Schulzeitung - Freie Interkulturelle

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Schulzeitung - Freie Interkulturelle

Schulzeitung

Ausgabe 02/12


Editorial

Das 10. Schuljahr der Freien Interkulturellen Waldorfschule begann mit massiven Umbauarbeiten, denn neben neuen Werkstätten wurden

auch weitere Klassenräume benötigt, um unserer ersten 12. Klasse Unterrichtsräume zu bieten. Schulter an Schulter arbeiteten Lehrer/innen

und Eltern, um dieses Vorhaben bis zum ersten Schultag zu realisieren. Mit Erfolg!

So wurde das 10. Schuljahr mit zwei großen Festen eingeläutet. Mit einer öffentlichen Feier wurden die neuen Werkstätten eingeweiht und

erstmalig fand ein Schulfest statt, das den Rahmen bot, die wachsende Schule zu feiern. Immerhin lernen mittlerweile knapp 300

Schülerinnen und Schüler aus 33 verschiedenen Nationen an unserer Schule!

Bedeutsam in diesem Schuljahr ist, dass wir zum ersten Mal eine 12. Klasse beherbergen und mit ihr auch erstmalig einen Realabschluss

und eine Fachhochschulreife anbieten.

Wir wünschen uns allen nun ein erfolgreiches Schuljahr, Lernwille und Begeisterung für all die kleineren und größeren Aufgaben, die uns in

diesem Schuljahr bevorstehen.

Gunhild Daecke

für das Redaktionsteam


Aus der Schule

Vorstellung neuer Kolleginnen und Kollegen 4

Nachruf Hanspeter Göke 9

Einschulung der 1. Klasse 10

Lebensnahes Lernen – der Schulkiosk der 7. Klasse 11

Die Waldorflehrer­Tagung in Cluj, Rumänien 13

Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim beteiligt sich an

Bildungsoffensive der Vereinten Nationen – Schulfest 15

Freie Interkulturelle Waldorfschule gewinnt Fuchs Förderpreis 16

Konzeptionelles

Unser neues Schulfach: "Deutsch als Vertiefungssprache" ­

Von der Bedeutung einer ganzheitlichen Sprachförderung 17

Kooperationsprojekte

Senioren und Schüler/innen der Freien Interkulturellen

Waldorfschule gärtnern zusammen 21

Ausbildungspartnerschaft mit Daimler besiegelt 22

Besondere Anlässe

Wissbegieriger „Cem auf Tour“ lernt Integrationspädagogik 23

Freie Interkulturelle Waldorfschule feiert 10. Schuljahr 24

Impressionen vom Herbstsausflug der Unterstufe 25

Dies und Das 26

Impressum 27

Inhalt


Agnieszka Pekala ­ Klassenlehrerin der 1. Klasse

Viele von Ihnen haben mich schon letztes Jahr an der Schule gesehen.

Da habe ich ein Praxisjahr absolviert und habe die Klassenstufen 1­5

unterrichtet.

Nun ist ein großer Wusch wahr geworden: ich bin seit diesem Schuljahr

die Klassenlehrerin der 1. Klasse! Juhu!!!

Ich heiße Agnieszka Pekala und bin 36 Jahre alt. Ich bin verheiratet und

habe eine Tochter (10 Jahre) und einen Sohn (5 Jahre). Ich lese viel,

gehe gern ins Kino und Ballett. Mit meiner Familie bin ich am liebsten

draußen in der Natur. Wir gehen oft wandern und im Sommer Kajak

fahren.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Polen. Mit 13 Jahren sind meine

Familie und ich nach Deutschland gekommen und geblieben. Ich habe

im Schwarzwald mein Abitur gemacht und bin zum Studium der

Germanistik und Geschichte sowie Ostslawistik nach Mannheim

gekommen. Nach dem Studium habe ich die Ausbildung zur

Klassenlehrerin an der Freien Hochschule Mannheim absolviert und

anschließend ein Praxisjahr hier an der Schule gemacht.

Neben der 1. Klasse unterrichte ich DaV (Deutsch als Vertiefungs­

sprache).

Aus der Schule Seite 4

Ich freue mich sehr, dass ich nun „richtig“ an der Schule bin und möchte

mich nochmals bei allen lieben Menschen bedanken, die meinen

Einstieg so herzlich und gut begleitet haben.

Andreas Thorn – Klassenlehrer der 3. Klasse

Ich bin seit diesem Schuljahr der neue Klassenlehrer der dritten Klasse und

möchte mich Ihnen daher auf diesem Weg kurz vorstellen: Ich heiße Andreas

Thorn, bin (noch) 40 Jahre alt, meine Frau Noor fand schon vor mir als

Lehrerin den Weg an die „Interkulti“, unsere Kinder besuchen beide die FWS

Mannheim­Neckarau (4. und 8. Klasse).

Nach meiner kaufmännischen Ausbildung schloss ich einige Jahre später

auch zum Betriebswirt ab, jedoch war mir relativ bald klar , dass dies nicht

der Weg ist, den ich gehen wollte.

Ich begann als Lehrer an einem Nachhilfeinstitut hier in Mannheim und

bemerkte alsbald, wie viel Freude mir der Umgang mit jungen Menschen

macht. Ich entschloss mich daher, ein Lehramtsstudium zu beginnen und

durchlief während meiner fünf Semester an der Pädagogischen Hochschule

Heidelberg alle staatlichen Praktika (vorwiegend Hauptschule). Hier kamen

mir erste Zweifel im Erkennen und Wirken auf das Individuum, das Kind.

Durch die Informationen meiner Frau über die sowie das Begleiten meiner

Kinder an der Waldorfschule erfolgte recht schnell ein Gesinnungswechsel

bei mir. Nun darf ich mich endlich als Lehrer beweisen, mit einer Pädagogik,

die zwar teilweise von meinem staatlichen Studium herrührt, nun aber

verbunden mit Blick auf das Kind, was mir im zweijährigen Studium an der

Akademie für Waldorfpädagogik vermittelt wurde. Ich freue mich sehr auf

meinen weiteren Weg an der Freien Interkulturellen Waldorfschule.


Seite 5 Aus der Schule

Andrea Setzer­Blonski – Musik und Kultur

Wieder neu an der Freien Interkulturellen Waldorfschule und doch die zweitälteste

Lehrerin an dieser Schule ­ seit Mai 2003.

Geboren wurde ich in Sao Paulo, Brasilien, wo ich auch die von meinen Großeltern

gegründete Waldorfschule besuchte. Mit 17 Jahren bekam ich ein Stipendium um

in den USA Geige zu lernen. Bald wurde ich Assistentin meines Geigenlehrers und

durfte unter seiner Anleitung die Streicherklasse ­ Geige, Bratsche und Cello in

Gruppen ­ unterrichten. Nach zwei Jahren kehrte ich nach Brasilien zurück,

studierte Schulmusik und spielte mit Begeisterung im Symphonieorchester. Am

Ende meines Studiums bat man mich, das große Orchester der beiden 5. Klassen

an der Waldorfschule zu leiten. Sobald ich zugesagt hatte, hatte ich viele Fragen

zur Entwicklung der Kinder und wie ich sie am besten über die Musik fördern

könnte. Um eine Antwort darauf zu bekommen, beschloss ich 1990 ans

Lehrerseminar für Waldorfpädagogik nach Stuttgart zu gehen, wo ich das große

Glück hatte, noch bei Peter­Michael Riehm in zwei Jahren die Ausbildung als

Hauptfach­Musiklehrer und Klassenlehrer machen zu können. Um einen weiteren

alten Traum zu erfüllen studierte ich noch Orchestermusik ­ Bratsche an der

Musikhochschule in Stuttgart ­ und spielte danach 10 Jahre lang Bratsche in den

Opernorchestern von Nürnberg, Heidelberg und am Nationaltheater Mannheim. In

dieser Zeit heiratete ich und bekam zwei Kinder (Melina, jetzt 16 und Markus, 13 Jahre alt). Als ich 38 Jahre alt wurde, beschloss ich nach

einer längeren Krise zurück an die Waldorfschule zu gehen, um mein Können zu Gunsten der Förderung von Kindern einzusetzen. So

schloss ich mich der Gruppe an, die voller Begeisterung und Ideale die Interkulturelle Waldorfschule planten. Aus familiären Gründen

begleitete ich meinen Mann und beide Kinder letztes Jahr in die USA, wo ich in kürzester Zeit an deren Schule, der Waldorf School of the

Peninsula, beide Orchester der Mittel­ und Oberstufe leitete.

Ich freue mich wieder zurück zu sein und die Arbeit mit „meinen“ Kindern an dieser Schule weiterführen zu können.

Cora Lynen – Französisch

Mein Name ist Cora Lynen und habe das Vergnügen, die Französisch­Lehrerin für

die Klassen 2, 3 und 4 zu sein.

Ich komme aus einer interkulturellen Familie, da mein Vater aus Dakar im Senegal

stammt und meine Mutter aus Toulouse in Frankreich. Geboren bin ich in Paris, wo

ich 10 Jahre lang gelebt habe. Später zogen wir in den Südwesten Frankreichs.

Nach meinem Abitur habe ich Englisch, Spanisch und Deutsch in Bordeaux studiert.

Um mein Deutsch zu vertiefen entschied ich mich, zwei Semester in Deutschland zu

verbringen. So kam ich damals als Au­pair­Mädchen in den Odenwald und hatte das

Glück, vormittags an der Universität Heidelberg Deutsch als

Fremdsprachenphilologie studieren zu können. Danach folgten ein Erzie­

hungswissenschafts­ und Romanistikstudium, zwei Kinder, die ich zweisprachig

erzogen habe und Umzüge nach Freiburg und Aachen. In Aachen, wo ich zuletzt

gelebt habe, habe ich viele Jahre für unterschiedliche Sprachinstitutionen als

Französisch­Lehrerin gearbeitet.

Der damals zwei Semester dauernde Deutschland­Aufenthalt liegt mittlerweile ein

paar Jahre zurück und ich freue sehr, nun den Spaß an der französischen Sprache

mit den Kindern der Freien Interkulturellen Waldorfschule zu teilen.“


Jennie Lynn Hammatt – Englisch

Hello! Ich bin Jennie Lynn Hammatt und für das Fach Englisch in den

Klassen 1, 2 und 4 zuständig. Mein Name Hammatt stammt von dem

altenglischen Wort für “Heimat”. Ursprünglich komme ich aus der Nähe

von New Orleans in den USA, und meine Heimat hat mich stark geprägt.

Nachdem ich meinen Abschluss an der ersten “High School” für Afro­

Amerikaner in Louisiana geschafft hatte, wollte ich in die große Welt

gehen. Mit 20 durfte ich an einem Austausch für Deutsch als

Fremdsprache in Jena in Thüringen teilnehmen. Deutschland war für mich

so exotisch!

Aus der Schule Seite 6

Zwei Wochen nachdem ich zurück nach Hause gekommen war, geschah

eine Naturkatastrophe: Der Hurrikane Katrina fegte über meine Heimat

und zerstörte sie. Obwohl ich davor geplant hatte, die Welt zu sehen,

veränderte sich in diesem Monat alles. Ich blieb zu Hause. In den Jahren

nach der Katastrophe arbeitete ich ausschließlich am Wiederaufbau von

New Orleans mit. Mit drei Freunden gründete ich ein Haus für obdachlose

Frauen und Kinder in New Orleans, wo ich nachts arbeitete

(hagarshousenola.org). Tagsüber arbeitete ich in der Kirche, die das Haus

für Obdachlose ermöglicht hat. Diese Kirche ist dadurch zustande gekommen, dass zwei Kirchen zerstört wurden – eine Kirche für weiße

Leute, eine für schwarze. Dazu kam ein drittes Betätigungsfeld: Von den Arbeitern aus Mittelamerika und Mexiko, die nur wenig Englisch

konnten, lernte ich Spanisch und Tanzen, wofür ich sehr dankbar war. Durch sie begann ich, mich für Englisch als Zweit­/Fremdsprache zu

interessieren. Dann wurde ich für die gemischte Kirche die “weiße” Dirigentin für den Gospelchor und begleitete den Kinderchor am Klavier.

Durch die Arbeit im Gospelchor konnte ich meine Liebe zur Gospelmusik vertiefen, die ich als einzige Weiße im Chor meiner “High School”

kennengelernt hatte. Als Nebenjob kreierte ich Wandgemälde in der Kirche. Nach Jahren intensiven Arbeitens war ich dann bereit, meine

ursprünglichen Pläne wieder aufzugreifen und kam zurück nach Deutschland, wo ich die Anthroposophie eher “zufällig” kennenlernte.

Seit zwei Jahren lebe ich in Deutschland. Im Juli schloss ich das Studium zum Fachlehrer für Englisch an der Akadamie für

Waldorfpädagogik Mannheim ab. Ich freue mich auf die Mitarbeit an der Schule und auf die anderen Mitarbeiter und Kinder. In meinen ersten

Wochen habe ich schon viel gelernt und bin sehr dankbar dafür. Ich bin sehr glücklich über diese Möglichkeit. Thank you.

Jürgen Pohlmann – Biologie, Chemie und Geographie

Biologie, Chemie und Geographie sind die Fächer, in denen sich die

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Kenntnisse für ihr Leben ( und für

Prüfungen ) mit mir erarbeiten können. Mein Name ist Jürgen Pohlmann, ich

bin Diplombiologe und gelernter Waldorflehrer für die erwähnten Fächer, in

denen ich unter anderen seit 1996 an verschiedenen Schulen unterrichtete.

Aufgewachsen in Waldeck und Mittelhessen, studierte ich nach dem

Wehrdienst in Marburg Biologie und arbeitete danach im Umweltbereich als

Gutachter für Tiergehege sowie als Sachbearbeiter im Bauamt. Die Arbeit dort

mit Kindern und Jugendlichen weckte schließlich den Wunsch Waldorflehrer zu

werden.

Freuen würde ich mich, wenn die Schülerinnen und Schüler neben den

Kenntnissen in den Fächern auch ein echtes Interesse an den natürlichen

Zusammenhängen und notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der

Lebensgrundlagen entwickelten.


Marianne G. Fulde – Mathematik

Hallo liebe Eltern und Schüler,

seit dem neuen Schuljahr verstärke ich, Marianne G. Fulde, das Mathelehrerteam der Oberstufe. Bis zu meiner Pensionierung war ich über

drei Jahrzehnte lang im staatlichen Realschulbereich tätig. Zusätzlich arbeite ich an der Abendakademie in der Erwachsenenbildung. Diese

Tätigkeit begleitet mich auch weiterhin. Mein Interesse an der Waldorfpädagogik begann bereits im Studium und setzte sich in meiner

eigenen Ausbildung zur Waldorflehrerin fort. Auch meine beiden Kinder absolvierten ihre Schulzeit an einer Waldorfschule. Daher freue ich

mich, nun selbst noch einmal Zugang zu dieser Schulform zu haben und blicke erwartungsvoll auf eine gute Zusammenarbeit.

Nicole Andrea Schröter ­ Bundesfreiwilligendienst

Hallo alle miteinander,

ich stelle mich erst mal vor: Mein Name ist Nicole Andrea Schröter, ich bin

seit Anfang des Jahres 18 Jahre jung und wohne in der Mannheimer

Innenstadt mit meinem kleinen Farbmaus­Rudel. Innerhalb der Stadt bin ich

zwar schon öfter umgezogen, bin aber bis jetzt „Monnem“ treu geblieben.

Aufgewachsen bin ich im Herzogenried direkt neben dem Park. Schon als ich

klein war habe ich mich dort gerne auf die Wiese gelegt und die Tiere

beobachtet. Und noch immer gehe ich liebend gerne raus in die Natur. Daher

kommt auch der fast sichere Entschluss, nach dem Bundesfreiwilligendienst

dem Großstadt­Leben zu entfliehen und in eine ländlichere Gegend zu

ziehen.

Seite 7 Aus der Schule

Apropos Bundesfreiwilligendienst, oder wie man so schön sagt „BuFDi“: Den

habe ich schon im September hier in der Schule begonnen und möchte jetzt

schon nicht mehr gehen… Hier sind mir alle schon total ans Herz gewachsen!

Ich werde nun ein Jahr mit einer super lieben 2. Klasse verbringen.

Vor dem BuFDi hatte ich versucht, mein Abitur zu machen. Meine Mittlere

Reife hatte ich schon vor zwei Jahren in der Tasche und ich wollte versuchen,

die Leiter noch eine Sprosse höher zu klettern. Leider hatte ich mich damit

überhaupt nicht wohl gefühlt, redete viel mit den Lehrern und beschloss dann abzubrechen und mich mit verschiedenen Praktika

umzuorientieren. Nach dem halben Jahr, das ich damit verbrachte, die verschiedensten Berufsfelder kennen zu lernen, stand für mich fest,

dass ich auf jeden Fall entweder mit Kindern und/oder Jugendlichen oder mit Tieren arbeiten möchte.

Den Bundesfreiwilligendienst sehe ich so als Chance, mich in meinem Leben zu festigen. Zu wissen, was man eigentlich von seinem Leben

erwartet, ist gar nicht so einfach. Ob ich es jetzt weiß? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall fühlt sich mein Leben erfüllter an, seit ich mit den

Kindern zusammen bin. Und ich hoffe, dieses Gefühl wird auch das ganze Jahr bei mir bleiben.


Aus der Schule Seite 8

Lisa Hennerbichler – Bundesfreiwilligendienst

Ich, Lisa Hennerbichler; bin eine der diesjährigen Bundesfreiwilligen­

dienstleistenden, oder auch abgekürzt BuFDi, wie wir oft so schön genannt werden.

Geboren wurde ich 1994 in Mannheim. Nachdem ich dieses Jahr mein Abitur

absolviert habe, möchte ich das Jahr vor meinem angestrebten Lehramt­studium

sinnvoll nutzen. So bin ich auf die Freie Interkulturelle Waldorfschule gestoßen, wo

ich jetzt ein Jahr lang die 1. Klasse begleiten darf.

Auch in meiner Freizeit beschäftige ich mich viel mit Kindern. Neben Nachhilfe

trainiere ich auch noch eine weibliche Handballmannschaft. Schon während meiner

eigenen Schulzeit habe ich mich sehr engagiert. So war ich auch bei der

Hausaufgabenbetreuung tätig oder war Mentorin einer jüngeren Klasse, wodurch

ich gemerkt habe, dass mir die Arbeit mit Kindern viel Freude bereitet.

Ich freue mich sehr auf das kommende Jahr und auf alle Eindrücke, die ich für mein

ganzes Leben, aber vor allem für meinen angestrebten Lehrerberuf, sammeln kann.

Mit der Hilfe der Naturata, Weiling und der Bioläden konnte die Freie Interkulturelle Waldorfschule ihre Schulküche mit wichtigen

Küchengeräten ausstatten. Durch eine bundesweite Aktion unter dem Motto „33 Cent für mehr Toleranz und ein Kinderlächeln!“ kamen

insgesamt 20.000,­ zusammen.


Nachruf Hanspeter Göke

Nur 7 Wochen war Herr Hanspeter Göke als Musiklehrer der Klassen 7­11 Mitglied unserer Schulgemeinschaft. Am 25.10.2012

verstarb er plötzlich und für alle völlig unerwartet im Alter von 57 Jahren.

Herr Göke war, bevor er an unsere Schule kam um sich nochmals einen neuen Wirkungskreis aufzubauen, über viele Jahre Leiter

von verschiedenen Musikschulen, z.B. in Tübingen und Euskirchen. Unterrichtserfahrung sammelte er u.a. als Lehrer an der

Odenwaldschule. Eine über 35 jährige umfassende Chorleitertätigkeit zeichnete ihn aus. Neben der Musik war ihm die Kunst

allgemein ein großes Anliegen und so engagierte er sich neben seiner beruflichen Tätigkeit in Kulturvereinen, organisierte

Kulturtage, Schloss­ und Benefizkonzerte.

So engagiert wie er sein ganzes Leben gewirkt hat, so lernten wir ihn auch kennen. In nur 7 Wochen gab er der Musik an unserer

Schule ein neues Gesicht. Nach jeder Unterrichtsstunde reflektierte und überlegte er, wie er die Schülerinnen und Schüler für den

Musikunterricht begeistern könnte und wie die ganze Palette der Musikwelt für sie erlebbar werden könnte. Eine nicht ganz leichte

Aufgabe!

Wir Kollegen waren fasziniert von seinem freundlichen ausgeglichenen Auftreten und davon wie er jede Hürde, die sich ihm stellte,

fast kämpferisch meisterte. Wir schätzen seinen Charme, sein Charisma und seine musikalisch leichte Fröhlichkeit mit der er uns

begegnete.

Ein Kollege äußerte: „Es stimmt mich zwar traurig, dass ich nun auf die kurzen Gespräche verzichten muss, doch dies ist nur in die

Zukunft verschoben.“

Nur 7 Wochen hat Herr Göke an unserer Schule gewirkt und hinterlässt für uns doch eine große Lücke.

Susanne Piwecki und Andreas Thorn


Am 15. September 2012 war es endlich soweit: Die zukünftigen

Erstklässler wurden eingeschult.

Aus der Schule Seite 10

Herzlich Willkommen an der Freien Interkulturellen Waldorfschule Mannheim

Um zehn Uhr versammelten sich Eltern, Verwandte und natürlich die

Erstklässler erwartungsvoll und etwas aufgeregt im Foyer der

Oberstufe. Nach einer warmherzigen Begrüßungsrede von Frau

Marz spielte die Musiklehrerin Frau Setzer­Blonski ein schönes

Stück auf ihrer Geige. Anschließend trug die 2. Klasse ein kleines

Märchen über einen Esel vor, das von Flöten untermalt wurde.

Nach der musikalischen Einführung begrüßte Frau Pekala, die ihre

Einschulung ebenfalls an diesem Tag feierte, die Kinder mit warmen

Worten, stellte die Patenklasse der neuen Erstklässler vor und rief

nacheinander alle Erstklässler auf, durch einen selbst hergestellten

Sonnenblumendurchgang auf sie zuzukommen. Dort wurden die

Schüler noch einmal mit persönlichen Worten von ihrer zukünftigen

Klassenlehrerin begrüßt, bekamen eine Sonnenblume überreicht

und wurden von dem jeweiligen Paten der 9. Klasse in Empfang ge­

nommen. Es herrschte eine sehr schöne Stimmung, was auch

daran lag, dass die Patenschüler der 9. Klasse sehr liebevoll mit

den Erstklässlern umgingen.

Die Erstklässler nahmen, begleitet von ihren Paten, auf Bänken

Platz. Dort erzählte Frau Pekala ihren Schülern den Anfang eines

Märchens über einen kleinen reisenden Jungen, der viele

Abenteuer erlebt. Der zweite Teil der Geschichte wurde im

Klassenzimmer weitererzählt. Begleitet von ihren jeweiligen Paten

wurden die Erstklässler dorthin geführt.

Währenddessen studierte Frau Setzer­Blonski mit den Eltern ein

Lied ein, das anschließend beim Einpflanzen des Klassenbaumes

gesungen wurde.

Nach einer insgesamt sehr bewegenden Einschulungsfeier freuten

sich die Kinder auf ihren ersten offiziellen Schultag, der am Montag

darauf stattfand.

Anne Mainka – Mutter der 1. Klasse


Seite 11 Aus der Schule

Lebensnahes Lernen – der Schulkiosk der 7. Klasse

Bereits vor dem Schulstart zur 7. Klasse im September 2011

besuchte ich die Mathematikvorbereitung an der Freien Hochschule

in Mannheim bei Herrn Schuberth.

Unter anderem wurde das Einführen der Wirtschaftsmathematik in

der 7. Klasse besprochen. Sehr bald kam das Gespräch darauf, wie

denn den Schülern ein so trockenes Thema schmackhaft zu machen

sei, besonders und gerade in dieser besonderen

Entwicklungssituation, in der sich die Schüler um das 13. Lebens­

jahr herum befinden.

Nun ist ja schon seit geraumer Zeit das lebensnahe Lernen sehr im

Gespräch und dieses hat doch gerade in den Waldorfschulen einen

besonderen Stellenwert, wie man beim Studium der Stundentafel

erkennen kann: Da gibt es Werken, Handarbeit, Gartenbau, diverse

Praktika usw. Was lag da also näher, als das „langweilige“

Finanzrechnen aus einer praktischen Tätigkeit heraus anzuschauen,

so dass es von vornherein mit Leben erfüllt wäre? Also eine wirkliche

und echte Verbindung von körperlicher Tätigkeit einerseits und

geistiger Tätigkeit andererseits her­zustellen.

Die Idee war nun sehr schnell geboren, dass dieses

lebenspraktische Lernen (nicht nur für das Leben, sondern durch

das Leben selbst lernen wir!) anhand einer Schülerfirma am besten

in die Schule zu holen sei. Meine 7. Klasse war sofort begeistert, als

ich diese Idee ins neue Schuljahr mitbrachte und hätte am liebsten

sofort angefangen. Doch einige Denkarbeit und Vorbereitungszeit

war schon noch nötig. Zunächst musste die Entscheidung getroffen

werden, was für eine Firma es denn sein sollte.

Hier mussten schon verschiedene Überlegungen mit einfließen: Was

können wir anbieten, was die Schule oder die Mitschüler als Kunden

wirklich brauchen? Was könnten wir herstellen, das unseren

Fähigkeiten und Fertigkeiten entspräche oder zumindest leicht zu

erlernen sei? Nach einigen Vorschlägen fiel die Wahl sehr eindeutig

auf das Projekt Schulkiosk. Die Hauptprodukte (belegte Brötchen)

können wir mit etwas Vorübung selbst gut herstellen, der Absatz

innerhalb der Schule mit kurzen Absatzwegen wäre einigermaßen

sicher, da auch der Bedarf innerhalb der Schülerschaft besteht.

Letztlich braucht man nur wenige Gerätschaften, die auch recht

günstig zu beschaffen sind. Nun galt es also, sich Gedanken über

die Vorbereitung unseres Projektes zu machen: Welche und wie

viele Gerätschaften werden wir genau brauchen? Was für Brötchen

werden wir anbieten: Bio­Qualität oder nicht, mit oder ohne

Schweinefleisch oder beides?

Bereits am Gedanken Bio­Qualität oder nicht gab es doch schon

einige Diskussionen, die notwendig waren: Warum sollten wir Bio

verwenden, wo es doch viel teurer ist? Wäre billiger für die Schüler

nicht besser? Was heißt Bio eigentlich genau, >>


Aus der Schule Seite 12

was bedeutet es in der Produktion, in der Tierhaltung etc.? Wir

entschieden uns letztlich für einen Kompromiss zwischen Bio­

Lebensmitteln, soweit diese ökonomisch vertretbar wären, und

konventionellen Lebensmitteln, damit die Preise für die Schüler niedrig

genug bleiben konnten.

Nun war auch der der erste Kontakt zum Rechnen unumgänglich: Die

Kalkulation der Preise stand an. Also mal schauen, was vom erlernten

Dreisatz bzw. proportionaler Zuordnung noch da ist. Aus was besteht

so ein Brötchen und was kostet jede einzelne Komponente? Aus allen

Einzelkosten die Summe bilden, Gewinnaufschlag dazu, fertig! Nun

konnten Begriffe wie Eigenkapital, Fremdkapital, Anlagevermögen,

Umlaufvermögen, Bilanz oder Gewinn­ und Verlustrechnung mit den

echten Begriffen und Gegebenheiten unseres Betriebes erfüllt werden.

Guthaben und Schulden konnten begriffen werden und der

Zusammenhang zwischen negativen und positiven Zahlen wurde mit

Guthabenscheinen und Schuldscheinen begreifbar. Als nächstes

begleitete uns die Ernährungslehreepoche im Alltag des Schulkioskes,

es gab am konkreten Beispiel eines belegten Brötchens doch schon

einiges zu erfahren: Woher stammen unsere Lebensmittel? Wie

werden sie verarbeitet? Besonders mit dem Getreide beschäftigten wir

uns, verfolgten den Weg vom Weizen auf dem Acker zur

Getreidemühle usw. bis zum Brötchen, das wir nun vor uns hatten.

Auch Themen des Deutschunterrichts, wie das Schreiben von

Geschäftsbriefen, kommen zum Tragen. Die Fragen der Arbeits­

Schülerinnen der 7. Klasse beim Verkauf

organisation müssen täglich bewältigt werden: Welche Tätigkeiten

laufen parallel ab, welche hintereinander? Wie viele Hände sind

dafür nötig? Da die Arbeit immer in Fünfer­Gruppen organisiert ist,

spielen natürlich auch verschiedene Aspekte hinein, wie das

soziale Miteinander der Schüler. Wer kann was besonders flink

und genau?

Ein grundsätzliches Problem stellt die Tatsache dar, dass man bei

einem Schulkiosk das Kernprodukt nicht vorbereiten und lagern

kann, es muss stets frisch bereitet werden. Dadurch muss die

Arbeitsgruppe je einen Tag in der Woche im Hauptunterricht

fehlen, da eben in dieser Zeit „produziert“ werden muss. Auch

eine zusätzliche betreuende erwachsene Person muss zugegen

sein um die Schüler zu unterstützen, da ja der Klassenlehrer im

Hauptunterricht beschäftigt ist.

Fazit:

Unser Schulkiosk ist pädagogisch und wirtschaftlich eine

wunderbare Sache, praxisnahes und fächerübergreifendes Lernen

sind gut umsetzbar. Für den Klassenlehrer alleine wäre aber ein

anderes Projekt, das für den Produktionsprozess zeitliche

Spielräume lässt, besser machbar. Beispielsweise ließen sich

Nistkästen oder Bienenwachskerzen zu jeder beliebigen Tageszeit

herstellen und bei Basaren oder Online verkaufen, ohne dass der

Unterricht direkt beeinträchtigt wird. Alles in allem eine schöne

und lehrreiche Erfahrung.

Roman Wolf ­ Lehrer


Seite 13 Aus der Schule

Die Waldorflehrer­Tagung in Cluj, Rumänien vom 10. bis 14. Juli 2012 ­ Ein Bericht

Eingang

Herr Redzic (Klassenlehrer) bekam aus Rumänien wieder eine

Anfrage für eine Teilnahme an einer Waldorflehrer­Tagung in Cluj,

Rumänien. Der Wunsch nach seinem Kommen war groß, das

Interesse war da. Hr. Redzic ist dort bereits bekannt. Nun, im

Frühling dieses Jahres, fragte er mich, ob ich Interesse daran hätte,

mit ihm diese Aufgabe zu gestalten. Ja, war sogleich meine

Antwort. Dank sei den Kollegen unserer Schule, die uns dieses

Vorhaben ermöglichten. Meine Vorfreude war groß.

Nun wussten wir auch, dass wir Dolmetscher bekommen würden

um die gesprochenen Worte ins Rumänische zu übersetzen. Die

verschiedenen Sprachen stellten so kein großes Hindernis dar. Die

Gedanken, Fragen und Antworten bilden die Grundlage des

Gespräches. Gut, dass wir andere Menschen, andere Sprachen,

andere Sitten kennenlernen können. So kommen wir auf etwas

sehr Wesentliches zurück; die Verständigung der verschiedenen

Kulturen, die die Geschichte tragen. Die Verständigung mit anderen

ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. So kommen

wir mit den Menschen in Kontakt.

Aus einem Märchen von Goethe, dem von der grünen Schlange

und der schönen Lilie, stelle ich hier Gedanken vor, die in unsere

Gesellschaft gehören und dementsprechend sehr aktuell sind:

„…Die grüne Schlange erreicht auch bald den Ort, doch reicht ihr

Licht nicht hin, das ganze Heiligtum ­ denn ein solches ist es ­ zu

erleuchten. Doch immerhin erkennt sie im Vorübergleiten drei

sitzende Könige. Einer ist aus lauterem Gold, der zweite aus Silber

und der dritte aus Erz geformt. In einer entfernteren Ecke meint sie

noch einen vierten König zu gewahren, den sie aber nur undeutlich

er­kennt. Als sie an dem goldenen König vorbeikriecht, spricht

dieser sie an:

„Wo kommst du her?“ – „Aus den Klüften“, versetzte die Schlange,

„in denen das Gold wohnt.“ – „Was ist herrlicher als Gold?“ fragte

der König. – „Das Licht“, antwortete die Schlange.

Blick auf die Schule Waldorfschule in Cluj

Blick von der Schule auf einen Stadteil von Cluj

– „Was ist erquicklicher als Licht?“ fragte jener. – „Das Gespräch“,

antwortete diese."

Die Reise

Frühmorgens mit einem schönen Sonnenaufgang am Flughafen in

Stuttgart angekommen waren wir guter Dinge. Nach dem Einchecken

warteten wir auf den Abflug und befassten uns noch auf deutschem

Boden mit den Aufgaben, die auf uns zukommen sollten. Wir stiegen

in das Flugzeug und bald starteten wir Richtung Osten. Wir landeten

in Sibiu. Als Hr. Redzic und ich aus der Maschine heraustraten,

wurden wir von der dortigen Hitze fast erschlagen, aber nur fast.

Sibiu liegt etwa in der Mitte des Landes. Nun, wir hatten nicht vor, die

Stadt zu sehen, denn wir hatten noch 160 km nach Norden zu

fahren. Wir wurden von einem jungen Waldorflehrer freundlich

empfangen. Drei Sprachen begleiteten uns bei der dreistündigen

Autofahrt: Deutsch, Englisch und Französisch. Wir fuhren auf der

Schnellstraße Richtung Norden. Diese Strecke musste zügig

bewältigt werden, denn mein erster Kurs sollte bald anfangen. Die

Hitze, der Hunger und der Durst machten es notwendig, eine Pause

einzulegen. Unser lieber Begleiter war etwas ungeduldig, da die

Tagung bereits lief. Also fuhren wir weiter…

In der Schule, während der Tagung in Cluj

Bei der Ankunft waren Hr. Redzic und ich erstaunt darüber, was

unsere Kollegen hier zustande gebracht haben. Die finanziellen

Verhältnisse sehen dort ganz anders aus, ebenso die Möglichkeit mit

der Waldorfpädagogik zu arbeiten. Nun, wir kamen mit unserem

Gepäck im Foyer der Schule an und ich musste mich beeilen, denn

mein erster Kurs fing an. Wir haben verschiedene Übungen mit

Tonarbeiten gemacht, um die Form­ und Lebenskräfte in Einklang zu

bringen, wobei das Lebensalter der Schulkinder in der Unterstufe

>>


erücksichtigt wurde. Für eine gute Stimmung regte ich die Lehrer

zum Gesang an, um besser in diese Tätigkeit hineinzukommen. Wir

arbeiteten also Ton in Ton. Viel Unterstützung bekam ich von der

Lehrerin Frau Wiecken, die die Übersetzung übernahm.

In den Kursen von Hr. Redzic war die Arbeitsstimmung sehr offen

und das Thema wurde direkt behandelt. Worte und Gedanken

wurden von einer anderen Dolmetscherin übersetzt. Die Übungen,

die zur Arbeit gehörten, brachten Bewegung und Gelächter in seine

Unterrichtsstunde. Dies wiederum erleichterte die Kopfarbeit und

führte zu einem viel größeren Verständnis für die Sache selbst. Das

Lachen ist ein Wundermittel mit großer Wirkung. Manche Fragen

lösen sich so von selbst.

Wir waren begeistert, mit Menschen von solch großer Offenheit

zusammenzuarbeiten. Daher unser Dank und Achtung an die

Kollegen.

Aus der Schule Seite 14

In manchen Freistunden schauten wir uns in der Schule um. Da wir

beide selbst Werklehrer sind, ist die Holzwerkstatt der Schule ein

wichtiger Bereich für uns. Als wir die Treppe hinaufgingen wurde

deutlich, dass manche finanzielle Mittel fehlen. Es war aber zu

erleben, wie viel man mit wenig doch machen kann. Der Werklehrer

Hr. Trif und der Hausmeister empfingen uns. Wir konnten vieles

sehen, uns Anregungen holen, sehen, wie und mit welch einfachen

(von links nach rechts) Herr Redzic, Herr Trif, Herr Lasnier

Frau Wiecken und Herr Redzic in Rosia

Werkzeugen hier gearbeitet wird, wie die Ideen walten und was die

Phantasie solcher Menschen zustande bringt. Unsere Herzen

wurden warm, eine wahre Begegnung.

Einige Lehrer hatten bei dieser Tagung mitgewirkt und am Ende

wurde in der letzten Sitzung ein Rückblick gehalten. In diesem

Zusammenhang möchte ich hier einige Worte von einem

Teilnehmer erwähnen. Er hat für mich auf einen Punkt gebracht, wo

wir insgesamt hinarbeiten sollten. Er sagte sinngemäß: „Es war für

uns gut zu erleben, dass die Arbeiten in den pädagogischen

Arbeitsgruppen mit Beispielen, Hinweisen und Ideen nicht mit dem

Vorsatz ihr müsst, sondern ihr könnt so mit den Schülern arbeiten

vorgestellt wurden.“

Von dieser Reise haben wir vieles mitgenommen, wie neue

Bekanntschaften, die kleinen Momente, die so erfüllend waren, die

Feier am Feuer mit Gesang und Tanz und einer wunderbaren

Atmosphäre sowie das kleine Konzert des Flötenorchesters.

Kurz vor der Rückreise nahmen wir noch die Gelegenheit wahr,

eine kleine Waldorfschule für Romakinder in Rosia in der Nähe von

Sibiu zu besuchen.

Mit vielen schönen Eindrücken traten wir am Sonntag die

Rückreise an.

Jean­Luc Lasnier ­ Lehrer


Seite 15 Aus der Schule

Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim beteiligt sich an Bildungsoffensive der

Vereinten Nationen

Zukunft gestalten, sich engagieren, gemeinsam etwas auf die Beine stellen: Bereits zum fünften Mal in

Folge beteiligen sich mehrere hundert Initiativen in ganz Deutschland an den Aktionstagen der UN­Dekade

„Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Wie Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sich für ein ökologisch, ökonomisch und sozial gerechtes

Umfeld einsetzen, erfuhren Besucher am Samstag, den 29. September 2012 beim Schulfest und Tag der

offenen Tür an der Freien Interkulturellen Waldorfschule in Mannheim am Neuen Messplatz.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen: Finanzkrise, Klimawandel, die Verteilung von immer knapper

werdenden Ressourcen machen deutlich, wie viel wir wissen und können müssen, um die Welt für alle

lebenswert zu gestalten“, so Professor Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees der UN­

Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Die Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim beteiligt sich erstmalig an den bundesweiten

Aktionstagen der Deutschen UNESCO­Kommission und ist damit Teil der weltweiten Bildungsoffensive der

Vereinten Nationen.

Die Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim

präsentiert sich bei einem Schulfest und Tag der

offenen Tür

Das Zusammenleben in Mannheim ist von kultureller Vielfalt

geprägt. Menschen verschiedener Herkunft,

unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Religionen lernen

und leben hier zusammen. Diesen Grundgedanken des

Miteinanders zu fördern ist zentrales Anliegen der Freien

Interkulturellen Waldorfschule Mannheim. Mit Spielen aus

aller Welt, sowie bei internationaler Küche aus regionalen

Anbau präsentierte die Schule ihre kulturelle Vielfalt der

Schule und der Stadt Mannheim. Strahlender Sonnenschein

und ein herbstlich dekoriertes Schulhaus empfingen die

Gäste, die sich auf den Weg gemacht hatten, um die ganze

Schulgemeinschaft in lebendiger Stimmung zu erleben. UN­Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Bild links: Schülerinnen und Schüler singen zur Eröffnung des Schulfestes

Bild rechts: Besucher des Schulfestes genießen die alkoholfreien Cocktails

der 8. Klass-Bar

Vom 21. bis 30. September 2012 beteiligten sich mehrere hundert

Kindertagesstätten, Schulen und Initiativen an den Aktionstagen. Sie alle

setzen sich für eine bessere Gesellschaft ein. Die Gestaltungskompetenz

dafür vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mit der UN­Dekade

„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005­2014) haben sich die

Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren

Bildungssystemen zu verankern. Auf der Grundlage eines einstimmigen

Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO­Kommission

die deutschen Aktivitäten zur UN­Dekade. Dazu hat sie ein

Nationalkomitee mit Experten berufen, das die Umsetzung begleitet. Das

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Arbeit.

Gunhild Daecke ­ Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen

www.bne­portal.de

www.unesco.de


Freie Interkulturelle Waldorfschule gewinnt Fuchs Förderpreis

Sieben Einrichtungen dürfen sich insgesamt über 30000 Euro freuen.

Die Firma Willis, Versicherungsmakler des Schmierstoffherstellers,

zeichnete darüber hinaus zwei weitere Projekte mit je 2500 Euro

aus.

"Gesellschaftliches und soziales Engagement ein wesentlicher Teil

unserer Unternehmensphilosophie", betonte Vorstandsvorsitzender

Stefan Fuchs bei der feierlichen Preisverleihung in der

Konzernzentrale. "Allzu oft vergisst man, wie gut es einem geht. Und

dass es so viele Menschen gibt, die ihr Leben nicht aus eigener Kraft

meistern können." Dabei könnte jeder selbst einmal in eine solche

Situation kommen. Und genau deshalb unterstützt Fuchs Petrolup

schon seit vielen Jahren Hilfsprojekte.

Mit 30 Bewerbungen sind in diesem Jahr so viele wie nie zuvor

eingegangen. Eine Jury aus Vertretern des Unternehmens und der

Stadtverwaltung wählte dann die neun Preisträger aus. Ihre Projekte

haben die unterschiedlichsten Zielgruppen, einen Schwerpunkt

allerdings Behinderte und Senioren ­ ihnen will man den Weg ins

"normale" gesellschaftliche Leben ebnen.

Begegnung der Generationen

Aus der Schule Seite 16

So möchte die Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim mit

ihrem Garten in der Kleingartenanlage Herzogenried nicht nur den

Kindern einen Bezug zur Natur vermitteln. Sie will dort die

Begegnung zwischen Schülern und Senioren möglich machen, die

Jüngeren sollen von den Älteren etwas über den Anbau von

Pflanzen lernen. Für Gartengeräte und Saatgut wird Geld gebraucht

­ dafür gibt Fuchs Petrolup nun 3600 Euro.

Das auch Ältere selbständig zum Einkaufen können, das ermöglicht

das Quartierbüro im Wohlgelegen. Einmal in der Woche bietet es

dazu eine Fahrt in ein Einkaufszentrum ab ­ und dabei geht es

natürlich nicht nur um die Versorgung mit Waren, sondern auch um

Gespräche mit anderen Mitfahrern. Der "Einkaufsshuttle" erhält

3500 Euro aus dem Fördertopf. Mit 6700 Euro geht der größte

Betrag an das Projekt "Ferienpate" des Stadtjugendrings. Es will

Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familien ermöglichen,

in den Ferien an Freizeiten verschiedener Mannheimer Vereine und

Einrichtungen teilzunehmen.

Das diese Spenden einiges möglichen machen, weiß

Oberbürgermeister Peter Kurz als Schirmherr des Preises nur zu

gut. "Unternehmen brauchen nicht nur Standorte, sondern auch

eine Heimat," sagte er. Wie viel Fuchs Petrolup an seiner Heimat

liege, das dokumentiert das Unternehmen mit seinem vielfältigen

Engagement.

aus "Mannheimer Morgen"


Seite 17 Konzeptionelles

Unser neues Schulfach: "Deutsch als Vertiefungssprache (DaV)" Von der Bedeutung einer ganzheitlichen

Sprachförderung

Aus dem Schulalltag

Es ist 10:15 Uhr. Acht fröhliche Kinder betreten den kleinen Raum,

nehmen im Stuhlkreis Platz und nach der Begrüßung beginnen wir

unsere Stunde mit einem Spruch. Es folgen Zungenbrecher für die

gute Artikulation, ein Gedicht mit besonderen

Koordinationsbewegungen und einige weitere Gedichte. Während

die Kinder engagiert mitsprechen, darf ein Schüler als "Lehrer" an

der Tafel mit einem Zeigestock auf den angehefteten Bildern

zeigen, worum es in den Gedichten und Sprüchen gerade geht. Als

nächstes wird zu einem Lied getanzt; auch der Liedinhalt ist in

Form von Bildern an der Tafel verdeutlicht oder es wird zur

Gitarrenbegleitung gesungen und gespielt. Weiter geht es mit einer

kleinen Schreibarbeit, entweder in Form eines gezielten, kurzen

Diktates oder in Form von freien Texten bzw. Geschichten

(Kreatives Schreiben). Hier entstehen lustige Geschichten, in

denen der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Zum Schluss wird noch ausgiebig gespielt, sei es ein Kartenspiel,

bei dem die Darstellungen auf den Karten immer korrekt benannt

und vielleicht sogar beschrieben werden müssen, ein Spiel mit

echten Gegenständen (z.B. Tieren, Möbeln etc., die besprochen

werden) oder ein Brettspiel, bei dem die Kinder ihre

Lesekompetenz schulen. Wahlweise kann hier auch ein kleines

Theaterstück einstudiert werden. Wie immer ist die Zeit viel zu

kurz. Wie gut, dass wir uns zweimal in der Woche zum DaV­

Unterricht treffen.

Selbstverständlich wird dieser Ablauf je nach Altersstufe variieren

und einen anderen Charakter annehmen; gleich bleibt jedoch die

Lebendigkeit und Freude, mit der die Schüler sprechen, singen,

spielen und schreiben. Dieser Unterrichtseinblick soll beispielhaft

für eine Stunde in den unteren fünf Klassen stehen.

Was bedeutet DaV? Ein kleiner Einblick in das Konzept

Die Grenzen meiner Sprache

sind die Grenzen meiner Welt.

Wittgenstein

Sprache als Tor zur Welt ­ sich verbal ausdrücken zu können, ist

nicht nur eine Grundvoraussetzung für bestmögliche

Bildungschancen; es eröffnet auch die Möglichkeit zur

Kommunikation und Verständigung mit anderen Menschen. Fast

immer ist Sprache zugleich das Medium des Lernens: In einer

Sprache und mit einer Sprache lernen wir Sprechen, aber zugleich

auch alles andere. Und nicht zuletzt ist die Sprache von

elementarer Bedeutung für die Bildung der kindlichen Identität:

Identität wird vor allem über die Sprache vermittelt. Wichtig ist es

daher, dass wir für die Kinder von Beginn an die Voraussetzungen

und Chancen für einen optimalen Spracherwerb schaffen. Mit

unserem neuen Fach "Deutsch als Vertiefungssprache" wollen wir

dieser Forderung Rechnung tragen.

Ein Teil unserer Schüler besitzt eine geringe Sprachkompetenz im

Deutschen und oft auch in der eigenen Muttersprache. Das hat

selbstverständlich tief greifende Auswirkungen auf die gesamten

Lerngrundlagen der Kinder sowie auf ihr Lernverhalten.

Die Kinder mit sprachlichen Schwierigkeiten im Deutschen haben

zum großen Teil einen geringen Wortschatz, wenig Erfahrung im

korrekten Umgang mit der deutschen Grammatik sowie mit dem

Satzbau. Aus diesem Grund können sie nicht angemessen den

vermittelten Unterrichtsinhalten folgen bzw. auf gestellte Fragen

richtig antworten.

Ein wahrer Schatz ist es, möglichst viele Gedichte und Lieder

auswendig zu können und zu verstehen. Hier sind Unmengen an

Wortschatz, richtiger Grammatik und Satzstrukturen versteckt. Das

Geheimnis, um diese Schätze wirklich zu heben und für die

Schüler nutzbar machen zu können, ist aber nicht einfach nur das

Singen und Sprechen der Lieder und Gedichte, sondern vor allem

die Verbildlichung der lebendigen Inhalte. Jedes Lied kann ohne

jegliches Textverständnis gesungen werden. Doch ohne

Verständnis von den gesungenen Inhalten zieht das Kind keinen

Nutzen für sein Sprachverständnis daraus. Wenn ich z.B. ein Lied

über einen Igel singe, aber keinen Begriff von dem Wort "Igel"

habe, genieße ich ausschließlich die Sprachklänge und die Melodie

des Liedes. Darum ist es mein großes Anliegen, alle eingeführten

Texte entweder durch Bilder oder durch das eigene Spielen zu

verdeutlichen. So finden wir im DaV­Unterricht viele Elemente aus

dem Fremdsprachenunterricht, die hier für die Vertiefung der

deutschen Sprache genutzt werden (siehe Bilder).

Wir wollen allen Kindern, egal welcher sozialen

und kulturellen Herkunft, die gleichen Bildungs­ und

Entwicklungschancen ermöglichen. Da die Sprache der Weg zur

Bildung ist, müssen wir zuallererst hier mit unserer Förderung

ansetzen. Eine solide sprachliche Grundlage ist selbstverständlich

die absolute Basis für das gesamte Lernen. Dies betrifft ein jedes

Schulfach, den sozialen Umgang untereinander, die selbstständige

Wissensvermittlung und ist auch grundlegend für die Bewältigung

vieler Alltagssituationen. Für die unteren Klassen ist ein spielerisch­

lebendiger Unterricht von großer Bedeutung, der möglichst viele

Sinne bei den Kindern anspricht. Ich spreche hier von einem

künstlerisch­spielerischen Umgang mit der Sprache im Sinne der

Waldorfpädagogik. Die Schüler sollen ihre Sprachkompetenz

vielfältig und freudvoll erweitern können. >>


Diese Vermittlung einer reichhaltigen Sprache geschieht in den

unteren Klassen durch den mündlichen Sprachgebrauch in Form von

Fingerspielen, Gedichten, Liedern, Tänzen, Sprachspielen, Theater

etc.

Auf dieser Grundlage nimmt dann in den höheren Klassen der

schriftliche Umgang mit der Sprache einen immer größeren Raum

ein. Was vorher mündlich geübt und praktiziert wurde, kann nun

auch in schriftlichen Texten seine korrekte Anwendung finden. Die

Förderung des ersten Schreibens und Lesens beginnt im DaV­

Unterricht in der zweiten Klasse.

Ziel ist es, die Kinder zu bewusstem Sprachhandeln zu ermutigen

und damit die Freude am selbstständigen Umgang mit der deutschen

Sprache zu wecken und zu steigern. Die Kinder sollen Freude an

sprachlicher Gestaltung und sprachlichem Spiel erfahren, ihr

sprachliches Selbstvertrauen entwickeln und Verantwortung im

Umgang mit der deutschen Sprache übernehmen.

Man muss sich verdeutlichen, dass nahezu alle Kinder, die den DaV­

Unterricht besuchen, schon eine Sprache mehr sprechen als viele

ihrer Mitschüler. Da liegt es auf der Hand, dass diese Schüler eine

Vertiefung in der Unterrichtssprache Deutsch benötigen, die für sie

selbst eine "Fremdsprache" bzw. Zweitsprache darstellt.

Dieses neue Schulfach birgt eine große Chance, denn durch die

Vertiefung der Unterrichtssprache festigt es das wichtigste Medium

für nahezu alle Schulfächer, die Sprache, und erst auf diesem

soliden Sprachfundament kann später eine weitere Fremdsprache

erlernt werden.

Konzeptionelles Seite 18

Auf der Grundlage einer wirklich gefestigten Sprache kann der

Einstieg in den Französischunterricht zu einem späteren Zeitpunkt

problemlos erfolgen. Deutlich ist aber, dass ohne die Basis einer

sicheren Sprachgrundlage im Deutschen und der eigenen

Muttersprache das Erlernen einer weiteren Fremdsprache wie

Französisch eine absolute Überforderung ist.

Von der grundlegenden Wichtigkeit der Muttersprache

Die ganz wichtige Ergänzung und Basis zu DaV ist, wie in den

beiden vergangenen Gesamtelternabenden dargestellt, eine gezielte

Förderung der Muttersprache bzw. Erstsprache. Es ist sehr wichtig,

sich immer wieder zu verdeutlichen, dass die gut entwickelte

Muttersprache die Grundlage für das Erlernen der Zweitsprache

Deutsch sowie jeder weiteren Fremdsprache und für das gesamte

Lernen ist (bis hinein in die Mathematik!!!). Überall, wo es darum

geht logisch zu denken, zu verknüpfen und Zusammenhänge zu

schließen, bildet die Muttersprache die Basis. Es wird deutlich, dass

die Beherrschung der Muttersprache grundlegend für das Lernen in

allen Schulfächern ist, für das sich Zurechtfinden in verschiedenen

Lebensbereichen und für die Identitätsentwicklung. Die Sprache

ermöglicht dem Kind die eigene Ursprungskultur besser zu verstehen

und die eigenen Wurzeln zu begreifen. Damit stärkt sie deutlich >>

Was bedeutet DaV? - Ein kleiner Einblick in das Konzept

ﻡﺍ ﻡﻉﻥﻯ ﺩﻑ ؟ ﻥﻅﺭﺓ ﺹﻍﻱﺭﻩ ﻡﻝﺥﺹﻩ ﻑﻱ ﺥﻁﺓ ﻩﺫﺍ ﺍﻝﻡﺵﺭﻭﻉ

ﺫﺍﺕ ﻡﺭﺓ: "ﺇﻥ ﺡﺩﻭﺩ Ludwig Wittgenstein ﻕﺍﻝ ﺍﻝﻑﻱﻝﺱﻭﻑ ﺍﻝﺃﻝﻡﺍﻥﻱ ﻝﻭﺩﻑﺝ ﻭﺕﺝﻱﻥﺵﺕﺍﻱﻥ

ﻝﻍﺕﻱ ﻩﻱ ﺡﺩﻭﺩ ﻉﺍﻝﻡﻱ. ﻭﻱﻡﻙﻥ ﻝﻝﻡﺭء ﺃﻥ ﻱﺽﻱﻑ ﺇﻝﻯ ﺫﻝﻙ ﺍﻝﻕﻭﻝ٬ "ﺇﻥ ﺡﺩﻭﺩ ﻝﻍﺕﻱ ﻩﻱ ﺡﺩﻭﺩ ﻡﻉﺭﻑﺕﻱ"٬

ﻭﺏﺍﻝﺕﺍﻝﻱ ﻩﻱ ﺡﺩﻭﺩ ﻑﺭﺹﺕﻱ ﻭﺕﺝﺭﺏﺕﻱ ﻑﻱ ﺍﻝﺡﻱﺍﺓ. ﺍﻝﻝﻍﺓ ﻩﻱ ﻭﺍﺡﺩ ﻡﻥ ﺃﻩﻡ ﺍﻝﻉﻭﺍﻡﻝ ﺍﻝﺕﻱ ﺕﺅﺙﺭ ﻑﻱ

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Seite 19 Konzeptionelles

das Selbstwertgefühl eines Menschen.

Deutlich muss sein, dass der Erwerb einer Zweitsprache weitgehend

nach dem Muster der Erstsprache verläuft. Das Kind lernt die

Zweitsprache sozusagen wie durch einen Filter der Muttersprache.

Sehr wichtig ist also, dass der Erwerb weiterer Sprachen das

Erlernen der Muttersprache niemals unterbricht. Verzögerungen der

Sprachentwicklung in der Zweitsprache Deutsch bis hin zu

Auffälligkeiten und Störbildern resultieren oftmals daraus, dass

kognitive Konzepte der Muttersprache noch nicht übernommen

wurden. Wenn ich z.B. ein Wort in meiner Muttersprache nicht

kenne, ist es umso schwieriger, es in einer weiteren Sprache zu

lernen, gleiches gilt für die Grammatik etc.

Selbstverständlich liegt das Hauptalter der Sprachentwicklung

zwischen zwei und fünf Jahren, d.h. schon im Kindergartenalter ist

eine intensive und reichhaltige Pflege der Muttersprache von sehr

großer Bedeutung. In dieser ersten Sprachperiode wird die Sprache

stark an das Gefühl angebunden; geschieht das nicht, so muss

spätestens mit Eintritt in die Schule eine Nachreifung beginnen. Wird

die Muttersprache nicht weiter gepflegt, so bleibt es bei einer

emotionalen Gefühlssprache und es kommt nicht zur Klarheit, d.h.

zu einer anspruchsvollen Bildungssprache. Das heißt, sowohl in der

Muttersprache (Erstsprache) als auch in der Zweitsprache (Deutsch)

bedarf es einer gezielten Sprachentwicklungsförderung, sowohl auf

der Gefühlsebene (Lieder, Sprüche, Bilderbücher etc.) als auch auf

der Gedankenebene (Schreiben, Lesen etc.).

Wissenschaftliche Studien belegen, dass der wichtigste Indikator für

einen erfolgreichen Schulabschluss ein mehrjähriger Unterricht in

der Muttersprache ist, der bis zur kognitiv anspruchsvollen

Bildungssprache führt. Das Erlernen des Schreibens und des

Lesens in der Muttersprache führt zu direkter Verbesserung in der

Zweitsprache.

Selbstverständlich muss immer deutlich sein, dass eine gepflegte

Zweisprachigkeit immer von Vorteil ist. Allerdings bedarf es einer

gezielten Förderung schon im Kindesalter. Durch eine stabile

Zweisprachigkeit erlernt ein Kind eine jede weitere Fremdsprache

schneller (metasprachliche Fähigkeiten) und die gesamte geistige

Entwicklung der Kinder wird positiv beeinflusst. Um die in der

Mehrsprachigkeit liegenden Ressourcen besser nutzen zu können,

sollte die Förderung und Unterstützung möglichst schon im

Kindergartenalter beginnen.

Da wir an unserer Schule bisher keinen gezielten

Muttersprachunterricht anbieten können, ist hier meine große Bitte

an alle Eltern, mit den Kindern zuhause in ihrer Muttersprache zu

sprechen und diese möglichst reichhaltig zu fördern. Durch Lieder,

Bilderbücher, Geschichten, Handgestenspiele und Gedichte und

später bis ins Schriftliche hinein kann so im Elternhaus eine gute

muttersprachliche Grundlage angelegt werden, als eine wichtige

Basis für den Unterricht an unserer Schule.

Das heißt also, dass nicht nur die Pflege der Zweitsprache eine

große Bedeutung für die Gesamtentwicklung der Kinder hat,

sondern auch die Pflege der Erstsprache.

Katrin Höfer – Lehrerin

Deutsch als Vertiefungssprache – Auszüge in Türkisch

DaV ne demek?

Konseptimize kisa bir bakis.

Dilimizin sinirlari dünyamizin sinirlaridir. (Wittgenstein)

Dünyaya acilmak icin kendimizi iyi ifade edebilmemiz gerekiyor, ve

dil sadece en iyi egitim icin gerekli ön yapi degil, ayni zamanda

baska insanlarla konusma ve anlasma imkanida veriyor. Dil ögrenim

icin bir aractir. Dilimizle konusmanin yaninda baska cok seyleri

ögreniyoruz.

Ayni zamanda dil cocuklarin kendi kimliklerini gelistirmek icinde cok

önemlidir. Kimlik cogunlukla dil üzerinden gelisiyor. Onun icin

cocuklara önce dillerini en iyi sekilde ögrenme imkani saglamak cok

önemli. Yeni dersimiz " Deutsch als Vertiefungssprache"

(derinlestirilmis Almanca dersi) ile ögrencilere bu imkani vermek

istiyoruz. Ögrencilerimizin bir bölümünün hem ana dilinde hemde

Almancada cok eksikleri var. Bu durum ögrencilerin hem baska

derslerde hem de davranislarinda cok etkili oluyor.


Seite 21 Kooperationsprojekte

Senioren und Schüler/innen der Freien Interkulturellen Waldorfschule gärtnern zusammen

Nach den Sommerferien luden das Quartiermanagement

Herzogenried zusammen mit der Freien Interkulturellen

Waldorfschule Vertreter der Presse, Sponsoren, Politiker sowie

kleine und große, junge und alte Gärtnerinnen und Gärtner in den

interkulturellen Gemeinschaftsgarten „Herzogengärten“ ein, um

diesen feierlich einzuweihen und zu eröffnen. Inspiriert wurde der

Name von den „Prinzessinnengärten“ in Berlin. Quartiermanager

Michael Lapp, Gunhild Daecke und Roman Wolf von der Freien

Interkulturellen Waldorfschule begrüßten die Gäste Thomas Trüper

(Stadtrat und Vorsitzender der IG Herzogenried), Ingrid Kunz­

Albrecht (Vorsitzende von MaJunA e.V.), Oliver Takacs (VR Bank

Rhein­Neckar Nord eG) sowie Sylvia Osthues (Mannheimer

Morgen), Ursel Kravat (Bezirksbeirat Neckarstadt­Ost), einige

Gärtnerinnen und Gärtner und die Schülerinnen und Schüler der

Freien Interkulturellen Waldorfschule.

Der 400 Quadratmeter große Garten, der als Gemeinschafts­projekt

der Freien Interkulturellen Waldorfschule mit dem

Quartiermanagement Herzogenried, der Interessengemeinschaft

Herzogenried und MaJunA (Mannheims Junge Alte) bewirtschaftet

wird, bietet die Möglichkeit generations­ und kulturübergreifender

Aktivitäten und verfolgt eine partizipative und solidarische Grundidee.

Die eine Hälfte des Gartens wird von der Freien Interkulturellen

Waldorfschule bewirtschaftet und die andere Hälfte wird von

Anwohnern und MaJunA genutzt. Diese grüne Oase in der

Kleingartenanlage Herzogenried ist ein idealer Ort für entspannte

Begegnungen und Naturerfahrungen und bietet eine hervorragende

Möglichkeit, das Band zwischen den verschiedenen Generationen

und Kulturen neu zu knüpfen und auszubauen. Das gemeinsame

Arbeiten, Spielen, Essen und Erholen in einem Garten stiftet eine

neue Form der Gemeinschaft, bietet Gelegenheit der

wechselseitigen Unterstützung, Förderung und Anerkennung. Junge

lernen von Älteren, Ältere lernen von Jüngeren – ein wechselseitiger

Bildungsprozess, von dem alle Teilnehmenden nur profitieren

gemeinsame Gartenarbeit von Seniorinnen und Senioren und

Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse

können. Dank der Spenden der Interessengemeinschaft

Herzogenried, des Bezirksbeirats Neckarstadt­Ost, der MVV, der

GBG und der VR Bank Rhein­Neckar Nord konnte das langfristig

angelegte integrative Gemeinschaftsprojekt überhaupt realisiert

werden.

Das anfänglich völlig verwilderte Grundstück ist kaum

wiederzuerkennen – jegliches Unkraut wurde entfernt, auf den von

Anwohnerinnen und Anwohnern angelegten Beeten kann bereits

fleißig Gemüse geerntet werden und auch der Kiwibaum trägt

reichlich Früchte. Kirschen und Äpfel sind vollständig abgeerntet

und die begeisterten Gärtnerinnen und Gärtner schmieden bereits

Pläne für die Spätjahr­Bepflanzung und für das nächste Gartenjahr.

Froh und erleichtert zeigte sich vor allem die Waldorfschule, endlich

einen Garten für den Gartenbauunterricht gefunden zu haben. Bald

schon sollen auch die Schülerinnen und Schüler Kräuter und

Gemüse anpflanzen, gärtnerische Fähigkeiten entwickeln, Natur

erleben und Naturgesetze erfahren können. Immer drei Kinder

werden sich ein Beet teilen, Salat, Gemüse und andere

Nutzpflanzen einsäen und geerntete Produkte selbst verarbeiten.

Ein Grill sowie ein Backofen und drei Komposter sollen im Garten

installiert werden und auch Gemeinschaftsprojekte mit den anderen

Gärtnern sind geplant – so sollen beispielsweise die Schülerinnen

und Schüler Hochbeete für MaJunA­Gärtnerinnen und ­Gärtner

anlegen. Die momentan vierte Klasse der Waldorfschule wird

außerdem eine große Bank zum Sitzen, Ausruhen und Entspannen

bauen. Erste Grundfundamente sind bereits in den Boden

eingelassen und so warten alle gespannt auf die Fertigstellung der

Bank.

Carolin Streit, Quartiermanagement Herzogenried


Kooperationsprojekte Seite 22

Ausbildungspartnerschaft mit Daimler besiegelt

Die Daimler AG – Mercedes Benz Werk Mannheim ­

unterzeichnete am 23. Oktober 2012 einen

Kooperationsvertrag mit der Freien Interkulturellen

Waldorfschule in der Neckarstadt. Ziel der Kooperation ist

es, Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, in

verschiedene technische Berufe zu schnuppern

Durch eine Ausbildungspartnerschaft mit dem Mercedes Benz

Werk in Mannheim will die Freie Inter­kulturelle Waldorfschule

ihren Schülern die Möglichkeit bieten, praktische Einblicke in

verschiedene technische Berufe zu erhalten. Der

Kooperationsvertrag, den die Vorstände der Schule am Neuen

Messplatz, Zan Redzic und Neshet Türkmen mit Mercedes­Benz

Ausbildungsmeister Franz Bach heute unterzeichneten, soll eine

Berufsvorbereitung der Schüler optimieren. Bach ist es ein

Anliegen den Schülern Informationen über Ausbildungen und den

Arbeitsalltag zu vermitteln und Bewerbertraining anzubieten mit

Ausschnitten aus dem Mercedes­Einstellungstest. Vor allem aber

bietet Bach praktische Einblicke in technische Berufe an und lädt

ganze Klassen zu Besuchen oder einzelne Schüler zu Praktika

ins Werk ein. Insgesamt betreut der Ausbildungsmeister zwölf

Schulen in der Metropolregion Rhein­Neckar, um über die

technischen Berufe im Benz­Werk zu informieren. Die Schüler der

Schule in der Neckarstadt sind von dem Angebot des Benz­Werks

begeistert. So nutzen einige Schüler schon heute die Gelegenheit,

Informationen über Praktikums­ und Ausbildungsmöglichkeiten bei

Mercedes­Benz einzuholen. Die ersten Schüler haben bereits ihre

Bewerbung er­folgreich hinter sich gebracht und das Praktikum im

Benz­Werk steht bevor.

Beide Kooperationspartner profitieren von einer engen

Zusammenarbeit. So betont der Vorstand der Schule wie wichtig es

ist, die Schüler optimal auf den Übergang in den Beruf vorzubereiten

und gleichzeitig kann das Benz­Werk einem Fachkräftemangel

vorbeugen.

Gunhild Daecke ­ Öffentlichkeitsarbeit

Oberstufenschüler mit den Vorständen Neshet Türkmen, Zan Redzic und Franz Bach - Ausbildungsmeister bei Mercedes-Benz (von links nach rechts)


Seite 23 Besondere Anlässe

Wissbegieriger „Cem auf Tour“ lernt Integrationspädagogik

Die Schule ist bundesweit Vorbild für gelungene Integrations­

pädagogik – Besuche von interessierten hochrangigen Landes­

und Bundespolitikern stehen in der Freien Interkulturellen

Waldorfschule in der Maybachstraße deshalb seit Gründung der

modellhaften integrativen Schule immer wieder auf dem

Stundenplan.

So bereiteten Lehrer, Schüler und Eltern der Schule dem

Bundesvorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir, der bei seiner

Sommertour in Mannheim Station machte, einen entspannten,

sommerlichen Empfang. Sie präsentierten stolz ihre aus einem

ehemaligen Möbelhaus umgebaute Schule und ge­nierten sich

nicht, den Polit­Promi mit Fragen nach seiner eigenen Schulzeit

und Bildungskarriere zu löchern. Nach einem kurzen Blick in die

Geometriehefte der 5. Klasse stellte sich Özdemir den 11.­

Klässlern und ihrem Lehrer Jean­Luc Lasnier. Für die

Jugendlichen – jeder zweite mit Migrationshintergrund wie der

Spitzenpolitiker ­ ist Cem Özdemir ein Vorbild und, wie Schüler

nach dem Treffen urteilten, „absolut wählbar“.

von links nach rechts: Dr. Bendiktus Hardorp (Beirat), Susanne Piwecki

(Geschäftsführerin), Cem Özdemir (Bundesvorsitzender der Grünen), Zan

Redzic (Klassenlehrer und Vorstandsmitglied)

Cem Özdemir (Bundesvorsitzender der Grünen) mit Schülern der 11. Klasse (jetzt

Die Jugendlichen der 11. Klasse stehen als „Pionierklasse“ in der

2003 gegründeten Schule im kom­menden Jahr erstmals vor den

Prüfungen zur Mittleren Reife und zur Fachhochschulreife. Sie

thema­tisierten vor allem die Chancengleichheit in der Bildung.

Hierzu, so bestätigte Özdemir auch in der anschließenden Runde

mit Lehrern und Eltern, leistet die Interkulturelle Waldorfschule einen

wertvollen Beitrag.

Bei aller Zustimmung, die das Schulprojekt derzeit genießt,

beklagten Geschäftsführerin Susanne Piwecki und Ina Klein­Bock

von der baden­württembergischen Landes­arbeitsgemeinschaft der

Waldorfschulen die nach wie vor schlechte Ausstattung der

anerkannten Ersatzschulen in freier Trägerschaft. Die Interkulturelle

Waldorfschule erhält derzeit nur 67 Prozent der benötigten Gelder

aus öffentlichen Kassen – den Rest bringen Eltern und Sponsoren

auf.

12. Klasse)

Thorsten Langenscheid – Mannheimer Morgen


Freie Interkulturelle Waldorfschule feiert 10. Schuljahr

Am 28. September 2012 fanden sich Stadt­ und

Landesvertreter in der Freien Interkulturellen Waldorfschule

ein, um den Einstieg in das 10. Schuljahr mit der Einweihung

neuer Werkräume zu feiern.

Die Schule am Neuen Messplatz ist rechtzeitig zu ihrem 10.

Schuljahr in der 12. Klasse angelangt. 293 Schüler aus 31

verschiedenen Nationen lernen an der Schule, die bundesweit als

Vorbild für ge­lungene Integration gilt. Zum ersten Mal bietet sie in

diesem Jahr Realschulabschluss und Fachhochschulreife an.

Diese Entwicklungen haben in den vergangenen Monaten enorme

bauliche Erweiterungen erforderlich gemacht. „Wir haben in neun

Schuljahren sieben Mal umgebaut“, sagte die Geschäftsführerin

Susanne Piwecki bei den Feierlichkeiten zur Einweihung der neuen

Räumlichkeiten, deren Einrichtung mit Unterstützung der

Mannheimer Röchling­, der Software AG­ und der KLEF­Stiftung

ermöglicht wurde. Mit der Einweihung würdigte die Schule die

großzügige Unterstützung der drei Stiftungen. Mit ihrer Hilfe konnten

drei neue Handwerks­ und Kunsträume sowie ein Maschinenraum

geschaffen werden.

Besondere Anlässe Seite 24

6. Klasse mit Musiklehrerin Ramona Kadur singt zur Einweihung der neuen

Werkräume

Lutz Jahre - Leiter des Fachbereiches Bildung (rechts) überreicht Jean Luc Lasnier

Helen Heberer (MdL) und Lutz Jahre, Leiter des Fachbereichs

Bildung lobten anlässlich der Feierlichkeiten die besondere

Integrationsarbeit der Freien Interkulturellen Waldorfschule

Mannheim. Rainer Grössle und Jean­Luc Lasnier, Werk­ und

Kunstlehrer an der Schule in der Neckarstadt sprachen über die

Bedeutung des künstlerisch­handwerklichen Unterrichts für die

Schüler der Interkulturellen Waldorfschule. Darum war es kein

Zufall, dass die geladenen Gäste auch künstlerisch tätig wurden, um

selbst den künstlerisch­handwerklichen Unterricht der Schule zu

erfahren. In einem Holz­Workshop schliffen und hobelten Landes­

und Stadtvertreter, Förderer sowie Vertreter von Mannheimer

Unternehmen, sozialen Institutionen, Vereinen und Schulen eine

Stunde lang an Brieföffnern in den neuen Werkräumen. Es

herrschte begeisterte Stimmung.

Unter den Besuchern waren außerdem Vertreter der Bildungsbrücke

e.V. sowie Ilker Polat, Kemal Şafak und Erdal Türemiş,

Vorstandsmitglieder des Vereins.

symbolisch einen Holzhammer

Gunhild Daecke ­ Öffentlichkeitsarbeit


Seite 25 Impressionen vom Herbstausflug der Unterstufe


Impressionen vom Herbstausflug der Unterstufe Seite 26

Dies und Das

Die Schule verschenkt 38 Gipssteine mit den Maßen 66x50x8.

Interessenten können sich gern an das Schulbüro wenden.

Das Schulzeitungsteam sucht Unterstützung

Derzeit erscheint zweimal im Schuljahr mit einer Auflage von 1.000 Exemplaren die Schulzeitung der Freien Interkulturellen

Waldorfschule. So wie unsere Schule in den letzten Jahren gewachsen ist, ist auch die Schulzeitung gewachsen. Es wäre schön, wenn

es nicht bei dem bisher Erreichten stehenbleiben würde. Für diese Arbeit benötigen wir aber Unterstützung in allen Bereichen, egal ob

aus der Elternschaft oder von den Schülern. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, meldet sich bitte bei Gunhild Daecke

(Öffentlichkeitsarbeit), Jörg Haider (Klassenlehrer 4. Klasse) ober bei Petra Baier (Mutter).


Herausgeber:

Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim e.V.

Maybachstr. 16

68169 Mannheim

Tel.: 0621/30099830

E­Mail: info@fiw­mannheim.de

Webseite: www.fiw­mannheim.de

Redaktion: Gunhild Daecke, Petra Baier

Layout: Jörg Haider

Spendenkonto:

Freie Interkulturelle Waldorfschule Mannheim e.V.

Sparkasse Rhein­Neckar­Nord

Konto­Nr.: 381 201 23

BLZ.: 670 505 05

Titelfoto:

6. Klasse mit Musiklehrerin Ramona Kadur singt zur

Einweihung der neuen Werkräume

Auflage:1.000

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