KonKret - Schweizerisches Rotes Kreuz

redcross.ch

KonKret - Schweizerisches Rotes Kreuz

Impressum

Humanité Ausgabe 1/2012

Februar 2012

ISSN 1664-1159

Titelbild und Rückseite: Roland Blattner, Jegenstorf

Herausgeber: Schweizerisches Rotes Kreuz,

Rainmattstrasse 10, Postfach, 3001 Bern

Telefon 031 387 71 11, info@redcross.ch,

www.redcross.ch

Spenden: Postkonto 30-9700-0

Adressänderungen: E-Mail an

aboservice@redcross.ch oder

Telefon 031 387 74 64

Redaktionsadresse: Schweizerisches

Rotes Kreuz, Redaktion Humanité,

Postfach, 3001 Bern,

humanite@redcross.ch,

www.magazin-humanite.ch

Redaktion: Tanja Pauli (Redaktionsleitung),

Urs Frieden (Gesundheit und Integration),

Urs Höltschi (Public Fundraising), Isabelle Roos

(Corporate Partnerships), Christine Rüfenacht

(Gesundheit und Integration), Isabel

Rutschmann (Kommunikation), Karl Schuler

(Internationale Zusammenarbeit)

Mitarbeitende dieser Ausgabe: Cécile Eisenring,

Martin Fuhrer, Markus Mader, Marco

Ratschiller, Sandra Weiss, Mario Wüthrich,

Julia Zurfluh

Abo-Kosten: Das Abonnement kostet CHF 6.–

pro Jahr und ist für SRK-Gönnerinnen und

SRK-Gönner im Beitrag enthalten.

Erscheinungsweise: vier Mal jährlich

Sprachen: deutsch und französisch

Gesamtauflage: 110 800

Bildrechte aller Fotos ohne Hinweis:

Schweizerisches Rotes Kreuz

Übersetzungen: Übersetzungsdienst SRK

Layout, Lektorat und Druck: Vogt-Schild Druck AG,

Derendingen

Nächste Ausgabe: Juni 2012

2 Humanité 1/2012

neutral

Drucksache

No. 01-12-416447 – www.myclimate.org

© myclimate – The Climate Protection Partnership

4

12

14

18

RepoRt – Jugendrotkreuz

4 Freude schenken

8 Junge Vorbilder für Menschlichkeit

9 «erfahrungen fürs Berufsleben»

12 engagiert – Mitten unter uns

Spielend die neue Heimat entdecken

14 KoNKRet – El Salvador

Katastrophenvorsorge im Land der Vulkane

18 KoNKRet – Letzte Wünsche

«Ach übrigens, wenn ich einmal...»

20 KoNKRet – Japan

Schutz und Würde für Hinterbliebene

24 eRLeBt – Detention

Rückkehrberatung für Menschen in

Ausschaffungshaft

26 ÜBeRZeUGt – Das Rote Kreuz in der Schweiz

Für das Alter – mit dem Alter!

29 KReUZ & QUeR

Winterlicher eintopf aus den tropen

Rätsel/Cartoon

20

24

26


© SRK, Caspar Martig

Sinnvoll, vernünftig – cool!

Liebe Leserin, lieber Leser

«Jetzt mach doch mal was Sinnvolles, was Vernünftiges!» Ja, ich kann nachvollziehen,

dass dies von Jugendlichen als Kritik aufgefasst wird. Aber ich verstehe auch,

warum wir Eltern die unbeliebten Mahnungen, die wir als Kind selber zu oft gehört

haben, wiederholen. Wir «meinen es ja nur gut».

Kann etwas «Sinnvolles, Vernünftiges» die Jugendlichen begeistern, nebst allem,

was ihnen dieses Jahrtausend zu bieten hat? Doch, ich glaube schon, wenn wir sie

motivieren und fragen: Möchtest du Teil sein einer Organisation mit fast 150-jähriger

Geschichte? Im Zeichen des berühmtesten Emblems der Welt arbeiten? Grundsätzen

folgen, die alle Menschen und Religionen respektieren? Diese Welt für dich

und die anderen menschenwürdiger machen und dabei selbstständiger werden?

Selber glücklich sein, indem du mit gleichgesinnten Jugendlichen zusammenarbeitest

und andere Menschen glücklicher machst?

All dies ist möglich beim Jugendrotkreuz und klingt nun «echt cool», oder? Die

Jugendlichen können das selber entscheiden. Aber es ist an uns, ihnen Möglichkeiten

für freiwilliges Engagement zu bieten. Beim Lesen der Titelgeschichte ab Seite 4

denke ich erst recht, dass die Jugendarbeit unsere Unterstützung verdient.

Ich wünsche Ihnen anregende, positive Denkanstösse beim Lesen von Humanité.

Herzliche Grüsse

Markus Mader

Direktor des Schweizerischen Roten Kreuzes

editorial

Humanité 1/2012 3


Humanité 1/2012 5


eport

Die Jungen brachten die Sonne mit»,

strahlt Kehl-Bewohnerin Nelly Bünzli.

Die ganze Woche war das Alterszentrum

Kehl in Baden in dickem Nebel eingepackt.

Just an diesem Samstag aber

drückt die Sonne durch. Einige Bewohnerinnen

warten schon gespannt im Aufenthaltsraum.

Guetzli backen und verzieren

ist heute angesagt. «Es läuft etwas im

Kehl!», ruft Nelly Bünzli begeistert aus.

Die jungen Rotkreuz-Freiwilligen packen

das Unterfangen «Guetzlen» zielsicher an

und verteilen das Backmaterial. Die Koordinatorin

vom Jugendrotkreuz Aargau,

Jeanine Brunner, freut diese Selbstständigkeit.

Nadine und Raffael rollen den Teig

aus. «Früher backte ich oft Guetzli. Nach

«Die Jungen holen uns die

Sterne vom Himmel, wie nett!»

einer Achseloperation kann ich leider keinen

Teig mehr ausrollen. Schön, dass ich

heute endlich wieder einmal Guetzli backen

kann!», freut sich Nelly Bünzli und

lächelt Nadine an, die ihr eine Ausstechform

in die Hand gibt. Weil der 86-Jährigen

die Kraft fehlt, drücken Nadine und

sie gemeinsam die Form in den Teig. Die

Lieblingsausstechform ist der Stern.

«Die Jungen holen uns die Sterne vom Himmel,

wie nett!», scherzt Nelly Bünzli und

erntet Gelächter. Beim Ausstechen plaudert

die Gruppe und sammelt bereits Ideen

für ihren nächsten gemeinsamen Nachmittag.

Die 21-jährige Nadine schlägt etwas

Spezielles vor: «Wollen wir das nächste

Mal mit der Nintendo Wii spielen? Das

ist eine Spielkonsole für das Fernsehgerät.

Mit einer Fernbedienung kann man Figuren

bewegen.» Nelly Bünzli ist hell begeis-

6 Humanité 1/2012

tert und meint keck: «Ich bin so oder so für

jeden Blödsinn zu haben.» Die Generationen

tauschen sich an diesen gemeinsamen

Nachmittagen problemlos aus. «Bei

den Gesprächen mit den Seniorinnen und

Senioren erfahre ich manchmal Dinge, die

wir später im Geschichtsunterricht behandeln.

Das ist schon cool!», meint der Jüngste

im Bunde, der 15-jährige Raffael. «Ich

wollte meine restliche Zeit neben Schule

Deutlicher, höflicher und

weniger schnell – die

Jugendlichen sprechen anders

als mit Gleichaltrigen

Präzise Handarbeit –

die Guetzli werden

liebevoll dekoriert


Jahrzehntelange Erfahrung: Die Seniorinnen erzählen, wie sie früher Guetzli gebacken haben

und meinen Hobbys sinnvoll nutzen. Deshalb

habe ich mich entschlossen, beim

Jugendrotkreuz Aargau mitzumachen.

Ich bereite gerne anderen eine Freude»,

erklärt er seine Motivation. «Mir gefällt

auch, dass ich für einmal mit wesentlich älteren

Menschen zusammen bin. Mit ihnen

kann ich für einmal über etwas anderes

sprechen, als mit meinen Kollegen.»

Schon bald strömt der Duft von frisch gebackenen

Guetzli durch den Aufenthaltsraum.

Jetzt gehts ans Dekorieren. Die 92-jährige

Sylvia Zaugg bestreicht mit einer Engelsgeduld

die Schokoladenherzen mit rosarotem

Guss und drückt Zuckersterne drauf. «Sylvia,

bist du Kunstmalerin?», scherzt Nelly

«Wir mussten lernen, uns dem

tempo der älteren Generation

anzupassen.»

Bünzli, «du kannst die Guetzli danach im

Gang bei den Rosenbildern ausstellen.»

Nadine sitzt daneben und hält geduldig

den Guss parat, damit Sylvia Zaugg ihren

Pinsel eintauchen kann. Jedes Guetzli

wird so zu einem kleinen Kunstwerk. «Sehr

schön machen Sie das!», lobt Raffael,

«wollen Sie noch einmal einen Stern verzieren?»

Die jungen Freiwilligen gehen

auf Wünsche und Bedürfnisse der Betagten

ein. Sie führen sie beim Gehen sanft

am Arm, schieben die Rollstühle und sind

ihnen beim Aufstehen behilflich. Diese Aufmerksamkeit

geniessen die Seniorinnen

sichtlich. Bevor die Teller mit den fertig dekorierten

Guetzli überquellen, packen die

Hobby-Bäckerinnen die Backwaren in hübsche

Säcklein ein. «Die anderen auf meinem

Stock werden bestimmt eifersüchtig,

wenn ich mit meinen Guetzli auftauche»,

meint Nelly Bünzli. Die Zeit geht viel zu

schnell vorbei. Schon kommen die Pflegerinnen,

um die Bewohnerinnen abzuholen.

«Nach zwei Stunden müssen wir jeweils

aufhören, weil Menschen in so einem hohen

Alter schneller ermüden. Am Anfang

planten wir immer viel zu viele Aktivitäten.

Wir mussten lernen, uns dem Tempo

anzupassen. Es braucht einfach alles etwas

mehr Zeit», meint Jeanine Brunner.

«Heute hätten wir unser Programm aber

verlängern können», schmunzelt sie und

beugt sich zu Sylvia Zaugg runter. Die

92-jährige Dame widmet sich immer noch

leidenschaftlich der Dekoration und klebt

Sternchen für Sternchen auf die Guetzli.

Nadine sitzt daneben und hält weiterhin

geduldig den Zuckerguss parat.

➥ jugendrotkreuz.ch

Kurz befragt

Jeanine Brunner

Die 26-Jährige koordiniert

und betreut seit 2010 die

Einsätze der jugendlichen

Freiwilligen beim Jugendrotkreuz

Aargau.

report

Warum besuchen die Jugendlichen

betagte Menschen?

Die Idee kam von den Jugendlichen

selbst. Sie wünschten ein generationsübergreifendes

Projekt und kamen mit

dieser Idee auf uns zu. Wir nahmen

Kontakt mit dem Alterszentrum Kehl

auf und wurden mit offenen Armen

empfangen. Es freut mich, dass wir

das Programm frei gestalten dürfen

und man somit den Jugendlichen Vertrauen

entgegenbringt. Aber auch die

Betagten haben grosse Freude am

Austausch zwischen den Generationen.

Kann man sagen, die Jugendlichen

werden reifer durch ein

solches engagement?

Ja, dieses Engagement ist für die Freiwilligen

eine gute Lebensschule. Wir

beobachten regelmässig, dass die

Jugendlichen in ihren Einsätzen selbstständiger,

selbstsicherer und reifer

werden. Unsere Freiwilligen wirken

erwachsener als andere Jugendliche

in ihrem Alter.

Hilft das soziale engagement

beim beruflichen Werdegang?

Die Jugendlichen erhalten einen Sozialzeitausweis,

der ihr Engagement

bestätigt. Dieser Sozialzeitausweis

ist vor allem bei der Stellensuche

nützlich. Sie heben sich so von ihren

Gleichaltrigen ab. Zudem erhalten

die Freiwilligen kostenlose Weiterbildungskurse,

die ihnen für ihr Engagement

sowie persönlich etwas

nützen.

➥ srk­aargau.ch/jugendrotkreuz

Humanité 1/2012 7


eport

Das Jugendrotkreuz sorgt im Durchgangszentrum für Asylsuchende für ein kindergerechtes Programm

Jugendrotkreuz

Junge Vorbilder für Menschlichkeit

Beim Jugendrotkreuz (JRK) engagieren sich Jugendliche in den Bereichen Gesundheit und Integration. Sie

setzen sich in ihrer Freizeit für Menschen ein, die besonders auf Hilfe angewiesen sind. Dabei ist ihr Engagement

so vielfältig wie die Jugendlichen selbst.

TExT: JULIA ZURFLUH BILDER: ANDRI PoL

Ich möchte jungen Menschen mit einer Behinderung

die Möglichkeit geben, Dinge

zu unternehmen oder sich wie die Nichtbehinderten

ohne Eltern mit Freunden zu

treffen.» Die 20-jährige Rea engagiert sich

im Jugendrotkreuz Basel und verbringt einen

Teil ihrer Freizeit mit Manuela, die auf

den Rollstuhl angewiesen ist.

So wie Rea setzen sich rund 500 Jugendliche

und junge Erwachsenen im JRK ein. Mitmachen

können alle zwischen 15 und 30

Jahren, die sich in ihrer Freizeit sinnvoll engagieren

wollen. Die Einsatzmöglichkeiten

sind vielfältig. Beispielsweise organisieren

die jungen Freiwilligen in Durchgangszentren

für asylsuchende Kinder Spielnachmit-

8 Humanité 1/2012

tage, damit diese für einmal ihren Alltag

vergessen können. oder sie fördern im

Nachhilfeunterricht fremdsprachige Kinder.

Wiederum andere gestalten Unterhaltungsnachmittage

im Altersheim wie die Jugendlichen

in unserer Geschichte ab Seite 4. Beim

Projekt «Sport und Kochen» des Zürcher

Jugendrotkreuz ermöglichen die Freiwilligen

benachteiligten Kindern eine tolle Sportwoche

und bringen ihnen nebenbei die Grundsätze

einer gesunden Ernährung näher.

Die jungen Freiwilligen treffen bei ihren

Einsätzen nicht nur Gleichgesinnte und

haben viel Spass, sondern erwerben auch

wichtige Fähigkeiten. «Ich lerne beim JRK

vieles, was mich kein Buch lehren kann»,

meint Melanie vom Jugendrotkreuz Zürich.

Die jungen Freiwilligen erweitern

ihren Horizont, lernen die Lebensrealität

anderer Menschen kennen und sammeln

Erfahrungen. Gemeinsam können die Jugendlichen

etwas bewegen. Mitdenken

und mitbestimmen ist im Jugendrotkreuz

angesagt. «Wir dürfen bei allen Aktivitäten

mitbestimmen. So können wir gemeinsam

das JRK weiterentwickeln. Das gefällt

mir», fügt Eva vom Jugendrotkreuz Zürich

nicht ohne Stolz an.

Das Jugendrotkreuz gibt es in den Kantonen

Zürich, St. Gallen, Aargau, Basel-Stadt,

Neuenburg, Freiburg, Genf und Tessin.

➥ facebook.com/SwissRedCrossYouth


Jugendrotkreuz

report

«erfahrungen fürs berufsleben»

Carine Fleury war schon als Jugendliche aktiv beim Jugendrotkreuz (JRK). Dem Engagement in ihrer Jugend

hat sie einen Erfahrungsschatz zu verdanken, dessen Wert sie heute hoch einschätzt. Nicht nur für ihre heutige

Arbeit beim Schweizerischen Roten Kreuz als Leiterin des Kompetenzzentrums Jugend und Freiwilligenarbeit.

INTERVIEW: TANJA PAULI

Carine Fleury, warum haben Sie als Jugendliche

das Rote Kreuz ausgewählt?

Als ich 1999 an der Universität in Genf

studierte, wollte ich nebenbei etwas

Sinnvolles machen und hatte Freunde,

die sich schon beim Roten Kreuz engagierten.

Ich habe internationale Beziehungen

studiert und das IKRK sowie die

ganze Rotkreuzbewegung war natürlich

ein Thema. Ich glaube, dass eine grosse

organisation mit ihrem Netzwerk mehr

erreichen kann. Es gibt in fast jedem

Land eine Rotkreuz-Gesellschaft. Das

hat mich schon als junge Studentin beeindruckt.

So habe ich in Genf als Freiwillige

angefangen und wurde später

Koordinatorin beim JRK.

Was ist die Aufgabe einer Koordinatorin

beim JRK?

Das ist vergleichbar mit der Arbeit in einer

Personalabteilung. Jugendliche für

die Freiwilligenarbeit suchen, Gespräche

mit ihnen führen, um abzuklären, für welchen

Bereich sie sich eignen oder wo ihre

Interessen liegen. Jugendarbeit ist toll,

weil man einfach alles lernt. Ein bisschen

Projektmanagement, Marketing und je

nach dem Fundraising, weil es auch Geld

braucht. Man muss managen, coachen

und manchmal auch etwas verkaufen

können. Es ist unglaublich vielfältig, und

ich habe in dieser Zeit prägende Erfahrungen

gemacht, die lehrreich waren für

mein späteres Berufsleben.

Was braucht es, um ein Jugendrotkreuz

zu gründen?

Es braucht eine Kerngruppe mit starken

Persönlichkeiten, um etwas voranzutreiben,

und eine Finanzierung. Auch

die Freiwilligenarbeit kostet, denn sie

muss organisiert und koordiniert werden.

Nicht zu vergessen, dass man Jugendliche

noch etwas mehr führen und

betreuen muss als Erwachsene. Dann

braucht es eine Führungsperson, die

nicht zwangsläufig auch jung sein muss.

Aber sie muss die Jugendlichen verstehen,

einen guten Draht zu ihnen haben

und motivieren können. Wir vom SRK-

Kompetenzzentrum Jugend in Bern unterstützen

die SRK-Kantonalverbände,

wenn sie ein Jugendrotkreuz gründen

möchten. Als Anhaltspunkt dienen die

Leitlinien zur Jugendarbeit, welche die

Rotkreuzversammlung 2011 genehmigt

hat. Jugendliche, die in ihrem Kanton

noch kein JRK finden, können sich ebenfalls

bei uns oder ihrem Kantonalverband

melden.

Es gibt einen obligatorischen Einführungskurs,

dessen kurzweiliges, abwechslungsreiches

Programm speziell auf die Jugendlichen

zugeschnitten ist und diverse

Weiterbildungen zu speziellen Themen.

Zum Beispiel, wie man mit Kindern mit

Migrationshintergrund arbeitet, oder im

Umgang mit älteren oder behinderten

Menschen. Im Modul «Leadership» lernen

Jugendliche, die in einer Kerngruppe

mehr Einfluss nehmen wollen, wie man

Verantwortung übernimmt.

Werden Sie angefragt für Referenzen

bei der Lehrstellensuche?

Carine Fleury, 33, leitet das SRK-Kompetenzzentrum

Jugend und Freiwilligenarbeit

Ja, das kommt öfters vor. Jugendliche, die

sich engagieren, haben natürlich einen

Pluspunkt mehr auf dem Arbeitsmarkt.

Gibt es genügend Jugendliche, die

sich engagieren wollen?

Ja, ich glaube nicht, dass das Problem

bei den Jugendlichen liegt. Man hört häufig,

sie würden sich nur für oberflächliche

Dinge interessieren. Das stimmt nicht.

Viele Jugendliche sind Idealisten und

wollen in einer Nonprofit-organisation

arbeiten und etwas für die Allgemein-

heit tun. Ich sehe die Jugendlichen

als «Changemaker» und nicht als die

«Troublemaker».

➥ jugendrotkreuz.ch

Humanité 1/2012 9


der letzte wille kann

ein neuer anfang sein.

Bitte senden Sie mir gratis den Testament-Ratgeber

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Schweizerisches Rotes Kreuz, Rainmattstr. 10,

Postfach, 3001 Bern, E-Mail: aboservice@redcross.ch

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Mit einer letztwilligen Verfügung stellen Sie sicher, dass Ihr Vermögen

in Ihrem Sinn verteilt wird. Der kostenlose Testament-Ratgeber des

Schweizerischen Roten Kreuzes hilft Ihnen dabei. Damit Ihre Werte

weiter leben.


Sicheres blut im libanon

Im Süden Libanons setzt sich das Schweizerische

Rote Kreuz (SRK) für einen sicheren,

professionellen Blutspendedienst

in fünf Spitälern ein. Diese werden vom

Palästinensischen Roten Halbmond für

die Flüchtlinge aus Palästina betrieben. In

Libanon leben seit Jahrzehnten 340 000

palästinensische Flüchtlinge und über die

Hälfte von ihnen in Flüchtlings-Camps.

für Kinder in der Schweiz

Ende Januar verkauft das Rote Kreuz traditionell

Mimosen, um die Kinder in der

Schweiz zu unterstützen, die in bescheidenen

Verhältnissen aufwachsen. Mit

dem Verkaufserlös werden zum Beispiel

Ferienlager oder Musikstunden finanziert.

Für diese Aktion, die vor allem in der

Westschweiz stattfindet, engagieren sich

jedes Jahr zahlreiche Freiwillige.

© Carmela Harshani odoni 2009

75000 geschenke für einen guten zweck

2 5 Weihnachten kann noch mehr bedürftige

Menschen und gemeinnützige organisationen

unterstützen als im letzten Jahr.

Die alljährliche Sammelaktion der SRG SSR,

der Schweizerischen Post und des Schweizerischen

Roten Kreuzes (SRK) hat über die

Festtage rund 75 000 Pakete erhalten, das

ist ein Zuwachs von 3000 Paketen. Wer kein

passendes «Weihnachtsgeschenk» zu Hause

hatte, unterstützte die Aktion mit einem virtuellen

Paket über die Internetseite. «Diese Unterstützung

hat den Vorteil, dass wir einkaufen

können, was noch fehlt und besonders

wichtig ist für Menschen, die mit dem Nötigsten

auskommen müssen», erklärt der Leiter

der Sammelaktion, Josef Reinhardt. Er freute

sich auch über die tatkräftige Hilfe von über

zwanzig Prominenten aus Politik, Wirtschaft,

Sport, Kultur und Fernsehen. Sie stellten sich

einen Nachmittag lang zur Verfügung, um

beim Sortieren der Geschenke zu helfen. So

© SRK, oliver Matthys

Sichere unterkünfte für pakistanische familien

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) baut

in der pakistanischen Provinz Sindh drei

Dörfer mit insgesamt 700 Häusern neu

auf. Die künftigen Bewohner von Häusern

des SKR beteiligen sich nicht nur aktiv an

den Bauarbeiten, sie sind auch verantwortlich

für den Einkauf des Materials. Die

Auszahlungen hierfür erfolgt durch das

SRK in fünf Tranchen. Durch Ratenzahlung

erfolgt eine Kontrolle über den Bauprozess.

«Für die meisten Familienoberhäupter

und vor allem für die Frauen ist es das

erste Mal im Leben, dass sie über ein

packten zum Beispiel Nationalrat und Berner

Stadtpräsident Alexander Tschäppät,

Allianz Suisse Verwaltungsratspräsident

Ulrich Zimmerli oder Musikwelle-Moderator

Joël Gilgen (Bild) tatkräftig mit an.

Die Waren werden nun je zur Hälfte in

Kurz & bündig

eigenes Konto verfügen», sagt der Delegationsleiter

Mark Ita. Jedes Haus kommt

auf 3000 Franken zu stehen. Der Hausbau

schreitet gut voran.

In derselben Region von Dadu erstellt

das SRK auch die Wasserversorgung für

6300 Einwohner. In neun Dörfern werden

Freiwillige des lokalen Roten Halbmondes

ausgebildet für Gesundheitsberatungen.

Schwere Fluten haben im Sommer 2010

in grossen Teilen Pakistans immense Schäden

angerichtet.

➥ redcross.ch/pakistan

der Schweiz und in osteuropa gerecht

verteilt. Viele Familien und organisationen

sind auf diese Form von Hilfe jedes

Jahr angewiesen. Deshalb wird die Aktion

2012/13 zum 16. Mal stattfinden.

➥ 2xweihnachten.ch

Humanité 1/2012 11


engagiert

Mitten unter uns

Spielend die neue Heimat

entdecken

Jeden Montag öffnet Andrea Haas der kleinen Janani ihr Herz und ihre Tür. Das Programm mitten unter uns des

Schweizerischen Roten Kreuzes hilft dem Mädchen aus Sri Lanka, in der Schweiz Wurzeln zu fassen.

TExT: CHRISTINE RÜFENACHT BILDER: RoLAND BLATTNER

Sie ist für mich beinahe wie ein drittes

Kind», sagt Andrea Haas von der siebenjährigen

Janani. Die beiden leben fast

Tür an Tür in Binningen bei Basel. Jeden

Montagnachmittag besucht Janani die Familie

Haas in ihrem grossen Haus. Das immer

fröhliche Mädchen kommt hierher, um

12 Humanité 1/2012

Schweizerdeutsch zu sprechen und sich

mit dem hiesigen Alltag vertraut zu machen.

Und natürlich, um mit dem sechsjährigen

Silvan und der vierjährigen Nina zu

spielen. Wie von selbst macht die in der

Schweiz geborene Janani, deren Eltern

aus Sri Lanka stammen, ihre ersten Schritte

zu einer erfolgreichen Integration. «Sie hat

sich enorm entwickelt und ist richtig aufgeblüht»,

stellt Andrea Haas nach einem Jahr

fest. Vor allem spricht Janani schon viel

besser Mundart. Umgekehrt geben Silvan

und Nina manchmal vor, sie würden Tamil

reden, wie ihre Mutter lächelnd erwähnt.


Nina, Janani und Silvan

sind in kurzer Zeit

gute Freunde geworden

und haben viel Spass

zusammen

Seit einem Jahr

wächst Janani

zweisprachig auf

etwas weitergeben

Neben der Betreuung ihrer beiden Kinder

arbeitet die 33-jährige Andrea Haas

regelmässig im Familienbetrieb mit. Die

gelernte Bäckerin-Konditorin hätte sich

gerne als Tagesmutter engagiert. Leider

war das nicht möglich. Dank der Aktion

mitten unter uns des Roten Kreuzes Baselland

kann sie nun ein Kind betreuen und

zugleich Gutes tun. «Es ist gut zu spüren,

dass Janani und ihre Familie in unserem

Land willkommen sind», betont Andrea

Haas. Da der Vater des Mädchens

tagsüber und die Mutter nachts arbeitet,

haben sie nur selten Zeit, etwas mit ihrer

Tochter zu unternehmen. Andrea Haas

geht deshalb oft mit ihr ins Schwimmbad

oder in die Bibliothek.

Spielend einfach

Vor einem Jahr sind sich die Familie Haas

und Janani zum ersten Mal begegnet. Sie

verstanden sich auf Anhieb: Schon nach

wenigen Minuten verschwand das Mädchen

mit Silvan und Nina im Kinderzimmer.

Seither klingen das Jauchzen und

Gastgeberin

Andrea Haas

freut sich, dass

die drei Kinder so

gut miteinander

auskommen

Lachen der drei jeden Montag durch das

Haus. «Ich bin immer wieder überrascht,

wie glücklich und zufrieden sie zusammen

sind», sagt Andrea Haas. Auch die Eltern

von Janani wussten nach einem Besuch bei

der Gastfamilie, dass ihr Nesthäkchen dort

gut aufgehoben ist.

Kurz befragt

Corinne Sieber

Als Leiterin Soziales und Integration

beim Roten Kreuz

Baselland ist Corinne Sieber

auch für mitten unter uns

verantwortlich. Sie informiert

über das Programm, sucht

Familien und bringt sie

miteinander in Kontakt.

engagiert

Welche Rolle übernimmt das SRK?

Meist wenden sich Lehrpersonen an

uns, um ein Kind für das Programm

anzumelden. Damit beginnt die Hintergrundarbeit:

Wir besuchen die Familie,

um zu erfahren, was sie von der künftigen

Gastfamilie erwartet, und um das

Kind kennenzulernen. Danach organisieren

wir ein Treffen mit einer Familie,

die uns geeignet erscheint. Wir begleiten

die Familien und bleiben mit ihnen

und je nachdem auch mit den Lehrpersonen

in Kontakt. So können wir den

Kindern wenn nötig gezielt auch andere

Unterstützung anbieten, um sie zu

fördern oder ihnen weiterzuhelfen.

Wer eignet sich als Gastgeberin

oder Gastgeber?

Die Freiwilligen müssen bereit sein, ein

Kind während mindestens sechs Monaten

einmal pro Woche bei sich aufzunehmen.

Wir suchen aufgeschlossene,

interessierte Familien oder Einzelpersonen,

die gerne ein Kind begleiten

möchten und vertrauenswürdig sind.

Was halten die Beteiligten von

mitten unter uns?

Das Programm bringt allen etwas. Familien

mit Migrationshintergrund freuen

sich, dass sich ihre Kinder besser

und schneller einleben. Die Kinder

fühlen sich wohl, wenn sie sich in einer

Umgebung entfalten können, die

von Vertrauen geprägt ist. Und nicht

zuletzt erleben die Freiwilligen und ihr

Umfeld die Begegnungen als sehr bereichernd.

Das SRK sucht weitere freiwillige Gastgeberinnen

und Gastgeber:

➥ redcross.ch/mittenunteruns

Humanité 1/2012 13


Die Morgensonne taucht die Bucht

von Jiquilisco in ein sanftes, goldenes

Licht. Am seichten Ufer dümpeln ein

paar bunte Fischerboote, gleich dahinter

beginnen die Mangroven, am Horizont

schimmern blau El Salvadors Vulkane

Usulután, San Miguel und San Vicente.

Felix Saravia lässt aufmerksam den Blick

über das Wasser gleiten. Vielleicht 50

Meter vom Ufer entfernt tollen ein paar

Halbwüchsige im Wasser. Plötzlich werden

sie abgetrieben, rufen um Hilfe. Felix

Saravia schnappt sich eine Boje und

stösst mit der Trillerpfeife einen gellenden

Signalton aus. Sofort kommen seine

Teamkollegen angelaufen, stürzen sich

ins Wasser und kraulen zu den Ertrinkenden.

Mit geübten Griffen werden sie ans

Ufer gezogen und dort im dunklen Vulkansand

wiederbelebt. Da muss eines der

opfer vor Lachen laut prusten und spuckt

das geschluckte Wasser in einem riesigen

Schwall dem Retter auf die Brust.

Die Rettungsschwimmer des

Roten Kreuzes

Carlos Umanzos ist erst 12 Jahre alt und

neu in der Rettungsschwimmertruppe des

Roten Kreuzes. Deshalb hat er bei der

Katastrophenschutzübung eines der opfer

gemimt, bis er angesichts seiner eigenen

schauspielerischen Fähigkeiten einen

Im katastrophenanfälligen

el Salvador an der pazifikküste

haben viele Menschen nie

schwimmen gelernt.

Lachkrampf bekam. Der Halbwüchsige ist

zusammen mit einem Freund vor einem

Jahr zu der Truppe gestossen und brennt

schon darauf, so bald wie möglich den

Rettungsschwimmerkurs zu absolvieren

und dann zum Einsatz zu kommen. Ein

Dutzend junge Männer sind mit Eifer

dabei, schwimmen zweimal, dreimal,

viermal hinaus und trainieren die lebenswichtigen

Handgriffe. «Wir sind zwar

alle gute Schwimmer, aber jemand aus

dem Wasser zu ziehen, muss immer wieder

geübt werden», erzählt Gruppenleiter

Felix Saravia, mit 31 Jahren der Älteste.

Sein Team besteht aus durchtrainierten

Bauernjungs, die sich im Alltag vom

Mais- und Bohnenanbau ernähren und

Alle Beteiligten üben

eine Evakuierung, weil

im Katastrophenfall jede

Minute zählt

Felix Saravia,

Rettungsschimmer des

Roten Kreuzes, bei einer

Rettungsübung

in einfachen Hütten rund um die Bucht

leben. Sie bilden die freiwillige Rettungstruppe

des Roten Kreuzes, ausgebildet

mit Schweizer Unterstützung. Zu tun ist

eine Menge. Nach einer Studie des UN-

Büros zur Koordinierung humanitärer

Angelegenheiten (ocha) ist El Salvador

weltweit das Land mit dem höchsten Anteil

an Risikozonen: 88,7 Prozent eines

KonKret

Landes, das halb so gross ist wie die

Schweiz. In hundert Jahren erlebten die

Salvadorianer zwölf schwere Erdbeben,

zwei Tsunamis, acht Vulkanausbrüche

und mehrere Dutzend Überschwemmungen.

In den Ferien arbeiten die Rotkreuzhelfer

als Rettungsschwimmer an den Stränden.

«Der Pazifik ist tückisch mit seinen Strö-

Humanité 1/2012 15


KonKret

mungen, und viele meiner Landsleute

können nicht richtig schwimmen», weiss

Felix Saravia. Das ganze Jahr über bildet

er ausserdem mit Unterstützung des

SRK «Gesundheitspromotoren» aus. Das

sind junge Leute wie Flor Bonilla, 22, die

einfache Hygienemassnahmen wie Wasser

abkochen und Müll sammeln in ihrer

Gemeinde organisieren. Doch die grösste

Gefahr droht vom Lempa-Fluss. Der

Lempa ist schon in normalen Zeiten ein

imposanter Fluss, der sich über mehrere

Arme und Hunderte von Metern erstreckt

und das kleine mittelamerikanische Land

ziemlich genau in der Mitte durchschneidet.

Er bringt den Regen aus den Bergen,

flussaufwärts befinden sich drei Staudämme.

Dramatisch wird es, wenn ein

Hurrikanausläufer über dem Land tobt –

und das geschieht im Zuge des Klimawandels

immer häufiger. Innerhalb von

wenigen Tagen können 1500 Millimeter

Niederschlag fallen – so viel wie sonst

im ganzen Jahr. Zuletzt geschah das im

oktober 2011.

Statt Chaos geplante Nothilfe

Bei so viel Niederschlag öffnen die Staudämme

die Schleusen. Flussabwärts, an

der Mündung des Lempa in den Pazifik,

wo Felix Saravia und sein Rettungsteam leben,

steht dann alles unter Wasser. 9500

Menschen mussten rund um die Bucht evakuiert

werden. Tag und Nacht waren der

Gruppenleiter und seine Helfer vom Roten

Kreuz im Einsatz, retteten Menschen aus

den Fluten, versorgten Verletzte, organi-

16 Humanité 1/2012

sierten die Belegung und Nahrungsmittelausgabe

in den Notunterkünften.

«Das hat dieses Mal super geklappt»,

sagt SRK-Logistiker Roberto Castillos.

«Dank den Vorbereitungsarbeiten hatten

wir einen gut funktionierenden Krisenstab,

in dem Armee, Polizei, Katastrophenschutz,

Gemeinde, Rotes Kreuz,

Die mit Hilfe des SRK gebauten

Notunterkünfte halten den

Hurrikans stand.

NGos und die Kirchen gemeinsam die

Bergungsarbeiten koordiniert haben.»

Das war nicht immer so. Roberto Castillos,

seit den Zeiten des Bürgerkriegs der

80er-Jahre für diverse Rot-Kreuz-organisationen

tätig, kann sich noch gut an

Die Gesundheitspromotoren

sorgen für

bessere Hygiene in den

Dörfern und werden mit

Unterstützung des SRK

ausgebildet

Mit verletzten Personen

muss im Ernstfall gerechnet

werden, deshalb

wird diese Situation

nachgestellt

apropoS

Vorsorge nützt allen

Die Rückversicherung Swiss Re unterstützt

das SRK seit Jahren in El Salvador

und Honduras im Bereich Katastrophenvorsorge.

Die beiden organisationen

wollen die nächsten drei Jahre noch

enger zusammenarbeiten und gehen

2012 eine offizielle Partnerschaft ein.

Diese beinhaltet die Zusammenarbeit

in der Katastrophenvorsorge, in der

Katastrophennothilfe und für den Wiederaufbau

nach Katastrophen. Dabei

profitiert das SRK vom Fachwissen der

Swiss Re und diese wiederum von der

langjährigen Erfahrung des SRK in der

Entwicklungszusammenarbeit.

Hurrikan Mitch 1998 erinnern: «Damals

war es ein einziges Chaos, niemand

wusste, wo wie viele opfer waren, die

Hilfe wurde am Strassenrand planlos

in die Menge gegeben oder von Hubschraubern

abgeworfen.»

Gemeindeversammlung in der

Notunterkunft

Nicht nur bei der organisation hat die

Schweizer Effizienz ihre Spuren hinterlassen.

Hilfreich sind auch die Notunterkünfte,

die dank Unterstützung des SRK

in Gemeinschaftsarbeit entstanden. Die

Fundamente 1,80 Meter tief im Boden

und damit erdbebensicher, der Fussboden

1,60 m hoch über der Erde und

damit überflutungssicher, ausgestattet

mit einer Gemeinschaftsküche und acht

Kompostlatrinen. Rund 300 Leute finden

in der Notunterkunft Schutz. In ruhigen

Zeiten finden darin Gemeindeversammlungen

statt. Zwei solcher Notunterkünfte

stehen bereits, eine dritte ist im

Bau. «Die Unterkunft in meiner Heimatgemeinde

El Angel hat uns schon zweimal

gute Dienste geleistet», sagt Felix

Saravia. Und als der Präsident des Landes

in einer Radioansprache die gute

Prävention und Katastrophenhilfe lobt,

ist er zu Recht sichtlich stolz auf das,

was er und seine Truppe geleistet haben.

➥ redcross.ch/elsalvador


KonKret

letzte Wünsche

«ach übrigens, wenn ich

einmal…»

Wir sprechen ungern darüber und den passenden Moment gibt es nicht. Sollen wir daher den Angehörigen unsere

Wünsche für «die Zeit nach uns» schriftlich hinterlassen? «Wenn ich einmal nicht mehr selbst bestimmen

kann» heisst der neue Ratgeber des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Bestatter Stefan Bärtschi erzählt im

Interview, wie er darüber denkt und warum das Thema nicht tabu sein sollte.

INTERVIEW: TANJA PAULI

18 Humanité 1/2012


Stefan Bärtschi, was halten Sie von einer

Broschüre, die sich damit befasst, was

Angehörige im Todesfall wissen sollten?

Ich finde es gut, dass das SRK dieses

Tabuthema aufgreift und eine solche Broschüre

erarbeitet hat. Man schiebt das

Thema von sich weg. Auch wir versuchen

zu erreichen, dass die Leute sich damit

befassen und beraten unverbindlich.

Und wenn man den Angehörigen alle

Entscheidungen überlassen möchte?

Auch dann ist es sinnvoll, genau das

schriftlich festzuhalten. Denn woher sollen

die Angehörigen dies sonst wissen?

Selbstverständlich kann und soll man über

seine Wünsche nach dem Tod sprechen,

aber nach Jahren erinnert man sich nur

© istockphoto

Den perfekten Moment

für dieses Gespräch gibt es

nicht, aber irgendwann ist

es für immer zu spät

noch wage an das Gesagte. Und oft wird

es erst noch zu wenig deutlich gesagt.

Werden schriftlich formulierte Wünsche

immer respektiert?

Ja, ich halte mich daran. Es ist meine Philosophie,

im Sinne einer verstorbenen Person

zu handeln und sie zu respektieren. Wenn

Denn eigentlich wissen doch

alle ungefähr, was sie möchten

und sonst ganz bestimmt,

was sie gar nicht wollen.

die Angehörigen keine Anweisungen der

verstorbenen Person mitbringen, frage ich

sie, ob sie danach gesucht haben. Es ist

schon vorgekommen, dass wir nachträglich

noch einige Details änderten, weil die

Hinterbliebenen erst einen Tag später auf

ein entsprechendes Dokument gestossen

sind. In diesem Beruf muss man sehr flexibel

sein; daher ist es für mich auch kein

Problem, wenn eine ganze Trauerfeier

umgestellt werden muss. Ich sehe mich als

Anwalt der verstorbenen Person und für

mich gilt, was sie geschrieben hat. Insbesondere

natürlich, wenn ein Sterbevorsorgevertrag

mit uns abgeschlossen wurde.

In diesem Fall kann ich die Wünsche der

verstorbenen Person sogar auf rechtlichem

Weg durchsetzen.

Sind ohne Sterbevorsorgevertrag

schriftlich festgehaltene Wünsche für

die Hinterbliebenen gedacht?

Ja, und für den Bestatter, wenn es keine

Angehörigen gibt. Es ist eine grosse Erleichterung

für Hinterbliebene, wenn sie

das Gefühl haben, das Richtige zu tun.

Es kommt oft vor, dass Hinterbliebene mit

klaren Anweisungen zu mir kommen. Von

der gewünschten Kleidung, ob im offenen

Sarg aufgebahrt werden soll oder nicht,

bis zur Musikauswahl – alles ist oft bis ins

Detail festgelegt und passt zur verstorbenen

Person, was eine Trauerfeier besonders

berührend und persönlich machen

kann.

Schätzen es die Angehörigen, wenn

sogar die Details geregelt wurden?

Ich weiss es aus eigener Erfahrung. Leider

ist mein Vater vorletztes Jahr ver storben.

Er hat uns gesagt, dass alles, was wir

KonKret

brauchen, in einer braunen Mappe sei.

Tatsächlich hatte auch er alles bis ins

kleinste Detail durchdacht. Und etwas

Wichtiges hätten wir ganz anders gemacht,

ohne seine schriftliche Wünsche.

Mir hat es geholfen, zu wissen, dass alles,

was wir tun, ganz in seinem Sinn ist.

Kommt es oft vor, dass die Angehörigen

sich nicht einigen können?

Meistens geht es gut. Aber es gibt Familien,

die sich nach vielen Jahren das erste

Mal wieder sehen und sich in dieser heiklen

Situation zusammen an einen Tisch

setzen müssen, um schwierige Entscheidungen

zu fällen. Ich habe zwei Brüder erlebt,

die waren offensichtlich schon länger

zerstritten. Sie wussten nicht, was ihr verstorbener

Vater gewollt hätte und konnten

sich in keinem Punkt einigen. Schliesslich

fragten sie mich, wie ich entscheiden würde.

Ich riet ihnen: «Gehen Sie zusammen

einen Kaffee trinken, lassen Sie sich Zeit.

Ich warte auf Sie.» Nach der Trauerfeier

hatte ich den Eindruck, dass dieses Gespräch

den Grundstein gelegt hat für eine

Versöhnung. Es hat mich gefreut, dass ich

dazu etwas beitragen konnte.

Was sagen Sie, wenn sich jemand

nicht mit dem Thema befassen möchte

aus der unterschwelligen Angst, das

Schicksal damit herauszufordern?

Ich habe auch schriftlich festgehalten, was

ich dereinst möchte, weil ich diese Entscheidungen

meinen Angehörigen abnehmen

will. Ich rate, den Ratgeber bei Gelegenheit

durchzulesen und auszufüllen, wenn

es passt. Denn eigentlich wissen doch alle

ungefähr, was sie möchten und sonst ganz

bestimmt, was sie gar nicht wollen.

➥ Die Broschüre des SRK, «Wenn ich

einmal nicht mehr selbst bestimmen

kann – wichtige Informationen für

Angehörige», ist bei der Geschäftsstelle

des SRK in Bern erhältlich.

Stefan bärtschi

Seit 20 Jahren arbeitet der 48-Jährige

als Bestatter. Auf diesen Beruf

ist der ehemalige Automechaniker

über Umwege gekommen. Er ist

Inhaber eines Bestattungsunternehmens

mit Niederlassungen in Bern

und Thun.

Humanité 1/2012 19


KonKret

Japan

Schutz und Würde für

Hinterbliebene

Im japanischen Onagawa ermöglicht das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) den Bau eines Alterswohnheims

mit Akutklinik. Viele ältere Japanerinnen und Japaner in der Katastrophenregion haben kaum noch Angehörige.

Martin Fuhrer, Leiter Internationale Zusammenarbeit des SRK, besuchte kürzlich das Katastrophengebiet.

INTERVIEW: KARL SCHULER

20 Humanité 1/2012


© IFRC

Nirgendwo ist die

Lebenserwartung höher

als in Japan, aber nicht

alle bleiben vor Gebrechen

verschont

Martin Fuhrer, was sind Ihre Eindrücke

bald ein Jahr nach der schweren

Naturkatastrophe?

Es sieht auch heute noch aus wie nach

einem Bombenangriff. Die Städte Ishinomaki

und onagawa an der nordöstlichen

Küste, die wir besuchten, sind noch nicht

wieder aufgebaut. Allerdings sind die

riesigen Schuttmassen weggeräumt. Es

stapeln sich überall Riesenberge, wobei

ein eigentliches Recycling stattfindet: hier

ein Berg aus Plastik und Autos, dort einer

aus Zement, daneben wiederum ein Turm

aus Holzabfällen. Wohin mit den Tausenden

von Tonnen? Dies ist noch nicht entschieden.

Wo leben die Menschen, die ihr Obdach

verloren?

Bereits ein halbes Jahr nach der Katastrophe

konnten die Zehntausenden von

obdachlosen die Massenunterkünfte verlassen

und in relativ komfortable Wohncontainer

einziehen. Dies ist eine grosse

Leistung der Behörden. Allerdings hat der

definitive Wiederaufbau der Wohnhäuser

noch nicht begonnen, da die Landfrage

nicht geklärt ist. Auch ist unklar, ob die

Städte so nahe an der ungeschützten Küste

wieder aufgebaut werden oder eher

«es fällt auf, dass der grosse

teil der Zurückgebliebenen

ältere Menschen sind.»

etwas zurückversetzt auf den Hügeln. Vor

allem jüngere Leute haben die nördliche

Küstenregion verlassen, da ihnen die

Regierung für die Neuansiedlung in den

Städten des Südens eine Starthilfe offeriert.

Es fällt auf, dass der grosse Teil der

Zurückgebliebenen ältere Menschen sind.

Sie besuchten die Menschen in

den provisorischen Wohnsiedlungen.

Wie geht es ihnen?

Wir begleiteten eine psychologisch ausgebildete

Helferin des Japanischen Roten

Kreuzes bei ihren Hausbesuchen. Materiell

geht es den meist älteren Menschen

zwar wieder einigermassen gut, doch

wirken sie vielfach apathisch und wie

gelähmt. Der psychosoziale Dienst des

apropoS

Der Mundschutz schützt die Seniorin davor, sich allenfalls mit einer Erkältung anzustecken

KonKret

SRK­Hilfe in Japan

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK)

hat gleich nach dem Erdbeben das

Nothilfe-Programm des Japanischen

Roten Kreuzes mit einer Million Franken

unterstützt. Damit wurde in den

Notunterkünften die Trinkwasserversorgung

hergestellt und die Wohn-

Container mit Haushaltgeräten wie

Reis- und Nudelkocher und Waschmaschinen

ausgerüstet. Den Grossteil

seiner Mittel setzt das SRK für den

Bau eines Alters- und Pflegeheims für

100 Bewohnerinnen und Bewohner

sowie einer Akutklinik mit 20 Betten

in der stark zerstörten Stadt onagawa

ein. Der Bau wird im Mai 2012 bezugsbereit

sein. An den Gesamtkosten

von 22 Millionen sind die Glückskette

und die Caritas beteiligt.

Roten Kreuzes ist sehr wichtig. Unsere

Begleiterin erklärte uns, dass die Leute

nicht gewohnt sind, ihre Gefühle zu zeigen.

Durch die Katastrophe sind sie aus

ihrer gewohnten Bahn geworfen worden

und haben nun grosse Mühe, sich in dieser

neuen Situation zurechtzufinden und

zu improvisieren. Dies ist ein kultureller

Aspekt der japanischen Gesellschaft.

Humanité 1/2012 21


KonKret

In Massenunterkünften

improvisierten die Obdachlosen

während sechs

Monaten ihr tägliches

Leben

Gebrechliche Menschen

sind auf ein Alters- und

Pflegeheim angewiesen,

wenn sie keine Angehörigen

mehr haben

KoMMentar

Der alte Mann und das Meer

TExT: MARTIN FUHRER

Das Erdbeben und der anschliessende Tsunami

hat bis zu 20 000 Menschen getötet

und über eine Viertelmillion obdachlos gemacht.

Das sind kaum vorstellbare Zahlen.

Es sind die Einzelschicksale, die nahe gehen

und die man – anders als Zahlen – ein

Leben lang nicht vergisst. Der 70-jährige

Fischer Katsumi hat mir erzählt, wie er das

stärkste Erdbeben in der Geschichte Japans

und das ganze letzte Jahr erlebt hat. Seit er

sich zu erinnern vermag, lebt Katsumi im

Hafen der Stadt onagawa. Der 11. März

2011 hat sein Leben radikal verändert. Er

entkam der Katastrophe nur mit dem nackten

Leben. Zusammen mit seiner Frau vermochte

er sich vor der riesigen Welle auf

die nahe gelegene Anhöhe in Sicherheit

22 Humanité 1/2012

Warum entschied sich das SRK

für den Bau eines Alters- und Pflegeheimes?

Das Spitalgebäude in der Kleinstadt

onagawa wurde vom Tsunami stark beschädigt.

Nun wird es in ein Alters- und

Pflegeheim für 100 Betagte umgebaut,

dem eine Akutklinik mit 20 Betten angegliedert

wird. Da allgemein eine zu hohe

Spitaldichte besteht, ist diese Umnutzung

sinnvoll. Wegen der Abwanderung der

zu bringen. Sein Haus mit dem gesamten

Hab und Gut und sein geliebter Fischkutter

wurden von der Welle überflutet, und es ist

keine Spur mehr davon zurückgeblieben.

Die ersten Monate nach der Katastrophe

lebten Katsumi und seine Frau in einer

Turnhalle auf ein paar wenigen Quadratmeter,

die man ihnen zugewiesenen hat.

Zusammen mit Hunderten von anderen älteren

Menschen lebten sie in dieser Halle.

Im oktober wurde ihnen eine provisorische

Container-Unterkunft in einer neuen Siedlung

zugeteilt. Hier verfügen sie wenigstens

über ihren eigenen Privatraum, können

selber kochen und verbringen täglich viele

Stunden vor dem kleinen Fernseher. Doch

Katsumi wirkt traurig und abgemagert und

fühlt sich krank. Er wird einige Tage zur

Untersuchung im Spital verbringen müssen.

Das Meer, auf dem der Fischer sein Leben

jüngeren Leute ist die traditionelle Versorgung

der Eltern durch ihre Kinder in diesem

eher ländlich geprägten Gebiet nicht

mehr gewährleistet. Viele der älteren

Menschen leben allein und in bescheidenen

Verhältnissen. Durch die Naturkatastrophe

wurden sie zusätzlich traumatisiert.

Wir wollen deshalb dazu beitragen, dass

sie ihren Lebensabend in Schutz und

Würde verbringen dürfen.

➥ redcross.ch/japan

Martin Fuhrer

Martin Fuhrer (rechts) leitet beim SRK die Internationale

Zusammenarbeit. In den letzten Jahren hat er diverse

Länder besucht, die von Naturkatastrophen heimgesucht

wurden. Links im Bild der Fischer Katsumi.

verbrachte, hat ihm alles genommen. Der

alte Mann wird nie mehr mit dem Kutter

ausfahren können. Nun hofft er, zusammen

mit seiner Frau im neuen Alters- und Pflegeheim

aufgenommen zu werden.


Die Natur kann jederzeit zuschlagen.

Nur handfeste Lösungen können uns davor schützen.

Die Klimaveränderung zeigt Folgen: Überschwemmungen und Stürme ereignen sich häufi ger, das Ausmass

nimmt zu. Was tun? Sollen sich die Bewohner aus den Gefahrenregionen zurückziehen? Sollen die gefährdeten

Gebiete durch Dämme, Entwässerungssysteme und strengere Bauvorschriften noch besser geschützt werden?

Oder soll das fi nanzielle Risiko versichert und der Wiederaufbau gefördert werden? Für uns bei Swiss Re steht

jedenfalls fest: Wir müssen uns rasch an den globalen Klimawandel anpassen. Deshalb unterstützen wir Länder

und Kommunen bei der Entwicklung von Strategien zum Schutz gegen die Kräfte der Natur.

Mehr noch: Aus Risiko formen wir Chancen.

Erfahren Sie mehr auf www.swissre.com

Swiss Re ist offi zieller Partner des Schweizerischen Roten Kreuzes. Zusammen

tragen wir dazu bei, die Gesellschaft widerstandsfähiger zu machen. Wir engagieren

uns gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, soziale und wirtschaftliche Nachteile

zu mindern und neue Wege der Katastrophenprävention aufzuzeigen.


erlebt

detention

rückkehrberatung für

Menschen in ausschaffungshaft

Durch das Projekt Detention des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) arbeiten Menschen in Ausschaffungshaft an

einer neuen Perspektive. Auseinandersetzungen und Aggressionen können so gemildert oder aufgefangen werden.

Die SRK-Sozialarbeiterin Carine Elmiger ist seit über zwei Jahren dabei und zieht eine positive Zwischenbilanz.

TExT: URS FRIEDEN

Carine Elmiger hat einen schwierigen

Job im unendlichen Gebiet zwischen

Anspruch und Wirklichkeit: Sie berät

Männer und Frauen, die sich in Ausschaffungshaft

befinden. Das 2008 gestartete

Projekt heisst Detention (englisch für Inhaftierung,

Gewahrsam) und beschäftigt

in sieben Kantonen 13 qualifizierte SRK-

Mitarbeitende.

Carine Elmiger, die Detention im Kanton

Bern leitet, ist überzeugt, in den letzten

© SRK, Gabriela Feldmann

24 Humanité 1/2012

© SRK, Gabriela Feldmann

zwei Jahren zahlreichen Menschen in

einer verzweifelten Situation wichtige

Hilfe gewährt zu haben: «Einerseits

schauen wir mit den Personen die Situation

während des Ausschaffungsverfahrens

an und beantworten ihre Fragen,

damit sie besser einschätzen können,

was auf sie zukommt. Andererseits bieten

wir ihnen den Rahmen, um sich

mit ihrer Rückführung und somit Rückkehr

in ihr Heimatland auseinanderzusetzen.»

Carine Elmiger, Leiterin

Projekt Detention im

Kanton Bern, erklärt, was

ihre Arbeit bewirkt

Diese Menschen seien mit hohen Erwartungen

nach Europa gekommen und würden

nun mit der harten Realität konfrontiert,

dass für sie hier kaum Platz ist.

Aus humanitären Gründen

sinnvoll

Das Angebot sei auch deshalb wichtig,

weil sich nach dem Wegweisungsentscheid

Wut und Enttäuschung aufstauen.

«Diese starken Emotionen können wir

auffangen und die Enttäuschung teilweise

lindern. Die Betroffenen erhalten

durch unsere Abklärungen und Beratungen

einen Überblick über ihre Situation

und dadurch gelingt es ihnen, diese

auch besser zu verstehen», so Elmiger.

Die Beraterinnen sind davon überzeugt,

dass auch Personen in der Ausschaffungshaft

Zugang zur Rückkehrberatung

«Die starken emotionen können

wir auffangen und die enttäuschung

teilweise lindern.»

haben sollen, damit sie ihre Rückkehr

möglichst gut vorbereiten können. Auf

diese Weise kann die Integration im

Heimatland unterstützt werden. «Wir

thematisieren ihre Fähigkeiten, Ressourcen,

das soziale Netz und erarbeiten mit

ihnen so eine mögliche Perspektive für

die nächste Zukunft.» Diesen Prozess zu

begleiten ist nötig, weil die Menschen in

ihrer Situation kaum eine Perspektive sehen

und oftmals das Gefühl haben, ver-


Die Betroffenen erhalten in den Beratungen einen Überblick über ihre Situation und akzeptieren dadurch besser,

dass sie zurückreisen müssen (Symbolbild)

sagt zu haben. Wenn sie hingegen den

Entscheid akzeptieren, werden persönliche

Ressourcen frei, die für die Rückkehr

und das Leben im Heimatland dringend

benötigt werden.

Zudem: Wenn Betroffene dank des Wirkens

der Detention-Beraterinnen weniger

lang im Ausschaffungsgefängnis bleiben

müssen und ihre Rückkehr ohne Anwendung

von Zwangsmassnahmen erfolgen

kann, ist das für alle besser.

positives Fazit

Die Universität Genf hat im Lauf des Jahres

2011 Detention qualitativ evaluiert.

Das Team unter Prof. Sandro Cattacin

kam dabei unter anderem zum Ergebnis,

dass das SRK durch seine Anwesenheit

in den Ausschaffungsgefängnissen die

Rechte und Würde der auszuschaffenden

Menschen schütze und andererseits das

Thema des Lebens nach einer Rückkehr

überhaupt einführe.

Aber ist diese Arbeit für die SRK-Mitarbeitenden

nicht frustrierend? Carine Elmiger

sagt es so: «Wir müssen mit kleinen Erfolgserlebnissen

auskommen. Man spürt

immer wieder, dass die Person dankbar

ist für die Gespräche, die Empathie und

die Klärung der Fragen. Und wenn wir in

Einzelfällen zu einem Integrationsprojekt

verhelfen konnten, dann freut mich das.»

Eben habe sie die Rückmeldung bekommen,

dass ein ehemaliger Klient aus

Westafrika nun einen kleinen Handel mit

Taschen, Schuhen und Kleidern aus China

betreibe und jetzt davon leben könne.

➥ srk­bern.ch/detention

apropoS

erlebt

perspektiven­ und

Rückkehrberatung Detention

Detention wird seit 2008 umgesetzt mit

derzeit 13 SRK-Mitarbeitenden. Die ausgebildete

Sozialarbeiterin Carine Elmiger

(39) leitet Detention im Kanton Bern

und arbeitet mit zwei Mitarbeiterinnen

im Teilzeitpensum. Die Perspektiven- und

Rückkehrberatung durch das SRK wird

in den Kantonen Basel, Bern, Freiburg,

Tessin, Uri, Wallis und Zürich angeboten.

Ausser im Kanton Uri betreut der

jeweilige SRK-Kantonalverband das Projekt.

Für die nationale Projektleitung und

Koordination sowie für die Beratungen

in Uri ist die nationale Geschäftsstelle

des SRK in Bern verantwortlich.

Humanité 1/2012 25

© jupiterimages


überzeugt

das rote Kreuz in der Schweiz

für das alter – mit dem alter!

2012 ist das «Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen». Dieses

Motto trifft auch auf das Engagement des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) zu. Denn es bietet eine Vielfalt

von Dienstleistungen an, welche sich direkt an ältere Menschen und an ihr Umfeld richten.

TExT: MARIo WÜTHRICH

Die Dienstleistungen des SRK werden

nicht nur von Menschen in der zweiten

Lebenshälfte genutzt, sondern ermöglichen

es ihnen auch, einer spannenden

und sinnbringenden freiwilligen Tätigkeit

nachzugehen. Eine aktive Lebensgestaltung

im Alter ist von zentraler Bedeutung.

Gerade für das SRK leisten ältere Menschen

als freiwillige Mitarbeitende grosse

26 Humanité 1/2012

Dienste für die Bevölkerung und leben so

die Solidarität zwischen den Generationen.

Ich denke da beispielsweise an die

Fahrerinnen und Fahrer im SRK-Fahrdienst,

an die sozialkompetenten Frauen und

Männer im Besuchs- und Begleitdienst,

und an einfühlsame Menschen, die beim

Ausfüllen einer Patientenverfügung beratend

zur Seite stehen. oder sie bekleiden

Mit dem Notruf lebt die Benutzerin so selbsständig wie bisher – nur mit mehr Sicherheit

nicht zuletzt ein Ehrenamt in den kantonalen

und nationalen SRK-Gremien. «Aktives

Altern» – und damit die Selbstständigkeit

im Alter – fördern die Dienstleistungen

des SRK ebenfalls. Denn viele ältere Menschen

wünschen sich nichts mehr, als trotz

gesundheitlicher Probleme so lange wie

möglich im gewohnten häuslichen Umfeld

zu wohnen. Der SRK-Notruf und der SRK-

© SRK Zürich


Aktiv nach dem Berufsleben:

Im SRK-Fahrdienst

sind die meisten

Fahrerinnen und Fahrer

im Rentenalter

Betreuung zu Hause

ist möglich, wenn die

Angehörigen unterstützt

werden

Fahrdienst helfen mit, dies zu ermöglichen.

Dank der Unterstützung der Allianz Suisse

und Spenden sind diese Dienstleistungen

für alle erschwinglich.

Anstieg der Lebenserwartung

Der Anstieg der Lebenserwartung kann für

uns alle eine durchaus positive Entwick-

Im Mittelpunkt des Wirkens

steht beim SRK der Mensch und

nicht seine Krankheit, seine

Behinderung oder sein Alter.

lung bedeuten, bringt aber auch gesellschaftliche

Konsequenzen und Herausforderungen

mit sich. Pflegende Angehörige,

welche immer mehr gefordert sind und

an die Grenzen der Belastbarkeit gelangen,

seien hier als ein Beispiel erwähnt.

Für sie bietet das SRK Entlastungsdienste,

Tageszentren für ältere Menschen organisieren

Ferien und Ausflüge, welche den

pflegenden Angehörigen ebenfalls eine

Verschnaufpause ermöglichen. Schweizweit

gibt es unzählige Angebote für pflegende

Angehörige. Das richtige Angebot

zu finden, kann jedoch zeitraubend und

aufwändig sein. In regionalen SRK-Beratungs-

und Informationsstellen finden Angehörige

die nötige Unterstützung. Diese

Angebote gilt es auszubauen.

Der Mensch im Zentrum

Der Rotkreuz-Grundsatz «Menschlichkeit»

wird hochgehalten im SRK. Im Mittelpunkt

des Wirkens steht der Mensch und nicht

seine Krankheit, seine Behinderung oder

sein Alter. Gerade die älteren Generationen

sind heute so heterogen wie wohl

noch nie zuvor. Das SRK ist in seiner Arbeit

gefordert, einem Bild des Alter(n)s

zu entsprechen, welches Einschränkungen

einbindet, aber die Kompetenzen und

Ressourcen älterer Menschen nicht ausser

Acht lässt. Viel mehr sollen diese wo immer

möglich in den Fokus gestellt werden.

Wir sind gefordert, uns mit dem Thema Al-

© Peter Moser-Kamm

© SRK, Roland Blattner

© SRK Zürich

apropoS

überzeugt

Für manche Familie Gold

wert: die Unterstützung

der Grosseltern

Passend zum Thema organisiert das SRK

am Donnerstag, 20. September 2012,

seine 10. Nationale Fachtagung und

veröffentlicht diverse Publikationen. Weitere

Informationen folgen in der nächsten

Ausgabe.

ter auseinanderzusetzen und mögliche negative

Altersbilder durch objektive Bilder

des Alterns zu ersetzen. Auch wenn dank

der sozialpolitischen Errungenschaften in

der Schweiz viele ältere Menschen heute

in einer hohen materiellen Sicherheit leben,

gibt es andere, die mit geringen Mitteln

auskommen müssen. Das Thema der

Altersarmut kann in der Schweiz nicht ad

acta gelegt werden. Es gilt die Solidarität

zwischen den Generationen zu fördern,

damit Altern zu einer Erfolgsgeschichte

für uns alle wird. Das Schweizerische Rote

Kreuz wird sich auch in Zukunft «für das

Alter – mit dem Alter!» engagieren.

➥ redcross.ch/entlastung

Mario Wüthrich

Der 43-jährige Familienvater ist

Gerontologe HF und arbeitet seit

acht Jahren für das SRK als stv. Abteilungsleiter

im Bereich Beratung

und Entlastung.

Humanité 1/2012 27


Kurz & bündig

© istockphoto

freizeitangebote allen zugänglich machen

Chaise rouge («roter Stuhl», abgeleitet

vom Kinosessel) heisst der Begleitdienst

des Roten Kreuzes Waadt für Menschen

mit Behinderung. Dank ihm müssen

behinderte Menschen nicht mehr auf den

Ausgang verzichten, wenn sie anderweitig

keine Begleitung finden. Speziell

ausgebildete Freiwillige begleiten sie zu

Freizeit- und Kulturveranstaltungen und

Motorrad-ambulanzen für Swasiland

Unter dem Namen «ride4africa» schenkt

eine Gruppe von Motorradfahrern dem

Roten Kreuz in Swasiland 12 Motorräder

mit einer Liegenpritsche im Seitenwa-

© ride4africa

28 Humanité 1/2012

helfen ihnen, Hindernisse im öffentlichen

Raum zu überwinden. Die Dienstleistung

ist für jedes Budget erschwinglich, weil

nur eine Beteiligung an den Fahrspesen

verlangt wird. Für die Aktion Chaise

rouge, die von den kantonalen Behörden

unterstützt wird, arbeitet das Rote Kreuz

mit Pro Infirmis Waadt zusammen.

➥ la­chaise­rouge.ch

gen. Sie dienen nun im südlichen Afrika

als Ambulanzfahrzeuge. Die 9000 km

lange Fahrt durch den Kontinent wurde

von freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern

in Etappen bewältigt. Gestartet ist der

Tross Ende oktober 2011 in Ägypten.

Am 10. Januar 2012 konnten die Motorrad-Ambulanzen

in Anwesenheit des

SRK-Arztes Martin Weber dem Swasiländischen

Roten Kreuz übergeben werden.

Der Arzt war auf der letzten Etappe einer

der Fahrer. «Es war ein humanitäres

Abenteuer mit einem sinnvollen Ziel»,

sagt Initiator Daniel Sollberger.

Die dreirädrigen Ambulanzen werden

künftig Kranke und Verletzte zu den

Rotkreuz-Kliniken transportieren. Das

Schweizerische Rote Kreuz unterstützt in

diesem kleinen Land seit mehreren Jahren

sowohl die Aids-Aufklärung als auch

das Therapieprogramm in den Kliniken

des Swasiländischen Roten Kreuzes.

➥ ride4afrika.ch

Computerkurse für das

SrK-pflegepersonal

Die upc cablecom und das Schweizerische

Rote Kreuz sind auf Anfang 2012 eine

Projektpartnerschaft eingegangen. Ziel

der Partnerschaft ist der Aufbau und die

Durchführung von Computerkursen für die

Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, welche

vom SRK ausgebildet werden. Heute verlangen

viele Heime und organisationen,

die im Pflegebereich tätig sind, dass auch

das Hilfspflegepersonal beim Führen der

Pflegedokumentation mithilft und grundlegende

Computerkenntnisse hat.

fasnachtskostüm aus

dem SrK-nähatelier

Im Nähatelier «Hinterhof 165» vom

Roten Kreuz Basel-Stadt nähen rund

15 Frauen aus verschiedenen Ländern

Kostüme für die Fasnacht. Die Näherinnen

sind sowohl Migrantinnen als auch

Schweizerinnen, die über gute Nähkenntnisse

verfügen, aber aus verschiedenen

Gründen keiner regelmässigen Arbeit

nachgehen. Die Frauen erhalten durch

die Anleitung einer ausgebildeten Schneiderin

eine Zusatzqualifizierung, und das

Vorweisen einer Arbeitsbestätigung erhöht

ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Zu der Kundschaft zählen Cliquen und

Einzelpersonen. Die Näherinnen erhalten

jeweils die Hälfte des vereinbarten Kostümpreises

als Lohn. Auftragsanfragen

fürs nächste Jahr nimmt das Nä hatelier

vom SRK Basel-Stadt per E-Mail entgegen:

hinterhof165@srk-basel.ch

© SRK Basel-Stadt


Dank der verbesserten Kochstelle müssen die Köchinnen von Cerro Verde beim Zubereiten der Gerichte nicht mehr den

schädlichen Rauch einatmen

el Salvador

Winterlicher eintopf

aus den tropen

Als Selbstversorgerinnen bereiten El Salvadors Bäuerinnen am Sonntag und an

Festtagen einen ebenso einfachen wie schmackhaften Eintopf zu. Im Dorf Cerro

Verde ist die Zubereitung dank der verbesserten Kochstelle leichter als früher.

TExT: KARL SCHULER BILDER: FLoRIAN KoPP

Das Dorf Cerro Verde – Grüner Hügel –

macht seinem Namen alle Ehre, liegt

ren Familien das tägliche Ei und bei besonderen

Gelegenheiten ein gutes Stück

es doch an einem ganzjährlich belaubten Fleisch. In Cerro Verde ist jede Hausfrau

Hang. Denn im Hügelland der Provinz Usu- stolz auf ihre Hühnerschar. Es braucht

lután im osten des Landes wachsen vor hier kein spezielles Label, um die gross-

allem Kaffeebäume und Bananenstauden. zügige Freilandhaltung zu garantieren.

In den Kaffeeanbau-Gebieten arbeiten die Meistens werden sie auch biologisch

meisten Einwohner als billige Tagelöhner ernährt. Doch werden sie noch so glück-

auf den grösseren Plantagen. Daneben lich gehalten – sie landen trozdem eines

bewirtschaften sie selber meist noch ein Tages im Kochtopf. Ein langer Transport

kleines Stück Land von einer halben oder bleibt ihnen erspart, denn sie dienen der

einer Hektare zur Selbstversorgung. Selbstversorgung.

Im Jahr 2001 wurde Cerro Verde von ei- In den Eintopf gelangen auch die selbst

nem Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogenen Tomaten, Kartoffeln, Zwie-

gezogen. In der Folge konnten 60 Famibeln und weitere Gemüsesorten, die hier

lien mit der Unterstützung des Cruz Roja das Prädikat biologisch verdienen. Denn

Suiza SRK ihre Häuser neu aufbauen. Die in Cerro Verde entstanden nicht nur neue

früheren Blechhütten wichen soliden Häu- Häuser mit sanierten Kochstellen, die

sern. Für die Frauen war dabei die verbes- Bevölkerung wurde auch zum biologiserte

Kochstelle vor allem wichtig. Dank schen Anbau von Gemüse und Früchten

des Rauchabzugs ist ihre Gesundheit heu- geschult. Dabei entstand sogar ein Kochte

weniger gefährdet und sie sparen erst buch traditioneller Rezepte mit lokalen

noch Feuerholz. Ganz allgemein schuf der Produkten. Der salvadorianische Eintopf

Wiederaufbau durch das SRK eine besse- von Cerro Verde, der diesem Rezeptbuch

re Wohn- und Lebensqualität.

entstammt, ist ebenso schmackhaft wie

Auch in El Salvador ist das Huhn das gesund.

günstigste Haustier und sichert den ärme- ➥ magazin­humanite.ch/rezepte

rezept

Kreuz & quer

Die «Sopa de pollo» ist besser und gesünder als Fast food

Salvadorianische Hühnersuppe

nach Bauernart

Für 4 Personen

Zutaten

1 Freilandpoulet, 1 kleine Zwiebel

geviertelt, 4 Kartoffeln, 3 Stangen

Sellerie, 2–4 Karotten, 4 Tomaten,

1

/4 Kohlkopf, Reis, Salz, 1 Bund gehackte

Petersilie, 1 kleines Bündel

frischer, gehackter Koriander (frisch),

1 Zitrone, 1 Packung Mais- oder Weizentortillas.

Zubereitung

Das Poulet in 6 grosse Stücke zerteilen

und in Salzwasser mit der Zwiebel

halb gar kochen (ca. 10 Minuten auf

kleinem Feuer). Derweil den Reis mit

Salz kochen, mit zerpflückter Petersilie

mischen und warm stellen.

Das Gemüse wird ebenfalls in grosse

Stücke zerteilt und zum halbgaren Huhn

dazugegeben, salzen und ca. 15–20

Minuten leicht köcheln, bis alles gar ist.

Koriander und den Reis zum Schluss

dazugeben. Mit Zitrone beträufeln und

mit den warmen Tortillas servieren.

Humanité 1/2012 29


kreuz & quer

Für Humanité zeichnet «Karma» alias Marco Ratschiller. Er ist Cartoonist und Chefredaktor des Satire-Magazins Nebelspalter.

labyrinth

Vom Start bis ans Ziel wird der Weg mit feinen Linien markiert.

Den gefundenen Weg ausfüllen – und schon erscheint das Bild.

30 Humanité 1/2012

(C) Conceptis Puzzles

4002201

HuMANITé 4/2011

Lösungswort des letzten Kreuzworträtsels:

FUeR ANDeRe DA SeIN

Wir gratulieren den Gewinnerinnen

und Gewinnern:

Beat Adam, Biberstein

Helene Bürgin, Riggisberg

Denis Gutknecht, Geneveys-Coffrane

Markus Lussi, Schaffhausen

Valentin Tschinder, Volketswil

Übrige Lösungen der letzten

Ausgabe:

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06010026030

Die Lösung zum Sudoku, zum Wortsuchspiel

und zum Labyrinth finden Sie

jeweils in der nächsten Ausgabe oder

im Internet.

➥ magazin-humanite.ch

4002004


Kreuzworträtsel

geWinnen

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Wir verlosen unter allen korrekt eingeschickten

Lösungswörtern des Kreuzworträtsels

fünf Wasseruhren. Die Wasser-

Tischuhr in modernem Design braucht

keine Batterien. Nur gelegentlich etwas

Wasser in den Tank füllen und schon

sehen Sie, wie die Zeit verrinnt.

Senden Sie das Lösungswort und Ihre

Adresse in einem E-Mail an

crosswords@redcross.ch oder

auf einer Postkarte an:

Schweizerisches Rotes Kreuz

Magazin «Humanité»

postfach, 3001 Bern

Einsendeschluss: 16. April 2012

Wortsuchspiel

Sudoku

2 1

9

2

kreuz & quer

Füllen Sie die leeren Felder mit

den Zahlen von 1 bis 9. Dabei

darf jede Zahl in jeder Zeile,

jeder Spalte und in jedem der

neun 3 x 3-Blöcke nur einmal

vorkommen.

Finden Sie die 20 Wörter horizontal, vertikal und diagonal.

Die Buchstaben können für mehrere Wörter gelten.

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Humanité 1/2012 31


Jahrzehnte trennen die

generationen. das Jugendrotkreuz

verbindet sie

und fördert das soziale

engagement der Jugend.

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