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Vorwort Hi, ich bin Hannes. Bin derzeit 19 und in Österreich zu Hause! Im Internet kennen mich einige wenige Leute unter dem Nick-Name Fiver. Dies ist meine erste Geschichte, die ich mir, inspiriert von einigen Filmen und Spielen, selbst erdacht habe. Manch Erzähltes mag mit mir in Verbindung gebracht werden können und manches nicht. Ich hoffe, dass meine erste Geschichte vielleicht den Geschmack von einigen von euch trifft! ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Vorstellung Hi! Mein Name ist Fiver! Falls es euch interessiert… Ich bin ein Fuchs-Anthro und für jene unter euch, die nicht wissen was genau das bedeutet, möchte ich es gern erläutern: Anthropomorph bedeutet "menschenförmig", wir Anthros sind also, grob gesagt, eine Mischung aus Mensch und Tier. Meist das Aussehen von Tieren (Fell, Kopfbereich, u.a.) und die Körperhaltung und Intelligenz von Menschen. Ich bin, wie auch der Rest meiner Spezies, genau mit diesen Eigenschaften gesegnet. Als Ende der Wirbelsäule hat mein Körper einen buschigen Schwanz. Die normalen Farben der Fuchs-Anthros bewegen sich meist im rötlichen Bereich, jedoch gibt es auch sehr viele mit weißem, grauem und schwarzem Fell. Meine Fellfarbe befindet sich im orange-rötlichem Bereich, jedoch wenn Sonnenlicht darauf scheint, schimmert es violett, was sehr selten ist und weswegen ich auch ständig schief angeglotzt werde. Manche die es sehen sprechen mich interessiert an, während mir andere am liebsten meilenweit aus dem Weg gehen würden. Ich meinerseits mag das außergewöhnliche. Mein Alter erstreckt sich auf die 19. Ich habe zwei Geschwister, einen Bruder namens Lonley (keine Ahnung warum, er hat viele Freunde und Freundinnen :) und eine Schwester namens Lindsey (ich nenne sie auch gern „Sturschädel“). Beide sehe ich, genau wie meine Mutter (ihr Name ist „Eona“), nur mehr selten, da alle ausgezogen sind. Meinen Vater lernte ich leider niemals richtig kennen, da er, als ich noch klein war, bei einem Unfall sein Leben verlor. Ich kenne ihn nur von Bildern. Ich lebe in einer Welt, in der an den meisten Orten Frieden herrscht und alle Lebewesen, also Anthros und sämtliche Arten von Tieren, in Harmonie miteinander leben. Während die Tierwelt sehr vielfältig ist, gibt es von den Anthros in meiner Welt nur eine Art, die Füchse, da sich nur sie in diese Form entwickelt haben. Der Mensch selber ist angeblich seit vielen Jahrhunderten ausgestorben, da er sich der (teilweise durch ihn selbst verunstalteten) Umwelt nicht mehr anpassen konnte. An seine Stelle sind nun wir Füchse getreten. Bis auf Bücher, Filme und Bauten, die wir jetzt selbst besiedeln, zeugt eigentlich nichts mehr vom Leben der Menschen. Einige der technischen Errungenschaften haben wir weitergeführt und nachdem wir sie vollständig begriffen, weiterentwickelt, während wir andere aus verschiedenen Gründen verwarfen.


---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Das Licht der Wölfin! Mein Leben ist sehr gewöhnlich, ja beinahe schon langweilig verlaufen und nimmt auch langsam bereits wieder diese Formen an… Leider! Jedoch gab es einen besonderen Vorfall, der mein Leben vollkommen auf den Kopf stellte. Ich weiß bis heute nicht genau, wie und warum es gerade mir passiert ist, und auch wenn es vielleicht ganz interessant wäre, so kümmert mich diese Frage nach so langer Zeit gar nicht mehr. Alles begann an einem ganz normalen Tag – ihr wisst schon aufstehen, kultivieren (so gut es eben bei einem Fell möglich ist) und wie immer der verschlafene Gang zur Arbeit... IT-Techniker eines Krankenhauses. Das Wetter war an diesem Tag – wie ich bereits schon bemerkte, als ich aus dem Fenster sah – etwas nebelig und, als ich die Türe meines Hauses öffnete, wehte mir eine Prise kühlen Windes um die Lauscher. Wie immer um die Sicherheit meines Eigentums besorgt, verschloss ich die Haustür. Ich ging die Stufen der Türschwelle herunter und atmete den Wind ein, der nun durch das Fell meines ganzen Körpers streifte. Ca. 15 Minuten Fußmarsch hatte ich nun vor mir, und wie an jedem Tag vergingen diese witzigerweise wie im Flug. Der Weg zur Arbeit führte mich jeden Tag durch den Garten eines Schreins, ein wunderschön gebautes Gebäude, eine etwas kleinere, bescheidene Kirche. Wie ich mir mal sagen ließ, wurde er vor hunderten von Jahren gebaut, um die alten Götter zu ehren, jedoch zu meiner Zeit hatte diese Religion bereits an Bedeutung verloren. Somit stand das Gebäude ununterbrochen leer und hatte schon viel unter dem Zahn der Zeit zu leiden. Normalerweise ging ich immer ohne jegliches Interesse am Schrein vorbei, außer wenn ich mich vielleicht mal der wunderschönen, altmodischen Bauart zuwenden mochte. Doch an diesem Tag - die ganze Zeit schon seit dem Aufstehen - spürte ich, dass irgendetwas anders war als sonst… ein sonderbares Gefühl, das sich nicht wirklich beschreiben ließ. Aber ich hatte keine Zeit um darüber nachzudenken, und so machte ich mich auf den Weg in die Arbeit, denn ich war schon spät. Zwar war es im Krankenhaus an diesem Tag eher ruhiger, trotzdem war ich wie immer froh, dass ich endlich wieder aus dem Gebäude hinaus durfte. Wie schon der Hin- so führte mich auch der Rückweg über den Vorgarten des Schreins. Es war bereits finster. Zwar hatte sich der Nebel, welcher frühmorgens noch das Land bedeckte, während des Tages verzogen, doch nun zog er wieder auf, beinahe von einer Sekunde auf die andere, und erzeugte eine schaurige Stimmung. Der Eingang des Schreins wurde (was mich erstaunte!) beleuchtet. Das war sonst nie der Fall. Vielleicht hatte man damit beabsichtigen wollen, dass wieder mehr Blicke auf ihn fallen? Es war vollkommen Windstill, und meine Ohren nahmen keinen einzigen Ton und kein einziges Geräusch war. Plötzlich begann ich eine Stimme zu hören. Zwar erklang sie nur flüsternd, aber sie war doch so laut zu hören, als würde jemand sprechen, der genau neben mir steht. Es war eine Stimme, die wie mir schien, ziemlich verzweifelt klang und nach Hilfe rief. „Fiver… ?“ Erschrocken darüber, dass mein Name fiel, blickte ich fragend um mich, um nachzusehen ob diese Stimme auch andere wahrnahmen. Aber ich war allein. „Fiver! Bitte! Folge deinen Augen!“ Meine Füße waren vor Angst erstarrt und ich stand sicher 10 Minuten regungslos da, bevor ich meiner Neugier nachgab, und meinen Weg zur besagten Stimmenquelle richtete. Was meinte sie…? Schritt für Schritt, einen Fuß nach den anderen setzend, kam ich dem Schrein und der Stimmenquelle näher. Als sie schon zum Greifen nahe erschien, sah ich plötzlich etwas und stoppte wieder. Dort befand sich eine kleine Lichtquelle, geformt wie eine Kugel, die über der Türschwelle des Schreins regungslos verharrte. Es war keine Beleuchtung, wie ich zuerst angenahm.


Meine Neugier wurde immer größer und ich brachte schließlich meine Füße dazu, wieder vorwärts zu gehen. Ich kam der Kugel zwar zuerst näher, doch dann begann sie sich wieder von mir weg zu bewegen, und verschwand im Schrein. Wieder folgte ich der Erscheinung, bis ich meinen ersten Schritt in das Gebäude setzte. Es war verdammt dunkel – ich sah von der Umgebung gerade das, was mir die Lichtquelle offenbarte. Ich war zuvor noch nie in diesem Gebäude gewesen, und, als hätte das Licht meinen Wunsch gehört, schwebte es auf einmal nach oben und breitete sich über die gesamten Mauern des Schreins aus, so dass ich den Eindruck hatte, es wäre Tag. Die Luft funkelte, als würden tausende Sandkörner durch den Raum schweben und das Licht reflektieren. „Wow, einfach riesig“, ertönte meine Stimme ungewollt, über das ganze Erscheinungsbild staunend. Ich begann einzusehen, dass es ein Fehler gewesen war, nie ein Fuß hier herein gesetzt zu haben. Der Raum war wundervoll ausgebaut und die Wände mit Mustern verziert, welche Höhlenmalereien glichen. Auf der Seite gegenüber dem Eingang stand eine eindrucksvolle Statue, einer Art Greifvogel nachempfunden. Sie stellte „Cilith, aron sin ke" (Cilith, jene die Luft beherrscht) dar, welche vor langer Zeit angeblich unseren Planeten von einem Feuerball retten konnte, der vom Himmel aus drohte unser Leben auszulöschen. Doch genaueres wusste ich nicht darüber, und so hörte ich auf darüber nachzudenken, und ignorierte die Statue. Die Wände wurden wieder dunkler; das zuvor auf die Wände gefallene Licht bündelte sich wieder in Mitten des Raumes und verharrte wieder als Kugel geformt vor mir. Es lies mich näher kommen. Dieses strahlend weiße Licht glitzerte beinahe so schön wie die Sterne in einer klaren Nacht. Anscheinend ohne die Fähigkeit meine Hände noch zu kontrollieren, bewegte sich eine davon langsam in Richtung der Erscheinung. Meine Hand durchdrang die Außenhaut der Kugel, und plötzlich, im Bruchteil einer Sekunde, verschwand es mit einem explosionsgleich aufleuchtenden, grellen Blitz, welcher meine Augen bis aufs äußerste blendete. Als sich mein Sehsinn langsam wieder von diesen Schock zu erholen begann, hörte ich auf einmal wieder diese Stimme! Nun war es mehr deutlich als zuvor. Ich war mir sicher, eine weibliche Stimme zu hören. Wer war sie? Es enthüllte sich ein Bild vor mir…. völlig vernebelt, jedoch erkannte ich eine Person, die langsam Formen annahm und sich mir näherte…. „Fiver?“ Vor mir erschien ein wunderschönes Wesen, von deren Existenz ich zuvor nur geträumt hatte – eine Wölfin! Sie kam mir mit vorsichtigen Schritten immer näher. Ihr gesamtes Fell war schneeweiß, lediglich einige Stellen waren etwas grauer geraten. Das beinahe schon blendende Licht, das von ihrem Fell reflektiert wurde, erhellte den Nebel, der sie umgab. Ihre blauen Augen glänzten wie der Himmel an einem wolkenfreien Tag, wodurch ihr ganzes Gesicht wie das einer Göttin erschien. Ihre Hände waren mit dunkelgrauem Fell bedeckt. Sie trug einen roten, mit nichtdefinierbaren Figuren versehenen Kimono, welcher ihrem engelhaften Auftreten den letzen Schliff gab, jedoch verwehrte er mir den Blick auf ihren restlichen Körper. Nur ihr Schwanz, der durch ein Loch im Kimono durchgeführt war, war noch zu sehen. Er wedelte sanft, die Luft streichelnd, hin und her. Ein Duft erfüllte den Raum der mein Herz zum schnell schlagen brachte. Ich war hin und weg. „Bist du es? … Traveller?“, erklang ihre Stimme. Fragend sah sie mich mit ihren glänzenden Augen an. „I..Ich…“, kein Wort vermochte über meine Lippen zu kommen, doch irgendwie gelang es mir ein fragendes Wort an sie zu richten: „Traveller?“ Sie lächelte, und war sich anscheinend ziemlich sicher, den richtigen erwischt zu haben, was auch immer sie mit Traveller meinte! „Wer bist du?“, war mir zu dieser Zeit eine der wichtigsten Fragen, und die derzeit einzige die ich aussprechen konnte.


Doch wandte sie sich nichtssagend und immer noch lächelnd von mir ab. Jeder Versuch, ihr nachzulaufen scheiterte, ich war außer Stande meine Beine zu bewegen. „Es ist noch nicht Zeit… bitte… suche nach mir!“ Sie verschwand wieder im immer dichter werdenden Nebel! Das einzige was sie noch wiederholt von sich gab, als sie bereits kaum noch sichtbar war und der Nebel wieder stärker wurde, war: „Fiver… finde mich!“ Es erschien wieder dieses gleißend helle Licht, doch dann schwand es wieder und es breitete sich Dunkelheit aus… Was war geschehen? Ich konnte mich wieder, wenn auch immer noch eingeschränkt, bewegen und fühlte, dass ich meine Augen öffnete, jedoch sah ich nichts. Meine Beine waren zwar unter meiner Kontrolle, aber ich vermochte keinen Boden zu berühren und keiner der Schritte die ich tat, brachte ein Ergebnis. Mein Körper fing an zu schmerzen. Mein Kopf hämmerte, meine Hände und Füße schienen zu brennen, ebenso wie meine Haut und das Fell, das sie bedeckte… All meine Schreie schien niemand zu hören, egal wie laut sie auch aus meinem Mund kommen mochten! Der Schmerz der so schnell über mich herfiel, kam mir beinahe endlos vor… Als er dann wieder verschwand, fiel mein Körper wie ein lebloser Kadaver zu Boden, und es ließ sich ein Einschlafen nicht mehr verhindern…. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die andere Welt Langsam fingen meine Sinne wieder an zu arbeiten… Meine Augen öffneten sich wieder, und langsam wurde das blasse, verschwommene Bild, das sie vernahmen, wieder zu einem klaren Ganzen. Sofort meinen Körper untersuchend, stellte ich fest, dass dieser stechende Schmerz keinen Schaden an mir angerichtet hatte. Ich blickte um mich. Es war bereits wieder Tag geworden (fast kurz vor Mittag) und das Licht reichte nun wieder aus, um alles zu sehen. Was war bloß geschehen? Ich war noch immer in einem Schrein, aber dieser sah ganz anders aus. Sämtliche Einrichtungen, die zuvor noch standen, auch die Statue, waren verschwunden. Das einzige was dieser Ort noch mit dem vorherigen gemeinsam hatte, war seine Form und seine Größe. Ich hatte zwar ein verflucht ungutes Gefühl, aber ich schaffte es dann doch – immer noch ein bisschen im Sehen eingeschränkt – meinen Körper torkelnd aus dem Gebäude zu bewegen. Mein Gedanke war eigentlich nur, dass ich endlich in die Arbeit müsse, weil ich sowieso schon längst viel zu spät war, aber schließlich verwarf ich diese Gedanken, denn was ich da draußen sah, ließ mir einen kalten Schauer über den Rücken ´runter laufen. Die vertraute Umgebung war vollkommen zerstört. Über das ganze ersichtliche Bild streckten sich Krater und Ruinen, die mir den Eindruck vermittelten, in einem Kriegsgebiet gelandet zu sein. Ich schwenkte meinen Blick in Richtung Firmengebäude und Krankenhaus. Die Gebäude glichen einem Platz für Schießübungen, nichts anderes mehr als Ruinen. Auf den Straßen war keine Seele zu sehen. Irgendetwas sagte mir, dass ich nicht mehr in meiner Welt war – ein Gefühl der Fremde, welches ich in dieser Intensität noch nie zuvor verspürte. Kein Duft, den meine Nase wahr nahm, kam mir bekannt vor. Plötzlich fielen Schüsse… Durch den Schrecken und dem Lärm getrieben, rannte ich zu den Ruinen der Firma, um mich dort zu verstecken. Die Wände waren dem Einstürzen nah und deshalb versuchte ich so wenig wie möglich zu berühren. Ich fand schließlich Zuflucht hinter einer Mauer und wagte einen Blick aus dem Fenster – oder besser gesagt dem, was davon noch übrig war. Es roch extrem intensiv nach Schießpulver. Zahlreiche Anthros kämpften sich durch die Straßen – Füchse und eine Art, von deren Existenz ich bis dato noch nicht mal gehört hatte. In dieser Welt hatten sich auch Luchse in diese Form weiterentwickelt.


Es war eindeutig das sich der Kampf zwischen den Arten abspielte. Diese Schlacht fand nun direkt vor meiner Nase statt. Ich hatte irrsinnige Angst davor entdeckt zu werden… Es mussten um die 20 Krieger anwesend sein… Kugelsalven flogen durch die Straßen, einige wenige davon verfehlten mich nur knapp. Einer der Luchse wurde angeschossen und viel zu Boden. Er bewegte sich kaum noch. Ein ohrenbetäubender Lärm ging von den Waffen der Krieger aus. Plötzlich traf einer der Schüsse auch einen meiner Artgenossen. Er wurde genau in die Brust getroffen, und wandte sich am Boden hin und her. Die Schlacht zog langsam weiter nordwärts. Das erste, was ich tat, war meinem Kollegen zu Hilfe zu eilen. Er atmete schwer, jedoch konnte er immer noch, wenn auch schwach, Worte von sich geben – deshalb war das erste, was ich von ihm hörte, ein misstrauisches „Wer,… nein….Was bist du?“ „Dasselbe wie Du, mein Freund! Ein Fuchs.“, antwortete ich. „Aber du hast violettes Fell, da…. das hab ich bisher noch nie gesehen! Verdammt ungewöhnlich!“ Mir war gar nicht aufgefallen, dass das Sonnenlicht mein Fell wieder verfärbt hatte. „Hab’s mir nicht ausgesucht, Kumpel. Seltene Sachen sind schöner, sag ich immer!“, antwortete ich mit schmunzelndem Blick, den seine Bemerkung in mein Gesicht malte, „Übrigens, mein Name ist Fiver!“ Ich versuchte seine Wunde mit irgendetwas zu bedecken. Ich riss ein Stück Stoff seiner Kleidung ab und presste es fest gegen die blutende Verletzung! Mit schmerzverzerrtem Gesicht schrie er mich beinahe an: „Oh, Mann! PASS DOCH AUF!“. „Sorry, war keine Absicht!“ „Schon gut. Ich heiße Blackstar“, ich vermutete schon warum. Sein Fell war überwiegend grau. Lediglich seine Hände und Füße waren auch mit weißem Fell bedeckt, so auch ein Teil seines Kopfes, an der Oberseite seiner Schnauze entlang, bis hin zu seinen Ohren. Und im Bereich der Stirn hatte er eine schwarze Stelle, die der Form eines Sternes ähnelte, „Fiver???“, fuhr er fort! „Das waren meine Worte, wieso?“ „Du kommst aus dem Schrein nicht wahr??“, woher wusste er das? Ich hatte das mit keinem Wort erwähnt! „Ja!“ „Ich glaube es nicht! Den Traveller gibt es anscheinend wirklich!“, sagte er. „Traveller? Das hab ich schon mal gehört. Was bedeutet das?“ „Ich müsste lügen wenn ich sage, ich weiß es! Und es würde ohnehin zu viel Zeit in Anspruch nehmen, es zu erklären.“, er stoppte kurz, dann fuhr er jedoch fort. „Ich kann nur so viel sagen: Das Erscheinen des Travellers wurde am Anfang des Krieges vorhergesagt. Die genaue Handlung der Prophezeiung weiß ich nicht, da ich mich nie wirklich dafür interessierte. Anscheinend war es ein Fehler, nicht daran zu glauben.“ „Blackstar! Wo bin ich, was zum Teufel geht in dieser Welt ab?“, fragte ich verzweifelt. „Wo du bist? Das kann ich nicht beantworten. Aber was hier passiert kann ich dir sagen! Hier herrscht Krieg! Ein Krieg der nun schon so lange dauert, dass keiner wirklich den Grund weiß, warum wir kämpfen. Er muss endlich mal aufhören. Jedoch ist keiner der Seiten gewillt den ersten Schritt zu machen.“, er hielt inne, anscheinend hatten sich seine Schmerzen wieder verstärkt, die Wunde hörte nicht auf zu bluten. Ich vermutete schon, dass er das ganze wahrscheinlich nicht mehr lange durchhält. „Gibt es irgendeinen Ort – ein Krankenhaus oder ähnliches, wo ich dich hinbringen könnte?“, unterbrach ich. „Nicht in der Nähe, nein!“, das Atmen fiel ihm immer schwerer. Trotz seines immer noch lässigen Gesichtsausdrucks spürte ich förmlich, wie seine Schmerzen immer stärker wurden. „Tu mir bitte einen Gefallen…. Geh bitte zu Deinem Haus. In der Prophezeiung heißt es, man soll dich dorthin schicken. Wenn sie stimmt, wird dort jemand darauf warten von dir gefunden zu werden.“, man merkte dass ihn das Leben langsam verließ. „Sieht echt komisch aus, so ein violettes Fell!“, er lächelte. Aber dann verließen ihn nach einem letzten tiefen Atemzug seine Kräfte, und er bewegte sich nicht mehr. Ich versuchte zwar, ihn wieder zu beleben, aber es war hoffnungslos. Seine Verletzung war einfach zu stark. Seine Augen waren, mit Blick zu mir, erstarrt. Ich ließ meine Hand über seinen Augenlieder wandern um sie zu schließen. Auch wenn ich ihn nicht kannte, tat er mir doch sehr Leid.


Nicht weit von Blackstar entfernt lag der Luchs der ebenfalls getroffen wurde. So schnell ich konnte rannte ich noch zu ihm. Näher gekommen, bemerkte ich an der Form des Körpers, dass es sich um ein Weibchen handeln musste. Sie atmete noch. Ich fasste ihr an den Hals, um dem Pulsschlag zu kontrollieren, als sie plötzlich ihre Augen öffnete. In einer Mischung aus Angst und Hass, versuchte sie zu schreien, jedoch kamen ihre Worte nur leise aus ihrem Mund: „KISCH KINAS! Lass mich in Ruhe, Fuchs!“, ihre Augen waren aufgerissen, sie machte den Eindruck, als würde sie mir gleich an die Kehle springen. „Halt! Ich will dir nichts tun. Ich will nur helfen, okay?? Ich bin nicht von hier!“ „Das ist mir egal, fass mich nicht noch einmal an!“ Ihre Verletzung war anscheinend doch nicht so stark, sie versuchte bereits sich wieder aufzurichten. „Wer bist du?“, fragte ich aus reiner Neugier, „Ich habe ein Wesen wie dich noch nie getroffen!“ „Wonach sehe ich denn aus? Ich bin ein Luchs!“, auch wenn sie keine meiner Artgenossen war, so fand ich sie doch attraktiv. Die Haare an den Enden ihrer Ohren hatten etwas Niedliches. „Einen Fuchs wie dich hab ich aber auch noch nie gesehen! Violett? Das ist doch nicht normal.“ Warum überraschte mich das nur nicht?? Ich hoffte eigentlich langsam dass die Sonne endlich verschwindet. „Das höre ich oft!“ Sie kam näher, anscheinend um mich zu beschnuppern. „Warum hatte es dich gekümmert was mit mir los ist??“, fragte sie erstaunt. „Du bist ein Fuchs, wir sind doch Feinde oder nicht?“ „Ich kenne dich nicht, warum sollte ich dein Feind sein und warum hätte ich es mich nicht kümmern sollen, wie es dir geht?“ Sie neigte ihren Kopf fragend zur Seite. Ihr Hass auf mich legte sich anscheinend. Ihre Stimme wurde sanfter. „Ich muss jetzt wieder weiter!“, sie wollte mich aber trotzdem immer noch ganz schnell loswerden. „Warte, um was geht es hier eigentlich, warum kämpft ihr?“ „Das geht dich nichts an!!“, sie begann bereits mich links liegen zu lassen. Ein richtiger Sturschädel; sie erinnerte mich stark an meine Schwester. Sie wusste es anscheinend nicht, genau wie es mir Blackstar gesagt hatte, anscheinend wusste es keiner. Sie begann ein paar Schritte zu laufen, dann blieb sie doch noch einmal ganz kurz stehen und drehte sich zu mir um. „Weißt du, für einen Renak bist du eigentlich ganz nett! Wie ist dein Name??“ „Fiver!“, rief ich ihr zu. „Naja… Danke trotzdem, Fuchs!“, grinsend drehte sie sich wieder um, um weiter zu laufen. „Warte!!!! Und wie heißt du???“, rief ich ihr noch zu. „SETA!“, genau wie sie war auch ihr Name ungewöhnlich! Sie verschwand schließlich hinter einem Gebäude ein paar Straßenkreuzungen weiter. Was sollte ich jetzt tun? Ich folgte Blackstar´s Worten und versuchte nach Hause zu kommen. Mir gingen nur diese Worte durch den Kopf: … Du musst mich finden!!! Zuhause! Der Weg zu meinem Haus kam mir hier so lange vor. Ich ging bereits eine viertel Stunde, doch ich hatte noch nicht mal die Hälfte des Weges hinter mich gebracht, obwohl ich schon längst hätte dort sein müssen. Der Weg war mit Leichen gepflastert. Ich hörte in der Ferne einige Schüsse fallen. Anscheinend kam ich immer weiter von der Hauptkriegszone weg. Je weiter ich vom Schrein weg ging, desto mehr waren die hier weniger zerstörten Gebäude wieder besiedelt, sowohl von Füchsen als auch von Luchsen! Anscheinend war die Abneigung unter den Arten nicht ganz so groß und sie lebten mehr oder weniger friedlich nebeneinander, doch keiner von ihnen hielt es für notwendig zu Antworten, als ich sie grüßen wollte. Ich hörte nur, wie sie hinter mir Bemerkungen über meine Fellfarbe machten... Tja, Füchse haben nun mal ein gutes Gehör – aber ich ignorierte es einfach!


Die einzigen, die es für Wert empfanden mich zu grüßen, war eine gemischte kleine Gruppe spielender Kinder, denen es anscheinend völlig egal war, welcher Art ich angehöre oder welche Farbe mein Fell hat. Anscheinend machte mich meine Farbe für sie noch interessanter, denn sie begannen gleich mich mit Fragen zu durchlöchern. Doch irgendwie fehlten mir Lust und Zeit, um lange ihre Fragen zu beantworten. Ich wandte mich mit der Begründung, erwartet zu werden (was ja auch irgendwie stimmen mochte), ab und ging weiter. Tja, Kinder,… ich wäre, glaube ich, noch am nächsten Tag dagesessen, wenn ich mich nicht losgerissen hätte! Es zog Nebel auf, welcher mir langsam aber sicher die Sicht in die Ferne verwehrte. Mein Fell hatte sich nun wieder in die „normale“ Farbe gewandelt, da der Nebel die Sonne bedeckte. Nach einer weiteren Viertelstunde war ich nun endlich bei mir zu Hause angekommen. Obwohl ich wusste, dass es nicht das Haus war, welches ich kannte, war ich froh, als ich sah, dass es in seinem Zustand so gut wie unversehrt war! Den einzigen Schaden hatte der Rauchfang eingesteckt, welcher nur mehr ansatzweise aus dem Hausdach ragte. Ich betrat den Vorgarten und blickte zur Haustür. Dass die Tür sperrangelweit offen stand wunderte mich eigentlich nicht. Mit Vorsicht betrat ich das Haus, schaute hinter jede Ecke und überprüfte den Geruch der Umgebung, um nicht von irgendwas überrascht zu werden! Wie auch beim Schrein, war hier das Haus von der Form her das gleiche, aber die ganze Einrichtung, oder das was noch davon übrig war, verändert! In dem Haus, das ich seit meiner Geburt bis in die kleinste Ecke kannte, fühlte ich mich doch so fremd! Ich versank in dem Gedanken, wie schön es doch zu Hause war. Nichts beschäftigte mich in diesem Moment mehr, als die Frage, wie ich wieder nach Hause käme… Meine Gedanken wurden schlagartig unterbrochen, als ich Schritte einen Stock über mir hörte. Die Geräusche kamen anscheinend von dem Raum, der in meiner Welt mein Zimmer war. Einen Fuß nach dem anderen setzend ging ich weiter. Von der Garderobe in das Stiegenhaus und langsam in den 1. Stock. Die Tür des Zimmers war angelehnt. Mit aller Vorsicht öffnete ich die Tür. Ein lautes Knarren setzte der Stille des Hauses ein Ende. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die zweite Begegnung Langsam betrat ich den Raum. Die Einrichtung des Zimmers glich, zu meiner Überraschung, der meines Zimmers fast bis ins Detail genau! Ein Kasten, gleich zu Beginn auf der rechten Seite, ein Bett zu meiner Linken, welches vor einer Kastenreihe stand und ein Schreibtisch auf der Fensterseite gegenüber dem Eingang. Der Raum war mit einem Duft erfüllt, der mir irgendwie bekannt vorkam. Ich ging, jeden Quadratzentimeter betrachtend, durch das gesamte Zimmer; es war aber niemand anwesend. Als ich schulterzuckend das Zimmer wieder verlassen wollte, schaffte ich es gerade bis zur Türschwelle. „Fiver? Bist du es?“, hörte ich eine Stimme fragen, die ich zwar nicht gut, aber ganz eindeutig kannte! Ich drehte mich wieder um. Wie war das möglich…? Da stand sie plötzlich – anscheinend aus dem Nichts aufgetaucht, genau so wunderschön vor mir, wie ich sie zuvor im Schrein gesehen hatte! Die Wölfin, die mich zum ersten Mal Traveller nannte! Genau so wie zuvor gekleidet. Mein Herz begann schneller zu schlagen! Sie setzte sich aufs Bett. „Wer bist du?“, setzte ich unsere zuvor unterbrochene Unterhaltung fort. „Mein Name ist White“ – passend, auf ihr Fell bezogen. „Ich wusste nicht, dass es auch Wölfe in anthropomorpher Form gibt, seit wann seid ihr…“ „Die Wölfe gibt es bereits länger als euch Füchse, wir sind nur von der Population her stark zurückgegangen und leben zurückgezogen. Wölfe gibt es in jeder Welt, jedoch siehst du sie nicht!“ „Warum bin ich hier, was ist das alles hier?“, fragte ich mit leicht erhobener Stimme. „Du bist der Traveller, deswegen bist du hier.“


Super Bemerkung, die half mir wirklich verdammt viel! „Wovon sprichst du überhaupt, was bedeutet das alles??“, meine Stimme wurde ungewollt lauter. „Beruhige dich doch, sonst hört uns noch jemand. Hier in diesem Haus kann dir nichts geschehen, aber nur solange wir ungehört bleiben! Ich erzähle dir was ich weiß. Setz dich lieber hin, das wird vielleicht etwas schwer zu verstehen sein!“, sagte sie mit ihrer besänftigenden Stimme und deutete mit dem Kopf neben ihr auf die Matratze. Ich entschloss mich dazu doch lieber gegenüber dem Bett, auf dem sie saß, stehen zu bleiben. „Ich glaube ich stehe lieber, Wolf!“, ich grinste. Irgendwie traute ich ihr noch nicht ganz. „Nun ganz wie du willst, Fuchs!“, erheitert lächelte sie zurück, anscheinend darüber amüsiert, dass ich ihr gegenüber scheu war. ----------------------------------------------- Die Geschichte Minéima’s ------------------------------------------------- -------------------------------------------------------------------------------------------------- --------------------------------------------- Dieser Krieg dauert nun schon mehr als ein Jahrtausend. Sein Ursprung lag in Minéima, der Schreinstadt, wie sie bei uns genannt wird, doch keiner der Soldaten und auch der Zivilisten die jetzt daran beteiligt sind, weiß genau warum dieser Kampf überhaupt noch immer andauert. In deiner Welt wisst ihr nichts von dem Vorhandensein paralleler Welten. Auch den meisten von uns war bis vor kurzem keine andere Welt als die unsere bekannt. Nur diejenigen, die die alten Schriftrollen bewachten, genannt die Weltenwölfe, wussten, dass es sie gibt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Welten existieren. Diese Dimensionen haben untereinander bis auf manche Ausnahmen nichts gemeinsam, jedoch kann trotzdem eine Welt ohne die andere nicht existieren. Nun, in dieser Welt hält Minéima, die Stadt, aus der Du zu uns kamst, mit Hilfe des Schreins in Stadtmitte und fünf uralten, in gleichmäßigen Abständen vom Schrein entfernt aufgestellten Relikten zwischen den Welten das Gleichgewicht. In vermutlich jeder bestehenden Welt befindet sich der Schrein an derselben Stelle. Diese Bauten sind das zweitwichtigste um das Gleichgewicht zu erhalten. Wenn dir was zu schnell geht, sag mir einfach bescheid, okay Fiver? Das wichtigste sind die fünf Relikte, fünf magische Steine, die sich nur in dieser Welt befinden. Keiner davon ist größer als eine Faust, doch ihre Macht erstreckt sich in große Höhen. Wird nur einer von ihnen entfernt, so schrieb man, hätte das katastrophale Folgen für das Gleichgewicht der Welten. Bestimmung jeder Person, die in der Nähe eines Steines wohnte, war es, Wache über ihn zu halten. Doch der Krieg hatte sie über diese vielen Jahre dieser Verantwortung gegenüber blind werden lassen, was schlimme Folgen hatte! Denn vor kurzer Zeit wurden zwei der fünf Relikte willkürlich von ihren Bestimmungsplätzen entfernt. Ein Beben erschütterte unsere Welt und machte uns klar, dass an den Schriftrollen Wahrheit haftet. Nach kurzer Zeit schafften wir es, die Steine wieder von den Dieben zurückzuholen. Sie wurden wieder an ihren Bestimmungsorten aufgestellt. Allerdings ohne großen Erfolg, denn nur eine Person kann diese Steine, nach Lauten der Schriftrollen, wieder zu Leben erwecken, nachdem sie entfernt wurden. Diese Person wurde von Anfang an als Fuchs beschrieben, dessen äußere Erscheinung sich von anderen in einem Punkt stark unterscheidet: Die im Schein der Sonne auffallend violette Fellfarbe, die in diesen Schriftrollen als heilig angesehen wird. Und der Name des Einen, ist… Deiner. „Ni óni deru váne, kio Travelir Fiver, trian ke noi hiso duani leto la“, übersetzt in unsere Sprache: „Wenn alles verloren scheint, wird Fiver, der Traveller, die Welt durch seine Gabe wieder erleuchten.“ Die drei übrig gebliebenen und immer noch arbeitenden Steine hielten die Welten noch für ein paar Tage im Gleichgewicht, jedoch machten sich im Mittelpunkt von Minéima bereits die Auswirkungen des Diebstahls bemerkbar. Der Versuch, den Traveller auch in unserer Welt zu finden war Vergebens, denn hier existieren Du und Deine Familie nicht. Also nahmen wir an, dass du dich in einer anderen Welt aufhältst!


Gestern erreichten die Auswirkungen der Ruhestörung ihren Höhepunkt und es öffnete sich ein Spalt, vermutlich in jede bestehende Dimension. Doch ich richtete mein Ruf an Dich, und so warst Du der einzige, der mich hören konnte. Dieser Spalt war das kugelförmige Licht, dass Du gesehen hast. Dieser machte es möglich, Dich zu uns zu führen. Als Du deine Hand in diese Brücke gelegt hattest, hast du eingewilligt, dein Schicksal anzunehmen und deinen Weg zu uns geebnet. Als ich Dich das erste Mal sah, wusste ich, dass Du der Eine sein musst! Die Aufgabe des Erwählten ist es nun, diesen zwei, in ihrer Ruhe gestörten Steinen wieder Leben einzuhauchen, damit sie das Gleichgewicht wiederherstellen können. Das ist das Schicksal des Travellers. Er muss diese Steine dazu nur berühren, um ihnen dadurch einen Teil seiner Kraft zu übertragen – der Rest geschieht laut Überlieferung, grob gesagt, ganz von alleine. Ich will aber ehrlich sein: Der Verlust dieser Kraft wird Dich schwächen. Laut Überlieferung besteht ein kleines Risiko, dass Dich vielleicht das Leben kosten kann. Ich kann mir vorstellen, wie sich das anhören muss. Keiner zwingt Dich dazu es zu tun, aber so wie ich das sehe, hast du nur zwei Möglichkeiten: Entweder Du gehst das Risiko ein und akzeptierst die Möglichkeit, dass du stirbst, oder – und das ist sicher – das werden die letzten Tage sein, die wir alle erleben. Denn sollte das Ungleichgewicht nicht wieder ausgeglichen werden, wird jede Welt durch den Druck der anderen zerbersten und sämtliches Leben aufhören zu existieren. „Disson ke avo liv nu déu, a Travellir fanói du silu néu“, frei übersetzt: „Die Entscheidung über Leben und Tod, liegt in den Händen das Travellers“ ----------------------------------------------- ---------------------------------------------------- -------------------------------------------------------------------------------------------------- --------------------------------------------- Ihre Direktheit kannte bei der Erzählung keine Grenzen. „Wie gesagt, es ist Deine Entscheidung!! Was ist mit dir los, Du siehst so geschockt aus!“, sagte sie beinahe sarkastisch klingend. „Ich weiß nicht, wie Du Dich fühlen würdest, wenn Du einen ganz normalen Tag erwartest, aufstehst, zur Arbeit gehst und auf einmal in eine Dir völlig unbekannte, vom Krieg gezeichnete Welt entführt wirst, um schließlich zu erfahren, dass Du dazu auserkoren bist sämtliche Welten und Leben zu retten. Als Krönung des ganzen wird Dir schließlich auch noch gesagt (mit einer ziemlich ungünstigen Wortwahl ehrlich gesagt), dass man nicht sicher weiß, ob Du aus der ganzen Sache wieder lebendig aussteigst. Und wenn Du es nicht tust, sind sowieso alle tot. Super! Irgendwie fühle ich mich ein bisschen verarscht, um ehrlich zu sein. Geschockt?? Ich falle gerade in ein tiefes Loch!!“ „Tja, tut mir Leid Kleiner… Das verstehe ich durchaus, aber… sieh das Positive darin, du wärst ein Held“, versuchte sie mich aufzubauen. „Toll, ich denke das hilft mir gar nichts mehr, wenn ich nicht mehr lebe.“ „Es ist doch nicht mal sicher, dass du draufgehst. Man, ich wünschte ich hätte es nicht gesagt!“, bedauerte sie. Was sollte ich tun, anscheinend war heute nicht mein Tag… Ich dachte in den nächsten stillen Minuten an meine Familie. Ich vermisste sie in diesem Moment wie in noch keinem zuvor. „Ich bin dir dankbar, dass du es gesagt hast…“, brach ich schließlich die Stille, „Na gut, okay, ich werde es tun, was hab ich den jetzt noch zu verlieren. Ich bin sowieso am Arsch.“ Man merkte, dass sie sich über meine Entscheidung freute, aber sie wollte es erst nicht so deutlich zeigen. Sie stand auf, und kam mir Schritt für Schritt langsam näher.


„Als ich neun war, wurde ich in die Geheimnisse der Relikte und ihrer Wichtigkeit eingeweiht. Ich hatte mich seitdem gefragt, wie der Traveller wohl aussehen mag.“, mit einem verführerischen Blick, stand sie nun beinahe vor mir. Ich wurde misstrauisch. Was hatte sie vor? Dieser Geruch war wieder deutlich zu wittern, und ich war mir sicher ihn zu kennen. Dann fiel es mir wieder ein. Ich roch diesen Duft ein paar Mal im Jahr, als ich in sämtlichen Schulstufen über der Grundschule ging. Den Duft, den alle weiblichen Füchse früher oder später abgaben, wenn sie ein gewisses Alter überschritten haben und der es schaffte, jeden männlichen Fuchs in der Umgebung schwach werden zu lassen. Der Geruch unterschied sich bei ihr nicht viel als von einer Füchsin. Sie war läufig. „Ich habe immer gehofft, dass ich diejenige sein werde, die ihm begegnet, obwohl ich mir über die Umstände, die sein Erscheinen erforderten, im Klaren war!“, ihre Stimme wurde immer sanfter und ihr Schwanz begann aufgeregt hin und her zu wedeln. Mit jedem Wort, das sie sagte, klopfte mein Herz schneller. „Ich hatte ja keine Ahnung was mich erwartet. Bereits als ich Dich im Schrein sah fühlte ich mich zu Dir, einem Fuchs, hingezogen. Das hielt ich nie für möglich. Jedoch hatte ich da noch keine Zeit mit Dir zu sprechen.“ Inzwischen stand sie genau vor mir. Sie kam mit ihrem Gesicht immer näher zu meinem, und rieb ihre Schnauze zärtlich an meiner. „Du… Du fühlst Dich zu mir hingezogen?? Aber du kennst mich doch kaum.“, versuchte ich einzuwerfen, aber sie ignorierte es. Nichts sagend, nur mit einem kurzen Winseln, machte sie weiter. Inzwischen hatte ich angefangen ihre Liebkosung leicht zu erwidern. Sichtlich darüber erfreut wedelte sie immer aufgeregter mit ihrem Schwanz. Sie stoppte kurz, leckte mir mit ihrer Zunge über die Wange, und ehe ich mich versah, sah sie mir tief in die Augen und hatte eine Hand auf meine Hose gelegt. Ich hielt überrascht den Atem an. Ich wedelte zwar nicht mit dem Schwanz, aber meine Freude begann sich inzwischen anders auszudrücken. Langsam öffnete sie meine Hose, welche danach sofort zu Boden glitt. Als sie meine Erregung sah, sah sie wieder erfreut mit ihren blauen Augen in die meinen, während sie begann mich im Intimbereich mit der Hand zu massieren. Immer noch überrascht und ziemlich hilflos dastehend, öffnete ich zögernd ihren Kimono, den sie gleich danach abwarf. Nun hatte ich den Blick auf ihren gesamten Körper, der mir beim ersten Treffen mit ihr verwehrt war. Der Geruch wurde noch um einiges intensiver und betörte mich noch mehr. Immer noch mit den Schnauzen liebkosend, befand sich meine Hand nun zwischen ihren Beinen und begann sie zu streicheln. Ihr Fell richtete sich auf und sie schloss ihre Augen, anscheinend mochte sie es. Nach langen herumspielen, ließ sie auf einmal von mir ab, sah mir wieder ins Gesicht. „Ich will… Ich will, dass Du mein Partner bist, auch wenn es mir nicht erlaubt ist, das ist mir egal. Ich liebe Dich!“ Diese Worte hörte ich in meinem Leben zum ersten Mal. Noch nie hatte das jemand zu mir gesagt. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich diese Wörter einmal von einer Wölfin hören würde. Es war seltsam, aber ich hegte diese Gefühle auch für sie. Ich strich wieder mit meiner Schnauze über die ihre, bis ich bei ihren schönen, spitzen anhielt und begann ihr zu zuflüstern. „Ich spüre diese Gefühle zum ersten Mal, und Du bist es die diese in mir erweckt hat... Einzigartig und wunderschön… Jemanden wie Dich hab ich noch nie zuvor getroffen. .. Schon im Schrein hat mein Herz bei Deinem Anblick wild zu schlagen begonnen. Ich… ich liebe Dich auch… es wäre mir eine Ehre Dein Partner zu sein!“ Wir umarmten uns und rieben unsere Schnauzen wieder aneinander. „Es ist unbegreiflich. Bei Dir fühle ich mich so sicher!“, flüsterte sie mir leise zurück. Nach einigen Minuten ließ sie wieder von mir ab. Sie ging einen Schritt zurück und kniete sich mit allen Vieren aufs Bett. Sie hatte ihren weißen Schwanz hoch in die Luft erhoben und gewährte mir so einen atemberaubenden Blick auf die ganze Pracht, die sich darunter verbarg. Mit Blickkontakt zu mir und leicht winselnd wartete sie darauf, dass ich näher kam. Ihrer Einladung konnte ich einfach nicht widerstehen.


Ich ging zu ihr. Mich auf beiden Vorderpfoten stützend hinter ihr positioniert, ließ ich meine Nase noch einmal einen tiefen Atemzug ihres Geruchs einsaugen, bevor ich ihr Heiligtum mit meiner Zunge liebkoste. Sie sah mit einem freudigen Gesichtsausdruck und diesem verführerischen Funkeln in ihren Augen zu mir zurück, und wackelte beinahe ungeduldig auf mich wartend mit ihrem Hinterteil. Meine Erregung war deutlich sichtbar, und ich hob nun auch das zweite Bein auf das Bett. Ich nahm ihr Becken zwischen meine Vorderpfoten und streichelte sanft durch ihr zart glitzerndes Fell. „Bist du sicher, dass Du Dich mit einem Fuchs vereinigen willst?“, fragte ich vorsichtig. Es zeichnete sich ein Lächeln in ihr Gesicht – und ohne Vorwarnung bewegte sie ihren Körper ruckartig in meine Richtung. Durch ein leises Stöhnen ihrerseits noch mehr betört setzte ich fort, was sie begonnen hatte, und drang nun vollständig in sie ein. Ich begann mit rhythmischen Beckenstößen, erst langsam. Dieses Gefühl, dass sich in diesem Moment in meinem Körper ausbreitete war unbeschreiblich. Es war ein herrliches Gefühl, das wir uns in diesen Augenblick teilten. Sie hatte ihren Schwanz um meinen Hals gelegt, während ich immer fester und erregter meine Bewegungen vollführte. Ein kurzer Blick nach unten, um das Ereignis zu betrachten, brachte mich meinem Höhepunkt nahe. Und schließlich war ich soweit. Es war ein überwältigendes Gefühl, dass ich in diesem Augenblick verspürte. „Das ging aber hurtig. Gefalle ich Dir so sehr, oder hast du schon lange keinen Sex mehr gehabt?“, fragte sie! Es war mir zwar peinlich, aber… „Um ehrlich zu sein, ich hatte bisher noch nie Sex.“ Mein Glied war nun in ihr völlig angeschwollen. Bei ihr hatten sich die Muskeln zusammengezogen, und machten zusammen mit meiner Schwellung ein Loskommen voneinander unmöglich. Das war mir aber vollkommen egal. Mir gefiel das wir Eins waren, in diesem Moment war ich mehr als glücklich. Die Stellung, die wir eingenommen hatten, war nach einer Weile etwas ungemütlich geworden, und so versuchten wir nach Möglichkeit eine andere. Ich hatte es, mit ihrer Mithilfe geschafft, mich auf das Bett zu setzen, mit dem Rücken an die Wand. Sie saß auf mir und ihr weicher Rücken schmiegte sich an meinen Bauch. In dieser Stellung war es mir mehr möglich sie zu streicheln und am Hals zu liebkosen. Nach einigen Minuten, hielt sie plötzlich eine kurze Weile inne, ihre Atmung verstärkte sich, sie erhob ihre Schnauze gen Himmel und riss mit geschlossenen Augen ihr Maul auf. „Wow! Das war Wundervoll!“ Ich freute mich darüber, dass ich ihr dieses Gefühl zeigen konnte. Während der Zeit wo wir aneinander hingen, kam ich noch ein weiters mal – und in der restlichen Zeit streichelte ich sie zärtlich am Bauch und vergrub meine Schnauze in ihrem wundervoll riechenden Fell. Zwanzig Minuten waren wie im Flug vergangen. Plötzlich lösten wir uns wieder von einander. Sie richtete sich auf und drehte sich in meine Richtung. Ich saß wie hypnotisiert vor ihr. Sie lächelte mich an und setzte sich (diesmal Bauch an Bauch) auf meinen Schoß. Ich begrub meine Schnauze wieder in ihrem Fell. Doch irgendwann hatte ich das Bedürfnis sie etwas zu fragen. „White? Bin ich eigentlich Dein erster Partner?“ Sie sah mir mit einem erheiterten Gesichtsausdruck in die Augen. „Naja, um ehrlich zu sein, ich hatte mal einen Freund. Aber die Gefühle, die er mir gegenüber empfand, konnte ich nicht erwidern, er war eher wie ein Bruder für mich. Ich hatte es ihm auch gesagt und unsere Beziehung nach einigen Monaten beendet. Er war ziemlich eingeschnappt. Seitdem hatten wir uns nur mehr selten gesehen. Ich hoffe DU bist jetzt nicht eingeschnappt, oder so!“ „Nein, Nein. Schließlich habe ich ja gefragt. Ich hätte mich gewundert, wenn deinem Charme nicht auch schon jemand anderes erlegen wäre. Das einzige was für mich zählt ist, das ich jetzt der einzige für Dich bin.“ „Ich bin froh, dass ich Dich getroffen habe. Ein Fuchs und eine Wölfin, wer hätte das gedacht?“ Es war uns egal… Wir liebkosten uns wieder. Um einander unsere Gefühle zu übermitteln brauchten wir in diesem Moment keine Worte mehr. Es war überwältigend, unsere Herzen schienen im Einklang miteinander zu schlagen. Mir kam es so vor, als könnte ich ihren Puls und jeden ihrer Gedanken hören. Es schien als würden wir uns schon ewig kennen.


Wir sahen uns an und es wurde uns eines völlig klar: Wir würden noch eine ganze Weile nicht zum Schlafen kommen. Der Tag wurde zum Abend, der Abend zur Nacht, und diese hätte am besten niemals enden sollen... ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Der Traum Nach nun beinahe 5-6 Stunden, die ich mit meiner Wölfin spielte, waren wir beide ziemlich fertig. Als ich mich wieder von ihr gelöst hatte, hauchte sie mir leise ins Ohr: „Ich glaube es wird Zeit noch ein bisschen zu schlafen, ich hoffe Dir hat es genau soviel Spaß gemacht wie mir.“, sagte sie. Mit einem Nicken stimmte ich zu: „Es war das wunderbarste, das ich bisher erlebt habe.“ Ich legte mich auf den Rücken, und fragte sie, ob wir uns in den Schlaf kuscheln. Lächelnd legte sie sich zum Teil neben als auch auf mich, und schmiegte ihre Schnauze an meinen Hals. Meine linke Hand, die unter ihr vorbeiging benutzte ich dazu, ihr den Rücken zu streicheln. Sie schloss ihre Augen und schlief langsam aber sicher ein. Wie sie so da lag, so friedlich... irgendwie hatte ich das Gefühl, als würde schon alles gut werden. Auch ich brauchte nicht mehr lange; zehn Minuten, nachdem sie eingeschlafen war, folgte ich ihrem Beispiel. ----------------- Ich sitze auf meinen Arbeitsplatz und mache – wie immer ohne viel Aufstand – das, was mir aufgetragen wurde: Problembehebungen. Wie beinahe jeden Tag machen die Rechner unserer Kunden wieder mal irrsinnige Probleme, und was noch viel schlimmer ist, ist das ständige Herumgeheule derjenigen, die die Probleme auf der Hotline melden. Dank eines Updates, das am Vortag eingespielt wurde, darf ich heute bei ca. 500 Rechnern, die im ganzen Gebäude vorhanden sind, Dateien einspielen um den Fehler zu beheben. Wie auch immer, mir kam vor ich habe diesen Tag schon erlebt. Plötzlich stehe ich vor dem Schrein… wieder dieses Licht. White’s Stimme, nach Hilfe rufend, so angsterfüllt und verzweifelt. Ich bin plötzlich wieder in dieser fremden Welt und sehe die Stadt von oben. Fünf eindeutige Punkte sind zu erkennen, von dreien ging ein strahlendes Licht aus, die anderen waren verdunkelt. Ich stehe auf einmal vor einer kleinen Säule auf der ein Stein liegt… Ich fasse ihn an. Ich spüre wie ein Teil meiner Kräfte auf ihn übergeht. Ein lautes Geräusch hämmert durch meine Ohren. Ich sehe runter auf meinen Körper… Was ist geschehen? Mein Fell ist völlig mit Blut bedeckt. Der Schmerz wird immer stärker, meine Kräfte verlassen mich und ich sacke zu Boden, doch meine Augen nehmen noch ein Bild wahr. Ich sehe White, die vor mir über mich gebeugt auf dem Boden kniet, und ihre Tränen auf meinen Körper fallen. Dann fiel ein zweiter Schuss... ----------------- Schweißgebadet und laut einatmend wachte ich auf. Schnell sah ich auf meinen Bauch, um meinen Zustand zu erkunden. Ich war unversehrt. Kein Blut war zu sehen. Immer noch tief und erschöpft durchatmend ging mir eine Sache ständig durch den Kopf: Wie konnte das sein? Alle Träume, die ich in meinen ganzen Leben bis zu diesem Zeitpunkt hatte, kamen mir nie so real vor wie dieser. Mir war als konnte ich den Schmerz immer noch spüren. Ich konnte fast schwören, dass ich das alles wirklich erlebt hatte. Durch all die Aufregung schlug mein Herz, als würde es mir gleich aus der Brust springen. Mein Blick wanderte zu meiner linken, wo ich White in Ruhe schlafend neben mir vermutete. Jedoch wurde ich enttäuscht. Erschrocken tastete ich mit der Hand umher um sicher zu gehen, dass ich mir das nicht wieder nur einbildete. Doch sie war anscheinend gegangen.


„Du bist ja völlig fertig, was ist denn passiert? Schlecht geträumt?“, hinter mir hörte ich auf einmal ihre Stimme. Noch einmal fuhr ein Schrecken durch meinen Körper und ich drehte mich um. „Manno! Noch so ein Schock und Du kannst mich gleich im Garten begraben!“ „Was hast Du geträumt?“, fragte sie neugierig. Sie stand immer noch mit Nichts bekleidet da. „Ich weiß nicht, es… war so real. Ich habe die Steine gesehen, und dann ist etwas Schreckliches passiert!“, ich wollte irgendwie nicht über das, was dann passiert war sprechen. „Es heißt, dass manche Träume die Zukunft vorhersagen können, und dass sie sogar manchmal die Wahrheit sprechen, wenn sie Dir einen Blick auf das Geschehende gewähren. Beim Traveller sollen die Träume, je näher er seinem Ziel kommt, immer häufiger werden. Sie zeigen Dir den Verlauf Deiner Mission, und geben Dir die Möglichkeit Dein Schicksal zu beeinflussen. Was ist mit Dir passiert?“ Obwohl ich eigentlich nicht darüber sprechen wollte, redete ich dann doch. Was hätte mein Schweigen auch geholfen? „Ich glaube ich wurde angeschossen, gerade als ich bereit dazu war, einen der Steine zu berühren. Mir ist als spüre ich den Schmerz immer noch.“ Sie kam mir wieder näher und setzte sich auf die Bettkante neben mich. „Ich mache mir echt große Sorgen um Dich, ich will Dich nicht mehr verlieren.“ Ich glaubte fast meinen Augen nicht. In der ganzen Zeit, die wir zusammen verbracht hatten, habe ich geglaubt, dass sie absolut nichts erschüttern könne. Ihr Auftreten, als könne sie nichts aus der Ruhe bringen, dieser Eindruck, den sie auf mich gemacht hatte, verschwand plötzlich als ich sah, wie sich eine Träne den Weg von ihren Augen durch ihr Gesichtsfell bahnte. Mir wurde klar, dass ich sie, obwohl ich sie in dieser Zeit so sehr zu lieben gelernt hatte, noch immer nicht wirklich kannte. „Ich hoffe Du weißt, dass ich Dich wirklich liebe, und nicht dass du denkst, dass wir diese Nacht nur deswegen zusammen verbracht haben, weil ich nicht ich selbst bin. Auch ich habe diese Gefühle noch nie so verspürt wie bei Dir.“ „Darf ich ehrlich sein?“ „Ja, natürlich!“, antwortete sie schniefend. „White?... Ich habe Angst! Ich habe Angst vor dieser Mission. Ich habe Angst davor, aus der ganzen Sache nicht lebendig ’rauszukommen. Aber ich habe auch Angst davor, wenn ich erfolgreich bin. Dies ist einfach nicht meine Welt und ich werde nachher wahrscheinlich wieder in meine zurückkehren müssen. In meiner Welt gibt es Dich nicht… Und ich habe Angst Dich nie wieder zu sehen!“ Kurzes Schweigen breitete sich im Zimmer aus. Ich wischte ihr die Träne aus dem Gesicht, und streichelte es danach mit meiner Pfote. Wir sahen uns gebannt an. „Ich hoffe, dass Du falsch liegst. Ich hoffe es ist uns möglich weiterhin zusammenzubleiben.“, sie sprach damit genau das aus, was ich mir erhofft hatte. Wieder füllte sich der Raum mit Stille. Sie beugte sich zu mir und wir kuschelten noch ein paar Minuten dahin. Dann richtete sie sich wieder auf. „Schlaf noch ein wenig. Du musst bald starten.“ --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Der erste Stein Ich wusste, dass sie Recht hatte. Nach einigen Minuten, in denen ich noch im Stande war zu schlafen, standen wir auf und bekleideten uns wieder. „Woher weiß ich, wo ich hin muss?“, fragte ich unwissend. „Einer der Steine ist nicht sehr weit von hier entfernt. Genau genommen befindet er sich nur 50 Meter von hier unter einem Maisfeld. Und der geheime Gang dorthin beginnt im Keller dieses Hauses. Ich werde Dich begleiten und dir soweit ich kann zur Seite stehen.“ Wir waren bereits wieder vollständig angezogen. „Fiver??.. Ich möchte Dir etwas schenken“, sie griff in die kleine Seitentasche ihrer Kleidung und holte etwas glitzerndes heraus. Es war eine violette Halskette, und als Anhänger war eine kleine Figur auf der Kette angebracht, welche die Form eines kampfbereiten Wolfes hatte. Sie umarmte meinem Hals um mir die Kette anzulegen.


„Ohne besonderen Grund möchte ich, dass Du diese Kette für mich trägst. Sie soll mein persönlicher Glücksbringer für Dich sein. Ich werde Dich begleiten so weit wie ich kann. Sollten wir getrennt werden, bitte lass Dir eins gesagt sein: Nicht alle Wölfe in dieser Welt können Füchse ausstehen! Sie halten euch für absolut nutzlose Kreaturen und haben keine Hemmungen Dich zu töten, auch wenn Du vielleicht nichts getan haben magst. Bitte sei also vorsichtig. Denn ich würde es mir nie verzeihen, wenn meinem liebsten Fuchs etwas passiert.“ Es war eine Erleichterung zu hören, dass sie mir so lange wie möglich bei meiner Reise zur Seite steht. „Somit soll die Reise also nun beginnen…“ Als erstes führte unser Weg, wie gesagt, in den Keller. Und tatsächlich: Da wo in meiner Welt gleich gegenüber der Treppe das Zimmer von Lonley hätte sein sollen, gingen hier die Stufen noch weiter hinunter, bis wir schätzungsweise 20 Meter unter der Erde waren. Wie gut, dass ich an den Tagen zuvor eine kleine Taschenlampe in der Hosentasche vergessen hatte, die uns, wenn auch nur sehr schwach, die Umgebung wenigstens ein bisschen erhellte. Ein langer, schmaler, angsteinflößender Gang erschien vor uns und wir wagten uns hindurch. Am Ende des Ganges befand sich schließlich eine Tür, die uns den Weg versperrte. „Na toll! Und wie soll ich die jetzt öffnen? Hast du einen Schlüssel?“, richtete ich eine Frage an White. „Nein. Diese Tür haben diejenigen bewacht, die hier gewohnt haben. Ich war noch nie hier!“ „Na gut, dann versuchen wir halt mal, ob Gewalt helfen mag!“, sagte ich entschlossen: Meine Beine traten mit aller Kraft, die mir offen Stand auf die Tür ein, doch das verdammte Ding war robuster als es aussah. Alle Versuche die Tür einzutreten scheiterten. „Verflucht! Das Ding ist verdammt stark!“, bemerkte ich überrascht. „Hast Du nicht einen Schlüsselbund in Deiner Tasche?“ „Denkst Du, dass einer meiner Schlüssel diese Tür aufsperrt?“, fragte ich skeptisch. „Versuchs! Was haben wir zu verlieren? Schließlich wohnst Du auch irgendwie hier, vielleicht funktioniert einer!“ Sie hatte Recht, zu verlieren hatten wir nichts. Ich zog die Schlüssel aus meiner Tasche und begann alle durchzuprobieren. Da es ja doch ziemlich finster und die Batterie der Taschenlampe auch nicht mehr die neueste war, konnte ich keinen der Schlüssel richtig erkennen. Nach dem dritten Versuch, die Tür aufzuschließen, hatte es schließlich wirklich geklappt. Sie hatte Recht. Wir betraten einen kleinen Raum. Ungefähr 10m lang und 6m breit. Ich ließ das Licht der Taschenlampe durch die Dunkelheit wandern. In der Mitte stand eine kleine Säule, gerade mal 1 Meter hoch, und darauf lag er: Ein klobiger Stein. „Das soll doch wohl ein Witz sein, oder?“, entkam mir sarkastisch. White drehte sich zu mir und blickte mich fragend an. Ich warf einen genervten Blick zurück. „Das Ding da ist eines der Relikte?“, fuhr ich fort. „Lass Dich vom Aussehen nicht täuschen. Er ist wirklich mächtig!“, antwortete sie. Das kam mir wirklich lächerlich vor: Das Relikt sah wie ein simpler Stein aus, den man an beinahe an jedem Straßenrand findet, nur eben größer. „Den hättet ihr wenigsten ein bisschen schmücken können!“, ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Ich ging hin und war bereit in anzufassen. „Dann leg ich halt mal meine Hand drauf! Was soll schon groß pass………!“, dann riss meine Stimme ab, ein Gefühl, als würde mir jemand einen Stromstoß versetzen, durchfuhr meinen Körper, als meine Hand den Stein berührte. Danach spürte ich, wie mich ein Teil meiner Kräfte verließ. Als würde der Stein zu mir sprechen, hörte ich eine fremde Stimme, als meine Augen kein Bild mehr vernahmen: „Danke Fiver, Deine Mission ist beinahe erfüllt! Nur noch ein Stein. Deine Freundin wird Dich zu ihm geleiten.“ Die Stimme verschwand wieder und ich wurde bewusstlos.


„Fiver…“ „Fiver… wach auf!“ Ich begann plötzlich wieder etwas zu hören: eine Stimme, die mich rief, und die mir sehr bekannt vorkam. Sie erklang zunächst nur schwach, doch mit jedem Mal, wenn sie meinen Namen aussprach, wurde sie lauter. Meine Augen öffneten sich wieder. Über mich gebeugt kniete meine Wölfin auf dem Boden. Ich versuchte zu sprechen, was mir anfangs überraschend schwer fiel. „Wo… wo… bin ich?“, fragte ich erschöpft. „Da, wo Du, bevor Du den Stein berührt hast, auch warst!“, antwortete sie, nachdem sie einmal kräftig und erleichtert durchatmete. Wo waren wir… Das war nicht der Raum, in den wir vor einigen Minuten eintraten. Dieser Ort war hell erleuchtet und die Wände schienen nicht mehr greifbar. Der Boden war deutlich zu spüren, jedoch sah es aus, als würden wir in der Luft stehen. Dennoch stand derselbe Stein in dem Raum, aber er hatte sich verändert. Er leuchtete nun hell, nur nicht ganz so stark wie die Sonne. „Wow… sie haben sogar an eine Beleuchtung gedacht! Jetzt sieht das ganze schon ein wenig anders aus!“, sagte ich verwundert und meine Stimme hallte in beinahe endlos wiederkehrenden Echos durch den Raum. Meine Hand war taub, aber sie begann sich bereits wieder zu erholen. White blickte durch den Raum und strahlte Verwunderung und Freude aus. „…und er berührt die heiligen Steine mit seinen Händen, und das Licht wird sich in den Welten wieder ausbreiten. Das Licht, das die Rettung der Welten einläutet…“ erklang White’s Stimme und hallte ebenfalls an den Wänden wider. „Bitte WAS???“ „So lautet eine Zeile der Überlieferung. Jetzt weiß ich um die Bedeutung dieses Satzes Bescheid!“, klang sie erfreut. Mir schlug das Herz schneller als ich sie in diesem Licht stehen sah. Jedes Haar ihres Fells war zu erkennen, und in ihren leichten Bewegungen, die sich machte, sah es aus, als würde ein kleine Brise Wind über ihr Fell wehen. Es schien, als würden Lichtpartikel an ihrem Körper vorbeiwandern. Sie sah plötzlich zu mir und war über meinen Blick erstaunt. Sie lächelte als sie fragte: „Was siehst Du?“ „Nichts, nur das wahrscheinlich schönste Wesen, das mir je in den Sinn kam.“ Ihr entkam ein Kichern, was mich wieder zur Besinnung brachte, und mir war es ein wenig peinlich, als ich merkte, wie ich sie anglotzte. Noch immer ein wenig betäubt setzte ich mich auf den Boden und lehnte mich mit dem Rücken an jene Säule, die den Stein trug. Ich sah mir den Schlüssel an, mit dem ich die Tür öffnete. „Sieh mal einer an, mein Haustürschlüssel! Komischer Zufall, nicht wahr?“ „Ist alles in Ordnung?“, fragte sie, leicht um mein Befinden besorgt. „Ja.. ja... glaube ich zumindest. Was ist passiert?“ „Ich weiß nicht. Du hast den Stein berührt, dann hat mich irgendwas geblendet und ich hab Dich auf den Boden liegend wieder gefunden!“ Ich klopfte mir den Staub aus Fell und Gewand. „Hast Du, wie ich den Stein berührt habe, etwas gesagt? Mir schien, als hätte sich jemand bei mir bedankt.“ „Nein. Kein einziges Wort. Ich hab nichts gehört noch gesagt.“, antwortete sie. Sie nahm meine Schnauze in ihre Hand, fuhr streichelnd darüber, während sie über mir hockte. Sie sah mich lobend, aber auch mit einem prüfenden Blick an. „Anscheinend hat es funktioniert, der Stein arbeitet wieder. Ich dachte schon, Du wachst nie mehr auf, Du hast fast zwei Stunden geschlafen.“ Erstaunt atmete ich durch. Mir erschien es gerade Mal wie eine Minute. „Ich bin auf jeden Fall froh, Dich wieder zu haben.“, ihre Stimme war wieder etwas entspannter geworden.


Wir standen nacheinander wieder auf, ich nahm sie in meine Arme und rieb meine Nase kurz an ihrer. „Ich glaube wir gehen besser weiter, was meinst Du?“, fragte ich mit leiser Stimme. Sie stimmte mit einem Nicken zu. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Unter Wölfen! „Gut, die Aufgabe ist bereits fast wieder erfüllt. Nur noch ein Stein!“, unterbrach White die Stille, die wir uns während dem Gehen schenkten. „Das hat mir diese Stimme auch gesagt!“ „Hmm? Von welcher Stimme sprichst Du?“ Es erfreute mich zu sehen, wie sie so vor mich her ging. Ihre Bewegungen waren so geschmeidig, es schien beinahe so, als würde sie schweben. Der Wind, der durch ihr Gehen über ihren Körper strich, ließ jedes einzelne Haar ihres Fells, wie Weizen auf einem Feld, tanzen. „Ich habe doch kurz erwähnt, dass ich, als ich den Stein berührte, eine Stimme gehört habe. Sie hat sich bei mir bedankt und genau das gleiche gesagt wie Du jetzt eben.“, ich machte wohl einen nachdenklichen Eindruck. „Die Welt für Deine Gedanken, Fiver! Was bedrückt Dich?“ „Die Stimme, die ich hörte… Ich weiß nicht, sie klang so vertraut. Sie erinnert mich an etwas, dass ich als Welpe verloren habe… Auch wenn ich fast nicht an diese Zeit zurück denken kann, so erinnere ich mich plötzlich wieder an meinem Vater!“, ich musste mich zusammenreißen, meine Stimme wurde schwer. „Deinen Vater? So wie Dein Befinden jetzt ist, muss mit ihm irgendetwas Schreckliches passiert sein.“ Stimmt ja, über unsere Eltern hatten wir ja noch kein Wort verloren. „Mein Vater starb bei einem Arbeitsunfall. Ich erinnere mich nur wenig an ihn. Das einzige, was sich richtig in meine Gedanken gebrannt hat, ist der letzte Moment, in dem ich ihn sah, und ich zu ihm sagte er solle heute nicht in die Arbeit gehen. Es hört sich komisch an, aber ich wusste, dass etwas passieren würde!“ „Also hat es mit dem in die Zukunft sehen, wirklich etwas auf sich. Tut mir leid, ich weiß wie Du Dich fühlen musst! Ich habe meine Mutter und auch meinen Vater nie kennen gelernt. Sie wurden beide Opfer des Krieges als ich gerade ein paar Tage alt war. Ich wurde von einem gemischten Pärchen gefunden. Eine junge, selbstbewusste Füchsin und ein eher scheuer Luchs. Komische Familie, nicht wahr?“ Mir zog ein Lächeln ins Gesicht. „Ich finde, es gibt keinen besseren Beweis dafür, dass die Arten untereinander glücklich sein können.“ „Wie auch immer, irgendwann hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt, und habe mich von meinen Adoptiveltern verabschiedet. Ich wollte Wesen suchen, die ebenfalls Wölfe sind wie ich; um zu erfahren, wer ich bin. Diejenigen, die ich fand, erkannten wohl, dass ich diejenige bin, die Dich im Falle des Falles finden würde und nahmen mich in den Kreis der Schriftrollenwächter auf und wiesen mich in ihre Geheimnisse ein. Sollte sich die Prophezeiung bald erfüllen, und alles wieder in Ordnung sein, werde ich den Kreis wieder verlassen und in der Hoffnung, dass meine Adoptiveltern noch leben, versuchen sie wieder zu finden.“ Es kehrte wieder für einige Minuten nachdenkliche Stille ein, bis diese wieder erneut gebrochen wurde. „Ich glaube es ist das Beste, wenn wir die Wächter aufsuchen bevor wir weitere Schritte machen. Sie sollen Dich kennen lernen. Aber bitte habe Verständnis. Manche von ihnen sind sture Wesen und empfinden wenig Sympathie für andere Arten.“ „Also sie wissen, dass ich ein Fuchs bin und die Welten retten soll, aber sie mögen mich nicht? Witzige Mischung!“, das gefiel mir wirklich, ich war bereits schon jetzt auf ihre Haltung mir gegenüber neugierig. Der Weg, über den wir die Wächter erreichen sollten, zog sich bereits wieder eine Dreiviertelstunde.


Vor uns erstreckte sich eine Wand aus Bäumen, welche ziemlich schaurig auf mich wirkte. Ich blieb stehen und ließ zunächst meiner Nase freien Lauf, um die Umgebung zu prüfen. Der Wind, der durch die Bäume fuhr, trug mir einen schwachen Geruch zu. „Wölfe!“, erschrak ich, und wich instinktiv einen Schritt zurück. White lachte: „Was hast Du erwartet? Wir betreten unser Gebiet!“ Ich konnte mich erinnern, dass ich, als wir starteten, noch neugierig darauf war, die Wächter kennen zu lernen, aber diese Neugier wandelte sich nun langsam in Angst und Scheu. „Ich weiß nicht, White. Irgendwie habe ich bei der Sache kein gutes Gefühl!“ „Vertrau’ mir. Dir wird nichts geschehen, solange ich bei Dir bin.“, sagte sie und ihre Worte taten Wirkung: Mein Herzschlag beruhigte sich. White betrat den Wald, und ich begann ihr zunächst zögernd zu folgen. Wenn man den Geruch der Wölfe ignorierte, roch man die wunderbar feuchte Luft, die durch die Bäume streifte und den Duft von deren Blättern trug. Zwischen den Baumkronen kroch Nebel über unseren Köpfen hinweg. Die Sonnenstrahlen, die es schafften durch die Blätter zu dringen, schufen ein herrlich idyllisches Bild und landeten auf unseren Körpern. White war ein klein wenig vorausgegangen und blieb nun zu mir blickend stehen, um das Farbenspiel meines Fells zu beobachten. „Wow! Dieses Schimmern ist hypnotisierend!“, sagte sie, als ich mich ihr wieder genähert hatte. „Ich danke Dir!“, antworte ich, unwissend ob sie dies nun wirklich als Kompliment meinte. „Warum hattest Du eigentlich bislang noch nie eine andere außer mir, wenn ich so fragen darf?!“ Ich war überrascht, dass wir gerade hier wieder auf dies zu sprechen kamen. „Ich, äh…. Ich weiß nicht!“, sagte ich, als mir nicht sofort eine Antwort darauf einfiel. „Ich vermute, weil ich mich bisher noch nicht nach einer Gefährtin umgesehen habe, und auch nicht den Drang danach verspürte, eine zu finden. Außerdem fehlen mir, glaube ich, auch Mut und Worte, um die Initiative zu ergreifen.“ Stimmt ja auch, der mutigste war und bin ich nicht. White war es, die unsere Beziehung zum Start verhalf, nicht ich. „Und von einer Füchsin kam die Initiative auch nicht!“, fügte ich noch hinzu. Sie lachte mich an. „Bedauernswerte Füchsinnen, die Dich an eine Wölfin verloren.“, sagte sie. Ich begann mich aus Scham unter den Augen zu kratzen. „Ich fühle mich geschmeichelt!“, spaßeshalber verbeugte ich mich vor ihr. Ich wollte ja lachen, aber war mir das in diesem Augenblick zu riskant. „Was hältst Du davon weiterzugehen? Ich bin schon ganz verlegen.“, White erhörte meine beinahe schon flehend klingenden Worte, und wir fuhren unseren Weg fort. „Jetzt weiß ich wenigstens, womit ich Dich ein wenig nerven kann, wenn mir langweilig ist!“, sagte sie lachend. „Gut das Langeweile ein Luxus ist, den wir uns in den nächsten Stunden sicher nicht leisten können.“, antwortete ich erleichtert, obwohl ich wusste, dass sie nur meine Anspannung lösen wollte, welche sich durch die Angst vor den Wölfen im meinem Körper gesammelt hatte. Nun endlich, an einer sehr abgelegenen Stelle in dem Wald, machten wir kurz halt. Der Geruch der Wölfe wurde stärker, und der Drang umzudrehen und zu flüchten wurde immer größer, doch ich hatte ihn mehr oder weniger im Griff. Kein Wunder, dass nur wenige Füchse oder auch Luchse wagten, dieses Gebiet zu betreten – ich hatte ein sehr ungutes Gefühl. „Unser Ziel ist bereits in Sichtweite… Sieh mal da drüben!“, sagte sie nun eher leise, als würde sie niemanden aufwecken wollen. Sie deutete auf einen Höhleneingang in einer Felswand am Rande des Waldes. Langsam setzten wir unseren Weg fort. Der Höhleneingang war riesig und auf keinen Fall unauffällig. Aber es war ja auch egal, denn welches Wesen würde schon wagen in diese Höhlen zu steigen, wenn es keinen Wolf in Begleitung hat. Es führte ein Weg abwärts in die Höhle, in ein Labyrinth aus Gängen. Doch bislang war kein einziger Wolf zu sehen.


Angsterfüllt begann ich White zu fragen: „Wo sind Deine Artgenossen?“ „Sie haben wohl gerade eine Versammlung, ich höre sie bereits aus Richtung des Saales.“, sie deutete in die gemeinte Richtung. Als ich genau hinhörte waren leise Gespräche wahrzunehmen. „Das ist ja beinahe perfekt, jetzt lernen Dich gleich alle auf einmal kennen!“ – naja, ihren Optimismus in allen Ehren, aber die Freude, die sie Empfand, konnte ich nicht mit ihr teilen. Die Gespräche stoppten, als wir uns dem Saal näherten. Anscheinend hatten sie uns bereits gewittert oder gehört. Alle Gänge und Räume in diesem Labyrinth waren offen, nur der Saal hatte eine Tür als Eingang, und obwohl wir noch nicht mal einen Fuß hineingesetzt hatten, hörte man bereits jemanden der Gemeinschaft durch die Gänge rufen. „Kommt herein, wir haben bereits auf euch gewartet!“. Mein Blick wanderte eher erstaunt zu meiner Wölfin, die mich bereits lächelnd ansah. „Warum so scheu, tritt doch ein!“, sagte sie. „ähmm, sorry… Ich bin doch nicht lebensmüde. Die reißen mich doch in Stücke, wenn sie einen unbekannten Fuchs hier sehen. Wolf-Ladies First.“ Sie konnte sich ein kleines Lachen nicht verkneifen und bewegte ihre Hand zur Tür, um sie zu öffnen. Jetzt gab es wohl kein Zurück mehr. Sie trat ein und ich folgte ihr im Abstand von nicht mal einem Meter. „Meine Freunde, ich bringe euch den Traveller!“, brach sie mit ihren ersten Worten die Totenstille. Ich hatte noch nie einen so beeindruckenden Raum gesehen: Er war riesig. Säulen ragten an der Wand des Raumes bis zur Decke empor. Die Aufstellung der Tische war der eines Gerichtssaales gleich. Und es waren mindestens 40 Wölfe anwesend. Auf dem vordersten Tisch, auf den sich alle Blicke richten konnten, saß der Anführer der ganzen Sippe. Unsere Schritte führten durch die Mitte des Saals bis nach vorne, links und rechts an Wölfen vorbei, die man flüstern hörte, und manch einer von ihnen (auch wenn nur ein kleiner Teil) konnte sich ein leicht-böses Knurren nicht verkneifen. Tja, ich fühlte mich bereits wie zuhause. „Kommt näher zu mir, meine Lieben!“, lies der Alpha durch den Raum gleiten. Wir standen nun direkt vor ihm. „Was jetzt?“, fragte ich White leise, aber zugegeben unvorsichtig. „Schttt… sei leise, ich mach das schon. Er ist auf unserer Seite, keine Angst!“, fügte sich noch um einiges leiser hinzu. „Laisu, ich habe ihn gefunden. Er hat sich bereiterklärt, die Aufgabe anzunehmen.“, Laisu war also sein Name. Er blickte mich mit einem prüfenden, bösen Blick an. Seine Freude kannte keine Grenzen. „Ist das so, Fiver?“, begann er mit mir zu sprechen. „Ähmm… j..ja Sir, das stimmt!“, antwortet ich stotternd. Mein ganzer Körper zitterte. Ich fühlte mich hier zu sehr ausgeliefert. Der Drang, mich in das nächstbeste Loch zu verkriechen, war unausstehlich groß. Sein Blick wandelte sich freundlicher. „Ja, Du musst es sein, Kleiner. Ich freue mich, Dich kennen zu lernen, Fuchs!“ Ich war überrascht. Er war anscheinend doch ganz freundlich. Mein Körper begann sich ein wenig zu beruhigen. „Bitte nenn mich nicht Sir. So angespannt ist die Lage hier nicht. Mein Name ist Laisu. Und Du musst Fiver sein!“ „Ja, Sir…ähm, Verzeihung… Laisu!“ „Was willst Du? Was hast Du hier zu suchen, verdammter Fuchs!“, schrie plötzlich stehend ein grauschwarzer Wolf aus der Gemeinschaft auf. Das war wohl einer derjenigen die Füchse nicht ausstehen können, oder wie? „Paido, ich hab schon einmal gesagt, Du bist zu aufmüpfig. Setzt Dich gefälligst nieder und mach Dein Maul nur auf, wenn Du Dir überlegt hast, was Du sagst, verdammt noch mal.“, die Stimme des Alphas erhob sich verdammt schnell, Paido war anscheinend nicht nur jetzt ein Unruhestifter. Mit geneigtem Haupt und den Worten „Natürlich Laisu, verzeih..“ setzte sich Paido wieder knurrend nieder. Laisu genoss unter den Wölfen einen riesigen Respekt. Verständlich. Er war sehr groß geraten, das sah man, obwohl er hinter einem Tisch saß. Der Körperbau war sehr muskulös. Sein Fell war durchgehend Pechschwarz, und die sehr hellbraun, beinahe orangen Augen wirkten extrem unheimlich. „Du musst meinen Leuten ihr Misstrauen verzeihen.“, entschuldigte sich Laisu.


„Aber wie ich sehe, hast Du ja auch schon Wölfe gefunden, die Dich sehr gut leiden können!“, sein Blick richtete sich auf White, welche nach einem untergeordneten Blick auf Laisu, ihre Augen auf mich richtete und mir ihre Hand in die meine legte. Vor ihm hätte man es sowieso nicht verheimlichen können, dazu sah er zu viel. „White, Du weißt das es verboten ist, eine Beziehung mit dem Traveller einzugehen, oder?“ „Ja…“ „Noch dazu ist er ein Fuchs, White. Du kennst die Regeln unseres Rudels.“ „Ich weiß, Laisu. Es tut mir Leid, dass ich die Regeln gebrochen habe, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich ihn liebe.“, als sie diese Worte sagte, begann die Menge entsetzt zu flüstern. „Du weißt, dass ich normalerweise Konsequenzen daraus ziehen müsste…“ „Ich weiß, Laisu. Und ich werde diese tragen, wenn es sein muss. Ich kann nichts dafür, dass diese Gefühle entstanden sind. Ich bitte nochmals um Verzeihung.“ Whites Kopf hatte sich unterwürfig geneigt und klang auch dementsprechend. „Liebe ist nichts, wofür ich die Empfindenden strafen würde, Du kennst mich glaube ich so weit. Genau so wie jeder in diesem Raum!“ Kaum warf er einen Blick durch den Saal legte sich das entsetzte Flüstern wieder, das einige Wölfe begannen, als White ihre Zuneigung zu mir gestand. „Belassen wir es einstweilen dabei.“, fuhr Laisu fort. „Solange die Aufgabe ohne Verzögerung erfüllt wird, sollst Du von mir aus bei ihm bleiben. Aber sollte das Erreichen des Ziels durch eure Beziehung gefährdet sein, wirst Du ihn nie wieder sehen, verstanden??“, also ganz so freundlich klang er nun nicht mehr. „Wir haben verstanden, Laisu!!“, warf ich ein. „Gut!“, war das einzige Wort, das er auf meine Antwort sagte. Ich wollte unbedingt aus diesem Raum. Die Blicke der Menge durchbohrten mich bereits. „Mit Verlaub, Laisu. Ich würde wirklich gerne meine Aufgabe zu Ende bringen. Die Anspannung in diesem Raum ist unerträglich.“, ich gebe zu, es war nicht gerade freundlich, was ich da sagte, aber es wahr wirklich nicht länger auszuhalten. „Bitte Verzeih, Fiver. Ich wollte mich nur noch bei Dir für Deine Aufopferung bedanken. Also, worauf wartet ihr noch? Geht!“. Er hatte mindestens genauso viel Respekt vor mir wie ich vor ihm. Wir beide verbeugten uns kurz vor dem Alpha und schritten wieder in Richtung Ausgang. White schlug mir leicht mit der Faust auf die Schulter, ich vermutete für meine letzte Bemerkung gegenüber Laisu. Der Weg durch den Raum zur Tür war, dank der Blicke der Menge, wie eine Ewigkeit. Als wir die Hälfte des Raumes durchschritten hatten, stand plötzlich Paido auf, rannte durch die Sitzreihe und warf sich mit einer irrsinnigen Wucht auf mich, und ich landete unsanft mit dem Rücken auf dem Boden, mein Kopf schlug auf eine Erhöhung kurz vor einer der Sitzbänke auf und Paido kniete sich auf meinen Brustkorb. Seine Krallen hatten mir unter dem rechten Auge einen mächtigen Kratzer versetzt. „Paido, hör auf damit, Du Idiot!“, schrie White auf. Die Menge tobte aufgeregt hin und her. Während einige über das Geschehen entsetzt waren, riefen andere Paido ermutigende Worte zu. „Pass auf, Fuchs. Wenn Du in irgendeiner Weise meine Freundin anpackst, werde ich Dich töten, hast Du das verstanden?“ Zwar benommen, konnte ich immer noch grinsen, richtete meinen Kopf auf und antwortete mit einer sarkastischen, leisen Stimme: „Sorry, das ist ja dann schon mal zu spät!“ Aus der Wut, die durch meine Bemerkung entstand, verbiss er sich schneller, als ich reagieren konnte, in meinem Hals. Das Atmen viel mir bereits immer schwerer und der Biss wurde immer fester. Ich konnte ihm in die Augen sehen. White versuchte ihn von mir loszureißen, jedoch hatte sie Angst, mich dadurch nur noch mehr zu verletzen. Als ich dachte, es sei wirklich aus, sah ich den Alpha in unsere Richtung stürmen. Er setzte zum Sprung an und riss Paido mit einem Biss in den Nacken vor mir ab. Ich war erstaunt, dass sich Wölfe, obwohl sie bereits auf zwei Beinen gingen, auf vier Pfoten immer noch so gut bewegen konnten. Das hatten wir anderen Arten wohl verlernt. Ich atmete tief durch und griff mir in der ersten Reaktion auf den Hals. Dann sah ich meine blutigen Hände benommen an. White beugte sich über mich und kontrollierte meine Wunden. Sie sprach zu mir. Jedoch konnte ich sie nicht mehr richtig verstehen. Mich hatte es wohl doch ziemlich schlimm erwischt. Ich konnte nicht mehr vermeiden in Ohnmacht zu fallen.


--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Kein Ausruhen! Langsam kam ich wieder zu mir und ich konnte meine Augen wieder öffnen. Der Traum, den ich hatte, war seltsam, wieder beinahe genau derselbe wie der letzte, nur dass ich diesmal nicht mehr angeschossen wurde. „Du hast Glück, Kleiner… Du hältst mehr aus, als man Dir ansehen würde!“, ich bewegte meinen Kopf nach rechts um zu sehen, wer mit mir sprach. Der Alpha hatte es sich auf einem Sessel neben mir gemütlich gemacht. „Wieso musstest Du ihn auch provozieren?“, fügte er hinzu. „I… ich…“ das Reden viel mir verdammt schwer. „Ich weiß es nicht!“ „Blinde Liebende. Du wolltest ihr imponieren, oder?“, sprach Laisu herablassend. Konnte sein, dass ich das tun wollte. Wie dumm von mir mich mit einem Wolf anzulegen! „Wie… wie lang war ich weggetreten?“ „Beinahe 2 Stunden! Deine Verletzung heilen zu meiner Überraschung verdammt schnell. Du hast gleich wieder aufgehört zu bluten nachdem Paido losgelassen hatte. Idiotischer Wolf!“ „Ich hoffe er ist nicht in der Nähe, noch mal muss ich das Vergnügen nicht haben.“, sagte ich mit beeinträchtigter Stimme. „Keine Sorge, ich habe in vorübergehend wegsperren lassen. Er dürfte sich bald wieder beruhigen. Liebst du White wirklich, oder ist es nur vorübergehend weil sie nicht sie selbst ist. Paido liebt sie wirklich!“ Versuchte er sein Rudel fuchsrein zu halten? „Aber White liebt ihn nicht! Sie hat mir von ihm bereits erzählt. Sie hatte zwar seinen Namen nicht erwähnt, aber irgendwie ist es ja mehr als offensichtlich, dass er gemeint gewesen war.“ Ich wusste, er sprach auf ihre Läufigkeit an, die mittlerweile wohlgemerkt schon wieder vorüber war. Und mit versucht erhobener Stimme gab ich ihm zur Kenntnis: „Ich liebe sie… und ich würde für sie sterben.“ „Und das aus dem Mund eines Fuchses, die ja bekanntlich nicht für Mut und Selbstlosigkeit stehen!“. Bitte was? Hatte ich richtig hört? Ich verspürte eine leichte Wut in mir ansteigen. „Ich glaube eher, dass Du uns unterschätzt, Wolf! Wir sind nur nicht leichtsinnig!“ „Und das jetzt aus Deinem Mund!“, sagte er auf eine abwertend fiese Art. „…aber ich glaube Dir. Nur bedeutet das nicht, dass ich es gut heiße!“, waren Laisu’s Worte. Ich lag wohl in seinem Gemach. Es war ein sehr weiches Bett, irgendwo in einem Raum des Labyrinths. „Kannst Du aufstehen?“, fragte mich Laisu. Ich versuchte es, und mit einigen Schmerzen die mein Rücken und mein Kopf auslösten, gelang es mir nach einigen Minuten. „Wir haben durch diesen Zwischenfall unnötig Zeit verloren. Ich hoffe, Du kannst weitermachen. Ach ja, wie gesagt, ich möchte, dass Dich jemand begleitet.“ In diesem Moment kam White durch den Eingang. „Fiver, geht es Dir wieder gut?“ „Naja, ging schon besser!“, antwortete ich lachend mit schwächlicher Stimme. „Du bist ein Idiot, weißt Du das. Du musst mir verdammt noch mal nichts beweisen, okay?. Das hätte eben so gut Dein Ende sein können!“ „Meine Frage ist, ob Dir ein Idiot gefällt, und ob Du ihn auf seiner Reise weiterhin begleiten willst.“ Im Gegensatz zu meiner Erwartung blieb ihr Gesicht ernst. „Sei in Zukunft einfach vorsichtiger. Ich sagte doch, nicht alle Wölfe können Füchse ausstehen, aber das hast Du ja jetzt gelernt.“, sie kam näher mit einer Träne im Gesicht, umarmte mich plötzlich fest und redete mir mit einer weinerlichen und doch erleichterten Stimme ins Ohr: „Ich hatte eine scheiß Angst um Dich, weißt Du das?“ „Es tut mir leid; es wird nicht wieder vorkommen, versprochen!“ Das gesamte Gespräch hörend viel uns Laisu ins Wort: „Tut mir Leid meine Turteltauben. Wir haben keine Zeit für das. Bitte Fiver, ihr müsst nun weiter. Wer weiß wie lange die Steine das Gleichgewicht noch halten können. Vielleicht ist es bereits zu spät!“ Seine Bitte klang schon fast bettelnd. „Ich werde versuchen so schnell zu sein, wie ich kann!“, wollte ich ihn beruhigen.


Wir traten kaum aus dem Raum, schon schrie uns Laisu hinterher: „Warte, Fiver… Du hast etwas vergessen.“ Er hielt meine Halskette in der Hand. „Ich danke Dir vielmals.“, ich blickt zu White, „Das wäre wohl unverzeihlich gewesen! Tut mir leid!“ „Du benimmst Dich ein wenig seltsam! Ist alles in Ordnung?“, warf White ein. „Ja, ja, keine Sorge. Es ist alles in Ordnung.“ Der Weg aus dem Labyrinth war hart, beinahe jeder Schritt, den ich tat, fügte mir Schmerzen zu. Die Wunden auf meinem Hals waren zwar wirklich schon fast wieder verheilt, mir kam es aber so vor als könnte ich immer noch jeden einzelnen Zahn spüren. Endlich waren wir wieder an der frischen Luft angekommen. „Ab jetzt wird der Weg steiler, der letzte Stein befindet sich auf einem kleinen Berg. Glaubst Du, Du schaffst das?“, fragte White besorgt. „Ich hab wohl keine andere Wahl als es zu versuchen, ich habe schließlich eine Aufgabe!“ „Du bist wirklich einzigartig, weißt Du das? Ich habe noch keinen Fuchs wie Dich getroffen.“ „Erst seitdem Du bei mir bist bin ich das geworden. Erst seitdem Du bei mir bist….“ Wir setzten unseren Weg fort. Ich fühlte mich sicher, mit ihr an meiner Seite… Der Weg zum besagten Berg sollte sich über eine Stunde dahin ziehen… ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Timothy und Fiver Den Wald hatten wir hinter uns gelassen und wir gingen nun auf einem steinigen Pfad. Er war wirklich ein wenig steiler, jedoch, obwohl es kaum erwähnenswert erschien, kostete mich das Gehen hier wesentlich mehr an Kraft. White machte es nichts aus, sie atmete kaum schneller als normal und musste immer auf mein Nachkommen warten. Dank Paido war ich ein Wrack. Nicht nur, dass ich fast keine Energie mehr hatte, ich konnte auch, wegen dem Kratzer, den er mir auf dem rechten Auge versetzt hatte, und das ich nur mehr halb öffnen konnte, gerade mal die Hälfte sehen. „Willst Du eine Pause machen?“, gab White von sich – verständlich, denn sie musste mittlerweile schon alle fünf Minuten auf mich warten. „Nein, ist schon in Ordnung, White. Wir haben dazu keine Zeit. Es ist ohnehin nicht mehr sehr weit.“ „Woher weißt Du das?“, fragte meine Fähe neugierig. Ich wusste es selber nicht, ich spürte es einfach, außerdem kam mir die ganze Gegend aus meinen Träumen bekannt vor. „Instinkt!“, antwortete ich sarkastisch. White setzte ihren Weg wieder fort und ich versuchte ihr weiter zu folgen. Es war wieder ein wenig steiler geworden. Plötzlich gaben für einen Augenblick meine Füße nach und ich stolperte auf dem harten Steinboden und rutschte ein wenig den Hang hinunter. „FIVER!“, White rannte zu mir zurück und wollte mir hoch helfen, doch ich schubste sie weg. „Es geht schon. Keine Sorge!“, ich war irgendwie sauer, auf alles was passiert war. Warum gerade ich? „Sei nicht stur, hast Du vergessen, dass ich Deine Freundin bin? Lass mich Dir helfen, verdammt noch mal!“ Ich wusste, sie hatte Recht, und als sie mir wieder zur Hand ging ließ ich sie gewähren. „Hätten wir ein wenig mehr Zeit zum Ausruhen gehabt, stünde ich hier nicht wie ein Schwächling da!“ „Du musst Dich nicht bei mir entschuldigen, ich sehe Dich nicht als Schwächling. Du hast doch Laisu gehört. Jemanden, dessen Wunden so schnell verheilt sind, hat er noch nicht gesehen. Jeder andere hätte sich länger ausruhen müssen.“, sie baute mich mit diesem Worten wenigstens wieder ein bisschen auf! „Das wäre bei mir auch nicht schlecht gewesen.“, musste ich hinzufügen, „Gott sei Dank muss ich das ganze nicht allein machen. Danke fürs Aufhelfen. Danke, dass du mich begleitest!“ Vorausgehend setzte ich den Weg fort. White wollte von nun an das Schlusslicht sein. Man sah bereits auf dem Weg liegend die kleine Säule, wir hatten nun nur noch ein paar Schritte vor uns.


Als wir angekommen waren, sah ich zunächst ein wenig um. Ich blickte über eine weite, flache Landschaft. Und nicht allzu weit von uns entfernt, begannen die ersten Häuser von Minéima in Richtung des Himmels hochzuschießen. Hätte die Sonne durch die dicken Wolken dringen können, wäre es ein noch schönerer Anblick sein gewesen. Aber wir hatten keine Zeit, um zu warten. Ich sah mir den Stein genauer an. Er sah anders aus als der erste, den ich gesehen hatte. Im Gegensatz zu dem, hatte dieser eine schöne Form. Man mochte fast glauben er wurde darauf zugeschliffen. Es war zwar immer noch keine eindeutige Form oder Figur, aber er sah wenigsten nicht wie ein Straßenstein aus. Ohne White ins Gesicht zu sehen, immer noch mit dem Augen auf das Relikt starrend, sagte ich: „Nun ist es wohl soweit.“ Es war mir klar, dass wenn ich jetzt auf den Stein griffe, noch mehr Kraft aus meinen Körper gesogen werden würde. „Willst Du noch ein wenig warten?“, kam eine Frage von White. „Nein, tut mir leid. Ich will das jetzt hinter mich bringen.“ White kam mir noch einmal näher, und umarmte mich während sie mir besorgt in das Ohr flüsterte: „Bitte sei vorsichtig, okay! Lass Dir nicht einfallen mir hier wegzusterben, verstanden?“ Ich sah ihr in die Augen, welche mich bereits glasig ansahen. „Ich liebe Dich, White!“, sagte ich, ohne ein Versprechen abzugeben zurückzukehren. Ich halte nichts von Versprechen, die sich vielleicht nicht einhalten lassen. „White? Bitte tritt ein paar Schritte zurück, nur zur Sicherheit.“ Ich schaute nun wieder auf den Stein. Dieses Bild erinnerte mich an meinen Traum und an einen gewissen Schmerz, der damit verbunden war. Als White ein paar Schritte zurück getreten war, berührte ich den Stein. Wieder spürte ich, wie die Kraft aus meinen Körper gerissen wurde. Es kam mir zwar nicht mehr ganz so heftig wie beim ersten Mal vor, aber das Gefühl war immer noch seltsam. Wieder begann ich jemanden sprechen zu hören. Und nicht nur das: Ich wurde durch den Blitz des aufleuchtenden Steines geblendet und vor mir enthüllte sich wieder ein Bild. Ich wanderte auf einmal im Nebel, ohne dass ich weiter als fünf Meter sah. „HALLO?“, rief ich durch den endlosen, weiß leuchtenden Raum, durch den ich wanderte. Doch ich erhielt keine Antwort. Trotzdem rief ich weiter. Ich begann bereits den Mut zu verlieren und blieb stehen. Als sich plötzlich der Nebel lichtete und sich die Silhouette eines Fuchses näherte. Er war nicht wirklich größer als ich. Ich kam näher. Der Geruch, den ich vernahm, erinnerte mich wieder an etwas… und mein Atem blieb stehen, als ich sah wer vor mir stand. „Hallo Fiver… Ich habe Dich schon lange nicht mehr gesehen!“ Ich brach fast zusammen und konnte meinen Augen nicht trauen. Es war… „Dad? Ist es… Wie… ist das möglich??“ „Du kannst Deinen Augen trauen, Kleiner.“ „Aber… Du bist gestorben. Wie kann es sein, dass Du in dieser Welt bist.“, ich bekam eine wacklige Stimme und war den Tränen nahe. „Wenn ich es nur erklären könnte, Fiver. Glaub mir, ich wüsste es auch gerne. Ich weiß nicht genau warum ich dazu erwählt wurde, aber ich bin die Seele der Steine.“ Ich konnte mich kaum bewegen. Er kam mir immer näher. „Du bist gewachsen, mein Sohn.“ Ebenso überwältigt wie ich es war, blickte er mich an. Als er mir genau gegenüber stand, umarmte er mich plötzlich. Dieser Geruch, ich hatte ihn schon so lange vermisst. Er war es wirklich. Erst jetzt erwiderte ich die Umarmung, und zog ihn dadurch näher an mich. Ich begann zu weinen. „Ich habe Dich so vermisst… Wieso hast Du damals nicht auf mich gehört?“, war die Frage, die ich ihm immer stellen wollte, seitdem er damals das Haus verlassen hatte. „Es tut mir Leid, mein Junge. Es tut mir wirklich Leid…“ Bis wir von einander losließen vergingen einige Minuten.


„Du hast es geschafft, Fiver. Deine Aufgabe hast Du gerade noch rechtzeitig erfüllt. Ich bin wirklich stolz auf Dich, mein kleiner Welpe!“, er griff mir mit der rechten Pfote auf den Kopf, und fuhr mir lobend durchs Fell. Ich genoss diese Berührungen. „Was passiert nun?“, fragte ich. „Ich kann Dir diese Frage leider nicht beantworten. Es heißt, Du wirst einen Weg nach Hause finden.“ „Und was geschieht mit dir, kommst Du mit mir?“, stellte ich diese Frage, obwohl ich die Antwort darauf schon gekannt habe. „Du weißt, dass das nicht möglich ist. Ich habe ein Aufgabe, genau wie Du sie hast… wie sie jeder von uns hat. Meine ist es über die Steine auf höherer Ebene Wache zu halten. Was Deine Aufgabe ist, wirst Du bald von Deiner Freundin erfahren.“ Was meinte er damit? „Ich dachte, es wären alle Aufgaben erfüllt!“ „Mein Junge. Aufgaben gibt es immer. Sonst wäre das Leben uninteressant, oder nicht?“ Er begann sich wieder zurückzuziehen. „Ich muss jetzt wieder gehen, Fiver… Freut mich zu sehen, dass aus dem kleinen Welpen, den ich kannte, Du geworden bist. Pass auf Dich auf und richte Deiner Mutter und Deinen Geschwistern aus, dass ich sie liebe!“ Seine Form verschwand bereits wieder vor mir. „Nein, warte… ich habe noch so viele Fragen an Dich… wie soll ich denn die Antworten darauf bekommen?“, schrie ich durch den Raum. „Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir uns treffen. Aber dies ist dann bei einem anderen Anlass. Es hat mich wirklich gefreut, Dich wieder zu sehen…“ Seine Form begann wieder zu schwinden… „Ich… W….Wir ….. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder… Auf Wiedersehen… Timothy!!“ Meine Stimme war schwer und ich bekam diese Worte beinahe nicht heraus. „Wir sehen uns!“, erklang seine Stimme ein letztes Mal. Das Licht begann wieder zu verschwinden und ich wachte auf. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Verloren! Meine Augenlieder öffneten sich wieder. Ich versuchte mich aufzurichten und stütze mich mit den Armen auf dem Boden auf. White saß ein paar Meter von mir entfernt und machte den Eindruck, als würde sie beten. Sie hatte nicht gemerkt, dass ich wieder da war. „White!“ Sie riss ihre Augen auf und blickte in meine Richtung. Ohne ein Wort zu sagen rannte sie zu mir und warf sich auf mich. Meine Hände konnten uns beide gerade noch so halten. „Du bist wieder da!“, sie umarmte mich. Ich konnte dies leider nicht erwidern, denn sonst hätten wir am Boden gelegen. Ich blickte während ihrer Umarmung mal genauer durch die Gegend. Wir waren nicht mehr allein. „Seta?“ Warum war sie hier? Woher wusste sie, dass ich hier war? „Wie geht’s, Fuchs. Du hast es also geschafft.“ „Warum bist Du hier, Seta?“ „Ich weiß nicht. Ich hatte Dich irgendwie in der Nähe gerochen. Ich wollte einfach vorbei sehen. White hat mir erklärt, was hier vorging.“ „Ich dachte, Du hasst alle Füchse und Wölfe!“ Sie war ja damals wirklich nicht darüber erfreut mich zu treffen. „Seitdem ich Dich getroffen habe, hat sich manches geändert.“ White die mich immer noch umarmte, ließ nun langsam los und sah mir wieder in die Augen. „Fiver, was willst Du nun tun?“ „Ich weiß nicht. Mein Vater sagte es ergibt sich mehr oder weniger von selber. Ich will eigentlich nur mehr weg von diesen Steinen.“ „Warte ich helfe Dir auf, Fuchs!“, Seta kam näher und tat dies mit Hilfe von White. Ich stütze mich auf beide, denn ich war nicht in der Lage zu gehen, dazu war ich viel zu fertig.


„Ich will wieder ins Haus, White. Hast Du was dagegen?“, fragte ich leise. „Keineswegs. Nichts lieber als das!“ „Ich hoffe, ich halte Dich nicht auf, Seta!“, sagte ich mit Blick zu ihr. „Idiot! Ich habe doch sowieso nichts mehr zu tun, seitdem ich nicht mehr am Krieg teilnehme. Ich will mich revanchieren.“ Sie nahm nicht mehr am Krieg teil, trug aber immer noch eine Waffe? Na gut, es war mir in diesem Augenblick wirklich egal. Wir starteten wieder in Richtung des Bergfußes. Für die beiden musste der Weg jetzt dreimal so schwer sein, da sie mich zu schleppen hatten. Mit einigen Ausrutschern auf dem Weg, die jedoch keine tragischen Folgen hatten, höchstens ein paar kleine Schürfwunden bei jedem von uns, rochen wir nun wieder die bekannte Waldluft. Kaum hatten wir dieses Gebiet betreten, schon begannen die Bäume wieder in den Himmel zu ragen. „Ich weiß, Du würdest gerne sofort nach Hause, aber ich würde gerne noch mal zu den Wölfen zurück. Da Du Deine Aufgabe erfüllt hast, besteht für mich kein Grund mehr bei ihnen zu bleiben. Aber ich möchte ihnen gegenüber nicht unhöflich erscheinen und mich wenigstens bei ihnen verabschieden. Ist das in Ordnung?“, fragte White, nun doch ein bisschen angestrengter atmend. „Wie Du wünschst, mir soll es recht sein!“ Was sollte schon passieren? Die Wolken am Himmel, hatten sich größtenteils gelichtet. Es war bereits wieder Abend geworden und jeder einzelne Strahl der Sonne erhellte Pfad durch den Wald in rotem Licht, ungewöhnlich stark! Als hätte Seta geahnt, was ich dachte, sah sie mich immer noch stützend an. Ihre Augen reflektierten das einfallende rote Abendlicht. „Ich glaube, das hat etwas mit Dir zu tun. Die Sonne schien schon seit langer Zeit nicht mehr so hell. Alle bedrückenden Wolken haben sich verzogen.“ „Glaubst Du wirklich, dass ich das war?“, fragte ich mit einem verschlafenen Blick zu ihr. Man hörte ein kleines Lachen ihrerseits und in ihr Gesicht zeichnete sich ein amüsiertes Lächeln. „Nein!“, gab sie zur Antwort. Alle drei begannen beinahe gleichzeitig zu lachen. Plötzlich verstummte Seta und blieb abrupt stehen. White und ich richten unseren Blick auf sie. Seta’s Blick hat sich gewandelt. Sie hatte ihre Augen und ihr Maul weit aufgerissen und versuchte nach Luft zu schnappen. Sie brach vor unseren Augen zusammen, und lag schließlich regungslos am Boden. Ich ließ aus der stützenden Haltung White’s los. Und kniete mich auf den Boden vor ihr hin. „Seta! Seta! Was ist mit dir! Sprich doch zu mir!“, ich versuchte sie wach zu rütteln doch sie stand anscheinend unter Schock, sie war noch nicht tot. Ich begann jemand wahrzunehmen, dessen Geruch mir zwar bekannt, aber dessen Träger mir nicht freundlich in Erinnerung war. „Unnütze Kreaturen, beinahe so unnütz wie ihr Füchse!“ Wir fühlten uns viel zu sicher und waren unvorsichtig geworden. Wir hatten völlig übersehen, dass er sich erfolgreich angeschlichen hatte. „Pad!“, White erkannte ihren Exfreund. Ein genauer Blick auf Seta’s Rücken, der nach oben lag, zeigte, dass sich über die gesamte Länge von der rechten Schulter bis zur linken Hüfte ein tiefer Kratzer ausgebreitet hatte. Die Furchen jeder einzelnen Kralle waren zu sehen. Er hatte uns aus dem Hinterhalt überfallen und hatte sich als erstes Opfer das Luchs-Weibchen ausgesucht. „Du mieses Schwein!“, versucht ich ihn anzuschreien, so laut es meine Stimme zuließ. White startete ein Angriff auf ihn: „Dafür wirst Du bezahlen, Du verdammter Verräter!“ Sie rannte auf allen Vieren auf ihn zu und wollte ihn mit ihren gefletschten Zähnen an die Gurgel. Jedoch holte er mit seinen Händen gekonnt aus und erwischte sie genau im richtigen Zeitpunkt. Die Wucht, die sie durch ihr Laufen eigentlich für Paido gedacht und angesammelt hatte, entlud sich nun schmerzhaft an dem Baum gegen den er sie schlug. „White!“, schrie ich auf. „Nenn mich nie wieder Verräter. Nicht Du. Nicht eine, die Unzucht mit einem minderwertigen Fuchs getrieben hat, verstanden!? Der wahre Verräter hier bist Du!“, der gesamte Wald, so schien es, war mit seiner hassenden Stimme erfüllt.


„Lass sie in Ruhe Paido. Du… Du willst doch sowieso nur mich töten, oder?“, ich musste ihn von meiner Gefährtin und Seta weglocken, deshalb versuchte ich mich mit Hilfe meiner Arme nach hinten zu ziehen um ein wenig Abstand zu gewinnen. Ich war bereits einige Schritte von ihnen entfernt. Paido stürmte jedoch auf einmal auf mich zu und schlug mir mit der Faust auf meinen Oberkörper, der sich völlig ungeschützt in genau der richtigen Lage für einen Sprungangriff befand. Mein Rücken prallte beinahe genau mit der Geschwindigkeit auf dem Boden auf, die er angesammelt hatte. Wieder kniete er sich direkt auf meine Lunge. „Warum musstest Du hierher kommen, Fuchs. Du hast mir verdammt noch mal alles genommen, was ich bisher hatte.“ Ich versuchte mich trotz der Last, die er auf meinen Oberkörper ausübte, hoch zu richten. Doch es gelang mir kaum. Ich konnte nur meinen Kopf hoch richten, und sah dabei, dass sich White wieder einigermaßen aufgerichtet hatte, und leise versuchte die Schusswaffe von Seta zu erreichen. „Ich habe Dir überhaupt nichts weggenommen. Es war ihre eigene Entscheidung. Es ist allein Deine Schuld, dass sie nichts mehr von Dir wissen will. Sie liebte Dich wie einen Bruder, doch Du wolltest ja unbedingt alles von ihr.“ Er verstärkte den Druck mit seinen Knien ruckartig und drückte mich wieder vollständig auf den Boden. „HALT DIE SCHNAUZE, VERDAMMT! Du hast überhaupt keine Ahnung, was ich für sie empfinde.“ Mein Blick wandte sich wieder unauffällig zu White, die die Waffe nun schon erreicht hatte und begann, sie schussfertig zu machen. Paido hatte sie anscheinend immer noch nicht bemerkt, er war viel zu sehr damit beschäftigt mich zur Schnecke zu machen. Er löste den Druck wieder langsam, so dass es mir möglich war, mich wieder aufzurichten. „Du bist ein Idiot. Was hätte es genützt wenn ihr zusammengekommen wärt. Du hättest zwar was Du wolltest, aber was wäre mit ihr? Wenn ihr es nicht gefallen hätte, wäre es Dir völlig egal gewesen?“, ich versuchte noch ein paar Sekunden herauszuholen, so dass White die Möglichkeit hatte selbst zu bestimmen, wann sie schießen sollte. Paido hatte die Augen voller Zorn aufgerissen, holte einmal kräftig mit seiner Pfote aus und erwischte mich mit voller Wucht, aber nicht mit den Krallen, im Gesicht. Mein Körper prallte wieder auf den Boden. Die Schusslinie die White gewählt hatte, war nun, dass sie genau auf Paidos Rücken zielte, der mit der Vorderseite zu mir blickte. Sie war bereit zu schießen. Paido riss meinen Oberkörper wieder hoch und holte ein zweites Mal aus. Er wollte bereits wieder zuschlagen, jedoch im letzten Moment ließ er mich los und sprang noch auf zur Seite. Mein Körper fiel wieder Richtung Boden, jedoch nicht schnell genug… Der Schuss fiel…. White ließ erschrocken die Waffe fallen. Das Geräusch der Schusswaffe hatte meine Ohren taub gemacht. Ich blickte auf meinen Körper. Meine Brust war voller Blut; ein gewaltiger Schmerz breitete sich in meinem Körper aus. Das Atmen wurde schwerer. White fiel auf die Knie und blickte mich mit weinenden Augen an. Sie brachte kein Wort über die Lippen. Meine Augen richten sich auf Paido, der zwar auch schockiert, aber mich doch eher amüsiert ansah, und mir dabei beobachtete, wie ich angestrengt versuchte zu atmen. „So geht’s natürlich auch!“, ließ der Verräter seine schmutzigen Worte aus dem Mund gleiten. „Toll gemacht, White. Hätte ich selbst nicht besser machen können.“ Sie weinte mittlerweile völlig schockiert über das, was sich in den letzten Sekunden ereignet hatte. Als wäre es noch nicht genug holte Paido noch einmal aus und drückte mir direkt auf die Schusswunde. Ich versuchte die Schmerzen, die dadurch entstanden, herauszuschreien, jedoch kam beinahe kein Ton aus meiner Kehle. Er blickte zuerst auf mich und sah danach White in die Augen. „Was sagst Du, Du Verräterin. Denjenigen, den Du liebst, und der Dich von mir weggerissen hat, hast Du nun selbst erschossen. Komm wieder zu mir. Ich kann Dir doch um soviel mehr bieten als dieser nichtsnutzige Fuchs.“, ich musste mich jetzt schon sehr anstrengen, um die gesprochenen Worte zu verstehen. Es kam mir durch seine gerade gefallene Bemerkung sogar ein Knurren aus der Kehle. „Ich werde niemals zu Dir zurückkehren. Dafür liebe ich diesen nichtsnutzigen Fuchs viel zu sehr.“, ihre Worte vielen mit den Tränen auf die Erde und erreichten unsere Ohren nur leise.


„Du verblödetes, sturköpfiges Wolfsweib. Dann werde ich Dich eben genau so zur Schnecke machen. WIE IHN AUCH!“, im Verlauf seines Satzes wurde er immer lauter, bis er schreiend denselben beendete. Doch genau in dem Moment, als er mich losließ und auf White stürmen wollte, raffte ich mich noch ein letztes Mal knurrend auf, und konnte mit meinen Kiefern seinen Hals zu fassen kriegen. Ich biss so fest zu wie ich konnte. Er wehrte sich mit Händen und Füßen gegen meinen Biss. Jedoch ließ ich mich durch keinen seiner Schläge davon abbringen, bei jeder seiner Bewegung fester zuzubeißen. Er wirbelte mich ziemlich heftig durch die Luft. Ich war mir nicht sicher, wie lange ich das noch durchhalten würde, denn er machte keine Anzeichen einer Erschöpfung. Mir war jedoch klar, dass ich bis zu meinem letzen Atemzug diesen Biss halten musste. White sah ich durch seine Bewegungen nur selten aus den Augenwinkeln. Sie war immer noch erstarrt. Jedoch konnte ich auch Seta sehen, die sich wieder aufzurichten begann. Sie begriff relativ schnell und versuchte ihre Waffe wieder zu packen, die nur wenige Zentimeter von ihr wieder auf den Boden gefallen war. Ich ließ Paidos Hals nicht los, egal wie sehr er mich hin und her riss und mich schlug. Meine Kräfte waren der Erschöpfung schon mehr als nahe. Endlich viel der erlösende zweite Schuss und der Wolf viel gemeinsam mit mir auf dem Boden. Er bewegte sich jedoch immer noch sehr stark. Seta kam näher und feuerte noch einen weiteren Schuss, nicht weit von meinem Kopf entfernt, auf Paidos Brust ab. Der Wolf war nun eindeutig genau so nahe dran zu sterben wie ich. Jedoch hatte ich immer noch seine Kehle zwischen meinen Fängen. „Das… wirst Du… bereuen… Fuchs!“, brachte er noch fertig zu sagen. Erst als er den letzten Atemzug machte und ich völlig sicher war loslassen zu können, tat ich das auch. Ich sah ihm in seine verblassten, toten Augen. „Ich… freue mich schon darauf, Du Verräter!“, gab ich noch triumphierend von mir. Dann fiel ich wieder zurück auf den Rücken. Ich schmeckte sein Blut, das mir teilweise über das Gesichtsfell und teilweise in den Rachen zurücklief. Auch das Fell im Brustbereich triefte bereits vor Blut, nur war dies mein eigenes. Ich konnte keine einzige Bewegung mehr tätigen. Es war Stille eingekehrt. Seta war wieder voll da und versuchte meine Wunden abzudrücken, welche nicht aufhörten zu bluten. „Du verlierst viel Blut!", sagte sie mit einem bedauernden Gesichtsausdruck, "Bist wirklich ein erstaunlicher Fuchs! Kannst stolz auf Dich sein…. Fiver!“ Ihre Stimme klang sehr traurig. Das war das erste Mal, dass sie mich bei meinem Namen nannte. Sie wusste, dass ich nicht mehr lange durchhalte, genau wie ich auch. Sie verband die Wunden noch ein letztes Mal und ließ danach von mir ab. „Ich hole Deine Wölfin her, okay?“ Sie ging in Richtung von White. Nach einen Sekundengespräch kam White dann schließlich zu mir und beugte sich heulend über mich. „Es tut mir so leid. Wieso… Wieso musste das gerade Dir passieren, und dann auch noch durch meine Hand.“ Ihre Sätze waren zwar laut, aber sehr abgehackt gesprochen. Sie machte sich schwere Vorwürfe über das, was sie getan hatte. Aber ich hatte keinen Zorn auf sie. „Ich… ich… danke Dir… dass ich Dich kennen lernen durfte, White…“, mehr Worte bekam ich nicht mehr aus mir heraus. Die Luft, die ich noch bekam, ließ weitere Laute nicht zu. „So darfst Du nicht reden, Fiver, hörst Du? Du wirst wieder gesund, verdammt noch mal! Du darfst nicht sterben. Doch nicht jetzt!“, sie neigte ihren Kopf, und wie mir schien blickte sie auf ihren Bauch. Sie schnaufte schwer und eher leise und zittrig kamen ihr die nächsten Worte aus dem Mund. „Du…Du wirst Vater, verstehst Du?? Was soll ich denn nur ohne Dich tun… was soll ich ihm oder ihr denn erzählen?“ Ich war überwältigt. Die Glücklichkeit, die ich über diese Worte empfand, ließen mich für eine Weile meine Schmerzen vergessen. Alles, was ich ihr in diesem Falle sagen wollte… alles was ich empfand, konnte ich ihr jetzt nicht mehr sagen. Jedoch brachte ich es noch zu Stande sie anzulächeln. Mir liefen Tränen aus den Augen. Die Schmerzen wurden immer stärker.


„Bitte….. bitte verlass mich nicht, okay?“, waren die letzten von White’s Worten, die ich noch verstand. Meine Augen begannen zuzufallen. Mein Atem wurde schwächer. Ich konnte mich nicht mehr dagegen wehren, so sehr ich es auch versuchte. Ich schlief ein, und es dauerte nicht mehr lange. Ich konnte meine letzten Herzschläge hören. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Zurück! Ich hatte keine Schmerzen mehr. Mein Körper schien im Nichts zu schweben. Als ich meine Augen öffnete, sah ich nichts. Nur eine strahlend weiße Umgebung. An diesem Zustand änderte sich einige Zeit nichts, ich kann nicht sagen wie lange, denn ich besaß mein Zeitgefühl nicht mehr. Bis ich schließlich jemanden sah, der auf mich zukam. Eine bekannte Gestalt. „Fiver… Siehst Du mich?... Wie fühlst Du Dich, mein Junge?“, es war wieder mein Vater, den ich sah. „Ich bin tot, oder? Wo bin ich hier?“, fragte ich verzweifelt. „Das hier ist die Welt, in die wir kommen, nachdem wir gestorben sind. Diese Welt ist genau so real wie alle anderen. Jedoch unterscheiden sich hier einige Dinge!“ „Also bin ich wirklich tot?“ „Bei Dir ist das ein wenig anders! Du kannst dies sozusagen als Raststation für Deinen Körper sehen! Wir dachten, dass es nicht fair wäre, Dich jetzt schon bei uns aufzunehmen. Schließlich hast Du mit Deinen Taten auch unsere Welt gerettet. Es ist noch nicht Deine Zeit! Betrachte das ganze wie einen „Continue“-Bildschirm! Willst du weiter machen, oder nicht?“ Ich war froh bei meinem Vater sein zu dürfen, um ihn Mal richtig kennen zu lernen, aber… ich konnte nicht hier bleiben. Ich durfte es nicht! „Ich will weitermachen. Ich habe eine Aufgabe!“, sagte ich entschlossen. „Siehst Du, was habe ich Dir gesagt? Ich bin wirklich stolz auf Dich. Du bist das jüngste von all Eonas und meinen Jungen, aber Du hast als erstes selber welche. Nur leider können wir Dich nur in Deiner Welt wiederbeleben. Frag nicht warum. Das war die einzige Bedingung unter der ich Dich zurückschicken darf!“, sagte er bedauernd. „Aber wie kann ich White wieder sehen? Kann ich irgendwie wieder nach Minéima zurückkehren?“ „Erinnerst Du Dich an die Kette, die sie dir geschenkt hatte?“ Mein Blick wanderte nach unten. Mir viel auf, dass meine Wunden geheilt waren, aber von der Kette war nichts zu sehen. Ich tastete mit den Pfoten noch einmal nach. „Keine Angst, sobald Du zurückkehrst, hast Du sie wieder bei Dir, genau so wie Deine Kleidung.“ Mir war erst jetzt aufgefallen, dass meine Kleidung verschwunden war und ich stattdessen einen weißen leichten Umhang trug. „Vater?“ „Was gibt’s mein Junge?“ „Wenn Du sagst, ich habe meinen Körper hier, was geschah dann mit dem verletzten Körper, ist er verschwunden?“, mir verlangte es danach diese Frage zu stellen. Denn wenn ich gleich nach meinen Tod verschwunden wäre, hätte White vielleicht ahnen können, dass ich eine zweite Chance bekomme, und sich nicht mehr ganz so schuldig fühlen müssen. „Nein, Dein Körper blieb unveränderte in der anderen Welt! White hat keine Ahnung, dass Du bald wieder leben wirst. Sie hat schließlich auch keine Ahnung von dieser Welt. Und sie darf auch nichts von ihr erfahren, genauso wie alle anderen, verstehst Du?“ „Ich werde kein Wort darüber verlieren, versprochen!“, sie hätten mir sowieso nichts geglaubt, außer vielleicht White selbst. „Die Kette, die du hast… Sie ist die Eintrittskarte in die andere Welt. Wölfe besitzen die Fähigkeit der Weltensprünge schon seit langem. Es war ein Geschenk der alten Götter. White wusste nicht wirklich, was sie Dir schenkte! Der einzige von euch beiden, der nun noch in eine andere Welt reisen kann… bist Du!“ Mein Vater legte seine Hand auf meinen Kopf.


„Es bleibt keine Zeit mehr… Die Türen für die Rückkehr sind nicht sehr lange offen. Das Portal in andere Welten kennst Du… Die Kette bestimmt das Ziel, sie findet zu ihren letzten Träger zurück und in die Welt des neuen. Dir ist es hiermit nur möglich zwischen diesen Dimensionen zu reisen. Reise jedoch nicht zu oft, empfohlen wäre, dass Du nur zwei Sprünge in jedem Quartal machst.“ Wozu hätte ich auch mehr gebraucht? „Auf Widersehen, Fiver! Aber lass es nicht zu früh geschehen, okay?“, nach diesen Worten legte er seine Hand auf meine Augen. Ich wurde wieder müde und schlief ein. „Pass auf Dich auf… Und vergiss nicht, dass Du deine Familie von mir grüßt!“, dies waren seine letzten Worte. Mit einen tiefen Durchatmen, und einem Aufschrei, wachte ich wieder auf. Ich lag im Wohnzimmer meines Hauses auf dem Boden. Ich richtete mich auf. Im Raum waren meine Mutter und meine Geschwister. Sie sahen mich geschockt an. „Das gibt’s doch nicht. Verdammt nochmal, wo bist Du gewesen?“, schrieen alle gleichzeitig. Sie rannten alle auf einmal auf mich zu und wollten mich Umarmen. „Wie lange war ich weg?“, fragte ich erschöpft. „Beinahe ein halbes Jahr, Fiver. Wo warst Du, und wie kommt es, dass Du auf einmal vor uns auftauchst?“, sagte meine Mutter zu mir. Ein halbes Jahr? Ich war doch niemals so lange in der anderen Welt gewesen. Die meiste Zeit musste verstrichen sein, als ich tot war. „Ich brauche Zeit, um das selber zu begreifen, Mum. Irgendwann werde ich Dir alles erzählen. Ich mag mal nur soviel sagen: Ich wurde gebraucht. Und ich soll euch noch alles Liebe wünschen!“ „Von wem?“, fragten beinahe alle gleichzeitig. „Von… Vater!“, sie sahen mich geschockt an, als ich diese Worte sagte. Jedoch glaubten sie mir. Sie stellten mir in dieser Richtung keine Fragen mehr. „Ich möchte mich nun ein bisschen ausruhen, ich hoffe das geht in Ordnung. Ich habe in letzter Zeit kaum geschlafen.“, auch wenn ich tausende Worte hätte sagen können, ich wollte nicht. „Na klar, Fiver!“, sagte meine Mutter zu mir. „Ich bin überglücklich wieder zuhause zu sein!“, gab ich noch von mir. Danach zog ich mich in mein Zimmer zurück. Als ich in meinem Bett lag, erinnerte ich mich wieder an White. Schnell sah ich nach, ob meine Kette wieder da war. Gott sei Dank, sie war es. Ich musste nun über einiges nachdenken. Seitdem sind nun einige Monate, genauer gesagt vier, vergangen. Ich wollte meine Familie nicht so schnell wieder verlassen. Sie wussten nun über meine Geschichte Bescheid… Mein Leben nimmt nun beinahe wieder die gleichen Formen an, wie vor den Ereignissen… leider. Der Arbeitsalltag ist zurückgekehrt… Doch ich weiß jetzt, wie ich es wieder ändern werde… Heute Abend werde ich wieder nach Hause gehen, und meiner Mutter sagen, dass ich wieder vereisen werde. Ich werde White suchen. Und versuchen, meinen Jungen das zu geben, wozu Timothy leider niemals die Gelegenheit hatte: Einen Vater ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Wiedervereint! So wie er es sagte, tat er es auch. Nach seinem Arbeitstag ging er zurück in sein Haus und erzählte seiner Mutter das, was er ihr bisher verschwiegen hatte. „Mutter? Ich muss euch wieder verlassen. Ich habe noch eine Aufgabe. Tut mir Leid, dass ich Dir bisher noch nichts davon erzählt habe, aber… Du bist Großmutter!“ Eona war geschockt, als sie seine Worte hörte. „Mein Nachwuchs dürfte mittlerweile einige Wochen alt sein. Ich… ich will bei ihnen sein. Ich will sie aufwachsen sehen. Sie brauchen mich. Ich kann sie nicht im Stich lassen.“ Seine Mutter nahm in weinend in die Arme. „Ich verstehe! Du hast jetzt selber eine Familie.“, es erfreute Fiver, seine Mutter auf seiner Seite zu wissen. „Keine Angst, Mum.. Ich weiß wie ich dorthin komme. Und ich weiß auch, wie ich wieder zurückkomme! Ich werde regelmäßig wieder nach Hause kommen. Und Du wirst meine Wölfin und unsere Jungen sehen.“


Beide brachen in Abschiedstränen aus und umarmten sich noch ein letztes Mal. Solange bis Fiver das Haus verließ und seinen Weg gen Schrein richtete. Nach kurzer Zeit kam er bereits dort an und betrat das Gebäude. Er hob die Halskette in die Lüfte und sagte den Spruch auf, der sich auf der Rückseite der Kette befand: LISIM INAS MIEM, DESDILITH MIN KENDORAL! (Der Pfad ebne sich, das Hindernis weiche!) Ein bekannter Schmerz durchfuhr seinen Körper ein erneutes Mal. Als er wieder zu sich kam, befand er sich wieder in einer bekannten Welt. Der Krieg war zu Ende. Die Arten arbeiteten zusammen, um die Stadt wieder aufzubauen. Es hatte sich seit der ersten Zeit einiges verändert. Er verließ das heilige Gebäude und ging durch den Vorgarten, wobei ihm etwas auffiel, dass er beim letzten Mal nicht gesehen hatte, einen Grabstein. Als er vor ihm stand, wurde ihm beim Lesen der Inschrift etwas mulmig. Die Gravur: Gewidmet dem Retter unserer Welten. Auf das Du Deinen Pfad in der Ewigkeit findest. Freund, Partner und Vater, der Du nun nie mehr sein wirst: Wir werden Dich vermissen und Dich nie vergessen… … denn Du bist für uns gestorben. Fiver Timothy Fox (19) Gerührt von den Worten, die er aus dem Grabstein erlesen hatte, stand er noch einige Minuten regungslos davor. Gerade als er wieder gehen wollte, kroch ihm plötzlich ein bekannter Geruch durch die Nase. Er ging los, und suchte seinen Träger. Er war nicht weit entfernt. Und schließlich war er angekommen. „Seta?“, fragte er die vertraute Person. Das Luchweibchen blickte auf das Wesen, das sich ihr näherte. Ein violetter Schleier umfing die geisterhafte Gestalt, welche Schritt für Schritt näher kam. Tränen bildeten sich in ihren Augen. „Ich… ich fasse es nicht… Du… Du bist doch… tot!“ „Dafür sehe ich aber irgendwie lebendig aus, oder?“, sagte Fiver sarkastisch. Das Luchsmädchen kam ihm näher und beschnupperte in kurz. Als sie sich völlig sicher war nicht einen Fremden, sondern wirklich den bekannten Fuchs vor sich zu haben, umarmte sie ihn stürmisch. „Aber Dein Leichnam… Er wurde doch begraben. Wie kannst Du jetzt hier vor mir stehen?“, fragte Seta mit schwerer Stimme. „Sagen wir, ich bekam eine zweite Chance.“ Sie ließ ihn los und wischte sich die Freudentränen aus den Augen. „Das ist schön.“ „Seta, weißt Du wo White ist? Ich muss sie wieder sehen.“ Mit einen Kopfschütteln verneinte sie die Frage. „Ich weiß es jedenfalls nicht genau. Sie sagte sie ziehe dort hin, wo ihr euch kennen gelernt habt.“ Fiver war völlig klar, dass es nur ein Ort sein konnte, den sie meinte. „Ich danke Dir, Seta. Ich muss jetzt wieder gehen. Wir sehen uns.“ Er war überglücklich, denn endlich wusste er wo sich seine Familie befinden musste. Bei seinem Haus in dieser Welt. Er begann sich von Seta zu entfernen. „Pass gut auf Deine Familie auf… und richte ihnen schöne Grüße von mir aus. Hast Du das verstanden… Fuchs?“ Seta lächelte. Fiver drehte sich ein letztes Mal zu ihr um. „Werde ich tun… Danke… schöne Lady!“


Das Luchsmädchen riss überrascht über seine Bemerkung die Augen auf, und wandte sich schließlich lächelnd wieder ihrer Arbeit zu. Ein Luchs-Junges, sichtlich über das Auftreten des Fuchses neugierig, fragte Seta: „Wer war das?“ Seta drehte sich zu dem Kleinen um und flüsterte leise: „Das war der Traveller, mein Sohn… sein Name ist… Fiver!“ Fiver führte seinen Weg laufend fort. Er wurde immer schneller und er wich keine Sekunde von dem schnellsten Weg ab, der ihn schließlich bis vor die Tür des besagten Hauses brachte. Die Sonne schien auf die Haustür, auf die er nun zuging. Er stand da wie ein nervöses Wrack und brachte es mit Glück fertig anzuklopfen. Einigen Sekunden musste er warten, bis schließlich ein kleiner Wolf die Tür öffnete. Er war ein selbstbewusster kleiner Kerl. „Wer bist du, Fremder!“ Fiver wusste kaum, was er sagen sollte. War das sein Welpe? „Wohnt hier eine Wölfin die White heißt, Kleiner?“ „ähh..Ja!“, antwortete das Wölfchen nun doch eher zurückhaltend. „Kannst Du sie fragen, ob sie mal herauskommen kann?“ Ohne ein Wort seinerseits rannte er sofort ins Haus. Er schrie jedoch so laut durch die Gänge, dass es drei Häuser weiter immer noch zu hören sein musste. „Mum? Da ist jemand, der Dich sehen will!“ Man hörte aus dem Haus noch ein weiteres Kinderlachen. Und schließlich erklang eine bekannte Stimme. „Ame, ich sagte doch, Du bist noch zu klein um die Tür zu öffnen. Wann merkst Du Dir das endlich?“ White kam um die Ecke und stand nun direkt vor Fiver. Jedoch nur langsam richtete sie den Blick auf sein Gesicht. Sie sprach noch weiter zu Ame! (Ame bedeutet Regen) Fiver hatte seine Wölfin bereits wieder erkannt. Sie hatte ein Art Vase aus Metal in den Händen, und wollte sie gerade auf das Fensterbrett stellen, dass sich genau hinter der Tür befand. „Beim nächsten Mal rufst Du mich, bevor Du die Tür öffnest, verstanden? Fremde sind nicht zum spiel…en… da?“ Ihr Blick hatte sich nun auf den Fuchs in der Tür gerichtet. Seine Augen reflektierten das einfallende Abendlicht der Sonne, welches sein Fell wieder leicht violett schimmern ließ. „Hallo White! Lange nicht mehr gesehen!“ Ihr fiel die Vase aus den Pfoten. White brachte kein einziges Wort aus dem Mund und war wie erstarrt. Der Lärm, der von der fallenden Vase ausging, war wieder verstummt. Fiver kam seiner Partnerin näher und fasste ihr mit seiner Pfote auf die Unterseite ihrer Schnauze und strich durch ihr zartes Fell. Die Wölfin schloss ihre Augen, genoss die bekannten und vermissten Berührungen, und saugte den Duft, den er verbreitete, in ihre Nase ein. Nun kam sie einen Schritt näher. Von einer Sekunde auf die andere hatte sie seinen Körper zwischen ihren Armen und sie vergrub ihre Nase im Nackenfell von ihrem wieder erkannten Fuchs. Sie brach in Tränen aus. „Ich wusste… dass wir uns wieder sehen! Du bist verdammt spät dran!“ „Es tut mir leid, ich konnte noch nicht weg. Ich hoffe, Du hasst mich nicht dafür.“, entschuldigte er sich. „Ich kann Dich nicht für etwas hassen, wofür ich die Schuld trage. Wie kann es sein, das Du wieder lebst? Wir haben Dich im Garten des Schreins beigesetzt!“ „Mein Vater hat mir eine zweite Chance gegeben. Sie fanden es unfair, mich sterben zu lassen. Ich bin in meiner Welt wieder aufgewacht. Und dank Dir, und der Kette die Du mir Geschenkt hattest, stehe ich nun wieder hier.“ Die beiden rieben ihre Schnauzen wieder aneinander, genauso wie beim ersten Mal, als sie sich persönlich trafen. Freudentränen liefen aus ihren Augen. Sie hatten sich endlich wieder. White trat ein wenig zurück. „Ich glaube es gibt da welche, die Dich kennen lernen wollen! Und die Du sicher auch kennen lernen willst.“, sie richtete ihren Blick zum Garderobenraum und begann sie zu rufen. „AME. DAWN. Kommt mal her, ich will euch jemanden vorstellen!“ Die beiden kamen mit lautem Geschrei aus den Gängen hervor und stellten sich vor ihre Mutter.


Fiver kniete sich nieder um sie genauer betrachten zu können. Beide reichten ihrer Mutter gerade mal bis zu den Knien. Den kleinen Wolf kannte er ja nun schon. Er hatte schwarzes, leicht blau schimmerndes Fell. Über seine Schnauze breiteten sich überwiegend weiße Fellhaare. Die Kleine hatte er aber noch nicht gesehen. Dawn war ein kleines Fuchsmädchen, welche überwiegend rotorange wie die untergehende Sonne gefärbt war. Der Name passte zu ihr. Lediglich ein kleines Fragment ihres Fells auf der Unterseite ihrer Schnauze schimmerte im Licht der Sonne genau wie seines in der Abendsonne in violetter Farbe. Fiver brachte es kaum fertig zu ihnen zu sprechen. „Hi… ich… ich bin… euer Dad!“. Die kleinen bekamen Angst, und versteckten sich hinter den Läufen ihrer Mutter, als Fiver sie berühren wollte. Er zog seine Pfoten sofort wieder weg, um ihnen nicht noch mehr Angst einzujagen. „Es tut mir leid, dass ich erst jetzt gekommen bin. Ich konnte einfach noch nicht von meinem Zuhause weg. Könnt ihr mir verzeihen?“ Die Griffe mit denen die kleinen White an den Beinen festhielten lösten sich wieder ein wenig. Dawn kam hervor und mit leichten Schritten ihrem Vaters näher. Ame befand sich noch immer bei seiner Mutter. Dawn beschnupperte ihren Dad und ging im Kreis um seinen Körper um ihn zu begutachten. Als sie an seiner Rückseite angekommen war nahm sie plötzlich Anlauf, und sprang Fiver auf die Schultern. „Hallo Daddy! Du bist aber groß!“ Sie hatte ihre Scheu verloren und leckte über seine Ohren. Fiver lachte, genau wie Dawn. Nun kam auch der kleine Ame in seine Richtung. Er blieb vor ihm stehen. „Bist du wirklich mein Daddy?“, fragte er ihn mit einem etwas bösen Blick. „Ja Kleiner, wirklich.“ In Ame’s Gesicht zog ein glückliches Lächeln auf und mit einer riesigen Freude sprang er Fiver an den Hals, so dass er überrascht mit dem Rücken auf den Boden fiel. Beide Welpen rauften spielerisch mit ihrem Vater. White war riesig darüber amüsiert, und lachte glücklich über das, was sie sah. „Kinder, lasst euren Vater in Frieden. Er soll doch nicht Angst vor euch bekommen.“, sagte White. Lachend antwortete Fiver auf ihre Bemerkung: „Vor so starken Kindern muss man doch Angst haben.“ „Kommt schon, kommt ins Haus. Raufen könnte ihr auch noch drinnen, sonst verkühlt ihr euch noch hier draußen.“ „Sie hat Recht, Kinder. Lasst uns rein gehen. Es gibt viel nachzuholen!“ Die Welpen ließen von ihm ab mit einen erfreuten „O ja!“ und Fiver richtete sich wieder auf. Die Kleinen waren bereits wieder im Haus verschwunden. Der Fuchs kam wieder näher zu seiner Partnerin, umarmte sie noch einmal und flüsterte ihr leise Worte ins Ohr. „Ich liebe Dich, meine Wölfin!“ „Ich dich auch… mein Traveller!“ Sie gingen gemeinsam ins Haus zurück. Die Tür begann sich langsam zu schließen… … und hinter dieser Tür begann ein neues Leben für mich und meine Familie. ENDE!


Fiver White Voller Name: Fiver Timothy Fox Species: Fuchs Geschlecht: männlich Alter: 19 Jahre Fellfarbe: Rot-Orange / Violett schimmernd bei Sonnenlicht Besonderheiten: Traveller (Wanderer) Herkunftsbezogen: Eltern: Mutter: Eona Fox (Geburtsname: Eona Gilvan) Vater: Geschwister: Timothy Fox (Verunglückt) Schwester: Lindsey Fox Bruder: Lonley Fox Familienstand = Gebunden / 2 Kinder Name (Partnerin): White Vendena Kinder: Tochter: Dawn Fox-Vendena Sohn: Ame Fox-Vendena Voller Name: White Vendena Species: Wolf Geschlecht: weiblich Alter: 19 Jahre Fellfarbe: weiß (Schemenhaft grau) Besonderheiten: (ehem.) Mitglied d. Weltenwölfe / Wächterin der Schriftrollen Herkunftsbezogen: Eltern: Mutter: Talima Vendena (Geb.Name: Talima Novai) (Kriegsopfer) Vater: Ben Vendena (Kriegsopfer) Notiz: White lernte ihre Eltern nie kennen – Waise kurz nach der Geburt Sie wurde gefunden und adoptiert! Adoptiveltern: Mutter: Whisper MacLight (Rasse: Fuchs) Vater: Shy Gorale (Rasse: Luchs) Geschwister: Keine / Unbekannt Familienstand = Gebunden / 2 Kinder Name (Partner): Fiver Timothy Fox Kinder: Tochter: Dawn Fox-Vendena Sohn: Ame Fox-Vendena


Seta Paido Timothy Voller Name: Seta Felin Species: Luchs Geschlecht: weiblich Alter: 25 Jahre Fellfarbe: Grau Herkunftsbezogen: Eltern und Geschwister unbekannt! Familienstand = Gebunden / 1 Kind Name (Partner): Unbekannt Kinder: Sohn: Glano Felin Voller Name: Paido Meldow Species: Wolf Geschlecht: männlich Alter: 21 Fellfarbe: Schwarz – Grau Besonderheiten: Ex-Gefährte von White Vendena Herkunftsbezogen: Eltern und Geschwister unbekannt! Familienstand = ledig Voller Name: Timothy Fox Species: Fuchs Geschlecht: männlich Alter: Unbekannt (verstarb mit 32 Jahren) Fellfarbe: Grau – Weiß Besonderheiten: Wächter (Seele der Steine) Herkunftsbezogen: Eltern: Mutter: Milina Nestalia-Fox Vater: Jack „TheRed“ Fox Geschwister: Schwester: Renarda Fox Familienstand = Gebunden / 3 Kinder Name (Partnerin): Eona Fox (Gebürtig: Gilvan) Kinder: 2 Söhne: Lonley Fox (21), Fiver Timothy Fox (19) Tochter: Lindsey Fox (20)


Laisu Blackstar Eona Voller Name: Laisu Ankira Species: Wolf Geschlecht: männlich Alter: 33 Jahre Fellfarbe: Schwarz – Grau Besonderheiten: Anführer der Weltenwölfe Herkunftsbezogen: Eltern und Geschwister unbekannt! Familienstand: Unbekannt Voller Name: Archimedes „BlackStar“ Gelvez Species: Fuchs Geschlecht: männlich Alter: 24 Jahre Fellfarbe: Grau – Weiß (Schwarze sternförmige Stelle auf der Stirn) Herkunftsbezogen: Elter und Geschwister unbekannt! Familienstand: Gebunden Voller Name: Eona Fox Geburtsname: Eona Gilvan Species: Fuchs Geschlecht: weiblich Alter: 35 Jahre Fellfarbe: Rot – Orange Herkunftsbezogen: Eltern: Mutter: Cristy Shade-Gilvan Vater: Christian Gilvan Geschwister: 2 Schwestern: Lisa Gilvan, Sena Gilvan 2 Brüder: Emilio Gilvan, Elijah Gilvan Familienstand = Gebunden / 3 Kinder Name (Partner): Timothy Fox Kinder: 2 Söhne: Lonley Fox (21), Fiver Timothy Fox (19) Tochter: Lindsey Fox (20)


Dawn Ame Biologisches: Voller Name: Dawn Fox-Vendena Species: Lonardae (Wolf-Fuchs) Äußeres Erscheinungsbild: Fuchs Geschlecht: weiblich Alter: 12 Wochen Fellfarbe: Rot-Orange (wie die Abenddämmerung) Violett schimmernde Stelle an der Unterseite ihrer Schnauze im Sonnenlicht. Besonderheiten: Schnelle Lernfähigkeit (kann bereits gut sprechen!) Herkunftsbezogen: Eltern: Mutter: White Vendena Vater: Fiver Timothy Fox Geschwister: Bruder: Ame Fox-Vendena Voller Name: Ame Fox-Vendena Species: Lonardae (Wolf-Fuchs) Äußeres Erscheinungsbild: Wolf Geschlecht: männlich Alter: 12 Wochen Fellfarbe: Schwarz – Blau schimmernd Besonderheiten: Schnelle Lernfähigkeit (kann bereits gut sprechen!) Herkunftsbezogen: Eltern: Mutter: White Vendena Vater: Fiver Timothy Fox Geschwister: Schwester: Dawn Fox-Vendena Für alle die sich wundern warum Eona bereits mit 14, 15 und 16 Jahren ihre drei Jungen geboren hat eine kleine Erklärung: Die Durchschnittliche Lebenserwartung von Anthros hab ich auf ca. 50 herabgesetzt. Infolgedessen habe ich Anthros um einiges früher Geschlechtsreif werden lassen. Die Schwangerschaft dauert nur etwa 3 - 4 Monate und die Entwicklung der Kleinen schreitet ebenfalls um einiges schneller voran als beim Menschen, das sieht man alleine schon an der Tatsache das Ame und Dawn bereits nach 12 Wochen laufen und sprechen können. Also nicht wundern ;)


Wissenswertes Kleines Wörterbuch der Canilor (Kaum gesprochene, alte Sprache der Canidae): Aron = Luft Quilo = Wasser Sin = beherrschen, über etwas gebieten Ni = Wenn Óni = alles; alle Váne = verloren Deru = scheint (wie: "mir scheint so!") Kio = wird; werden Leto = Das Licht; er- bzw. beleuchten Trian = Welt Hiso = seine, ihre Noi = durch Duani = Gabe, Fähigkeit La = erneut, wieder Disson = Entscheidung Avo = über (wie: ÜBER etwas richten oder entscheiden) Liv = Leben Déu = Tot Déi = Tod Nu = und A = des, der (wie: des Mannes, der Frau) Fanói = Hand, Pfote Silu = liegt, liegen Néu = inne Du = den (wie: in den Händen des…) (wird nach Nomen verwendet) Ke = Der, Die, Das (Artikel) -> Wird nach Nomen verwendet Beispiel: CILITH, ARON SIN KE Cilith, jene die Luft beherrscht Kleines Wörterbuch der Feluné (manchmal verwendete Sprache der Felidae): Kisch kinas = Hau ab! Verschwinde! Seta = Seide Renak = Fuchs (abwärtend) Renar = Fuchs Konedt = die Anderen (die Canidae) Beispiel: KISCH KINAS RENAK Hau ab, Fuchs! Himirendé (Die Sprache der alten Götter) (Nicht mehr benutzt) Lisim = Pfad Inas = ebnen Miem = sich Desdilith = Hindernis Min = wird Kendoral = weichen, verschwinden Beispiel: LISIM INAS MIEM Der Pfad ebne sich Die alten Götter:


Cilith (aron sin ke) Cilith, ist ein weiblicher Greifer. Sehr imposant mit wunderschön im Lichtspiel glitzerndem Federkleid. Meisterin der Lüfte. deshalb "aron sin ke" -> "Jene die Luft beherrscht" Cilith hat den Status eines Gottes durch ihre Heldentaten erreicht. Angeblich drohte ein Komet die Welt zu zerstören, jedoch schaffte es Cilith die Bedrohung aufzuhalten. Näheres ist nicht bekannt. Shenai (leto sin ke) Shenai, ist eine körperlose Gestalt und wird weder als weiblich, noch als männlich behandelt. Im Prinzip könnte man auch sagen: Shenai ist das Licht oder einfach die Macht, die über das Licht gebietet. Warum die alte Religion für das Licht einen Gott schuf ist unbekannt. "Leto sin ke" -> "Jene(r) die/der Licht beherrscht" Tulgoa (quilo sin ke) Tulgoa, wird als männlicher Gott, in drachenähnlicher Gestalt dargestellt. Er bewohnt und beherrscht das Wasser. Auch Tulgoa soll die Welt vor einer Katastrophe gerettet haben. Als sämtliche Häuser in allen Städten plötzlich, aus unerklärlichen Gründen, Feuer fingen, wurde er dabei beobachtet, wie er, umgeben von Unmengen an Wasser, gen Himmel flog, um es danach auf die brennenden Dächer regnen zu lassen. "Quilo sin ke" -> "Jener der Wasser beherrscht"

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