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Mitteilungen der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft eV

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Standorteigenschaften und Distelvorkommen aber exemplarisch aufzeigen.<br />

Als Standortdaten wurde eine aus Luftbild-Informationen abgeleitete<br />

Bodenkarte und eine EM38-Kartierung (apparente elektrische Leitfähigkeit)<br />

verwendet. Am Standort Nie<strong>der</strong>görsdorf sind Disteln auf reinen Sandböden<br />

nicht kartiert worden. Dagegen treten sie regelmäßig auf Lössböden auf. Auf<br />

kolluvialen Böden in Senkenpositionen finden sich Disteln tendenziell<br />

seltener, was möglicherweise mit <strong>der</strong> Konkurrenzwirkung von dichten<br />

Getreidebeständen zusammenhängt. Die EM38-Daten zeigen ebenfalls sehr<br />

enge Zusammenhänge zwischen einzelnen Leitfähigkeitsarealen und dem<br />

Vorkommen von Disteln auf dem Feld. Allerdings sind die absoluten EM38-<br />

Werte im Hinblick auf die jeweiligen Bodeneigenschaften nur sehr schwer zu<br />

interpretieren. Tendenziell wird das bereits genannte Ergebnis gestützt, dass<br />

Disteln auf Sandböden fehlen, dagegen auf Lössböden auftreten.<br />

Es ist denkbar, mit mehrjährigen und auch auf an<strong>der</strong>en Fel<strong>der</strong>n<br />

durchgeführten Distel-Kartierungen diese Zusammenhänge inhaltlich zu<br />

verfeinern. Bei Bestätigung <strong>der</strong> Ergebnisse läßt sich dann aus flächenhaft<br />

vorliegenden, zuverlässigen Bodeninformationen die Karte einer möglichen<br />

Distelverbreitung für einen Ackerschlag ableiten und gegebenenfalls eine<br />

Applikationskarte für ein Herbizid erzeugen.<br />

Regulierung von Ampfer-Arten auf ökologisch bewirtschaftetem<br />

Grünland<br />

Herwart Boehm und Jana Finze, FAL, Institut für Ökologischen Landbau, Trenthorst<br />

Während die Acker-Kratzdistel als das vorherrschende Wurzelunkraut auf<br />

dem Acker anzusprechen ist, sind dies in <strong>der</strong> ökologischen<br />

Grünlandbewirtschaftung die Ampfer-Arten, vor allem Rumex obtusifolius<br />

und Rumex crispus. Sie haben ein enormes generatives<br />

Vermehrungspotential, wobei die Samen sehr lange keimfähig bleiben. Als<br />

Lichtkeimer besiedelt <strong>der</strong> Ampfer vor allem Bestandeslücken im Grünland.<br />

Aufgrund seiner schnellen Wurzelbildung mit einhergehen<strong>der</strong><br />

Reservestoffeinlagerung weist er eine hohe Robustheit gegenüber äußeren<br />

Schädigungen und ein starkes Vermögen zum Wie<strong>der</strong>austrieb auf. Ein<br />

zunehmen<strong>der</strong> Ampferanteil im Grünlandbestand führt zu einem quantitativ<br />

und qualitativ schlechteren Futterertrag und –wert.<br />

In <strong>der</strong> ökologischen Grünlandbewirtschaftung kommen den vorbeugenden<br />

Maßnahmen, die eine Verbreitung des Ampfers verhin<strong>der</strong>n, höchste Priorität<br />

zu. Eine effektive, direkte Bekämpfung <strong>der</strong> Ampfer-Arten erfolgt <strong>der</strong>zeit nur<br />

durch arbeits- und kostenintensive manuelle Verfahren. Im vorliegenden<br />

Projekt (im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, FKZ<br />

02OE055/1) wird daher das Ziel verfolgt, bestehende Strategien zur<br />

Regulierung <strong>der</strong> Ampfer-Arten zu evaluieren und neue effektive<br />

verfahrenstechnische Ansätze zu erarbeiten.<br />

In dem im Frühjahr 2002 begonnenem Projekt wurden auf möglichst<br />

homogen mit Ampfer besetzten Grünlandflächen verschiedene<br />

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