrecht/eben

•Zarge nicht lotrecht/gerade montiert

•Boden uneben/nicht waagerecht

•Zarge zu hoch montiert

•Fertigungstoleranzen bei der Beschlagposition

•Zarge nicht lotrecht/waagerecht montiert

•Zarge nicht kraftschlüssig befestigt

•Bänder nicht richtig eingestellt/gewartet

•Türblatt nicht rechtwinklig

•Türblatt/Zargenmaße nicht aufeinander abgestimmt

•Auffeuchtung der Zarge von unten durch fehlende

Feuchtesperre, Zarge nicht mit Abstand zum Boden

montiert, zu feuchte Reinigung der Böden

•Rosetten/ Drückerbeschläge zu fest angezogen

•Beschläge nicht bündig eingelassen

•nicht vollflächig ausgeschäumt/ ausgestopft

•fehlende plane Auflage der Bodendichtung

•Bodendichtung nicht passend eingekürzt

•Dichtungen liegen nicht an, Anpressdruck zu gering

•falsche Schallschutzklasse

Häufige Beanstandungen im Überblick - Quick Check.

Abb. 8 auf Seite 14

Abb. 11 auf Seite 19

Abb. 13 auf Seite 20

Abb. 14 auf Seite 21

Abb. 15 auf Seite 21

Abb. 12 auf Seite 20

Abb. 16 auf Seite 22

Abb. 17 auf Seite 22

Abb. 18 auf Seite 23

Abb. 19 auf Seite 23

Abb. 26 auf Seite 28

30


E. Einigungsoptionen im

Beanstandungsfall

Der Werkunternehmer (Auftragnehmer) hat dem Auftraggeber

das Werk frei von Sach- und Rechtsmängeln

zu verschaffen. Bei der Abnahme wird überprüft, ob

das Werk frei von Mängeln ist. Liegen wesentliche

Mängel vor, kann die Abnahme verweigert werden.

Bei Kaufverträgen nach BGB wurde der Begriff des

Sachmangels erweitert. Eine Sache ist dann frei von

Sachmängeln, wenn sie bei Abnahme:

- den subjektiven Anforderungen

- und den objektiven Anforderungen

- und ggf. den Montageanforderungen entspricht.

Abb. 28 Welche Fehler sind noch tolerierbar, was ist

nachzubessern?

31


E. Einigungsoptionen im Beanstandungsfall

Mangelgrund

Wenn das Werk nicht die zwischen Auftraggeber und

Werkunternehmer vereinbarte Beschaffenheit hat.

Die Tür eignet sich nicht für die im Vertrag

vorausgesetzte Verwendung.

Die Tür eignet sich nicht für die gewöhnliche Verwendung

und sie weist nicht eine Beschaffenheit auf, die bei

Werken der gleichen Art üblich ist und die der

Auftraggeber nach der Art des Werkes erwarten kann.

Welche Optionen stehen zur Verfügung, um die Mängelrüge zu bearbeiten?

Nacherfüllung

Beispiel aus der Praxis

Größe, Anschlagrichtung, Dekor

Wohnungsabschlusstür im Mehrfamilienhaus

ohne Schallschutz

Türblatt mit Echtholzfurnier ohne

Oberflächenbeschichtung

Wenn ein anderes als das bestellte Werk oder das Werk Falsches Modell, falsche Stückzahl

in zu geringer Menge hergestellt worden ist.

Tab. 8 Welche Arten von Mängeln können der Auslöser für eine Mängelrüge sein?

Der Werkunternehmer hat bei der Mängelbeseitigung ein Wahlrecht, ob er den Mangel durch Nachbesserung

(Reparatur) oder durch Neuherstellung des Werks beseitigen möchte. Jeder Werkunternehmer hat grundsätzlich

das Recht auf eine „zweite Chance“. Das bedeutet, dass der Auftraggeber dem Werkunternehmer die Gelegenheit

geben muss, den Mangel durch Nacherfüllung bis zum Ablauf einer angemessenen Frist zu beseitigen. Dabei hat

jeder Werkunternehmer in der Regel zwei Versuche zur Nacherfüllung.

Die Kosten der Beseitigung trägt der Werkunternehmer. Ein Recht zur Verweigerung der Nacherfüllung hat der

Werkunternehmer nur dann, wenn diese mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden oder sonst unzumutbar

ist. Beispiel: Eine Glasscheibe mit einem kleinen Kratzer kann nicht zerstörungsfrei ausgebaut werden. Oder es

müsste eine ganze Wandverkleidungen abgebaut werden, um an das beschädigte Bauteil zu kommen.

Der Besteller muss dem Werkunternehmer eine angemessene Frist zur Nacherfüllung setzen. In der Praxis ist hier

von ca. 2 Wochen auszugehen. Die Fristen können auch kürzer sein, insbesondere, wenn Unfallgefahren bestehen,

oder Folgeschäden zu befürchten sind. Wenn Lieferzeiten eine fristgerechte Nachbesserung verhindern, kann

die Frist auch verlängert werden. Wichtig ist eine zeitnahe Bearbeitung und Rückmeldung an den Auftraggeber.

Verstreicht die Frist und ist eine zweite Aufforderung mit Nachfristsetzung erfolgt, oder die Nacherfüllung ist zum

zweiten Mal fehlgeschlagen, oder wird verweigert, bedarf es keiner Fristsetzung mehr.

Die Konsequenzen sind dann drastisch und können zur sogenannten Selbstvornahme auf Kosten des Werkunternehmers,

Minderung des Entgelts, Rücktritt vom Vertrag, und/oder Schadensersatz oder Aufwendungsersatz führen.

32


Tipp:

Nehmen Sie Mängelrügen ernst und betrachten Sie diese auch als Chance mit dem Kunden in den Dialog zu treten.

Geben Sie zeitnahe Rückmeldungen und prüfen Sie vor Ort ob die Mängelrüge berechtigt ist. Mängelrügen

verschwinden nicht von alleine, sondern werden umfangreicher und unerfreulicher je mehr Zeit verstreicht und

können sogar als Rechtsstreit vor Gericht enden.

Minderung

Der Auftraggeber hat anstatt des Rechts auf Nacherfüllung ein Recht, vom Werkvertrag zurückzutreten, oder den

vereinbarten Preis zu mindern. Dies gilt jedoch nur, wenn er dem Werkunternehmer, wie zuvor erläutert, eine

angemessene Frist zur Nacherfüllung gesetzt hat und dieser nicht innerhalb dieser Frist nacherfüllt hat. Gerade

bei optischen Beeinträchtigungen werden Einigungen oftmals über eine Minderung erzielt, wobei die Umsetzung

einer angemessenen und machbaren Nacherfüllung immer die erste Option sein sollte.

Die Höhe von Minderungsbeträgen wird naturgemäß

aus Sicht der Auftraggeber und Auftragnehmer sehr

unterschiedlich beurteilt. Sachverständige beziehen

sich bei der Bewertung von Minderungsbeträgen oftmals

auf die sogenannte Zielbaummethode nach Auerhammer.

Hierbei wird nach dem Gebrauchswert

(Schallschutz/Wärmedämmung, etc.) und dem Gestaltungswert

der beurteilten Sache unterschieden. Im

zweiten Schritt wird dann der Grad der Beeinträchtigung

ermittelt.

Nach Ermittlung aller Faktoren wird der Minderungsbetrag

errechnet. Mit dieser Methode kann zumindest

annäherungsweise ermittelt werden, wie hoch die Minderung

für einen Kratzer auf der Fläche einer Tür sein

kann.

Kulanz

Abb. 29 Muss wegen dieser Macke das Türblatt

ausgetauscht werden?

Zeigt sich der Werkunternehmer kulant, kommt er dem Auftraggeber nach Vertragsschluss entgegen, obwohl er

rechtlich dazu nicht verpflichtet ist. Bei der Kulanz verfolgt der Werkunternehmer das Ziel, seinen Kunden zufrieden

zu stellen und Meinungsverschiedenheiten auf dem „kleinen Dienstweg“ zu regeln.

Tipp:

Bei Kulanzangeboten ist darauf zu achten, dass diese „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ oder „ohne Anerkennung

der Mangelhaftigkeit“ gemacht werden. In diesem Fall bedeutet die Formulierung, dass die angebotene

Leistung (Minderung) nur als Entgegenkommen erbracht wird. Damit werden auch die weiteren möglichen Rechtsfolgen

ausgeschlossen.

33


E. Einigungsoptionen im Beanstandungsfall

Literatur

Werkzeuge für Türenprofis

Quelle: ifz - Informationszentrum für Fenster und Fassaden, Türen und Tore, Glas und Baustoffe e.V.

Institut für Fenstertechnik (ift) Rosenheim (www.ift-rosenheim.de/faq-fachexperten)

• TU-01/1: Verglasung von Innentüren 04/2010

• TU-02/2: Innentüren richtig montiert, 01/2012

• TU-04/1: Türverschlüsse in Flucht- und Rettungswegen 10/2009

• TU-06/1: Türen in Flucht- und Rettungswegen 01/2011

• TU-07/1: Barrierefreie Türen für den Wohnbereich 10/2011

• TU-03/2: Verformung von Innentüren 01/2012

• SC-10/1: Schalldämmung von Innentüren - Planung und baurechtliche Nachweise 11/2015

• EI-03/2: My home is my castle - Einbruchshemmende Türen 01/2012

• ift-Richtlinie HO-11/2 - Visuelle Beurteilung von Innentürelementen aus Holz und Holzwerkstoffen sowie

anderen Materialien

Normen und Regelwerke

• DIN 18202:2019-07 - Toleranzen im Hochbau - Bauwerke

• DIN EN 1121:2000-09 - Türen - Verhalten zwischen zwei unterschiedlichen Klimaten

• DIN EN 14351-2:2019-01 - Fenster und Türen - Produktnorm, Leistungseigenschaften - Teil 2: Innentüren

• DIN EN 16034:2014-12 Türen, Tore und Fenster - Produktnorm, Leistungseigenschaften - Feuer- und/oder

Rauchschutzeigenschaften

• DIN EN 16580:2015-10 Fenster und Türen - Feuchte- und spritzwasserbeständige Türblätter

Arbeitsstättenverordnung und Technische Regeln für Arbeitsstätten / Arbeitsstättenrichtlinien (ASR)

• ASR A1.7: Türen und Tore

• ASR A2.3: Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

• DGUV Information 208-022: Türen und Tore

• DGUV Vorschrift 81: Schulen

• DGUV Regel 102-002: Kindertageseinrichtungen

• GUV-SI 8027: Mehr Sicherheit bei Glasbruch

• BGI 606: Verschlüsse für Türen von Notausgängen

• BGI/GUV 208-014: Glastüren, Glaswände

Sonstiges

• VDI Richtlinie 3728: 2012/03 Schalldämmung beweglicher Raumabschlüsse - Türen und Mobilwände

• Tischler Schreiner Deutschland TSD - Richtlinie zur Visuellen Beurteilung 03/2021 Teil 3 - Innentüren

34


Impressum

Herausgeber

EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH & Co. KG

Auf dem Hohenstein 2

61231 Bad Nauheim

Fon: +49 6032 805-0

Fax: +49 6032 805-265

kontakt@eurobaustoff.de

www.eurobaustoff.de

Verfasser

Michael Bücking, Bad Wildungen

in Zusamenarbeit mit

Ingenieurbüro Holger Meyer

27356 Rotenburg

www.meyer-ingenieurbuero.de

Haftungshinweis

Bei diesen Unterlagen handelt es sich um Empfehlungen des Verfassers, welche nach bestem Wissen und Gewissen

und nach gründlichen Recherchen erstellt wurden. Irrtümer oder Fehler, welche sich z. B. aus veränderten

Randbedingungen ergeben könnten, sind dennoch nicht ausgeschlossen, so dass der Verfasser und der Herausgeber

keinerlei Haftung übernehmen können.

1. Auflage Dez. 2021

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Bildnachweise: Titel- und Rückseite: EUROBAUSTOFF GmbH & Co. KG.

Eine Gemeinschaftsaktion der EUROBAUSTOFF. Für Druck- u. Bildfehler keine Haftung.

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