Ttimes 1 2010 layout 1

tuev

Ttimes 1 2010 layout 1

TÜV AUSTRIA GROUP

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010


INHALT

WIDE HORIZONS.

4

The first boilers were supplied to alpine dairies

in Vorarlberg. Today the waste heat boilers

of the Bludenz family enterprise Bertsch are

amongst the leaders in technology of their field.

CONSIDERATIONS ON RISK AND 7

MARKET ACCESS IN THE FREE

MOVEMENT OF GOODS.

Guest commentary by Mag. Othmar Karas,

Member of the European Parliament.

RECOGNIZING THE RISK.

8

Risk management is amongst the primary

management tasks of a company management.

TÜV AUSTRIA offers risk consulting from

process management up to technological and

operative risk analysis.

TÜV-ACCEPTED QUALITY

12

AND SAFETY FROM CHINA.

Since the beginning of the year the TÜV AUSTRIA

group has been active at the production location

China with a consulting engineering office. A

field report.

THE MANY ASPECTS OF RISK. 15

Dr. Reinhard Preiss, head of the department of

plant safety with TÜV AUSTRIA, has written a

standard book about “Methods of risk analysis

in technology“.

NEW STANDARDS IN

16

EXPLOSION PROTECTION.

Explosions protection is a topic without expiry

date. Standards and legal provisions in explosion

protection are being changed continuously.

PLANNED SUCCESSION.

19

TÜV AUSTRIA CERT GMBH and the Styria

Chamber of Commerce are helping to alleviate

the succession problem in Styrian companies.

ALL ABOUT WHEELS AND TYRES. 20

TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH has the

biggest wheels and tyres database worldwide.

TÜV NEWS:

22

– Award for Seveso II Twinning Project

– TÜV AUSTRIA ROMANIA holds symposium

– Art at the TÜV

– Change in the management of the

division “Lift Technology”

TÜV AUSTRIA

Sitz und Geschäftsführung:

1015 Wien, Krugerstraße 16, Tel. 01/514 07-6001

MEDIENINHABER UND VERLEGER:

TÜV Österreich, 1015 Wien, Krugerstraße 16

HERAUSGEBER: Dir. Dipl.-Ing. Dr. Hugo Eberhardt

REDAKTIONSKOORDINATION: Renate Simkovics

REDAKTIONSSITZ: 1015 Wien, Krugerstraße 16

GESAMTPRODUKTION: fabelhaft. Werbung + PR.

1080 Wien, Kochgasse 3-5/11

GRAFIK & LAYOUT: www.orange-designs.at

REPRODUKTION & DRUCK:

Druckerei Berger, 3580 Horn, Wiener Straße 80

2 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

E

CONTENT

s

Coverfoto: olly - fotolia.com

Inhalt.

WEITE HORIZONTE.

4

Die ersten Kessel gingen an Vorarlberger

Sennereien. Heute zählen die Abhitzekessel

des Bludenzer Familienunternehmens Bertsch

zu den Technologieführern ihrer Branche.

BETRACHTUNGEN ZU RISIKO

7

UND MARKTZUGANG IM FREIEN

WARENVERKEHR.

Gastkommentar von Mag. Othmar Karas, Abgeordneter

zum Europäischen Parlament.

DAS RISIKO ERKENNEN.

8

Risikomanagement zählt zu den primären

Managementaufgaben einer Unternehmensführung.

Der TÜV AUSTRIA bietet Risikoberatung

vom Prozessmanagement bis hin zur

technologischen und operativen Risikoanalyse.

TÜV-KONFORME QUALITÄT

12

UND SICHERHEIT AUS CHINA.

Die TÜV AUSTRIA Gruppe ist seit Jahreswechsel

am Produktionsstandort China mit

einem Beratungsunternehmen vor Ort aktiv.

Ein Erfahrungsbericht.

DIE VIELEN SEITEN DES RISIKOS. 15

Dr. Reinhard Preiss, Leiter des Fachbereiches

Anlagensicherheit beim TÜV AUSTRIA, hat

ein Standardwerk über „Methoden der Risikoanalyse

in der Technik“ erstellt.

TÜV AUSTRIA GROUP

im Internet: www.tuv.at

NEUE NORMEN

16

IM EXPLOSIONSSCHUTZ.

Explosionsschutz ist ein Thema ohne Ablaufdatum.

Normung und gesetzliche Regelung im

Explosionsschutz werden kontinuierlich verändert.

DIE NACHFOLGE MIT PLAN.

19

Die TÜV AUSTRIA CERT GMBH und die Wirtschaftskammer

Steiermark helfen, die Nachfolgeproblematik

in steirischen Unternehmen

zu lindern.

ALLES ÜBER RÄDER UND REIFEN. 20

Die TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH

verfügt über die weltweit größte Räder- und

Reifendatenbank.

TÜV NEWS:

22

– Zuschlag für Seveso II Twinning Projekt

– TÜV AUSTRIA ROMANIA hält Symposium

– Kunst beim TÜV

– Wechsel in der Leitung des Geschäftsbereiches

Aufzugstechnik


Editorial. Dear readers,

Liebe Leserinnen!

Liebe Leser!

Das Jahr 2009 war gekennzeichnet von einer

Wirtschaftskrise enormen Ausmaßes.

Nach den Prognosen der Wirtschaftsexperten

ist das Ärgste überwunden, wobei

bis dato noch keine Euphorie in der Realwirtschaft

aufgekommen ist. Es gilt aber

den Blick nach vorne zu richten, was auch

als ein strategisches Element in der TÜV

AUSTRIA Gruppe umgesetzt wird.

So ist der TÜV AUSTRIA dabei, seine Tätigkeit

in China aus- und weiter aufzubauen.

Darüber wird in dieser Ausgabe von

TÜV TIMES berichtet. Es wird von den Er-

Foto: Kurt Keinrath

Foto: MicroStudio

fahrungen der TÜV Experten in China sowie

über die Geschäftspraxis berichtet.

Im Portrait wird über das traditionsreiche

und renommierte Kesselunternehmen

Bertsch Holding GmbH, unter dem sich eine

Reihe von weiteren operativen Unternehmen

befindet, berichtet. Das Vorarlberger

Traditionsunternehmen zählt zu den

langjährigen Partnern des TÜV.

Im Gastkommentar gibt der EU-Abgeordnete

Mag. Othmar Karas eine Stellungnahme

zum neuen „Binnenmarktpaket“ ab.

Die Titelgeschichte setzt sich mit dem immer

aktueller werdenden Thema des Risikomanagements

auseinander. Der TÜV hat

im vergangenen Jahrzehnt eine international

beachtete Kompetenz im Bereich der

technischen Gefahr- und Risikovermeidung

aufgebaut, die den TÜV-Kunden Vorteile

bis hin zu verbesserten Bonitätseinstufungen

bei den Hausbanken einbringt.

So konnte auch ein EU-Twinning-Projekt zu

diesem Thema vom TÜV AUSTRIA gegenüber

starkem Mitbewerb gewonnen werden,

was als Zeichen der hohen Anerkennung

gewertet werden kann.

Als besonderes Highlight des TÜV ist das

neue Datenangebot der weltweit größten

Räder-/Reifendatenbank durch die TÜV

AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH zu nennen.

Welche Vorteile diese wichtige Investition für

die Kunden bringt, wird in der Auto-Kolumne

ausführlich dargestellt.

Kurzberichte über eine Konferenz in Rumänien,

die neue Leitung des Geschäftsbereiches

Aufzugstechnik in der TÜV AUSTRIA

SERVICES GMBH und über „TÜV und

Kunst“ runden den Inhalt dieser Ausgabe

von TÜV TIMES ab.

Das Redaktionsteam wünscht

viel Freude beim Lesen und

würde sich über Anregungen

und Feedback freuen.

Ihr

Dir. Dipl.-Ing. Dr. Hugo Eberhardt

E

PORTRAIT

EDITORIAL

The year 2009 was characterized by an

economic crisis of enormous dimensions.

According to what the economic experts say

the worst is over, although so far there have

been no signs of euphoria in the real economy.

But we must look ahead, and this is also

being implemented as a strategic element

within the TÜV AUSTRIA group.

TÜV AUSTRIA is thus in the process of

extending and further developing its activity

in China. You will find a report on this in the

present edition of the TÜV TIMES. You can

learn about experiences of TÜV experts in

China and about the business practice.

The portrait deals with the old and wellknown

boiler company Bertsch Holding GmbH,

which includes a number of other operations.

The traditional Vorarlberg company has been

a partner of TÜV for many years.

In the guest commentary Mag. Othmar Karas

MEP, comments on the new „Internal Market

Package“.

The title story discusses the subject of risk

management which is becoming more and

more topical. During the last decade TÜV

has established an internationally recognized

competency in the field of technical

danger and risk avoidance which affords

its customers advantages and even better

credit rating classifications with their banks.

In this context TÜV AUSTRIA also managed

to win an EU twinning project in the face of

strong competition which can be considered

as a sign of high recognition.

The new data offer of the biggest wheels and

tyres database worldwide by TÜV AUSTRIA

AUTOMOTIVE GMBH is the special highlight

of TÜV. In the car column there is a detailed

overview of the advantages which this important

investment will bring for our customers.

This edition of the TÜV TIMES also contains

short reports about a conference in Romania,

the new management of the division “lift

technology” within the TÜV AUSTRIA

SERVICES GMBH and about “TÜV and the

arts“.

The editorial team hopes that you will

enjoy reading and would be pleased to

receive feedback and suggestions.

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

3


PORTRÄT

Weite

Horizonte.

Das Bludenzer Familienunternehmen Bertsch plant und baut

sowohl Anlagen zur Energiegewinnung, Apparate für die chemische

und petrochemische Industrie als auch Anlagen für die Nahrungsmittelindustrie.

Mit einer Exportrate jenseits der 80 % hat sich die

Gruppe einen fixen Platz im Wettbewerb der internationalen

Anlagenbauer erarbeitet. Der TÜV AUSTRIA war immer dabei.

Moderne lebt von Tradition. Diesem Leitspruch

folgt das Unternehmen mit großem

Erfolg. Als der Bludenzer Kupferschmied

Josef Bertsch 1925 begann, Kessel für die

Sennereien und Molkereien seiner Region

herzustellen, waren die Zeiten hart. Vorarlberg

war mit einer textil- und bäuerlichen

Wirtschaftsstruktur eher am Rande von

Österreich, Deutschland und der Schweiz

zu finden. Heute liegt Vorarlberg im Zentrum

Europas, Paris ist nur wenige Kilometer

weiter entfernt als Wien und aus der einstigen

Kupferschmiede wurde die Bertsch

Firmengruppe mit mehr als 300 Mitarbeitern,

ein äußerst erfolgreiches Topunternehmen.

Technik von Dauer

„Innovation ist der Schlüssel, um im internationalen

Wettbewerb erfolgreich zu bleiben“,

postuliert Dipl.-Ing. Ewald Gattermayr

den Grundsatz gewinnbringender Markt-

4 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

präsenz. Gattermayr ist seit Jahreswechsel

CEO der Bertsch Energy und übernimmt

gleichzeitig die Funktion des Geschäftsführers

Vertrieb von Direktor Kurt Eller, der

in den letzten Jahrzehnten maßgeblich zum

Erfolg der Bertsch Energy beigetragen hat

und sich im Laufe des 1. Halbjahres in den

Ruhestand verabschieden wird. Gemeinsam

mit den Geschäftsführern Dipl.-Ing.

Dr. Arno Kolbitsch (Technik und Produktion)

und Mag. Gernot Kranabetter (Finanzen

und Einkauf) leitet Gattermayr damit die

größte operative Gesellschaft der Bertsch

Firmengruppe. „In diesem Haus werden

laufend neue Technologien entwickelt und

alte verbessert“, so der neue Geschäftsführer.

Er verweist auf Mitarbeiter, die Jahrzehnte

im Unternehmen sind und stetig an

Produktentwicklungen und -innovationen

arbeiten. Die Geschichte des Unternehmens

ist geprägt von Technologiesprüngen,

die stets am Beginn einer neuen Entwick-

lungsphase standen. In den dreißiger Jahren

waren dies die Kessel für die Lebensmittelindustrie,

in den fünfziger Jahren der

Dreizug-Kessel und der Dampfgenerator.

Heute reicht die Produktpalette von Hochdruckrohren

beim Wasserkraftwerksbau bis

hin zum High-Tech-Wirbelschichtkessel für

die Stromgewinnung. Im neuen Jahrtausend

gilt die Innovationskraft der Entwicklung von

modular aufgebauten Abhitzekesseln nach

Gasturbinen und Gas- und Dampf-Kombikraftwerken,

die den Wirkungsgrad der Anlagen

erhöhen. „Wir haben Effizienz in der

Die Bertsch Firmengruppe präsentiert ein breites Spektrum.

Vom internationalen Anlagenbau für thermische Solar- und Windenergie

bis hin zum Maschinenbau für die Nahrungsmittelindustrie.

Fotos: Bertsch


Energiegewinnung zu unserem Thema gemacht“,

beschreibt Gattermayr die Strategie

von Bertsch Energy. Auftraggeber der individuellen

Projekte – „Wir haben keine Stangenware“,

so Gattermayr – sind Energieerzeuger,

Kommunen, Industriebetriebe wie

z.B. die holzverarbeitende Industrie oder auch

Generalunternehmen für Kraftwerksanlagen.

Die Geschäftsbereiche

Die Bertsch Firmengruppe präsentiert ein

breites Spektrum. Neben dem Bereich

Energy ist sie mit den Firmen, Bertsch Laska

Fotos: ChaotiC_PhotographY

und Ecopower aktiv. Bertsch Foodtec, die

vor allem Anlagen für die Milchverarbeitung

plant und baut, ist äußerst erfolgreich am

nationalen und internationalen Markt tätig.

Neben den wichtigsten Produzenten im Inland

zählen auch die großen Milchverarbeiter

der Schweiz, Deutschland, Italien, Malta,

Türkei, Ukraine über Weißrussland bis in den

Süden und weiten Osten Russlands zu den

zufriedenen Kunden. In Ergänzung werden

die gesamten GUS-Länder von Bertsch

Laska Wien aus bearbeitet. Laska ist außerdem

auf Anlagen für die Fleischverarbeitung

spezialisiert und vertritt die Interessen

der gesamten Bertsch Firmengruppe in

Osteuropa mit 10 Niederlassungen in diesen

Ländern. Bertsch Ecopower bearbeitet

sehr erfolgreich den Bereich Solar- und

Windenergie, vor allem in den südlichen

Gebieten der Ukraine bis in die Mongolei.

Familienunternehmen

Bertsch ist ein Familienunternehmen im

besten Sinn. Für Gattermayr ist das „Prinzip

des nachhaltigen Agierens be- >

Ing. Hubert Bertsch führt die Gruppe in dritter

Generation. Er ist geschäftsführender Gesellschafter

und Alleininhaber der Bertsch Firmengruppe.

E

PORTRAIT

Wide

horizons.

PORTRÄT

The Bludenz family enterprise Bertsch

manufactures pressure equipment for all

occasions. With an export rate of over

90 % the group has established a firm

place in the international competition

of medium-sized systems engineering.

TÜV AUSTRIA has always been involved.

“Innovation is the key for remaining successful

in international competition“, that is how

Ewald Gattermayr posits the principle of

profitable market presence. Since the start of

the new year Mr. Gattermayr has been CEO

of Bertsch Energy, the biggest business

branch of the Bertsch group. “In our company

we are working meticulously all the time“,

says the new chairman. He refers to employees

who have been with the company for >

Dipl.-Ing. Ewald Gattermayr ist seit Jahreswechsel

CEO der Bertsch Energy und übernimmt gleichzeitig

die Funktion des Geschäftsführers Vertrieb.

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

5


PORTRÄT

decades and who are constantly improving

the technology with their ideas “without ever

having had the title of a head of development.


The business branches

Bertsch Holding is active in several fields.

Besides Energy there are also the branches

of FoodTec, BertschLaska and Ecopower.

Foodtec actually represents the roots of

the company: Bertsch has been closely

connected with dairy branch and food

production from the beginning. BertschLaska

plans, supplies and assembles complete

processing lines and individual machines for

the meat processing industry. The youngest

child Ecopower is committed to biomass

firing equipment for sustainable energy

supply.

The mixture of branches and technologies

results in a target-group portfolio which acts

independently of each other. When one or

the other of the branches is weakening, the

other activities will strengthen the development

of the company. Mr. Gattermayr, the Energy

CEO, describes the present situation in the

economic crisis as “challenging, but not

threatening.“ The plant business was a

long-term one and only marginally subject

to “momentary developments.” However it

was at present difficult to find financing for

medium to large-size projects of the target

segment.

Sustainable partnership

TÜV AUSTRIA is strongly represented in

Vorarlberg. There is a dense TÜV presence

with offices in Lauterach (vehicle test

station), Bludenz (vehicle technology and

traffic) and Dornbirn, the reason for which

is the high degree of industrialisation of

Vorarlberg.

The direct TÜV partners of Bertsch are in

Dornbirn, where one can find the department

for pressure equipment, lift technology, electric

technology and materials handling and

lifting technology. “As a boiler manufacturer

Bertsch is an ideal cooperation partner for

us“, that is how pressure equipment specialist

Klaus-Peter Jehly describes the character

of the cooperation. “TÜV is involved in all

pressure and safety inspections.“ The fields

of occupational safety at Bertsch are also

looked after by TÜV employees. “The yearlong

cooperation generates trust on all levels“,

Mr. Jehly says. Wide horizons do pay. x

6 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

E

PORTRAIT

sonders wohltuend. Hier gelten langfristige

Prinzipien“. Unternehmerisches Wachstum

ist das Resultat einer sorgfältig gepflegten

Selbstfinanzierung. Managemententscheidungen

fallen unter der Perspektive des

nachhaltigen Ertrages und nicht unter dem

Eindruck des kommenden Quartalsberichts.

Diese Sichtweise führt bei Mitarbeitern

wie Geschäftspartnern zu einer oft

jahrzehntelangen Historie der Zusammenarbeit.

Auch der TÜV darf auf Geschäftsbeziehungen

blicken, die unmittelbar nach

dem zweiten Weltkrieg begründet wurden.

Hubert Bertsch führt derzeit die Gruppe in

dritter Generation. Er ist geschäftsführender

Gesellschafter und Alleininhaber der

Bertsch Firmengruppe. Öffentliche Funktionen

unterstreichen die Vielseitigkeit des

Bertsch Gasturbinen Abhitzekessel

Firmenchefs: Präsident der Vorarlberger

Industriellenvereinigung, Konsul der Niederlande,

aber auch Mitglied des Verwaltungsrates

des TÜV Österreich sind nur

Auszüge seiner Aktivitäten.

Bertsch Produktionshalle

Partnerschaft mit Nachhalt

Der TÜV AUSTRIA ist im Ländle stark vertreten.

Mit Geschäftstellen in Lauterach

(Kfz-Prüfstelle), Bludenz (Kraftfahrtechnik

und Verkehr) und Dornbirn besteht eine

dichte TÜV-Präsenz, die im hohen Industrialisierungsgrad

Vorarlbergs begründet

ist. Die direkten TÜV-Partner von Bertsch

finden sich in Dornbirn, wo die Bereiche

Druckgeräte, Aufzugstechnik, Elektrotechnik

und Förder- und Hebetechnik angesiedelt

sind. „Als Kesselhersteller ist Bertsch

für uns ein idealer Kooperationspartner“,

beschreibt Druckgerätespezialist Ing.

Klaus-Peter Jehly den Charakter der Unternehmensbeziehungen,

„der TÜV ist bei

allen Druck- und Sicherheitsprüfungen mit

dabei“. Auch die Bereiche der Arbeitssicherheit

werden von TÜV-Mitarbeitern betreut.

„Die jahrelange Kooperation schafft

auf allen Ebenen Vertrauen“, meint Jehly.

Weite Horizonte lohnen sich.

x


Mag. Othmar Karas, Abgeordneter zum Europäischen Parlament

Betrachtungen

zu Risiko & Marktzugang im

freien Warenverkehr.

Der freie Warenverkehr ist eine der vier Grundfreiheiten im europäischen

Binnenmarkt – dem Herzstück der europäischen Integration.

Als wichtigen Schritt hin zur Vollendung des Binnenmarkts haben

sich Rat und Parlament im letzten Jahr auf das Binnenmarktpaket

geeinigt, das die gegenseitige Anerkennung von Waren im nichtharmonisierten

Bereich verbessern soll.

Andererseits enthalten die New Approach-

Richtlinien Regeln für die Zulassung verschiedener

Produktgruppen (v. a. auch im

Hinblick auf Sicherheitsanforderungen) im

harmonisierten Bereich. Derzeit ist eine Revision

verschiedener Rechtsakte im Gange.

Die Erhöhung verschiedener Standards

(u.a. im Sicherheitsbereich), die durch das

Binnenmarktpaket initiiert wird, übt auf

die z.T. noch laufende Revision der New

Approach-Richtlinien einen positiven Einfluss

aus. Der Effekt liegt durchaus im Interesse

des Bürgers, ohne die berechtigten

Interessen der Wirtschaft in unzulässigem

Maß zu beschneiden.

Als Beispiel für eine gelungene Reform

kann man die Überarbeitung der Spielzeugrichtlinie

anführen. Sie legt fest, welchen

Sicherheitsanforderungen Spielzeug

entsprechen muss, wenn es in der EU hergestellt

und/oder verkauft werden soll. Sie

enthält strengere Anforderungen an Produktion

und Design und erhöhte Pflichten

für Importeure und Hersteller. Es wurde

versucht, Aufwand und Nutzen der Verschärfungen

in einem ausgewogenen Verhältnis

zu halten. Die Sicherheitsanforderungen

betreffen chemische, physikalische

und mechanische Eigenschaften. Die

Spielzeugrichtlinie zielt auf grenzüberschreitende

Verantwortung ab, denn die

Verantwortung teilen sich Hersteller, Importeure,

Händler und Eltern.

Jedenfalls ist ein ausgeglichenes Verhältnis

zwischen erleichtertem Marktzugang

einerseits und Risikovermeidung andererseits

von größter Bedeutung. Es

kann nicht sein, dass auch nur das geringste

Risiko eingegangen wird, wenn

es um die Sicherheit und Gesundheit der

beinahe 500 Millionen Konsumenten in

Europa geht.

Foto: Thibaut Loubère - fotolia.com

Mag. Othmar Karas

Abgeordneter zum Europäischen Parlament

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne

unter othmar.karas@europarl.europa.eu zur

Verfügung, oder besuchen Sie meine Homepage:

www.othmar-karas.at

x

Foto: privat

E

GUEST COMMENTARY

GASTKOMMENTAR

Observations

on risk and

market access

in the free movement of goods.

As an important step towards the

completion of the single market the

Council and the Parliament agreed last

year on the NLF (New Legislation

Framework) which is to improve the

mutual recognition of goods in the

non-harmonized field.

The raising of various standards (e.g. in the

field of safety) initiated through the Internal

Market Package is having a positive influence

on the partly still on-going revision of the

new approach directives.

An example for a successful reform is the

revision of the toys directive. It contains

stricter demands on production and design

and increased obligations for importers and

manufacturers. It is not permissible to have

even the slightest risk where the safety and

health of the nearly 500 million consumers

in Europe is concerned.

x

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

7


RISIKOMANAGEMENT

8 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

Risikomanagement:

Nur bekannte Gefahren

sind beherrschbar.

Krisenzeiten zeigen, ob das Risikomanagement eines Unternehmens seinen

Namen verdient. Viele Manager unterschätzen die Gefahren, die ihr Unternehmen

gefährden. Der TÜV AUSTRIA spürt die Schwachstellen auf und berät, wie sie

beseitigt werden können – technologisch, organisatorisch und anlagentechnisch.

Foto: olly - fotolia.com


Schwachstellen

Anhand des Beispiels in der Schweiz sei

aufgezeigt, wie hoch das Risiko des Datenklaus

ist. Steuersünder in der Schweiz haben

derzeit schwere Zeiten. Deutsche Behörden

haben gestohlene Bankdaten von

über 2.000 Personen um kolportierte 2,5

Millionen Euro erworben. Wem die Informationen

abhanden kamen, steht noch nicht

fest. Nach Pressemeldungen befinden sich

unter den bislang gelieferten Stichproben

besonders viele Daten der Schweizer Bank,

dazu Informationen über Kunden der Credit

Suisse und des Lebensversicherers Generali.

Die Heterogenität der Quellen lässt darauf

schließen, dass der Tatort des Diebstahls

bei Dritten zu suchen ist: Zahlungsverkehrszentren,

Abwicklungsbanken, auch

Wirtschaftsprüfer und in den Unternehmen

beschäftigte Beratungsunternehmen werden

derzeit unter die Lupe genommen.

Die Schweizer Steueraffäre ist nicht nur für

die freizügigen Abgabengestalter problematisch.

Eine frühere Tochtergesellschaft

der Liechtensteiner Fürstenbank LGT muss

einem deutschen Steuersünder Entschädigung

zahlen, weil sie den Anleger zu spät

darüber informiert hat, dass seine Kundendaten

und die von mehreren hundert anderen

Bundesbürgern vor zwei Jahren gestohlen

worden waren. Der Richter verurteilte

die Rechtsnachfolgerin der LGT Treuhand

zu einer Zahlung von 7,3 Millionen

Euro. Folgeklagen sind zu erwarten – für die

betroffene LGT mehr als ein Imagedesaster.

„Hier wurde massiv gegen das Schutzprinzip

der Vertraulichkeit verstoßen“, analysiert

Detlev Henze, Geschäftsführer der

TÜV TRUST IT TÜV AUSTRIA GMBH. Die

TÜV-Tochter untersucht unter anderem die

IT-Landschaft von Unternehmen nach ihrer

Risikoneigung. Die Experten prüfen, in welchen

Unternehmensbereichen die Prinzipien

der Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit

und Wahrhaftigkeit von Daten gefährdet

sind. Speziell bei beabsichtigter

Datenweitergabe zwischen befreundeten

Unternehmen wie bei Banken oder auch

zwischen Autozulieferern sind derartige

Vorgaben nur unter ganz klaren Regeln zu

gestalten. „Wir finden unter den Unternehmen

im Bereich der IT ein entwickeltes Risikobewusstsein.

Allerdings richtet sich die

Aufmerksamkeit meist gegen Angriffe von

außen. Interne Gefahrenquellen werden gerne

ausgeblendet“, erzählt Detlev Henze.

Dabei sitzen bei 80 % der Schadensereignisse

im IT-Bereich die Verursacher hinter

und nicht vor der Firewall.

Analyse mit Methode

Der Verlust der Schweizer Bankdaten zeigt,

dass das die Beseitigung oder Minimierung

von Unternehmensgefahren zu den

Schlüsselaufgaben des Managements zählen.

Es gibt keine unantastbaren Firmen

und Manager. Aber es gibt Unternehmen,

die besser gegen Krisen gewappnet sind

als andere. Dipl.-Ing. Günter Zowa ist Geschäftsführer

der TÜV AUSTRIA CONSULT

GMBH: „In jedem Unternehmen wird auf

die eine oder andere Weise Risikomananagement

betrieben. In den wenigsten Firmen

geschieht dies allerdings in einer strukturierten

und durchgehenden Form.“ Jedes

Unternehmen hat als risikominimierende Maßnahme

entsprechende Versicherungen. >

Foto: René Sputh

E

RISK MANAGEMENT

RISIKOMANAGEMENT

Risk management:

You can only

control risks

which you know.

There are no untouchable companies

and managers any longer. But there are

companies which are better prepared

for crises than others. The problem

are the many unrecognized sources

of danger for which no precautions at

all are taken.

At the centre is the control of the existing

risks and not the exclusion of all risks. Zero

breakdowns does in fact mean that one has

achieved extreme safety, but at the same

time the probability of losing good business

through the high safety demands has also

increased.

Risks are lurking everywhere. They comprise

the technical risk management (safety

of machinery and products), the project

management (analysis of project risks), the

IT risk management (aspects of data safety

and its management), but also the strategic

management (decisions about markets,

products, acquisitions).

Old and well known

A risk is the product of probability of occurrence

multiplied by the extent of loss. With

other words: The smaller the damage, the

easier it is to accept a high probability of

occurrence – and vice versa.

The most difficult phase in a process of

analysis is the gathering of information, and

it occupies a key function. Internal interviews,

organisation plans, balance sheets, check

lists and damage statistics are important

sources for this. If no expectations can be

determined or if they are too costly through

third-party charges, the risk is assessed

qualitatively. Then one proceeds according

to categories such as threatening the

company’s survival, grave, medium, low and

unimportant. At the end of a risk identification

and assessment (risk analysis) a risk inventory

or a risk map is drawn up. It contains a

list and classification of all risks as well as

detailed information about probabilities of

occurrence and potential financial consequences.

>

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

9


RISIKOMANAGEMENT

Der Abschluss einer Polizze ist aber eigentlich

der letzte Baustein des Risikomanagements,

d.h. nach Minimierung aller

realistischen Bedrohungsszenarien wird

das verbleibende Restrisiko mittels einer geeigneten

Versicherung abgedeckt. Schließt

man nur eine Versicherung ab, dann darf

man sich über höhere Prämien nicht wundern,

denn dann übernimmt ja die Versicherung

auch ein höheres Risiko. „Das

Problem liegt in den vielen unerkannten Risiken,

auf die man sich nicht vorbereitet“,

warnt Zowa. Das Consulting-Unternehmen

der TÜV AUSTRIA Gruppe beschäftigt sich

mit gesamtheitlichem Risikomanagement:

Es berät nicht im Bereich der klassischen

TÜV-Kernkompetenz der technologischen

Sicherheit, sondern analysiert operative

und organisatorische Gefahrenpotenziale

eines Unternehmens. Die Gesamtschau ist

elementar: Es bringt wenig, Forderungsausfälle

zu versichern und nichts in die Sicherheit

und Verfügbarkeit der eigenen

Produktionsanlagen zu investieren. Ein

mehrwöchiger Anlagenstillstand ist in der

Regel für ein Unternehmen bedrohlicher

als eine nicht bezahlte Kundenrechnung.

„Jeder Entscheidungsträger braucht eine

genaue Einschätzung seines Risikos. Das

Bauchgefühl allein hilft für einen fundierten

Entschluss nicht weiter“, warnt Zowa.

Strukturierte Analysemethoden machen

dabei Risiken nicht nur sichtbar, sondern

bei Anwendung korrekter Bewertungsverfahren

auch vergleichbar. Der Unternehmer

kann auf Grund der Risikoanalyse entscheiden,

ob der Abgang eines wichtigen

Mitarbeiters für sein Unternehmen eine

10 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

größere Bedrohung darstellt als der Konkurs

eines Schlüssellieferanten – und entsprechend

vorbeugen.

Im Zentrum steht die Beherrschung aller

relevanten Risiken und nicht deren vollständige

Bewältigung. Denn maximale Sicherheit

kann Aufträge kosten. Wenn eine Bank

bei 60.000 Geschäftsfällen 153 Ausfälle

verzeichnet, dann liegt sie im Bereich des

Optimums. Null Ausfälle bedeutet, zwar extreme

Sicherheit erreicht zu haben, gleichzeitig

ist aber auch die Wahrscheinlichkeit

gestiegen, gute Geschäfte durch die hohen

Sicherheitsanforderungen zu verlieren. Risikomanagement

darf sich nicht zum Hemmschuh

für neue Geschäfte entwickeln.

Chefsache

„Risikomanagement ist eine Führungsaufgabe“,

lässt Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Preiss

keinen Zweifel über Verantwortlichkeiten aufkommen,

„es ist ein wesentliches Lenkungsinstrument,

das Firmenchefs in ihre Strategien

einbauen müssen.“ Dr. Reinhard Preiss

ist Fachbereichsleiter Anlagensicherheit der

TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH und Autor

eines aktuellen Sachbuches zum Thema

Methoden der Risikoanalyse in der Technik

(siehe Kasten nächste Seite). Er unterstreicht,

dass Risikomanagement nicht nur Unfälle abwendet

und Produktionsausfälle vermindert,

sondern intern auch Kosteneinsparungen

mit sich bringen kann, „weil Abläufe nach einem

Risikoevaluierungs-Prozess häufig neu

und besser strukturiert werden“, so Preiss.

Das Risiko lauert überall. Dazu gehören

das technische Risikomanagement (Ma-

schinen- und Produktsicherheit), das Projektmanagement

(Analyse von Projektrisiken),

das IT-Risikomanagement (Aspekte

der Datensicherheit und deren Management),

aber auch das strategische Management

(Entscheidungen über Märkte,

Produkte, Akquisitionen etc.).

Alt und unbekannt

Risiko ist das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit

multipliziert mit dem Schadensausmaß.

Anders ausgedrückt: Je geringer

der Schaden, umso leichter ist eine

hohe Eintrittswahrscheinlichkeit zu akzeptieren

– und vice versa. „Es ist nicht immer

auf den ersten Blick erkennbar, wie gefährdet

ein Unternehmen ist. Nach den Maßstäben

aus Schadenshöhe und Wahrscheinlichkeit

lässt sich ableiten, wo das

Risiko am größten ist“, erklärt Dipl.-Ing.

Friedrich Bittermann, Geschäftsbereichsleiter

für Elektrotechnik-Explosionsschutz-

Brandschutz der TÜV AUSTRIA Services.

In einem Analyseprozess ist die Informationsbeschaffung

die schwierigste Phase

und nimmt eine Schlüsselfunktion ein. Interne

Interviews, Organisationspläne, Bilanzen,

Checklisten und Schadenstatistiken sind

dabei wichtige Quellen. „Sind die Risiken

erkannt, so erfolgt in der nächsten Phase

der Risikobewertung eine Quantifizierung

des Erwartungswertes“, erklärt Friedrich

Bittermann. Der Erwartungswert ist das Ergebnis

des bereits erwähnten Prinzips aus

der Multiplikation der Eintrittswahrscheinlichkeit

mit dem zu erwartenden Schadenausmaß.

Ist eine derartige Quantifizierung

nicht möglich oder durch Fremdkosten zu

Das Risiko lauert überall: Ein längerer Anlagenstillstand oder

ein Abgang eines wichtigen Mitarbeiters ist für ein Unternehmen

oft bedrohlicher als eine nicht bezahlte Kundenrechnung.

Foto: photlook - fotolia.com


aufwändig, so wird das Risiko qualitativ

bewertet. Dann wird nach Kategorien existenzbedrohend,

schwerwiegend, mittel,

gering und unbedeutend vorgegangen.

Am Ende einer Risikoidentifikation und -bewertung

(Risikoanalyse) steht die Erstellung

eines Risikoinventars bzw. einer Risk-

Map. „Darin ist eine Auflistung und Klassifizierung

aller Risiken ebenso enthalten wie

detaillierte Angaben über Schadeneintrittswahrscheinlichkeiten

sowie potentielle

finanzielle Auswirkungen“, beschreibt

Bittermann das Substrat eines mitunter

monatelangen Rechercheverfahrens. Die

Schriftlichkeit dieser Unterlagen bedeutet

einen elementaren Unterschied zum Risk-

Management „aus dem Bauch“. Nach der

Risikoanalyse müssen die bewerteten Risiken

mit den vorgegebenen Sicherheitszielen

verglichen werden.

Steuern im Sturm

Eine Schlüsselstelle im gesamten Risk Management

Prozess nimmt die Risikosteuerung

und -kontrolle ein. Werden Produkte

oder wirtschaftliche Aktivitäten aufgegeben,

um Risiken aus dem Weg zu gehen,

so spricht man von Risikovermeidung. Unternehmen

und Märkte werden nicht mehr

beliefert, Innovationsanstrengungen verstärkt,

um Kernkompetenzen zu verteidigen

etc. Werden Risiken durch die Ausgliederung

von Unternehmensfunktionen, durch

regionale oder objektbezogene Streuung

bzw. durch technische oder organisatorische

Maßnahmen (z. B.umfassendes Brandschutzkonzept,

bessere Mitarbeiterschulung, verbessertes

Qualitätsmanagement) reduziert,

so spricht man von Risikoverminderung.

Für Unternehmen bleibt wesentlich, dass

die Entwicklung eines Risikomanagements

ein Zusammenspiel aus Prozesserfahrung

und Fachkompetenz ist. Es genügt nicht zu

wissen, wie setze ich einen Analyse- und

Managementprozess mit welchen Methoden

auf, sondern auch die Erfahrung zu

haben, welche Risiken schlummern im Betrieb

eines Aufzuges, einer IT-Landschaft

oder einer Produktionsanlage. Die TÜV

AUSTRIA Gruppe hat dabei sowohl das

Prozesswissen als auch das Expertenwissen.

Nur wer sein Risiko kennt, kann damit

leben.

s

Fachbuch: Methoden der Risikoanalyse in der Technik

Die systematische Analyse und Bewertung der Risiken technischer Systeme ist in Hochrisikobereichen

wie Luftfahrt, Eisenbahnsicherungstechnik, chemische Industrie, Medizintechnik, Ölund

Gasindustrie seit vielen Jahren Standard. Die Ziele der Risikoanalyse sind die Vermeidung

von Schäden an Personen, Umwelt und Sachgütern sowie die Sicherstellung einer entsprechenden

Verfügbarkeit von technischen Systemen und Prozessen. Im Rahmen des Buches werden

die verschiedenen Methoden der Risikoanalyse (z.B. FMEA, HAZOP, Fehlerbaumanalyse, Layerof-Protection-Analyse

etc.) umfassend dargestellt. Außerdem wird der Einfuss menschlicher Fehler

in technischen Systemen betrachtet und Systeme zur semi-quantitativen bzw. quantitativen

Bewertung von Risiken dargelegt. Da viele moderne sicherheitstechnische Maßnahmen als elektrische/elektronische/elektronisch

programmierbare Systeme ausgeführt werden, wurde auch eine

einführende Darstellung des Fachgebiets „funktionale Sicherheit“ inkludiert. Zur Illustration der

einzelnen Methoden werden Fallbeispiele aus verschiedenen Anwendungsbereichen, wie zum

Beispiel Prozessindustrie, Maschinenbauindustrie oder Lebensmittelherstellung behandelt.

AUTOR: Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Preiss, Leiter Geschäftsbereich Anlagensicherheit des TÜV AUSTRIA

Lektor für Sicherheitstechnik bzw. Risikoanalysen an der TU Wien und am FH Campus Wien

BESTELLUNGEN: Methoden der Risikoanalyse in der Technik –

Systematische Analyse komplexer Systeme, Erscheinungstermin: November 2009

220 Seiten, Preis: € 69,- (zzgl. USt. und Versand), ISBN 978-3-901942-09-9

KONTAKT: Sabine Prior, TÜV AUSTRIA AKADEMIE GMBH, 1100 Wien, Gutheil-Schoder-Gasse 7a

Tel.: 01/617 52 50-8180, Fax: 01/617 52 50-8145, E-Mail: psa@tuv.at, www.tuv-akademie.at

Fotos: olly - fotolia.com / Juozas Rupsys

x

Foto: Hans-Joachim Roy

E

RISK MANAGEMENT

RISIKOMANAGEMENT

Risk management and control has a key

function in the entire risk management process.

When products or economic activities

are discontinued in order to avoid risks, one

speaks of risk avoidance. Companies and

markets will no longer be supplied, innovation

efforts will be strengthened in order to

defend core competencies etc. When risks

are reduced through outsourcing of company

functions, through regional or object-related

distribution or through technical or organisational

measures (e.g. comprehensive fire

fighting concept, better staff training, improved

quality management), one speaks of

risk reduction.

What is essential for companies is the fact

that the development of a risk management

requires a combination of process experience

and technical competency. The TÜV AUSTRIA

group has both the process knowledge and

the expertise for this. You can only live with

your risk if you know it.

x

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

11


INTERNATIONAL

Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Heinrich

TÜV-konforme Qualität und

Sicherheit aus China.

Die TÜV AUSTRIA Gruppe ist ab dem laufenden Jahr am Produktionsstandort

China mit einem Beratungs- und Engineering-Unternehmen

vor Ort und steht der internationalen und chinesischen Industrie

zur Verfügung. Das Leistungsspektrum der China-Tochter des TÜV

AUSTRIA umfasst den gesamten Prozess: von der Entwicklung, der

Produktion bis zum Vertrieb. Die nicht immer sachlich geführte

Diskussion um Qualitätsanspruch und Sicherheit von Produkten

„Made in China“ verlangt nach mehr Faktentreue.

Chinas Bedeutung als Produktionsstandort

hat in den letzten Jahren zugenommen.

Während die neu gewachsene Industrie

lange Jahre auf den Export konzentriert

blieb, wird durch den steigenden Wohlstand

der Bevölkerung nun auch der Inlandsmarkt

zu einem gigantischen Wachstumsmotor.

Die Bevölkerung beginnt, an

dem Aufschwung zu partizipieren. Innerhalb

kürzester Zeiträume wird die Infrastruktur

des Landes in Dimensionen erneuert

oder ausgebaut, wie es im Westen

nicht einmal ansatzweise denkbar wäre.

Ein Beispiel ist die Stadt Shanghai. Sie wird

seit etwa zwei Jahren generalsaniert und

erhält dabei neue Autobahnen und U-Bahnen.

Ganze Stadtviertel werden neu errichtet,

fast alle Straßen erhalten neue Fahrbahnbeläge

und Fußgängerwege. Hinter-

12 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

grund ist in diesem Fall die Weltausstellung

EXPO 2010. Die chinesische Führung lässt

es sich nicht nehmen, den Besuchern die

Stadt Shanghai im modernsten Festtagsgewand

zu präsentieren.

Wie verlässlich

ist „Made in China“?

Produkte aus China haben ein schlechtes

Image. Dabei sind zumeist zwei Dinge im

Gespräch: Die Qualität und die Plagiate.

Der chinesische Markt kopiert alle Waren,

die für den statusbewussten Käufer im

Reich der Mitte und im Westen von Wichtigkeit

sind: Uhren, Kleidung, Schuhe. Selbst

westliche Luxusautos werden ohne Hemmungen

nachgebaut. Es bleibt in diesem

Zusammenhang aber auch zu erwähnen:

Die meisten bekannten Häuser für Luxusartikel

oder Markenprodukten lassen – ent-

weder ganz oder teilweise – in China oder

in den Nachbarländern ihre originalen Produkte

fertigen. Diese Tatsache wird dem

Endverbraucher gegenüber häufig nicht

erwähnt. Manchmal lässt eine mehr oder

weniger aufwändige Endfertigung innerhalb

Europas ein Produkt „Made in China“

zu einem Produkt „Made in Europe“ werden,

verbunden mit einer lukrativen Gewinnspanne.

Es scheint also möglich zu

sein, gute Qualität und das Label „Made in

China” in Übereinstimmung zu bringen. Wie

erreicht man als Unternehmen diese Vorgaben?

Nach Ansicht des Verfassers sind

neben einer Vielzahl von produktabhängigen

Anforderungen zwei besonders wesentlich:

ein definierter Qualitätsanspruch

des Kunden und

die Durchsetzung dieses Anspruchs

durch fachkundiges Personal vor Ort.

PEKING


Wie sicher sind

chinesische Produkte?

Wenn es um Geräte- oder Produktsicherheit

geht, ist die Fertigungsüberwachung

eine unabdingbare Anforderung. Zugleich

sind klare Verträge mit detaillierten Produktanforderungen

und Maßnahmen zu

deren Sicherstellung notwendig, um Produktsicherheit

zu garantieren und hohe Investitionen

abzusichern. Ansonsten wird

ein kleines Bauteil – egal ob qualitätsoder

sicherheitsrelevant – durch ein ähnliches

mit gleicher Funktion, aber ohne ver-

gleichbare Ansprüche – getauscht, wenn

Termindruck, Kostendruck oder einfach

auch nur die Verfügbarkeit während der

Herstellung dies erfordern. Zumeist fühlen

sich Chinesen dabei im Recht. In China ist

die Frage der Produkthaftung in den meisten

Köpfen noch nicht verankert. Produkte

werden produziert und werden vom Hersteller

zumeist nie wieder gesehen. Garantie

bzw. Garantieansprüche werden vom

Endverbraucher kaum gestellt und auch

ein Ersatzteilwesen gibt es bestenfalls bei

hochwertigen, teuren Produkten.

>

Copy Watches oder auch Copy Hand Bags sind der Renner bei den

China-Touristen. Es gibt tausende Geschäfte alleine in Shanghai.

Hinter einer doppelten Verkaufswand befinden sich die illegalen Stücke.

Foto: MicroStudio

Der Ersatzteilmarkt ist in China bisher kaum ausgeprägt.

Nicht einmal sicherheitsrelevante Komponenten

werden repariert (Seilzug für Bremse).

Fotos: TÜV AUSTRIA

E

INTERNATIONAL

INTERNATIONAL

TÜV-accepted

quality and safety

from China.

As from this year the TÜV AUSTRIA

group will be present with a consulting

and engineering company in China

where it will be at the service of the

international and Chinese industry.

The business activities of the China branch

of TÜV AUSTRIA comprise

the entire process from

development to production

and marketing. Since the

quality standards and safety

of products “Made in China“ are not always

discussed in an objective manner, more

adherence to facts is needed. Products from

China have a bad image. Mainly two things

are being mentioned here: the quality and

the faked products. In this context however

one must also mention that most well-known

companies for luxury products or brands

have their original products manufactured –

in full or in part – in China or in the neighbouring

countries. Therefore it seems to be

possible to reconcile good quality and the

label “Made in China“.

Two conditions have to be met for this:

a defined quality standard of the client and

the implementation of this standard through

competent staff on site.

>

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

13


INTERNATIONAL

How safe are Chinese products?

Where the safety of appliances or products

is concerned, production control is an

absolute must. At the same time clear

agreements with detailed product demands

and measures for ensuring compliance are

indispensible. In China the question of

product liability is not yet anchored in most

people’s mind. Products are simply produced

and in most cases the manufacturer will

never see them again. The end consumer

hardly ever asks for guarantees, and a

spare parts service exists at best only for

expensive high-quality products. When there

are problems, the company simply shuts

down and within one year one just starts

manufacturing another product on another

site.

Export to Europe

Products destined for the European market

are subject to the demands of European

legislation. Unfortunately the obligations of

a manufacturer are unknown to many not

only in China. It would be wrong to talk only

of safety risks “Made in China“. European

companies are however duty-bound to select

Chinese partners with competence and with

due care and to describe the catalogue of

standards for the product comprehensively

and in detail. TÜV can help with this - on site.

TÜV AUSTRIA offers a

wide range of services in China:

TÜV AUSTRIA can assist in drawing-up a

catalogue of standards

On demand by the manufacturer or the

buyer TÜV AUSTRIA will check that the

product is in conformity with the applicable

standards and will confirm this with a

certificate.

TÜV AUSTRIA monitors production and

shipping procedures.

Over and above the minimum standards

required by law inspections relevant for

safety und usage can be performed which

the exporter can convey to the end

consumer via an inspection mark on the

product) (“Geprüfte Sicherheit“, “Gebrauchswert-geprüft“,„Baumuster-geprüft“

etc.)

x

14 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

E

INTERNATIONAL

Die Erfordernisse einer nachhaltigen Marktpräsenz

oder die Schaffung eines Markennamens

sind bei den meisten chinesischen

Herstellern nicht ausgeprägt. Damit

ist die eigenverantwortliche Produktüberwachung

entbehrlich. Gibt es Probleme,

wird die Firma geschlossen und innerhalb

eines Jahres produziert man eben ein anderes

Produkt an einem anderen Ort.

Export nach Europa

Für Produkte, die für den europäischen

Markt bestimmt sind, gelten die Anforderungen

der europäischen Gesetzgebung.

Der Hersteller muss die Konformität dieser

Produkte mit allen einschlägigen Anforderungen

sicherstellen. Erhobene Zeigefinger

sind aber nicht angebracht: Die Verpflichtungen

eines Herstellers sind leider

nicht nur in China vielen unbekannt. Es wäre

falsch, nur über Sicherheitsrisiken „Made

Chinas Megacity Shanghai – Sitz vieler

Zweigstellen internationaler Unternehmen

und auch der TÜV AUSTRIA Gruppe.

Foto: PhotoAlex

TÜV AUSTRIA bietet in

China ein umfangreiches Service an

Foto: TMAX -fotolia.com

in China“ zu sprechen. Es bleibt aber für

europäische Unternehmen unverzichtbar,

chinesische Partner mit Sachkenntnis und

der nötigen Sorgfalt auszusuchen sowie

den Anforderungskatalog an das Produkt

umfassend und detailliert zu beschreiben.

Der TÜV kann dabei helfen – und zwar vor

Ort.

x

TÜV AUSTRIA kann bei der Erstellung eines Anforderungskataloges mitwirken.

Auch wenn viele Produkte alleine durch den Hersteller deklariert werden können, auf

Anfrage des Herstellers oder des Einkäufers überprüft TÜV AUSTRIA die Konformität des

Produktes mit einschlägigen Normen und bestätigt dies mit einem Zertifikat. Diese

Dienstleistung ist in China bereits seit vielen Jahren üblich.

Auf Wunsch können Produktions- oder Versandüberwachungen durchgeführt werden.

Über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus können sicherheits- und gebrauchsrelevante

Prüfungen durchgeführt werden, welche der Vertreiber werbeträchtig dem Endverbraucher

am Produkt durch ein Prüfzeichen mitteilen kann („Geprüfte Sicherheit“,

Gebrauchswert-geprüft“, „Baumuster-geprüft“ etc.)

KONTAKT/CONTACT: TÜV AUSTRIA (SHANGHAI) CO., LTD.

Room 14 & 15, 14th Floor, Block B, Far East International Plaza, No. 319 Xian Xia Road

Shanghai, P/C 200051, P.R. China

Dipl.-Ing. (FH) Gerhard HEINRICH, Phone: +86 135 24 94 24 95, E-Mail: hge@tuv.at

s


Mag. (FH) Christian Bayer

Die vielen Seiten

des Risikos.

Dr. Reinhard Preiss, Leiter des Fachbereiches Anlagensicherheit

beim TÜV AUSTRIA, hat ein Standardwerk über „Methoden der

Risikoanalyse in der Technik“ erstellt.

Risikoanalysen sind in zahlreichen Anwendungsbereichen

unumgänglich: Im Bereich

der Produktsicherheit sind Hersteller

verpflichtet, dass die Sicherheit ihrer Produkte

dem aktuellen Stand der Technik

entsprechen. Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen

sind in zahlreichen

EU-Richtlinien (z.B. für Maschinen, Druckgeräte

etc.) festgelegt. Gleichzeitig muss

der Hersteller eine Risikoanalyse (auch:

Gefahren-/Gefährdungsanalyse) durchführen,

um das Produkt entsprechend den

Anforderungen und technischen Status

quo herzustellen. Unabhängig davon gelten

die Grundsätze der Produkthaftung:

Hersteller, Händler, Importeur und/oder In-

Verkehr-Bringer haften für Schäden durch

ein „fehlerhaftes“ Produkt, unabhängig von

einem Verschulden. Sollte das fehlerhafte

Erzeugnis Ursache für einen Unfall sein,

wird der Hersteller zur Verantwortung gezogen

– in manchen Branchen wie Auto-,

Energie- oder Luftfahrtindustrie ein existenzbedrohendes

Risiko. Auch im Bereich

des Arbeitnehmerschutzes und des Umweltschutzes

finden wir zahlreiche Bestimmungen,

nach denen eine Risikoanalyse

verpflichtend durchzuführen ist.

Eine besonders wichtige Funktion nehmen

Risikoanalysen im Bereich der Anlagensicherheit

bei prozesstechnischen Anlagen

ein: Hier werden Szenarien behandelt, die

zwar oft eine relativ geringe Eintrittswahrscheinlichkeit

aufweisen, jedoch ein besonders

hohes Schadensausmaß beinhalten.

Neben dem Personen- und Umweltschutz

ist dabei der Schutz gegen wirtschaftlichen

Schaden bzw. Totalverlust primäres

Ziel.

Von übergeordnetem staatlichen Interesse

ist der Schutz kritischer Infrastruktur. Mittels

Risikoanalysen werden externe Gefahren,

die am Schnittpunkt zwischen Wirtschaft,

Behörden und Aufrechterhaltung

der öffentlichen Sicherheit & Versorgung

stehen, ermittelt.

Foto: poco_bw - fotolia.com

Das Werk von Reinhard Preiss gibt einen

akribischen Überblick über technische Gefahrenquellen

und deren Einschätzung im

sachproduzierenden Unternehmen. Wer

sein Risiko kennen und minimieren will, für

den sollte dieses Buch ein unverzichtbares

Werk sein.

x

s

Seminar-Tipp

SPEZIALSEMINAR

METHODEN DER RISIKOANALYSE

19.4.2010, Wien, mit Dr. Reinhard Preiss

KONTAKT & BESTELLUNG

TÜV AUSTRIA AKADEMIE GMBH

1100 Wien,

Gutheil-Schoder-Gasse 7a

Tel: 01/617 52 50 – 0

Fax: 01/617 52 50 – 8145

E-Mail: akademie@tuv.at

www.tuv-akademie.at

Näheres dazu

siehe Seite 11!

E

ACADEMY

The many

facets of risk.

AKADEMIE

Dr. Reinhard Preiss, head of the plant

safety department at TÜV AUSTRIA,

has written a standard work about

“Methods of risk analysis in

technology“.

Risk analyses are indispensible in numerous

fields of application: In the sphere of product

safety manufacturers are obliged to ensure

that the safety of their products is state-ofthe-art.

At the same time the manufacturer

must perform a risk analysis (also: danger/

hazard analysis) in order to manufacture the

product according to the demands and

the technical status quo. The principles of

product liability apply irrespective of this.

Reinhard Preiss‘ book gives a meticulous

overview of technical causes of risks and

their assessment in manufacturing companies.

This book should be indispensible for anyone

who wants to know and minimize his risk.

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

x

15


INNOVATON & WISSENSCHAFT

Dipl.-Ing. Kurt Mayerhofer

Explosionsschutz: Der neue

„Equipment Protection Level“.

Explosionsschutz ist ein Thema ohne Ablaufdatum. Getrieben von

einem sich ständig weiter entwickelnden Sicherheitsbewusstsein

der Gesellschaft und fortschreitender technischer Entwicklung

werden Normung und gesetzliche Regelung im Explosionsschutz

kontinuierlich verändert.

Genügte einst die grobe Unterteilung in

„Schlagwetterschutz“ (Einsatz im Bergbau

unter Tag) und „Explosionsschutz“ (Einsatz

über Tag), greift heute das „Zonenkonzept“:

Es wurde nach der Wahrscheinlichkeit

des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger

Atmosphäre entwickelt – zuerst

für Gase, Dämpfe, Nebel und Flüssigkeiten

(Zone 0, 1 und 2), später auch für

Stäube (Zone 10 und 11).

Einen ersten Höhepunkt erlebte die europäische

Standardisierung im Zuge der

Verabschiedung der ersten Ex-Richtlinie

76/117, mit der die Ur-Version der europäischen

Ex-Schutz-Normung in Form der

Normenserie EN 50014…EN 50020 u. a. in

Kraft gesetzt wurde. Diese Regelung wurde

in Österreich, das damals noch nicht

Mitglied der EU war, sinngemäß über die

Elektrotechnikverordnung übernommen.

Diese erste Ex-Richtlinie war eine sogenannte

„Old Approach Directive“, noch lan-

16 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

ge vor der Einführung des CE-Zeichens,

und sah auch noch kein Modul der heute

gängigen „Konformitätsbewertungen“ vor.

Die Nachweisführung erfolgte im Wesentlichen

durch eine Baumusterprüfung und

Ausstellung einer „Konformitätsbescheinigung“

durch eine Prüfstelle. Eine besondere

Einteilung der Geräte in Kategorien war

damals noch nicht üblich, die Geräte wurden

im Prinzip als geeignet für den Einsatz

in einer bestimmten Zone definiert. Diese

Richtlinie deckte jedoch nur den Bereich

der elektrischen Betriebsmittel ab.

Der Weg in die Moderne

Ein weiterer Meilenstein war dann die Einführung

der auch noch heute gültigen

Richtlinie, der sogenannten „ATEX-Directive“

94/9/EG, die den modernen Explosionsschutz

in Europa begründete:

Betrachtung aller Geräte mit eigener potentieller

Zündquelle, sowohl elektrische

Foto: christian42 - fotolia.com

als auch nichtelektrische (also mechanische)

Betriebsmittel, und auch Verbrennungsmotoren

Differenzierung der Geräte für den Einsatz

in den beiden großen Bereichen „Gase,

Dämpfe, Nebel“ (G) sowie „Stäube“ (D)

Einführung eines 3-stufigen Verfahrens

nach der Qualität der Zündquellenvermeidung

als „Gerätekategorie 1“ (sehr

hoher Schutz), „Gerätekategorie 2“

(hoher Schutz) und „Gerätekategorie 3“

(erhöhter Schutz)

Damit verbunden auch die Erweiterung

der Staubexplosionszonen auf das 3stufige

Modell mit den Zonenbezeichnungen

20, 21 und 22 neben den bereits

bestehenden Gasexplosionszonen

0, 1 und 2

Konformitätsbewertungsverfahren der

Produkte nach dem europäischen Modul-

System, in Abhängigkeit der Geräteart

und Kategorie unter Einbeziehung eines

„Notified Body“ (europäische notifizierte

Prüfstelle), sowie auch eine Fertigungsstättenüberwachung

Umfassender Katalog der „Grundsätzlichen

Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen“

(EHSR: Essential Health

and Safety Requirements)


Die ersten Jahre nach Veröffentlichung

der ATEX-Richlinie im Jahre 1994 waren

geprägt von Unsicherheit in der Normenanwendbarkeit

und Umlegung auf die neuen

Anforderungen:

Da die damals geltende Normenserie EN

50014…EN 50020 u.a. noch nicht für die

Differenzierung in „Gerätekategorien“,

„elektrische/mechanische Geräte“ und

Unterteilung „G“ und „D“ geeignet war,

mussten die Normen grundsätzlich verändert

und angepasst werden. Dies geschah

in enger Zusammenarbeit zwischen der

weltweit agierenden Normeninstitution IEC

und den europäischen Normengremien

CEN/CENELEC und gipfelte – nach einigen

„Anlaufschwierigkeiten“ beispielsweise

im Nummerierungssystem – in den heute

gültigen Normengruppen:

IEC/EN 60079-xx:

elektrische Zündschutzarten;

allgemeine Normen wie beispielsweise

Zonenfestlegungen

IEC/EN 13463-x:

nichtelektrische (mechanische)

Betriebsmittel

IEC/EN 61241-x:

staubexplosionsgeschützte

Betriebsmittel

>

Einst genügte eine Unterteilung in „Schlagwetterschutz“ (Einsatz

im Bergbau unter Tag) und „Explosionsschutz“ (Einsatz über Tag).

Heute wird die Materie wesentlich genauer differenziert.

Fotos: Pascal Castellazzi / io - fotolia.com

Foto: GoodMood Photo

E

INNOVATION & SCIENCE

INNOVATION & WISSENSCHAFT

Explosion protection:

The new

“Equipment

Protection Level“.

Explosion protection is a topic without

expiry date. Driven by a constantly

developing safety awareness of society

and continuous technical development,

standardization and legal regulations

of explosion protection are constantly

changing.

Where a rough division into “firedamp“

(used in underground mining) and “explosion

protection“ (used aboveground) was once

sufficient, we have nowadays the “area

concept“: It was developed according to the

probability of a dangerous and explosive

atmosphere occurring – first for gases,

vapours, mists and liquids (area 0, 1 and 2),

and later also for dust (area 10 and 11).

The way into the modern age

A milestone for the regulation of explosion

protection was the introduction of the

so-called “ATEX Directive“ 94/9/EC which is

still valid today and has formed the bases

of modern explosion protection in Europe.

The first years after the publication of the

ATEX Directive in 1994 were characterized

by uncertainty in the applicability of >

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

17


INNOVATON & WISSENSCHAFT

the standards and adjusting to the new

demands. Since the series of standards EN

50014…EN 50020 i.a. applicable at the time

was not yet suitable for the differentiation

into “categories“, “electrical/mechanical

equipment“ and subdivision “G“ and “D, the

standards had to be changed in principle

and adjusted. This was done in close

cooperation between the IEC, the standards

institution operating world-wide, and the

European standards CEN/CENELEC and

led – after some “teething trouble” with for

example the numbering system – to the

standards groups applicable today:

IEC/EN 60079-xx:

Explosive atmospheres – Equipment:

general requirements, equipment

protection, classification of areas

IEC/EN 13463-x:

Non-electrical equipment for use in

potentially explosive atmospheres

IEC/EN 61241-x:

Electrical apparatus for use in the

presence of combustible dust

In the 2nd edition IEC 60079-26:2006

(Explosible atmosphere-Part 26: Equipment

with equipment protection level (EPL) Ga)

the term “Equipment Protection Level“ was

then introduced for the first time, which was

later also taken over into other parts of the

standards group IEC 60079 and will continue

to do so.

With the adoption of these IEC standards

into the European system of standards the

term “Equipment Protection Level“ was in

the end also included in the corresponding

EN standards.

The ATEX Directive 94/9/EC represents

the legal basis for putting into circulation

equipment with explosion protection in Europe;

an assessment, licensing and marking

according to the system of the “categories“

1, 2 and 3 with the distinction “G“ and “D“ is

therefore mandatory!

The ATEX licence and marking is indeed

mandatory for putting into circulation equipment

with explosion protection in Europe

but does not necessarily mean obligatory

recognition outside (EU) Europe. An IECEx

licence has no formal validity in (EU) Europe

unlike in a large number of countries outside

Europe like Norway, Canada, Japan, USA or

Korea.

x

18 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

E

INNOVATION & SCIENCE

In der 2. Ausgabe IEC 60079-26:2006 (Explosionsfähige

Atmosphäre-Teil 26: Betriebsmittel

mit Geräteschutzniveau (EPL)

Ga) wurde dann erstmals der Begriff

„Equipment Protection Level“ („Geräteschutzniveau“)

eingeführt, der dann in weiterer

Folge auch in andere Teile der Normengruppe

IEC 60079 übernommen wurde

und künftig werden wird. Mit der Übernahme

dieser IEC-Normen in das europäische

Normensystem wurde der Begriff

„Geräteschutzniveau“ schließlich auch in

die entsprechenden EN-Normen aufgenommen.

Die Tabelle zeigt den Zusammenhang der

Gerätekategorien nach CEN/CENELEC,

des EPL nach IEC sowie die Eignung für

den Einsatz in den entsprechenden Zonen:

Alt (CEN/CENELEC) Neu (IEC)

Gruppe Kategorie Group EPL

Das neue System der

Geräteschutzniveaus

brachte etliche Innovationen

Einführung einer eigenen Gruppe III für

Stäube: Diese Gruppe wird in den entsprechenden

Normen weiter unterteilt in:

III A: Zündfähige Fasern und Flusen

III B: Nicht-leitfähiger Staub

III C: Leitfähiger Staub

Kennzeichnung der einzelnen Geräteschutzniveaus

mit den Buchstaben a, b

und c: Damit wird auch der oftmals beklagte

Umstand der „unlogischen“ Zuordnung

der Kategorien 1/2/3 zu den Zonen

0/1/2 beseitigt (aber möglicherweise eine

gewisse „Verwechslungsgefahr“ zwischen

den „Geräteschutzniveaus“ a/b/c und den

„Gasexplosionsgruppen“ IIA/IIB/IIC oder

den „Staubexplosionsgruppen“ IIIA/IIIB/IIIC

neu geschaffen!)

Für die Inverkehrbringung eines explosionsgeschützt

ausgeführten Betriebsmittels

in Europa stellt die ATEX-Richtlinie 94/9/EG

die legistische Grundlage dar, daher ist eine

Bewertung, Zulassung und Kennzeichnung

nach dem System der „Gerätekate-

gorien“ 1, 2 und 3 mit der Unterscheidung

„G“ und „D“ zwingend erforderlich! Mit dieser

Zulassung ist allerdings noch keine automatische

Anerkennung außerhalb (EU)

Europas verbunden. Die weitere zusätzliche

Kennzeichnung nach dem neuen System

der „Geräteschutzniveaus“ (ELP) ist –

nach erfolgter Zulassung nach den Regeln

des „IECEx-Scheme“ – möglich, und schafft

die Anerkennung in einer Vielzahl außereuropäischer

Länder wie Norwegen, Kanada,

Japan, USA oder Korea.

Ob neben dem in Europa obligaten Zulassung-

und Kennzeichnungsverfahren auch

noch das zusätzliche IECEx-Verfahren gewählt

wird, hängt von der Einschätzung der

Marktakzeptanz ab, und das muss jeder

Hersteller individuell für sich entscheiden.

Zone

I M1 I Ma Unter Tag

M2 Mb Unter Tag

II 1G II Ga 0

2G Gb 1

3G Gc 2

1D III Da 20

2D Db 21

3D Dc 22

Foto: Björn Danzke - fotolia.com

KONTAKT

Dipl.-Ing. Kurt Mayerhofer

TÜV AUSTRIA SERVICES GMBH

Elektrotechnik-Explosionsschutz

E-Mail: may@tuv.at

s


Foto: bettina sampl - fotolia.com

Dipl.-Ing. (HTL) Christian Kubanek

Die Nachfolge

mit Plan.

Wenn man bedenkt, dass bis vor einigen Jahren ein Familienurlaub

besser durchgeplant war als die Übergabe eines Betriebes an einen

Nachfolger, dann stimmt es nachdenklich, wenn in den kommenden

Jahren ca. 4.000 steirische Betriebe einen neuen Besitzer finden sollen.

Die TÜV AUSTRIA CERT GMBH kooperiert mit der Wirtschaftskammer

Steiermark, um das Nachfolgeproblem in Unternehmen in technischer

Hinsicht in geregelten Bahnen ablaufen zu lassen.

Um dem Problem der Unwissenheit zu

diesem Thema entgegenzuwirken bzw.

um den beteiligten Personen im Zeitpunkt

der Betriebsübergabe entsprechende Unterstützung

anbieten zu können, wurde

von steirischen Unternehmern und Experten

der steirischen Wirtschaftskammer die Initiative

„FOLLOW ME“ ins Leben gerufen.

Diese Einrichtung setzt sich aus Spezialisten

verschiedenster Branchen zusammen

und verfolgt das Ziel, Unternehmern bei

der Übergabe ihres Betriebes mit entsprechendem

Know-how zur Seite zu stehen.

Die TÜV AUSTRIA CERT GMBH, die sich

seit Beginn dieses Jahres Mitglied bei

„FOLLOW ME“ nennen darf, bringt dabei

ihre Erfahrungen im technischen Bereich

gegenüber dem Gesetzgeber und der Behörde

ein, um ein böses Erwachen nach

der Betriebsübergabe zu vermeiden. Da-

Foto: fotolia.com

bei wird anhand eines „Betriebsanlagenchecks“

die zu übergebende Betriebsanlage

auf Konformität mit sämtlichen Normen

(ASchG, GewO, udgl.) überprüft und der

technische Ist-Zustand für die beteiligten

Parteien transparent dargestellt.

x

E

SERVICE

Planned

succession.

SERVICE

Considering that until a few years ago

more effort went into the planning of a

family holiday than in the handing-over

of a company to a successor, one

cannot but wonder what will happen

when some 4,000 companies in Styria will

have to find a new owner in the years to

come. The TÜV AUSTRIA CERT GMBH

is cooperating with the Styria Chamber

of Commerce to handle the problem of

the succession in companies technically

in a controlled manner.

In order to counteract the problem of

ignorance on this topic or to be able to offer

the persons concerned adequate support

at the time when the company is handed

over, the initiative “FOLLOW ME“ was set up

by Styrian entrepreneurs and experts of the

Styria Chamber of Commerce.

This institution is composed of specialists

from different sectors and its aim is to assist

entrepreneurs with the corresponding knowhow

when they hand over their companies.

The TÜV AUSTRIA CERT GMBH, which has

been a member of “FOLLOW ME“ since

the beginning of this year, contributes its

experiences in the technical field vis-a-vis

the legislator and the authorities so that a

rude awakening can be avoided after the

handing-over. By means of a “plant check“

the plant to be handed over is checked

for conformity with all standards (ASchG,

GewO, and the like) and the actual technical

condition represented in a transparent

manner for the parties concerned. x

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

19


VERKEHRSWIRTSCHAFT

Ing. Andreas Cinibulk

Die weltweit größte Räderund

Reifendatenbank!

Bisher standen Hersteller von Sonderrädern und Erstausrüster vor

dem Problem, die von ihnen entwickelten Räder für alle gewünschten

Fahrzeugkombinationen verfügbar zu haben. Jeder Hersteller

ist bestrebt, möglichst viele Kunden mit seinem Rädersortiment zu

erreichen. Die Entwicklungs- und Herstellungskosten von OEM

oder Aftermarket-Rädern sind hoch und müssen für die Hersteller,

in Relation zu den erwarteten Stückzahlen, kalkulierbar sein.

Die TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH

liefert mit der weltweit umfassendsten Datenbank

für Reifen und Räder die notwendigen

Antworten: Sie ermittelt die vom

Kunden benötigten Daten praktisch auf

Knopfdruck und führt auch die Festigkeitsprüfungen

durch.

Derzeit sind sämtliche Fahrzeuge des europäischen

Marktes mit allen nur erdenklichen

Rad-/Reifen-Kombinationen in der

Datenbank enthalten. In Summe sind etwa

1,8 Mio. Anbaufälle erfasst. Jährlich kommen

viele neue Modelle hinzu. Es können

nun aber nicht nur die möglichen Radkombinationen

für das jeweilige Fahrzeug

selbst erstellt werden, sondern die Datenbank

liefert auch alle damit verbundenen

Auflagen, wie zum Beispiel die Freigängigkeit

im Radkasten, die Radabdeckung

etc. Die Gutachten werden mit den zur

20 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

Verfügung stehenden Daten automatisch

generiert. Die Datenbank enthält die technischen

Angaben von mehr als 4.400 geprüften

Fahrzeugen sowie alle wichtigen

Fahrzeugdaten inklusive der Bremskonturen,

der Fahrzeuggenehmigungsnummer,

der Fahrzeugtype, der Rad- und Achslasten,

der Motorleistung und der Serienbereifung.

Der Kunde erhält sofort alle Umrüstmöglichkeiten

auf andere als die serienmäßigen

Reifengrößen und Felgendurchmesser.

Diese Datenbank ermöglicht der

TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH, ihre

Kompetenz im Dienste der Kunden weit

über den Level des Mitbewerbs zu stellen.

Die TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH

kann für alle Hersteller von Sonderrädern

(sowohl Leichtmetall als auch Stahl) die

aktuellsten Fahrzeuge mit einem Gutachten

abdecken. Meist ist dies sogar noch

vor dem jeweiligen Präsentationstermin

des Fahrzeuges möglich. Diese Ergebnisse

beinhalten alle verfügbaren Motor- und

Karosserievarianten, die in Gesamteuropa

verfügbar sind. Durch das bisher im Tuningsegment

erlangte Know-how ist es nun

möglich, Kunden ein völlig neues Dienstleistungsspektrum

anbieten zu können.

Die praktischen Fahrversuche auf der Teststrecke

werden im deutschen Jesenwang

bei München oder in Kooperation mit dem

ÖAMTC auch in Österreich durchgeführt.

Auf der Prüfstrecke können selbst extreme

Fahrzustände überprüft und durch Fahrweise

im Grenzbereich potentielle Kontaktstellen

zwischen Radkasten und Rad ausfindig

gemacht werden.

Die TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE GMBH liefert mit der weltweit

größten Reifen- und Räderdatenbank die notwendigen Antworten:

Sie ermittelt die vom Kunden benötigten Daten auf Knopfdruck.

Fotos: TÜV AUSTRIA


Die Prüfstrecke Jesenwang

Die geschlossene Prüfstrecke in Jesenwang

verfügt auch über ein eigenes Reifenlager,

in welchem mehr als 2.500 Räder

und 1.500 Reifen gelagert und für unterschiedlichste

Prüffahrzeuge verwendet

werden. Dieses Lager umfasst verschiedene

und teilweise auch exotischere Reifendimensionen,

vielmehr als sie ein Reifenhändler

in Österreich anbieten könnte. In

der dazugehörenden Montagehalle können

neben der Fahrzeugumrüstung und Vorbereitung

für Testfahrten auch die Vermes-

sungen von Neufahrzeugen durchgeführt

werden. Jedem Fahrzeug werden beim Räder-/Reifentest

mehrere Anbaufälle zugeordnet,

sodass der Hersteller sofort erkennen

kann, für welche Fahrzeugkonfigurationen

seine Räder verwendbar sind.

In naher Zukunft werden die Fahrzeugradkästen

und die Radaufnahmen sowie deren

Bewegungsverlauf beim Einfedern und

Einlenken mittels eines eigens dafür konstruierten

Messgerätes per Laserabtastung

in 3D vermessen. Damit wird der zeitraubende

Vergleich der Bremskontur mit der

Felgenkontur reduziert und somit erheblich

Kosten gespart. Der Kunde erhält mit diesen

begleitenden Analysemöglichkeiten

bereits in der Produktentwicklung wichtige

Hinweise, wie seine Räder hinsichtlich Gewichtsminimierung

und Materialersparnis

zu gestalten sind. Weiters kann durch Computersimulationen

eine Festigkeitsoptimierung

durchgeführt werden, die zeit- und

kostenintensive Feldtests weitgehend ersetzen.

Aus der Datenbank können Gutachten generiert

werden, die in Echtzeit an den Kunden

versendet werden. Es ist dadurch

möglich, Gutachten für neue Fahrzeuge

weit vor dem Mitbewerb zu äußerst attraktiven

Preisen anzubieten.

x

E

MOBILITY

VERKEHRSWIRTSCHAFT

The biggest tyre-

& wheel database

worldwide!

Producers of wheels and original

equipment manufacturers so far

had the problem of having the wheels

developed by them available for all

desired vehicle combinations. Every

manufacturer would like to reach as

many customers as possible with his

wheels, especially because of the high

costs for development and production.

The TÜV AUSTRIA AUTOMOTIVE

GMBH gives the required answers

with the most comprehensive database

for tyres and wheels worldwide.

It provides the data required

by the customer practically at the

push of a button and also performs

the strength tests.

At present all vehicles of the European

market with all imaginable

wheel/tyre combinations are contained

in the database. In total some 1.8 million

installation cases have been recorded.

But it is not only the possible wheel combinations

with the respective vehicle itself

which can be listed; the database also

supplies all special requirements connected

with it, such as the clearance in the wheel

case, the fender etc. which are summarized

in an automatically generated report.

The database contains the technical data of

more than 4,400 tested vehicles as well as

all important vehicle data including the brake

contours, the vehicle registration number,

the vehicle type, the wheel and axle loads,

the engine power and the serial tyres. The

customer will get immediately all conversion

options to other tyre sizes and rim diameters.

Several installation cases are classified with

every vehicle, allowing the manufacturer to see

immediately for which vehicle configurations

his wheels can be used.

From the database reports can be generated

which are sent to the customer practically in

real-time. This makes it possible to offer

reports much before the competitors at

extremely attractive prices.

x

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

21


NEWS

Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Preiss, Geschäftsbereich Druckgeräte, Fachbereichsleiter Anlagensicherheit

Zuschlag für Seveso II

Twinning Projekt in Rumänien.

TÜV AUSTRIA

is awarded for

Seveso II Twinning

Project in Romania.

TÜV AUSTRIA was awarded for the EU

Twinning Light Project “Support for improving

the General Inspectorate for Emergency

Situations capacity in assessment of the

risks/major accidents effects”. The project

goal is to improve the capacity of the

Romanian authorities in the context of risk

assessment and consequences of industrial

accidents.

x

TÜV AUSTRIA Romania News

On November 24 and 25, 2009 for the

second time since TÜV AUSTRIA Romania

has been in business a two-day symposion

on “Modern Inspection Methods & Common

System Certifications” was held in Bukarest

in cooperation with TÜV AUSTRIA Hellas and

TÜV AUSTRIA Services. The TÜV Romania

could welcome more than 100 guests of the

Romanian economy.

22 TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

E

NEWS

E

NEWS

Foto: Andres Rodriguez

Die Twinning Projekte der Europäischen Union sollen zur

Stärkung der Umsetzung des Europäischen Rechts in neuen

Mitgliedsstaaten beitragen.

Für Rumänien war ein solches Projekt mit

dem Titel “Support for improving the

General Inspectorate for Emergency

Situations capacity in assessment of the

risks/major accidents effects” ausgeschrieben.

Das Ziel dieses Projekts ist eine

Kompetenzvermittlung an die zuständigen

rumänischen Behörden hinsichtlich

Beurteilung von Risikobetrachtungen und

möglichen Auswirkungen von Industrieunfällen.

Mit anderen Worten, die rumänischen Behörden

sollen die Sicherheitskonzepte,

welche ihnen von den Betreibern gefährlicher

Anlagen (z.B. Chemie, Petrochemie,

Bergbau) vorgelegt werden, kompetent

beurteilen können.

Da sich der Fachbereich Anlagensicherheit

(Geschäftsbereich Druckgeräte) seit

vielen Jahren mit dieser Thematik auseinander

setzt und die österreichische Industrie

unterstützt, bewarb sich die TÜV

AUSTRIA Services gemeinsam mit der

TÜV AUSTRIA Akademie für dieses Projekt,

und erhielt schließlich auch den Zuschlag.

Das Projekt wird im Laufe des ersten Halbjahres

2010 durchgeführt.

x

TÜV AUSTRIA Romania News.

Am 24. und 25. 11. 2009 wurde zum zweiten Mal seit Bestehen der

TÜV AUSTRIA Romania ein zweitägiges Symposium “Modern

Inspection Methods & Common System Certifications” in

Zusammenarbeit mit TÜV AUSTRIA Hellas und TÜV AUSTRIA

Services in Bukarest abgehalten.

Die Themenschwerpunkte waren einerseits moderne Prüfmethoden auch in Kombination

mit Risk Based Inspection (RBI), anderseits die Bedeutung von Systemzertifizierungen

(z.B. ISO 27001 IT-Sicherheit, OHSAS, SA8000, ISO 26000 etc.) als auch

Kyoto Ziele (CO2-Emissionen, Zertifikate) und deren Umsetzung und Implementierung

am rumänischen Markt. Es konnten mehr als 100 Vertreter der rumänischen Wirtschaft

als Gäste begrüßt werden.

x x

Foto: Carlosseller


Kunst beim TÜV.

V.l.n.r.: Mag. (FH) Rahman Padshah, Bgm. LAbg. Erika Adensamer, Hildegard Trink,

Dipl.-Ing. Dr. Hugo Eberhardt und Prof. Paul Badura-Skoda

„Kunst beim TÜV“ hat sich in

den vergangenen drei Jahren

als imageträchtiges Eventformat

etabliert.

Die Konzerte und Vernissagen, die in den

renovierten Räumlichkeiten des ehemaligen

Café Parsival in der Walfischgasse/

Ecke Akademiestraße veranstaltet werden,

finden stets vor voller Kulisse statt. Zwei

Veranstaltungen im Herbst 2009 wurden

jedoch geradezu gestürmt. Es waren dies

die Konzerte mit den weltbekannten Pianisten

Professor Jörg Demus am 6. Oktober

2009 und Professor Dr. h.c. Paul Badura-

Skoda am 10. November 2009.

Jörg Demus spielte eine Sonate von

Joseph Haydn, eine Sonate von Jörg Demus,

drei Lieder ohne Worte von Felix Mendelsohn-Bartholdy

und vier Impromptus von

Franz Schubert. Paul Badura-Skoda spielte

ebenso im Gedenken an den 200. Todestag

von Joseph Haydn eine Haydn-Sonate so-

Wechsel in der Leitung des

Geschäftsbereiches Aufzugstechnik.

Mit 1. August 2009 wurde Herr Dipl.-Ing. Gottfried Jung zum Geschäftsbereichsleiter

des Geschäftsbereichs Aufzugstechnik bestellt.

Gottfried Jung ist Maschinenbauingenieur und arbeitet seit Dezember 1992 für den TÜV

AUSTRIA. Davor war er über drei Jahre in der Aufzugsindustrie tätig. Der neue Geschäftsbereichsleiter

ist zum Aufzugsprüfer für die Bundesländer Wien und Niederösterreich

bestellt und war bisher Leiter der Erstprüfstelle im Geschäftsbereich Aufzugstechnik.

Dort war er für die Umsetzung der Verfahren zur Konformitätsbewertung von Aufzugsanlagen

verantwortlich. Jung ist gleichzeitig Lead Auditor für die Zertifizierung

von Qualitätsmanagementsystemen. Mit seiner neuen Funktion übernimmt Jung auch die

Betreuung nationaler und internationaler Gremien, wie z.B. ON K017, CEN TC10.

Herr Dipl.-Ing. Jung folgt in der Funktion als Geschäftsbereichsleiter des Geschäftsbereiches

Aufzugstechnik dem bisherigen Leiter, Herrn Ing. Anton Marschall nach, der in

eine leitende Position in der Aufzugsindustrie wechselt. Der TÜV AUSTRIA dankt Herrn

Anton Marschall für sein 29-jähriges Engagement beim TÜV AUSTRIA und wünscht für

die künftige Position alles Gute.

x

Fotos: TÜV AUSTRIA

E

NEWS

E

NEWS

Art at the TÜV.

NEWS

“Art at the TÜV“ has established itself

during the last three years image-wise

as an event format.

Two events in autumn 2009 were practically

stormed, namely the concerts with the worldrenowned

pianists Professor Jörg Demus on

6 October 2009 and Professor Dr. h.c. Paul

Badura-Skoda on 10 November 2009.

Professor Badura-Skoda dedicated his

concert as a charity concert to the self-help

group Baden for family members of people

suffering from Alzheimer and dementia.

Professor Badura-Skoda presented the

donation on 16 December 2009 to the chairperson

of the association.

x

wie je eine Sonate von Ludwig van Beethoven

und Johannes Brahms sowie eine Partita

für Klavier von Jenö Takács. Professor

Badura-Skoda hat sein Konzert als Benefizkonzert

der Selbsthilfegruppe Baden für

Angehörige von Alzheimer- und Demenzkranken

gewidmet. Die Spende wurde am

16. Dezember 2009 von Professor Badura-

Skoda im Beisein der Bürgermeisterin von

Baden, Frau Erika Adensamer, und Direktor

Eberhardt an die Obfrau des Vereins, Frau

Hilde Trink, übergeben.

x

Dipl.-Ing. Gottfried Jung – neuer

Bereichsleiter der Aufzugstechnik

Change in management

of the division „lift technology”

With effect from 1 August 2009 Dipl.-Ing.

Gottfried Jung was appointed head of the

division “lift technology”. Gottfried Jung is a

mechanical engineer and has been working

for TÜV AUSTRIA since December 1992.

Before he worked for more than three years

in the lift industry.

x

TÜV TIMES No.1 | MARCH 2010

23


TÜV AUSTRIA AKADEMIE GMBH

Veranstaltungen in Österreich

ABFALLWIRTSCHAFT / UMWELTSCHUTZ

Seminars in Romania

Das gesamte Programm der

TÜV AUSTRIA Akademie

finden Sie unter:

www.tuv-akademie.at

KURSNUMMER

Ausbildung zum/zur zertifzierten Umweltbeauftragten (5 Module) 15.03.-09.06.2010 Wien 3.470 € 10.112.013.01

Das Energiekonzept zum Selbermachen 15.-16.04. & 26.-27.05.2010 Wien 1.270 € 10.112.033.01

AUFZUGSTECHNIK / GEBÄUDETECHNIK & BAUWESEN

TÜV Aufzugstag 2010 14.04.2010 Wien 185 € 10.102.040.01

Aufgaben und Haftung des/der Aufzugswärters/Aufzugswärterin 16.03.2010 Wien 265 € 10.102.070.01

Ausbildung zum/r zertifizierten Baustellen- und Planungskoordinator/in 10.-11.03.2010 Wien 750 € 10.114.002.01

BRANDSCHUTZ

Ausbildung zum/r Brandschutzbeauftragten 16.-18.03.2010 Salzburg 635 € 10.115.001.02

Ausbildung zum/r Brandschutzbeauftragten 13.-15.04.2010 Graz 635 € 10.115.001.03

Ausbildung zum/r Brandschutzbeauftragten 25.-27.10.2010 Innsbruck 635 € 10.115.001.08

DRUCKGERÄTE / WERKSTOFF- & SCHWEISSTECHNIK

Ausbildung zum/r geprüften Sachkundigen 14.-16.06.2010 Lenzing 870 € 10.101.013.02

Hartlöterausbildung mit Zertifizierung 15.04.2010 Gaspoltshofen 470 € 10.106.004.02

Symposium Anlagensicherheit 2010 22.06.2010 Wien 290 € 10.101.018.01

ELEKTROTECHNIK

Arbeiten und Spannung 06.04.2010 Graz 470 € 10.104.025.01

Verantwortlicher für elektrische Anlagen nach EN 50110-1 18.03.2010 Innsbruck 470 € 10.104.024.02

Starkstromanlagen über 1 kV - ÖVE/ÖNORM E 8383 20.05.2010 Wien 470 € 10.104.018.01

IT & DATENSICHERHEIT

Ausbildung zum/r zertifizierten ISMS-Manager/in & -Auditor/in nach ISO 27001 17.-19.05. & 27.05.2010 Wien 1.380 € 10.113.007.01

GEFAHRGUT

Fachbuch: Der Gefahrgutpraktiker ADR/RID 2009 jederzeit lieferbar 30 € 10.507.001.01

Gefahrgutlenker/in - Auffrischung 18.-19.06.2010 Wien 245 € 10.107.013.02

MANAGEMENT/KOMMUNIKATION

Grundlagen der Betriebswirtschaft 01.-02.03.2010 Wien 810 € 10.111.051.01

MEDIZINTECHNIK

Ausbildung zum/r Quality & Regulatory Affairs Manager für Medizinprodukte 12.-14.04 & 26.-28.04.2010 Wien 1.950 € 10.105.042.01

Software als Medizinprodukte in Einrichtungen des Gesundheitswesens 15.04.2010 Wien 470 € 10.105.037.01

Planung, Errichtung und Prüfung von Starkstromanlagen in Krankenhäusern 20.04.2010 Salzburg 470 € 10.105.010.02

QUALITÄTSMANAGEMENT / MANAGEMENTSYSTEME

Ausbildung zum/r zertifizierten Qualitätsmanager/in (15 Tage) 05.05.-15.10.2010 Salzburg 3.610 € 10.108.003.02

Ausbildung zum/r zertifizierten Hygienemanager/in (8 Tage) 07.04.-11.05.2010 Wien 2.310 € 10.108.041.01

Ausbildung zum/r zertifizierten Qualitätsauditor/in 04.-06.05.2010 Linz 1.040 € 10.108.005.02

Upgrade zum/r zertifizierten IMS-Manager/in oder -Beauftragten 17.-18.05.2010 Wien 810 € 10.108.012.01

Ausbildung zum/r zertifizierten Qualitätsbeauftragten 09.-11.06.2010 Salzburg 1.040 € 10.108.011.04

SICHERHEITSTECHNIK

Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft 03.03.-02.06.2010 Wien 4.280 € 10.103.004.01

Zusatzmodul Brandschutzbeauftragte für Sicherheitsfachkräfte 10.-11.05.2010 Wien 390 € 10.103.004.15

Neu! Befahren von Behältern 09.-10.06.2010 Wien 810 € 10.103.057.01

ONLINE-ANMELDUNG

www.tuv-akademie.at

Foto: Franz Pflügl - fotolia.com

FISCAL DOMAIN

Fiscal Expert 24.-25.04.2010 Bucharest

PERSONAL DEVELOPMENT

Ziglar Sales Systems 17.-19.05.2010 Timişoara

Communication

Change Management

SAFETY

S.C.C.

Dangerous goods

AUTOMOTIVE

04.-05.05.2010 Timişoara

18.-19.05.2010 Bucharest

13.04.2010 Timişoara

08.06.2010 Bucharest

07.-09.04.2010 Bucharest

29.06.-01.07.2010 Timişoara

21.-22.11.2010 Timişoara

22.-23.04.2010 Bucharest

VDA 6.3 05.-07.05.2010 Timişoara

TECHNIC DOMAIN

PED

REGISTRATION

office@tuv-austria.ro

16.-17.03.2010 Ploiesti

08.09.2010 Bucharest

Preise zzgl. 20% MWSt / prices excl. VAT

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