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element+BAU 1/2023

element + BAU - Die Fachzeitschrift für Objektbau behandelt den Gesamtbereich des Objektbaus. Der Bau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden hat ebenso seinen Platz wie der großflächige Wohnungsbau und der Industriebau.

element + BAU - Die Fachzeitschrift für Objektbau behandelt den Gesamtbereich des Objektbaus. Der Bau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden hat ebenso seinen Platz wie der großflächige Wohnungsbau und der Industriebau.

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1<br />

60. Jahrgang<br />

<strong>2023</strong><br />

ISSN 0934-5914<br />

B2836<br />

Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />

ZWEI SPECIALS IN EINEM HEFT:<br />

l<br />

BAU, München<br />

l<br />

DENKMALGESCHÜTZTER OBJEKTBAU<br />

Sanierung; Innenausbau; Glasanwendung im Innenbereich; Akustik;<br />

Sanitär; Hallenbau; Wirtschaftsbau; Klima-/Heiztechnik; Wohnungsbau


sing<br />

zdruck-Begrenzungsventil<br />

Differential pressure limiting valve<br />

Spalttopfausführungen:<br />

E metallisch / nicht-metallisch<br />

E einschalig / doppelschalig<br />

Containment shell executions:<br />

E metallic / non-metallic<br />

E single / double shell<br />

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GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />

Die unabhängige Medienplattform<br />

für Energieversorgung, Effizienzsteigerung<br />

und alternative Energieträger und -speicher<br />

W PUMP<br />

PROZESSTECHNIK & KOMPONENTEN<br />

PROCESS TECHNOLOGY & COMPONENTS<br />

PROCESS TECHNOLOGY & COMPONENTS 2022<br />

Water Wastewater Environmental Technology<br />

Energy Oil Gas Hydrogen<br />

Automotive PROZESSTECHNIK Shipbuilding Heavy Industry & KOMPONENTEN 2022<br />

Chemistry Pharmaceutics Biotechnology<br />

Food and Beverage Industry<br />

Wasser Abwasser Umwelttechnik<br />

Energie Öl Gas Wasserstoff<br />

Fahrzeugbau Schiffbau Schwerindustrie<br />

Chemie Pharma Biotechnik<br />

Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

Nachhaltige Möglichkeiten in der<br />

Prozesstechnologie<br />

Kreislaufwirtschaft im industriellen<br />

Produktionsprozess<br />

2022<br />

2022<br />

The hygienic solution<br />

WANGEN VarioTwin NG<br />

Hygienisch fördern<br />

Independent magazine for Pumps, Compressors and Process Components<br />

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Unabhängiges Fachmagazin für Pumpen, Kompressoren und prozesstechnische Komponenten<br />

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Themenbereiche H 2<br />

, Synthetische<br />

Kraftstoffe, Wasser, Solar & Photovoltaik,<br />

Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />

Batterietechnologie, Systemintegration<br />

und weitere Alternativmöglichkeiten<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


editorial<br />

Armin König<br />

Chefredakteur<br />

Liebe Leser,<br />

als ich mich die Tage auf den Weg in die Reaktion machte, um diese Vorschauausgabe zur BAU in München vorzubereiten, da<br />

bemerkte ich doch, dass sich der Frühling so langsam Bahn bricht: Die Luft roch würziger, Schneeglöckchen zeigten sich allerorten<br />

und auch die Morgensonne hatte schon eine wärmende Kraft. Frühlingsgefühle kurz vor der BAU? Irgendwas stimmte da<br />

nicht und ich musste mich an dieses Gefühl im Vorfeld zur wohl wichtigsten Messe in diesem Jahr gewöhnen.<br />

Viel ist über die Verschiebung der BAU, vom traditionellen Januar auf das jetzige Datum, vom 17. bis 22. April <strong>2023</strong>, diskutiert<br />

worden. Lag die BAU traditionell im tiefsten Winter (was ihr unter Lästermäulern den Spitznahmen des steuerlich absetzbaren<br />

Skiurlaubs einbrachte), also außerhalb der "bauaktiven" Zeit, wo vor allem Verabeiter meist leichter für ihren Messebesuch ein<br />

geeignetes Zeitfenster fanden, so liegt die Messe jetzt in einem Zeitraum, in der das Baugeschehen brummt und jeder Tag, der<br />

nicht auf der Baustelle zugebracht werden kann, ein verlorener Tag zu sein scheint. Diese Tatsache wurde im Vorfeld der Messe<br />

von vielen Ausstellern durchaus kritisch gesehen.<br />

Darüber hinaus war noch im Herbst letzten Jahres die Unsicherheit, ob die BAU nach der ausgefallenen Veranstaltung im Jahr<br />

2021, zu alter Größe zurückkehren kann, durchaus bei den Gesprächen mit vielen Ausstellern spürbar. Hinzu kamen drängende<br />

Fragen, die die Branche beschäftigten: Wird die Messe wieder relativ kurzfristig abgesagt werden, wenn sich die Coronazahlen<br />

negativer entwickeln würden? Geht es bei einer Absage wieder nach dem Motto "außer Spesen nichts gewesen" und man bleibt<br />

als Aussteller auf den immensen Kosten sitzen, die durch die Standvorbereitungen und Hotelbuchungen auch ohne stattfindende<br />

Messe anfallen? Kann der hohe internationale Anteil an Besuchern gehalten werden oder hat die Pandemie hier zu einem<br />

Umdenken geführt und diese Gruppen verzichten zukünftig auf Präsenzveranstaltungen? Auch, dass bei der einen oder anderen<br />

Messe, die letztes Jahr stattfand, die Besucher- und Ausstellerzahlen mit denen vor der Pandemie nicht vergleichbar waren, hatte<br />

nicht unbedingt zur Beruhigung beigetragen.<br />

In den letzten Wochen jedoch hat sich plötzlich bei den vielen Gesprächen, die wir von der Redaktion mit den Ausstellern<br />

führten, ein vollkommen anderes Bild gezeit und Skepsis hat sich in Zuversicht gewandelt: Man freut sich auf die BAU! Man freut<br />

sich auf richtige Gespräche von Mensch zu Mensch, freut sich auf viele Eindrücke! Man freut sich auf direktes Feedback aus der<br />

Branche! Freut sich, seine Innovationen dem Publikum präsentieren zu dürfen! Freut sich, mit dazu beitragen zu dürfen, dass diese<br />

Messe auch konjunkturell neue Impulse setzen kann! Von Frühjahrsmüdigkeit ist hier überhaupt nichts spürbar, sondern eher<br />

von Aufbruchsstimmung. Und auch mir geht es so: Ich freue mich, nach Jahren der "BAU-Abstinenz" auf ein paar tolle, aufregende<br />

und spannende Messetage in München.<br />

Viel Spaß bei der Lektüre dieser element + BAU wünscht Ihnen<br />

Ihr<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

3


inhalt<br />

SPECIAL: DENKMALGESCHÜTZTER OBJEKTBAU<br />

Bötzow Brauerei, Berlin<br />

Attraktive Arbeitswelt im historischen Ambiente<br />

Glyptothek in München<br />

Detailgetreue Handwerkskunst<br />

Villa Schüffner, Chemnitz<br />

Moderne Bandtechnik trifft historische Bausubstanz<br />

Falkensteiner Spa Resort Marienbad, Tschechien<br />

Moderne Eleganz im historischen Jugenstil-Hotel<br />

Opernhaus Chemnitz<br />

Kontaktlose Eleganz im Sanitärbereich<br />

Denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus<br />

in München<br />

Originalgetreu saniert<br />

Kulturzentrum Kammgarn, Kaiserslautern<br />

Bühne frei für optimales Raumklima<br />

OBJEKTE<br />

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Erkelenz<br />

In Form und Funktion überzeugend<br />

Baumaschinen-Servicezentrum in Achstetten<br />

Werkstatt-Koloss mit Dachterrasse<br />

Praxisklinik im neuen Officegebäude Mikado<br />

in Friedrichshafen<br />

Lichtdurchflutet, hygienisch und diskret<br />

SPECIAL: BAU <strong>2023</strong>, München<br />

BAU <strong>2023</strong><br />

Wichtiger Treffpunkt der Branche<br />

Innovationen und neue Produkte<br />

IM FOKUS<br />

KNX im Geschosswohnungsbau<br />

Neues Aufgabenfeld für Elektroplaner<br />

Interview mit Torsten Prauser, Geschäftsführer<br />

der Alho Systembau GmbH<br />

Keine Frage der Bauweise:<br />

„Kreativität findet in den Köpfen statt“<br />

Baucontrolling<br />

Digitale Zwillinge und KI für effiziente<br />

Projekte<br />

RUBRIKEN<br />

Produkte<br />

Branche aktuell<br />

Vorschau/Impressum<br />

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50<br />

51<br />

Früher Brauerei, heute Mischnutzung aus<br />

Gewerbe, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen:<br />

Gelände der ehemeligen Botzow<br />

Brauerei in Berlin.<br />

Seite 6<br />

Moderner Schall- und Wärmeschutz trotz<br />

authentischen Erscheinungsbilds: Sanierung<br />

eines Wohn- und Geschäftshaus in München.<br />

Seite 20<br />

Verwaltung und Werkstatt unter einem Dach:<br />

Neu geschaffenes Baumaschinen-Servicezentrum<br />

in Achstetten.<br />

Seite 28<br />

4 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


inhalt<br />

Für Sie notiert...<br />

Lichtdurchflutet und trotzdem diskret: Opake<br />

Innen-Verglasung in einer Praxisklinik in Friedrichshafen.<br />

Seite 30<br />

Die wohl wichtigste Messe unserer Branche in<br />

diesem Jahr: Die BAU, die vom 17. - 22. April<br />

<strong>2023</strong> auf dem Münchener Messegelände<br />

stattfinden wird.<br />

Ab Seite 32<br />

Lichtwerk, Leuchtenspezialist aus Königsberg/Bayern,<br />

gewinnt mit seiner Pendelleuchte<br />

klir eine herausragende Auszeichnung:<br />

den „Best Workspaces <strong>2023</strong>“ in der<br />

Kategorie „Lösungen des Jahres“. Dieser<br />

internationale Architektur-Award für intelligente<br />

Arbeitswelten stellt den Mensch in seiner<br />

Arbeitsumgebung in den Mittelpunkt. Der<br />

vom Verlag Callwey ins Leben gerufene Wettbewerb<br />

beurteilt Bürobauten und Produkte<br />

nach unterschiedlichen Kriterien wie Innovationsgrad,<br />

Eigenständigkeit, Gebrauchsnutzen<br />

und ökologischem Nutzen.<br />

Die unabhängige Fachjury würdigt die Lichtwerk<br />

Pendelleuchte klir für ihr innovatives Design<br />

und die herausragende Lichttechnik. Die<br />

Preisverleihung fand im März in Berlin statt.<br />

Lichtwerk Geschäftsführer Georg Schuhmann<br />

und Leiter Lichtplanung & Entwicklung<br />

Claus Raab nahmen die besondere Auszeichnung<br />

mit großer Freude entgegen.<br />

klir ist die jüngste Design-Entwicklung aus<br />

dem Hause Lichtwerk – eine Leuchte, die Effizienz<br />

und perfekte Lichttechnik mit schwebendem<br />

Design in Einklang bringt. Die Kombination<br />

von außergewöhnlichen Materialien<br />

und minimalisierten Gehäuseabmessungen<br />

von gerade einmal 43 | 40 mm machen<br />

sie zu einem echten Highlight, vor allem am<br />

Arbeitsplatz. Ihre klare und elegante Form<br />

harmoniert perfekt mit der Ausstattung<br />

moderner Bürowelten. Dabei gewährleistet<br />

die klir eine hervorragende Beleuchtung und<br />

sorgt so für eine optimale Arbeitsumgebung.<br />

"Wir freuen uns sehr, dass unsere klir mit<br />

dem Award Best Workspaces <strong>2023</strong> ausgezeichnet<br />

wurde", sagt Georg Schuhmann.<br />

"Der Preis würdigt unsere Arbeit und zeigt,<br />

dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn<br />

es darum geht, innovative Produktlösungen<br />

zu erschaffen, die zugleich funktional und<br />

ästhetisch sind. klir erfüllt die hohen Erwartungen<br />

unserer Kunden und bietet Nutzern<br />

ein besseres Arbeitsumfeld – das ist ein<br />

herausragender Erfolg."<br />

Kreatives Bauen mit Modulen: Interview mit<br />

Alho-Geschäftsäftsführer Torsten Prauser.<br />

Seite 44<br />

www.lichtwerk.de/klir<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

5


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Bötzow Brauerei, Berlin<br />

Attraktive Arbeitswelt im historischen Ambiente<br />

Anne Marie Ring<br />

Wer möchte noch im Homeoffice arbeiten, wenn er eine solche Alternative hat: Mit kreativen<br />

Arbeitswelten im historischen Ambiente positionieren sich die Ottobock Future Labs als attraktiver<br />

Arbeitgeber. Oberste Prämisse der Sanierung der Bötzow Brauerei war es, den bauzeitlichen<br />

Charakter des Ensembles zu bewahren. Fenster, Türen und Festverglasungen aus Stahlprofilsystemen<br />

tragen dazu bei.<br />

In zentraler Lage Berlins, nur wenige<br />

Gehminuten vom Alexanderplatz<br />

entfernt, befindet sich das Gelände der<br />

einstigen Bötzow Brauerei. Sie wurde<br />

1864 von dem gerade mal fünfundzwanzigjährigen<br />

Julius Bötzow, Sprössling<br />

einer Dynastie von Schnapsbrennern,<br />

gebaut. Bötzow hatte nicht nur den<br />

Ehrgeiz, auf modernsten Produktionsanlagen<br />

original bayerisches Bier herzustellen<br />

– seine Brauereigebäude sollten auch<br />

hohen gestalterischen Ansprüchen genügen.<br />

Genau dieser Pioniergeist charakterisiert<br />

auch den heutigen Eigentümer des<br />

24.000 Quadratmeter großen Geländes,<br />

Professor Hans Georg Näder, Inhaber<br />

der Orthopädietechnik Ottobock. Das<br />

Familienunternehmen, Weltmarktführer<br />

in der technischen Orthopädie, entwickelt<br />

Hightech-Produkte, die Menschen<br />

mit Handicap größtmögliche Mobilität<br />

ermöglichen. Seinen hohen ästhetischen<br />

Anspruch an die Sanierung der denkmalgeschützten<br />

Brauereigebäude beweist<br />

Näder durch die Zusammenarbeit mit<br />

David Chipperfield Architects. Gemeinsam<br />

wollen sie das weitläufige Areal in einen<br />

typisch Berliner Kiez mit einer Mischnutzung<br />

aus Gewerbe, Gastronomie und<br />

kulturellen Einrichtungen verwandeln.<br />

Bauzeitlicher Charakter<br />

wurde erhalten<br />

Die Masterplanung von David Chipperfield<br />

Architects orientiert sich an der<br />

früheren Struktur und Gestaltung des<br />

Brauereigeländes. So soll an der Ecke<br />

Prenzlauer Allee und Saarbrücker Straße,<br />

wo sich um 1900 der mit 6000 Plätzen<br />

größte Biergarten Berlins befand, wieder<br />

ein Biergarten entstehen. Im Innern der<br />

Gebäude wurden vereinzelt technische<br />

Anlagen konserviert, die an die vormalige<br />

Nutzung erinnern. Bewusst wurde darauf<br />

geachtet, den bauzeitlichen Charakter der<br />

Brauereigebäude mit ihren Fassaden aus<br />

gelben und roten Klinkern und den vielen<br />

verschiedenen Fenstertypen zu bewah-<br />

Die Bötzow Brauerei liegt nur einen Katzensprung vom Alexanderplatz entfernt. Die Umwandlung<br />

in einen typisch Berliner Kiez mit einer Mischnutzung aus Gewerbe, Gastronomie, kulturellen<br />

Einrichtungen und Wohnungen ist im vollen Gang. Bereits im August 2018 haben die Ottobock<br />

Future Labs die Häuser 1 – 4 bezogen. Auch die Häuser 5 – 7 sind inzwischen vermietet.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Jansen AG, Oberriet<br />

Fotos: Stephan Falk, Baubild Berlin<br />

6 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

ren. Da die einfach verglasten Stahlfenster<br />

heutigen energetischen Anforderungen<br />

nicht entsprechen, wurden sie – je nach<br />

Lage im Bau und den damit gegebenen<br />

energetischen Anforderungen – teils<br />

restauriert, teils in Kombination mit neuen<br />

Elementen ertüchtigt und teils gänzlich<br />

durch neue, nach historischen Vorbild<br />

rekonstruierte Elemente ersetzt.<br />

Ein System,<br />

viele unterschiedlichen<br />

Fenster<br />

Das mit der Ausführung der Metallbauarbeiten<br />

beauftragte Unternehmen,<br />

die Firma Hage Metallbau GmbH aus<br />

Duderstadt, fertigte die erforderlichen<br />

Elemente überwiegend aus Janisol Arte<br />

2.0. Das Stahlprofilsystem ermöglicht die<br />

Konstruktion von nach innen oder außen<br />

öffnenden Fenstern. Diese sind wahlweise<br />

als Dreh-, Stulp-, Kipp- oder Klappfenster<br />

und Festverglasungen in Elementgrößen<br />

von bis zu 1000 mm Breite x 2400 mm<br />

Höhe machbar sowie speziellen Öffnungsarten<br />

wie Senkklapp-, Schwing- und<br />

Schiebefenster. Dank dieser vielfältigen<br />

Konstruktionsmöglichkeiten eignete sich<br />

System optimal für das Projekt mit seinen<br />

vielen unterschiedlichen Fenstern und Öffnungsarten.<br />

Hage Metallbau fertigte für<br />

fünf der insgesamt sieben Brauereigebäude<br />

unter anderem Schwingfenster (teils<br />

mit RWA-Antrieb), Rundbogen-Fenster<br />

und -Festverglasungen sowie etliche objektspezifische<br />

Sonderkonstruktionen wie<br />

kleine Rundfenster mit öffenbarem Flügel,<br />

eine Faltanlage mit Oberlicht und übergroße<br />

Terrassentüren mit Rundbogen. Die<br />

neuen Elemente sitzen zum Teil in der<br />

Außenebene der Gebäudehülle, zum Teil<br />

in der inneren Ebene (immer dann, wenn<br />

außen das historische Fenster beibehalten<br />

werden konnte).<br />

Die bodentiefe Festverglasung (links im Bild) ist aus Janisol HI hergestellt; die Rundbogenfenster<br />

beidseits der verblechten Stahltüre sind aus der Serie Janisol Primo.<br />

Präzise<br />

angepasste Elemente<br />

Bei allen gebogenen Elementen bestand<br />

die Herausforderung darin, die neuen<br />

Konstruktionen präzise in die vorhandenen<br />

Bögen einzupassen. Dazu wurde jeder<br />

Bogen einzeln aufgemessen und eine<br />

Schablone angefertigt. Gebogen wurden<br />

die Stahlprofile in der Biegewerkstatt des<br />

Herstellers des Stahlsystems, der Schweizer<br />

Jansen AG. Die neuen Fenster in der<br />

äußeren Ebene wurden unter anderem<br />

als Schwingfenster mit RWA-Antrieb ausgestattet.<br />

„Die Blendrahmen dafür haben<br />

wir selbst hergestellt, weil sie relativ breit<br />

sein mussten, um in die vorhandenen<br />

Öffnungen zu passen“, erläutert Projektleiter<br />

Stefan Gassmann die Konstruktion.<br />

„Während der Blendrahmen bei den<br />

Im 1. OG wechseln fligrane Festverglasungen mit motorisch betriebenen Schwingflügeln ohne<br />

merklichen Unterschied in der Ansichtsbreite.<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

7


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Rundfenster Janisol Arte 2.0 mit aufgesetztem Appikationsrahmen und Janisol-Falttoranlage. Die Besonderheit der Falttoranlage: Ihr Gewicht<br />

wurde am Oberlicht abgelastet!<br />

historischen Fenstern um ca. 25 mm aus<br />

dem Klinker herausragte, verbreitert der<br />

Flügelrahmen der neuen Schwingfenster<br />

die Ansicht.“ Trotzdem war auch hier Janisol<br />

Arte 2.0 das Profil der Wahl: Aus zwei<br />

einzelnen Schalen und einer Blechbekleidung<br />

wurde eine Profilbreite von 80 mm<br />

erzeugt – ein Unterschied, der optisch<br />

zwar wahrnehmbar ist, das Gesamtbild<br />

aber keineswegs stört.<br />

Als fertigungstechnisch anspruchsvoll<br />

erwies sich eine Brandschutz-Festverglasung,<br />

die die Firma Hage aus dem<br />

Stahlprofilsystem Janisol 2 herstellte. Auf<br />

Wunsch der Architekten sollten Stahlrohre<br />

appliziert werden, um die Ansicht optisch<br />

zu schmälern. Schließlich entschied<br />

man sich für eine zweiteilige Konstruktion:<br />

Die gewünschten Applikationen wurden<br />

als separates Element gefertigt und auf<br />

der Brandschutz-Festverglasung von außen<br />

unsichtbar verschraubt. Den oberen<br />

Querriegel, der optisch zweiteilig erscheint,<br />

haben die Metallbauer mit einem<br />

Blech nachgebildet.<br />

Durchbiegung vermeiden<br />

Bei einer Faltwand aus dem Stahlprofilsystem<br />

Janisol bestand die Herausforderung<br />

darin, die Durchbiegung über die Elementbreite<br />

von vier Metern abzufangen<br />

und das Gewicht der Faltanlage nach<br />

oben abzulasten – trotz des Oberlichts,<br />

das über den beweglichen Elementen<br />

sitzt. De facto hängt die Faltwand nun<br />

am Oberlicht: das ist eine Konstruktion,<br />

wie sie nur mit Stahlprofilen möglich ist.<br />

Die Verblechungen im Brüstungsbereich<br />

wurden auf Wunsch des Architekten<br />

innen und außen flächenbündig, mit einer<br />

Schattenfuge von fünf Millimetern, auf<br />

das Profil aufgebracht.<br />

Niedrigenergiestandard<br />

auch bei Baudenkmälern<br />

Die beschriebenen Konstruktionen geben<br />

nur einen kleinen Einblick in die vielfältigen<br />

Möglichkeiten des Gestaltens mit<br />

thermisch getrennten Stahlprofilsystemen.<br />

Angesichts der Klimaschutzdiskussion<br />

und Forderungen zur Einhaltung von<br />

Bauherr:<br />

Architekten:<br />

Metallbau:<br />

Verwendete<br />

Profilsysteme:<br />

Bautafel<br />

Bötzow Berlin GmbH & Co. KG, Berlin<br />

David Chipperfield Architects Berlin<br />

Hage Metallbau GmbH, Duderstadt<br />

Janisol Arte 2.0, Janisol Primo, Janisol 2, Janisol HI<br />

und Janisol Faltwand<br />

Systemlieferant: Schüco Stahlsysteme Jansen<br />

Hersteller:<br />

Jansen AG, Oberriet/CH<br />

Niedrigenergiestandards auch bei Baudenkmalen<br />

kann gar nicht oft genug auf<br />

die ausgesprochene Langlebigkeit von<br />

Stahlprofilfenstern und -türen sowie Festverglasungen<br />

hingewiesen werden. Ihre<br />

damit einhergehende Nachhaltigkeit und<br />

die vergleichsweise guten Dämmwerte<br />

dienen dem Schutz unseres Klimas und<br />

sind insofern zukunftsfähig. Zukunftsfähig<br />

ist nun auch die Bötzow Brauerei: Bereits<br />

im August 2018 haben die Ottobock<br />

Future Labs die Häuser 1 – 4 bezogen.<br />

Trotz noch laufender Bauarbeiten haben<br />

sich seither weitere Startups auf dem<br />

Areal angesiedelt. Inzwischen ist auch die<br />

Sanierung der Häuser 5 – 7 abgeschlossen<br />

sein. Die drei Neubauten dagegen<br />

sind noch in Planung.<br />

8 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

Glyptothek in München<br />

Detailgetreue Handwerkskunst<br />

Der imposante Museumsbau Glyptothek ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts zentraler Bestandteil<br />

des Kunstareals am Königsplatz in München und zeichnet sich durch seine charakteristische<br />

Architektur aus – optisch gleicht das Hauptgebäude einem griechischen Tempel.<br />

Im Zuge umfangreicher Restaurierungsarbeiten wurden die historischen Fassadenflächen<br />

kürzlich denkmalgerecht in den Originalzustand zurückversetzt. Die herausragende Leistung<br />

aller Baubeteiligten wurde mit dem Bernhard Remmers Preis 2022 in der Kategorie „National“<br />

gewürdigt.<br />

Im Zuge umfangreicher Restaurierungsarbeiten wurden die historischen Fassadenflächen der Glyptothek in München denkmalgerecht in den<br />

Originalzustand zurückversetzt.<br />

Bildnachweis: © Stephan Falk<br />

Die Glyptothek wurde von 1816<br />

bis 1830 nach Plänen des Architekten<br />

Leo von Klenze im Auftrag<br />

des bayerischen Königs Ludwig I. errichtet.<br />

Von Beginn an diente das monumentale<br />

Gebäude als Ausstellungsfläche für<br />

die königliche Sammlung griechischer<br />

und römischer Skulpturen – auch heute<br />

noch ist die Glyptothek als Museum<br />

hoch angesehen und beherbergt weltbekannte<br />

Kunstwerke wie den „Barbarinischen<br />

Faun“ oder die „Trunkene Alte“.<br />

Nicht nur die historischen Schätze im<br />

Innern, sondern auch die Architektur<br />

des Gebäudes ist einzigartig. Während<br />

sich die Fassade an griechische Tempelfronten<br />

anlehnt, leichen die Innenräume<br />

mit ihren hohen und gewölbten Decken<br />

römischen Thermen. Insgesamt verfügt<br />

das Gebäude über 14 Ausstellungssäle,<br />

die sich um einen quadratischen Innenhof<br />

gruppieren.<br />

Originalgetreue<br />

Wiederherstellung<br />

Im zweiten Weltkrieg wurden sowohl die<br />

Fassade als auch die Gewölbe der Glyptothek<br />

stark beschädigt. In den 1950er<br />

und 1960er Jahren wurden immer wieder<br />

Reparaturen und Sanierungsarbeiten<br />

am Gebäude sowie in der Ausstellung<br />

durchgeführt – so auch für die Wiedereröffnung<br />

zu den Olympischen Spielen<br />

1972. Ab 2012 wurde ein umfangreiches<br />

Sanierungskonzept erstellt, das<br />

neben Maßnahmen zur Herstellung der<br />

Barrierefreiheit und einer Erneuerung<br />

der Elektrotechnik vor allem auch die<br />

Instandsetzung der Fassadenflächen vorsah.<br />

Die besonderen Herausforderungen<br />

des Projekts beschreibt Clara Friedl von<br />

der Pfanner Planungsbüro und Steinrestaurierung<br />

GmbH & Co. KG in München:<br />

„Es galt, die Planung des Architekten<br />

Klenze sichtbar zu machen. Dazu sollten<br />

der Bestand konserviert und fehlende<br />

bzw. stark zerstörte Bauteile restauriert<br />

werden.“<br />

Enge Zusammenarbeit<br />

aller Baubeteiligten<br />

Um die insgesamt 2.500 Quadratmeter<br />

große Fassadenfläche denkmalgerecht<br />

wieder herzustellen, war von Beginn an<br />

eine intensiveZusammenarbeit zwischen<br />

dem Bauherrn, der Pfanner Planungsbüro<br />

und Steinrestaurierung GmbH & Co. KG,<br />

dem Staatlichen Bauamt München, dem<br />

ausführenden Handwerksbetrieb F.X.<br />

Rauch GmbH & Co. KG (München) und<br />

den Experten der Remmers Fachplanung<br />

erforderlich. Nur durch einen kontinuierlichen<br />

Austausch ließ sich ein ganzheit-<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

9


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Meisterliche Arbeit: Detailansicht des Quadermauerwerks<br />

nach erfolgter Ergänzung und<br />

Konservierung.<br />

liches Maßnahmenpaket umsetzen. Das<br />

Sanierungskonzept beinhaltete sowohl die<br />

Sicherung und Konservierung der beschädigten<br />

originalen Fassadenoberflächen<br />

als auch die Rekonstruktion und Wiederherstellung<br />

fehlender Architekturglieder<br />

bzw. Zierelemente. Nicht zuletzt sollte die<br />

technische Funktion bestehender Originalbauteile<br />

durch restauratorische Leistungen<br />

aufgewertet werden. Eine besondere<br />

Herausforderung der Sanierung waren<br />

die unterschiedlichen Fassaden-Materialien<br />

und Farbvarietäten. Peter Uhlisch,<br />

Projektleiter beim Verarbeiter F.X. Rauch,<br />

erklärt: „Am Gebäude finden sich Bereiche<br />

aus Betonwerkstein, Tuff, Jurakalk,<br />

Muschelkalk sowie auch aus Untersberger<br />

Marmor. Hier galt es, durch genau auf das<br />

jeweilige Material abgestimmte Maßnahmen<br />

ein einheitliches und komplettes<br />

Erscheinungsbild eines griechischen<br />

Tempels wiederherzustellen.“<br />

Fachgerechte Reinigung,<br />

Sicherung und<br />

Konservierung<br />

Im ersten Schritt erfolgte eine fachgerechte<br />

Reinigung der Fassadenflächen. Ziel<br />

dabei war es, die Originalsubstanz soweit<br />

wie möglich zu erhalten. Daraufhin erfolgte<br />

die Sicherung und Konservierung der<br />

historischen Originaloberflächen durch<br />

das Hinterfüllen von Schalen, Kleben und<br />

Sichern bzw. Anböschen von kleinteiligen<br />

Bruchstücken und das Schlämmen<br />

der Originaloberflächen. Hierbei setzten<br />

die Experten auf den mineralischen<br />

Steinergänzungsmörtel RM – in Körnung<br />

und Farbe jeweils an das vorhandene<br />

Bestandsmaterial angepasst. Das Produkt<br />

zeichnet sich insbesondere durch eine<br />

gute Flankenhaftung und geringe Eigenspannung<br />

aus und lässt sich sehr einfach<br />

formen und verarbeiten. Ein Schwerpunkt<br />

der umfangreichen konservatorischen<br />

Arbeit waren die noch erhaltenen<br />

Löwenköpfe der seitlichen Traufgesimse<br />

und das Gesims am Tempeldach mit den<br />

Antefixen.<br />

Natursteinarbeiten<br />

und mineralische<br />

Steinergänzung<br />

Bei den Ergänzungsarbeiten an der Natursteinfassade<br />

ging es darum, die Originalsubstanz<br />

so weit wie möglich zu erhalten<br />

und lediglich schadhaftes Material zu entnehmen.<br />

Dabei wurden Konturvierungen<br />

hergestellt und mit Pressfugen versetzt.<br />

Für Neuteile wie Verdachungen, Löwenköpfe<br />

oder Kapitelle fertigten die Experten<br />

im Vorfeld Gipsmodelle und Musterstücke<br />

zum Teil in Naturstein. Im Portalbereich<br />

und am Tuffsockel wurden – ebenfalls mit<br />

dem mineralischen Steinergänzungsmörtel<br />

RM – alle beschädigten und verwitterten<br />

Steinkanten wiederhergestellt,<br />

um die ursprüngliche hohe Qualität der<br />

Quaderung zu verdeutlichen. Kleinere<br />

Fehl- und Schadstellen wurden mit mineralischen<br />

Steinrestauriermörteln ergänzt.<br />

Peter Uhlisch: „Allein für die mineralische<br />

Instandsetzung haben wir 10-12 Mörtelmuster<br />

mit unterschiedlichen Farbtönen<br />

und Körnungen vor Ort angemischt. Jede<br />

Ergänzung wurde der Oberfläche des<br />

historischen Bestands angepasst.“<br />

Restaurierung des<br />

Betonwerksteins und<br />

Oberflächenschutz<br />

Im Rahmen der Restaurierung der Betonwerkstein-<br />

Fassade wurden Teilbereiche<br />

zurückgebaut und mit neuen Betonwerksteinen<br />

im ursprünglichen Steinschnitt<br />

bzw. Profilierung wiederhergestellt. Sowohl<br />

dabei als auch bei der aufwändigen<br />

Sanierung und kleinteiligen Ergänzung<br />

des beschädigten Betonsteins kamen<br />

verschiedene Varianten des Reparaturmörtel-Systems<br />

Betofix von Remmers<br />

zum Einsatz. Dabei wurden Oberflächen<br />

verschlämmt, Risse aufgefüllt und geschlossen.<br />

Zudem wurde die Bestandsbewehrung<br />

durch den Austausch von stark<br />

beschädigten Bewehrungselementen<br />

und speziellen Korrosionsschutzmaßnahmen<br />

ertüchtigt. Für einen verlässlichen<br />

dauerhaften Witterungsschutz trugen die<br />

Verarbeiter abschließend auf die Betonstein-Oberfläche<br />

die leicht transparente<br />

Siliconharzfarbe Color LA auf.<br />

Blick auf das Tempelgesims West nach<br />

Instandsetzung des Betonwerksteins und<br />

Restaurierung des Natursteins.<br />

Detailansicht eines neuen Kapitells und einer fertiggestellten Putzoberfäche.<br />

Bildnachweis (Seite 14 + 15): F.X. Rauch<br />

10 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

Abschließend bleibt festzuhalten: Die anspruchsvolle<br />

Instandsetzung der Fassade<br />

war für die Beteiligten eine Gratwanderung<br />

zwischen behutsamer Ergänzung und teilweiser<br />

Reprofilierung – immer mit Blick auf<br />

den Denkmalschutz. Doch das Ergebnis<br />

kann sich sehen lassen. Mit Abschluss der<br />

Arbeiten – diese blieben sowohl im Kostenals<br />

auch im Zeitrahmen – zeigt sich die<br />

Glyptothek auch dank innovativer Bautenschutz-Lösungen<br />

von Remmers wieder im<br />

unverfälschten Originalzustand.<br />

Bautafel<br />

Bauherr/Investor:<br />

Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt München<br />

Architekten/Planer:<br />

Pfanner Planungsbüro und Steinrestaurierung GmbH & Co. KG, München<br />

Verarbeiter:<br />

F.X. Rauch GmbH & Co. KG, München<br />

Produktspezifische Beratung:<br />

Remmers Fachplanung (Christian Hecker)<br />

Eingesetzte Remmers Produkte:<br />

RM, FM ZF, Color LA ADD, Betofix Fill, Betofix, R4 EM, Betofix EM 4 / EM 8,<br />

Betofix RM, Betofix HQ2, Betofix KHB, S-Protect/ Rostschutz M, Epoxy BH 100,<br />

ICS 2K Injektionsleim, BSP Bohrlochsuspension<br />

Sonnenaufgang über Münchens Flachdächern.<br />

Solarrock unter der Photovoltaik.<br />

Mehr auf der BAU in München: Halle A1, Stand 103<br />

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special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Villa Schüffner, Chemnitz<br />

Moderne Bandtechnik trifft historische Bausubstanz<br />

Die Villa Schüffner gehört heute zu den prägenden Bauten der Stadt Chemnitz. Das hat das<br />

Kulturdenkmal seinem Bauherrn zu verdanken. Siegfried Weishaupt setzt sich mit hohem<br />

Qualitätsanspruch und großer Detailverliebtheit für den Erhalt und die Wiederherstellung historischer<br />

Bausubstanz ein. Mit dem Architektur- und Planungsbüro Höhn & Fischer und Tischlermeister<br />

Uwe Schnabel von Arboreus teilt er die sensible Wertschätzung für geschichtsträchtige<br />

Architektur und traditionelles Handwerk. Gemeinsam setzten sie zwischen 2020 und<br />

2022 die Sanierung und Restaurierung des Gebäudes um.<br />

„Die Altenburger Tischlerei Arboreus von<br />

Uwe Schnabel ist die einzige, uns bekannte<br />

Adresse, die das in der Qualität umsetzen<br />

kann“, sagt Architekt Claus Höhn zu<br />

den Anforderungen bei den Türen in der<br />

Villa Schüffner.<br />

Schnabels Liebe zum Holz entbrannte<br />

bereits im Alter von 14 Jahren durch die<br />

Freundschaft zu einem alten Tischlermeister.<br />

Nach dem Abi wollte er keinen<br />

anderen Beruf ergreifen, absolvierte sogar<br />

ein Privatstudium in Italien. Schnabels<br />

einziges Interesse gilt der klassischkünstlerischen<br />

Holzbearbeitung und<br />

den historischen Werten, die in Form<br />

von Türen, Fenstern, Intarsienfußböden,<br />

Einbaumöbeln und Bibliotheken in den<br />

Städten zu finden sind. Seine wichtigste<br />

Waffe sei dabei nach eigener Aussage die<br />

Beherrschung des analogen Zeichnens im<br />

Maßstab 1:1. Das schärfe das Bewusstsein<br />

für Architekturdetails.<br />

Türen „mit<br />

historischem Antlitz“<br />

Die Wohn-Villa entstand in der<br />

Gründerzeit um 1886 für den<br />

Kattundrucker Karl-Wilhelm<br />

Schüffner. Architekt Paul Lehmbocke<br />

errichtete ein zweigeschossiges, unterkellertes<br />

Gebäude in neoklassizistischem<br />

Stil mit Mansarddach. Auffällig sind die<br />

Fassade mit gegliederter Naturstein- und<br />

Putzstruktur, Ecklisenen und Mittelrisalit<br />

sowie die massive Dachgaube mit<br />

Tympanon.<br />

1:1-Analogzeichnung<br />

als Basis<br />

Im Inneren finden sich 45 ein- und<br />

zweiflügelige Türen aus Kiefernholz mit<br />

Mittelschlussleisten, die typisch sind für<br />

die Region: schnörkellos und mit gerader<br />

Linienführung frieden die umlaufenden<br />

Profilrahmen die Kassetten ein. Die Füllungsflächen<br />

seien für die damalige Zeit<br />

sehr modern, sagt Tischlermeister Uwe<br />

Schnabel.<br />

Da die Originaltüren stark in Mitleidenschaft<br />

gezogen waren, baute er sie 1:1<br />

nach, erneut aus Kiefer und eingefärbt mit<br />

Positivbeize in dunklem Nussbraun. Der<br />

seidenmatte Ton entsteht auf Basis eines<br />

transparenten Lacks, der dem historischen<br />

Original ähnlich ist.<br />

Dazu gehören auch die Beschlagteile<br />

an den Türen. Mit BaSys fand Schnabel<br />

nicht nur „langlebige und gut funktionierende<br />

Bänder“, sondern auch „die<br />

einzige Firma in Deutschland, die dreidimensional<br />

justierbare Bänder in dieser<br />

Größe bauen kann.“ Damit meint er das<br />

Bandsystem „Objecta“, das BaSys für<br />

die Villa Schüffner in der Exklusivversion<br />

„2039/160/56 D18 ZK78“ mit Bandaufnahme<br />

„STV 76/56 3-D“ in der PVD<br />

Oberfläche Messing Matt fertigte.<br />

Besondere Merkmale sind der geringe<br />

Rollendurchmesser von 18 mm, die<br />

Bandrollenhöhe sowie der Zierkopf, die<br />

BaSys 1:1 entsprechend den Originalvorlagen<br />

aus dem Jahr 1886 entwickelte.<br />

Die 3-D-Verstellung schätzt der Tischlermeister,<br />

weil er die Türen ohne großen<br />

Aufwand in dem lebendigen Holz nachjustieren<br />

könne. Entscheidend war aber<br />

die Optik: Im geschlossenen Zustand<br />

12 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

Die eingesetzten Bänder unterstreichen durch ihre filigrane und den historischen Vorbildern nachempfunder Optik den klassischen Eindruck im<br />

Innenraum der Villa Schüffner in Chemnitz.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): BaSys/guenther-fotodesign.de<br />

sehe man nur die schmale Rolle. Die<br />

Bänder gingen ohne störende Metallteile<br />

direkt ins Holz hinein, sagt Schnabel und<br />

fügt hinzu: „Mit diesem Band erreichen<br />

die Türen in der heute gewerblich genutzten<br />

Villa ihr historisches Antlitz. Sie<br />

tragen insgesamt dazu bei, dass hier optisch<br />

wie technisch hochwertige Räume<br />

entstanden sind.“<br />

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special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Falkensteiner Spa Resort Marienbad, Tschechien<br />

Moderne Eleganz im historischen Jugenstil-Hotel<br />

Eva Mittner<br />

Mit denkmalgeschütztem Haupthaus, imponierender Innenausstattung und spannenden Akzenten<br />

begeistert das Falkensteiner Spa Resort Marienbad seit 2004 im tschechischen Kurort<br />

Marienbad seine Gäste. Das Bestandsgebäude im Jugendstil ist eines der schönsten Bauwerke<br />

und mit seinen Nebengebäuden eines der meistbesuchten Hotels der Stadt. Inzwischen<br />

ist das Haus zum 5-Sterne-Hotel avanciert – es wurde 2021 erneut mit allen technischen<br />

Finessen ausgebaut.<br />

Die Talsenkung im nordwestlichen<br />

Böhmen (630 m über dem Meer)<br />

gelegen, war Ende des 18. Jahrhunderts<br />

ein naturbelassenes Moor – von<br />

üppigem Fichtenwald umgeben. Das<br />

damals sogenannte „lebende Wasser“<br />

der Quellen zog viele Reisende an, der<br />

Ort wurde als Heilgebiet erkannt. Der Ort<br />

Marienbad wurde schließlich 1818 als<br />

Kurbad gegründet und orientierte sich an<br />

berühmten englischen Kurorten wie Bath<br />

oder Brighton.<br />

Die rund 40 Heilquellen mit unterschiedlichen<br />

Wirkungen, die traditionellen<br />

Trink- und Badekuren sind international<br />

anerkannt und haben Marienbad im Lauf<br />

der Jahrhunderte weltberühmt gemacht.<br />

Seit Juli 2021 gehören die böhmischen<br />

Heilbäder zum UNESCO-Weltkulturerbe.<br />

Nirgendwo auf der Welt gibt es so vielfältige<br />

Heilbäder an einem Ort.<br />

Die Stadt wird zwar vom Stil des Neoklassizismus<br />

dominiert, doch auch die<br />

neobarocke Kolonnade aus dem Baujahr<br />

1889 gilt als architektonisches Highlight.<br />

Ebenso findet man im Empire-Stil erbaute<br />

Häuser, überall wurde geschmückt mit<br />

Säulen, Obelisken, Blumen und Engeln.<br />

Das Hotel Falkensteiner Spa Resort<br />

Marienbad setzt sich aus vier miteinander<br />

verbundenen Häusern (Pelnar, Kurpalais,<br />

Orangerie, Villa Ferdinand) zusammen.<br />

Der Prachtbau Pelnar aus dem Baujahr<br />

1876 ist zwar altehrwürdig, im Inneren<br />

aber sind er und die angrenzenden<br />

Gebäude ein überaus moderner Hotel-<br />

Betrieb.<br />

Um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben,<br />

setzten die Betreiber – die Falkensteiner<br />

Michaeler Tourism Group (FMTG)<br />

– im Zuge der Sanierung ein völlig neues<br />

Hotel-Konzept um: im Mittelpunkt stehen<br />

Gesundheits-Ausrichtungen mit medizinischen<br />

Schwerpunkten, modernen<br />

Gerätschaften und individuellen Anwendungsplänen.<br />

Die rund 40 Heilquellen mit unterschiedlichen<br />

Wirkungen, die traditionellen<br />

Trink- und Badekuren sind international<br />

anerkannt und haben Marienbad im Lauf<br />

der Jahrhunderte weltberühmt gemacht.<br />

Seit Juli 2021 gehören die böhmischen<br />

Heilbäder zum UNESCO-Weltkulturerbe.<br />

Nirgendwo auf der Welt gibt es so vielfältige<br />

Heilbäder an einem Ort.<br />

Überraschende<br />

Details<br />

in altehrwürdiger<br />

Architektur<br />

Das Hotel liegt in Marienbad zentral und<br />

unweit der berühmten Neobarock-Kolonnaden<br />

– umgeben von viel Natur – nahe<br />

dem angrenzenden Böhmerwald. Seine<br />

legendäre Vergangenheit sieht man dem<br />

Gebäude-Ensemble in jedem Winkel an.<br />

Gebäude Pelnar Front – ein Schmuckstück der Marienbader Bäderarchitektur: Das Jugendstilgebäude<br />

wurde nach dem 2ten Weltkrieg als balneologisches Forschungsinstitut eröffnet, wurde<br />

1964 nach dem damaligen Professor Jan Pelnar, benannt und später als „Hotel Casino“ betrieben.<br />

Bildnachweis: ©Falkensteiner Hotels & Residences<br />

Das im Jugendstil erbaute Haupthaus<br />

Pelnar aus dem Jahr 1875 beeindruckt<br />

mit dem Look historischer und eleganter<br />

Zeiten. Hohe Decken, verziert mit aufwendigen<br />

Stuckarbeiten, imposante, majestätische<br />

Räume, Marmorsäulen und florale<br />

Ornamente findet man überall im Haus.<br />

Bereits die Empfangshalle ist imposant,<br />

14 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

Lobby Bar, Bibliothek, Restaurant „Johann<br />

Strauß“ und die großen Sonnenterrassen<br />

ebenso.<br />

Schon 2004 erfolgte nach dem Projekt-<br />

und Planungsstart 2001 die erste<br />

umfassende Sanierung des Haupthauses,<br />

das bis dahin als Ruine mehr als 20 Jahre<br />

Leerstand überlebt hatte. Gerade noch<br />

rechtzeitig hat man dieses Kleinod regelrecht<br />

vor dem Verfall gerettet.<br />

Hinzu kamen in dieser ersten Bauphase<br />

umfassende Erweiterungen durch<br />

mehrere angeknüpfte Neubauten – die<br />

neuen Häuser Kurpalais, Orangerie und<br />

Villa Ferdinand – die optisch an das<br />

Bestandshaus angeglichen wurden. Dort<br />

befinden sich jetzt weitere Gästezimmer,<br />

das weitläufige Acquapura SPA, die medizinischen<br />

Einrichtungen, das Restaurant,<br />

ein Parkhaus sowie der Garten und die<br />

Sommerterrassen.<br />

Das Haupthaus Pelnar zeichnet sich durch<br />

die typisch geschwungenen Formen und<br />

Rundungen des Jugendstils aus, es wurde<br />

in der ersten Bauphase sensibel in die<br />

heutige Zeit überführt.<br />

Die Hotelgruppe holte sich die besten Experten<br />

ins Haus, um die Restaurationsarbeiten<br />

durchzuführen. Diese nutzten all ihr<br />

Können, um Vorhandenes zu bewahren,<br />

Fehlendes zu ersetzen und originalgetreu<br />

wiederherzustellen. Alle Details hat man<br />

behutsam herausgearbeitet, beispielsweise<br />

unzählige Leuchten erneuert und dafür<br />

feine handgemachte Glasplatten von regionalen<br />

Firmen fertigen lassen. Grundrisse<br />

durften jedoch nicht verändert werden,<br />

auch die früheren Baderäume sind in ihrer<br />

Aufteilung erhalten geblieben, jedoch<br />

sehr umfassend modernisiert worden. Elegant<br />

sind dabei vor allem die Fenster und<br />

die im Jugendstil so beliebten Ornamente,<br />

die überall im Haus zu sehen sind.<br />

Charakteristisch nach<br />

Denkmalschutz-<br />

Vorgaben saniert<br />

Wenngleich bei der erneuten Sanierung<br />

im Jahr 2021 die historische Kernarchitektur<br />

des Kurhotels bestehen blieb,<br />

wurden wesentliche Bereiche abermals<br />

aufgefrischt und aufgearbeitet.<br />

Schon die ersten Schritte in das Hotel<br />

entführen den Gast in längst vergangene<br />

Zeiten. Denn der Eingang im ursprünglichen<br />

Gebäude beinhaltet Stuck-Arbeiten<br />

und Marmorsäulen, die liebevoll restauriert<br />

wurden.<br />

„Wir haben architektonisch interessante<br />

Stuckaturen, wertvolle Marmorarbeiten<br />

Das Gebäude-Ensemble in leichter Hanglage<br />

Richtung Innenstadt wurde mithilfe zahlreicher<br />

Experten in vielen weiteren Schritten sensibel<br />

auf den heutigen Stand der Zeit gebracht – und<br />

vor allem auf die vielen Akzente und Details<br />

besonderer Wert gelegt.<br />

und stilgerechte Fassaden ganz neu<br />

restaurieren lassen und können sie so auf<br />

lange Sicht erhalten.“ berichtet General-<br />

Manager Reinhard Wall, der seit 2016 für<br />

das Haus verantwortlich ist.<br />

In den Zimmern wurden beispielsweise<br />

wurden die Böden durch Fischgrätparket<br />

oder neue Teppichbeläge erneuert.<br />

Neue Möbel passen sich der Jugenstil-<br />

Umgebung nun besser an: Betten, Sessel<br />

oder Couch, Bilder, Vorhänge akzentuieren<br />

jetzt geschmackvoll die Räume. Die<br />

Bibliothek bekam neue Teppichböden<br />

und elegante Ohrensessel. Die Bücher<br />

- eine Mischung aus antiker und zeitgenössischer<br />

Literatur - werden regelmäßig<br />

erneuert.<br />

An den Außenanlagen hat man neue<br />

Loungemöbel, Tischbeleuchtung und<br />

Bepflanzungen platziert.<br />

Auch der Spa- und Balneobereich wurde<br />

umfangreich saniert. Moderne Wannen,<br />

eine schottische Dusche sowie ein neues<br />

Aufenthaltszimmer bieten nun modernsten<br />

Standard. Gäste können sich auch<br />

über ein Privatspa sowie eine gemütliche<br />

Spa-Lounge freuen.<br />

Komplett neu eingerichtet wurde auch<br />

das Restaurant. Von Fußboden über<br />

Tische und Stühle bis hin zu den Buffettischen<br />

und der Showküche, erstrahlt alles<br />

in neuem Glanz.<br />

Das Team rund um den tschechischen Architekten<br />

Vladimir Franta und die Südtiro-<br />

ler Architektin Bea Mitterhofer sorgte vom<br />

Eingangsbereich bis hin zum großzügigen<br />

Spa-Areal dafür, dass sich ein attraktiver<br />

Mix aus Moderne und Tradition die Waage<br />

halten. So entstand in einer Bauzeit<br />

von rund 20 Monaten unter fachkompetentem<br />

Zusammenspiel von Architektur,<br />

Planungs- und Baumanagement, mit vor<br />

allem tschechischen Firmen und Handwerkern,<br />

das neue 5 Sterne Falkensteiner<br />

Spa Resort Marienbad. So verbinden sich<br />

Tradition und Wert mit neuer Architektur.<br />

Alt und neu betonen einander hier gegenseitig<br />

und sind gleichzeitig eine beachtliche<br />

Symbiose eingegangen.<br />

Neue Wellnessund<br />

Gesundheits-<br />

Ausrichtung<br />

Das Falkensteiner Spa Resort Marienbad<br />

besteht aus zwei Teilen: einem klassischen<br />

Luxus- und Wellness-Hotel und einem<br />

medizinisch äußerst anspruchsvollen<br />

Therapie- und Kurangebot. Beide wollen<br />

den Gästen Wohlbefinden und Gesundheit<br />

spenden.<br />

Mit dem neuen Konzept geht man nach<br />

der kürzlichen Sanierung auf die über<br />

Dekaden veränderten Ansprüche der Gäste<br />

ein. Insbesondere die Überarbeitung<br />

und Weiterentwicklung der klassischen<br />

Kur-Angebote war den Betreibern ein<br />

Anliegen. Die Mineralquellen sind reich<br />

an Kohlensäure und Mineralsalzen und<br />

werden sowohl zur Trinkkur als auch für<br />

Inhalationen und Bäder genutzt. Das neue<br />

Konzept geht aber weit über diese klassischen<br />

Kuranwendungen hinaus.<br />

Im Mittelpunkt der Neupositionierung<br />

stehen die inhaltlich stark aktualisierten<br />

Angebote im Acquapura SPA und dem<br />

angeschlossenen Medical Center. Die<br />

FMTG investierte umfassend in Geräte<br />

zur Diagnostik und Behandlung, sowie in<br />

den Bau neuer Behandlungs-Räume. Alle<br />

Programme sind so konzipiert, dass Gäste<br />

auch über ihren Aufenthalt hinaus wertvolle<br />

Impulse für den Alltag mitnehmen.<br />

Der ideale Ort zum<br />

Durchatmen –<br />

Aquapura SPA<br />

Die Neu-Interpretation der jahrhundertealten<br />

Gesundheitstradition lässt auch den<br />

Wellness Aspekt nicht zu kurz kommen.<br />

Das Acquapura SPA bietet den größten<br />

Poolbereich der Stadt mit vier Konzeptpools:<br />

- Außenpool mit Unterwasserdüsen mit<br />

rund 67 Quadratmetern<br />

- Indoor-Whirlpool mit 30 Quadratmetern<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

15


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Trinkkur-Wasser gibt es aus der hauseigenen<br />

Alexandra-Quelle<br />

Imponierend: Die Library Bar mit prachtvollen Leuchten ausgestattet.<br />

Bildnachweis (Seite 17 + 18): Eva Mittner<br />

- Aktivpool mit 56 Quadratmeter<br />

- und ein kleiner Salzwasserpool mit<br />

16,5 Quadratmeter.<br />

Rund um diese Wasserlandschaften<br />

gibt es überall attraktive Ruheräume.<br />

Im Saunabereich wählen Gäste aus<br />

vier Saunen mit täglichen Ritualen:<br />

55 Grad Celsius Bio-Sauna, 42 Grad<br />

Celsius Infrarot-Sauna, 60 Grad Celsius<br />

Dampfbad und 95 Grad Celsius Finnische<br />

Sauna. Abkühlung wartet unter der<br />

Kaskaden-Kaltwasserdusche. Mit der<br />

neuen Positionierung und der Kombination<br />

von Urlaub und Therapie und<br />

wissenschaftlich fundierten Methoden<br />

hat man dabei der altbewährten Kur ein<br />

neues Kleid verpasst. Das Erholungs- und<br />

Regenerierungsprogramm macht dabei<br />

viel mehr Spaß als in einem medizinischnüchternen<br />

Umfeld.<br />

Daten und Fakten<br />

Bauherr:<br />

Bauaufgabe:<br />

Architektur:<br />

Innenarchitektur:<br />

Falkensteiner Michaeler Tourism Group, Wien; www.falkensteiner.com<br />

Sanierung des Grandhotels im Jugendstil sowie der angrenzenden Hotelgebäude<br />

energieeffiziente und optische Modernisierung<br />

Architekten Helmut Vorreiter und Vladimir Franta<br />

Bea Mitterhofer<br />

Bauzeit Sanierung: März bis September 2021<br />

Sanierung von 162 Zimmer und Suiten, davon: 160 Doppelzimmer (22 – 40 m²),<br />

4 Suiten (46 – 55 m²); 2.500 qm Acquapura SPA & MED Wellness- & Wasserwelt;<br />

Library Bar, Foyer, Reception, Restaurant,; Bibliothek<br />

Zeitplan (Eckwerte):<br />

Montagebeginn: 18.04.2017; Montageende: 05.05.2017 (Struktur der Fassade);<br />

Montageende mit Schalungen (17.05.2017); 70 Kubikmeter Brettschichtholz Lärche; 2700 kg<br />

Stahlteile (Winkel, Stabdübel, Stützen der Streben)<br />

16 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

Opernhaus Chemnitz<br />

Kontaktlose Eleganz im Sanitärbereich<br />

Das Opernhaus Chemnitz gilt als eines der modernsten in Deutschland und Europa. Nach den<br />

Schäden durch den Zweiten Weltkrieg wurde das von Richard Möbius 1909 errichtete Bauwerk<br />

1947 bis 1951 wieder aufgebaut und 1992 aufwändig saniert. 29 Jahre später hat nun<br />

das traditionsreiche Theater neue, moderne und nahezu kontaktlos bedienbare Sanitärinstallationen<br />

und Keramiken erhalten.<br />

Der Theaterplatz in Chemnitz mit<br />

dem Opernhaus, dem König-<br />

Albert-Museum und der Petrikirche<br />

gehört zu den schönsten baulichen<br />

Ensembles der Stadt. Der Spielplan des<br />

Opernhauses bietet ein breit gefächertes<br />

Angebot für alle Alters- und Publikumsschichten:<br />

von der klassischen bis zur<br />

modernen Oper, von der Operette bis hin<br />

zum Musical. 2025 wird Chemnitz Kulturhauptstadt.<br />

Dann erwarten die Kultureinrichtungen<br />

der Stadt Besucher aus ganz<br />

Europa. Die Sanitärräume im Opernhaus<br />

Chemnitz erstrahlen schon heute in neuem<br />

Glanz, mit Installationssystemen und<br />

Keramiken von Geberit.<br />

Hohe<br />

Beanspruchung<br />

durch Theaterbesucher<br />

Normalerweise frequentieren jährlich<br />

über 70.000 Theatergäste den beliebten<br />

Veranstaltungsort, in dem bis zu 720<br />

Zuschauer Platz finden. Entsprechend<br />

stark besucht sind auch die insgesamt 15<br />

Sanitärräume des Hauses, verteilt auf fünf<br />

Geschosse. Die Räume sind unterschiedlich<br />

groß, die Grundausstattung jedoch im<br />

Prinzip gleich.<br />

Spielpause genutzt<br />

Aufgrund einer längeren Spielpause<br />

entschloss sich die Theaterleitung für die<br />

Sanierung der Sanitärräume. Die Bauarbeiten<br />

begannen im Oktober 2020. Nach<br />

einem knappen halben Jahr konnten<br />

die neuen Anlagen im Februar 2021 in<br />

Betrieb genommen werden. Raj Ullrich,<br />

technischer Direktor des Opernhauses, ist<br />

mit dem Ergebnis rundum zufrieden. Er erklärt:<br />

„Die Besuchertoiletten waren seit der<br />

letzten Sanierung des Gebäudes vor fast<br />

30 Jahren ohnehin überholungsbedürftig.<br />

Durch die längere Spielunterbrechung<br />

war ein Zeitfenster vorhanden, wie wir<br />

es normalerweise nur zur Sommerpause<br />

haben. Also haben wir uns für die komplette<br />

Neugestaltung entschieden, um das<br />

Erscheinungsbild der Besuchertoiletten<br />

zeitgemäß anzupassen.“ Das erhöhte<br />

Hygienebewusstsein in der Bevölkerung<br />

gab dabei einen zusätzlichen Impuls: „Wir<br />

haben auch eine technische Rundum-Erneuerung<br />

vorgenommen und die Anlagen<br />

zu 100 Prozent kontakt- und berührungslos<br />

gestaltet“, freut sich der Technikchef.<br />

Spielfähigkeit<br />

der Oper<br />

jederzeit sichergestellt<br />

Um die Spielfähigkeit des Opernhauses<br />

jederzeit – auch kurzfristig – sicherzustellen,<br />

entschied sich die Theaterleitung für<br />

ein schrittweises Vorgehen: „Wir nahmen<br />

uns immer die Toiletten auf nur einem<br />

Geschoss vor. Die haben wir dann erstmal<br />

komplett fertig gestellt. Erst danach<br />

1909 von Richard Möbius erbaut: Das Opernhaus in Chemnitz zählt zu den modernsten in Europa.<br />

Bildnachweis: Opernhaus Chemnitz / Nasser Hashemi<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

17


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Wahl auf das Modell Geberit Acanto. Es<br />

verbindet klares Design mit organischen<br />

Formen. Die Keramiken folgen einer<br />

klaren Formensprache, die spülrandlos in<br />

der reinigungsfreundlichen Rimfree-Technologie<br />

ausgeführt ist. Der Sitz lässt sich<br />

dank des QuickRelease-Scharniers mit<br />

einem Handgriff entfernen, wodurch eine<br />

hygienisch anspruchsvolle Reinigung des<br />

WCs möglich ist. „Die Beanspruchung der<br />

Toiletten in den Pausen ist hoch. Deshalb<br />

sind die Keramiken von Geberit, die gut<br />

und schnell zu reinigen sind, ideal“, betont<br />

Raj Ullrich.<br />

Technik: zu<br />

100 Prozent kontaktlos<br />

Die berührungslosen Armaturen wurden für den Gast nahezu unsichtbar unter dem vorgelagerten<br />

großflächigen Spiegel integriert.<br />

setzten wir die Arbeiten in einem anderen<br />

Geschoss fort.“<br />

Auch das denkmalgeschützte Gebäude<br />

selbst hielt Überraschungen parat.<br />

Matthias Kavalir, Geschäftsführer des<br />

Installationsbetriebs Kavalir & Co. GmbH<br />

Als WCs wurden die spülrandlosen und daher<br />

reinigungsfreundlichen Keramiken eingebaut.<br />

Die Betätigungsplatte überzeugte den Bauherrn<br />

vor allem durch ihr elegantes Design: Die<br />

schwarze Glasplatte funktioniert vollständig<br />

berührungslos.<br />

aus Chemnitz, berichtet: „In so einem<br />

alten Bauwerk sind die Gegebenheiten<br />

an jeder Stelle anders. So sind wir auf<br />

die eine oder andere unvorhergesehene<br />

Problematik gestoßen. Wir mussten zum<br />

Beispiel die Versorgungsleitungen komplett<br />

erneuern. Das hatten wir in diesem<br />

Ausmaß nicht erwartet.“<br />

Klares, zurückhaltendes<br />

Design<br />

Im Inneren des Opernhauses sind die<br />

Böden seit der Rekonstruktion 1992 mit<br />

weiß-grauem Carrara-Marmor aus Italien<br />

gestaltet. Diese Marmor-Optik sollte sich<br />

nach dem Gestaltungskonzept von Raj<br />

Ullrich in den Sanitärräumen fortsetzen:<br />

„Für den nahtlosen Übergang haben wir<br />

hochwertiges kalibriertes Fliesenmaterial<br />

verwendet, das vom Original-Marmor<br />

praktisch nicht zu unterscheiden ist. für<br />

die hohe Beanspruchung in den Toiletten<br />

weisen die großformatigen Fliesen<br />

allerdings weitaus bessere Eigenschaften<br />

auf.“ Das Design der Sanitäranlagen sollte<br />

so dezent, elegant und zurückhaltend wie<br />

möglich sein. „Wir wollten kein Sammelsurium.<br />

Es sollte am besten nichts von der<br />

Technik zu sehen sein, möglichst auch<br />

keine Sensoren“, so Ullrich weiter.<br />

Spülrandlose WCs folgen<br />

klarer Formensprache<br />

Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu<br />

werden, fiel bei den WC-Keramiken die<br />

Neben der Widerstandsfähigkeit bei<br />

hoher Dauerbelastung, Ersatzteilsicherheit,<br />

Wartungsfreundlichkeit und einem<br />

guten Support des Herstellers war vor<br />

allem die berührungslose Bedienung<br />

entscheidend. Die WCs verfügen über<br />

eine berührungslose Spülung und eine<br />

integrierte Geruchsabsaugung. Als Betätigungsplatte<br />

wurde das Modell Sigma80<br />

eingebaut. Dank der schlichten schwarzen<br />

Glaskeramikoberfläche fügt sich die<br />

Platte elegant in das moderne Gesamtbild<br />

ein. „Bei Geberit waren für die WCs genau<br />

die passenden, zurückhaltend gestalteten<br />

kontaktlosen Betätigungsplatten<br />

erhältlich, die mich sowohl technisch als<br />

auch optisch überzeugt haben“, berichtet<br />

Ullrich. Zudem kann die Spülung aller<br />

WCs und Urinale programmiert und per<br />

Intervallschaltung betrieben werden, was<br />

gerade während der Spielpausen wichtig<br />

ist.<br />

Wartungsfreundliche<br />

Urinale<br />

In den Herren-Toiletten finden sich Urinale<br />

des Modells Preda, mit den dazu passenden<br />

Trennwänden. Wie die Acanto WCs<br />

verfügen auch die Preda Urinale über eine<br />

berührungslose Spülauslösung. Die Serie<br />

überzeugte den Auftraggeber durch ihr<br />

stimmiges, dezentes Design und ihre Wartungsfreundlichkeit.<br />

Installateur Kavalir<br />

ist überzeugt: „Im Bedarfsfall kommt man<br />

ganz einfach von vorne an die Elektronik.<br />

Das heißt, man muss nicht jedes Mal<br />

die ganze Keramik abnehmen und zum<br />

Schluss die Silikonfuge wieder erneuern.<br />

Das erleichtert die Arbeit enorm und zahlt<br />

sich langfristig aus.“<br />

Waschtische aus<br />

großformatigen Fliesen<br />

Bei den Waschtischen handelt es sich<br />

um einen Eigenentwurf von Raj Ullrich<br />

selbst. Im Zentrum der bemerkenswerten<br />

18 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

Konstruktion steht ein schräg eingesetztes,<br />

großformatiges Fliesenelement aus<br />

kalibriertem italienischen Feinsteinzeug,<br />

2,5 Meter lang und 1,2 Meter tief. Genau<br />

wie die restlichen Fliesen ist auch diese<br />

beeindruckende, aus einem Stück gefertigte<br />

und fugenfreie Konstruktion nicht<br />

von Marmor zu unterscheiden.<br />

Waschtischarmaturen für anspruchsvoll<br />

eingerichtete halböffentliche und öffentliche<br />

Sanitärbereiche müssen optischen<br />

Ansprüchen genügen, aber auch hygienisch,<br />

reinigungsfreundlich und sicher<br />

sein. Auch Armaturen sowie die Seifenund<br />

Handtuchspender funktionieren im<br />

Chemnitzer Opernhaus sensorgesteuert<br />

und komplett berührungslos. Das Opernhaus<br />

ließ die berührungslosen Wandarmaturen<br />

Brenta und Piave installieren.<br />

Sie verbinden ansprechendes Design<br />

mit zuverlässiger Funktion und Reinigungsfreundlichkeit.<br />

Die vom Londoner<br />

Designstudio Christoph Behling Design<br />

gestalteten Armaturen aus verchromtem<br />

Messing zeichnen sich durch ihre schlanke<br />

und zeitlos elegante Formgebung aus.<br />

Durch die im Montageelement platzierte<br />

Elektronik eignen sie sich für die starke<br />

Beanspruchung in hochfrequentierten<br />

Räumlichkeiten. Gerade hier müssen sie<br />

ihren Dienst zuverlässig verrichten. Die<br />

Besonderheit in Chemnitz: Die Armaturen<br />

wurden dicht unter dem vorgelagerten<br />

großformatigen Spiegel montiert. Für den<br />

Benutzer sind sie damit nahezu unsichtbar<br />

und lediglich durch ein entsprechendes<br />

Piktogramm gekennzeichnet.<br />

Das Wasser fließt hinter die Waschtische<br />

in die Vorwand, wird unten gesammelt<br />

und fließt ab. Für die raffinierte Sonderkonstruktion<br />

wurde die Duschrinne<br />

CleanLine20 verwendet, die wie die<br />

Armaturen für den Nutzer unsichtbar ist.<br />

Raj Ullrich: „Wir wollten keinen erkennbaren<br />

Abfluss haben. Durch die schräge<br />

Fliesenplatte des Waschtisches läuft das<br />

Wasser einfach in der Vorwandkonstruktion<br />

ab.“<br />

Vorwandinstallation<br />

mit leichtem Zugang<br />

im Wartungsfall<br />

Die wartungsfreundlichen Urinale mit berührungsloser Spülauslösung überzeugen durch ihr<br />

dezentes Design.<br />

Alle Installationsprodukte<br />

aus einer Hand<br />

Die Planung der Sanitärräume lag komplett<br />

in der Hand von Raj Ullrich. Die Bauausführungsplanung<br />

sowie die Auswahl<br />

der Installationssysteme und Keramiken<br />

erfolgte in enger Abstimmung mit dem<br />

Installateur Matthias Kavalir. Er schwärmt<br />

von der Zusammenarbeit mit Geberit:<br />

1 cm Vakuumdämmung = 5-8 cm Standard-Dämmstoff<br />

Hohe Dämmwirkung ó min. Aufbau<br />

Fassaden • Gauben • Balkon • Terrasse • Flachdach • Boden-, Wand-, & Deckendämmung<br />

„Der Beratungs- und Bestellprozess lief<br />

vollkommen problemlos ab. Der Service<br />

von Geberit ist hervorragend, das kenne<br />

ich nicht anders. Bei Produktauswahl und<br />

Lieferung hat alles einwandfrei funktioniert,<br />

auch bei Änderungen während des<br />

laufenden Bauprozesses. Da war manchmal<br />

Flexibilität gefragt. Bei Geberit erhielten<br />

wir zudem alle benötigten Produkte<br />

aus einer Hand, was die Arbeiten enorm<br />

vereinfachte.“<br />

VARIOTEC<br />

Als Installationssystem überzeugte die<br />

Chemnitzer das selbsttragende Vorwand-<br />

Installationssystem Duofix. Im Opernhaus<br />

kommt es für WCs, Urinale und Waschtische<br />

zum Einsatz. Raj Ullrich dazu: „Mit<br />

Duofix ist im Wartungsfall ein rascher<br />

Zugang zum Unterputz-Spülkasten<br />

gegeben. Da kommt man leicht an den<br />

Wasseranschluss heran.“ Zudem punktet<br />

das System durch Qualität und Zuverlässigkeit.<br />

Für Unterputz-Spülkästen bietet<br />

Geberit 25 Jahre Ersatzteilsicherheit.<br />

Haustürrohlinge für Funktionstüren Innen und Außen<br />

Finden Sie den passenden Rohling für Ihre Anwendung!<br />

… auch als All-inclusive Bausatz erhältlich!<br />

VARIOTEC GmbH & Co. KG • Weißmarterstraße 3-5 • D-92318 Neumarkt/OPf. • Tel.: +49 9181 6946-0 • E-Mail: info@variotec.de • www.variotec.de<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

19


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Kneer-Südfenster<br />

Denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in München<br />

Originalgetreu saniert<br />

Das neobarocke, 1896 erbaute Wohn- und Geschäftshaus mit zwei Erkern ist Teil einer repräsentativen<br />

Baugruppe in der Münchner Innenstadt. Als eines der wenigen unter Denkmalschutz<br />

stehenden Bauten weist es in jedem straßenseitigen Geschoss unterschiedliche<br />

Fensterformen auf. Bei der Sanierung bestand daher die besondere Anforderung darin, die<br />

neuen Fenster in Teilung, Sprossen und Aussehen an die verschiedenen Originale anzupassen,<br />

um die authentische Fassade des Gebäudes wieder herzustellen. Gleichzeitig sollten die Denkmalfenster<br />

hohe Schall- und Wärmeschutz-Anforderungen erfüllen. So wurden Holzdenkmalfenster<br />

individuell nach den historischen Vorbildern gefertigt. Sie bieten in Rechteckform und<br />

mit Segmentbögen, mit aufgesetzten Sprossen und Zierfräsungen ein authentisches Erscheinungsbild,<br />

sind jedoch in Sachen Wärme- und Schallschutz auf dem neuesten Stand der Technik.<br />

In dem denkmalgeschützten Gebäude<br />

sind drei Wohnungen, eine Arztpraxis<br />

und acht Büroeinheiten untergebracht.<br />

Im Zuge der Sanierung wurden alle Fassadenteile<br />

vom Putz bis zu den Ornamenten<br />

einschließlich der Balkone erneuert<br />

und die Holzdenkmalfenster eingebaut.<br />

Im Inneren galt es, das Treppenhaus<br />

einschließlich der Holzvertäfelungen<br />

instand zu setzen, die Elektroinstallation<br />

zu erneuern sowie Treppen, Stuck, Wände<br />

und den Sockel neu zu streichen. Auch<br />

die Beleuchtung, die Bodenbeläge und die<br />

Türverkleidungen wurden erneuert. Dabei<br />

legte Architekt Josef Strobel großen Wert<br />

darauf, sogar den Innenausbau an den ursprünglichen<br />

Ausbau aus dem Jahr 1896<br />

rückzuführen und die in den 1970er<br />

Jahren durch unsachgemäße Renovierung<br />

entstandenen Schäden zu beseitigen.<br />

Holzdenkmalfenster<br />

für authentische<br />

Rekonstruktion<br />

Die behutsame Sanierung und Modernisierung<br />

erforderte ein für Baudenkmäler<br />

spezifisches Know-how. Speziell beim<br />

Austausch der Fenster und dem Einbau<br />

20 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

special<br />

dem historischen Vorbild angepasst, in<br />

diesem Fall wurden sie außen braun,<br />

innen weiß beschichtet.<br />

Reibungsloser Ablauf<br />

der Sanierung im<br />

bewohnten Objekt<br />

Die Fenster überzeugen durch schmale<br />

Ansichten von Flügel- und Stulpprofilen<br />

sowie die Ausführung ohne Regenschutzschiene.<br />

Sie bieten einen wirksamen<br />

Oberflächenschutz und sind mit zwei<br />

Dichtungsebenen für optimale Dichtigkeit<br />

ausgestattet. Eine Besonderheit sind die<br />

speziell angefertigten Zierfräsungen auf<br />

den Stulpleisten und Kämpferprofilen nach<br />

Vorgabe des Bauherrn, die in dieser Art<br />

nur an diesem Gebäude zu finden sind.<br />

Die reich verzierte Fassade weist als Besonderheit in jedem Geschoss unterschiedliche Fensterformen<br />

auf.<br />

von Holzdenkmalfenstern konnte sich<br />

Immobilienverwalter Dieter Janda auf<br />

die Empfehlung seiner Hausschreinerei<br />

Benno Huber aus Petershausen bei<br />

Dachau verlassen. Diese arbeitet schon<br />

seit über 20 Jahren mit Kneer-Südfenster<br />

zusammen und schätzt den Hersteller als<br />

zuverlässigen und bewährten Partner, der<br />

in der Fertigung von Holzdenkmalfenstern<br />

über jahrzehntelange Erfahrung und ein<br />

entsprechend großes Know-how verfügt<br />

– und somit die gewünschten hohen<br />

Qualitätsstandards der Schreinerei erfüllt.<br />

„Es gab keinen Zweifel daran, dass unsere<br />

Schreinerei einen guten Fensterbauer<br />

empfiehlt“, erklärt Dieter Janda. „Zudem<br />

sammelten wir schon zuvor Erfahrungen<br />

mit Kneer-Südfenster aus Westerheim auf<br />

der Schwäbischen Alb und konnten uns<br />

von den qualitativ hochwertigen Produkten<br />

überzeugen.“<br />

Die Fertigung der unterschiedlichen<br />

Fensterformen im System HF 82 Effizient<br />

Stil, beispielsweise mit Segmentbögen in<br />

unterschiedlichen Größen, war für Kneer<br />

kein Problem. Das Unternehmen kann<br />

unabhängig davon, welche technischen<br />

Werte gefordert sind, eine passende<br />

Denkmalschutz-Variante anbieten. Um<br />

äußerst schmale Ansichten zu realisieren,<br />

kann unter verschiedenen Varianten von<br />

Holzdenkmalfenstern gewählt werden.<br />

Farblich werden sie in der Regel ebenfalls<br />

Der Austausch der Fenster aus dem Jahr<br />

1974 erfolgte im bewohnten Objekt,<br />

ohne größere Beeinträchtigungen der<br />

Bewohner und der Mitarbeiter der Büros<br />

oder der Zahnarztpraxis. Eine besondere<br />

Herausforderung für die Fensterfachleute,<br />

die die Montage vor Ort übernommen<br />

haben, stellten Anpassungen an die alten<br />

Rollladenöffnungen in Sachen Schallschutz<br />

und Wärmeisolierung dar. Als<br />

zusätzlichen Sonnenschutz erhielten die<br />

Denkmalfenster an der West- und Ostseite<br />

spezielles Sonnenschutzglas.<br />

„Der Fenstereinbau ging weitgehend<br />

reibungslos im bewohnten Objekt vonstatten“,<br />

bestätigt Architekt Josef Strobel.<br />

„Dank der Sanierung wurde die historische<br />

Bausubstanz und damit der besondere<br />

Charme des Hauses erhalten.“<br />

Die neuen Holzdenkmalfenster entsprechen in Teilung, Sprossen und Aussehen den früheren<br />

Originalen.<br />

Zeitgemäßen Komfort und ein gutes Raumklima<br />

bieten die neuen Fenster und Fenstertüren.<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

21


special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Kulturzentrum Kammgarn, Kaiserslautern<br />

Bühne frei für optimales Raumklima<br />

Im altehrwürdigen Kraftwerk der früheren Kammgarnspinnerei in Kaiserslautern ist seit 34<br />

Jahren das überregionale und renommierte Kulturzentrum Kammgarn untergebracht. Um dessen<br />

Veranstaltungsfläche für Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Events zu erweitern,<br />

sollte die ehemalige Schreinerei nutzungstechnisch neu erschlossen werden. Die zentrale<br />

Aufgabenstellung bestand dabei darin, ein effizientes, optisch ansprechendes sowie platzsparendes<br />

Heizsystem zu finden. Eine mehr als adäquate Lösung fanden die Verantwortlichen mit<br />

einer neuen Deckenstrahlplatten. Diese sorgen nun bei Vernissagen, Varietés und popkulturellen<br />

Veranstaltungen nahezu unsichtbar für behagliche Wärme ohne Zugluft.<br />

Bei der Kammgarn Kaiserslautern<br />

handelt es sich um eine deutschlandweit<br />

und international hoch<br />

geschätzte kulturelle Einrichtung, in der<br />

jährlich zwischen 150 und 200 Veranstaltungen<br />

in mehreren hauseigenen<br />

Räumen stattfinden. Dafür stehen zwei<br />

Locations zur Verfügung, eine mit 1000<br />

Steh- bzw. 500 Sitzplätzen und eine<br />

kleinere mit 350 respektive 150 Plätzen.<br />

Der Name "Kammgarn" stammt vom<br />

ursprünglichen Nutzer des 1860 aus<br />

Sandstein erbauten Gebäudes, nämlich<br />

einer Kammgarnspinnerei. Diese musste<br />

Anfang der 1980er Jahre Konkurs<br />

anmelden, seither wird das großflächige<br />

und mittlerweile denkmalgeschützte<br />

Gelände anderweitig genutzt: Neben<br />

der Hochschule Kaiserslautern mit den<br />

Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurswesen<br />

ist hier auch ein Teil<br />

Bei der Kammgarn Kaiserslautern handelt es sich um eine deutschlandweit geschätzte kulturelle Einrichtung, in der jährlich zwischen 150 und<br />

200 Veranstaltungen in mehreren hauseigenen Räumen stattfinden. Um die Veranstaltungsfläche für Konzerte, Ausstellungen und andere<br />

kulturelle Events zu erweitern, sollte die ehemalige Schreinerei nutzungstechnisch neu erschlossen werden.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr<br />

22 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


denkmalgeschützter objektbau<br />

der Gartenschau Kaiserslautern untergebracht<br />

– und im alten Kesselhaus seit<br />

1988 das Kulturzentrum Kammgarn. Dieses<br />

besticht auf seinen insgesamt 2300<br />

m 2 Innen- und Außenfläche daher auch<br />

mit einem ganz eigenen Flair, zwischen<br />

Industriecharme und Vintageromantik.<br />

Über 6.000<br />

Veranstaltungen in<br />

den letzten 35 Jahren<br />

Die gute Seele und treibende Kraft des<br />

Hauses ist Kammgarn-Chef Richard Müller,<br />

der sich hier seit der ersten Stunde<br />

dafür einsetzt, wie er es sagt, „einen<br />

Freiraum zu schaffen, damit sich Kultur<br />

entwickeln kann". In den vergangenen<br />

35 Jahren hat Müller so bereits über<br />

6.000 Veranstaltungen initiiert und die<br />

Kammgarn damit zu einem überregionalen<br />

Fixpunkt in Sachen Kultur gemacht.<br />

Aushängeschild sind seit langem die<br />

internationalen Jazz- und Blues-Festivals.<br />

Neben einem inhaltlichen Schwerpunkt<br />

auf eben diesen beiden Musikgenres, die<br />

dem Programmchef und passionierten<br />

Musikliebhaber Richard Müller besonders<br />

am Herzen liegen, entdeckt man<br />

beim Blick auf die Programmarchive der<br />

letzten Jahrzehnte doch so ziemlich jede<br />

Musikrichtung in irgendeiner Weise repräsentiert.<br />

Das Kaiserslauterner Kulturzentrum<br />

versteht sich als Zielgruppen- und<br />

Interessen-übergreifende Kulturwerkstatt<br />

mit bildungspolitischem Auftrag.<br />

Kleinere Location mit<br />

Galeriecharakter<br />

Seit Ende 2019 hatte sich Richard Müller<br />

eine veranstaltungstechnische Erschließung<br />

der ehemaligen Schreinerei zur<br />

Aufgabe gemacht. Neben dem kuscheligen<br />

Cotton Club und dem größeren<br />

Kasino sollte somit eine kleinere Location<br />

mit Galeriecharakter geschaffen werden,<br />

um sowohl kleinere Konzerte und<br />

Veranstaltungen als auch Ausstellungen<br />

und Lesungen abhalten zu können. In der<br />

Vergangenheit wurde diese Halle selten<br />

genutzt, was zu einem großen Teil an der<br />

mangelhaften Beheizung lag. „Wir hatten<br />

elektrische Heizstrahler in der Schreinerei<br />

installiert, um den Raum zumindest theoretisch<br />

nutzen zu können" blickt Richard<br />

Müller zurück und führt deren Probleme<br />

weiter aus: „In der Praxis lieferte das aber<br />

nur sehr unbehagliche Wärme. Unter den<br />

Strahlern war es extrem heiß und daneben<br />

total kalt. Zudem wurde auf diese<br />

Weise sehr viel Strom verbraucht, was<br />

natürlich die Kosten in die Höhe schießen<br />

ließ. Eine neue Lösung für die Beheizung<br />

war somit alternativlos für die angestrebte<br />

Nutzung der Schreinerei."<br />

Die lange Suche<br />

nach dem geeigneten<br />

Heizsystem<br />

Also machte man sich auf die Suche nach<br />

einer geeigneten Wärmeversorgung. Im<br />

Vorfeld war bereits eine Vielzahl an Heizsystemen<br />

für den neu zu erschließenden<br />

Veranstaltungsraum diskutiert worden,<br />

wie Herr Müller zu Protokoll gibt: „Wir haben<br />

auch andere Konzepte durchgespielt,<br />

beispielsweise mit einer Fußbodenheizung<br />

oder klassischen Heizkörpern. Dabei<br />

wurde uns aber schnell klar, dass erstere<br />

zu träge reagiert und letztere hätten uns<br />

einfach zu viel Platz an den Wänden weggenommen,<br />

den wir bei der angestrebten<br />

Nutzung als Galerie jedoch unbedingt<br />

benötigen". Fündig wurde Richard Müller<br />

gemeinsam mit dem vor Ort ansässigen<br />

SHK-Fachbetrieb Laubscher & Moser, der<br />

nach einer öffentlichen Ausschreibung<br />

den Auftrag für die Installation einer<br />

neuen Wärmeversorgung erhalten hatte,<br />

beim Raumklimaspezialisten Zehnder aus<br />

Lahr / Schwarzwald – genauer gesagt<br />

dem Zehnder Geschäftsbereich Heiz- und<br />

Kühldecken-Systeme. Schnell war klar,<br />

dass Zehnder Deckenstrahlplatten den<br />

vielseitigen Ansprüchen gerecht werden<br />

würden. Denn diese arbeiten nach dem<br />

Strahlungsprinzip, was ihnen exzellente<br />

Eigenschaften in den Bereichen Behaglichkeit<br />

und Energieeffizienz verleiht<br />

und damit eine deutliche Verbesserung<br />

zur mangelhaften Heizstrahlervariante<br />

darstellt: Die Deckenstrahlplatten werden<br />

von warmem Wasser durchströmt und<br />

geben dessen Energie als Infrarotstrahlung<br />

ab, die jedoch erst bei Kontakt mit<br />

dem menschlichen Körper oder Gegenständen<br />

im Raum als behagliche Wärme<br />

spürbar wird. Für dieses Wärmegefühl<br />

muss also nicht zuerst die gesamte<br />

Raumluft aufgeheizt werden. Die Raumlufttemperatur<br />

kann daher um bis zu drei<br />

Kelvin geringer gehalten werden als bei<br />

gewöhnlichen Wärmeverteilsystemen,<br />

wodurch sich der Energieverbrauch deutlich<br />

verringert.<br />

Die besonders kurze Reaktionszeit der<br />

Zehnder Deckenstrahlplatten sorgt zudem<br />

dafür, dass die gewünschte Wärme sofort<br />

zur Verfügung gestellt werden kann. Im<br />

Gegensatz zur Luftheizung findet der<br />

Wärmetransport innerhalb des Deckensystems<br />

via Wasser statt, dessen hohe<br />

Wärmekapazität einen geringeren und<br />

ressourcenschonenderen Rohrdurchmesser<br />

erlaubt.<br />

Die Laubscher & Moser GmbH sorgte vor<br />

der Installation der Deckenstrahlplatten<br />

noch für einen Anschluss an das Fernwärmesystem,<br />

um das nötige Heizwasser für<br />

die Deckenstrahlplatten zur Verfügung zu<br />

Die,<br />

die<br />

die<br />

Tür bewegen.<br />

C O M B I C A ® 2 6 5 5 / 2 6 8 0 W F<br />

P I V O T A ® D X 3 8 „ N “ 3 - D „ D e s i g n “<br />

P I V O T A ® F X 2 8 0 3 - D<br />

München | 17. – 22. April <strong>2023</strong><br />

Halle B4 | Stand 430<br />

Bartels Systembeschläge GmbH<br />

Gewerbegebiet Echternhagen 2<br />

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special<br />

denkmalgeschützter objekbau<br />

Die zentrale Aufgabenstellung bei der Erschließung des neuen Veranstaltungsraums bestand darin, ein effizientes, optisch ansprechendes sowie<br />

platzsparendes Heizsystem finden. Eine mehr als adäquate Lösung fanden die Verantwortlichen mit den eingestetzten Deckenstrahlplatten.<br />

stellen. An dieses ist das Kulturzentrum<br />

Kammgarn seit 2017 angeschlossen, vorher<br />

heizte man noch mit Gas. „Bezüglich<br />

Vor- und Rücklauftemperaturen sind wir<br />

mit den Zehnder Deckenstrahlplatten sehr<br />

flexibel“ erklärt Gebietsleiter Maik Brauer.<br />

„Diese können mit Vorlauftemperaturen<br />

von 30 bis 120 °C arbeiten und dank den<br />

eingesetzten Volumenstromreglern können<br />

wir sicherstellen, dass auch die Rücklauftemperatur<br />

den gewünschten Wert<br />

erreicht und das Wasser nicht zu heiß in<br />

des Fernwärmenetz zurückgegeben wird“.<br />

In Kaiserslautern beträgt dieser Wert 50<br />

°C, während die Vorlauftemperatur bei 70<br />

°C und die gewünschte Raumtemperatur<br />

bei 20 °C liegen. Die optionale Kühlfunktion<br />

der Zehnder Deckenstrahlplatten wird<br />

zwar in der Kammgarn Kaiserslautern nicht<br />

benötigt, da das gesamte Kulturzentrum<br />

in den hitzetechnisch kritischen Monaten<br />

Sommerpause hat und ausschließlich<br />

Open Air Veranstaltungen im hauseigenen<br />

Innenhof stattfinden. Dank der Vollverzinkung<br />

der Deckenstrahlplatten Zehnder ZFP<br />

könnte sie aber jederzeit einfach nachgerüstet<br />

werden.<br />

Erstes Objekt mit neuer<br />

Deckenstrahlplatte<br />

Aus produkttechnischer Sicht kam dem<br />

Kulturzentrum Kammgarn Kaiserslautern<br />

eine Art Pionierrolle zu, handelt es sich<br />

hier doch um das erste Objekt, in dem<br />

die neu entwickelten Deckenstrahlplatten<br />

Zehnder ZFP verbaut wurden. Diese<br />

neue Generation von Deckenstrahlplatten<br />

zeichnet sich durch ihre modulare<br />

Bauweise aus, womit sich aus zahlreichen<br />

Produktcharakteristika wie Modulbreiten<br />

und -längen oder Art der Deckenbefestigung<br />

und der Abdeckungen jeweils<br />

genau die passende Spezifikation auswählen<br />

und nach dem Baukastenprinzip<br />

kombinieren lässt. Damit können die<br />

Deckenstrahlplatten optimal an die Gegebenheiten<br />

vor Ort angepasst werden.<br />

Alle Bauteile von Zehnder ZFP sind<br />

komplett verzinkt und damit korrosionsgeschützt,<br />

wodurch die Deckenstrahlplatten<br />

besonders langlebig sind. Der kleine Rohrdurchmesser<br />

und die geringen Rohrabstände<br />

tragen zu einem filigraneren Design<br />

bei und verbessern zudem die Systemleistung,<br />

sollte ein Niedertemperaturheizsystem<br />

zum Einsatz kommen. Außerdem sind<br />

die neuesten Deckenstrahlplatten besonders<br />

leicht, was in Kaiserslautern eine<br />

entscheidende Eigenschaft darstellte.<br />

Herausforderung: Statik<br />

Eine Herausforderung an das Heizsystem<br />

war nämlich die exakte und statisch<br />

einwandfreie Einbringung in die filigrane<br />

Deckenkonstruktion der früher als<br />

Schreinerei genutzten Halle, wie Maik<br />

Brauer erklärt: „Um die Deckenstrahlplatten<br />

mit der Hallendecke in sechs Meter<br />

Höhe abschließend installieren zu können,<br />

haben wir diese an der hölzernen Balkenkonstruktion<br />

des Daches angebracht. So<br />

wurde das Gewicht von der bestehenden<br />

Dachhaut auf die Dachbalken verlagert.<br />

Die Tatsache, dass es sich bei Zehnder<br />

ZFP um ein besonders leichtes Produkt<br />

handelt, hat uns bei diesem planerischen<br />

Unterfangen gut in die Karten gespielt.“<br />

Installiert wurden in Kaiserslautern sechs<br />

Deckenstrahlplatten Zehnder ZFP mit<br />

einer Baubreite von 1,05 Metern und<br />

einer Länge von jeweils 12 Metern. „Hier<br />

spielte das Baukastenprinzip auch eine<br />

wichtige Rolle, da wir die Deckenstrahlplatten<br />

so von den Maßen her optimal<br />

an die Gegebenheiten vor Ort anpassen<br />

konnten“ kommentiert der Zehnder<br />

Gebietsleiter. Er und Herr Müller vom<br />

Kulturzentrum sind sich einig: „Dadurch<br />

fügt sich das Heizsystem perfekt in die<br />

Hallenarchitektur ein“.<br />

Das geringe Gewicht verringert nicht nur<br />

die Dachlast, sondern erleichterte auch<br />

die Montage erheblich, wie das dreiköpfige<br />

Montageteam um Heizungs- und<br />

Lüftungsbaumeister Eberhard Rösen<br />

bestätigen kann. „Bei der Installation<br />

24 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


konnten mein Team und ich definitiv vom<br />

geringen Gewicht der Deckenstrahlplatten<br />

Zehnder ZFP profitieren. Die Montage<br />

verlief unkompliziert und auch die Anbringung<br />

an die Deckenkonstruktion gelang<br />

letztendlich problemlos" fasst Herr Rösen<br />

zusammen. „Für die Installation mussten<br />

wir auch keinerlei Umbaumaßnahmen<br />

am Interieur vornehmen und sogar die<br />

Beleuchtung konnte komplett bestehen<br />

bleiben“ fügt er noch hinzu.<br />

Problemlöser<br />

Deckenstrahlplatte<br />

Die gewählte Heizlösung ist für Programmchef<br />

Müller nicht nur aus technischer Sicht<br />

das optimale System: „Mir als Ästhet sagt<br />

besonders die Optik der Deckenstrahlplatten<br />

zu. Wie schon gesagt, fügen sie<br />

sich wirklich außerordentlich gut und auf<br />

dezente Art in den Raum ein. Und da die<br />

Deckenstrahlplatten in sechs Meter Höhe<br />

angebracht ist, können wir die Raumhöhe<br />

auch super nutzen, zum Beispiel wenn wir<br />

bei Varietéveranstaltungen Trapeze oder<br />

ähnliches benötigen. Die Liste an Benefits<br />

ließe sich endlos vorführen.“ Zusammen<br />

mit dem neu eingebauten Holzboden<br />

sorgen die Platten außerdem für eine<br />

optimale Raumakustik, bei Konzertveranstaltungen<br />

ein wichtiger Faktor. Und dank<br />

der geringen Oberflächentemperaturen<br />

können Gäste in der Schreinerei neben optimalem<br />

Sound auch behagliche Wärme<br />

ohne Zugerscheinungen genießen. Das<br />

Kulturzentrum Kammgarn wiederum spart<br />

im Vergleich zur früheren Heizstrahler-Methode<br />

einen erheblichen Teil der Energiekosten<br />

ein und muss sich zudem keine Gedanken<br />

um das Heizsystem machen – die<br />

Deckenstrahlplatten funktionieren nämlich<br />

komplett wartungsfrei und verfügen über<br />

eine lange Lebensdauer.<br />

Zukunftspläne<br />

Im Zuge der schrittweisen Sanierung in<br />

Eigenregie sind in der alten Schreinerei<br />

als nächstes die Fenster an der Reihe.<br />

„Wir wollen unser nachhaltiges Heizsystem<br />

natürlich auch mit modernen, gut<br />

gedämmten Fenstern unterstützen. Die<br />

alte Fensterfront Richtung Innenhof ist<br />

aktuell zudem noch komplett unbeweglich<br />

und wir möchten beispielsweise im<br />

kommenden Sommer unseren Biergarten<br />

durch die Türen bedienen können",<br />

erläutert Programmchef Richard Müller die<br />

Zukunftspläne.<br />

Zukünftig kann ein breiteres Publikum<br />

vom erfolgreichen neuen Wärmekonzept<br />

im Kulturzentrum Kammgarn Kaiserslautern<br />

profitieren und die mannigfaltigen<br />

kulturellen Veranstaltungen angenehm<br />

temperiert genießen.<br />

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objekte<br />

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Erkelenz<br />

In Form und Funktion überzeugend<br />

Mit dem Umbau einer rund 185 Quadratmeter großen Gewerbefläche entstand im nordrheinwestfälischen<br />

Erkelenz eine moderne Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, die höchsten<br />

Ansprüchen an Aufenthaltsqualität, Funktionalität und Design entspricht. Nur zwei Wochen<br />

blieben der für den Innenausbau verantwortlichen DesignFormArt GmbH aus Moers, um die<br />

Gestaltungsideen und Detaillösungen im Rahmen eines vorab klar definierten Budgets umzusetzen.<br />

Neben Schallschutz und Raumakustik standen vor allem ein der Empfangstheke in<br />

Form und Design entsprechender Überbau sowie aufwändige, in der Werkstatt der Ausbauprofis<br />

vorgefertigte Deckenfriese im Mittelpunkt.<br />

Triste, weiße Wände, eine kühle<br />

Beleuchtung und kaum Spielmöglichkeiten<br />

– so sahen über lange Zeit<br />

nicht wenige Kinderarztpraxen aus. Von<br />

einer derartigen 08/15-Ausstattung ist<br />

die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin<br />

in Erkelenz weit entfernt. Mit einem einladenden,<br />

gut 30 Quadratmeter großen<br />

Empfangsbereich, einem geräumigen<br />

Wartezimmer und individuell ausgestatteten<br />

Behandlungszimmern ist sie ein<br />

Wohlfühlort für kleine und jugendliche<br />

Patienten, ihre Eltern und das gesamte<br />

Praxisteam. Einen entscheidenden Beitrag<br />

zum Gelingen des Umbauprojekts leistete<br />

die DesignFormArt GmbH mit herausragenden<br />

Gestaltungsideen und einer<br />

perfekten Umsetzung.<br />

Hochwertiger<br />

Innenausbau<br />

in nur zwei Wochen<br />

Wegen statischer Änderungen in der<br />

Dachkonstruktion blieben den Trockenbauprofis<br />

aus Moers gerade einmal zwei<br />

Wochen für den gesamten Innenausbau.<br />

Erschwerend kam hinzu, dass die übrigen<br />

Ausbaugewerke parallel bei der Arbeit waren.<br />

„Nach Auftragseingang haben wir uns<br />

sofort mit der Ärztin und dem Architekten<br />

zusammengesetzt und neben eigenen Designideen<br />

unsere Erfahrung bei der Auswahl<br />

der richtigen Baustoffe eingebracht“,<br />

erinnert sich Dennis Attrot, Gründer und<br />

Inhaber der DesignFormArt GmbH. „Dabei<br />

haben wir natürlich auch das vorgegebene<br />

Budget im Blick gehabt.“ Neben hochwertigen<br />

Oberflächen legte das Ausbauteam<br />

besonderen Wert auf eine guter Akustik<br />

und einen leistungsstarken Schallschutz.<br />

Mit Handmustern und entsprechenden<br />

technischen Datenblättern ging Dennis<br />

Attrot in die Besprechungen und konnte<br />

schnell überzeugen.<br />

Streiflichtfrei,<br />

beste Akustik,<br />

hoher Schallschutz<br />

Um Streiflicht von vorneherein zu<br />

vermeiden, wurden die ursprünglich mit<br />

einfachem Gipskarton geplanten Decken<br />

mit Rigips Die Weiße ausgeführt. Diese<br />

Gipsplatte steht mit ihrem hochweißen<br />

Spezialkarton für hohe Oberflächenqualität.<br />

Statt einfacher Lochplatten kamen<br />

in fast allen Räumen die akustisch hoch<br />

wirksamen Rigitone Active‘Air Lochplatten<br />

von Rigips zum Einsatz.<br />

Zentraler Blickfang der Praxis ist die große Empfangstheke mit ihrem aufwändig aus vorgefertigten<br />

Gipskarton-Formteilen erstellten Überbau mit Höhenversatz.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Saint-Gobain Rigips GmbH<br />

Und statt glatter Einlegeplatten fiel die<br />

Wahl auf sowohl funktional als auch<br />

ästhetisch ansprechende Rigips Gyptone<br />

Activ‘Air Kassettendecken. Dank des<br />

Active‘Air Wirkkomplexes reduzieren die<br />

eingesetzten Ausbauplatten mit dieser<br />

Luftreinigungs-Technologie etwaige Konzentrationen<br />

von Luftschadstoffen, zum<br />

Beispiel Formaldehyd, in Räumen dauerhaft<br />

um 60 Prozent. Diese Eigenschaft ist<br />

vor allem für Räume, in denen sich Kinder<br />

aufhalten, von großem Wert.<br />

26<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Das „Borussen-Zimmer“: Außen Platten, die<br />

Luftschadstoffeabbauch, im Mittelfeld gefräste<br />

Bauplatten mit aufgebrachtem Logo von<br />

Borussia Mönchengladbach. An der Wand<br />

finden sich gerahmte Autogrammkarten der<br />

Gladbacher Spieler.<br />

Um einen optimalen Schallschutz sicherzustellen,<br />

verarbeiteten die Ausbauprofis<br />

darüber hinaus SSP2 Schallschutzauflagen<br />

von Isover. Die schallschluckenden<br />

Auflagen aus Glaswolle sind einseitig mit<br />

einem schwarzen Glasflies ausgestattet<br />

und als Auflage für gelochte oder geschlitzte<br />

Bekleidungsplatten an Akustikdecken<br />

bestens geeignet.<br />

Geschwungene<br />

Lichtvouten und<br />

Deckenfriese<br />

aus Gipskarton-<br />

Formteilen<br />

Formteile in der Werkstatt der Design-<br />

FormArt GmbH nach selbst erstellten<br />

CAD-Zeichnungen vorgefertigt und auf<br />

der Baustelle montiert. Nach eigenen<br />

Zeichnungen entstanden auch die<br />

Formteile für den ebenso funktional wie<br />

ästhetisch ansprechenden Deckenfries im<br />

Wartezimmer. Mit seiner geschwungenen<br />

Form orientiert er sich innen gekonnt am<br />

Lampenbild, außen verleiht ihm eine umlaufende<br />

Schattenfuge den gewünschten<br />

schwebenden Charakter. Die umlaufende<br />

Lichtvoute sorgt für eine angenehme<br />

indirekte Beleuchtung.<br />

Aufwendige Detaillösungen<br />

bereichern<br />

das Gesamtbild<br />

Überzeugen konnte das Ausbauunternehmen<br />

auch mit den Detaillösungen.<br />

Ins Auge fallen vor allem die kreisrunden<br />

Deckenschürzen aus in der Werkstatt vorgefertigten<br />

dreidimensionalen Formteilen,<br />

die anstelle von einfachen runden Leuchtenausschnitten<br />

ausgebildet wurden. Zur<br />

Befestigung der Pendelleuchten, die mit<br />

einem Durchmesser von 600 mm an der<br />

abgehängten Decke im Bereich oberhalb<br />

der Empfangstheke installiert wurden,<br />

kam zur Verstärkung der Konstruktion die<br />

äußerst robuste Rigips Habito 12,5 mm<br />

zum Einsatz. An dieser massiven Trockenbauplatte<br />

lassen sich selbst schwere<br />

Lasten sicher und mühelos nur mit<br />

Schraubendreher und handelsüblichen<br />

Schrauben befestigen.<br />

Eine weitere, den Charakter der Praxis<br />

mitbestimmende Detaillösung findet sich<br />

in einem der Behandlungszimmer. Das<br />

Ausbauteam hatte dafür das Logo von<br />

Borussia Mönchengladbauch auf eine<br />

gefräste Trockenbauplatte übertragen<br />

und diese in die Rasterdecke eingelassen.<br />

Das entsprechend benannte „Borussia-<br />

Zimmer“ war ein persönlicher Wunsch<br />

der Ärztin und begeistert nicht nur die<br />

vielen Fußballfans unter den kleinen und<br />

größeren Patienten.<br />

Statt einfacher Lochplatten kamen im Wartezimmer<br />

die akustisch hoch wirksamen Rigitone<br />

Active’Air Lochplatten zum Einsatz. Farblich<br />

abgesetzt in einem hellen Grauton und passend<br />

zur Einrichtung kommt der aus Gipskarton-<br />

Formteilen vorproduzierte Deckenfries hier<br />

bestens zur Geltung.<br />

Über dem Arbeits- beziehungsweise Gesprächsbereich<br />

sorgen Rigitone Active’Air<br />

Lochplatten für eine optimale Akustik. Im übrigen<br />

Deckenbereich wurde Gipskartonplatten<br />

mit einem hochweißen Spezialkarton montiert.<br />

Zentraler Blickfang der Praxis ist die große<br />

Empfangstheke mit ihrem aufwendig in<br />

Trockenbauweise erstellten Überbau mit<br />

Höhenversatz. „Ursprünglich war hier ein<br />

L-förmiger Überbau vorgesehen“, so Dennis<br />

Attrot. „Wir haben nach unserer Idee<br />

die geschwungene Form der Theke aufgegriffen<br />

und sie als Lichtvoute quasi noch<br />

einmal spiegelbildlich unter die Decke<br />

gebracht. So macht der Anmeldebereich<br />

einen sehr harmonischen, einladenden<br />

Eindruck.“<br />

Bautafel<br />

Bauherr:<br />

Schlun Immobilien KG, Gangelt-Niederbusch<br />

Planung:<br />

Dipl.-Ing. Joachim Mölders<br />

Ausbaubetrieb: DesignFormArt GmbH, Moers<br />

Rigips Gebietsleiter: Martin Heinz, Saint-Gobain Rigips GmbH<br />

Für die perfekt ausgeführte Trockenbaukonstruktion<br />

wurden Gipskarton-<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

27


objekte<br />

Baumaschinen-Servicezentrum in Achstetten<br />

Werkstatt-Koloss mit Dachterrasse<br />

2019 startete die Planungsphase für das neue Regionalzentrum der Robert Aebi GmbH. Ein<br />

Servicezentrum für Bau- und Landmaschinen in Kombination mit einem Verwaltungshaus<br />

sollte auf einer Grundstücksfläche von 13.000 Quadratmetern in einem Gewerbegebiet in<br />

Achstetten bei Ulm entstehen. Mit unmittelbarem Anschluss an die vierspurig ausgebaute<br />

Bundesstraße B30 wurde hier nach einer Bau- und Planungsphase von zweieinhalb Jahren<br />

das neue Service- Zentrum inmitten des Netzwerkes der anderen elf süddeutschen Aebi-<br />

Standorte im Sommer 2022 eröffnet.<br />

2.200 Quadratmeter Thermowand, 1.700 Quadratmeter Doppelwand, 1.300 Quadratmeter Elementdecke und insgesamt 320 Tonnen Baustahl<br />

wurden für das neue Service-Center produziert und montiert.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Matthias Schmiedel<br />

Architektur: may projekt GmbH Architekten & Sachverständige<br />

Der Bauherr, ein Unternehmen mit<br />

Schweizer Wurzeln und einer<br />

Firmenhistorie, die bis ins 19. Jahrhundert<br />

zurückreicht, vermietet, wartet<br />

und repariert Bagger, Radlader, Dumper<br />

und weitere Maschinen der Marke Volvo.<br />

„Die räumliche Verbindung mit kurzen<br />

Wegen von Lager, Verwaltung und<br />

Werkstatt im neuen Gebäude war uns<br />

besonders wichtig, um ein noch effizienteres<br />

und schnelleres Arbeiten zu<br />

ermöglichen“, nennt Tobias Keppler, CEO<br />

der Robert Aebi Gruppe die hauptsächliche<br />

Vorgabe, die den Architekten Armin<br />

und Anne-Sophie May aus Dürmentingen<br />

zum Bau des neuen Regionalzentrums<br />

vorgelegt wurde.<br />

Im gestalterischen Spagat mit der voluminösen<br />

Werkstatthalle entstand auf 3.400<br />

Quadratmetern Nutzfläche das moderne<br />

Verwaltungsgebäude mit großzügigen,<br />

hell gehaltenen Ausstattungen für 36<br />

vergleichsweise kleinteilig angelegte-<br />

Büroarbeitsplätze unter demselben<br />

Gebäudedach. „Dem Bauherrn war es<br />

trotz unterschiedlicher Nutzungsarten<br />

28<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


objekte<br />

neun Werkstattboxen sowie je eine Lackier-,<br />

Schweiß- und Wasch-Box für den Service<br />

an den bis zu 100 Tonnen schweren<br />

Baumaschinen in Betrieb. Und im Büroteil<br />

des Gebäudes werden auf drei Etagen<br />

alle Dienstleistungen rund um Verkauf,<br />

Vermietung und Wartung der Baumaschinen<br />

erbracht. Das Haus kombiniert beide<br />

Parts auf einer Gesamtlänge von 98 und<br />

einer Breite von bis zu 34 Metern.<br />

Rooftop für<br />

die Mitarbeiterpausen<br />

Einen besonderen Clou liefert das Gebäude<br />

„on top“ mit der mehr als 40 Quadratmeter<br />

großen Dachterrasse für die<br />

Pausenzeit der Mitarbeiter. Mit direktem<br />

Übergang zu den Aufenthaltsräumen<br />

können die Kollegen hier in den Pausen<br />

den Rundum-Blick über das schwäbische<br />

Land genießen.<br />

Bodentiefe Fenster sorgen im Verwaltungstrakt des neuen Hauses für 36 helle, transparent<br />

gestaltete Büroarbeitsplätze.<br />

Große Wandflächen<br />

und 40 Fenster<br />

Das Syspro-Mitglied Rinninger produzierte<br />

und lieferte aus dem nur 60 Kilometer entfernten<br />

Betonwerk Kißlegg im Allgäu die<br />

Betonfertigteile für das gesamte Haus. Dafür<br />

wurden zwischen Oktober 2020 und<br />

Mai 2021 2.200 Quadratmeter Thermowand,<br />

1.700 Quadratmeter Doppelwand,<br />

1.300 Quadratmeter Elementdecke und<br />

insgesamt 320 Tonnen Baustahl produziert<br />

und montiert. Das Projekt beeindruckt<br />

auch in seinen Detail-Aspekten. In den<br />

Büros wurden schließlich alle Arbeitsplätze<br />

modern, klimatisiert und mit viel Tageslicht<br />

arrangiert – allein 40 großflächige, bodentief<br />

gesetzte Fenster verleihen der Fassade<br />

eine attraktive, lichte Optik.<br />

Mit guter Energiebilanz<br />

Die Werkstatthalle bietet genügend Platz und Deckenhöhe für den Service an den großen<br />

Baumaschinen.<br />

wichtig, dass alles wie aus einem Guss<br />

und auch nachhaltig und energieeffizient<br />

gestaltet werden sollte“, erinnert sich<br />

Architekt Armin May, der bereits zahlreiche<br />

ähnlich dimensionierte Objekte unter<br />

Verwendung von Betonfertigteilen in der<br />

Vergangenheit umgesetzt hatte. Seine<br />

Erfahrung: Die modulare, schnelle und<br />

witterungsunabhängige Montage sowie<br />

die besonders energieeffizienten Eigenschaften<br />

von Syspro-Thermowänden<br />

machen diesen Baustoff zum Favoriten<br />

für Projekte gerade im großformatigen<br />

Gewerbebau.<br />

Große Halle für<br />

die Baumaschinen<br />

Auf einer Grundfläche von 1.250 Quadratmetern<br />

und einer Deckenhöhe von bis<br />

zu 11,90 Meter sind seit Juli 2022 unter<br />

Federführung des Bauunternehmens<br />

Gebr. Schliesser aus Wain insgesamt<br />

Spezielle Herausforderung bot schließlich<br />

die rund zwölf Meter hohe Konstruktion<br />

der Außenwände für die große Servicehalle.<br />

„Insbesondere die 6,50 Meter<br />

hohen Thermowandelemente sorgten<br />

für besonderen Aufwand beim Schwerlasttransport<br />

und der Montage“, erinnert<br />

sich Christian Merkle, Vertriebsleiter bei<br />

Rinninger. „Die von uns gelieferten Elemente<br />

bilden im Gesamtkonzept auch die<br />

Basis für die gute Energiebilanz im neuen<br />

Servicecenter. Die Vermeidung von Kältebrücken<br />

im Konstruktionskonzept der<br />

Gebäudehülle spielte dabei eine wichtige<br />

Rolle“, erläutert der Vertriebsleiter die<br />

energetische Ausrichtung des Projektes,<br />

das schließlich in der KfW-Energieeffizienzklasse<br />

E55 ausgewiesen und mit<br />

einer Photovoltaik-Anlage sowie einem<br />

Luft-Wasser-Wärmepumpen-System<br />

ausgestattet ist.<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

29


objekte<br />

Praxisklinik im neuen Officegebäude Mikado in Friedrichshafen<br />

Lichtdurchflutet, hygienisch und diskret<br />

Wie kaum ein anderer Bereich im Gesundheitswesen stellt die Gestaltung von medizinischen<br />

Praxen sowohl höchste Anforderungen an die Raumarchitektur für eine diskrete Behandlung,<br />

als auch an Hygiene und Reinigungsfreundlichkeit. Als Vorzeigeobjekt ist auf rund 400 Quadratmetern<br />

im neuen Officegebäude Mikado in Friedrichshafen am Bodensee eine moderne<br />

Praxisklinik mit hohem Wohlfühlfaktor für Behandlungen in allen zahnmedizinischen Fachbereichen<br />

entstanden. Die Klarheit der Innenarchitektur, gepaart mit der Kompetenz des Teams<br />

schafft Vertrauen.<br />

die Vergrößerung meiner<br />

Praxis und den Aufbau einer Praxisklinik<br />

hat der moderne Kubus „Für<br />

von Mikado mit seiner anspruchsvollen<br />

Architektur ideale Voraussetzung geboten.<br />

Zumal sich das visionäre Designkonzept<br />

mit einer Kombination der Werkstoffe<br />

Aluminium, Glas und Stein mit unseren<br />

innovativen Behandlungskonzepten in<br />

idealer Weise verbindet“, kommentiert Dr.<br />

med. dent. Stephan Karle.<br />

Perfekte Symbiose:<br />

Flächenbündige<br />

Türen und<br />

Verglasungen<br />

Das minimalistische Architekturkonzept<br />

des Gebäudes setzt sich in der Gestaltung<br />

und Ausstattung der Innenräume fort.<br />

Die attraktive Optik der dunkel eloxierten<br />

Fassade findet sich in den extrem schlanken<br />

Türzargen der Serie Slimline Typ FZS<br />

des Herstellers Küffner, innenliegenden<br />

Verglasungsprofilen sowie Sockelleisten<br />

aus Aluminium wieder. Für die mit den<br />

Zargen flächenbündig kombinierten<br />

Innentüren wurden schlichte, aber beanspruchbare<br />

HPL-Schichtstoff-Oberflächen<br />

sowie Eiche-Massivholzkanten eingesetzt.<br />

Mit einem visionären Designkonzept ist eine moderne Praxisklinik mit hohem Wohlfühlfaktor<br />

entstanden – transluzente Glasflächen tragen maßgebend dazu dabei.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Küffner<br />

Aluminiumoberflächen –<br />

beanspruchbar<br />

und hygienisch<br />

Eloxierte Aluminium-Oberflächen sind<br />

härter als Edelstahl sowie Korund, daher<br />

unempfindlicher und widerstandsfähiger.<br />

Das bietet eine enorme Beanspruchbarkeit.<br />

Darüber hinaus erfüllen<br />

die reinigungsfreundlichen Oberflächen<br />

höchste hygienische Anforderungen.<br />

Das macht Türzargen und Profile aus Aluminium<br />

geradezu prädestiniert für den<br />

Einsatz in Arztpraxen und medizinischen<br />

Laboren.<br />

Transparentes Glas gibt Einblick in die Technik. Das Labor gegenüber Eingang und Empfang als<br />

sichtbarer Arbeitsbereich ist mit einer leichten Tönung in Parsolgrau konzipiert.<br />

30<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Die minimalistische Architektur des Gebäudes<br />

findet sich in einer Symbiose von extrem<br />

schlanken Türzargen der Serie SLIMLINE Typ<br />

FZS, innenliegenden Verglasungsprofilen und<br />

Sockelleisten aus Aluminium wieder.<br />

Verglasungen: transparent<br />

oder blickdicht<br />

Die Praxisräume wurden hell und modern<br />

gestaltet, insbesondere durch raumhohe<br />

transluzente Glasflächen, die eine großzügige<br />

Weite vermitteln. Diese sorgen auf<br />

natürliche Weise für die Belichtung, der<br />

hinter den Behandlungsräumen verlaufenden,<br />

innenliegenden Verbindungsflure.<br />

Auf den Glasflächen sind Milchglasfolien<br />

appliziert, um Zimmer und Behandlung<br />

diskret abzuschotten und vor Einblicken<br />

zu schützen.<br />

In einem perfekten Zusammenspiel zu<br />

den undurchsichtigen, transluzenten Glasflächen<br />

ist das Labor gegenüber Eingang<br />

und Empfang als sichtbarer Arbeitsbereich<br />

hinter transparentem Glas mit einer<br />

leichten Tönung in Parsolgrau konzipiert.<br />

Der Einblick in die Technik schafft<br />

Offenheit, Vertrauen und Kompetenz, bei<br />

gleichzeitiger Einhaltung der Hygiene und<br />

erforderlichen Distanz.<br />

Universelles<br />

Glasaufnahmeprofil<br />

Zur Einfassung der großzügigen Verglasungen<br />

hat Küffner ein neues universell<br />

einsetzbares Glasaufnahmeprofil GA60,<br />

inklusive Trockendichtungen für Glasstärken<br />

von 10 bis 16 mm entwickelt<br />

– passend zu den Türzargen sowie zur<br />

Höhe der Sockelleisten. Die Profile für<br />

die Verglasungen wurden dazu vor Ort<br />

fachgerecht zugeschnitten. Zur einfachen<br />

Montage der Eckverbindungen liefert der<br />

Hersteller dazu ein Zubehör-Set mit vorgefertigten<br />

Eck- und Gehrungsverbindungen.<br />

Nachhaltiges<br />

Aluminium<br />

Den von den Bauherren geforderten<br />

Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet Küffner<br />

Die eloxierten Zargen und Profile aus Aluminium<br />

bieten eine enorme Beanspruchbarkeit.<br />

Darüber hinaus sind die Oberflächen reinigungsfreundlich<br />

und erfüllen höchste hygienische<br />

Anforderungen.<br />

durch den Einsatz von 80 % Sekundäraluminium<br />

aus der Kreislaufwirtschaft<br />

sowie durch Primäraluminium, welches zu<br />

100 % mit regenerativer Energie erzeugt<br />

wurde. Mit diesem Herstellungsverfahren<br />

lässt sich der CO 2<br />

-Fußabdruck gegenüber<br />

dem globalen Durchschnittswert um<br />

75 % auf ein Viertel reduzieren.<br />

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element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

31


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BAU <strong>2023</strong><br />

BAU <strong>2023</strong><br />

Wichtiger Treffpunkt der Branche<br />

Vom 17. bis 22. April <strong>2023</strong> (Mo - Fr. 9:30 - 18:00 Uhr, Sa 9:30 - 16:00 Uhr) findet auf dem<br />

Münchener Messegelände die BAU <strong>2023</strong> statt. Nach einer Corona-bedingten Zwangspause<br />

von 4 Jahren (Turnus: normalerweise 2 Jahre) veranstaltet die Messe München diese Weltleitmesse<br />

für Architektur, Materialien und Systeme. Hier kommen alle zusammen, die international<br />

am Planen, Bauen und Gestalten von Gebäuden beteiligt sind: Architekten, Planer, Investoren,<br />

Industrie- und Handelsvertreter, Handwerker u.v.m. In 19 Hallen mit insgesamt 200.000 Quadratmetern<br />

finden Sie auf der BAU <strong>2023</strong> alle wichtigen Gewerke und Materialien an einem Ort.<br />

Im Zentrum ihres Interesses<br />

stehen neue Techniken,<br />

neue Materialien und neue<br />

Anwendungsmöglichkeiten,<br />

die so auch in der Praxis umsetzbar<br />

sind.<br />

Marktführer der Branchen<br />

sowie innovative Newcomer<br />

präsentieren auf der BAU ihre<br />

Produkte und Dienstleistungen:<br />

für Wirtschafts-, Wohnungs-<br />

und Innenausbau, für<br />

Neu- und Bestandsbauten. Sie<br />

zeigen konkrete Zukunftsperspektiven,<br />

innovative Lösungen<br />

und geben Inspirationen für<br />

die reale berufliche Praxis.<br />

Die BAU hat sich dabei als<br />

zukunftsorientierte Kommunikationsplattform<br />

bewährt.<br />

Sie bündelt das Know-how<br />

aller Branchen und Gewerke<br />

und fördert so den kreativen<br />

Austausch untereinander,<br />

vermittelt Kontakte und setzt<br />

Synergien frei.<br />

Das hochkarätige Rahmenprogramm<br />

der BAU rundet das<br />

Angebot ab. Sie macht die<br />

Messe aufgrund ihrer Foren,<br />

ihrer Sonderschauen und Begegnungsorte<br />

zur wichtigsten<br />

Informations- und Inspirationsplattform<br />

für die gesamte<br />

Baubranche.<br />

Nach dem durch die Corona-<br />

Pandemie bedingten Ausfall<br />

der letzten Messe und der<br />

Terminverschiebung vom<br />

Januar in den April, darf man<br />

gespannt sein, wie diese<br />

wohl wichtigste Messe bei<br />

Besuchern und Ausstellern<br />

ankommt. Da im Oktober<br />

des letzten Jahres allerdings<br />

bereits 95 Prozent der Fläche<br />

fix belegt waren und 1.450<br />

Unternehmen ihre Teilnahme<br />

bestätigt hatten, darf man<br />

dieser Veranstaltung wohl<br />

optimistisch entgegensehen.<br />

Im Rahmen diese Specials<br />

präsentieren wir Ihnen auf<br />

den folgenden Seiten eine<br />

Auswahl von Innovationen<br />

und Neuigkeiten, die auf dieser<br />

wohl wichtigsten Messe<br />

des Jahres <strong>2023</strong> präsentiert<br />

werden.<br />

A m<br />

A n d e r P o i n t<br />

H ü l l g r a b e n<br />

Joseph-Wild-Straße<br />

Geländeplan D<br />

Stand: 5/2019<br />

Anschlussstelle<br />

München-Riem<br />

O l o f - P a l m e - S t r a ß e<br />

Tower<br />

Am Messesee<br />

W i l l y - B r a n d t<br />

P l a t z<br />

U2<br />

Messestadt West<br />

R i e m e<br />

Parkhaus West<br />

A m M e s s e s e e<br />

ICM<br />

B0<br />

P a u l<br />

C1<br />

B1<br />

- H<br />

Stand: September 2022 (Änderungen vorbehalten)<br />

r<br />

S t<br />

Nordwest<br />

West<br />

r a<br />

ß e<br />

München<br />

21<br />

1 2<br />

3<br />

Gütergleisanschluss<br />

Spedition/Zoll<br />

e<br />

n r i<br />

- S<br />

p a a k - S t r a ß e<br />

A94<br />

C2 C3 C4 C5 C6<br />

B2 B3 B4 B5 B6<br />

A1 A2 A3 A4 A5 A6<br />

W i l l y - B r a n d t - A l l e e<br />

Expressway<br />

20<br />

Messehaus<br />

Servicebetriebe<br />

Nord<br />

P3<br />

Nord P4<br />

P1<br />

Nord<br />

A t r i u m A t r i u m<br />

P<br />

19<br />

4 5<br />

Ausstellungsfreigelände<br />

bzw. Parkplatznutzung<br />

18a<br />

17<br />

17a<br />

P5<br />

16a<br />

16<br />

6 7<br />

15a<br />

Linien-Bus Flughafen-Bus (Betrieb<br />

veranstaltungsabhängig)<br />

Nordost<br />

15<br />

Conference Center<br />

Nord<br />

Servicebetriebe<br />

Ost<br />

8<br />

P7<br />

Ost<br />

14<br />

P8<br />

Am<br />

Messeturm<br />

U2<br />

Messestadt Ost<br />

Taxi<br />

14a<br />

P+R<br />

Parkhaus<br />

13a<br />

A m M e s s e<br />

13<br />

f r e i g e l ä n d e<br />

12b<br />

12<br />

A1<br />

A2<br />

A3<br />

A4<br />

A4<br />

A5<br />

A6<br />

B0<br />

P2 B1<br />

Nord<br />

C1<br />

B2<br />

B2<br />

B3<br />

B4<br />

C4<br />

P9 P10 P11 P12<br />

9<br />

12a<br />

B5<br />

B6<br />

C2<br />

C3<br />

C5<br />

C6<br />

ICM<br />

Steine / Erden / Modulbau / architektonische Baustoffe<br />

und Verbindungslösungen<br />

Beton / Porenbeton / Stahl- und Carbonbeton, Bims- / Faserzementbaustoffe,<br />

Kalksandstein, Fassadensysteme, trockener Innenausbau,<br />

Fertigbau / Modulbau, Putze, Estriche, Dämm- / Isolierstoffe<br />

Dachkonstruktionen / Ziegel<br />

Ziegel, Dachziegel, Kaminbaustoffe, Dachbaustoffe, Dachfenster / Dachbahnen<br />

Naturstein / Kunststein / Marmor<br />

Fassadensysteme, Bodenbeläge, Klinker<br />

Fliesen / Keramik<br />

Fassade, Sanitärtechnik / -objekte, Zubehör<br />

Bodenbeläge<br />

elastisch, textil, Parkett, Laminat, Leisten und Profile, Terrassendielen,<br />

Verlege- und Anwendungstechnik<br />

Investieren in die Zukunft<br />

Bauen im Bestand, Forschung / Hochschulen / Förderung,<br />

Institute / Verbände / Dienstleister<br />

Aluminium<br />

Aluminiumprofile /-systeme, Maschinen zur Aluminium- und Stahlbearbeitung,<br />

Fassadensysteme<br />

Stahl / Edelstahl / Zink / Kupfer<br />

Profile / Bausysteme, Fassadensysteme, Edelstahl,<br />

Zink- / Kupferoberflächen, -systeme<br />

Energie- / Gebäude- / Solartechnik<br />

Klimatechnik, Lüftungs technik, solares Bauen / Solarthermie<br />

Tor- / Parksysteme<br />

Tor systeme, Parksysteme, Torantriebstechnik<br />

Schloss / Beschlag / Sicherheit<br />

Schlösser, Zylinder, Beschläge, Einbruchschutzanlagen, Türantriebstechnik,<br />

Zutrittsysteme, Zubehör<br />

Türen / Fenster<br />

Holz, Aluminium, Kunststoff, Glas<br />

Holz<br />

Holzwerkstoffe, Innenausbau, Treppen, konstruktiver Holzbau,<br />

Fassadensysteme, Furniere<br />

Bauchemie<br />

Putze / Lacke / Farben, Klebstoffe, Wärme-, Kälte-, Brand- und Schallschutz,<br />

Isolier- und Dämmstoffe, Abdichtungen<br />

Licht / Smart Building<br />

Sonnenschutzsysteme, Tageslichtführung, Lichtbänder / -kuppeln,<br />

Kunstlichtkonzepte, Gebäudeautomation / -steuerung, Aufzüge<br />

Glas<br />

Glasbaustoffe, Fassadensysteme, Glaskonstruktionen, Folien<br />

BAU-IT<br />

Software, Hardware, digitale Lösungen für den Bau, Messtechnik<br />

Bauwerkzeuge<br />

Werkzeuge, Berufsbekleidung, Arbeitssicherheit<br />

ICM – International Congress Center Messe München<br />

Kongresse, Seminare, Fachveranstaltungen<br />

11b<br />

11<br />

Anschlussstelle<br />

Feldkirchen-West<br />

10<br />

11a<br />

A99/Passau<br />

D e -<br />

G a<br />

s p<br />

e r<br />

i -<br />

g e<br />

B o<br />

n<br />

32 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


BAU <strong>2023</strong><br />

special<br />

Novoferm<br />

Neue Lösungen mit mehr Energieeffizienz und Montagevorteilen<br />

Auf 820 m² zeigt<br />

Novoferm neben<br />

Neuentwicklungen und<br />

Produktverbesserungen aus<br />

dem Bereich der Garagenund<br />

Industrietore auch neue<br />

Lösungen bei den Stahlblechtüren<br />

und Rohrrahmentüren.<br />

Eine Besonderheit werden das<br />

thermisch getrennte Garagentor<br />

und die optimierten<br />

Industrietore für die Lebensmittel-<br />

und Kühllogistik sein.<br />

Auch Weiterentwicklungen<br />

bei der Verladetechnik sind<br />

im Gepäck. Darüber hinaus<br />

erwarten die Besucher einige<br />

größere Neuheiten, die jedoch<br />

erst zur BAU im April kommuniziert<br />

werden.<br />

Novoferm baut sein Plattform-<br />

Konzept im Objekttüren-<br />

Segment weiter aus. Mit<br />

einer Größenerweiterung der<br />

bewährten Dickfalz-Stahltür-Serie<br />

NovoPorta Premio sind nun<br />

alle Brandschutzklassen bis zur<br />

EI90 z.B. auch in Übergrößen<br />

erhältlich. Zusätzlich erweitert<br />

sich das Einsatzspektrum, denn<br />

auch diese Türen sind nun für<br />

den Einbau in größeren Höhen<br />

freigegeben. Zudem lassen<br />

sich zahlreiche neue Sonderausstattungen<br />

realisieren<br />

– beispielsweise mit mechanischen<br />

Verriegelungen oder<br />

auch elektrisch betriebenen<br />

Novoferm hat das Portfolio seiner<br />

Feuerschutztüren der Reihe NovoPorta<br />

Premio durch neue Formate<br />

erweitert und die Montage<br />

optimiert. Darüber hinaus lassen<br />

sich mit der NovoPorta Premio<br />

zahlreiche neue Sonderausstattungen<br />

realisieren.<br />

Motorschloss-Varianten. Neue<br />

Brandschutzgläser sowie die<br />

Möglichkeit zum Einsatz von<br />

Feuerschutz-Lüftungsgittern<br />

runden das Portfolio weiter ab.<br />

Die Montage der NovoPorta<br />

Premio geht zukünftig noch<br />

leichter von der Hand. Das<br />

multifunktionale Aufnahmeelement<br />

in der Grund-<br />

Eckzarge setzt Maßstäbe<br />

für unterschiedliche Montageverfahren<br />

beim Einbau in<br />

alle gängigen Wandarten.<br />

Die nochmals verbesserte<br />

Falz-Schraubmontage spart<br />

nun noch mehr Montagezeit<br />

und bietet Optimierungen bei<br />

der Anzahl der notwendigen<br />

Befestigungsmittel wie auch<br />

bei der Varianz der möglichen<br />

Zargen-Hinterfüllungen.<br />

Novoferm hat jetzt auch<br />

für seine Sektionaltore mit<br />

40-mm-Paneelen thermisch<br />

getrennte Aluminiumsektionen<br />

entwickelt. Damit sind<br />

nun alle Sektionaltore von Novoferm<br />

mit thermisch getrennten<br />

Sektionen verfügbar.<br />

Darüber hinaus hat der Hersteller<br />

eine neue Schlupftür<br />

entwickelt, die viele Vorteile<br />

bietet. Durch die verstellbaren<br />

Scharniere ist sie zukünftig<br />

leichter zu montieren, besser<br />

abschließbar und ermöglicht<br />

die Justierung über einen<br />

längeren Zeitraum. Weiteres<br />

Plus: Die Türfüllungen lassen<br />

sich ohne Demontage des<br />

gesamten Tores austauschen.<br />

Die neue Schlupftür wird in<br />

Q2/<strong>2023</strong> zunächst für das<br />

40-mm-Thermo-Industrie-<br />

Sektionaltor in einer Breite von<br />

bis zu 1,25 m eingeführt.<br />

Auch das Angebot an Schnelllauftoren<br />

für den Industriesektor<br />

wurde erweitert. Speedroller<br />

Prime XF – die Luxusversion<br />

des Prime-Tores – ist nun in<br />

einer ISO-Version erhältlich: Das<br />

Prime XF ISO eignet sich ideal<br />

für den Einsatz in Kühlhäusern.<br />

In Zeiten von Klimawandel<br />

und Energiewende werden für<br />

Logistiker Kälte- und Hitzeschutz<br />

in temperaturgeführten<br />

Lägern immer wichtiger, denn<br />

beim Be- und Entladevorgang<br />

entweicht unnötig Wärme.<br />

Vor diesem Hintergrund wurde<br />

die Wärmedämmung der<br />

Ladebrücke NovoDock L730i<br />

weiter optimiert. Zudem wurde<br />

sie konstruktiv verbessert,<br />

sodass die bauseitige Vorbereitung<br />

noch einfacher ist und<br />

sich die Einbauzeit verkürzt.<br />

Als erste Ladebrücke kann<br />

die neue NovoDock L730 außerdem<br />

mit dem optimierten<br />

Vorschub iQ-Slide ergänzt werden.<br />

Die patentierte Lösung<br />

verhindert ein gefährliches<br />

Abrutschen des Gabelstaplers<br />

von der Ladebrücke, indem<br />

sich der Vorschub automatisch<br />

mit dem LKW mitbewegt.<br />

Die Markteinführung der<br />

neuen NovoDock L730 ist für<br />

Q1/<strong>2023</strong> geplant.<br />

Novoferm Vertriebs GmbH<br />

www.novoferm.de<br />

Halle B3, Stand 339


special<br />

BAU <strong>2023</strong><br />

Efaflex<br />

Weniger CO ²<br />

-Ausstoß mit Schnelllauftoren<br />

Langfristig einen messbaren<br />

Klimaschutzbeitrag<br />

leisten und zugleich die<br />

Energiekosten um bis zu 70<br />

Prozent verringern: Mit ihren<br />

maßgeschneiderten Produkten<br />

unterstützen die Spezialisten<br />

der EFAFLEX Tor- und<br />

Sicherheitssysteme GmbH<br />

& Co. KG. ihre Kunden auf<br />

mehrfacher Ebene in Sachen<br />

Nachhaltigkeit. Auf der BAU<br />

stellen sie ein neues digitales<br />

Tool vor, das Energieeffizienz<br />

künftig messbar macht.<br />

„Wir achten nicht nur auf<br />

unseren eigenen ökologischen<br />

Fußabdruck“, sagt Jan Hauffe,<br />

Leiter Produktmanagement<br />

bei dem Torhersteller. „Wir<br />

machen die Nachhaltigkeit<br />

des Kunden zur Priorität. Zu<br />

diesem Zweck sind unsere<br />

Toranlagen grundlegend in<br />

ihrer Bauweise und Ausstattung<br />

durchdacht. Letzteres<br />

betrifft die clevere Sensorik<br />

und das qualitativ hochwertige<br />

Zubehör.“<br />

So hält zum Beispiel die<br />

Konstruktion der Schnelllauftore<br />

Temperaturen konstant,<br />

etwa in Lagerhallen und<br />

Produktionsstätten: einer der<br />

Hebel gegen unnötigen<br />

CO ²<br />

-Ausstoß. Extrem hohe<br />

Öffnungs- und Schließgeschwindigkeiten<br />

– bis zu vier<br />

Metern pro Sekunde – minimieren<br />

den Luftaustausch<br />

drastisch. Weil keine Wärmeenergie<br />

entweicht, muss<br />

auch keine wieder zugeführt<br />

werden.<br />

Die Langlebigkeit der Tore<br />

wirkt sich ebenfalls positiv auf<br />

Effizienzbilanz und Budget<br />

aus. „Bei einer Lebensdauer<br />

von zehn Jahren und mehr erreichen<br />

unsere Schnelllauftore<br />

oft mehrere Millionen Zyklen“,<br />

sagt Hauffe. Hinzu kommen<br />

weniger Energieeinsatz bei<br />

der Herstellung, weniger Ressourcenverbrauch,<br />

Rohstoffeinsatz<br />

und Montagefahrten.<br />

Die Lebensdauer verlängert<br />

sich zusätzlich durch clevere,<br />

digitale Sensorik: Eine<br />

zielgerichtete Öffnungs- und<br />

Schließmechanik zum Beispiel<br />

vermeidet unnötige Zyklen<br />

und wirkt effizienzsteigernd<br />

durch einen verringerten Energieverbrauch<br />

und reduzierte<br />

Energiekosten.<br />

Neben der Vermeidung von<br />

Wärmebrücken und verringertem<br />

Energieeinsatz machen<br />

konkrete Zahlen die Dichtigkeitsvorteile<br />

noch deutlicher:<br />

Ein Schnelllauftor von Efaflex<br />

entlastet die CO ²<br />

-Bilanz des<br />

Anwenders um bis zu zwei<br />

Tonnen – eine Kosteneinsparung<br />

von bis zu 2.000<br />

Euro jährlich. „Über unser<br />

hochwertiges Isoliermaterial<br />

erreichen wir Dämmwerte<br />

von unter 1 W/m²K“, sagt<br />

Hauffe. Zum Vergleich: Eine<br />

Soll-Raumtemperatur von<br />

mehr als 19 Grad Celsius erfordert<br />

einen U-Wert von 1,8<br />

W/m²K. Bei Temperaturen<br />

zwischen zwölf und 19 Grad<br />

liegt er bei 2,9 W/m²K.<br />

„Alle genannten Vorteile<br />

unserer Tore können wir<br />

in Zahlen ausdrücken und<br />

Kunden anhand von konkreten<br />

Messwerten ihre Einsparpotenziale<br />

ausweisen“,<br />

sagt Hauffe. Efaflex hat ein<br />

digitales Tool entwickelt, mit<br />

dem Kunden künftig ihre<br />

Energie- und CO ²<br />

-Ersparnis<br />

im Vergleich zu anderen<br />

Toren einfach und schnell<br />

errechnen können. Auf der<br />

BAU im April wird es erstmals<br />

öffentlich vorgestellt.<br />

Efaflex Tor- und Sicherheitssysteme<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.efaflex.com<br />

Halle B3, Stand 502<br />

Dr. Hahn<br />

Ideas for Future<br />

An seinem Messestand<br />

auf der Bau <strong>2023</strong><br />

zeigt der Bandhersteller<br />

Dr. Hahn seine neusten<br />

Entwicklungen erstmals dem<br />

deutschen Fachpublikum. „Wir<br />

haben die Möglichkeit zur Vorstellung<br />

unserer Produkte im<br />

Rahmen einer Fachmesse sehr<br />

vermisst,“ freut sich Marketingleiter<br />

Klaus Weiss auf den<br />

April. „In diesem Umfeld kann<br />

man sein Sortiment in sehr<br />

kurzer Zeit sehr vielen Interessenten<br />

vorstellen. Das Fehlen<br />

der Messen hat sich schon<br />

nachteilig auf die Vermarktung<br />

unserer Neuentwicklungen<br />

ausgewirkt“.<br />

Darum präsentiert Dr. Hahn<br />

insbesondere das Sortiment<br />

an neuen Rollenbändern für<br />

die Tür aus Metallprofilen, aber<br />

auch die Rollenbandform für<br />

Kunststofftüren. Dabei steht für<br />

die Türenbauer besonders die<br />

Verschraubung im Aufdeck der<br />

Profilsysteme im Fokus. Der<br />

Vorteil der Hahn KT-RN und<br />

Hahn KT-RKN Bandserien besteht<br />

darin, dass sie die Wirksamkeit<br />

der Dichtungsebene<br />

vollständig erhalten. Türen<br />

mit diesen Bandausführungen<br />

sind also wind- und schlagregendicht.<br />

Hinzu kommt, dass<br />

sie auch unter den Vorgaben<br />

der Wärmedämmung optimal<br />

einzustellen sind.<br />

Traditionell ist die BAU auch<br />

eine Messe, die von vielen Architekten<br />

besucht wird. Dieser<br />

besonders designorientierten<br />

Zielgruppe stellt das Unternehmen<br />

sein neues verdeckt<br />

liegendes Türband Hahn<br />

VL-Band AT vor. Dieses verfügt<br />

nun über eine Verstellung in<br />

6 Richtungen am eingebauten<br />

Element. In modischem<br />

Schwarz ist es in der Falz ausgesprochen<br />

unscheinbar und<br />

bei geschlossener Tür nicht<br />

zu sehen. Da die Türelemente<br />

immer größer und schwerer<br />

werden, wollte der Hersteller<br />

auch die Tragfähigkeit der<br />

Bänder erhöhen: Das VL-Band<br />

AT bewegt Flügel bis max.<br />

180 kg in Abhängigkeit der<br />

Profilausführung. Und das<br />

beim Einsatz von 2 Bändern.<br />

CE-zertifiziert ist es für Türen<br />

mit sehr hoher Beanspruchung<br />

zugelassen.<br />

„Neben den Bändern, werden<br />

wir auch einige neue Tools für<br />

den Türenbauer vorstellen,“<br />

verspricht Weiss. „Diese sind<br />

in unserer Branche einzigartig<br />

und werden beim eingebauten<br />

Element hilfreiche Dienste<br />

leisten.“<br />

Dr. Hahn GmbH & Co. KG<br />

www.dr-hahn.eu<br />

Halle B1, Stand 129<br />

34 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


BAU <strong>2023</strong><br />

special<br />

Hueck<br />

"World Life Balance"<br />

Die Präsentation des<br />

Lüdenscheider Aluminium-Systemhaus<br />

Hueck<br />

spiegelt die Konzentration auf die<br />

Kernkompetenzen wider: Fenster<br />

und Türen, Fassade, Schiebetüren<br />

und Brandschutz. „Der große<br />

Vorteil unserer Systembaukästen<br />

liegt nicht nur in dem übergreifenden<br />

Gleichteile-Konzept,<br />

sondern in der Kombinierbarkeit<br />

untereinander“, erklärt Thomas<br />

Leimkühler, Leiter des<br />

Hueck-Systemmanagements.<br />

„So können wir die vielfältigsten<br />

Anforderungen von Planern<br />

und Architekten zum größten<br />

Teil mit Standardsystemen<br />

erfüllen.“ Auf dieser Basis hat<br />

das Unternehmen gerade den<br />

modularen Fenster- und Türenbaukasten<br />

Hueck Lambda WS/<br />

DS 075/090 eingeführt. Die<br />

Weiterentwicklung harmonisiert<br />

zwei Bautiefen in einem konsequent<br />

durchgängigen System.<br />

Durch die große Variabilität<br />

bei der Wärmedämmung – bis<br />

hin zum Passivhausstandard<br />

– und eine Vielzahl an skalierbaren<br />

Optionen bei Schallschutz<br />

und Sicherheit bietet der neue<br />

Baukasten eine Fülle von Möglichkeiten.<br />

In den neuen Systembaukasten<br />

integriert, ist unter<br />

anderem auch das innovative<br />

Schallschutzfenster Hueck<br />

Lambda WS 090 SA (Silent<br />

Air), das nicht nur in geschlossenem<br />

Zustand hervorragende<br />

Schallschutzeigenschaften<br />

bietet, sondern auch in der<br />

Lüftungsposition. Auf der BAU<br />

wird hier die Erweiterung der<br />

Öffnungsarten um eine Dreh-<br />

Kipp-Lösung vorgestellt. Für<br />

den Türenbereich bietet Hueck<br />

neben dem Einbruchschutz<br />

eine ganze Reihe von Fluchttürfunktionen<br />

mit zahlreichen<br />

skalier- und kombinierbaren<br />

Optionen für Notausgangsund<br />

Paniktüren. „Ganz besonders<br />

freuen wir uns darüber,<br />

auf der BAU unsere zweiflügelige<br />

Vollpaniktür nach EN<br />

1125 mit zertifiziertem RC3-<br />

Einbruchschutz zu präsentieren“,<br />

kündigt Leimkühler an.<br />

Neben der außerordentlichen<br />

Flexibilität liegt eine weitere<br />

Hueck Trigon FS 40<br />

Stärke von Hueck Lambda<br />

WS/DS 075/090 in der<br />

Kombinierbarkeit mit anderen<br />

Systemen des Herstellers –<br />

unter anderem der Fassade<br />

Hueck Trigon FS. Die intelligent<br />

konstruierte Lösung<br />

dieses Fassadensystems steht<br />

in Ansichtsbreiten von 40, 50<br />

und 60 Millimetern zur Verfügung,<br />

die sich untereinander<br />

leicht kombinieren lassen. Auf<br />

der BAU wird hier eine viel<br />

nachgefragte Erweiterung des<br />

Trigon-Baukastens vorgestellt:<br />

die Ganzglasfassade Hueck<br />

Trigon FS SG mit ETA-Zulassung<br />

des DIBt, die nicht nur in<br />

Ansichtsbreiten von 50 und<br />

60 Millimetern zur Verfügung<br />

steht, sondern auch absolut<br />

kompatibel ist zum übrigen<br />

Systembaukasten. Als weiteres<br />

Highlight der Fassade wird<br />

in gleicher Optik außerdem die<br />

neue, zertifizierte Brandschutz-<br />

Lösung Trigon FS 050/060<br />

FP30 präsentiert.<br />

Für Hueck Trigon FS gibt es<br />

darüber hinaus eine Traglast-<br />

Erweiterung und das System<br />

kann gleichermaßen als<br />

Pfosten-Riegel- oder Riegel-<br />

Riegel-Konstruktion ausgeführt<br />

werden. „Mit den sehr filigranen<br />

Ansichten haben wir mit<br />

unserer Fassade dem Wunsch<br />

von Architekten und Verarbeitern<br />

nach besonders schlanken<br />

Designlösungen entsprochen,<br />

ohne dabei Kompromisse<br />

bei der Stabilität zu machen“,<br />

berichtet Leimkühler. „Durch<br />

die spezielle Konstruktion<br />

bietet unsere Fassade außerdem<br />

besonders gleichmäßige,<br />

ästhetische Innenansichten.“<br />

Für die filigrane Optik hat<br />

Hueck Trigon FS vom Rat für<br />

Formgebung im Jahr 2021<br />

den German Design Award in<br />

der Kategorie Produktdesign<br />

erhalten. „Selbstverständlich ist<br />

unser Fassadensystem zudem<br />

problemlos mit der gesamten<br />

HUECK Produktfamilie kombinierbar.“<br />

Alle Produkte werden in<br />

München unter dem Leitthema<br />

„Hueck World Life Balance“<br />

präsentiert. Hueck strebt<br />

damit ein ausgewogenes<br />

Gleichgewicht zwischen den<br />

Leitgedanken „füreinander<br />

handeln“, „sinnvoll optimieren“<br />

LORO-X<br />

LORO-X<br />

Kaskadenentwässerung<br />

mit drückender Freispiegelströmung<br />

• mit Sammelleitung zwischen Dachabdichtung<br />

und Plattenbelag oder in der<br />

Wärmedämmung<br />

• mit Mehrgeschossabläufen direkt in der Attika<br />

Wir sind auf der<br />

BAU München<br />

17.04. – 22.04.<strong>2023</strong><br />

Halle B2 / 310<br />

und „nachhaltig denken“ an.<br />

Deshalb wurden sowohl bei<br />

der Entwicklung der Fassade<br />

Hueck Trigon FS, als auch<br />

des Systembaukastens Hueck<br />

Lambda WS/DS 075/090<br />

alle Umweltaspekte einbezogen<br />

und die Ökobilanz im Produktlebenszyklus<br />

berücksichtigt.<br />

Vor diesem Hintergrund<br />

sind die Systembaukästen<br />

Lambda und Trigon nach Cradle<br />

to Cradle in Silber zertifiziert.<br />

Darüber hinaus ist außerdem<br />

die Passivhaus-Tauglichkeit der<br />

Fensterserie Hueck Lambda<br />

WS 090 Pro und der Hueck<br />

Trigon FS 050/060 geprüft<br />

und bestätigt.<br />

Hueck System<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.hueck.com<br />

Halle B1, Stand 103<br />

www.loro.de<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

35


special<br />

BAU <strong>2023</strong><br />

Alho<br />

Bewährte Modulbau-Qualität und nachhaltige Innovation<br />

Bauen“<br />

ist eines der<br />

„Modulares<br />

Kernthemen der<br />

diesjährigen BAU. Alho produziert<br />

seit 55 Jahren modulare<br />

Gebäude und gehört damit zu<br />

den Marktführern der Branche.<br />

Nun ist die Modulbauexpertin<br />

wieder live in München mit<br />

dabei.<br />

Neben dem bewährten<br />

Bausystem aus Stahl-Raummodulen<br />

hat Alho zusätzlich<br />

eine zukunftsweisende<br />

Neuheit im Gepäck – ein<br />

Hybridbausystem, mit dem<br />

sich der CO 2<br />

-Fußabdruck von<br />

Modulgebäuden im Vergleich<br />

zu konventionellen Bauwerken<br />

noch weiter optimieren<br />

lässt. Alho verbindet mit dem<br />

Hybridmodulbau die besten Eigenschaften<br />

zweier Baustoffe<br />

– dem Recycling-Weltmeister<br />

Stahl und dem nachwachsenden<br />

Baustoff Holz für ein noch<br />

besseres Raumklima.<br />

Alho Systembau GmbH<br />

www.alho.com<br />

Halle A2 Stand 333<br />

BaSys<br />

Innovationen bei verdeckt liegenden Türbeschlägen<br />

Pivota DXS Close 2.0. Pivota DX 110 3-D. Pivota DXS 80 3-D ZA Steel. Neuer dreidimensional justierbarer<br />

Blendenhalter.<br />

Der Baubeschlaghersteller<br />

BaSys – Bartels Systembeschläge<br />

zeigt auf<br />

der BAU seine verdeckt liegenden<br />

Bandsysteme für stumpf<br />

einschlagende Türen. Daneben<br />

steht sinnvolles Zubehör<br />

im Fokus: ein dreidimensional<br />

justierbarer Oberblendenhalter<br />

sowie ein neues Produkt, mit<br />

dem das Unternehmen sein<br />

Portfolio erweitert.<br />

Die Neu- und Weiterentwicklung<br />

der verdeckt liegenden<br />

Bandsysteme für stumpf<br />

einschlagende Türen tragen<br />

alle den Namen „Pivota DX“.<br />

Entsprechende Namenserweiterungen<br />

zeigen, wofür sie<br />

gemacht sind.<br />

So steht „Pivota DXS Close<br />

3-D 2.0“ für ein entsprechendes<br />

Band, das gleichzeitig den<br />

Türschließer integriert und so<br />

dafür sorgt, dass stumpf einschlagende<br />

Türen sanft und<br />

selbsttätig schließen. Version<br />

2.0 funktioniert mechanisch:<br />

Zwei robuste Federn, die<br />

jeweils mit einer Spindel zum<br />

Justieren ausgestattet sind,<br />

ersetzen jetzt die Gaszugfeder<br />

der Vorgängerversion 1.0.<br />

Die neue Konstruktion ist auf<br />

langlebige und wartungsfreie<br />

Funktion mit konstant zuverlässiger<br />

Zug- und Schließkraft<br />

ausgelegt. Zudem sorgt das<br />

„Pivota DXS Close“ dafür, dass<br />

sich die Tür ohne Widerstand<br />

leichtgängig öffnen lässt.<br />

Eine weitere Neuheit: „Pivota<br />

DXS 80 3-D ZA Steel“, wobei<br />

„S“ und „Steel“ darauf hinweisen,<br />

dass BaSys das Band mit<br />

Stahlgelenken ausgestattet<br />

hat. Es weist zwar die gleichen<br />

Fräsmaße auf wie das „Pivota<br />

DX 80 3-D ZA“, erreicht so<br />

aber mit 120 Kilogramm pro<br />

Paar eine erhöhte Tragfähigkeit.<br />

Dank des neuen Bandes<br />

lassen sich die im Trend<br />

liegenden spiegellosen Zargen<br />

mit Aufdopplungen realisieren<br />

bzw. die flächenbündig mit<br />

Zarge und Wand abschließenden<br />

Tapetentüren mit höheren<br />

Gewichten.<br />

Ein komplett neues Modell<br />

wird BaSys zur BAU mit dem<br />

„Pivota DX 110 3-D“ präsentieren.<br />

Dieses Band überwindet<br />

beidseitig Aufdopplungen<br />

bis zu 10 mm (ohne Radius<br />

an Flügel oder Zarge). Im<br />

Gegensatz zu den mit „ZA“ für<br />

Zargenaufdopplung bezeichneten<br />

Bändern, ist das „Pivota<br />

DX 110 3-D“ für Aufdopplungen<br />

sowohl auf Flügel- als<br />

auch auf Zargenseite konzipiert.<br />

Die Tragfähigkeit beträgt<br />

100 Kilogramm pro Paar.<br />

Ebenfalls für die Augen unsichtbar<br />

bleibt eine Neuheit<br />

aus dem Zubehörbereich:<br />

Seit kurzem ergänzt ein<br />

dreidimensional justierbarer<br />

Blendenhalter aus massivem<br />

Stahl das Sortiment. Dank<br />

des Materials kann er auch<br />

in Türen brandschutzrelevanter<br />

Bereiche zum Einsatz<br />

kommen. Oberblenden<br />

tragen nicht nur zur Funktion,<br />

sondern auch zur Gesamtoptik<br />

der Tür bei. Beschlagteile,<br />

mit denen sich die Blende<br />

millimetergenau auf Türblatt<br />

und Zarge einstellen lässt,<br />

spielen daher eine wesentliche<br />

Rolle. Die zweite Neuheit<br />

findet sich ebenfalls im oberen<br />

Bereich der Tür. Mit dem<br />

neuen Produkt baut BaSys<br />

sein Sortiment um sinnvolles<br />

Zubehör aus.<br />

BaSys - Bartels<br />

Systembeschläge GmbH,<br />

www.basys.biz<br />

Halle B4, Stand 430<br />

36 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


BAU <strong>2023</strong><br />

special<br />

Schüco<br />

Für ein klimagerechtes Bauen und Sanieren<br />

Die Hochsicherheitsfassade Sälzer S1es-60 bietet maximalen Schutz<br />

gegen Einbruch, Durchschuss und Explosion. Je nach Bedarf ist zudem<br />

eine nahtlose Kombination mit ungesicherten Bereichen möglich.<br />

Die zur Schüco Gruppe gehörende Tochter Schüco Interior Systems<br />

aus Borgholzhausen präsentiert erstmals ihr neues Trennwandsystem<br />

für Innenräume.<br />

Zu hohe Energiekosten<br />

und -verbräuche, zu<br />

hohe CO 2<br />

-Ausstöße<br />

und die allseits spürbaren<br />

Folgen des Klimawandels sind<br />

Herausforderungen, denen<br />

sich die Baubranche umgehend<br />

widmen muss – und<br />

die die BAU mit ihrem Motto<br />

„Lösungen für das umweltund<br />

klimagerechte Bauen“<br />

thematisiert. Auch auf dem<br />

Schüco Stand dreht sich alles<br />

um nachhaltiges Bauen und<br />

Renovieren. Unter dem Claim<br />

„Building Networks“ präsentiert<br />

das Unternehmen seine<br />

zukunftsorientierten Services<br />

sowie sein werkstoffübergreifendes<br />

Produktportfolio.<br />

Schüco sieht Nachhaltigkeit<br />

als ganzheitliche Herausforderung,<br />

als Verpflichtung und<br />

Antrieb zugleich und orientiert<br />

sich an den Bedürfnissen seiner<br />

Kunden. Auf dieser Basis<br />

entwickelt das Unternehmen<br />

seine Produkte, um einen aktiven<br />

Beitrag für nachhaltiges<br />

Bauen zu leisten. Die Aufsatzkonstruktion<br />

Schüco AOC.TI<br />

(Add-On-Construction, Timber)<br />

beispielsweise bedient den<br />

Wunsch eines vermehrten Einsatzes<br />

der nachwachsenden<br />

Ressource Holz und vereint<br />

zugleich moderne Technologie<br />

und Gestaltungsfreiheit für<br />

zeitgemäße Architektur. Die<br />

nach dem Cradle to Cradle<br />

Certified Products Programm<br />

in Silber zertifizierte Konstruktion<br />

ermöglicht eine hohe<br />

Tragkraft bei gleichzeitig<br />

schmalen Ansichtsbreiten.<br />

Vielfältige Blendrahmen-<br />

Varianten decken Unterkonstruktionen<br />

in 50, 60 und 75<br />

mm Ansichtsbreite ab und<br />

erzeugen ein harmonisches<br />

Erscheinungsbild für Vertikalfassaden<br />

und Lichtdächer.<br />

Darüber hinaus zeigt Schüco<br />

seine ganzheitlichen<br />

Produktsortimente gegen<br />

Ein- und Ausbruch, gegen<br />

Feuer und Rauch sowie gegen<br />

Durchschuss und Explosion.<br />

Beispielsweise bietet der<br />

Hochsicherheitsspezialist<br />

Sälzer innerhalb der Schüco<br />

Gruppe mit der Pfosten-<br />

Riegel-Konstruktion S1es-60<br />

maximalen Schutz gegen<br />

Einbruch, Durchschuss und<br />

Explosion – auch in Kombination<br />

und bei nur 60 mm<br />

Ansichtsbreite. Von außen<br />

komplett unsichtbar in das<br />

Profil integrierte Hochsicherheitskomponenten<br />

und<br />

entsprechende Verglasungen<br />

bieten Einbruchhemmung bis<br />

RC 5, Durchschusshemmung<br />

bis FB7-NS und höchsten<br />

Schutz gegen Explosion. Dabei<br />

lassen sich die Sicherheitsfunktionen<br />

einzeln auswählen<br />

oder bedarfsgerecht innerhalb<br />

der Gebäudehülle miteinander<br />

kombinieren.<br />

Mit smarten, vernetzten und<br />

digitalen Produkten des Herstellers<br />

wird die Gebäudehülle<br />

zur intelligenten Schnittstelle<br />

zwischen Innen und Außen:<br />

beispielsweise durch Lüftungs-<br />

und Gebäudemanagementsysteme,<br />

durch ausgezeichnete<br />

Zutrittskontroll- und<br />

Türkommunikationssysteme<br />

– und durch IoF ID (Internet of<br />

Façades), eine kleine Plakette<br />

mit großem Wissen. Damit<br />

geht Schüco einen entscheidenden<br />

Schritt in Richtung<br />

digitale Gebäudehülle. Mit<br />

dieser kleinen UV- und witterungsbeständigen<br />

Plakette<br />

erhalten Fenster-, Tür- und Fassadenelemente<br />

– unabhängig<br />

vom Werkstoff – eine eigene<br />

digitale Identität. So kann ein<br />

Bauteil eindeutig identifiziert,<br />

verortet und automatisch mit<br />

allen zum Produkt gehörenden<br />

Informationen und Dokumenten<br />

verknüpft werden. Das<br />

spart Zeit, Kosten und schafft<br />

umfassende Transparenz,<br />

gerade auch im Hinblick auf<br />

Nachhaltigkeit. Schüco IoF ID<br />

wird direkt am Element platziert<br />

und über die Software<br />

dem Element zugeordnet. Auf<br />

der IoF ID sind ein NFC-Chip<br />

und ein QR-Code integriert,<br />

in denen alle Informationen<br />

und Dokumente zum Element<br />

hinterlegt werden. Das IoF<br />

System erstellt einen digitalen<br />

Zwilling des Elements und<br />

gibt z. B. Auskunft über die<br />

verbauten Materialien, den<br />

CO 2<br />

-Footprint, Garantien oder<br />

die Wartungshistorie.<br />

Mit den Falt- und Schiebesystem-Konstruktionen<br />

– bis<br />

hin zu Systemen mit einem<br />

innovativen Luft-Dichtungskonzept<br />

für den Einsatz in<br />

Hochhäusern – macht Schüco<br />

selbst komplexes Bauen einfach.<br />

Neu ist das rahmenlose<br />

Panorama Design Schiebesystem<br />

Schüco AS PD 75.HI<br />

mit barrierefreier Schwelle.<br />

Auf Tastendruck hebt sich der<br />

Fahrflügel aus dem bodenseitigen<br />

Blendrahmen, fährt<br />

automatisch zur Seite und legt<br />

die bodengleiche Schwelle für<br />

einen leichten, komfortablen<br />

Übergang frei. Die Blendrahmen<br />

werden in Wand, Decke<br />

und Boden integriert – bei manuellen<br />

Anlagen verschwindet<br />

die Griffleiste mit integrierter<br />

Griffmulde komplett in der<br />

Wand.<br />

Ein weiteres Highlight ist die<br />

Faltschiebe-Systemplattform<br />

AS FD in 75 mm oder 90<br />

mm Bautiefe – mit 90 mm<br />

Ansichtsbreite und Schlagregendichtigkeitsklasse<br />

bis<br />

zu E750. Blickfang ist auch<br />

das neue Trennwandsystem<br />

für Innenräume, das von der<br />

zur Schüco Gruppe gehörenden<br />

Tochter Schüco Interior<br />

Systems KG aus Borgholzhausen<br />

erstmals präsentiert<br />

wird.<br />

Schüco International KG<br />

www.schueco.de<br />

Halle B1/Stand 301<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

37


special<br />

BAU <strong>2023</strong><br />

James Hardie Europe<br />

Mit hochwertigen Lösungen wirtschaftlich bauen<br />

Mit den neuen Fassadentafeln<br />

Hardie<br />

Architectural Panel<br />

gelingt der Spagat zwischen<br />

hochwertigem Design und<br />

hoher Wirtschaftlichkeit. Die<br />

Fassadenbekleidungen aus<br />

Faserzement können bei fast<br />

allen Gebäudearten für eine<br />

nachträgliche Fassadenrenovierung<br />

eingesetzt werden.<br />

Besonders praktisch: Das<br />

Fassaden-Update kann gleichzeitig<br />

für die energetische<br />

Sanierung genutzt werden.<br />

Dabei sorgt ein gutes Preis-<br />

Leistungsverhältnis dafür, dass<br />

sich dies auch im mietgünstigen,<br />

mehrgeschossigen<br />

Wohnungsbau rechnet. Dies<br />

ist vor allem auf zwei Faktoren<br />

zurückzuführen: Hardie Architectural<br />

Panel Fassadentafeln<br />

sind witterungsbeständig,<br />

was eine lange Lebensdauer<br />

und einen geringen Instandhaltungsaufwand<br />

bedeutet.<br />

Dazu kommen eine pflegeleichte<br />

Oberfläche und ein<br />

lichtbeständiges Farbfinish, die<br />

für einen geringen Wartungsbedarf<br />

sorgen. Zudem sind die<br />

Fassadentafeln nicht brennbar<br />

(Brandschutzklasse A2, s1-d0)<br />

und können somit für Fassaden<br />

in allen Gebäudeklassen,<br />

auch für Hochhäuser, eingesetzt<br />

werden.<br />

Gleichzeitig gewährleistet die<br />

konstruktive Trennung von Unterkonstruktion,<br />

Dämmung und<br />

Bekleidung, dass die einzelnen<br />

Systemkomponenten am Ende<br />

des Lebenszyklus separat<br />

demontiert werden können.<br />

Mit zwei unterschiedlichen<br />

Oberflächen – gebürsteter<br />

Beton und strukturierter Putz<br />

– sowie den sechs Farben<br />

Schneeweiß, Kieselgrau, Anthrazitgrau,<br />

Nebelgrau, Schiefergrau<br />

sowie Schwarz bietet die<br />

Paneele alle Voraussetzungen<br />

für einen zeitlos modernen<br />

Fassaden-Look.<br />

James Hardie Europe GmbH<br />

www.jameshardie.de<br />

Halle A2, Stand 502<br />

Tremco CPG<br />

Von der fachgerechten Fensterabdichtung bis zu Modular Building<br />

Der Messestand von<br />

CPG wird die Vielseitigkeit<br />

des Unternehmens<br />

aufzeigen.<br />

Die einzelnen Stationen zeigen<br />

nacheinander Lösungen<br />

in den Bereichen: Nullifire mit<br />

passivem Brandschutz, illbruck<br />

für Lösungen in der Fensterund<br />

Fassadenabdichtung,<br />

Bodenbeschichtungssysteme<br />

der Marke Flowcrete, Vandex<br />

Betonschutz und die -sanierung<br />

– und das neue CPG<br />

Konzept für Modulares Bauen.<br />

Auf der BAU stellt das Unternehmen<br />

unter der Marke<br />

„Nullifire“ hoch leistungsfähige<br />

Beschichtungen für Feuerhemmung<br />

bis F120 und<br />

darüber hinaus zur Verfügung.<br />

Ein weiteres Thema<br />

sind die Lösungen für die<br />

Brandabschottung, mit denen<br />

rauch- und feuerdichte Fugen<br />

zwischen Brandabschnitten<br />

realisiert werden.<br />

Im Bereich Fensterabdichtung<br />

stellt illbruck Lösungen für die<br />

Vorwandmontage, Fassade<br />

und Abdichtungsbeschichtungen<br />

für diverse Bereiche vor.<br />

Das aktuell auf drei Systeme<br />

angewachsene Portfolio für<br />

die Vorwandmontage ist<br />

mit umfassenden Prüfungen<br />

ausgestattet und auf unterschiedliche<br />

Anforderungen<br />

– baulich und wirtschaftlich –<br />

abgestimmt.<br />

Für die luft- und wasserdichte<br />

Abdichtung im Neubau oder<br />

der Sanierung, im Innen- und<br />

Außenbereich gehören nun<br />

auch vier Beschichtungssysteme<br />

zum illbruck Sortiment:<br />

spritzbar, streich- und/ oder<br />

sprühbar können Fensterfugen,<br />

Übergänge im Dachbereich<br />

sowie erdberührte<br />

Wand- und Bodenflächen<br />

zuverlässig und schnell abgedichtet<br />

werden. Interessant<br />

sind auch eine neue Bandvariante<br />

für die Fensterabdichtung<br />

und die Lösungen für die<br />

Fassadenabdichtung.<br />

Mit der fugenlosen Terrazzoserie<br />

„Mondeco“ bietet Flowcrete<br />

langlebige Bodenbeläge<br />

für den Einsatz in exklusiven<br />

Einkaufszentren und kommerziellen<br />

Einrichtungen. Weitere<br />

Systeme für den gewerblichen<br />

Bereich – auch mit speziellen<br />

Anforderungen an die Akustik<br />

– sind ebenfalls Themen.<br />

Das Thema Sanierung nimmt<br />

einen hohen Stellenwert in<br />

der Produktentwicklung von<br />

CPG ein. Sei es für die Fenstersanierung<br />

mit den illbruck<br />

i3 PowerPaketen oder für die<br />

Parkhaus Sanierung mit dem<br />

Flowcrete Deckshield System<br />

für die Deckbeschichtung und<br />

Vandex für die Betonsanierung<br />

z.B. der Stützen.<br />

Um die hohen Standards im<br />

Bereich der Trinkwasseranlagen<br />

zu erfüllen, bietet Vandex<br />

z.B. mit Cemline Nature einen<br />

rein mineralischen Spritzund<br />

Instandsetzungsmörtel.<br />

Zudem werden Vandex<br />

Lösungen gezeigt, die einen<br />

Fugen- und Risseschutz erfordern.<br />

Mit dem großen Portfolio<br />

seiner Produktmarken bietet<br />

CPG Lösungen aus einer Hand<br />

– sowohl für die Vorfertigung<br />

als auch für die Weiterverarbeitung<br />

der Module auf der<br />

Baustelle. Dabei steht die<br />

Optimierung von Prozessen<br />

und Modulen mit kundenspezifischen<br />

Lösungen im<br />

Vordergrund.<br />

Doch auch die Praxis kommt<br />

nicht zu kurz: Live auf dem<br />

Messestand kann man zudem<br />

die Montage der einzelnen<br />

Produkte genau verfolgen.<br />

Tremco CPG Germany GmbH<br />

www.cpg-europe.com<br />

Halle A2, Stand 202<br />

38 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


BAU <strong>2023</strong><br />

special<br />

Hörmann<br />

Vielfältige Neuheiten in allen Produktbereichen<br />

Zur Messe BAU zeigt<br />

sich Hörmann erneut<br />

auf mehr als 1.600<br />

m 2 Fläche mit einer Fülle<br />

an Produktneuheiten und<br />

Weiterentwicklungen. Dabei<br />

werden in <strong>2023</strong> wie gewohnt<br />

Innovationen aus den Bereichen<br />

Tore, Türen, Zargen,<br />

Antriebe und Zufahrtskontrollsysteme<br />

präsentiert. In diesem<br />

Jahr kommen neu auch die<br />

Stauraumsysteme hinzu. Ganz<br />

besonders freut man sich bei<br />

Hörmann darüber, die vielen<br />

Neuheiten wieder persönlich<br />

präsentieren zu können.<br />

„Nach der pandemiebedingten<br />

Absage 2021 freue ich mich<br />

schon sehr auf die BAU <strong>2023</strong>.<br />

Auch wenn die digitalen<br />

Konzepte gut funktionieren,<br />

glauben wir doch an die direkte<br />

Kommunikation und den<br />

persönlichen Austausch. Das<br />

internationale Fachpublikum<br />

kann sich vor Ort unsere zahlreichen<br />

Produktinnovationen<br />

ansehen und wir können mit<br />

ihnen ins Gespräch kommen.<br />

Das ist immer eine ganz<br />

Seit vergangenem Jahr gehört Grothaus, Hersteller von Pendeltüren<br />

aus PE, PVC, Holz und Edelstahl sowie die dazugehörigen Zargen,<br />

zur Hörmann Gruppe. Die Produkte sind erstmalig auf dem Hörmann<br />

Messestand zu sehen.<br />

besondere Atmosphäre“, sagt<br />

Martin J. Hörmann, persönlich<br />

haftender Gesellschafter der<br />

Hörmann Gruppe.<br />

Ein Leitthema der BAU <strong>2023</strong><br />

lautet „Herausforderung<br />

Klimawandel“. Die seit Jahren<br />

getätigten Maßnahmen von<br />

Hörmann im Bereich Umweltund<br />

Klimaschutz werden <strong>2023</strong><br />

konsequent fortgesetzt und<br />

ausgebaut. Dazu gehört auch,<br />

dass zur Papierreduzierung das<br />

digitale Angebot auf dem Messestand<br />

erweitert wird. Weitere<br />

Details werden erst zum Messestart<br />

bekannt gegeben.<br />

Für den Objektbau werden<br />

erstmalig auf dem Hörmann<br />

Messestand auch Pendeltüren<br />

aus der Produktion des im<br />

Sommer 2022 übernommenen<br />

Herstellers Grothaus zu<br />

sehen sein. Einige Weiterentwicklungen<br />

im Feuerschutztüren-<br />

und Zargenprogramm<br />

runden die Innovationen ab.<br />

Auch bei den Zufahrtskontrollsystemen<br />

gibt es Neuheiten<br />

rund um die Schranken,<br />

Kassenautomaten sowie die<br />

darauf abgestimmten Bedienund<br />

Steuerungsmöglichkeiten.<br />

Zudem werden ebenfalls<br />

innovative Produktlösungen<br />

aus dem Bereich der Industrietore<br />

und der Verladetechnik<br />

gezeigt. Hörmann hatte Ende<br />

2021 das Unternehmen<br />

Transdek übernommen, ein<br />

Produzent von Speziallösungen<br />

im Bereich Verladetechnik.<br />

Hörmann KG<br />

Verkaufsgesellschaft<br />

www.hoermann.de<br />

Halle B3, Stand 302<br />

PohlCon<br />

Elegante Flexibilität<br />

Großes Handwerk<br />

beginnt nicht erst auf<br />

der Baustelle. Deshalb<br />

hat das Berliner Unternehmen<br />

– basierend auf der Expertise<br />

im Bereich Unterflursysteme –<br />

die neue Produktlinie Wanda<br />

entwickelt. Hierbei handelt<br />

es sich um eine wandbündige<br />

Kanallösung, mit der die<br />

gesamte Leistungselektronik<br />

bereits vorkonfektioniert in<br />

eine Beton-Fertigteilwand<br />

integriert werden kann.<br />

Das System besteht aus drei<br />

Komponenten: erstens einem<br />

Grundkörper von 2,5 m Länge,<br />

der vertikal oder horizontal<br />

in die Wand eingebracht<br />

und mit Montageschienen<br />

für die Nutzung vorbereitet<br />

wird. Den zweiten Teil bilden<br />

Designblenden, die zum Start<br />

in gebürstetem Edelstahl<br />

erhältlich sind. Mit frei zu<br />

wählenden Ausschnitten nehmen<br />

sie den dritten Baustein,<br />

nämlich Installationsgeräte<br />

wie Schalter und Steckdosen,<br />

aber auch Bediengeräte für<br />

Smart Home sowie Notleuchten<br />

auf. Außerdem werden<br />

sie in einer blinden Variante<br />

geliefert.<br />

Die Blenden halten magnetisch<br />

und werden zusätzlich<br />

durch eine Verschraubung<br />

gesichert.<br />

PohlCon GmbH<br />

www.pohlcon.com<br />

Halle A2, Stand 319<br />

Horizontal oder vertikal positioniert, passt sich Wanda optimal in den<br />

Raum ein und ergänzt bei Bedarf zum Beispiel den estrichbündigen<br />

Bürstenkanal Chali.<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

39


special<br />

BAU <strong>2023</strong><br />

Teckentrup<br />

Portfolio erweitert: Teckentrup liefert Rohrrahmentüren<br />

Mit dem flexiblen<br />

Rohrprofilsystem von<br />

Schüco erweitert<br />

Teckentrup jetzt sein Innentüren-Programm.<br />

Das moderne<br />

Aluminium-System vereint<br />

lichtorientierte Architektur mit<br />

hohem Brand- und Rauchschutz.<br />

„Unseren Kunden ist es<br />

wichtig, alle Produkte eines<br />

Gewerkes aus einer Hand zu<br />

beziehen“, berichtet Christian<br />

Hanke, Geschäftsleiter<br />

Marketing und Vertrieb bei<br />

Teckentrup, „das haben unsere<br />

regelmäßigen Fragerunden<br />

mit den Partnern klar ergeben.<br />

Mit Schüco haben wir dafür<br />

einen starken Partner an<br />

unserer Seite, mit dem wir<br />

diesen Kundenwunsch optimal<br />

erfüllen.“ Qualität made<br />

in Germany, einfache Konfiguration<br />

mit breiter Auswahl<br />

in Funktion und Optik sowie<br />

attraktive Lieferzeiten gelten<br />

für das gesamte Angebotsspektrum.<br />

„Die Konfiguration<br />

ist komplett in unser Tool TEO<br />

– Teckentrup Einfach Online<br />

integriert, die Türenplanung<br />

lässt sich also vollständig<br />

– selbst bei hohen Auftragsgrößen<br />

– in einem System<br />

bis zur Bestellung abwickeln“,<br />

ergänzt Hanke.<br />

Eine Stärke der Schüco<br />

FireStop Plattform ist die<br />

innovative Geometrie. Über<br />

das falzoffene Profil in den<br />

Bautiefen 76 mm für die ungedämmte<br />

Rauchschutzserie<br />

und 90 mm für die wärmegedämmte<br />

Brandschutzserie<br />

sind Beschläge direkt, einfach<br />

und schnell einsetzbar. Arbeitsschritte<br />

wie Profilbearbeitung,<br />

Beschlagmontage und<br />

Fräsarbeiten sinken auf ein<br />

Minimum, die Montage erfolgt<br />

nahezu werkzeugfrei. Kabel<br />

können sicher und verdeckt<br />

liegend in das Profil eingezogen<br />

werden – sogar nachträglich.<br />

Durch das Baukastensystem<br />

in den Ausführungen T30<br />

und T90 (zukünftig auch T60)<br />

ist es möglich, immer mit dem<br />

gleichen Profil, der gleichen<br />

Beschlagart und mit gleichen<br />

Arbeitsschritten und Werkzeugen<br />

zu arbeiten. Neben<br />

Brand- und Rauchschutz sind<br />

zudem weitere multifunktionale<br />

Eigenschaften möglich:<br />

Schallschutz bis 45 dB, Einbruchschutz<br />

bis RC 2. Sogar<br />

eine nachträgliche Um- oder<br />

Aufrüstung ist möglich: Sollte<br />

sich im Lebenszyklus die Nutzung<br />

einer Immobilie ändern<br />

und in diesem Zuge beispielsweise<br />

Durchgänge von „Standard“<br />

zu „Fluchttür“ werden,<br />

lässt sich dieser Wechsel mit<br />

einem einfachen Tausch der<br />

Beschläge durchführen, Zarge<br />

und Türblatt werden einfach<br />

weiter genutzt.<br />

Das Türen-Programm bietet<br />

eine stabile Konstruktion und<br />

ästhetisches Styling. Formen<br />

und Varianten mit Oberlichtern,<br />

Seitenteilen und Wandelementen<br />

erlauben individuelle<br />

Architektur mit einer lichten<br />

Durchgangsbreite bis 3164<br />

mm. Dank T-Verbinderbauweise,<br />

die bei Teckentrup bereits<br />

im Standard verfügbar ist,<br />

bestechen die Türen optisch<br />

durch filigrane Profilansichtsbreiten<br />

und eine größere<br />

Durchsicht.<br />

Teckentrup GmbH & Co. KG<br />

www.teckentrup.biz<br />

Halle B3 Stand 321<br />

Triflex<br />

Geprüfte Barrierefreiheit<br />

Triflex präsentiert auf<br />

der BAU mannigfaltige<br />

Lösungen von der Abdichtung<br />

großer Gründächer<br />

bis zur Schlaglochreparatur.<br />

Ein weiterer Fokus liegt auf<br />

der Abdichtung von Details.<br />

Diese finden sich nicht nur im<br />

Bereich des Daches, sondern<br />

auch an Balkonen und<br />

Terrassen.<br />

Hier stellt insbesondere der<br />

barrierefreie Übergang zum<br />

Wohnraum einen abdichtungstechnischen<br />

Sonderfall<br />

dar, für den Triflex ift-geprüfte<br />

Schnittstellenlösungen<br />

entwickelt hat. Ein praktischer<br />

Planungshelfer, den die Mitarbeitenden<br />

am Stand gerne<br />

den Besuchern vorstellen,<br />

bietet zusätzliche Unterstützung<br />

bei der Planung und<br />

Umsetzung von bodentiefen,<br />

barrierefreien Fensteranschlüssen.<br />

Mehr zur Abdichtung<br />

solcher Nullschwellen erfahren<br />

Interessierte außerdem am<br />

Kooperationsstand mit den<br />

Triflex-Partnerunternehmen<br />

ACO, Schöck, profine und<br />

Siegenia, der sich in Halle B0<br />

direkt am Eingang befindet.<br />

Triflex GmbH & Co. KG<br />

www.triflex.com<br />

Halle B6, Stand 522<br />

40 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


BAU <strong>2023</strong><br />

special<br />

Forster Profilsysteme<br />

Innovative Lösungen in Stahl<br />

Unter dem Motto «innovative<br />

new solutions»<br />

präsentiert Forster die<br />

neuesten Systeme aus Stahl<br />

für Architektur und Innenarchitektur.<br />

Im Mittelpunkt des<br />

Messekonzeptes steht der<br />

«Cube», der die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten<br />

des<br />

Produktportfolios anschaulich<br />

vermittelt.<br />

Neben den Anwendungsmöglichkeiten<br />

werden eine Reihe<br />

von Messeneuheiten erstmals<br />

zu sehen sein.<br />

Mit der neuen Wendetür forster<br />

presto XS wird eine Innenraumlösung<br />

für extravagante<br />

Designansprüche vorgestellt.<br />

Die Türlösung ist sowohl mit<br />

als auch ohne Rahmen frei<br />

positionierbar, verfügt über<br />

einen Wenderadius von 360°<br />

und sorgt für ein lichtdurchflutetes,<br />

offenes Raumgefühl.<br />

Das Pendant forster unico XS<br />

für die Anwendung in der Gebäudehülle<br />

besteht ebenfalls<br />

komplett aus Stahl und spielt<br />

seine Qualitäten in Form wärmegedämmter<br />

Fenster, Türen<br />

und Festverglasungen aus: Neben<br />

dem filigranen Design ab<br />

23 Millimetern verfügen sie<br />

über hervorragende Dämmwerte,<br />

sind langlebig und mit<br />

wenig Aufwand recycelbar.<br />

Für den Einsatz in der Fassade<br />

wurde forster omnia mit einer<br />

Fensterlösung erweitert. Das<br />

Profilsystem punktet mit<br />

einem besonders niedrigen<br />

U f<br />

-Wert von nur 1.2 Wm²/K<br />

und eignet sich für den Einsatz<br />

in hochwärmegedämmten<br />

Fassaden. Fenster mit forster<br />

omnia sind zudem besonders<br />

robust und lassen sich flexibel<br />

an wechselnde funktionale<br />

Anforderungen anpassen, was<br />

sie besonders für den Einsatz<br />

in Architekturprojekten mit<br />

einem hohen Anspruch an<br />

Nachhaltigkeit interessant<br />

macht.<br />

Die neue Teleskop-Schiebetür<br />

forster fuego light für den<br />

Durch die berührungslose Öffnung eignet sich die Teleskopschiebetür<br />

forster fuego light bestens für Gebäude mit hohen Anforderungen an<br />

Hygiene und Barrierefreiheit mit hohem Publikumsaufkommen.<br />

Innenbereich sorgt überall<br />

dort für Sicherheit, wo viele<br />

Menschen unterwegs sind<br />

und wenig Platz zur Verfügung<br />

steht. Das automatische<br />

Türsystem erfüllt mit EI30<br />

Zertifizierung hohe Anforderungen<br />

an den Brandschutz,<br />

und bietet zudem auch vielfältige<br />

Einbaumöglichkeiten – in<br />

Leicht- und Massivbauwänden<br />

oder verglasten Trennwänden.<br />

Forster Profilsysteme AG<br />

www.forster-profile.ch<br />

Halle B1/329<br />

Klaus Multiparking<br />

Messepremiere für Parksystemreihe TrendVario 6000<br />

Dort Platz schaffen, wo<br />

keiner ist: Dies hat sich<br />

der Anbieter von Parksystemen<br />

Klaus M;ultiparking<br />

zur Aufgabe gemacht und<br />

zeigt auf seinem Messenstand<br />

die neue Baureihe des halbautomatischen<br />

Parksystems<br />

TrendVario 6000. Weil bei der<br />

Neuheit erstmals überhaupt<br />

die Grube komplett überfahrbar<br />

ist, können Planer und<br />

Architekten die Anzahl von<br />

Stellplätzen mehr als verdoppeln.<br />

In München ist die Kombination<br />

aus einem TrendVario<br />

6300 und TrendVario 6300+<br />

als dreistöckiges Reihensystem<br />

zu sehen, sie macht aus<br />

sechs Stellplätzen 16.<br />

Für die neue Baureihe hat der<br />

Hersteller das neue Aluminiumtor<br />

„Klaus-V-Gate“ entwickelt.<br />

Anders als bisherige<br />

Lösungen mit Schiebetoren<br />

muss das Tor nicht aufwändig<br />

am Unterzug oder über eine<br />

Deckenabhängung befestigt<br />

werden: Es ist fest am Parksystem<br />

verankert, reduziert<br />

den Platzbedarf und benötigt<br />

keinerlei mechanische Anbindung<br />

an das Gebäude.<br />

Das Parksystem ist mit variablen<br />

Stellplatzhöhen im 5-cm-<br />

Raster erhältlich, bis zu einer<br />

Fahrzeughöhe von 2,20 Metern<br />

und einem Gewicht von<br />

drei Tonnen.<br />

In der Basisausstattung fordern<br />

Anwohner ihren Stellplatz mit<br />

einem SmartChip mit RFID<br />

am Dialogdisplay an. Optional<br />

kann dies per Fernbedienung<br />

oder über die Smartphone-App<br />

geschehen.<br />

Beim Parken werden die Fahrzeuge<br />

entweder nach unten<br />

in die Grube, in die mittlere<br />

Ebene oder nach oben in die<br />

dritte Parkebene verschoben;<br />

auf Knopfdruck rotiert der<br />

angeforderte Stellplatz wieder<br />

zum Anwohner.<br />

Klaus Multiparking GmbH<br />

www.multiparking.com<br />

Halle B3, Stand 318<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

41


im fokus<br />

Der hochwertige Geschosswohnungsbau eröffnet dem Elektroplaner nicht nur einen lukrativen Markt, sondern verlangt von ihm auch ein Umdenken<br />

bei der Planung von KNX.<br />

Bildnachweis : Gira<br />

KNX im Geschosswohnungsbau<br />

Neues Aufgabenfeld für Elektroplaner<br />

Autor: Dipl.-Ing. Dirk Beyer, Ingenieurbüro Beyer, Neumünster<br />

Gerade erst hat KNX seinen 30sten Geburtstag gefeiert. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter,<br />

wozu auch neue Einsatzgebiete gehören – beispielsweise im hochwertigen Geschosswohnungsbau.<br />

Der eröffnet dem Elektroplaner nicht nur einen lukrativen Markt, sondern verlangt<br />

von ihm auch ein Umdenken bei der Planung von KNX.<br />

Der Grundgedanke von KNX, der<br />

als „Instabus“ ursprünglich für den<br />

Gewerbe- und Industriebau entwickelt<br />

wurde, basiert darauf, das Gebäude<br />

als eine Einheit zu betrachten, mit einem<br />

einzigen Datensatz. Im Geschosswohnungsbau<br />

jedoch ist eine solch zentralistische<br />

Struktur ausgeschlossen, weil<br />

jeder Wohnungseigentümer das Recht<br />

auf einen eigenen Datensatz hat, auf den<br />

niemand von außen – etwa ein Hausmeister<br />

– zugreifen darf.<br />

Die planerische Herausforderung besteht<br />

darin, hierfür ein „doppeltes“ System zu<br />

schaffen. Auf der einen Seite beinhaltet<br />

es zentrale Funktionen wie Sonnenschutz<br />

oder Windalarm, die in allen Wohneinheiten<br />

laufen müssen. Man könnte es<br />

als Gebäudeprojekt bezeichnen. Auf der<br />

anderen Seite steuert das System sämtliche<br />

Aktionen, die individuell auf jede einzelne<br />

Wohnung abgestimmt sind. Hier ließe sich<br />

von Wohnungsprojekten sprechen.<br />

Um zu einer optimalen Lösung zu kommen,<br />

muss der Aufbau eines solch komplexen<br />

Systems möglichst frühzeitig geplant werden.<br />

Das Gleiche gilt für die Verwaltung der<br />

Datensätze.<br />

Zentrales Gebäudeprojekt<br />

plus individuelle<br />

Wohnungsprojekte<br />

Im Gebäudeprojekt müssen die Linienkoppler<br />

eingerichtet und die Filtertabellen<br />

verwaltet werden. Deren Montage muss<br />

in einem eigenen, geschützten Bereich<br />

erfolgen, in den allein zugangsberechtigte<br />

Personen gelangen dürfen. Die<br />

Linienkoppler übermitteln dort die KNX-<br />

Telegramme für Zentralfunktionen und<br />

speisen sie in die einzelnen Wohnungen<br />

42 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


im fokus<br />

ein. Hinzu kommen die autarken, individuellen<br />

Wohnungsprojekte, die Beleuchtung,<br />

Heizung etc. steuern. Aufgabe<br />

des Planers ist es, die zu übertragenden<br />

Datenpunkte genau zu definieren. Ebenso<br />

müssen diese Adressbereiche in den<br />

Wohnungsprojekten reserviert werden,<br />

um Fehlfunktionen zu vermeiden. Wenn<br />

der Linienkoppler mechanisch geschützt<br />

und zudem vom Gebäudeprojekt verwaltet<br />

wird, ist sichergestellt, dass Unbefugte<br />

aus den einzelnen Wohnungen heraus<br />

weder auf die zentralen Daten noch auf<br />

Daten anderer Wohneinheiten zugreifen<br />

können. Diese Sicherheit herzustellen ist<br />

die Hauptaufgabe des Elektroplaners und<br />

zugleich die eigentliche Herausforderung,<br />

schon weil sie in der bisherigen KNX-<br />

Struktur nicht nötig ist und deshalb auch<br />

nicht vorgesehen war.<br />

Jede Wohnung kann unter Berücksichtigung<br />

des Adressbereichs der Zentralfunktionen<br />

individuell geplant und programmiert<br />

werden. Grundvoraussetzung<br />

ist die durchgehende Ausstattung mit<br />

KNX, wobei sich der Leistungsumfang<br />

später ohne bauliche Maßnahmen erweitern<br />

lässt. Je nach Wunsch und Anforderung<br />

kann hierbei der Gira HomeServer<br />

oder der Server Gira X1 zum Einsatz<br />

kommen.<br />

Standardisierte<br />

Funktionspakete<br />

für Lösungen<br />

Für den Erbauer des Gebäudes – Wohnungsbaugesellschaften<br />

oder Bauträger –<br />

ist es dabei von Vorteil, wenn er standardisierte<br />

Funktionspakete für Lösungen<br />

anbietet anstelle einzelner Produkte.<br />

Etwa einen Welcome/Bye-Bye-Taster<br />

an der Wohnungstür, Lichtszenensteuerung,<br />

Anwesenheitssimulation und/oder<br />

Zeitschaltuhren für die Solltemperatur<br />

in Wohnräumen – sie alle lassen sich<br />

über KNX realisieren. An dieser Stelle ist<br />

einmal mehr ein Vergleich mit der Automobilindustrie<br />

hilfreich: Sie setzt auf den<br />

CAN-Bus als serielle Infrastruktur im Fahrzeug,<br />

wobei je nach Ausstattungslinien<br />

verschiedene Funktionen freigeschaltet<br />

und bei Bedarf Zusatzgeräte angeschlossen<br />

werden.<br />

Angesichts des nach wie vor schillernden<br />

Begriffs „Smart Home“ ist es im<br />

Geschosswohnungsbau extrem wichtig,<br />

dass der Erbauer des Gebäudes allein für<br />

die Hausautomation zuständig ist und<br />

dem Interessenten oder Käufer mit KNX<br />

ein herstellerneutrales und zukunftssicheres<br />

System garantiert. Erst nach der<br />

Abnahme der digitalen Grundfunktionen<br />

kommt die Consumer-Elektronik ins<br />

Spiel, also beispielsweise das Handy<br />

Im Geschosswohnungsbau ist zentralistische<br />

KNX Struktur ausgeschlossen, weil jeder<br />

Wohnungseigentümer das Recht auf einen<br />

eigenen Datenpool hat. Die planerische Herausforderung<br />

besteht darin, hierfür ein „doppeltes“<br />

System zu schaffen.<br />

Bildnachweis : Gira<br />

zu Funktionssteuerung oder Alexa zur<br />

Sprachsteuerung. Sie können dann in das<br />

KNX System mit eingebunden werden.<br />

Das wiederum liegt in der Verantwortung<br />

des Wohnungseigentümers, nicht des<br />

Bauträgers.<br />

Bildnachweis: Dirk Beyer<br />

Begriffsklärung<br />

und Erläuterungen<br />

Unabdingbare Voraussetzung für die<br />

Baubeschreibung und beim Beratungsgespräch<br />

ist es deshalb, den Begriff „Smart<br />

Home“ zu definieren und dem Kunden zu<br />

erläutern, was er mit KNX bekommt – die<br />

digitalen Grundfunktionen – und was<br />

nicht. Alles andere würde die Gewährleistungspflicht<br />

für den Bauträger zu einem<br />

nicht mehr kalkulierbaren Risiko werden<br />

lassen. Hier ist die Beratungskompetenz<br />

des Elektroplaners gefragt!<br />

Übergabe muss<br />

klar definiert sein<br />

Und hier liegt ein weiterer bedeutender<br />

Unterschied zur Planung und Realisierung<br />

von KNX im Privatbau. Während dort die<br />

Übergabe ein eher fließender Prozess<br />

ist, muss im Geschosswohnungsbau die<br />

bauliche Abnahme zeitlich und inhaltlich<br />

genau definiert sein.<br />

Für den planenden und installierenden<br />

Elektriker eröffnen sich im Grund drei<br />

Betätigungsfelder: das zentrale Gebäudeprojekt,<br />

außerdem die digitalen Grundfunktionen<br />

der einzelnen Wohnprojekte<br />

– beides beauftragt durch den Bauträger<br />

– sowie die individuelle Ausstattung einer<br />

jeden Wohneinheit durch die Anbindung<br />

der Consumer-Elektronik, beauftragt von<br />

den jeweiligen Eigentümern. Bei einem<br />

Projekt mit 40 Wohnungen wären das im<br />

Idealfall 81 Aufträge! Schon von daher<br />

ist der Geschosswohnungsbau für den<br />

Planer und ausführenden Installationsbetrieb<br />

nicht nur eine interessante Aufgabe,<br />

sondern auch ein lukratives Geschäft.<br />

Dirk Beyer beschäftigt er sich<br />

seit etwa fünf Jahren mit KNX<br />

im Geschosswohnungsbau und<br />

tauscht sich seitdem regelmäßig mit<br />

anderen System-Integratoren über<br />

Probleme und Lösungsmöglichkeiten<br />

aus.<br />

Dirk Beyer ist Inhaber vom Ingenieurbüro<br />

Beyer, Neumünster, und hat<br />

sich seit 1994 auf die Gebäudesystemtechnik<br />

spezialisiert. Als ein Gira<br />

System-Integrator der ersten Stunde<br />

beschäftigt er sich seit etwa fünf<br />

Jahren mit KNX im Geschosswohnungsbau<br />

und tauscht sich seitdem<br />

regelmäßig mit anderen System-<br />

Integratoren über Probleme und<br />

Lösungsmöglichkeiten aus.<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

43


im fokus<br />

Interview mit Torsten Prauser, Geschäftsführer der Alho Systembau GmbH<br />

Keine Frage der Bauweise:<br />

„Kreativität findet in den Köpfen statt“<br />

Herr Prauser, Sie sind Architekt und seit<br />

Juni 2022 Geschäftsführer bei Alho.<br />

Wie sind Sie zum modularen Bauen gekommen<br />

und was fasziniert Sie daran?<br />

Als Architekt bin schon immer davon<br />

fasziniert, im „Chaos“ der Entwurfs- und<br />

Planungsaufgabe eine Struktur zu suchen<br />

und zu finden – ganz unabhängig von der<br />

Bauweise. Wenn etwas ungeordnet ist,<br />

ordne ich, versuche Prozesse schlanker zu<br />

machen oder zu vereinheitlichen – denn<br />

Struktur führt zu einer kostenoptimierten<br />

und effektiven Planung. Der Weg zum<br />

modularen Bauen ist für mich darum<br />

ein ganz selbstverständlicher: Modular<br />

zu bauen bedeutet, schon sehr früh im<br />

Planungsprozess eine sinnvolle Ordnung<br />

einzuhalten, Details festzulegen<br />

und Entscheidungen zugunsten eines<br />

erfolgreichen Projektfortschritts zu treffen.<br />

Damit vermeidet das Bauen mit Modulen<br />

eines der größten Probleme, das wir<br />

beim konventionellen Bauen haben – die<br />

baubegleitende Planung: Änderungen im<br />

laufenden Baubetrieb führen häufig zu<br />

Baumängeln und Terminverschiebungen<br />

und damit zu immensen Verteuerungen.<br />

Beim modularen Bauen haben wir all diese<br />

Probleme nicht. Durch die Möglichkeit<br />

der Vorfertigung im Werk haben wir im<br />

Gegenteil eine sehr hohe Bauwerksqualität.<br />

Das begeistert mich.<br />

Stehen diese strenge Ordnung und<br />

das Entwerfen über einem Raster beim<br />

modularen Bauen der Kreativität nicht<br />

entgegen?<br />

die für die Bauaufgabe am sinnvollsten<br />

und wirtschaftlichsten sind, gewisse Leitplanken<br />

vor. In diesem Gefüge kann sich<br />

der Architekt dann sehr kreativ bewegen.<br />

Kreativität zeigt sich in der gelungenen<br />

Organisation der Funktionen auf Grundrissebene<br />

und einer dazu stimmigen – auch<br />

zur Identität des Bauherrn – passenden<br />

Fassadengestaltung. Und auch hier sind<br />

mit der Modulbauweise grundsätzliche<br />

viele Gestaltungsaussagen möglich:<br />

Das haben wir schon oft am gebauten<br />

Beispiel zeigen können.<br />

In der Architekturausbildung kommt<br />

das Thema Modulbau so gut wie nicht<br />

vor – viele Architekt:innen sind daher<br />

mit der Konstruktionsweise überhaupt<br />

nicht vertraut. Was muss man neu dazu<br />

lernen?<br />

Dass kreatives Entwerfen und strukturiertes,<br />

kosteneffizientes Planen Hand in<br />

Hand gehen, sollten Studierende schon<br />

möglichst früh lernen – das bereitet sie<br />

am besten auf die Realitäten der Berufswelt<br />

vor. Dazu gehören auch Rasterung,<br />

Wiederholbarkeit und das Vermitteln der<br />

Möglichkeiten der modularen Bauweise.<br />

Momentan kommen diese Themen auf<br />

den Lehrplänen noch zu kurz.<br />

Als Modulbauexperten wollen wir darum<br />

Pionierarbeit leisten und engagieren uns<br />

aktuell an mehreren Hochschulen mit<br />

Vorlesungsreihen zu den Vorteilen, den<br />

Planungsprinzipien aber auch den Grenzen<br />

des modularen Bauens. Wir geben<br />

Antworten auf Fragen wie: Welche Parameter<br />

müssen beachtet werden, damit<br />

wirtschaftlich vorgefertigt werden kann?<br />

Wie geht man mit bauphysikalischen<br />

Fragen um? Im Grunde aber gelten beim<br />

modularen Bauen die gleichen Regeln,<br />

wie bei anderen Bauweisen. Wichtig ist<br />

es, frühzeitig Verständnishürden gegenüber<br />

der Bauweise abzubauen – bei Studierenden<br />

aber auch bei den Architekten<br />

in der Praxis. Nur wenn Planer wissen,<br />

was moderne Modulbauweise leisten<br />

kann, sind sie in der Lage, uns als Partner<br />

zu fordern und rechtzeitig in die Prozesse<br />

einzubinden.<br />

Immer noch kommt es zur Verwechslung/Vermischung<br />

von Modul- und<br />

Containerbauweise. Erklären Sie die<br />

Unterschiede!<br />

Die Verwirrung rührt meines Erachtens<br />

daher, dass viele Containeranbieter die<br />

Begriffe Modul- und Containerbau bewusst<br />

vermischen. Das macht es auch für<br />

Wirtschaftlich und materialeffizient zu<br />

planen und zu bauen ist ein grundsätzlicher<br />

Aspekt von Architektur. Bei jeder<br />

Bauaufgabe gilt es, bestimmte Funktionen<br />

innerhalb eines gesetzten Budgets zu<br />

erfüllen und das macht meist den Aufbau<br />

einer Ordnung über ein Raster notwendig<br />

– unabhängig vom Baumaterial,<br />

dem Bausystem oder der Bauweise. Wir<br />

bauen mit Modulen systembedingt meist<br />

orthogonal, manchmal auch außerhalb<br />

des rechten Winkels. Sehr freie oder organische<br />

Kubaturen hingegen sind, wenn<br />

überhaupt, nur schwer oder kostenintensiv<br />

zu realisieren. Für diese Aufgaben sind<br />

andere Bauweisen dann einfach besser<br />

geeignet.<br />

Beim modularen Bauen geben bei allen<br />

anderen Entwurfsaufgaben nur die individuellen<br />

Abmessungen der Raummodule,<br />

Seit über 50 Jahren produziert Alho modulare Gebäude. Das familiengeführte Unternehmen<br />

gehört mit europaweit rund 1.200 Mitarbeitern zu den Marktführern der Branche. Die Gebäude<br />

werden in serieller Produktion witterungsunabhängig als montagefertige Raummodule produziert<br />

und auf der Baustelle sauber und leise zusammengefügt. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit um<br />

rund 70 % im Vergleich zu konventionellen Bauweisen.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): ALHO Unternehmensgruppe<br />

44 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


im fokus<br />

Temporäre Fagsi Interimsschule in Frankfurt (links); dauerhaftes Modulgebäude von Alho: Schule in Berlin Schönefeld (rechts). Der wesentliche<br />

Unterschied zwischen Containergebäuden und Modulgebäudes ist der, dass Bauten aus Containern in der Regel für einen temporären Einsatz<br />

konzipiert und erstellt wurden. Alho Modulgebäude hingegen sind ebenso dauerhaft wie konventionell erstellte Bauten. Im Bereich der Fassade<br />

ist jedes Material möglich, das auch bei konventionellen Bauten eingesetzt werden kann. Eine Fagsi-Containerfassade hat im Unterschied dazu<br />

immer einen sehr industriellen Charakter, weil sie schnell demontierbar sein muss und darum niemals fugenlos sein kann.<br />

Bauprofis oftmals schwierig, die Systeme<br />

auseinanderzuhalten.<br />

Container sind Standardprodukte, die<br />

zu Interimsgebäuden zusammengesetzt<br />

werden. Sie werden an den Standort<br />

geliefert, gestellt und irgendwann wieder<br />

demontiert und versetzt – diesem Prinzip<br />

ist die Konstruktion unterworfen. Eine<br />

Containerfassade hat immer einen sehr<br />

industriellen Charakter, weil sie zerlegbar<br />

sein muss und darum niemals fugenlos<br />

sein kann. Die Fassadenansicht richtet<br />

sich nach den Containermaßen und kann<br />

die Stöße nicht überspannen. Damit<br />

ist die Gestaltungsindividualität eingeschränkt,<br />

doch der Nutzen des temporären<br />

Einsatzes ist voll und ganz gegeben.<br />

Zerstörungsfreie Demontage und somit<br />

die Wiederverwertbarkeit der Container<br />

ist hier der vorrangige Sinn.<br />

Modulare Bauten sind hingegen keine<br />

temporären Bauten sondern – wie konventionell<br />

errichtete Gebäude auch – für<br />

„die Ewigkeit“ konzipiert. Es wird mit<br />

einem tragfähigen System aus innenliegenden<br />

Raummodulen gebaut. Das Traggerüst<br />

ist außen nicht ablesbar, denn es<br />

wird mit einer Fassade versehen – einem<br />

Wärmedämmversbundsystem, einer vorgehängten<br />

hinterlüfteten Fassade, einer<br />

Holzfassade, was auch immer Architekten<br />

und Bauherren wünschen. Das ist nicht<br />

anders als bei anderen konventionellen<br />

Bauweisen.<br />

Wir sprechen im Modulbau zwar auch oft<br />

von „Wiederverwertbarkeit“, das hat aber<br />

eher mit dem Nachhaltigkeitsgedanken<br />

zu tun: Am Ende eines langen, langen<br />

Gebäudelebens können Modulgebäude<br />

rückstandslos rückgebaut, unter bestimmten<br />

Voraussetzungen auch versetzt, bzw.<br />

die Module zu einem hohen Prozentsatz<br />

recycelt werden.<br />

Wo Sie gerade die Nachhaltigkeit der<br />

Modulbauweise ansprechen. Gibt es<br />

dabei noch weitere Aspekte?<br />

Was die Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit<br />

von Materialien angeht, ist<br />

ein Modulgebäude wesentlich effektiver<br />

als beispielsweise ein Betonbau, der<br />

einfach nur abgerissen und es mit der<br />

Entsorgung dann oft schwierig wird. Die<br />

Materialien, die wir verbauen und verarbeiten<br />

sind nahezu vollständig trennbar.<br />

Wir verwenden hochwertige Produkte<br />

namhafter Markenhersteller, die ihrerseits<br />

schon großen Wert auf eine nachhaltige<br />

Produktion legen. Auch die Stahlkonstruktion<br />

unserer Gebäude ist wiederverwertbar,<br />

außerdem können wir sogenannten<br />

„grünen“ Stahl für unsere Raummodule<br />

nutzen und damit eine umweltverträglichere<br />

Stahlherstellung mit Wasserstoff<br />

unterstützen.<br />

Da viele Gewerke bei uns in der Werkshalle<br />

ausgeführt werden, haben wir auch<br />

einen geringen Ressourcenverbrauch und<br />

produzieren sehr wenig Abfall. Zudem<br />

werden alle Materialien die wir direkt vor<br />

Ort benötigen – für die Haustechnik oder<br />

den Ausbau – in den Modulen auf die<br />

Baustelle transportiert. Auf der Baustelle<br />

sind die Arbeiten zudem weniger schmutzintensiv<br />

und weitaus geräuschärmer als<br />

konventionell und wir brauchen den Rohbau<br />

nicht unwirtschaftlich trocknen – auch<br />

das schont die Umwelt.<br />

Und: Wir legen Wert auf intelligente<br />

Planung. Das heißt, wir analysieren nicht<br />

nur, welche Art von Gebäude der Bauherr<br />

heute braucht, sondern auch in Zukunft.<br />

Die Modulbauweise kommt uns dabei<br />

sehr entgegen, weil die Innenwände keine<br />

tragende Funktion haben und Grundrisse<br />

im laufenden Betrieb sehr unkompliziert<br />

und schnell umgestaltet werden<br />

können. Das unterscheidet uns doch sehr<br />

deutlich vom konventionellen Bauen und<br />

ist ein echter Nachhaltigkeits-Vorteil.<br />

Wie kann ich als Architektin oder Architekt<br />

meinen Bauherren überzeugen,<br />

dass Modulbau für sein Bauvorhaben<br />

die bessere Lösung ist?<br />

Ich habe generell ein Problem damit,<br />

jemanden von irgendetwas „überzeugen“<br />

zu müssen. Wir sind ein Bauunternehmen,<br />

das sehr gute Architektur machen<br />

kann. Dass das in modularer Bauweise<br />

geschieht, ist eher zweitrangig. Vielmehr<br />

geht es uns darum, genau zuzuhören, den<br />

Bauherren ernst zu nehmen, seine Wünsche<br />

und Erwartungen zu analysieren und<br />

herauszufinden, was genau er braucht –<br />

um dann durch tolle, nachhaltige Planung<br />

zu überzeugen.<br />

Wenn Teile des Bauwerks in einer anderen<br />

Bauweise oder mit einem anderen<br />

Material wirtschaftlicher oder besser zu<br />

lösen sind, ergänzen wir unseren Modulbauteil<br />

mit eben dieser Leistung. So<br />

kann zum Beispiel die Aula einer Schule,<br />

die der Architekt aus gestalterischen<br />

Gründen als freie, geschwungene Grundrissform<br />

wünscht, in Stahlbetonbauweise<br />

realisiert werden. Die restlichen Bauteile<br />

ergänzen wir dann wirtschaftlich, schnell<br />

und kreativ mit unseren Raummodulen.<br />

Es gibt ja ganz objektive Vorteile der<br />

Modulbauweise, die sich in den Köpfen<br />

immer mehr verankern: die Schnelligkeit<br />

auf der Baustelle, die hohe Bauwerksqualität<br />

durch die witterungsunabhängige<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

45


im fokus<br />

Kundenwunsch: Über diesem Atrium wurde<br />

die Sheddach-Konstruktion in Holz erstellt –<br />

ansonsten besteht das Gebäude komplett aus<br />

Alho-Stahlmodulen.<br />

Vor allem im Wohnungsbau hat die Modulbauweise ein sehr hohes Potenzial, weil sie mit<br />

Schnelligkeit, Qualität und dennoch individuellen Wohnungsbauentwürfen punktet.<br />

Fertigung im Werk, die frühere Nutzungsmöglichkeit<br />

des Gebäudes durch den<br />

Bauherrn... Wo immer es Sinn macht,<br />

setzen wir diese Vorteile für unsere Kunden<br />

ein. Überzeugungsarbeit ist gar nicht<br />

notwendig.<br />

Ich muss mich beim Bauen mit Modulen<br />

also gar nicht auf ein Material festlegen<br />

und auch Materialkombinationen<br />

sind möglich?<br />

Wir setzen die Modulbauweise nur dann<br />

ein, wenn sie zu den Anforderungen der<br />

Bauaufgabe passt. Ansonsten kombinieren<br />

wir sie mit Bauteilen aus anderen Materialien.<br />

Nicht jedes Projekt ist ein reiner<br />

Modulbau. Es muss Sinn ergeben!<br />

Materialkombinationen sind manchmal<br />

schon allein aus Gründen des Brandschutzes,<br />

der Haustechnik oder aus anderen<br />

Anforderungen heraus gegeben. So gibt<br />

es Projekte, bei denen es notwendig wird,<br />

dass Alho auch Leistungen wie zum Beispiel<br />

der Bau eines Kellers oder einer Tiefgarage<br />

mit übernimmt, weil der Bauherr<br />

den Bau seines Gebäudes aus einer Hand<br />

haben möchte. Oder er hat bestimmte<br />

Gestaltungsvorstellungen: Im Feuerwehr-<br />

Trainingszentrum in Düren haben wir zum<br />

Beispiel die Sheddach-Konstruktion über<br />

einem repräsentativen Atrium in sichtbarer<br />

Holzbauweise erstellt, weil es besonders<br />

einladend und wohnlich wirken sollte.<br />

Die entscheidenden Fragen sind immer:<br />

Was will der Bauherr? Wie können wir das<br />

erreichen? Womit sind wir kostengünstig<br />

und schnell?<br />

Welche Einsatzgebiete und Potenziale<br />

sehen Sie für den Modulbau der<br />

Zukunft?<br />

Im Wohnungsbau sehe ich für die Modulbauweise<br />

ein sehr hohes Potenzial, in der<br />

Schulbau-Architektur ebenso. Kostenvorteile,<br />

Schnelligkeit, risikoarme, termintreue<br />

Planbarkeit, Flexibilität während der<br />

Nutzung – vor allem kommunale Auftraggeber<br />

und Wohnungsbaugesellschaften<br />

setzen vermehrt auf diese Aspekte. Aber<br />

auch privatgewerbliche Bauherren können<br />

sich das zunutze machen: Ich denke<br />

beispielsweise an die Konzeption und den<br />

Bau von Hotelanlagen oder innovativen,<br />

anpassungsfähigen Bürogebäuden.<br />

BIM-Planung, Digitalisierung und auch die<br />

Automatisierung in der Werksfertigung<br />

im Sinne von Arbeitserleichterung für die<br />

Mitarbeiter sind wichtige Themen für uns.<br />

Hier entwickeln wir uns stetig weiter und<br />

verbessern unsere Prozesse. So gesehen<br />

sind wir für Architekten, Bauingenieure<br />

und Bauzeichner und auch für Handwerker<br />

aller Gewerke ein attraktiver<br />

Arbeitgeber. Es wäre schön, wenn unsere<br />

Begeisterung für gute Architektur auf<br />

diese Menschen überspringt und sie mit<br />

uns zusammen neue Projekte realisieren<br />

wollen. Ich sage bewusst „gute Architektur“,<br />

denn das ist es, was uns antreibt: Wir<br />

bauen – und das hat immer mit Kreativität,<br />

Leidenschaft und Herzblut zu tun –<br />

egal in welcher Bauweise.<br />

Das Interview führte Iris Darstein-Ebner,<br />

architekturkontext, Stuttgart<br />

Torsten Prauser gehört seit dem<br />

1.Juni 2022 zum Geschäftsführer-<br />

Team der Alho Unternehmensgruppe.<br />

Als Geschäftsführer der Alho Systembau<br />

GmbH ist er für die Niederlassungen<br />

Süd, Ost und Süd-West sowie für<br />

den Bereich Objektplanung verantwortlich.<br />

Prauser studierte an der Universität-Gesamthochschule<br />

Siegen bis<br />

1996 Architektur mit Abschluss Dipl.-<br />

Ing. und hatte seither verschiedene<br />

Positionen in der Bauindustrie inne –<br />

von der Planung und Kalkulation, über<br />

den Vertrieb bis zur Bauabwicklung.<br />

Er begann seine Berufslaufbahn als<br />

Planer in einem Architekturbüro, dann<br />

weiter als Vertriebsexperte bei einem<br />

Modulbauhersteller und hatte zuletzt<br />

die Geschäftsbereichsleitung NRW<br />

eines mittelständischen Generalunternehmens<br />

im Bereich Industriebau und<br />

Gewerbebau inne. Torsten Prauser ist<br />

verheiratet, hat eine Tochter und lebt<br />

in Kreuztal.<br />

46 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


im fokus<br />

Baucontrolling<br />

Digitale Zwillinge und KI für effiziente Projekte<br />

Marc Grosskopf<br />

Höhere Standards bei der Qualität, der technischen Komplexität und der Nachhaltigkeit fordern<br />

den Objektbau heraus. Mitunter steigen die Kosten oder der Zeitplan wird nicht eingehalten.<br />

Das Baucontrolling wird immer anspruchsvoller. Künstliche Intelligenz unterstützt TÜV<br />

SÜD-Experten dabei.<br />

Neben den gestiegenen Anforderungen<br />

an den Klimaschutz und<br />

die Bauqualität kommt immer<br />

mehr Technik zum Einsatz. Das Projektmanagement<br />

wird immer umfangreicher.<br />

Zwei Drittel aller Bauvorhaben werden im<br />

Schnitt über 40 Prozent später fertiggestellt.<br />

Hinzu kommt, dass im Schnitt fast<br />

ein Drittel des Budgets auf das Beheben<br />

technischer Mängel oder anderer Nachbesserungen<br />

entfällt.<br />

Digitalisieren<br />

als Chance<br />

Investoren und Bauunternehmer setzen<br />

ihre Projekte wesentlich zeit- und kostensparender<br />

um, wenn sie auf digitale<br />

Methoden zurückgreifen. Ein digitaler<br />

Zwilling des Neubaus hilft – u. a. mittels<br />

Building Information Modeling (BIM) –<br />

auch komplexe Projektarchitekturen zu erfassen.<br />

Um das Potenzial auszuschöpfen,<br />

sind die Werkzeuge aber schon während<br />

der Planungsphase richtig aufzusetzen,<br />

was mitunter vernachlässigt wird.<br />

Effizienzgewinne in der Bauphase<br />

gelingen, wenn die Daten kontinuierlich<br />

aktualisiert werden und sich der Baufortschritt<br />

so leichter mit dem Zeitplan<br />

abgleichen lässt. In der Realität zeigen<br />

die meisten BIM-Modelle jedoch häufig<br />

nicht den aktuellen Stand eines Projekts.<br />

Eine aufwändige Datenpflege oder teils<br />

fehlendes Zutun aller Projektbeteiligten<br />

sind mögliche Ursachen.<br />

Automatisierte<br />

Bildbewertung<br />

Eine Lösung dafür bieten TÜV SÜD und<br />

das britische Bauanalytik-Unternehmen<br />

Contilio. Ihre KI-basierte Qualitätskontrolle<br />

nutzt 3D-KI-Technologie, um alle Architektur-,<br />

Tragwerks-, TGA- und Ausbauelemente<br />

mit Laser- bzw. LIDAR-Scans<br />

intelligent zu erfassen. Das erfolgt über<br />

eine Schnittstelle zu stationären Kameras<br />

und Drohnen, die 360-Grad-Aufnahmen<br />

in beliebigem Detaillierungsgrad erstellen<br />

– sowohl innerhalb des Gebäudes<br />

als auch außerhalb. Eine trainierte KI-<br />

Software filtert aus den aufgenommenen<br />

Bilddaten Auffälligkeiten wie Risse in<br />

Baumaterialien, Korrosion, Abrisse oder<br />

Beschädigungen an Fensterelementen<br />

heraus. Anschließend wertet sie diese<br />

automatisiert aus, sortiert sie kategorisch<br />

vor und visualisiert sie dem Anwender zur<br />

finalen Bewertung.<br />

Datenbasiert<br />

entscheiden<br />

So lassen sich nicht nur große Datenmengen<br />

in kurzer Zeit analysieren. In Echtzeit<br />

bereit stehen zudem Informationen zur Installationsqualität<br />

und dem Baufortschritt<br />

aller Bauelemente sowie der Umsetzung<br />

individueller Anforderungen. Die Synchronisation<br />

mit digitalen Methoden und dem<br />

Zeitplan geschieht automatisch. Abweichungen<br />

von den Plänen oder Mängel<br />

in der Ausführung lassen sich so zeitnah<br />

beheben.<br />

Ein zentrales Dashboard sorgt für vollständige<br />

Transparenz und bietet eine<br />

Vogelperspektive auf alle laufenden<br />

Projekte. Mit einem intelligenten 3D-<br />

Proof of Concept im Tigerstaat<br />

Ende vergangenen Jahres hat TÜV<br />

SÜD seine neue ASEAN-Zentrale in Singapur<br />

fertiggestellt. Das siebenstöckige<br />

Gebäude im International Business<br />

Park (IBP) bietet auf 18.900 m 2 Fläche<br />

Marc<br />

Grosskopf,<br />

Leiter Business<br />

Unit Building<br />

Lifecycle<br />

Services,<br />

Abteilung<br />

Real Estate &<br />

Infrastructure<br />

bei TÜV SÜD<br />

AG.<br />

Viewer können der digitale Zwilling und<br />

die 360-Grad-Aufnahmen betrachtet<br />

werden. Die Baubeteiligten erhalten die<br />

jeweils nötigen Zugriffsrechte und nutzen<br />

die Cloud-basierte Lösung dann jederzeit<br />

mobil. Digitale Fehleranalysen, KI-Einsichten<br />

zu Qualität und Baufortschritt – all<br />

das erleichtert die Abstimmung untereinander<br />

und das Beheben oder Vermeiden<br />

von Mängeln. TÜV SÜD hilft so, den<br />

Termin- und Kostenrahmen einzuhalten<br />

und Qualitäts- und Nachhaltigkeitsziele zu<br />

erfüllen.<br />

www.tuvsud.com<br />

Büros, Labore sowie das Centre<br />

of Excellence (CoE) for Digital<br />

Services. Das Ziel: Business<br />

Excellence in aufstrebenden<br />

Wachstumsbereichen fördern.<br />

Über den gesamten Lebenszyklus<br />

von der Planung bis zum Betrieb<br />

kam das KI-basierte Baucontrolling<br />

zum Einsatz. Das hat die<br />

Bauqualität verbessert und die<br />

Sicherheit des Gebäudes. Alle<br />

Nachhaltigkeitskriterien werden erfüllt.<br />

Darüber hinaus ließen sich typische<br />

Nachbesserungskosten vermeiden<br />

und der Energiebedarf halbieren, was<br />

dem Green Mark Gold Standard der<br />

Building and Construction Authority<br />

(BCA) entspricht.<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

47


produkte<br />

Schwank<br />

Ganzheitliche Wasserstoff-Lösung für Hallenklima<br />

Auf der diesjährigen<br />

ISH zeigte Schwank<br />

die Weltpremiere des<br />

ersten hybriden Multigas-<br />

Dunkelstrahlers, der zu<br />

100 % Wasserstoff, Erd- oder<br />

Flüssiggas nutzen kann.<br />

Zudem präsentiert Schwank<br />

neben den klassischen Heizund<br />

Klimalösungen ein neues<br />

Versorgungskonzept mit<br />

dem Namen e.lements, das<br />

die ganzheitliche Energieversorgung<br />

eines Gebäudes<br />

einschließlich Photovoltaik,<br />

Wasserstofferzeugung und<br />

Speicherung sowie Hallenklimatisierung<br />

managed.<br />

Es ist die zweite Generation<br />

des Wasserstoffstrahlers geniumSchwank<br />

dem Publikum<br />

präsentierte. In Erweiterung<br />

zum Vorgängermodell, der<br />

als reiner Wasserstoffstrahler<br />

konzipiert war, verfolgt der<br />

Dunkelstrahler einen hybriden<br />

Multigas-Ansatz. Wasserstoff,<br />

Erd- und Flüssiggas kann<br />

der neue jeweils zu 100 %<br />

verarbeiten.<br />

Der wasserstoffbetriebene Multi-Gas-Dunkelstrahler geniumSchwank<br />

ist der erste Dunkelstrahler der sowohl Erd-, Flüssiggas als auch Wasserstoff<br />

jeweils zu 100 % nutzen kann.<br />

Grafik + Bild unten: Schwank<br />

Das ist weltweit einzigartig.<br />

Ähnliche Lösungsansätze<br />

des Marktumfelds benötigen<br />

für die Verbrennung von H2<br />

derzeit immer zwingend einen<br />

hohen Anteil an Erd- oder<br />

Flüssiggas als Grundstoff, um<br />

25 % Wasserstoff überhaupt<br />

verbrennen zu können.<br />

Mit dem neuen Strahler<br />

gelingt Schwank damit<br />

ein großer und von Seiten<br />

des Anwenders wichtiger<br />

Entwicklungsschritt. Denn<br />

endlich haben Hallenbetreiber<br />

Planungssicherheit beim Kauf<br />

einer neuen Hallenheizung.<br />

Wenn beispielsweise erst die<br />

Versorgung durch Erdgas<br />

gesichert ist, später jedoch die<br />

Möglichkeit für den Einsatz<br />

von Wasserstoff besteht,<br />

kann die Hallenheizung mit<br />

nur wenigen Handgriffen und<br />

Kalibrierung auf die neuen<br />

Gegebenheiten angepasst<br />

werden. Prof. Dr. Friedhelm<br />

Schlösser, Geschäftsführer<br />

und verantwortlich für Forschung<br />

und Entwicklung bei<br />

Schwank: „Die derzeitige Energieversorgung<br />

verlangt nach<br />

flexiblen Heizungslösungen<br />

für die Industrie. Viele unserer<br />

Kunden möchten heute noch<br />

das Erdgasnetz nutzen, planen<br />

aber langfristig Wasserstoff<br />

einzusetzen. Manche streben<br />

gar eine komplett unabhängige<br />

Selbstversorgung an.<br />

Und genau hierfür wurde der<br />

geniumSchwank entwickelt.“<br />

Die neue Geräteserie wird in<br />

den Leistungsklassen 21 bis<br />

61 kW und Längen zwischen<br />

3,5 und 12,5 Metern verfügbar<br />

sein. Der neue Strahler<br />

wird ab sofort über den<br />

technischen Außendienst von<br />

Schwank und seinen internationalen<br />

Niederlassungen und<br />

Vertriebspartnern vertrieben.<br />

Das neue Servicekonzept von Schwank trägt den Namen e.lements.<br />

Es bündelt alle Leistungen, die für eine Energie-Autarkie bzw. CO 2<br />

-<br />

Neutralität einer Halle nötig sind.<br />

Dass der geniumSchwank ein<br />

wesentlicher Baustein für die<br />

Realisierung eines CO 2<br />

-freien<br />

Unternehmens auf Wasserstoffbasis<br />

sein kann, verdeutlicht<br />

das neuartige und<br />

erstmals auf der ISH präsentierte<br />

Servicekonzept mit dem<br />

Namen e.lements, The Energy<br />

Flow Management System.<br />

e.lements bündelt alle Leistungen,<br />

die für eine Energie-<br />

Autarkie bzw. CO 2<br />

-Neutralität<br />

einer Halle benötigt werden.<br />

Schwank kümmert sich dabei<br />

um Auslegung, Beschaffung<br />

und Installation aller relevanter<br />

Komponenten. Ob Photovoltaikanlage,<br />

Batteriespeicher,<br />

Elektrolyseur, Wasserstoffnetz<br />

oder Hallenheizung, das Ziel<br />

ist, alles in einer Hand zu<br />

bündeln. Oliver Schwank, Geschäftsführer<br />

Schwank GmbH:<br />

„Die Komplexität der Technik<br />

macht es dem Nutzer fast<br />

unmöglich, dass er alle Einzelkomponenten<br />

zusammenträgt<br />

und am Ende zu einer funktionierenden<br />

Gesamtanlage<br />

zusammenführt. Dafür sind die<br />

Zusammenhänge zwischen<br />

den Einzelgewerken zu komplex<br />

geworden. e.lements ist<br />

quasi ein Rundum-Paket, wie<br />

ein Dach, was sich über dem<br />

Thema Energiemanagement<br />

mit Wasserstoff spannt. Wir<br />

müssen dabei lediglich wissen,<br />

welches Niveau der Autarkie<br />

erreicht werden soll.“<br />

Wie vollumfänglich e.lements<br />

ansetzt veranschaulichte ein<br />

Modell am Schwank Messestand:<br />

Es zeigt eine klassische<br />

Industriehalle auf deren Dach<br />

eine Photovoltaikanlage<br />

Sonnenlicht in Strom umwandelt<br />

und für den kurzfristigen<br />

Bedarf für Staplerladestrom,<br />

Licht, Büroausstattung etc.<br />

in Lithium-Ionen-Batterien<br />

speichert. Für den langfristigen,<br />

saisonalen Bedarf<br />

wandelt eine Elektrolyseanlage<br />

(Power-to-Gas) den erzeugten<br />

Grünstrom in grünen Wasserstoff<br />

um. Der aus dem<br />

Überschuss-Strom gewonnene<br />

Wasserstoff der Photovoltaikanlage<br />

wird in Speicher<br />

bevorratet oder direkt für die<br />

Hallenbeheizung eingesetzt.<br />

Schwank GmbH<br />

https://schwank.de/<br />

48 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


produkte<br />

Velux<br />

Mehr Gestaltungsfreiheit unter dem Flachdach<br />

Velux erweitert das<br />

Sortiment seiner<br />

Flachdach-Fenster Konvex-<br />

und Flach-Glas ab Herbst<br />

<strong>2023</strong> um drei neue Größen.<br />

Während die Ausführungen<br />

in 150 x 120 cm und 150 x<br />

80 cm schon allein durch die<br />

große Dachöffnung beeindrucken,<br />

bietet die dritte Variante<br />

zudem die Möglichkeit, neue<br />

gestalterische Akzente zu setzen.<br />

Mit 200 x 60 cm lassen<br />

sich schmale, lange Lichtbänder<br />

künftig auch im Flachdach<br />

realisieren. Wie alle Konvexoder<br />

Flachglas-Varianten sind<br />

sie sowohl festverglast als<br />

auch elektrisch oder solarbetrieben<br />

öffenbar erhältlich. Bei<br />

den Basiselementen hat man<br />

die Wahl zwischen 2-fachoder<br />

3-fach-Isolierverglasung<br />

mit Verbundsicherheitsglas<br />

(VSG). Als Zubehör stehen<br />

Hitzeschutz-Markise, Verdunkelungs-<br />

und Insektenschutz-<br />

Rollo zur Verfügung.<br />

Die vollständig randlosen Oberelementen aus gehärtetem Einscheiben-<br />

Sicherheitsglas der Velux Flachdach-Fenster der neuen Generation<br />

überzeugen mit attraktiver Optik und garantieren ein einfaches Ablaufen<br />

von Regenwasser und Schmutz. Hier ist die Ausführung Konvex-Glas<br />

in der neuen Größe 150 x 120 cm zu sehen.<br />

Bildnachweis: Velux<br />

Die Flachdach-Fenster Konvex-<br />

und Flach-Glas sind damit<br />

ab Herbst in insgesamt 13<br />

Größen von 60 x 60 cm bis<br />

200 x 100 cm erhältlich. Mit<br />

ihren vollständig randlosen<br />

Oberelementen aus gehärtetem<br />

Einscheiben-Sicherheitsglas<br />

bieten sie eine attraktive<br />

Optik. Darüber hinaus garantieren<br />

sie zudem ein einfaches<br />

Ablaufen von Regenwasser<br />

und Schmutz.<br />

Die Motorenkomponenten<br />

sind bei den öffenbaren<br />

Ausführungen jeweils in das<br />

Basiselement integriert – bei<br />

den rechteckigen Varianten<br />

auf der langen Seite. Der<br />

durch den schlanken Rahmen<br />

großzügige Tageslichteinfall<br />

und Ausblick wird nicht beeinträchtigt.<br />

Große Größen sind<br />

mit einem zweiten Antrieb<br />

und bei den solarbetriebenen<br />

Ausführungen mit einer zweiten<br />

Solarzelle ausgestattet.<br />

Die Bedienung erfolgt über<br />

den im Lieferumfang enthaltenen<br />

vorprogrammierten Funk-<br />

Wandtaster. Ein integrierter<br />

Regensensor stellt sicher, dass<br />

sich die Fenster bei Regen<br />

automatisch schließen oder<br />

geschlossen bleiben.<br />

Für höheren Komfort kann die<br />

Bedienung über das als Zubehör<br />

erhältliche Velux App Control<br />

erfolgen. Dann lassen sich<br />

Fenster und Sonnenschutz<br />

über das Smartphone per App<br />

oder Sprachsteuerung bedienen.<br />

Wer maximalen Komfort<br />

will, überlässt dem Smart-<br />

Home-System Velux Active<br />

with Netatmo die automatische<br />

Herstellung eines angenehmen<br />

Raumklimas auf der<br />

Basis von Raumsensordaten<br />

zu CO 2<br />

, Luftfeuchtigkeit und<br />

Temperatur sowie externen<br />

Wetterdaten. Wer eine Steuerung<br />

per Funk bevorzugt,<br />

aber gern mehrere Produkte<br />

gleichzeitig über eine intuitive<br />

Touchscreen-Oberfläche<br />

bedienen möchte, kann auch<br />

das ab März erhältliche Velux<br />

Touch nutzen.<br />

Für die Flachdach-Fenster<br />

Konvex- und Flach-Glas wird<br />

neben Hitze- und Sonnenschutz<br />

auch einen passenden<br />

Insektenschutz angeboten.<br />

Während Markise oder Verdunkelungs-Rollo<br />

zwischen<br />

Oberelement und waagerecht<br />

im Aufsetzkranz integrierter<br />

Isolierglasscheibe liegen, wird<br />

der neue Insektenschutz-Rahmen<br />

innen unter dem Fenster<br />

montiert. Die Variante Konvex-<br />

Glas eignet sich für den<br />

Einbau auf Dächern mit 0-15<br />

Grad Neigung; das Flachglas-<br />

Modell kann bei 2-15 Grad<br />

zum Einsatz kommen.<br />

Velux Deutschland GmbH<br />

www.velux.de<br />

StoCretec<br />

Einfach installierter ESD-Boden<br />

Elektronikindustrie,<br />

Halbleiterfertigung oder<br />

explosionsgefährdete<br />

Produktionshallen – überall<br />

dort, wo elektrostatische Entladung<br />

(ESD = electrostatic discharge)<br />

eine Gefahr darstellt,<br />

sind ESD-Böden notwendig.<br />

Eine rationelle, einfach umsetzbare<br />

Lösung ist eine Beschichtung<br />

mit dem Epoxidharz<br />

StoPox WL 113. Es ist in<br />

der Sanierung wie im Neubau<br />

einsetzbar und zeichnet sich<br />

durch eine hohe Deckkraft<br />

aus. Seine glänzende Oberfläche<br />

ist enorm verschleißfest<br />

und lässt sich hervorragend<br />

reinigen, so ist das System<br />

auch für Reinräume geeignet.<br />

Die wässrige Versiegelung<br />

ist emissionsarm und verfügt<br />

über ein AgBB-Gutachten.<br />

Das zweikomponentige<br />

Material ist schnell und sehr<br />

einfach verarbeitbar, manuell<br />

oder mit dem Airless-Gerät.<br />

Der glänzende Wasserlack ist<br />

auf alten und neuen elektrisch<br />

leitfähigen Epoxidharzbeschichtungen<br />

einsetzbar.<br />

Mineralische Untergründe<br />

wie Beton, Magnesia- oder<br />

Zementestrich lassen sich<br />

mit dem Epoxidharz sogar<br />

nachträglich zum ESD-Boden<br />

aufrüsten.<br />

Weitere Eigenschaften von<br />

StoPox WL 113:<br />

• Wasserdampfdiffusionsfähig<br />

• Leitfähigkeit unabhängig<br />

von der Luftfeuchtigkeit<br />

(> 12% bei 23°C)<br />

• Gute chemische Beständigkeit<br />

• Silikonfrei<br />

• Geruchsarm<br />

• Nonylphenol- und benzylalkoholfrei<br />

• Beständig gegenüber<br />

Weichmacherwanderung<br />

• Hohe Farbtonstabilität<br />

StoCretec GmbH<br />

www.stocretec.de<br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

49


anche aktuell<br />

Wicona<br />

Der neue Maßstab für Nachhaltigkeit: Weltweit erste Aluminiumlegierung<br />

aus 100 % recyceltem End-of-Life-Aluminium<br />

Wicona treibt sein<br />

Engagement für das<br />

nachhaltige Bauen<br />

konsequent weiter voran und<br />

führt als erstes Aluminiumsystemhaus<br />

hochwertige Tür-,<br />

Fenster- und Fassadenprofile<br />

aus 100 % recyceltem Endof-Life-Aluminium<br />

im Markt<br />

ein. Die zukunftsweisende<br />

Aluminiumlegierung Hydro<br />

CIRCAL 100R verfügt mit<br />

durchschnittlich 0,5 kg CO 2<br />

pro kg Aluminium über den<br />

im weltweiten Vergleich<br />

geringsten CO 2<br />

-Fußabdruck.<br />

Ein entscheidender Schritt in<br />

Richtung einer echten Kreislaufwirtschaft.<br />

Rendering des Innovationsbogen Augsburg.<br />

Bildnachweis : © WALTER Projekt IP-Augsburg GmbH<br />

Mit Hydro CIRCAL 100R<br />

unterstreicht Wicona den<br />

Innovationsgeist und das Bestreben,<br />

Partnern in Architektur<br />

und Fassadenbau nachhaltige<br />

Lösungen für die Planung und<br />

Realisierung zukunftsgerechter<br />

Gebäudehüllen zu bieten. Dabei<br />

erfährt das Unternehmen starke<br />

Unterstützung durch den Mutterkonzern<br />

– die norwegische<br />

Hydro-Gruppe. Diese ist derzeit<br />

der einzige Produzent, der 100<br />

% End-of-Life-Aluminium – also<br />

Post-Consumer-Schrott – mit<br />

einem CO 2<br />

-Fußabdruck von nahezu<br />

null herstellen kann. Dazu<br />

betreibt Hydro auch in Deutschland<br />

ein eigenes Recyclingwerk<br />

am Standort Dormagen. Hier<br />

wird Aluminium aus Fenstern<br />

und Fassaden zurückgebauter<br />

Gebäude gesammelt. Im<br />

Anschluss wird das Material<br />

zerkleinert und von Fremdmaterialien<br />

und nichtmetallischen<br />

Stoffen getrennt, bevor es in<br />

kleine „Aluminiumspäne“ geschreddert<br />

wird. Diese werden<br />

wiederum im Hydro Werk in<br />

Clervaux (Luxemburg) zu CO 2<br />

-<br />

reduzierten Bolzen – Hydro<br />

CIRCAL 100R – verarbeitet.<br />

Dadurch wird die Herstellung<br />

eines zu 100 % recycelten<br />

Aluminiums in erstklassiger<br />

Qualität möglich – ohne Zugabe<br />

von Primäraluminium.<br />

Erste Bauvorhaben mit Hydro<br />

CIRCAL 100R befinden sich<br />

bereits in der Realisierungsphase.<br />

Premiere feiert die<br />

nachhaltige Aluminiumlegierung<br />

beim Innovationsbogen<br />

Augsburg (IBA). Das von Hadi<br />

Teherani Architects geplante<br />

Leuchtturmprojekt begeistert<br />

durch eine bogenförmige Architektur<br />

sowie ein ganzheitliches<br />

Nachhaltigkeitskonzept<br />

und strebt eine LEED-Zertifizierung<br />

in Platin an. Insgesamt<br />

wurden für dieses sowie ein<br />

weiteres derzeit realisiertes<br />

Pionierprojekt in Paris 130<br />

Tonnen Hydro CIRCAL 100R<br />

Aluminiumprofile hergestellt.<br />

Bei einem Gesamt-CO 2<br />

-Fußabdruck<br />

von 65 Tonnen bedeutet<br />

dies eine Reduzierung<br />

von 800 Tonnen im Vergleich<br />

zum CO 2<br />

-Fußabdruck von in<br />

Europa hergestelltem Standardaluminium.<br />

Hydro Building Systems<br />

Germany GmbH<br />

www.wicona.de<br />

BAFA-Förderung für Luft-Luft-Wärmepumpen wieder möglich<br />

Luft-Luft-Wärmepumpen<br />

eignen sich mit ihren<br />

hohen Jahresarbeitszahlen<br />

zwischen 4 und 5<br />

hervorragend als energieeffiziente<br />

Heizgeräte, sowohl<br />

für Neubauten als auch für<br />

eine einfache Nachrüstung im<br />

Bestand. Grundsätzlich sind<br />

diese Außenluft-Raumluft-Wärmepumpen<br />

nach der Richtlinie<br />

für die „Bundesförderung für<br />

effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“<br />

(BEG EM) vom<br />

9. Dezember 2022 förderfähig.<br />

Im Februar <strong>2023</strong> kam es<br />

jedoch wegen Unklarheiten<br />

bei den Anforderungen an<br />

die netzdienliche Schnittstelle<br />

dazu, dass die Geräte vorübergehend<br />

von der Liste der<br />

förderfähigen Wärmepumpen<br />

gestrichen wurden.<br />

Nach Abstimmung zwischen<br />

dem Bundesamt für Wirtschaft<br />

und Ausfuhrkontrolle (BAFA),<br />

dem Bundesministerium für<br />

Wirtschaft und Klimaschutz<br />

(BMWK) und dem Fachverband<br />

Gebäude-Klima e. V.<br />

(FGK) wird nun als Nachweis<br />

der Netzdienlichkeit von Luft-<br />

Luft-Wärmepumpen im Sinne<br />

der BEG-EM-Förderrichtlinie<br />

der Status-Report 60 / Version<br />

2 „Anforderungen an<br />

DX-Luft-Luft-Wärmepumpen<br />

zur Erfüllung der Netzdienlichkeit<br />

nach BEG“ rückwirkend<br />

zum 1. Januar <strong>2023</strong> akzeptiert.<br />

Damit können diese<br />

Geräte wieder in die Liste der<br />

förderfähigen Wärmepumpen<br />

aufgenommen und nach der<br />

BEG EM gefördert werden.<br />

Es ist jedoch davon auszugehen,<br />

dass der Prozess der<br />

Listung aufgrund der neuen<br />

Anforderungen einige Zeit in<br />

Anspruch nehmen wird.<br />

Darüber hinaus wurde mit<br />

der aktualisierten Fachunternehmererklärung<br />

klargestellt,<br />

dass für Luft-Luft-Wärmepumpen,<br />

die als Inneneinheiten<br />

Sekundärluftgeräte<br />

einsetzen, kein hydraulischer<br />

Abgleich erforderlich ist. Die<br />

technischen FAQ (TFAQ) zur<br />

aktuellen Richtlinie BEG EM<br />

stehen nach Auskunft des<br />

BAFA kurz vor der Veröffentlichung.<br />

Fachverband<br />

Gebäude-Klima e.V.<br />

www.fgk.de<br />

50 element + BAU • 1/<strong>2023</strong>


vorschau<br />

Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />

ISSN 0934-5914<br />

Verlag:<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel.: +49 (0)911 2018-0<br />

Fax: +49 (0)911 2018-100<br />

E-Mail: e+b@harnisch.com<br />

internet: http://www.harnisch.com<br />

Bildnachweis: VEKA AG; Fotograf: Jens O. Holthaus<br />

Geschäftsleitung:<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Technische Leitung:<br />

Armin König<br />

Redaktionsteam:<br />

Armin König (verantw.)<br />

Mediaberatung:<br />

Verlagsvertretung Petra Diews<br />

Tel.: 089/8641955<br />

Abonnement:<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

Erscheinungsweise:<br />

6 x jährlich: Ausgaben im Februar, April,<br />

Juli, September, Oktober, Dezember<br />

Bildnachweis: FÄHRHAUS Koblenz GmbH & Co. KG<br />

Special in Ausgabe 2/<strong>2023</strong>:<br />

Hotels / Gaststätten<br />

Ausgabe 2/23 beschäftigt sich mit dem<br />

Special "Hotels/Gaststätten". Gerade in<br />

diesem Bereich des moderen Objektbaus<br />

gilt es, architektonisch immer up-to-date<br />

zu bleiben, um den anspruchvollen Gästen<br />

gerecht zu werden. Ganz gleich ob<br />

Urlaubsreisende oder Geschäftsleute, ob<br />

das Erleben in einer Eventgastronomie im<br />

Vordergrund steht und/oder ein gepflegtes<br />

Geschäftsessen – der Gast will sich wohl<br />

fühlen und das Hotel oder die Gaststätte<br />

muss den Erwartungen entsprechen. Dabei<br />

können diese recht unterschiedlich sein:<br />

Von der gut bürgerlichen Gaststätte, über<br />

das konservativ eingerichteten Landhotel<br />

bis hin zum Designer-Hotel oder hippen<br />

Gourmettempel reicht die Spannweite. Wir<br />

werden Ihnen diesbezüglich wieder eine<br />

Reihe von gelungenen Objektbeispielen, interessanten<br />

Detaillösungen und Produkten<br />

im Rahmen dieses Specials präsentieren.<br />

Weitere Themen dieser Ausgabe werden<br />

sein: Sonnenschutzsysteme; Fassaden;<br />

Fenster; Türen; Automatiktüren; Tore;<br />

Balkone; Barrierefreies Bauen; Systembau;<br />

Modulbau; Decke; Wand; Boden; Rohbau;<br />

Holzbau; Glaskonstruktionen; Sicherheitstechnik<br />

und Parken.<br />

element + BAU 2/<strong>2023</strong> erscheint am 22.<br />

Mai <strong>2023</strong>.<br />

Angeschlossen der<br />

Informationsgemeinschaft zur<br />

Feststellung der Verbreitung<br />

von Werbeträgern e.V. –<br />

Sicherung der Auflagenwahrheit<br />

Bezugspreis:<br />

Jahresabonnement:<br />

EUR 48,- + EUR 12,- Versandkosten<br />

zzgl. MwSt.<br />

Auslandsbezugspreis:<br />

EUR 48,- + EUR 18,- Versandkosten<br />

Druck:<br />

Schleunungdruck GmbH<br />

Eltertstr. 27<br />

97828 Marktheidenfeld<br />

Derzeit gültige Anzeigenpreisliste:<br />

Nr. 55, ab 01.01.<strong>2023</strong><br />

© Copyright <strong>2023</strong><br />

element + BAU • 1/<strong>2023</strong><br />

51


BAUWIRTSCHAFT, SMART CITY<br />

& MOBILITÄT<br />

Bayern International unterstützt als Unternehmen des Freistaates<br />

Bayern den bayerischen Mittelstand mit einer Vielzahl von Angeboten<br />

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