Revision der Gattung Sphaericus (Col., Ptinidae) der Lauri ...

azoresbioportal.angra.uac.pt

Revision der Gattung Sphaericus (Col., Ptinidae) der Lauri ...

I

i

1

l

j

1

I

Revision der Gattung Sphaericus (Col., Ptinidae) der Lauri-Makaronesischen Re-

gion (Azoren, Madeira, Selvagens, Kanaren) einschlieSlich Nordafiika und des

europaischen Festíandes.

Dieter Erber

Institut für Biolopiedidaktik, Justus Liebig-Universitat GieBen, Karl Glockner-StraBe 2 1, D-35394 GieBen,

Walter Hinterseher

GoethestraBe 9, D-36251 Bad Hersfeld

Abstract

The genus Sphaericus Wollaston, mainly distributed on the islands of the Madeiran and the Canarian Archipelagos, is revised.

According to Bellís (1994) it has been subdevided into the subgenera Doramasus Bellis. 1994 and Sphaericus sstr. Wollaston,

1862, which are described. The subgenus Nitpus J. du Val. 1860 is not considered. Among the hitherto known 25 species

S.orzolensis Leiler is synonymized with S.rotundicollis Israelson. Concerning to S.gibboides Boieldieu. in opposite to BellCs

(1994). the name S.pinguis Wollaston, has priority. The following species and subspecies are described as new: S.albopicíus

albosquamosus. S.a.brevinasus, S.a.carinasus. S.a.flavotarsus. S.a.planiaginis. S.a.rninutus, S.erinaceus, S.feloi,

S. tla vosquamosus. S.langei, Sleileri, S.naviculitbrmis. S.obscurus. S.pseudo franzi. Ssaetiger. S. truncatus, S.t. basibulbosus.

S. t. inteqmitus and S. ventriculus. Lectotypes are designated for S.albopietus Wollaston, S.arnbiguus Wollaston. S.crotchianus

Wollüston. S.da wsoni Wollaston, S.fragilis Wollaston. S.gibbicollis Wollaston. S.bngicomis Wollaston. S.exiguus Boieldieu,

Xnigrescens Wollaston, S.nodulus Wollaston. S.pinguisWollaston and S.simplex Wollaston. In order to give a better basis for

comparison al1 34 species are descObed or redescrikd in detail. The subspecies are compared with the type form. Figures of

head. thorax. abdomen and edeagus (as far as available) are added. Each monograph includes a short diagnosis and remarks

about distribution and bionomics. A key for deterniination is provided.

Zusammenfassung

Die Gattung Sphaericus. die schwerpunktmlBig auf den Inseln des Madeira-Archipels und des Kanarischen Arch’ipels verbreitet

ist. wird rcvidiert. Sie wird entsprechend Bellts (1994) in die Untergattungen Dorama.sus BellCs. 1994 und Sphacricus

s.str. Wollaston. 1862 untergliedert: diese werden bcschrieben. Die Untergattung Mpus J. du Val. 1860 wird nicht berücksichtigt.

Von den bisher kkannten 25 Arten wird S.orzolensis Leiler mit Smtundicollis Israekon synonymisiert. Im Gegensatz

zur Auffassung von Bellts (1994) hat der Name S.pinguis Wollaston Prioritiit vor S.gibboides Boieldieu. Die folgenden

Arten und Unteranen werden neu beschrieben: S.albopictus albosquamosus. S.a.brevinasus. S.a.carinasus, S.a.flavotanu3,

S.a.plnntaginis. S.a.minutus, S.erinaceus. Xfeloi. S.tlavosquamosus. S.langei. S.leileri. S.naviculiformis, S.obscurus,

S.pseudofranzi. S.saetiger und S. ventriculus. Lectotypen werden fur folgende Arten designiert: S.albopietus Wollaston,

S.ambipus Wollaston. S.crotchianus Wollaston. S.darvs.soni~~ollaston. S.exiguus Boieldieu, S.ti;i,uilisWollaston. Sgibbicollis

Wollaston. S.longic0mi.s Wollaston. S.nigmscens Wollaston, S.nodulus Wollaston. Xpinguis Wollaston und S.simplex Wollaston.

Zur besseren Vergleichbarkeit werden alle 34 Arten ausführlich kschrieben: die Unterarten werden mit der Nominatform

veglicheti. Zeichnungen von Kopf, Halsschild, Abdomen und Aedeagus ergiinzen die Beschreibungen. Jede Beschreibung

enthiilt auBerdem eine Differentialdiagnose sowie Hinweise zur Verbreitung und Lebensweise der Art. Ein Bestimmungsschlüssel

wird vorgelegt.

Keywords

Coleoptera, Ptinidae, Sphaericus, taxonomy, Atlantic Islands.

Inhaitsverteichnis

Einleitung ................................................................ 1 j-i Sphaericus franziLeiler ........................................... 174

Material und Methoden ............................................ 157 Sphaericiispse1idoFranzisp.n. .................................. 176

Verzeichnis der Museen und Sarnmlungen .............. 159 Sphaericus rotundarus Wollaston ............................. 178

Bestirnmunpstabelle der Gattung Sphaericus .......... 159 Sphnericus thurepalrniLeiler ................................... 1SO

Bestimrnungstabelle der Untergattungen ................. 160 Sphiiericcis rorundicollis Israelson ........................... 182

Bestimmungstabelle der Untergattung Doramosus .... 16 1 Sphaericus,oibbicolfis Wollaston ............................. 184

Bestirnrnungstabelle der Untegattiing Sphaericus ... 16 1 Sphaericus machndoiBellCs ..................................... 188

Bestirnrniingstabelle der Unterarten Sphaericus dawsoni Wollaston ................................. 190

von Sphaericus albopicrus ................................. 165 Sphacricus pingiijs Wollaston .................................. 192

Sphüericiis 1angrisp.n. ............................................ 166 Sphaericus orbütiis Wollaston .................................. 196

Sphaericus marmorarus Wollaston .......................... 16s Sphaericris nodtiliis Wollaston ................................. 199

Sphnericus crotchianiis Wollaston ........................... 17 1 Sphaericus vetirriciilu.~ sp.n. ..................................... 201 .

153


L .

C i " L

-.

zum dunklen Halsschild stark kontrastierend. 0,99-

1.54mm. (Ilheu da Cevada und Ponta da Sao

Lourenco). ...................... S. a. brevioasus ssp.n.

Nasenrücken nicht sehr kurz wirkend, Fühler-

grubendach bis zur Nasenbasis hochgezogen und

mit dem Nasenrücken einen spitzen Winkel bil-

dend (Abb. 100, 103, 103). Flügeldecken stets

dunkler. ........................................................ (4)

4. Tiere von der Nordküste der Hauptinsel Madeira.

dd schlank mit schmal ovalen Flügeldecken und

seitlich leicht pebuckeltem Halsschild (Abb.20 1);

a breiter oval (Abb.203). Kopf und Halsschild

tief dunkelbraun bis schwarz; Flügeldecken dunkelbraun

mit gelbbraunen Authellungen. Tarsen

und Schienenspitzen meist goldgelb vom dunk-

Ien Rest der Beine abgesetzt. 0.95-1.6mm.

-.

'

....................................... S. a. flavotarsus ssp.n.

Tiere von dcr Hauptinsel, Deserta Grande und

Bugio. Flügeldecken der dd oval bis leicht eiformig,

Schulterecken meist leicht betont (Abb. 19 1);

Flügeldecken der sehr breit oval rnit groBter

Breite vor der Mitte und abgestutztem Apex

(Abb. 193). Kopf und Halsschild kastanienbraun,

Flügeldecken gelblich braun, oft rnit schemenhaft

dunkler Kreuzzeichnung; Beschuppung haufig rnit

gut ausgebildetem afbopicrus-Muster (Abb. 191).

1 -2rnm. ...................................... albopicbs s.str.

5. Tiere von Porto Santo. Halsschild ohne Mittelli-

nie, stark gekornr, meist dunkelbraun bis schwarz.

Flügeldecken breit eiformig (Abb.205,207), hnk-

te im vorderen Bereich der Scheibe haufig rnit

auffallend groRem Basalkornchen und dadurchY-

6 Nasenrücken ziemlich breit. etwa 3/5 augenbreit,

nach vorn konisch erweitert. oben tlach, nur an

der Basis kurz kielformig (Abb. 103). Flügeldecken

brrit oval bis breit eiformig (Abb.709), be¡ gro-

Ben sozar leicht blnsig wirkend. Heller oder

dunklrr rotiich braun. Halsschild eine Nuance

dunkler. gelesentlich auch viel dunkler bis

schrvarzbrauii. 0.8- I .7miii. %' ausiiahmsweise bis

-

I .Sinni.. ....................................... m'nutus ssp.n.

Nrisenrücken hehr schmiil, et\\a 1/6 üugenbreit.

piiralIrl (Abb. 104). Sonst der vorigen Unterart sehr

iihnlich. hiiufig etwas dunkler und kontrastreichcr

-M. t

COLEOPTERA 4

166

I

gefarbt, Flügeldecken z.T. rnit dunkler Kreuzzeichnung.

0,9-1,3mm. .... db~~uamosus ssp.n.

Sphaencus (Doramasus) Bellés

Doramasus Bellés, 1994: 74.

Subgenotypus

Erghzende Beschreibung

Halsschild in Aufsicht stark verrundet; Seitenran-

der gerundet in den Hinterrand übergehend, seitlich

gesehen vor der tiefer liegenden Basis meist stark auf-

gewolbt, Hinterrand kragenartig abgesetzt, dieser "Kra-

gen" nach unten verbreitert und nach hinten aufgebo-

gen. Jede Flügeldecke rnit zehn kraftigen, regelmaBi-

gen Punlítreihen (Ausnahme Sphaericus langeimit nur

sehr schwach punktierten Flügeldecken). Dorsalkontur

der Flügeldecken vor allem im Absturzbereich stark

gerundet, senkrecht bis überhangend, die Naht fast stets

mehr oder weniger überragend, Nahtspitze senkrecht

bis gering nach hinten gerichtet. Aedeagus rnit relativ

breiten Parameren, diese in der gesamten (ffei stehen-

den) Hiilfte mit zahlreichen Borsten mehr oder weni-

ger gleichmU3ig besetzt (Vergl. auch Bellés, 1994:74).

Sphaencus (Doramasus) Jangei sp.n.

Typenmatenai

Holotypus d: Kanaren, Teneriffri, Anagagebige,

Umz. Las Palmas, 5.VI.1997, leg. Lange (ZSM:

Bezettelung: 1. Teneriffa, Anaga-Geb., Umg. Las Pal-

mas, unter Euphorbia gesiebt, leg. F. Lange, 05.06.1997;

2. Rot: Holotypus, Sphaencus langei nsp., Erber Bi

Hinterseher 1998).

Paratypen: Id, 19: gleiche Daten wie Holotypus

(cLan: Brzettelung: 1. Tenenffa, Anaga-Geb., Umg. Las

,Palmas, unter Eophorbja gesiebt, leg. F. Lange.

05.06.1997; 2. Rot: Paratypus, Sphaericus langei n.sp..

Erber Bi Hinterseher 1995).

Differentialdiagnose

Kleine Art (0,9J-I,26inm). Heli bis leicht rotlich

bernsteinfarben. Flüpeldecken kastnnien- bis schwarz-

braun. strirk ziim übrigen Korper kontrastierend. Na-

senrücken etwa 1/2 aiigenbreit, parallel. Fühler gerinp

Iiinger als die Flügeldecken. Ieicht perlschnurartig wir-

keiid. Halsschild breiter als lang. stark verrundrr:

Dorsalkoiiriir iin hinterrii Drittel rund gebuckelt. Flüpel-

decken breir oval mir gr¿%ter Breite knapp vor der Mit-


Erhrr: Rrvisioii der Gattuiig Sphaericus Wollaston der Laiiri-hIakaronrsischen Regon

te, Apex abgestutzt; Dorsalkontur gleichmaBig hoch

gewolbt, Absturz stark gewolbt senkrecht, Nahtspitze

ebenfalls senkrecht; nur mit einem Schuppentyp (ab-

gesehen von einzelnen starkeren Haarschuppen an der

Basis), diese nadelformig, an beiden Enden zugespitzt,

weiB, locker verteilt, teilweise etwas gereiht; flach punk-

tiert, an der Basis eine Querreihe tiefer Punktgruben

mit dazwischenliegenden starken Kornchen, Rand-

kornchen über die Seitenkontur vorragend, auf dem Ab-

sturz parallel zur Naht bis auf die Nahtspitze gereiht

einige tief eingestochene Punkte, dazwischen halb-

kugelige Kornchen. Aedeagus siehe Abb.2 I 1.

Durch die genannten Merkmale, insbesondere die

Beschuppung. die schwache Punktierung der Flügel-

decken sowie die tief eingestochenen Punkte an deren

Basis und auf dem Apex von allen anderen Arten der

Untegattung klar unterschieden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansich t (A bb.26) Sei ten kon turen

itinter den Augen deutlich gerundet, vor den Augen

gering konkav zu den etwas aufgewulsteten Wangenspitzen

verengt. Augen relativ klein; diese die Seitenkonturen

gering überragend. Stirn querüber gleichma-

Big flach gewolbt. Oberer Fühlergnibenrand bis in Hohe

der oberen Augenrander gewolbt, minimal gewulstet;

Wulst über der Nasenbasis unterbrochen. Fühlergnibendach

in der inneren Halfte steil einfallend, in der auBeren

aufgewolbt, ohne die Fühlerinsertion zu überdachen;

dizse Aufwolbung dunkel gefsrbt. Nasenrücken relativ

breit, von etwa halber Augenbreite, parallel. kurz vor

dem Übergang zur Nasenverbreiterung leicht divegierend,

oben flach, seine Seitenwande schrag in die

Fühlergruben einfallend. Übergang zur Nasenverbreiterung

verrundet gewinkelt, deren Schenkel fast

geradlinig in einem Winkel von etwa 90" divergierend,

ihre Rander leicht wulstig gerundet und steil in die

Fühlergruben abfallend, ihr Vorderrand nahezu geradi

iltiC. ; ; , nur zu den Wangen hin gering nach vorn gezo-

gen. Oberlippe rechteckig, jedoch nur gering breiter als

lang, ihr Vorderrand gerade, mit abgerundeten Ecken.

Mandibeln arn Vorderrand fast geradlinig. nur minimal

doppelbogig, ihre Ecken abgerundet rechteckig. In Seitenansicht

(Abb.27) Stirn flach, geradlinig in die

Nasenrückenkontur übergehend; Nasenverbreiterung

Sgenüber dern Nasenrücken deutlich abgewinkelt.

'.!.:.'n etwas schief dreicckig verrundet. rnit etwa 20

i~~~~~k!ii.

uangenwarts mit steil abfallender, sehr fein

gekoriielter Flache. CVange gut 1/3 ihrer Lange frei vor

dem Hals stehend, ihre Spitze deutlich aufgewulstet.

Grenze zwischen Kopf und Hals ini Háiigenbereich und

im unteren Augenbereich schnrf furchig abgesetzt.

Beschuppung. Stirn relativ sparlich mit gelblichen, nach

167

vorn gerichteten Haarschuppen besetzt. Oberer Fühler-

grubenrand nur durch wenige schrag stehende Haar-

schuppen markiert (nicht brauenartig!). Fühlergruben-

dach schuppenfrei. Nasenrücken mit gleichen Schup-

pen besetzt, diese anliegend und nach vorn gerichtet.

Auf der Nasenverbreiterung gleiche Schuppen; diese

parallel zu den oberen Randem gestellt, übrige Fiache

nur sehr dünn beschuppt. Oberlippe am Vorderrand mit

gelbem Haarsaum, der, seehundartig, zu den Seiten hin

Ianger wird. Wangen ebenfalls relativ licht mit gleichen

Haarschuppen wie auf der Stirn besetzt; diese nach hin-

ten, ani facettenfreien Augensockel nach oben gerich-

tet. Oberfiache. Stirn und Fühlergruben-Dach sehr fein

gekornt. Nasenrücken, Nasenverbreiterung und Ober-

lippe etwas grober gekornt. Wange noch etwas grober

und wesentlich lockerer gekomt. F2rbung. Hell bem-

steinfarben; Mandibel-Spitzen und Augen schwarz

(beim groBeren Paratypus auch Oberlippe, Nasen-

verbreiterung und Wangenspitzen angedunkelt).

Fühier. Knapp 119 Ianger als Flügeldecken (bei ei-

nem Paratypus (9) nur gering Ianger als diese), leicht

perlschnurartig wirkend. Glieder 2 bis 9 etwa gleich

breit und gleich lang. knapp 1,5-mal so lang wie breit;

Basisglied 1.75-mal so lang wie breit und gut 1,5-mal

so lang wie die folgenden Glieder; Endglied im UmriB

oval mit keilformiger Spitze, gering Ianger und breiter

als Basisglied. Mit gleichen Haarschuppen wie auf der

Stirn besetzt; diese zur Spitze hin gerichtet. Endglied

nur mit Feinbehaarung. Hell bernsteinfarben wie der

Halsschild (beim grokren Paratypus leicht rotlich bem-

steinfarben, dem Halsschild entsprechend).

Haísschiid. In Aufsicht (Abb. 109) nahezu glocken-

formig. Vorderrand leicht nach vorn gewolbt, nur ge-

ring schmaler als die groBte Breite; diese etwa am Ende

des dritten Langsfünftels. Seitenkonturen von hier nach

vorn nur gering konvegierend. nach hinten stark ver-

engt, sogar leicht konkav eingezogen, und gerundet in

den Hinterrand übergehend. In tiefer gelegener Ebene

,,Kmgen" als winkliger Vorsprung zu erkennen. Schei-

be vor dem Hinterrand gering rund gebuckelt: der Buk-

kel vor der Basis in der Mitte angedeutet eingekerbt.

Dorsalkontur (Abb. 1 10) vor dem hinteren Langsviertel

rund gebuckelt, von da nach vorn fast geradlinig weit

heruntergezogen, zur Basis gerundet abfallend. Seiten-

flachen mit iorstehendem Buckel am Ende des dritten

Langsfünftels. Dieser Buckel nach hinten ziemlich steil,

aber nicht seiikrecht abfallend. Hinterrand als breiter

,.Kragen" abgesetzt; dicser nach hinten gering aufge-

bogen. Parallel zuni Vorderrand eine schu ache Rinne,

die, sich ZLI einer sehr flachen blulde ierbreiternd, vor

dern Seitenbuckel zur Scheibe hin zieht. hlittellinie

nicht vorhanden. Beschuppung. Gesnrnte Scheibe und

Seitenflachen mit Ausnnhme des schuppenfreien Kra-


gens locker mit zwei Schuppentypen besetzt: 1. ovale,

an beiden Enden abgerundete Grundschuppen; diese

anden Seitenflachen etwas schmaler als auf der Schei-

be, überali anliegend; 2. relativ breite Haarschuppen;

diese auf der Scheibe bis IS-mal so lang wie die Grund-

schuppen, an den Seitenflachen nur gering Ianger als

diese, aus schmaler Basis sich allmahlich verbreiternd,

zur Spitze hin wieder gering verschrnalert und abge-

rundet, leicht bogig etwas angehoben. Alle Schuppen

gelblich weií3, auf der Scheibe mehr oder weniger nach

hinten, an den Seitenflachen zum Seitenbuckel hin aus-

gerichtet. OberfiaChe. Überall grob gekornt. Korner auf

den Seitenflachen und auf der Vorderhalfte der Schei-

be lockerer angeordnet, auf der Hinterhalfte der Schei-

be dicht, mehr oder weniger quer gereiht und dadurch

raspelartig wirkend. Alle Korner mit Zentralpünktchen,

aus denen die Schuppen entspringen, im Seitenlicht

stark aufleuchtend. Esirbung. Hell bernsteinfarben (beim

groBeren Paratypus leicht rotlich bernsteinfarben).

Fiiigeldecken. In Aufsicht (Abb. 109) oval. Seiten-

konturen von der Basis ohne jede Schulterbetonung

gleichmaí3ig gerundet, erst zum Apex hin starker ge-

rundet und daselbst abgesttitzt. GroBte Breite irn vor-

deren Drittel. Nahtspitze nicht sichtbar. Dorsalkontur

(Abb. 1 10) im vorderen Drittel stark gewolbt, nach hin-

ten flacher gewolbt abfallend und kurz stark gerundet

in den senkrechten Absturz übergehend. Nahtspitze

ebenfalls senkrecht; oben breit dachformig, querüber

leicht verrundet. Seitenrand über den Hinterhüften nur

schwach eingezogen. Schulterpartie über den Mittel-

hüften verflacht aber nicht eingemuldet. Beschuppung.

Scheibe und obere Halfte der Seitenflachen nur rnit ei-

nem Typ von Schuppen locker besetzt; diese weiB, na-

delformig, an beiden Enden zugespitzt, gering Ianger

als die Haarschuppen des Halsschildes, anliegend, nach

hinten gerichtet. Lediglich an der Basis einzelne etwas

grobere, gelbliche, leicht aufgerichtete Haarschuppen.

Oberfliche. An der steil abfallenden Basis auf jeder

Flügeldecke fünf Ianslich-viereckige tiefe Gruben-

punkte, die durch schmale, Korner tragrndr Zwischen-

raume getrennt sind; jedes Korn rnit aufgerichteter na-

delformiger Haarschuppe. Scheibe und Seitenflachen

rnit sehr flachen Punkten ohne scharfe Rand-

begrenzung; deren Durchniesser von gut halber

Schuppenlange. Punkte locker angeordnet, angedeutet

Iangs gereiht. Zwischenriiume mindestens so breit wie

Punktdurchinesser, ineist breiter, vor alleni in Langs-

richtung. Jecler Punkt ain Vorderrand iiiit einem klei-

nen Kornchen: Schuppen entspringen ziim Teil aiis die-

sen Kornchtn, ziini gro6eren Teil auf den Zwischen-

raumen. A~if deni Absturz einige tief eiiisestochene

Piinkte parallel zur Naht bis auf die Nahtspitze gereiht,

dazwischen locker gestellt halbkuplige Kornchen.

P 8 1

COLEOPTEHA 4

168

Oberflache auBerst fein chagriniert mit locker einge-

streuten Mikropünktchen, matt seidenglanzend. Durch-

scheinend ein mit den Punkten korrespondierendes

Wabenmuster, dessen Zellen unregelmaí3g geformt,

ohne Zwischenraume aneinanderstoBend. Fatbung.

Kastanienbraun (bei den Paratypen sogar schwarz-

braun); zu den iibrigen Korperteilen stark kontrastie-

rend; Nahtspitze etwas aufgehellt.

Beine. Schlank, leicht spinnenartig wirkend. Schen-

kel, vor allem Vorderschenkel, aus schmaler Basis zur

Spitze hin keulig verdickt. Vorderschiene knapp 314 so

lang wie Halsschild breit, schlank. von der Basis zur

Spitze auf etwa doppelte Breite erweitert. Hinterschiene

gut 1/3 Ianger als Vorderschiene, nur gering innen-

konkav gebogen. Vordertarsen etwa 314 so lang wie Vor-

derschiene (beim groí3eren Paratypus nur 213 so lang).

Ihre Breite vom 2. bis 5. Giied gering abnehmend; die

Glieder I bis 4 etwa so lang wie breit; Klauenglied etwa

doppelt so lang wie breit, kürzer als 3. und 4. Glied

zusammen. Klauen relativ klein, nur etwa halb so lang

wie 4. Glied hoch, schwach gebogen, V-formig diver-

gierend. Mit relativ breiten, goldgelben Haarschuppen

etwa 60% flachendeckend besetzt. Schuppen an der

AuBenkante der Schienen zur Spitze hin leicht aufge-

richtet, sonst anliegend. Hell bernsteinfarben wie der

Halsschild (beim groBeren Paratypus leicht rotlich).

Aedeagus. Relativ groB, etwa 2/3 so lang wie die

Flügeldecken, Ianglich oval. Penis kraftig, an der Spit-

ze kurz verjüngt; Spitze abgerundet, nach unten gebo-

gen. Parameren so lang wie Penis, ziemlich breit, von

ihrer Basis zur Spitze gleichmaBig gering verschma-

lert (Abb.2 11).

GroBe

Lange: 0,9+ 1.26mm; Breite: 0,51-0,74mm.

Etymologie

Benannt nach Herm Frank Lange, Eningen, der die-

se Art entdeckt und uns weiteres wertvolles

Untersuchungsrnaterial zurverfügung gestellt, z.T. auch

überlassen hat.

Verbreitung

Kanaren: Teneriffa.

Lebensweise

Unbekannt. Die vorliegenden drei Tiere wurden von

F. Lange aus der Streu unter Eiiphorbia spec. gesiebt.

Sphaen'cus (Doramasus) marmoratus Wollaston

Sphaericus marmoratus Wollaston. 1865: 2 19, app.33:

Pic 1912:lO; Leiler 1981:16-1.


!

Erber: Revision der Gnttiing Sphaericus Wollaston tler Laiiri-BIakaronesischen Region

Sphaericus (Doramasus) marmorarus: Bellés 1994374;

1996:222.

Typenmatenal

Lectotypus: Kanaren, Gomera, Sommer 1964,

1eg.Crotch (des.:Leiler, 20.IX. 198 1). (NHML:

Bezettelung: 1. Rund, lila gerandet: "Letotype"; 2.

Rund, blau gerandet: "Syntype"; 3. Rund, orange

gerandet: "Type"; 4. WeiB, handschriftlich: "Sphaericus

marmoratus Woll. type"; 5. Rot: Lectotypus, Sphaericus

marmoratus Woll., 8 1.09.20. T.E.Leiler; 6. WeiB:

Sphaericus marmoratus Woll. Erber & Hinterseher vid.

1993).

Anmerkung

Die Art wurde von Wollaston 1865 (S.219 und

App.S.33) nach Exemplaren (Anzahl unbekannt) be-

schrieben, die Crotch im Sommer 1864 auf Gomera

und Hierro gefangen hatte. Wollaston betrachtete die

Tiere von Gomera als die typischeren; die Tiere von

Hierro unterschied er als var.#beta rorundara. Leiler

(1983: 165) macht darauf aufmerksam, daB einige Tie-

re offensichtlich rnit falschem Farbcode versehen wur-

den. Die von uns untersuchten Tiere tragen die

Farbmarkierung rot; es handelt sich also zweifellos um

Tiere von Gomera. Eines der Tiere tfdgt ein Etikett rnit

de m h a n d s c h r i f t 1 i c h e n Ve r m e r k ,, Sp haericus

marmorarus type". Dieses wurde folgerichtig von Leiler

1981 zum Lectotypus bestimmt. Die Tiere von Hierro

murden von Leiler als valide Art S. rorundarus deter-

miniert. (Leiler 1984: 164; siehe Anmerkung bei

S.rorundarus).

Die Genitalien des Lectotypus wurde wegen

Beschadigungsgefahr nicht untersucht.

Differentiaidiagnose

MittelgroBe Art (um 2mm); rotbraun, Kopf, Fühler

und Beine hellbraun. Augen auffallend groB. Nasenr..i.hen

relativ schmal, nur knapp 1/3 augenbreit. Halsschild

etwa so lang wie breit, groBte Breite etwa in

Langsmitte, hier rund gebuckelt, nach vorn stark, nach

hinten kurz verengt, Vorder- und Hinterrand schwach

gerundet; Hinterecken rechteckig vorspringend; Dorsalkontur

im hinteren Drittel hoch rund gebuckelt. Flügeldecken

eiformig mit an der Basis abgeschnittener

Eispitze, groBte Breite etwa in Langsmitte. Apex ab-

':c\ttitzt. gering eingezogen; Dorsalkontur von der Ba-

~ uSpitze r gleichrnaBig bogig gewolbt, Absturz

senkrecht in die gering nach hinten gerichtete Nahtspitze

übergehend, allenfalls gering überhangend.

AedeagUs siehe Abb.28, 29.

Von den ahnlichen Arten S. roriindatus und S.

[hurepalmi durch breitere Zwischenraiime der

169

Flügeldeckenpunktierung sowie fehlende Schulterecke,

von S. rorundicollis durch wesentlich hoher gewblbten

Halsschild (Dorsalkontur) unterschieden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.28) Seitenkonturen in

Hohe der Augenvorderrander eingeengt, nach vom und

hinten leicht erweitert. Augen auffallig groB, relativ

flach, innen und oben mit einer schmalen Rinne umge-

ben, etwa 115 ihrer Breite über die Seitenkonturen des

Kopfes vorstehend. Oberer Fühlergrubenrand nach in-

nen bogenformig weit ziir Stirn hin hochgezogen.

Fühlergrubendach im inneren Anteil schrag einfallend,

im auBekn Anteil breit und weit beulig in die Fühler-

grube vorspringend, die Oberseite dieser Beule in ei-

ner Ebene mit der Stirn. Stirn ohne Mittelfurche, aber

irn Bereich der Nasenbasis, die auf einer Linie durch

die Mitte der Augen liegt, minimal flach vertieft. Na-

senrücken lang und schmal, etwas weniger als 1/3

augenbreit, mit flacher Oberflache, dessen Rander fast

parallel, nur minimal nach vorne verbreitert, seine

Seitenwande steil in die Fühlergrube einfallend. Über-

gang zur Nasenverbreiterung stumpfwinklig; Winkel

zwischen deren Schenkeln etwa 70". Nasen-

verbreiterung am Vorderrand in der Mitte minimal

ausgerandet. Oberlippe kurz, leicht konisch verengt,

vorn ausgerundet. Vorderkante der Mandibeln gleich-

maBig stark konvex. In Seitenansicht (Abb.29) Nasen-

rücken in einer Linie mit der Stirn, allerdings etwas

tiefer liegend. Nasenverbreiterung abrupt um etwa 135"

nach unter abgewinkelt. Übergang von den Fühler-

gruben zu den Wangen vor den Augen etwas gewulstet.

Augen mit 45 bis 50 relativ groBen Facetten, zur

Wangenseite hin etwas bogig, abrupt, wie abgeschnit-

ten, senkrecht abfallend; auf dieser Flache ohne Lin-

sen aber mit einigen Haarschuppen. Wange kurz und

breit, gut 2/3 ihrer Lange frei vor dem Hals stehend.

Beschuppung. Stirn, Wangen und Nasenrücken locker

besetzt mit grauweií3en Haarschupen von knapp halber

Augenlange. Diese Haarschuppen gering abgeflacht

aber in ihrer Feinheit vielinehr haar- als schuppenformig

wirkend. Der groGte Teil der Stirnbehaarung fast gera-

de nach vorn, nur minimal schrag nach innen zur Nasen-

basis hin gerichtet; oberhalb der Fühlergruben jedoch

schrag nach auí3en ueisend. Nasenrücken, Nasen-

verbreiterung und Oberlippe nur locker rnit Haar-

schuppen besetzt. Oberlippe am Vorderrand rnit kur-

zem gelbein Haarsauni. Oberfíache. Stirn glatt rnit

weitlaufigen Piinkten und Kornchen. Oberhalb der

Fühlerbasis, auf Nasenrücken, Nasenverbreiterung,

Oberlippe und Wangen Kornelung etwas dichter und

grober sowie Oberflache fein chagriniert. F&bung. Ein-

heitlich hellbraiin.


I

FWer. Sehr schlank, erheblich langer (etwa 116)

als die Flügeldecken. Glieder 2 bis 9 etwa gleich breit

und etwa 2,5-mal so lang wie breit; Glieder 1, 10 und

11 untereinander ebenfalls gleich breit, jedoch ein we-

nig breiter als die übngen, Glieder 1 und 10 etwa dop-

pelt so lang wie breit, Glied 11 knapp 3-mal so lang

wie breit, von der Basis her anschwellend, im letzten

Drittel etwas asymmetrisch zu einer stumpfen Spitze

verengt. Behaarung dünn. rnit anliegenden, gelblich

weiBen Haarschuppen, die den Untergrund nicht dek-

ken; 10. und 11. Glied dichter rnit kürzeren, weicheren

Harchen besetzt, die aber bei dieser Art nicht filzig

wirken. Oberflache glatt rnit zahlreichen gerundeten

Kornchen; am 10. und 11. Glied Kornelung wesentlich

starker und Oberflache dadurch matter. Einfarbig he11

gelbbraun, vom Rotbraun des Halsschildes und der

Flügeldeckend deutlich abgesetzt.

Haisschiid. In Aufsicht (Abb. 1 1 1) etwa so breit wie

lang. Seitenkontur etwa in Langsmitte gebuckelt, von

dort nach hinten stnrk, nach vorn allmahlich gerundet

verengt. Vorderrand stark verrundet. Hinterrand breit

eingeschnürt, dadurch die rechteckig vorspringenden

Hinterecken sehr tief liegend. Dorsalkontur (Abb.112)

im hinteren Drittel stark rund gebuckelt, davor fast ge-

radlinig abfallend. Seitenflache stark gebuckelt; der

Buckel nach vorn schrag, nach hinten steil abfallend,

dahinter breit verflacht eine glatte Flache bildend (Kra-

gen); diese in halber Hohe etwa augenbreit, nach oben

stark, nach unten kaum verengt, zum Hinterrand schrag

ansteigend. Vorderrand bis zum Rand der Scheibe

schwach wulstig, im hüftnahen Bereich rinnig abge-

setzt. Beschuppung. Auf der Scheibe vollstiindig abge-

rieben, beim d jedoch relativ gut erhalten: Locker be-

setzt mit weiBlichen Grundschuppen; diese schmal, aus

sehr dünner Basis auf etwa doppelte Breite erweitert,

flach bandformig. schwach gebogen, anliegend. Dane-

ben, ebenfalls locker verteilt, etwa 1.25-mal so lange

rotlich-gelbe Haarschuppen; diese sehr dünn, haken-

formig gebogen, aufgerichtet und wirr ausgerichtet.

Obeffliiche. Mittellinie nicht vorhanden, auch keine

Mittelfurche. Auf den hinteren 2/3 der Scheibe maan-

derartige. wallformige, iintereinander verbundene

Erhabenheiten, die runde, kommaformige oder auch

iiingere grabenartige Vertiefungen einschlieaen. Im

vorderen Drittel diese Wiille in sehr grobe erhabene

Korner oder auch Wülste aufgelost. Die

miianderformige Grundstruktur niikrogemascht, rnit

niikroskopisch kleinen Pünktchen in den Kreuzungs-

stellen der Maschen nls Ursprung für Haarschuppen.

In diese Struktur eingesprengt kleine vollig glatte Fia-

chen. Vorderrand ohne grobe Strukturen, hier auf glat-

tem Grund nur die Mikrokornchen vorhanden. Ober-

tliiche insgesamt aiif Grund ihrer stnrken Strukturie-

1

COLEOPTEH~ 4

170

rung nur maBig, seifig. glanzend. Seitenflachen mit starker,

teilweise verflossener Kornelung wie im vorderen

Drittel der Scheibe. Fiírbung. Einfarbig rotbraun.

Fiügeldecken. In Aufsicht (Abb. 1 1 1) breit eiformig

mit abgeschnittener ,,Eispitze" an der Basis. Seitenkonturen

gleichmaBig stark gewolbt; groBte Breite etwa

in der Langsmitte; am Apex gering eingezogen, ín dieser

Eindellung die sehr kurze Nahtspitze gerade so als

kleines Spitzchen sichtbar. Naht im Absturzbereich nur

sehr schwach eingezogen, gering tiefer als die Umgebung,

sonst im Niveau der übrigen Oberfache liegend.

Dorsalkontur (Abb. 1 12) stark bogenformig gewolbt;

Absturz senkrecht, nicht überhangend, und fast senkrecht

in die Nahtspitze übegehend; diese oben stumpf

dachformig. fast abgerundet. Seitenrand in Hohe der

Hinterhüften bogig ausgerandet; 10. Punktreihe diesem

Bogen nicht folgend, sondern ihn tangierend. Schultern

oben (bei Blick von vorn) durch den 6. Punktzwischenraum

kielig abgegrenzt. Darunter eine vollig

ebene glatte Flache rnit einigen groben Punkten, die

den Punktreihen nicht eindeutig zugeordnet werden

konnen. Beschuppung. Schuppen fast vollstandig

abgeschilfert; beimd jedoch leidlich gut erhalten, auch

an den Seitenflachen gut ausgepragt. Wie auf dem Halsschild

sehr locker stehend zwei Schuppentypen: Grundschuppen

von gleicher Form und Farbe aber etwa 1,3mal

so lang wie auf dem Halsschild. Haarschuppen von

GroBe. Form und Farbe wie auf dern HalsschiM, aber

fast gerade und anliepend. Der groate Teil der Schuppen

aus Kornchen entspnngend, die an der Wand der

Reihenpunkte stehen. einige aus Kornchen der Zwischenraume.

Untergrund überall erkennbar. An den

gerundeten Flanken je zwei hintereinander liegende

Fiecken durch Verdichtiing weiBer Grundschuppen, einer

kurz hinter der Mitte, der andere im Absturzbereich.

Oberfíache. Jede Flügeldecke mit zehn Punktreihen;

diese in der Vorderhalfte deutlich vertieft. 1. bis 3.

Punktreihe bereits kurz unterhalb des Absturzbeginns,

also weit vor dem Apev endend. Punkte grob und viereckig:

nach hinten und zur Seite hin Punkte etwas kleiner

werdend, aber imnier noch grob: Punkte nicht sehr

tief, an ihren Randern rnit zahlreichen groBeren und

kleineren Kornchen besetzt, aus denen die Schuppen

entspringen, und mit angedeuteter Radiarriffelung. Auf

der Scheibe Punktreihen breiter als Zwischenraume, nur

1. und 2. Z~ischenraurn fact gleichbreit wie die Punkte,

nicht muldig eingesenkt (Unterschied zu

S.crofchianiis). dadurch durchgangig auf einer Hohe.

nicht welli_n, gl;itt mit nur sehr vereinzelten. winzig kleinen

Kornchen. sehr stxk glsiizend. Liingsabstande der

Punkte auf der Scheibe sehr schmal: Stege nur ca. 1/5

so lang wie die Punkte. Im vorderen Drittel Zwischenraume

etuas erhabener als die Stege, dadurch in die-


P

K 11

Erlwr: Revision der Gattiing Sphaericus Wollaston der Lauri-Makaronesischen Region

sem Bereich etwas Iangsgenppt. Farbung. Rotbraun wie

der Halsschild, Vorderhalfte der Seitenflachen schwm-

braun.

Beine. Sehr lang und dünn wirkend. Vorderschenkel

von stielformiger Basis nur maí3ig zu einer langgezo-

genen, schwachen Keule verdickt. Vorderschiene gut

516 so lang wie Halsschild breit, zur Spitze hin nur auf

etwa doppelte Breite der sehr schmalen Basis erwei-

tert. Hinterschiene viel Ianger als Vorderschiene, nach

hinten stark und nach innen weniger stark konkav ge-

bogen und sehr dünn, fast spinnenartig wirkend. Tar-

ji=ii ebenfalls sehr gestreckt. Vordertarsen knapp 3/4 so

lang wie Vorderschiene; Glieder 1 bis 4 gleich breit,

ein wenig breiter als lang; Klauenglied nur 213 so breit

wie die vorhergehenden, fast dreimal so lang wie breit.

Baisisglied der Mitteltarsen IS-nial, das der Hinter-

tarsen 2.5-maI so lang wie breit; die Glieder 2 bis 4 so

lang wie breit, Klauenglieder jeweils 1,5-mal so lang

wie das zugehorige Basisglied. Breite der Glieder 2 bis

4 gleich bleibend, Klauenglieder nurjeweils 2/3 so breit.

Xlauen dünn, maBig gebogen, kaum Iiinger als Klauen-

glied dick. Behaarung dünn und fein wie auf der Basis

der Fühler, anliegend, nirgends den Untergrund verber-

gend. Einfarbig hell gelbbraun wie die Fühler.

Aedeagus. Aedeagus (Abb.28.29) gut 213 so lang

wie Flügeldecken, im UmriB schlank V-formig, da

Parameren auseinanderstrebend (wahrscheinlich ge-

spreizt). Penis sehr kriiftig, auf ganzer Lange gleich-

miBig nach unten gebogeii, im Spitzenbereich schrnal

ausgezogen, Spitze stumpf verrundet, fast ein wenig

geknopft. Parameren zart, minimal Iiinger als Penis,

relativ breit, sich ziir Spitze hin nur schwach verjün-

gend, an der Spitze verrundet.

Gr6i3e

Liinge: 1,62-2,05mm; Breite: 1,03-1,25mm

Verbreitung

Kanaren: Gornera.

Lebensweise

Unbekannt.

Zusiitzlich untersuchtes Material

1 d: Kanaren, Gomera, Somrner 1964, 1eg.Crotch

(NHML: Nicht zum Typenrnaterial gerechnet wegen

ckr verunsichernden Anrnerkung von C.v.Hayek;

. . .;.elunp: 1. Oval, blau: Isl..Canar.; 2. WeiB: hand-

schriftlich; "marmoratus"; 3. WeiG: "Syntype? Colour

cede as specimen in Woll. coll., C.M.F. von Hayek ,81";

4. WeiB: Sphaericus marmoratus \Voll. Erber & Hinters-

eher det. 1993).

171

Spbaencus (Doramasus) uvtchianus Wollaston

Sphaericus crotchianus Wollaston, 186k242; 18652 19,

'app.33; Pic 1912:lO; Leiler 1984161-162.

Sphaericus (Doramasus) crorchianus: Bellés 1994:74;

1996:222.

Typenmateriai

Lectotypus (O?): Kanaren, Gomera: Hermigua,

Frühjahr 1862, leg.Crotch, (NHML: Bezettelung: 1.

Rund, dunkelblau gerandet: "Lectotypus"; 2. Rund,

hellblau gerandet: "Syntype"; 3. Rund, rot gerandet:

"Type"; 4. Gomera, The Canary 1s. T.V.Wollaston,

Brit.hTius. 1864-80; 5. WeiB, handschriftlich:

"crotchianus Woll."; 6. WeiB: "crotchianus vidi

15.9.198 1 T.E.Leiler; 7. Rot: Lectotypus Sphaericus

crotchianus Woll., Erber & Hinterseher des. 1995).

Paralectotypus (#'?): gleiche Daten wie Lectotypus

(NHML: 1. Rund, hellblau gerandet: "Syntype?'; 2.

WeiB, handschriftlich: "crotchianus"; 3. Sharp. Coll.

1905-313; 4. Ins. Canar.; 5. Rot: Paralectotypus

Sphaericus crotchianus Woll., Erber & Hinterseher des.

1997).

Anmerkung

Der Lectotypus ist vermutlich ein Weibchen. Der

Aedeagus wurde einem Mannchen der 1997 gesammel-

ten Serie entnommen. Der Lectotypus wurde bereits

von Leiler in seiner Arbeit (1981) als solcher designiert,

jedoch nur mit einem Schildchen "Leiler vidi

15.9.198 1" versehen. Er wurde nun von uns mit einem

roten Schildchen als Lectotypus gekennzeichnet. Es

handelt sich be¡ diesem Tier um ein extrem breites und

hohes Exemplar. Daneben gibt es auch schlankere Ver-

treter dieser Art (vergl. Bellés 1991, Abb.12). Der

Lectoypus weist eine interessante Anomalie auf Die

Tarsen des linken Hinterbeins sind vom 3.Glied ab ver-

doppelt, wobei nur an einem Ast der Verdopplung das

Endglied vol1 ausgebildet ist, am anderen Ast ist es

verkümrnert.

Differentiaidiagnose

Sehr groBe Art (1,9-2,9mrn); dunkelbraun, Kopf,

Fühler und Beine etwas heller rotlich-braun. Nasenrük-

ken sehr breit (augenbreit), parallel bis leicht

sanduhrforrnig. Halsschild an den Seiten hinter der

Mitte stark gebuckelt, nach vorn und hinten stark ver-

engt, rnit kurzer Langsfurche irn hinteren Drittel; in

Seitenansicht vor dem tief liegenden Hinterrand

kapuzenartig hoch gebuckelt. Flügeldecken nur gering

Ianger als breit, Seiten subparallel, kurz rechteckig mit

stark verrundeten Schultern und Apex, lrtzterer deut-

lich eingezogen; in Seitenansicht hoch pewolbt, Ab-


sturz senkrecht, leicht überhangend, Nahtspitze senk-

recht. Aedeagus siehe Abb.2 13,2 15.

Durch Grok, nahezu quadratische bis kurz recht-

eckige Form der Flügeldecken (Aufsicht) und

schmetterlingsartig dichte Beschuppung des Hals-

schildes von allen anderen Arten der Untegattung deut-

lich unterschieden.

Nachbeschteibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.30) Seitenkontur hin-

ter den Augen leicht gerundet verengt, vor den Augen

konisch verengt, Wangenspitze leicht gewulstet vor-

springend. Augen die Seitenkonturen nur um etwa 115

ihrer Breite überragend. Stirn flach. Oberer Fühler-

orubenrand nur sehr schwach gewolbt, ohne Wulst.

e

Uber der Fühlerinsertion neben den Augen eine pocken-

artige Aufwolbung, die fast ozellenartig gekornt und

wie die Augen dunkel gefarbt ist; diese schiebt sich aus

dem Fühlergrubendach in die Fühlergrube vor. Fühler-

grubendach zwischen dieser Aufwolbung und dem

Nasenrücken dagegen steil einfallend. Nasenrücken

abgeflacht und fast so breit wie ein Auge, kurz paral-

lel, dann konisch erweitert und stark verrundet in die

Oberkante der Nasenverbreiterung übergehend; deren

Schenkel bilden einen Winkel von etwa 90". Seiten-

wande des Nasenrückens steil in die Fühlergrube ab-

fallend. Oberlippe relativ schmal, nach vorn leicht ver-

engt, an den Seiten und vorn leicht verrundet.

Mandibeln rnit stumpfkantigen Ecken und leicht sichel-

formig geschwungenem Vorderrand. In Seitenansicht

(Abb.31) Stirn und Nasenrücken in einer Ebene; letz-

terer gerundet in die steiler abfallende Nasen-

verbreiterung übergehend. Augen abgerundet dreiek-

kig, prominent, mit über 50 Facetten, deren kleine Lin-

sen fast ohne Abstand zusammenstofien. Wange nur

gering frei vor Hals. Beschuppung. Stirn rnit

haarformigen, weifigrauen, anliegenden Schuppen be-

setzt; Lange der Schuppen etwa 213 Augenlange. Zwi-

schenraume zwischen den Schuppen groí3er als der

schuppenbedeckte Anteil: Untergrund daher gut sicht-

bar. Schuppen im Mittelbereich der Stirn leicht schrag

nach innen auf die Nasenbasis zu gerichtet, rechts und

links davon, auch arn oberen Fühlergrubenrand, gera-

de nach vorn zeigend. Beschuppung auf Nasenrücken

und Nasenverbreiterung wie auf der Stirn, jedoch

Schuppen etwas dünner und auf der Nasenverbreiterung

lockerer stehend. Oberlippr sehr fein behaart, am Vor-

derrand mit dichtem goldgelbem Haarsaum, dieser an

den Ecken von gleicher Lange wie die Oberlippe, in

der hlitte etwas kürzer. Wangen wie die Stirn beschuppt.

Oberfiache. Stirn glatt rnit maí3ig dichter, feiner, fla-

cher Kornelung. die nach vorn hin gering grober und

ueitliiutiger wird und sich so auf Nasenrücken und

COLEOPTERA 4

172

Nasenverbreiterung fortsetzt. Oberlippe sehr fein ge-

kornt. Fiirbung. Stirn, Nasenrücken und Oberlippe hell-

braun, Wangen und Nasenverbreiterung geschwkt.

Fühler. Für die robuste Art auffallend schlank. Nur

gering kürzer als Flügeldecken. Breite vom 1. bis 3.

Glied gering abnehmend, dann bis zum 9. gleich blei-

bend und von da bis zum 1 1. wieder gering zunehmend.

Alle Glieder einschlieBlich 10. etwa doppelt so lang

wie breit, 11. über 2,5-mal so lang wie breit und etwa

so breit wie das erste, zur Spitze hin fast symmetrisch

zugespitzt, insgesamt lang und schlank wirkend. Mit

unterschiedlich langen, dünnen, weiBgrauen, anliegen-

den Haarschuppen, die überall den Untergrund erken-

nen lassen. Endglied sehr dicht, fast filzig mit kurzen,

flaumigen, sehr feinen Htirchen besetzt. Oberfiache glatt

rnit weitlaufig stehenden Kornchen, aus denen die Haar-

schuppen entspringen; Endglied dichter gekornt und

dadurch rnatter. Einfarbig rotbraun; iiuBerer Spitzen-

rand der einzelnen Glieder, rnit Ausnahme des

Endgliedes, verdunkelt.

Halsschild. In Aufsicht (Abb. 113) fast so breit wie

lang. Seitenkonturen stark bucklig gerundet, nach hin-

ten stark, nach vorn etwas weniger stark verengt. GroBte

Breite gering hinter der Mitte. Basis durch starke Vor-

wolbung gekennzeichnet, die den seitlichen Kragen in

seinem vorderen Teil weitgehend verdeckt. Hinter dem

Vorderrand eine flache aber deutliche Quermulde, die

in die Seitenflachen übergeht. Im hinteren Drittel eine

leichte Langseindellung. In Seitenansicht (Abb. 114)

Dorsalkontur in der vorderen Halfte flach ansteigend,

hinter dem Vorderrand gering eingedellt, hinten stark

rund gebuckelt, zum Hinterrand steil abfallend, je nach

Position fast überhangend, dadurch kapuzenformig.

Seitenflachen stark gebuckelt, hochste Erhebung des

Buckels gering hinter der Mitte, von hier nach vorn

sanft, nach hinten steil abfallend. Die auf der Oberseite

erkennbare Abschnürung hinter dem Vorderrand setzt

sich auf den Seiten fort und nahert sich nach unten dem

Vorderrand, biegt dann in einem Winkel von 90" nach

oben ab und schnürt dadurch ein hinter dem Seiten-

buckel gelrgenes flaches, glattes Areal ab, das wie eine

Art Kragen wirkt. Nach oben ist dieser ,,Kragen" ver-

schmiilert iind endet dort, wo der Hinterrand fast spitz-

winklig in den Buckel der Oberseite übergeht.

Beschuppung. Scheibe sehr dicht schmetterlingsartig

mit sich überlappenden, breit-ovalen, am Ende zuge-

spitzten, glanzlosen, schmutzig braiinlich-weiBen

Griindschuppen besetzt. Die Schuppen aufgerichtet,

hakenformig, den Untergrund vollstandig deckend, in

Seitenansicht deutlich die Oberfliichenkontur überra-

gend. Dazwischen locker eingestreut fast doppelt so

lange, schmale, schrag aufgerichtete Haarschuppen von

gleicher Fiirbung. Alle Schuppen nach hinten gerich-


Erber: Revision drr Gattiiiig Sphaericils Wollaston der Laiiri-~Iakaronesischrn Regioii

tet. An den Seitenflachen Beschuppung nur in der obe-

rgn Halfte so dicht wie auf der Scheibe, nach unten zu

Grundschuppen ausgedünnt und schlieBlich vollig ver-

schwindend, Haarschuppen jedoch noch vorhanden,

diese allerdings etwas kürzer als auf der Scheibe. Ober-

Bache. Eine echte Mittellinie nicht vorhanden, jedoch

im hinteren Drittel eine angedeutete Mittelfurche rnit

erhaltener Oberfiachenstruktur erkennbar. Scheibe sehr

dicht rnit groben Kornern besetzt, die auf weiten Tei-

]en maanderartig zusammenflieBen. Auf den Kornern

kleine Spitzchen als Basis der Haarschuppen. Zwischen

den Kornern tiefe Punktgruben. Vor drr Querrinne

Kornelung wesentlich feiner, dazwischen graben- und

dellenformige Vertiefungen. Seitenflachen wie die

Scheibe vor der Querrinne strukturiert. F&bung. Na-

hezu einfarbig braun.

Fliigeldecken. In Aufsicht (Abb. I 13) fast quadra-

tisch rnit abgerundeten Ecken, nur gering Ianger als

breit. GroBte Breite im mittleren Langsdrittel, hier die

%itenkonturen nahezu parallel. Nahtspitze von oben

rlicht sichtbar, Apex breit flach einpezogen. Auch an

der Basis im Bereich der vier inneren Punkt-

zwischenraume jeder Flügeldecke die Scheibe stark

eingemuldet; der Einfallwinkel dieser Miilde an der

Naht am kleinsten (etwas über 45"), zu den auBeren

Zwischenraumen hin immer steiler werdend. Dorsal-

kontur (Abb. 1 14) gleichmiiBig relativ hoch gerundet;

Absturz senkrecht bis leicht überhangend. Nahtspitze

ehenfalls senkrecht, kurz, zur Naht hin etwas

cixhformig gewolbt, ober gerundet, ohne Kiel. Seiten-

rand in Hohe der Hinterhüften bogenformig

ausgerandet; 10. Punktreihe diesem Bogen folgend.

Schulter vorn rnit dreieckiger Verflachung, die nach

oben durch den etwas nach innen abweichenden 7.

Zwischenraum und auBen durch die verkürzten Zwi-

schenraume 8,9 und 10 begrenzt wird. Beschuppung.

Grundschuppen von gleicher Farbe wie aiif dem Hals-

rchild und ahnlich wie dort sich in Langsrichtung über-

l-tppend, schrag aufgerichtet und hakenformig gebo-

gen. Die einzelnen Schuppen jedoch viel schmaler als

auf dem Halsschild und am Ende zugespitzt. Am Ab-

sturz eine nur gering von der übrigen Beschuppung

abgesetzte zackige schmutzig weiBe Querbinde, deren

am weitesten nach vorn ragende Zacken auf den 4.

Zwischenraumen liegen. Die Schuppen dieser Binde

forrngleich rnit den übrigen, aber etwa doppelt so dicht

. +-nd und den Untergrund vollstandig deckend, wah-

1 - ".. ::uf der übrigen Flache der Untergrund sichtbar

ist. Zwischen den Grundschuppen sehr kraftige, dorn-

artige, zugespitzte, starre. senkrecht abstehende hell-

brame Haarschuppen von etwa gleicher Lange wie die

Klalien; diese in groBen Langsabstandrn, nicht ganz

regelrnaBig einreihig auf den Zwicchenraiirnen ange-

173

ordnet. Aukrdem noch eine dritte Schuppenform, n h- .

lich lange, aufgebogene, rnit der Spitze wieder die

Oberfiache berührende, braunlich gelbe Haarschuppen;

diese aus Kornchen irn Randbereich der Reihenpunkte

entspringend, bereits an der Basis schlank, dann aber

geiBelformig in eine sehr dünne lange Spitze ausgezo-

gen. Sie sind zwischen der übrigen Beschuppung nur

be¡ starker VergroBerung auszumachen. Seitenflachen

im oberen Bereich wie auf der Scheibe beschuppt; die

drei auBeren Zwischenraume nur rnit kurzen Haar-

schuppen besetzt. Obefflihe. Auf jeder Flügeldecke

10 Punktreihen rnit groben Punkten. Punktreihen auf

der Scheibe etwa so breit wie die Zwischenraume.

Punkte überall sehr tief, eckig, fast quadratisch wirkend,

innerhalb der Reihe durch etwa punktlange Stege ge-

trennt, die hiiufig fast das Hohenniveau der Zwischen-

raume erreichen, woraus eine ausgesprochene Gitter-

struktur resultiert. Zwischenraume in Hohe benachbar-

ter Punkte leicht vertieft und dadurch ihre Oberfiache

etwas wellig. Punktierung auch im Absturzbereich sehr

grob, hier jedoch die Zwischenriiume wesentlich schma-

ler als die Punktreihen. An den Seitenflachen, vor al-

lem in den drei aukren Reihen, Punkte nicht so deut-

lich eckig und ihr Durchmesser viel kleiner, dadurch

Zwischenraume breiter wirkend. Punkte ohne Radia-

riffelung, jedoch auf den steilen Innenwanden rnit rneh-

reren (4-6) Kornchen besetzt, aus denen die langen

Haarschuppen entspringen. An der Basis der innererl

Zwischenraume spitze Dornchen, die leicht nach hin-

ten gerichtet sind, nach auBen hin robuster werden und

deutlich die Oberflache überragen. Zwischenraume ki

ca. 150-facher VergroGerung sehr fein gemascht rnit

Mikropunkten in den Kreuzungsstellen der Maschen,

teilueise auch die Maschung verschwunden und nur

noch die Mikropunktierung vorhanden; auBerdem zahl-

reiche, meist zu Grüppchen zusammengefaBte feine

Kornchen vorhanden. Oberflachenglanz insgesamt

maBig stark. Farbung. Etwas dunkler braun als Hals-

schild; Vordemand und Seitenrander schwarz.

Beine. Vorderschenkel relativ schwach gekeult, von

stielformiger, dünner Basis schnell anschwellend. Vor-

derschienen relativ kurz. wesentlich kürzer als Hals-

schild breit, sehr schlank, zur Spitze hin nur auf ca.

doppelte Basisbreite verdickt. Hinterschienrn erheblich

Ianger als Vorderschienen, stark innenkonkav gebogen.

Tarsen schlank, etwa 2/3 so lang wie die Vorderschiene.

Erstes Tarsenglied Ianger als breit, an den Hintertarsen

sogar fast doppelt so lang wie breit: 2. bis 1. Glied etwa

so lang wie breit; Endglied relativ dick. nur wenig

schrnalrr als das 4.. etna so lang uie 2. und 3. zusam-

rnen. Klauen kurz, etwa so lang wie Endglied dick, re-

lativ stark gebogen und ziemlich robust uirkend. Mit

gelblich weiBgrauen Hnarschuppen von glticher Form


wie an den Fühlern wenig dicht besetzt, an Schenkeln

und Schienen leicht schrag abstehend, nur gering ge-

bogen; dadurch sehr locker wirkend und Untergrund

überall sichtbar lassend. He11 rotbraun.

Aedeagus. Etwa 1/3 so lang wie Flügeldecken; lang-

gestreckt, parallelseitig, zur Basis hin abgerundet, mí

Spitze hin leicht eingezogen. Penis sehr kraftig, zur

Spitze hin kurz verschmalert, Spitze selbst abgerundet,

zur Basis ebenfalls verschmalert, an der Basis einge-

kerbt. Parameren sehr zart, zur Spitze leicht nach in-

nen gebogen, an der Spitze breit abgerundet, nach in-

nen zart lappig verbreitert. (Abb.2 14, 215; vergleiche

auch Abb. bei Bellés 1994).

GrOíie

Lange: 1,90-2,90mm; Breite 1,25- 1.48mm.

Verbreitung

Kanaren: Gomera, Umg. Herrnigua.

Lebensweise

In Batatenkraut auf Terrassen in 400 bis 500m Hohe.

Bisher im Januar und im Frühjahrgefunden; moglicher-

. weise eine winteraktive Art.

ZusMich untersuchtes Material

Gomera: Hermigua, Weg nach El Cedro, 400-500m,

aus Batatenkraut geklopft, 4.u.8.1.1997, 1eg.Erber (14

cErb, 1 cHin, 2 cLei, 2 NHML).

Spbaencus (Domasus) franu' Leiler

Sphaericus franzi Leiler, 1984: 163; Bellés 1994:76.

Sphaericus franzi var.alrernans Leiler, 1984: 163.

Sphaericus (Doramasus) franzi: Bellés 1996:222.

Typenmaterial

Holotypus: Kanaren, Gran Canaria, Isleta bei Las

Palmas, H.Franz leg. (cLei: Bezettelung: 1. Gran

Canaria, Isleta b. Las Palmas 1g.H.Franz; Unterseite:

Sp. 1085; 2. Rot: Holotypus; 3. WeiB: Sphaericus franzi

n.sp. det. T.E.Leiler; 4. Sphaericus franzi Leiler, Erber

& Hinterseher vid. 1995).

Paratypus: gleiche Daten wie der Holotypus,

(vardrernans Leiler); (1 cLei: Bezettelung: 1. Wie bei

Holotypus; 2. Rot: Paratypus; 3. WeiB: Sphaericus

franzi var. alterans, det. T.E.Leiler; 4. Wie bei

Holotypus).

Anmerkung

Leiler nennt einen weiteren Paratypus (Gran

Canaria, Umg. Agaete, leg. H.Franz; Unterseite: 1395).

der sich in der Kollektion von H.Franz befindet.

COLEOKTER~ 4

174

Die Abtrennung einer vacalremans scheint uns nicht

' berechtigt.

Da nur zwei Exemplare vorlagen, wurde auf eine

Genitaluntersuchung verzichtet. Die Art ist auch so auf

Grund ihrer auBeren Merkmale gut charakterisiert.

Dflerentiaidignose

MittelgroBe Art (1 ,5-1,65mm); hellbraun. Hals-

schild hellbraun, Fühler und Beine gelblich-braun.

Nasenrücken 315 augenbreit, parallel. Halsschild in

Aufsicht etwas breiter als lang, Vorder- und Hinterrand

stark gerundet, Seiten knapp hinter der Mitte stark buck-

lig, fast winklig, gerundet; Dorsalkontur im hinteren

Drittel bucklig vemndet. Flügeldecken Ianglich recht-

eckig rnit subparallen Flanken, Schultern und Apex stark

verrundet, letzterer genng eingezogen; in Seitensansicht

gleichmaBig flach, im Absturz überhangend stark ge-

wolbt; Nahtspitze senkrecht.

Von der sehr ahnlichen An Spseudofranzi durch

subparallele Flügeldecken, langer gebuckelten Hals-

schild (Dorsalkontur) und runde Halsschild-Grund-

schuppen unterschieden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.32) Seitenkonturen

nach vorn bis in halbe Hohe der Fühlergrube stark ko-

nisch verengt, zu den Wangenspitzen hin wieder kon-

vex erweitert, so daí3 diese leicht bucklig vorragen.

Augen die Seitenkontur nur minimal überragend. Obe-

rer Fühlergrubenrand auf einer Linie durch das obere

Augendrittel gelegen, zur Stirn hin schwach gewolbt,

weder gewulstet noch gekantet, sondern verrundet in

das innen steil einfallende, in der auBeren Halfte ein

wenig wulstig vorspringende Fühlergrubendach über-

gehend; Fühler inserieren unter dieser Aufwulstung

schrag nach innen. Fühlergrubendach innen rnit dem

Nasenrücken einen annahernd rechten Winkel bildend.

Nasenrücken mittelbreit (etwa 213 Augenbreite), streng

parallel, mit abgeplatteter Oberseite und steilen Seiten-

wanden, scharfwinklig in die geradlinigen Schenkel der

Nasenverbreiterung übergehend (deren Basiswinkel

etwa 90"). Oberlippe relativ schmaí, quer rechteckig,

mit gerademvorderrand und verrundeten Vorderecken.

Mandibeln an der Vorderkante schwach sichelformig.

gerundet in die Seiten übergehend; rechte Mandibel

starker verrundet als linke. In Seitenansicht (Abb.33)

Übergang von Stirn zurn Nasenrücken (irn Gegensatz

zu den meisten anderen Arten) nicht nach auBen, son-

dern schwach (etwa 10") nach innen gewinkelt; Über-

gang vom Nasenrücken zur Nasenverbreiterung dann

scharfwinklig (ca. 130"). Grenze zwischen Kopf und

Hals deutlich durch eine sanft nach hinten konvexe Rille

markiert. Augen aus etwa 35 Facetten rnit groBen fast

i


1

Erlwr: Revision der Gattuiig Sphaericus Wollaston ilrr LIiiiri-i\laliai.oiit.sidclirii Regioti

halbkugeligen Linsen zusammengesetzt, unten gekantet

und darunter mit einer schmalen Flache, die gekomt

und behaart ist. Wange nur wenig frei vor Hals stehend

(schwer beurteilbar, da Kopf bis an die Wange in den

Halsschild eingezogen). Beschuppung. Stirn mit relativ

kurzen, gelblich-weiBen Haarschuppen besetzt, die

auf der gesamten Stirn nach vorn gerichtet sind, ohne

(im Gegensatz zu vielen anderen Arten) über den

Fühlegruben brauenartig nach innen umzubiegen; in

gleicher Dichte auf Nasenrücken und Nasenverbreiterung.

Oberlippe am Vorderrand mit fransen-

-.rtiger, sehr dichter, gelber Behaarung von etwa halber

Oberlippenlange. Dazwischen einige doppelt so lange,

ebenfalls gelbe Haarschuppen. Wangen wie die Stirn

beschuppt. Oberfltiche. Stirn, Nasenrücken und Nasenverbreiterung

mit weitlaufigen, flachen Kornchen besetzt,

an deren Gipfel die Haarschuppen entspringen;

dazwischen glatt und glanzend. Oberlippe flach gekornt.

Wangen gering dichter gekornt als die Stirn. Fiirbung.

Hellbraun, zum Mund hin etwas dunkler. .

Fühler. Etwa 1/9 kürzer als die Flügeldecken. Bereits

2. Fühleglied nur noch geringfugig breiter als 3.

bis 9.; 10. und 11. wieder erweitert; 11. langgestreckt,

etwas Ianger und eine Nuance schmaler als Basisglied,

etwadoppelt so Iang wie breit, zur Spitze symmetrisch

zugespitzt. 2. bis 10. Glied jeweils etwas weniger als

1,5-mal so lang wie breit. Vom 1. bis 9. Glied mit Iangeren,

gelblichen Haarschuppen relütiv dicht besetzt;

10. und 11. Glied weicher, dichter und kürzer behaart.

3G’i-2.1blich-hellbraun.

Halsschild. In Aufsicht (Abb. 1 15) breiter als lang,

mit groBter Breite am Übergang zu den hinteren 215

der Gesamtlange. Seitenkonturen an dieser Stelle gerundet

gewinkelt, nach vorn niir schwach gewolbt, fast

geradlinig konvergierend, nach hinten stark eingezogen

in gleichmaBiger Rundung in den Hinterrand übergehend.

Dorsalkontur (Abb. 1 16) vom geradlinig ansteigend,

dann rund gebuckelt, zur Basis fast geradlinig

1 .-

-rllend. Seitenflachen mit starkem zentralen Buckel,

der nach hinten nahezu senkrecht abfiillt; vor dem

Hinterrand kragenartig abgeschnürt; dieser ,,Kragen”

zur Hüfte hin stark verbreitert und nach hinten angehoben.

Die den Kragen abgrenzende Mulde als schmale

Rinne fast bis zum Rand der Scheibe weiteihufend aber

nur einen schmalen Rand absetzend. Beschuppung.

Grundschuppen grauweiB, groBtenteils fast kreisrund,

teils auch langlich mit Zuspitzung ani Ende. Schuppen

. .

‘i dichr stehend, im Randbereich der Scheibe in

2’oikrer Ausdehnung flachendeckend aber sich nur

wenig überlappend. ansonsten die einzelnen Schuppen

fast inimer in Kontakt niit wenipens eincr Nachbarschuppe.

Dazwischen locker verteilt gelblich-weiBe,

Sehr dünne, im Vergleich mit den Grundschuppen nur

175

i

wenig langere Haarschuppen: diese schrag. z.T. auch

fa.st senkrecht aufgerichtet. Seitenflachen bis in

Vorderhüftnahe mit den gleichen Schuppentypen dicht

bedeckt. Oberfiiiche. Mittellinie nicht vorhanden; auch

kein Langseindruck vor dem Hinterrand. Scheibe bis

fast zum Vorderrand deutlich gekornt, vorne etwas

schwacher als hinten; einzelne Korner mit Zentralpunkt,

aus dem eine Haarschuppe entspringt. Nur eine schrnale

Vorderrandzone ohne Komelung, lediglich chagriniert.

Scheibe insgesamt auf Gmnd der starken Kornerstruktur

nur wenig glanzend, die einzelnen Kornerspitzen al-

lerdings im Licht stark aufleuchtend. Seitenflachen rnit

gleich starker Auspragung der Kornerstruktur wie auf

der Scheibe; lediglich der Vorderrand durch flachere

Struktur schmal abgesetzt. Der Kragen nur fein gekomt.

Eine glatte Flache oberhalb der Hüfte im Ge, oensatz zu

verwandten Arten nicht vorhanden. Farbung. Einfar-

big mittelbraun.

Flligeldecken. In Aufsicht (Abb.115) relativ kurz,

etwas blasig gewolbt. Seitenkonturen um die Schultem

verrundet, im mittleren Bereich subparallel, groí3te Brei-

te etwa in der Mitte, zum Apex hin breit verrundet, die-

ser leicht abgestutzt. Dorsalkontur (Abb. 1 16) nach kur-

zern Anstieg gleichmaBig gewolbt, Absturz deutlich

überhangend, in eine senkrecht stehende Nahtspitze

übergehend; diese ganz schwach dachformig zur Naht

hin aufgewolbt. Naht im Absturzbereich vertieft. Sei-

tenrand in Hohe der Hinterhüften leicht eingezogen.

Schultern vorne durch Aufwolbung des 6. bis 10. Zwi-

schenraumes V-formig gekantet und dadurch grubig

ausgebildet; die Grube selbst geglattet. Beschuppung.

Scheibe und Seitenflachen bis zum 8. Zwischenraurn

mit zwei Schuppentypen besetzt: Lange schmale Haar-

schuppen und etwa gleich lange, jedoch 3-4-mal so

breite Grundschuppen. Beide Schuppentypen in eine

haarformige Spitze auslaufend und vollig anliegend.

Beide Schuppentypen stehen in Langcrichtung auf den

Zwischenraumen der Punktreihen; einzelne Haar-

schuppen entspringen jedoch auch den Kyrnchen der

‘Punktreihen. In der Langsmitte der Zwischenraume 3

bis 5 sowie am Beginn des Absturzes aiif den Zwischen-

raumen 2 und 6 heben sich von der sonst gelblichen

Beschuppung kleine hellerer Flecken ab: diese werden

durch dicht stehende weiBe Grundschuppen gebildet.

Oberfikhe. Auf jeder Flügeldecke 10 gieichmaí3ige

Punktreihen. wovon vier auf die untergebogene Seiten-

flache entfallen. Punkte groB. quadratisch. Sowohl die

Punktreihen wie auch die Punkte innerhtilb jeder Rei-

he nur durch schmale Stege getrennt, die hochstens 114

des Punktdurchmessers ausmachen. Punkte und Punkt-

abstiinde auf der gesanitrn Scheibe bis zuni Apex gleich

stark ausgebildet; an den Seitenflachen die Punkte je-

doch deutlich kleiner uiid dadurch die AbstYnde gr6-


Ber. Zwischenraume zwischen den Punkten m2Big dicht

mikropunktuliert. An der Basis der Punktreihen wie,

auch der Zwischenriiume einzelne kleine Kornchen. Im

durchscheinenden Licht ein Wabenmuster erkennbar:

den Punkten entsprechende Zellen; diese vorwiegend

sechseckig und überall ohne Zwischenraume aneinan-

derstoknd. Farbung. Hellbraun wie der Kopf.

Beine. Schenkel maBig keulig, von der Basis her

relativ schnell verdickt. Vorderschienen kurz, nur gut

halb (417) so lang wie Halsschild breit, zur Spitze auf

ca. 2,5-fache Basisbreite erweitert. Hinterschienen er-

heblich (gut 1/6) langer als Vorderschienen, an der

Hinterkante vor der Spitze konkav gebogen. Vorder-

tarsen gut 213 so lang wie Vorderschiene. Tarsenglieder

1 bis 3 etwa gleich breit; 4. Glied leicht verschmalert;

5. mindestens so breit wie das 4. Erstes Tarsenglied

etwas Ianger als breit; 2. bis 4. breiter als lang; Endglied

knapp 3-mal so lang wie breit. Klauen kurz und schlank,

nur wenig gebogen, etwa so lang wie 4. Tarsenglied

breit. Mit gelblichen, schmalen und relativ kurzen Haar-

schuppen dicht besetzt; diese an den Schenkeln anlie-

gend, an der AuBenkante der Schienen leicht schrag

aufragend; Untegrund nirgends vollig verdeckend.

Gelblich hellbraun wie die Fühler.

Aedeagus. Nicht untersucht.

Gr6Be

Lange: 130- 1,65mm; Breite: 0,92-0,94mm.

Verbreitung

Kanaren: Gran Canaria, Isleta bei Las Palmas.

Lebensweise

Unbekannt.

Sphaericus (Doramasus) pseudofranu' sp.n.

Typenmatenai

Holotypus d: Kanaren: Gran Canaria, Barranco del

Arquinequin. 6 km nordl. Arquineqiiin, Westseite,

20.111.1994, leg.C.Wurst (ZSM: Bezettelung: 1. Kan.

Ins. Gran Canaria, 20.3.94: Barranco de Arquinequin,

6 km N Arquinequin, Westseite, leg. C.Wurst; 2. Rot:

Holotypus Sphaericus pseudofranzi nsp. Erber &

Hinterseher 1999).

Paratypen: gleiche Daten wie Holotypus (1 cErb, 2

cHint, 1 1 cWur: Bezettelung: 1. Wie Holotypus; 2. WeiB

mit roten1 Rand: Paratypiis Sphaericus pseudofranzi

n.sp. Erber & Hinterseher 1999); Gran Canaria,

Barranco del Arquinequin, 6 km nordi. Arquinequin,

Westseite, 20.III.1991, leg. F.Lange (2 cErb:

Bezettelung: 1. Gran Canaria, Bco de Arquinequin, 5-

COLEOPTER \ 4

176

6 km nordl. Arquinequin, leg. ELange, 20.03.1994; 2.

Wie vor); Gran Canaria, Barranco del Arquinequin, 6

km nordl. Arquinequin, Westseite, 25.111.1994, leg.

ELange (3 cLan: Bezettelung: 1. Wie vor, jedoch

25.03.1991; 2. Wie vor).

Differentiaidiagnose

MittelgroBe Art (0,96- 1,7mm), Vorderkorper rot-

braun, Flügeldecken, Fühler und Beine hellbraun. Na-

senrücken etwa 213 augenbreit, parallel. Halsschild in

Aufsicht breiter als lang, im hinteren Drittel stark ge-

buckelt, nach vorn geradlinig bis leicht konkav verengt,

Basis in der Mitte leicht eingezogen; in Seitenansicht

vor der Basis stark rund gebuckelt, davor flach. Flügel-

decken lang oval, Seiten von der Basis an gleichmaBig

flach gerundet, Schultern kaum betont, Apex abgestutzt;

in Seitenansicht etwas blasig wirkend, im Absturz ge-

ring überhangend stark gewolbt. Aedeagus siehe

Abb.2 16.

Von dem sehr ahnlichen Sfranzi durch stiirker ge-

rundete Flügeldeckenseiten, weiter hinten gebuckelten

Halsschild (Dorsalkontur) und langliche Halsschild-

Grundschuppen sowie den Mangel an Haarschuppen

auf den Flügedecken unterschieden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.34) Seitenkonturen

hinter den Augen und im Augenbereich leicht. konvex,

nach vorn geradlinig konisch verengt. Augen leicht

asymmetrisch stark gewolbt, um knapp 1/4 ihrer Brei-

te über die Kopfkontur vorstehend. Oberer Fühler-

grubenrand sehr undeutlich ausgepragt und nicht, wie

bei anderen Arten, durch nach innen gerichtete

Beschuppung markiert. Fühlergrubendach in der

AuBenhalfte, also augenah. jedoch mit deutlich ausge-

pragtem Wulst, der in die Fühlergrube vorspringt; die-

ser besonders auffaliig durch seine dicht rundkuppelige

Kornelung, die fast an Augenfacerten erinnert. Nasen-

rücken hoch an der Stirn ansetzend und dadurch relativ

lang. ettva 2/3 augenbreit, querüber fast tiach, seine

Seitenkanten parallel bis zum winklig-bogigen Über-

gaiig in die Nasenverbreiterung; deren Schenkel mit ca.

120" auseinanderstrebend. deren Vorderrand breit

ausgerandet. Oberiippe rechteckig mit sanfter Aus-

randung ani Vorderrand. Mandibeln an der Vorderkante

flach sichelforniig. vor den gerundeten Ecken leicht

konkaveingezogen. In Seitenansicht (Abb.35) Stirn und

Nasenrückenkontiir leicht konkav geschwungen inein-

ander übergehznd, erst die Nasenverbreiterung im Win-

kel von ca. 130" abgeknickt. Übergang jedoch bucklig

verrundet. Augen im UmriB stark dreieckig mit

verrundeten Ecken, vor dem Innenrand grabenformig

vertieft, niit ca 35 kleinen Facetten. an der AuBenwand


t

Erher: Revisioii rlet Gattuiig Sphaericus 'Xollaston tlrr Latiri-iCIUlíari)iirsischen Regioii

mit kurzen Haarborsten besetzt. Grenze zwischen Kopf

und Hals fast geradlinig und leicht rillig. Wange knapp

1/3 ihrer Lange frei vor Hals. Beschuppung. Stirn und

\Vangen mit etwas abgeflachten, gelblichen Haar-

schuppen sehr licht besetzt; auf dem Nasenrücken so-

wie auf Seiten- und Vorderrand der Nasenverbreiterung

etwas verdichtet. Oberlippe am Vorderrand rechts und

links mit Büscheln weicher goldgelber Haare von knapp

halber Oberlippenlihge, dazwischen nur einzelne Haare

gleicher Form und Farbe, aber kürzer. Oberfíkhe. Stirn

und Wangen rnit grubigen Punkten und dazwischenlie-

riiiden Kornchen besetzt; Nasenrücken nur fein ge-

komt, dadurch relativ glatt wirkend; Nasenverbreiterung

und Oberlippe stark rugulos und dadurch sehr matt.

Fibmg. Einheitlich rotbraun, lediglich Hals heller.

Ftihler. Ein wenig kürzer als Fiügeldecken. Breite

der Glieder vorn 1. bis 4. abnehmend, vorn 4. bis 9.

etwa gleich breit, 10. und 11. wieder breiter werdend.

Endglied so lang und breit wie Basisglied. 4.Glied etwa

so breit wie lang; die übrigen wenigstens gering langer

breit; das 3. i,5-mal so lang wie breit. Sehr licht rnit

gelblichen, schrag nach vorn gerichteten, etwas abge-

platteten Haarschuppen besetzt, die fast die Lange des

4. Gliedes erreichen konnen. 10. und 11. Glied etwas

feiner und dichter beschuppt, jedoch nur das 11. leicht

filzig wirkend. Ziernlich glatt und stark glanzend, nur

mikroskopisch fein granuliert; diese Granulierung am

1.. 10. und 11. Glied etwas kraftiger. Einfarbig hell-

braun.

Haisschiid. In Aufsicht (Abb.117) deutlich breiter

als lang, groBte Breite irn hinteren Drittel. Seiten-

konturen in den vorderen zwei Dritteln fast geradiinig

konisch erweitert, im hinteren Dnttel gleichrnaBig stark

gerundet und so in den ebenfalls gerundeten Hinter-

rand übergehend. Am Ende des vorderen Fünftels eine

quer verlaufende flache Mulde, die an den Seiten nach

hinten zieht und so den zentralen Teil der Scheibe leicht

bucklig abhebt. Dorsalkontur (Abb.118) bis zurn Be-

;'7,g des hinteren Viertels fast geradlinig. allenfalls ganz

gering gewolbt, ansteigend, sodann im letzten Vierte1

stark konvex und fast senkrecht zurn abgesetzten Hinter-

rand abfallend. Hinterrand nach unten an Breite zuneh-

rnend, von der übrigen Seitenflache winklig abgesetzt

und nach hinten kragenartig angehoben. Seitenflache

in der hinteren Halfte rnit starkern Buckel, von hier nach

hinten sehr steil, nach vorn sanft gewolbt abfallend.

Beschuppung. Scheibe dicht, groBtenteils flachen-dek-

1. rnit gelbgrauen, ovalen, an der Spitze etwas zu-

Wpitzten, anliegenden, sich teilweise überlappenden

Grundschuppen. Dazwischen gleichfarbige, schrag auf-

Wichtete, zur Spitze hin deutlich gekeulte Haar-

Schuppen von 1,25- bis 1,5-facher Grundschuppen-

lange, relativ zahlreich, wenn auch dünner gesat als die

177

Grundschuppen. Alle Schuppen gerade nach hinten,

nicht wie bei vielen Sphaencus-Arten auf zwei hinter

der Mitte liegende Punkte, gerichtet. Anden Seitenfia-

chen Grundschuppen verschmalert und lichter angeord-

net, aber bis zu den Vorderhüften vorhanden Haar-

schuppen ebenfalls lichter stehend. Oberfiache. Mit-

tellinie nicht vorhanden, wohl aber eine leichte, kaum

erkennbare, grubige Einsenkung in der Mitte des Hinter-

randes. Scheibe dicht und grob gekornt; arn Vorderrand

und an den Seitenflachen diese Komchen etwas feiner;

nur einzelne der zahlreichen Kornchen mit Zentralpunkt

als Basis für eine Haarschuppe. Auf Grund der groben

Struktur relativ matt. Fiirbung. Einfarbig rotbraun wie

der Kopf.

Flügeldecken. In Aufsicht (Abb. 1 17) von der Anla-

ge her langlich eiformig rnit stumpfem Ende am Apex,

jedoch rnit abgeschnittener Spitze; groBte Breite in der

Mitte. Seitenkonturen von den Schultern bis kurz vor

den Apex gleichmaBig gerundet, rnit angedeuteter

Schulterbetonung, Apex leicht abgestutzt (beirn9 auch

gering eingezogen). Nahtspitze nicht sichtbar. Dorsal-

kontur (Abb. 118) gleichmaBig etwas blasig gewoibt;

Absturz überhangend. Nahtspitze senkrecht nach un-

ten stehend; bei Blick schrag von hinten diese wie auch

ein kurzes Stückder Naht davor dachformig aufgewolbt.

Naht irn Absturzbereich gering eingesenht. Schulter-

partie bei Blick schrag von vorn deutlich abgeflacht

und geglattet, oben durch den vorn ieicht gekielten 7.

Zwischenraum begrenzt, dadurch etwas ausgehohlt

wirkend. Seitenrand über den Hinterhüften nur genng

eingezogen. Beschuppung. AusschlieBlich Grund-

schuppen vorhanden; diese lanzettlich rnit starker Zu-

spitzung arn Ende, gelbgrau H ie auf dem Halsschiid,

anliegend, auf den Zwischenraurnen Liingsstreifen bil-

dend, wobei etwa drei Schuppen in eineni Streifen

nebeneinanderstehen. Keine Schuppenverdichtungen.

Seitenflachen nur in den beiden oberen Zwischenrau-

men beschuppt. Oberflache. Jede Flügeldeche rnit zehn

parallelen etwas eingesenkten Punktreihen niit groBen,

quadratischen Punkten: diese in der Reihe nur durch

schniale Querstege koneinander getrennt. Punkte auf

der Scheibe überall. auch hinten, gleich gror3. Erste und

sechste Punktreihe bis zum Apex durchgeheiid. die an-

deren kurz vorher endend. Zwischenraurne deutlich

schmaler als die Punktreihen (bei schrag einfallendem

Licht gut sichtbar), besonders im Randbereich der

Scheibe leicht erhaben pewolbt. Zwischenridurne und

Stege der Punktreihen dicht rnikrogekornt. dennoch

stark glanzend. Die einzelnen Punkte an jedern Rand

rnit mindestcns einciii Mikrokornchen; diese zurn Rand

der Scheibe hin imrner kraftiger werdend. aber keine

Schuppen tragend. An den Seitenflachen Punktreihen

etwas schrnaler. Fhbung. Einfarbig rotbraun wie Kopf


a

l

l

D ’

Q

und Halsschild, Basis geschwarzt (bei einigen Tieren

auch Seitenrand geschwiirzt).

Beine. Vorderschenkel von stielartiger Basis rnaBig

keulenformig anschwellend. Vorderschiene etwa 3/4 so

lang wie Halsschild breit. Hinterschiene knapp 1/4 lan-

ger als Vorderschiene, nur leicht innenkonkav gebogen.

Tarsenglieder dicht aneinandergefugt und seitlich zu-

sarnmengepreh, dadurch hoher als in Aufsicht breit.

Tarsen insgesamt etwa so breit wie das 4. Fühlerglied;

Glieder 1 bis 3 gleich breit; 4. und 5. um 1/5 schrnaler.

1. Glied gering Ianger als breit, 2. bis 4. wesentlich brei-

ter als lang, Klauenglied kraftig, nur ca 2,5-mal so lang

wie breit. Klauen leicht sichelformig gebogen, urn 1/5

breiter ais Klauenglied. Beschuppung ahnlich wie am

Fühler; Haarschuppen von gleicher Form und Farbe,

anliegend, nur im distalen Drittel der Schienen leicht

abstehend. Hinterhüften mit senkrecht aufgerichteten

kurzen Haarborsten besetzt. Einfarbig hellbraun wie die

Fühler.

Aedeagus. Ca. 3/5 so iang wie Flügeldecken, spin-

delformig. Penis kraftig, zur Spitze hin allmahlich ver-

schmiiiert, zur Basis kurz verschmalert. Parameren sehr

zart, knapp so lang wie der Penis, zur Spitze hin

zusammenneigend, an der Spitze abgerundet. (Abb.2 16).

Gr6Be

Lange: 0.96-1.70mm; Breite: 0.57-0.87mm.

Etymologie

Die Art steht Sphaericus franzi Leiler 1984 sehr

nahe.

Verbreitung

Kanarische Inseln: Gran Canaria.

Lebensweise

Unbekannt.

Sphaencus (Doramasus) rotundatus Wollaston

Sphaencus marmoratus var.rotundata Wollaston, 1865:

app. 33; Pic 1912: 10.

Sphaericus rotundatus: Leiler 1984: 164-1 65.

Sphaericus (Doramasus) rorundafus: Bellés 1994%;

1996:222.

Typenmateriai

Nicht untersucht.

Anmerkung

Wie bereits in der Anmerkung bei S.marmoratus

ausgeführt, beschrieb Wollaston (1 865: S.219 u.

App.S.33) die Art marmoratus nach Tieren, die von

s P rl

COLEOPTER.~ 4

178

Crotch im Sommer 1864 auf den Inseln Gornera ukd

Hierro gefangen wurden. Da er nur gennge Unterschie-

de zwischen den Tieren der beiden Inseln fand, bewer-

tete er die von Gomera als typische.Form, die von Hierro

als var. # beta rolundata. Leiler (1984) hat die Tiere

von Hierro als valide Art S.rotundarus betrachtet. Sei-

ne Beschreibung der Art basiert alierdings auf einem

von Franz auf der Insel Hierro gefundenen Tier; wahr-

scheinlich hat er die Wollaston’schen Tiere von Hierro

nicht beschaffen konnen (in seiner Publikation findet

sich hierzu kein Hinweis). Sonst hatte eines dieser Tie-

re als Lectotypus designiert werden müssen.

Uns haben die Wollaston’schen Tiere von Hierro

nicht vogelegen, da sie weder im NHML noch irn OüM

aufgefunden werden konnten.

Auf eine Genitaluntersuchung wurde verzichtet, da

nur ein vermutlich mhnliches Tier vorlag. Die Abb.2 17

wurde deshalb von Bellés (1994: Abb. 14) übernommkn.

Differentiaidiagnose

MittelgroBe Art (1,6-2,14mm); dunkelbraun mit

rotlich braunen Aufhellungen an Kopf, Halsschildvor-

derrand, Schultern und Apex; Fühler und Beine gelb-

lich braun. Nasenrücken relativ schmal (2/5 Augen-

breite), parallel. Halsschild gering breiter als lang, im

hinteren Drittel rund gebuckeit, nach hinten stark ver-

engt, den tief liegenden Hinterrand leicht überragend,

in der Mitte der Basis deutlich eingekerbt; Dorsalkontur

vorn fiach, vor dem Hintenand stark rund gebuckeit,

leicht überhangrnd. Flügeldecken fast so breit wie lang

mit stark betonten gerundeten Schultern, nach hinten

fast gerddiinig stark verengt. Apex stark gerundet und

deutlich eingezogen; Dorsalkontur flach gewolbt, Ab-

sturz stark gerundet senkrecht abfallend, die Nahtspitze

leicht überragend; Nahtspitze senkrecht. Aedeagus siehe

Abb.2 17.

Durch groBte Breite der Flügeldecken im vorderen

Drittel von allen anderen Arten der Untergattung mit

Ausnahme von S.thurepalmi leicht zu unterscheiden;

von letzterern durch die gedrungenere Flügeldecken-

form und den hlangel an Grundschuppen unterschie-

den.

Nachbeschteibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.36) Seitenkontur nach

vorn konisch zulaufend. Augen diese nur um 1/6-1/5

ihrer Breite überragend. Oberer Fühlergrubenrand zur

Stirn hin nicht gewulstrt, nur schwach markiert. Nasen-

basis weit zur Stirn hin auf einerverbindungslinie durch

das obere Drittel der Augen gelegen. Fühlegrubendach

im Bereich der Nasenbasis steil einfallend, im rnittle-

ren Bereich nahezu dreieckig in die Fühlergrube vor-

springend. Stirn ohne Einkerbung flach in einer Ebene


1

7

it

r-

>-

11m:rid,

Lur

:lt,

,ng

ten

ind

Ab-

itze

iehe

xen

mii

den

ken

chie

nac

'6-11

id zl

íase

duo

nda

mitt

,e vi

Ebe

Ertwr: Hevidon der Cattiiny Sphaericus Wollaston tler Latiri-hIakaroiiesisclien Region

in den Nasenrücken übergehend. Nasenrücken von gut

113 Augenbreite. an der Basis eine kurze Strecke paral-

lel, danach nur leicht konisch erweitert und fast gewin-

kelt in die stark konvergierende Nasenverbreiterung

übergehend. Nasenrücken oben abgeplattet flach. rnit

kantigen Seitenrandern und steil in die Fühlergrube

abfallenden Wanden. Oberlippe breit rechteckig rnit

leicht ausgerandetem Vorderrand. Mandibeln sehr kraf-

tig, an der Vorderkante doppelbogig. In Seitenansicht

(Abb.37) Stirn und Nasenrücken eine Gerade bildend,

Nasenverbreiterung demgegenüber deutlich abgerun-

dzt gewinkelt steiler stehend. Grenze zwischen Kopf

und Hals scharf, gerade, durch einen Wulst und eine

tiefe Rinne dahinter markiert. Augen im UmnB stark

vemindet, nur angedeutet dreieckig, rnit ca. 35 Facet-

ten. Wolbung der Augen nur flach, bei weitem nicht

halbkugelig. Das untere Drittel abgeplattet, ohne Fa-

cetten, mit einigen kurzen, grauen Haarschuppen. Wan-

ge etwa zur Halfte ihrer Lange frei vor Hals stehend.

Beschuppung. Stirn schiitter rnit relativ breiten, ca. vier-

nial so langen wie breiten Haarschuppen besetzt. Ober-

lippe amvorderrand rnit relativ kurzem. dichtem, gelb-

lichem Haarsaum und einigen Iangeren Haaren, die den

Saum überragen. 'Wangen etwas dichtqr als die Stirn

beschuppt. Oberflache. Stirn, Wangen, Nasenrücken

und Nasenverbrei teru ng g leich formig kle inkornig.

Oberlippe flach gekornt. Fiirbung. Braun, heller als der

Halsschild, insbesondere auf der Nasenverbreiterung

etws gelblich-rotbraun,

Fühler. Etwa urn 1/8 kiirzer als Flíigddecken lang

(beirn zweiten Exeniplar sogar knapp 1/3 kürzer als

diese). Erstes Glied etwas dicker und breiter als die

folgenden; 2. bis 9. etwa gleich breit; 10. und 11. wie-

der breiter werdend. Endglied Iangoval, am Ende et-

was asymmetrisch zugespitzt, rninimal breiter als Basis-

glied. Basisglied knapp doppelt so lang wie breit; 2.

bis 9. um 1,5-mal so lang wie breit, 3. gering Ianger, 4.

chit1ic.h ettvns kürzer; Endglied gut doppelt so lang wie

heir. B?.l-iaarung vorn 1. bis 10. Glied niit langen und

kürzeren, grau-weiBen Haarschuppen, die nach vorne

%en und nur leicht aufgerichtet sind. Am Endglied

Behaarung weicher, kürzer und dichter. etwas schrag

aufstehend. Einheitlich gelblich helibraun.

Hdsschild. In Aufsicht (Abb. 1 19) Seitenkontiiren

von den Vorderecken bis zur breitesten Stelle etwa am

Ubegang zum hinteren Drittel sehr schwach geschwun-

knni ;ch ertveitert, hier stark gerundet, nach hinten

geriiLiiitiig Jtrirk verengt und stark gerundet einbiegend,

in d a hlitte der Basis infolge der Eindellung der Schei-

be leicht eingezogen. Auf der Scheibe vor dem Hinter-

rand rechts und links der Mitte leichte Buckelbildung,

hinten abrupt steil, soga etwas überhangend zum

Hinterrand abfallt. Zwischen den beiden Buckeln eine

179

deutliche Langseinsenkung. Eigentlicher Hinterrand in

etkas tiefer gelegener Ebene jederseits rechtwinklig

vorspringend (Kragenbildung). In Seitenansicht

(Abb.120) Dorsalkontur vorne zu knapp 314 der Ge-

samtlange gerade ansteigend, dann einen starken Buk-

kel bildend und stark gerundet steil zum Hinterrand

abfallend. Seitenflache im hinteren Drittel eine stark

vorstehende Beule bildend, dahinter im rechten Win-

kel steil einfallend. Hinterrand von oben nach unten

stark geschwungen nach hinten vorspringend und auf-

gebogen und somit, im oberen Drittel beginnend, eine

kragenartige Flache bildend, die mit einer .seichten

Aussparung der Flügeldecken korrespondiert.

Beschuppung. Grundschuppen langoval, weiB-

braunlich, lanzettformig, zwei- bis viermal so lang wie

breit. Dazwischen fast doppelt so lange, schmale Haar-

schuppen, die gering aufgebogen sind. Die Grund-

schuppen, die vorne dichter, hinten aufgelockerter ste-

hen, sowie die Haarschuppen sind auf je einen Punkt

rechts und links der Mitte am Hinterrand des Hals-

schildes gerichtet; hinter den Hockern Gnindschuppen

verdichtet und schopfartig nach hinten abstehend. An

den Seitenflachen Haarschuppen wie auf der Scheibe,

diese bis in die Nahe dervorderhüften vorhanden. Ober-

flache. Mittellinie nicht vorhanden, wohl aber eine

langsgerichtete Vertiefung in der Mitte vor dem Hinter-

rand. Grundstruktur in diesem Bereich nicht unterbro-

chen, so daB keine Linie auszumachen ist. Hintere Half-

te der Scheibe grobkornig. Korner etuas erhaben cha-

griniert und je ein aufgesetztes Zentralhockerchen tra-

gend, aiis dern eine Haarschuppe entspringt. Nach vor-

ne zu Korner immer flacher uerdrnd, schlieBlich ganz

verschwindend, uobei die Chagrinierung dichter wird

und die Maschen staker grivolbt sind. Seitenflachen

etwas schwiicher als di2 hintere Halfte der Oberseite

gekornt. Fkbung. Dunkelbraun rnit schwacher, nicht

deutlich abgegrenzter. rotbrauner Aiifhellung der

Seitenbuckel und des Vorderrandes; letztere in der Mitte

bogenforniig etn as nach hinten erweitert.

Fiügeldecken. Etwaj blajig aufgetrieben erschei-

nend (Abb.119). GroBte Breite im vorderen Drittel.

Seitenkoiituren vorn stark gerundet, hinter der Mitte

fast geradlinig nach hinten konvergierend; Apex stark

verrundet und abgestutzt; Nahtspitze nicht vorstehend.

Scheibe ziir Naht hin auf ganzer Lange leicht einge-

senkt. In Seitenansicht (Abb.130) vorn kurz steil an-

steigend, dann gleichmUBig gerundet, im Abjturz hin-

ten Naht senkrecht; diese jedoch von den Ieicht gewolb-

ten Flügeldecken gering überragt. Nahtspitze klein und

senkrecht, an ihren Nahtrandern leicht aiifgewulstet.

Seitenrand in Hohe der Hinterhüften deutlich eingezo-

gen. Schulter zum Anlegen des Mittelschenkels vorn

abgeflxht. Beschuppung. Keine Grundschuppen; nur


grauweiBe und gelbliche anliegende Haarschuppen.

Diese im Bereich der rotbraunen Aufhellungen etwas

verdichtet und zwar an den Schultem mehr die gelbli-

che Form, im Absturzbereich mehr die grauweiBe Form.

Zentnim der hellbraunen Aufhellungen vor dem Ab-

sturzbereich kaum beschuppt, fast kahl, dahinter eine

deutliche Verdichtung; diese auf jeder Flügeldecke ei-

nen angedeuteten nach hinten offenen Bogen bildend.

Zumindest am Absturz auch die Naht relativ dicht mit

hellen Haarschuppen besetzt. Oberfiiiche. Auf jeder

Flügeldecke zehn regelmaBige, deutliche, nicht vertiefte

Punktreihen mit etwas gerundet eckigen Punkten; vier

der Punktreihen an der unbeschuppten, untergebogenen

Seitenflache. Zwischenraume in den Punktreihen fast

immer deutlich kleiner als Langsdurchmesser der Punk-

te; hinter der Mitte aufgrund kleinerer Punktdurch-

messer teilweise groBer. Abstand der Punktreihen im

vorderen und hinteren Dnttel etwa so breit wie die Punk-

te, im mittleren Drittel etwas groBer. Be¡ stiirkererver-

groBerung sind bei fast allen Punkten am Vorderrand

Mikrokornchen zu erkennen. Auch auf den Zwischen-

raumen zahlreiche Mikrokomchen als Ursprung für die

Haarschuppen; auBerdem zahlreiche, aber nicht dicht

stehende Mikropünktchen. Zumindest auf der Scheibe

deutlich zu erkennende Radiiirriffelung der einzelnen

Punkte, wobei fast immer ein bis mehrere Riffel weit

auf die Zwischenraume übergreifen. Zwischenraume

an der Basis mit je zwei bis drei hintereinander stehen-

den wesentlich groBeren Kornern; diese im Schulter-

bereich wie bei S.fhurepalmi aus der Seitenkontur her-

ausragend. Glanz der Flügeldecken stark, aber leicht

seidig gedampft. Fkbung. Dunkelbraun wie der Hals-

schild mit unscharfen rotbraunen Aufhellungen an den

Schultern und vor dem Apex; Naht, Seiten- und Hinter-

rand auf ganzer Lange dunkelbraun.

Beine. Schenkel miiBig keulig. Vorderschiene knapp

415 so lang wie Halsschild breit, zur Spitze auf ca. drei-

fache Basisbreite erweitert. Hinterschiene knapp 1/5

Ianger als Vorderschiene, nur im Spitzeiibereich deut-

lich innenkonkav gebogen. Vordertarsen gut 213 so lang

wie Vorderschiene. Tarsen relativ schmal; 1. und 2.

Glied fast gleich breit; 3. und 4. deutlich an Breite ab-

nehmend. 1. Glied gering Iiinger als breit; 2. iind 3. et-

was qiier; 4. etwa so lang wie breit; Klauenglied so lang

wie 3. und 4. zuamiiien. Klauen leicht gebogen, etwa

so lang Lvie Klauenglied breit. Behaarung mit gelbli-

chen. maBig langen. dicht gestellten Haarschuppen;

diese Untergrund nicht deckend, am Scheiikel anlie-

send. an der AuBenkante der Schieneii leicht aufserich-

tet. Einheitlich gelblich-hellbraun wie die Fühler.

Aedeagus. Nic h t ti ti tersuch t.

COLEOPTERA 4

180

GroBe

Lange: 1.60 -2.14mm; Breite: 1.00-1.08mm.

Verbreitung

Kanaren: Hierro.

Lebensweise

Unbekannt. Franz fand sein Exemplar im Marz in

Nadelstreu unter Wacholder (Leiler 1984).

Zusiitzlich untersuchtes Material

Kanaren, Hierro, Sabina, 25.111:1968, leg. Franz - ’-

Sp.1183 (Id ? cLei: Bezettelung: 1. Isla de Hierro,

Sabina; Unterseite: Sp. 1183; 2. Kanarische Inseln, leg.

H.Franz; 3. Sphaericus rotundatus Woll.. Erber &

Hinterseher vid. 1995); Hierro, Ermita Virgen de la

Reyes, 7.VII.1969, leg. Israelson (19 cLei); Hierro, El

Sabinal, 30.XII.1975,leg.Oromi (19 cErb).

Spbaenkus (Doramasus) tburepalmi Leiler

Sphaericus fhurepalmi Leiler, 1983: 165-166.

Sphaericus (Doramasus) rhurepafmi: Bellés, 1994:76;

1996:222.

Typenmaterial

Holotypus 9 nicht vorgelegen; in Coll. Palm.

Paratypus: Kanaren, Tenenffa, IcodVinos, 26.9.69,

1eg.Th.Palm (Q? cLei: Bezettelung: 1. Kanaren, Tene-

riffa: Icod Vinos, 1969 2619 Palm; 2. Rot: Paratypus; 3.

WeiB: Sphaericus thurepalmi n.sp. Leiler det.; 4. WeiB:

Sphaericus thurepalmi Leiler, Erber & Hinterseher vid.

1995).

Anmerkung

Da nur ein Paratypus vorlag, wurde auf eine Genitaluntersuchung

verzichtet.

Bisher sind nur zwei Exemplare von Icod Vinos

bekannt (Leiler 1981).

DífTerentiaidiagnose

MittelgroBe An (1.7-1.86mm); rotbraun, Beine und

Fühler hellbraun. Nasenrücken fast 415 augenbreit, nach

vorn gering verbreitert. Halsschild deutlich breiter als

lang, hinter der Mitte stark gebuckelt, zur Basis stark

verengt, diese in der Mitte deutlich eingekerbt; Dorsal-

kontur in der hinteren Halfte stark genindet, Hinter-

rand breit krrigenartig abgesetzt und leicht aufgebogen.

Flügeldecken deutlich Iiinger als breit, oval gerundet

niit schwach betonten Schulterecken, Apex abgestutzt.

gering eingezogen; Dorsalkontiir gleichmaBig stark

gewolbt, Absturz schrag flach gerundet, über der Spit-


Erber: Revieion der Gattiing Sphnericus Wollaston der Laiiri-Makaronesischen Rrgion

ze stark gemndet, leicht überhangend, Nahtspitze senk-

recht.

Von dem ahnlichen S.rotundatus durch schlankere

Flügeldecken, von S.marmoratus durch die betonten

Schulterecken, von beiden zudem durch den glatten,

breiten und nur sanft zu den Fühlergruben abfallenden

Nasenrücken gut zu unterscheiden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.38) Seitenrandkontur

bis vor die Augen gleichmaBig nach vorne verengt, in

dsr Wangenregion parallel. Die nur maBig gewolbten

Augen überragen den Seitenrand gerade soeben. Fühler-

gmbendach flach einfallend, in der Mitte quer aufge-

wolbt, darunter die Fühlerinsertion schriig nach innen

gerichtet. Fühlergrube auBen nicht gekantet, sondern

sanft gewolbt in die Wange übergehend. Nasenbasis

hoch zur Stirn gezogen auf eine Linie durch das obere

Vierte1 der Augen. Nasenrücken breit, gut 213 augen-

breit. nur schwach konisch nach vorne erweitert; oben

iixh gewolbt, fast eben, seine Seitenwande nur sanft

schrag in die Fühlergruben abfallend. Übergang zur

Nasenverbreiterung leicht winklig; deren Schenkel fast

geradlinig, ihr Vorderrand gerade, nur über der Ober-

lippe leicht ausgerandet. Oberlippe relativ schmal und

kurz, rechteckig, am Vorderrand gerade. Mandibeln

kraftig, an der Vorderkante flach sichelformig, Seiten-

kante an der rechten Mandibel fast rechtwinklig dazu

stehend, an der linken stumpfer abgewinkelt. In Sei-

tcnansicht (Abb.39) Übergang von der Stirn zum Na-

senrücken flach verrundet, vom Nasenrücken zur

Nasenverbreiterung dagegen deutlich gewinkelt. Zwi-

schen Kopf und Hals eine deutliche Rinne, deren Hinter-

rand gemndet (nicht gekantet) in den Hals übergeht.

Augen im UmriB nahezu halbkreisformig, nach unten

mit facettenlosem Sockel; dieser rnit kurzen Haar-

schuppen besetzt; aus etwa 25 Facetten mit sehr gro-

Ben aneinanderstoBenden Linsen pebildet, die vorne am

Ausr uesentlich groBer sind als hinten. Wangen sehr

kurz, etwa 1/5 ihrer Lange frei vor Hals stehend.

Beschuppung. Stirn nicht beurteilbar, da Kopf tief in

den Halsschild eingezogen. Nasenrücken und Nasen-

verbreiterung locker mit langen schmalen Haar-

schuppen besetzt (allerdings stark abgerieben). Ober-

1iPPe am Vorderrand mit maBig Ianger, weicher gelber

Behaarung und zusatzlichen, nach auBen hin Iangeren

H:i:!r.;c.huppen. Wangen mit sehr Iangen, schmalen,

Si .:c:'-iuen Haarschuppen. Oberflache. Naseni-ücken

stxk glanzend, glatt, mit einigen (5-6) relativ groben

Punkten an den Seitenrandern und ganz vereinzelten

hlikropünktchen auf der gesamten Oberfiache (diese

nur bei mindestens 200-facher VergroBerung zu erken-

nenh Nasenverbreiterung mit unregelmafiiger, tiefer

181

Maschung mit Zwischenpunktierung, im Randbereich

einzelne grobere Punkte. Oberlippe stark gekornt, Kor-

ner mit Zentralpünktchen. Oberkiefer an ihrer Vorder-

flache ebenso stark gekornt. Wangen chagnniert und

maBig dicht, flach gekomt. FKrbung. Einheitlich rot-

braun.

Fiihier. Deutlich kürzer als die Flügeldecken. Vom

2. bis 8. Glied minimal an Breite abnehmend, danach

wieder zunehmend. Basisglied nicht auffallig breit, so

breit wie das Endglied. Endglied schmal und lang, deut-

lich Ianger als Basisglied, ca. 2-mal so lang wie breit

und an der Spitze bischofsmützenartig zugespitzt. Drit-

'tes &ied 1,5-mal so lang wie breit, 2. sowie 4. bis 10.

noch kürzer. Glieder 1 bis 10 mit gelblichen Haar-

schuppen besetzt, Endglied weicher und kürzer behaart.

Einheitlich hellbraun.

Halsschild. In Aufsicht (Abb. 12 1) breiter als lang,

quer oval. Vorderrand nur leicht vorgewolbt. Seiten-

konturen bis zur breitesten Stelle etwas hinter der Mit-

te stark konisch, fast geradlinig erweitert, von da zur

Basis in ,,Kragenebene" konisch verengt, in ,,Buckei-

ebene" jedoch gleichmaBig gerundet in die Basis über-

gehend und hier in der Mitte leicht eingedellt. Dorsal-

kontur (Abb. 122) in den hinteren 215 stark beulig ge-

wolbt; zur Basis kurz gerundet abfallend, nach vorn

nur schwach gewolbt abfallend. Seitenflache rnit star-

kem Buckel, der nach hinten fast senkrecht abfallt.

Dahinter eine kragenartige Fliiche, die von der Basis

ausgehend sich in halber Hohe stark verbreitert, nach

hinten gering aufgebogen ist und wahrscheinlich unter

den Flügeldeckenvorderrand geschoben werden kann.

Beschuppung. Auf der Scheibe braunliche ovale Grund-

schuppen; ihre Anordnung wegen starker Verklebung

nicht genau beurteilbar: Sie scheinen zumindest in den

seitlichen Regionen der Scheibe sehr dicht zu stehen

und den Untergrund zu verdecken; an der Basis rechts

und links der Mitte besonders dicht dachziegelartig

übereinander gelagert und etwas schopfartig nach hin-

ten gerichtet. Dazwischen überall relativ dicht stehen-

de, kraftige, schrag aufgerichtete, braunlich gelbe, et-

was abgeplattete, lange Haarschuppen von ca. 1,5-

facher Lange der Grundschuppen. Diese am Vorder-

rand besonders dicht in einem schmalen Streifen nach

innen gerichtet. Seitenflachen rnit braunen, z.T. mehr

rundlichen Grundschuppen bis nahe zur Vorderhüfte.

Dazwischen Haarschuppen von gleicher GroBe, Form

iind Farbe wie auf der Scheibe; diese dicht stehend,

gering aufgerichtet, struppig erscheinend. Oberfiache.

Eine echte Mittellinie nicht vorhanden, wohl aber im

hintersten AchteI eine eingedrückte Rinne rnit intakter

Oberfliichenstruktur auf ihrern Grund. Davor, be-

schrankt auf das hintere Drittel der Scheibe, gering

grubig vertieft. Scheibe im Berzich der hinteren zwei


Drittel dicht gekornt, Korner rnit zentralern oder auch

dezentralem Pünktchen als Ursprung für die Haar-

schuppen. Nach vome zu Komelung abgeschwacht, irn

vorderen Vierte1 nur noch kraftige Punktierung rnit

maschiger Chagrinierung und weitlaufiger

Mikropunktierung in den Zwischenraurnen. Irn rnittle-

ren Bereich der Scheibe Komer haufig miteinander zu

abgerundeten, wurmartigen Graten verfiossen. Ober-

flache insgesarnt rnatt rnit irn Seitenlicht aufleuchten-

den Kuppen der Komer. Seitenflachen dicht komig wie

auf der Scheibe, Korner wie dort teilweise rniteinander

verflossen. Ein schmaler Vorderrandstreifen komerfrei,

fein und sparlich punktiert, aber nicht rillig abgesetzt.

Fatbung: Einheitlich rotbraun wie der Kopf.

Fiiigeldecken. In Aufsicht oval (Abb. 12 1). Seiten-

konturen weich gerundet, groBte Breite arn Ende des

vorderen Drittels, von hier nach hinten schwach gerun-

det divergierend, zurn Apex hin plotzlich stark gerun-

det, hinten abgestutzt. Nahtspitze nicht vorragend.

Dorsalkontur (Abb. 122) gleichrnaBg stark gewolbt,

Absturz senkrecht, stark gerundet, etwas überhangend.

Nahtspitze senkrecht, nicht vorgezogen, oben

dachforrnig gewolbt. Naht darüber deutlich eingesenkt,

dadurch Nachbarpartien etwas weiter nach hinten rei-

chend als die Naht selbst. Seitenrand in Hohe der Hinter-

hüften nur gering ausgebuchtet. Vorderrand der Schul-

ter zur Aufnahme der Mittelschenkel schrag abgeplat-

tet. Beschuppung. Grundschuppen weiBgrau, sehr

schmal, nach hinten lang zugespitzt. genauso lang und

nur wenig breiter als die gelbbraunlichen Haar-

schuppen. Beide Schuppenformen etwa so lang wie das

zweite Vordertarsenglied. Grundschuppen nur einzeln

auf den Zwischenraumen angeordnet, lediglich im vier-

ten bis sechsten Zwischenraum am Brginn des Abstur-

zes dichter stehend, pro Zwischenraum ca. sechs Schup-

pen versetzt nebeneinander und ca. fünf Schuppen hin-

tereinander. Dadurch entsteht hier der Eindruck eines

schemenhaften, querliegenden, grauen Flecks. Haar-

schuppen noch etwas lockerer verteilt, auf der Scheibe

anliegend, im Abstiirz sowie vor den Schultern schrag

aufgerichtet. Seitenflachen nur ganz hinten beschuppt,

sonst schuppenfrei. Oberflkhe. Jede Flügeldecke rnit

zehn regelmaBigen Punktreihen, davon vier auf der

untergebogenen Seitenflache. Punktreihen nicht ver-

tieft, auf dem Absturz in unregelmaBige Punktierung

übergehend. Punkte groB, quadratisch, sehr flach, zur

Seite hin und auf dem Absturz wesentlich kleiner wer-

dend; die nieisten an unterschiedlicher Stelle rnit ei-

neni winzigen Kornchen als Ursprung für eine Haar-

schuppe. Punktabstande auf drr Scheibe der Punktlange

entsprechend; im Seiten- und Absturzbereich, wo die

Punkte kleiner werden, Abstand groBer. Zwischenrau-

me iinterschiedlich dicht mikropunktiert bis glatt, stark

COLEOFTERA 4

183

glanzend. An der Basis auf den Zwischenraumen je zwei

bis drei dicht hintereinander stehende Komer (wie bei

S.rotundatus); diese an der Schulter die Seitenrand-

kontur überragend. Farbung. Einheitlich rotbraun wie

der Halsschild.

Bebe. Schenkel rnaBig gekeult. Vorderschienen lang

und schrnal, jedoch etwa 1/3 kürzer als Halsschild breit,

an der Spitze auf knapp doppelte Basisbreite erweitert.

Hinterschienen wesentlich (fast 1/5) langer als Vorder-

schienen, nur leicht innenkonkav gebogen. Vorderiarsen

knapp 314 so lang wie Vorderschiene. Tarsen kurz, vorn

1. bis 3. Glied nur sehr gering an Breite abnehmend, 4.

deutlich schrnaler. Erstes Glied gering langer als breit,

2. bis 3. deutlich breiter als lang, Klauenglied relativ

klein, so lang wie 3. und 4. zusarnrnen. Klauen klein,

relativ wenig gebogen, etwas kürzer als Klauenglied

breit. Behaarung rnit gelblichweiBen, schrnalen Haar-

schuppen; diese auf Schenkeln und Schienen anliegend,

den Untegrund nicht verdeckend. Hellbraun wie die

Fühler.

Aedeagus. Nicht untersucht

m6e

Lange: 1.76- 1.86 rnm; Breite: 1 .OO- 1.06mrn.

Verbreiiung

Kanaren, Teneriffa.

Lebensweise

Unbekannt.

Sphaericus (Doramasus) miundicollis Israelson

Sphaericus rotundicollis Israelson, 1980: 190; Leiler,

1984: 167

Sphaencus orzolensis Leiler, 1984: 166. Syn.nov.

Sphaencus (Doramasus) rotundicollis: Bellés, 1994:75;

1996:222.

Sphaericus (Doramasus) orzolensis: Bellés, 1994:76;

1996:223.

Typenmatenai

Holotypus: Sphaericus rotundicollis Israelson: Ka-

naren, Lanzarote, Bco.de la Pocela, 24.-26.XII.71,35 17

1eg.Israelson (cIsr: Bezettelung: 1. Ins. Canar.

Lanzarote, Bco. de la Pocela, 24.-26.12.1971, 3517,

G.Israelson; 2. Rot: Sphaericus rotundicollis m.

Holotypus Isr. 1979; 3. Erber & Hinterseher vid. 1993).

Paratypen: gleiche Daten wie Holotypus (3 cIsr:

Bezettelung: 1. Wie Holotypus; 2. WeiB, rot gerandet:

Sphaericus rotundicollis rn. Paratypus Isr. 1979; 3. Erber

& Hinterseher vid. 1995); Kanaren, Lanzarote. Risco

de Famara, 1 .-4.1.1972, 1eg.Israelson (2 cErb:


Erber: Revision cler Gattung Sphaericirs Vollaston cler Laiiri-~Ialíaronesisch~n Region

Bezettelung: 1. Ins. Canar. Lanzarote, Risco de Famara,

1.4.1.1972.3493, GJsraelson; 2. WeiB, rot gerandet:

Sphaericus rotundicollis m. Paratypus Isr. 1993; 3. Erber

& Hinterseher vid. 1995).

Holotypus: Sphaericus orzolensis Leiler: Kanaren,

Lanzarote, Umg.Orzola, 20.111.1967, leg.Franz (cLei:

Bezettelung: 1. Lanzarote, lg. H.Franz; Unterseite: Sp

1120; 2. Rot: Holotypus; 3. Sphaericus orzolensis n.sp.

Leiler 1980; 4. WeiB: Sphaericus rotundicollis Israelson,

Erber & Hinterseher det. 1995).

Anmerkung

Israelson (1980: 191) nennt 2 weitere Paratypen von

Sphrrericus rolundicollis Israelson: Ins. Canar.

Lanzarote, Risco de Famara, 23.2.1973.

Leiler (19Sk166) nennt einen Paratypus von

Sphaericus oizolensis Leiler mit gleichen Daten, in Coll.

Franz.

Der Holotypus wurde von Israelson als Mannchen

deklariert; die beigeklebten Genitalstrukturen stammen

jrdach von einem Weibchen. Da der Autor seiner Beschreibung

der Art eine Aedeaguszeichnung beigefügt

hat, liegt moglicherweise nur eine Verwechslung der

Genitalien vor.

Israelson (1980) gibt für seine acht gefundenen

Exeniplare 1 ,O5 1,60 x 0,65- 1 ,OOmm als Langen- und

BreitenmaBe an.

Die von Leiler 1981 beschriebene Art Smzolensis

haben wir nach eingehender Priifung als synonym zu

rL;iundicollis bewertet. Wir haben den Holotypus von

S.orzolrnsis niit den aus der Kollektion Israelson entliehenen

Typen sehr eingehend verglichen: Er stimmt

in allen auBeren Merkmalen bis hin zur Beschuppung

und zur Obrrflachenstruktur rnit diesen überein. Allerdings

variiert die Form des Halsschildes in Abhangigkeit

von der GroBe des Tieres: Be¡ kleinen Exemplaren

ist die Basis vollstiindig verrundet, und es fehlt auch

clie Andeutung einer Mittelfurche; be¡ groBen Exem-

D;.I:.cLI dagegen ist die Basis vor dem Schildchen leicht

eingekerbt, und diese Einkerbung setzt sich in eine

leichte Mittelfurche fort, wodurch die Oberfiachenstnikturjedoch

nicht beeintrachtigt wird. Der Typus von

S.orzofensis liegt rnit 1,52mm Lange im oberen Drittel

der GroBenvariation von S.rorundicollis. Sein Halsschild

zeigt im Gegensatz zu den meist kleineren Tieren

der Serie von Israelson eine leichte Einkerbunp vor

C ! m Schildchen. Vielleicht hat Leiler deshalb seine Art

~ 6 ' ' .hn S.rhurepdmi nahestehend bezeichnet (Leiler

1983: 167).

Differentialdiagnose

MittelgroBe Art (1,0-1,6mm): hell- bis mittelbraun,

Flügeldecken kastanienbraun, zum übrigen Korper kon-

183

trastierend. Nasenrücken schmal, etwa 1/4 augenbreit,

parallel. Halsschild gering breiter als lang, fast rund,

Vorderecken leicht betont, Hinterecken verrundet in den

Hinterrand übergehend, tieferliegend der. scharfe Ek-

ken bildende "Kragen" sichtbar; Dorsalkontur ziern-

lich flach, erst kurz vor der Basis stark gerundet. Flügel-

decken breit oval, nur wenig ianger als breit, groBte

Breite in der Mitte, Apex venundet; Dorsalkontur fast

bis zur Spitze gleichmaBig sanft gewolbt, Absturz erst

kurz über der Spitze stark gerundet, leicht überhangend;

Nahtspitze leicht nach hinten gerichtet. Aedeagus sie-

he Abb.40,4 1.

Von allen Arten der Untergattung durch den in Auf-

sicht stark gerundeten, in Seitenansicht oben flachen

Halsschild Sowie die gleichmaBig breit ovalen Flügel-

decken unterschieden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Aufsicht (Abb.40) Seitenkonturen nach

vorn leicht konvex verengt. Augen diese kaum überra-

gend. Stirn über dem oberen Fühlergrubenrand

jederseits leicht gewulstet, dieser Wulstjedoch überder

Nasenbasis unterbrochen. Fühlergrubendach in der in-

neren Hdfte relativ steil einfallend, über der Fühler-

insertion dagegen leicht aufgewolbt. Nasenbasis auf

einer Linie durch die Mitte der Augen gelegen. Nasen-

rücken schmal (etwa 1/3 augenbreit). von der Basis bis

zur Nasenverbreiterung parallel, oben abgeplattet, nur

leicht gewolbt, nicht gekantet. zu den Fühlegruben

relativ steil (tiber 45") einfallend, mit leicht abgerun-

detem CVinkel in die Nasenverbreiterung übergehend;

deren Schenkel zunachst fast geradlinig divergierend,

einen gemeinsamen Spitzenwinkel von etwa 100" bii-

dend. Vorderrand der Nasenverbreiterung gleichmaBig

leicht konkav. Oberlippe klein, trapezforrnig, am Vor-

derrand leicht konvex. Mandibeln kraftig, an den

AuBenecken gerundet. am Vorderrand stark konvex, in

der Mitte jedoch grübchenartig eingezogen. Fühler-

grube zur Wange hin scharfkantig abpegrenzt. In Sei-

tenansicht (Abb.41) Stirn in fast gerader Linie in den

Nasenrücken übergehend; Nasenverbreiterung dagegen

stark abgewinkelt. Augen im UmriB oval, angedeutet

dreieckig, schriig stehend. mit ca. 15 Facetten (bei gr6-

Beren Tieren bis ZLI knapp 30) rnit groBen, fast anein-

anderstooenden Linsen; nach unten rnit facettenfreier,

schrag abfallender Flache. die einige Haarborsten tragt.

Wange hinten scharf leistenforniig vom Hals abgesetzt.

Diese Leiste setzt sich um das Auge herum als graben-

artige Vertiefung fort, die wiederum niit der oben er-

wahnten scharfkantigen Begrenzung zwischen Fühler-

grube und Wange in Verbindung steht. h'ange nur knapp

114 ihrer Lange frei vor Hals. Beschuppung. Beim Ty-

pus nur schuer erkennbar. da Kopf ueit in den Hals-


schild eingezogen und Schuppen auf deni Nasenrük-,

ken weitgehend abgeschabt; bei Paratypen jedoch gut

erkennbar: Schmale gelbliche Haarschuppen locker

verteilt, auf der Stirn nach vorn gerichtet, über den

Fühlergruben nach innen umbiegend, ohne eine Braue

zu bilden, auf dem Nasenrücken schrag nach innen vorn

gerichtet, so daB in der Mitte eine Art Kamm entsteht,

auf der Nasenverbreiterung, wie bei allen Sphaencus-

Arten,vom Rand nach innen gerichtet. Oberlippe am

Vorderrand mit kurzem ockergelbem Borstensaum; die-

ser von etwas struppig stehenden Iangeren weiBen Haa-

ren überragt. Wange ebenso locker beschuppt. Ober-

flache. Stirn, Nasenrücken, Nasenverbreiterung und

Wange rnit grober Kornelung. Korner fast halbkugelig,

groi3tenteil.s durchmesserweit voneinander entfernt, im

Zentrum rnit winzigem Pünktchen, aus deni eine Haar-

schuppe entspringt. Korner und Zwischenraume auch

bei 230-facher VergroBerung glatt und glanzend. Ober-

Iippe wesentlich dichter und feiner gekornt, dadurch

matter wirkend. F&bung. Hellbraun, Vorderrand der

Wangen und Mandibeln angedunkelt.

Fühler. Gering kürzer als Flügeldecken (beim Weib-

chen bis zu knapp 1/5 kürzer). Breite vom 1. bis 4. Glied

etwas abnehmend, wobei auch das Basisglied nur ge-

ring verdickt ist; vom 4. bis 9. gleich; danach wieder

zunehmend. Endglied etwas breiter als Basisglied, oval,

zur Spitze kurz zugespitzt. Glieder 1 bis 3 knapp dop-

pelt so lang wie breit; die übrigen um 1,5-mal so lang

wie breit. Behaarung locker mit relativ kurzen und krttf-

tigen, nach vorne abstehenden hellgelben Haar-

schuppen; diese am 10. und 1 1. Glied feiner und dich-

ter. Oberfiache der einzelnen Glieder glatt und glan-

zend; Endglied etwas kornig chagrhiert. Einfarbig gelb-

lich-hellbraun; etwas heller als Kopf und Halsschild.

Hdsschild. In Aufsicht (Abb. 123) gering breiter als

lang, groBte Breite irn hinteren Langsdrittel. Seiten-

kontur vor hier nach vorn schwach gerundet, nach hin-

ten stark gerundet in die Basis übergehend. Basis vor

dem Schildchen nur ansedeutet eingezogen. Vorderrand

im Vergleich zum Hinterrand wesentlich weiiiger kon-

vex; letzterer in tiefer gelegener Ebene jederseits als

kleines Eckchen (Krasen) vorragend. Dorsalkontur

(Abb.124) in den iorderen zwei Dritteln flach anstei-

gend, dann bis zur Basis stark rund gebuckelt. Seiten-

flache sowohl in Langs- wie in Querrichtung fast gleich-

niafiig gewolbt, nach hinten jedoch steil, nicht ganz

senkrecht, zuin starL eingeschniirten kiagenartig abpe-

setzten Hinterrand abhllend; dieser nach unten an Brei-

te zunehmend und leicht aufgebogen. Beschuppung.

Schribr und Seitenfi3chen pIeichm56ip iiiit relativ gro-

Ben, grauweifien, grünlich gelb iriierenclen, groBten-

teils rundovalen bis tropfenforniigen Gruiidschuppen

besetzt. Fliiche der einzeliien Schuppeii iiiir minimal

COLEOPTERA 4

184

kleiner als ein Reihenpunkt im vorderen Fünftel der

Flügeldecken. Schuppen sich in Langsrichtung meistens

gegenseitig berührend, in Querrichtung meistens rnit

Zwischenraum, dadurch den Untergrund nur teilweise

verdeckend. Dazwischen schrag aufgerichtete, weitlau-

fig stehende gelbliche Haarschuppen von gleicher Lan-

ge wie die Grundschuppen. An den Seitenflachen

Grundschuppen nur im oberen Bereich, Haarschuppen

dagegen fast bis in den Hüftwinkel. Oberflihe. Beim

sehr kleinen Typus weder Mittellinie noch Mittelfurche

vorhanden; bei groBeren Tieren vor der Basis leicht ein-

gefurcht, jedoch ohne Beeintrachtigung der

Oberflachenstruktur. Scheibe sehr stark halbkugelig

vorspringend gekornt; bei schrag von vorne einfallen-

dem Licht zwischen der Kornelung sehr tief eingesto-

chene Punkte erkennbnr. Aus einigen Kornem Haar-

schuppen entspnngend, die meisten Komer jedoch haar-

frei. Im Vorderrandbereich Korner zu sanft gewolbten

ZwischenrSiimen einer weitlaufigen, relativ groben

Punktierung verflacht. Oberflache insgesamt ohne Mi-

krostruktur, dadurch recht glanzend. Seitenflachen wie

die Scheibe stark gekornelt; ein schmaler Vorder-

randstreifen glatt, nur schwach mikrogekomelt. Fat-

bung. Hellbraun wie der Kopf (bei manchen Tieren auch

mittel- bis dunkelbraun, rnit Aufhellung des Vorder-

randes und der hochsten Erhebung der Scheibe).

Flügeldecken. In Aufsicht (Abb. 123) breit oval,

leicht blasig wirkend. GroBte Breite in der Langsmitte.

Seitinkonturen von der Basis bis zur Spitze gleichma-

Big gewolbt; Apex minimal abgestutzt; Nahtspitze von

oben nicht sichtbar. Dorsalkontur (Abb.124) nach kur-

zem etwas steilerem Anstieg an der Basis gleichmaí3ig

sanft gewolbt, hinten starker gerundet in den leicht über-

hangenden Absturz übergehend. Nahtspitze kurz, fast

senkrecht stehend, zur Naht hin etwas aufgewolbt, ange-

deutet dachformig. Naht bei Blick von schrag hinten

auf ganzer Lange minimal eingesenkt. Seitenrand in

Hohe der Hinterhüften nur gering ausgebuchtet. Schul-

tern unter der stark aufgewolbten Schulterkante flach

grubig ausgehohlt. Beschuppung. Beim Typus stark

abgeschabt. Scheibe rnit langen sehr schmal spindel-

formigeii. anliependen gelblich weioen Haarschuppen

sehr schütter besetzt; diese nur auf den Zwischenrau-

nien zu 2 bis 4 leicht versetzt nebeneinander, dadurch

insgesaiiit Laiigsreiheii bildend; an der Basis und ini

Absturzbereich etwns dictiter stehend (bis zu 8 Schup-

pen nebriieiniindei). hiiiter der Lanpsniitte auf den

Zwischenrauiiieii 4 bis 6 schwache Flecke bildend.

Sritentliicheii iiii uiiterrn Bereich schuppenfrei. Ober-

flache. Jecie Flügeldecke niit zehn ungefurchten Punkt-

reihen. davori srchs aufder Scheibe, die siebte unmit-

telbni; auf der Sritenwolbung. die restlichen drei auf

der untergebogeiien Seitentlsche. Punkte vorne groB.


Erlier: Rrvisioii tler Gattung Sphaericus Kollastori der Lniiri-i\laknruiiesiachen Region

aber flach. Zwischenraume Iangs etwa so groB wie

punktdurchmesser, quer bis zu doppeltem Punktdurch-

messer. Punkte nach hinten und zu den Seiten hin sehr

viel kleiner und noch flacher werdend, irn Absturz nur

noch bei starker VergroBerung erkennbar. Zwischen-

raume der Punkte relativ flach, nur leicht gewolbt, deut-

lich etwas querwellig. Punkte mit je einem Kornchen

am Vorderrand, bei 250-facher VergroBerung zurnin-

dest die Punkte im vorderen Bereich der Scheibe rnit

feiner Radiihiffeiung. Zwischenraurne fein kornig cha-

griniert rnit rec h t dic h ter Mikropun kt ulierung ; dadurch

3&rfl%chenglnnz etwas seifig. An der Basis vor jeder

Punktreihe und vor jedern Zwischenraum ein bis zwei

spitze Kornchen; diese zu den Seiten hin groBer wer-

dend und an den Vorderecken deutlich über die Seiten-

kontur hinausragend. Bei hellen Tieren ein Waben-

muster durchscheinend: Jeder Punkt rnit einer leicht

quer rechteckigen Zelle niit abgeriindeten Ecken un-

terlegt. Zellen sowohl in der Reihe wie zur Nachbar-

reihe durch schrnalen Steg getrennt; an deren Ecken

..):he groBeren Zwischenraurne. Fabung. Dunkel ka-

stanienbraun, abstechend dunkler als Kopf und Hals-

schild.

Bebe. Vorderschenkel an der Basis kurz gestielt,

dann zu einer nur m5Big ausgepragten Keule anschwel-

lend. Vorderschienen maBig lang, nur gering langer als

halbe Halsschildbreite; von der bereits krYftigen Basis

zur Spitze hin aiif etwa zweifache Breite erweitert.

Hinterschienen um fast U4 Ianger als Vorderschienen,

::in Xinterrand konkav gebogen. Vordertarsen etwa 516

SO lang wie Vorderschiene. Voni 1. bis 4. Glied nur sehr

gering an Breite abnehniend; Endglied wieder etwas

breiter, etwa so breit wie 2.. Erstes Glied der Mittel-

und Hintertarsen etwa so lang wie brrit, alle anderen

mit Ausnahnie des Klauengliedes an allen Beinen et-

was kürzer als breit. Klauenglied relativ kurz (etwa so

lang wie 3. und 4. zusammen) und dadurch stark ver-

dickt wirkend. Klauen dünn, wenig gebogen, relativ

i;.: -. nur wenig Iiinger als Klauenglied breit. BehaarLing

rnit hellgelben, sehr dünnen und relativ kurzen

Haarschuppen, wenig dicht, anliegend, knienah auf der

Unterkante der Schenkel sowie aiif der AiiBenkante der

Schienen nach dista1 zunehmend abstehend. Gelblich

hellbraun wie die Fühler.

AdeagUs. (Beschreibung nach einer Zeichnung von

Israelson, 1980:208 (Abb.40, 41); siehe auch Anrner-

kiing): Schlank oval. Penis sehr kraftig. erst zur Spitze

. . .

:dit verjüngt und spitz verrundet. Parameren so

wie Penis, an Innen- und AuBenseite fast geradli-

nit. Zur Spitze hin niir minimal schmiiier werdend;

SPitZen verrundet.

185

GroBe

I

a Lange: 1.05- 1.52mrn; Breite: 0.65-0.93mm.

Verbreitung

Kanaren: Lanzarote.

Lebensweise

Unbekannt; Israelson hat seine Tiere von Dezem-

ber bis Februar ,,among dead leaves and twigs under

shrubs of Euphorbia balsamifera and E.re,Ois=jubae"

gefunden (1980: 192); die von Franz gesarnrnelten zwei

Tiere wurden ebenfalls aus trockenen Euphorbien ge-

siebt (Leiler, 1584).

Zusatziich untersuchtes Material

Kanaren, Lanzarote, Risco de Famara, 16.-

18.XII. 1987, Ieg.Israelson (1 cIsr); Kanaren. Lanzarote,

Risco de Famara, 10.11.1988,leg.Israelson (4 cIsr).

Sphaericus (Sphaencus) Wollaston

Sphaericus Wollaston, 18542591260

Subgenotypus

Ergkende Beschreibung

Untegattung rnit z.T. sehr unterschiedlich gestai:

teten Arten. Halsschild in Aufsicht meist mehr oder

weniger rechteckig rnit verrundeten Vorderecken und

haufig etwas ausgebeulten Seitenkonturen, rnanchrnal

vor der Basis konkav eingezogen und dadurch umge-

kehrt glockenformig wirkend, seitlich gesehen rneist

flach gewolbt, wenn starker gewolbt, dann nicht un-

mittelbar vor der Basis, Hinterrand nie kragenformig,

sondern nur als schmaler Wulst abgesetzt. Fiügeldecken

kurz bis lang oval, flach bis hoch gewolbt. manchmal

ausgesprochen bauchig. unpunktiert oder schwach,

meist jedoch stark und dicht unregelmaBig punktien,

hochstens teilweise, z.B. in Seitenrandnahe, oder nur

in den vorderen zwei Dritteln, reihig punktiert.

Aedeagus mit relativ schrnalen Parameren, diese nur

im apikalen Bereich ihrer frei stehenden Halfte rnit Ian-

geren und kurzen Borsten besetzt. (Vergl. Bellés,

199464).

Sphaericus (Sphaericus) gibbicolüs Wollaston

Sphaericus gibbicollis Wollaston, 1 862208; 1 864:24 1 ;

1865217; Pic 191210.

Sphaericus (Sphaericus) gibbicollis : Bellés, 1994:69-

70: 1996:22 l.


i

, , ..

TypenmateIial

Lectotypus: Kanaren, Lanzarote,Yé (extreme north

of Lanzarote), III. 1859, 1eg.Wollaston (Wollaston

1864:241) (NHML: Bezettelung: Kiebeplattchen rot-

braun markiert; 1. Rund, orange gerandet: "Type"; 2.

WeiB, handschriftlich: "Sphaericus gibbicollis type

Woll."; 3. Rot: Lectotypus Sphaericus gibbicollis Woll.,

Erber & Hintersehcr des. 1998).

Paralectotypus: gleiche Daten (NHML: Klebe-

plattchen rotbraun markiert; Bezettelung: 1. Rund, blau

gerandet: "Syntype"; 2. WeiB, rot gerandet:

Paralectotypus Sphaericus gibbicollis Woll., Erber &

Hinterseher des. 1998).

Anmerkung

Wollaston (1863:241) nennt einen weiteren

Paralectotypus von Fuerteventura.

Die von Wollaston beschriebenen Tiere (lt. Litera-

tur müBte es sich um drei Exernplare handeln; es sind

jedoch zwei irn NHML und zwei im OUM vorhanden),

wurden erst zu einem spateren Zeitpunkt aufgefunden.

Da die Art unverwechselbar charakterisiert ist, wurde

auf eine Umarbeitung der Beschreibung, der ein mit-

telgroBes Mannchen aus der von Hinterseher gesam-

melten Serie zugrunde liegt, verzichtet. Das von

Wollaston mit "type Woll" bezettelte Exemplar aus dem

NHML wurde als Lectotypus designiert, das zweite

Exemplar aus dem NHML als Paralectotypus. Da die

beiden Exemplare aiis dem OUM keine Fundangaben

tragen, wurden sie von uns nur mit "Sgibbicolfis Woll.,

det.Erber 1998" bezettelt.

Difíerentialdiagnose

MittelgroBe Art (1,32-1,98mm); hell- bis dunkel-

braun, Kopf stets etwas heller als der übrige Korper,

Flügeldecken rnanchmal rnit schemenhafter dunkierer

Kreuzzeichnung, Fühler und Beine rotbraun. Nasen-

rücken schmal, schlank sanduhrformig, oben gekielt rnit

abgestunipfter Schneide. Fühler etwa so lang wie die

Flügeldecken; 3. Glied etwa 1,3-mal so lang wie breit.

Halsschild ohne Mittellinie jedoch in Langsmitte mit

tiefer Langsfurche zwischen zwei Hockern; Dorsal-

kontur hoch, kapuzenformig gebuckelt; dicht

schme tterlinprtig rnit weií3en bis ockerfarbenen, kurz-

ovalen bis runden Grundschuppen bedeckt. Flügel-

decken in Aufsicht breit oval; Dorsalkontur irn

Scheibrnbereich lang tlach gewolbt, Absturz stark ge-

rundet, unten senkrecht bis leicht überhiingend mit ein-

gesenkter Kaht; Nahtspitze kurz, senkrecht; Grund-

schiippen im Gegensatz zum Halsschild langoval.

Aedeagiis siehe Abb.20, 22 1.

Durch den hoch gebuckelten Halsschild unverwech-

selbar.

COLEOPTERA 4

186

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.42) Seitenkonturen

geradlinig nach vorn konisch verengt; Augen stark ge-

wolbt, gut 1/3 ihrer Breite über die Seitenkontur des

Kopfes vorstehend, von den Schuppen ihres Hinter-

randes überragt. Stirn irn mittleren Bereich abgeflacht.

Nasenbasis gegenüber der Stirn nur gering vertieft.

Nasenrücken sehr schmal, fast parallel, nur gering

sanduhrformig. fast kielformig, jedoch mit abgeplatte-

ter ,,Schneide", an ihrer schmalsten Stelle nur knapp

doppelt so breit wie eine Stirnschuppe; Seitenwande

maBig steil in die Fühlergrube abfallend. Übergang in

die Nasenverbreiterung flach verrundet, ohne Winkel-

bildung. Oberer Fühlergrubenrand leicht gekantet aber

nicht gewulstet. Fühlergrubendach nur gering lidformig

vorspringend. Nasenverbreiterung relativ breit, ihre

Schenkel etwa irn rechten Winkel auseinanderstrebend.

Oberlippe quer rechteckig, Seiten und Vorderrand

schwach gerundet. Mandibeln leicht sichelformig rnit

betonten aber verrundeten Seitenecken; rechte

Mandibel weiter vorstehend als linke. In Seitenansicht

(Abb.43) Stirn und Nasenrücken ohne Winkel eine

Gerade bildend; Nasenverbreiterung in steilere Ebene

abgeknickt. Augen hochgewolbt, im UmriB dreieckig,

ahnlich einer Apfelsinenschnitze, mit 40-45 Facetten,

ihr Hinterrand sockelformig erhoben, ohne Linsen, viel-

mehr mit die Augen etwas überragenden Schuppen

gesaurnt. Übergang vom Kopf zum Hals geradlinig,

auch irn Schlafenbereich leicht wulstig. Wangen 1/3

bis 2/3 (in der Serie variierend) ihrer Lange frei vor

Hals stehend. Beschuppung. Stirn rnit grauweiBen an-

liegenden Haarschuppen, etwa zu 50% Untergmnd dek-

kend, besetzt. Schuppen schmal bandformig, etwa neun-

mal so lang wie breit, auf der Stirn gerade nach vorn,

über der Fühlergrube in der auBeren Halfte strikt nach

auBen, in der inneren Halfte gering nach innen abwei-

chend, jedoch ohne Andeutung einer Brauenbildung.

Nasenrücken, Nasenverbreiterung und Wangen mit glei-

chem Schuppentyp besetzt, auf dem Nasenrücken nach

vorn, sonst nach vorn innen gerichtet; Nasen-

verbreiterung zusiitzlich mit einzelnen sehr dünnen lan-

gen Haarschuppen. Oberlippe am Vorderrand mit ei-

nem kurzen, silbrig-weiBen Borstensaum; die einzel-

nen Borsten relativ starr; zusiitzlich auf der Flache lan-

ge Haarschuppen, die den Vorderrand weit überragen.

Oberfiache. Stirn, Nase und Wanpen feinkomig; Kor-

ner mit Zentralpunkt. aus dem jeweils eine Schuppe

entspringt. Oberlippe dichter feinkornig, ohne Zentral-

punkte. Ftirbung. Hellbraiin, Mundpartie gering dunk-

ter. (Bri dunkien Tieren auch dunkler braiin,jedoch stet.4

heller al> der Halsschild).

Fühier. Beini hlsnnchen etwas kraftiger und Iangri

al> beiin Weibchen. fast tliigeldeckenlang. Glieder I


Erber: Rrvision drr Cattting Sphaericus Vollastoii tler Lutiii-~l-lakaroiir.Jisclien Rrgion

bis 4 an Breite abnehmend, 4 bis 9 gleich breit. danach

bis zum .11. Glied wieder verbreitert. 2. und 3. Glied

?:%va gleich lang, 3. etwa 1 S-rnal so lang wie breit; 4.

bis 9. etwa gleichlang, jeweils 1,3-mal so lang wie breit;

10. etwas Ianger als die vorhegehenden; 11. lang oval,

am Ende abgerundet, symmetrisch, beim Mannchen

etwas über 2,5-mal so lang wie breit und damit etwa so

breit aber nur geringfügig Ianger als das nahezu recht-

eckige Basisglied (beim Weibchen mehr breit oval, nur

knapp mehr als 2-mal so lang wie breit - bei manchen

Weibchen soga' noch kürzer - und damit zwar so breit

i= das Basisglied aber etwas kürzer als dieses). Be-

haarung relativ dicht, aus hellen abstehenden Haar-

schuppen bestehend, die zur Spitze hin feiner werden

und am Endglied besonders dünn und weich sind. Ein-

farbig rotbraun (Basisglied manchmal etwas an-

gedunkelt).

Halsschild. In Aufsicht (Abb. 125) etwas Ianger als

breit (be¡ manchen Tieren auch kaum langer als breit

oder sogar minimal breiter als lang); groGte Breite kurz

-' ::?r deni Vorderrand, Seitenkontiiren hier stark ge-

rundet, nach hinten leicht gerundet verengt, vor dem

Hinterrand leicht eingezogen. Hinterrand dadurch

schmaler als Vorderrand. In der Langsniitte zwei deut-

lich ausgepragte, durch eine Langsfurche getrennte

Hocker. In Seitenansicht Dorsalkontur (Abb. 126) in der

Mitte stark kapuzenartig gehockert, vor und hinter dem

Hocker fast geradlinig abfallend. beide Schenkel fast

einen rechten Winkel bildend. Hinterrand durch eine

L."?ige Rinne abgesetzt und nach hinten kragenartig

aufgebogen, ,,Kragen" nach unten breiter werdend;

Unter- und Vorderrand nicht abgeietzt. Seitenfiachen

vor dem ,,Kmgen" backenartig auge\\ olbt, nach vorn

flach. Beschuppung. Scheibe und Seitenflachen

schmetterlingsartig dicht mit sich überlappenden, leicht

aufgerichteten, kurzovalen bis runden, weiBen bis ok-

kerfarbenen Grundschuppen bedecht. Dazwischen ver-

einzelt starker aufgerichtete, abgeplattete langovale

. -- .\pitzte Haarschuppen. Beide Schuppentypen so-

Uohl auf der Scheibe wie an den Seitenfachen auf die

beiden Hocker in der Langsmitte der Scheibe ausge-

richtet, nur an den Randern der Seitenflkhen parallel

zu diesen gestellt. Oberfache. hlittellinie nicht vorhan-

den, wohl aber eine relativ tiefe Langsfurche zwischen

den beiden Hkkern, auf deren Grund die Oberfiachen-

struktur erhalten ist. Oberflache niir nach Entfernung

einigttr Schuppen erkennbar: Fast auf der gesamten

7 ,

': dicht grobkornig; Korner nur durch schmale

hJibi1iondforniige bis runde Vertiefungen getrennt. Auf

Spitze einiger Korner ein winziges spitzes Korn-

chen, aus dem eine Haarschiippe entspringt. Hinter dem

Vorderrand Korner vertlacht und die Vertiefungen nicht

mehr punktartig sondern miteinarider verflossen. F&-

187

bung. Einfarbig hellbraun (bei dunkleren Tieren dun-

kelbraun, ohne Aufhellungen).

Fíügeldecken. In Aufsicht (Abb. 125) oval mit leicht

betonten aber verrundeten Schulterecken und leichter

Einziehung der Naht am Apex. GroBte Breite in Langs-

mitte (oder kurz davor). Nahtspitze nicht sichtbar.

Dorsalkontur (Abb. 126) nach kurzem steilen Anstieg

bis zum Absturz flach gewolbt; Absturz senkrecht bis

leicht überhangend. Nahtspitze kurz, fast senkrecht ste-

hend, oben abgerundet, nicht dachformig. Naht darüber

deutlich eingesenkt, die benachbarten Partien dadurch

backenartig aufgewolbt. Seitenrand in Hohe der Hinter- ,

hüften nur sehr gering eingezogen. Schulterpartie nur

gering abgeplattet. Beschuppung. Grundschuppen von

gleicher Farbung wie auf dem Halsschild, in der Form

jedoch wesentlich Ianger oval, etwa doppelt so lang wie

breit. Beschuppung insgesamt lockerer als auf dem

Halsschild; alie Schuppen anliegend. Be¡ frischen Tie-

ren ist ein Beschuppungsmuster zu erkennen: Verdich-

tungen im Schulterbereich sowie auf einem aus drei

Flecken gebildeten halbkreisformigen Querband auf

jeder Flügeldecke vor dern Absturz (be¡ manchen Tie-

ren dieses Querband zu einem unvollstandigen Kreis

aiif dem Absturz erweitert) sowie als undeutliche Langs-

verbindungen zwischen diesem Band und der Schulter-

verdichtung. AuBerdem Haarschuppen von gleicher

Farbung und Breite wie auf dem Halsschild, aber wie

die Grundschuppen Ianger als jene, jedoch nur wenig

Ianger als die Grundschuppen der Fiügeldecken. Auch

diese Schuppen überall, selbst hinten neben der Naht,

anliegend. Seitenflachen ohne Grundschuppen, nur mit

sehr feinen und kurzen Haarschuppen. Oberfiache.

UnregelmaBig mit runden bis polyedrischen Punkten

besetzt. Auf der Scheibe Zwischenraume etwas schma-

ier als Punktdurchmesser, zurn Apex hin Punkte etwas

kleiner, Zwischenraume dadurch etwa so breit wie

Punktdurchmesser. In jedem Punkt hinter dessen Vor-

derrand in der Tiefe ein winziges Kornchen (auch bei

starker VergroGerung kaum zu erkennen). aus dem eine

Haarschuppe entspringt. Zwischenraume bei nahe bei-

einander liegenden Punkten gewolbt. mit niir sehr weit-

liufiger Mikropunktierung . 'Flügeldecken insgesamt

dadurch erheblich glanzender als der Halsschild. Im

durchscheinenden Licht wird ein dem Punktmuster

entsprecheiides Wabenmuster erkennbar: die einzelnen

Waben kreisriind, sich nur teilweise beriihrend. Fair-

bung. Eiiifarbip gelbbraun (bis einfarbig diinkelbraun;

hei manchen Tieren ein schernenhafter dunkler kreuz-

forniiger Fleck auf der Scheibe).

Beine. Vorderschenkei von drr Hiifte ab sofort ohne

Stielbildiing zu einer mMig stiirken Keuie verdickt.

Vordcrschiene ni5Big Iang. ziir Spitze aiif etwa 2,5-fa-

che Basisbreite verdicht, ungeMhr 4/5 so lanp wie Hals-


schild breit. Hinterschienen deutlich Ianger als Vorder-

schienen und maBig stark innenkonkav gebogen. Tar-

sen lang und schlank, Vordenarsen fast 314 so lang wie

die Schiene; an allen Beinen 1. Glied langer als breit,

2. bis 4. etwa so lang wie breit, 5. etwa so lang wie 3.

und 4. zusammen, minimal breiter als 4., auf der Ober-

seite stark konvex. 1. bis 4. Glied fast gleich breit, nur

minimal verschmalert. Klauen kraftig, relativ wenig

gebogen, so lang wie 3. Glied. Behaarung relativ dicht,

aus maBig langen, hellen Haarborsten bestehend. An

den Schenkeln einige dieser Haarborsten etwas schrag

aufgerichtet, vorwiegend aber anliegend; an den Schie-

nen gleichformig gering schrag abstehend. Rotbraun

wie die Fühler.

Aedeagus. Gut 1/3 so lang wie Flügeldecken,

schlank, etwa in der Langsmitte leicht nach innen ein-

gezogen, im Basisdrittel etwas ausgebaucht. Penis zur

Spitze hin allmahlich verjüngt, an der Spitze leicht

knopfig verdickt und nach unten gebogen. Paramaren

gering Ianger als der Penis, in der Spitzenhiilfte sehr

schlank, Spitze leicht nach innen gebogen und

verrundet, in der Basishalfte nach innen lappig verbrei-

tert (Abb.220,221; vergl. auch Belles 1994, Abb.9).

GfiBe

Lange: 1.32-1.98mm; Breite: 0.88mm.

Verbreitung

Kanarische Inseln: Lanzarote, Fuerteventura und

Gran Canaria; Nordafrika: Marokko.

Lebensweise

Lebt an Rosmarinus officinalis (Wollaston 1864)

sowie an Strandpflanzen im Sanddünengelande.

Aktivitatszeit vom Winter (Januar) bis zum Sommer

(Juni).

Zusatziich untersuchtes Material

Ohne Fundangaben, 1eg.Wollaston ? (2 OUM);

Lanzarote, La Caleta, Sanddüne an Strandpflanzen,

19.IV. 1991, 1eg.Hinterseher (1 2 cErb, 4 OUM);

Lanzarote, La Caleta, Sanddüne an Strandpflanzen,

23.1V.1991, 1eg.Hinterseher (90 cHin, 3 cErb, 4

NHML); Marokko, Agadir, 27.1.1976, 1eg.Leiler (5

cLei).

Sphaericus (Sphaeicus) machadoi Bellés

Sphaericus (Sphaerictrs) machado; Belles, 1994:72;

1996:22 1.

Typenmatenai

Holotypus d: Kanaren, Lanzarote, Ermita de las

COLEOPTER.~ 4

Nieves, 600m, V. 1986, 1eg.Machado (CSIC:

Bezettelung: 1. Lanzarote (Islas Canarias), Ermita de

las Nieves, V.46, Machado leg.; 2. Holotypus

Sphaericus machadoi m. Bellés 1994; 3. Erber &

Hinterseher vid. 1998).

Anmerkung

Bellés (1994:72) nennt drei weitere Paratypen mit

gleichen Funddaten.

Bisher nur vier Exemplare vom gleichen Fundort

bekannt (Bellés 1994, 1996).

. .- .

Differentiaidiagnose

Sehr groBe Art (2,2-2,5mm). Kopf und Halsschild

kastanien- bis rotlich-braun, Vorderkopf z.gr.T. angedunkelt,

Flügeldecken gelblich-hellbraun, Fühler he11

rotlich-braun, Beinr hellbraun, nur geting dunkier als

die Flügeldecken. Nasenrücken sehr schmal, nur etwa

i/7 augenbreit, parallel. Augen relativ flach. Fühler etwa

1/3 langer als die Flügeldecken, 2. bis 9.Glied etwa

gleich breit, erst zur Spitze hin wieder leicht verbreitert.

Halsschild umgekehrt glockenformig, auf der

Scheibe mit zwei spitzen, kegelformigen Hockern,

flachendeckend dicht nur mit spatel- bis loffelformigen

Grundschuppen bedeckt. Flügeldecken stark blasig

aufgetrieben, in Aufsicht breit oval, fast rund, Dorsalkontur

vom und hinten stark, im Scheibenbereich etwas

flacher gewolbt, Absturz steil schrag, Nahtspitze

sehr breit, flach schneepflugformig. nur wenig nach

hinten vorspringend, gleichmaBig mit schmal spindelformigen

Grundschuppen und schlanken Haarschuppen

dicht, aber nicht flachendeckend besetzt, fein gekornt

mit wenig auffallender, sehr flacher, irregularer

Punktierung. Aedeagus siehe Abb.222.

Durch die blasigen, fast halbkugelig runden

Fügeldecken und die spitzen kegelformigen H6cker auf

deni Halsschild unverwechselbar charakterisiert.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.44) Seitenkonturen

hinter den Augen leicht konvex, nach vorn konisch ver-

engt. Die relativ flachen Augen diese minimal überra-

gend. Oberer Fühlergrubenrand nicht gewulstet. Fühler-

grubendach fast in Stirnebene vorgezogen, nur neben

der Nasenbasis eingesenkt. Nasenrücken ca. 1/5 augen-

breit. parallel, oben querüber gerundet, seine Seiten-

wande fast senkrecht in die Fühlergruben einfallend.

dadurch inssesanit steil ausgehohlt drichformig wir-

kend. Übergang zur Nasenverbreiterung gerundet, Win-

kel zwischen den Schenkeln derselben relativ spitz (et-

was Heniger als 90”), ihre Rander stark abgerundet.

Oberlippe rechteckig, ca 2.5-mal so breit wie lang. ihr

Vordrrrand leicht konkav. Mandibeln ani Vorderrand


Erber: Revisioii der Gattiing Sphaericw Wollaston der Laiiri-Makaronesischen Region

geradlinig, Seitenecken abgerundet stumpfwinklig. In

Scitenansicht (Abb.45) Kontur von Stirn und Nasen-

rücken fast in einer Geraden, Nasenverbreiterung dem-

gegenüber nur gering abgewinkelt und leicht konkav.

Augen rnit etwa 30 Facetten, abgerundet dreieckig, zur

Wange hin rnit beschuppter schrag abfallender Flache.

Wange knapp 1/4 frei vor Hals stehend. Grenze zwi-

schen Kopf und Hals nur durch Kopbeschuppung mar-

kiert. Beschuppung. Stim dicht mit schmalen, grauen

Haarschuppen besetzt; diese alle auf die Nasenbasis hin

z.:-isgerichtet. Oberer Fühlergrubenrand nicht wie bei

aii&ren Arten durch quer liegende Haarschuppen mar-

kiert. Nasenrücken mit etwas schmaleren, nach vorn

gerichteten Haarschuppen locker besetzt. Nasen-

verbreiterung an den Randern wie die Stirn, innen iok-

kerer beschuppt, Wange ebenfalls wie die Stirn

beschuppt. Oberlippe vorn rnit dichtem gelbem Haar-

saum; dieser in der Mitte von etwa 1/3 Oberlippenlange,

an den Randern Ianger. Oberfliiche. Sehr fein gekornt;

Stirii und Rander der Nasenverbreiterung zusatzlich rnit

r:i-i:iv groBen glinzenden Gruben. F&bung. Rotlich-

braun; Oberkante des Nasenrückens, Vorderrand der

Nasenverbreiterung, Oberiippe und Wangen an-

gedunkelt.

Flihler. Etwa 1/3 langer als Flügeldecken. Glieder

1 bis 9 etwa gleich breit, dann zur Spitze hin anschwel-

lend; Basisglied etwas breiter aber wesentlich schma-

ler als Endglied; dieses an der Spitze schrag abgeschnit-

ten und dadurch asymrnetrisch. Alle Glieder Ianger als

bxi:; 3. fast 2.5-mal so lang wie breit und deutlich lan-

ger als die folgenden rnit Ausnahme des Endgliedes;

dieses fast so lang wie 9 und 10 zusammen. Im Basis-

bereich dicht, zur Spitze hin lockerer mit schmalen

Haarschuppen besetzt; diese kaum abstehend; die letz-

ten Glieder zusatzlich mit Fiaumbehaarung. He11 rot-

lich-braun.

Halsschild. In Aufsicht (Abb. 137) umgekehrt glok-

knfiirmig; so lang wie breit, groBte Breite gering hin-

k:' cki. Mitte. Seitenkonturen S-formig. Vorderrand breit

gerundet, etwas breiter als Hinterrand. Vorderecken

k'errundet, Hinterecken deutlich spitz gewinkelt. Schei-

be knapp hinter der Mitte niit zwei kleinen kegelformi-

gen Hockern, die unvermittelt aus der Oberfiache auf-

ragen. Dorsalkontur (Abb. 128) insgesamt schwach ge-

wolbt, durch die spitzen Hocker jedoch knapp hinter

der hlitte gewinkelt erscheinend. an der Basis gering

a!i


lert, an der Spitze nach innen gebogen und venundet.

'

(Abb.222; vegl. auch Bellés, 1996, p.70, Abb. 1 1).

GroBe

Lange: 2,2-2,5mm.

Verbreitung

Kanaren: Lanzarote.

Lebensweise

Unbekannt.

Sphaericus (Sphaencus) dawsoni (Wollaston)

Ptinus (Sphaericus) Dawsoni Wollaston, 1854:263.

Ptinus dawsoni: Boieldieu, 1856:683.

Trigonogenius (Ptinus) dawsoni: Wollaston, 1857:90.

Sphaericus dawsoni: Wollaston, 18652 18; Fauvel,

189759; Schmitz, 1898:63; Pic, 1912: 10; Jansson,

1940:60; Lundblad, 1958:479. .

Sphaericus (Sphaericus) dawsoni: Bellés, 1994:67.

TypenmateIiai

Lectotypus d : Deserta Grande, Nordspitze, Ende

Mai 1850 (Wollaston 1854:263), leg. Wollaston

(NHML: Klebeplattchen rot markiert; Bezettelung: 1.

WeiB, handschriftlich: "Ptinus dawsoni type Woll."; 2.

WeiB: Typus Deserta Grande, leg. Woll.; 3. Rot:

Lectotypus Sphaericus dawsoni Woll., Erber & Hinter-

seher des. 1993).

Paralectotypen: Deserta Grande, leg. Wollaston ( 1

OUM: Klebeplattchen rot markiert; Bezettelung: 1.

Rund. blau gerandet: "Syntype"; 2. WeiB: Deserta

Grande, leg. Woll.; 3. WeiB, rot gerandet:

Paralectotypus Sphaericus dawsoni Woll., Erber &

Hinterseher des. 1993); Ilheu Bugio, 1eg.Wollaston (6

(l=Q) OUM: Klebeplattchen schwarz markiert;

Bezettelung: 1. Rund, blau gerandet: "Syntype"; 2.

WeiB: Bugio, leg. Woll.; 3. WeiB, rot gerandet:

Paralectotypus Sphaericus dawsoni Woll., Erber &

Hinterseher des. 1993).

Anmerkung

Aedeaguspraparationen wurden am Lectotypus und

an einem d aus der Serie von der Insel Bugio durchge-

führt. Obwohl das Exemplar aus dem NHML bescha-

digt ist, wurde es als Lectotypus designiert, weil es

bereits von Wollaston mit einem Schildchen "type

Woll." versehen wurde.

Differentiaidiagnose

Sehr groí3e Art (1,85-2,65mm). Tief dunkelbraun

bis kastanienbraun mit rotlich-braunen Aufhellungen;

COLEOFTEH.~ 4

190

Fühler und Beine hellbraun mit dichter ockedarbener

Beschuppung. Nasenrücken an der Basis augenbreit,

nach vorn konisch verbreitert, oben flach. Augen rela-

tiv flach. Fühler etwas langer als die Flügeldecken, die

drei Basalglieder fast gleich breit, dann bis zum 9. Glied

stark verschmtilert und erst zur Spitze hin wieder leicht

verbreitert, Endglied relativ klein. Halsschild hinter der

Mitte winklig verrundet gebuckelt, nach vorn stark ver-

engt, dadurch Vorderrand wesentlich schmaler als

Hinterrand; Dorsalkontur im hinteren Drittel hoch rund

gewolbt, davor sehr flach; mit rund-ovalen Grund-

schuppen und kraftigen spatelfokiigen Haarschuppen.

Flügeldecken mit groBter Breite an den Schulterecken,

diese verrundet, Flanken nach hinten leicht konkav stark

verengt, Apex nur leicht gerundet, fast quer abgestutzt;

Dorsalkontur gleichmiiBig auffallend lang gewolbt,

dann abrupt stark gewolbt in den sehr steilen Absturz

übergehend, Nahtspitze relativ klein und nur wenig nach

hinten vorstehend; mit langlichen weiBen und ocker-

farbenen Grundschuppen und unscheinbaren schmalen

Haarschuppen relativ dicht bedeckt, über dem Absturz

durch Verdichtung weiBer Grundschuppen eine Quer-

binde, die durch schuppenfreie Felder davor und da-

hinter betont wird; in den vorderen 2/3 unregelmaBig,

2.T. reihig stark punktiert, im hinteren Drittel

unpunktiert, nur mit feinen Kornchen. Aedeagus siehe

Abb.223,221.

Durch den hoch gewolbten Halsschild, die breit

"sargformigen" Flügeldecken und deren Punktierung

sowie die starke Beschuppung von Fühlern und Bei-

nen eindeutig charakterisiert.

Nachbeschreibung

Kopf. Relativ schmal. In Vorderansicht (Abb.46)

Seitenkonturen fast parallel, zwischen Augen und

Wangenspitzen leicht eingezogen. Die nur flach ge-

wolbten Augen diese nicht überragend. Oberer Fühler-

grubenrand schwach bogig. nicht gewulstet, Fühler-

grubendach nur angedeutet lidartig ausgebildet, ledig-

lich lateral der Fühlerinsertion etwas vorspringend.

Nasenrücken an der Basis knapp augenbreit, nach vorn

leicht konisch erweitert, oben abgeflacht und angedeu-

tet gewinkelt in die Nasenverbreiterung übergehend;

diese am Vorderrand sanft konkav ausgerundet. Ober-

lippe mit schwach genindeten Seiten und schwach kon-

kavem Vorderrand. Mandibeln kraftig mit verrundet

rechteckigen Seitenecken und schwach doppelbogiger

Vorderkante. In Seitenansicht (Abb.47) Nasenrücken

ohne jede Einsenkung in einer Ebene rnit der Stirn.

Übergang zur Nasenverbreiterung deutlich abgeknickt.

Augen stark verrundet dreieckig, aus ca. 60 Facetten

mit relativ flach gewolbten kleinen Linsen bestehend.

Wangen ca 1/3 ihrer Lange frei vor Hals stehend. Grenze

,

i


untermischt. AuBerdern überall ziemlich unauffallig

locker angeordnete, anliegende, gelbliche Haar-

schuppen von etwa 2,Sfacher Lange der Grund-

schuppen; diese deutlich schlanker als die auf dem

Halsschild. Oberflache. UnregelmaBig punktiert;

Punktierung manchmal kurzstreckig langsreihig, aber

keine regelmaBigen Langsreihen bildend. Punkte im

Bereich der vorderen zwei Drittel sehr groB, grubig,

etwas eckig wirkend, meistens im Abstand eines Punkt-

durchmessers voneinander stehend, manchrnal dichter,

manchmal auch weiter. Punkte am Vorderrand mit ei-

nem winzigen, nicht in den Punkt einspringenden Korn-

chen, aus dem eine Haarschuppe entspringt. Kurz vor

dem Absturz ziemlich abrupt in unpunktierte Oberfia-

che übergehend, auf der bei starker VergroBerung nur

noch winzige, sehr vereinzelt stehende Kornchen als

Ursprung der Haarschuppen zu erkennen sind. Punkt-

zwischenraume vorne gering kornig und mikro-

punktiert. Oberflachenglanz gering, mehr seiden-

glanzend. F&bung. Dunkel kastanienbraun, zur Spitze

geringfügig aufgehellt.

Beine. Sehr kraftig. Schenkel stark gekeult, Schie-

nen zur Spitze stark verdickt. Vorderschienen knapp 5/

6 so lang wie Halsschild breit. Hinterschienen etwa 1/4

Ianger als Vorderschienen, innenkonkav gebogen. Tar-

sen relativ kurz, nur etwa 2/3 so lang wie die Schiene,

an den robusten Beinen sehr zart wirkend. 1. Giied der

Vordertarsen so lang wie breit, das der Mittel- und

Hintertarsen deutlich langer als breit, 2. bis 4. etwas

breiter als lang. Endglied kurz, etwa 3-mal so lang wie

breit, nur wenig verdickt, viel schmaler als 4. Glied.

Klauen relativ kraftig und kurz, nur gering langer als

Endglied breit. Dicht beschuppt, Untergrund kaum

sichtbar. Schuppen an der Innenseite von Schenkel und

Schienen viel dünner und lockerer, an der Unterseite

der Schenkel in der distalen Halfte einen Wimpernsaum

bildend, an den Schienen zur Spitze hin sehr dicht und

anliegend die gesamte Innenseite einnehmend. Hell-

braun. jedoch durch die Beschuppung ockerfarben, wie

die Fühler.

Aedeagus. Knapp 112 so lang wie Flügeldecken, im

UmriB langs oval. Penis sehr kriaftig, von der Basis zur

Spitze allmahlich verjüngt, in Seitenansicht sichelfor-

mig gebogen, Spitze verrundet. Parameren so lang wie

der Penis, aus breiter Basis zur Spiíze hin innen stufig

verschrnalert, irn Spitzenbereich leicht nach auBen stre-

bend; Spitze verrundet (Abb.223,224; gezeichnet nach

einem Paralectotypus von Bugio (OUM)).

GroBe

Lange: 1.86-2.64mm; Breite: 1.25-1.48nim.

COLEOPTERA 4

193

.

Verbreitung

Madeira: Desertas, alle drei Inseln.

Lebensweise

Unbekannt; bisher nur im Miirz (Hinterseher) oder

Mai (Wollaston) jeweils unter Steinen gefunden,

Aktivitatszeit moglicherweise irn Frühjahr.

Zusatzlich untersuchtes Material

Ilheu Chao, 18J19.111.1982,leg.Hinterseher (1 cErb,

2 cHin).

Spbaericus (Sphiaericus) pinguis (Wollaston)

Ptiniis (Sphaericus) pinguis Wollaston, 1854:264.

Ptinus pinguis: Boieldieu, 1856:264.

Trigonogenius (Ptinus) pinguis: Wollaston. 1857:90.

Sphaericus pinguis: Wollaston, 1865:2 17; Fauvel,

189759; Schrnitz, 1898: 63; Pic, 1912:lO; Jansson,

1930:60; Lundblad, 1958:479.

Trigonogenius gibboides Boieldieu, 1854:84

Tipnus gibboides: Boieldieu, 1856:669.Syn. + nov.

Sphaericusgibboides: Reitter, 1884298; Pic, 1912: 10;

Horion, 1961:258.

Sphaericus (Sphaericus) gibboides: Bellés, 1994:66,

1996:220; Borowski, 1996:17.

Sphaericus impunctipennis Wollaston, 1864:24 1 ;

1865:217; Pic, 1912:lO.

Sphaericus africanus Pic, &896a:6; 1912:lO.

Sphaericus grandjeani Pic, 1896x6; 1912:lO.

Sphaericus madecassusPic, 1909: 108; 1912: 10; Bellés,

199 1 :24.

Sphaericus brasiliensis Pic, 1930:74.

Sphaericus densepunctatus Pic, 1936: 13 1.

Typenmaterial

Lectotypus Sphaericus pinguis Wollaston d: Ma-

deira, Sáo Vicente, Wollaston ex Coll. Lowe (NMLH:

Klebeplattchen ohne Farbmarkierung; Unterseite: 1275;

Bezettelung: 1. Rund, rot gerandet: "Type"; 2. WeiB,

handschriftlich: "Ptinus pinguis type Woll."; 3. WeiB:

The Madeira Is., T.V.Wollaston, B.M. 1855-7; 4. Rot:

Lectotypus Sphaericus pinguis Woll., Erber & Hinter-

seher des. 1995).

Paralectotypen: Madeira, ohne Etiketten, from

Dr.Heineckens Collection, (1 NHML: Klebeplattchen

ohne Farbmarkierung: Unterseite: 63; Bezettelung: 1.

WeiB, rot gerandet: Paralectotypus Sphaericus pinguis

Woll., Erber & Hinterseher des. 1995); Madeira, ohne

Etiketten, captured in the Ribeira of Sta. Luzia ? (1

NHML: Klebeplattchen ohne Farbmarkierung; Unter-

seite 709; Bezettelung: 1. Wie vor).

Lectotypus Sphaericus irnpunctipennis Wollaston:


i

Erber: Revision drr Cattiing Sphaerkus Vollaston der Laiiti-hIakaronesischen Region

Kanansche Inseln, Gomera, Umg. Hermigua, Frühjahr

1862, leg.Crotch, Wollaston (NHML: Klebeplattchen

TOt markiert; Bezettelung: 1. Rund, lila gerandet:

Lectotype; 2. Rund, blau gerandet: Syntype; 3. Rund,

orange gerandet: Type; 4. WeiB, handschnftlich: "

impunctipennis Woll."; 5. WeiB: Gomera, The Canary

1s. T.V.Wollaston, Brit. Mus. 1864-80; 6. WeiB:

impunctipennis vidi 15.9.1981 T.Leiler; 7. Rot:

Lectotypus Sphaencus irnpunctipennis Woll., vid. Erber

1998; 8. WeiB: Sphaericus pinguis Woll., Erber

det.1998); Gomera, gleiche Daten (1 OUM: Klebe-

. ' i:tchen rot markiert; ohne Etiketten: Bezettelung: 1.

Rot: Paralectitypiis Sphaericus impunctipennis Woll.

vid. Erber 1998; 2. WeiB: Sphaericus pinguis Woll.,

Erber det. 1998).

Lectotypus Trigonogenius gibboides Boieldieu 9:

Italien, Lombardei (MNHN: Bezettelung: 1. rund, ori-

ginal: Lombardie; 2. klein, gedruckt: 29; 3. Museum

Paris, Coll.Ch.Aubé; 4. rot: Syntype; 5. original

handschriftl. Bleistift: Trigonoge gibboides Lombardie;

5 -.x: Lectotypus Triponogenius gibboides Boieldieu

1845, Erber & Hinterseher vid.2000; 7. weiB:

Sphaericus pinguis Wollaston 1854, Erber &: Hinter-

seher det.2000).

Paralectotypen: gleicher Fundort (1 9 MNHN:

Bezettelung: 1.-5. und 7. wie bei Lectotypus; 6.

Paralectotypus Trigonogenius gibboides Boieldieu

1854, Erber & Hinterseher vid.2000); gleicher Fund-

ort (2 Q9 MNHN: Bezettelung: 1. geschrieben von

i1.P:rti: Lornbardie; 2. hluseum Paris, Coll.Ch.Aubé;

3. rot Syntype; 4. rot: Paralectotypus Trigonogenius

gibboides Boieldieu 1854, Erber ¿t Hinterseher

des.2000; 5. weiB: Sphaericus pinguis Wollaston 1854,

Erber & Hinter-seher det.2000); Sizilien (1 9 MNHN:

Bezettelung: 1. rund, original: Sicile; 2. Museum Pa-

ns, Coll.Ch.Aubé; 3. rot: Syntype; 4. und 5. wie vori-

gel.

A - r? :rkungen

Bellés hat 1994 die Arten S.pingius Wollaston,

S.irnpunctipennis Woilaston sowie S.africanus Pic,

S.prandjeani Pic, S. brasiliensis P~C und

S.densepunctatcis Pic rnit S.pibboides Boieldieu

synonyrnisiert, nachdern er dies bereits 1991 mit

S.madecassus Pic getan hatte. Wir stirnmen dieser Zusammenfassung

vol1 ZLI. Nach unseren Recherchen hat

jedoch der Narne pingriis Wollaston Prioritat, da die

.--eibung Boieldieus erst im Dezernber 1854 und

dmit spater als U'ollastons Werk publiziert wurde (siehe

Boieldieu 1854 u. I856:629 sowie Abb.265; siehe

auch Sitzungsbericht ...., 1854).

Wollaston lagen drei Exemplare dieser Art vor, von

denen er selbst eines be¡ Funchal gefangen hat, wah-

193

rend er je eines aus der Sammlung von Dr.Heinecken

und von R.T.Lowe erhalten hat (Wollaston, 1854264).

Letzteres, das von Silo Vicente stamrnt, hat er offenbar

seiner Beschreibung zugrunde gelegt. Wir haben die-

ses Exernplar im NHML vorgefunden; es tragt ein

Schildchen mit "Prinus pinguis type Woll." in

Wollastons Handschrift sowie die Nurnrner 1275 auf

der Unterseite des Klebeplattchens, die auf den Fund-

ort Silo Vicente verweist (siehe Wollaston, 1855: Nr.63

u. Nr.709; die Liste endet zwar niit der Nr.777, die Be-

deutung der Nr.1275 IaBt sich jedoch aus den beiden

anderen Niirnniern erschlieBen, da sich diese auf die .

beiden ahderen bei Wollaston (1854) gennnnten Fund-

orte beziehen). Wir haben das bereits von Wollaston

als "type" deklarierte Exernplar als Lectotypus desi-

gniert, die beiden anderen als Paralectotypen.

Die Beschreibung von Sirnpuncripennis basiert auf

drei Exemplaren, die Wollnston von Dr.Crotch erhal-

ten hat. Dieser hatte sie irn Frühjahr 1862 auf der Insel

Gornera bei Hermigua gefangen (Wollaston ( 1864:241/

243). Wollaston weist bereits bei der Artbeschreibung

auf die sehr nahe Verwandtschaft zu Spinpiiis von

Madeira hin (Wollaston, 1854); spater nennt er sie den

Reprasentanten der madeirischen Art auf den Kanaren

(Wollaston, 1865).

Von den drei Exemplaren haben wir eins irn NHML

und eines im OUM gefunden; das dritte Exernplar ist

offenbar verloren gegangen. Das Londoner Exemplar

wurde von uns genitaliter untersucht: Es handelt sich

urn ein Mannchen, der Aedeagus ist mit denen anderer

Mannchen von S.pinguis identisch. Wir haben dieses

Tier, das ein Etikett rnit der Aufschrift "irnpunctipennis

Woll." (handschriftlich con Wollaston) tragt, wie folgt

bezettel t: "Lectotypus Sphaeticus impuncfiprnnis Woll.

vid. Erber 1998" (rot) sowie "Sphaericuspinguis Woll.

Erber det. 1998" (weiB): es tragt auBerdern ein Etikett

"impunctipennis vidi 15.9.198 1 T.Leiler". Das Exem-

plar im OUM triigt keine Etiketten; es wurde von uns

wie folgt gekennzeichnet: "Paralectotypus Sphaericus

impunctipennis Woll. vid. Erber 1998" (rot) und

"Sphaericus pinguis Woll., Erber det. 1998" (weiB).

Die Beschreibung von S.pibboides durch Boieldieu

( 1854: Triponogeniiis gibboides; 1856: Tipnus

gibboides) basiert auf Tieren aus Italien (Lombardei

und Sizilien) und Alguien. Diese Tiere, von denen wir

fünf Exemplare (alles Weibchen) sehen Lotinten, be-

finden sich als Syntypenserie in der Collection Aiibé

irn MNHN; ein Holotjpiis wurde von Boitldieu nicht

ausgewiesen.

Uns hüben aiis d m ShlNS aiich Tiere aub der Kap-

Region Siidafrikas vorgelrgen, die z~ eife1lo.s zu S.

gibboides gehoren; sie \\urden von uns jedoch nicht

berücksichtigt.

-


Wegen Verletzungsgefahr wurde der Aedeagus

beim Lectotypus nicht untersucht; Beschreibung und

Abbildung erfolgten vielmehr nach einem Mannchen

von den Azoren.

Die Art scheint kosmopofitsch verbreitet zu sein.

Trigonogenius gibboides Boieldieu wird in der Li-

teratur manchmal intümlich als gibbioides gefuhrt (z.B.

Freude, 1969)

Differentialdiagnose

In der GroBe sehr schwankende Art (1,26-2,4mm).

Dunkelbraun, Kopfrander, Flügeldeckennaht und -

seitenrander geschwiirzt, Halsschildvorderrand aufge-

hellt, Fühler und Beine hellbraun. Nasenrücken knapp

augenbreit, fast parallel, nur gering nach vorn diver-

gierend. Augen sehr klein. Fühler deutlich kürzer als

die Flügeldecken. Halsschild langlich, Seitenkonturen

nur seicht gerundet mit groBter Breite in der hinteren

Halfte, nach vorn leicht konisch verengt; Dorsalkontur

schwach gewolbt, im hinteren Drittel leicht rund ge-

buckelt. Flügeldecken bauchig, breit oval bis eiformig

rnit mehr oder weniger betonten Schulterecken, Lan-

gen-Breiten-Verhaltnis schwankend (siehe Abb.13 I-

133, Apex verrundet bis leicht abgestutzt; Dorsalkontur

gleichmaBig hoch gewolbt, Absturz stark gewolbt, leicht

überhangend, Nahtspitze fast senkrecht; mit Grund- und

Haarschuppen; dicht feinkornig, nur in der Vorderhalfte

mit kleinen flachen Punkten. Aedeagus siehe Abb.225-

226.

Durch relativ schmalen Halsschild und die blasig

wirkenden, matt glanzenden, fast unpunktierten Flügel-

decken von allen anderen Arten gut zu unterschieden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.48) Seitenkonturen

hinter den Augen gering konisch erweitert, vor den

Augen nach vorn fast parallel, nur zur Wangenspitze

hin gering breiter werdend. Augen relativ klein, die

Seitenkonturen nicht überragend. Stirn iin hlittelteil

Iangsgrubig vertieft, seitlich der Grube etwas beulig

gewolbt erscheinend. Oberer Fühlergrubenrand etwa

auf halber Augenhohe gelegen, nur leicht bogig zur Stirn

ernporgezogen. Fühlergrubendach nur in dcr inneren

Halfte fast in Stirnebene bis nahe zum Nasenrücken

hin vogezogen, die Fühlerinsertion jedoch nicht über-

deckend, in der auBeren Halfte, insbesondere neben den

Augen steil einfallend. Nasenrücken relativ breit, nur

gering schmaler als Augenbreite, nach vorn nur gering

verbreitert, oben schwach quer gewolbt ohne

Se i t e n ra n d ka n tu ng , m i t re 1 a t i v fl ac h e i n fa 1 1 en de n

Seitenwtinden. Übergang zur Nasenverbreiterung ge-

winkelt; deren Schenkel fast geradiinig. in einem Win-

kel von etwas mehr als 90" divergierend; ihre Rander

COLEOPTERA 4

kantig markiert, steiler in die Fühlergrube abfallend ~ I S

der Nasenrücken; ihr Vorderrand fast in ganzer Breite

leicht ausgerundet. Oberlippe nach vorn gerundet ver-

engt, am Vorderrand ebenfalls ausgerandet. Mandibeln

an der Vorderkante nur sehr schwach geschwungen, vor

den abgerundet rechteckigen Seitenecken genng ein-

gezogen; ihre Seitenschenkel relativ lang. In Seitenan-

sicht (Abb.49) Stirn gering eingesenkt, fast in einer

Ebrne mit dem Nasenrücken liegend, ohne Eindruck

an der Nasenbasis; Nasenverbreiterung gegenüber dem

Nasenrücken dagegen abgewinkel t. Fühlergruben un-

mittelbar vor den Augen durch ein feines Faltchkn ge-

gen die Wangen abgegrenzt; dieses Faltchen nach vor-

ne hin verschwindend. Wangen etwa 113 ihre Lange

frei vor Hals stehend. Grenze zwischen Kopfes und Hals

lediglich durch fehlende Behaarung des Halses mar-

kiert. Augen aus ca. 35 Facetten bestehend.

Beschuppung. Der gesanite Kopf rnit langgestreckten,

abgeflachten Schuppen bedeckt; diese ca 5-mal so lang

wie breit, gelblich, auf der Stirnmitte gerade nach vorn,

auf den Stirnseiten schrag nach vorn innen genchtet,

auf dem Nasenrücken etwas kammartig angeordnet, auf

der Nasenverbreiterung von beiden Seiten nach innen

und in der Mitte leicht gescheitelt nach vorn genchtet.

Oberlippe ani Vorderrand rnit weichem, goldgelbem

Haarsaum von etwa halber Oberlippenlange; zudem am

Vorderrand der Nasenverbreiterung. auf Oberlippe und

Mandibeln dünne, viel Iangere, niehr weiBliche Haare.

Oberflache. Insgesarnt gleichartig dicht feinkornig

skulpturiert. Farbung. Dunkelbraun, Seitenkanten der

h'jasenverbreiterung und Vorderkanten der Oberkiefer

geschwarzt.

Fühler. Deutlich kiirzer als die Flügeldecken. 1. bis

5. Glied an Breite abnehniend; 5. bis 9. etwa gleich

breit; 9. bis I l. wieder breiter werdend. 1. Glied sehr

breit, dadurch nur etwa 1.5-mal so lang wie breit; 2.

uiid 3. fiist doppelt so lang wie breit: 4. bis 9. gering

niehr oder weniger als 1,5-maI so lang wie breit; 10.

nur gering Ianger als breit; 1 l. doppelt so lang wie breit.

etwas asymmetrisch zugespitzt. An der Basis dicht be-

deckt init langen, abgeflachten, relativ breiten, nur leicht

aufgerichtcten Schuppen von etwa gleicher Form wie

die Grundxhuppen der Stirn; deren Breite etwa ab dem

5. GIied abnehmend und dadurch inimer haarformiger

werdend. Endglied niit weicher, feiner

Flaumbehaarung. Alle Glieder etwa gleich chagriniert.

an den Basisgliedern anderitungsweise etwas grober als

am Endglied. Hellbraun; Kanten des ersten Gliedes

geschwtirzt.

Halsschild. In Aufsicht (Abb.131) Ianglich, knapp

1/10 liinger 01s breit. Seitenkonturen in den vorderen 2/

3 nur ganz schwach geschwungen divergierend, am

Übergang zuni hinteren Drittel gering starker gewolbt.


Erher: Revision der Gattung Sphaericus Vollaston drr LauriJlakaronesischen Region

hier die breiteste Stelle. Vorderrand etwas starker gerundet

und schmaler als Hinterrand. Dorsalkontur

(Abb. 132) am Übergang zum hinteren Viertel schwach

gebuckelt; davor flach, nur am Vordemand leicht gemndet;

hinter dem Buckel fast geradlinig zum Hinterrand

abfallend. Seitenflachen gleichrnaBig flach gewolbt.

Hinterrand durch eine tiefe Rinne scharf, nach

unten breiter werdend, abgesetzt; die Rinne vor den

Vorderhüften endend und in eine angedeutete rnuldige

Vertiefung übergehend. Beschuppung. Scheibe dicht

bedeckt rnit rund- bis spitzovalen Grundschuppen von

uc!wgelber und weiBgrauer Farbung. Diese Schuppen

nicht vollig anliegend, sondern leicht aufgerichtet und

sich überlappend. Die weiBen Schuppen vor allem arn

Vorderrand, auf einem Querband am Übergang zum

hinteren Drittel, in den Hinterwinkeln und an den Seitender

Scheibe konzentriert, durch Untermischung von

ockergelben Schuppen, die in den übrigen Arealen dominieren.

jedoch kein deutliches Muster ausgepragt.

Dnneben zahlreiche abgeflachte, relativ breite, überwieg=:iJ

gelbe Haarschuppen; diese wie die Grundschuppen

nur leicht aufgerichtet. Beide Schuppentypen

auf die h6chste Erhebunp der Scheibe am Übergang

zum hinteren Viertel ausgerichtet. Seitenflachen ebenfalls

grauweiB beschuppt; die relativ groBen Grundschuppen

bis in Vorderhüftnahe reichend, ohne ihre

Form zu andern; die Haarschuppen hier noch breiter

als auf der Scheibe. Mittellinie nicht vorhanden. Oberflache.

Soweit durch die dichte Beschuppung erkennbx.

sowohl auf der Scheibe wie an den Seitenflachen

dicht kornig; Korner mit Zentralpiinkt als Ursprung fur

die Haarschuppen. Kornelung bis in die Niihe des Vordemandes

reichend, hier jedoch abgeschwacht; Vorderrand

selbst dicht gemascht. wobei die einzelnen Maschen

durch starke Wolbung als Mikrokornchen imponieren.

F&bung. Dunkelbraun, zum Vorderrand hin eine

Nuance heller werdend, Vorderrand selbst jedoch dunkelhraun.

Eliigeldecken. Blasig aufgetrieben. In Aufsicht

(Abb.131; siehe auch Bellis, 1991, Abb.14) breit oval

bis eiformig, niit leicht abgestutztem Apex. GroBte

Breite am Übergang zum mittleren Drittel. (Innerhalb

der groBen Serie an untersuchten Tieren schwankt das

Langen-Breiten-Verhaltnis (siehe Abb. 13 1 - 135), ohne

da8 eine bestimmte Korrelation mit dem Geschlecht

oder einer Subspecies deutlich wird.) Dorsalkontur

( Ai+. 133 stark gewolbt. im Absturz gewolbt überhan-

, 1. ;

C.'..'. ';ahtspitze senkrecht stehend, nicht nach hinten

vorragend. oben dachforniig aber nicht gekielt. Naht

auf ganzer Lange im Niveau der benachbarten Flache

liegend, nur im Abstiirzbereich gering priibig eingesenkt.

Seitenrand in Hohe der Hinterhüften sehr

schwach ausgerandet. Schulterpartie be¡ Blick von vorn

195

unauffallig, nur gering abgeflacht. Beschuppung. Schei-

be rnit zwei Typen von Grundschuppen; diese vOllig

unterschiedlich zu denen des Halsschildes: 1. kleine,

schmal spindelige, ockergelbe und 2. etwas breitere,

grauweiBe. Letztere bilden Verdichtungen in der

Schulterregion sowie am Übergang zum hinteren Fünf-

te1 rechts und links der Naht in je einer schmalen, et-

was schrag nach vom auBen gerichteten kurzen Binde.

Die ockergelben decken die übrigen Areale , in denen

sie dicht aneinandegrenzen, sich aber fast nirgends

überlappen. Dazwischen recht unauffallige (bei schwa-

cherer VergroBerung leicht zu übersehende) .Haar-

schuppen; diese sehr schmal, ca 1/3 Ianger als die -

Griindschuppen, ebenfalls ockerfarben, z.T.auch etwas

heller, anliegend, nur wenige schrag aufgerichtet. Sei-

tenfliichen bis zu den Vorderhüften rnit Grundschuppen

dicht besetzt; diese hier noch etwas schmaler als auf

der Scheibe. Oberíigche. Bei geringer VergroBerung

glatt wirkend, nur matt fettglanzend, ohne Punktierung.

Bei ca. 250-facher VergroBerung zeigt sich eine dicht

kleiniiiaschige Chagrinierung rnit zahlreichen Mikro-

punkten in den Kreuzungspunkten der Maschenrander;

Maschen leicht erhaben. Daneben etwas starker erha-

bene und etwa doppelt so breite glanzende Kornchen,

vor allem in der hinteren Halfte. In der vorderen Halfte

zudem sehr flachgrubige runde Punkte mit einem

Durchmesser von annahernd halber Grundschuppen-

Iange; aus ihnen entspringen Haarschuppen. Die klein-.

maschige Chagrinierung auch innerhalb der Punkte

vorhanden. Fiirbung. Einfarbig dunkelbraun wie der

Halsschildvorderrand; Naht und Seitenrand in ganzer

Lange schmal geschwarzt.

Beine. Relativ Iang iind schlank wirkend. Schenkel

lang, von der schmalen Basis aus anschwellend ver-

dickt, in der Spitzenhalfte keulig. Vorderschienen etwa

516 so lang wie Halsschild breit, an der Basis sehr dünn,

zur Spitze hin auf das ca. 3-fache erweitert. Hinter-

schienen um 1/3 Ianger als Vorderschienen, stark innen-

konkav gebogen. Vordertarsen 213 so lang wie Vorder-

schiene; ihre Breite von der Basis zur Spitze nur sehr

pering abnehmend. Basisglied gering Ianger als breit;

2. bis 4. etu'a so breit wie lang; Endglied so lang wie 3.

und 4. zusammen. Klauen klein, pleichniiiBig gebogen,

so lang wie 4. Glied hoch. Mit gleichforniigen, gelb-

weiBen Haarschuppen besetzt; diese an den Schenkeln

parallel zur Langsachse. an den Schienen schrag zur

AiiBenkante hin gerichtet und hier zur Schienenspitze

hin schrag abstehend: sonst iiberall anliegend. hoch-

stens gering angehoben. Einheitlich hellbraun wie die

Fii hler.

Aedeagus. Fast halb so lang wie Flügeldecken, sehr

schlank, Basishalfte etwas breiter als Spitzenhalfte.

Penis krsftip. in seiner ganzen LHiige gleich breit, nur


im Spitzenbereich leicht verschmalert, an der Spitze

stumpf verrundet. Parameren sehr gering langer als

Penis, sehr schlank, in ihrer Basishalfte gleich breit

bleibend gering nach innen ziehend, in ihrer Spitzen-

halfte zur Spitze hin leicht verschmalert und nach in-

nen gebogen, Spitzen stumpf verrundet; typisch ein

nach innen vorspringender verrundeter Winkel in ihrer

Langsmitte und, damit korrespondierend, ein leicht

konkaver Schwung an der AuBenseite. (Abb.225.226;

siehe auch Bellés, 1991, Abb.16 u. 1996, Abb.8 sowie

Borowski, 1996, Abb.2 1).

Grok

Lange: 1.26-2.40mm; Breite: 0.75-1.59mm.

Verbreitung

Madeira; Kanarische Inseln: Teneriffa. La Gomera,

Gran Canaria, Hierro; Azoren: Sta.Maria; St.Helena;

Europa: Portugal, Frankreich, Italien. Deutschland,

Holland, Polen; Nordafrika; Südafrika; Madagaskar;

Indien; Indochina; China; Brasilien; USA: California;

Kanada: British Columbia.

Lebensweise

Wahrend sich die Tiere, die in der Laubstreu des

Laurus-Erica-Mischwaldes auf Madeira gefunden wur-

den, vermutlich von pflanzlichem Detritus ernahren,

sind viele Tiere dieser Art zu anthropophiler Lebens-

weise übegegangen. Wiederholt wurden sie in mensch-

lichen Behausungen und Lagerraumen (Decelle, 1972)

angetroffen, wo sie sich von getrocknetem pflanzlichen

Material ernahren und gelegentlich auch Schaden an-

richten. Das Spektrum der akzeptierten Nahrung reicht

offenbar sehr weit: Bellés (1994) fand sie in Samen

Yon Charnaecytisus profiferus (L.), die von uns in Por-

tugal gesammelten Tiere befanden sich in getrockne-

ten Kamillenblüten (Matricaria chaniomiffa L.), Freu-

de (1969) nennt allgemein ”Saatgut und trockene

Pflanzenteile”. Lepesme (1 944) nimmt an. daB sie vor

allem von kleinen Pflanzenpartikeln, die sich am Grun-

de von Vorratsbehaltern sammeln, leben. Als Beispiel

nennt er Baldrianwurzeln, Vétiver-Wurzeln

(Andropogon squarnosus), die gegen Motten eingesetzt

werden; eine besonders starke Vermehrung stellte er in

Kümmelsamen fest. Nach Hinton (1941) wurden sie

auch in rotem Pfeffer und als Schadlinge in Herbarien

angetroffen. Wirtschaftlich scheint die Art jedoch im

Vergleich mit anderen Ptiniden keine groBe Rolle zu

spielen, denn Howe (1960), der die Bedeutung von

Ptiniden als Schadlinge diskutiert, nennt für S.pinguis

lediglich deren Verbreitung.

Über Aktivitatszeiten ist wenig bekannt: Auf Ma-

COLEOPTERA 4

196

deira sind die Imagines offenbar das ganze Jahr über

aktiv, im Winter in der Laubstreu (hierin wurden auch

abgestorbene Exemplare gefunden). Auch zur Larval-

entwicklung im Freiland gibt es keine Hinweise. In

Laborversuchen erzielte Renner (1979) folgende Er-

gebnisse: Generationsdauer bei Zimmertemperatur: 8-

9 Monate; Nachkommenzahl der Weibchen stark

schwankend: 14-76 (im Mittel 53); Lebensdauer der

Imagines: im Mittel 11-12 Monate, maximal 19 Mo-

nate; Larvalentwicklung im Innem von Wurzeln, hier

getrocknete Petersilienwurzeln; Verpuppung in den

Wurzeln oder in Puppenwiegen, die durcfi Verspinnen

feiner Nahrungsreste hergestellt wurden.

Zusatziich untersuchtes Material

Madeira, Sáo LourenGo, Casa de Sardinha, an Di-

stel, 7.-9.IX. 1985, 1eg.Erber (6 cErb, 3 cHin); Madei-

ra, Rabapl, Levada Vinte et Cinco Fontes, 900m, aus

Forna gesiebt (LaurusEnca-Wald), 7.1.1996,leg.Erber

(1 9 cErb); Madeira: Ponta de Sño Lourenso, Umg.Casa

de Sardinha, 7.X1.1997, 1eg.Lange (1 cErb, 12 cLan);

Made ira: Rabacal, Umg. Risco-Wasserfall,

Laubgesiebe, 8.XI.1997,leg.Lange (1 cLan).

Azoren, Sta.Maria, Aeroporto, 2.VIII.1985,

1eg.Roberto Pombo (6 UAT, 1 cErb); Azoren, Sta.Maria,

Aeroporto, 2.VIII. 1985, 1eg.Roberto Pombo,

12.VI11.1985 (2 UAT, 3 cErb).

Portugal, S.h.Iartinho, Col de Barros, 25.1X.(oder

III,?) 1903, ex Coll.Klapperich: gibboides Boieldieu

(1 SMNS); Portugal, S.Martinho, Col de Barros,

1eg.D.Stotz (gibboides Boieldieu), (3 NHMB); Italia,

1eg.Dr.Will (gibboides Boieldieu), ( 1 NHMB); Italia,

Livorno, leg.(’?) Mainardi (gibboides Boieldieu), (2

NHMB); Sizilien, 1eg.Schaufuss (gibboides Boieldieu),

(1 NHMB); Sardinien, 1eg.U.Lortia (gibboides

Boieldieu), (1 NHMB); Frankreich (gibboides

Boieldieu), (4 NHMB); Portugal, Umg.Lissabon, Quin-

ta de Siio Pedro, in getrockneter Kamille, 19.111.1958,

1eg.Erber (15 cErb); Finnland (moglicherweise aus Gran

Canaria importiert ?), III.1975,leg.Silfverberg (1 cLei);

1 Expl.: Deutschland, Hamburg, Stadt-Gebiet,

IV. 1978(3). 1eg.Elbert (1 cLoh).

Sphaericus (Sphaencus) orbatus Wollaston

Ptinus (Sphaericus) orbatus Wollaston, 1854:264.

Ptinus orbatus: Boieldieu, 1856:681.

Trigonogenius (Priniis) orbatus: Wollaston, 1857:90.

Sphaericus orbarus: Wollaston, 1865:2 18; Fauvel.

189759; Schmitz, 1898:63: Pic, 19 12: 10; Jansson,

1940:60; Lundblad. 3958:479.

Sphaericus (Sphaericus) orbatus: Bellés, 199467.


schiene deutlich, ca. 1/6, langer als diese). Vordertarsen

etwa 2/3 (beim 9 etwa 1/2) so lang wie Vorderschiene.

1. Glied der Hintertarsen knapp 1,5-mal so lang wie

breit; alle anderen Glieder nicht langer als breit. Kiauen-

glied 2,5-mal so lang wie breit und an der Spitze auf

etwa die Breite des 4. Gliedes verdickt; Klauen kraftig,

etwa so lang wie Basisglied breit. Beschuppung lok-

ker, nirgends Untergmnd deckend, an Schenkeln und

Schienen aus feinen, küneren, anliegenden und Iange-

ren, schrag abstehenden Haarschuppen zusammenge-

setzt. Kastanienbraun wie die Fühler; Knie etwas an-

gedunkelt; Tarsen minimal aufgehellt.

Aedeagus. Etwas langer als halbe Flügeldecken-

Iange (bei anderen dd auch genng kürzer). Schlank,

lang gestreckt, im UmriB leicht leierformig. Penis kriif-

tig, zur Spitze hin schlanker werdend und leicht nach

ventral gebogen. Parameren etwa gleich lang wie der

Penis, sehr schlank, zur Spitze hin zunachst nach au-

Ben, dann nach innen gebogen; Spitze mehr oder weni-

ger nach ventral umgebogen. (Abb.240.241).

GroBe

Lange: 0.84- 1.34mm; Breite: 0.48-0.69mm.

Etymologie

Benannt nach der igelartigen Beborstung der Flügeldecken.

Verbreitung

Madeira: Ilhru Cháo, Deserta Grande.

Lebensweise

Die Art wurde von uns zum groBten Teil durch das

Aufbrechen verdicktrr Strünke von Compositen (2.B.

Sonchus und Altemisia argentea). erbeutet. (Bezüglich

der von Wollaston gesammelten Tiere siehe unter

S.albopietus ssp. minutus.)

Zus2tziich untersuchtes Material

Porto Santo, Pico do Facho, Nordflanke, 350m, an

Plantago arborescens, 25.IX. 1992, leg. Erber (Id, zwei-

felhaft, ob zu S.erinacetrs gehorig cErb).

Sphaeicus (Sphaericus) feloi sp.n.

Typenmaterial

Holotypus ,5: Kanarische Inseln: La Palma, Punta

nogales, 20.VII. 199 1. Ieg.Garcia (DZUL: Bezettelung:

1. WeiB: nie vor; 2. Rot: Holotypus Sphaericus feloi

nsp, Erbrr & Hinterseher 1999).

Paratypen: Gleiche Daten wie der Holotypus (Wd,

COLEOPTER~ 4

228

2- DZUL, Id, 19cErb: Bezettelung: 1.weiB: wie vor;

2. WeiB, rot gerandet: Paratypus Sphaericus feloi n.sp.,

Erber & Hinterseher 1999); Ud, 6C9: La Palma, Playa

Nogales, 30.X.1985, 1eg.Garcia (Wd, 5R cGar, Id,

19 CSIC: Bezettelung: 1. WeiB: wie vor; 2. WeiB, rot

perandet: Paratypus Sphaericus feloi nsp., Erber &

Hinterseher 1999); 11 Expl.(daninter 266, 6s): La

Palma, Nogales, 24.X.1984,leg.Garcia (9 (darunter Id,

Se) cGar, 2d, 19 cErb: Bezettelung: 1. Wie vor; 2.

WeiB, rot gerandet: Paratypus Sphaericus feloi n.sp.,

Erber & Hinterseher 1999).

Anmerkungen

Es ist nicht verwunderlich, daB die Tiere bisher als

S.simpZex determiniert wurden; erst die Aedeagus-Pra-

paration hat gezeigt, daB es sich um eine eigenstandige

Art handelt. Wie die Funde vom 30.X.1985 von Playa

Nogales zeigen, treten beide Arten auch kleinrtiumig

zu gleicher Zeit im gleichen Substrat auf (vergl.

Ssimplex S.9 1/92). Da keine auBerlichen Unterschei-

dungsnierkmnlr zu erkennen sind, lassen sich Weib-

chen definitiv nur bestimmen, wenn sie in Copula an-

getroffen werden.

Differentiddiagnose

MittelgroBe Art (1,3-2,2mm). Kopf und Flügel-

decken rotbraun, Halsschild und Fühlerbasis schwarz,

übrige Fühlerglieder und Beine rotbraun, letztere mit

mehr oder weniger angedunkelten Schenkeln und

Schienen. Nasenrücken schmal, parallel oder nach vorn

leicht konisch erweitert, oben gewolbt. Fühler schlank,

etwas langer als Flügeldecken; 3. Glied Ianger als die

Nachbarglieder, etwa 1,7-mal so lang wie breit. Hals-

schild ohne Mittellinie; Dorsalkontur vorn flach, im

hinteren Drittel gleichrnafiig gemndet. Flügeldecken in

Aufsicht eiformig mit verrundeten Schultern und ab-

genindetem, leicht eingezogenem Apex; Nahtspitze

deutlich vorstehend; Dorsalkontur im vorderen Drittel

gleichmiiflig flach gewolbt, nach hinten verflacht, Ab-

sturz gerundet, Flügeldecken die steil-schrage Naht

leicht überragend; Nahtspitze dreieckig nach hinten

gerichtet. Aedeagus siehe Abb.243,244.

Dern S.simplex sehr ahnlich, von diesem nur durch

den vollig anders geformten Aedeagus (vergl.Abb.243

und 254) zu unterscheiden. Aedeagus nahezu identisch

mit dem von S.erinacetis von der Madeira-Insel Chao,

lediglich Spitzen der Parameren deutlicher gefaltet;

auBerlich von diesern durch den schmaleren Nasenrük-

ken, die grobere und meist dunkel abstechende

Punktierung der Fliigeldecken sowie durch die überall

auf den Flügeldecken anliegenden Haarschuppen zu

untcrscheiden.


Erber: Revision drr Gaitiing Sphaerirtts Wollaston der Latiri-Makaronesischen Rrgion

Beschreibung

Kopf. In Aufsicht Seitenkontur (Abb.78) zu den

Wangen hin leicht konisch und gering konkav verengt;

Augen diese Kontur um etwa 1/4 ihrer Breite überra-

gend. Nasenbasis auf einer Linie durch die Mitte der

Augen gelegen. Stirn über den Fühlergruben leicht

gewulstet; dieser Wulst nach oben leicht gewolbt, über

der Nasenbasis V-formig nach vom gezogen und hier

unterbrochen. Fühlergrubendach relativ flach einfal-

lend, über der Fühlerbasis etwas aufgewolbt. Nasen-

rücken etwa 115 augenbreit, parallel, oben flach gerun-

det, vorn leicht winklig gerundet in die Nasen-

verbreiterung übergehend, seine Seitenwande

dachformig in die Fühlergruben abfallend. Vorderrand

der Nasenverbreiterung über der Oberlippe stark

ausgerandet. Oberlippe quer rechteckig rnit abgerun-

deten Seitenecken und leicht eingezogenem Vorderrand.

Mandibeln zur Spitze hin sichelformig gebogen, zur

Basalecke hin geradlinig. In Seitenansicht (Abb.79)

Nasenrücken zur Stirn rnit etwa 165", zur Nasen-

verbreiterung rnit etwa 150" abgewinkelt. Augen

verrundet dreieckig rnit etwa40 Facetten. Wangen etwa

2/3 ihrer Lange frei vor deni Hals stehend.

Beschuppung. Stirn, Nasenrücken und Wangen mit

schmalen weiBen Haarschuppen relativ dicht besetzt;

Beschuppung der Stirn irn Mittelfeld fast von Auge zu

Auge zusatzlich rnit breiteren weií3en Haarschuppen

durchsetzt, so da6 hier eine fast flachendeckende

Beschiippung vorliegt; diese auf der Stirn nach vorn

srcrichtet, über den Fühlergrubrn durch quer gerichtete

Haarschuppen Brauen angedeutrt, auf dem Nasenrük-

ken nach vorn aufgerichtete Haarschuppen einen

schmalen Kamrn bildend. Nasenverbreiterung etwas

weniger dicht, im vorderen Bereich leicht struppig auf-

gerichtet beschuppt. Oberlippe am Vorderrand rnit kur-

zem, dichtem goldfarbenem Haarsaurn, aiií3erdem mit

einigen langen Haaren besetzt. Oberfitiche. Kopf über-

al1 fein gekornt, glanzend, Fühlergruben und

"'Terlippenmitte glatt. Fiirbung. Rotbraun.

Fuhler. Sehr schlank, gering langer als die Flügel-

decken. Im mittleren Bereich (4. bis 9. Glied) Glieder

etwa gleich breit und knapp doppelt so lang wie breit;

3. Glied breiter und langer, etwa 1,7-mal so lang wie

breit; Endglied etwa 2,2-maI so lang wie breit und knapp

114 breiter als Basalglied, spindelforrnig. Locker rnit

nach vorn gebogenen weií3en Haaren besetzt, Endglied

ztlsStzlich filzig behaart. Basis (1. und manchmal 2.

c : !) schwarz, sonst rotbraun.

Halsschild. In Aufsicht (Abb.170) etwa so lang wie

hit. Vorderrand starker gerundet als Basis, Seiten-

kontur knapp hinter drr Mitte leicht vorgewolbi, nach

VOrn und hinten nahezu geradlinig verengt. Dorsal-

kontur (Abb. 171) im vorderen Drittel fast geradlinig,

229

in den hinteren zwei Dritteln gleichmaBg gerundet.

Hinterrand durch eine flache Rinne abgesetzt. Mittelli-

nie nicht vorhanden (nur bei einem d eine durchge-

hende Linie deutlich ausgepragt). Beschuppung. Breit

ovale bis fast runde weiBe und braunliche

Grundschupen, die braunlichen rneist etwas schlanker

als die weiBen. Die braunlichen Schuppen bilden auf

der Scheibe zwei vorn und hinten etwas verkiirzte

Langsbinden, die eine schmale weiBe Langsbinde ein-

schlieBen (bei manchen Tieren die braunlichen Binden

auf die Seitenflachen übergreifend). Zwischen den re-

lativ dicht stehenden Grundschuppen überall lange (gut

1 S-rnal so lang wie die Grundschuppen), gebogene,

leicht aufgerichtete, braunliche Haarschuppen; diese

zusammen rnit den Grundschuppen in der hinteren

Halfte der Scheibe durch konzentrische Anordnung und

starkere Aufrichtung zwei Wirbel bildend. Oberflkhe.

Grob gekornt, Komer glanzend, auf ihrer hochsten Er-

hebung rnit einem Mikrokornchen, aus dern eine Haar-

schuppe entspringt. Farbung. Schwarz.

Flügeldecken. In Aufsicht (Abb. 170) leicht eifor-

rnig rnit breit verrundeter Spitze; Schulterecken

verrundet; groBte Breite im vorderen Drittel; Apex ge-

ring eingezogen; Nahtspitze deutlich vorragend. Dorsal-

kontur (Abb. 17 1) in den vorderen zwei Dritteln gleich-

maBig flach gewolbt, im hinteren Drittel etwas ver-

flacht; Absturz gerundet, Flügeldecken hier die Naht

leicht überragend; Nahtspitze nach hinten dreieckig

vorragend. Seitenrand in Hohe der Hinterhüften gering

eingezogen. Schultern nicht verflacht. Beschuppung.

Grundschuppen etwa so lang wie die des Halsschildes

aber nicht rund, sondern oval, weiB. Dazwischen über-

al1 leicht gelbliche gebogene Haarschuppen; diese et-

was zarter wirkend als die des Halsschildes. Durth

Verdichtung der weiBen Grundschuppen das typische

albopicrus-Muster (Abb. 191) recht gut ausgepragt.

Oberfikhe: Irregular stark gepunktet. Punkte rund, fast

so groB wie die Grundschuppen lang, kraftig eingesto-

chen, haufig dunkel gekemt und im Grunde mit hellem

Langsstrichel, amvorderrand rnit einem Kornchen, aus

dem eine Haarschuppe entspringt. Zwischenraume in

Langsrichtung etwa so breit wie Punktdurchmesser, in

Querrichtung meist schmaler, gering chagriniert, glan-

zend. Filrbung. Rotbraun (Basalrand und Sutur bei ei-

nigen Tieren geschwarzt; bei helleren Tieren eine

schemenfhafte Verdunklung der Scheibe im vorderen

Drittel sowie der Flanken).

Beine. Schlank. Schenkel rnit diinner, stielartiger

Basis, leicht gekeult. Vorderschiene etwa 314 so lang

wie Halsschild breit. Hinterschiene nur um knapp 117

Ianger als Vorderschiene, nur gering innenkonkav ge-

bogen. Vordertarsen nur gut 213 so lang wie Vorder-

schiene. Tarsen insgesamt sehr schlank; 1. Glied nur

i

.


gering langer als breit; 2. bis 4. etwa so lang wie breit,

zunehmend schmaler werdend; Klauenglied fast so lang

wie 2. bis K4. zusammen. Klauen dünn, hakig gebo-

gen, etwa 1,3-mal so lang wie Klauenglied breit. Ins-

gesamt locker behaart, Haarschuppen etwas dicker als

die der Fühler, anliegend, weiB. Rotbraun (Schenkel

und Schienen, besonders die der beiden hinteren Bein-

paare meist angedunkelt).

Aedeagus. Etwa 3fl so lang wie die Fiügeldecken,

lang gestreckt, im UmriB leierformig. Penis kriftig, zur

Spitze hin schlanker werdend und leicht nach ventral

gebogen. Parameren etwa gleich lang wie der Penis,

sehr schlank, zur Spitze hin zunachst nach auBen, dah

nach innen gebogen; Spitze nach innen umgefaltet

(Abb.243.244).

GroBe

Lange: 1.45mm; Breite: 0.78mm.

Etymologie

Die Art ist Rafael Garcia Becerra, der von seinen

Freunden Felo genannt wird, gewidmet.

Verbreihmg

Kanarische Inseln: La Palma., Nogales.

Lekns weise

Die Art wurde von R.Garcia an der Steilküste von

Nogales das gante Jahr über in groBer Zahl gesammelt.

Er hat die Imagines vorwiegend im Innern der Stengel

verschiedener Pflanzenarten (Schjzogyne sencea (L.f.)

D.C.; Argyranthemum haouarytheum Humphries &

Bramwell: Crjrhmum mm’fimum L.) angetroffen, wo

sich auch die Larven entwickeln. S.feZoi lebt don of-

fenbar eng vergeselischaftet mit S.simpZex (Garcia

Becerra 1998).

Sphaencus (Sphaencus) obscurus sp.n.

TypenmateriaI

Holotypus d: Madeira, Nordküste, Umg.Seixa1,

Ribeira da Pedra Branca, 150m, 17.IX. 1992, leg. Erber

(ZSM: Bezettelung: 1. WeiB: wie vor; 2. Rot: Holotypus

Sphaericus obscurus n.sp., Erber & Hinterseher 1999).

Paratypen: 4dd,2=: gleiche Daten (Md, ScErb:

Bezettelung: 1. WeiB: wie vor; 2. WeiB, rot gerandet:

Paratypus Sphaericus obscurus n.sp., Erber & Hinters-

eher 1999); Umg.Seixa1, Rocha da Gaspar Nunes,

200m, 5.1V.1990, leg. Erber (Md cErb: Bezettelung:

l.weii3: wie vor; 2. WeiB, rot gerandet: Paratypus

Sphaericus obscurus n.sp., Erber & Hinterseher 1999).

COLEOPTER~ 4

230

Differentialdiagnose

- Relativ kleine Art (0,9-1,44mm); Kopf und Hals-

schild schwarzbraun, stets etwas dunkler als die dun-

kelbraunen Flügeldecken (nur bei hellen Tieren gleich-

farbig he11 rotbraun), Fühler und Beine dunkelbraun,

mit hellbraunen Schienenspitzen und gelblich-ocker-

farbenen Tarsen. Nasenrücken etwa 113 augenbreit,

sanduhrformig, oben flach, gerundet in die Seitenwbde

übergehend. Fühler beim d etwas langer, beim 9 ge-

ring kürzer als die Flügeldecken, 3. Glied 1.7- bis 2-

mal so lang wie breit. Halsschild ohne Mittellinie (ge-

legentlich eine verkürzte Linie in der Langsmitte aus-

gebildet), fast quadratisch wirkend mit lqichter

Buckelung gering hinter der Mitte; Dorsalkontur beim

d vorn flach, hinten gewolbt, beim 9 im hinteren Drit-

te1 leicht gebuckelt. Flügeldecken beim d in Aufsicht

lang eiformig mit schwach betonten Schulterecken,

beim 9 breit oval mit subparallelen Flanken und sta-

ker betonten Schulterecken; Dorsalkontur beim d

gleichmaBig gewolbt bis zum schragen Asturz, beim 9

im Scheibenbereich etwas flacher; Absturz beim d

ziemlich schrag, beim 9 etwas steiler; Nahtspitze nasen-

artig nach hinten vorspringend. Aedeagus siehe

Abb.245,246.

Einigen Formen von S.aZbopictiis, vor allem sol-

chen von der Nordküste sehr ahnlich, von diesen rnit

Sicherheit nur durch den Aedeagus zu unterscheiden.

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.80) Seitenkonturen

nach vom leicht konisch verengt, vor den Augen ein

kurzes Stück parallel. Die halbkugelig gewoibten Au-

gen diese um knapp 114 ihrer Breite überragend. Fühler-

gruben oben durch einen flachen Wulst begrenzt; die-

ser an der Nasenbasis nicht unterbrochen, stumpf ge-

winkelt und von hier nur leicht gewolbt schrag zum

oberen Augendrittel ziehend. Fühlegrubendach gleich-

niaBig flach einfallend, kaum aufgewolbt. Nasenrük-

ken querüber flach gewolbt und aus dieser Wolbung

heraus in die Seitenwande übergehend (Rückenbreite

daher schwer bzstimmbar), oben etwa 1/3 augenbreit,

am Fühlergrubengrund etwa augenbreit, leicht

sanduhrformig eingeengt, nirgends parallel, von seiner

engsten Stelle sich schnell in die Nasenverbreiterung

erweitemd. Diese vorn über der Oberiippe bogenfor-

mig eingezogen. Oberlippe quer rechteckig, ebenfalls

an der Vorderkante etwas eingezogen. Mandibeln an

der Vorderkante angedeutet doppeibogig geschwungen.

Fühlergruben auBen flach in die Wangenregion über-

gehend. In Seitenansicht (Abb.8 1) Stirn, Nasenrücken

und Nasenverbreiterung jeweils gegeneinander leicht

abpewinkelt; CVinkel an der Nasenbasis durch Stirn-

wulst betont, Nasenbasis vor diesem gering abgesenkt.


Erber: Revision drr Cattung Sphaericus Wollaston der Lauri-BIakaronesischen Region

wolbt, fast flach abfallend; Absturz steil schrag, mit

gering nach hinten gezogener Nahtspitze; diese ange-

deutet dachformig, jedoch mit abgemndetem First. Naht

davor abgeflacht, angedeutet konkav aber nicht einge-

senkt. Seitenrand über den Hinterhüften nur schwach

ausgemuldet. Schulterpartie vorne weder abgeflacht

noch mit Grübchen. Beschuppung. Grundschuppen von

gleicher Form, Farbe und GroBe wie auf dem Hals-

schild, groBtenteils rundoval, teils auch etwas Iangli-

cher, tropfenformig; locker angeordnet, Verdichtungen

im Schulterbereich und hinter der Scheibenmitte als

schmales Querband, das auf jeder Flügeldecke seitlich

leicht nach hinten umbiegt. Dieses Querband urn-

schlieBt zusarnmen mit der seitlichen Verdichtung und

einer Verdichtung parallel zur Naht im hinteren Fünf-

te1 auf jeder Flügeldecke einen ovalen blanken Fleck.

Zwischen den Grundschuppen blaBgelbe, anliegende,

nicht gebogene Haarschuppen von gleicher Lange wie

die Grundschuppen; diese nur auf den Schultern von

geringfügig starkerer Breite und im Apexbereich etwas

schrag aufgerichtet. Seitenflachen weitgehend frei von

Grundschuppen. Obefflache. Relativ unregelrnaBig

grob punktiert; Punkte Iangsoval, grubig. Zwischenriiu-

me in der vorderen Halfte nur etwa halb so breit bzw.

lang wie die Punkte, in der Hinterhalfte durch Verklei-

nerung der Punkte etwa so breit und lang wie diese.

Am Vordemnd jedes Punktes ein nur bei etwa 250-

facher VergróBerung erkennbares Kornchen, aus dern

eine Haarschuppe entspringt. Bei den rneisten Punkten

Je ein weiteres Kornchen rechts und links im hinteren

Drittel vom Rand her in den Punkt hineinragend und

diesen sozusagen einschnürend; diese Kornchen ohne

Schuppen. Zwischenraume etwas gewolbt, glanzend

glatt, ohne Chagriniemng, nur rnit vereinzelten Mikro-

pünktchen. Durch die glatten Zwischenraume Oberfla-

che insgesarnt glanzender wirkend als der kornig struk-

tuflerte Halsschild. Ftirbung. Einfarbig hellbraun wie

der Halsschild. Seiten sowie ein breiter Querstreifen

urz vor der Mitte schernenartig etwas dunkler (bei

manchen Tieren dunkelbraun bis schwarzlich).

Beine. Schenkel gekeult, zur Basis und zum Knie

deutlich verengt. Vorderschiene relativ kurz, etwa 2/3

SO lang wie Halsschild breit, zur Spitze hin nur gering

erweitert und dadurch schmal wirkend. Hinterschiene

um knapp ln Ianger als Vorderschiene, nur leicht innen-

konkav gebogen. Tarsen schrnal, vom 1. bis 4. Glied an

BiPite nur geringfügig abnehmend; 1. an allen Tarsen

'ng langer als breit, 2. bis 4. etwas breiter als lang.

Endglied nur gering keulig. etwas schrnaler als 4.; mit

Klauen etwa so lang wie 2. bis 4. zusarnrnen. Klauen

sichelformig gebogen, etwa so lang wie Klauenglied

in Seitensicht breit. Vordertarsen insgesarnt ca. 3/4 so

lang wie die Vorderschienen. Behaarung mit sehr fei-

24 1

nen, wenig dicht stehenden, nicht deckenden, grauen,

anliegenden Haaren; diese nur auf der Auknseite der

Schienen, zur Spitze hin zunehmend, schrag aufgerich-

tet. Einfarbig gelbbraun, Schenkel gering dunkler als

die Schienen.

Aedeagus. Etwa 114 so lang wie Fiüpeldecken, lAg

oval. Penis kraftig, an der Spitze stumpf vemndet.

Parameren gering langer als Penis, aus breiter Basis

zur Spitze hin allmahlich verschmalert, nach innen ge-

bogen, an der Spitze angedeutet knopfig vemndet (

Abb.253; vergl. auch Israelson, 1984, Abb. 1-3).

Gr6k

Lange: 1.40-2.00mm; Breite: 0.70-1. Imm.

Verbreitung

Azoren: Santa Maria.

hbensweise

Unbekannt. Israelson fand die Tiere an Diste1

(Silybum rnarianurn), in der sie sich moglicherweise

entwickeln, und an toten Zweigen von Wein.

Sphaericus (Sphaericus) simplex Wollaston

Sphaericus sirnplex Wollaston, 1862:207; 1864:241;

1865216; Pic, 1912:ll; Garcia Becerra, 1998:44.

Sphaericus (Sphaencus) simplex: Bellés, 1994:69.

Sphaericus orbiculans Harald Lindberg, 1953:8.

Typenmateriai

Sphaericus simplex Wollaston: Lectotypus d: Ka-

naren, Hierro, near Valverde, 11.1858, 1eg.Wollaston

(NHML: Klebepiattchen blau-schwarz markiert, Un-

terseite: 23v; Bezettelung: 1. Rund, blau gerandet:

Syntype; 2. Rund, blau gerandet: Lectotype; 3. WeiB,

handschriftlich: "Sphaericus simplex type Woll."; 4.

WeiB: The Canary 1s. T.V.Wollaston, Brit.Mus. 1864-

80; 5. Rot: Lectotypus Sphaericus simplex Woll., Erbkr

& Hinterseher des. 1998).

Paralectotypen: Hierro, ohne weitere Daten,

1eg.Wollaston (19 NHML: Klebeplattchen blau-schwaYz

markiert; Bezettelung: 1. Zeichen für Weibchen; 2. rund,

blau gerandet: Syntype; 3. WeiB, handschriftlich:

siniplex C.M.F. von Hayek; 4. WeiB: The Canary Is.,

T.V.Woliaston, BM 1861-80; 5. WeiB, rot gerandet:

Paralectotypus Sphnericiis siniplex Woil., Erber &

Hinterseher des. 1998); gleiche Daten wie der

Lectotypus (Id OUM: Klebeplattchen violett rnarkiert;

Bezettelung: 1. Rund, blau gerandet: Syntype; 2. Weik

Sphaericus simplex Woll.; 3. WeiB, rot gerandet:

Paralectotypus Sphaericus sirnplex Woll., Erber &

Hinterseher des. 1998); Kanaren, Gomera, ohne weite-


e Daten, 1eg.Wollaston (10 NHML: Klebeplattchen rot

markiert; Bezettelung: 1. Zeichen für Weibchen; 2. oval,

blau, handschriftlich: Ins. Canar.; 3. weiB, handschrift-

lich: simplex; 4. Paralectotypus Sphaericus simplex

Woll., Erber & Hinterseher des. 1998).

Sphaencus orbiculans Harald Lindberg: Holotypus

10: Kanaren, Teneriffa, El Medano, 28.11.1950,

leg.Lindberg, Type No. 2601 (ZMUH: Bezettelung: 1.

WeiB: wie vor; 2. WeiB: Sphaencus orbicularis m. Ha-

rald Lindb. det.; 3. WeiB: Mus.Zool.H:fors,

Spec.typ.No.2601; 4. WeiB: Sphaericus simplex Woll.,

Erber & Hinterseher det. 1998). .

Anmerkung

Ssirnplex wurde 1862 von Wollaston (1862:207/

208) beschrieben. Ihm lagen nur wenige (“a few”) Tie-

re, die er im Februar 1858 auf der Insel Hierro in einer

schmalen Schlucht nordwestlich von Valverde gesam-

melt hatte, vor. Von diesen Tieren befinden sich ein von

Wollaston als Typus gekennzeichnetes Mannchen und

ein Weibchen im NHML, sowie ein Mannchen im OUM

(Die Klebeplattchen dieser drei Tiere sind blau-schwarz

markiert, wobei es sich um das Kennzeichen für Gran

Canaria handelt; lt. Literatur stammen die drei Tiere

jedoch von Hierro. Entweder ist Wollaston hier ein

Fehler unterlaufen oder die Farbmarkierung (violett für

Hierro) hat sich verandert.). Ein im NHML ebenfalls

unter S.simplex eingeordnetes Weibchen stammt von

der Insel Gomera; es wurde It. Wollaston (1864241)

von Dr.Crotch gefangen. Nach Wollaston (1865:2 16)

hat Crotch auch auf Hierro bveitere Tiere dieser Art

gefunden, die jedoch in keinem der beiden Museen

vorhanden sind. Im NHML befindet sich ferner ein von

Lindberg am 26.11.1950 auf Hierro, Guarosoca pefun-

denes Weibchen, das dieser als S.simplex determiniert

hat. -

1953 wurde von H.Lindberg S.orbicrilaris beschrie-

ben, gesammelt auf Teneriffa. El Medano, 28.11.1950.

Aus seiner Beschreibung geht nicht hervor, ob auBer

dem Typus, ein Weibchen. weitere Tiere gefan, Den wur-

den. Uns lagen zwei weitere Tiere, darunter ein Mann-

chen, vor, die von Leiler am gleichen Fundort am

30.11.1974 von Schizogynr. einer stark behaarten

Composite, abgelesen wurden. Diese beiden Tiere so-

wie ein von Israelson aiif Teneriffa, Playa da Tecina

am 17.IV. 1976 gesammeltrs Tier wurden von Israelson

als S. orbicularis bestimmt .

Bellés hat 1991:69 S.or6icularis mit S.sirnplex

synonymisiert, nachdem er eine groBe Serie von Tie-

ren von verschiedrnen Inseln der Kanaren untersucht

hat (Bellés, i.litt. 199s). Von diesen Tieren wurden uns

freundlicherweise von P.oromi sieben Exemplare von

COLEOPTER i 4

247

Gomera und 22 Exemplare von La Palma für Studien-

zwecke zur Verfügung gestellt.

Nach Vergleich al1 dieser Tiere hat sich folgendes

herausgestellt: Alle als S.orbicularis bestimmten Time

fallen dadurch auf, daB die Beschuppung des Hals-

schildes nur oder vorwiegend aus weiBen (beim Typus

von S.orbicukis und zwei Tieren von Leiler sind auf

der Halsschildscheibe einige braunliche Schuppen von

gleicher Form wie die weiBen eingestreut), breitovalen

bis nahezu runden Grundschuppen und weikn Haar-

schuppen besteht. In diesem Merkmal stimmen sie mit

dem Wollaston’schen Typus von S.simplex iiberein, sind

in der Form der Flügeldecken jedoch starker gerundet.

Be¡ allen weiteren Tieren ist der Halsschild starker mit

braunlich gelben Grundschuppen bedeckt; diese sind

meist schlanker und kleiner als die weiBen Grund-

schuppen und bilden oft in der Mitte der Scheibe eine

breite Langsbinde, die zudem durch weiBe Grund-

schuppen zweigeteilt sein kann.

Merkwürdigerweise ist das Tier, das Lindberg als

S.simplex bestimmt hat, auf dem Halsschild besonders

stark mit schmaleren, vermutlich braunlichen (durch

Ve r fe t t u n g n i c h t e i n de u t i g fe s t z u s t e 1 1 en ) Gru nd -

schuppen besetzt und hat auch starker gerundete Flügel-

decken als der Typus von S.simplex. Moglicherweise

hat Lindberg be¡ der Beschreibung seines S.orbicularis

nicht der Typus von S.simplex sondern ein anderes Tier

dieser Art vogelegen. Andererseits weicht aber gerade

der SsimpJex-Typus durch seine gestreckteren, fast

parallelseitigen Flügeldecken von allen anderen hier

untersuchten Tieren ab.

Dies alles zeigt, da6 die Tiere insgesamt in GroBe,

Form, Beschuppung und auch in der Oberflache (glan-

zend bis matt) variieren. Die Untersuchung der mann-

lichen Genitalien zeigt.jedoch, daB in der Form des

Aedeagus weitgehend Ubereinstimmiing besteht (sie-

he Abb.254-257). so daB wir derAuffassung von Bellés

folgen, daB es sich tatsachlich um eine Art, namlich

S.sirnplex, handelt.

Wollaston (1 861) hat bei seiner Beschreibung des

S.simpkx bereits betont, daB diese Art dem S.al6opicfus

von den kladeira-Inseln auBerordentlich iihnlich ist.

Unterschiede sah er vor allem in der Form der Tarsen

(siehe Differentialdiagnose) sowie in der Auspr3gung

des BeschLippungsmusters. Letzteres nachzuvollziehen

ist jedoch sehr schwierig, da Wollaston nicht angibt,

auf welche seiner Variationen von S.al6opictus er sich

bezieht; nach seinen eigenen Aiisfuhrungen (1857:267/

268) variieren diese namlich vor allem in diesem Merk-

nial.

Legt man jedoch den Aedeagus als Hauptunter-

scheidungsmerkmal zugrunde, so lassen sich Ssimplex


Erher: Revision der Gatiiing Sphaericus 'iVollaston der Lauri-Makaronesischen Region

und S.aIbopictus mit einiger Sicherheit trennen (siehe

Differentialdiagnose).

Merkwürdigerweise weichen jedoch sechs Tiere von

Gomera (DZUL) in diesem Merkmal (sie besitzen auch

an der Innenseite der Parameren Borsten) sowie durch

ein besser ausgepragtes Beschuppungsmuster der

Flügeldecken und durch weniger steilen Flügeldecken-

absturz von S.sirnpIex ab; andererseits stimmen sie

durch den Besitz schmaler Tarsen mit Ssimplex über-

ein. Dies alles zeigt, wie nahe verwandt offenbar

S.simplex und S.aIbopictus sind (siehe auch SchluB-

betrach t ung) .

Eine Serie von rd. 30 Tieren von der Insel La Pal-

ma, die auBerlich ebenfalls wie Ssimplex aussehen und

daher von Bellés auch als solche bestimmt wurden,

müssen aufgrund ihres vollig anders geformten

Aedeagus ais neue Art betrachtet werden (siehe unter

S.feloi nsp.).

Differentiaidiagnose

MittelgroBe Art (1,21-1,87mm); dunkei totbraun,

Kopf und Halsschild manchmal schwarz, Flügeldecken

gelbbraun mit schemenhafter dunklerer Kreuz-Zeich-

nung, Schenkelspitzen, manchmal auch Hinterbeine,

angedunkelt. Nasenrücken sehr schmal, 114 bis 115

augenbreit, fast parailel, nach vorn gering erweitert,

oben flach gewolbt. Fühier etwa so lang wie oder et-

was Ianger als die Flügeldecken; 3. Glied 2,2- bis 2,8-

mal so lang wie breit. Halsschild ohne Mittellinie; in

Aufsicht fast quadratisch; Dorsalkontur in der Hinter-

haifte leicht gebuckelt. Flügeldecken in Aufsicht breit

oval bis eiformig, Lectotypus mit subparallelen Flan-

ken, Schulterecken leicht betont oder vollkommen

verrundet; Apex gleichrnaBig verrundet, Nahtspitze

kaum erkennbar; Dorsalkontur im Scheibenbereich

schwach gewolbt, Absturz gerundet, unten nahezu senk-

recht bis leicht überhangend, Nahtspitze gering schrag

nach hinten vorspringend. Aedeagus siehe Abb.254-

257.

Dem S.albopicrus auBerordentlich ahnlich; 5uBer-

lich durch folgende Merkmale von diesem unterschie-

den: Halsschild ohne Mittellinie (bei albopicrus meist

vorhanden); auch der von Wollaston ( 1867:208) er-

wahnte Unterschied in denTarsen (bei albopictus" more

conical", vorletztes Glied "stronply bilobed", bei

simplex "more narrow" und vorletztes Glied "entire")

IaBt sich heranziehen, ist aber nicht bei allen Tieren

deutiich. Eine sichere Unterscheidung ist i.d.R. durch

den Aedeagus moglich: Parameren etwas robuster als

bei albopictus und im Gegensatz zu diesem auf der In-

nenseite ohne derbe Borsten (vergl. Abb.254, 256 mit

260, 262, 264); bei Tieren von Gomera sind die

Parameren allerdings ahnlich wie bei S.albopicrus auch

243

auf der Innenseite beborstet, diese Tiere besitzen aber

deutlich erkennbar schmale Tarsen. Von dem ebenfalls

sehr ahnlichen S.feloi von La Palma durch den

Aedeagus unterschieden (vergl. Abb.254 mit 243).

Nachbeschreibung

Kopf. In Vorderansicht (Abb.90) Seitenkontur im

Wangenbereich parallel, nach vorn nur geflng konisch

erweitert. Augen diese um etwa 1/4 ihrer Breite über-

ragend. Stirn über den Fühlergruben flach gewulstet,

Stim dadurch in der Mitte leicht eingemuldet. DerWulst

als leicht erhabene, nach vorn V-formig winklige,

schmale Kante auch über der Nasenbasis erkennbar.

Fühlergrubendach relativ flach einfallend und querüber

leicht aufgewolbt; starkste Vorwolbung über der Fühler-

insenion. Nasenrücken nur 1/4 bis 1/5 augenbreit, fast

parallel, nach vom nur gering erweitert, oben querüber

flach gewolbt und flieBend in die Nasenverbreiterung

übergehend, seine Seitenwande dachformig in die

Fühlergruben abfallend. Nasenverbreiterung am Vor-

derrand über der Oberlippe schwach ausgerandet. Ober-

lippe quer rechteckig, nach vorn leicht verengt, arn

Vorderrand schwach ausgerundet. Mandibeln an der

Vorderkante schwach geschwungen. Ip Seitenansicht

(Abb.91) Nasenrücken zur Stim gering abgewinkelt,

Nasenverbreiterung etwas steiler abgewinkelt. Augen

im UmriB verrundet dreieckig, mit 40 bis 50 Facetten.

Übergang vorn Kopf zum Hals auch im Schlafenbereich

leicht wulstig. Wangen knapp 112 ihrer Lange frei vor

Hals stehend. Beschuppung. Stirn, Nasenrücken,

Nasenverbreiterung und Wangen mit unterschiedlich

langen grauweiBen (bei manchen Tieren auch zusatz-

lich oder fast ausschlieBlich mit langs-ovalen bis

spateligen z.T. rein weiBen oder braunlich-gelben) Haar-

schuppen besetzt. Diese auf der Stim nach vorn ge-

richtet, über den Fühlergruben quer liegend und so eine

linienformige Braue bildend. Haarschuppen auf dem

Nasenrücken nach vome, auf der Nasenverbreiterung

nach innen und auf den Wangen schrag nach vom in-

nen gerichtet, überall anliepend. Oberlippe am Vorder-

rand mit kriaftigem, nach vorne perichtetem, dichtem

Haarsaum, zudem einige langere nach vorn gerichtete

Haare. Oberfigche. Stirn, Wangen und Nasenrücken

sehr dicht unterschiedlich grob gekornt; Nasen-

verbreiterung und Oberlippe etwas weniger dicht und

flacher gekomt als die Stim. Farbung. Dunkelbraun (bei

helleren Tieren rotlich braun), Nasenrücken, Oberlip-

pe und Mandibeln teilweise etwas aufgehellt.

Fühler. Schlank, gering langer als die Flügeldecken

(bei einigen Tieren etwa so lang wie diese). Breite der

Glieder bis zum 3. abnehmend; 3. bis 9. gleich breit;

1 O. und 1 1. wieder breiter werdend. Alle Glieder ian-

ger als breit; 3. deutlich Ianger als die benachbarten,


" * , .


Erber: Revision der Gattiing Sphaericns Wollaston der Laiiii-hIakaron


Erher: Revision der Gattiing Sphaericus itC'ollaston der Laiiri-Makaronesischen Region

Literatur

BELLÉS, X., 1982~1, Datos para una revisión de la tribu

Sphaericini. Los generos Nitpus J.DU VAL y

Wollastonella LUCAS (Col..Ptinidae). - Eos58:23-

28.

BELLÉS, X., 1983b, El primer representante de IaFamilia

Ptinidae (Col.) de las Islas Salvajes: Sphaericus

bicolornsp. - Vieraea ll(1-2):103-108.

BELLÉS, X., 1991, Insectes Coléopteres Ptinidae. - Faune

de Madagascar 77: 1-122. Herausg.: Muséum national

d'Histoire naturel1e.- Paris.

BELLÉS, X.. 1991, El género SphaericusWollaston, 1854

(Coleoptera: Ptinidae). - Boletin de la Asotiation

Espanola de Entomologie, 18(3-4):6 1-79).

BELLÉS, X., 1996, Catálogo geográfico de los Ptinidae

(Coleoptera) de las islas Canarias. - Vieraea 2521 3-

226.

BELLÉS, X., 1998, A new subgenus and two new species

of Sphaericus (Coleoptera: Ptinidae) from Western

Australia. - Eur.J.Entomol.95:263-268:

BOIELDIEU, A, 1851, Mémoire intitulé (Beschreibungen

der Arten Trigonogeniiis gibboides, T.niveus und

T.exiguus, p.LXXXIV). - Bulletin enfomologique,

' 111, p.LXXVII-LXXXV

BOIELDIEU, A, 1856, Monographie des Ptiniores. -

Annales de la Sociétr'entomologique de France 111,

4:639-686.

BORGES, P. A.V, 1990, A checklist of the Coleoptera

from the Azores with some systematic and

biogeographic comments. - Bol. Museu Muncipal

do Funchal, 42(220):87- 136.

BOROa.SK1, J, 1996, Klucze do oznaczania owadow

polski. Czesc XIX Chrzaszcze - Coleoptera, Zeszyt

43 Pustoszowate - Ptinidae. - Polskie Towarzystwo

Entomologiczne 149: 45 pp.

DECELLE, J, 1972, Fam.Ptinidae. In: La faune terrestre

de I'ile de Sainte-Hél2ne.- Annales du Musée Roy-

al de I'Afrique Centrale, Sciences Zoologiques

192: 1 5 1 - 1 53.

ERBER, D. &: C.PH.WHE.4TER. 1987, The Coieoptera Of

the Selvagem Islands, including a catalogue of the

specimens in the Museu Municipal do Funchal. -

Bol. Museii Muncipal do Funchal, 39 ( 193): 156-

187.

FAVEL, A, 1897, Catalogue des Coléopteres des iles des

Madkre, Porto Santo et Desertas, catalogue des

Coléopteres des iles Salvages. - Revue

d 'Enroniologie 16:45-73.

263

FREUDE, H., 1969, 69.FAMILIE: PTINIDAE. Diebs-

kafer. - In FREUDE, H., HARDE, K.W., LOHSE, G.A,

I 1969: Die Kafer Mitteleuropas, Bd.8. - Krefeld.

GARCIA BECERRA, R., 1998, Contribución al Conomiento

de los Colópteros de Playa de Nogales (La Palma,

Islas Canarias) - Uned La Palma, Revistá del Centro

Asociado Verano 98:40-48.

GEMMNGER, M. & VON HAROLD, B., 1869, Catalogus

Coleopterorum Tom. IV. Rhipidoceridae - Cioidae.

- Paris, London.

Gozrs, M. DES, 1886, Recherche de l'espece typique

de quelques anciens genres. Rectifications

synonymiques et notes diverses. - Herbin, Montlugon.

HOHENESTER, A. & WELSS, W., 1993, Exkursionsflora

für die Kanarischen Inseln mit Ausblicken auf ganz

Makaronesien. - Stuttgart (Ulmer).

HORION, A., 1961, Faunistik der..mitteleuropaischen

Kafer. Bd.VIII: C1avicornia.- Uberlingen.

HINTON, H.E. 1911, The Ptinidae of economic

iniponance. - Bulletin of Entomologicol Research.

London, 31:331-381.

HOWE, R.W, 1969: Studies on beetles of the family

Ptinidae. XVII Conclusion and additional remarks.

- Bulletin of Entomological Research 50:287-326.

ISRAELSON, G., 1980, Taxonomical and nomenclatura1

notes on some Canarian Coleoptera. - Vieraea 9(1-.

2): 183-2 10.

ISRAELSON, G., 1981, A new Sphaericus Wollaston from

the Azores (Coleoptera,Ptinidae). - Bocagiana 79: 1 -

4.

ISRAELSON, G., 1991, Notes on Wollaston's

Coleopterological investigations in the Madeiran

Archipelago. - Bol. Museu Muncipal do Funchal,

43 (231):159-165.

JANSSOS, A., 1940, Die Arthropodenfauna von Madeira

nach den Egebnissen der Reise von Prof. Dr..

O.Lundblad, Juli - August 1935. XXIX. Coleoptera:

Samtliche Familien unter Ausschluss der Familie

der Carabidae, Dytiscidae, Hydrophi!idae und der

Gattung Cryptophapus Herbst aus der Familie

Cryptophagidae.-- A&iv for Zoologi 32A (24): 1-

64; 2 Tafeln.

LEILER, T.-E., 1981, Zur Kenntnis alter und neuer Arten

der Gattung Sphaericus Woll., Fam.Ptinidae, Diebs-

kufer. - Enton7ologische Blatter79 (2-3): 157-169.

LEPESSIE,

P., 1911, Les Colópteres des denrées

alimentaires et des produits industriels entreposés.

- Lechevalier, Paris.


LiNDBERc, H., 1953, Zweiter Beitrag zur Kenntnis der

Kaferfauna der Kanarischen Inseln. -

Comm.Biol.Soc.Sci.Fenn., 13 (1 2): 1 - 18.

LUNDBLAD, O., 1958, Die Arthropodenfauna von Madeira

nach den Ergebnissen der Reise von

Prof.Dr.O.Lundb1ad Juli - August 1935. XXXV. Die

Kaferfauna der Insel Madeira. - Arkiv for Zoologi

11 (30):461-524.

Pic, M., 1896a, Descriptions de quatre Ptinides

exot iques . - Misc. en t., 4: 6-7.

Pic, M., 1896b, Habitats de Ptinides du nord de

1’Afrique. - L ‘Echange 142: 107- 1 1 O

Pic, M., 1909, Coléopteres exotiques nouveaux ou peu

connus. - L ‘Echange 290: 108- 1 10.

Pic, M., 1912, Ptinidae. In Junk, W. & Schenkling, S.

(Hrsg.): Coleopterorum Catalogus, Pars 41: 1-46. -

W.Junk. Berlin.

Pic, M., 1930, Nouveaux Coléopteres du Brésil. -

Sbornil Entomologického Oddeleni Niírodniño

Musea v Praze, 654 (1928)

REirrER, E, 1884, Bestimmungs-Tabellen der europaischen

Coleopteren. Xi. Bruchidae (Ptinidae). - Verhandlungen

des naturforschenden Vereins Brünn

22~295-323.

RENNER, K, 1979, Über Entwicklungszyklus und

Reproduktionsrate von Sphaericus gibbioides

Boieldieu, einen in Mitteleuropa wenig bekannten

Die bs kafer (Col. ,Pt i n i dae ) - Entomologische BliYt-

ter73 1-2):76-78.

SCHMITZ, E., 1898, Os Coleopteros da Madeira. - Annaes

de Sciencias Naturaes 557-64.

SlTZUNGSBERlCHT VOm 4.IX. 1854. - . Proceedings of the

Entomological Society of London (with Vo1.3 of

Transactions (N.S.) 1854, p.27-23.

SMITH, A.Z. & M.W.R. DE V. GRAHAM, 1982,

T.V.Wollaston’s manuscript list of Madeiran beetles

in Qxford. - Antennn 6 (3):253.

WOLLASTON, T.V., 1854, Insecta Maderensia, being an

account of the insects of the islands of the Made-

iran group. - London.

WOLLASTOS, T.V., 1855, Numbers relating to the

localities of the Madeiran insects in the British

Museum (N.H.). - Handwritten manuscript in the

Coleoptera Section of the Natural History Museum.-

London. 56 p.

WOLLASTON, T.V., 1857, Catalogue of the coleopterous

insects of Madeira in the collection of the British

Museum. - London.

COLE~PTERA 4

264

WOLLASTON, T.V., 1860, Reference to the insects in

Madeiran Collection. - Handwntten manuscript in

the Hope Department of the Oxfort University Museum.

41 p.

WOLLASTON, T.V., 1861, On Additions to the Madeiran

- Coleoptera. - Annals and hlagazin of Natural

Histogf 5358-365.

WOLLASTON, T.V., 1862, On the Ptinidae of the Canary

Islands. - The Transactions of ihe Entomological

Society of London, 111, 1 : 190-2 14.

WOLLASTON, T.V., 1864, Catalogue of the coleopterous

insects of the Canaries in the collection of the Bntish

Museum. - London.

WOLLASMN, T.V., 1865, Coleoptera Atlantidum, being

an enumeration of the coleopterous insects of the

Madeiras, Salvages, and Canaries. - London.

Manuscript accepted 20 November 2000


...

Erber: Revision der Gattiing Sphaericrrs Wollaston der Lauri-~Iakaronesischen Region

TCiahclle 1 .: Vorkoninien dsr bearbeiteten Sphscricus-Arten.

Abliirziingrn: Leiste drr Vrrbreittinparsale: LP = La Rilrnn. H = Hierro, G = Gomera. T = Teneriffa. GC = Gran

Canaria. F = Fuertrbentura. L = Lnnzarote. Scl = Selvagens. IB = llheu Btigio. DG = Deserta Grande. IC = Ilhrli Chao,

PS = Porto Santo. M = Madeira (Haiiptind). Az = Azoren. NA = Nord-Afríka, Eu = Europa: Vorkoninien auf der

Hiiiiptiii\el bladeira: N = Norden. S = Siiden. B’ = kvesten. O = Osten.

265


-. -

:. GROSS-MAKARONESIEN f

COLEOPTERA 4

Kanaren f.*

../ *

. napwuen . I

Afrika

Abb. 1 Die Makaroncsischc Region (nach KUNKEL 1987, vefindec. aus HOHENESTER & WELSS 1993:9).

2

1

3 i min

Abb. 2: Sph;irr-iciis zilhupictiis ssp.plnriaigini.s, EM 20-fach. Abb. 3: Sphaericiis leileri.

266


0 1

Erlwr: Retisicm t l i Gattting ~ Sphaericus Wollaston der Louri-l\.Iaknronesischen Repon '--

267

OFR

NB

St

5


8

SO pm

Abb. 8: Sphaericirs albopictus ssp.p/nnr;iginis, Auge, Lateral-

ansicht, REM 500-füch.

10

ZtHl pin

Abb. 10: Sph:ierictis Ieikeri. Kopf und Halschild von schrag

voíiI. REhI 100-fLlch.

IL

A bb. 1 I : Sph;izricci.s n Ibopicrii i s s p .p/m f;yiii is. H ;iI ssch i Id

iii Seitenansicht. REhí 105-tich.

268

Y

50 pn

Abb. 9: Sphnericirs Irileri. Auge, Lateralansicht, REM 500-

fach.

11

?(Mi pm

Abb. 1 I : Sphaericiis kileri. Halsschild in Aufsicht,

Beschiippiing zwei Schopk bildend. REXl 105-füch.

13

Ahb. 13: SphaeriL-iis Ieileri. Flugeldrcken iiiit Niiht\pitze, REM

100-fiic h.


14

Abb. 14: Sphiisriciis bicolor. Flügeldeckenabsturz mit Naht-

spitze von schrii; rechtb hinteii. REiL! 145-fach.

16

51) pni

Ahb. 16: Sphnc.ri~-u.s dbopictiis ssp.p/xitagini.s. Beschuppung

dsr Fliigctldecks ini Flankenbereich. REhl 500-fach.

18


20

Abb. 30: Sphiiericii\ Ideri. Fliigeldeche. Punhtierung und

Brschuppiing. REhl 2 10-frich.

.

511 piii

270


Erlwr: Rr\ i4oii tlrr Gattiing Sphaericus Wollaston tler Lauri-PIIakaroiirsischrn Rrgion

26 27

28 29

30 31

27 1

32 33

34 35

36 37


1

COLEOPTEM 4

38 39 44 45

40 41 1

42 43

50 51

52 53

54 55

46 37

48 49

56 57

58 59

60 61

Abb. 38-6 1: Kopf von Sphaericos. Srhurepalmi, (38)frontal. (39)lateral; S.rorondico//is, (40)frontaL (4l)lateral; S.gibbico//is,

(42)frontal. (13)latenl; S.machadoi, (44)frontal, (45)lateral; S.d;iwsoni, (46)frontal, (47)lateral; S.pinguis, (48)frontal, (49)lateral;

S.orbacus, (50)frontal. (5 1)latenl; S.nodu/us, (52)frontal, (53)lateral; S. venrriculus. (5l)frontal, (55)lateral; S.arer, (56)frontal, (57)lateral;

S.nigrescens, (58)frontal, (59)lateral; S.fragi/is. (óO)frontal, (6 1)lateral.

272

I


I t " 1

Erher: Revision der Cattung Sphnericus Wollaston der Laiiri-Makaronesischen Region

62 63 68 69

64 65

66 67

74 75

76 77

78 79

70 71

72 73

80 81

82 83

Abb. 62-85: Kopf von Sphaericus. S.fongicomis, (62)frontal, (63)lateral; S.arnbi,uus, (64)frontal. (65)iatenl; S.truncarus s.str.,

(66)frontal. (67)JatenI; S.truncarus ssp. basibu/bosus, (68)frontal. (69)lateral; S.saefiger, (70)frontal. (7 1)latenl; S.pi/u/a, (72)frontal,

(73)lateral; S.naviculiformis, (74)frontal. (75)Iatenl; S.erinaceus, (76)frontal. (77)Iatenl; S.fe/oi d, (78)frontal, (79)lateral;

S.obscurus, (80)frontai. (8 1 )lateral; S.lei/eri, (82)frontal. (83)Iateral; S.fiavosquarnosus, (83)frontal. (85)lateral.

273

84 . 85

/


COLEOMER.~ 4

86 87 92 93

88 89

90 91

98 99

1 O0 101

94 95

96 97

104 105

1 o2 103

Abb. 86-105: Kopf von Sphaericus. Sbicolor, (86)frontal, (87)lateral; S. velhocabrali, (88)frontal, (89)lateral; S.sirnpfex, (9O)fron-

tal, (9 1 )lateral; S.exiguus, (92)frontal. (93)lateral; S.aibopictus s.str., (94)frontal. (95)iateral; S.albopicfus ssp.carinasus, (96)fron-

tal, (97)lateral; S.albopictus ssp.brevinasus, (98)frontaC (99)lateral; S.aibopictus ssp.p/anfaginis, (100)frontal. (10l)lateral;

S.albopictus sspminufus, (I0i)frontal. (103)lateral; S. aibopicrus ssp.albosquarnosus, (104)frontal. (105)lateral.

106 ,

0.3 mm

107 +TGr-+

n

108 , ,

O.? mm

Abb. 106-108: Fühierbasis. S.albopicrusssp.afbosquarnosus, (106); S.truncarus s.str, 9, (107); S.truncatus ssp.bsibulbosus.( 108).

274


Erber: Revision der Gattung Sphaericus Wollaston der Lauri-Makaronesischen Regon

1 o9 110

115 116

111 112

117 118

113 114

119 120

121 122 123 124 125 126

Abb. 109-126: Halsschild und Flügc.--cken von Sphaericus. Slangei, (109)dorsal. (1 10)lateral; S.marmorarus, (1 1 I)dorsal,

(1 12)lateral; S.crotchianus, (1 13)dorsal, (1 1l)lateral; Sfranzi, (1 15)dorsal, (1 I6)lateral; Spseudofranzi, (1 Ií)dorsal, (1 18)late-

ral; S.rotundatus, (1 19)dorsal. (120)lateral; Sthurepalmi, (1 2l)dorsal, (122)lateraI; S.rofundicollis, (123)dorsal, (124)lateraI;

S.gibbicollis, (1 25)dorsal, (126)lateraI.

275


COLEOPTERA 4 ..

127 128 129

p-r

130

131 132

133 134

136 137

(I

138 139

1

135

140 141

Abb. 127-111: Halsschild und Flüpeldecken von Sphaericus. S.rnachadoi, (127)dorsal, (128)lateral; Sdawsoni, (l29)dorsal,

( 130)lateral; Spinguis, Lectotypus (Madeira). ( 13 I)dorsal, ( 133)lateral; kleines Exemplar von Madeira. ( I33)dorsal; Exemplar

von den Azoren, (134)dorsal; Exemplar aus Portugal, (135)dorsal; S.orbatus, (1 36)dorsal. (137)lateral; S.nodulus, (1 38)dorsaL

(139)lateral; S.ventnculus, (IlO)dorsal, (14l)lateral.

276


Erber: Revision der Gattung Sphaericlds Wollaston der Laiiri-b1akaronesischen Region

142

143

147 148

6 i 153 154 155

144 145 146

149 150 151 152

156 157

Abb. 142-157 Halsschild und Flügeldecken von Spharricur. S.afer. (ll?)dorsal, (143)lateral: S.nig.rrscens, (Ia)dorsal, (145)late-

ral. (146)dorsal. 144 u. 145 9. 146 d; S.fragi/i.s. (147)dorsal, (118)lateral; S.longicornis, (149Jdorsal. (150)lateral: S.ambiguus,

(15 1 )dorsal), (152)lateral; S.truncatus s.str., (153)dorsal). (154)lateral: S.fnriincahrs ssp.infeqJosifus, (155)lateraI; S.truncarus

ssp.basibulbosus, (1 56)dorsal. (157)IüteraI.

277


COLEOPTERA 4

158 159 160 161 162 163

164 165 166 167

170

171

E

168 169

172 173 174 175

Abb. 158- 175 Halsschild und Flügeldecken von Sphaekus. S.saeriger, (158)dorsal, (159)lateral; S.pilula, (16O)dorsal u.(161)

dlateral, (162) ~(163) 9; S.navicufiformis, (164)dorsal, (165)lateral; Xerinaceus, (166)dorsal. (167)lateral. 166 u.167 d, 168

u.1699; S.felo;, (170)dorsal. (17l)lateral; S.obscurus, (172)dorsal. (175)lateral. 172 11.173 d, 174 u.175 9;

278


-

E

e’

176

P $ 4

Erber: Revision der Gattung Sphuericus Wollaston der Lauri-hIakaronesischen Reson

182 183

188 189 190

177 178

179

180 181

184 185 186 187

191 192

193 194

Abb. 176-192 Halsschild und Flügeldecken von Sphaericus. S.iéileri, (1 76)dorsal, (1 77)Iateral; S.flar,osquamosus. (1 78)dor-

sal). ( 179)lateral; S. bicolor, (1 80)dorsal. (1 8 1 )lateral; S. velhocabmii, (1 82)dorsaI, (1 83)latenI; Ssimplex, (1 84)dorsal, (1 85)lateral,

(1 84) u.( 185) type Wollaston; (1 86) u. (1 87) Typus orbicularis Lindberg; S.exiguus, ( 188)dorsaI, (1 89)lateral, (1 88) u.( 189)

Typus Boieldieu, (190) groí3es 9; S.albopicfuss.str., (19l)dorsal), (192)lateral). (191) u.(192) L ectotypus9, (193) u.(i91)d.

279


E

-: C

COLEOPTEM 4

195 196 197 198 199 200

20 1

205 206

202 203 204

'JI d

207 208 209 210

Abb. 195-3 10 Halsschild und Rügeldecken von Sphaericus. Sdbopictus ssp.car¡nasus, (195)d&, (I%)latenl, S.dbpicmsssp.bre~%us

(197)dorSal, (19S)lated, 197 u.l98d,IW u.200Q S.albopicfusssp.flavoiarslls, (2013domd, (202)lated. (201) u. (202)d, (203) u. (204)Q

S.dbopicms ssp.planra,uiniS. (205)dorSal, (206)lated), 205 u.206 d, 207 u208 9; .dbopiCruS ssp.minuiuS9, (209)dorSal, (2 1O)lated.

280


21 1 212

213 2 14 215 216

220 22 1 222 223 224

227 228 229 230 23 1 232 233

. -

217

225

218 219

235 236 237 238 239 240 241 242

Abb. 21 1-2-12 Aedeagus von Spbaericus. S./mgei, (21 1)ventraI: Smmomnci (Beborstung nicht pezeichnet, (212)ventnl), (2 13)lated;

S.cmtchmus, (3 14)ventnl. (2 15)latenl; S.pseudofizi. (2 I6)ventnl; S.mmndms (aus BeIEs, 1994, Abb. la), (2 17)ventral; S.mndicoks

(aiis Ismlson, 19S0, Abb.29 u.30), (218)ventnI. (2 19)latenl: S.gi66icol/is, (320)ventnl(22 1)hteral: S.macbadoi. (222)ventnI; S.&wsoni

(pantypus OLM), (323)venhaI. (224)Iateid: S.phguis(Expl.von denkoren). (225)venhaI), (226)Iated; S.nodu/us, (227)ventnl; S.venajcu/m,

(228)ventnl; S.ni==xens (Panlectotypus OüM), (229)\entnl, (230)latenI; S.fmgi/is, (23 I pentrai. (232)latenl; S.iongimmis. (233)ventnl;

S.mbiguus. (233)ventraI; S.pilu/a. (235)ventral, (236)Iated: S.navicu~fomis, (237)ventnl. (23S)IateraI, 237 u.238 Holotypus, 239

Pmtypus; S.erinaceus, (24O)ventral, (24 I )latemi), 240 u.24 1 Holotypus, 242 htypus.

28 1

r

226

234


243 244 245

25 1 252

E

Y.

p!

C

nn

246 247 248 249

253 254 255 256 257

258 259 260 26 1 262 263 264

Abb. 243-264 Aedeagu wn Sphae~m. S. feloi, (243)ventral). (2Sl)latenl; S.obscums, (245)ventral. (746)lateral; S.leiren, (247)ventral,

(248)lateral; Sflavosquamosus, (249)ventral, (250)lateral); S.bicolor, (25 1 ventral, (257)lateral; S. velhocabrali(Beborstung

nicht gezeichnet). (253)ventraI; S.simplrx, (254)ventral). (25S)Iateral. (254) u. (255) Lectotypus. (256) u. (257) S.orbicularis

Lindberg ex cLei; S.exigutrs. (258)ventral. (259)lateral; Sdbopicfus s.str. Lectotypus, (26O)ventral. (261)lateral; Safbopictus

ssp. plaünfaginis, (262)ventral. (263)lateral; Sdbopictus Ba votarsus. (264)ventral.

Abb. 265 Notiz in dem der Entomologi-

schen Gesellschaft London von Wollaston

überreichten Band der "Insecta

Maderensia", NHML.

282

250

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine