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element+BAU 6/2023

element + BAU – Die Fachzeitschrift für Objektbau behandelt den Gesamtbereich des Objektbaus. Der Bau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden hat ebenso seinen Platz wie der großflächige Wohnungsbau und der Industriebau.

element + BAU – Die Fachzeitschrift für Objektbau behandelt den Gesamtbereich des Objektbaus. Der Bau von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden hat ebenso seinen Platz wie der großflächige Wohnungsbau und der Industriebau.

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6<br />

60. Jahrgang<br />

<strong>2023</strong><br />

ISSN 0934-5914<br />

B2836<br />

Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />

Bildnachweis:<br />

Tobias Hase / StMELF<br />

© Fotos: Sebastian Schels<br />

SPECIAL:<br />

Objektbau mit Holz<br />

Fassaden; Sonnenschutzsysteme; Hallenbau; Wirtschaftsbau;<br />

Brandschutz; Keramik; Sanitär; Klima-/Heiztechnik; Hybridbauweise


GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />

Die unabhängige Medienplattform<br />

für Energieversorgung, Effizienzsteigerung<br />

und alternative Energieträger und -speicher<br />

Nachhaltige Möglichkeiten in der<br />

Prozesstechnologie<br />

Kreislaufwirtschaft im industriellen<br />

Produktionsprozess<br />

Themenbereiche H 2<br />

, Synthetische<br />

Kraftstoffe, Wasser, Solar & Photovoltaik,<br />

Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />

Batterietechnologie, Systemintegration<br />

und weitere Alternativmöglichkeiten<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


editorial<br />

Armin König<br />

Chefredakteur<br />

Liebe Leser,<br />

es "weihnachtet sehr": Schneemassen bedeckten bis vor kurzem noch weite Teile unseres Landes, Schaufensterdekorationen mit<br />

Kunstschnee, die immer gleichen Pop-Baladen von "Last Christmas" bis "All I want for Christmas is you" aus jedem Supermarkt-<br />

Lautsprecher und Fernsehwerbung mit leuchtenden Kinderaugen lassen keinen Zweifel aufkommen, dass Weihnachten vor der<br />

Tür steht.<br />

Und wie es in der Vorweihnachtszeit so üblich ist, könnte man natürlich auf die Idee kommen, einen Wunschzettel zu verfassen.<br />

Neben meinen persönlichen Wünschen hätte ich auch den einen oder anderen, eher beruflich motivierten Wunsch auf Lager. So<br />

würde ich mir für unsere Industrie wünschen, dass von Regierungsseite sich endlich die Erkenntnis durchsetzt, dass Baupolitik und<br />

Sozialpolitik sich im Idealfall ergänzen. Die Wohnungsnot, die vor allem in Ballungszentren immens ist, bedroht zunehmend den<br />

sozialen Frieden in unserer Republik. Und auch in Sachen Arbeitsmarkt bringt der angespannte Wohnungsmarkt erhebliche Probleme<br />

mit sich: Da viele Arbeitnehmer in Ballungszentren keinen bezahlbaren Wohnraum finden, ziehen diese von den Großstädten<br />

weg auf's Land. Dies hat zur Folge, dass sich in Großstädten gerade für nicht besonders hoch dotierte Jobangebote, einfach<br />

keine Fachkräfte mehr finden lassen. Erst jetzt hat z.B. in München ein Altenheim seine Auflösung angekündigt, da Mitarbeiter<br />

fehlen.<br />

Aber auch über dieses gesamtgesellschaftliche Problem des Wohnungsmangels hinaus hätte ich den einen oder anderen Wunsch<br />

für unsere Branche: So würde ich mir von den verantwortlichen Politikern etwas mehr "Berechenbarkeit" wünschen. Jedes Unternehmen<br />

benötigt vernünftige Rahmenbedigungen und Sicherheit. Daran hatte es die letzten Jahre massiv gemangelt, man denke<br />

nur an die unklare Fördersituation für Häuslebauer bis hin zum unsäglichen öffentlichen Gezerre um das Gebäudeenergiegesetz.<br />

Diese Diskussionen und Unsicherheiten waren alles andere als förderlich für unsere Industrie, um planbare Investitionen zu tätigen<br />

und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.<br />

Leider ist jedoch zu erwarten, dass vor dem Hintergrund des massiven Haushaltslochs, das sich nach dem Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichts<br />

auftat, sich mein "Wunschzettel" für unsere Industrie sich als illusorisch herausstellen wird. Allerdings sollte<br />

ja gerade die Vorweihnachtszeit eine Zeit der Hoffnung sein. Und wie z. B. unser Holzbauspecial ab Seite 6 in diesem Heft zeigt:<br />

Unsere Branche ist durchaus leistungs- und innovationsfähig, bereit neue Wege zu gehen und ausgetretene Pfade zu verlassen. Im<br />

Bereich Objektbau mit Holz hat sich die letzten Jahre ein enormes Know-How entwickelt und viele neue Bauweisen und -methoden<br />

haben den Baustoff Holz auch im Objektbau salonfähig gemacht. Und auch die Rahmenbedingungen seitens der Politik<br />

wurden peu à peu angepasst, was die gesetzlichen Voraussetzungen erst schufen, auch größere Bauprojekte in Holz zu realisieren.<br />

Dieses Beispiel zeigt recht gut: Es geht, wenn man will. Schon allein der Abbau bürokratischer Hürden könnte auch in Sachen<br />

Wohnungsbau vieles zum Positiven verändern. Also, lassen Sie uns auch weiterhin zuversichtlich bleiben!<br />

Ihnen und Ihren Lieben möchte ich an dieser Stelle ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch, in ein hoffentlich gutes<br />

neues Jahr 2024 wünschen!<br />

Ihr<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

3


inhalt<br />

SPECIAL: OBJEKTBAU MIT HOLZ<br />

Hotelbau<br />

Holz bringt Designqualität und gute Akustik<br />

Neubau 33. Grundschule Dresden<br />

Flexible Schulplanung mit Holzmodulen<br />

Hauptsitz der UmweltBank in Nürnberg<br />

25.000 m 2 in Holz-Hybrid-Bauweise<br />

Neubau des Netztanbieters Alliander in Amsterdam<br />

Bürogebäude mit Industrieschick<br />

Timber Office in Hamburg<br />

Grüner Holz-Hybrid für die Hansestadt<br />

News + Produkte rund um den Objektbau mit Holz<br />

OBJEKTE<br />

Neubau für Leber Hygiene-<br />

Service GmbH in Gutach<br />

Maßgeschneidert und unverwechselbar<br />

Bürogebäude der DynamicWare Software-<br />

Entwickler in Jena<br />

Für die Zukunft gebaut<br />

Sky Park Residenz, SK-Bratislava<br />

Eindrucksvolle Architektur, hochwertige<br />

Bodenfliesen<br />

Trainingshospital „To Train U“ in Ulm<br />

Lernen am Dummy<br />

Wartungshangar der Fluggesellschaft<br />

easyJet am BER, Berlin<br />

Zum Abflug bereit<br />

Frankfurter Messeturm<br />

Neue Offenheit und Energieeffizienz<br />

IM FOKUS<br />

Das neue GEG<br />

Möglichkeiten für die Industrie<br />

Warema<br />

CO 2<br />

-Einsparung durch außenliegenden<br />

Sonnenschutz<br />

RUBRIKEN<br />

Produkte<br />

Branche aktuell<br />

Vorschau/Impressum<br />

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Der Baustoff Holz wird im Inneren erlebbar:<br />

Neubau des Netzanbieters Alliander in Amsterdam.<br />

Seite 14<br />

Holz-Hybridbau setzt Akzente: Neubau des<br />

Timber Office in Hamburg.<br />

Seite 16<br />

Industriebau der Superlative: Hangar der Fluggesellschaft<br />

easyJET am BER, Berlin.<br />

Seite 30<br />

4 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


inhalt<br />

Für Sie notiert...<br />

In einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz und<br />

mehrere Bundesminister hat der Präsident der<br />

Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen<br />

e.V. (BVMB), Martin Steinbrecher, kurzfristig<br />

Lösungen für die Haushaltsproblematik nach dem<br />

Urteil des Bundesverfassungsgerichts eingefordert.<br />

Er warnte davor, Investitionen in öffentliche Bauvorhaben<br />

zu kürzen oder zu streichen und damit den<br />

Sanierungs- und Investitionsstau weiter zu vergrößern.<br />

BVMB-Präsident Martin Steinbrecher hat seine<br />

Mahnungen an Bundeskanzler Scholz ebenso wie<br />

an die Bundesminister Habeck, Lindner und Wissing<br />

sowie die Bundesministerin Geywitz gerichtet – also<br />

an alle, die unmittelbar baurelevante Ministerien<br />

führen.<br />

Bildnachweis: Tobias Hase / StMELF<br />

© Fotos: Sebastian Schels<br />

Holzbau nimmt aus energetischen Gründen eine<br />

immer größere Rolle ein - auch und gerade im Objektbau.<br />

Ein Indiz dafür ist z.B. die Rekordbeteiligung<br />

am Bayerischen Holzbaupreis, der alle 4 Jahre als<br />

Gemeinschaftsprojekt des Forstministeriums und<br />

"proHolz Bayern" mit Unterstützung der Bayerischen<br />

Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau<br />

und dem Landesbeirat Holz Bayern e.V.<br />

ausgelobt wird. Mit über 250 eingereichten Bauwerken<br />

war der Preis, der am 20.04. von Forstministerin<br />

Michaela Kaniber in München verliehen wurde, so<br />

begehrt wie nie zuvor.<br />

Unser Bild zeigt das viergeschossige Schulgebäude<br />

der Grund-, Mittel- und Realschule in Odelzhausen,<br />

das u. a. mit einer der drei höchsten Auszeichnungen<br />

prämiert wurde (Bauherr: Zweckverband Grund- u.<br />

Mittelschule Odelzhausen; Architektur: SCHANKULA<br />

Architekten PartG mbB; Tragwerksplanung: Planungsgesellschaft<br />

Dittrich mbH; Holzbau: müllerblaustein<br />

HolzBauWerke GmbH).<br />

Eine detaillierte Beschreibung zu allen prämierten<br />

Objekten finden Interessenten unter https://holzbaupreis-bayern.de<br />

Weitere Infos über Holz als Baustoff im modernen<br />

Objektbau lesen Sie ab Seite 6.<br />

Nachdem bereits im Wohnungsbau viele Bauunternehmen<br />

aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen<br />

derzeit um ihre Existenz kämpften, könne<br />

sich durch die Haushaltssperre und die Aussetzung<br />

von öffentlichen Ausschreibungen diese Problematik<br />

auch auf die zahlreichen mittelständischen<br />

Bauunternehmen ausweiten, die existenziell auf anhaltende<br />

kommunale Investitionen und Investitionen<br />

im Bereich der Bundesverkehrswege angewiesen<br />

sind.<br />

Steinbrecher richtet entsprechend ebenso mahnende<br />

wie eindringliche Forderungen an die Vertreter<br />

der Bundesregierung: „Entsprechend bitten wir<br />

Sie dringend, kurzfristig Lösungen für die Haushaltsproblematik<br />

zu finden, um öffentliche Planungs- und<br />

Bauausschreibungen und Vergaben wieder möglich<br />

zu machen. Die Schuldenbremse darf nicht zu einer<br />

Modernisierungsbremse werden, die unerlässliche<br />

Investitionen in unsere Infrastruktur verhindert. Eine<br />

Reform der Schuldenbremse halten wir vor diesem<br />

Hintergrund für zwingend notwendig. Auch ein<br />

grundgesetzlich verankertes Sondervermögen für<br />

Zukunftsinvestitionen sollte nach unserer Auffassung<br />

von der Bundesregierung geprüft werden.<br />

Ebenfalls muss ein Abbau von Subventionen<br />

zugunsten von Investitionen erfolgen.“<br />

Bei einer Anpassung der Schuldenregel sei sicherzustellen,<br />

dass diese auch flexibel in Krisenzeiten in<br />

der Lage ist, notwendige (Zukunfts-)Investitionen<br />

nicht zu hemmen, sondern weiterhin ihre originäre<br />

Aufgabe einer Begrenzung der Lasten für zukünftige<br />

Generationen bei gleichzeitiger Haushaltsdisziplin<br />

erfüllt. „Wichtig ist, dass den Unternehmen die<br />

entstandene Unsicherheit genommen und die finanzielle<br />

Grundlage für wichtige Investitionen gerichtsfest<br />

geschaffen wird“, so Steinbrecher weiter.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

5


special<br />

objektbau mit holz<br />

Hotelbau<br />

Holz bringt Designqualität und gute Akustik<br />

Iris Darstein-Ebner<br />

Gute Raumakustik im Hotel hat einen wesentlichen Einfluss darauf, ob sich ein Gast wohlfühlt<br />

und wiederkommen will: Der Urlauber erwartet Erholung und Komfort, der Business-Reisende<br />

optimale Arbeits- und Tagungsbedingungen – und beide freuen sich darauf, den Tag in einer<br />

atmosphärischen Bar oder im ruhigen Wellnessbereich ausklingen zu lassen. Passt die Akustik<br />

nicht zur Raumnutzung, treten Probleme auf. Mit speziellen Akustik-Paneelen von Lignotrend<br />

aus Echtholz ist gute Raumakustik einfach und effektiv herzustellen – in Lounge und Foyer<br />

ebenso wie im Restaurant, im Gastzimmer oder Spa: Und zwar nicht nur bei Neubauten, sondern<br />

auch nachträglich bei Umbau und Sanierung. Daneben stimmt bei den hochwertigen<br />

Echtholzelementen auch die Optik. Unterschiedliche Holzarten, Profilvarianten und Oberflächenbehandlungen<br />

stehen zur Wahl. So lassen sich je nach Projekt und Stilrichtung natürlich<br />

gesunde, ästhetisch ansprechende und zugleich wohlklingende Räume realisieren.<br />

Umfragen bestätigen: So wichtig<br />

wie die visuelle Behaglichkeit ist<br />

Hotelgästen auch die Ruhequalität<br />

in ihrer Unterkunft. Störende Geräuschkulissen<br />

in den Gemeinschaftszonen werden<br />

ebenso wie hellhörige Zimmer schnell<br />

als stressig empfunden – das Letzte, was<br />

man im Urlaub gebrauchen kann. Und<br />

weil nur ein zufriedener, entspannter Gast<br />

gerne wiederkommt und sich schlechte<br />

Bewertungen schnell herumsprechen,<br />

sind Betreiber gut beraten, rechtzeitig<br />

nicht nur in die visuellen, sondern auch<br />

in die raumakustischen Qualitäten ihres<br />

Hotels zu investieren.<br />

Das „ruhige Zimmer“ steht weit oben auf<br />

der Gäste-Wunschliste, doch gute Akustik<br />

im Hotel bedeutet mehr als nur Ruhe in<br />

privaten Räumen, für die in erster Linie<br />

die gute Schalldämmung wichtig ist. Es<br />

geht auch darum, die unterschiedlichen<br />

Anforderungen in den einzelnen öffentlichen<br />

Hotelbereichen zu identifizieren<br />

und raumakustisch bestmöglich umzusetzen:<br />

Diskretion an der Rezeption, im<br />

Restaurant die Sprachverständlichkeit<br />

am eigenen Tisch, ohne dass dabei der<br />

Nachbar mithört, im Tagungsraum gute<br />

Hörsamkeit, Entspannung im Wellnessbereich<br />

– und Privatheit im Gästezimmer.<br />

Damit es vor allem bei fließend ineinander<br />

übergehenden Raumanordnungen – wie<br />

Rezeption und Lobby oder Restaurant<br />

und Bar – nicht zu Störungen kommt,<br />

muss akustische Raumplanung ganzheitlich<br />

betrachtet werden.<br />

Hierbei liefert die sinnfällige räumliche<br />

Anordnung der Bereiche sowie die Eliminierung<br />

überflüssiger Schallquellen die<br />

Planungs-Basis; mit der Wahl raumakustisch<br />

günstiger Ausbaumaterialien und<br />

der Ausstattung von Decken und Wänden<br />

mit schallabsorbierenden bzw. schallabschirmenden<br />

Elementen lässt sich die<br />

Raumakustik dann weiter gezielt steuern<br />

und verbessern.<br />

Ligno Akustik light Paneele sind durch<br />

und durch aus gewachsenem heimischem<br />

Holz hergestellt. Die integrierten<br />

Akustikabsorber bestehen aus natürlicher<br />

Holzfaser. Sie dämpfen den Nachhall<br />

auch in hohen, großflächigen Räumen<br />

und/oder gleichen schallharte Materialien<br />

wie Beton, Glas, Keramik und Stein<br />

akustisch aus, die im Hotel aus Hygienegründen<br />

und ihrer Pflegeleichtigkeit<br />

wegen bevorzugt eingesetzt werden.<br />

Im offenen Raumverbund können auch<br />

einzelne Sitzgruppen mit den Paneelen<br />

eingefasst werden, die dann als separate<br />

Ruheinseln zum akustischen Wohlgefühl<br />

beitragen. Außerdem können die Elemente<br />

als Segel frei im Raum platziert und<br />

in Trennwände und Einbauten integriert<br />

werden oder sie setzen bedruckt als<br />

Kunstwerk Akzente.<br />

Gute Akustik<br />

und mehr<br />

Mit den Paneelen bestehen Räume nicht<br />

nur den akustischen Stresstest im Hotel,<br />

sie leisten Architekten mit ihren unterschiedlichen<br />

Profil- und Holzarten auch<br />

beim Gestalten beste Dienste: Mit ihren<br />

Echtholzoberflächen veredeln sie Wände<br />

und Decken und bringen viel Natürlichkeit,<br />

gleichzeitig aber auch Modernität in<br />

die Räume, weil sie nicht nur behaglich<br />

und angenehm warm wirken, sondern<br />

mit hoher Designqualität punkten. Mit<br />

den Paneelen halten zudem auch gutes<br />

Raumklima sowie gesunde Raumluft<br />

Einzug ins Hotel. Ihre ökologische und<br />

baubiologische Qualität wird durch die<br />

anspruchsvolle Zertifizierung mit dem<br />

Umweltzeichen natureplus belegt, das<br />

Lignotrend bereits seit 2006 regelmäßig<br />

für seine Produkte erhält.<br />

Werden Bauteile bei Lignotrend farbbehandelt<br />

bestellt, haben die dafür verwendeten<br />

gesundheitlich unbedenklichen<br />

Lacke und Öle auf den raumklimatischen<br />

Effekt und die gute baubiologische Bilanz<br />

keine negativen Auswirkungen. Das<br />

bestätigt eine umfängliche Prüfung durch<br />

das Institut für Baubiologie Rosenheim<br />

IBR, das die Paneele auch hinsichtlich des<br />

Nachweises auf z.B. Lösemittel und Riechstoffe/VOC<br />

als einwandfrei empfiehlt.<br />

Seit kurzem sind Lignotrend-Produkte<br />

zudem auch in der Produktdatenbank<br />

des DGNB-Navigators erfasst. Das<br />

Unternehmen macht als Hersteller damit<br />

Produktinformationen und -Kennwerte<br />

frei verfügbar. Mit dem Navigator werden<br />

Baubeteiligte in der Planungsphase<br />

kostenfrei bei der Suche nach nachhaltigen<br />

Bauprodukten unterstützt und mit<br />

Ökobilanzdaten sowie zuverlässigen Detailinformationen<br />

versorgt – inklusive der<br />

Darstellung aller Kennwerte entsprechend<br />

der DGNB-Anforderungen. Unter anderem<br />

sind Angaben zu Umweltwirkungen,<br />

zur Berechnung von Lebenszykluskosten,<br />

Energiebedarf oder Emissionsverhalten<br />

aller Produkte einsehbar.<br />

Drei im folgenden beschriebene aktuelle<br />

Beispiele moderner Hotelarchitektur<br />

zeigen bei einer kleinen Reise durch die<br />

Schweiz, wie und warum Architekten und<br />

6 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

Das Jugendhotel ist als Holzmodulbau geplant und aus lokalem Fichtenholz<br />

erstellt. Die Holzkonstruktion sitzt auf einem zweigeschossigen<br />

Sockel in Massivbauweise – innen dominiert Holz die Gestaltung.<br />

Bildnachweis (+ Bild rechts): Lignotrend // Fotograf: Harald Eisenberger<br />

Nachhaltige Bauweise mit viel Holz: Im Restaurantbereich sorgen<br />

Akustikpaneele mit Weißtannenoberfläche für eine Verbesserung der<br />

Raumakustik und für eine sehr naturnahe Aufenthaltsqualität.<br />

Hotelbetreiber bei Gestaltung, Raumakustik<br />

und Raumklima auf Ligno Akustikelemente<br />

setzen:<br />

Savognin, Graubünden:<br />

Jugendhotel<br />

„Jufa Savognin“<br />

2021 gab die österreichische Jufa-Hotelgruppe<br />

mit bislang 60 Häusern in vier<br />

Ländern ihren Einstand in der Schweiz.<br />

Das neue Hotel im Bündnerischen Savognin<br />

wurde vom ortsansässigen Holzbauunternehmen<br />

Uffer AG als Holzmodulbau<br />

geplant und aus lokalem Fichtenholz erstellt.<br />

Die Holzkonstruktion sitzt auf einem<br />

zweigeschossigen Sockel in Massivbauweise,<br />

der Gastronomie, Indoor-Spielplatz<br />

und Wellnessbereich beherbergt.<br />

Jufa-Häuser wollen Familien und Gruppen<br />

eine erschwingliche Urlaubszeit bieten, in<br />

der sie ihre wertvolle Ferienzeit gemeinsam<br />

verbringen können. Bei der Hotel-<br />

Gestaltung will Gründer und Erfinder<br />

des Jufa-Konzepts Gerhard Wendl dem<br />

Wunsch seiner Gäste nach mehr Natur<br />

und Regionalität entgegenkommen – mit<br />

guter Gestaltung fernab von „Alpen-Disneyland“.<br />

Die moderne Architektur bzw.<br />

Innenarchitektur des neuen Hauses mit<br />

viel Holz trifft dieses Lebensgefühl perfekt.<br />

35.000 Logiernächte soll das Jufa Savognin<br />

jährlich generieren und stellt den<br />

Gästen insgesamt 72 Zimmer mit rund<br />

200 Betten zur Verfügung. Dazu gibt es<br />

geräumige In- und Outdoor-Spielbereiche<br />

mit betreutem Ferienprogramm für die<br />

Kinder und Wellness für die Erwachsenen<br />

und ein hoteleigenes Restaurant für das<br />

leibliche Wohl.<br />

In den Hotelbereichen wurden Ligno<br />

Akustikpaneele mit Weißtannenoberfläche<br />

zur Verbesserung der Raumakustik<br />

vielseitig eingesetzt: So schaffen sie in<br />

der Lobby eine angenehme Kommunikations-Atmosphäre<br />

mit wenig Nachhall,<br />

in den Seminar- und Tagungsräumen<br />

erhöhen sie Sprachverständlichkeit und<br />

Hörsamkeit und im Restaurant machen<br />

sie auch bei Vollbesetzung mit lebhaften<br />

Familien entspannte Mahlzeiten möglich.<br />

Und auch im Wellnessbereich kann man<br />

erholsam Verweilen. Auf dem Indoor-<br />

Spielplatz schließlich, wo es naturgemäß<br />

oft turbulent zugeht, sorgen Decken- und<br />

Wandverkleidungen aus echtem Holz<br />

dafür, dass fröhliches Kinderspiel nicht in<br />

Lärm und Stress ausartet.<br />

Hauptstadt Bern:<br />

Swissôtel Kursaal Bern<br />

Bei der Hotelplanung geht es darum, die unterschiedlichen Anforderungen hinsichtlich Raumakustik<br />

raumakustisch bestmöglich umzusetzen: So sollen in einer Lobby wie hier im Jugendhotel<br />

Jufa Savognin private Gespräche stattfinden können, ohne dass der Nachbar mithört: Mit<br />

Akustikpaneelen können Planer diese Vorgabe umsetzen.<br />

Bildnachweis: Lignotrend // Fotografin: Holz & Funktion AG, Martina Villiger<br />

Das Business Hotel Swissôtel Kursaal<br />

Bern zählt zu den renommiertesten Hotels<br />

der Schweizer Hauptstadt. Im Stadtzentrum<br />

verortet, bietet sich den Gästen von<br />

hier aus ein herrlicher Blick auf die Alpen<br />

ebenso wie auf die historische Berner<br />

Altstadt. Mit rund 5.000 m² Tagungs-<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

7


special<br />

objektbau mit holz<br />

Mit rund 5.000 m 2 Tagungsfläche dient der<br />

Kursaal Bern auch als Kongresszentrum für bis<br />

zu 1.500 Personen. 2020 wurde es umfassend<br />

renoviert und neugestaltet.<br />

Damit es bei der fließend ineinander übergehenden Raumanordnung von Rezeption und Lobby<br />

nicht zu akustischen Störungen kommt, muss die Raumplanung ganzheitlich betrachtet werden.<br />

Hier in Bern sorgen die Lignotrend Wandverkleidungen für guten Raumklang.<br />

Bildnachweis (Seite 8+9): Lignotrend // Fotografin: Holz & Funktion AG, Martina Villiger<br />

Die Echtholzpaneele sorgen bei der Innenraumplanung nicht nur für gute Raumakustik, sondern<br />

vor allem auch für ein wohnliches, naturnahes Ambiente.<br />

fläche dient der Gebäudekomplex auch<br />

als Kongresszentrum für bis zu 1.500<br />

Personen.<br />

2020 wurde das Swissôtel Kursaal Bern<br />

als neues Mitglied der Accor-Gruppe<br />

umfassend renoviert und neugestaltet.<br />

Die Innsbrucker Architektin Nina Mair<br />

und ihr Team haben große Sorgfalt auf<br />

das Bestandsgebäude verwendet und<br />

in allen Hotelbereichen eine behagliche<br />

Atmosphäre geschaffen. Mit zeitgemäßer,<br />

minimalistischer Architektur- und<br />

Formensprache unterstreicht Mair die<br />

bedeutende Rolle des Gebäudes für die<br />

Stadt: Interior-Design, Einbauten und<br />

Möblierung sind geprägt von zeitlosem<br />

Stil, durchdachten Details, hoher Funktionalität<br />

und der Verwendung unterschiedlicher<br />

natürlicher Materialien – allen voran<br />

Echtholz.<br />

Auch der Eingangsbereich mit der Rezeption<br />

sowie die Lobby wurden mit viel<br />

Liebe zum Detail gestaltet. Hier sorgen<br />

Wandverkleidungen mit Ligno Akustik<br />

light in lebhafter Eiche für Natürlichkeit<br />

und guten Klang: „In all unseren Projekten<br />

spielt gute Raumakustik eine enorm<br />

große Rolle, denn Akustik bestimmt<br />

neben Licht das Wohlbefinden der Nutzer<br />

im Raum am meisten – auch im Hotel“,<br />

erklärt Nina Mair. „In einer Hotellobby<br />

sollen diskrete Gespräche stattfinden<br />

können, während mehrere Menschen<br />

im Raum sind – also hatten wir für kurze<br />

Nachhallzeiten und gleichzeitig eine hohe<br />

Sprachverständlichkeit zu sorgen. Mit<br />

den Lignotrend-Paneelen ist dies sehr gut<br />

gelungen,“ so die Architektin weiter.<br />

Weil die Raumhöhe des Bestandsgebäudes<br />

bereits sehr niedrig war, verzichtete<br />

sie auf eine Verkleidung der Decken<br />

mit Holz und setzte die Akustikpaneele<br />

ausschließlich an den Wänden ein. „Die<br />

Echtholzpaneele sorgen als Wandverkleidung<br />

für eine tolle, natürliche Atmosphäre,<br />

in der die Gäste ihren Aufenthalt<br />

in aller Ruhe genießen können“, erklärt<br />

Nina Mair. „Der Rhythmus des von uns<br />

gewählten regelmäßigen Leistenprofils<br />

gliedert die großen Flächen auf eine sehr<br />

harmonische, ruhige Art und Weise.“<br />

Laax, Graubünden:<br />

Wellnesshostel3000<br />

„Aua Grava“<br />

Auch der Bergort Laax kann seit 2021<br />

mit einer neuen Unterkunfts-Attraktion<br />

aufwarten: Angrenzend an das sanierte<br />

Hallenbad „Aua Grava“ mit seinem großen,<br />

neuen Wellness- und Fitnessbereich<br />

ist das wellnessHostel3000 entstanden.<br />

Der Neubau wurde von SSA Architekten<br />

(Basel/Visp) als innovative Kombination<br />

aus Hostel und Spa realisiert: Für<br />

die Non-Profit-Organisation „Schweizer<br />

Jugendherbergen“ ist der Neubau das<br />

8 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

zweite Wellness-Hostel, das sie betreibt –<br />

und auch weltweit bislang erst die zweite<br />

Jugendherberge ihrer Art.<br />

Die neue Herbergs-Ikone bietet rund 170<br />

Betten und steht für ein authentisches<br />

und unkompliziertes Urlaubsgefühl mit<br />

viel Natürlichkeit. Ihr Programm: Wellness<br />

für die Sinne, Kulinarik für den Gaumen<br />

und eine perfekte Basis für vielseitige<br />

Abenteuer in der Natur. Außen geben<br />

hohe Berge, innen viel Holz den Ton<br />

an – und das ist durchaus wörtlich<br />

gemeint: Denn im Herzstück des Hotels<br />

– dem großzügigen Eingangsbereich mit<br />

Rezeption, Bar, Lobby und Restaurant<br />

– wurde der gesamte Deckenbereich<br />

mit Echtholzelementen Ligno Akustik<br />

light verkleidet, die dem großen Raumverbund<br />

eine angenehm ausgeglichene<br />

Raumakustik bescheren. Die gefaltete<br />

Dachform des Neubaus spiegelt gestalterisch<br />

die Bergsilhouette wider. Indem<br />

die Akustikpaneele dieser Struktur folgen,<br />

wird die charakteristische Form auch im<br />

Gebäudeinneren erlebbar. Zusammen mit<br />

Materialien wie Sichtbeton und Glas prägen<br />

die Echtholzelemente das moderne<br />

Hotel-Design und strahlen dabei – fernab<br />

jeder Rustikalität – viel Gemütlichkeit<br />

aus. Ein farbneutraler UV-Schutz-Auftrag<br />

schützt die edle Weißtannenoberfläche<br />

dauerhaft vor Nachdunkeln.<br />

Neben dem großen Schwimm- und Wellnessbereich<br />

gehört im „Aua Gava“ mit<br />

einem ausgefeilten Gastro-Konzept auch<br />

das Schlemmen zum Spa-Erlebnis dazu.<br />

Den Architekten war es darum wichtig,<br />

die belebte Klangkulisse im Restaurant<br />

positiv zu beeinflussen und wählten auch<br />

hier Akustikpaneele für die Verkleidung<br />

der Deckenflächen. Auch bei Vollbesetzung<br />

kann hier nun in Ruhe gegessen und<br />

kommuniziert werden.<br />

Der Aufenthaltsbereich ist mit viel Holz sehr naturnah und mit unterschiedlichen Sitzangeboten<br />

gemütlich gestaltet. Große Fenster geben den Blick in die Landschaft frei.<br />

Beton<br />

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special<br />

objektbau mit holz<br />

Neubau 33. Grundschule Dresden<br />

Flexible Schulplanung mit Holzmodulen<br />

In der 33. Grundschule in Dresden-Seidnitz werden 240 Kinder in vier Klassenzügen betreut. Der Neubau wurde in Hybridbauweise aus 112<br />

Holzmodulen und Elementbauteilen erstellt.<br />

Bildnachweis (Seite 10+11): Till Schuster<br />

Nach nur einem Jahr Bauzeit konnten die Schüler der 33. Grundschule im Dresdener Stadtteil<br />

Seidnitz in ihre neue Schule einziehen. Der Neubau ist Dresdens erstes Schulgebäude in klimaangepasster<br />

Bauweise und wurde hybrid in Modul-/Elementbauweise aus Holz errichtet. Für<br />

die Planung und Ausführung der Holzkonstruktion wurde die schweizerische Blumer Lehmann<br />

Holzbauengineering als Generalunternehmer verpflichtet.<br />

Das Dresdener Architekturbüro Peter<br />

Zirkel hatte den Entwurf für die<br />

beiden miteinander verschränkten<br />

Baukörper ursprünglich als Schulauslagerungsstandort<br />

geplant. Als dann<br />

stattdessen aufgrund einer kurzfristigen<br />

Änderung der Schulbedarfsplanung eine<br />

vierzügige Grundschule gebaut werden<br />

sollte, konnte die Umplanung dank der<br />

flexiblen Raumplanung auch mit dem<br />

bestehenden Gebäudeentwurf umgesetzt<br />

werden. Das Schulensemble wird durch<br />

den Neubau einer Zweifeld-Turnhalle<br />

ergänzt.<br />

Flexible<br />

Raumplanung<br />

für die neue Grundschule<br />

Die neuen Schulgebäude formen einen<br />

Vorplatz für die Eingangszone und<br />

schirmen den Pausen- und Sportbereich<br />

hinter der Schule zur Straße hin ab. Die<br />

punktsymmetrisch gespiegelten Gebäudeteile<br />

sind über eine Nord-Süd-Achse<br />

verbunden, die als zentrale Erschließungshalle<br />

für die Klassenräume dient. Offene<br />

Lernzonen fassen die Klassenzimmer,<br />

Gruppenräume und Fachklassen zusammen<br />

und ergänzen sie zu multifunktionalen<br />

Lernclustern. Zwei begrünte Innenhöfe<br />

sind für die kurzen Pausen gedacht<br />

und sorgen für viel Tageslicht in den<br />

angrenzenden Schulräumen. Die gesamte<br />

Schule ist barrierefrei geplant.<br />

Die Fassade ist als vorgehängte, hinterlüftete<br />

Holzfassade ausgebildet. Angesichts<br />

der Eintönigkeit der umgebenden Plattenbauten<br />

widerstrebte es den gestaltenden<br />

Architekten, die Modulhaftigkeit auch in<br />

der Fassade abzubilden. Die graue Lärchenschalung<br />

spielt mit Richtungswechseln<br />

und bildet einen edlen Rahmen für<br />

die bodentiefen Fenster. Vertikale Holzlisenen<br />

im halben Modulraster erzeugen<br />

Tiefe und geben der Fassade eine eigene<br />

Maßstäblichkeit.<br />

Herausforderung<br />

Modulbau<br />

Zwar war von Beginn an geplant, den<br />

Neubau in Holzmodulbauweise zu<br />

errichten. Ein Hersteller war jedoch in die<br />

Entwurfsplanung aus vergaberechtlichen<br />

Gründen nicht eingebunden. Die Architekten<br />

mussten daher bis zur Ausschreibung<br />

ohne konkrete Herstellerangaben arbeiten.<br />

«Das haben wir in diesem Projekt für<br />

unser nächstes Modulbau-Projekt gelernt:<br />

Im Modulbau ist die Planung immer<br />

herstellerspezifisch. Für eine optimierte<br />

Planung hätten wir uns manchmal eine<br />

Kooperation mit Hersteller schon in der<br />

Entwurfsphase gewünscht. Zumal die<br />

Zusammenarbeit im Projektverlauf später<br />

sehr konstruktiv und partnerschaftlich<br />

war», resümiert Peter Zirkel.<br />

10 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

Die Fassadengestaltung orientiert sich bewusst<br />

nicht am Modulbauraster. Die graue<br />

Lärchenschalung spielt mit vertikalen und horizontalen<br />

Richtungen und schafft eine eigene<br />

Maßstäblichkeit.<br />

Zwei noch zu begrünende Innenhöfe versorgen<br />

die Schulräume mit viel Tageslicht und können<br />

für kleine Pausen genutzt werden.<br />

In die Flurbereiche wurden für alle Schüler<br />

Garderobenschränke in die Nischen einer<br />

zweiten Wandebene aus Holzwerkstoffplatten<br />

eingebaut, die auch die Haustechnik aufnimmt.<br />

DIE MESSE. FENSTER. TÜR. FASSADE.<br />

COME BY, SAY HI!<br />

19. – 22.3.2024<br />

parallel zur<br />

#fensterbaufrontale<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

11


special<br />

objektbau mit holz<br />

Die Klassenzimmer sind aus je drei vorgefertigten<br />

Holzbau-Raummodulen zusammengesetzt.<br />

Für eine einheitliche Optik wurden Holzinnenwände<br />

und Unterzüge weiß lasiert.<br />

Bildlegende (+ Bild unten): Till Schuster<br />

Tatsächlich gab es in diesem Projekt größere<br />

Herausforderungen an den Modulbau.<br />

Denn um die höheren Brandschutzanforderungen<br />

der neuen Holzbaurichtlinie<br />

zu umgehen, sollte der Bau zwingend<br />

der Gebäudeklasse 3 zugeordnet werden<br />

können. Damit durfte die Oberkante der<br />

obersten Geschossdecke auf keinen Fall<br />

die Höhe von sieben Metern über der<br />

Geländeoberkante überschreiten. Das<br />

ist jedoch mit Standard-Raummodulen<br />

wegen ihrer besonderen Konstruktionsweise<br />

nicht möglich. Raummodule haben<br />

immer sowohl einen Boden- wie einen<br />

Deckenaufbau. Bei der Stapelung ergibt<br />

sich daher eine Doppelung von Boden<br />

und Decken und damit bei Standard-Modulen<br />

eine höhere Gesamtkonstruktion<br />

bei gleicher Raumhöhe. Für dieses Problem<br />

musste über die Ausschreibung erst<br />

ein geeigneter Partner gefunden werden.<br />

Flexible<br />

Konstruktion<br />

für die Lerncluster im<br />

Brandschutzkonzept<br />

Die Holzbauplaner von Blumer Lehmann<br />

lösten das Problem konstruktiv mit<br />

schlankeren Aufbauten. «Es war nicht<br />

ganz einfach, aber wir haben eine Lösung<br />

gefunden», erinnert sich Markus Mann,<br />

Projektleiter bei Blumer Lehmann für<br />

den Dresdener Schulbau. «Das zeichnet<br />

Blumer Lehmann aus: Wir stehen mit unserem<br />

Holzbau-Know-how für Flexibilität<br />

und innovative Lösungen». Die individuell<br />

konstruierten Raummodule wurden<br />

im Produktionsstandort im hessischen<br />

Großenlüder gefertigt, ebenso wie die<br />

Holztafeln für die Erschließungsflächen,<br />

die aus konstruktiven und ökologischwirtschaftlichen<br />

Gründen in Elementbauweise<br />

geplant waren.<br />

Dank dieser flexiblen Lösung konnten<br />

die Flure in den großen zusammenhängenden<br />

Lernclustern ohne weitere<br />

Brandschutzmaßnahmen frei möbliert<br />

und mit weiteren Holz-Einbauten bestückt<br />

werden. Eine Brandtrennwand verläuft in<br />

Nord-Süd-Richtung an der Halle entlang.<br />

Sie wurde gemäß den Anforderungen an<br />

die Feuerwiderstandsklasse F60 errichtet<br />

und hochfeuerhemmend beplankt. Die<br />

Brandtrennwand teilt das Gebäude in<br />

zwei Brandabschnitte, die wiederum auf<br />

jedem Geschoss aus zwei Nutzungseinheiten<br />

bestehen, den Lernclustern.<br />

Bei der Einweihung der Schule im Januar<br />

<strong>2023</strong> konnten die Projektbeteiligten den<br />

Neubau im Betrieb erleben: «Die Kinder<br />

haben die ganze Schule in Beschlag genommen.<br />

Der Bau wirkte völlig anders als<br />

bei der Abnahme. Da konnte man sehen,<br />

wie gelungen das Gebäude wirklich ist»,<br />

freut sich Markus Mann.<br />

Bautafel<br />

Durch die reduzierte Modulbauhöhe konnte<br />

das Brandschutzkonzept mit frei möblierbaren<br />

Erschließungen und offenen Selbstlernzonen<br />

realisiert werden.<br />

Bauherrschaft:<br />

Stadt Dresden, Amt für Schulen, vertreten durch: STESAD GmbH, Dresden<br />

Architektur:<br />

Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten, Dresden<br />

Bauweise:<br />

Modulares Bauen; Anzahl der Module: 112<br />

Abmessungen: B 2,90 m x H 3,47 m x L 8 m<br />

Holzbau, Ausführungsplanung, Nachunternehmerleistungen:<br />

Blumer Lehmann GmbH Holzbau Engineering<br />

Planung Holzbau:<br />

Mai bis Oktober 2021<br />

Modulherstellung:<br />

November 2021 bis März 2022<br />

Montage:<br />

November 2021 bis April 2022<br />

112 Raummodule wurden zusammen mit den<br />

Elementbauteilen für die Schule in Dresden<br />

in Großenlüder bei Fulda vorgefertigt und zur<br />

Montage just-in-time auf die Baustelle geliefert.<br />

(Symbolbild Werk Blumer Lehmann)<br />

Bildnachweis: Blumer Lehmann<br />

Ausbau:<br />

Januar bis September 2022<br />

Fertigstellung:<br />

Oktober 2022<br />

12 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

Hauptsitz der UmweltBank in Nürnberg<br />

25.000 m 2 in Holz-Hybrid-Bauweise<br />

In Nürnberg entsteht derzeit das UmweltHaus, den neuen Hauptsitz der UmweltBank, mit<br />

einer Brutto-Grundfläche (BGF) von rund 25.000 Quadratmeter. Der 13-stöckige Neubau nach<br />

dem Entwurf des Architekturbüros Spengler Wiescholek wird in Holz-Hybrid-Bauweise realisiert.<br />

Bei dem Bauprojekt wird so wenig Beton wie möglich verwendet und stattdessen auf ein<br />

Höchstmaß an Holz gesetzt. Die Holzbauarbeiten sind derzeit in vollem Gange und sollen bis<br />

zum Sommer 2024 abgeschlossen sein.<br />

Rendering: UmweltHaus der UmweltBank in Nürnberg.<br />

Bildnachweis Rendering: Spengler Wiescholek Architektur//Stadtplanung<br />

| bloomimages<br />

Große Stützen aus Buchenholz schaffen großzügige und weitläufige<br />

Räume.<br />

Bildnachweis: ZÜBLIN Timber<br />

das Gebäude wurde ein umfassendes<br />

Energiekonzept entworfen.<br />

Es beinhaltet die Stromerzeu-<br />

„Für<br />

gung durch Photovoltaikmodule auf den<br />

Dachflächen und an Teilen der Fassade<br />

sowie die Energiegewinnung über Erdwärme“,<br />

sagt Matthias Kupfer, Projektleiter<br />

für das UmweltHaus bei der UmweltBank.<br />

Züblin Timber realisiert für die Bank eines<br />

der ersten Bürogebäude in Deutschland<br />

nach dem Energieeffizienz-Standard „KfW<br />

Effizienzhaus 40 NH“. Angestrebt wird<br />

zudem die Zertifizierung nach dem Platin-<br />

Standard der Deutschen Gesellschaft für<br />

Nachhaltiges Bauen (DGNB).<br />

Nachhaltig und schneller<br />

Bauen mit Holz<br />

Züblin Timber verbaut im UmweltHaus<br />

ca. 760 m³ Buchenholz und 130 m³<br />

Brettschichtholz aus Fichte für die Tragstruktur,<br />

die aus Unterzügen und Stützen<br />

besteht. In den Fensterbrüstungsbereichen<br />

werden zudem ca. 200 m³ Leno-<br />

Brettsperrholz verbaut. Das Holz stammt<br />

aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern,<br />

vorwiegend aus Deutschland und<br />

Österreich, wodurch weite Anfahrtswege<br />

vermieden werden. Die Brettschichtholz-<br />

Bauteile werden für die Stützen in den<br />

oberen Geschossen eingesetzt, die Bauteile<br />

aus Buche kommen hingegen in den<br />

höher beanspruchten unteren Stockwerken<br />

zum Einsatz. Über den Unterzügen<br />

liegt eine Holz-Beton-Verbund-Decke aus<br />

vorgefertigten Rippenelementen und<br />

einer auf der Baustelle im Nachgang<br />

aufgebrachten Ortbetonschicht. Im Züblin<br />

Timber Werk in Aichach werden gedämmte<br />

Holzrahmenelemente für die Außenwände<br />

auf der Tragstruktur montiert.<br />

Um die Montagezeit auf der Baustelle<br />

zu reduzieren, werden auch die Fenster<br />

im Werk bereits in die fertigen Elemente<br />

eingebaut. Insgesamt werden im Werk<br />

für das Projekt 6.120 m 2 großformatige<br />

Außenwandelemente hergestellt. Gesamt<br />

kommen bei diesem Projekt 3.000 m 3<br />

Holz zum Einsatz.<br />

„Durch die Vorproduktion in unserem<br />

Werk in Aichach ergibt sich für uns der<br />

Vorteil, dass die Bau-Elemente auf der<br />

Baustelle nur noch montiert werden und<br />

– anders als zum Beispiel beim Beton –<br />

keine Trocknungszeiten berücksichtigt<br />

werden müssen. Das wirkt sich positiv auf<br />

Bauzeiten aus“, erklärt Roman Kreutmayr,<br />

Leiter Holzbau & Fassade, Züblin Timber.<br />

Das UmweltHaus wird nicht nur als Zentrale<br />

der UmweltBank dienen, sondern<br />

bietet auch Platz für weitere Unternehmen,<br />

die Büroflächen anmieten können,<br />

sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss,<br />

die sich beispielsweise für einen Biofachmarkt<br />

eignen.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

13


special<br />

objektbau mit holz<br />

Neubau des Netztanbieters Alliander in Amsterdam<br />

Bürogebäude mit Industrieschick<br />

Bildnachweis: De Zwarte Hond, Groningen/NL<br />

„Sloterdijk“ heißt das Amsterdamer Hafengebiet. Es ist jetzt um einen Bürobau reicher: Der<br />

Netzanbieter Alliander hat das bestehende Gesamtensemble dort mit einer schicken Industriearchitektur<br />

in Holzskelettbauweise ergänzt. Innen ist der Holzbau durch die offene Tragkonstruktion<br />

und die sichtbaren Flächenelemente (LFE) direkt erlebbar. Von außen passt sich der<br />

Bau durch eine Cortenstahl-Fassade dem Schiffs- und Container-Feeling seiner Umgebung an.<br />

Der Netzanbieter Alliander konnte<br />

im Frühjahr <strong>2023</strong> sein neues Regionalbüro<br />

„Liander Westpoort“ im<br />

Amsterdamer Hafen in Betrieb nehmen.<br />

Das Gesamtensemble besteht neben<br />

dem Büro- und Bildungsbau selbst aus<br />

einem daran anschließenden Parkhaus<br />

sowie einem flacheren Gebäude mit<br />

Sheddächern, in dem Werkstätten, Lager<br />

und Prüfräume untergebracht sind. Allen<br />

Gebäuden gemeinsam sind die Fassaden<br />

aus witterungsbeständigem Cortenstahl,<br />

was den zum Hafen passenden Industriecharakter<br />

betont.<br />

Nachhaltige<br />

Industriearchitektur<br />

Das bis zu acht Geschosse hohe Bürogebäude<br />

lässt somit nicht sofort erkennen,<br />

dass sich hinter der Metallfassade ein<br />

Holz(hybrid)bau verbirgt. Der Wunsch<br />

der Bauherrschaft war, ein Gebäude aus<br />

nachhaltigen Materialien zu errichten, das<br />

in seiner Nutzung leicht anpassbar und im<br />

Sinne des kreislauffähigen Bauens auch<br />

möglichst ohne Materialverluste rückbaubar<br />

ist. Ziel war zudem ein angenehmes<br />

und gesundes Arbeitsumfeld für die<br />

Mitarbeitenden zu schaffen.<br />

Schiff mit Aufbauten<br />

Der Baukörper am Kopfende des langgestreckten<br />

Grundstücks mit achtgeschossigem<br />

Betonkern gliedert sich in<br />

ein dreigeschossiges Volumen auf einer<br />

Grundfläche von 45,9 m x 43,2 m, auf<br />

dem das dritte bis fünfte Geschoss, um<br />

jeweils 13,50 m an den Längsseiten<br />

eingerückt, ist. Ein großes rechteckiges<br />

Oberlicht bringt viel Tageslicht in das darunterliegende<br />

Atrium. Auch das sechste<br />

und siebte Geschoss sind um nochmals je<br />

2,40 m verkürzt, so dass die Giebelansicht<br />

an ein Schiff mit Aufbauten denken lässt.<br />

Das Architekturbüro De Zwarte Hond<br />

wählte eine Skelettkonstruktion aus<br />

Brettschichtholz-Stützen und -Trägern in<br />

Kombination mit Hohlkasten-Elementen<br />

von Lignatur für Decken und Dach. Auf<br />

den im Raster von 5,10 m x 5,40 m angeordneten<br />

Stützen liegen die als Doppelträger<br />

ausgebildeten Brettschichtholz-Träger.<br />

Die 28 cm hohen Flächenelemente von<br />

Lignatur (LFE 280) wurden darauf verlegt<br />

und überspannen als Einfeldträger jeweils<br />

5,10 m. Mit der unterseitigen Profilierung<br />

des Akustik Typ 3.1 liefern sie zudem<br />

eine optimale Raumakustik. Konstruktion<br />

und Aufbau der LFE-Decken erreichen<br />

zudem eine Feuerwiderstandsdauer von<br />

90 Minuten (REI 90), die Dach-Elemente<br />

kommen auf 30 Minuten (REI 30).<br />

Aufgrund der Zwischenräume für die<br />

Lüftung zwischen den ein Meter breiten<br />

Elementen müssen die LFE dreiseitig 90<br />

Minuten Feuerwiderstand bieten. Um dies<br />

zu gewährleisten, wurden die Elementsei-<br />

14 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

Erst im Inneren des neuen Aliander Bürogebäudes in Amsterdam wird für den Besucher der Baustoff Holz sicht- und erlebbar.<br />

Bildnachweis: Laurens Kuipers, Haaksbergen/NL<br />

ten modifiziert. Der Brandwiderstand in<br />

Kombination mit der Akustikperforation ist<br />

in der Europäischen Technischen Bewertung<br />

(ETA) 11/0137 der Lignatur AG fest<br />

verankert.<br />

Holzkonstruktion<br />

mit Ausstrahlung<br />

Spätestens wenn man den innenliegenden<br />

dreigeschossigen Atriumbereich des<br />

Gebäudes betritt, erlebt man die besondere<br />

Ausstrahlung der Holzkonstruktion –<br />

eine durch die Dimensionen der einzelnen<br />

Elemente einerseits fast „rough“ anmutende,<br />

durch die Materialität des Holzes<br />

jedoch feine und harmonische Wirkung.<br />

Dem Atrium kommt auch in seiner Funktion<br />

eine besondere Rolle zu: Es bietet den<br />

gewünschten Raum für Kommunikation<br />

und Interaktion der Belegschaft.<br />

In nur elf Monaten konnte der gesamte<br />

Bürobau errichtet werden. Digitalisierte<br />

Arbeitsabläufe sowie ein hoher Grad der<br />

Vorfertigung haben zur Zeiteffizienz des<br />

Projektes beigetragen. 3D-Modelle bildeten<br />

die Grundlage für die Planung, den<br />

Datenaustausch und die Visualisierung<br />

des Projekts.<br />

Bildnachweis: Dura Vermeer Bouw Midden<br />

West, Cruquius/NL<br />

Bautafel<br />

Bauherrschaft:<br />

Alliander N.V., www.alliander.com<br />

Architektur:<br />

De Zwarte Hond, Groningen,<br />

Generalunternehmer:<br />

Dura Vermeer Bouw Midden West,<br />

NL-Cruquius<br />

Holzbau:<br />

KORLAM lts, BE-Moorslede<br />

Tragwerksplanung:<br />

IMd Raadgevende Ingenieurs,<br />

NL-Rotterdam<br />

Bauzeit:<br />

Dezember 2021 bis<br />

Februar <strong>2023</strong><br />

Deckenelemente:<br />

Lignatur AG, CH-Waldstatt<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

15


special<br />

objektbau mit holz<br />

Timber Office in Hamburg<br />

Grüner Holz-Hybrid für die Hansestadt<br />

Mit dem Timber Office ist in Hamburg ein zukunftsweisendes, klimafreundliches Bürogebäude<br />

entstanden. Es zeichnet sich nicht nur durch seine Holz-Hybridbauweise und einen effektiven<br />

Systemansatz aus, sondern überzeugt auch optisch – unter anderem durch eine vorgehängte<br />

Fassade mit grünen Keramikfliesen. Mit seinen sechs Obergeschossen bietet das Gebäude<br />

Platz für rund 250 moderne Arbeitsplätze. Realisiert wurde es durch Brüninghoff nach Plänen<br />

von LH Architekten Landwehr Henke + Partner mbB aus der Hansestadt.<br />

Die Hansestadt Hamburg hat sich<br />

zum Ziel gesetzt, nachhaltiger<br />

zu werden. Diesen Ansatz verfolgt<br />

auch ein neues Bürogebäude, das<br />

im Auftrag der AVW Immobilien AG<br />

entstanden ist. Es befindet sich auf der<br />

Grenze der beiden Stadtteile Bahrenfeld<br />

und Ottensen – damit in attraktiver, gut<br />

angebundener Lage. Der Bürokomplex<br />

umfasst eine Gesamtfläche von rund<br />

3.500 Quadratmetern und basiert auf<br />

den Plänen von LH Architekten Landwehr<br />

Henke + Partner mbB aus Hamburg. Die<br />

Brüninghoff Group realisierte das Gebäude<br />

nach bewährtem Systemansatz.<br />

Bauweise in Anlehnung<br />

an das Cree<br />

Buildings-System<br />

Ein zukunftsweisendes, klimafreundliches Bürogebäude in Holz-Hybridbauweise entstand unlängst<br />

in Hamburg. Mit seinen sechs Obergeschossen bietet das Gebäude Platz für rund 250<br />

moderne Arbeitsplätze.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Brüninghoff<br />

Die Geschossdecken des Timber Office<br />

bestehen – dem Cree-Gedanken folgend<br />

– aus einem Raster vorgefertigter Holz-<br />

Beton-Verbundelementen in den Maßen<br />

von rund 1,25 Meter mal 6,25 Meter.<br />

Für den vertikalen Lastabtrag sorgen<br />

Betonteil- sowie Holzfassadenstützen<br />

aus Brettschichtholz mit einem quadratischen<br />

Querschnitt. Diese verfügen über<br />

ein Seitenmaß von 40 Zentimetern. Die<br />

horizontalen Lasten werden über den<br />

Treppenhauskern und den Brandwänden<br />

aufgenommen. Die Anforderungen an<br />

den Brand- und Schallschutz erfüllt die<br />

hybride Konstruktion der Decke. Aufwendige<br />

Zusatzaufbauten sind so nicht<br />

notwendig. Die Decken selbst haben eine<br />

Spannweite von 6,25 Metern und bestehen<br />

aus einer zwölf Zentimeter dicken<br />

Betonschicht, die mit einer 16 Zentimeter<br />

starken Brettsperrholzlage verzahnt wird.<br />

Die Stöße im Bereich der Unterzüge<br />

werden vor Ort kraftschlüssig vergossen.<br />

Die Randbereiche zur Fassade weisen<br />

durchgängige Betonrandbalken auf. Mit<br />

ihrer Spannweite gewährleisten die Deckenelemente<br />

eine hohe Flexibilität in der<br />

Raumaufteilung. Neben dem aussteifenden<br />

Treppenhauskern und den abschlie-<br />

16 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

ßenden Brandwänden gibt es lediglich<br />

eine weitere tragende Wand im Bereich<br />

des WC-Kernes, sodass der Mieterausbau<br />

weitgehend unabhängig und flexibel ist.<br />

Die Brettsperrholzlage aus Fichtenholz<br />

bleibt als sichtbares Gestaltungselement<br />

mit ihrer Oberfläche bestehen und sorgt<br />

so für ein besonderes Flair im Innenraum.<br />

Grüne Hülle<br />

Die Fassadenelemente sind kein Bestandteil<br />

des primären Tragwerks, sondern<br />

vorgehängt. Dies ermöglicht eine variable<br />

Ausgestaltung der Fassadenfläche. In<br />

Hamburg kamen dabei grüne Keramikfliesen<br />

zum Einsatz. Denn Backsteinfassaden<br />

prägen die umliegenden Gebäude, die<br />

ursprünglich vorwiegend gewerblich<br />

genutzt wurden. Diesen handwerklichen<br />

Charakter greift die kleinteilige Keramikfassaden<br />

des Timber Office auf und<br />

überführt ihn in eine moderne Architektursprache.<br />

Im Fischgrätmuster gesetzt,<br />

schafft die grünschattierte Fassade ein<br />

individuelles Erscheinungsbild und setzt<br />

sich bewusst ab von den Fliesenfassaden<br />

der 1960er Jahre. Die Fassadenelemente<br />

wurden ebenfalls von Brüninghoff vorgefertigt.<br />

Der keramische Belag wurde als<br />

hinterlüftete Konstruktion anschließend<br />

vor Ort als separates Element mit dem<br />

Fassadenelement verbunden.<br />

Optimierter<br />

Bauablauf<br />

Eine weitere Besonderheit: Die Tragwerksstützen<br />

sowie die vorgehängte Fassade<br />

wurden gemeinsam montiert. Das führte<br />

zu einem zügigen Schließen der Gebäudehülle,<br />

sodass der Bau schnell vor Wind<br />

und Wetter geschützt war. Zudem wurden<br />

aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads<br />

und dem Einsatz von Holz nasse Baustoffe<br />

und damit einhergehende, längere<br />

Aushärtezeiten vermieden. Mit Hilfe der<br />

BIM-gestützten Planung wurden sämtliche<br />

Abläufe für alle Projektbeteiligten transparent<br />

kommuniziert und logistische Herausforderungen<br />

frühzeitig berücksichtigt.<br />

Hohe<br />

Aufenthaltsqualität<br />

Die sechs Stockwerke sind teilweise als<br />

Staffelgeschosse ausgebildet. Die Form<br />

des Gebäudes ergibt sich dabei einerseits<br />

aus der Forderung nach einer geschlossenen<br />

Bebauung zur Daimlerstraße und<br />

anderseits nach viel Licht und Ruhe im<br />

Innenhof. Daraus bilden sich straßenseitig<br />

fünf Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss.<br />

Im Hof sind es zwei Vollgeschosse<br />

sowie ein Staffelgeschoss. Zusammen<br />

entsteht aus diesem Gebäudekomplex<br />

Die begehbaren Außenflächen sorgen für eine besonders hohe Aufenthaltsqualität.<br />

eine Formsprache mit unterschiedlichen<br />

Gebäudehöhen, einem gestaffelten<br />

Innenhof-Charakter sowie begrünten<br />

Terrassen. Die begehbaren Außenflächen<br />

sorgen für eine besonders hohe Aufenthaltsqualität.<br />

An dieser Stelle bestehen<br />

die Dachdecken ebenfalls aus Holzbetonverbunddecken.<br />

Die Attiken der Terrassen<br />

werden von den Fassadenelemente<br />

gebildet. Ausgeführt und geplant sind die<br />

Dächer als Warmdach mit bituminöser<br />

Abdichtung, dessen Abschluss ein Holzbelag<br />

bildet. Im Innenraum sorgen eine<br />

lichte Raumhöhe von drei Metern sowie<br />

großflächige, isolierverglaste Fensterbänder<br />

für ausreichend Tageslicht. Hierfür<br />

wurde ein Hauptfassadenraster von 1,50<br />

Meter gewählt.<br />

Nachhaltiges<br />

Gesamtkonzept<br />

Der nachhaltige Grundgedanke spiegelt<br />

sich nicht nur in der Holz-Hybridbauweise<br />

wider, die im Vergleich zur konventionellen<br />

Bauweise zu einer deutlichen<br />

Gewichtseinsparung und CO 2<br />

-Reduktion<br />

führt. Denn beim Timber Office wurde<br />

zudem eine Lowtech-Strategie verfolgt,<br />

um einen niedrigen Energieverbrauch zu<br />

erzielen. So wird das Gebäude beispielsweise<br />

natürlich belüftet. Insbesondere<br />

bei den Fassaden-Rohstoffen wurde<br />

verstärktes Augenmerk auf die Wiederverwertbarkeit<br />

der eingesetzten Baumaterialen<br />

gelegt. Darüber hinaus bietet<br />

das Bürogebäude mit zwei geräumigen<br />

Die Deckenelemente weisen eine Spannweite<br />

von 6,25 Metern auf und bestehen aus einer<br />

zwölf Zentimeter dicken Betonschicht, die mit<br />

einer 16 Zentimeter starken Brettsperrholzlage<br />

verzahnt wird.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

17


special<br />

objektbau mit holz<br />

Durch ihre Spannweite ermöglichen die modernen Deckenelemente eine flexible Raumaufteilung und -nutzung.<br />

Aufzügen einen barrierefreien Zugang zu<br />

allen Ebenen. Für nachhaltige Energieeinsparungen<br />

wurden zudem Präsenz- und<br />

Tageslichtsensoren für die Stehleuchten<br />

verwendet. Auf diese Weise lässt sich<br />

zusätzliche Lichtzufuhr bei Tag und an<br />

arbeitsfreien Tagen vermeiden. Nicht nur<br />

das eingesetzte Baumaterial ist beim Timber<br />

Office somit ein Faktor für das nachhaltige<br />

Gesamtkonzept, sondern auch die<br />

eigentliche Ausstattung und Gestaltung.<br />

Letztere stellt zudem einen anspruchsvollen<br />

Bezug zur historischen Umgebung<br />

her. Auf diese Weise vereint das Gebäude<br />

in seiner planerischen Gesamtheit sowohl<br />

funktionale als auch gestalterische und<br />

ökologische Ziele.<br />

Eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft<br />

für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist<br />

angestrebt.<br />

Bautafel<br />

Bauherr:<br />

AVW Immobilien AG, Hamburg<br />

Planung:<br />

LH Architekten Landwehr<br />

Henke + Partner mbB, Hamburg<br />

Gebäudehülle:<br />

Brüninghoff Gruppe, Heiden<br />

Bauweise:<br />

Holz-Hybridbauweise im Cree<br />

Buildings-System<br />

Bauzeit:<br />

Dezember 2019 bis August 2022<br />

Die Decken bestehen aus einer zwölf Zentimeter dicken Betonschicht, die mit einer 16 Zentimeter<br />

starken Brettsperrholzlage verzahnt wird.<br />

18 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objektbau mit holz<br />

special<br />

Holzbau entwickelt sich trotz rückläufiger Baugenehmigungen gut<br />

Zuwachs bei Mehrfamilienhäusern:<br />

Sechs Prozent Holzbauquote im 1. Halbjahr <strong>2023</strong><br />

Der Holzbau behauptet sich in einem<br />

schwierigen Umfeld. Darin waren<br />

sich die Mitglieder der Holzbau<br />

Deutschland Fachversammlung, die am<br />

20. Oktober <strong>2023</strong> in Munzingen bei Freiburg<br />

im Breisgau stattfand, einig. „Die Auftragsbücher<br />

sind gefüllt und die Stimmung<br />

in den Betrieben ist gut“, fasste Peter<br />

Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland,<br />

die aktuelle Marktlage im Holzbau zusammen.<br />

„Wenngleich die Nachfrage nach<br />

Ein- und Zweifamilienhäusern zurückgeht,<br />

so wird der Holzbau durch zunehmende<br />

Modernisierungsmaßnahmen gestützt.“<br />

Diese kommen nicht nur in Form von<br />

energetischen Sanierungen vor, sondern<br />

auch als Aus- und Umbauten bestehender<br />

Gebäude. „In Zukunft“, zeigte sich Peter<br />

Aicher überzeugt, „wird das serielle Sanieren<br />

und modulare Bauen im Holzbau eine<br />

immer größere Rolle spielen.“<br />

Zwar ist die Zahl der Baugenehmigungen<br />

im Ein- und Zweifamilienhausbau rückläufig.<br />

Wenn jedoch gebaut wird, dann<br />

immer häufiger in Holzbauweise. Das<br />

belegen die Zahlen der Auswertungen<br />

des Statistischen Bundesamtes und der<br />

Heinze Marktforschung zu den Baugenehmigungen<br />

im 1. Halbjahr <strong>2023</strong>. Sie<br />

zeigen, dass vor allem beim Bau von<br />

Mehrfamilienhäusern (MFH) die Holzbauquote<br />

deutlich gestiegen ist. Erstmals<br />

erreicht sie durchschnittlich sechs Prozent<br />

(2022: 5,3 Prozent), der bislang höchste<br />

Wert beim Bau von Mehrfamilienhäusern<br />

in Holzbauweise. Auch die Zahl der<br />

vorwiegend mit Holz gebauten Ein- und<br />

Zweifamilienhäuser ist weiter gestiegen<br />

und liegt bei durchschnittlich 25,4 Prozent<br />

(2022: 24,5 Prozent).<br />

Durch das steigende Umweltbewusstsein<br />

und das wachsende Interesse an nachhaltigen<br />

Bauweisen wird der Holzbau<br />

weiter an Bedeutung gewinnen. Vor dem<br />

Hintergrund der technologischen Entwicklung<br />

im Bereich des digitalen Bauens und<br />

der Vorfertigung kann der Holzbau seine<br />

Stärken künftig noch besser ausspielen.<br />

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist regional<br />

in ausreichender Menge verfügbar<br />

und leistet als Baustoff einen wichtigen<br />

Beitrag zum Klimaschutz.<br />

Erst im Juni diesen Jahres hatte das<br />

Bundeskabinett den von Bundesbauministerin<br />

Klara Geywitz (Bundesministerium<br />

für Wohnen, Stadtentwicklung und<br />

Bauwesen, BMWSB) und Bundeslandwirtschaftsminister<br />

Cem Özdemir (Bundesministerium<br />

für Ernährung und Landwirtschaft,<br />

BMEL) vorgelegten Entwurf einer<br />

Holzbauinitiative beschlossen.<br />

Diese Strategie der Bundesregierung<br />

soll den Einsatz des nachhaltigen<br />

Rohstoffes Holz im Bausektor stärken<br />

und für mehr Klimaschutz, Ressourceneffizienz<br />

und schnelleres Bauen sorgen.<br />

Mit acht Handlungsfeldern, von der<br />

Vorbildfunktion des Bundes und der<br />

Stärkung von Forschung und Innovation<br />

über die Fachkräftesicherung und den<br />

Wissenstransfer bis zur Sicherung der<br />

Rohstoffversorgung, sollen bis 2030 der<br />

Einsatz von Holz wesentlich verbessert<br />

und die Holzbauquote erhöht werden.<br />

Hemmnisse sollen abgebaut und gleiche<br />

Wettbewerbschancen für den Einsatz<br />

verschiedenster Baumaterialien gewährleistet<br />

werden.<br />

Alho Hybridbauweise<br />

Mehr Nachhaltigkeit im Wohnungsbau<br />

Im Wohnungsbau ist hochwertige<br />

Modulbauarchitektur in den vergangenen<br />

Jahren zu Recht in den Fokus<br />

unterschiedlichster Experten-Gremien<br />

gerückt. Das hat ganz unterschiedliche<br />

Gründe, wobei die Schnelligkeit und die<br />

hohe Bauqualität der Modulbauweise<br />

zu ihren auffälligsten Vorteilen gehören.<br />

Rund 400.000 neue Wohnungen<br />

plant die Bundesregierung zukünftig pro<br />

Jahr zu errichten, davon rund 100.000<br />

öffentlich geförderte. Seriell im Werk<br />

vorgefertigte Raummodule könnten hier<br />

einen wichtigen Beitrag leisten, um dieses<br />

ergeizige, und im Moment weit entfernte,<br />

Ziel zu erreichen, lässt sich doch durch<br />

deren Einsatz die Bauzeit um ein Vielfaches<br />

verkürzen. Gleichzeitig erhöht sich<br />

die Planungssicherheit, weil mit dem<br />

Modulbau-Experten als Generalunternehmer<br />

und dem „Bauen aus einer Hand“<br />

alle Planungsprozesse zielgerichteter und<br />

risikoärmer ablaufen. Doch nicht nur das:<br />

Mit der ressourcenschonenden Stahl-<br />

Modulbauweise, wie sie Alho anbietet,<br />

lässt sich auch umweltfreundlicher bauen.<br />

Einen Effekt, den der Hersteller künftig<br />

noch steigern möchte: mit der neuen<br />

Hybridbauweise, die die Hauptvorteile der<br />

Materialien Stahl und Holz ideal vereint.<br />

Die Nachhaltigkeitsaspekte des Natur-<br />

Baustoffs Holz mit den technischen und<br />

konstruktiven Vorteilen des Recycling-<br />

Weltmeisters Stahls zu kombinieren – im<br />

Holz große Mengen CO 2<br />

langfristig zu<br />

binden und mit Stahl in filigranen Profilen<br />

große Spannweiten zu überbrücken –,<br />

das ist das Prinzip des neuen Bausystems,<br />

das Alho zur BAU <strong>2023</strong> der Öffentlichkeit<br />

präsentierte.<br />

In element + BAU 4/23 hatten wir dieses<br />

Bausystem ausführlich ab Seite 37 vorgestellt.<br />

Interessenten finden die Ausgabe<br />

unter der Schaltfläche "Ausgabenarchiv" in<br />

www.element-und-bau.de<br />

Alho Systembau GmbH<br />

www.alho.com/de/<br />

Bei der Alho Hybridbauweise bilden Holz und<br />

Stahl eine Synergie, denn hier werden die<br />

Nachhaltigkeitsaspekte des Baustoffs Holz mit<br />

den technischen und konstruktiven Vorteilen<br />

des Stahls verbunden. Die tragende Stahlrahmenkonstruktion<br />

wird mit Decken und Außenwänden<br />

aus Holz kombiniert. Baukörper, die in<br />

dieser Bauweise errichtet werden, erreichen<br />

ein Holzvolumen von rund 70 %.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

19


objekte<br />

Neubau für Leber Hygiene-Service in Gutach<br />

Maßgeschneidert und unverwechselbar<br />

Akuter Platzmangel und räumlich zerstückelte Lagerflächen waren die Gründe, dass sich die<br />

Geschäftsführung von Leber Hygiene für einen Neubau entschied. Der Region, dem Kinzigtal,<br />

wollte das Unternehmen aber treu bleiben – keine einfache Aufgabe, denn gewerbliche Bauplätze<br />

in passender Größe sind dort rar. Mit Freyler Industriebau als Planungs- und Baupartner<br />

konnte jedoch ein individuelles Konzept selbst für ein nicht ganz einfaches Grundstück entwickelt<br />

werden. Der maßgeschneiderte Neubau bildet heute das logistische Funktionslayout<br />

optimal ab und repräsentiert zugleich das Unternehmen auch optisch passend zum Corporate<br />

Design.<br />

Die Leber Hygiene-Service GmbH ist<br />

ein familiengeführter Großhändler<br />

für industrielle Hygieneprodukte<br />

und bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung<br />

in der Branche mit. Die Produktpalette<br />

reicht vom Waschraum über Reinigungstücher,<br />

Reinigungsmittel, Hautreinigung<br />

sowie Hautschutz bis hin zum leichten<br />

Arbeitsschutz. Mit dem eigenen Fuhrpark<br />

und Montageservice sind eine schnelle<br />

Lieferung und unkomplizierte Abwicklung<br />

gewährleistet. „Wir freuen uns sehr über<br />

das stete Wachstum und die Entwicklung<br />

innerhalb der letzten Jahre. Mit dem<br />

Neubau sind wir, aber auch die nächste<br />

Generation bestens für die Zukunft<br />

gerüstet“, erklärt Yvonne Leber-Wisser,<br />

Geschäftsführerin der Leber Hygiene-<br />

Service GmbH.<br />

Perfekt auf die Bedürfnisse<br />

zugeschnitten<br />

Das neue Betriebsgelände befindet sich in<br />

Gutach, nur ca. 11 km vom alten Firmen-<br />

Aufgrund des Zuschnitts des Grundstücks ist eine Lagerhalle entstanden und die Verwaltung<br />

wurde oberhalb des Warenein- und -ausgangs angesiedelt.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): © hopermann fotografie / FREYLER<br />

20<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

sitz entfernt. Der Neubau wurde von Freyler<br />

Industriebau Kenzingen auf Grundlage<br />

eines Konzepttags individuell auf die Bedürfnisse<br />

des Mittelständlers zugeschnitten<br />

und betriebsfertig errichtet. Auf dem<br />

10.700 m 2 großen Grundstück ist so ein<br />

Verwaltungsgebäude mit Waren ein- und<br />

-ausgang entstanden, das etwa 1.800 m 2<br />

umfasst, sowie ein angrenzendes Lager<br />

mit ca. 2.300 m 2 .<br />

Konzepttag bringt<br />

Klärung wichtiger Fragen<br />

Um herauszufinden, ob das avisierte<br />

Grundstück in Gutach passen würde,<br />

hat Freyler im Rahmen des Konzepttags<br />

zunächst den konkreten Bedarf ermittelt.<br />

Dies war wichtig „im Hinblick auf die benötigten<br />

Flächen und um einen reibungslosen<br />

Logistikablauf zu gewährleisten“,<br />

erinnert sich Yvonne Leber-Wisser. Und<br />

Freyler Architektin Silvia Gerber ergänzt:<br />

„Optimal war das Grundstück auf den<br />

ersten Blick nicht, da es nicht einfach<br />

rechteckig ist und zudem eine Gasleitung<br />

darauf verläuft. Das bedeutete, dass wir<br />

einen 6 Meter breiten Streifen nicht überbauen<br />

durften.“ Umso wichtiger war es,<br />

einen individuellen Entwurf zu entwickeln,<br />

der genau diese Eigenheiten aufgreift und<br />

berücksichtigt.<br />

Neben der Geschäftsleitung waren beim<br />

Konzepttag, einer eigens von Freyler<br />

entwickelten Methodik, auch ausgewählte<br />

Mitarbeiter dabei sowie Sohn Yannic<br />

und Tochter Maxime, die sich bereits im<br />

Unternehmen engagieren. Denn so ein<br />

Neubau ist eine langfristige Investition<br />

in die Zukunft und betrifft eben auch die<br />

nächste Generation. „Gemeinsam haben<br />

wir ermittelt, wie sich der Logistikablauf<br />

optimal abbilden lässt“, berichtet Silvia<br />

Gerber weiter. „Es war wichtig, diesen<br />

Ablauf sauber zu Papier zu bringen, denn<br />

der Bestand mit seinen unterschiedlichen<br />

Lagerorten konnte nicht als Vorlage<br />

dienen. Dieses Funktionslayout war<br />

dann die Basis unserer Entwürfe.“ Von<br />

Freyler nahmen am Konzepttag mehrere<br />

Architekten teil, zudem Spezialisten für<br />

die Haustechnik/TGA, denn das Gebäude<br />

sollte nach KfW-Standard 55 realisiert<br />

werden. „Nicht zuletzt war es uns wichtig,<br />

ein Gefühl dafür zu bekommen, was das<br />

Gebäude ausstrahlen soll.“<br />

Corporate Design<br />

spiegelt sich<br />

im Gebäude wider<br />

Der neue Firmensitz sollte optisch und architektonisch<br />

deutlich als Leber Hygiene<br />

erkennbar sein. So wurde insbesondere<br />

das markante Corporate Design aufge-<br />

Die Lagerhalle ist hell und freundlich dank großer Oberlichter.<br />

griffen. Durch den speziellen Grundriss<br />

liegt der Eingang etwas weiter hinten und<br />

wurde daher besonders betont mit einer<br />

zweigeschossigen Verglasung, Fassadenplatten<br />

in unterschiedlichen Grüntönen<br />

sowie dem Logo des Unternehmens.<br />

„Auch optisch gefällt uns der Gebäudekomplex<br />

sehr gut, er ist nicht nur modern<br />

und zugeschnitten auf unseren Bedarf,<br />

sondern greift auch unser Firmengrün<br />

auf und ist damit unverwechselbar unser<br />

Stammsitz“, ergänzt Yvonne Leber-<br />

Wisser. Wichtig im Zusammenhang mit<br />

diesem Bauvorhaben war zudem die<br />

Abstimmung mit allen Beteiligten: Mit<br />

der Gemeinde bezüglich des Bebauungs-<br />

2024<br />

Hessens große Baumesse<br />

8. – 10. März<br />

Messe Giessen<br />

täglich 10 – 18 Uhr<br />

MIT FACHBEREICH<br />

ENERGIE<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

21


objekte<br />

Auch die Büroflächen sind attratktiv, die Einrichtung<br />

greift punktuell die Unternehmensfarbe<br />

Grün auf.<br />

plans, mit der Deutschen Bahn wegen<br />

der angrenzenden Trasse sowie zum<br />

Leitungsrecht und den entsprechenden<br />

baulichen Möglichkeiten. Hier hat Freyler<br />

einen Teil der Gespräche übernommen<br />

oder die Bauherren entsprechend begleitet.<br />

„Der Abstimmungsbedarf im Vorfeld<br />

war sehr hoch“, erinnert sich Silvia Gerber,<br />

„aber die Grundlage dafür, dass das<br />

Projekt später reibungslos läuft.“<br />

Angenehmes<br />

und modernes<br />

Arbeitsumfeld<br />

Aufgrund der eingeschränkten bebaubaren<br />

Fläche wurden oberhalb des Warenein-<br />

und -ausgangs die Büros angesiedelt.<br />

Diese liegen etwas zurückversetzt zum<br />

Logistikhof, davor ist eine innenliegende<br />

Dachterrasse platziert, die akustisch<br />

zusätzlich durch ein Vordach über der<br />

Anlieferung abgeschirmt ist. Zugleich bieten<br />

die Räume eine schöne Aussicht ins<br />

Kinzigtal. Rückwärtig verlaufen die Bahngleise,<br />

daher wurden dort Schallschutzfenster<br />

installiert. „Ohne unser motiviertes<br />

Team wäre es kaum möglich, solch ein<br />

umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsportfolio<br />

anzubieten“, ergänzt<br />

Joachim Wisser, der das Unternehmen<br />

gemeinsam mit seiner Frau leitet. „Daher<br />

haben wir bei der Planung des Neubaus<br />

besonderen Wert auf ein angenehmes<br />

und modernes Arbeitsumfeld gelegt.“<br />

Die Lagerhalle umfasst ein Palettenlager,<br />

ein zweigeschossiges Kleinteilelager<br />

sowie Kommissionierungsflächen – alles<br />

perfekt auf die Strukturen und Abläufe<br />

des Unternehmens zugeschnitten. Verkleidet<br />

ist sie mit einer Metallsandwichfassade.<br />

Durch das Stahltragwerk kommt<br />

die Halle mit nur zwei Innenstützen aus<br />

und ist somit flexibel in der Nutzung und<br />

Aufteilung. Die 130 t schwere Stahlkonstruktion<br />

wurde von Freyler Stahlbau entworfen,<br />

gefertigt und montiert. Die große<br />

Pfosten-Riegel-Fassade sowie die Alufenster<br />

stammen von Freyler Metallbau. Ein<br />

Vorteil der Freyler Unternehmensgruppe:<br />

Die Bauherren profitieren von Lösungen<br />

aus einer Hand, Schnittstellen und Abstimmungsbedarf<br />

werden minimiert.<br />

Zukunftsfähig ist der Standort auch durch<br />

seine nachhaltige Bauweise nach KfW 55<br />

Standard: Umweltfreundlich beheizt wird<br />

über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die<br />

ihren Strom primär von der PV-Anlage<br />

auf dem Hallendach bezieht. Um Spitzenlasten<br />

abzudecken wurde zusätzlich<br />

eine Gastherme installiert. Für ein angenehmes<br />

Klima in den Büros sorgen die<br />

Fußbodenheizung sowie eine kontrollierte<br />

Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung.<br />

Die Zuluft wird mit einer autarken<br />

VRF-Einheit konditioniert, die ihren Strom<br />

ebenfalls vorrangig von der PV-Anlage<br />

bezieht. Das Dach des Verwaltungsbaus<br />

ist begrünt. Und dank des individuellen<br />

Entwurfs sind sogar noch Erweiterungsflächen<br />

für Wachstum vorhanden.<br />

Von den Büros und Besprechungsräumen<br />

bietet sich ein schöner Blick ins Kinzigtal.<br />

Bauherr:<br />

Konzept, Planung,<br />

Bauausführung:<br />

Bautafel<br />

Leber Hygiene-Service GmbH, Gutach<br />

Freyler Industriebau, Kenzingen<br />

Fertigstellung: Ende 2020<br />

Grundstück: ca. 10.700 m 2<br />

Lager: ca. 2.300 m 2<br />

Verwaltung mit Warenein<br />

und -ausgang: ca. 1.800 m 2<br />

Oberhalb der Anlieferung ist eine Dachterrasse<br />

entstanden, die ein wenig zurückversetzt<br />

liegt und zusätzlich abgeschirmt ist durch ein<br />

Vordach.<br />

Energiestandard:<br />

Heizung, Beund<br />

Entlüftung:<br />

PV-Anlage:<br />

Lagersysteme:<br />

KfW 55 Standard<br />

Luft-Wasser Wärmepumpe in Kombination mit<br />

Fußbodenheizung, Gastherme für Spitzenlast,<br />

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und<br />

Konditionierung mit VRF-Einheit<br />

400 m² Fläche; 80,9 kWp Leistung<br />

Palettenlager und zweigeschossiges Kleinteilelager<br />

22<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Bürogebäude der DynamicWare Software-Entwickler in Jena<br />

Für die Zukunft gebaut<br />

Iris Darstein-Ebner<br />

Bildnachweis (alle Bilder): ALHO Unternehmensgruppe<br />

Manchmal stimmt die Chemie einfach. Weil man sich besonders ähnlich ist, dieselben Ziele<br />

verfolgt oder offensichtlich auf der gleichen Wellenlänge funkt. Bei Alho und dem jungen<br />

Software Dienstleister DynamicWare aus Jena ist das so. In einem sehr partnerschaftlichen<br />

Planungs- und Bauprozess setzte das Modulbauunternehmen innerhalb nur weniger Wochen<br />

die Wünsche und Anforderungen des wachsenden Unternehmens in einem Büroneubau um.<br />

Dieser ist rund 650 m 2 groß und für eine Expansion bereits bestens gerüstet!<br />

Das IT-Unternehmen DynamicWare<br />

in Jena entwickelt hochwertige<br />

Individualsoftware für Kunden<br />

aus allen Bereichen der Wirtschaft. Als<br />

vielseitiger Dienstleister berät es bei<br />

der Planung und Erstanalyse von Web-<br />

Anwendungen, erarbeitet die Spezifikation,<br />

entwickelt die Anwendung mit den<br />

modernsten Werkzeugen und Techniken<br />

der Softwareentwicklung und übernimmt<br />

den Betrieb, die Pflege und die Weiterentwicklung<br />

der unternehmensspezifischen<br />

Anwendungen bis hin zum kompletten<br />

IT-Management. Mit diesem Angebot<br />

konnte das ehemalige „Start-Up“ seit<br />

2005 zu einer Firma mit heute rund 20<br />

Mitarbeitenden heranwachsen.<br />

2012 gründete Inhaber Ingo Faulstich<br />

gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitern<br />

die addON Solution GmbH, die sich<br />

bis heute als führender Cloudanbieter<br />

von Vertriebslösungen für Strom & Gas,<br />

Energiedienstleistungen sowie auch zur<br />

Glasfaservermarkung entwickelt hat. Lange<br />

Zeit nutzten beide Firmen angemietete<br />

Büroräume in einem Innovations-Park in<br />

Jena, mussten diese aber wieder für neue<br />

Gründer freigegeben. „Ein eigener Neu-<br />

Drei Tage dauerte es nur und die 22 im Werk vorgefertigten Module waren zu einem winkelförmigen<br />

Gebäude mit rund 650 m 2 Fläche montiert. Dessen kurzer Schenkel wurde bereits<br />

zweigeschossig aufgebaut. Der Rest des Hauses wurde statisch für spätere Erweiterungen<br />

vorbereitet – horizontal wie vertikal.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

23


objekte<br />

Bausystem mit der ressourcenoptimierten<br />

Vorfertigung der Gebäude.<br />

„Die präzise industrielle Vorfertigung auf<br />

hochmodernen Produktionsstraßen macht<br />

die Modulbauweise zu einer sehr zeitgemäßen<br />

Art zu bauen. Das passt doch<br />

perfekt zu einem modernen Technikunternehmen<br />

wie DynamicWare“, ist Faulstich<br />

überzeugt.<br />

Bauherr Ingo Faulstich legte viel Wert auf eine insgesamt stimmige Ausstattung und hochwertige<br />

Details im Gebäude – wie pflegeleichte und strapazierfähige Design-Vinylböden in Holzoptik.<br />

bau war für uns nicht zwingend notwendig,<br />

aber doch eine tolle Chance, um uns<br />

weiterzuentwickeln“, erklärt der Firmengründer<br />

seine Bauentscheidung. 2015<br />

hatte er Alho zum ersten Mal von seinen<br />

Neubauplänen berichtet. Dieser Kontakt<br />

ruhte jedoch bis 2019, bevor Faulstich im<br />

August 2021 Nägel mit Köpfen machte<br />

und die Modulbauexperten mit der Planung<br />

des Büroneubaus beauftragte. Das<br />

Grundstück dafür – im neuen Gewerbegebiet<br />

Technologiepark Jena21 im Stadtteil<br />

Jena-Göschwitz gelegen – hatte er bereits<br />

2017 erwerben können.<br />

„Ich hatte damals zwar noch keine<br />

Erfahrung mit der Modulbauweise, mich<br />

Im Eingangsbereich lädt ein Sitzmöbel zum Verweilen<br />

ein und bietet außerdem viel Stauraum.<br />

Die dreiläufige Stahltreppe ist mit hochwertigen<br />

Betonstufen belegt.<br />

aber bereits sehr intensiv damit befasst.<br />

Die Entscheidung für Alho war dann<br />

letztendlich auch eine Sympathiefrage –<br />

zwischenmenschlich ebenso wie zum Produkt“,<br />

so der Unternehmer. „Die Qualität<br />

der Gebäude hat überzeugt und natürlich<br />

spielte auch die Bau-Geschwindigkeit eine<br />

große Rolle.“<br />

Zukunftsweisendes<br />

Bürogebäude<br />

Welches Gebäude passt zum Unternehmen?<br />

Und wie machen wir das Bauwerk<br />

heute schon fit für die Zukunft? Diese Fragen<br />

sind bei Alho von Anfang an Grundlage<br />

für alle Planungs-Entscheidungen. Das<br />

Bauen mit Alho sei für ihn auch deshalb<br />

so erfolgreich gewesen, weil ihm nicht<br />

die Ideen eines Planers auferlegt wurden,<br />

sondern von Anfang an die Wünsche<br />

der späteren Nutzer im Vordergrund<br />

standen: „Es ging immer darum, unseren<br />

Mitarbeitenden eine ansprechende<br />

und komfortable Arbeitsumgebung zu<br />

schaffen. Darum habe ich die Kollegen<br />

schon früh in die Entscheidungsfindung<br />

mit einbezogen“, erklärt Faulstich. „Die<br />

Zusammenarbeit mit Alho war stets auf<br />

Augenhöhe und sehr transparent. Und<br />

dank der digitalen Planung konnte man<br />

auf Veränderungen immer schnell und<br />

unkompliziert reagieren.“<br />

Darüber hinaus war dem IT-Experten der<br />

nachhaltige Umgang mit Baumaterialien<br />

wichtig. Hier punktet das eingesetzte<br />

„Außerdem bin ich von Grund auf ein Fan<br />

optimierter Prozesse, da wir diese tagtäglich<br />

auch für unsere Kunden abbilden.<br />

Unser Büroneubau als Modulgebäude<br />

zu bauen war darum fast schon logische<br />

Konsequenz.“ Was sich bezüglich Zukunftsfähigkeit<br />

ebenfalls positiv auswirkt:<br />

Während des gesamten Modulbau-<br />

Lebens ist je nach Bedarf eine flexible<br />

Umnutzung der Grundrissflächen möglich.<br />

So lassen die nichttragenden Innenwände<br />

Anpassungen an ganz unterschiedliche<br />

Büroorganisationen zu – vom Zellenbüro<br />

über kleinere Büroraumeinheiten bis hin<br />

zur offen gestalteten Bürolandschaft. Und<br />

– falls es doch einmal dazu kommen sollte<br />

– kann das Gebäude sehr einfach wieder<br />

rückgebaut werden. Das wirkt sich mit<br />

einer Recyclingquote von über 90 % sehr<br />

positiv auf den ökologischen Fußabdruck<br />

aus.<br />

Erweiterung<br />

schon einkalkuliert<br />

Im August 2021 machte sich Alho mit<br />

seinem internen Planungsteam und<br />

in steter Abstimmung mit den späteren<br />

Nutzern an den Gebäudeentwurf,<br />

während die Gründungsarbeiten vom<br />

Bauherrn selbst organisiert und mit einem<br />

regionalen Tiefbauunternehmen durchgeführt<br />

wurden. Ein mit Ingo Faulstich<br />

befreundeter Bauingenieur übernahm<br />

die Genehmigungsplanung. Ende März<br />

2022 war es dann so weit: Drei Tage<br />

dauerte es nur und die 22 im Alho-Werk<br />

in Morsbach vorgefertigten Module<br />

waren zu einem winkelförmigen Gebäude<br />

montiert. Dessen kurzer Schenkel wurde<br />

bereits zweigeschossig aufgebaut – und<br />

weil sowohl DynamicWare als auch die<br />

addON Solution GmbH bald mit noch weiterem<br />

Zuwachs rechnen, wurde der Rest<br />

des Hauses statisch ebenfalls für spätere<br />

Erweiterungen vorbereitet – horizontal<br />

wie vertikal.<br />

Bis dahin können die Mitarbeiter rund<br />

650 m 2 Quadratmeter als Arbeits- und<br />

Aufenthaltsfläche nutzen – überwiegend<br />

großzügige Open-Space-Büros, in denen<br />

sich kreativ und innovativ denken, arbeiten<br />

und besprechen lässt. Dazu gibt es<br />

noch einen Küchen- und Kantinenbereich,<br />

der – mittels mobiler Trennwand – einem<br />

35 qm großen Besprechungsraum<br />

24<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

zugeschlagen werden kann. Für Veranstaltungen<br />

und Feste stehen dann fast 60 m 2<br />

Fläche zur Verfügung.<br />

Im Obergeschoss hat der Firmengründer<br />

sein Büro – mit Glastrennwand zum Open<br />

Workspace und direktem Zugang zur<br />

Dachterrasse, die auch von der Teeküche<br />

aus für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen<br />

erreichbar ist.<br />

Abgeschlossene, kleinere Räume für<br />

Telefonkonferenzen, Serverräume sowie<br />

Technik- und Lagerflächen ergänzen das<br />

Raumprogramm auf beiden Etagen. Die<br />

modernen Sanitäranlagen sind sogar mit<br />

Duschen ausgestattet, denn so mancher<br />

kommt – der Umwelt und Gesundheit<br />

zuliebe – inzwischen mit dem Fahrrad<br />

zur Arbeit und kann sich dann dort frisch<br />

machen.<br />

Hochwertige<br />

Ausstattung,<br />

modernste<br />

Energietechnik<br />

Wert legte Ingo Faulstich auf eine<br />

insgesamt stimmige Ausstattung und<br />

hochwertige Details im Gebäude, wie<br />

die pflegeleichten und strapazierfähigen<br />

Design-Vinylböden in Holzoptik oder die<br />

dreiläufige Stahltreppe mit Betonstufen.<br />

Akustikdecken sorgen in allen Büroräumen<br />

für eine angenehm ruhige Arbeitsatmosphäre.<br />

Der Eingangsbereich hebt sich mit einer<br />

hellblauen HPL-Verkleidung (High Pressure<br />

Laminate) von der Wärmedämmverbundfassade<br />

gestalterisch ab. Die<br />

Photovoltaik-Anlage auf dem Flachdach<br />

versorgt das Gebäude mit selbst erzeugtem<br />

Strom und macht den Betrieb der<br />

Wärmepumpe und sogenannter VRV-<br />

Technologie (Variable Refrigerant Volume)<br />

wirtschaftlich. Diese vereint das Kühlen<br />

und Heizen in einer technischen Anlage:<br />

So erfolgt die Wärmeverteilung im Winter<br />

ebenso wie die Kühlung der Büroräume in<br />

den immer heißer werdenden Sommern<br />

über Deckenpaneele.<br />

Wie Bauherren<br />

aus der Privatwirtschaft<br />

vom Bauen mit<br />

Modulen profitieren<br />

„Für alle Bauherren ist ein wirtschaftlicher,<br />

schneller Bauablauf wichtig. Doch in der<br />

Digitalwirtschaft, in der wir arbeiten, ist<br />

alles besonders schnelllebig. Die Modulbauweise<br />

kam uns dabei sehr entgegen:<br />

Der „Rohbau“, der innerhalb von 3 Tagen<br />

auf der Baustelle fertiggestellt war, der<br />

Die Bürolandschaft wurde sehr abwechslungsreich – überwiegend als großzügige Open-Space-<br />

Büros – gestaltet, in denen sich kreativ und innovativ denken, arbeiten und besprechen lässt.<br />

Glastrennwände sorgen für lichtdurchflutete Räume und dennoch etwas Abschottung.<br />

Innenausbau, der bereits an Tag 2 begonnen<br />

wurde, die insgesamt rasante Bauzeit<br />

von nur 15 Wochen – davon haben wir<br />

sehr profitiert“, resümiert Ingo Faulstich.<br />

Auch die Organisation der Lieferanten<br />

und Nachunternehmern durch Alho hat<br />

der Bauherr als reibungslos erlebt. „Wir<br />

haben unser Gebäude in einer wirtschaftlich<br />

sehr instabilen Zeit gebaut – Lieferengpässe<br />

und Preissteigerungen waren<br />

an der Tagesordnung. Dennoch hatten<br />

wir mit Alho stets sowohl Terminablauf<br />

als auch Budget im Blick und konnten<br />

unser Projekt schließlich mit nur wenigen<br />

Mehrkosten abschließen. Mehrkosten, die<br />

ehrlicherweise alle durch nachträgliche<br />

Zusatzwünsche unsererseits entstanden<br />

sind“, gibt Faulstich zu.<br />

Aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit<br />

hat sich zwischen Bauherrn<br />

und Generalübernehmer im Laufe der Zeit<br />

ein schon freundschaftlich zu nennendes<br />

Verhältnis entwickelt. Das bestätigt auch<br />

Niederlassungsleiter des ModulbauspezialistenPascal<br />

Schalles: „Ingo Faulstich<br />

hat das „Abenteuer Bauen“ genossen und<br />

dafür gesorgt, dass sich auch alle anderen<br />

auf der Baustelle wohl fühlten – mit geselligen<br />

Frühstücken und einem tollen Richtfest.“<br />

Und der Bauherr ergänzt: „Nach all<br />

unserer positiven Erfahrung kann ich nicht<br />

verstehen, dass es noch Unternehmen<br />

gibt, die nicht in Modulbauweise bauen.<br />

Ich freue mich schon richtig auf den zweiten<br />

Bauabschnitt“. In zwei, spätestens fünf<br />

Jahren soll es so weit sein!<br />

Die tragfähige<br />

Unterfütterung<br />

Froth-Pak HC Mini CP2<br />

für Hebe-Schiebetüren<br />

w<br />

Fachberatung<br />

anfordern!<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

25


objekte<br />

Bildnachweis: Rako<br />

Sky Park Residenz, SK-Bratislava<br />

Eindrucksvolle Architektur, hochwertige Bodenfliesen<br />

Nahe dem Stadtzentrum von Bratislava erheben sich drei identische Wohntürme in den Himmel.<br />

Ihnen wird in naher Zukunft noch ein vierter Turm folgen, dessen Bau bereits in vollem<br />

Gange ist. Entworfen hat alle Gebäude das weltbekannte Architekturbüro Zaha Hadid Architects<br />

aus London. Das Gesamtprojekt mit dem Namen SKY PARK ist jedoch deutlich umfangreicher.<br />

Dabei handelt es sich nicht allein um den Bau neuer Wohnbauten, sondern um<br />

die umfassende Revitalisierung des ehemaligen Industrieareals der Apollo Slovak Mineral Oil<br />

Refinery, das an das historische Zentrum der slowakischen Hauptstadt angrenzt.<br />

Die Wohnungen in den 31-stöckigen<br />

Türmen bieten einen einzigartigen<br />

Blick auf das Zentrum von Bratislava.<br />

Sie sind rund um das denkmalgeschützte<br />

Gebäude Jurkovicova Teplárna<br />

angeordnet, das kürzlich unter der Leitung<br />

von Martin Pašek und dem Team der DF<br />

Creative Group umgebaut wurde.<br />

<<br />

Das nach seinem Autor, dem Architekten<br />

Dušan Jurkovic, benannte Industriegebäude<br />

dient heute als flexible Büro-Immobilie<br />

des Konzepts BASE coworking.<br />

<<br />

Bildnachweis (+ linkes Bild): Zdronu.sk<br />

26<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Bis 2025 entstehen<br />

über 700 einzigartige<br />

Wohnungen<br />

Die vier Wohntürme mit über 700 luxuriösen<br />

Wohnungen sind in zwei Bauabschnitte<br />

geteilt. Im Rahmen des ersten<br />

Bauabschnitts, 2016 begonnen, wurden<br />

die ersten drei Türme bereits fertiggestellt.<br />

Das vierte Wohnhochhaus soll 2025<br />

fertiggestellt werde. Als Teil des zweiten<br />

Bauabschnitts wird es von der Developer-<br />

Gesellschaft Alto Real Estate realisiert.<br />

„Jede Wohnung des Projekts SKY PARK<br />

Residence wurde hinsichtlich ihrer<br />

Ausrichtung und bestmöglichen Flächennutzung<br />

individuell gestaltet“, verlautet es<br />

von der Entwicklungsgesellschaft Penta<br />

Real Estate, die die ersten drei Türme<br />

realisierte.<br />

Alle Gebäude haben einen identischen<br />

elliptischen Grundriss, der in der Höhe<br />

zunächst ausladender, in den oberen<br />

Geschossebenen hingegen verjüngt<br />

ausgebildet ist, wodurch das Gebäude<br />

seine außergewöhnliche aerodynamische<br />

Form erhält. Die vertikale Wirkung der<br />

Hochhäuser wird durch das prägnante<br />

Säulenskelett verstärkt, welches mit<br />

seiner hellen Farbigkeit einen bewussten<br />

Kontrast zu den bronzefarbenen Fassadenelementen<br />

bildet. Penta Real Estate:<br />

„Die charakteristische Farbe der Fassade<br />

der Wohngebäude von SKY PARK ist eine<br />

einzigartige, individuell gemischte Farbe,<br />

die wir SKY PARK Bronze genannt haben.<br />

Optisch ansprechende<br />

und widerstandsfähige<br />

Fliesen<br />

im Dauereinsatz<br />

In den von den Wohnungseigentümern<br />

gemeinschaftlich genutzten Bereichen<br />

wie Flure und Treppenhäuser dominieren<br />

helle Farben. Hier verwendet das Architekturbüro<br />

Fliesen der Marke Rako, die<br />

insgesamt bis zu 8.000 m 2 bedecken.<br />

„Die Vorbereitung des Baus der Wohntürme<br />

begann mit der Einführung der Rako-<br />

Fliesen im damals neuen Format 120 x<br />

60 cm. Interessant war die Herstellung<br />

von Sockeln nach Maß, die der Investor<br />

aufgrund technischer Einschränkungen<br />

auf der Baustelle in möglichst geringer<br />

Höhe wünschte. So lieferten wir Sockel<br />

mit nur 6 cm Höhe, was bei einer Länge<br />

von 120 cm natürlich eine technische Herausforderung<br />

war. Als Standardprodukt<br />

werden Sockel nur bis zu einer Länge<br />

von 80 cm und einer Höhe von 9,5 cm<br />

verkauft“, erklärt der technische Experte<br />

von Rako, L’udovít Bulla. Für die stark<br />

beanspruchten Kommunikationsbereiche<br />

in den Treppenhäusern und Aufenthaltsbereichen<br />

wählte das Architekturbüro<br />

Bodenfliesen der Serie Extra in einem<br />

dunklen Grau. Die Fliesen bestechen<br />

durch ihre matte Oberfläche und eine<br />

seidige Haptik, die durch Digitaldrucktechnik<br />

und eine Spezialglasur erzielt wird. Die<br />

Fliesen weisen darüber hinaus selbstverständlich<br />

die notwendigen Parameter auf,<br />

um den technischen Anforderungen für<br />

Treppenanlagen entsprechen – hier vor<br />

allem die erforderliche Rutschfestigkeit<br />

und Abriebfestigkeit.<br />

Wohnen und Grün<br />

im Einklang<br />

Die markanten Wohntürme in Bratislava<br />

umgibt ein Park mit hoher Aufenthaltsqualität,<br />

durchzogen von sattem Grün und<br />

sanften Hügeln. Hinter dem Landschaftskonzept<br />

stehen der slowakische Architekt<br />

und Stadtplaner Igor Marko vom Atelier<br />

Marko&Placemakers und das Londoner<br />

Studio Townshend. So entstand rund um<br />

die Wohntürme ein außergewöhnlicher<br />

Stadtpark, der zur aktiven Freizeitnutzung<br />

einlädt: Hier kann man Sport treiben,<br />

spazieren gehen oder sich auf einer Bank<br />

ausruhen. Ergänzt wird die Parkanlage um<br />

ein Open-Air-Amphitheater, mehrere Kinderspielplätze,<br />

einen Platz für das persönliche<br />

„Work-out“ und eine Laufbahn, die<br />

sich zwischen Grünflächen, Zierpflanzen<br />

und Bäumen verstecken.<br />

Rako liefert für das eindrucksvolle Ensemble insgesamt über 8.000 m 2 Fliesen der Serie Extra im Format 120 x 60 cm.<br />

Bildnachweis (Seite 27): kudivaniphotography<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

27


objekte<br />

Trainingshospital „To Train U“ in Ulm<br />

Lernen am Dummy<br />

Das neue Trainingshospital „To Train U“ ist ein wichtiger Baustein für eine umfassende Ausbildung<br />

von Medizinerinnen und Medizinern am Universitätsklinikum Ulm. Besonders interessant<br />

ist hier auch die smarte Steuertechnik für den Sicht- und Sonnenschutz, die die angehenden<br />

Mediziner vor irritierender Blendung schützt.<br />

Schon der Anblick des multifunktionalen<br />

Neubaus auf dem Ulmer<br />

Eselsberg ist überraschend und<br />

weckt unmittelbar Interesse: Über dem<br />

einladenden Erdgeschoss mit seinen<br />

raumhohen Verglasungen und Rundstützen<br />

erhebt sich in klarer Geometrie ein<br />

viergeschossiger Kubus mit erfrischend<br />

grüner, leicht glänzender Fassade aus<br />

unregelmäßig geschnittenen Faserzementplatten,<br />

der sich harmonisch ins<br />

Landschaftsbild einfügt. Das Gebäude<br />

an der Ecke James-Franck-Ring und<br />

Meyerhofstraße steht markant platziert<br />

am östlichen Rand des ausgedehnten<br />

Campus-Geländes, in unmittelbarer Nähe<br />

zum Universitätsklinikum. Es bildet den<br />

Ausgangspunkt einer fußläufigen Verbindung<br />

durch das gesamte Campusgelände.<br />

Innovatives<br />

Trainingsund<br />

Studienzentrum<br />

Auch der Name des Gebäudes „To Train<br />

U“ (TTU) macht neugierig. Als Trainingsund<br />

Studienklinik für Medizin und Biowissenschaften<br />

der Medizinischen Fakultät<br />

setzt es neue Maßstäbe in der praktischen<br />

Ausbildung angehender Ärztinnen und<br />

Ärzte. In sogenannten Skill-Labs können<br />

die zukünftigen Mediziner unterschiedliche<br />

berufsspezifische Situationen und<br />

Abläufe mit Schauspielpatienten oder<br />

Simulationspuppen trainieren. Dabei wird<br />

die Untersuchung und Behandlung von<br />

Patienten in authentischen Szenarien<br />

möglichst realitätsnah simuliert. Hierzu<br />

zählen beispielweise der Einsatz in einer<br />

Hausarzt- oder Facharztpraxis ebenso wie<br />

in der Notaufnahme eines Krankenhauses,<br />

die Überwachung lebensbedrohlich<br />

verletzter Patienten und im „Theatrum<br />

Anatomicum“ die Arbeit im Operationssaal.<br />

Die erforderlichen Fertigkeiten, um<br />

sich auf die Prüfung „Objective Structured<br />

Clinical Examination“ (OSCE) vorzubereiten,<br />

werden unter anderem auch<br />

mittels Virtual Reality eingeübt. Von den<br />

angrenzenden Regie-, Beobachtungs- und<br />

Besprechungsräumen aus können die<br />

Lehrenden die Übungen begleiten und,<br />

wenn nötig, direkt Hilfestellung geben.<br />

Bildnachweis: Universität Ulm<br />

Moderne Ausstattung<br />

setzt Standards<br />

Der Neubau auf einer Nutzfläche von über<br />

3.000 Quadratmetern verfügt zudem<br />

über den mit hochwertigen Holzlamellen<br />

ausgestatteten größten Hörsaal der<br />

Universität mit 450 Plätzen und beherbergt<br />

außerdem die Büroräume der<br />

Dekanatsverwaltung der Medizinischen<br />

Fakultät. Im Erdgeschoss befindet sich<br />

ein großzügiges Foyer mit Cafeteria und<br />

Außenbereich. Ein begrünter Innenhof in<br />

den beiden obersten Etagen bietet einen<br />

zusätzlichen attraktiven Rückzugsraum.<br />

Den Hochbauentwurf lieferte das Amt<br />

Ulm der Vermögen und Bau Baden-<br />

Württemberg. Die Ausführungsplanung<br />

und Bauleitung verantwortete – mit<br />

ihrer speziellen Expertise für Projekte im<br />

Gesundheitswesen – die Tiemann-Petri<br />

Koch Planungsgesellschaft, Stuttgart.<br />

Die Gesamtkosten inklusive modernster<br />

Erstausstattung beliefen sich auf rund 25<br />

Millionen Euro. Zu den hohen Standards<br />

trägt auch der gebäudeweit integrierte<br />

automatische Sonnen- und Blendschutz<br />

von Somfy bei.<br />

Dynamischer Sonnenschutz<br />

für optimalen<br />

Aufenthaltskomfort<br />

Die Raffstoren in den einzelnen Räumen<br />

werden über die Sonnenschutzzentrale<br />

animeo IB+ Building Controller 8<br />

Zonen gesteuert, die mit ihrer einfachen<br />

Installation und intuitiven Bedienung<br />

punktet. Die smarte Zentrale fährt die<br />

motorisierten Behänge je nach Sonneneinstrahlung,<br />

Temperatur und Wind<br />

über eine vieradrige Steuerleitung und<br />

dezentrale 4-fach Motorcontroller in die<br />

passende Position. Dank der integrierten<br />

Sonnennachführungsfunktion werden<br />

die Raffstorenlamellen automatisch so<br />

positioniert, dass man vor irritierender<br />

Blendung geschützt ist, aber gleichzeitig<br />

den Blick ins Freie genießen kann.<br />

Natürlich ist – abgesehen von zentralen<br />

Sicherheitsbefehlen – auch eine ma-<br />

28<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Daten und Fakten<br />

Bauherr und Betreiber:<br />

Vermögen und Bau<br />

Baden-Württemberg<br />

Architekt:<br />

Tiemann-Petri Koch,<br />

Planungsgesellschaft mbH<br />

Freie Architekten BDA,<br />

Stuttgart<br />

Fachplanung:<br />

Gode GmbH, Ulm<br />

Ausführung:<br />

integaTec Gebäudetechnik GmbH,<br />

Ulm<br />

Das TTU in Ulm setzt Maßstäbe bezüglich Architektur und Ausstattung.<br />

Bildnachweis: Universität Ulm<br />

Technik:<br />

- 1x Somfy animeo IB+ Building<br />

Controller 8 Zonen<br />

- 1x Somfy animeo IB+ Sensorstation<br />

zur Erfassung von Windgeschwindigkeit,<br />

Windrichtung, Sonne, Regen<br />

und Außentemperatur<br />

- 54x Somfy animeo IB+ 4 AC Motor<br />

Controller zur Ansteuerung von je<br />

4 Antrieben<br />

nuelle Steuerung mittels Bedientaster<br />

jederzeit möglich.<br />

Energieeffizienz<br />

dank intelligenter<br />

Automatisierung<br />

Neben der Optimierung des Aufenthaltskomforts<br />

dient der dynamische Sonnenschutz<br />

als natürliche Klimaregulierung. So<br />

werden durch die präzise Beschattung<br />

und Raumkühlung im Sommer sowie die<br />

effiziente Nutzung des solaren Wärmeeintrags<br />

im Winter der Energieverbrauch und<br />

die Betriebskosten deutlich reduziert. Laut<br />

ESSO (European Solar Shading Organization)<br />

lassen sich durch automatisierten<br />

Sonnenschutz rund 20 Prozent Energiekosten<br />

einsparen.* Zusätzliches Einsparpotenzial<br />

ergibt sich aus der Anbindung<br />

des animeo IB+ Building Controller an die<br />

Gebäudeleittechnik des Uni-Campus über<br />

einen Com-Server. Auf einem Zentralrechner<br />

in der Leitwarte werden alle Gebäude<br />

zusammengeführt, um ihre Heizung,<br />

Lüftung und Klimaregulierung in Echtzeit<br />

zu überwachen und bedarfsoptimiert zu<br />

steuern. Die Inbetriebnahme und spezifische<br />

Einstellung der Indikationsparameter<br />

erfolgte ebenfalls durch Somfy.<br />

* ESSO Position Paper Februar 2021<br />

Die Mitteldeutsche Baumesse<br />

15. – 17. März<br />

HALLE MESSE<br />

10 –18 Uhr · www.messe-saalebau.de<br />

HALLE MESSE<br />

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element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

29


objekte<br />

Wartungshangar der Fluggesellschaft easyJet am BER, Berlin<br />

Zum Abflug bereit<br />

Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ist kürzlich der neue Wartungshangar der Fluggesellschaft<br />

easyJet fertiggestellt worden. Um die Bodenfläche vor den vielseitigen täglichen Beanspruchungen<br />

zu schützen, kommt eine interessante ableitfähige Sonderlösung zum Einsatz.<br />

Der neue Wartungshangar der Fluggesellschaft easyJet am Flughafen Berlin Brandenburg (BER).<br />

Bildnachweis: © Oliver Lang<br />

Bereits seit 2004 hat easyJet in der<br />

Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg<br />

eigene Flugzeuge stationiert<br />

und fliegt von dort eine Vielzahl an<br />

europäischen Metropolen und Urlaubsregionen<br />

direkt an – zum Beispiel Lissabon,<br />

Paris oder Barcelona. Im Jahr 2020<br />

wurde eine Wartungsstation für kurze<br />

Checks zwischen Landung und Start<br />

direkt am BER-Terminal eingerichtet. Um<br />

die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten<br />

für die 135 Flugzeuge umfassende<br />

easyJet Europe-Flotte weiter zu optimieren<br />

und die betrieblichen Abläufe noch<br />

effizienter zu gestalten, entschied sich die<br />

Fluggesellschaft vor einiger Zeit zu einer<br />

erneuten Investition am BER. Südwestlich<br />

des Terminal 1 wurde in nur 15 Monaten<br />

Bauzeit ein moderner neuer Wartungshangar<br />

errichtet, der nun Platz für gleichzeitige<br />

Arbeiten an vier Flugzeugen – bis<br />

zur Größe des Airbus A321neo – bietet.<br />

Hohe Beanspruchung<br />

der Hangar-Böden<br />

Bei der Planung des Hangars nahm<br />

auch die Frage des Bodenbeschichtungssystems<br />

eine wichtige Rolle ein.<br />

Von Seiten der Behörden bestand die<br />

Anforderung zum Einbau eines zugelassenen<br />

WHG-Systems. Weiterhin sollten<br />

die Wartungsbereiche in der Halle in der<br />

Rutschhemmungsklasse R11 und der geplante<br />

Waschplatz in R11/V4 ausgeführt<br />

werden. Und: Neben den Rollbelastungen<br />

der Flugzeuge sollte die mehr als 10.000<br />

m² große Bodenfläche auch weiteren intensiven<br />

mechanischen und chemischen<br />

Beanspruchungen widerstehen.<br />

Rundum überzeugendes<br />

Bodenkonzept<br />

„Die Projektinformation kam relativ spät<br />

und Remmers war zuvor beim irischen<br />

30<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Generalunternehmer MRO Facilities<br />

völlig unbekannt. Wir konnten aber durch<br />

unseren Partner Spezial-Abdichtung M.<br />

Richter GmbH (SAR) zeitnah noch ein leistungsstarkes<br />

Angebot vorlegen und durch<br />

unsere Produktlösungen und Referenzen<br />

überzeugen“ erklärt Remmers Key-Account-Manager<br />

Dipl.-Ing. Rüdiger Scholz.<br />

So erfolgten vor der Auftragsvergabe umfangreiche<br />

Ausarbeitungen zu den WHG-<br />

Systemen, Gespräche mit dem Bauherrn,<br />

den Experten von Spezialabdichtung M.<br />

Richter sowie dem TÜV bezüglich der<br />

Freigabe als WHG-Einzelfalllösung. Nicht<br />

zuletzt standen Vor-Ort Besuche unter anderem<br />

beim ebenfalls mit dem Verarbeiter<br />

realisierten WHG-Projekt Tesla in Grünheide<br />

an. Als ideal erwies sich schließlich<br />

eine Sonderlösung mit der Hartkornbeschichtung<br />

Epoxy SIC Color – realisiert als<br />

ableitfähige Nutzschicht in R11 auf einer<br />

WHG-Beschichtung.<br />

Bodenaufbauten<br />

mit innovativen<br />

Sonderlösungen<br />

Zunächst erfolgte die Untergrundvorbereitung<br />

des Bodens durch Kugelstrahlen.<br />

“Aufgrund der großen Stützenweiten und<br />

damit auch geringen Erdungspunktmöglichkeiten<br />

wurden von uns zusätzliche<br />

Erdungspunkte vorgeschlagen“, so Tobias<br />

Donat von der Firma SAR GmbH. Damit<br />

sollte sichergestellt werden, dass auch bei<br />

Beschädigungen der Anschlüsse ausreichende<br />

Alternativen zur sicheren Ableitungsfunktion<br />

des Bodensystems vorhanden<br />

sind. So schnitten die Experten eine<br />

Nut für die Aufnahme einer Ringleitung<br />

in die Mitte der Betonfelder. In entsprechenden<br />

Abständen wurde zusätzlich das<br />

Remmers Leitset eingelassen.<br />

Als WHG-Basisbeschichtung wurde<br />

danach der Standardaufbau gemäß<br />

WHG-Zulassung mit einer Grundierung<br />

und Kratzspachtelung Epoxy GL100<br />

ausgeführt. Das folgende Epoxy WHG<br />

Color mit mind. 1,5 kg/m² (Sd. 1 mm)<br />

sichert die geforderte Rissüberbrückung<br />

(0,2 mm) der hoch chemikalienbeständigen<br />

WHG-Beschichtung. Nach Verlegung<br />

einer Querleitschicht mit Epoxy Conductive<br />

wurde für die Wartungsflächen die<br />

Hartkornstrukturschicht mit Epoxy SIC<br />

Color aufgezogen und mit einer Strukturrolle<br />

strukturiert. Dipl.-Ing. Rüdiger Scholz:<br />

„Hohe Verschleißfestigkeit, Rutschhemmung<br />

bei geringem Reinigungsaufwand<br />

und eine tolle Optik. Das beim anspruchsvollen<br />

GU bisher unbekannte Produktsystem<br />

traf mitten ins Schwarze“.<br />

Verarbeiter zunächst eine ableitfähige<br />

Einstreuschicht mit Epoxy WHG Color AS.<br />

Dabei wurden die frischen Flächen mit<br />

einer 1:1 Mischung aus Quarzsand und<br />

leitfähigen SIC vollflächig abgestreut. Abschließend<br />

erfolgte eine Kopfversiegelung<br />

mit Epoxy WHG Color AS.<br />

Mit partnerschaftlicher<br />

Zusammenarbeit<br />

zum Erfolg<br />

Mittlerweile ist der neue Wartungshangar<br />

erfolgreich in Betrieb gegangen. Mit<br />

der Qualität der der Bodenbeschichtung<br />

zeigten sich Generalunternehmer und<br />

Bauherr hochzufrieden. Rüdiger Scholz:<br />

„Die Zusammenarbeit mit den Beteiligten<br />

war wirklich professionell und das<br />

nächste Projekt ist schon in der Planungsphase.“<br />

Bautafel<br />

Bauherr:<br />

GU MRO Facilities, Irland<br />

Planer:<br />

GU MRO Facilities, Irland<br />

Verarbeiter:<br />

Spezial Abdichtung<br />

M. Richter GmbH, Taucha<br />

Produktspezifische<br />

Beratung:<br />

Remmers Key-Account-Management<br />

(Dipl.-Ing. (TU) Rüdiger Scholz)<br />

Einsatz einer gelieferten Fertigmischung: Absolut<br />

homogene Quarzsand/SIC Abstreuung<br />

für eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit<br />

und einer sicheren Rutschhemmung R 11/V4.<br />

Abschließend erfolgte die Kopfversiegelung<br />

mit Epoxy WHG Color AS.<br />

Bildnachweis: © Remmers<br />

Nach Verlegung einer Querleitschicht mit Epoxy<br />

Conductive wurde für die Wartungsflächen die<br />

Hartkornstrukturschicht mit Epoxy SIC Color<br />

aufgezogen.<br />

Bildnachweis: © Stephan Falk<br />

Für die Waschplatzfläche – hier war die<br />

Rutschhemmungsklasse R 11/V4 mit<br />

Prüfzeugnis gefordert – applizierten die<br />

Die neue Bodenbeschichtung im Hangar – ein rundum gelungenes Ergebnis.<br />

Bildnachweis: © Spezial-Abdichtung M. Richter GmbH<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

31


objekte<br />

Frankfurter Messeturm<br />

Neue Offenheit und Energieeffizienz<br />

Das von Stararchitekt Helmut Jahn entworfene, zweithöchste Gebäude der Stadt Frankfurt,<br />

wurde 30 Jahre nach seiner Eröffnung umfassend saniert. Neben der infrastrukturellen Modernisierung<br />

des Gebäudes berücksichtigten die Planer wichtige Aspekte der energetischen Gebäudesanierung,<br />

wie beispielsweise die Klimatisierung des 17 Meter hohen und über 1.000<br />

Quadratmeter umfassenden Foyers. Im Rahmen der Neugestaltung dieses Bereichs durch den<br />

italienischen Architekten und Designer Matteo Thun wurde auch ein Flächenheiz- und Kühlsystem<br />

in der Fläche ausgeführt.<br />

Der Messeturm der Finanz- und<br />

Wirtschaftsmetropole Frankfurt<br />

war mit einer Höhe von 256<br />

Metern bei seinem Bau das höchste Gebäude<br />

Europas. Ursprünglich wurde der in<br />

den Jahren 1988-1990 realisierte Turm<br />

für die Frankfurter Messe konzipiert, sollte<br />

den steigenden Bedarf an Büroflächen<br />

bedienen und gleichzeitig ein architektonisches<br />

Wahrzeichen und Symbol des<br />

Stadtbildes und der damals wachsenden<br />

Skyline Frankfurts werden.<br />

Der Messeturm –<br />

Wahrzeichen<br />

und Visitenkarte<br />

der Stadt Frankfurt<br />

Es gelang der im Mai 2021 verstorbenen<br />

Architekten-Ikone Helmut Jahn, einen<br />

markanten und auffälligen, postmodernen<br />

Wolkenkratzer zu gestalten. Der<br />

expressive Entwurf Jahns war und ist<br />

futuristisch und zeichnet sich durch eine<br />

klare Formensprache sowie dynamische<br />

Linien aus. Dabei setzte Jahn bereits<br />

damals sehr fortschrittliche Aspekte wie<br />

ein modulares Design für die Büroflächen<br />

sowie den Einsatz von energieeffizienten<br />

Technologien, intelligenten Gebäudeautomatisierungssystemen<br />

und einer modernen<br />

Kommunikationsinfrastruktur um.<br />

Drei Jahrzehnte später offenbarten leerstehende<br />

Büroflächen und die zurückhaltende<br />

Reputation des Turms in der<br />

Öffentlichkeit einen gewissen Handlungsbedarf<br />

für die Eigentümer, der schließlich<br />

zum „Reload“-Konzept führte. Hierbei<br />

kam es zu einer einmaligen Kooperation<br />

zwischen dem „Turmvater“ Helmut Jahn<br />

sowie dem Interior Designer Matteo<br />

Thun. Zusammen entwickelten sie ein Architektur-<br />

und Interior-Konzept, das dem<br />

Messeturm eine völlig neue Strahlkraft<br />

verleihen sollte und seinen Höhepunkt in<br />

der Lobby findet.<br />

Der Messeturm ist nicht nur ein Bürogebäude, sondern ein Symbol für den Erfolg und die Dynamik<br />

des Wirtschaftsstandorts Frankfurt.<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Schlüter-Systems KG; Fotografie: dasHolthaus – Agentur für Bau-<br />

Marketing, www.dasHolthaus.de<br />

32<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


objekte<br />

Die Neugestaltung des Bodens in der Lobby des Messeturms wurde gleichzeitig zur energetischen Sanierung des Bereichs genutzt<br />

Die Lobby – Kern des<br />

Sanierungskonzeptes<br />

Moderne Bürogebäude in den wirtschaftlichen<br />

Metropolen verfügen heute<br />

über einladende, großzügige und offene<br />

Lobbys mit Flächen, die auch der Öffentlichkeit<br />

zugänglich sind. Der dreißig<br />

Jahre alte Messeturm hatte in diesem<br />

Punkt erheblichen Nachholbedarf und das<br />

Thema der Lobbygestaltung wurde somit<br />

zum Kern des Konzeptes. Überdies wurde<br />

die Erneuerung der gesamten Gebäudetechnik<br />

sowie die nachhaltige Steigerung<br />

der Energieeffizienz zur Zielvorgabe der<br />

Modernisierung, die binnen 2022 seine<br />

Umsetzung fand.<br />

Hierbei wurde die Lobby um 600 Quadratmeter<br />

vergrößert, indem man die Seiten<br />

des Turms um vier Meter nach außen<br />

aufweitete. Der neu geschaffene Raum<br />

mit gebogenen 17,5 Meter hohen und<br />

je sechs Tonnen schweren Spezialglasscheiben<br />

wurde zu einem eindrucksvollen<br />

Schaufenster in das Innere des Turmes.<br />

Gleichzeitig bietet die neue „Offenheit“<br />

einen ebenso imposanten Blick von Innen<br />

nach Außen auf die Skyline Frankfurts sowie<br />

die über 100 Jahre alte Messehalle.<br />

Die Umsetzung – Bauen<br />

im laufenden Betrieb<br />

Die Ausweitung der Lobby führte dazu,<br />

dass es ein unterschiedliches Bodenniveau<br />

von ca. 400 mm auszugleichen galt.<br />

Hierfür kamen das Trockenhohlbodensystem<br />

sowie die Leistungen der HG-<br />

Fussbodensysteme aus Heinrichsthal bei<br />

Aschaffenburg zum Einsatz. Gleichzeitig<br />

sollte die gesamte Lobby mit einer modernen,<br />

energieeffizienten wasserführenden<br />

Fußbodenheizung und -kühlung ausgestattet<br />

werden, um so die herkömmliche<br />

Heizanlage, deren Technik bislang eine<br />

gesamte Etage in Beschlag nahm, hinfällig<br />

zu machen.<br />

„Wir kennen das Schlüter-Bekotec-<br />

Therm-System bereits seit einigen Jahren<br />

und hatten besonders in der Sanierung<br />

sehr gute Erfahrungen mit dem System<br />

gemacht“, erläutert Steffen Hein, Geschäftsführer<br />

von HG-Fussbodensysteme.<br />

„Gerade die geringe Aufbauhöhe des<br />

Produktes war wichtig, da nicht viel Platz<br />

zur Verfügung stand, um Heizung, Estrich<br />

sowie die geplante Keramik einzubringen“.<br />

Da die Sanierung des Bodens im laufenden<br />

Betrieb stattfinden musste, wurde die<br />

Lobby in vier Sektionen (je ca. 275 m 2 )<br />

aufgeteilt, die nacheinander bearbeitet<br />

wurden. Hierbei führte HG die Arbeiten so<br />

aus, dass die Installation des Trockenbodens,<br />

die Verlegung der Bekotec-Therm-<br />

Fußbodenheizung (inkl. Zuleitung) sowie<br />

die Einbringung der 25 mm starken<br />

Estrichüberdeckung nur zwei Tage in<br />

Anspruch nahmen. Bereits am dritten Tag<br />

konnte das Folgegewerk, die Firma Kaiser<br />

& Co. Naturstein aus Mühlheim am Main,<br />

mit den Bodenbelagsarbeiten beginnen.<br />

„Um eine harmonische Fläche zu erzeugen,<br />

die weitestgehend ohne Dehnungsfugen<br />

auskommt, wurde unsererseits zunächst<br />

die Schlüter-Ditra eingebracht und<br />

mit dem Estrich fest verklebt“, berichtet<br />

Marcus Kaiser, Geschäftsführer der Kaiser<br />

& Co. Naturstein GmbH. Das Material<br />

Auch das Business-Restaurant M. Tower ist mit der Bekotec-Therm ausgestattet.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

33


objekte<br />

eignet sich gerade bei der Verlegung von<br />

großformatigen Natursteinplatten ideal<br />

zur Entkopplung, Abdichtung, Lastverteilung<br />

sowie zur Herstellung eines perfekten<br />

Haftverbunds. Schlüter-Ditra ist eine<br />

Polypropylenbahn mit einem integrierten<br />

Schneidraster sowie hinterschnittenen<br />

quadratischen Vertiefungen die rückseitig<br />

mit einem saugfähigen Trägervlies versehen<br />

ist. Werden keramische Fliesen oder<br />

Natursteinplatten verlegt, ist die Bahn<br />

fester Bestandteil des Konstruktionsaufbaus<br />

von Bekotec-Therm.<br />

Der von Matteo Thun ausgewählte Kalkstein<br />

(White Pearl, geschliffen) sowie das<br />

cremefarbene Eiche-Parkett (Bauwerk) der<br />

Loungebereiche konnte derart vorbereitet<br />

zügig verlegt werden, sodass die Auswirkungen<br />

auf den Geschäftsbetrieb des<br />

Turms nur sehr gering waren. Insgesamt<br />

kamen über 1.000 Quadratmeter Naturstein<br />

zur Ausführung, da neben dem<br />

Foyer auch der innenliegende Bodenbereich<br />

der Fahrstuhlhalle deckungsgleich<br />

verlegt wurde.<br />

Weniger ist mehr<br />

Die Prüfung und Realisierung der technischen<br />

Umsetzung ambitionierter<br />

Architekturentwürfe ist bei derartigen<br />

Projekten die Königsdisziplin, die hinter<br />

den Kulissen stattfindet. Schlüter-Systems<br />

als Weltmarktführer für praxiserprobte<br />

Systemlösungen für die Verlegung von<br />

Fliesen und Naturstein sieht sich auch<br />

hier gerne in der Verantwortung. „Über<br />

Monate hinweg haben wir zusammen<br />

mit der Planungsgesellschaft die Realisierbarkeit<br />

der gewünschten Ausführung<br />

technisch beraten und weiterentwickelt<br />

bis hin zu der Lösung, die unsere Partner<br />

HG und Kaiser jetzt so hervorragend ausgeführt<br />

haben“ bestätigt Burkhard Voß,<br />

der das Projekt technisch betreut hat und<br />

bei Schlüter-Systems für die eingesetzten<br />

Produkte zuständig ist.<br />

Eine besondere Leistung bestand u.a.<br />

auch darin, dass die Bodenmechanik zwischen<br />

dem neuen Hohlraumboden sowie<br />

dem Bestandsboden aus Beton so ausgeglichen<br />

werden konnte, dass hier keine<br />

Dehnungsfuge verbaut werden musste.<br />

Erschwerend kam hinzu, dass neben den<br />

bauphysikalischen Eigenschaften des<br />

Natursteins auch die des Parketts mit in<br />

die Planung bzw. Berechnung einbezogen<br />

werden mussten.<br />

„Bekotec ist die Abkürzung für Belagskonstruktionstechnik<br />

und genau das<br />

ist das Entscheidende, egal ob es um<br />

den privaten Wohnungsbau oder wie<br />

hier den Messeturm in Frankfurt geht.“<br />

reflektiert Voß. „Wir betrachten die<br />

Aufgabenstellung aus allen Blickwinkeln<br />

Die Verlegung von 260 m 2 Fußbodenheizung konnte an einem Tag ausgeführt werden.<br />

– gewerkübergreifend. Nur so kommt<br />

man zu validen Lösungen wie in diesem<br />

Beispiel.“<br />

Doch nicht nur die technische Umsetzung<br />

findet hohen Anklang bei den Eigentümern,<br />

auch die energetischen Vorteile<br />

des neuen Heizsystems lassen aufhorchen.<br />

Rund 10 % weniger Energie als mit<br />

herkömmlichen Fußbodenheizungen dürfen<br />

die Betreiber in Zukunft einkalkulieren.<br />

Ursächlich hierfür ist die wesentlich<br />

geringere Menge eingebrachten und zu<br />

erwärmenden Estrichs, der zugleich auch<br />

eine wesentlich dynamischere Regulierbarkeit<br />

des Systems möglich macht.<br />

Architekten:<br />

Bauherr:<br />

Bodenaufbau:<br />

Bodenbelagsarbeiten:<br />

Fußbodenheizung:<br />

Entkopplungsmatte:<br />

Bautafel<br />

Jahn, Chicago/USA<br />

Mattheo Thun, Mailand/Italien<br />

MesseTurm PropCo S.a.r.l<br />

HG-Fussbodensysteme GmbH, Heinrichsthal<br />

Kaiser & Co. Naturstein GmbH, Mühlheim am Main<br />

Schlüter-BEKOTEC-THERM EN 23 F<br />

Schlüter-DITRA<br />

Fläche: ca. 1.100 m 2<br />

Ausführung: 2022<br />

Der Messeturm ist also nicht nur weltoffener,<br />

prächtiger und postmoderner<br />

geworden, sondern auch nachhaltiger.<br />

Denn neben der Lobby wurden auch<br />

andere Bereiche wie beispielsweise das<br />

im Untergeschoss befindliche europäischpan-asiatischen<br />

Business-Restaurant<br />

„M.Tower“ mit dem System ausgestattet.<br />

Die Frankfurter freuen sich über das<br />

„Upgrade“ Ihrer Ikone und sehen den<br />

Turm gewappnet für die Zukunft. Auch<br />

das Interesse der Mieter scheint gestiegen,<br />

so dass der Turm heute, mehr als 30<br />

Jahre nach seiner Eröffnung, ein wahres<br />

Comeback feiert.<br />

34<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


im fokus<br />

Das neue GEG<br />

Möglichkeiten für die Industrie<br />

Ab 01.01.2024 tritt das neue „Heizungsgesetz“ in Kraft. Die vielen Diskussionen haben Kunden<br />

verunsichert und selbst Fachleute müssen sich in die Vielzahl der möglichen Gesetzesauslegungen<br />

intensiv einarbeiten. Was bei der Beheizung von Gewerbe- und Industriehallen ab<br />

Januar 2024 möglich und notwendig ist, lesen Sie hier.<br />

Es gilt grundsätzlich, dass 65 % der<br />

Heizenergie ab dem Jahr 2024<br />

regenerativ eingebrachten werden<br />

muss. Als regenerative Energien zählen<br />

Strom, Wasserstoff und Bio-Flüssiggas.<br />

Für Nichtwohngebäude wie Hallen über<br />

4 Meter Raumhöhe, hat der Gesetzgeber<br />

einige Ausnahmen formuliert. Die<br />

Vorgaben werden schrittweise, abhängig<br />

ob es sich um Bestandsgebäude oder<br />

Neubauten handelt sowie von der Größe<br />

einer Stadt bzw. Kommune und der damit<br />

verbundenen Wärmeplanung, in Kraft<br />

treten.<br />

Das neue<br />

GEG kommt,<br />

aber schrittweise<br />

Das GEG soll für Neubauten ab 2024, für<br />

Bestandsbauten in Gemeinden mit mehr<br />

als 100.000 Einwohnern ab dem 30. Juni<br />

2026 und für Bestandsbauten in Gemeinden<br />

mit bis zu 100.000 Einwohnern ab<br />

dem 30. Juni 2028 gelten, wenn bis<br />

dahin keine kommunale Wärmeplanung<br />

vorliegt.<br />

Werden ab 01.01.2024 Öl- oder<br />

Gasheizungen eingebaut, müssen diese<br />

ab 2029 mindestens 15 %, ab 2035<br />

mindestens 30 % und ab 2040 mindestens<br />

60 % der Wärme aus grünem bzw.<br />

blauem Wasserstoff oder Biomasse (Bio-<br />

Methan oder Bio-Propan) erzeugen können.<br />

Zudem gibt es vor dem Einbau der<br />

neuen fossilen Heizungen eine Beratungspflicht.<br />

Beraten können beispielsweise<br />

Energieberater, Installateure, Schornsteinfeger<br />

oder die Hersteller selbst. Auf der<br />

Homepage des Bundesministeriums für<br />

Wirtschaft und Klimaschutz findet man<br />

das GEG als Ganzes für Wohngebäude<br />

und Nichtwohngebäude (Industriebau):<br />

https://www.energiewechsel.de/<br />

KAENEF/Redaktion/DE/Dossier/geggesetz-fuer-erneuerbares-heizen.html<br />

Übergangsfristen<br />

für Gas- und<br />

Ölheizungen in Hallen<br />

Für Hallen mit über 4 m Deckenhöhe<br />

gibt es im neuen GEG Ausnahmeregelungen,<br />

die es ermöglichen, sich von der<br />

Erfüllungspflicht der 65 % erneuerbaren<br />

Heizenergie zu befreien.<br />

So dürfen fossil befeuerte Heizungen laut<br />

dem neuen GEG noch lange Zeit repariert<br />

werden. Erst wenn die Heizung havariert<br />

ist, also nicht mehr repariert werden kann<br />

und komplett getauscht werden muss,<br />

treten Übergangsfristen in Kraft. In diesen<br />

Fällen darf für bis zu fünf Jahren eine fossil<br />

betriebene Heizung eingebaut werden<br />

(Gas- oder Ölheizung). Für dezentrale<br />

Heizungen bzw. Hallen mit > 4 m Höhe,<br />

gibt es darüber hinaus die nachfolgenden<br />

Ausnahmeregelungen:<br />

1. Der Tausch von einzelnen Geräten<br />

(Infrarotstrahler oder Warmluftheizungen)<br />

kann über 10 Jahre erfolgen. Die Frist<br />

beginnt nach Tausch des ersten Strahlers<br />

oder Warmluftgeräts. So muss nach spätestens<br />

11 Jahren die 65 % Regel erfüllt<br />

werden. Dabei sollten vernünftigerweise<br />

die einzelnen Strahler oder Warmluftgeräte<br />

gegen die beste verfügbare Technik<br />

getauscht werden. Ab dem ersten Tausch<br />

bleiben demnach noch 10 Jahre Zeit das<br />

Heizungssystem rein fossil zu betreiben.<br />

Mit Beginn des 11. Jahres hat der Betrei-<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

35


im fokus<br />

Die pauschalen Lösungsoptionen im GEG.<br />

ber 1 Jahr Zeit, um auf 65 % erneuerbare<br />

Wärme umzurüsten.<br />

2. Wenn beim Tausch der alten Heizanlage<br />

gegen eine neue 40 % Energie<br />

eingespart werden können, gilt die Ausnahmeregelung,<br />

dass das neue (fossile)<br />

System bis Ende 2044 weiterbetrieben<br />

werden kann, z.B. bei einem Wechsel<br />

von einer alten Warmluftheizung durch<br />

eine neue und effiziente Dunkelstrahler-<br />

Anlage.<br />

3. Falls die Einsparungswerte nicht ganz<br />

zu erzielen sind, z.B. weil bereits effiziente<br />

Gasstrahler ausgetauscht werden, aber<br />

eine Einsparung von immerhin noch über<br />

25 % erzielt werden kann, muss nur anteilig<br />

die 65 % Erneuerbare-Energie-Pflicht<br />

eingehalten werden. Wichtig: Jegliche<br />

Effizienzgewinne durch Deckenventilatoren,<br />

RLT-Anlagen, Abwärmenutzung, Solarthermie<br />

usw. gehen in die Betrachtung<br />

des Endenergieverbrauchs mit ein.<br />

Optionen zur Erfüllung<br />

des 65 %-igen<br />

regenerativen Anteils<br />

Das GEG ist grundsätzlich technologieoffen.<br />

Es sind pauschale Erfüllungsoptionen<br />

vorgegeben, welche der Gesetzgeber<br />

ohne weiteren Nachweis anerkennt. Doch<br />

darüber hinaus können auch individuelle<br />

Lösungsoptionen umgesetzt werden, die<br />

dann jedoch über einen Nachweis nach<br />

der DIN 18599 den Einsatz von 65 %<br />

regenerativer Wärme darlegt.<br />

Pauschale<br />

Optionen<br />

Untenstehende Grafik zeigt jene Optionen,<br />

die im Gesetz genannt sind und<br />

damit keinen weiteren Nachweis benötigen.<br />

Elektrische<br />

Wärmepumpen<br />

Wärmepumpen sind eine einfache Art,<br />

das neue GEG zu erfüllen. Wärmepumpen<br />

sind flexibel einsetzbar, energieeffizient,<br />

förderfähig und erfüllen ohne weiteres<br />

den vorgeschriebenen 65%-Anteil an<br />

regenerativer Energie. Der große Nachteil:<br />

Die Investitions- und auch die Installationskosten<br />

liegen ca. 4-mal über dem Niveau<br />

einer indirekten Strahlungsheizung.<br />

Abhängig von der Architektur und dem<br />

Nutzungsprofil der Halle, können auch die<br />

Energiekosten, die einer Strahlungsheizung<br />

übersteigen.<br />

Hybrid-Lösung<br />

Unter Hybridlösung wird die Kombination<br />

aus zwei unterschiedlichen Wärmeerzeugern<br />

verstanden. Zum Beispiel<br />

Elektrische Wärmepumpen in Verbund<br />

mit einer Strahlungsheizung. Dabei wird<br />

die Grundlast von den Wärmepumpen<br />

übernommen, die Spitzenlast an extrem<br />

kalten Tagen, in denen der Wirkungsgrad<br />

der Wärmepumpen nachlässt, von<br />

der Strahlungsheizung abgedeckt. Das<br />

spart Geld und Energie: im Vergleich<br />

zur „Nur-Wärmepumpenlösung“ lassen<br />

sich Investitionskosten von bis zu 50 %<br />

einsparen.<br />

Gas-<br />

Strahlungsheizung<br />

Jede Strahlungsheizung muss ab Januar<br />

2024 mit 65 % regenerativ betrieben<br />

werden. Das kann sie mit Wasserstoff,<br />

Biomethan oder BioFlüssiggas. Wer<br />

noch keinen Wasserstoff hat, kann eine<br />

wasserstofftaugliche Strahlungsheizung<br />

einbauen, die zuerst mit Erdgas betrieben<br />

und später auf 100 % Wasserstoffbetrieb<br />

umrüstet wird. Das geht deshalb,<br />

weil bis zum 31.12.2034 fossiles Gas<br />

genutzt werden darf, wenn die Heizung<br />

sowohl fossiles Gas als auch 100 %<br />

Wasserstoff verbrennen kann und der<br />

Gasnetzbetreiber einen Transformationsplan<br />

vorlegt, der ab dem 01.01.2035<br />

eine 100 % Wasserstofflieferung vorsieht.<br />

Zudem muss die Heizung schrittweise<br />

ab 01.01.2030 insgesamt 50 % bzw.<br />

ab 01.01.2035 insgesamt 65 % Biogas,<br />

grünem oder blauem Wasserstoff oder<br />

aus daraus hergestellten Derivaten verbrennen<br />

können.<br />

Elektrische<br />

Strahlungsheizung<br />

Die elektrische Strahlungsheizung wird<br />

zu 100 % regenerativ bewertet und ist<br />

vergleichsweise preiswert in der Anschaffung,<br />

etwa 70 % niedriger als bei<br />

der Wärmpumpe. Aber Achtung: Die<br />

Verbrauchskosten können abhängig vom<br />

Strompreis relativ hoch werden. Im Gegensatz<br />

zu Wärmepumpen arbeitet eine<br />

elektrische Strahlungsheizung nur etwa<br />

1/3 so effizient. Dafür ist die elektrische<br />

Infrarotheizung für punktuelle Wärme,<br />

zum Beispiel als Arbeitsplatz- oder<br />

temporäre Beheizung, sehr gut geeignet.<br />

Außerdem könnte eine intelligente,<br />

hybride Lösung elektrische Infrarotstrahler<br />

mit Gas-Infrarotstrahler kombinieren. Das<br />

ist auch dann besonders sinnvoll, wenn<br />

eigens produzierter PV-Strom zur Verfügung<br />

steht.<br />

Weitere Optionen,<br />

um das neue GEG<br />

zu erfüllen<br />

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten,<br />

die jedoch immer nachweispflichtig sind,<br />

z.B.:<br />

• Elektrostrahler und Dunkelstrahler-<br />

Hybrid ähnlich zur Wärmepumpenhy-<br />

36 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


im fokus<br />

bridlösung mit 30 % Anteil der Elektrostrahlerleistung<br />

an der Heizlast, Spitzenlast<br />

wird dann durch die Gas-Dunkelstrahler<br />

abgedeckt<br />

• Eine Kombination aus Wärmepumpen,<br />

Elektrostrahler, H 2<br />

- oder Gas-Dunkelstrahlern<br />

Welche Konsequenzen<br />

hat das neue<br />

GEG für<br />

die Hersteller<br />

von Hallenheizungen?<br />

„Erst einmal ist es wichtig, dass die<br />

Branche jetzt Planungssicherheit hat<br />

und Produktentwicklungen gezielt auf<br />

das neue GEG abstimmen kann“, sagt<br />

Oliver Schwank, CEO der Schwank<br />

Gruppe, einer der führenden Anbieter<br />

von Hallenheizungen. „Positiv zu bewerten<br />

ist, dass das GEG eine effiziente,<br />

fossil befeuerte Hallenheizung zu Recht<br />

noch als saubere Lösung einstuft, die<br />

bis zum generellen Ausstieg aus den<br />

fossilen Energieträgern 2044 weiter<br />

betrieben werden kann.<br />

Trotzdem schläft die Branche keineswegs.<br />

Wir beobachten im Markt zweierlei<br />

Richtungen: Zum einen setzt man gezielt<br />

auf Strom, um den 65%igen regenerativen<br />

Anteil zu erfüllen. Gerade neue,<br />

leistungsfähige Großwärmepumpen und<br />

elektrische Infrarotstrahler sind gefragt.<br />

Andererseits arbeiten die Hersteller aber<br />

auch an Produkten, die speziell auf die<br />

schrittweise Erhöhung von Wasserstoffbzw.<br />

Biogasanteil im Netz abgestimmt<br />

sind. In Summe wird ein Kunde in den<br />

nächsten zwei bis drei Jahren aus deutlich<br />

mehr klimafreundlichen Produkten<br />

auswählen können als heute.“<br />

Das Unternehmen Schwank ist einer der<br />

Hersteller, die bereits vor einigen Jahren<br />

die Herausforderungen angenommen<br />

hat und das eigene Produktportfolio in<br />

Richtung klimaneutrale Produkte ausgerichtet<br />

hat. Allen voran hat der Hersteller<br />

auf industrietaugliche Wärmepumpen und<br />

Wasserstofflösungen gesetzt, die im neuen<br />

GEG ebenfalls Berücksichtigung finden.<br />

Fazit: das neue GEG<br />

ist zu bewältigen<br />

Die öffentlich geführte Diskussion sowie<br />

die mitunter komplett gegensätzlichen<br />

Sichtweisen auf die Anforderungen und<br />

Realisierbarkeit des Heizungsgesetzes,<br />

haben das final verabschiedete GEG<br />

deutlich technologieoffener gestaltet als<br />

die ersten Entwürfe.<br />

Es gibt verschiedene Lösungswege, wie<br />

das neue GEG in Hallenbauten erfüllt<br />

werden kann. Einige sind mit wenig<br />

Planungsaufwand zu realisieren, andere<br />

erfordern bei der Auslegung einen genauen<br />

Blick in die Nutzung der Hallenbauten.<br />

Darum ist Bauherren, Planer und Betreiber<br />

von Industriehallen zu raten, einen<br />

GEG-Experten hinzuzuziehen, der die<br />

verschiedenen Erfüllungsoptionen sowohl<br />

systemneutral, zukunftsorientiert als auch<br />

mit einem ganzheitlichen Blick auf Wirtschaftlichkeit<br />

und Sinnhaftigkeit bewertet.<br />

Denn klar ist: Unternehmen müssen sich<br />

die neue Heizung auch morgen noch<br />

leisten können.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

37


im fokus<br />

Warema<br />

CO 2<br />

-Einsparung durch außenliegenden Sonnenschutz<br />

Für die Klimawende beim Bauen sind klare Fakten erforderlich. Dies gilt für Planer ebenso<br />

wie für Projektentwickler und Bauherren. Vor diesem Hintergrund hat Warema jetzt den CO 2<br />

-<br />

Fußabdruck seiner drei gängigsten Produkte analysiert. Das Ergebnis zeigt deutlich: Ein außenliegender<br />

Sonnenschutz kann in der Nutzungsphase bis zu 28 Mal mehr CO 2<br />

einsparen, als<br />

im Zuge des kompletten Lebenszyklus anfällt – also von der Rohstoffbeschaffung sowie der<br />

Produktion und Logistik über die Nutzung bis zur Entsorgung. Ein starkes Argument für den<br />

außenliegenden Sonnenschutz.<br />

Angesichts steigender Temperaturen<br />

und zunehmender Hitzeperioden<br />

ist der außenliegende<br />

Sonnenschutz als passive Maßnahme<br />

ein unabdingbarer Baustein, um dem<br />

Klimawandel zu begegnen. Klar ist: Die<br />

Herausforderung wird immer größer, für<br />

angenehme Temperaturen im Gebäude<br />

zu sorgen und es für Nutzer komfortabel<br />

zu halten – vor allem, wenn keine<br />

Klimaanlagen eingesetzt werden sollen.<br />

Denn der Einsatz von Klimaanlagen ist<br />

energieintensiv und versursacht weitere<br />

CO 2<br />

-Emissionen. Zudem erhitzt die<br />

Abwärme der Anlagen das Mikroklima im<br />

Stadtraum und verschärft den Temperaturanstieg<br />

damit zusätzlich.<br />

Ist eine Klimatisierung im Gebäude jedoch<br />

erforderlich, trägt der Sonnenschutz zu<br />

geringeren Kühllasten bei, und damit zu<br />

weniger Energiebedarf und letztlich CO 2<br />

-<br />

Ausstoß.<br />

Automatisierter<br />

Sonnenschutz<br />

besonders wirksam<br />

„Vor allem die Automatisierung des<br />

Sonnenschutzes garantiert ein optimales<br />

Ergebnis“ betont Markus Schwab.<br />

Der Bauphysiker von Warema berät<br />

Architekten und Fachplaner hinsichtlich<br />

Energie- und CO 2<br />

-Einsparpotenziale durch<br />

Sonnenschutz-Systeme. „Nutzer steuern<br />

den Sonnenschutz oftmals zu spät,<br />

nämlich erst, wenn sich der Raum bereits<br />

spürbar aufgewärmt hat. Zudem reagiert<br />

ein automatisierter Sonnenschutz auch<br />

dann, wenn die Nutzer gar nicht anwesend<br />

sind“, so Schwab.<br />

Aber auch in nicht klimatisierten Gebäuden<br />

bringen Sonnenschutz-Systeme<br />

Vorteile hinsichtlich Energiebedarf und<br />

Nutzer-Komfort: Im Sommer wird der<br />

direkte Sonnenlichteinfall in den Raum<br />

verhindert und damit der Energieeintrag<br />

Warema hat den Product Carbon Footprint seiner drei Schlüsselprodukte analysiert. Den Löwenanteil<br />

machen die zugekauften Rohstoffe aus.<br />

deutlich reduziert. Die Raumtemperatur<br />

bleibt angenehm kühl. In kalten<br />

Winternächten sorgen beispielsweise<br />

geschlossene Rollläden ebenfalls für ein<br />

Energie- und damit ein CO 2<br />

-Einsparpotenzial:<br />

Zwischen Fenster und Rollladen<br />

bildet sich ein Luftpolster. Dieses reduziert<br />

den Wärmedurchgang und hilft, die<br />

Wärme im Gebäude zu halten. Zusätzlich<br />

lässt sich der Energieeintrag der Sonneneinstrahlung<br />

tagsüber nutzen bei<br />

gleichzeitigem Schutz vor Blendung. So<br />

kann der Heizenergiebedarf durch einen<br />

automatisierten Sonnenschutz um bis zu<br />

30 % reduziert werden (Studie Hauser im<br />

Auftrag IVRSA).<br />

CO 2<br />

-Einsparpotenzial<br />

und Ausstoß<br />

gegenübergestellt<br />

Sonnenschutz-Produkte können also in<br />

ihrer Nutzungsphase CO 2<br />

-Emissionen einsparen.<br />

Es entstehen jedoch auch Treibhausgase:<br />

bei der Rohstoffgewinnung,<br />

bei Produktion, Logistik und der Nutzung<br />

der Produkte sowie bei der Entsorgung.<br />

Um die Bilanz zwischen potenzieller<br />

Einsparung und Ausstoß zu klären, hat<br />

Warema den CO 2<br />

-Fußabdruck seiner drei<br />

gängigsten Sonnenschutz-Lösungen analysiert:<br />

den Fenster-System Raffstore, den<br />

Vorbau-Rollladen und die Vorbau-Markise.<br />

Dabei hat das Unternehmen die gesamte<br />

produktbezogene Wertschöpfungskette<br />

betrachtet, vom Rohstoff bis zur Entsorgung.<br />

Die Grundlage der Berechnung bildet<br />

das international anerkannte Greenhouse<br />

Gas Protocol. Analysiert wurden alle drei<br />

Scopes, das heißt, sowohl direkte und indirekte<br />

Emissionen am Produktionsstandort<br />

sowie indirekte Emissionen entlang<br />

der Wertschöpfungskette.<br />

Bei den drei Sonnenschutzlösungen wurde<br />

jeweils eine mittlere, handelsübliche<br />

Produktgröße und Ausführungsvariante<br />

angesetzt. Die Berechnung der potenziellen<br />

CO 2<br />

-Einsparung bezieht sich auf<br />

einen Raum in einem Nichtwohngebäude<br />

(LxBxH 8,25 m x 5,4 m x 2,8 m) mit einem<br />

Fensterflächenanteil von 70 Prozent<br />

(16,17 m 2 ) auf der Westseite. Für die<br />

aktive Kühlung wurden 22 Grad Celsius<br />

38 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


im fokus<br />

Ein klares Argument<br />

für den Sonnenschutz<br />

Das Ergebnis: Die CO 2<br />

-Emissionen der<br />

Sonnenschutz-Produkte liegen zwischen<br />

265 und 293 kg CO 2<br />

-Äquivalenten<br />

(CO 2<br />

e). Die Fenstermarkise zeigt dabei<br />

den geringsten, der Rollladen den höchsten<br />

Ausstoß.<br />

In allen Fällen sorgen die zugekauften<br />

Rohstoffe für den Löwenanteil bei den<br />

CO 2<br />

-Emissionen. Allein diese schlagen<br />

mit 82,4 bis 90,6 Prozent der Gesamtemissionen<br />

zu Buche. Auffällig ist, dass<br />

sich der Energie- und Wartungsbedarf<br />

einer motorisierten Lösung kaum auf die<br />

Emissionen auswirkt.<br />

Das CO 2<br />

-Einsparpotenzial der Sonnenschutz-Produkte ist enorm: Während ihrer Nutzungsphase<br />

ist die potenzielle Einsparung bis zu 28 Mal höher als der CO 2<br />

-Ausstoß, der über den gesamten<br />

Lebenszyklus hinweg entsteht.<br />

Dem gegenüber steht das Einsparpotenzial<br />

während der Nutzungsphase: Es ist<br />

bis zu 28 Mal höher als der CO 2<br />

-Ausstoß.<br />

Eine Fenstermarkise kann bei den oben<br />

beschriebenen Nutzungsbedingungen<br />

bis zu 7297 kg CO 2 e einsparen, eine<br />

Außenjalousie – im Fachjargon Raffstore<br />

genannt – bis zu 5834 kg CO 2<br />

e und ein<br />

Rollladen immerhin noch bis zu 3931<br />

kg CO 2<br />

e. Damit liegt das Potenzial für die<br />

CO 2<br />

-Einsparung selbst beim Rollladen<br />

noch 13 Mal höher als der CO 2<br />

-Ausstoß<br />

im gesamten Lebensweg.<br />

Mit diesen klaren Zahlen unterstreicht die<br />

Analyse noch einmal die Bedeutung des<br />

außenliegenden Sonnenschutzes für das<br />

klimaresiliente Bauen – sowohl im Neubau<br />

als auch bei der Sanierung von Bestandsgebäuden.<br />

Dabei weist jedes Gebäude<br />

individuelle Merkmale auf und muss daher<br />

stets für sich betrachtet werden.<br />

Für Architekten und Fachplaner stehen<br />

daher bei Warema speziell geschulte<br />

Berater sowie Bauphysiker bereit:<br />

https://architects.warema.com/de-de/.<br />

Konzernweite<br />

Klimastrategie<br />

Außenliegender Sonnenschutz kann sowohl im Sommer als auch im Winter sein Energieeinsparpotenzial<br />

ausspielen.<br />

festgelegt. Angenommene Nutzungsdauer<br />

des Sonnenschutz-Produkts: 20 Jahre<br />

bzw. 10.000 Lastwechsel. Durchgeführt<br />

wurden die Berechnungen mit einem<br />

Tool der Repräsentanz Transparente<br />

Gebäudehülle (RTG).<br />

Die Analyse des CO 2<br />

-Fußabdrucks auf<br />

Produktebene ist Teil der konzernweiten<br />

Klimastrategie von Warema. Der CO 2<br />

-Fußabdruck<br />

der Warema Group wurde erstmals<br />

für das Basisjahr 2021 nach dem<br />

Greenhouse Gas Protocol mit 260.000 t<br />

CO 2<br />

e bilanziert. Im Vergleich dazu konnte<br />

das Unternehmen bereits im ersten<br />

Folgejahr eine Reduktion um ca. 11 % auf<br />

232.000 t CO 2<br />

e erzielen – und dies ausschließlich<br />

durch Reduktionsmaßnahmen,<br />

wie Steigerung der Energieeffizienz oder<br />

Einsatz erneuerbarer Energien. Kompensationsmaßnahmen<br />

schließt Warema aus.<br />

Seit Anfang <strong>2023</strong> beteiligt sich Warema<br />

zudem an der Klimaschutzorganisation<br />

Science Based Targets.<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

39


produkte<br />

Hoba<br />

Ästhetischer Komfort und Sicherheit für Brandschutztüren<br />

Die neu entwickelte Mitnehmerklappe wird verdeckt eingebaut, wodurch<br />

die Ästhetik der Türe erhalten bleibt.<br />

Hoba hat einen automatischen Türantrieb entwickelt, der verdeckt in<br />

den Boden eingebaut wird<br />

Bei der Brandschutztür<br />

(T30/RS) Hoba-<br />

Frameless verschmelzen<br />

die Türblätter nicht, wie<br />

üblich, mit einer umgebenden<br />

Zarge, sondern sie schließen<br />

beidseitig flächenbündig<br />

direkt an die Verglasung an.<br />

Hoba hat hier in den letzten<br />

Jahren kontinuierlich an ihrer<br />

Weiterentwicklung gearbeitet.<br />

Heute bietet sie eine Fülle von<br />

Gestaltungsmöglichkeiten,<br />

darunter die Option, Türblätter<br />

und Seitenteile aus Holz,<br />

Glas oder einer Kombination<br />

beider Materialien zu wählen.<br />

Zusätzlich kann das Element<br />

durch einen Fries ergänzt werden.<br />

Seit kurzem ist es sogar<br />

möglich, eine Ganzglasecke zu<br />

gestalten und eine rahmenlose<br />

Anbindung der Seitenverglasung<br />

zu realisieren.<br />

Hoba möchte sich das elegante<br />

Erscheinungsbild der Tür<br />

auch dann bewahren, wenn<br />

technische Elemente hinzugefügt<br />

werden müssen, die bei<br />

Brandschutz- und Fluchttüren<br />

unverzichtbar sind. Daher<br />

hat sich der Hersteller in<br />

Zusammenarbeit mit einem<br />

Industriepartner entschlossen,<br />

eine verdeckte Mitnehmerklappe<br />

für seine Produkte zu<br />

entwickeln, die den ästhetischen<br />

Ansprüchen gerecht<br />

wird. Eine Mitnehmerklappe<br />

gewährleistet die ordnungsgemäße<br />

Schließfolgeregelung<br />

von zweiflügeligen Türen,<br />

wie sie bei Paniktüren mit<br />

Stand- und Gangflügeln vorgeschrieben<br />

ist. Herkömmliche<br />

Systeme sind oft durch einen<br />

über 20 cm langen Hebelarm<br />

gekennzeichnet, der über<br />

beide Türflügel reicht und das<br />

Erscheinungsbild der Tür stark<br />

beeinflusst. Doch bei filigranen<br />

Konstruktionen wie der Hoba-<br />

Frameless gestaltete sich die<br />

Montage gängiger Modelle<br />

aus technischen Gründen<br />

schwierig. Daher entwickelte<br />

ein Partner aus der Beschlagindustrie<br />

zusammen mit Hoba<br />

ein eigenes System, das sich<br />

diskret am oberen Rand des<br />

Türblatts montieren lässt und<br />

somit seine Funktion optisch<br />

unauffällig erfüllt.<br />

Diese verdeckte Mitnehmerklappe<br />

hat sämtliche erforderlichen<br />

Dauerfunktions-, Brandund<br />

Rauchschutzprüfungen<br />

erfolgreich absolviert. Genauso<br />

wie der Unterflurantrieb des<br />

Herstellers ist sie für Brandschutzklasse<br />

T-30-RS geeignet.<br />

Die Hoba-Frameless kann<br />

zudem auch mit Komfortelementen,<br />

wie einem automatischen<br />

Türantrieb, ausgestattet<br />

werden. Dieser gewährleistet,<br />

dass sich Türen mühelos<br />

über einen Drücker oder ein<br />

anderes System automatisch<br />

öffnen lassen – eine Funktion,<br />

die insbesondere bei schweren<br />

Türen oder für Barrierefreiheit<br />

von entscheidender<br />

Bedeutung ist. Um die Technik<br />

so dezent wie möglich zu<br />

gestalten, kann der erforderliche<br />

Motor im Boden versenkt<br />

werden. Im Falle eines Feuers<br />

gewährleistet er, dass sich<br />

die Türflügel automatisch<br />

schließen.<br />

Holzbau Schmid<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.hoba.de<br />

Lewens<br />

R+T 2024: Neuer Universal-Tragrahmen<br />

Bildnachweis: garrett parker<br />

auf Unsplash/Lewens<br />

Lewens präsentiert in<br />

Halle 3, Stand 3B32<br />

unter anderem einen<br />

neuen Universal-Tragrahmen.<br />

Dieser kommt bei der<br />

freistehenden Montage von<br />

Gelenkarmmarkisen, Pergolen<br />

und Glasdächern zum Einsatz.<br />

Er eignet sich zur beidseitigen<br />

Anbringung, kann aber<br />

auch bei nicht genügend<br />

tragfähigen Wänden, etwa<br />

an Fertighäusern, einseitig<br />

belegt werden. Dachprofile<br />

und Querträger schaffen einen<br />

regensicheren Übergang zu<br />

den angebauten Anlagen. Der<br />

Universal-Tragrahmen steht in<br />

verschiedenen Bauformen zur<br />

Verfügung. Mit zwei Pfosten<br />

außen oder seitlich eingerückt<br />

sind Baubreiten bis 700 cm<br />

möglich, mit drei Pfosten bis<br />

zu 1.200 cm. Optional können<br />

LED-Lichtleisten und Heizstrahler<br />

eingebaut werden.<br />

Lewens Sonnenschutz-<br />

Systeme GmbH & Co. KG<br />

www.lewens-markisen.de<br />

40 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


produkte<br />

heroal<br />

R+T 2024: Ganzheitliche Systemlösungen und Flexibilität<br />

Mit einem breiten Leistungsangebot<br />

sowie<br />

Produktneuheiten<br />

aus den Bereichen Rollläden,<br />

Sonnenschutz und Rolltore<br />

präsentiert sich heroal auf der<br />

R+T 2024. Unter dem Messemotto<br />

„simply better spaces<br />

for life” zeigt das Aluminium-<br />

Systemhaus in Halle 9, Stand<br />

A12 ganzheitliche Systemlösungen<br />

für den Wohn- und<br />

Objektbau. heroal nutzt die<br />

R+T 2024 als Auftakt für das<br />

150-jährige Firmenjubiläum.<br />

Im Mittelpunkt des Auftritts<br />

von heroal auf der R+T<br />

stehen ganzheitliche Systemlösungen<br />

für Gebäude im<br />

Wohn- und Objektbau sowie<br />

für Anwendungen im Bereich<br />

Outdoor Living.<br />

Zu den Stärken des heroal-Angebots<br />

zählt die Option, in den<br />

Produktbereichen Rollläden,<br />

Sonnenschutz und Rolltore<br />

bedarfsgerecht zwischen<br />

Systemware, Bausätzen und<br />

vorkonfektionierten Elementen<br />

wählen zu können.<br />

Ein Highlight auf dem Messestand<br />

ist das Fassadensystem<br />

heroal C 50 mit der heroal VS<br />

Z Ecklösung und einer Gebäudesteuerung<br />

in Kooperation<br />

mit Beckhoff Automation. Die<br />

Eines der Highlights am heroal Messestand ist die heroal VS Z Ecklösung<br />

zur ästhetischen Beschattung von Eckbereichen.<br />

Textilscreens der heroal VS Z<br />

Ecklösung sorgen für effektiven<br />

Sonnenschutz in Eckbereichen<br />

(z. B. Ganzglasecken).<br />

Hierzu wird der Behang über<br />

separate Endleisten geführt,<br />

die beide in nur einer Seilführung<br />

verlaufen. So lassen<br />

sich die Screens unabhängig<br />

voneinander steuern. Darüber<br />

hinaus werden besonders<br />

harmonisch in die Fassade<br />

integrierte Beschattungslösungen<br />

mit dem System heroal<br />

VS Z auf Basis der schlanken<br />

25-Millimeter-Führungsschiene<br />

heroal GR 25 gezeigt.<br />

Die kastentiefe Führungsschiene<br />

für das System heroal VS<br />

Z, die mit Absturzsicherungen<br />

verschiedener Anbieter<br />

kombiniert werden kann, und<br />

Produkterweiterungen im<br />

Bereich der heroal VS Z Textilbaugruppe<br />

gehören ebenfalls<br />

zu den Neuheiten. Dank der<br />

Kooperation mit den Systemgebern<br />

Exte und VEKA kann<br />

die einbaufertige Textilbaugruppe<br />

in die verschiedenen<br />

PVC-Aufsatzkästen sowie die<br />

Neubau-Dämmkastensysteme<br />

von der beiden Hersteller<br />

eingesetzt werden. Alternativ<br />

zur Verwendung von Rollläden<br />

und Raffstores bietet sich<br />

damit erstmals die Option<br />

zur textilen Beschattung mit<br />

den Kastensystemen beider<br />

Unternehmen. Für Flexibilität<br />

beim Thema Sonnenschutz<br />

sorgt darüber hinaus das<br />

klemmbare Sonnenschutzsystem<br />

heroal VS Z EM, dessen<br />

Fertigung und Montage live<br />

im Werkstattbereich auf dem<br />

Messestand präsentiert wird.<br />

Mit funktionalen Optimierungen<br />

wie der Integration von<br />

Solarmotoren sowie neuen<br />

Varianten für Führungsschienen<br />

und Endleisten eröffnet<br />

heroal Konfektionären im<br />

Bereich Rolladensysteme<br />

neue Möglichkeiten. Gestaltungsspielräume<br />

werden zudem<br />

mit der Erweiterung der<br />

Designoptionen geschaffen:<br />

Für individuelle Designs wie<br />

Holz-, Beton- oder Rostoptiken<br />

steht nun die Beschichtungstechnologie<br />

heroal SD zur<br />

Verfügung.<br />

heroal – Johann Henkenjohann<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.heroal.de<br />

Villeroy & Boch<br />

Kollektion O.novo mit neuem ovalen Waschbecken<br />

Die neuen ovalen O.novo<br />

Waschtische bieten<br />

Bauherren und Planern<br />

aus dem Privat- und Objektbereich<br />

weitere Optionen<br />

in Sachen Badplanung und<br />

-gestaltung.<br />

Dank einer reduzierten<br />

Schürze und dünneren<br />

Randlinien sind die neuen<br />

Waschtische leichter als ihre<br />

Vorgängermodelle, haben<br />

dabei tiefe, funktio nale Becken<br />

und eine flache, auslaufende<br />

Abtropfkante zur hygienischen<br />

Wandanbindung.<br />

Zur Wahl stehen insgesamt<br />

sechs ovale Modelle, die mit<br />

ihrem schlanken, filigranen Design<br />

die geradlinigen, eckigen<br />

Waschtische perfekt ergänzen:<br />

55 cm, 60 cm und 65 cm<br />

breite Waschbecken sowie<br />

Handwaschbecken in den<br />

Breiten 45 cm und 50 cm. Außerdem<br />

gibt es ein kompaktes<br />

Handwaschbecken in 36 cm<br />

Breite mit Hahnloch wahlweise<br />

rechts oder links, und ohne<br />

Hahnloch zur Kombination mit<br />

einer Wandauslaufarmatur.<br />

Die neuen Waschbecken sind<br />

mit und ohne Überlauf in der<br />

Farbe Weiß alpin erhältlich, optional<br />

auch mit der schmutzabweisenden<br />

Oberflächenveredelung<br />

CeramicPlus ausgestattet,<br />

die sich besonders leicht<br />

reinigen lässt.<br />

Villeroy & Boch AG<br />

www.villeroyboch-group.com<br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

41


anche aktuell<br />

R+T 2024<br />

Top-Voraussetzungen<br />

Die Vorbereitungen zur R+T 2024 laufen auf Hochtouren. Die Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz öffnet vom<br />

19. bis 23. Februar 2024 ihre Tore. Der Zuspruch der Branche ist groß: Über 1.000 ausstellende Unternehmen haben sich<br />

für die kommende Messeausgabe angemeldet, um ihre Produktneuheiten und Dienstleitungen zu präsentieren. Das gesamte<br />

Messegelände mit 120.000 Quadratmetern wird wieder ausgebucht sein. Auch die internationale Beteiligung der R+T 2024<br />

ist erneut sehr hoch: Rund 80 Prozent der ausstellenden Unternehmen kommen aus dem Ausland, aus insgesamt 45 Ländern.<br />

Nationale und internationale Branchengrößen stecken inmitten den Vorbereitungen für ihre Messeteilnahme.<br />

Sebastian Schmid, Mitglied der<br />

Geschäftsleitung, Messe Stuttgart<br />

Vorzeichen für<br />

eine erfolgreiche<br />

„Die<br />

R+T stehen sehr<br />

gut. Wir freuen uns sehr,<br />

dass sich die Branche auf<br />

das große Wiedersehen im<br />

Februar mit vollem Engagement<br />

vorbereitet und darauf<br />

hinfiebert – auch wir sind<br />

voller Vorfreude und können<br />

es kaum erwarten! Es wird für<br />

alle Beteiligen ein ganz besonderes<br />

Messeerlebnis mit zahlreichen<br />

Highlights werden“,<br />

freut sich Sebastian Schmid,<br />

Mitglied der Geschäftsleitung<br />

der Messe Stuttgart, auf die<br />

kommende Ausgabe der R+T<br />

2024.<br />

Die R+T 2024 bietet allen<br />

Fachbesuchenden ein<br />

Ausstellungsspektrum von unglaublicher<br />

Breite sowie eine<br />

große Vielfalt an Innovationen.<br />

Neben den Innovationen<br />

rund um Rollläden, Tore und<br />

Sonnenschutz steht bei der<br />

kommenden Ausgabe der R+T<br />

noch ein weiteres Thema im<br />

Mittelpunkt: „Nachhaltigkeit ist<br />

eines der Hauptthemen unserer<br />

Zeit – und das Leitthema<br />

der R+T“, verdeutlicht Sebastian<br />

Schmid. „Wir haben das<br />

Ohr eng am Markt und stehen<br />

Bildnachweis (alle Bilder): Landesmesse Stuttgart GmbH<br />

stets in engem Austausch mit<br />

unseren AusstellerInnen. Die<br />

intensiven Gespräche in den<br />

vergangenen Monaten haben<br />

gezeigt, welche Bedeutung<br />

die Themen ,Nachhaltigkeit‘<br />

und ,Energieeffizienz‘ im<br />

täglichen Arbeitsalltag haben<br />

und wie hoch die Nachfrage<br />

bei EndverbraucherInnen nach<br />

solchen Produkten ist.“<br />

Unter dem Motto „Zukunft.<br />

Nachhaltig. Gestalten.<br />

TogetheR+T.“ können Besucherinnen<br />

und Besucher vor<br />

Ort verschiedene Highlights erwarten.<br />

„Um auch im Vorfeld<br />

der R+T auf unser Leitthema<br />

aufmerksam zu machen,<br />

haben wir uns für etwas ganz<br />

spezielles entschieden: Wir haben<br />

ein eigenes grünes Motiv<br />

zur R+T erstellt – und sogar<br />

unser Logo grün eingefärbt.<br />

Damit möchten wir verdeutlichen,<br />

wie wichtig uns diese<br />

Thematik ist und zeigen, dass<br />

die kommende Messeausgabe<br />

vollständig unter diesem Motto<br />

stehen wird“, verdeutlicht<br />

Sebastian Schmid.<br />

Darüber hinaus wird es bei dieser<br />

Messeausgabe wieder ein<br />

Seminar des ES-SO, European<br />

Solar Shading Organisation,<br />

geben, das sich mit den neuesten<br />

Entwicklungen im Bereich<br />

der Sonnenschutzlösungen<br />

im Hinblick auf Energieeffizienz<br />

und Nachhaltigkeit von<br />

Gebäuden befasst. Das Thema<br />

des Seminars lautet „Klimaresilienz<br />

durch intelligenten<br />

Sonnenschutz“. Besucherinnen<br />

und Besucher können wertvolle<br />

Einblicke in die zentrale<br />

Rolle des Sonnenschutzes in<br />

der europäischen Gesetzeslandschaft,<br />

insbesondere im<br />

Zusammenhang mit der Erreichung<br />

der Klimaneutralität bis<br />

2050, erhalten. Das Seminar<br />

findet im Seminarraum der<br />

VIP-Lounge am Mittwoch, 21.<br />

Februar 2024, von 9:30 bis<br />

12:30 Uhr auf Englisch statt.<br />

Die R+T 2024 bietet Architektinnen<br />

und Architekten erneut<br />

ein breites Angebot an Wissensvermittlung<br />

und Produktneuheiten.<br />

Vor allem am Donnerstag,<br />

22. Februar 2024,<br />

gibt es für ArchitektInnen und<br />

PlanerInnen vielseitige Vorträge<br />

und Workshops. Highlight<br />

ist die Veranstaltungsreihe<br />

mit dem Titel „Gebäudehüllen:<br />

Integral. Vorausschauend.<br />

Dauerhaft.“, die in Kooperation<br />

mit der Architektenkammer<br />

Baden-Württemberg (AKBW)<br />

durchgeführt wird. Vertreter<br />

von Behnisch Architekten und<br />

der Werner Sobek AG widmen<br />

sich am Vormittag unter dem<br />

Aspekt der Klimaresilienz dem<br />

Projekt Edge Elbside Hamburg.<br />

Am Nachmittag setzen<br />

die RednerInnen der AMP<br />

Ingeni eurgesellschaft und OS<br />

A Ochs Schmidhuber Architekten<br />

mit dem Projekt Incubator<br />

den Fokus auf den Gebäudebestand.<br />

Die Sessions sind<br />

vorab einzeln über die R+T<br />

Website buchbar. „Auch vor<br />

und nach den beiden Sessions<br />

gibt es darüber hinaus die<br />

Möglichkeit, AusstellerInnen<br />

der R+T zu besuchen, die besonders<br />

interessante Produkte<br />

für Architektinnen und Architekten<br />

präsentieren. Diese sind<br />

mit dem Siegel ,Products for<br />

architects‘ gekennzeichnet“,<br />

erläutert Philipp Götz, Manager<br />

Messe- und Eventleitung<br />

bei der Messe Stuttgart.<br />

Das Thema der diesjährigen<br />

Sonderschau des ift Rosenheim<br />

auf der R+T 2024 lautet<br />

„Schutz vor Überhitzung“.<br />

Die Sonderschau zeigt, wie<br />

nachhaltige, klimasichere und<br />

energieeffiziente Bauprodukte<br />

aussehen und gekennzeichnet<br />

werden müssen. Im Fokus<br />

stehen dabei die Minderung<br />

der CO 2<br />

-Emissionen bei<br />

Herstellung und Nutzung,<br />

eine nachhaltige Herstellung,<br />

die einfache Reparierbarkeit<br />

und Wartung sowie der<br />

Schutz vor Klimaextremen.<br />

Der Fokus liegt dabei auf dem<br />

Sonnenschutz als effizienter,<br />

klimasicherer und nachhaltiger<br />

Schutz gegen Überhitzung von<br />

Gebäuden. Die Sonderschau<br />

kann täglich am Stand 9C80<br />

in Halle 9 besucht werden.<br />

Alle weiteren Informationen<br />

rund um die R+T 2024:<br />

www.rt-expo.de.<br />

42 element + BAU • 6/<strong>2023</strong>


vorschau<br />

Bildnachweis:<br />

GHM Gesellschaft für Handwerksmessen<br />

mbH, München<br />

Die Fachzeitschrift für Objektbau<br />

ISSN 0934-5914<br />

Verlag:<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25<br />

90441 Nürnberg<br />

Tel.: +49 (0)911 2018-0<br />

Fax: +49 (0)911 2018-100<br />

E-Mail: e+b@harnisch.com<br />

internet: http://www.harnisch.com<br />

Geschäftsleitung:<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Technische Leitung:<br />

Armin König<br />

Redaktionsteam:<br />

Armin König (verantw.)<br />

Mediaberatung:<br />

Verlagsvertretung Petra Diews<br />

Tel.: 089/8641955<br />

Abonnement:<br />

Marta Bletek-Gonzalez<br />

Erscheinungsweise:<br />

6 x jährlich: Ausgaben im Februar, April,<br />

Juli, September, Oktober, Dezember<br />

Ausgabe 1/2024:<br />

Special "Frühjahrsmessen"<br />

Frühjahr ist Messezeit: Und nächstes Jahr<br />

gibt es gleich mehrere wichtige Veranstaltungen,<br />

die bereits im März stattfinden<br />

werden. Den Auftakt macht die Light +<br />

Building, die vom 03.-08.03.2024 ihre<br />

Tore auf dem Frankfurter Messegelände<br />

für Fachbesucher öffnet. Hier werden<br />

Interessierte umfassend zum Thema Licht,<br />

Gebäudeelektronik und smarte Steuerungstechnologie<br />

informiert. Vom 05.-<br />

08.03.24 beginnt dann die Dach+Holz,<br />

die auf dem Stuttgarter Messegelände<br />

rund um das Thema "Dach" und "Holzbau"<br />

informiert. Am 19.-22.03. treffen sich<br />

dann in Nürnberg Fachleute zum Thema<br />

Fenster und Fassade auf der Fensterbau<br />

Frontale am Messegelände.<br />

Bildnachweis:<br />

NürnbergMesse / Uwe Niklas<br />

Nach etlichen Jahren coronabedingter<br />

Zwangspausen und Unsicherheiten sind<br />

die ersten Anzeichen für diese Frühjahrsmessen<br />

recht vielversprechend, haben<br />

sich doch die Big-Player der verschiedenen<br />

Branchen bereits mehrheitlich angemeldet.<br />

Da viele Neuentwicklungen auf den<br />

Messen präsentiert werden, sind solche<br />

Veranstaltungen auch immer ein Innovationstreiber.<br />

Grund genug, Ihnen bereits im<br />

Vorfeld im Rahmen eines Specials in Ausgabe<br />

1 einen Überblick über interessante<br />

Neuentwicklungen, News und Trends zu<br />

präsentieren, sodass Sie sich ideal auf Ihre<br />

Messebesuche vorbereiten können.<br />

Weitere Themen werden sein: Lichttechnik;<br />

Sanierung; Innenausbau; Glasanwendung<br />

im Innenbereich; Hallenbau;<br />

Wirtschaftsbau; Klima-/Heiztechnik;<br />

Brandschutz und Wohnungsbau.<br />

element + BAU 1/2024 erscheint am<br />

28.02.2024.<br />

Angeschlossen der<br />

Informationsgemeinschaft zur<br />

Feststellung der Verbreitung<br />

von Werbeträgern e.V. –<br />

Sicherung der Auflagenwahrheit<br />

Bezugspreis:<br />

Jahresabonnement:<br />

EUR 48,- + EUR 12,- Versandkosten<br />

zzgl. MwSt.<br />

Auslandsbezugspreis:<br />

EUR 48,- + EUR 18,- Versandkosten<br />

Druck:<br />

Schleunungdruck GmbH<br />

Eltertstr. 27<br />

97828 Marktheidenfeld<br />

Derzeit gültige Anzeigenpreisliste:<br />

Nr. 56, ab 01.01.2024<br />

© Copyright <strong>2023</strong><br />

element + BAU • 6/<strong>2023</strong><br />

43


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