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#113

02.10

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unabhängig, überparteilich, legal

hanfjournal.de / Ausgabe 02.10 / #113

2 news 4 clubmed 5 guerilla growing 8 wirtschaft 10 cooltour

In dieser Ausgabe:

GESTRECKT 3

verunreinigtes Marihuana

Ab in die Ecke

... da blüht euch was

HANFTAG 12

am 08.05.2010

Umdenk- statt

Strafprozess gefordert

Noch im November 2009 haben wir im Leitartikel gefragt,

wo die „Good Cops“ bleiben. In Großbritannien,

den USA, den Niederlanden, der Schweiz und vielen anderen

Staaten gibt es Polizisten und Staatsanwälte, die ein Umdenken

in der Drogenpolitik fordern, nur in Deutschland hat sich

lange niemand mehr zu Wort gemeldet. Der Deutsche Hanfverband

(DHV) hatte deshalb im vergangenen Herbst das Buch

„Rauschzeichen, Cannabis - Alles was man wissen muss“ an

alle Polizeipräsidenten, Generalstaatsanwälte und das Bundeskriminalamt

geschickt. Reaktionen blieben oft ganz aus, einige

haben sich zurückgemeldet und den Eingang sowie die Zuführung

in die jeweilige Hausbibliothek bestätigt, ein paar wenige

haben den Inhalt des Buches gar kommentiert, darunter auch

der Polizeipräsident von Münster, Hubert Wimber:

13 fun&action

Münsteraner Polizeipräsident:

Initiative für eine alternative Drogenpolitik gefragt

„Vielleicht ist es wirklich Zeit zu überlegen, ob nicht angesichts

der weitgehenden Erfolglosigkeit staatlicher Repression

und politischer Unbeweglichkeit eine erneute Initiative aus den

Reihen der Polizei und anderer Strafverfolgungsbehörden für

eine alternative Drogenpolitik angezeigt ist[...].“

Und zur Rolle der Polizei bei der Verfolgung von Hanfkonsumenten:

“Die Polizei kann ihr Handeln nicht danach ausrichten, ob sie

das anzuwendende Gesetz als „gut“ oder „schlecht“ ansieht,

noch hat sie bei der Form des geltenden Strafrechts irgendwelches

Ermessen. […]. Würden wir bei der Substanz Cannabis bei

Konsumenten oder Kleindealern „ein Auge zudrücken“, hätten

wir sofort das Problem mit der „Strafvereitlung im Amt“

[....].“

Desweiteren kritisiert Wimber Nordrhein-Westfalens Justizministerin

und die von ihr durchgesetzte Herabsetzung der

Geringen Mengen zum Eigengebrauch. Abschließend plädiert

er dafür „[....] den Umgang mit Drogen zuallererst als Gegenstand

der Gesundheitspolitik und nicht der Kriminalpolitik zu

begreifen.“

Ein erster Schritt scheint getan, die Mauer des Schweigens ist

nicht mehr ganz so undurchlässig.

„Natürlich muss die Polizei bestehende Gesetze beachten.

Aber sie muss die Vorgaben nicht kommentarlos hinnehmen.

Die Politik sollte gut zuhören, wenn ein Polizeipräsident sagt,

dass die Verfolgung von Cannabiskonsumenten eine sinnlose

Belastung für die Polizei ist.“ kommentiert der Autor des betreffenden

Buches und Vorsitzende des DHV, Georg Wurth, die

Antwort aus Münster. Bisher ist Herr Wimber der einzige der

Angeschriebenen, der so eindeutig Stellung bezogen hat, Georg

Wurth vom DHV hat jedoch auch einige Antworten erhalten, in

denen man die positive Einstellung gegenüber den Ideen des

6

Text: Michael Knodt

>>> Weiter Seite 18

Cannabisblüten

legal

Text: Roland Grieshammer

Einer unserer Leser, Alois Hanfstengl*, hat es nach

einem beschwerlichen Weg geschafft, die Papiere zum

legalen Hanferwerb von der Bundesopiumstelle zugestellt

zu bekommen, nach dem ihm seine langjährige Hausärztin

die Empfehlung dafür ausgeschrieben hatte.

Diese ist maßgeblich dafür verantwortlich, da ein Beleg

des Scheiterns anderer Heilungsmethoden Voraussetzung

für die Erlaubnis auf medizinalen Hanf ist und das Einverständnis

des Arztes den Patienten weiterhin während der

Therapie zu begleiten ebenso verpflichtend ist.

Vor dem ersten Einkauf in einer Apotheke mit betäubungsmittelrechtlicher

Erlaubnis warten aber erst einige offizielle

Papiere der Bundesopiumstelle darauf gewissenhaft gelesen

zu werden. Denn nun liegt die Verantwortung über eine

eigentlich illegale Substanz bei dem Patienten.

Daher will der Staat auch genau wissen wie, warum und

mit was man zur Tat schreitet und worauf man grundsätzlich

zu achten hat, damit Bürger ohne diese Lizenz weitestgehend

geschützt bleiben. So muss jegliche Änderung im

Umgang mit der Substanz sowie Veränderungen, die den

Wohnort betreffen, dem betreuenden Arzt und ähnliches

sofort an die Bundesopiumstelle weitergeleitet werden.

Die Aufbewahrung der Cannabisblüten ist dazu Hauptverantwortung

des Nutzers. Es muss garantiert sein, dass niemand

Zugang zu dem Pflanzenmaterial gewährt bekommt.

Eine schnelle Entwendung muss wesentlich erschwert sein.

Im Falle von Restbeständen müssen diese bei der Apotheke

zur Vernichtungszwecken abgeliefert werden. Über die

genauen Mengen und Einnahmezeiten wird die Bundesopiumstelle

informiert, ebenso über die zur Vernichtung wieder

zurückgebrachten.

Kein Milligramm geht verloren, ohne dass die Bundesopiumstelle

informiert wäre. Halbjährlich muss man diese mit

seinem Therapiemuster versorgen. Zu diesem Zweck existiert

ein extra angefertigtes Betäubungsmittel-Meldungsformular,

welches die erhighternden Eintragungen erleichtern

soll. Zu- und Abgänge, Anfangs- und Ist-Bestand der Medizinal-Cannabisblüten

sind je für einen Halbjahreszeitraum

zu verzeichnen. Bei dem Verbrauch wird sogar netterweise

der „Schwund“, der stattfinde Wägeverlust, mit einbezogen,

so dass ein bisschen Feuchtigkeit im grünen Heilmittel nicht

negativ ins Gewicht fällt - im wahrsten Sinne des Wortes.

75 Euronen lässt sich der Staat jedoch für die offizielle

Amtshandlung auf Erlaubnis des Antrags nach Selbsttherapie

mit Medizinal-Cannabisblüten bezahlen. Dieses ist

jedoch die kleinste Hürde im Kampf um natürlich hilfreiche

Medizin.

*Name von der Redaktion geändert


2

news

Feuer auf Mechthild Dyckmans

Beitrag von Hans Cousto

#113

Wat läuft?

www.hanfjournal.de/exzessiv

Exzessiv 148 - Cannabis Cup 2009

Endlich wieder in

Amsterdam, diesmal

sogar beim 22. High

Times Cannabis Cup.

Und das als geladene

Gäste! Micha und Kai

hatten nur 24 Stunden

dafür Zeit, die

haben beide sichtlich

genossen. Den Extrakt dieser kurzen berauschten Tour

gibt‘s jetzt, hier, nur für Euch.

Wer es auch schriftlich haben möchte, einfach im Hanf

Journal Ausgabe 12.2009 nachlesen, frei zum Download.

Exzessiv 149 - Cultiva 2009, Hanfmesse Wien

Jetzt aber! Nach

(wieder) langer Zeit

ohne exzessive Folge,

gibt es jetzt eine

Extralange: Die Hanfmesse

in Wien, die

Cultiva, hat wieder

einiges an Hanfigem

geboten. Micha hat

seine Runden gedreht, Neues und Altes kennengelernt,

ein paar Tüten abgegriffen, zum Schluss sind es

30 Minuten voller Produkt- und Shopinformationen geworden.

Außerdem haben wir euch drei Gewinnspiele

organisiert. Das Ganze gibt es jetzt zum Sonderpreis

von 0 (in Worten: null) Euro.

Exzessives Live-Shoppen!

PS Den „Director‘s Cut“ gibt‘s dann als DVD

http://www.cultiva.at

Diskutieren? www.hanfjournal.de/forum

Verreisen? www.cannabis-cafe.info

Lesen? www.hanfjournal.de

Polen? www.spliff.pl

Tschechien? www.konoptikum.cz

Ukraine? www.konopravda.ua

Legalize It?! www.ELF-online.eu

Einen eigenen Film? film@exzessiv.tv

impressum

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Dunckerstraße 70

10437 Berlin

Tel.: 030/44 79 32 84

Fax.: 030/44 79 32 86

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Geschäftsführer: Emanuel Kotzian (V.i.s.d.P.)

Sitz der Gesellschaft: Berlin AG Charlottenburg, HRB Nr. 89200

Steuer-Nr. 37 220 20818

Redaktion:

Roland Grieshammer, Michael Knodt (CvD), Mark Meritan.

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

H. Cousto, Werner Graf, Martin Schwarzbeck, Dr. Franjo Grotenhermen,

mze, Kerstin Koch, KIMO, Doktor Hanf, Waldmeista, Henk, Piet.

Layout:

mark marker, (Lukas Tkotz).

Illustrationen:

mark marker, Lukas Tkotz.

Fotos:

mark marker, Piet, Henk, oder im Auftrag des Hanf Journals.

Anzeigen:

Emanuel Kotzian

030/44 67 59 02

vertrieb@hanfjournal.de

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt.

Gegen einen Betrag von 50 Euro (Inland) oder 100 Euro (Ausland) jährlich,

kann das Hanf Journal beim Herausgeber als Prämium-Abo bezogen

werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

Druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber

keine Haftung übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der angegebenen

Internetadressen und Links.

Achtung!

Jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren, Drogen zu konsumieren oder zu

verbreiten.

Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de

Mechthild Dyckmans

Verrat der liberalen Grundsätze

Der liberale Grundsatz von Freiheit

Der Liberalismus ist eine philosophische, ökonomische und

politische Ideologie, die die individuelle Freiheit als normative

Grundlage der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung anstrebt.

Im Zentrum der politischen Philosophie des Liberalismus steht

das Individuum, dessen Freiheit zu sichern und verteidigen

die oberste Aufgabe des Staates sei. Die individuelle Freiheit

ist nach liberaler Überzeugung die Grundnorm und Basis einer

menschlichen Gesellschaft, auf die hin der Staat und seine politische

wie wirtschaftliche Ordnung auszurichten seien. Wo die

Freiheit des Einzelnen berührt wird, habe jede, auch die staatliche

Gewalt zu enden – der Staat habe nur dann einzugreifen,

wenn die Freiheit der Individuen verletzt wird. Seine Rolle

habe sich vorrangig auf den Erhalt von Recht und Freiheit zu

beschränken. Dem Einzelnen solle durch sein Mehr an Freiheit

auch mehr Verantwortung für sich selbst übertragen werden.

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Déclaration

des Droits de l‘Homme et du Citoyen) vom 26. August 1789 ist

einer der Grundtexte, auf die sich der moderne Liberalismus

bezieht. Darin heißt es in Artikel 4 „Die Freiheit besteht darin,

alles tun zu dürfen, was einem anderen nicht schadet: Die Ausübung

Foto - WJ

der natürlichen Rechte eines jeden Menschen hat also nur die Grenzen,

die den anderen Mitgliedern der Gesellschaft den Genuss eben

dieser Rechte sichern.“ und in Artikel 5 „Das Gesetz darf nur solche

Handlungen verbieten, die der Gesellschaft schaden.“

Alkohol schadet der Gesellschaft

mehr als Cannabis

Durch von Regierungen bereitwillig geförderte und gesteuerte

breit angelegte Kampagnen in den Massenmedien wurde die

Bevölkerung seit Ende der 60er Jahre mit den aberwitzigsten

Horrormeldungen bezüglich einer gigantischen Drogenwelle,

die die abendländische Gesellschaft bedrohe, bombardiert.

Ein konkretes Wissen über Drogen ist durch diese Kampagnen

jedoch kaum vermittelt worden, eher im Gegenteil. Und die

Scheinheiligkeit bei der Manipulation von Informationen hält

bis heute an. Als die Universität Bristol im März 2007 die Studie

von David Nutt und seinem Forscherteam veröffentlichte, in

der festgestellt wurde, dass Alkohol wesentlich gefährlicher sei

als Cannabis, vermeldeten die meisten Medien diese Erkenntnis

als neu. Als im Frühjahr 1998 in einem Kommissionsbericht zur

Bewertung des Gefahrenpotenzials von Drogen unter Leitung

von Professor Bernard Roques (Abteilungsdirektor des Nationalen

Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung) an

den Französischen Staatssekretär für Gesundheit das Gefahrenpotential

von Alkohol höher eingeschätzt wurde als das von

Cannabis, zeigten sich die meisten Medien von dieser Tatsache

überrascht, obwohl diese Tatsache seit langem bekannt ist.

Bereits am 29. August 1991 stellte der Kassationshof des

Schweizer Bundesgerichtes in einem Verfahren gegen die

Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich fest, dass es eindeutig

widerlegt sei, dass Haschisch eine Einstiegsdroge sei und

dass das Abhängigkeitspotenzial und die Fähigkeit, soziale

und psychische Folgen zu verursachen, bei Haschisch deutlich

schwächer sei als bei anderen Drogen wie Morphin, Heroin,

Amphetamin, Kokain und Alkohol. Es gibt jedoch noch weit

ältere Untersuchungen, in denen festgestellt wurde, dass Haschisch

signifikant weniger gefährlich ist als Alkohol, so der

Indische Hanfdrogen-Report (Bericht der Indischen Hanfdrogen-Kommission)

von 1893/94. Darin erklärte der oberste britische

Kolonialbeamte von Lahore „Soweit ich die Sache beurteilen

kann, sind die Auswirkungen des Alkohols viel schlimmer“ und

der höchste Verwaltungsbeamte von Allahabad, J. B. Thomson,

erklärte „Ich kann nicht sagen, dass die Hanfdrogen in ähnlichem

Ausmaß mit der Kriminalität zusammenhängen wie der Alkohol,

wobei ich nicht nur an die Verhältnisse in Europa denke, denn auch

unter den Eingeborenen hier bei uns führt der Alkohol weit eher zu

Verbrechen als die Hanfdroge.“

Auch im Panama Canal Zone Report von 1925 wurde festgehalten,

dass die Gefährdungen durch Cannabisgenuss offensichtlich

stark übertrieben wurden und dass keine Beweise für

nennenswerte schädliche Einflüsse auf Konsumenten vorliegen

würden. Im Britischen Cannabis-Report (Bericht des Beratungsausschusses

zur Frage der Drogenabhängigkeit) vom 1. November

1968 wurde festgestellt „Das uns vorliegende Material beweist:

Immer mehr Menschen, hauptsächlich der jungen Generation,

aus allen Schichten der Gesellschaft experimentieren mit Cannabis,

und sehr viele nehmen es regelmäßig zur geselligen Unterhaltung. Es

gibt keinen Beweis, dass dieses Tun Gewaltverbrechen oder aggressives,

antisoziales Verhalten hervorruft oder aber bei sonst normalen

Menschen Abhängigkeitszustände oder Psychosen schafft, die der

ärztlichen Behandlung bedürfen.“ Und weiter wurde festgehalten

„Wir halten aber auch für sicher, dass – in bezug auf die körperliche

Schädlichkeit – Cannabis sehr viel weniger gefährlich ist als Opiate,

Amphetamine und Barbiturate oder auch Alkohol.“ Und im British

Wootten Report (1969) heißt es „Wir sind der Ansicht, dass die

in der Vergangenheit viel beschworenen von Cannabis ausgehenden

Gefahren [...] überbewertet wurden. [...] Es gibt keine Belege dafür,

dass ernstliche Gesundheitsgefährungen westlicher Gesellschaften

unmittelbar auf das Rauchen von Cannabis zurückzuführen sind.“

Das Fazit ist, dass seit langem bekannt ist, dass der Konsum

von Alkohol mit höheren Risiken für das Individuum wie auch

für die Gesellschaft verbunden ist als der Gebrauch von Cannabis.

Mit den Grundprinzipien einer liberalen Gesellschaftsordnung

ist deshalb ein Verbot des Umgangs mit Cannabis nicht

vereinbar.

Mechthild Dyckmans Verrat der

liberalen Grundsätze

Die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans verwahrt sich

gegen ein Verbot von Werbung für alkoholische Getränke und

appelliert dabei an die Mündigkeit der Menschen, doch bei

Cannabis behauptet sie, dass es erwiesen sei, dass der Konsum

nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht

unbedenklich sei und man deshalb in der jetzigen Regierung

keine Freigabe von bisher illegalen Drogen plane.

Sicher ist der Konsum von Cannabis nicht für alle Menschen

unbedenklich, doch wie die oben aufgeführten Studien zeigen,

ist der Konsum von Alkohol für viele Menschen wie auch für

die Gesellschaft weit bedenklicher. Mit ihren Stellungnahmen

offenbart die Drogenbeauftragte, dass sie in erster Linie Klientelpolitik

für die Alkoholindustrie und die fundamentalistischen

Prohibitionisten betreibt und dabei die Grundsätze einer

liberalen Politik verrät, denn nach der liberalen Weltanschauung

muss jeder in seiner Art genießen können, jedoch so, dass

keiner auf Unkosten eines andern genießen oder ihn in seinem

eigentümlichen Genuss stören darf. Und auch das Gesetz darf

nur solche Handlungen verbieten, die der Gesellschaft schaden.

Wer säuft, schadet sich und der Gesellschaft mehr als wer kifft!

Wer Klientelpolitik für die Alkohollobby betreibt und gleichzeitig

Kiffer verfolgen lässt, schadet somit der Gesellschaft!

Quellen: Wikipedia: Liberalismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Liberalismus

Cousto: Manipulation versus Information

http://25.nachtschatten.ch/wiki


#113 3

news

Marihuana in Deutschland

massiv gestreckt

Der Streckmittelmelder vom Hanfverband wird so stark

genutzt wie nie zuvor

Zitate aus DHV Streckmittel-Meldungen:

• „Dieses Gras gibt es in letzter Zeit fast nur noch im

Ruhrgebiet.“

• „Ähnlicher Stoff ist wohl derzeit sehr häufig im

kompletten Großraum Stuttgart zu finden, ich finde mehr

davon als sauberes Gras!“

• „Ich habe 12 Jahre lang in diesem Coffeeshop gekauft

und werde es nie wieder tun. Der Chef selbst hat mir das

Zeug verkauft, ich habe das Vertrauen verloren und fahre

nun nach Roermond.“

• „Ganz Hamburg ist damit befallen. Ich war in den

Stadtteilen Horn & Jenfeld kaufen, alles verunreinigt.“

• „Inzwischen bekommt man in Düsseldorf leider fast nix

anderes mehr.“

• „Es war von 7 gekauften Weed Sorten aus

unterschiedlichen Coffeeshops nur eine ungestreckte

Sorte (Sensi Smile: Northern lite) vorhanden.“

Der Deutsche Hanf Verband (DHV) schlägt Alarm: In einigen

Regionen gibt es kaum noch sauberes Marihuana.

Millionen Deutsche rauchen Kunststoff, Zucker und Schlimmeres.

Schon seit 2006 sind Streckmittel in Marihuana auf dem Vormarsch.

Was bei pulverförmigen illegalen Drogen Gang und

Gäbe ist, war ein Schock für Cannabiskonsumenten: Plötzlich

rieselten Sand, Talkum, Steinmehl oder feine Glassplitter aus

ihrem Rauchkraut.

Der DHV forderte Anfang 2007 die damalige Drogenbeauftragte

Bätzing auf, Verbreitung und gesundheitliche Auswirkungen

der Streckmittel zu analysieren, eine Teststelle einzurichten

und den Eigenanbau von Hanf zur Selbstversorgung zu

legalisieren, wie es Tschechien mittlerweile getan hat. Zurzeit

können sich viele Cannabiskonsumenten nur durch eigene

Hanfpflanzen vor den Gefahren der Streckmittel schützen, sofern

sie nicht ganz auf den Konsum verzichten wollen.

Im Juni 2007 machte die Bundesregierung in einer Antwort

auf eine Kleine Anfrage der Grünen deutlich, dass Cannabis

sowieso gefährlich sei. Warnungen vor Verunreinigungen, wie

sie z.B. das englische Gesundheitsministerium herausgegeben

hat, seien deshalb als schädliche Konsumentenberatung zu

betrachten und würden den normalen Cannabiskonsum verharmlosen.

Ende 2007 kam es dann im Raum Leipzig zur größten Massenbleivergiftung

nach dem zweiten Weltkrieg, weil skrupellose

Dealer größere Mengen Marihuana mit Blei gestreckt hatten,

um ihren Gewinn zu erhöhen.

Abgesehen von einem Hinweis seit September 2007 auf der

Homepage der Bundesdrogenbeauftragten hat die Politik bis

heute kaum auf dieses Problem reagiert.

Deshalb sammelt der DHV seit dem 25.05.2009 Streckmittel-

Meldungen betroffener Cannabis-Konsumenten unter www.

hanfverband.de/streckmittel. Bisher sind über 300 Hinweise

aus dem ganzen Bundesgebiet, sowie teilweise auch aus Österreich

und sogar Holland eingegangen. Wichtigste Erkenntnis:

Die Verbreitung der gefährlichen Zusätze scheint noch einmal

dramatisch zugenommen zu haben und selbst ein Holland-Trip

scheint kein Garant mehr für saubere Ware zu sein.

Berichtet wird von diversen metallischen Zusätzen, Sand, Zucker,

Salz oder einfach Erbsenmehl. Hin und wieder werden

auch sehr gefährliche Streckmittel wie Quecksilber und Blei in

den Proben vermutet.

Das am weitesten verbreitete Streckmittel scheint derzeit

„Brix“ zu sein, ein Produkt, das ausschließlich zum Strecken

Foto - Deutscher Hanf Verband

Zitate aus DHV-Streckmittel-Meldungen:

• „Lungendrücken über mehrere Tage,

Sodbrennen - bis hin zu Reflux, gereizte

Bronchien und geschwollene Lymphdrüsen.“

(Gras mit unbekannter Verunreinigung)

• „Ich hatte nur einen Kopf davon geraucht.

Nach ca. 1 Minute wurde mir so schlecht.

Mein Blutdruck war 200/110, mein Puls

beschleunigte in wenigen Sekunden auf

150. Sehr starke Schmerzen im Herz- und

Brustbereich.“ (Haschisch mit unbekannter

Verunreinigung)

• „Nach dem Inhalieren bekommt man direkt

eine Art Bronchitis und einen „Spuckreiz“,

braun-grauer Schleim entstand.“ (Gras mit

Brix und Vogelsand verunreinigt)

• „Chronische Bronchitis ist die Folge

und Probleme mit den Atemwegen

(Dauerverschleimt).“ (Brix Gras)

• „Atypische Lungenentzündung, Dauer

insgesamt 9 Wochen, davon 3 Wochen

Krankenhausaufenthalt.“ (Brix Gras)

von Marihuana verkauft wird. Brix besteht hauptsächlich aus

Zucker und Flüssigplastik, welches an den Blüten so antrocknet,

dass der Betrug oft nicht sofort erkannt wird.

Viele Meldungen drehen sich auch um „unbekannte Verunreinigungen“.

Die Leute merken, dass mit dem „Gras“ etwas nicht

stimmt, haben aber keine Möglichkeit, es testen zu lassen.

Wurde das gestreckte Kraut geraucht, kam es in den meisten

Fällen zu teils heftigen Nebenwirkungen: Kopf-, Hals- und

Bauchschmerzen gehören ebenso dazu wie Übelkeit, Erbrechen,

Lähmungen, Vergiftungen, Zittern und Angstzustände.

Die Auswirkungen des Cannabiskonsums an sich sind gut

erforscht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur etwa 10

Prozent der Cannabiskonsumenten ein problematisches Konsummuster

oder sonstige Schwierigkeiten haben. Was aber

passiert, wenn Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland

über Jahre hinweg Zucker, Plastik und „unbekannte Verunreinigungen“

rauchen, weiß niemand.

Deshalb meint Georg Wurth, Sprecher des Deutschen Hanf

Verbandes:

„Das Verbot senkt den Cannabiskonsum in Deutschland nicht unter

holländisches Niveau und hilft keinem, der zu viel kifft. Aber es

führt zu einem Schwarzmarkt mit verseuchtem Marihuana, das uns

in 10 Jahren vermutlich tausende zusätzliche Lungenkranke bescheren

wird.“

Georg Wurth, Denis Magnani


4

clubmed

#113

Dr. med. Franjo Grotenhermen

Mitarbeiter des nova Institutes in Hürth bei Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM).

Cannabis bei HIV und Aids

Cannabis wird seit langem von HIV-

Infizierten zur Steigerung des Appetits

und zur Reduzierung von Schmerzen

verwendet. In einer 2004 veröffentlichten

Studie aus Kanada berichteten 43 Prozent aller Personen

mit HIV, Cannabis zu konsumieren, und 67 Prozent dieser Patienten

gaben an, die Droge aus medizinischen Gründen zu verwenden.

Zu den Gründen für die medizinische Verwendung

zählten Appetitsteigerung (70 Prozent), Förderung von Schlaf

und Entspannung (37 Prozent), Hemmung von Übelkeit und

Erbrechen (33 Prozent), Linderung von Schmerzen (20 Prozent)

sowie Bekämpfung von Angst und Depressionen (20 Prozent).

Eine in den USA durchgeführte Umfrage aus dem gleichen Jahr

ergab etwas andere Antworten. Nur 23 Prozent der befragten

HIV-Positiven gaben einen Cannabiskonsum an, was zu einem

großen Teil auf einer günstigeren rechtlichen Lage hinsichtlich

des Cannabiskonsums in Kanada im Vergleich zu vielen Staaten

der USA beruhen dürfte. In dieser Studie war der häufigste

Grund für einen Cannabiskonsum die Linderung von Depressionen

und Angst (57 Prozent), gefolgt von Appetitsteigerung

(53 Prozent) und Schmerzlinderung (28 Prozent).

Eine britische Studie aus dem Jahr 2005 mit 143 HIV-Infizierten

untersuchte, wie stark sich bestimmte Symptome unter

dem Einfluss von Cannabis veränderten. Die Teilnehmer

wurden gebeten, in einem Fragebogen quantitative Angaben

mit den Auswahlmöglichkeiten „viel besser“, „ein wenig besser“,

„keine Veränderung“, „ein wenig schlechter“ und „viel

schlechter“ zu machen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Hälfte

der Patienten oder mehr eine signifikante Verbesserung einer

Vielzahl von Symptomen erlebte, darunter Übelkeit, Angst,

Nervenschmerzen, Depressionen, Kribbeln, Taubheitsgefühl,

Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, Zittern, Verstopfung und

Schwächegefühl. Andere Studien legen eine ähnliche Wirkung

von Cannabis auf HIV-assoziierte Symptome nahe.

In zwei jüngeren Plazebo-kontrollierten Studien zeigten

Wissenschaftler des staatlichen Psychiatrieinstituts von New

York, dass gerauchter Cannabis und orales THC den Appetit

bei erfahrenen Cannabiskonsumenten steigerte. In die

erste Studie aus dem Jahr 2005 wurden neun HIV-positive

Personen aufgenommen. Sie erhielten zu acht Zeitpunkten

Kapseln mit verschiedenen THC-Dosen zusammen mit einer

Plazebo-Cannabiszigarette oder Plazebo-Kapseln zusammen

mit THC-haltigen Cannabiszigaretten. Sowohl orales THC als

auch gerauchter Cannabis führten zu einer substanziellen und

vergleichbaren Zunahme der Nahrungsaufnahme. Bemerkenswerterweise

wurde eine vermehrte Kalorienaufnahme nur in

der Gruppe mit einem stark reduzierten Gewicht, jedoch nicht

in einer Kontrollgruppe von HIV-Patienten ohne Zeichen einer

Abmagerung festgestellt. In der zweiten Studie dieser Arbeitsgruppe

aus dem Jahr 2007 erhielten die HIV-positiven Teilnehmer

Dronabinol und Cannabis über mehrere Tage. Beide

Substanzen vergrößerten dosisabhängig die tägliche Kalorienaufnahme

und das Körpergewicht.

Ein weiterer Grund für die Verwendung von Cannabis durch

HIV-Positive sind die Nebenwirkungen, die mit der Verwendung

von Medikamenten gegen den HI-Virus, die so genannte

HAART-Therapie (hoch aktive anti-retrovirale Therapie), verbunden

sind. Die HAART-Therapie ist nicht selten mit Übelkeit

und Erbrechen assoziiert, die insbesondere durch Proteasehemmer

ausgelöst werden können. In einer Studie der

Universität Stanford in Kalifornien wurde nachgewiesen, dass

252 HIV-positive Patienten, die sich einer HAART unterzogen,

die bei ihnen Übelkeit verursachte, mit einer deutlich größeren

Wahrscheinlichkeit die Therapie fortsetzten, wenn sie Cannabis

rauchten.

Bestimmte HIV-Medikamente sind mit einem erhöhten Risiko

für die Entwicklung einer peripheren Neuropathie assoziiert,

die manchmal irreversibel ist, also nach dem Absetzen der

Medikamente bestehen bleibt. Als Neuropathie wird eine Nervenschädigung

bezeichnet. Sie geht mit unangenehmen Empfindungen,

wie beispielsweise Kribbeln und Brennen, sowie einer

vermehrten Schmerzempfindlichkeit einher. Verschiedene

Studien haben eine nützliche Wirkung von Cannabinoiden auf

neuropathische Schmerzen bei HIV-positiven Patienten nachgewiesen.

So untersuchten Wissenschaftler der Universität von

Kalifornien in San Francisco in einer 2007 veröffentlichten Studie

die Wirkung von gerauchtem Cannabis. Die 50 Teilnehmer

erhielten fünf Tage lang entweder dreimal täglich eine Cannabiszigarette

oder identische Plazebozigaretten (ohne THC). Gerauchter

Cannabis reduzierte im Vergleich mit dem Plazebo signifikant

die Schmerzen und der Anteil der Patienten, die eine

klinisch relevante Schmerzlinderung (eine Linderung um mehr

als 30 Prozent) erlebten, war in der Cannabisgruppe erheblich

größer als in der Plazebogruppe.

Insgesamt gibt es heute fundierte Hinweise auf einen vielfältigen

Nutzen von Cannabis für HIV-Positive.

Doktor-Hanfs Patienten Ecke 8

Cannabistherapie bleibt kostenintensiv

Wir hoffen, ihr hattet einen guten Start ins neue Jahr und

wir alle können mit Zuversicht nun dort unsere Arbeit

weiterführen, wo sie im letzten Jahr endete.

Mittlerweile ist es ungefähr 30 Patienten gelungen, eine Erlaubnis

zur ärztlich begleiteten Selbsttherapie mit Cannabis zu medizinischen

Zwecken zu erlangen.

Das ist erfreulich, aber dennoch immer noch zu wenig. Die

Dunkelziffer der tatsächlichen Patienten, die sich mit Cannabis

selbst und nicht begleitend und somit in einer hier in

Deutschland noch strafbaren Form therapieren, ist immer noch

zu hoch. Bei einer so geringen Anzahl der derzeitig geführten

Erlaubnisinhaber begründet das Bundesinstitut für Arznei und

Medizinprodukte die weitere Versorgung mit Cannabis aus

den Niederlanden und die weitere Versorgung durch diese

Möglichkeit so, dass sie sagen, der Bedarf unserer Erlaubnisinhaber

sei derzeit noch so gering, dass die medizinische Versorgung

durch Cannabis der Firma Bedrocan gesichert sei. Das

große Problem, das dadurch entsteht, sind die hohen Kosten,

die es unseren hier in Deutschland ansässigen Patienten kaum

erlaubt, die tatsächliche Menge der verordneten Dosis hier aus

der Apotheke zu beziehen.

Mehrfach sind aus diesem Grunde heraus Anträge so wie

auch Anfragen an das BfArM gestellt worden, die eine Lösung

des Problems finden sollen. Wir und auch viele andere Aktivisten

arbeiten mit Hochdruck daran, eine umsetzbare Lösung

zu finden, die uns die Hoffnung lässt daran zu glauben, dass

es entweder in den nächsten Monaten eine Kostenübernahme

durch die Krankenkassen gibt, oder zu mindestens ein finanzierbares

Konzept, das eine adäquate gesicherte und bezahlbare

Therapie für unsere Patienten hier in Deutschland zum

Ziel hat. Der erste Schritt zu dieser Umsetzung ist nach wie

vor die Anzahl der Masse an Erlaubnisinhabern nach § 3 BtMG

Abs.2. Erst durch die Nachfrage und Masse an Patienten, die

ebenso drohen an der finanzierbaren Umsetzung der Therapie

zu scheitern, ist es möglich, eine Änderung zugunsten dieser

zu erlangen.

Wie ihr seht, entsteht bereits seit Monaten in den Vereinigten

Staaten ein großer Umbruch, dort ist der vereinfachte Zugang

für Patienten bereits in vollem Gange und auch die israelische

Regierung ermöglicht es ihren Patienten weitgehend kostenfrei

von Cannabis zu profitieren.

Auch hier in Deutschland wird nunmehr von der derzeitigen

Bundesregierung, insbesondere vom Bundesgesundheitsministerium,

das Thema berücksichtigt.

So heißt es im Dezember 2009, „die rein medizinische Anwendung

von Cannabis wird im Interesse der Kranken geprüft“.

In diesem Sinne,

Wege entstehen, indem man sie geht.

euer Doktor Hanf,

www.doktor-hanf.de

Wir wissen‘s einfach besser...

www.hanfjournal.de

Natur pur!

www.hanftag.de - Hanf legalisieren!

LOMBRICO - Regenwurmdung

14776 Brandenburg an der Havel

Tel: 03381/55 2003

Fax: 01805/021 121 38 24

www.wurmhandel.de


#113 5

guerilla growing

Schr(n)itt in die Blüte

des (Cannabis)Lebens

Fotos: Piet, Text: Waldmeista

Beschneidung (und mehr) von Cannabis

23. Blütetag

Beim letzten Mal hat uns unser Untergrundbotaniker Piet

in Holland einiges über die Keimung von Cannabis verraten.

Dieses Mal setzen wir die Serie fort und behalten seinen

kleinen Homegrow weiterhin im Auge und widmen uns diesmal

unter anderem Themen wie der Beschneidung der grünen

Göttinnen.

Piets bunter Mix aus drei verschiedenen Sorten, nämlich

Master Kush, Cristal Paradise und einem Hybriden aus Sensi

Skunk x Original Highway Delight, hat die kurze vegetative

Phase von nur knapp drei Wochen hervorragend überstanden.

Die relative Luftfeuchtigkeit wurde bei 60 - 70 Prozent gehalten

und umgetopft hat er sie in sechs Liter Töpfe mit jeweils

zwei Sprösslingen pro Topf in Compo Sana Erde und Perlite als

Substrat. Bio Magic wurde als Wurzelstimulator beim Umtopfen

hinzugegeben. Als rein organischen Dünger verwendete

er ab etwa der ersten Woche nach der Keimung Jungle Boost.

Während der vegetativen Phase gab er, ganz nach Schema,

Jungle Grow kombiniert mit dem Growbooster ins Wasser. Erwähnenswert

sei hier, dass er Regenwasser oder Schnee gesammelt

hat und konnte mit dieser viel besseren Alternative zum

verkalkten und oft nicht PH-gerechten Leitungswasser seinen

Lieblingspflanzen noch mehr Nährstoffe zukommen lassen

kann und Salzablagerungen vermeiden. Eine höhere Ausbeute

in der Ernte sollte der Dank der Pflanze an den Untergrundbotaniker

sein. Wir werden sehen.

So hat Piet seine Babies in die Blütephase (12 Stunden Licht

an / 12 Stunden Licht aus) umgestellt und damit auch den benötigten

Dünger für die veränderten Ansprüche der Pflänzchen

während der Blütezeit. Neben Jungle Grow, das er fast

den kompletten Grow über zugibt, kommt noch Jungle Bloom

und Bloombooster zum Regenwassermix hinzu.“ Ein absolutes

Sieben-Gänge-Menü für Cannabispflanzen“, scherzt der Holländer

und hofft auf gute Erträge seines Biomixes. Man ist gespannt.

Die Luftfeuchtigkeit wird, laut Piet, immer recht stabil

bei 45 Prozent gehalten, mal ein bisschen mehr und mal ein

bisschen weniger. Durch den kontinuierlichen Einsatz eines

haushaltsüblichen Ventilators ist Piet äußerst zufrieden mit der

Dicke und Stabilität der Hauptstämme, die somit ein solides

Training absolviert haben.

Noch bevor seine 18 Exemplare ihr Geschlecht preisgeben, beginnt

der Hobbygärtner und Cannabisconnaisseur mit der Beschneidung

der unteren Triebe. Durch nach unten knickendes

Abknippsen mit den Fingern entfernt er die ältesten (also untersten)

Triebe ohne großen Schaden an der Pflanze zu verursachen.

Durch diesen Stress und Fehlen der Masse wird mehr

Energie in den Hauptstamm und die oberen Triebe freigesetzt,

als Schutzmaßnahme wird der Stamm stabiler und die oberen

Triebe erhalten einen enormen Wachstums-, beziehungsweise

Entwicklungsschub. Hat er versehentlich mal zu viel der Aussenhaut

des Hauptstammes beim Abknipsen zerstört, wird

durch den höheren Stressfaktor die Stelle an diesem Teil des

Stammes noch stabiler als der Rest. Auch die Luftzirkulation

unter dem Blattwerk der Pflanzen nimmt zu und verbessert

den Luftaustausch warmer und kälterer Luft.

Beim Beschneiden der unteren Seitentriebe versucht er neben

dem Haupttrieb noch circa vier Seitentriebe zu behalten, um

keine sogenannten „Popcornbuds“ entstehen zu lassen, also

das Blütenendprodukt als kleine, flockige Klümpchen, die an

unteren Trieben, weit weg vom Licht, nur spärlich wachsen

konnten. Diese Prozedur des Beschneidens führt Piet nicht nur

einmal durch, sondern

während der gesamten

ersten beiden Blütewochen,

da das Wachstum

am Anfang der Blüte bei

so kurzer Vegizeit rapide

ist. Auch gelbliche Blätter

werden von Piet entfernt,

um den Pflanzen

nicht unnötig Energie zu

entziehen. Die sollte lieber

in den Mainbud und

verbleibende Triebe und

Blätter fließen, erzählt mir

mein niederländischer

Freund.

Da Piet mit zwei verschiedenen

Sorten und

einem noch nicht stabilen

Hybriden growt,

treten unterschiedliche

Phänotypen auf und das

Wuchsbild ist aufgrund

der Genetik unterschiedlich.

Eine perfekte Lichtausbeute

wie mit Stecklingen

sei unter diesen

Bedingungen natürlich

nicht möglich. Trotzdem

achtet er stets darauf, die

grösseren Pflanzen nach

aussen und die kleinsten

in die Mitte direkt unter

seine 400 Watt High Pressure

Sodium (HPS) Lam-

23. Blütetag, beschnittener Stamm

pe zu stellen. Der Abstand der jeweiligen Mainbuds beträgt 30

– 35 Zentimeter. Laut Piet ist Qualität und vor allem Abwechslung

immens wichtig für ihn, denn man nehme ja auch nicht

irgendein immer gleiches Medikament (am besten ein Billigduplikat)

gegen alle Krankheiten. So erreiche man ein vor allem

quantitativ besseres Ergebnis der Blüten durch diese Art der

Beschneidung, weil ein Großteil der Energie und Nährstoffe

nun in die wenigeren und näher am Licht stehenden Buds

fließt. Nur so erhalte man laut Piet „richtig fette Mainbuds“.

Und die könnten auch schon mal faustdick werden.

Es gibt zwar auch noch andere Beschneidungstechniken, wie

das Beschneiden des Hauptstammes, um kleinwüchsige und

buschige Pflanzen zu erhalten, welche sich als praktisch beim

Outdoorgrowen herausgestellt haben, wie auch die mittlerweile

legendäre F.I.M. (Fuck I missed) Technik. Doch in diesem

kleinen, räumlich begrenzten Indoorgrow auf einem Quadratmeter

Fläche greift er gerne auf diese klassische Methode zurück.

Die Pflanzen haben die vierte Blütewoche erreicht und die

Nährstoffaufnahme und die Gießintervalle nehmen nun zu.

Natürlich wurden die Männchen längst von Piet entsorgt und

übrig geblieben sind, man siehe da, ganze zwölf wunderhübsche

Mädels. Mit einer Weiblichkeitsrate von 66 Prozent ist Piet

mehr als erfreut. Es müssen ja nicht immer feminisierte Samen

sein.

Wir bedanken uns wieder einmal bei Piet für die Einblicke

in seinen Mikrokosmos der Untergrundbotanik dieser faszinierenden

Schöpfung der Natur, welche während der immer

noch anhaltenden Prohibition in den meisten Ländern heutzutage

fast nur noch als politisches Instrument dient. Doch dieses

Wissen und Nutzen ging laut Piet einmal größtenteils verloren,

weil es einfach illegalisiert wurde. Da fragt man sich, was für

eine politische und soziale Herabwertung von Natur dies doch

eigentlich sei. Passt so etwas eigentlich gerade heutzutage noch

in eine zivilisierte Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels?

Die Antworten oder gar Veränderungen der Verantwortlichen

sind leider bis heute ausbleibend.

Natürlich fordert dieser Bericht auf keinen Fall zu

Straftaten oder sonstigen illegalen Handlungen auf.

Solltest du also in einem repressiven Land wohnhaft

sein, wo der Anbau der Kulturpflanze Cannabis

als Medizin oder Genußmittel immer

noch nicht wieder gestattet ist, wird von

dieser Vorgehensweise strengstens abgeraten.

Zweiter Blütetag


6

guerilla growing

Ab in die Ecke ...

... da blüht euch was

#113

Fotos: Henk / Text: Kimo

Henk hat mal wieder etwas für unsere

Leser ausprobiert.

Dieses mal hatte unser Redakteur

Kimo sogar die Zeit, während des

Cannabis Cups einen kurzen Abstecher

zu machen, um ihn über sein letztes

Projekt zu interviewen.

Ha Jo: Hi Henk.

Henk: Hi.

Ha Jo: Du hast mal

wieder was für unsere

Leser/innen getestet,

erzähl am besten mal

selbst, worum es sich

hierbei handelt.

Henk: Na wie immer

mehrere Kleinigkeiten,

aber hauptsächlich wollte

ich mal ausprobieren,

wie die Green Bud Box

Milar so abgeht. Besonders

das Maß hatte es

mir angetan, zum einen

passt es genau neben meine PC Ecke im Zimmer, zum anderen

ist die Fläche von 50x90 cm bei 1,60 Meter Höhe wirklich optimal

für ein 250 Watt Leuchtmittel geeignet.

Ha Jo: Was für eine Ausstattung hast du in die Box

eingebaut?

Henk: Ein 250 Watt Vorschaltgerät, für das ich ein Wuchsund

ein Blüteleuchtmittel hatte. Dazu einen Filter mit 240m³

Leistung/Stunde und einen passenden Rohreinschublüfter.

Beim Cooltube braucht man ja sowieso ein wenig mehr Abluftschlauch,

also habe ich noch zwei Meter schallisolierten Sonodec

Schlauch benutzt. Da der Lüfter ohnehin leise ist, war die

Box so leiser als mein Kühlschrank, der eineinhalb Meter weiter

steht. Als Medium habe ich Kokossubstrat genommen, gemischt

mit ein wenig Perlite. Die Pflanzen habe ich von einem

Freund bekommen, der sie eigentlich wegwerfen wollte, weil

er sie wirklich gequält hatte. Nachdem ich sie mir angeschaut

hatte und wusste, dass keine Schädlinge dran sind, habe ich

sie übernommen. Zum einen hatte der Kollege die Ladies viel

zu spät umgetopft, deshalb waren kaum noch Kapillarhärchen

an den Wurzeln. Zum anderen war ihm während der Vorblüte

zweimal die Zeitschaltuhr kaputt gegangen, ohne es zu bemerken.

Da haben die kleinen Blütchen schon wieder ausgetrieben.

Das sah echt komisch aus. Vier der fünf Pflanzen habe ich dann

in sieben Liter Töpfen untergebracht. Eine schon verzweigte

und lange vorgewachsene habe ich in einen 25 Liter Topf umgepflanzt,

die hat das halbe Zelt eingenommen, Dafür aber auch

mehr als die Hälfte des Ertrages ausgemacht (grinst).

Ha Jo: Welchen Dünger hast du benutzt?

Henk: Advanced Nutrients, das Grow-Micro-Bloom Programm,

genau nach dem Düngeplan.

Ich habe nicht täglich gegossen. Bei Kokos habe ich die Erfahrung

gemacht, dass es vollkommen ausreicht, alle zwei bis

drei Tage zu gießen. Früher habe ich auch jeden Tag Wasser

marsch gesagt, aber seit ich seltener gieße, versalzen mir die

Töpfe nicht so schnell und der Ertrag ist mindestens genauso

gut. Anfangs mit einem Ec-Wert von 1,4 mS. Das ist zwar hoch,

aber ich benutze, wie ihr von früher ja schon wisst, immer eine

Osmose-Anlage, weil unser Leitungswasser hier in Amsterdam

total versalzen ist. Da kommen 1,1 mS aus der Leitung. In

meiner Heimatstadt Rotterdam ist das noch schlimmer, wegen

der ganzen Gewächshäuser am Hoek van Holland kommen da

sage und schreibe 1,3 mS aus dem Hahn. Wenn du da keine

Osmoseanlage benutzt, wird‘s schwierig, das Leitungswasser

da ist schon zu versalzen für frische Stecklinge.

Unser Leitungswasser mische ich mit Osmosewasser dann

auf 0,2 mS runter. Dadurch vertragen die Pflanzen als netten

Nebeneffekt mehr Dünger als mit dem versalzenen Leitungswasser

und wachsen schneller. Ich steigere den EC-wert dann

bis auf 2,5 mS in der fünften Woche, bevor ich ihn wieder langsam

auf 1,8 senke.

Ha Jo:. Düngst du bis zum Schluss?

Henk. Fast. Da mein Wasser ja fast keine mehr Salze enthält,

gebe ich bis drei Tage vor Schluss noch ein wenig “Final Phase”

hinzu. So, dass ich einen Ec-Wert von 0,5mS habe. Früher

habe ich die letzte Woche klares Wasser gegeben, aber seit ich

Osmosewasser nutze, habe ich bemerkt, dass das wirklich ganz

schnell Mängel auftreten. Und so ist es immer noch weniger

salzig als das meiste Leitungswasser. In der freien Natur ist der

Boden vor der Ernte

ja auch nicht komplett salzfrei.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Geschmack nur leidet,

wenn man während der Blüte zu viel düngt, das mit dem

klaren Wasser in der letzten Woche wird ein wenig überbewertet

und ist beim Gebrauch von Osmosewasser nicht so lange

notwendig.

Ha Jo: Welche Sorte war es dieses Mal?

Henk: Sensi Star. Ein Klassiker aus meiner Heimat (lacht),

HighTimes- und HighLifeCup-Sieger 1999.

Die fünf Mädels waren nach einer Woche intensiver Pflege

meinerseits wieder genesen, ich musste nur noch die unteren

Triebe, die kein Licht bekommen haben, entfernen. Bei einer

250 Watt Lampe hacke ich in der ersten und zweiten Blütewoche

ziemlich viele der unteren Triebe weg, weil die Tiefenwirkung

eines so kleinen Leuchtmittels nicht besonders gut ist.

Dadurch entwickeln sich die oberen Blütenstände besser und

der Gesamtertrag ist höher. Außerdem muss ich bei der Ernte

nicht unzählig viele Mini-Buds maniküren, sondern kann mich

fast ausschließlich mit Tops beschäftigen.

Ha Jo: Auf den Fotos kann man sehen, dass du den

Reflektor ziemlich dicht über die Pflanzen gehangen

hast.

Henk: Ich habe ja auch einen Cooltube benutzt. Den mit dem

Mini-Ventilator und dem Adjust-a-Wing darüber, ich glaube,

ihr habt schon beschrieben, wie ich den gebastelt habe (haben

wir, siehe Ausgabe 10/09). Ich bin der Meinung, dass man das

Licht, dass ein Cooltube oder ein Coolshade ohne Frage klaut,

kompensieren kann, indem man so dicht an die Pflanzen rangeht,

wie es die Temperatur gerade noch zulässt. Deshalb habe

ich mein Thermometer auch an der wärmsten Stelle, 25 Zentimeter

unter der Lampe, platziert. So weiß ich immer genau,

wie weit ich mit dem Reflektor runtergehen kann.

Ha Jo: Wie fandest du die Mylar-Box als erfahrener

Indoor-Liebhaber?

Henk: Ich habe ja keine Licht-Messgeräte hier, aber die Reflektionsschicht

erfüllt ihren Zweck ordentlich. Die Reißverschlüsse

sind lichtdicht und stabil, außerdem gibt es noch Seitentaschen,

in denen man Ec- und pH-Messgeräte oder andere

Kleinigkeiten ablegen kann. Und das Maß ist halt perfekt, wie

schon gesagt. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich aber loswerden:

Bei diesem Zelt sind die Deckenstangen nicht so stabil,

wie ich es erwartet hätte. Die hängen ein wenig durch, wenn

Lampe und Filter daran befestigt sind. Das stört aber beim Growen

nicht.

HaJo: Kommen wir zum Wesentlichen: Wie war die

Ernte?

Henk: Anstrengend. Hab‘ alles per Hand geknippt, meine

Kumpels hier lachen mich aus. Aber bei den Erntegeräten habe

ich immer Angst um meine Buds. Aber so eine Einstellung

kann man sich bei nur fünf Pflanzen auch leisten. Liegt wohl

eher an meiner grow-konservativen Einstellung, denn die Erntemaschinen

sind ja mittlerweile auch so ausgereift, dass sie die

Buds nicht beschädigen. Insgesamt habe ich knapp 200 Gramm

feinstes Sensi Star ergärtnert, ich war auf jeden Fall vollauf zufrieden.

Bedenkt, dass die Pflanzen beim ehemaligen Besitzer

eine echt üble Vorgeschichte hatten

Ha Jo: Und die Qualität?

Henk: Sie baden gerade ihre Hände drin …

Ha Jo: Hää?

Henk: Mann, du hast gerade die halbe Tüte davon geraucht.

Ha Jo: No Comment ... ääh mmh, was??? (lange Pause,

angestrengtes Nachdenken seitens des Redakteurs)

Was wirst du unseren Lesern als kommendes Projekt

vorstellen?

Henk: Ich werde eine Icehasch Methode ohne Siebe ausprobieren.

Den Bericht gibt es in vier bis sechs Wochen, ist schon

in Arbeit. Dann sehen wir uns hoffentlich wieder. Wir können

ja auch wieder ein Filmchen drüber drehen, aber diesmal bitte

nicht bei youtube hochladen. Also dann, mach’s gut, bis zum

nächsten Mal.

Ha Jo: Dann bis dann, mach’s gut und pass auf dich

auf. Tschö. (rennt zur falschen Tür). Wo ging‘s nochmal

raus?


#113 7

growing legal

Bushplanet führt Grosses im Schilde

DieDer weltweit erste Flagshipstore

für Growprodukte öffnet die

Pforten vor den Toren Wiens

und das Hanf Journal ist dabei.

Während Hanf als Nutzpflanze, Medizin und Genussmittel

langsam aber sicher wieder ein Teil unserer Kultur

wird, werden die Läden der Branche aufgrund desinformierter

Politiker oder der lokalen Sensationspresse immer noch

als „halbseiden“ wahrgenommen, in Seitengassen gedrängt

und von so manchem profilsüchtigen Klein(stadt)geist sogar

bekämpft, obwohl das Gefährdungspotential geringer als das

eines Kioskes mit Bierverkauf ist.

Das liegt an der rechtlichen Stellung einer Pflanze, an der sich

seit 1962 wenig geändert hat. Die Realität aber hat die politische

Situation überholt: Hanf ist schon längst im Mainstream

angekommen.

Die Zeiten, in denen sich Hanfläden ausschließlich in abgelegenen

Hinterhöfen oder hässlichen Fabrikhallen einmieten

konnten, sollten endgültig der Vergangenheit angehören. Die

zarte Pflanze Hanfbranche, die es in den vergangenen Jahren,

trotz des jugendlichen Alters, zu erstaunlicher Größe gebracht

hat, muss sich immer noch gegen unbegründete Vorurteile,

Stigmata oder gar schlimmer, die Staatsgewalt, wehren.

Die neue Grow City in Wien setzt genau hier einen unübersehbaren

Kontrapunkt: Das Flaggschiff der drei Wiener Bushplanet

Läden bietet eine neue, bisher noch nicht da gewesene

Dimension in der Hanfbranche: Einen 1000 m2 Grow-Center

am Verkehrsknotenpunkt der österreichischen Bundeshauptstadt,

in direkter Nachbarschaft zu Europas größtem Einkaufszentrum

SCS, um das wirtschaftliche und gesellschaftliche

Potential der Hanfpflanze endlich in dem Ausmaß zu nutzen

und bekannt zu machen, dem es in Zeiten des „War On Drugs“

und der Diskussion um nachwachsende Rohstoffe bedarf. Kein

„New Green Deal ohne Hanf“.

Was macht die GROW CITY so einzigartig?

Qualität, Transparenz, Information sowie qualifizierte Beratung

sind Konzeptgrundlage für Grow City, Europas einzigem

Flagship Store für Hanfprodukte.

Die Auswahl umfasst alle führenden Hersteller, die gesamte

Produktpalette ist auch in größeren Mengen ständig verfügbar,

eine Einkaufs-Irrfahrt wird somit auch bei einem Großprojekt

unnötig.

Auch das Präsentationskonzept von Grow City hebt sich

durch das einzigartige Kompetenz-Center mit Bar, Info-Ständen,

einem Hanf Journal Kiosk und den Schauflächen der Premium

Partner von allem ab, was bis dato in der Hanfbranche

die Standards setzte. Selbstredend arbeiten im Grow City Team

ausschließlich ausgewählte Fachkräfte, die der Kundschaft mit

umfassender und kompetenter Fachberatung in deren Landessprachen

zur Seite stehen.

In der Grow-City bieten die führenden Hersteller ihre Produkte

auf eigenen Präsentationsflächen an und avancieren so

zum Premium Partner. Auf diese Art sind Kunden und Einzelhändler

immer auf dem neuesten Stand und alle Neuheiten

können in der Grow City messeartig präsentiert werden.

Gleich neben den Präsentations- und Verkaufsflächen befindet

sich auf 1000m² der angeschlossene Großhandelsbetrieb, in

dem die Händler ihren Bedarf decken können und mit Information

und P.O.S.-Material versorgt werden.

Interview mit Stivi im Stammhaus, dem

Bushplanet Head & Growshop in der Wiener

Esterhazygasse

Ha Jo: Hi Stivi.

Stivi: Hi.

Ha Jo: Einen wunderschönen Laden habt ihr hier. Einer

der schönsten Growshops, in denen ich bisher war.

Und ich war in ‚ner Menge. Wir befinden uns hier im

Pflanzraum, oder?

Stivi: Ja, hier züchten wir gelegentlich Bananen oder Ananas,

von denen wir unsere Kunden auch kosten lassen.

Ha Jo: Ich habe gehört, die Ananas werden aufgrund des

starken Lichts besonders süß.

Stivi: Genau, fein und supersüß.

Ha Jo: Wir haben gehört, die ganze Sache wird jetzt bald

ein bißchen größer?

Stivi: Ja, wir haben ein neues Projekt, das im März 2010 startet.

Grow City wird Europas größtes Grow-Center.

Ha Jo:. Wir, das Hanf Journal, wirken da ja ein klein

wenig mit (s.Artikel). Das ist ja schon ein wenig mehr als

ein Growshop?

Stivi: Genau. Man kann auch Flagshipcenter dazu sagen. Es

ist so, dass wir die besten Firmen unserer Branche versammelt

haben, die sich alle in einer gewissen Form an diesem Projekt

beteiligen. Diese Firmen werden dann wie auf einer permanenten

Messe mit ihrem Know How direkt präsent sein.

Ha Jo: Also werden in der Grow City auch Neuheiten von

den Firmen und ihren Mitarbeitern direkt präsentiert?

Stivi: Genau, so besteht für den klassischen Heimgärtner die

Möglichkeit, einen direkten Draht zum Hersteller zu bekommen.

Ha Jo: Somit verlässt die Hanfkultur die Schmuddelecke,

in die sie oft reingedrängt wurde, hoffentlich endgültig?

Stivi: So sieht es aus. Die Grow City ist ein sauberer, übersichtlicher

und aufgeräumter Store mit 1000 m² Verkaufs- und

Ausstellungsfläche und einem nochmal so großen Lager. Von

der Verfügbarkeit ist das Produktangebot dann mit dem eines

Baumarkts vergleichbar.

Ha Jo: Stichwort Beratung ...

Stivi: ... wird bei uns ganz groß geschrieben. Die wird auch in

den Landesprachen der Kunden stattfinden, also in Englisch,

Slowakisch, Tschechisch, Polnisch und Italienisch. Selbstverständlich

auch auf Deutsch. Das Grow City Team hat einen

gewaltigen Erfahrungsschatz, den es gerne mit den Growern

teilt.

Ha Jo: Wo genau liegt denn die Grow City?

Stivi: Absolut verkehrsgünstig, in unmittelbarer Nachbarschaft

zu Europas größtem Shoppingcenter, der SCS. Einfach

und schnell erreichbar, sie liegt gleich beim Autobahnkreuz

von A2, A23, A21 und S1.

Ha Jo: Also fast genau neben der Eventpyramide

Vösendorf, in der die alljährliche Cultiva stattfindet?

Stivi: Genau so ist es.

Ha Jo: Ihr habt ja auch eine Menge Energie und

Leidenschaft in die Planungs- und Bauphase gesteckt?

Stivi: Ja. Wir haben

hier eine alte

Lagerhalle zu

einem wirklich

ansprechenden

Verkaufsraum

umgebaut, vom

Boden über die

Wände bis hin

zur Decke wurde

alles komplett

neu gemacht.

Der hochwertige

Standard, den

wir bieten, soll

sich in jedem Aspekt

widerspiegeln,

dazu gehört

selbstverständlich auch das Ambiente.

Ha Jo: Neben der Grow City seid ihr in Wien noch

zweimal vertreten?

Stivi: Das Stammhaus, der Bushplanet Head & Growshop in

der Esterhazygasse 32-34, ist auch über die Grenzen Österreichs

hinaus bekannt, im Frühjahr kommt dann hier in der Innenstadt

noch der Bushplanet Backyard Growshop auf der Mariahilfer

Strasse im 6. Bezirk dazu. Damit sind auch alle Grower,

die mit Öffis unterwegs sind, perfekt versorgt.

Ha Jo: Plant ihr auch Veranstaltungen in der Grow City?

Stivi: Wir werden Seminare und Workshops im Growbereich

durchführen, zu Informationsveranstaltungen für Ladenbesitzer

einladen und die Hersteller werden ihre neuesten Entwicklungen

dem Endkunden direkt vor Ort vorstellen. Es wird

immer etwas los sein und wir achten darauf, dass das Angebot

immer spannend bleibt.

Ha Jo: Hanf ist ja in Österreich nicht per se illegal. Wird

in der Grow City echter Hanf zu sehen sein?

Stivi: Ja, wir pflanzen dort Industriehanf an. Da kann man

dann sehen, was die verschiedenen Dünger, Zucht-Systeme

und so weiter leisten können. Außerdem haben wir natürlich

eine sehr schöne Samenecke mit den besten und bewährtesten

Samenbanken wie Sensi Seeds, Dutch Passion, Greenhouse,

Paradise Seeds, Serious Seeds, White Label und Flying Dutchmen.

Ha Jo: Also, dann wünschen wir euch viel Erfolg bei der

Eröffnung am 11. März.

Stivi: Danke, ab dem 11.03. gibt es dann drei Tage Eröffnungsfeierlichkeiten

mit einer Menge kleiner Gimmicks und Specials.

Vorbeischauen lohnt sich.

Ha Jo: Auf jeden Fall. Wir wollen ja auch unseren Kiosk

in der Grow City eröffnen, um auch unsere News, Infos

und Tipps noch schneller und weiter zu verbreiten.

Vielen Dank für das Interview, Stivi, see you am

11.März.

Stivi: Ich danke für euren Besuch, bis in vier Wochen, wenn

die Grow City eröffnet!


8

wirtschaft

#113

GrowRACK Modular

Worauf Indoorfreunde schon lange warten

Der Anbau exotischer Pflanzen auf Fluttischen ist im Indoorbereich

sehr beliebt und verbreitet. Viele Pflanzenfreunde

nutzen die seit einigen Jahren erhältlichen Fluttische

unterschiedlichster Abmessungen, müssen sich die notwendigen

Unterkonstruktionen jedoch umständlich selbst zusammenbasteln.

Das kostet Geld, Nerven und vor allen Dingen viel

unnötige Zeit. Eigentlich ein Wunder, dass es bis vor einiger

Zeit noch keine Bausatzlösung für die so häufig genutzten Fluttische

gab.

Auf der Cultiva 2009 haben wir beim Exklusivvertriebspartner

Grow In eine kompakte Lösung entdeckt, die unser Team

vor Ort überzeugt hat: Das GrowRACK ist eine Kombination

aus eloxierten Aluminiumprofilen und Kunststoff-Verbindern,

ist somit robust und trotzdem leicht, korrosionsbeständig sowie

einfach zu versenden. Mit dem GrowRACK Modular ist es

somit erstmals möglich, eine erstklassige Bausatz-Lösung für

DUMA-Fluttische anbieten zu können.

Jedes einzelne GrowRACK ist dank der Modulbauweise sowie

immer gleich hoher Standprofile der Höhe des Vorratstanks

und dem Pflanzraum anpassbar. Wenige zusätzliche Verstrebungen

und das Aufsetzen des seitlichen Randes verhindern

ein Durchhängen des Fluttisches. Die an den Füßen einstellbaren

Drehteller und geraden Flächen der Aluminiumprofile

ermöglichen ein exaktes Einstellen der Neigung. Alle offenen

Profilstellen sind mit Kunststoffkappen verschlossen, was ein

Einnisten von Ungeziefer verhindert.

Weitere vier Modelle für die grauen „Dänischen Fluttische“

folgen in Kürze. Auch die lassen sich natürlich in Modulbauweise

verbinden und eignen sich somit für alle Einsatzbereiche,

von der Homebox bis hin zur großen Gärtnerei. Die Grow-

RACKs gibt es dann passend für alle Fluttische, die Grow In im

Programm hat und das Sortiment wird stetig ausgebaut.

Interessiert? Das Team der Grow In AG erwartet euch im

Shop in der Kaiserin-Augusta-Allee 29 in 10553 Berlin,

geöffnet werktags von 10.30-18.30 Uhr, sonnabends 10.30-

14 Uhr. Oder ordert das GrowRACK Modular demnächst

auf der Website www.grow-in-berlin.de rund um die Uhr.

Händleranfragen in der Flottenstr. 24c in 13407 Berlin und

unter 030 34 99 80 70 sind ausdrücklich erwünscht.

Foto: Grow In

Voll bei uns eingeschlagen:

Der Blitz von G-Spot

- jetzt mit Panzerschliff

Wir haben den Messesieger der

Cultiva 2009 endlich testen

dürfen: Deep Impact von der allerfeinsten

Sorte, dabei jedoch schön kühl

und smooth.

Geschmack und Effektivität stimmen

also, die einmalige Optik und Formvollendung

machen den Flash zu einer

der vollendetsten Bongs, die unser

Team im Laufe der vergangenen Jahre

testen durfte. Hinzu kommt der hohe

G-Spot Standard, der alle Wasserpfeifen

dieser Edelschmiede aus dem

Fränkischen auszeichnet: Es wird ausschließlich

hochwertiges Borosilikatglas

von 2,5 – 7 mm Dicke verwendet,

wobei der Flash mit 5 mm dickem Glas

mehr als nur stabil ist. Die 18,8 mm

Präzisionsschliffe sitzen bombenfest,

hier wackelt im Gegensatz zu so mancher

Fernost-Produktion gar nichts.

Ein angenehm geformtes Mundstück

sowie ein neuartiger XXL-Standfuss

runden den edlen Blitz optisch ab

und sorgen für eine sehr hohe Stabilität

und Standsicherheit, wovon man

sich anhand eines kleines Filmchens

auf der Seite www.g-spot-bongs.de

überzeugen kann. Kein Wunder also,

Foto: G-Spot

dass das fachkundige Publikum der

Cultiva 2009 dieses kleine Kunstwerk

zum Sieger im Bereich „Paraphenalia“

(Rauchutensilien) erkoren hat. Den

Flash gibt es im Fachhandel oder im

Onlineshop von G-Spot ab 139,00 €,

falls er doch einmal durch einen Unfall

beschädigt wird, bietet G-Spot selbstredend

einen Reperaturservice an.

Bei unserem Gratulationsbesuch am

Stand sind dann noch die formvollendeten

Glasdildos ins Auge gefallen

- mal was Ausgefallenes, natürlich

mit den gleichen Qualitätsansprüchen

wie die edlen Wasserpfeifen. Mit den

Liebesspielzeugen macht der Inhaber

der Wertheimer Glasschmiede dem

Firmennahmen alle Ehre. Auch diese

Utensilien sind natürlich mundgeblasen

und absolut bruch-sowie sprungsicher,

wie uns das Team um Dieter Feil

versichert hat.

Noch mehr edle Bongs und einzigartige

Dildos und natürlich auch Unikate

jedweder Art auf Anfrage gibt es unter

www.g-spot-bongs.de oder unter

www.g-spot-dildo.com. Händleranfragen

sind ausdrücklich erwünscht.

Die Tüte zum

Trinken?

HulaSolution von Hulabalooza

Hula Soluton - Foto: marker

Auf der Cultiva haben wir die HulaSolution von Hulabalooza

zum ersten Mal gesehen und uns umgehend erklären

lassen, was es damit auf sich hat:

HulaSolution wurde entwickelt, um THC und andere Pflanzenharze

wasserlöslich zu machen: Nach Angaben des Entwicklers

wird durch die Auflösung von Pflanzenteilen in Hula-

Solution eine Wasserlöslichkeit der enthaltenen Pflanzenharze

ermöglicht und so die Aufnahmefähigkeit des menschlichen

Körpers um das Vierfache erhöht, da die Inhaltsstoffe nicht

mehr über den Verdauungstrakt, sondern über die Schleimhäute

an den Körper abgegeben werden.

Unser erster kurzer Test auf der Messe verlief sehr vielversprechend.

In Amsterdam angekommen, haben wir uns dann

einen geeigneten Probanden gesucht (danke an den Hanfverband),

der, natürlich nüchtern, auf seine Reise-Sportzigarette

verzichtet und statt dessen die gleiche Menge Kräuter mit Hilfe

von HulaSolution getrunken hat.

Die Wirkung setzt, ähnlich wie beim Rauchen, schon nach wenigen

Minuten ein, und schien eher intensiver als die gleiche

Menge zu rauchen oder zu verdampfen.

Ursprünglich für Krebs- und Aidspatienten entwickelt, bietet

das neue, patentierte Verfahren jetzt auch für Cannabispatienten

mit anderen Indikationen die Möglichkeit der oralen

Aufnahme mit zeitnaher Wirkung, was gerade denen, die weder

rauchen noch vaporisieren (wollen), ungeahnte, neue Möglichkeiten

der genauen Dosierung gegen zeitnahe Schmerzspitzen,

Übelkeit oder Ähnlichem bietet.

Hoher Wirkungsgrad garantiert Effektivität

Beim Rauchen oder Essen gehen bis zu 80% des enthaltenen

THC verloren. Bei der Verwendung von HulaSolution werden

annähernd 100 Prozent der enthaltenen Harze und Öle aufgenommen,

es reinigt durch Pflanzenharze verschmutze Gegenstände

wie Grinder, Behälter, Scheren und garantiert eine

unauffällige, geruchsfreie Anwendung aller Kräuter in der Öffentlichkeit.

HulaSolution ist auf rein pflanzlicher Basis hergestellt, alle

Inhaltsstoffe sind pharmazeutisch und lebensmittelrechtlich

getestet sowie zugelassen.

Mehr Infos gibt es unter: www.hulabalooza.at


#113 9

wirtschaft

Spiele mit Deiner Kreativität und mach

Dir ein Unikat

Cylinder

Flexibel, robust, geruchs- und geschmacksneutral,

reisefreundlich,

outdoortauglich und langlebig Anleitung:

– das sind die Attribute des Cylinders,

der aus hochwertigem Silikon und [1] Cylinder auf das Gebinde setzen und

einem Metallchillum mit Stecksystem- luft- bzw. wasserdicht verschließen.

Flutschkopf besteht und mit einem

formschönen Designen zu begeistern [2] Chillum anfeuchten und durch die Öffnung

(ø 8 mm) der Nase stecken.

weiss. Individuell anwendbar, eignen

sich hierfür unzählige Gebinde wie

Glasflaschen, Karaffen, Vasen, Kanister,

Gläser und vieles mehr. Die Länge Gebinde und Länge des Chillums varia-

[3] Wasser einfüllen. Füllhöhe ist je nach

und Art eines Chillums kann je nach bel.

kreativer Umsetzung variieren, die

empfohlene Mindestlänge beträgt 130 [4] Cylinder nach Gebrauch abnehmen. Dieser

ist sofort wieder einsatzbereit.

mm. Erfunden und hergestellt in Österreich,

lässt der Cylinder der eigenen

[5] Gebinde entleeren und recyceln.

Fantasie freien Lauf. Und so macht es

viel Spass, dessen Vielseitigkeit zu

[!] Cylinder separat vom Chillum bei Bedarf

entdecken und sich auch unterwegs

reinigen. Das hochwertige Material ist

jederzeit ein individuelles Unikat zu

sehr widerstandsfähig, lässt sich leicht

basteln.

säubern und ist spülmaschinenfest.

www.cylinder.at

BAM BAM BHOLE®

Foto: cylinder.at

EasyGrow

– die beste Wahl

Hochreflektierende Folien in

Lebensmittelqualität direkt aus UK sind

jetzt auch in Deutschland zu haben

Seit 1998 entwickelt und produziert die Firma EasyGrow in

Großbritannien hochwertige Folien für die Grow-Branche.

So entstand mit der Zeit ein Sortiment hochwertiger Folien,

welche die Ausleuchtung im Zuchtraum verbessern, so dass

die Pflanzen aufgrund des hohen Reflektionsgrads von annährend

100 Prozent prächtig gedeihen können und die nächste

Ernte besonders ertragreich ausfällt. Die silberne Folie ist mit

glatter, sowie mit einer speziellen diamantenartigen Oberfläche

erhältlich, die das Licht zusätzlich streut und einer Entstehung

von Hot-Spots somit entgegenwirkt.

Auch eine wärmedämmende Version, die verhindert, dass

Wärme aus dem Zuchtraum in die Umgebung gelangt, wird

angeboten. So gärtnert man energiersparend - die Wärme bleibt

im Zelt, wo sie hingehört. Das kann man sogar mit einer Wärmebildkamera

testen.

Ein weiterer, großer Vorteil ist, dass alle Produkte der Firma

EasyGrow Lebensmittelqualität haben. Dies bedeutet, dass

selbst bei hohen Temperaturen im Zuchtraum oder Gewächshaus

keine schädlichen Gase entweichen, die die Gesundheit

schädigen können.

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Fotos: Easygrow

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Bhole für erstklassige Produktqualität

und zuverlässigen Lieferservice. Bam Bam

Bhole bedeutet auch jahrzehntelange innovative

Produktentwicklung sowie engagierte

Dienstleistung.

Mit kreativen Ideen und erfolgreichen Artikeln ist

nun der neue Katalog erschienen, der für jeden interessierten

Händler eine Fundgrube ist. Ob Glas- oder

Acrylbongs, Rauchsysteme, Mini- und Kofferbongs,

Kawumms, Stechköpfe und Einsätze sowie Kupplungen,

Adapter und Diffuser für 14.5er oder 18.8er

Schliffe, Vaporizer, Metall- und Keramikpfeifen, Metallschraub-

und Holzpfeifen, Shishas und Tabak und

jede Menge Zubehör - die 1975 gegründete Firma bietet

ein breites Sortiment an.

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Lebenslauf bitte an: ad@advancednutrients.eu


10

cooltour

#113

DVD - Comedy

Contact High

Mit der surrealen Drogenfantasie „Contact High“ legen Michael

Glawogger und Michael Ostrowski die Fortsetzung ihrer

Komödie „Nacktschnecken“ vor. Nach Low-Budget-Ästhetik

schwelgt der neue Film nun im Farbenrausch. Die üppige, liebevoll

mit Kitschaccessoires verzierte Ausstattung und psychedelische

Trickeffekte tragen ebenso zum internationalen Flair

bei wie die heiter eskalierende Sprachverwirrung zwischen

Graz, Mexiko und Drogomysl in Polen. Auch vor Fliegenpilzsuppen

und überdimensionalen Haschkeksen wird nicht

zurückgeschreckt. Außerdem lebt der Film von den charismatischen

Darstellern und vom österreichischen Schmäh. - Max

und Johann basteln an ihrer Karriere als Buffetmagnaten, der

jähzornige Kleinkriminelle Schorsch will eigentlich Autorennen

schauen, was Mao eigentlich könnte, müsste sie nicht auf

die Tochter einer Freundin aufpassen, während Harry sich am

liebsten mit seinen blonden Mechanikern vergnügen würde.

Aber Woytilas Tasche macht allen einen Strich durch die Rechnung.

Bald fliegen sie durch polnische Nächte und wundern

sich, als sie einen Schaffner sagen hören: „Nächste Haltestelle:

Drogomysl.“ Unter „Contact High“ versteht man übrigens,

dass eine nüchterne Person die Wirkung der Drogen spürt,

die ein anderer genommen hat. Abgesehen davon ist auch der

komplette Soundtrack ganz hervorragend, vor allem Cornu’s

GEWINNEN!

Wir verlosen drei attraktive Contact High Fan-

Packages, die aus einer DVD, einem Schlüsselanhänger

und einem sehr sehr coolen T-Shirt bestehen. Also

schickt uns bis zum 28.Februar 2010 eine Mail mit dem

Betreff „Contact High“ und eurer Postanschrift an

gewinnen@hanfjournal.de

… viel Glück!

„Youpi“ im Space Spaghetti Mix hat mir am Ende des Kinofilms

nochmal eine schöne Gänsehaut besorgt. Die DVD wurde

mit Bonusmaterial ausgestattet: So erläutert der Ethnobotaniker

Dr. Phil. Christian Rätsch im Interview die ganze Wahrheit

zum Phänomen des Contact High. Des Weiteren gibt es ein Musikvideo

zum Song „Das Lied vom Contact High“ von Ostrowski/Wallisch

sowie Interviews mit Michael Glawogger, Detlef

Buck, Raimund Wallisch und Pia Herzzegger. Eine höchst

schräg-turbulent-überdrehte Kifferklamotte mit jeder Menge

Slapstick, die zu Recht als „Psychedelic Road Movie Western

Komödie“ beworben wird. „Don’t bogart that joint, my friend,

pass it over to me …”

www.contact-high.de

www.delphi-film.de

DVD - Körperreisen

Holotropes Atmen mit Klaus John

Eine Reise nach Innen

ein Film von Juri Schmidt

Seit vielen Jahrtausenden werden überall auf der Welt veränderte

Bewusstseinszustände von Schamanen, Yogis, Heilern

und Mystikerinnen der verschiedenen Traditionen genutzt, um

Heilung zu erlangen, um die Beschaffenheit der Existenz zu

ergründen und um sich mit den spirituellen Dimensionen des

Seins zu verbinden. Holotropes Atmen ist zweifellos eine der

stärksten und effektivsten nicht-pharmakologischen Methoden

der Psychotherapie und Selbsterforschung. Die von Dr. Stanislav

und Christina Grof 1975 am Esalen Institut in Kalifornien

entwickelte Atemtechnik vermag unbekannte Bereiche des Bewusstseins

zu öffnen. Dem Filmemacher Juri Schmidt ist es zu

verdanken, dass nun eine hochwertige Dokumentation über

diese effektive Methode moderner Psychotherapie vorliegt. Begleitet

von evokativer Musik vom Fönix Music Project erkundet

eine Therapiegruppe unter der Leitung des Heilpraktikers

Klaus John tiefe Bereiche der menschlichen Psyche und lässt

den Zuschauer durch offene Schilderungen an der Reise teilhaben.

Stanislav Grof sagt zu dieser Produktion: „Klaus John, zertifizierter

Praktiker des Holotropen Atmens mit 20 Jahren Erfahrung

mit dieser Methode, schuf einen Film, der einzigartige

Einblicke in Praxis und Theorie bietet. Klaus John zeigt, wie

Ausdruck, der einem Beobachter von außen krankhaft erscheinen

kann, mit angemessener Begleitung zu Heilung, positiver

Transformation und spiritueller Öffnung führen kann.“ Die

Authentizität der gezeigten Emotionen ist ergreifend und kann

im Betrachter eigene Themen wach rufen. Themen wie Tod

und Missbrauch können aufrühren und polarisieren. Wichtig

ist letztlich zu wissen, dass es sich um einen heilsamen Prozess

handelt und es allen Teilnehmern nach einer solchen Erfahrung

gut geht. Das 20seitige Booklet und der 2009 geschnittene

Epilog geben Hinweise, um den Film im Rahmen der von

Stanislav Grof entwickelten Topographie des Unbewussten

zu sehen. In dem Epilog geht Klaus John auch auf den Unterschied

zwischen dem Holotropen Atmen und der Einnahme

von Psychedelika ein und zeigt einige fehlende Perspektiven.

Auch Dr. Phil. Ralph Metzner, der zusammen mit Dr. Timothy

Leary und Dr. Richard Alpert schon in den 60er Jahren frühe

Bewusstseinsforschung an der Harvard Universität betrieb und

die Begriffe Set und Setting prägte, meldet sich in einem Interview

(in deutscher Sprache) zu Wort. Dieser Film lädt dazu ein,

sich im sicheren Rahmen auf die eigene, gut begleitete Atemreise

zu begeben. Positive Veränderungen stellen sich ein, wenn

bisher unterdrückte Lebensfreude freigesetzt wird oder aber

auch alter Schmerz, Stress und Verspannung sich auflösen und

einer ausgeglicheneren Lebensweise Raum lassen.

Gesamtlaufzeit: 106 Minuten

ISBN: 978-3-03788-185-9

www.klaus-john.de

www.nachtschattenverlag.ch

Foto: Delphi Film


#113

cooltour

11

Rolys Silberscheiben des Monats

Massive Attack: Heligoland

(emi)

Hervorgegangen sind die Jungs

aus dem Ende der 1980er in Bristol

formierten Künstlerkollektiv The

Wild Bunch, zu dem damals auch

Tricky gehörte und das als Wiege des

Trip-Hop gilt. Ihr Debütalbum „Blue

Lines“ (1991) gilt heute für seine innovative

Kraft als absoluter Klassiker seiner Art. Auch „Protection“

(1994), die von Mad Professor betreute Dub-Version „No

Protection“ (1995) und das düster klaustrophobische Album

„Mezzanine“ (1998), auf dem Horace Andy sowie Elizabeth

Fraser (Cocteau Twins) die markanten Stimmen bilden, können

immer noch als genial bezeichnet werden. Exakt 20 Jahre nachdem

sie mit „Daydreaming“ ihre erste Single veröffentlichten,

erscheint mit „Heligoland“ pünktlich zu meinem Geburtstag

das lang erwartete, offiziell fünfte Studioalbum von Massive

Attack, die wie nur wenige andere ihrer Art mit wegweisenden

Klängen und Visionen das Profil der zeitgenössischen Popmusik

geprägt haben. Neben Horace Andy interpretieren hier

Tunde Adebimpe, Martina Topley-Bird, Guy Garvey, Hope

Sandoval und Blur- und Gorillaz-Mastermind Damon Albarn

die melancholischen Kompositionen von Robert Del Naja and

Grant Marshall. „Pray For Rain“, „Splitting The Atom“ und das

finale „Atlas Air“ sind exzeptionell spannungsgeladene Prototypen

einer Kunst, der auch ein apokalyptisches Element zugrunde

liegt. „Babel“ steppt mit Breakbeat-Drums und betört

mit der zarten Stimme von Martina Topley-Bird, während die

für Massive Attack typisch bedrohlich pulsierenden Bassläufe

in „Girl I Love You“ mit Mezzanine-Vibes glänzen. Nach dem

hypnotischen „Psyche“ entwickelt sich mit „Flat Of The Blade“

eine Ballade, die mich an Björk denken lässt. Mazzy-Star-Stimme

Hope Sandoval verführt den Zuhörer in „Paradise Circus“,

„Rush Minute“ ist dramatisch schön, und in „Saturday Come

Slow“ packt noch Portishead Adran Utley seine Gitarre aus.

Was die Kritiker mit ihren Erwartungshaltungen auch sagen

mögen – ich bin sehr glücklich mit „Heligoland“.

www.myspace.com/massiveattack

www.massiveattack.com

Various:

The Kings Of Drum&Bass

(bbe records)

Im Monat der Wassermänner erscheint

ein neues Meisterwerk der

BBE Music Compilation-Serie „The

Kings Of ...“. Dieses Mal widmet

man sich dem Genre Drum’n’Bass.

Mit ihrem Label Reinforced und unter

zahlreichen Pseudonymen damals selbst an der Schaffung

einer neuen Musikrichtung elementar beteiligt, mischen keine

geringeren als 4Hero hier noch einmal einige Diamanten dieser

Frühzeit, als das ganze noch unter dem Namen „Breakbeat“

lief. „Drum and Bass came out of a period when more people

were out on a dance floor or dancing in a field than ever before

in the UK. Musical barriers were blended and broken down

through early sampling technology alongside many cultural

walls where thousands danced together. Being there at the initial

spark I find it hard to break Drum and Bass up into sub genres,

Roland Grieshammer

Hardcore, Jungle, Hard Step, Intelligent, Liquid and so on, so

for this compilation we cover the complete spectrum and treat

it as a whole.” Weise Worte von Marc Mac, denen ich mich nur

anschliessen kann. Neben hauseigenen Tracks wie „Universal

Love“ und „Better Place“ fügen sich Top-Klassiker von Nasty

Habits, Manix, Tom & Jerry, Aquasky, Nookie, Internal Affairs,

Rufige Kru und A Guy Called Gerald mit Produktionen von

London Elektricity, Calibre, Lenny Fontana, Lemon D, Wings,

aus dem letzten Jahrzehnt zu einer dynamischen Zeitreise. Auf

der zweiten CD sorgt DJ Marky in einem erstklassigen Mix für

die richtige Synergie aus zeitgenössischen Perlen von Random

Movement, Marcus Intalex, Lynx & Maple, Calibre, Marky, Makoto

& A-Sides, Logistics, Roni Size & Krust, Scorpio, Shimon &

Andy C, S.P.Y., Subwave, The Upbeats, Nu:Tone, Bachelors Of

Science, Twisted Individual, Q Project, Rogue Soul und Stunna

- breitgefächerter geht’s wohl nicht. Mit dieser wundervollen

Compilation, die auch als 3 x 12“ auf Vinyl und als digitales Release

erscheint, zollen 4Hero und DJ Marky ihrem Metier den

verdienten Respekt. Ich lieb’ diese Jungs …

www.myspace.com/bbemusic

www.bbemusic.com

Souls Of Mischief:

Montezuma’s Revenge

(hiero imperium)

Die Rapper A-Plus, Opio, Phesto

und Tajai aus Oakland, die allesamt

auch Mitglieder des berühmten Hip-

Hop-Kollektivs Hieroglyphics sind,

gehören zu den Guten. 1991 gegründet,

haben sie 1993 mit ihrem ersten

Album „93 ’til Infinity“ eines der besten HipHop-Werke der 90er

Jahre veröffentlicht, das bis heute nichts von seiner Schönheit

und Energie eingebüsst hat. Auch das darauf folgende Album

kann als Klassiker bezeichnet werden und legte den Grundstein

für den Aufstieg des Hiero-Imperiums. Produziert von

Prince Paul (De La Soul) und Domino (Hieroglyphics), präsentieren

die Souls Of Mischief nun nach neun (!) Jahren ihr viertes

Studio-Album „Montezuma‘s Revenge“. Dem Titel nach ist es

inhaltlich eine Art Rache am heutigen HipHop mit all seinen

negativen Nebenwirkungen. Nach dem stimmungsvollen Intro

von Del tha Funkee Homosapien und dem rockigen „Won1“

beschäftigt sich das verträumte „Postal“ mit dem weiblichen

Geschlecht. Mit „Tour Stories“ und „Porper Aim“ folgen zwei

smoothe Songs zum Zuhören, bevor auch A-Plus auf „You Got

It“ einen fröhlichen Beat beisteuert. Voller Soul sind auch das

düstere „For Real Y’all“, das mystische „Lickity Split“, das lebensfreudige

„Home Game“ und das arabeske „Lalala“. „Hiero

HQ“ kommt mit coolem Oldschool Flavour, und „Poets“ ist

mit seinem Xylophon-Sound, dem Groove, dem Vocal-Sample

und dem Text wohl mein Lieblingstrack. Und Morgan Freeman

erklärt den Jungs dann noch über’s Telefon, wie die heutige

HipHop Welt so funktioniert. Zusammen mit einer Instrumental

CD als Bonus freue ich mich über dieses Comeback, auf dem

sich das Quartett auf dichtes Storytelling, den Schuss Ironie und

gute Beats zurückbesinnt und auf neuzeitlichen, überflüssigen

Schnickschnack glücklicherweise verzichtet.

www.myspace.com/soulsofmischief

www.hieroglyphics.com

Various: Farside 1.0

(farside records)

Das Ruhrgebiet präsentiert sich 2010

als Kulturhauptstadt Europas, und so

meldet sich die Farside Familie mit einer

Retrospektive ihres Dortmunder

Labels zu Wort. In Kooperation mit

seinen Freunden Winni Petersmann

(on the rock) und Oliver „Olski“ von

Felbert (Melting Pot Music) startete Ingo Sänger 2006 die erste

Farside Vinyledition. Seitdem sind vierzehn Vinyl-12“es entstanden,

die allesamt irgendwo im deepen House Universum

angesiedelt sind und auch Dub-, Soul-, Hip Hop- oder Detroit-Einflüsse

aufweisen. Gemeinsam mit seinem Westpark Unit-

Partner Herb LF präsentiert Ingo Sänger einen 60-minütigen

Einblick in die Arbeit von Farside Records. Hierfür wurden 15

Tracks ausgewählt und zu exklusiven Clubversionen editiert.

Zusätzlich gibt es als Bonus die komplette Farside 1.0 Vinyl EP

im MP3 Format. Westpark Unit liefern neben dem heissen Intro

mit „Blaxrotation Suite Mix“ einen lässigen Percussion Grower,

präsentieren „Stoned Love“ in einer live eingespielten Version

von Patchworks und erforschen den Funk im Deep House mit

ihrem grössten Hit „Jeepah“ und dem Bonus „Feel This! Dub“.

Henry L aus Köln, den ich bisher als Henree kannte, überrascht

mich hier mit drei supergroovigen Tracks, während der Düsseldorfer

Matt Flores in vier Stücken eine interessante Bandbreite

zeigt. Elina Monova hat den Soul, The Offsetters und Herb LF

ergänzen das Spektrum, bevor Islands Produzent Asli mit seiner

„Springsequence“ ein wunderbares Outro zelebriert. Habe

seit St.Germain’s Meilenstein „Boulevard“ (1995) nicht mehr

soviel Freude an diesem Sound gehabt. Cool!

www.myspace.com/farsiderecords

www.farside-records.de

Juri Gagarin: Cobra

(audiolith)

Der Biss einer Cobra ist tödlich. Ihr

Gift ist ein starkes Neurotoxin und

wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem,

wo es das Atemzentrum lähmt

und Herzstillstand verursacht. Durch

den Biss kann das Opfer gelähmt oder

getötet werden. Auf diesem Weg tötet die Cobra nicht nur andere

Schlangen sondern vor allem Vögel und Affen. Und laut

Pressetext „ist ein gutes Album wie eine Cobra: Es trifft dich

heftig und direkt!“ Mit dem gleichnamigen britischen Sportwagen

hat das auf dem prolligen Cover abgebildete Auto allerdings

wenig gemein. Egal. Nachdem im Jahre 1990 Kasachstan

seine Souveränität innerhalb der UdSSR erklärt hat, emigrieren

Sergej Halosin und Arnold Kinzel von dort aus ins gerade wiedervereinigte

Deutschland. In Hamburg gestrandet, gründen

sie Juri Gagarin und ihr zweites Album „Energia“ verhilft ihnen

zum Durchbruch. Nun greift die besagte „Cobra“ an, Friederike

„Flicke“ Herr gehört als Texterin und Sängerin inzwischen fest

zur Crew – und das zahlt sich aus. Ihr melodischer Gesang gibt

den Kosmonauten einen völlig neuen Sound und bereichert

den knarzend groovigen C64-Elektro-Pop auf ganzer Linie. Vor

allem „Whip“, „Plot“ sowie die erste Single „Wet Dreams“ sind

nahezu perfekt für ausgelassene Partynächte. Mit Ashi (Captain

Capa) auf dem 80s angehauchten „Flashgold“ an den Vocals,

Bratze auf „Take Over“ und der Frittenbude als Edit-Meister bei

„Friction“ geben sich auch drei Label-Kollegen die Ehre. Und

so kicken die elf Tracks hier in guter alter bratziger Technomanier

und laden zum Raumkapselraven ein!

www.myspace.com/jurigagarin

www.jurigagarin.net

www.audiolith.net

Johannes Honecker

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Badensche Straße 33

D-10715 Berlin

TEL (030) - 86 20 17 87

FAX (030) - 86 20 17 86

e-mail: anwalt.honecker@t-online.de


12

hanfcooltour

#113

Wie alle aktiven Hanffreunde wissen, wird auch in diesem

Jahr der Hanftag in Berlin am 08.05.2010 stattfinden.

Um 15 Uhr versammeln sich alle Teilnehmer vor dem Brandenburger

Tor, um unter dem Motto „Natur pur!“ friedlich für die

Legalisierung von Marihuana zu demonstrieren.

Dass eine solche Demonstration dafür Sorge tragen möchte,

ihre Anliegen einer breiteren Schicht

zu offerieren, sollte im Sinne der Erfindung

liegen und allen Teilenehmern

bewußt sein. Um sich dementsprechend

auf ein solches Event

vorzubereiten, bittet das Hanfwerk

um eure Mithilfe. Erstens ist natürlich

euer Erscheinen von dringender Notwendigkeit,

um eine Wiederholung

des Events zu garantieren, aber vor

allem um die gewünschten Veränderungen

hervorzubringen. Zweitens

ist ein entsprechendes Verhalten an den Tag zu legen, so dass

kein Unbeteiligter sich in seiner Freiheit eingeschränkt oder

sogar unangenehm durch flegelhaftes Verhalten gestört wird.

Drittens ist eine wirksame Präsentation unserer Anliegen von

absoluter Dringlichkeit. Hier seid wieder ihr gefordert, um mit

frechen, wohlformulierten Anspielungen euren Wünschen Gehör

zu verschaffen.

Slogans auf Pappkartons wie „Kein Kampf ohne Hanf“ sind

leider nicht sonderlich werbewirksam und suggerieren ausserdem

ein falsches Bild unseres Anliegens in der Öffentlichkeit,

weshalb man auf so etwas verzichten sollte. Überlegt euch eher

sinnvolle und treffende Argumente, die schnell erfassbar sind

und nicht in den falschen Hals geraten können. Schreibt diese

auf Banner, Poster und T-Shirts und tragt sie mit guter Miene

durch die Manege der Stadt.

Besorgt euch bunte Klamotten und verkleidet euch, wenn euch

danach ist, aber achtet auf das Vermummungsverbot. Ein nicht

zu verachtender Vorteil ist die Tatsache, dass die Wissenschaft

mittlerweile auf unserer Seite ist, da sie sich objektiv überzeugt

hat. Wer also Möglichkeiten und Wissen besitzt, Ergebnisse aus

wissenschaftlichen Studien leicht zugänglich zu präsentieren,

ist auch hierzu herzlich aufgerufen.

Ebenso wäre ein Stammbaum der größten Prohibitionisten

und deren fadenscheinige Tiraden im Bezug auf ihre eigene

wirtschaftliche Präsenz ein schönes Anschauungsbeispiel für

Nichtdemonstranten.

Um euch das kreative Gestalten schmackhafter zu machen,

prämieren wir den innovativsten Auftritt mit einem famosen

Überraschungsgimmick! Seid ihr bereit?

Wer sich sowieso in der Lage fühlt, uns bei den Vorbereitungen

des Hanftags unter die Arme zu greifen, möge sich bitte

per Mail bei info@hanfwerk.de melden. Tatkräftige Legalisierer

sind immer herzlich dazu eingeladen,

sich an allen Aktionen der E.L.F und des

Hanfwerks zu beteiligen.

Je mehr desto besser.

Das Hanfwerk erhofft sich einen großen,

schönen und erfolgreichen Hanftag

2010 und marschiert in seinen Gedanken

mit über einer Millionen Mitstreitern

auf dieser Welt, die das gleiche Anliegen

haben.

Lasst uns mit ihnen gemeinsam an einer

Leine reissen, damit endlich die notwendigen Gesetzesänderungen

Anklang bei den Verantworlichen finden und nicht

wie eh und je von diesen, in Achtlosigkeit oder aus Angst Wählerstimmen

zu verlieren, weggeschmettert werden.

Nur wenn sich eine einheitliche, vernünftige Lobby formiert,

die ihre Wünsche selbsterklärend einfordert, werden die Regierungen

auf unsere Angebote eingehen müssen.

Legalize!

Grosse Ereignisse werfen

ihre Schatten voraus …

16. - 18. April 2010 @ Halle 5, Messe Basel

CannaTrade 2010

10 Jahre CannaTrade

Die vielen positiven Rückmeldungen der Aussteller sowie

Besucher hat die Messeleitung davon überzeugt, auch im Jahr

2010 in Basel zu logieren. So feiert die CannaTrade ihr zehnjähriges

Jubiläum in der Halle 5 auf mehr als 5000 m² Fläche, wo

über 100 Aussteller aus aller Welt ihre Produkte und Dienstleistungen

präsentieren.

Bereits im Januar war die Zahl der Anmeldungen höher als

die ganze Messe 2009, und so werden in diesem Jahr mehr als

die üblichen 10.000 Besucher erwartet. Auf dem 2. Stock zieht

sich eine Galerie rund um die ganze Messe. Dort ist die beliebte

Piazza mit Hanfbar und Hanf-Food-Corner stationiert.

Besucher und Aussteller können sich auf ein grosses Angebot

an Getränken und Esswaren aus Hanf freuen, und zugleich einen

wunderbaren Ausblick über die ganze Messe geniessen.

Zudem finden auf der Galerie weitere Highlights wie zum

Beispiel die 1. Schweizermeisterschaft im „Grow-a-Million“

statt. In einer grossen „Hanf-Ecke“ zeigen Aussteller verschiedene

Möglichkeiten für die Verwendung von Hanf als ökologischer

und wirtschaftlicher Rohstoff. Medizin- und Patientengruppen

informieren über die Verwendung von Hanf in der

Medizin. Gleich daneben befindet sich der Showraum, in dem

im Jahr 2010 verschiedene Redner zum Thema Rohstoff, Medizin

und Hanf als Genussmittel Vorträge und Diskussionen

führen.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder den CannAwards – die

Preisverleihung für das innovativste Hanfprodukt in den Kategorien

Natur, Paraphernalia und Garten.

Für das 10-Jahre-Jubiläum werden die Preise gesenkt, so wird

der 3-Tagespass zum Preis eines 2-Tagespass angeboten (CHF

29.- statt 39.- / EUR 20.- statt 26.-).

www.cannatrade.ch

23. - 25. April 2010 @ Convention Center Los Angeles

THCexpo

Seit in Kalifornien medizinisches Marihuana im Jahr 1996 legalisiert

wurde, hat sich viel getan. In einigen großen Städten

gibt es eine wahre Flut an Medical Dispensaries, Los Angeles

führt diese Statistik mit geschätzten 1800 Hanfapotheken an.

Allerdings gab es all die Jahre keine Hanfmesse in Kalifornien,

was bei einem jährlich geschätzten Marktwert der Grasernte

von über 35 Milliarden US$ eine Farce ist. Nachdem die öffentliche

Meinung über Cannabis in den USA mittlerweile

umgeschwenkt ist, wurde im letzten Jahr zum ersten Mal die

THCexpo in Los Angeles abgehalten und schlug ein wie eine

Bombe.

Über 40.000 Besucher besuchten die erste Ausgabe einer Messe,

die dieses Jahr verspricht, noch größer zu werden. Auf die

erste THCExpo kamen über 300 Aussteller, die ihr breites Sortiment

auf 50.000 m² präsentieren konnten. Anders als auf unseren

Messen beherrscht der medizinische Aspekt einen großen

Teil der THCExpo, selbst Ärzte und andere medizinische

Einrichtungen sind mit zahlreichen Ständen vor Ort. So wird

vom 23. bis 25. April das L.A. Convention Center wieder Treffpunkt

für Hanfkultur-Schaffende, Cannabis-Patientinnen und

Patienten sowie Potheads sein. Auch internationale Besucher

sind willkommen und können sich als Nicht-Amerikaner in

Kalifornien ein Rezept für medizinisches Marihuana ausstellen

lassen. Der Eintritt zur Messe kostet schlappe 10 Dollar und

die Rezeptgebühr bewegt sich zwischen 50 und 100 Dollar.

www.thcexpo.com

P.S. Aus organisatorischen Gründen gibt es die versprochene Überraschung im

nächsten Monat …


#113 13

fun&action

Was für ein Jahreswechsel. Kalt und weiß. Soviel Schnee hat es in Berlin wahrlich schon lange nicht mehr

gegeben. Die richtige Zeit, um zu spielen. Das entspannt und ist je nach Spiel mal lustig, mal spannend

und manchmal auch beides. Wie zum Beispiel bei „Pandemie“, jenes Spiel, das 2008 in Essen für Furore

sorgte. „Auf Messers Schneide“ ist die erste Erweiterung. Diese und „Maria“, das Nachfolgespiel von „Friedrich“

(02/05), stelle ich euch in dieser Ausgabe vor.

Kerstin Koch

Pandemie – Auf Messers Schneide ...

... erweitert das Grundspiel auf allen Ebenen. Es gibt zusätzliche

Rollen, Ereigniskarten und einige Szenarien, die die Spieler

vor neue Herausforderungen stellen.

Zur Erinnerung: Pandemie ist das Spiel, bei dem die Spieler

gemeinsam versuchen, die Welt vor dem Untergang zu retten,

denn allzu schnell breiten sich die Seuchen aus.

Während das Grundspiel nur vier Spielern vorbehalten war,

sind es jetzt fünf. Je nach Anzahl an Epidemiekarten, die in

den Kartenstapel gemischt werden, umso schwerer ist es zu

gewinnen. Wer es also legendär mag, kann es nun mit sieben

Epidemien aufnehmen. Wer das immer noch zu einfach findet,

kann ja statt simpler Epidemiekarten, die Erweiterung „virulenter

Stamm“ spielen. Da hat jede Epidemie eine zusätzliche

Auswirkung. Die zweite Erweiterung heißt „Mutation“, das

bedeutet, eine fünfte Seuche kommt ins Spiel und die Spieler

müssen wie bei den anderen Seuchen auch, ein Gegenmittel

entdecken. Wem das weiterhin zu läppisch ist, kann ja beide

Erweiterungen zusammen spielen. Bleibt noch eine Erweiterung

übrig.

Der „Bioterrorist“ spielt alleine gegen den Rest. Wie bei Scotland

Yard schreibt er geheim auf, wo er sich befindet und was

er macht, steht er gemeinsam mit einem Spieler auf einem

Feld, muss er sich zeigen, also seine Spielfigur auf den Plan

stellen. In dem Moment läuft er Gefahr, gefangen genommen

zu werden. Auf der anderen Seite hat er nichts anderes zu tun,

als überall auf der Welt seine Seuche zu verteilen und gleichzeitig

die anderen Spieler daran zu hindern, das Gegenmittel

zu entdecken. Außerdem kann er die Forschungslabore zerstören,

die zum einen das Reisen erleichtern, zum anderen für die

Gegenmittelentdeckung notwendig sind. Der Bioterrorist gewinnt,

wenn die anderen verlieren, aber nur, wenn mindestens

einer seiner Seuchenmarker noch auf dem Feld ist. Sollte dies

nicht der Fall sein, verlieren alle. Die Spieler gewinnen wie

immer, wenn sie Gegenmittel aller Seuchen entwickelt haben.

Schaffen es die Spieler, die Bioterroristenseuche auszurotten,

scheidet der Bioterrorist aus.

Mit all den Erweiterungen,

neuen Rollen und Ereignissen

eröffnen sich genug

Optionen, dass

„Pandemie“ auch

in den nächsten

Jahren nicht

Pandemie - Auf Messers Schneide

Autor: Matt Leacock & Tom Lehmann

Verlag: Pegasus Spiele

Spieler: 2-5

Alter: ab 10

Dauer: ca. 45 Minuten

langweilig wird. Denn noch immer ist es schwer genug, fünf,

sechs oder gar sieben Epidemien zu überstehen. Auf alle Fälle

ist und bleibt auch „Auf Messers Schneide“ spannend. Und

das allerbeste? Für jede Seuche gibt es Petrischalen. Sind zwar

nur aus Plastik, trotzdem schick. Fehlen eigentlich nur noch

Gummihandschuhe und Gesichtsmasken und man würde sich

wie ein echter Seucheneindämmungsexperte fühlen.

Maria

Das Profi-Spiel

Dabei handelt es sich nicht um die Mutter Jesu sondern um

jene Figur, die schon Friedrich das Fürchten lehrte. Also Geschichtsunterricht

ist angesagt: 1740, Österreichischer Erbfolgekrieg.

Im Krieg befinden sich Österreichs Maria Theresia auf

der einen, Preußen, Frankreich, Bayern und Sachsen auf der

anderen Seite. Nur die Pragmatische Armee, ein Zusammenschluss

aus Niederländern, Hannoveranern und Briten, ist in

Flandern mit Maria Theresia verbündet, das heißt, sie kämpfen

gemeinsam gegen die Franzosen. Aufgeteilt werden die

Staaten folgendermaßen: Ein Spieler repräsentiert Maria, einer

Frankreich sowie Bayern und der Dritte im Bunde Preußen,

Pragmaten und Sachsen. Nicht wundern, das funktioniert, obwohl

Preußen gegen und die pragmatische Armee mit Maria

spielen.

Der Spielplan ähnelt dem von Friedrich, das heißt Städte

beziehungsweise Festungen sind durch Straßen miteinander

verbunden und müssen erobert werden. Sobald es einer

Großmacht gelingt, alle eigenen Siegpunktmarker auf den

Spielplan zu bringen, hat sie sofort gewonnen. Dazwischen liegen

aber ein paar Stunden Spielzeit. Wobei Maria flotter und

kämpferischer ist als Friedrich. Außerdem sammelt man auch

bei weitem nicht so viele Kampfkarten, bevor man sich ins

Schlachtgetümmel wirft. Überhaupt hat Richard Sivél ein paar

Änderungen des Spielablaufs eingeführt, die Maria zu einem

Superspiel machen. Vor allem, weil es noch immer relativ wenig

gute Drei-Personen-Spiele gibt.

Also zum Spielablauf: Jeder versucht seine Armeen strategisch

so zu platzieren, dass er zum einen keine eigenen Festungen

verliert und zum anderen gut angreifen kann, um

gegnerische zu erobern. Armeen werden zu Spielbeginn einer

bestimmten Anzahl von Generälen zugeteilt, die sich über den

Spielplan bewegen. So schieben sich nicht unzählige Armeen

über den Plan und alles bleibt schön übersichtlich. Zum Kampf

kommt es, sobald sich zwei verfeindete Generäle in nebeneinanderliegenden

Städten gegenüber stehen.

Die Kämpfe verlaufen nach gewohntem Muster. Der Spielplan

ist in Rechtecke unterteilt, die unterschiedliche Skatblatt-

Symbole zeigen. Je nach dem, wo der kämpfende General

steht, spielen die Kontrahenten abwechselnd die Karten der

entsprechenden Farbe aus. Sobald ein Spieler keine Karte mehr

legen kann oder will, zieht er sich zurück. Wie weit geben die

Karten vor. Außerdem verliert er die gleiche Anzahl Armeen,

die er auf seinem Armeebogen abstreicht. Diese sogenannten

Technischen Karten brauchen die Spieler aber auch um neue

Truppen und Trosse zu kaufen. Letztere können von feindlichen

Spielern ebenfalls geschlagen werden. Und ohne Tross

werden die Armeen im Feindesland Runde für Runde dezimiert.

Und zu guter Letzt kann man mit diesen Karten auch

Politik betreiben.

Zu Beginn jeder Runde werden zwei Politik-Karten (PK) aufgedeckt,

die von den Großmächten Preußen, Österreich, Frankreich

und Pragmatische Armee ersteigert werden können.

Wer die höchste Punktzahl hat, darf sich eine davon nehmen

und setzt sie sofort ein. Entweder um sich zu verbessern oder

die Gegner zu schwächen. Diese Karten ersetzen die Schicksalskarten

aus Friedrich. Somit entfällt der enorme Glücksfaktor,

wann ein Land ausscheidet.

Und wer gewinnt nun? Derjenige oder diejenigen, die am

Ende eines Zuges keine Siegpunktmarker mehr in der eigenen

Box haben. Diese Marker werden zu Beginn des Spiels dort

hineingelegt und im Laufe des Spiels auf den Plan gebracht.

Und zwar durch Festungseroberungen, wenn man mindestens

drei feindliche Armeen besiegt oder durch Auswirkungen der

Politik-Karten. Dementsprechend landen sie auch wieder in

der Box, wenn man Festungen oder im Kampf verliert und natürlich

auch durch die PK.

Längstens werden 12 Runden gespielt. Dann gewinnt, wer

die wenigsten Minuspunkte hat. Und die hat derjenige, der in

den vier Winterphasen (nach jeder dritten Runde) in der Summe

die wenigsten Armeen in seinem Siegpunktpool hatte.

Maria ist spannend vom Anfang bis zum Ende. Jeder hat die

Chance zu gewinnen, wobei es gerade für Maria vor allem um

die Verteidigung der eigenen Festungen geht. Doch auch sie

kann nur gewinnen, wenn sie Schlachten gewinnt oder feindliche

Festungen erobert. Für die anderen gilt, schneller als die

anderen Österreichs Festungen zu erobern und keine an Maria

zu verlieren. Preußen muss sich noch um die österreichisch besetzten

Festungen in Schlesien kümmern und Frankreich setzt

sich in Flandern mit der Pragmatischen Armee und kämpft in

Böhmen gemeinsam mit den Bayern gegen Österreich.

Für alle, die Friedrich nicht kennen, aber Strategiespiele mit

einer guten Portion Kartenglück mögen, denen sei Maria empfohlen.

Aber auch für „Maria“ gilt, genügend Zeit für eine

Partie muss mitgebracht werden, denn je länger Maria den

Angriffen trotzt, umso eher ziehen die Stunden ins Land. Unsere

Partien dauerten zwischen knapp drei und sechs Stunden.

Aber spannend waren sie allemal.

Maria

Autor: Richard Sivél

Verlag: Histogames

Spieler: 2-3

Alter: ab 12

Dauer: mindestens 2-3 Stunden


#113 15

fun&action

Die Hanfberatung im HanfJournal

Erste Hilfe für Kiffer

kascha@hanfjournal.de

Kascha ist ab sofort per e-Mail zu erreichen. Also ran

an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde

Antworten.

Markus (20) aus Berlin fragt:

„Hi Kascha,

ich habe mir in den letzten Monaten immer ein paar Samen aus

dem Gras gesammelt, wenn dort welche drin waren. Jetzt würde

ich gerne mal probieren, ein paar davon auf dem Balkon

einzupflanzen. Wann ist dafür eine gute Zeit und wie erkenne

ich ob das eine weibliche Pflanze wird?“

Kascha antwortet:

„Hallo Markus,

ich muss dich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Anbau

von Hanf in Deutschland verboten ist und du dich, auch

wenn es nur ein oder zwei kleine Pflänzchen werden, trotzdem

strafbar machst. Deshalb kann ich dir leider keine Anbauhinweise

geben.

Üblicherweise wird Hanf beim Outdooranbau (also mit Sonnenlicht,

denn bei Indooranbau mit Lampen spielt die Jahreszeit

wegen konstanter Temperatur und gesteuerter Beleuchtung

keine Rolle) ab Ende März bis Ende April ausgesät.

Wichtig ist dabei aber, dass die Pflänzchen keinen Frost mehr

bekommen. Wenn der Winter lang ist, ziehen einige Züchter

ihre Pflänzchen schon in kleinen Töpfen auf dem Fensterbrett

vor und stellen oder pflanzen sie nach draußen, wenn die

Nächte dauerhaft frostfrei bleiben.

Nach ein paar Wochen, wenn die Pflanzen groß genug sind,

fangen die Männchen an, sich von den Weibchen vor allem

durch den Bau der Pflanze zu unterscheiden. Männliche Pflanzen

wachsen viel verzweigter als die Weibchen, welche an

einem Stiel gerade nach oben wachsen und die Blütenansätze

direkt am Stiel haben. Die weiblichen Blüten erkennt man an

ihren Blütenblättern mit den feinen Blütenhaaren. Männliche

Blüten sind eher kelchförmig und enthalten Pollen, die man

vermeiden sollte, wenn man nicht möchte, dass die weiblichen

Pflanzen befruchtet werden und Samen ausbilden. Außerdem

enthalten die männlichen Blüten kein THC und sind für

Rauschzwecke völlig ungeeignet. Mit etwas Übung erkennt

man den Unterschied recht schnell, und viele Züchter legen

Wert darauf, die männlichen Pflanzen frühzeitig zu entfernen.“

Nadine (23) aus Oldenburg fragt:

„Hi Kascha,

ich habe ein bisschen Gras von meiner Ernte vom letzten Herbst

eingefroren und möchte mir nun etwas davon auftauen. Muss

ich dabei irgendetwas beachten oder kann nichts schief gehen?

Ich habe es vorher in kleine Beutel gepackt, damit ich es einzeln

auftauen kann, und es liegt jetzt seit ungefähr 4 Monaten

im Gefrierschrank. Die Temperatur war auf -18 Grad gestellt,

falls das irgendwie wichtig ist.“

Kascha antwortet:

„High Nadine,

schief gehen kann immer etwas, du hast dich aber schon einmal

ganz gut vorbereitet. Dadurch, dass du das Gras einzeln

eingefroren hast, stellst du schon mal sicher, dass das Gras, das

im Gefrierschrank bleibt, auch nicht weiter durch die Entnahme

einer Portion beschädigt wird.

Wie du weiter vorgehst, hängt von einigen Faktoren ab, zum

Beispiel, ob das Gras vor dem Einfrieren getrocknet war, und

ob du es in einem Vakuum verpackt hast. Vakuumverpacktes,

getrocknetes Gras kann man meist einfach in der geschlossenen

Tüte auftauen. Ansonsten wird meist empfohlen, in der geöffneten

Gefriertüte oder auf z.B. einem Handtuch ausgebreitet

aufzutauen. Dabei kann man auch eine Heizung oder einen

Ofen zur Unterstützung benutzen. Es ist aber schonender,

ein langsames und gut belüftetes Auftauen in einem nicht zu

feuchten Raum bei Zimmertemperatur zu ermöglichen. Das

sollte etwa einen Tag

dauern, je nachdem,

wie groß die Portion ist.

Gerade wenn es mehr

als 10g sind, macht es

auch Sinn, das Gras

ein wenig auszubreiten

zum Auftauen, damit

es nicht so ein großer

Klumpen ist.

Die schlimmste Folge

durch Feuchtigkeit stellt

nicht, wie viele denken,

die manchmal etwas

veränderte Konsistenz

der Cannabisblüten

dar. Dafür kann es dir,

wie auch beim Trocknen

schon, passieren,

dass das Gras schimmelt.

Dann kannst du

es nicht mehr rauchen

und solltest es wegwerfen,

deshalb achte beim

Auftauen vor allem

darauf, dass sich keine

Feuchtigkeit staut und

die Blüten äußerlich gut

abtrocknen.“

Micha (19) aus

Frankfurt fragt:

„High Kascha,

ich habe mal eine Frage.

In meinem Gras sind

in letzter Zeit immer

ziemlich viele Stängel.

Manchmal, wenn ich

für 50 oder 60 Euro kaufe,

sind in dem Beutel

fast ein halbes Gramm

nur Stiele. Jetzt wollte

ich mal fragen, ob ich

damit noch irgendetwas

anfangen kann? Wenn

da auch Wirkstoff drin

ist, kann man die dann

auch klein schneiden

und rauchen? Ich habe mittlerweile eine ganze Menge gesammelt

und weiß nicht, was ich damit tun soll, oder soll ich sie

einfach wegschmeißen?“

Kascha antwortet:

„Hallo Micha,

das mit den vielen Stängeln ist ärgerlich, aber immer noch besser

als wenn im Gras Brix oder sogar Blei enthalten ist, um es

schwerer zu machen. Nun ist THC bei der Hanfpflanze allerdings

nur in den Blüten, den Blattspitzen und den Harzdrüsen

enthalten. Solche Harzdrüsen finden sich zum Teil auch am

Stiel, diesen aber mit zu rauchen lohnt sich meiner Meinung

nach nicht. Erstens sticht einem das schnell mal ein Loch in den

Joint und zweitens raucht man dann eine ganze Menge Holz

ohne nennenswerten Effekt. Wenn du die Stiele aber schon einmal

gesammelt hast, hier zwei Möglichkeiten, was Leute damit

so machen:

1. Hanfschnaps

Dazu werden die Stiele, so wie sie aus dem Gras geholt werden,

einfach in eine Flasche hochprozentigen Schnaps (Wodka,

Rum, o.ä.) eingelegt, die an einem einigermaßen warmen Platz

(z.B. auf dem Fensterbrett) steht. Dabei löst sich das THC langsam

im Alkohol und nach einer ganzen Weile hat man dann

einen Hanfschnaps.

2. Hanfbutter

Dazu nimmt man sich eine größere Menge Stiele und erwärmt

Butter bis sie flüssig ist. Die Stiele eine Weile in die warme Butter

legen, dann mit einem Sieb wieder heraus holen. Das THC

hat sich im Fett gelöst und man hat eine hanfige Butter zum

Backen oder so aufs Brot schmieren, die je nach Anzahl und

Qualität der Stiele auch einen leichten bis stärkeren Effekt hat.

Du siehst also, bei einem eher geringen THC-Anteil lohnt

es sich eher zu extrahieren, als die Stiele so zu rauchen, du

verlierst aber auch nicht all zu viel, wenn du sie einfach weg

wirfst.“


16

gss

#113

Der Branchenführer

des Hanf Journals

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Tel: +41 31 311 40 18

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Tel: +41-313114018

Growbox.ch

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Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr

Tel +41 447861419, Fax +41 447862512

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Egal welches Hobby du betreibst, welchen Sinn dein Leben hat oder womit du dir sonst

noch so deine Zeit vertreibst - du wirst ja hoffentlich nicht so verrückt sein und arbeiten - ein

Problem wirst auch du immer haben: Irgendwann klingelt der Wecker und es heißt aufstehen.

Nicht schön, nicht gut, aber kommt halt doch immer wieder einmal vor. Damit du dabei nicht

mehr so alleine bist, helfen dir deine grossstadtsurvivor und präsentieren die Lösungen, um

endlich bis 18 Uhr ausschlafen zu können.

Drei einfache Regeln, die ein Aufstehen verhindern

• 1. Wecker richtig platzieren: Wer seinen Wecker einfach in das Zimmer seines Mitbewohners

stellt, wird selbst nicht von dem Lärm geweckt, kann aber in Anspruch nehmen, dass

statistisch gesehen gleich viele Menschen wach sind (dies ist auch ein gutes Beispiel, warum

Mathe doch Sinn macht). Aber Achtung: Solltest du einen eigensinnigen Mitbewohner

haben, ist es ratsam, fünf bis sechs Wecker in seinem Zimmer zu verstecken, nicht dass er

einfach weiterschläft.

• 2. Außenwelt eliminieren: Wer kennt das nicht: Es ist gerade l7:30 Uhr, du wälzt dich gemütlich

im Bett hin und her und bist gerade dabei nochmals einzuschlafen, da klingelt

das Telefon (Eltern!!), die Haustür (Postbote) oder der Computer (Skype) und zwingt dich

aus dem Bett und zur Kontaktaufnahme mit anderen Menschen. Das muss nicht sein! Wer

vor dem zu Bett gehen, alle Geräte schön in der Badewanne einweicht, natürlich um sie

am nächsten Tag gründlich zu reinigen, wird merken, wie erholsam ein langer Schlaf sein

kann.

• 3. Sinnvolle Ausgangssituationen schaffen: Wer frühzeitig mitdenkt, kann unangenehme

Situationen vermeiden! Das klingt banal, ist aber ziemlich effektiv! Wer zum Beispiel erst

gar nicht ins Bett geht, muss auch gar nicht aufstehen. Dank Crystal-Meth auch wochenlang

ohne Probleme möglich ... schöne neue Welt.

Die besten Ausreden








Liegen geblieben

Schöner schlafen mit den grossstadtsurvivorn

„Aber ich dachte, dass ich mit meinem Schönheitsschlaf ihrer Forderung nach Verbesserung

der Außendarstellung nachkomme!“

„Aber ich war dieses Jahr schon mal pünktlich.“

„Ich dachte mir, ich arbeite heute mal von zu Hause aus - im Betrieb kann ich mich immer

so schlecht konzentrieren, vor allem wenn sie mich immer so anschreien.“

„Mein doofer Mitbewohner hat einfach meinen Wecker geklaut.“

„Ich hatte gestern Nacht mit so vielen Menschen Sex und ich kann die Namen von denen

immer noch nicht auswendig - aber ich hab sie mir alle aufgeschrieben, damit ich sie heute

auf Arbeit lernen kann. Das hat leider ein bisschen gedauert.“

„Ich bin nicht zu spät, ich fühl mich heute nur so australisch.“

„Entschuldigung, aber meine Frau gebar heute in der früh in unserem Ehebett ein Kind, im

Zug hierher musste ich einen Selbstmordattentäter überzeugen, dass es Gott gar nicht gibt

und er seine Bomben besser an Israel verkauft und auf dem Weg von der Haltestelle ins

Büro musste ich noch kurz die Hells Angels von dieser Oma wegprügeln ... ich hoffe diese

zehn Sekunden Verspätung wirken sich nicht zu schlimm für mich aus.“

So, wer jetzt noch aufsteht, ist selber schuld, wir haben unser Bestes gegeben.

Eure grossstadtsurvivor

Kommentar:

So‘n Spice

Trügerische Kräutermischungen

Nicht mit uns!

Vor einigen Tagen klingelte das Telefon der Redaktion. Am anderen Ende meldete sich ein

Ladenbesitzer aus dem Großraum München, dessen Grow- und Headshop aufgrund

des Verkaufs von legalen Kräutermischungen ins Visier der Ermittler geraten war.

Diese Kräutermischungen enthielten keines der verbotenen Cannabinoide, es sei aber „ein

offenes Geheimnis“, dass andere, noch nicht im BtmG erfasste Cannabinoide, darin enthalten

seien.

Unser diensthabender Redakteur wies den Ladenbesitzer dann auf die moralische Verantwortung

hin, die der legale Verkauf von künstlichen Cannabinoiden mit sich bringe. Zwar

kann das Hanf Journal es nicht gutheißen, wenn die Staatsgewalt in Bayern wieder einmal

Grow-und Headshops ohne rechtliche Grundlage durchsucht, auf der anderen Seite ist es

ein ebenso offenes Geheimnis, dass süddeutsche Polizeibehörden genauso reagieren, wenn

sie herausgefordert werden. Spice und Co sind es nicht wert, das Hanf Journal wird sich nie

für eine Legalisierung des „Assi-Grases“ einsetzen. Bisher ist auch noch niemand auf die Idee

gekommen, einen kleinen Teil der Riesengewinne aus den Spice Verkäufen für eine humanere

Drogenpolitik einzusetzen und sie dem DHV oder dem VfD zur Verfügung zu stellen. Bei den

Kräutermischungen geht es schlichtweg um Profit ohne Beratung, Warnungen oder Konsumentensicherheit.

Auch künstliche Cannabinoide gehören kontrolliert, nicht jedoch verboten.

Wer sie unkontrolliert verkauft, ohne sie zu deklarieren, handelt verantwortungslos und verdient

die Unterstützung der Hanfszene in unseren Augen nicht.

Ist es so schwierig, eine erlaubte Substanz zu deklarieren, damit potentielle Konsumenten

auch wirklich wissen, was sie kaufen? Gerade so etwas würde dem Gesetzgeber die Sinnlosigkeit

immer neuer Verbote vor Augen halten und hätte der Diskussion um Spice viel Schärfe

genommen.

Wir wissen‘s einfach besser...

www.hanfjournal.de


#113 17

fun&action

Bayonetta

Electro Gaming

Mary Potter für Playboys²

Die Geschichte der Welt ist die Geschichte der Kriege zwischen

Geheimbünden ...

Segas neuestes Actionspektakel „Bayonetta“ handelt von den

Kriegen zwischen den Lumen Sages und den Umbra Witches,

die seit Jahrhunderten im Geheimen, so für das Gleichgewicht

der Welt sorgen. Heldin „Bayonetta“ ist eine mächtige Hexe der

Umbra Witches die unter Amnesie leidet.

Dass das Gleichgewicht der Mächte durch Einwirken von der

andern Seite umgestürzt werden soll, erklärt sich von selbst.

Wie die 500 Jahre umspannenden Geschichte um die nur mit

ihrer Haartracht bekleideten Titelheldin erzählt wird, sprengt

die Dimension des in Worte Fassbaren. Der Director der erfolgreichen

„Devil May Cry“ und „Viewtiful Joe“ Serien Hideki

Kamiya liefert mit „Bayonetta“ sein Meisterstück und gleichzeitig

den Beweis ab, dass er vollends durchgeknallt ist. Die mit

allen weiblichen Reizen bestückte Sex-Hexe zieht alle Register,

was Leveldesign, Gegnergestaltung, Humor und Präsentation

betrifft und bietet selbst ausgebufften Profizockern mehrere

atemlose Momente. Was einem allein vom grafischen Aspekt

rein künstlerisch geboten wird, müsste sogar Salvador Dali beeindrucken

können.

Das Spiel ist ein typisches Hack´n Slay Adventure, welches

die Protagonistin stehts von allen Seiten darstellen kann, während

sie ihre Feinde vermöbelt. Über Tastenkombinationen

entfacht ihr ein Feuerwerk des Zauber-Kung-Fu´s, deckt und

kontert die Angriffe der Gegner und sammelt deren wertvollen

Überreste ein, um diese in düsteren Portalen bei eurem zwielichtigen

Auftraggebern gegen neue Fähigkeiten und Waffen

einzutauschen.

So erhaltet ihr im Verlauf des Spiels zusätzlich zu den vier

verzauberten Handfeuerwaffen, die ihr an „allen“ Extremitäten

tragt, noch eine Peitsche, Krallen, Pump-Gun`s und ein Samuraischwert.

Foto: Sega

Foto: Sega

Da jede Waffe untereinander verknüpfbar und mit individuellen

Combos ausgestattet ist, bieten sich hunderte verschiedenartiger

Moves, die euch die wohlgeformte Schönheit in

allen erdenklichen Positionen präsentieren. Da sich das Hexengeschnetzelte

jedoch vor dem Ableben gehörig zur Wehr

setzt, nutzt ihr neben brachialer Waffengewalt ein gehöriges

Trickrepertoire aus dem Zauberkessel, das euch die Fähigkeit

zur Verwandlung in eine Pantherkatze, eine Krähe und eine

Fledermaus ermöglicht sowie dem wichtigsten Trick, die Witch

Time. Diese wird bei erfolgreichem Ausweichmanöver getriggert,

verlangsamt die Zeit und dreht das Farbschema des ohnehin

schon spektakulär Dargestellten ins Negative. Da sich

die gesamte Spielewelt extrem surrealistisch gestaltet und oft

den gewohnten physikalischen Gesetzten trotzt, bekommt ihr

neben einem perfekt spielbaren Hexenabenteuer einen optisch

anspruchsvollen Drogenrausch dazu geliefert.

Die Gestaltung der Gegner ist dabei ebenso illuminierend wie

direkt aus dem Himmelreich gegriffen. Und das ist wörtlich

zu nehmen. Neben den hell leuchtenden, Standard Engelserscheinungen,

die wie ihr mit unterschiedlichen Waffen sowie

Instrumenten ausgestattet sind und damit euer Dasein beenden

wollen, trefft ihr regelmässig auf haushohe Endbosse, die

einem durch ihre eindrucksvolle Gestaltung länger als der gewöhnliche

Obermotz in Erinnerung bleiben. Güldene, filigrane

Verzierungen schmücken die marmorweissen, wundervollen

Wesen aus den Wolken - solange bis man ihnen mit einem

riesigen, haarigen Höllenhund ihre Sterblichkeit beweist und

durch eine 500 Gigatonnen-Beißattacke ihr Innerstes nach aussen

kehrt. Lecker.

Da einem die richtigen Taktiken mancher Himmelsschergen

nicht sofort auffallen könnten und eine leicht bekleidete Latexhexe

auch Schmerzen spürt, kann sich „Bayonetta“ in ihrem

tragbaren Hexenkessel benötigte Lollipops brauen, die euch

durch kurze Unverwundbarkeit oder mehr Angriffskraft den

heissen Besentrip erleichtern. Jedoch merkt sich das Scoringsystem

den Gebrauch der Items und bewertet euch demensprechend

am Ende eines Abschnittes. Der Schwierigkeitsgrad

ist dabei der getroffenen Auswahl entsprechend und sorgt für

mehrfachen Wiederspielwert. Zum einen, da die Unterschiede

gravierend spürbar sind und zum anderen, da eure Ausrüstung

nach dem ersten Durchgang noch lange nicht komplett ist.

Es lohnt es sich einfach dieses fabelhafte Erlebnis mehrfach zu

spielen, um sich von den spektakulären Ereignissen, den vielen

grandiosen Verbeugungen vor vergangenen Klassikern, welche

auf wunderbare Weise ins Geschehen integriert wurden, und

natürlich der unglaublichen Hexe „Bayonetta“ verzaubern zu

lassen.

It´s not a Trick, it´s Magic!

(Ps3 ASIN: B002GMQ752 /Xbox360 ASIN:

B002GMQ75C) Sega ca.55€ (ab 18)

www.sega.de/platinumgames/bayonetta/de/index.html


18

news

Gestrecktes Gras gefährdet seit fast fünf Jahren über vier

Millionen Bürger/innen. Die Politik ignoriert das Problem

trotz zahlreicher Hinweise. Aufgrund dessen werden

Menschen, die mit Vergiftungserscheinungen einen Arzt aufsuchen,

weder ernst genommen noch kompetent behandelt. Was

sich vergangenes Jahr in einer Mittelhessischen Klinik ereignet

hat wurde von der betroffenen Leserin dokumentiert

und hat uns erst einmal die Sprache verschlagen:

Von Sunflower 88

Mitte Oktober 2009 erwarb ich von einem Kommilitonen

Marihuana für den Eigenbedarf. Schnell stellte

ich fest, dass mit diesem Gras etwas nicht stimmte.

Hier eine Liste mit spezifischen Merkmalen des verunreinigten

Marihuanas und meinen körperlichen, wie geistigen Nebenwirkungen:

Eigenschaften des verunreinigten Marihuanas:

• Scheinbar gute Qualität (Aussehen und Geruch)

• Funken beim Abbrennen (Brennprozess zu schnell)

• Rauch lässt vom Geruch her auf chemischen Zusatz schließen

• Weißer hartnäckiger Schmierfilm an der Innenseite der

(Glas)- Pfeife

Pechschwarze, klebrige Asche anstatt grau und bröselig

Nebenwirkungen:

• Verwirrtheitszustände (Blackouts)

• Magen-Darmbeschwerden; insbesondere Durchfall (ca. 3-4

Tage)

• Auffällige Schwellungen im Gesicht (wurde mehrmals angesprochen)

• Extrem starke Schweißausbrüche (vor allem nachts)

• Insgesamt ohne Übertreibung zwei Wochen angeschlagen

gewesen

Ich rief meine Hausärztin an, die aussagte, dass es sinnvoll

sei, das Streckmittel zu ermitteln und zu benennen, um eine

gezielte Behandlung vornehmen zu können. Also fischte ich

aus meinem Mülleimer 2-3 Jointstummel, die noch genügend

Gras enthielten, um eine Untersuchung vornehmen zu lassen.

Ich setzte mich mit dem Chefredakteur des Berliner Hanf Journals

in Verbindung, der mir riet, diese vergifteten Reste an eine

bestimmte Apotheke zu schicken.

Warnmeldung

Wer wirklich wissen will, was drinne ist, rennt gegen

Wände, Ärzte und längst überholte Vorurteile an

Da sich meine Symptome verschlimmerten, fuhr ich in ein

Krankenhaus, um mich gründlich untersuchen zu lassen.

Dort wurde ich umgehend von dem behandelten Arzt in eine

„Kifferschublade“ gesteckt, subtil beleidigt und verbal diskriminiert.

Die Behandlung ließ sehr zu wünschen übrig, da mir

dieser Arzt noch nicht mal in den Hals schaute, noch das Röntgen

meiner Lunge vorschlug. Nach diesem Besuch im Krankenhaus

war mir deutlich geworden, wie verpönt der Konsum

von Marihuana in Deutschland zu sein scheint und dass ich

dementsprechend zu einer Randgruppe gehöre.

Nach drei Wochen hatte man in der Apotheke (k)ein Ergebnis

feststellen können. Man sagte, es sei nichts zu finden. Daraufhin

sagte ich aus, dass ich mir bezüglich einer chemischen

Verunreinigung 100%ig sicher sei und dass ich mich so nicht

abspeisen ließe. Des Weiteren wurde mir dort gesagt, dass die

Kapazitäten dieser Apotheke nicht ausreichten, um eine umfassendere

chemische Untersuchung vornehmen zu können. Ich

bat die Apotheke um eine Rücksendung der Substanz, um diese

dann von einem Giftinstitut untersuchen lassen zu können.

Nun wurde mir von der Apotheke mitgeteilt, dass dies nicht

möglich sei, da man auf diesem Wege gegen das Betäubungsmittelgesetz

verstieße und somit die „Sache“ betreffend am

#113

Ende sei. Darüber war ich sehr verärgert und kündigte an, mich

bezüglich dieser „Sache“ an weitere Institutionen zu wenden

und ließ mir die Nummer des Krankenhauses geben, dem die

Apotheke unterstellt ist. Am nächsten Tag kontaktierte mich die

Apotheke schon morgens, um mir mitzuteilen, dass die Polizei

bzw. das LKA NRW die vergiftete Substanz ausnahmsweise

unter Einhaltung der Schweigepflicht untersuchen wolle.

Wochen später meldete sich die Apotheke wieder bei

mir und sagte aus, dass man in der Tat einen extrem gesundheitsgefährdeten

chemischen Stoff gefunden habe

und dass die Polizei eine Warnmeldung an die Presse

herausgeben wolle, um die Bevölkerung zu schützen. Es

handele sich hierbei um ein neues Streckmittel, welches

bereits stellenweise in NRW aufgetaucht sei und dass zur stationären

Krankenhausbehandlung vereinzelter Konsumenten

geführt habe. Zudem sagte man, dass es noch nicht möglich sei,

den giftigen Stoff konkret in der Öffentlichkeit zu benennen,

da die Untersuchung erst von der übergeordneten Behörde

abgesegnet werden müsse. Meine Besorgnis war groß und ich

fragte, ob man schon was über eventuelle Folgeschäden wisse.

Daraufhin erklärte man, dass die Betroffen sich wieder schnell

erholt hätten und dass der Konsum dieses giftigen Stoffes laut

LKA NRW keine Folgeschäden habe.

Nun stellen sich mir zwei Fragen:

• Ist das LKA NRW medizinisch so kompetent, diese Frage zu

beantworten?

• Steht die Aussage „keine Folgeschäden“ nicht im Widerspruch

zu den Aussagen „extrem giftiger Stoff“ und „Warnmeldung“?

Diese wichtigen Informationen das verunreinigte Marihuana

betreffend wurden mir von der zuständigen Apotheke Mitte

Dezember vermittelt und ich weiß bis heute nicht, was ich damals

konkret geraucht habe. Eine Warnmeldung an die Bevölkerung

wurde bis jetzt auch nicht herausgegeben.

>>> Fortsetzung von Seite 1

„Umdenk- statt...“

Hanfverbands zwischen den Zeilen herauslesen kann. Einzig

und allein aus München kam eine durchweg ablehnende Stellungnahme

des dortigen Polizeipräsidenten Prof. Dr. Schmidbauer:

„[...]So sind wir gegen jegliche Legalisierungsbestrebungen

bei Cannabisprodukten. Beim Konsum im jugendlichen Alter

oder bei einem intensiven Dauerkonsum drohen […] insbesondere

Schädigungen des Gehirns[...].“

Bayern 2010: Es gibt noch sehr viel zu tun.

In Tschechien, Belgien, Österreich, den Niederlanden, Spanien,

Portugal und in Kürze sogar in der Schweiz existieren Gesetze,

die Hanfkonsumenten im Alltag wirklich entkriminalisieren

und die auch für die Polizei anwendbar sind, damit sie

sich um Wichtiges kümmern darf. Was unter rot/grün nur noch

eine Frage der Zeit schien, ist unter schwarz/rot in so weite Ferne

gerückt, dass entsprechende Modelle unter schwarz/gelb

gar nicht mehr öffentlich diskutiert werden.

Bei anderen Drogen ist ein Umdenken gar eine Frage auf Leben

oder Tod: Tschechien betreibt in der Praxis schon seit geraumer

Zeit eine liberale Drogenpolitik, das Gesetz zur Konsumenten-Entkriminalisierung

Anfang des Jahres war lediglich

eine Manifestation des Status Quo.

2007 gab es in Tschechien 40 Drogentote bei 10 Millionen Einwohnern,

beim Nachbarn Bayern gab es im gleichen Zeitraum

231 Opfer bei 12,5 Millionen Einwohnern, Tendenz weiter steigend.

Eine Langzeitstudie aus Zürich beweist den direkten Zusammenhang:

Je größer die polizeiliche Repression desto mehr

Drogentote. Erstmals untersuchte die Psychiatrische Universitätsklinik

Zürich für den Zeitraum von 1975 bis 2007 den

Zusammenhang zwischen Repression, Methadon- und Heroinbehandlungen

und der Zahl der Drogentoten in der Schweiz.

Übereinstimmend mit Forschungsergebnissen aus anderen

europäischen Ländern konnten sie zeigen, dass die kontrollierte

Abgabe die Zahl der Drogentoten auf ein Viertel zu senken

vermochte.

Die meisten CDU regierten Länder und Kommunen ziehen

zur Zeit alle Register, um die Heroinabgabe für Schwerstabgabe

hinauszuzögern, die eigentlich längst Gesetz ist. Wenigstens

die FDP sollte den Mut haben, die wahren Hintergründe

der fortschreitenden Kriminalisierung von Konsumenten zu

hinterfragen und endlich eine bundeseinheitliche Regelung

durchsetzen, die ihren liberalen Grundsätzen näher kommt als

die fortwährende Kriminalisierung von Drogenkonsumenten.

(siehe Seite zwei: Feuer auf Mechthild Dyckmans).

Den gesamten Schriftwechsel des DHV mit den Polizeipräsidenten gibt es unter:

www.hanfverband.de

Die Studienergebnisse sind unter http://www.mediadesk.uzh.ch abrufbar


#113 19

news

Keine Legalisierung ohne Öffentlichkeit:

Mahnwachen für Opfer

der Drogenprohibition

Text: Anne Fröhlich und Jo Biermanski

Tübingen. Seit der Inhaftierung von Jürgen Hahnel wegen

Besitzes von Cannabis am 6.Juli 2009 organisiert Anne Fröhlich

circa 14-tägig in Tübingen auf dem Holzmarkt „Mahnwachen

für Opfer der Drogenpolitik“. Jürgen Hahnel ist seit dem 17.Juli

im drogenpolitischen Hungerstreik in der JVA Rottenburg (das

Hanf Journal berichtete). Da Jürgen Hahnel zu Problemen im

Vollzug und bezüglich seiner Öffentlichkeitsarbeit noch diverse

Schreiben formulieren will, führt er den Hungerstreik derzeit

noch phasenweise in gemäßigter Form durch. In diesen Phasen

nimmt Jürgen Hahnel Zucker/Honig in Getreidekaffee/Tee, etwas

Obst, Marmelade (als Zucker/Honigersatz), Quark, Milch

und Gemüsebrühe zu sich. Nach Beendigung der Schreibphase

wird Jürgen Hahnel seinen drogenpolitischen Hungerstreik bis

zur drohenden Zwangsernährung konsequent durchführen.

Bei den Mahnwachen informiert Anne Fröhlich auf Schautafeln

und mit Jürgen Hahnels „Zentralem Infoblatt: Armut +

Ausgrenzung durch Drogenpolitik“ vor allem über Cannabis

und zur Drogenpolitik. Auch die Unterstützung von Kampagnen

der Grünen Hilfe (www.gekifft.de und www.gruene-hilfe.

de/freiheit-allen-hanf-gefangenen) und eines Gnadengesuchs

an Baden-Württembergs Justizminister Goll für Jürgen Hahnels

Freilassung mit gleichzeitigem Appell, sich für menschenwürdige

Drogenpolitik einzusetzen, ist vor Ort möglich.

Bei den Mahnwachen muss sich Anne Fröhlich immer wieder

mit stigmatisierenden Vorurteilen zu Drogen und DrogenkonsumentInnen

auseinandersetzen, die durchaus im direkten

Zusammenhang mit herrschender Tabuisierung und Desinformation

als Folge der Prohibitionspolitik zu werten sind. Viele

Angesprochene aber äußern Zustimmung zu Jürgen Hahnels

Positionen. Doch es ist zu beobachten, dass aus Furcht vor herrschender

Kriminalisierung die entsprechende Unterstützungsunterschrift

oft nicht gegeben wird, da „man nicht wisse, auf

welcher Liste man zu landen drohe“. Dies ist angesichts des auf

CannabiskonsumentInnen lastenden Verfolgungsdrucks einerseits

verständlich, andererseits könnte sich weniger Selbstzensur

und mehr Zivilcourage lohnen, da (nach Stanislaw Jerzy

Lec) der Preis der Freiheit sinkt, wenn die Nachfrage steigt.

Auch PraktikerInnen, denen durch ihre Arbeit mit DrogenkonsumentInnen

die Problematik der Prohibitionspolitik vertraut

ist, verweigerten gegen ihre eigene erklärte Überzeugung die

Unterstützung aus Rücksicht auf die offizielle Linie des Arbeitgebers.

Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit und weitere Unterstützung

notwendig: Mahnwachen und Infostände, wie die Mahnwachen

von Anne Fröhlich oder der gemeinsame Infostand von

der „Grünen Hilfe Hessen“ und der „Linken Landesarbeitsgemeinschaft

Drogenpolitik Hessen“ als „Mahnwache für Opfer

der Drogenprohibition“ am 29.Januar in Frankfurt sind erforderlich.

Wer Jürgen Hahnel und Anne Fröhlich bei ihrem Engagement

für menschenwürdige Drogenpolitik unterstützen will,

findet weitere Informationen und die entsprechenden Kontaktdaten

unter www.sichtbarewelt.de, denn „Keine Legalisierung

ohne Öffentlichkeit: Gemeinsam sind wir stark!“

NL - 2010 gibt es Gras für Touristen

Modellprojekt bleibt vorerst auf dem Papier

Ursprünglich wollten acht Gemeinden in der niederländischen

Provinz Limburg ein Modellprojekt starten, bei dem nur noch

in den Niederlanden gemeldete Erwachsene Gras oder Hasch

im Coffeeshop kaufen können. Schon kurz nach Vorstellung

des Projekts sprangen sechs der acht Gemeinden ab.

Eigentlich für Anfang Januar geplant, wurde die ganze Sache

jetzt erst einmal verschoben, da es rechtliche Bedenken gäbe,

müsse erst einmal die juristische Grundlage geprüft werden.

Kurzum: Es gibt auch in der Provinz Limburg weiterhin Gras

für Touristen. Vorerst.

USA - Straflos in Seattle

In Seattle lässt ein neu gewählter Staatsanwalt die

Verfolgung von Cannabisbesitzern ganz sein.

Laut einem Bericht in der Seattle Times ist die größte Stadt

im Nordwesten der USA schon einen Schritt weiter als die

Schweizer. Hier hatten die Bürger im Jahr 2003 dem Referendum

75 zugestimmt. Dieses sieht vor, dass die Verfolgung von

Cannabisbesitz für die lokalen Strafverfolungsbehörden nur

noch niedrigste Priorität haben soll. Aber erst mit der Wahl des

städtischen Staatsanwalts Pete Holmes im November 2008 wurde

der Wille der Bürger von Seattle nun umgesetzt. Solange keine

besonderen Umstände vorliegen, wird in Seattle der Besitz von

Cannabis nun nicht weiter verfolgt. Pete Holmes Amtsvorgänger

Tom Carr hatte in vielen Fällen von Cannabisbesitz weiter auf

eine Verfolgung gesetzt. Die Legislative des US-Bundesstaates

Washington, dessen Hauptstadt Seattle ist, diskutiert derzeit

zwei Gesetze zur Entkriminalisierung bzw. Legalisierung von

Cannabis - würden sie verabschiedet, bliebe Cannabis aufgrund

von Bundesgesetzen weiterhin illegal.

CA - Bekifft zu den Olympics?

In Vancouver wird weggeschaut

Der öffentliche Konsum von Cannabis ist in Vancouver fast so

normal wie in Amsterdam. Das wird auch während der kommenden

Olympiade so bleiben, allerdings hat ein Sprecher der

örtlichen Polizei angekündigt: „Unsere Beamten zeigen das

höchstmögliche Maß an Verständnis für Menschen, die kiffen.

Das wird auch während der Olympischen Spiele so bleiben.“

Das heißt jedoch nicht, dass die Polizei ganz wegschaut: „Allerdings

denke ich nicht, dass die Menschen hierher kommen, um

unsere Gesetze öffentlich zu brechen. Ich gehe davon aus, dass

unsere Beamten, falls so etwas vorkommen sollte, ihr Bestes

tun werden, sie daran (die Illegalität) zu erinnern.“

USA - Fast wie in Kalifornien

Patienten aus Colorado dürfen Cannabis kaufen

Die medizinische Verwendung von Cannabis ist seit einem

Volksentscheid im Jahr 2000 in Colorado erlaubt. Nach

einem Urteil vom 30.Dezember 2009 haben nun Patienten

ein verfassungsmäßiges Recht, Cannabis nicht nur zu

verwenden, sondern auch zu kaufen. Richter Christopher

Cross vom Distriktgericht des Kreises Arapahoe unterstützte

die CannaMart-Verteilungsstelle, die die Stadt Centennial

verklagt hatte, nachdem sie im Oktober geschlossen worden

war. Cross gab dem Antrag der Verteilungsstelle auf eine

einstweilige Verfügung statt, die die Stadt daran hindert,

die Verteilungsstelle geschlossen zu halten, während sich

CannaMart gegen das Argument der Stadt wehrt, sie habe

das Recht, Cannabisläden zu schließen, weil sie gegen

Bundesdrogengesetze verstoßen. Jüngste Entscheidungen

der staatlichen Gesundheitsbehörden sowie eine Erklärung

des Bundesjustizministers aus dem Jahr 2009, dass

Bundesstaatsanwälte sich nicht in staatliche Regelungen zu

Cannabis einmischen werden, haben zu einer explosionsartigen

Vermehrung kommerzieller Cannabisgeschäfte in Colorado

geführt. Richter Cross erklärte, die Stadt verletze die Rechte

von drei medizinischen Cannabispatienten, die sich der Klage

angeschlossen hatten. Einer dieser Patienten erklärte, dass die

Schließung von CannaMart es ihm erschwere, medizinischen

Cannabis, der ihm zur Behandlung einer Nervenerkrankung

empfohlen worden sei, zu bekommen.

Latte Boykott

Lass weg den Scheiss

Die Legalisierung von Cannabis ist in den USA ein sehr heiß

diskutiertes Thema. Colorado ist nach Kalifornien der „zweit

liberalste“ Bundesstaat, auch die Entkriminalisierung ist dort

schon weit voran geschritten. Das ruft natürlich auch die

Cannabis-Gegner auf den Plan. Firmen und Organisationen

wie Schnaps- und Waffenproduzenten sowie -lobbyisten,

Drogenfahnder und Staatsanwälte, von denen man es nicht

anders erwartet, haben eine unheilge Koalition ins Leben

gerufen, die die offenbar näher kommende Legalsierung

stoppen soll.

Mit von der Partie ist auch ein Unternehmen, das man dort nicht

erwartet hätte und dessen Motive zumindest nicht so offensichtlich

sind wie die der anderen Kampagnenteilnehmer:

Starbucks

Die Alkohol- und Waffenlobby hat zurecht Angst, dass mit

steigendem Potkonsum ihre Absätze zurückgehen könnten,

aber wieso ein Cappucchino-Laden? Wer so ignorant handelt

hat‘s verdient. Wir schließen uns dem Boykottaufrauf an.

www.saferchoice.org

UK - Was hab ich da nur gesagt?

Auch der neue Drogenberater forderte 2003 das Ende

der Hanf-Prohibition - und hat es vergessen

Nachdem David Nutt, seines Zeichens Drogenberater der Britischen

Regierung, im November gefeuert worden war, wurde

Professor Les Iverson zu seinem Nachfolger ernannt.

Der sagte 2003, dass Cannabis nicht nur entkriminalisiert,

sondern legalisiert werden müsse. Daraufhin angesprochen

sagt der offensichtlich zerstreute Professor heute, dass er sich

an diese Aussage nicht erinnern könne und er diese Position

heute nicht mehr vertrete. Einem Wissenschaftler stehe es frei,

seine Meinung zu ändern, da es in den letzten Jahren neuere

Erkenntnissen gegeben hätte.


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#113

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