VEREINE - Berliner Behindertenzeitung

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VEREINE - Berliner Behindertenzeitung

Ausgabe Februar 2006

17. Jahrgang 2006

Postvertriebsstück A 11 803

BERLINER BEHINDERTEN-ZEITUNG

Herausgeber: Berliner Behindertenverband e.V. „Für Selbstbestimmung und Würde“ • ehemals BERLIN KONKRET •

Jahres-Abonnement: 15 EURO • Einzelpreis: 1,50 EURO

Aus dem Inhalt

• Behindertenfahrdienst

Seiten 1 – 3

• Neue Gesichter

Seite 4

• Bilanz des BBV

Seiten 6 – 7

• Mobilität

• Preisrätsel

Seite 12

Seite 16

• Neue Projekte Seite 19

D i e B B Z - A u s g a b e

März 2006

erscheint am 23.02.2006

Redaktionsschluss 15.02.2006

D e r B B V i m I n t e r n e t :

www.bbv-ev.de

E-Mail: bbvev.b@berlin.de

So, Frau

Senatorin

Knake-Werner,

wollen Sie

nun mit uns an

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ziehen?

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2 MOBILCAB

BBZ – Februar 2006

a n z e i g e

Dauerbrenner Sonderfahrdienst

Konkrete Erfahrungen für die

Weiterentwicklungdes Dienstes nutzen

In diesen Tagen machen sich viele

behinderte Menschen Gedanken um

den Sonderfahrdienst. Wie geht´s

weiter?

Das wollte die BBZ von der Sprecherin

der Senatorin Dr. Heidi Knake-Werner

wissen: Roswitha Steinbrenner.

In einem ausführlichen

Telefongespräch

nahm sie zu dem

aktuellen Thema

Stellung und reichte

ergänzend eine Reihe

von Dokumenten

herein. Auf dieser

Basis hat der Verfasser

dieser Zeilen

die Problemsicht der

zuständigen Senatsverwaltung

in drei

Punkten kurz zusammengefasst:

Punkt 1:

Der Sonderfahrdienst für mobilitätsbehinderte

Menschen ist und

bleibt in seiner Gesamtheit gesichert.

Das hat Senatorin Dr. Knake-Werner

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Entscheidung

der Vergabekammer

in Bälde

zu erwarten

immer wieder betont. Dies gilt auch

jetzt und für die Zukunft.

Punkt 2:

Mit der Entscheidung im Nachprüfungsverfahren

durch die Vergabekammer

ist Ende Januar zu rechnen.

In einem besonders geregelten Verfahren

hatte die Senatsverwaltung

einen neuen Betrei-

ber beauftragt, den

Sonderfahrdienst

durchzuführen.

Gegen diese Auftragsvergabe

hatten

aber die unterlegenen

Mitbewerber

das Nachprüfungsverfahren

bei der

Vergabekammer

beantragt. Einer von ihnen ist der

gegenwärtig übergangsweise tätige

Betreiber. Bereits vor der Entscheidung

der Vergabekammer hat einer

der Beschwerdeführer die Absicht

geäußert, gegen eine für ihn ungünstige

Entscheidung vor

dem Kammergericht zu

klagen.

Der Durchführung

des Fahrdienstes liegt

gegenwärtig eine Übergangsregelung

zu Grunde.

Diese Regelung ist

aus der Sicht der Senatsverwaltung

nicht zu

beanstanden. Sie führt

als solche nicht zu Veränderungen

für die Nutzer. Grundlegend

für den Betrieb des Dienstes ist

zurzeit und weiterhin die „Verordnung

über die Vorhaltung eines besonderen

Fahrdienstes“ aus dem Jahr 2001.

Dienst

in seiner

Gesamtheit

auch in

Zukunft

gesichert

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Punkt 3:

Von Anfang

an legte die Senatsverwaltung

großen Wert

darauf, die Erfahrungen

der

Nutzer in die

Weiterentwicklung

des bundesweit

einmaligen Angebots einzubeziehen.

Dem entsprechend wurde

in der erwähnten Verordnung festgelegt,

eine Beschwerdestelle beim

Betreiber und einen Fahrgastbeirat

beim Büro des Landesbehindertenbeauftragten

einzurichten.

Um die Erfahrungen der Nutzer

noch besser auswerten zu können,

hatte die Senatsverwaltung sogar

beabsichtigt, das neu eingeführte

Dispositionssystem zunächst über

einen bestimmten Zeitraum hin zu

erproben. Dann kam aber ein Nachprüfungsantrag.

Dem hat die Vergabekammer

stattgegeben. Umso

wichtiger ist es nun,

aufgrund dieser neuen

Lage, die Erfahrungen

der Nutzer stetig in die

Weiterentwicklung des

Angebots einfließen zu

lassen.

Die jetzt mitgeteilten

Überlegungen

der Senatsverwaltung

können eine Verständigung

unter den Beteiligten

darüber einleiten, wie die

Ausgestaltung des Dienstes im Rahmen

der gegebenen Möglichkeiten

weiter optimiert werden kann.

Klaus Meynersen

Gemeinsam stark durch Beweglichkeit und Kompetenz

City – Funk zieht

Antrag zurück

Der gegenwärtig tätige Betreiber

des Sonderfahrdienstes für mobilitätsbehinderte

Menschen, City-Funk

hat seinen Antrag auf Überprüfung

des Vergabeauftrages bei der Vergabekammer

zurückgenommen. Das

teilte die Pressestelle der Senatsverwaltung

für Gesundheit, Soziales

und Verbraucherschutz der BBZ mit.

Diese Nachricht dürfte zur weiteren

Entspannung der gegenwärtigen geführten

Diskussion um die Zukunft

des Sonderfahrdienstes beitragen.

K. M.

Und noch mal

Probleme mit den

Fahrdiensten

Frau Grimme, gehörlos, hat erhebliche

Problem mit ihren Bestellungen

sowohl mit Mobil Cab als auch

mit Eranus. Ihre Bestellung schickt

sie immer per Fax – geht bei ihr ja

nicht anders.

Sie bekommt nie eine Rückantwort,

weiß also nicht, ob sie überhaupt

abgeholt oder später auch

wieder nach Hause gebracht werden

wird. Mobil Cab sie schon öfters

ohne Rückmeldung hängen gelassen

hat. Mit diesem Problem steht sie

leider nicht allein, hat aber versucht,

Kontakt zu den Betreibern aufzunehmen.

Leider haben diese sich nie

bei ihr gemeldet.

A. Möller

Übrigens:

15% Nachlass auf alle Neuwagen

für Schwerbehinderte

Behinderungsgrad mind. 50%


BBZ – Februar 2006 CHAOS MOBILCAB

Mündliche Anfrage der Abgeordneten

Elfi Jantzen (Bündnis 90/Die

Grünen) aus der 77. Sitzung des Abgeordnetenhauses

vom 24. November

2005:

„Alle Jahre wieder Ärger mit dem

Sonderfahrdienst – müssen behinderte

Menschen Weihnachten und

Silvester Zuhause bleiben? Wie ist

die Übergabe des Sonderfahrdienstes

an den neuen Dienstleister zum

1.1.2006 geplant; wie wird sichergestellt,

dass der Sonderfahrdienst für

Menschen mit Behinderungen zum

Jahreswechsel durchgeführt werden

kann?“

Antwort: Der derzeitige Betreiber

ist durch vertragliche Vereinbarung

verpflichtet, die ordnungsgemäße

Organisation des Sonderfahrdienst

bis zum Abschluss des Vergabeverfahrens

durchzuführen. Im Vergabeverfahren

ist ein Bewerber ausgewählt

worden, hier läuft derzeit

die 14-tägige Schutzfrist für nicht

berücksichtigte Bewerber, erst nach

Ablauf dieser Frist kann ein Vertrag

geschlossen werden. Im Vergabeverfahren

wurde seitens der Bewerber

erklärt, dass ein reibungsloser Übergang

sichergestellt ist. Berlin, den 24.

November 2005 Dr. Heidi Knake-

Werner, Senatorin für Gesundheit,

Soziales und Verbraucherschutz

Warte, warte nur

ein Weilchen ...

Mit Verwunderung haben wir

die Antworten zu den Anfragen an

die Frau Senatorin bezüglich des

Sonderfahrdienstes zur Kenntnis

genommen. Wie von vielen Behindertenverbänden

und Selbsthilfegruppen

befürchtet, ist das Chaos

und die Unzuverlässigkeit bei und

durch den jetzigen Betreiber City-

Funk eingetreten. Dazu zwei realistische

Beispiele:

1. Weihnachtsfeier des Berliner

Behindertenverbandes am

15.12.2005 in der Kiezspinne in

Lichtenberg:

Unser Vorstandsmitglied Herr

Horst Lemke hat im Namen des BBV

vorsorglich „Mobil cab“ daraufhingewiesen,

dass zu dieser Veranstaltung

viele Nutzer auf die Verlässlichkeit

der Transporte – wie durch

Frau Dr. Knake-Werner zugesichert

– bauen. Leider war die Skepsis vieler

damit belastet, letztendlich dieser

Veranstaltung doch fern zu bleiben.

Somit wurde der BBV als gemeinnütziger

Verein finanziell zusätzlich

belastet, da er in der Vorbereitung

mit mehr Zuspruch gerechnet hatte

Alles Bestens,

meint die Senatorin

und demzufolge höhere finanzielle

Ausgaben für die Umrahmung der

Veranstaltung und die Versorgung

einer viel höheren Teilnehmerzahl

eingesetzt hatte. Mit den wenigen

Teilnehmern wurde eine erfolgreiche

Veranstaltung (Weihnachtsfeier)

durchgeführt. Leider musste der Mitorganisator,

Herr Horst Lemke, die

bittere Erfahrung machen, dass ausgerechnet

er, der vorbeugend für alle

anderen Teilnehmer wirksam wurde,

von dieser Veranstaltung durch „Mobil

cab“ nicht wieder gegen 21.15

Uhr (lt. Vorbestellung) nach Hause

transportiert wurde.

Herr Lemke ist nach mehreren

Fehlversuchen, Cityfunk telefonisch

zu erreichen, selbstständig nach ca.

einer Stunde bei stürmischem Wind

und Kälte mit seinem E-Rollstuhl

nach Hause (am Tierpark) gefahren.

Er ist auf Umsetzhilfe angewiesen,

da er zum Schlafen von seinem

Rollstuhl auf eine Schlafcouch nicht

selbstständig überwechseln kann.

Somit verbrachte Herr Lemke die

Nacht im Rollstuhl und hatte erst

wieder am Morgen die erforderliche

Hilfe durch seinen Pflegedienst.

Ein unzumutbarer Zustand – ausgelöst

durch die Unzuverlässigkeit von

„Mobil cab“ und das Unvermögen

der zuständigen Senatorin, den Behindertenfahrdienst

uneingeschränkt

anzubieten.

2. Silvester mit Hindernissen

Herr Wolfgang Hänsch, Mitglied

des BBV, verbrachte mit seiner Lebenspartnerin

den Silvesterabend bei

seiner Familie in einem Einfamilienhaus

in Wilhelmsruh (Stadtbezirk

Pankow). Nach reichlicher Überlegung

plante er diese Hin- und Rückfahrt

mit „Mobil cab“. Seine Skepsis

sollte sich bewahrheiten. Seine Vorbestellung

für die Hinfahrt gegen

19.15 Uhr ab Hellersdorf wurde mit

einer 3/4-stündigen Verspätung noch

realisiert. Die vorbestellte Rückfahrt

gegen 1.45 Uhr fiel einfach aus.

Nach mehrstündigen Versuchen sowohl

über die Taxizentrale Cityfunk

als auch über die Sonderrufnummer

für den Behindertentransport konnte

erst morgens gegen 7.30 Uhr überhaupt

Kontakt hergestellt werden

(ein kleiner Hoffnungsschimmer

der wie eine Seifenblase zerplatzte).

Der Kollege in der normalen Taxi-

zentrale gab sehr unfreundlich zu

verstehen, dass er dafür nicht mehr

zuständig ist. Nach weiteren Versuchen

erreichte Herr Hänsch endlich

die Frühschicht für den Behindertentransport

bei „Mobil cab“. Diese

Kollegin war seinem Problem gegenüber

sehr aufgeschlossen. Sie konnten

zwar nicht begründen, warum er

in der Nacht nicht zu seiner bestellten

Abholzeit transportiert wurde,

versuchte jedoch sofort Fahrzeuge zu

orten. Leider befanden sich morgens

um 8.00 Uhr noch keine Behindertentransportfahrzeuge

unter Mobil

cab – Regie auf der Straße.

So notierte sie sich die Rufnummer

des Nutzers und bemühte sich,

das erste Fahrzeug im Einsatz für

die Rückfahrt des Nutzers zu beauftragen.

Diese Kollegin ist eine

Ausnahme im Mobil cab – Team,

denn sie war sehr engagiert und löste

diesen Problemfall. Herr Hänsch

benötigte dort Treppenhilfe. Er verbrachte

viele zusätzliche Stunden in

einem relativ unbequemen Faltrolli

(notwendig wegen dem Transport

über die Treppen ins Haus), hatte

dort auch keine Möglichkeit, sich

vielleicht hinzulegen und musste

unter großer Hilfestellung mehrerer

Personen eine Toilette benutzen, die

nicht behindertengerecht ist.

Zwischenzeitlich hatte man sich

informiert, wann ein behindertengerechter

Bus von dort nutzbar wäre.

Es wurden anwesende Personen

geweckt, die erst wenige Stunden

zuvor zur verdienten Nachtruhe gekommen

waren. Mit deren Hilfe

wurde Herr Hänsch die Treppe vor

dem Haus (ca. 10 Stufen und bei

Winterwetter) mit großen Risiken

heruntertransportiert. Dann kam der

von allem Stress befreiende Anruf

der Kollegin von „Mobil cab“, dass

sie ein Fahrzeug – unter Stornierung

einer anderen Fahrt – beauftragt hat,

Herrn Hänsch vorrangig nach Hause

zu fahren (Zeitpunkt: 01.01.2006,

8.30 Uhr). Das war 7 Sunden nach

der Nichtrealisierung des bestellten

Rückfahrauftrages durch „Mobil

cab“– ein trauriger Rekord.

Man könnte diese traurige Statistik

dramatischer Ereignisse unendlich

weiterführen. Denn uns wurden

immer wieder Missstände, seit der

Umstellung des Behindertenfahrdienstes

im Jahr 2005 sowohl von

gesellschaftlichen Aktivisten aus der

3

Behindertenszene als auch von privaten

schwerbehinderten Nutzern,

unter der Verantwortung des Betreibers

von „Mobil cab“ bekannt.

Seitens der Senatorin, Frau Knake-

Werner, und des Betreibers, Herrn

Döring, wird die Behindertenbeförderungssituation

schöngeredet. Wobei

Herr Döring im Beisein von der

zuständigen Senatorin den schwerbehinderten

Nutzern erklärt, „Zuverlässigkeit,

dass Behinderte transportiert

werden, werde seinerseits

nicht garantiert. Wenn überhaupt,

setzte ein Verlangen danach einen

größeren finanziellen Aufwand voraus.“

Auch dazu seitens der Senatorin

– Schweigen im Walde. „Wo ist

ihre soziale Stellung zu solcher Aussage?“

oder anders gefragt: „Ist sie

überhabt in der Lage, die Situation

der Nutzer des jetzigen Pleiten-Pechund-Pannen-Behindertenfahrdienstes

zu erfassen?“

Welche Situation entsteht mit einem

erneuten Betreiberwechsel?

Auch die nach wie vor engagierten

Fuhrunternehmen brauchen

Planungs- und Umsatzsicherheiten

– alle Betroffene dürfen unter einen

schlecht geführten, von Sparzwängen

gebeutelten Behindertenfahrdienst

nicht weiter leiden.

Uns liegen Schreiben zwischen

dem Senat und der Bietergemeinschaft

der gemeinnützigen Fahrdienste

vor, in denen hervorgeht, wie

diese systematisch ruiniert werden.

So wurden z.B. das zugesagte Umsatzvolumen

um über 35 Prozent

unterschritten, das sind Beträge, die

die Unternehmen an den Rand des

Abgrundes treiben. So kam es sogar

dazu, dass in der Weihnachtswoche

Fahrzeuge wegen Auftragsmangel

ihre Schicht abbrechen mussten und

die zusätzlich bereitgestellten Fahrzeug-

und Personalkapazitäten nicht

genutzt werden konnten.

Ein weiterer Kritikpunkt sind nicht

korrekt bezahlten Monatsabrechnungen

an die Fuhrunternehmen durch

Cityfunk. Völlig unverständlich ist

für die Bietergemeinschaft, dass gefahrene

Aufträge aus der Erfassung

bei City Funk verschwinden. Bei

City Funk wird dazu nur mit den

Achseln gezuckt. Es sind immerhin

223 Fahrten bis Ende November.

Es ist fünf Minuten nach Zwölf

und wir hoffen, dass der Senat nun

endlich aufwacht. Man hat fast das

Gefühl, dass es Absicht ist, den Behindertenfahrdienst

in Berlin Stück

für Stück zu zerstören.

Angelika Möller


4 POLITIK

BBZ – Februar 2006

In seinem Glückwunschschreiben

an die neue Behindertenbeauftragte

der Bundesregierung hatte der BBV

Kooperationsbereitschaft angeboten.

Karin Evers-Meyer griff diesen

Vorschlag auf. Schon bei der ersten

persönlichen Begegnung der beiden

Bundestagsabgeordneten – bei der

Übergabe des Weihnachtsbaumschmucks

der Lebenshilfe an das

Parlament – sagte sie ihm, daß sie

davon ausgehe, daß es genügend

inhaltliche Gemeinsamkeiten für

konstruktive Zusammenarbeit auch

über Fraktionsgrenzen hinweg gäbe.

Auf der zentralen Veranstaltung des

DBR zum Welttag der Menschen mit

Behinderungen wiederholte sie dies

ausdrücklich.

Ich freue mich darüber, daß Frau

Evers-Meyer, die ja betonte, daß sie

an vieles von dem anknüpfen wolle,

was Karl-Hermann Haack begonnen

habe, daß sie aber auch eigene Akzente

setzen werde, z.B. in der fraktionsübergreifenden

Zusammenarbeit,

einen anderen Weg als ihr Vorgänger

gehen will. Ich bin dazu gern bereit,

wenn es tatsächliche Verbesserungen

für die Lebens- und Teilhabebedingungen

von Menschen mit Behinderungen

und/oder die Sicherung

unserer Selbsthilfearbeit bringt.

Unter rot-grüner Regierung gab es

solcherart Kooperationsangebot an

die Opposition nicht. Allerdings will

ich auch nicht verhehlen, daß ich als

„Feigenblatt“ für die Kaschierung

„Neue Kooperationsbereitschaft

in der Behindertenpolitik?

weiteren Stillstands oder gar offenen

Rückschritts nicht zur Verfügung

stehe. Frau Evers-Meyer weiß das,

denn ich sagte es ihr ebenso offen ins

Gesicht wie ich für die Einladung zur

Zusammenarbeit dankte.

Drei Punkte sollen die Prüfsteine

bilden:

– Das ADG (Kommt es überhaupt?

Wann? Und, nicht zuletzt: Mit welchem

Inhalt!?)

– Nachteilsausgleiche (Sind sie

überhaupt geplant? Wird es einen

Paradigmenwechsel von der Bedürftigkeitsprüfung

zur Bedarfsdeckung

geben?)

– Selbsthilfeförderung (Wird ehrenamtliche

Arbeit Betroffener endlich

als echte Arbeit anerkannt (und

wenigstens mit Aufwandsentschädigungen

abgesichert)? Gibt es endlich

Anspruch auf institutionelle Förderung?)

Daß selbstverständlich auch die

Ausbildung und die Berufstätigkeit

behinderter Menschen wesentlich

verbessert und Assistenz in allen

Lebensbereichen abgesichert werden

muß, soll nicht vergessen werden.

Alles in allem: Die neue Legislaturperiode

kann aufregend werden!“

Ilja Seifert

a n z e i g e

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BBZ – Februar 2006 POLITIK

Antidiskriminierungsgesetz –

nächster Versuch

Ganz bis zum Ende hören konnte

man, wegen der strengen Zeitregelung

auf der Besuchertribüne, den

Teil der Plenarsitzung der sich mit

dem Antidiskriminierungsgesetz

beschäftigte, zwar nicht, aber das

Wichtigste bekam man durchaus

mit. Über den erneut im Bundestag

eingebrachten Entwurf des ADG

von Bündnis 90/Die Grünen/ Die

Linke.PDS – nämlich die bereits

2005 im Bundesrat gescheiterte Fassung:

sprach sich Frau Ewers-Meyer,

Bundesbeauftragte für die Belange

behinderter Menschen zwar weiterhin

positiv aus, gab ihm jedoch

auch diesmal keine Chance auf eine

Mehrheit im Bundesrat. Der Entwurf

sei gut und seine Umsetzung

dringend, wichtig ist aber, dass die

Regierungskoalition in Bälde einen

eigenen Entwurf vorlegt.

Die Spielräume sind nicht sehr

groß und bereits die „Kohl“-Regierung

hat 1997 auf dem Weg zu einem

Es ist erfreulich, daß dem Europäischen

Jahr der Menschen mit Behinderungen

(2003) schon vier Jahre

später ein Jahr der Chancengleichheit

für alle“ folgt. Das weitet den

Blick. Es wird unserm Kampf für ein

u m f a s s e n d e s Antidiskriminierungsgesetz

(ADG) starke zusätzliche

Impulse geben. Die deutsche

Politik hat sie dringend nötig. Und

innerhalb der Behindertenbewegung

hoffe ich, daß sich gewisse Separierungstendenzen

– Motto: Hauptsache

wir werden vom ADG geschützt –

als kurzzeitiger Irrtum Weniger erweisen.

„Chancengleichheit für alle“

a n z e i g e n

gemeinsamen Europa ein umfassendes

Benachteilungsgesetz vorgelegt.

Auch diese Sitzung des Bundestages

war geprägt von Zwistigkeiten unter

den Fraktionen. Während die CDU

den Grünen vorwarf, sie würde die

SPD, ihren früheren Koalitionspartner

vorführen und durch das Antidiskriminierungsgesetz

werde die Vertragsfreiheit

aufgehoben, bemerkte

auch die FDP, das vielerorts bereits

Verträge bestehen, die eine Diskriminierung

und Ungleichbehandlung,

z.B. für ältere Arbeitnehmer im Arbeitsrecht

oder Ethnische Minderheiten

bei Versicherungsverträgen ausschließen.

Somit bestehe bereits eine

Harmonie im Angebot. Auch die

FDP ist gegen eine Diskriminierung,

zweifelt aber daran, dass das Antidiskriminierungsgesetz

tatsächlich die

Bürokratie abbaut, wie so oft gefordert.

Außerdem begrüßt sie, dass der

Entwurf jetzt dem Rechtsausschuss

vorliegt, da die Diskussion jetzt weniger

ideologisch geführt wird.

Die SPD ist weiterhin stolz auf diesen

Entwurf und findet den Vorwurf,

dass er zu mehr Bürokratie führe,

haltlos. Frauen können durch das Antidiskriminierungsgesetz

mehr Rechte

geltend machen, führt sie an und, dass

Vertragsfreiheit oft nur dem Stärkeren

dient. Bedauert werden auch hier

die verengte Sicht und die politischen

und juristischen Spitzfindigkeiten.

Die Linke.PDS sprach von einer Notwendigkeit

eines Schutzes vor Diskriminierung

für alle in Deutschland lebenden

Menschen, jedoch gehöre das

Wort „Rasse“ nicht in ein deutsches

Gesetz. Besser geregelt werden muss

der Anspruch auf Schadenersatz im

Antidiskriminierungsgesetz und Arbeitgeber

sollten eine Schulung erhalten,

die ihnen nicht-diskriminierendes

Verhalten lehrt.

Die Fraktionen sind uneins und

man darf auf weitere Schritte gespannt

sein.

Franziska Littwin

Nutzen-für-alle-Konzept zum

(politischen) Prinzip machen

ROLLSTUHLSERVICE

Goics GmbH

weißt uns den Weg: Haltet zusammen!

Die Worte des tschechischen EU-

Kommissars für Beschäftigung, Soziales

und Chancengleichheit, Vladimír

Špidla, „Europa muß sich um

echte Gleichbehandlung im täglichen

Leben bemühen. Das Europäische

Jahr der Chancengleichheit für alle

und die Rahmenstrategie werden

einen neuen Impuls für die Anstrengungen

zur uneingeschränkten Anwendung

der Antidiskriminierungsvorschriften

der EU bringen, die

bislang allzu oft behindert und ver-

Beratung, Vertrieb, Service

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zögert wurde. Grundrechte, Nichtdiskriminierung

und Chancengleichheit

bleiben Schlüsselprioritäten der

Europäischen Kommission.“ gelten

auch in der BRD uneingeschränkt.

Wiederum rückt die Kommission

vier Themen ins Zentrum. Diesmal

lauten sie:

– Rechte – für das Recht auf

Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung

sensibilisieren;

– Vertretung – eine Debatte über

Möglichkeiten anregen, die Teilnahme

an der Gesellschaft zu stärken;

– Anerkennung – Vielfalt würdigen

und berücksichtigen;

– Respekt und Toleranz – eine

Gesellschaft mit stärkerem Zusammenhalt

fördern.

Das knüpft gut an das Motto des

Europäischen Jahres der Menschen

mit Behinderungen – nichts über uns

ohne uns – an und gibt uns die Chance,

das „Nutzen-für-alle-Konzept“

zum durchgängigen Prinzip in Politik,

Gesellschaft, Design, Städtebau,

Verkehr, Verwaltung und allen anderen

Bereichen zu machen.

Ilja Seifert

5

Die Linke

will ein starkes

Antidiskriminierungsgesetz

Die Linksfraktion

kämpft für

ein wirkungsvollesumfassendesAntidiskriminierungsgesetz

(ADG).

Der Vorstoß

von Bündnis

90/DIE

GRÜNEN,

das im Sommer

durch den

Bundesrat verhinderte Gesetz erneut

in den Bundestag einzubringen, ist

ein legitimes Mittel, um insbesondere

die SPD-Abgeordneten mit ins

Boot zu holen. Die Linke nutzt die

erneute parlamentarische Befassung

mit dem ADG, um wenigstens einige

der – unübersehbaren – Schwächen

des rot-grünen Gesetzes zugunsten

der Betroffenen zu tilgen.

Als unbedingt verbesserungsbedürftig

sehen wir mindestens drei

Punkte an:

• Erstens dürfen so wenige Ausnahmebedingungen

wie möglich zugelassen

werden. Die bisherige Formulierung

öffnet dem Mißbrauch

Tür und Tor. Wir meinen, daß es

außer Gefahr für Leib und Leben

der/des Betroffenen und von Dritten

keinen Ausnahmetatbestand geben

sollte.

• Zweitens müssen wirklich spürbare

Sanktionen eingeführt werden.

Solange Diskriminierungen als eine

Art „Kavaliersdelikt“ gesehen werden,

ist ihre Vermeidung auf den St.-

Nimmerleins-Tag verschoben.

• Drittens braucht ein solches

Gesetz verbindliche Schadenseratz-

(bzw. Schmerzensgeld-)Regelungen.

Diskriminierer (ob als Person oder

als Institution) müssen wissen, daß

Ihre Taten nicht nur straf- und/oder

disziplinarrechtlich geahndet, sondern

auch mit empfindlichen Geldbußen

(zugunsten der Diskriminierten)

belegt werden. (Daß diese Schadensersatzansprüche

– wie z.B. in

den USA – z.T. in horrende Summen

ausarten, ist allerdings nicht Ziel der

Politik der Linkspartei.PDS.)


6 BBV

BBZ – Februar 2006

Am Ende des Jahres 2005 zieht der Vorsitzende des Berliner Behindertenverbandes „Für Selbstbestimmung und Würde e.V. (BBV), Ilja

Seifert, in aller Öffentlichkeit eine

Bilanz des BBV zum Jahreswechsel 2005/2006

Das geradeablaufende

Jahr 2005

brachte etlicheÜberraschungen.

Die vorgezogeneBundestagswahl

war wohl

eine der am wenigsten erwarteten.

Bleibt die Frage: Eher überraschend

gut oder eher überraschend schlecht?

Der Berliner Behindertenverband

„Für Selbstbestimmung und Würde“

e.V. (BBV) betrachtet diese Frage

alljährlich unter dem ganz spezifischen

Blickwinkel: geht es am Ende

diesen Jahres den Menschen mit und

ohne Behinderungen – in Berlin und

deutschlandweit – eher schlechter

oder eher besser? Und das sowohl in

praktisch-materieller Sicht als auch

in Bezug auf die Stimmung. Wir

knüpfen damit an Bilanzen der vergangenen

Jahre an, nehmen dortige

Wertungen ein bißchen als Maßstab.

2004 faßten wir unsern Gesamteindruck

in den Sätzen zusammen:

„Die „gefühlte“ Perspektivlosigkeit

steigt proportional zur „erlebten“.

Der rabiate Sozialabbau in allen

Bereichen (weit über Menschen mit

Behinderungen und chronischen

Erkrankungen sowie unsere Angehörigen

hinaus), die damit einhergehende

zunehmende Erkaltung der

zwischenmenschlichen Beziehungen

und immer weitere Reduzierung jedweder

staatlichen und/oder sonstigen

öffentlichen Förderung auf eine betriebswirtschaftliche

Kosten-Nutzen-

Rechnung hat die realen Lebens- und

Teilhabebedingungen von Menschen

mit Behinderungen voll erfaßt.“ Damit

beschrieben wir eine Entwicklung,

die schon im davor liegenden

Jahr 2003 – das in Europa (offiziell)

den Menschen mit Behinderungen

gewidmet war – und die wir als „ernüchtern

bis erschreckend“ bezeichnen

mußten. Und zwar: „Nicht nur,

daß uns das EJMB keinen nennenswerten

Fortschritte in der Behindertenpolitik,

unserer allgemeinen

Akzeptanz als selbstverständlicher

Bestandteil der Bevölkerung und/

oder unserer sozialen und rechtlichen

Sicherung brachte. Nein, wir müssen

sogar erhebliche – strukturell weit in

die Zukunft weisende – Rückschläge

konstatieren.“

Am Ende diesen Jahres bietet sich

uns ein widersprüchliches Stim-

mungsbild. Während die meisten

Behindertenorganisationen eher

mit warnenden Forderungen bzw.

fordernden Warnungen an die neue

Bundesregierung herantreten, verspüren

wir unter den Betroffenen

doch auch nicht zu übersehende

Hoffnungen auf einen Neuanfang.

Die Befürchtungen der Organisationen

– nicht zuletzt am Welttag

der Menschen mit Behinderungen

(3. Dezember) geäußert – sehen sowohl

weitere Verschlechterungen

der materiellen Lage behinderter

und chronisch kranker Menschen

als auch der allgemeinen Einstellung

ihnen gegenüber. So kritisieren sie

die negativen Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen

(Hartz I – IV),

fehlende Klarheit über die Richtung

der Gesundheits- und Pflegepolitik,

Rentenkürzungen sowie zahlreiche

Verschlechterungen unterhalb der

gesetzlichen Ebene (neue Gebührenordnung

der GEZ, Verschärfung von

Zugangsbestimmungen für Schwerbehinderten-Rabatte,

erhöhte Zuzahlungen

für Fahrdienste usw.).

Unabhängig davon – und durchaus

im Widerspruch mit tatsächlichen

eigenen Erfahrungen – verbinden

nicht wenige Betroffene mit dem

Regierungswechsel gewisse Hoffnungen

auf Besserung. Das mag ein

allgemeiner Neuanfangs-Bonus sein

oder eine Reaktion auf durchaus

publikumswirksame erste (internationale

und nationale) Auftritte der

neuen Kanzlerin. So unbestimmt

diese Hoffnungen sein mögen: Sie

sind vorhanden und spürbar. Ob sie

eintreffen, wird sich zeigen.

Bundespolitik

Nach dem behindertenpolitischen

Stillstand der letzten drei Jahre – den

auch das persönliche Engagement

des ehemaligen Behindertenbeauftragten,

Karl-Hermann Haack, nicht

verhindern konnte –, ist der Bedarf an

bundespolitischer Entwicklung groß.

Zwei gesetzgeberische Maßnahmen

stehen bei den Behindertenverbänden

– nicht zuletzt im BBV – als

Wünsche/ Forderungen ganz oben

auf der Liste: Umfassende, wirkungsvolle

Diskriminierungsverbote

und bedarfsdeckende Nachteilsausgleiche.

Die Signale der neuen Bundesregierung

sind zwiespältig, eher

zurückhaltend bis ablehnend. Aber

immerhin sprach sich die neue Behindertenbeauftragte,

Karin Ewers-Mey-

er, mehrfach und deutlich für ein Antidiskriminierungsgesetz

(ADG) aus.

Da voraussichtlich schon im Januar

das im vergangenen Sommer im

Bundesrat gescheiterte ADG erneut

in 1. Lesung auf der Tagesordnung

des Bundestages steht, werden wir

voraussichtlich schon bald klarer erkennen

können, was die neue Bundesregierung

diesbezüglich tatsächlich

tun will.

Der BBV unterstützt selbstverständlich

den Kampf um ein Diskriminierungsverbot.

Dabei betonen

wir aber, daß uns der im Sommer

gescheiterte Gesetzentwurf in wesentlichen

Punkten zu schwach

war. Falls jetzt auch noch der Geltungsbereich

(die gesetzlich geschützten

Bevölkerungsgruppen)

eingeschränkt werden sollte – wie

einige Äußerungen führender CDU/

CSU-Politiker/innen während des

Wahlkampfs und danach befürchten

lassen –, besteht zusätzlich noch die

Gefahr, daß verschiedenen Minderheiten

gegeneinander ausgespielt

werden. Dem wird der BBV seinen

Widerstand entgegen setzen. Aber

Abwehr weiterer Verwässerungen

des geplanten ADG reicht nicht aus.

Deshalb erneuert der BBV seine Forderung,

das ADG wirkungsvoller zu

gestalten. Wir schließen uns diesbezüglich

ausdrücklich den Forderungen

unseres Bundesverbandes, des

Allgemeinen Behindertenverbandes

in Deutschland „Für Selbstbestimmung

und Würde“ e.V. (ABiD) an.

Mindestens an drei Punkten braucht

das ADG Verstärkungen:

• Erstens dürfen so wenige Ausnahmebedingungen

wie möglich zugelassen

werden. Die bisherige Formulierung

öffnet dem Mißbrauch

Tür und Tor. Wir meinen, daß es

außer Gefahr für Leib und Leben

der/des Betroffenen und von Dritten

keinen Ausnahmetatbestand geben

sollte.

• Zweitens müssen spürbare

Sanktionen eingeführt werden. Solange

Diskriminierung als eine Art

„Kavaliersdelikt“ gesehen wird, ist

ihre Vermeidung auf den St.-Nimmerleins-Tag

verschoben.

• Drittens braucht ein solches

Gesetz verbindliche Schadenseratz-

(bzw. Schmerzensgeld-) Regelungen.

Diskriminier (ob als Person oder als

Institution) müssen wissen, daß Ihre

Taten nicht nur straf- und/oder disziplinarrechtlich

geahndet sondern

auch mit empfindlichen Geldbußen

(zugunsten der Diskriminierten) belegt

werden.

Was die Forderung nach bedarfsdeckenden

Nachteilsaugleichen

angeht, wissen wir, daß wir einer

breiten Ablehnungsfront der Kosten-

Nutzen-Rechner/innen gegenüber

stehen. Unter dem Vorwand, daß

kein Geld in den öffentlichen Haushalten

sei und man auf Teufel heraus

„sparen“ müsse, seien Leistungsausweitungen

nicht möglich.

Dem widersprechen wir ausdrücklich.

Dabei berufen wir uns zunächst

auf das Sozialstaatsgebot, das gleichwertige

Lebensbedingungen für alle

verspricht. Wir wollen also nicht

mehr als andere, sondern nur, daß

bestehende – behinderungsbedingte,

also individuell nicht veränderbare –

Nachteile dauerhaft ausgeglichen

werden. Es muß das Prinzip gelten,

daß ungleiche Bedingungen ungleich

behandelt (also die Schwächeren

„bevorzugt“) werden müssen, um

annähernde Gleichheit herzustellen.

Ansonsten reproduziert man nur die

Ungleichheit.

Neben diesem ethischen Ansatz –

den wir für wichtig halten – bringen

wir aber auch wirtschaftliche Argumente

ins Spiel. In erster Linie sind es

Arbeitsplätze, die dauerhaft geschaffen

werden könnten. Arbeitsplätze

im – sehr weit zu fassenden – Bereich

der persönlichen Assistenz, die auch

Pflege, Begleitung, Anleitung usw.

einschließt.

Auch in diesem Punkte unterstützen

wir den konzeptionellen Ansatz

des ABiD, den er schon 2003

in seinem Eckpunktepapier für ein

Nachteilsausgleichsgesetz mit Assistenzsicherungscharakter

(NAGAS)

formulierte. Inhaltliche Hauptkomponenten

sind:

• konsequente Umstellung auf das

Finalitätsprinzip (gleiche Leistung

bei vergleichbarer Beeinträchtigung;

unabhängig von Art und Ursache der

Behinderung)

• bundesweit einheitlicher Rechtsanspruch

auf die erforderlichen Leistungen

(Bedarfsdeckungsprinzip)

• Anspruch als Nachteilsausgleich,

also unabhängig von Einkommen

und Vermögen (keine Bedürftigkeitsprüfung)


BBZ – Februar 2006 BBV

• Leistungsgewährung aus einer

Hand

• Bedarf wird von den Betroffenen

benannt (Umkehr der Beweislast;

bei Verdacht auf ungerechtfertigte

Ansprüche muß die Behörde

dies nachweisen)

Es gäbe mehrere Wege, dieses Ziel

zu erreichen. Einer davon wäre, die

Eingliederungshilfe aus dem SGB

XII heraus zu lösen, sie von der Bedürftigkeitsprüfung

(SGB II) zu befreien

und als Nachteilsausgleichs-

Anspruch neu zu etablieren. Dazu

soll es aus dem Etat der Kommunen

in eine Bundesbehörde verlagert

werden. Damit ginge eine – dringend

erforderliche – Entlastung der

kommunalen Haushalte einher, ohne

daß Menschen mit Behinderungen

weiter gegen andere kommunale

Aufgaben – Kultur, Kinderbetreuung,

ehrenamtliches Engagement,

Migrant/innen-Hilfe, Straßenausbau

usw. – ausgespielt würden.

Ein anderer – noch besserer – Weg

wäre, alle bisherigen Leistungen für

Menschen mit Behinderungen und/

oder chronischen und psychischen

Erkrankungen (vom Bundesversorgungsgesetz

über Eingliederungshilfe,

Beamtenversorgung, Pflegeversicherung

usw.) in einem neuen

NAGAS zusammen zu fassen. Daß es

durchaus schwierig ist, unterschiedliche

Ansprüche (z.T. steuerfinanzierte,

z.T. Versicherungs-, z.T. Schadensersatz-,

z.T. Fürsorgeansprüche

usw.) unter einen Hut zu bekommen,

ist uns klar. Das verlangt politischen

Willen, klare Konzepte, sinnvolle

Übergangs- und Bestandsschutzregelungen

sowie pfiffige Lösungen. Deshalb

muß der in Behindertenorganisationen

versammelte Sachverstand

in allen Phasen der Erarbeitung, Diskussion,

Erprobung und schließlich

Anwendung dieses Gesetzes einbezogen

werden. Der BBV bietet seine

Mitarbeit ausdrücklich an. Das sollte

bis dahin gehen, dauerhafte Begleit-

und Unterstützungsangebote nach

dem Prinzip „Betroffene helfen Betroffenen“

zu etablieren.

Neben diesen „großen“, gesetzgeberischen

Maßnahmen zeigen

unsere Erfahrungen allerdings, daß

es auch unterhalb der Gesetzesebene

zahlreiche Aufgaben zu lösen

gilt. So stellen wir viele „kleine“

Einzelmaßnahmen fest, die – in der

Summe umso mehr – bestehende

Nachteilsausgleichsregelungen unterlaufen,

aushöhlen und/oder völlig

beseitigen. Das beginnt bei der

Neuregelung der Rundfunk-Gebührenbefreiung,

geht über Zuzahlungserhöhungen

bei Behindertenfahrdiensten,

spart Einschränkungen

beim Schwimmhallenbesuch nicht

aus usw. Der BBV wird nach seinen

Kräften dazu beitragen, solche

schleichende Unterwanderung unseres

Lebensstandards zunächst zu

erkennen, sie öffentlich zu skandalisieren

und – wo immer möglich –

abzuwehren.

Da sich die Bundesregierung bisher

nicht festlegte, in welche Richtung

sie die Gesundheits- und Pflegepolitik

entwickeln will, können wir dazu

momentan wenig sagen. Wir weisen

aber darauf hin, daß weitere Leistungseinschränkungen

immer schwerer

verkraftbar werden. Erforderlich

ist u.E. ein Ausbau der Leistungen,

nicht zuletzt im Heil- und Hilfsmittelbereich.

Der BBV hofft, daß sich

die Einbeziehung von Behindertenvertretern

– darunter des ABiD – in

die Arbeit des Gemeinsamen Ausschusses

zwischen Krankenkassen

und Kassenärztlichen Vereinigungen

langfristig positiv auswirkt. Allerdings

kritisieren wir nach wie vor,

daß eine echte Gleichberechtigung –

und Gleichstellung, was auch die materielle

Basis beträfe – nicht gegeben

ist. Das muß sich ändern.

Berliner Politik

Die allgemeine Klimaverschlechterung

gegenüber Menschen mit

Behinderungen, die auf das erbarmungslose

Kosten-Nutzen-Denken

zurückzuführen ist, das sich immer

weiter ausbreitet, ging auch an Berlin

nicht spurlos vorüber.

Zwar war die TELEBUS-Frage

immer ein Hauptthema der Berliner

Behindertenpolitik, im gerade ablaufenden

Jahr dominierte sie aber

alles. Die Umstellung auf das Mobil-

Cab-System fand im Sommer statt.

Haltung des BBV war die ganze Zeit

über, daß wir Veränderungen nicht

grundsätzlich ablehnend gegenüber

stehen. Aber unser Maßstab ist

und bleibt die Beförderungs-Qualität.

Nicht die Kosten-Einsparung.

Zur Beförderungs-Qualität gehören

sowohl Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit

als auch Spontaneität und

Freundlichkeit als auch zusätzliche

Dienste (Treppenhilfe, An- und Ausziehhilfe,

sonstige Begleitung usw.).

Die Erfahrungen nach einem halben

Jahr sind äußerst widersprüchlich.

Dazu trägt die Unsicherheit über

abermalige Trägerwechsel nicht unbeträchtlich

bei. Zunächst äußerten

sich die meisten BBV-Mitglieder eher

positiv über das neue System. Das

hielt aber nicht lange an. Inzwischen

häufen sich Beschwerden. Insbesondere

werden sehr lange Wartezeiten

(bei der telefonischen Bestellung),

z.T. sehr unfreundliche Bearbeitung

und verhältnismäßig große Unzuverlässigkeit

beklagt. Hinzu kommt

die hohe finanzielle Belastung, die

etliche Menschen wie „Hausarrest

über die Geldbörse“ empfinden. Daß

noch immer keine befriedigende

Lösung der Kostenübernahme für

Ehrenamtsfahrten gefunden wurde,

ist (für den Senat) peinlich, für viele

von uns unzumutbar.

Der Umbau des Olympiastadions

verzögerte sich – durch die Pleite der

Walter Bau AG – weiter. Zwischenzeitlich

faßten wir sogar ins Auge, eine

Zwangsvollstreckung einzuleiten. Der

Senat kam uns entgegen, so daß wir

dieses Mittel (noch?) nicht anwenden

mußten. Der BBV bleibt also zuversichtlich,

daß das Olympiastadion

zur Fußball-Weltmeisterschaft relativ

barrierefrei umgebaut ist.

a n z e i g e

Der BBV

Am 13. Januar d.J. beging der

BBV seinen 15. Geburtstag. Es war

ein schönes Fest, das wir am 15. Januar

im Kleist-Haus feierten.

Unsere Mitgliederzahl sank – erstmalig

seit mehreren Jahren – nicht

mehr. Es ist erfreulich, daß wir wieder

Monat für Monat Neu-Eintritte

zu verzeichnen haben. Das darf uns

aber nicht bequem machen! Wir

müssen weiter werben, um neue Mitglieder

an uns zu binden und sie in

unsere ehrenamtliche Arbeit einzubeziehen.

Im Juli veranstaltete der BBV – gemeinsam

mit dem Kompetenzzentrum

„barrierefrei“ der TU Berlin –

eine Sommer-Universität. Unter dem

Motto „Sinne schärfen“ brachten wir

Student/innen verschiedener Fachgebiete

und Betroffene zusammen. Die

Sommer-Uni, die von Aktion Mensch

gefördert wurde, war ein großer Erfolg.

Auch, daß in ihrem Rahmen

erstmalig ein Erhard-Böttcher-Preis

verliehen wurde, ist hocherfreulich.

Immerhin ehrt dieser Preis den – leider

verstorbenen – spiritus rector unserer

Arbeitsgruppe BauRad.

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7

Allerdings erwies es sich für den

BBV als äußerst schwierig, den

30%igen Eigenanteil der Mittel

aufzubringen. Sollten wir es also

schaffen, weitere Sommer-Universitäten

durchzuführen – was sehr wünschenswert

wäre –, müssen (auch)

andere Träger gewonnen werden.

Die BERLINER BEHINDER-

TENZEITUNG (BBZ) erschien

auch 2005 regelmäßig. Das war gar

nicht so selbstverständlich. Mitten

im Jahr mußten wir schwierige personelle

und strukturelle Entscheidungen

treffen, weil Ute Schnur,

die langjährige verantwortliche

Redakteurin, und kurz darauf auch

Hannelore Bauersfeld, die wichtigste

Autorin und zuletzt auch Layouterin

der BBZ, ihre Kraft anderen Aufgaben

zuwendeten. Ihnen sei an dieser

Stelle nochmals für ihre Arbeit gedankt.

Besonders zu loben sind aber

Franziska Littwin, die die redaktionelle

Verantwortung übernahm,

und Angelika Möller, die sich den

Finanzen, dem Vertrieb und dem

„Drumherum“ widmet. Eine neue

Layouterin brachte der BBZ ein neues

Gesicht. Und uns viel Lob dafür.

Im ablaufenden Jahr versuchte der

BBV auch erstmalig, ein Journalismus-Projekt

zu installieren. Es soll

über drei Jahre Öffentlichkeitsarbeit

im Ehrenamt befördern und qualifizieren.

Die enge Praxis-Anbindung

an die BBZ soll beiden Seiten nutzen:

der Zeitung und den Ehrenamts-Journalist/innen.

Dafür ist ein

Förderantrag bei Aktion Mensch gestellt.

Wird er bewilligt – die Verzögerung

liegt nicht in der Schuld des

BBV –, wird der BBV erstmalig seit

der Trennung vom Beschäftigungswerk

wieder Arbeitgeber-Funktionen

übernehmen. Mit dem Projekt

schaffen wir zwei (Teilzeit)Stellen.

Sie werden ausgeschrieben und sollen

vorrangig behinderten Menschen

offen stehen.

Das Jahr 2005 war turbulent. Der

BBV blieb stark. Wir machen weiter.

Dr. Ilja Seifert, BBV-Vorsitzender


8 AKTUELLES

BBZ – Februar 2006

Zusammen leben

Das ist eine Kunst. Da gerät der

Mensch schnell an seine Grenzen,

fühlt sich eingeengt, bevormundet,

übervorteilt oder Ähnliches. Es kann

schnell die Haltung entstehen, das

Single-Leben sei das einzig Wahre:

jeder und jede kann tun und lassen,

was er, bzw. sie will. Oder ist alles

doch ein klein wenig anders?

Diese Fragestellung beschäftigt

auf die eine oder andere Weise jeden

Menschen, folglich auch diejenigen,

die mit Beeinträchtigungen bzw. Behinderungen

leben. Hier möchte ich

die Betrachtung noch weiter präzisieren

und den Blick auf Menschen

lenken, bei denen Multiple Sklerose

diagnostiziert wurde und die ihre

alltäglichen Verrichtungen nicht

mehr ohne fremde Hilfe bewältigen

können. Wie stellt sich die Frage

nach dem „Zusammen leben“ für

sie? Welche Komponenten kommen

in der Überlegung hinzu?

Eine verständliche Antwort kann

natürlich nur dann gegeben werden,

wenn im Wesentlichen klar ist, was

Multiple Sklerose (MS) bedeutet: Es

ist eine noch nicht heilbare entzündliche

Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Die Nervenbahnen des

Gehirns und des Rückenmarks sind

davon betroffen. Vergleichbar einem

Kabel, dessen Isolierungsschicht

sich langsam zersetzt, so wird an

den Nervenbahnen die so genannte

Myelinschicht angegriffen. Eine MS

verläuft chronisch, meist in Schüben

und zeigt bei jedem Erkrankten äußerst

unterschiedliche Symptome.

Viele Aspekte der Krankheit sind

noch ungeklärt, ebenso die Ursache.

Zu den häufigsten Symptomen

gehören Sensibilitäts-, Seh-, Sprech-

und Gehstörungen. Eingeschränkte

Leistungsfähigkeit, Depression sowie

Stimmungsschwankungen können

weitere Beeinträchtigungen sein. Bei

ca. 40 Prozent der an MS erkrankten

Menschen treten neben den körperlichen

auch kognitive Probleme auf.

Das wirkt sich auf Konzentration,

Aufmerksamkeit, Gedächtnis, sowie

komplexes Denken und Planen aus.

Das alles sind sicher keine umfassenden

Erläuterungen zum Krankheitsbild.

Aber es sind deutliche

Hinweise auf das, was im Zusammenleben

in einer Wohngemeinschaft

Auswirkungen hat – ganz

gleich, ob zu zweit und in Beziehung

lebend oder mit mehreren Bewohnern.

Dennoch gilt: Nähe und Geborgenheit

sind starke Argumente

für ein Leben in Gemeinschaft - mal

ganz abgesehen von der Überlegung,

dass sich die individuellen Fähigkeiten

dort ergänzen können. Davon

profitieren alle Beteiligten.

Wenn Menschen mit MS ein „Zusammen

leben“ verwirklichen möchten,

eröffnet Assistenzpflege einen

Weg, ohne die Krankheit in den Mittelpunkt

zu rücken. Pflegedienste,

die Assistenzpflege anbieten, unterstützen

bei der Bewältigung des Alltags,

übernehmen die pflegerische

Versorgung. Wie aber ist es bei der

Suche nach einem passenden Pflegedienst

möglich, zu erkennen, ob er

über die notwendigen Spezialkenntnisse

und das entsprechend geschulte

Personal verfügt?

In diesem Zusammenhang gibt es

von der DMSG (Deutsche Multiple

Sklerose Gesellschaft e.V.) geprüfte

Pflegedienste. Sie garantieren gute

Qualität und auf das Krankheitsbild

abgestimmte Versorgungsleistungen

sowie das erforderliche Fachwissen.

Durch das Prüfsiegel der DMSG sind

sie auch optisch zu erkennen.

Oliver Spott

Der Behindertenverband Interessenvertretung

Selbstbestimmt Leben

in Deutschland (ISL) hat im Vorfeld

des Internationalen Tages der Menschen

mit Behinderung am 3. Dezember

einen Baustopp für “Heime”

gefordert. Das Leben im sogenannten

“Heim” sei nicht mehr zeitgemäß

und menschenwürdig, ein selbstbestimmtes

Leben in der Gemeinde sei

das Gebot des 21. Jahrhunderts.

„Wenn es die Bundes- und Landesregierungen

ernst mit ihrem Bekenntnis

,ambulant vor stationär‘

meinen, ist es an der Zeit, dass dies

auch endlich in der Praxis deutlich

wird und nicht ständig neue ,Heime‘

für behinderte Menschen gebaut

oder ausgebaut werden. Deshalb fordern

wir einen sofortigen Baustopp

für ,Heime‘, denn davon haben wir

mit über 4.000 Behindertenheimen

in Deutschland schon mehr als genug“,

erklärte die Bundesgeschäftsführerin

der ISL, Barbara Vieweg.

Während es einerseits immer mehr

gelinge, vor Ort mehr Barrierefreiheit

herzustellen, stiegen auf der

anderen Seite die Zahlen derjenigen

behinderten Menschen, die in sogenannten

„Heimen“ leben müssen,

ständig an. Das könne nicht sein und

passe nicht mehr in die Zeit und zum

Das Beste zum Feste:

mehr Soziales am Kiosk

MENSCHEN. das magazin, die

Zeitschrift der Aktion Mensch, geht

erstmals in den freien Verkauf. Im

Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel

sowie an ausgewählten Verkaufsstellen

ist MENSCHEN. das

magazin ab dem 23. Dezember zum

Preis von 3,70 Euro erhältlich. Der

Preis für das Jahresabonnement mit

vier Ausgaben bleibt unverändert bei

8,60 Euro. Titelthema des aktuellen

Heftes ist „Anfang“: Menschen

berichten, wie sie Neuanfänge in

ihrem Leben gemeistert haben, Bücherfreunde

können unter Beweis

stellen, dass sie die Anfänge großer

Werke der Literatur kennen, und in

einem großen Essay wird die Frage

erörtert, wie viel „Anfang“ die deutschen

Bundeskanzler der Republik

verordnen können.

Weitere Themen dieser Ausgabe

sind: Besser wohnen – überall in

Deutschland entstehen alternative

Gedanken eines selbstbestimmten

Lebens behinderter Menschen. „Die

Energie in der Behindertenpolitik

muss vom einseitigen Sog in die

Einrichtungen und deren ständige

Sanierung und Ausweitung auf den

konsequenten Ausbau von Angeboten

zum selbstbestimmten Leben

in der Gemeinde verlagert werden.

Deshalb ist dringend ein eindeutiges

Zeichen des Bundes und der Länder

Wohn- und Lebensformen – wann

gelingen sie, woran können sie scheitern?

Familien unter Druck – was

macht Familien mit Kindern das

Leben schwer? Chimären – was Forscher

fasziniert und Menschen Angst

macht.

Auf der neuen Website www.

menschen-das-magazin.de können

ausgewählte Beiträge der aktuellen

Ausgabe kommentiert werden.

Zudem sind einzelne Beiträge auch

als Audioversion dort abrufbar und

interessierte Leser können über die

Website das Heft direkt online abonnieren.

Quelle: www.menschen-das-magazin.de

ISL fordert Baustopp für „Heime“

a n z e i g e n

Ihr Fachberater:

Wolfgang Hänsch

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Beratung nur nach vorheriger

telefonischer Terminvereinbarung.

für einen Baustopp neuer Einrichtungen

nötig”, so Barbara Vieweg.

Die ISL werde daher ihre Bemühungen

verstärken, um das Leben

behinderter Menschen in der Gemeinde

zu stärken und den Kampf

gegen die Aussonderung behinderter

Menschen zu intensivieren. Denn

das sei das Gebot des 21. Jahrhunderts.

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Ein Fachberatungsangebot

des Berliner

Behindertenverbandes

(BBV) „Für Selbstbestimmung

und

Würde“.


BBZ – Februar 2006 AKTUELLES

In feierlicher Atmosphäre das

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens

der Bundesrepublik

von Gesundheitsministerin Ulla

Schmidt überreicht. Einer der besten

Adressen in Berlin, Unter den

Linden 1. Die Hauptstadtrepräsentanz

des Bertelmann-Verlages war

wenige Tage vor Weihnachten der

Ort, an den Ministerin Ulla Schmidt

zur Ordensveranstaltung einlud. In

jedem Jahr erhalten verdiente MitbürgerInnen

den Verdienstorden

der Bundesrepublik Deutschland zu

unterschiedlichsten Anlässen. Repräsentativ

für alle veranstaltet das

Ministerium eine zentrale Veranstaltung

in feierlichem Rahmen.

Vor 100 Jahren erhielt Robert

Koch „In Anerkennung seiner Untersuchungen

und Entdeckungen im

Bereich Tuberkulose“ den Nobelpreis

für Medizin. Die diesjährige

Ordensveranstaltung lehnte sich an

dieses geschichtliche Ereignis und

ehrte Frauen und Männer, die sich

wissenschaftlich oder durch soziales

Engagement mit der Bekämpfung

von Infektionskrankheiten beschäftigen.

Hans-Joachim Wöbbeking ist seit

sieben Jahren Vorsitzender des Bundesverbandes

Poliomyelitis. Dem

Vorstand gehört er bereits zwei

Jahre länger an, dem Verband gar

zehn Jahre. Grund genug für seine

Verbandskollegen, ihn für diesen

Verdienstorden vorzuschlagen. Aber

nicht nur die Tätigkeit im Polio-Verband

zeichnet den Geehrten aus.

Sein sozialpolitisches Engagement

ist umfangreicher.

An der Basis fühlt er sich wohl und

zu Hause. Es baut ihn auf Menschen

zu treffen, die wie er Jahrzehnte

später von der vermeintlichen Kinderkrankheit

der 50er Jahre in Form

des Post-Polio-Syndroms eingeholt

werden – mit weit reichenden Folgen.

Und da Polio nicht ausgerottet

Hohe Auszeichnung für

Hans-Joachim Wöbbeking

ist, sondern an vielen Stellen dieser

Erde wieder auftritt, ist für ihn die

Aufklärungsarbeit ein wesentlicher

Bestandteil seines Engagements.

Die Auswirkungen des Post-Polio-

Syndroms (PPS) sind vielfältig und

nuancenreich. Hans-Joachim Wöbbeking

lebt seit vielen Jahren im und

mit dem Rollstuhl. Nicht alle „Polios“

sind auf den Rollstuhl angewiesen.

Vielen Betroffenen reicht eine Gehhilfe,

andere leben mit einer Gehbehinderung.

„Wichtig ist das wirkliche

Akzeptieren der Behinderung“, sagt

Wöbbeking. Es hilft, wenn Menschen

offen darüber reden. Es hilft den Betroffenen,

die sehen, dass sie nicht alleine

mit den Einschränkungen leben.

Es hilft aber vor allem Menschen, bei

denen PPS noch nicht diagnostiziert

ist. Die Früherkennung bietet mehr

Möglichkeiten, auf das Syndrom zu

reagieren und sich mit den kommenden

Auswirkungen auseinander zu

setzen. Es kann ja nur ein Ziel geben:

Die Behinderung anzunehmen. Auch

für diese Leistung steht die Ehrung

durch den Bundespräsidenten.

Während der Ordensveranstaltung

erhielt man einen Eindruck von der

Ausstrahlung Wöbbekings. Vorne,

in der ersten Reihe mit weiteren Geehrten,

sitzt er groß und kräftig in

seinem Rollstuhl. Aber neben Kraft

und Größe strahlt er vor allem eine

Ausgeglichenheit und Ruhe aus, die

auch seinem Umfeld gut tut. Dieser

Mann hat es offensichtlich geschafft,

aus einem körperlich aktiven und

abwechslungsreichen (Berufs-)Leben

in eine umfassende sozialpolitische

Führungsaufgabe zu wechseln.

Dabei ist er „einer von uns“ geblieben,

der stolz auf seine Herkunft im

Bergbau blickt.

Seine zweite wichtige sozialpolitische

Funktion bringt ihn dabei

– mehr noch als das Amt als Vorsitzender

des Polio-Verbandes – quer

durch die Republik. Hans-Joachim

Wöbbeking ist nämlich Mitglied im

Kundenbeirat der Deutschen Bahn

AG und seit einiger Zeit sogar Sprecher

des Gremiums. Diese Tätigkeit

trifft auf seine ausgewiesene Reiselust,

gilt es doch, bei vielen Veranstaltungen

präsent zu sein. Dabei teilt er

unmissverständlich mit, dass es ihm

ausgesprochenen Spaß bereitet, mit

dem Rollstuhl Bahn zu fahren. Den

Kritikern der Bahn, die auf Hindernisse

für Rollstuhl fahrende Bahnkunden

hinweisen, entgegnet er mit

seinem umfangreichen Wissen und

seiner großen Erfahrung nach vielen

tausenden Bahnkilometern. Man

muss die Chancen der Bahn sehen,

ohne die vielen Vorteile des Individualverkehrs

zu vergessen. Die Mobilitätshilfen

der Bahn werden seiner

Meinung nach zu wenig genutzt.

Auch hier will er mithelfen aufzuklären.

So steht er mit den zuständigen

Stellen der Bahn AG in einem ständigen

Diskussionsprozess und gibt als

betroffener Kunde viele Anregungen

und konstruktive Kritiken.

Sein Bundesverband hatte ihn für

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machten sich Schatzmeister Reiner

Müller mit Frau auf den Weg nach

Berlin, um seinen Freund bei dem

freudigen Anlass zu begleiten. Ein

Heimspiel hatte Beirat Heinz Pfingst,

der erst kürzlich aus privaten Gründen

nach Berlin übersiedelte. Er und

die Berliner Repräsentantin Erika

Bülow komplettierten die offizielle

Delegation des BV Polio.

Beim anschließenden gemütlichen

Treff im Foyer stand allen Beteiligten

die Freude und den frischen

Trägerinnen des Verdienstordens

der Stolz ins Gesicht geschrieben.

Die Ministerin und ihr Staatssekretär

Dr. Klaus Theo Schröder stellten

sich den ca. 150 Gästen noch lange

zum Gespräch. Jeder der Geehrten

bietet ausreichend Stoff für eine ausführliche

Reportage. Aber wie so oft

holte sich auch an diesem Abend die

Prominenz die meiste Aufmerksamkeit.

In diesem Falle Schauspielerin

Hannelore Elsner, die ihren eifrigsten

Fan in der Mutter von Hans-

Joachim Wöbbeking fand. Sichtlich

erfreut zeigte sich die gesamte mitgereiste

Familie von Hans-Joachim

Wöbbeking vom Ambiente der

Veranstaltung. Und so gingen auch

zahlreiche Glückwünsche an Conny

Wöbbeking, die ihren Mann tatkräftig

und motivierend in seinen Aufgaben

unterstützt.

Weitere Informationen:

Bundesverband

Poliomyelitis

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Tel.: 03733 – 504 1187

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10 GESUNDHEIT

BBZ – Februar 2006

Wie jedes Jahr öffnete auch dieses

Jahr das Sonderpädagogische

Förderzentrum von 10.00 – 15.30

Uhr in Lichtenberg, die Carl-von

Linné-Schule im letzten Dezember

ihre Türen, um Besucher über die

vielfältigen Aktivitäten mit behinderten

Kindern und Jugendlichen

zu informieren. Nach der Eröffnung

durch Direktor Friedsam und der

Begrüßung der Ehrengäste aus dem

Rathaus Lichtenberg, Herrn Räßler-Wolf

(Bezirksstadtrat) und Frau

Ließsecke Lußky zeigten Schüler

und Lehrer gemeinsam ein kreatives

Im Rathaus Schöneberg fand

am 18. und 19. 11.2005 fand zum

11. Mal dieser Kongress unter der

Schirmherrschaft der Ministerin für

Gesundheit Ulla Schmidt und des

Bürgermeisters von Berlin, Klaus

Wowereit statt. Die Satellitenveranstaltung

am 17.11. gab der Veranstaltung

unter dem Motto „Mehr

Gesundheit für alle – jetzt erst

recht“ den Einstieg. 1995 aus einer

studentischen Initative entstanden,

fokussierte der Kongress über sozial

bedingte Ungleichheit von Gesundheitschanchen.

Seit einiger Zeit

sind zwei entgegengesetzte Trends

zu beobachten: Zum einem nimmt

die Armut in Deutschland stetig zu

(Armuts- und Reichtumsbericht und

der Deutsche Ärztetag sprechen von

13,5 Millionen Menschen, die unterhalb

der Armutsgrenze leben). Zum

anderen wird der Gesundheitsförderung

in der öffentlichen Debatte

sukzessive ein größerer Stellenwert

eingeräumt. Da aber Armut und Gesundheit

unmittelbar miteinander

verknüpft sind, kommt die Frage

nach der Politik automatisch.

Tag der offenen Tür

Carl-von Linné-Schule am 01.12.2005

vorweihnachtlichesMusik- und Theaterprogramm

(„Det war sein Milljöu“),

das viel Beifall bei den Schülern

und Gästen auslöste. Viel Erfolg

brachten auch die selbstgebastelten

Geschenke und Wettbewerbe, deren

Bedarf höher war als der ursprüngliche

Einsatz.

Auch Sport wurde GROSS geschrieben:

Die beiden Profifußballer

Steffen Baumgart (Energie Cottbus)

und Daniel Teixeira (1. FC Union

Berlin) gaben Autogramme und

beim Torwandschießen waren nicht

11. Kongress

Armut und Gesundheit

Präventionsziele gegen Armut:

Gesunde Lebenswelten gemeinsam gestalten

An allen drei Tagen fanden nach

den Eröffnungsreden gut besuchte

Arbeitsgruppen und Workshops zum

Thema statt, wo u.a. folgende Fragen

diskutiert wurden:

1. Wie sozialpolitisch muss Gesundheitsförderung

(Prävention) werden?

2. Welche Funktion hat Prävention,

welche Sozialpolitik mit dem

gemeinsamen Ziel, das Gesundheitsniveau

der Bevölkerung unabhängig

von der Krankenkassenzugehörigkeit

zu heben?

3. Gesunde Lebenswelten gemeinsam

gestalten

4. Armut macht krank

Eine Arbeitsgruppe galt auch

den Behinderten, doch hier lag der

immer die Profis besser. Diese Schule

weist mehrere Besonderheiten auf,

wo einige Berliner Schulen nicht mit

halten können: Sie ist die einzige

Körperbehindertenschule in Berlin,

die Unterricht in der Sekundarstufe

I (Klassenstufe 7 - 10) als Gesamtschule

anbietet. D.h. Schüler lernen

entsprechend ihren Fähigkeiten und

werden nach Abschluss der Prüfungen

in der 10. Klasse entsprechend

ihrer Leistungen (d.h. einfacher,

mittlerer oder erweiterter Hauptschulabschluss

bzw. mit Befähigung

zum Besuch der gymnasialen Oberstufe)

eingestuft. Außerdem ist diese

Schule auch eine Ganztagsschule

mit einer Cafeteria.

Zur Carl - von Linne‘ - Schule gehört

ebenfalls eine immer über 30-

Grad - temperierte Schwimmhalle,

hier kann Bewegung aktiv trainiert

werden. Das Highlight war die feierliche

schulinterne Eröffnung des

zweiten sanierten Schulteiles. Nach

der Wende wurde das zur Schule gehörende

Internat immer weniger genutzt

und aus Bedarfsmangel 2001

geschlossen. Parallel dazu wurden

die leerstehenden Räume zu Klassenräumen

für steigende Schülerzahlen

notdürftig eingerichtet. Das

war auf Dauer nach DIN nicht haltbar.

Deshalb mussten dringend För-

Schwerpunkt auf einer mehr barrierefreieren

Wohn- und Städteplanung,

wo Berlin einen großen Nachholebedarf

hat, doch über andere Probleme

von Behinderten wurde während des

gesamten Kongresses wenig diskutiert.

Hauptthemen waren das durch den

Wahlkampf gekippte Präventionsgesetz

und seine Wiederaufnahme in

den Koalitionsvertrag und der Notwendigkeit

von Prävention.

Dann gab es erschreckende Statistiken

über die steigende Armut

in Deutschland (z.B. leben Um der

o.g. Statistik über die steigende Armut

in Deutschland (13,5 Millionen

Menschen unterhalb der Armuts-

dermittel und Sponsoren gefunden

werden, die die Schule unterstützten,

die Räumlichkeiten zeit- und behindertengerecht

umbauen würden. Das

meiste Geld war schon für laufende

Dach-, Fenster- und Terassenreparaturen

weggeflossen.

Der Weg über die Beantragung

und Ämterhürden dauerte von den

Anfängen der Planung bis zur Umsetzung

länger als 10 Jahre. Ab

01.12.2005 gibt es für Schüler und

Lehrer mehrere PC-Räume, einen

Orchesterraum, zwei Musikräume,

Lernbüros und Teeküchen, Pausenräume

getrennt für Schüler und Lehrer;

die Waschbecken in Schränke in

die Räume integriert und dies alles

über vier Etagen.

grenze) entgegenzuwirken, wurden

Lösungsansätze vorgestellt, die erste

Hilfe anbieten. Z.B. das Modellprojekt

„BKK Lebenshilfe Online“, wo

Ratsuchenden über Internet und Telefon

anonyme Hilfe mit individueller

Beratung gegeben wird und vor

allem Unterstützung und Halt durch

Selbsthilfegruppen, die fachlich und

finanziell auch durch die Krankenkassen

mitgetragen werden.

Statistisch gesehen lebt der größere

Teil der Behinderten in einkommenschwächeren

Verhältnissen.

Und Armut macht krank. Dabei sind

Behinderte schon anerkannt krank

(Ausweis). Eigentlich hätten wir

als eine der ersten Zielgruppen und

nicht nur als Randgruppe auf dem

Kongress auftreten sollen! Primärprävention

ist sehr wichtig, für zum

Glück noch gesunde Menschen. Es

ist wünschenswert, dass Sekundärpräventation

und Rehabilation mit

Berücksichtigung der Belange Behinderter

Eingang auf dem nächsten

Kongress findet!

Bärbel Großmann


BBZ – Februar 2006 GESUNDHEIT

Unter dem Motto „Psychiatrie in

Berlin“ kamen im Rahmen der ersten

Berliner Psychiatrietage“ drei

Tage lang Menschen aus allen Bereichen

zusammen, die sich mit dem

Psychisch-Kranksein in dieser Stadt

befassen. Zweck des Treffens war

es, Informationen auszutauschen,

unterschiedliche Ansichten darzustellen

und Vorurteile abzubauen. In

zahlreichen Symposien gingen über

50 Referenten und Moderatoren den

Fragen nach: Wie leben Betroffene

und Angehörige in Berlin? Welche

Therapiemöglichkeiten gibt es? Wie

wird an der Charité die Erkrankung

erforscht? Das Themenspektrum

reichte von den Möglichkeiten der

Früherkennung der Schizophrenie

über Zwangsbehandlungen bis zum

„Weglaufhaus als Schutz vor psychiatrischer

Gewalt“. Am ersten Tag wurden

die nicht-universitären Bereiche

Berlins vorgestellt: Krisendienste,

Wohnprojekte, Selbsthilfegruppen,

Reha-Einrichtungen und viele andere,

die sich mit der Situation schizophreniekranker

Menschen in Berlin

auseinandersetzen und Unterstützung

und Hilfe anbieten. An den beiden

anderen Tagen standen die internationale

Schizophrenieforschung und

Wunsch und Wirklichkeit

Fachgespräch zur Versorgung von Menschen mit

schwerer Mehrfachbehinderung und Epilepsie

Um mehr Lebensqualität für Menschen

mit schwerer Behinderung und

Epilepsie ging es beim Fachgespräch

des Landesverbandes Epilepsie Berlin-Brandenburg

e.V. und der Fördergruppen

der Lebenshilfe Berlin.

Erstmalig diskutierten im Rahmen

der Veranstaltungsreihe des Epilepsieforums

Berlin-Brandenburg Eltern,

Betreuer und Fachleute gemeinsam.

Sie suchten nach Lösungen,

um die Lebens- und Versorgungssituation

von Menschen mit schwerer

Mehrfachbehinderung und Epilepsie

zu verbessern.

„Von 77 Klienten in unseren Fördergruppen

sind 44 von Epilepsie

betroffen“, stellte Gastgeberin D.

Eggers bei ihrer Begrüßung fest. Die

Lebenswirklichkeit von Menschen,

die nicht für sich selber sprechen

können, brachte M. Seifert in die

Veranstaltung. Die Professorin der

Katholischen Hochschule für Sozialwesen

Berlin zeigte anhand konkreter

Beispiele aus Einrichtungen der

Behindertenhilfe und der stationären

Pflege, was das Konzept Lebensqualität

im Alltag bedeutet. Bei Menschen

mit schwerer Mehrfachbehinderung

habe das Wohlbefinden einen

besonderen Stellenwert und hänge

Schizophrenie in Berlin

Ein breiter Themenfächer – Informative

I. Psychiatrietage der Charité

die einschlägige

Forschung an der

Charité auf dem

Programm. Weltweit

erkrankt

rund 1% der Bevölkerung

im

Laufe ihres Lebens

an Schizophrenie.

In Berlin

sind es etwa 600

pro Jahr. Unter

„Schizophrenie“

sind bei genauem

Hinschauen zwei

Krankheiten zu

verstehen. Das Geheimnis der einen

ist bis heute nur annäherungsweise

entschlüsselt. Die zweite besteht in

dem Stigma, unter dem die Erkrankten

und ihre Angehörigen leiden, aber

auch alle, die sich um eine bessere

Lebensqualität der schizophren erkrankten

Menschen bemühen.

sehr eng mit der Betreuung zusammen.

Von zentraler Bedeutung sei neben

dem erforderlichen Fachwissen

die Achtung vor dem anderen, sagte

Prof. Seifert, die auch Vorsitzende

der Lebenshilfe Berlin ist. Medizinische

Probleme der Epilepsie und

die Wechselbeziehungen zwischen

Epilepsie und geistiger Behinderung

erläuterte der seit fast 20 Jahren im

Epilepsie-Zentrum Bethel/Bielefeld

tätige Arzt B. Huber, während K.

Bohlmann, Oberärztin der Epilepsieklinik

Tabor im Epilepsie Zentrum

Berlin-Brandenburg in Bernau,

systemische und psychodynamische

Aspekte des Anfallsgeschehens beleuchtete.

In der abschließenden

Podiumsdiskussion wünschten sich

Eltern wie Fachleute eine gemeinsame

Sprache für Mediziner und Pädagogen

und gegenseitiges Verständnis

füreinander. Und wenn mehrfach behinderte

Menschen akut krank werden?

Immer noch stellen Allgemeinkrankenhäuser

sich kaum auf ihre

speziellen Bedürfnisse ein. Aus dem

System der Fallpauschalen muss dieser

Personenkreis dringend herausgelöst

werden. Eine große Aufgabe für

Ärzte und Behindertenverbände!

Christiane Müller-Zurek

Über dieses

Stigma und seine

Folgen hielt der

weltläufige Psychiater

Mathias

C. Angermeyer

den Hauptvortrag.

Sein Weg

führte ihn über

Würzburg, Bern,

Caen, Annaba,

Honolulu, New

York, Wien als

Klinikdirektor

nach Leipzig.

Angermeyer unterscheidet

drei Formen von Stigmatisierung

schizophrener Menschen:

Die individuelle zeigt sich in direkter

Ablehnung der Kranken in sozialen

Situationen und zwischenmenschlichen

Beziehungen. Die strukturelle

umfasst die negativen Folgen, die sich

aus gesellschaftlichen Einstellungen,

politischen Entscheidungen und gesetzlichen

Regelungen ergeben. Die

dritte Form der Diskriminierung ist

a n z e i g e

11

die Selbst-Stigmatisierung: Je mehr

die Kranken mit negativen Reaktionen

rechnen, desto stärker sind sie im

Umgang mit anderen Menschen verunsichert

und wählen für sich selbst

nachteilige Bewältigungsstrategien.

Angermeyer zeigte umfassende Möglichkeiten

auf, wie der Stigmatisierung

schizophren erkrankter Menschen

begegnet werden kann.

Für Anfang 2007 sind bereits die

nächsten Berliner Psychiatrietage

angesagt. Sie wenden sich wiederum

einer belastenden Volkskrankheit

zu: der Depression. In Berlin arbeitet

an den Vorbereitungen bereits das

erfolgreiche „Bündnis gegen Depressionen“.

Dessen Geschäfte führt die

Oberärztin Meryam Schoule-Ocak,

Psychiatrische Klinik der Charité im

St. Hedwigs-Krankenhaus.

Klaus Meynersen

Zum Weiterlesen:

Asmus Finzen: Psychose und

Stigma, 200 Seien, PsychiatrieVerlag,

Bonn

Heinz Häfner: Das Rätsel Schizophrenie,

415 Seiten, Verlag C. H.

Beck, München

Kissling/Pitschel-Walz: Mit

Schizophrenie leben, 209 Seiten,

Schattauer Verlag, Stuttgart


12 MOBILITÄT

BBZ – Februar 2006

„Schauertexte“ über die DB (auch

in dieser Zeitung) gibt es viele. Da

ist es umso verwunderlicher, dass

sich die tatsächliche Anzahl an Beschwerden

bei der DB nur auf 0,4

Prozent beläuft. Das zu verdanken

hat sie der 1999 eingeführten Mobilitätsservice-Zentrale

in Schwerin.

Von 36 speziell geschulten Mitarbeitern

wird hier mit Hilfe einer gut gepflegten

Datenbank die individuelle

Reiseverbindung zusammengestellt.

Die Datenbank gibt präzise Auskunft

darüber, welche Bahnhöfe im

Bundesgebiet über barrierefreie Zugänge

zum Bahnsteig verfügen, wo

es Hublifte zum Ein- und Aussteigen

gibt und zu welchen Zeiten DB

– Mitarbeiter vor Ort zur Verfügung

stehen, um zu unterstützen. Auf dem

neuesten Stand gehalten wird die

Datenbank durch die 3-S-Zentralen.

Dadurch behält die Mobilitätsservice-Zentrale

den Überblick, ob beispielsweise

in einem Bahnhof wegen

Bauarbeiten ein barrierefreier Zu-

Gegendarstellung DB AG

Sehr geehrter Herr Gleiss,

vielen Dank für Ihre Mail zum

o.g. Thema. Gern leiten wir Ihnen

hierzu aktuelle Informationen zu.

Mit der Beschaffung der ersten Generation

von mobilen Hubliften wurde

eine Auslegung auf ein maximales

Gesamtgewicht von 250 kg zunächst

als ausreichend angenommen. Andere

europäische SPV-Betreiber gehen

bis heute von niedrigeren Grenzwerten

aus und sind daher teilweise

nicht in der Lage, Kunden, die einen

Elektrorollstuhl benötigen, zu befördern.

Die Entwicklung von leistungsstarken

Elektrorollstühlen, die, wie

Sie sicherlich wissen, in den letzten

Jahren vermehrt eingesetzt werden

und auch Menschen mit schwersten

Behinderungen einen Teil ihrer Mobilität

erhalten bzw. zurückgeben

können, hat auch bei der Deutschen

Bahn dazu geführt, dass neue Hubgeräte

(Lifte und Rampen) grundsätzlich

auf 320 kg maximaler Belastung

ausgelegt werden. Auch, wenn in

a n z e i g e

gang nicht möglich ist. Aufgenommen

werden auch Kundenhinweise,

etwa über defekte Fahrstühle.

Somit können die, auch durch eine

Schulung in Bezug auf die Belange

behinderter Menschen sensibilisierten,

Mitarbeiter ihren Service von

der Auswahl geeigneter Züge mit

möglichst wenig Umsteigevorgängen,

die gezielte Platzreservierung,

beispielsweise für Rollstuhlfahrer,

und die Ausstellung und Zusendung

der Fahrscheine auf dem Postweg,

bis zur Organisation benötigter Hilfen

beim Ein-, Um- und Aussteigen

in vollem Umfang anbieten. Von

Montag bis Samstag sind die 18

Teams der Mobilitätsservice-Zentrale

über die Hotline 01805 – 512 512

(12 ct/Min) erreichbar. Aber auch

durch E-Mail, Fax oder die Post

den meisten Fällen die älteren Bauarten

ausreichen, entsprechen wir

damit dem allgemeinen Trend. Fahrzeuggebundene

Einstiegshilfen sind

ebenfalls i.A. so konstruiert, dass die

neuen Richtwerte für die Maximalbelastung

eingehalten werden. Im Jahr

2003 wurden im Produktkatalog der

DB Station&Service AG 2 Fabrikate

(Mirolift MA 12 und Herkules WG

300) verbindlich vorgeschrieben, die

mit maximal 320 kg belastet werden

können. Durch die sukzessive Neubeschaffung

sind inzwischen mehr

als 1/3 aller Hublifte umgestellt

worden. Dieser Prozess wird in den

nächsten Jahren zum Ersatz aller

Hublifte älterer Bauart führen.

Bei Anmeldungen von Kunden mit

Elektrorollstuhl über unsere Moblilitätsservice-Zentrale

wird regelmäßig

erfragt, ob eine Tragkraft von 250 kg

ausreichend ist oder die benötigten

Einstiegshilfen auf ein höheres Gewicht

ausgelegt sein müssen. Nur im

letzten Fall können wir vorab klären

lassen, ob die örtlichen Einrichtungen

den Anforderungen genügen. Falls im

Fachgeschäft für Mode und Design

Maßanfertigung behindertengerechter Bekleidung

für Damen, Herren und Kinder

in 10407 Berlin, Bötzowstraße 39 Tel./Fax: 4 25 45 15

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. von 11 – 19 Uhr, Sa. 10 – 14 Uhr

DB – macht mobil

kann man Verbindung aufnehmen.

Durch die Möglichkeit Umsteigehilfen

bereits einen statt drei Werktage

vor Fahrtantritt vorzubestellen, wird

die Chance zur Spontaneität verbessert.

Spontaneität wird auch durch

die 3-S-Zentralen teilweise gegeben,

denn 55 Prozent der mobilitätsbehhinderten

Reisenden unternehmen

ihre Fahrt ohne Anmeldung. Hierbei

ist entscheidend „von wo nach wo?“

und „wann?“. Große Städte sind

eher zu realisieren als kleine Orte,

da nicht das Zugpersonal, sondern

das Bahnhofspersonal informiert

wird und von 9 – 17 Uhr werktags

ist die Chance größer als außerhalb

der Zeit und am Wochenende oder in

der Saison.

Beim Aufnehmen der Kundenwünsche

durch die Mobilitätsser-

Falle von Herrn Henning L. hier ein

Missverständnis vorgelegen haben

sollte, bedauern wir dies sehr. Selbstverständlich

haben wir auch Verständnis

dafür, wenn ein Kunde das

voraussichtliche Gesamtgewicht zu

niedrig eingeschätzt hat. Eine Überlastung

der mobilen Lifte führt aller-

vice-Zentrale am Telefon hat der

Gruppenleiter die Möglichkeit mitzuhören.

Das dient nicht etwa der

Kontrolle, sondern bietet die Garantie

besserer Schulungsergebnisse.

Gleichzeitig werden die Kundendaten

in die Datenbank aufgenommen

und sind beim nächsten Anruf verfügbar,

was z. Bsp. für eine Dauerauftragbestellung

bei Pendlern hilfreich

ist. Hierbei wird die Sicherheit

im Umgang mit Kundendaten sehr

groß geschrieben.

Stetig steigende Kundenzahlen

sprechen für die Zufriedenheit über

den Service der DB. Nicht zu aller

Zufriedenheit gehört jedoch das sich

aus Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit

ergebende Kapazitätsproblem

für Rollstühle und die noch ungenügende

Integration von DB-Regio in

den Service. Unterschiedliche „Insellösungen“

sollen die Wartezeit auf

das Ziel der DB verkürzen.

Franziska Littwin

dings zu Beschädigungen bzw. dazu,

dass ein Anheben nicht möglich ist.

In der Hoffnung, dass Ihnen diese

Hintergrundinformationen weiterhelfen

konnten, verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

Ellen Engel, DB Fernverkehr AG


BBZ – Februar 2006 SELBSTHILFE

Bundesverband für Körper- und

Mehrfachbehinderte e.V. startet Initiative

zur Stärkung der Selbsthilfe.

Ziel der Initiative ist es, den Selbsthilfegedanken

zu stärken. ICH BIN

„In Deutschland engagieren sich

über 23 Millionen Menschen freiwillig.“

Auf mehr als 10.000 Plakaten

verkündet zur Zeit Marietta Slomka

diese gute Nachricht. Die beliebte

ZDF-Moderatorin bekräftigt damit

die Forderung nach mehr Anerkennung

der vielen unbekannten Helferinnen

und Helfer, die tagaus, tagein

im Dienste einer guten Sache für andere

Menschen tätig sind.

„Danke!“ und „Respekt!“ steht in

großen Buchstaben auf der Vorderseite

von Postkarten, die von dankbaren

Organisationen und einzelnen

Bürgern an besonders engagierte

ehrenamtlich wirkende Menschen

verschickt werden können.

Die Bundesministerin für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend, Dr.

Ursula von der Leyen sagte: „Die Bereitschaft

zum bürgerschaftlichen En-

„ICH BIN WIR.

Gemeinsam stark mit Behinderung“

WIR steht dafür, die eigene Sache

gemeinsam mit anderen in die Hand

zu nehmen. „Mit unserer Initiative

möchten wir ermutigen und positive

Beispiele geben“, so Aribert

Reimann, Vorsitzender des Bundesverbandes.

„Die Initiative hat nichts

zu tun mit dem ´Hilf Dir selbst!´ bei

knappen öffentlichen Kassen.“

Menschen mit Behinderung und

Eltern behinderter Kinder wissen

am besten, wo der Schuh drückt.

Manchmal reicht schon eine kleine

Gruppe engagierter Menschen, um

etwas zu bewegen, was für Einzelne

unerreichbar ist: der Austausch mit

anderen in ähnlichen Lebenssituationen,

gegenseitige Unterstützung,

gemeinsame Freizeitaktivitäten,

Aufbau einer neuen Einrichtung für

behinderte Kinder, mehr Barrierefreiheit

in der Gemeinde, und vieles

andere. Die Initiative ICH BIN WIR

wird von verschiedenen Elementen

getragen: Beratung, Arbeitshilfen,

Engagement macht stark

Institutionelle Förderung gemeinnütziger

Vereine überfällig

13

regionale Treffen und Tagungen. Die

beteiligten Gruppen planen zahlreiche

Veranstaltungen und Aktionen.

Postkarten, Plakate, Broschüren,

Aufkleber und Aktionsmittel unterstützen

sie dabei, auf sich aufmerksam

zu machen und Eltern behinderter

Kinder und behinderte Menschen

zum Mitmachen zu bewegen. Alles

auf einen Blick finden Interessierte

unter: www.initiative-ichbinwir.de.

Der Bundesverband für Körper-

und Mehrfachbehinderte e.V. ist ein

Zusammenschluss von rund 25.000

Mitgliedsfamilien. Er vertritt u.a.

die Interessen behinderter Menschen

gegenüber Gesetzgeber, Regierung

und Verwaltung.

gagement ist nicht selbstverständlich.

Sie muss sorgsam gepflegt werden.“

Zu den vielen „Ehrenamtlichen“,

die ein besonderes Lob verdienen,

gehören auch zahlreiche überdurchschnittlich

aktive Mitglieder des

BBV. Die Berliner Behinderten-Zeitung

wird eine Auswahl von ihnen in

den kommenden Ausgaben vorstellen.

Zur Aufrechterhaltung der Freiwilligenarbeit

ist neben einer stärkeren

Anerkennung und Würdigung

einzelner Personen freilich auch

eine Verbesserung der Rahmenbedingungen

für diese Arbeit dringend

notwendig. Dazu gehört auch ein

Mindestmaß an institutioneller Förderung

der gemeinnützigen Vereine,

z.B. des BBV. Bleibt sie aus, wird

unsere auf Selbsthilfe angewiesene

Gesellschaft eines Tages nicht mehr

funktionieren!

Klaus Meynersen


14 REISEN

BBZ – Februar 2006

Zwischenbilanz zum Internationalen Tag der Behinderten

Anlässlich des Internationalen Tages

der Behinderten, der alljährlich

am 3. Dezember begangen wird, zog

Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel

eine positive Zwischenbilanz des

Projekts „Modell-Management-Plan

zur Barrierefreiheit am Beispiel des

Nationalparks Berchtesgaden“: „Es

ist gelungen, regionale Partner für

das Projekt zu gewinnen. So fahren

im Sommer RVO-Niederflurbusse

zum Hirschbichl; der Bahnhof Ber-

Offenheit regionaler Kooperationspartner erleichtert

behinderten Gästen barrierefreies Naturerleben

chtesgaden wird mit einer Rampe am

Eingang und einer Rollstuhltoilette

ausgestattet; örtliche Sanitätshäuser

verleihen Hilfsmittel an behinderte

Gäste, um auch ihnen barrierefreies

Naturerleben zu ermöglichen.“ Vogel

bedankte sich für die Offenheit

und Kooperationsbereitschaft der

verschiedenen Partner.

Da laut Vogel im Rahmen des

Projekts ein Informationsdefizit

Fünf Jahre Erfurter Hotel

Grenzenlos

Am Donnerstag, den 24.11., feiert

das Erfurter Hotel „Grenzenlos“ seinen

fünften Geburtstag. Das barrierefreie

Haus mit dem persönlichen

Flair ist ein Ergebnis des europäischen

URBAN-Programms.

„So ein Haus hat die Stadt Erfurt

gebraucht“, schrieb eine Vertreterin

eine Vereins bei der Eröffnung

ins Gästebuch. „Wir waren bestens

versorgt und umsorgt“, meinte der

Körperbehindertenverein Reutlingen

und Vertreter des Behindertenwerkes

Spremberg würdigten

den Service mit den Worten: „Wir

wurden rundherum verwöhnt.“ Das

barrierefreie Drei-Sterne-Hotel

„Grenzenlos“ nahe der historischen

Altstadt feiert nun seinen fünften

Geburtstag. Nach Informationen der

Grenzenlos gGmbH war es das erste

barrierefreie Hotel Thüringens und

ist ein Produkt der Gemeinschaftsinitiative

der Europäischen Union

URBAN. Das Programm half mit

einem beträchtlichen Fördervolumen

die Krämpfervorstadt, einen

ehemals wenig attraktiven Stadtteil,

zu revitalisieren, was zu einer spürbaren

Verbesserung der Lebensqualität

führte.

Am 24. November 2000 eröffnete

der Verband der Behinderten das

Hotel. Das integrativ geführte Haus

hat nach eigenen Angaben zehn komfortable

Zimmer und Appartements

für 24 Gäste, die behindertengerecht

eingerichtet sind. Pflegebetten und

Hilfsmittel sind vorhanden, Verhinderungspflege

kann in Anspruch

genommen werden, ein Raum für

Tagungen und Familienfeiern steht

zur Verfügung. Die MitarbeiterInnen

des Hotels offerieren auch

viele Zusatzangebote, die vom Abhol-

über den Wäscheservice bis

zur Vermittlung von barrierefreien

Stadtführungen oder Ausflügen

reichen. In das Haus integriert ist

eine Begegnungs- und Kommunikationsstätte,

die, wie das Hotel, für

behinderte und nichtbehinderte Bürger

da ist. Sie bietet Leistungen des

Pflege- und Hauswirtschaftsdienstes

an, organisiert „Essen auf Rädern“,

und eröffnet allen Interessierten im

Stadtteil die Möglichkeit, direkt vor

Ort ein schmackhaftes preiswertes

Mittagsessen einzunehmen.

Dass die Jonny-Schehr-Straße 12

auch eine gute Adresse für Bildungs-

Informations- und Freizeitveranstaltungen

ist, hat sich in der Krämpfervorstadt

längst herumgesprochen.

In Hotel und Begegnungsstätte entstanden

sieben Arbeitsplätze, sechs

davon wurden mit schwerbehinderten

BürgerInnen besetzt. Das Hotel

gehört zur gemeinnützigen Grenzenlos

GmbH, die als Tochter des Behindertenverbandes

Menschen mit

Handicap und in sozialen Notlagen

beschäftigt.

Übrigens: Ab 5. Januar bis Ende

April gibt es wieder Schnupperangebote

im Erfurter Hotel „Grenzenlos“:

Vier Tage Erfurt erleben, drei

bezahlen, 3 Gang Menü und Stadtführung

für 140 Euro.

Infos unter: 0361/ 6013 2600.

als Problem erkannt wurde, nimmt

die Nationalparkverwaltung in das

Sommer-Wander-Programm 2006

Hinweise für behinderte Gäste auf.

Außerdem soll ein Mitarbeiter der

Nationalparkverwaltung fallweise bei

Führungen des Nationalparkdienstes

in Gebärdensprache dolmetschen.

Ziel des Internationalen Tages der

Behinderten ist es, die Lage behinderter

Menschen zu verbessern, erläuter-

Tropischer Urlaub in Brandenburg

Nur 60 Kilometer südlich von

Berlin lädt das „Tropical Islands

Resort“ zu einem Kurzurlaub in

tropischer Atmosphäre, einem Bad

in der „Südsee“, zum Relaxen unter

Palmen oder dem Spaziergang durch

einen entstehenden „Regenwald“

ein. Abends gibt es dann karibische

Lebensfreude, die vom kubanischen

Ensemble „Alma Latina“ präsentiert

wird. Das Gelände des Ferienparks

ist weitgehend eben und mittels

Schrägen und Fahrstühlen insgesamt

gut zugänglich. Lediglich der „Regenwald“

ist ein hügeliges Gelände,

das nur mit Schiebehilfe befahren

werden sollte. Im Internet steht unter

www.my-tropical-islands.com dazu

mehr Information zur Verfügung.

Detaillierte Auskunft ist erhältlich

von: Tropical Islands Resort Berlin-

Brandenburg, Tropical-Islands-Allee

1 - 15910 Krausnick. Tel. 03547 760

5050 / Fax 03547 760 6060. E-Mail:

welcome@my-tropical-islands.com

Speziell für Freunde des Motorradsport

Wer sich für den Motorradsport

begeistert, könnte sich schon jetzt

den Besuch der Tourist Trophy, des

größten Motorradrennens der Welt,

das im Juni diesen Jahres auf der

Isle of Man stattfindet, vormerken.

„Süße Reisen“ hat dazu ein Angebot

für eine Reise vom 2. bis 11.

Juni 2006, welches die Unterkunft

im Hotel Castle Mona in Douglas,

einem Haus mit rollstuhlgängigen

Zimmern, einschließt, und so auch

für mobilitätseingeschränkte Motorradfreaks

geeignet ist. Interessenten

finden weitere Angaben dazu unter

www.suesse-reisen.de Bei Rückfragen

und Auskunft zu weiteren

te Projektmanagerin Dr. Sigrid Arnade.

Dazu gehöre die volle Teilhabe in

allen Lebensbereichen, also auch bei

Naturerleben und Umweltbildung.

„Diesem Ziel ist der Nationalpark

Berchtesgaden mit seiner Umgebung

schon ein ganzes Stück näher gekommen,“

freute sich Arnade und appellierte

an alle lokalen Touristiker,

weitere Angebote für die Zielgruppe

behinderter Gäste zu schaffen.

Günter Heiden (JoB.-Medienbüro)

Eben erfahren

Informationsblatt zum Thema „barrierefrei reisen“

Details richten Sie sich bitte an:

Mobiles Reisebüro, Süße-Reisen -

56249 Herschbach. Tel. 02626 92 57

11 / Fax 02626 92 53 72 / E-Mail;

info@suesse-reisen.de

„Anders sehen“ bietet sehbehindertengerechte

Reisen

Sehbehindertengerechte Reisen

und Seminare in Deutschland und

Europa bietet „anders-sehen“. Sehbehinderte

mit viel Reiselust, die

einmal Wien, Hiddensee oder den

Nationalpark Eifel entdecken möchten,

sich im Februar beim Schneeschuhwandern

ausprobieren wollen

oder eine gemütliche Runde bei

Märchen und einer Tasse Tee vorziehen,

werden in diesen Angeboten

sicherlich etwas passendes finden.

Weitere Informationen dazu bietet

die Internetseite www.anders-sehn.

de. Der aktuelle Kassettenkatalog

für das Jahr 2006 ist kostenfrei zu

erhalten bei: anders-sehn - Susanne

Hahn - Urbanstr. 7a - 96047 Bamberg.

Tel.: 0951/ 297 1080 - E-Mail:

anders-sehn@web.de

Tipps für den Urlaub an der

Ostsee

Obwohl der Winter 2006 eigentlich

erst vor der Tür steht, denken

viele bereits an ihren Urlaub bei einer

leichten Brise und Sonnenschein

am Strand. Wer dabei gleichzeitig

die Ostseeküste von Schleswig-Holstein

im Blickfeld hat, findet zur

Reisevorbereitung im Internet unter

www.ostsee-schleswig-holstein.de

viele nützliche Tipps. Das entsprechende

Informationsblatt mit dem

Titel „Ferien für Menschen mit Handicap

an der Ostseeküste Schleswig-

Holstein“ ist erhältlich von: Ostsee-

Holstein-Tourismus e.V., Strandallee

75a - 23669 Timmendorfer Strand.


BBZ – Februar 2006 SPORT

Aqua Integrale für Wasserratten

Im Dezember 2005 wurde aus dem

Integrationsschwimmen „Aqua Integrale“.

Auch das ehemals helfende

Bezirksamt Mitte konnte auf Grund

der Finanzlage des Landes Berlin

die Durchführung des Integrationsschwimmens

nicht mehr garantieren.

Auf der Suche nach einem neuen

Träger, fand man beim Berliner

Behinderten-Sportverband Gehör.

Er übernimmt die Trägerschaft und

hat als Ziel: in Zusammenarbeit acht

seiner Mitgliedsvereine die Kinder

und Jugendlichen in den Sportverein

zu integrieren. Die Kinder und Jugendlichen

haben die Chance durch

aktive Teilnahme am Vereinsleben

sich sozial und gesellschaftlich zu

integrieren. Dabei ist vor allem gedacht

an Kinder und Jugendliche

aus sozial schwachen Familien. Mit

einem Mindestbeitrag monatlich

von 4,60 Euro sicher machbar. Allen

Kindern und Jugendlichen, die bisher

am Schwimmen teilgenommen

haben, wird mit dem Projekt „Aqua

Integrale“ des Behinderten Sportverbandes

Berlin e. V. die dauerhafte

Teilnahme gesichert.

Gesichert ist jedoch auch hier nicht

die gesamte Finanzierung und man

ist auf der Suche nach weiteren Sponsoren.

In ARAL, der einen Spendencheck

in Höhe von 16.900 Euro

durch Frau Wortmann überreichen

ließ, hat man bereits EINEN gefunden.

Das Geld ist ein Teil dessen, das

durch den Charity Walk 05 auf 1.600

km erlaufen wurde – ARAL spendete

für jeden gelaufenen Kilometer 10

Euro. Mobilität ist das Stichwort für

ARAL und ihr Engement für Mobilitätseingeschränkte

Menschen.

Auf Grund ihrer Verpflichtung

stellen die Berliner Bäderbetriebe

den Vereinen die Schwimmbahnen

entgeltfrei zur Verfügung. Über die

Vertragsunterzeichnung am 19.12.05

freute sich auch das zuständige Bezirksamt

Mitte – ist eine Fortführung

des Präventionsschwimmens so

gesichert.

Durchgeführt wird das Präventionsschwimmen

seit Mitte der 90er

Jahre. Zunächst unterstützt vom Bezirksamt

Wedding und später auch

vom Berliner Senat. Das Angebot

richtet sich an körperbehinderte und

von Behinderung bedrohte Kinder

und Jugendliche bis 27 Jahre. Seit

Anfang 2005 wird dieses Angebot

nicht mehr von Landesseite unterstützt.

Um ein „Aus“ zu vermeiden,

übernahm das Bezirksamt Mitte

2005 die Kosten, aber auch hier ist

die Finanzlage desolat…

Wichtig ist für die Kinder und

Jugendlichen das Erlangen eines

besseren Körpergefühls und einer

deutlichen Steigerung der Leistungsfähigkeit,

die den Umgang mit der

Behinderung im Alltag erleichtert.

Leider fehlt es an qualifizierten

Übungsleitern, was zu einer langen

Warteliste führt. Projektkoordinator

ist Thomas Grimm, Tel.: 326 79 394,

Fax: 300 99 674, jugend@bsberlin.

de. Behinderten – Sportverband Berlin

e.V., Hanns-Braun Str., Friesenhaus

1, 14053 Berlin.

Franziska Littwin

a n z e i g e

15

Weihnachtsfeier

des Behinderten-Sportvereins

Köpenick e.V.

für seine Kinder- und

Jugendgruppen

Am 09.12.05 veranstaltete der Behinderten-Sportverein

Köpenick e.

V. seine diesjährige Weihnachtsfeier

mit den Kinder- und Jugendgruppen

des Vereins. Nach Umfragen in den

Übungsgruppen und bei den Eltern

wurde diesmal bewusst auf den Auftritt

des obligatorischen Weihnachtsmannes

mit seinem Rucksack voller

Geschenke verzichtet. Es sollte eine

„sportliche Weihnachtsfeier“ werden

und es wurde auch eine. Stellvertretend

für den Weihnachtsmann

übernahm Herr Adolph den ersten

Teil der weihnachtlichen Feier. Herr

Adolph ist uns bekannt aus dem

DDR-Fernsehen unter dem Namen

„ADI“ mit seiner Sendung „Mach

mit – mach´s nach – mach´s besser“.

Im sportlichen Wettstreit kämpften

3 Mannschaften (jede Mannschaft

war mit 10 behinderten Kindern und

Jugendlichen gleich stark besetzt)

um Plätze und Medaillen. Die vielseitigen

Wettbewerbsvarianten stimulierten

die Teilnehmer zu hohem

persönlichen körperlichen Einsatz.

„ADI´S“ gefühlvolles Eingehen auf

die Teilnehmer und auf die Zuschauer

machte diese Veranstaltung zu

einem echten Höhepunkt für unsere

jungen Sportlerinnen und Sportler,

sowie auch auf deren Eltern. Nach

dieser sportlichen Einlage wurde

erst einmal gemeinsam Abendbrot

(Büfett) eingenommen und dann

begann die Disco. Die Teilnehmer,

die anwesenden Eltern und der Vorstand

waren gleicher Meinung: „Die

Veranstaltung war ein voller Erfolg“.

Wir möchten uns an dieser Stelle für

die Unterstützung des Schulleiters

der Albatrosschule, Herrn Hofer,

und besonders beim Hausmeister,

Herrn Ehrhardt, vielmals bedanken.

Brückner

Selbstbestimmt leben mit Assistentinnen Ihrer Wahl


16 TIPPS

BBZ – Februar 2006

Die hier gesuchte Persönlichkeit –

geboren im Jahr 1894, gestorben im

Jahr 1963 – war eine bekannte Märchenerzählerin

und Kinderbuchautorin.

Noch zur Zeit des ersten Weltkriegs,

Anfang 1918, machte sie sich

in Thüringen – wohl auch angeregt

von der damaligen Wandervogelbewegung

– auf die Wanderschaft, um

den Kindern und der Bevölkerung

auf dem Lande die alten Märchen

zu erzählen und so wieder näher zu

bringen.

Wie viel Unabhängigkeit sie damals

dadurch zum Ausdruck brachte,

zeigt sich darin, dass sie sich

damit gegen ihre Eltern für eine

selbstbestimmte Zukunft entschied.

Diese hatten sie damals als Vagabundin

angesehen und zur Rückkehr

nach Hause aufgefordert; sie aber

zog – mit Unterbrechungen – zunächst

in Thüringen, dann in Schwaben

und im Ruhrgebiet – umher und

veröffentlichte 1919 ihr erstes Buch

mit dem Titel „Vom Märchenerzählen

im Volke“. Die mit dieser beruflichen

Entscheidung verbundenen

persönlichen Schwierigkeiten waren

umso größer, als sie auch eine körperliche

Beeinträchtigung beim Gehen

umfassten.

Im Alter von elf Jahren war sie

an einer schweren Knochentuberkulose

erkrankt; in Folge dessen

bekam sie eine schmerzhafte Kniegelenksentzündung,

was wiederum

eine allmähliche Versteifung des

linken Knies mit sich brachte. Nach

drei Jahren im Krankenbett verhalf

ihr ein Rollstuhl wieder zu neuer

Bewegungsfreiheit; dann behalf sie

sich mit Krücken, daraufhin mit einem

Stock, bis sie, bereits eine junge

Frau, für einige Jahre auch wieder

ohne Hilfsmittel laufen konnte.

Krankheit und Behinderung hatten

für sie eine weitgehende Isolation

von anderen Kindern mit sich

gebracht; sie half sich mit Tagträumen:

„Geht’s mir schlecht, bin ich

mal müde und voll Schmerz, so hat

mir die Natur eine sehr glückliche

Veranlagung gegeben. Dann träum

ich mir was, fliehe in den Traum

und lüg’ mir dann einen schönen

Ausgang vor. Denn das, was wir in

Gedanken erleben, ist doch auch

ein großer Bestandteil unsers Seins.

Und wenn ich es glaube, so ist es

für mich von Wert.“ Ihre späteren

Wanderungen waren immer wieder

von körperlichen Einbrüchen und oft

auch von starken Schmerzen in den

Gelenken begleitet. Doch ihre Erfolge

als „wandernde Scheherezade“

haben wohl ihr Selbstbewusstsein

Preisrätsel

und ihre Eigenständigkeit wachsen

lassen.

Aus der Bekanntschaft mit Kurt

Kläber, einem der Mitbegründer des

kommunistischen Schriftstellerverbandes,

er veröffentlichte Bücher

unter dem Pseudonym Kurt Held,

erwächst eine Liebesbeziehung, die

erst 40 Jahre später durch seinen

Tod wieder getrennt wurde. Aus der

Märchenerzählerin wird jetzt eine

sozialkritische Jugendbuchautorin,

die mit dem neunbändigen „Die

Kinder aus Nr. 67“ einen Klassiker

der antifaschistischen Jugendliteratur

geschaffen hat.

1933 musste das Paar vor den nationalsozialistischen

Machthabern

fliehen; es gelingt ihnen die Flucht

in die Schweiz, nach Carona, ins

Tessin. Hier war es der schlechte Gesundheitszustand

der Jugendbuchautorin,

der die Schweizer Behörden

dazu veranlasste, dem Paar eine

Aufenthaltserlaubnis und ihr auch

eine Arbeitserlaubnis zu erteilen. So

konnten die beiden der Verfolgung

durch die Nazis entkommen.

In den fünfziger Jahren gehörte sie

neben Erich Kästner zu den Gründern

des „Internationalen Kuratoriums

für das Jugendbuch“, korrespondierte

sie in diesem Zusammenhang

auch mit der damals noch relativ

unbekannten Astrid Lindgren: „Sie

haben da zweifellos ein köstliches

Wesen (Pippi Langstrumpf) in die

Welt gesetzt, und mit einem Funken

Neid – er ist aber nur wie ein etwas

schweres Atemholen – bedaure ich,

daß es nicht mein Kind ist. Es wird

uns beide lange, lange überleben.“

Aber auch manche Figuren der hier

gesuchten Autorin haben ihre Urheberin

überlebt, sind noch bekannt,

wie Anrufe in Buchhandlungen zeigen,

wenn auch im Moment nicht

sehr nachgefragt. Zum Beispiel der

Clown Dick aus ihrem letzten Kinderbuch

„Das Mädchen in der Glaskutsche“,

der krumme Beine und

einen Buckel hat. Tritt er vor einem

Publikum auf, wird er bejubelt, bewundert

und geliebt, doch in seinem

Alltag wird er wegen seiner körperlichen

Andersartigkeit verspottet.

Habt Ihr es erraten?

Sendet Eure Antwort an die Adresse

der Berliner Behindertenzeitung

unter dem Stichwort: Rätsel.

Zeit dazu habt Ihr bis zum 18.02.06

und als Preis stellen wir einen kleiner

Buchband zusammen.

Viel Glück!

a n z e i g e

Neu entwickelt – der

Multifunktions-Drehknopf

von PETRI+LEHR

Die Infrarotfernbedienung von

PETRI+LEHR, dem Hersteller

von PKW-Umrüstsystemen für

Menschen mit Handicap, ist weiter

entwickelt worden. Sie ist jetzt

in einem abnehmbaren Drehknopf

integriert. Diese innovative Kombination

schafft praktische Vorteile

für mobilitätseingeschränkte

Autofahrer. Der Multifunktions-

Drehknopf ist die Bedieneinheit

für alle wichtigen Funktionen wie

Blinker, Scheibenwischer, Licht

usw., die damit sicher und intuitiv

betätigt werden können. So

können diese Funktionen auch

in schwierigen Situationen ohne

Loslassen des Lenkrades bedient

werden (z.B. beim Fahren im

Kreisverkehr).

Selbstverständlich ist auch der

Multifunktions-Drehknopf auf

elektromagnetische Verträglichkeit

geprüft und verfügt über das

e-Prüfsiegel. Neben der Nutzung

als Drehknopf am Lenkrad, kann

Mit Multima 2

haben Sie alle Vorteile in der Hand!

• Weiterentwicklung des bewährten Handbediengerätes Multima

• Innovatives und einfaches Funktionsprinzip

• Ergonomischer Bewegungsablauf

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Wir sind für Sie da, damit Sie Ziele erreichen.

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Wir bewegen Menschen.

Die Unternehmensgruppe MEYRA

der Multifunktions-Drehknopf

auch als Bedienknopf für das

neue Multima 2, die Ein-Hand-

Bedienung für Bremse und Gas,

eingesetzt werden.

Der Multifunktions-Drehknopf

überzeugt durch sein ansprechendes

Design und die gute Funktionalität.

Er kann ohne größeren

Aufwand mit der seit Jahren

bewährten PETRI+LEHR Infrarot-Fernbedienung

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werden.

Fahren auf der sicheren Seite

mit dem Multifunktions-Drehknopf

von PETRI+LEHR.


BBZ – Februar 2006 BESCHÄFTIGUNGSWERK

auf den

punkt

gebracht

Nun war es soweit: eine der ältesten

Bürger-Begegnungs-Zentren des beschäftigungswerk

– arbeit für berlin

e.V., das BBZ KIZ Marzahn ist an einem

neuen Ort in neue Räume umgezogen.

Damit hat sich auch der Standort

dieser inzwischen traditionellen

Einrichtung in Marzahn geändert.

Das neue Haus befindet sich jetzt im

Murtzahner Ring 15,

12681 Berlin

und ist – wie bisher – von 09.00

Uhr bis 18.00 Uhr sowie – insbesondere

Sonnabends – nach Vereinbarung

geöffnet.

Der Umzug war notwendig geworden,

weil wir die alten Räume in der

Bruno-Baum-Straße verlassen mussten.

Dies wurde von uns genutzt, um

ein vollkommen neues Objekt zu beziehen

und dieses für die Bedürfnisse

unserer Bürgerinnen und Bürger einzurichten.

Dabei wurde das gesamte

Objekt vollständig renoviert, so dass

wir am 26.01.2006 in neuem Outfit an

Bürger-Begegnungs-Zentrum LIBEZEM

Veranstaltungen Februar 2006

Mittwoch 01.02.

15 – 17 Uhr Malzirkel mit Herrn

Siegfried Gilgen

Donnerstag 02.02.

8 – 13 Uhr Computerlehrgang/

Volkssolidarität mit Herrn Hübbe

15 – 18 Uhr Spiele am Computer

mit Anleitung (10 – 14 Jahre)

Computer /pro Std. 0,75 Euro

Freitag 03.02. Tag der Senioren

12 –15 Uhr Eine gesellige Runde

mit Mittagessen und Kaffee-Tafel

Montag 06.02.

13.30 – 13.30 Uhr Stuhlgymnastik

mit Frau Bärbel Schmeing

14 – 17 Uhr Offener Spieletreff

15.30 Uhr Literaturnachmittag

Anna Seghers „Die Rettung“ und

das Jahr 1929. Buchbesprechung mit

Evelyn Radczun

Dienstag 07.02. Tag der Jugend

15.30 – 20 Uhr Treff der Lichtenberger

Gruppe des BBV e.V.

15 – 16 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 6 – 10 Jahre)

16.30 – 17.30 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 11 – 14 Jahre)

Kreativer Gestalten (für Materialeinsatz

0,75 Euro)

18 – 20 Uhr Internet – Cafe,

Computer /pro Std. 1 Euro

Mittwoch 08.02.

10 Uhr Tag der offenen Tür im

LIBEZEM. „Vorstellung der Begegnungsräume

im neuen Farben und

unserer Programmstruktur für das

Jahr 2006“

15 – 17 Uhr Malzirkel mit Herrn

Siegfried Gilgen

17 – 19 Uhr Eröffnung der Fotoausstellung

„Rosenfelder Ring

60-ziger Jahre bis ins Jahr 2005“

mit eingesandten Fotos des Kiezes

19 Uhr Literarisches am Mittwoch-

KIZ Marzahn – Neueröffnung

seit 26.01.2006 an neuem Ort in neuen Räumen

abend mit Hans-Ullrich Brandt

und Jörg Milde mit ihrem musikalischem

Programm „Wiedersehen

macht Freunde“, Eintritt: 2 Euro

Donnerstag 09.02.

8 – 13 Uhr Computerlehrgang/

Volkssolidarität mit Herrn Hübbe,

15 – 18 Uhr Spiele am Computer

mit Anleitung (10 – 14 Jahre)

Freitag 10.02. Tag der Senioren

12 –14 Uhr Eine gesellige Runde

mit Mittagessen und Kaffee-Tafel

14 – 15.30 Uhr Gedächtnistraining

mit Frau Deinert

Montag 13.02.

9 – 11.30 Uhr Start: Französischkurs

B1 für Senioren

13.30 – 13.30 Uhr Stuhlgymnastik

mit Frau Bärbel Schmeing

14 – 17 Uhr Offener Spieletreff

Dienstag 14.02. Tag der Jugend

9 – 11.30 Uhr Start: Englisch A2

für Senioren

15.30 – 22 Uhr Treff der Lichtenberger

Gruppe des BBV e.V.

15 – 16 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 6 – 10 Jahre)

16.30 – 17.30 Uhr Kreatives Gestalten

( Kinder von 11 – 14 Jahre)

Kreativer Gestalten (für Materialeinsatz

0,75 Euro)

18 – 20 Uhr Internet – Cafe, Computer

/pro Std. 0,75 Euro

Mittwoch 15.02.

13– 15.30 Uhr Start: Englisch

– Anfängerkurs A1, Li4.06-019

VHS mit Frau Gisela Wittenburg

15 – 17 Uhr Malzirkel mit Herrn

Siegfried Gilgen

16 – 18 Uhr Allgemeine Sozialberatung

mit Frau Kwasnik

Donnerstag 16.02.

8 – 13 Uhr Computerlehrgang/

Volkssolidarität mit Herrn Hübbe

den Start gehen konnten. Hatte unser

altes KIZ Marzahn nur zwei große

Räume sind in der neuen Einrichtung

insgesamt vier große Räume,

von denen zwei behindertengerecht

hergerichtet sind. Damit erweitern

sich nicht nur die räumlichen Möglichkeiten

des KIZ Marzahn für die

Unterbreitung von Angeboten an die

Bürgerinnen und Bürger erheblich.

Es wurde auch eine neue Behindertentoilette

eingebaut, so dass das unsere

neue Einrichtung genauso behindertengerecht

ist, wie die alte, die wir

jetzt verlassen mussten.

Wir bieten an unserem neuen

Standort die bekannte und bewährte

13.30 – 16 Uhr Start: Englischkurs

A2/B1 für Senioren

15 – 18 Uhr Spiele am Computer

mit Anleitung (12 – 14 Jahre)

18 – 20 Uhr Treff: Offizieller

Fanclub Hertha-Rolli´s Berlin

Freitag 17.02. Tag der Senioren

12 –14 Uhr Eine gesellige Runde

mit Mittagessen und Kaffee-Tafel

14 – 15.30 Uhr Multimedia-Vortrag

„Reiseansichten von Paris und

Brüssel“ mit Herrn Döring

17 – 21 Uhr Preisskat, Einsatz

5,50 Euro

13.30 – 13.30 Uhr Stuhlgymnastik

mit Frau Bärbel Schmeing

14 – 17 Uhr Offener Spieletreff

Dienstag 21.02. Tag der Jugend

9 – 11.30 Uhr Englisch A2 für

Senioren

15– 16 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 6 – 10 Jahre)

16.30 – 17.30 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 11 – 14 Jahre)

Kreativer Gestalten (für Materialeinsatz

0,75 Euro)

18 – 20 Uhr Internet – Cafe,

Computer /pro Std. 1,00 Euro

Mittwoch 22.02.

13 – 15.30 Uhr Englisch –

Anfängerkurs A1

15 – 17 Uhr Malzirkel mit Herrn

Siegfried Gilgen

16 – 18 Uhr Allgemeine Sozialberatung

mit Frau Kwasnik

Donnerstag 23.02.

8 – 13 Uhr Computerlehrgang/

Volkssolidarität mit Herrn Hübbe

13.30 – 16 Uhr Englischkurs

A2/B1 für Senioren

15 – 18 Uhr Spiele am Computer

mit Anleitung (12 – 14 Jahre)

19 Uhr „Alternative Heilverfahren

– Bachblüten“ eine Veranstaltung in

Zusammenarbeit mit der Central-

Apotheke

Freitag 24.02.

12 –15.30 Uhr Faschingsveran-

17

Programmstruktur und werden auch

neues im Programm haben. Wir freuen

uns auf unsere Gäste und hoffen,

dass uns viele Freunde die Treue halten

und dass wir neue hinzugewinnen.

In der nächsten Ausgabe werden

wir ausführlich über die Eröffnung

unseres neuen Hauses berichten und

dazu auch ein paar Bilder zeigen.

Die Kommunikationswege sind

die alten gebliegen:

Telefon: 545 41 48,

FAX: 545 41 48,

E-Mail: kizmarzahn@ beschaeftigungswerk.de

und web über: www.

beschaeftigungswerk.de.

Und natürlich stehen wir auch für

persönliche Gespräche jederzeit in unseren

neuen Räumen zur Verfügung.

Ute Wassmannsdorf, Leiterin

des KIZ Marzahn

staltung mit einem zünftigen

Faschingsessen und närrischen

Leckereien durch Programm führen

G. Möller und Ch. Brandt „Die falschen

Fuffziger“, Eintritt: 8,50 Euro

Montag 27.02.

9 – 11.30 Uhr Französischkurs B1

für Senioren

13.30 – 13.30 Uhr Stuhlgymnastik

mit Frau Bärbel Schmeing

14 – 17 Uhr Offener Spieletreff

Dienstag 28.02. Tag der Jugend

9 – 11.30 Uhr Englisch A2

für Senioren

15 – 16 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 6 – 10 Jahre)

16.30 – 17.30 Uhr Kreatives Gestalten

(Kinder von 11 – 14 Jahre)

Kreativer Gestalten (für Materialeinsatz

0,75 Euro)

18 – 20 Uhr Internet – Cafe,

Computer /pro Std. 1,00 Euro

Wöchentliche Veranstaltungen in der

Turnhalle / Rosenfelder Ring 39

Montag

14 – 15.30 Uhr Qi – Gong mit

Frau Bärbel Schmeing

18.30 – 20 Uhr Line Dance

Dienstag

20 – 22 Uhr Volleyball

Mittwoch

16 – 17 Uhr Seniorengymnastik I

mit Frau Bärbel Schmeing

17 – 18 Uhr Seniorengymnastik II

mit Frau Bärbel Schmeing

18 – 20 Uhr Volleyball

Donnerstag

16 – 18 Uhr Fussball – Kinder,

mit Herrn Krause

18 – 20.30 Uhr Fussball – Jugend,

mit Herrn Krause

Sonnabend

11 – 14 Uhr Fussball, Fussballköppe

e.V.

14.30 – 17 Uhr Tischtennis für

Familien. Unkostenbeitrag: 1,90 pro

Platte und je ½ Std.


18 BUCH

BBZ – Februar 2006

Wirkstoffe für die Seele

ist der Untertitel einer sehr informativen

und sehr konkreten Veröffentlichung

über Psychiatrie und

dort eingesetzte Medikamente. Sie

richtet sich vor allem an Betroffene

und deren Angehörige, kann aber

auch sicherlich Professionellen im

Gesundheitsbereich manche Zusammenhänge

und Wirkungen verdeutlichen.

Psychopharmaka sind

biologisch aktive Wirkstoffe, die

über den Gehirnstoffwechsel seelische

Zustände verändern. In der Öffentlichkeit

sind sie öfter umstritten

bzw. mit der Aura des Unheimlichen

umgeben. Tatsächlich können sie

aber – von sachkundiger Hand des

Arztes eingesetzt – eine echte Hilfe

für Patienten sein. Um ihre Wirkung

richtig beurteilen zu können, ist die

Mitarbeit des mündigen Patienten

wichtig, sein Verständnis über ablaufende

Vorgänge. Das ist nicht

einfach, denn seelische Krankheiten

sind Erkrankungen des ganzen Menschen,

bei denen auch das körperliche

und das soziale Wohlbefinden

beeinträchtigt werden.

„Eine sachlich informierte Öffentlichkeit

wird die Betroffenen künftig

noch besser unterstützen können und

auch selbst dadurch gewinnen...“

schreibt die Autorin, selbst Fachärztin

für Psychiatrie mit langjährigen

Erfahrungen in Familientherapie,

Drogenberatung und Homöopathie.

Ihr Buch macht uns einführend

mit den erstaunlichen Leistungen

des menschlichen Gehirns vertraut,

seinen Funktionen und den dort ablaufenden

Vorgängen. Ein weiterer

Abschnitt erläutert Besonderheiten

bei psychiatrischen Leiden, bipolaren

Erkrankungen und Schizophrenie

und setzt sich mit ausgrenzenden

Verhaltensweisen und Vorurteilen

der Umwelt auseinander.

Der Hauptteil befasst sich zunächst

mit Alltagsdrogen wie Nikotin, Alkohol,

Cannabis, anschließend mit

Wirkstoffen in Schlaf- und Beruhigungsmitteln,

Antihistaminen,

Benzodiazepinen, Melatonin u.a.

a n z e i g e

Sie beschreibt Wirkstoffe bei Ängsten,

Zwängen und Depressionen und

andere, die bei psychotischen Zuständen

eingesetzt werden wie Neuroleptika.

Die einzelnen Wirkstoffe

in den Medikamenten, ihre Vor- und

Nachteile werden konkret benannt.

Im Anhang antwortet die Verfasserin

auf Fragen wie z.B. ob durch

Psychopharmaka Abhängigkeiten

entstehen, wie man sich schrittweise

davon entwöhnen („ausschleichen“)

kann, wenn keine Notwendigkeit

der Einnahme mehr besteht; welche

Bedeutung eine Selbsthilfegruppe

hat; ob es Auswirkungen auf die

Schwangerschaft und das Stillen

gibt usw. Ein vorzüglicher Index und

ein aktuelles Literaturverzeichnis

beschließen den empfehlenswerten

Wegweiser.

Der ZENIT-Verlag hat zu dieser

Veröffentlichung eine Internet-Seite

eingerichtet, auf der man aktuelle

Informationen zu neu auf den Markt

kommenden Medikamenten und auf

Fragen erhalten kann: www.wegweiser-psychopharmaka.de.

Dr. Carola Burkhardt-Neumann

„Wegweiser Psychopharmaka

– Wirkstoffe für die Seele“

ZENIT Verlag München 2005, 270

S. br. ISBN 3-928316-23-0, 18 Euro

Inkontinenz- und Sexualberatung

bei Ulrike Boppel

Inkontinenzfachberaterin, Sexualpädagogin

Anmeldungen für Einzelberatungen unter

Pro Familia Berlin, Tel.: 39 84 98 98

blisse, Tel.: 8 47 18 70

Buchtipps für die

Erkältungszeit

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen

begleiten viele in der

kalten Jahreszeit. Diese Ratgeber informieren

übersichtlich, umfassend,

nach neuesten Erkenntnissen und

gut verständlich:

„Husten,

Schnupfen, Heiserkeit“

(Knaur

Verlag) geht auch

auf kranke Atemwege

und Wege

aus chronischen

Verläufen ein.

„Schnupfen,

Husten, Heiserkeit“

(Rowohlt

TB) erläutert

Vorbeugen, erste

Anzeichen und

Selbsthilfe.

„Enders´

Homöopathie

bei

Atemwegserkrankungen“

(Haug)

zeigt homöopathischen

und biologischen

Mittel

gegen Erkältung, Heuschnupfen,

Asthma und Allergien.

„Heiltees“

(Knaur) erklärt

Wirkstoffe,

Anwendung,

neue und alte

Rezepte.

„Heiltees

für Kinder“

(Hugendubel)

bietet sanfte Linderung.

a n z e i g e

LEBENSWEGE

für Menschen mit Behinderungen

Mobiles

Service-

Team

„Fit durch

gesunde Ernährung“

(Südwest)

mit Biostoffen

und Essen

zur Vorbeugung

und

Heilung.

Haushandwerkliche Dienste • Bodenverlegearbeiten

Umzüge • Wohnungsauflösungen • Trockenbau

„Vitamin

Drinks“ (Südwest)

sind

selbstgemachte

Safte und

Shakes mit

Früchten, Gemüse,

Aloe vera

und Nonisaft.

„Erholsamer

Schlaf“ (Urania)

hilft endlich wieder

Kraft und Ruhe zu

finden.

„Gestärkt

für den

Winter“

(Verlag

55+) werden

Abwehr- und

Immunkräfte

mit Rezepten mit Vitaminen, Mineralstoffen

und Spurenelementen.

„Vogelgrippe“ (Silberschnur ab

März) will aufklären statt zu ängstigen.

© Gabriele Becker

www.lebenswege-berlin.de

Unsere Service-Nummer: 44 68 72 44 / 45 · Funk: 0160 – 90 618 771 · Fax: 44 68 72 40


BBZ – Februar 2006 PROJEKTE

MädchenAktivProjekt

Willst du andere Mädchen und

junge Frauen (zwischen 13 und 16

Jahren) kennenlernen? Möchtest du

zusammen mit ihnen nach der Schule

quatschen, träumen, basteln, tanzen...?

Wolltest du dich schon immer

mal verkleiden, über das Verliebtsein

quatschen, die Probleme mit deinem

Eltern bereden, ...?

In einem gemütlichen Raum im

Jugendclub „Mahler 20“ in Weißensee

gibt es die Möglichkeit. Wir,

Katja Thäsler und Nadine Kutscher-

Spohr vom Netzwerk behinderter

Frauen Berlin e.V. wollen gemeinsam

mit euch aufregende oder entspannte

Nachmittage verbringen. In

Berlin gibt es bisher nur sehr wenig

Bildungs- und Freizeitangebote

Wir, die

Familie und

das Team

der Firma

REHA mobil

Berlin

nehmen

Abschied

von unserem lieben Chef. Nach

kurzer Krankheit verstarb am

Heiligen Abend unser Firmengründer

Karl-Heinz Medczinski

im Alter von 61 Jahren.

Im Jahr 1972 gründete er

den KFZ-Meisterbetrieb „K.-

H.Medczinski“. Vor ca. 20

Jahren hat er sich dann auf den

behindertengerechten Fahrzeugumbau

spezialisiert und

den Firmenzweig REHA mobil

Berlin aufgebaut. Durch

innovative Arbeit und großen

persönlichen Einsatz machte er

das Leben vieler unserer Kunden

mobiler.

Wir sind dankbar dafür, dass

wir Ihn an unserer Seite wussten.

Sein Tod ist für uns ein

großer persönlicher Verlust und

hinterlässt eine schmerzliche

Lücke. Trotzdem oder gerade

deshalb werden wir die Firma

REHA mobil Berlin im Sinne

unseres Chefs mit dem gleichen

persönlichen Einsatz weiterführen,

für unsere Kunden wie

gewohnt da sein und damit sein

Andenken in Ehren bewahren.

In tiefer Trauer

REHA mobil Berlin,

Karin und Tanja Medczinski sowie

das Team der Firma REHA mobil Berlin

für Mädchen und junge Frauen mit

Behinderung. Deshalb wollen wir

außerdem mit euch überlegen, was

ihr gerne in eurer Freizeit machen

möchtet. Es soll eine kleine Broschüre

mit euren Wünsche und Ideen

entstehen. Diese schicken wir dann

an verschiedene Jugendeinrichtungen

in Berlin.

Wenn ihr Interesse habt, dann

meldet euch unter:

maedchenaktiv@yahoo.de.

Zeitraum:

02.03.2006 – 26.10.2006

Eine Weiterführung ist angedacht.

Donnerstag: 15.00 – 17.00 Uhr

(außer in den Ferien) + ein Kreativwochenende

Ort: Jugendfreizeiteinrichtung

„Mahler 20“

Mahlerstr. 20, 13088 Berlin

ACHTUNG: Die Veranstaltung

wird unter Vorbehalt angekündigt,

da eine Äußerung bezüglich der

Kostenübernahme von der Aktion

Mensch noch aussteht.

a n z e i g e

QUALIFIKATION FÜR BEHINDERTE

UND REHABILITANDINNEN

Das PRIVATINSTITUT HOGAN

bietet als Berliner Bildungsträger eine

interessante Qualifizierung für Behinderte

und Rehabilitandinnen an.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen

Sozialfonds gefördert und

eröffnet Frauen mit Behinderung und

/ oder Rehabilitationsstatus eine neue

Chance für den beruflichen (Wieder-)

Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt.

Das Projekt beinhaltet eine kunstgewerbliche

Qualifizierung in den

Bereichen – Keramik – Holz – und

Textil – mit dem Ziel eines späteren

Einsatzes innerhalb der Rehabilitation

und der Seniorenbetreuung. Aufgrund

einer gestiegenen Bedeutung

der Rehabilitation einerseits und der

zunehmenden Lebenserwartung und

der damit verbundenen Alterung der

Gesellschaft andererseits resultiert

ein wachsender Bedarf an Betreuungspersonal

und dies nicht in weiter

Ferne, sondern in naher Zukunft.

Bereits schon heute sind „Beschäftigungsassistenten“

gefragt, die in

Einrichtungen für Senioren, Kinder,

Behinderte und Rehabilitanden lange

Genesungszeiten und reichhaltig vorhandene

Freizeit der Betroffenen mit

sinngebenden Tätigkeiten ausfüllen.

19

Durch die Aneignung

von kunstgewerblichenFähigkeiten

und Fertigkeiten in Bereichen

wie Seidenmalerei, Textilgestaltung,

Batik, Herstellung von Holzspielzeug,

kreatives Gestalten von Produkten

aus Ton sowie dem Erwerb entsprechender

sozialer Kompetenzen im

Umgang mit behinderten und pflegebedürftigen

Menschen kann man sich

mit dieser Qualifizierung ein neues

berufliches Tätigkeitsfeld mit hohen

Zukunftsaussichten erschließen.

Der Kurs beginnt im Januar 2006

(späterer Einstieg im Einzelfall noch

möglich) und dauert 10 – 18 Monate.

Für Teilnehmer entstehen keine

Kosten. Es stehen noch einige Plätze

im Kurs zur Verfügung. Beratungsgespräche

werden täglich in der Zeit

zwischen 15 und 17 Uhr durchgeführt.

Zur Kontaktaufnahme mit dem PRI-

VATINSTITUT HOGAN wählen

Sie bitte zwischen Anruf 30 86 73

19/10 Frau Dr. Auerbach oder E-mail:

post@institut-hogan oder kommen

Sie zu einem Beratungsgespräch in die

Georgenstr. 25, 10117 Berlin (direkt

neben dem Bahnhof Friedrichstre.)


20 VEREINE/ TERMINE

BBZ – Februar 2006

Einige Impressionen von unserer Weihnachtsfeier für alle die,

die sich nicht getraut haben, zu kommen

Der Gebärdendolmetscher hatte es schwer, bei dem „Berliner Schandmaul“

der Sängerin hinterherzukommen.

In zahlreichen Bundesländern erhielten

Heimbewohner zum letzten

Weihnachtsfest nicht mehr die bisher

übliche Weihnachtsbeihilfe in Höhe

von 30 bis 35 Euro. Mit dieser hatten

sie bislang immer rechnen können,

rechnen müssen, als einem einmaligen

Zuschuss zu ihrem monatlichen

Barbetrag von 90 Euro, dem so genannten

Taschengeld. Mit der Weihnachtsbeihilfe

wurde für sie so der

Kauf von kleinen Geschenken, von

Weihnachtskarten, das Führen von

Telefongesprächen und anderes möglich,

also all das, was für viele anlässlich

des Weihnachtsfestes immer

noch selbstverständlich ist.

Und diese Weihnachtsbeihilfe war

seit der so genannten Gesundheits-

Böse

Weihnachtsüberraschung

reform umso wichtiger geworden,

denn von dem monatlichen Barbetrag

mussten jetzt zusätzlich auch die

Zuzahlungen bei Arztbesuchen, die

Kosten für viele Medikamente und

andere Zuzahlungen geleistet werden,

was so schon oft wohl gar nicht

mehr zu leisten war.

In Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen,Mecklenburg-Vorpommern,

Sachsen, Baden-Württemberg,

Hessen, Thüringen und Bremen

erhielten Heimbewohner zum zu-

Es war eine schöne

Feier, unser Dank

gilt nicht nur den

Organisatoren und

Künstlern sondern

auch dem Team

der Kiezspinne, die

uns wundervoll betreuten

und für das

leibliche Wohl sorgten.

rückliegenden Weihnachtsfest jetzt

keine Weihnachtsbeihilfe mehr. Die

jeweils zuständigen Behörden begründeten

dies mit der bundesweiten

Pauschalierung der Sozialhilfe zum

1.1.2005; der erhöhte (pauschale)

Grundbetrag zum Lebensunterhalt

enthalte bereits Beiträge für besondere

Anlässe, die von den Betroffenen

für diese Anlässe angespart

werden sollten. Doch war eben bei

den Heimbewohnerinnen und –bewohnern

der monatliche Barbetrag

von 30 auf 26 Prozent der Hartz-IV-

Die Samuraishow mit den Berlin Samurais

Spaß gab es für Groß und Klein

Leistungen abgesenkt worden, weil

die Ansparzulagen nicht berücksichtigt

werden sollten.

In den Ländern Hamburg, Niedersachsen,

Berlin, Brandenburg,

Schleswig-Holstein, dem Saarland

und Rheinland-Pfalz war so auch

entschieden worden, die Weihnachtsbeihilfe

als freiwillige Leistung beizubehalten.

Doch in den Ländern

des Südwestens waren circa 50.000

Menschen in Heimen der Behinderten-,

Jugend-, Alten- und Wohnungslosenhilfe

von dieser erneuten

Kürzung betroffen. Die Wohlfahrtsverbände

wollten nun den Heimen

empfehlen, die Bewohner angesichts

der Versagung dieser Hilfe rechtlich

zu unterstützen.


BBZ – Februar 2006 VEREINE/ TERMINE

RuT – Rad und Tat

Offene Initiative Lesbischer

Frauen e.V.

Schillerpromenade 1

12 049 Berlin-Neukölln

E-Mail: radundtatberlin@

compuserve.de

www.LesbischeInitiativeRuT.de

Programm FEBRUAR 2006

Donnerstag, 2.2. 18.30 – 21 h

Doppelkopfspielen.

Freitag 3.2. 17 h – 21 h

Start ins Wochenende mit

Klönschnack und 19 h Video.

Sonntag 5.2. 15 – 18 h

Spielenachmittag.

Lieblingsspiele willkommen!

Donnerstag 9.2. 18.30 – 21 h

Doppelkopfspielen.

Freitag 10.2. 17 h – 21 h

Start ins Wochenende mit Klönschnack

und 19 h Video.

Frauensport und Kampfkunst e.V.

Selbstverteidigung

für Mädchen (10-14 J.)

Mo. 16.45 – 18.15 Uhr

Selbstverteidigungswochenende

für Mädchen (ab 12 J.)

28.01. / 29.01.06

Qi Gong / Tai Ji Quan

Do. 20.15 – 21.45 Uhr

Neu: Qi Gong / Tai Ji Quan

für Mädchen

Di. 16 – 17 Uhr

Karate für Anfängerinnen

mit und ohne Behinderungen:

Mi. 10 – 11.30 und 18.30 – 20 Uhr

Karate für Mädchen

– Termine erfragen.

Alle Kurse richten sich an Frauen

und Mädchen mit und ohne Behinderungen.

Workshop im Rollstuhltanz

Das Reisebüro der Fürst Donnersmarck-Stiftung

veranstaltet vom

17.03. bis 19.03.2006 einen Workshop

im Rollstuhltanz.

Nach dem Erfolg im letzten Jahr

wird er wieder vom Rollstuhltanzpaar

Christiane Fürll und Wolfgang

Sonntag 12.2. 15 – 18 h

Kaffeetrinken für ältere Frauenliebende

Frauen... „aber bitte mit

Sahne!“

Donnerstag 16.2. 18.30 – 21 h

Doppelkopfspielen.

Freitag 17.2. 17 h – 21 h

Start ins Wochenende mit

Klönschnack und 19 h Video.

Dienstag 21.2. 19 – 21 h

„Abenteuer: Älter Werden“.

Gesundheit und Alter.

Donnerstag 23.2. 18.30 – 21 h

Doppelkopfspielen.

Freitag 24.2. 17 h – 21 h

Start ins Wochenende mit

Klönschnack und 19 h Video.

Sonntag 26.2. 11 – 14 h

Lesbenfrühstück.

Selbstverteidigung nur

für Frauen mit Behinderungen

Do.: 16.15 – 17.45 Uhr

Neu: Modern Arnis (Stockkampf)

für Männer und Frauen mit und

ohne Behinderungen

Mi. 20.00-21.45 Uhr

in der Sporthalle der Hausotter-

Grundschule in Reinickendorf

Der Einstieg in die laufenden Kurse

ist jederzeit möglich. Abrechnung

über die Krankenkasse ist möglich.

Veranstaltungsort für alle Kurse:

Reinickendorf, Amendestr. 79,

13409 Berlin statt.

Infos unter: Tel.: 495 08 82.

Frauensport und Kampfkunst e.V.,

Amendestr. 79, 13409 Berlin

Tel. : 030 – 49 86 27 13

Schneider geleitet. Er findet im

HausRheinsberg Hotel am See der

Fürst Donnersmarck-Stiftung statt.

Für weitere Informationen oder

zur Anmeldung:

Reisebüro der Fürst Donnersmarck-Stiftung,

Blissestr. 12,

10713 Berlin, Tel.: 030/ 821 11 29,

www.fdst.de.

21

selbstbestimmt! – Leben mit Behinderung 12/2005

Februar 2006

25.2.2006 11.15 Uhr MDR

27.2.2006 08.30 Uhr MDR

04.3.2006 10.45 Uhr RBB

09.2.2006 14.15 Uhr 3sat

10.2.2006 03.30 Uhr 3sat

Alexandra aus Neutrebbin (Brandenburg)

ist seit der Geburt schwer

behindert und hat eine nichtbehinderte

Zwillingsschwester. Lange

mussten die Eltern darum kämpfen,

dass Alexandra in der selben Schule

lernen kann wie ihre Schwester und

nicht mehr in der Köperbehindertenschule.

Ein „selbstbestimmt!“-Team erfuhr,

wie schwer es ist, das Recht auf

Integration durchzusetzen. In Templin

dagegen geht man ganz neue

Wege und hat 2003 mit einem einzigartigen

Modellprojekt begonnen.

Nach der Wende als Förderschule

für geistig behinderte Kinder gegründet,

setzen die Pädagogen der

Waldhofschule nun auf Integration

im Grundschulbereich. Jeweils 8 Regelschüler

und 8 Förderkinder lernen

gemeinsam in kleinen Klassen, be-

In Netzwerkbüro behinderter Frauen eingebrochen.

Vier Computer, zwei Flachbildschirme

und ein Color-Laserdrucker

im Wert von insgesamt rund 10.000

Euro sind unter anderem gestohlen

worden, als heute morgen in die

Räume des Netzwerks behinderter

Frauen Berlin e.V. in Neukölln eingebrochen

wurde. „Außerdem sind

Schränke aufgebrochen worden, und

das ganze Büro wurde total verwüstet“,

beschreibt Mitarbeiterin Dörte

Gregorschewski den Schaden.

Nicht nur die Verluste an sich, sondern

auch die dadurch sichtbar werdende

Rücksichtslosigkeit sind für

die Netzwerkfrauen erschreckend.

Sie habe immer gehofft, dass eindeutig

soziale Projekte vor solchen

kriminellen Taten verschont blieben,

sagt Vorstandsfrau Daniela Reinhold:

„Für mich ist dieser Einbruch

auch ein Symptom für die zunehmende

soziale Kälte“. Immerhin sei

das Netzwerk das einzige Projekt in

der Stadt, das sich behinderungsübergreifend

für die Zielgruppe behinderter

Frauen engagiert.

Im Netzwerk geht erst einmal

nichts mehr. Beratungen mussten

gleitet von einer Grundschullehrerin,

einer Sonderpädagogin und einer Erzieherin.

Kann diese Brandenburger

Schule ein Beispiel für andere sein?

«selbstbestimmt!» ging dieser

Frage nach. Rollstuhlfechten ist in

jedem Nichtbehindertenverein möglich.

Ein Team von «selbstbestimmt!»

war beim Training in der Erfurter

Domsporthalle dabei, stellt diese

Sportart vor und sah dem jüngsten

Fechter im Rollstuhl zu, der gerade

mal 10 Jahre alt ist.

Eine außergewöhnliche Familie

besuchte «selbstbestimmt!» in

Thüringen. Drei nichtbehinderte

und zwei behinderte Kinder gehören

dazu. Die 2-jährige Marlene mit

Down-Syndrom lebt erst seit 1 Jahr

als Pflegekind bei der Familie. J. und

M. Münz haben sich zur Adoption

entschlossen und erhalten Unterstützung

im Rahmen der Frühförderung

durch das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda

e.V. Elke Bitterhof führt

durch die Sendung mit Tipps für ein

selbstbestimmtes Leben auch mit

Handicap.

Christa Streiber, Redaktion Kinder/Soziales

Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V.

abgesagt werden, geplante Veranstaltungen

können vorläufig nicht

stattfinden. Statt ihrer gewohnten

Arbeit mit behinderten Frauen nachzugehen,

müssen die beiden Netzwerkmitarbeiterinnen

sich um neue

Türen und Schlösser, neue Schränke

und technische Geräte kümmern.

Das Netzwerk behinderter Frauen

Berlin bittet um Sach- und Geldspenden,

um möglichst schnell wieder

die gewohnte Arbeit aufnehmen

zu können.

Bankverbindung:

Kontonr. 129 386 101

Postbank Berlin

BLZ 100 100 10

Netzwerk behinderter

Frauen Berlin e. V.

Leinestr. 51, 12049 Berlin

Tel. (030) 617 09 167/ 8,

Fax (030) 617 09 167

E-Mail: netzfrau-berlin@freenet.de

www.netzwerk-behinderterfrauen-berlin.de


22 VEREINE/ TERMINE

BBZ – Februar 2006

Theater RambaZamba Spielplan Januar – Februar

KONTAKTANZEIGEN

Ich, Clemens,

42, 1,73 m, suche nette junge Frau

zwecks Freizeitgestaltung (Schwimmen,

Kino, ins Cafe gehen, Fahrrad

fahren). Chiffre: 02/2006/01, Berliner

Behindertenzeitung, c/o BBV

e.V., Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin

Silke,

39 Jahre, 1,53 m, verwitwet, Rollstuhlfahrerin,

Bürogehilfin im öffentlichen

Dienst, ist liebevoll, treu,

verschmust, ehrlich und aufrichtig,

möchte nicht mehr allein bleiben

und sucht Partner bis 50 Jahre in

Berlin. Zuschriften bitte unter Chiffre

02/2006/02, Berliner Behindertenzeitung,

c/o BBV e.V., Jägerstr. 63

D, 10117 Berlin

Hallo junge Frau,

hier sucht der 52jährige Harald

Dich für eine feste Beziehung.

Ich sitze im Rollstuhl, bin Raucher,

unternehmungslustig, gesellig und

Januar

Freitag 06 /19.00 MEDEA – der tödliche Wettbewerb Ensemble

Samstag 07 /19.00 MEDEA – der tödliche Wettbewerb Gisela Höhne

Freitag 13 /19.00 Mongopolis – Fisch oder Ente Ensemble

Samstag 14 /19.00 MEDEA – der tödliche Wettbewerb Gisela Höhne

Samstag 21 /15.00 Circus SONNENSTICH Regie:

Sonntag 22 /15.00 Circus SONNENSTICH Pigl/Lorenz

Freitag 27 /19.00 SALTO! Ein Schiff wird kommen... Theatergruppe

Samstag 28 /19.00 SALTO! Ein Schiff wird kommen... KALIBANI

Februar

Freitag 03/19.00 Orpheus ohne Echo Ensemble

Samstag 04/19.00 Orpheus ohne Echo Gisela Höhne

Freitag 10/19.00 Woyzeck(en) Theatergruppe

Samstag 11/19.00 Woyzeck(en) KALIBANI

Freitag 17/19.00 Macunaima Theatergruppe

Samstag 18/19.00 Macunaima KALIBANI

Freitag 24/19.00 Weiberrevue Ensemble

Samstag 25/19.00 Weiberrevue Gisela Höhne

Eingang, Karten & Information:

Ort: Theater RambaZamba, (Haus J) der KulturBrauerei im Prenzlauer

Berg. Eingang: Knaackstr. 97 (rollstuhlgeeignet)

Ensemble Gisela Höhne & Theatergruppe KALIBANI:

Karten: 11,00 Euro, Ermäßigt: 8,00 Euro

Circus SONNENSTICH:

Karten: 8,00 Euro, Ermäßigt: 7,00 Euro, Kinder: 5,00 Euro

(Ermäßigung für Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger, Schüler und Studierende)

Folgende Dienste stehen Ihnen zur Kartenvorbestellung

und für weitere Auskünfte zur Verfügung:

Tel.: 44 04 90 44 / 45, Fax: 442 71 60

E-Mail: info@sonnenuhr-berlin.de

Mehr Informationen finden Sie auch unter www.sonnenuhr-berlin.org.

romantisch. Ich habe blonde Haare

und blaue Augen. Wenn Du Dich angesprochen

fühlst, melde Dich doch

einfach unter: 345 40 546.

Hallo.

Ich (w, 21, seit 3 Jahren MS) suche

Kontakt zu gleichaltrig männlich

Interessierten (MS?) aus Berlin. Ich

bin neugierig und begeisterungsfähig.

Trotz der Krankheit mag ich

das Leben und habe meinen eigenen

Weg gefunden, fröhlich und zuversichtlich

zu bleiben. Bei 1,67 m wiege

ich 52 kg, obwohl ich Pizza und

Joghurteis liebe. Noch „Fragen“?

Dann meld dich! Zuschriften bitte

unter Chiffre 02/2006/03, Berliner

Behindertenzeitung, c/o BBV e.V.,

Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin

Hallo Männer!

Das Jahr geht zu Ende und ich

sitze immer noch allein da. Gibt es

auch eien Mann, der mich aus mei-

Saisonauftakt im Reisebüro

der Fürst Donnersmarck-Stiftung

Am Freitag, 31.03.2006 von 15.00

bis 17.00 Uhr sind alle herzlich in

das Reisebüro der Fürst Donnersmarck-Stiftung,

Blissestr. 12, 10713

Berlin eingeladen.

Bei einem gemütlichen Beisammensein

können Sie sich über das

Programm 2006 informieren. Verschiedene

Tagesfahrten werden angeboten,

so beispielsweise in die

Lutherstadt Wittenberg oder zur

Landesgartenschau nach Rathenow.

Kontakt- und Partnervermittlung

für Menschen mit Behinderungen,

hat seit kurzem die Arbeit aufgenommen.

Unser Büro zieht ab Januar

06 in den

Stadtteilladen Tegel-Süd,

Bernauer Str. 130a,

13507 Berlin, (Bus 133, X33),

Tel.: 030-9395 2444 oder

Fax: 030-9395 2440.

Die SCHATZKISTE BERLIN

Dort nehmen wir Sie gerne in die

Kartei auf. Das Büro ist behindertenfreundlich.

Registrierung an weiteren

Stellen in der Stadt ist möglich.

ner Einsamkeit rausholen kann?

Sylvia, 42 J, 54 kg, 1,55 m, tierlieb,

Brillenträgerin, braune Haare. Zuschriften

bitte möglichst mit Bild.

02/2006/04, Berliner Behindertenzeitung,

c/o BBV e.V., Jägerstr. 63 D,

10117 Berlin

Sandro,

23 Jahre, 164 groß, 69 kg aus Berlin

Hohenschönhausen. Ich suche schon

so lange eine nette und liebevolle

Freundin. In meiner Freizeit fahre

ich Rad und gehe gern ins Kino.

Zurzeit arbeite ich in einer Werkstatt

Bei den Reisen stellt eine Reise nach

Lettland den Höhepunkt dieser Saison

dar.

Aber es steht noch viel mehr auf

dem Programm, das wir Ihnen bei

unserem Saisonauftakt gern vorstellen

wollen. Wir freuen uns auf Ihr

Kommen!

Das Team des Reisebüros der Fürst

Donnersmarck-Stiftung

Tel.. 030/ 8211129

Alle weiteren Nachfragen und

Termine bei der Projektkoordinatorin:

Heike Oldenburg, Tel.

030/ 554 98 958 (AB), E-Mail:

h2oldenburg@gmx.de. In Kooperation

mit Albatros e.V.

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen

möchten, nutzen Sie bitte folgendes

Konto:

Kontoinhaber: Albatros e.V.

Bank: Dresdner Bank

BLZ: 10080000

Konto: 0879908800

Verwendungszweck: Schatzkiste

(nicht vergessen!) Danke!

für behinderte Menschen. Vielleicht

traust Du Dich und meldest Dich auf

meine Anzeige. 02/2006/05, Berliner

Behindertenzeitung, c/o BBV

e.V., Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin

Herz ist Trumpf!

Netter Mann im E-Rollstuhl,37/10/

NR/treu, fastbewegungsunfähig und

beatmet wegen Muskelschwund

möchte eine liebevolle, schlanke

Frau mit Herz kennlernen, zw. 25-35

J. für Beziehung oder Freundschaft.

Andreas aus Tegel-Süd, Tel.: 030/

432 41 76.

Deine Kleinanzeige

könnte in der nächsten Ausgabe stehen!

Habt Ihr was zuviel, sucht Ihr wen oder was oder braucht Ihr Hilfe?

Schickt Eure Texte einfach an den BBV, Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin.

Bitte vergesst Eure Telefonnr. oder E-Mail nicht,

damit wir evtl. mit Euch Kontakt aufnehmen können.


BBZ – Februar 2006

I M P R E S S U M

Berliner Behinderten-Zeitung – BBZ

Herausgeber:

Berliner Behindertenverband e.V.

10117 Berlin;

Jägerstraße 63 D

Anschrift der Redaktion:

c/o BBV e.V., Jägerstr. 63 D,

10117 Berlin-Mitte,

Tel.: 030/ 2 04 38 47

Fax: 030/ 20 45 00 67

Verantw. Redakteurin (V.i.S.d.P.):

Franziska Littwin, flippflepp@yahoo.de

Stellvertretende Redakteurin:

Angelika Möller, Tel.: 030/ 993 35 85

bbvangelika@aol.com

E-Mailbearbeitung: Wolfgang Hänsch

Abonnentenanfragen an Frau Schmidt

Tel./Fax: 030/ 663 27 69,

sybilleschmidt3@alice-dsl.de

Anzeigenaufträge:

Bitte z.Zt. direkt an Frau Möller

Satz und Layout: Marina Shaparenko,

info@gra-fisch-studio.de

Druck:

G+J Berliner Zeitungsdruck GmbH:

www.berliner-zeitungsdruck.de

Die Berliner Behindertenzeitung erscheint

monatlich, mindestens 10 x im

Jahr. Der Jahresabopreis beträgt 15,-

EUR. Für Mitglieder des BBV ist der

Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte,

Zeichnungen und Fotos wird

keine Haftung übernommen.

Die Redaktion behält sich das

Recht vor, Artikel zu kürzen.

Namentlich gekennzeichnete Artikel

geben nicht unbedingt die Meinung der

Redaktion wieder.

Abdruck von Beiträgen (mit Quellenangabe)

ist erwünscht. Belegexemplare

bitte an die Redaktion schicken.

Auflage dieser Ausgabe: 10.000

Adressen und Sprechzeiten

Berliner Behindertenzeitung c/o BBV

Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin

Tel.: 2 04 38 47, Fax: 20 45 00 67

Homepage im Internet:

www.berliner-behindertenzeitung.de

E-Mail: berliner-behindertenzeitung

@berlin.de

Berliner Behindertenverband e.V.

Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin

Tel.: 2 04 38 47, Fax: 20 45 00 67

Sprechzeiten: mittwochs 12–17 Uhr

E-Mail: berliner-behindertenzeitung

@berlin.de

KIB Sozialberatung

Bizetstraße 51-55, 13088 Berlin

Mo. 10 – 18 Uhr, Di. – Do. 9 – 15 Uhr

Freitag nach Vereinbarung

Tel.: 92 4 0 05 14, Fax: 92 4 0 05 24

E-Mail: kib@beschaeftigungswerk.de

Geschäftsstelle des Beschäftigungswerkes

des BBV e.V.

Bizetstraße 51-55, 13088 Berlin

Tel.: 9 24 00 50, Fax: 92 40 05 24

LESERBRIEFE

Mobil Cab

Mit Interesse habe ich die Leserbriefe

zum Mobil Cab in der November-

Zeitung gelesen. So ist es

mir gegangen: Mein Mann, 100%

beschädigt, Pflegestufe 3. Er ist auf

Treppenhilfe angewiesen, da er nicht

mehr laufen kann und in dem Haus,

in dem wir wohnen kein Fahrstuhl

ist.

Wir feierten seinen 94. Geburtstag

mit 32 Personen in einem Lokal.

Beizeiten bestellte ich für diesen Tag

eine Hin- und Rückfahrt zu dem Ort,

wo wir feiern wollten. Die Hinfahrt

klappte.

Als aber eine halbe Stunde nach

der Abholzeit verstrichen war fragten

wir nach. Die Antwort lautete:

„Eine Rückfahrt ist nicht garantiert!“

„Freundlicherweise“ wurden

wir dann doch noch nach weiteren

30Minuten Wartezeit nach Hause

gefahren. Was das für einen Schwerbehinderten

bedeutet, 1 Stunde zu

warten, das kann wohl nur ein Betroffener

beurteilen. Am 13.11. d.J.

gab ich über Fax die Bitte durch,

meinen Mann am 10.12. d.J. zu einer

Adventsfeier vom Sozialbund zu

fahren, (bei dem er seit Kriegsende

Mitglied ist) und natürlich auch zurück.

Berliner Behindertenverband e.V. Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin

Sie erreichen den BBV unter der Telefon-Nr.: 2 04 38 47, Fax: 20 45 00 67. Das Büro ist

mittwochs von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Andere Besuchszeiten nach telf. Vereinbarung.

Vorstandssprechstunde jeden 2. u. 4. Mittwoch,

16–18 Uhr in der Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin

Konto-Nummer des BBV: 7083705005, BLZ: 10090000 Berliner Volksbank eG

Ich möchte die Berliner Behindertenzeitung abonnieren (Bitte ankreuzen!)

Abonnement für 15 EURO im Jahr

Förderabonnement für 25 EUR/Jahr oder 50 EUR/Jahr oder . . . . . . . EUR/Jahr

Solidar-Abo für ALG II-Empfänger-, Kleinrentner-, StudentInnen 7,50 EUR/Jahr

Die Berliner Behindertenzeitung erscheint 10x im Jahr.

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Senden Sie bitte dieses Formular an die Redaktion der BBZ, c/o BBV, Jägerstr. 63 D, 10117 Berlin

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Sie können auch ein Abonnement der Berliner Behindertenzeitung für ein Jahr verschenken.

Geschenk-Abo für

IN EIGENER SACHE

... und die Antwort? Sie ähnelt dem

Beitrag von F.K. „Leider können wir

Ihren gewünschten Fahrwunsch

nicht entgegennehmen, da wir nicht

wissen, ob unser Vertrag mit dem

Senat verlängert wird. Wir haben bis

zum 30.11. den Vertrag. Bitte versuchen

Sie ca. 30 Minuten vor Ihrem

Termin einen Wagen spontan zu bestellen.

Ein Ding der Unmöglichkeit!

Dreißig Minuten Zeit benötige ich,

meinen Mann transportbereit zu machen.

Dann rufe ich an, ob es klappt

– und bekomme vielleicht eine Absage

– und wenn es eine Zusage ist,

dann ist „die Rückfahrt nicht garantiert“!

Dass der Telebus im Schwarzbuch

des Bundes der Steuerzahler

steht, ist bedauerlich. Aber es hatte

immer alles geklappt.

Jetzt ist die Situation eingetreten,

dass Menschen, die auf derartige

Hilfe angewiesen sind, nie mehr die

Wohnung verlassen können!

Man kann nur wünschen, die für

derartige Anordnungen zuständig

sind, nicht einmal selbst Betroffene

sind!

Mit freundlichem Gruß

Margot Boehnke

Aufruf

zum Mitwirken

an der Berliner

Behindertenzeitung

Wir sind nur ein sehr

kleines Team bei der BBZ.

Daher brauchen wir immer

Unterstützung. Wir können

einfach nicht immer und

überall sein, um über alle

behindertenspezifischen

Dinge zu informieren.

Wer hat Interesse, sich

selbst mal mit einem Artikel

zu versuchen, wer ist in

Vereinen, bei Veranstaltungen

und anderen Events, zu

denen wir einfach aus Zeitgründen

nicht hinkommen?

Berichtet darüber, lasst uns

an den Freuden teilhaben

und die Probleme aufdecken.

Meldet euch bei uns, unsere

Daten findet ihr im Impressum

der Zeitung.

23

Werden Sie Mitglied im BBV!

Name/Vorname des Abonnenten Straße/Hausnummer PLZ/Wohnort

Name/Vorname Straße/Hausnummer PLZ/Ort


24 ORTE

BBZ – Februar 2006

Unterwegs mit Mobidat:

Auch und gerade in der trüben

Jahreszeit ist der Britzer Garten

an der Mohriner Allee einen Besuch

wert. Die großzügige Parklandschaft,

die 1985 anlässlich der

Bundesgartenschau entstanden ist,

hat noch mehr zu bieten als Pflanzenvielfalt,

Blütenpracht und die

Museumsbahn. „Im Winter ist der

Britzer Garten ganz wunderbar“,

schwärmt Pressesprecherin Marina

Goertz. „Wenn das Eis eine gewisse

Dicke hat, können die Besucher

auf dem See Schlittschuhlaufen und

sogar Langlauf ist möglich. Sobald

der Schnee höher als 30 Zentimeter

liegt, werden Loipen gezogen“. Vorbildlich

und für Behinderte sehr erfreulich

ist das seit 1985 bestehende

integrative Leitsystem. Insbesondere

Seheingeschränkten bietet es Orientierung

und hilft, den Park in seiner

ganzen Vielfältigkeit zu erfassen.

Auf Tafeln, die durch Bodenschwellen

an Wegkreuzungen kenntlich

gemacht werden, stehen Hinweise

in Brailleschrift und in tastbarer

Normalschrift. Erhabene Symbole

liefern ebenfalls Erklärungen oder

dienen als Wegweiser.

Im Winter – wenn die Natur

schläft und der Besucherstrom nicht

gar so mächtig fließt – kommen

die kleinen Dinge zur Geltung, die

die 90 Hektar große Anlage in sich

birgt. Dinge, denen man sonst wenig

Beachtung schenkt. Wie zum Beispiel

der Äolusharfe. Eine Windharfe,

die auf den ersten Blick wirkt wie

eine ungewöhnlich gestaltete Bank.

Sphärische, bisweilen geisterhaft

anmutende Klänge entlockt Äolus,

der griechische Gott der Winde, den

langen Saiten, die zwischen rostigen

Platten gespannt sind.

Nimmt man Platz auf dieser eigentümlichen

Sitzgelegenheit, wird

der Blick auf eine freistehende Ulme

gelenkt. Übrig geblieben aus längst

vergangenen Zeiten. Vor hundert

Jahren befand sich auf dem Areal

einmal eine Baumschule. Zwischen

Obstwiese und Hauptsee treibt der

Wind auch sein Spiel mit einem

meterhohen weißen Mobile. Eigentlich

unscheinbar, aber plötzlich ins

Blickfeld des Betrachters rückt der

Katastrophenbrunnen am Pumpenhaus,

den ein Künstler aus den Rohren

einer früheren, nahe gelegenen

Schokoladenfabrik schuf. Moderne

Kunst, dezent platziert, verleiht dem

Garten sein besonderes Flair. Sie

fügt sich an vielen Stellen harmonisch

in die künstlich geschaffene

Hügellandschaft, deren drei höchste

Erhebungen bis zu 18 Meter messen.

Die Aussichtspunkte gestatten einen

weiten Blick über die Anlage, die zu

einem Zehntel aus Wasser besteht:

dem Hauptsee mit Modellboothafen,

Ostsee, Südsee und dem Irissee.

barrierefrei planen

Dipl.-Ing. Heino Marx (ehemals Movado)

barrierefreie Gestaltung, Beratung und

Planung

Langhansstr. 63, 13086 Berlin

Tel.: 0 30/4 71 51 45 oder 0 30/4 71 30 22

Fax: 0 30/4 73 11 11

Postvertriebsstück

A 11 803

Foto: R. Dehlke

Berlins

attraktivste Erholungsanlage

Im Oktober und November entschlammt

und von Fadenalgen und

Sedimenten gereinigt wurde gerade

der Ostsee. Er liegt am beeindruckenden

Kalenderplatz mit Europas

größter Sonnenuhr. Hier lässt sich auf

fünf Minuten genau die Zeit bestimmen

und auch das Datum ermitteln.

Letzteres nicht ganz so exakt. Dahinter

erhebt sich streng geometrisch die

Orangerie. Sie steht optisch in starkem

Gegensatz zu einem weiteren

Gastronomie-Betrieb, dem Cafe am

See. Das Cafe am See ist eigentlich

ein Restaurant und wirkt von außen

wie eine umgestülpte Tropfsteinhöhle.

Ein echtes architektonisches Highlight,

stark an den großen Spanier Antonio

Gaudi erinnernd. Kühn ist auch

die Brückenkonstruktion am anderen

Ende des Hauptsees. Sie bildet den

Knotenpunkt des weit verzweigten

Netzes von Wegen und Sichtachsen.

Spitzen Kirchtürmen gleich ragen

metallbeschichtete Holzpfähle in den

Himmel. Weithin sichtbar.

Attraktionen wie der Rosengarten,

der Rhododendronhain oder die

Wechselblumenbeete an den Eingängen

besitzen außerhalb der Saison

natürlich nicht die Anziehungskraft

wie in der Zeit zwischen März und

Oktober. Ganzjähriger Anziehungspunkt

ist aber beispielweise das

Freilandlabor, welches ein spezielles

Winterprogramm parat hält. Für

Kinder gibt es unter anderem die

Winterspaziergänge “Naturforscher

unterwegs“. Interessierten Hobby-

Botanikern wird am 22. Januar im

Karl-Foerster-Pavillon die „Überlebensstrategie

der Blattknospen“

erläutert. Außerdem im Angebot:

Führungen zum winterlichen Vogelleben.

Rot- und Wacholderdrosseln,

Bergfinken, Birken- und Erlenzeisige

sowie einige Sperber gehören derzeit

zu den Gästen des Britzer Gartens.

Bei Frostwetter drängen sich mehrere

Hundert Wasservögel auf den

eisfreien Gewässerbereichen.

Britzer Garten

Sangerhauser Weg 1, 12349 Berlin

Tel.: 030/ 700906 - 0

FAX: 030/ 700906 - 70

info@britzer-garten.de

www.britzer-garten.de

Öffnungszeiten: täglich von 9 Uhr

bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Das Mitbringen von Hunden und

Fahrrädern ist nicht erlaubt.

Eintritt: Siehe Aushang

Eingänge: Mohriner Allee – U6,

Alt-Mariendorf, Bus 181

Buckower Damm – S/U-Bhf.

Hermannstr., Bus 144

Tauernallee/Sangerhauser Weg

– U6, Alt-Mariendorf, Bus 179

Blütenachse (April – Oktober)

– S/U-Bhf. Hermannstr., Bus 144

Parken: Behindertenparkplätze

vorhanden

Zugang rollstuhlgerecht. Behinderten-WCs

vorhanden

Besonderheiten: Integratives

Leitsystem! Pilotprojekt seit 1985.

Kostenloser Rollstuhlverleih am

Eingang Mohriner Allee

Mobidat – Informationsdienst

bei Albatros e. V.

zur Barrierefreiheit öffentlich

zugänglicher Gebäude in Berlin

Mo – Fr 9 bis 16 Uhr

Tel: 030 – 74 77 71 13/14/15

FAX: 030 – 74 77 71 20

www.mobidat.net

E-Mail: a.pilawski@mobidat.net

Die Mitarbeiter des Freilandlabors

engagieren sich aber nicht nur im,

sondern auch außerhalb des Britzer

Gartens. Vom 13. bis 22.01 sind sie

mit einem Stand auf der Internationalen

Grünen Woche vertreten und am

28.01 kann man den Info-Stand des

Freilandlabors im Kulturforum bei der

Langen Nacht der Museen besuchen.

A. Gey-Hummels

Berliner Behindertenverband e.V., Jägerstraße 63 D, 10117 Berlin

Berliner Behindertenverband e.V.:

– Ihre Interessenvertretung in Berlin! –

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