Eltern und Hebammen Parents et sages-femmes - Schweizerischer ...

hebamme.ch

Eltern und Hebammen Parents et sages-femmes - Schweizerischer ...

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5 2013

Eltern und Hebammen

Parents et sages-femmes


Auf den richtigen

Umgang kommt es an!

In ihren ersten vier Lebenswochen lernen Babys das Trinken an der Mutterbrust. Danach wird deutlich, dass

Babys ein Saugbedürfnis haben, das über die Nahrungsaufnahme hinausgeht. 80% aller Eltern stillen dieses

Bedürfnis mit einem Nuggi. Um Zahnfehlstellungen zu vermeiden, sollte dieser verantwortungsbewusst

eingesetzt werden. Der Nuggi gehört in die Obhut der Eltern und sollte Babys nur gezielt angeboten werden:

Als Einschlafhilfe, bei Ruhelosigkeit oder zur Schmerzlinderung. Fachleute empfehlen zudem, Kindern den

Nuggi spätestens mit 24 bis 36 Monaten abzugewöhnen.

Der Nuggi – ein Multitalent!

• Der Nuggi spielt für das psychische Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Er beruhigt, entspannt, lindert Schmerzen

und erleichtert das Einschlafen.

• Aktuelle Studien belegen: Richtig eingesetzt hat der Nuggi keinen negativen Einfluss auf die Stilldauer.

• Das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS) wird durch die Nuggiverwendung reduziert.

• Der Nuggi ist viel leichter abzugewöhnen als der Daumen: 50% der Daumenlutscher nuckeln

auch als 7-Jährige noch.

Warum Sie einen bibi Nuggi empfehlen sollten

• Die Nuggispitze in der Dentalform NUK (natürlich und kiefergerecht)

passt sich dem Kiefer ergonomisch an und fördert so die natürliche

Entwicklung des Gaumens.

Ergonomische

NUK Dentalspitze

• Das anatomisch geformte Schild sorgt für beste Passform.

Der zentral gelegte Schwerpunkt verhindert übermässigen Druck

und sorgt für optimalen Tragekomfort.

bibi Sensopearls

• Die auf der Schildinnenseite liegenden - der Brust nachempfundenen -

Sensopearls verhindern Rötungen und Hautirritationen. Zusammen

mit zwei Luftlöchern im Schild ermöglichen sie eine konstante

Luftzirkulation.

Anatomisch

geformtes Schild

• 100% Swiss Made: bibi ist der einzige Schweizer Nuggi-Produzent. Durch die Nuggi-Produktion in der

Manufaktur in Regensdorf bei Zürich und die permanenten Einzelkontrollen kann bibi höchste

Produktqualität garantieren.

• bibi feiert 75 Jahre glückliche Babys und zufriedene Eltern! Für Fachleute ist bibi der perfekte Partner: Profitieren Sie

von unserem erfahrenen Expertenteam und 75 Jahren Know-how in der Entwicklung von innovativen Babyprodukten.

Zahnärztin Claudia Saxer ist Mitglied unseres Expertenteams. Das sagt sie über die Nuggispitze in Dentalform:

«Die Nuggispitze in Dentalform wurde von Zahnärzten entwickelt. Die Dentalform ist auch bekannt

unter dem Namen NUK – „natürlich und kiefergerecht“. Die Nuggispitze wurde so geformt, dass sie

sich dem kindlichen Kiefer ergonomisch anpasst. Sie bietet genügend Platz für die Zunge und übt

keinen unnötigen Druck auf Kiefer und Zähne aus. Der Dental-Nuggi ist seit seiner Entwicklung

sehr beliebt und verbreitet

Dr. med. dent. Claudia Saxer ist eidg. dipl. Zahnärztin mit WBA SSO in Kinderzahnmedizin

Lamprecht AG, 8105 Regensdorf, Schweiz

www.bibi.ch


Inhalt • Sommaire

Ausgabe 5

Eltern und Hebammen

Edition 5

Parents et sages-femmes

Aktuell 2

Editorial Ursula Lüscher, Münchenstein 5

Dossier 4

Frauen in Entscheidungsprozesse einbeziehen – 4

Nutzerinnenpartizipation in Grossbritannien und

in der Schweiz Sue Brailey, London (GB)

Fragen an die Praxis, die Lehre und die Forschung 6

Sue Brailey, London; Lisa Fankhauser, Bern; Claudia König, Winterthur

Fokus 9

Zur Qualität von Informationsmaterial: 9

Der Einbezug der Zielgruppe Christine Loytved, Lübeck;

Christiane Schwarz, Hannover; Bettina Berger, Herdecke (D)

Neues aus Wissenschaft und Forschung 12

Neues aus den Fachhochschulen 14

Verband 15

Sektionen 20

Fort- und Weiterbildung SHV 21

Actualité 26

Editorial Ursula Lüscher, Münchenstein 29

Dossier 28

Pour «Naît-Sens», la force des parents vient de 28

ce qu’ils se mettent ensemble Entretien avec Sarah Duflon et

Céline Hertzeisen, Lausanne

La Nouvelle-Zélande expérimente un partenariat 31

fructueux entre parents et sages-femmes

Valerie Fleming, Winterthour

Focus 32

Que signifie «être un acteur du changement»? 32

Josianne Bodart Senn

Infos Recherche et Colloques 34

L’endométriose, une maladie de plus en plus 34

complexe Josianne Bodart Senn

Fédération 15

Sections 20

En librairie 35

Thema der Ausgabe 6/2013

Hebammenkunst und evidenzbasierte Medizin

Erscheint Anfang Juni 2013

Thème de l’édition 6/2013

Représentations du corps de la femme / de la mère

Parution début juin 2013

111. Jahrgang | 111 e année

Geschäftsstelle | Secrétariat Rosenweg 25 C, Postfach, CH-3000 Bern 23, T +41 (0)31 332 63 40, F +41 (0)31 332 76 19

info@hebamme.ch, www.hebamme.ch, www.sage-femme.ch Öffnungszeiten von Montag bis Freitag | Heures d’ouverture du lundi au

vendredi 8:15–12:00 / 13:30–17:15 Offizielle Zeitschrift des Schweizerischen Hebammenverbandes | Journal officiel de la Fédération suisse

des sages-femmes | Giornale ufficiale della Federazione svizzera delle levatrici | Revista uffiziala da la Federaziun svizra da las spendreras

Erscheinungsweise 10 Mal im Jahr, Doppelausgaben im Januar / Februar und Juli /August | Parution 10 éditions par année, numéros doubles

en janvier / février et en juillet /août

Foto Titelseite Der SHV dankt Maren Böttger, Martin Bischofberger und ihrem Sohn Theo, Zürich Photo couverture La FSSF remercie

Maren Böttger, Martin Bischofberger et leur fils Theo, Zurich


Aktuell

Eva Cignacco an der Medizinischen Fakultät

der Univer sität Basel habilitiert

Am 14. März 2013 erhielt Eva Cignacco

von der Medizinischen Fakultät nach erfolgreichem

Habilitationsverfahren die

«Venia Docendi» der Universität Basel.

Sie ist die erste Pflegewissenschafterin

Medizinische unterstütze

Fortpflanzung:

Zahlen 2011

2011 liessen sich in der Schweiz 6350

Paare zur Erfüllung ihres Kinderwunsches

mit In-vitro-Fertilisation behandeln.

Rund 10 800 Behandlungszyklen

wurden begonnen. Daraus entstanden

2350 Schwangerschaften, die zu 1715

Geburten mit 2006 lebend geborenen

Kindern führten.

Die Zahl der behandelten Frauen nahm

gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent ab,

die Zahl der erstmals behandelten sogar

um 9 Prozent. Die Anzahl der lebendgeborenen

Kinder sank um weniger als

1 Prozent, weil die Erfolgsrate der Behandlungen

leicht höher war. Der Rückgang

von Behandlungen ist sowohl bei

Paaren mit Wohnsitz in der Schweiz als

auch bei Wohnsitz im Ausland feststellbar.

Damit stagniert die Zahl der medizinisch-unterstützten

Fortpflanzung zum

ersten Mal seit Jahren.

Quelle: BFS, Neuchâtel

und Hebamme in der Schweiz, der dieser

wichtige Schritt einer universitären

Karriere gelungen ist. Ihre Habilitationsschrift

verfasste sie zum Thema «Schmerzen

bei Frühgeborenen: Evidenzen und

Herausforderungen». Sie kann sich fortan

als Privatdozentin der Universität Basel

bezeichnen. Diese Habilitation ist ein

weiterer wichtiger Schritt in der Akademisierung

der Pflege und des Hebammenberufs

auf universitärem Niveau

Eva Cignacco lehrt und forscht seit 2007

am Institut für Pflegewissenschaft der

Universität Basel und hat durch ihre

Forschungsarbeiten im Bereich des neonatalen

Schmerzes nationale und internationale

Anerkennung erlangt.

Gesundheitsstatistik

2012

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht

zum ersten Mal einen Bericht,

der einen Überblick über alle verfügbaren

statistischen Daten zum Thema

Gesundheit in der Schweiz liefert. Der

Bericht geht auf alle Aspekte der Gesundheitsstatistik

ein: auf die Rahmenbedingungen

und die Gesundheitsdeterminanten,

den Gesundheitszustand der

Bevölkerung und die Inanspruchnahme

von Pflegeleistungen, das Gesundheitssystem

und dessen Finanzierung.

Gesundheitsstatistik 2012, BFS, Neuchâtel, 2012,

Nr. 1290-1200.

Der Bericht ist zu finden unter:

www.portal-stat.admin.ch/ges/index.html

Therapieoptionen

der postpartalen

Hämorrhagie

Im Herbst 2012 hat die Kommission

«Qualitätssicherung» der Schweizerischen

Gesellschaft für Gynäkologie

und Geburtshilfe (SGGG) die Richtlinien

für die Behandlung der postpartalen

Hämorrhagie aktualisiert (Expertenbrief

Nr. 26).

Der Expertenbrief steht unter www.sggg.ch

zum Herunterladen zur Verfügung.

SwissPedNet:

Forschungszusammenarbeit

im Dienste

der Kinder

Es ist ein international anerkanntes Problem,

dass Kinder mit Medikamenten

versorgt werden, die grösstenteils nur an

Erwachsenen getestet worden sind. Die

Forschung in der Pädiatrie ist gegenüber

der Forschung in der Erwachsenenmedizin

aus mehreren Gründen im Nachteil;

angefangen mit der jeweils sehr kleinen

Anzahl Patienten bis zu besonderen ethischen

und psychologischen Bedenken,

die die Planung und Durchführung von

Studien mit Kindern erschweren. Zur

Verbesserung dieser Situation wurde

das SwissPedNet gegründet.

Mehr Informationen unter:

www.scto.ch/de/Aktuell.html

HIV-Infektion bleibt

Körperverletzung

Die Infektion mit HIV gilt nicht mehr

als lebensgefährliche Körperverletzung.

Das Bundesgericht hat seine bisherige

strenge Rechtssprechung mit Blick auf

den medizinischen Fortschritt gelockert.

Künftig kann die Übertragung des HI-

Virus je nach den Umständen als (nicht

lebensgefährliche) schwere oder auch

nur als einfache Körperverletzung geahndet

werden.

2

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Die bisherige Rechtssprechung ging davon

aus, dass die HIV-Infektion mit hoher

Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch der

Immunschwächekrankheit Aids und anschliessend

mit hoher Wahrscheinlichkeit

zum Tod des Opfers führt. Diese Annahme

ist laut einem neuen, einstimmig

ergangenen Urteil der Strafrechtlichen

Abteilung angesichts der wissenschaftlichen

Erkenntnisse und der medizinischen

Behandlungsmöglichkeiten heute

nicht mehr haltbar. Vielmehr könnten

mit HIV infizierte Personen bei früher

Diagnose und guter Behandlung fast

so lange leben wie nicht Infizierte, weshalb

nicht länger von einer lebensgefährlichen

Körperverletzung gesprochen

werden könne.

Indes bleibt die HIV-Infektion «nach

wie vor eine nachteilige pathologische

Veränderung mit Krankheitswert», und

der Betroffene hat sogar bleibende Organschädigungen

als Nebenwirkungen

der Behandlung zu gewärtigen. Diesen

konkreten Elementen des Einzelfalls

können die kantonalen Strafrichter nach

der Lockerung der Rechtssprechung des

Bundesgerichts nun differenzierter Rechnung

tragen.

Quelle: NZZ online, Mi, 3. 4. 2012. Urteil 6B_337/2012

vom 19. 3. 13 – BGE-Publikation

All Families Matter:

Denkanstösse für eine

integrative Bildungsund

Familienpolitik

Welchen Beitrag können Schulen und

Politik leisten, damit die vielfältigen

Familien- und Lebensformen in der Gesellschaft

und auch im Gesetz adäquat

berücksichtigt werden? Dieser Frage

widmet sich eine öffentliche Fachtagung

am 7. Juni 2013 in Zürich. Sie findet

im Rahmen des Zurich Pride Festivals

2013 statt und steht ebenfalls unter

dem Motto «All Families Matter».

Ziele der Fachtagung: Die Teilnehmenden

werden eingeladen, sich für eine integrative

Bildungs- und Familienpolitik

zu engagieren, indem sie sich in ihrem

persönlichen Umfeld und im Kontakt mit

Fachstellen, Behörden, schulischen Institutionen

und politischen Instanzen für

einen integrativen Ansatz einsetzen.

Mehr Informationen und das Programm der Tagung

sind zu finden unter:

www.fachtagung.allfamiliesmatter.ch

Depressionen kosten

die Schweiz über

10 Milliarden Franken

Obwohl jeder Fünfte in der Schweiz im

Verlauf des Lebens an einer Depression

erkrankt, sind die Kosten dieser Krankheit

kaum erfasst. Eine Studie des Instituts

für Sozial- und Präventivmedizin

der Universität Zürich schliesst nun

diese Lücke: Von den rund zehn Milliarden

Gesamtkosten entfallen 46 Prozent

auf direkte Kosten, wie Behandlungskosten,

und 54 Prozent auf indirekte

Kosten, wie Arbeitsausfälle. Mit den

neuen Zahlen liefern die Forschenden

auch eine nützliche Basis für künftige

Präventionsprogramme. Depressionen

belasten das Budget der Schweizer

Volkswirtschaft mit über CHF 10 Milliarden

pro Jahr. Unterschiede zeigen sich

dabei je nach Schweregrad der Krankheit.

Einerseits gilt: Je schwerer die

Krankheit, desto höher sind die Kosten.

Halten sich jedoch bei schwerer Erkrankung

die direkten und indirekten Kosten

die Waage, verlagert sich dieses Gleichgewicht

in Richtung indirekte Kosten bei

mittelschweren und milden Depressionen.

Dies sind denn auch die drei Schweregrade,

die unterschieden werden: Pro

Patient und Jahr schlägt eine schwere

Depression mit rund CHF 40 000.– zu Buche,

eine mittelschwere mit CHF 28 000.–

und eine milde mit CHF 15 000.–. Von einer

schweren Depression betroffen sind

rund drei Prozent der Bevölkerung.

Mehr Informationen unter:

www.mediadesk.uzh.ch/articles/2013/

depressionen-kosten-ueber-zehn-milliarden.html

Bundesrat lanciert

Aktionsplan «Mehr

Organe für Transplantationen»

In der Schweiz sterben heute immer

wieder Menschen, weil für sie kein Spenderorgan

zur Verfügung steht. Der Bundesrat

lanciert deshalb den Aktionsplan

«Mehr Organe für Transplantationen».

Er orientiert sich dabei an Ländern wie

Spanien und Österreich, welche die Zahl

der Organspenden deutlich und nachhaltig

erhöhen konnten, indem sie verschiedene

Massnahmen gebündelt und

gezielt umgesetzt haben. Unabhängig

davon möchte der Bundesrat im Transplantationsgesetz

mehr Klarheit und Sicherheit

für Betroffene, Angehörige und

medizinische Fachpersonen schaffen.

Er überweist eine entsprechende Botschaft

ans Parlament. Mit dieser Gesetzesrevision

wird die Motion von Liliane

Maury Pasquier (SP/GE) (08.3519) umgesetzt.

Quelle: BAG Mediendienst

Deutlich höhere

Kosten für Spitex und

Arztbehandlungen

Die Kosten in der Grundversicherung

sind im Jahr 2012 um 3,2 Prozent gestiegen.

Gegenüber 2011 haben sie vor allem

im Bereich Spitex, Labor und bei den

ärztlichen Behandlungen zugenommen.

Ebenfalls gestiegen sind die Prämieneinnahmen

der Krankenversicherer. Deren

ausgewiesene Reserven haben sich aufgrund

von Änderungen in den Rechnungslegungsvorschriften

vergrössert.

Quelle: BAG Mediendienst

Dialäkt Äpp:

Gib öis dini Schtimm

Unser Dialekt verrät unsere Herkunft.

Doch woher kommt ein Sprecher, der

vom Huusini, Bitzgi oder Göitschi redet,

wenn er das Apfelgehäuse meint? Dialektforscher

der Universitäten Zürich

und Bern haben eine App entwickelt,

welche die Herkunft von schweizerdeutschen

Dialekten bestimmt. Mit der

App kann man auch die eigene Aussprache

aufnehmen, sie mit aktuellen sowie

früheren Aufnahmen anderer User vergleichen

und somit Daten für die Dialektforschung

sammeln. Die «Dialäkt Äpp»

gratis im Apple App Store zum Download

bereit.

Mehr Informationen unter: www.mediadesk.uzh.ch

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 3


Dossier

Frauen in Entscheidungsprozesse

einbeziehen – Nutzerinnenpartizipation

in Grossbritannien

und in der Schweiz

Dieser Artikel vermittelt einen kurzen Überblick über die Beteiligung von Frauen bei den Entscheidungen

über die Gestaltung der geburtshilflichen Betreuung in Grossbritannien und der Schweiz.

Beide Länder kennen sehr unterschiedliche Gesundheitssysteme. Während in Grossbritannien

der staatlich geführte National Health Service (NHS) für die Gesundheits versorgung verantwortlich

ist, übernimmt in der Schweiz ein privat organisiertes Gesundheitssystem diese Aufgabe. Kulturell

stehen beide Länder Themen wie zum Beispiel selbstbestimmte Wahl und Partizipation bei Entscheidungen

sehr unterschiedlich gegenüber.

Sue Brailey, London (GB)

Die aktuelle Situation in Grossbritannien

Der National Health Service (NHS) ist verantwortlich für

die Gesundheitsversorgung in Grossbritannien. Finanziert

durch Steuern sind die Dienstleistungen für die Einwohner

des Landes kostenlos. Das Konzept der Nutzerinnenpartizipation

wird von der britischen Regierung unterstützt,

wie der Bericht «Real Involvement» (DOH 2008) des Gesundheitsministeriums

zeigt. Der Bericht verlangt, dass

«alle Gesundheitsdienste transparent, lokal geführt und

zum Vorteil der Patienten» sein sollen. Im Jahr 2009

wurde dieser Anspruch in der NHS Constitution (DOH

2009) weiter ausgeführt: Patientinnen und Patienten

sollen das Recht haben, in die Entscheidungen der NHS-

Dienste einbezogen zu werden.

In der Planung der Geburtshilfe ist der Einbezug der

Nutzerinnen in Grossbritannien gut verankert. Alle vier

Länder Grossbritanniens haben Richtlinien eingeführt,

um die Geburtshilfe mehr an die Bedürfnisse der Mütter

anzupassen und ihnen die Möglichkeit zur informierten

Entscheidung über ihre Geburtshilfe zu geben. Für den

Einbezug der Nutzerinnen in die Geburtshilfe haben die

Maternity Services Liaison Committees (MSLC) einen

Grundstein gelegt. Im Jahr 1984 wurden diese multidisziplinären

Gruppen gegründet und den lokalen Spitälern

und Geburtshilfeeinrichtungen angegliedert. Die

MSLC setzen sich aus Hebammen, Ärzten, Spitalmanagern

und Frauen zusammen und treffen sich viermal

jährlich. Mindestens 40 Prozent der Gruppenmitglieder

müssen Nutzerinnen sein. Die MSLC geben mindestens

einmal pro Jahr Empfehlungen an die Spitalleitungen

heraus. Damit bieten sie den Frauen die Möglichkeit, die

Dienstleistungen der Geburtshilfeinstitutionen mitzugestalten

und verschaffen ihren Interessen Gehör. Aber

auch in den spitalinternen Geburtsstationsforen sind

Nutzerinnen vertreten. In diesen multidisziplinären Foren

werden die Dienstleistungen in der Geburtsstation diskutiert

und organisiert.

Laiengruppen haben auch im National Childbirth Trust

(NCT) und im internetbasierten Mumsnet einen starken

Einfluss. Der NCT ist in vielen MSLC vertreten und unterstützte

viele Veränderungen im NHS, vor allem zur Normalisierung

der Geburt und für eine frauenzentrierte

Betreuung. Mumsnet ist neueren Datums und machte

vor allem bei den letzten Wahlen auf sich aufmerksam.

Diese Wahlen wurden oft auch Mumsnet-Wahlen genannt,

weil Politiker wie David Cameron und Gordon

Brown an Diskussionsforen teilnahmen und direkt um

die Stimmen der Mumsnet-Nutzer/-innen kämpften.

Der Nursing and Midwifery Council (NMC) fungiert als

Aufsichtsorgan für die Hebammenausbildung. Auch der

NMC verlangt von den Universitäten, dass die Nutzerinnensicht

in die Hebammenausbildung integriert wird,

damit die Ansprüche der Frauen und Babies besser berücksichtigt

sind. Oft sind heute schon die Frauen in den

Curriculum-Planungssitzungen vertreten.

Sue Brailey Middlesex University London

www.mdx.ac.uk | S.Brailey@mdx.ac.uk

Sue Brailey ist britische Hebamme. Sie lebte

11 Jahre in der Schweiz, war Dozentin an der Berner

Fachhochschule (BFH), arbeitete als unabhängige

Hebamme in einem Geburtshaus und betreute Frauen,

die eine Hausgeburt wünschten. Seit der Rückkehr

in ihre Heimatstadt London ist sie Dozentin an der

Middlesex University London und arbeitet zusätzlich

als Hebamme.

4

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Editorial

Derzeit erarbeitet das Royal College of Midwives zusammen

mit dem Gesundheitsministerium einen Fragebogen,

der an alle neuen Mütter abgegeben werden soll

und diese auffordert, die Qualität der geburtshilflichen

Betreuung zu bewerten. Dadurch soll die Qualität verbessert

und eine informierte Wahl gefördert werden.

Und die Situation in der Schweiz?

Während also in Grossbritannien der Einbezug der Nutzerinnen

schon etabliert und in der Gesetzgebung vorgesehen

ist, steckt diese Entwicklung in der Schweiz noch

in den Kinderschuhen, wie Lisa Fankhauser von der BFH

und Claudia König von der ZHAW aufzeigen. Obwohl auf

verschiedenen Ebenen, in parlamentarischen und erziehungspolitischen

Institutionen, darüber diskutiert wird,

wurden bisher nur wenige konkrete Schritte eingeleitet.

Interessengruppen wie das «Forum Geburt» sind zur Zeit

die wichtigsten Kanäle über die mit den Nutzerinnen

Kontakt aufgenommen werden kann. Der Schwerpunkt

dieser Gruppen liegt auf den Informationen für Frauen

und ihrer Partner über die Geburt, um informierte Entscheidungen

zu unterstützen. Allerdings sind die Mitgliederzahlen

dieser Institutionen in der Schweiz gering.

Tatsache ist, dass die grosse Mehrheit der Schweizer

Frauen im Laufe ihres Lebens mit der Geburtshilfe in Kontakt

kommt. Das Geburtserlebnis beeinflusst die Lebensqualität

langfristig. Eine negative Geburtserfahrung kann

weitreichende Konsequenzen haben. Einer der wichtigsten

und von der Forschung gut belegten Faktoren, der

das Geburtserlebnis der Frauen positiv beeinflusst, ist

das Gefühl selbstbestimmt und handlungsfähig zu sein

(Hodnett et al. 2006). Diese Empfindung kann durch den

Nutzerinneneinbezug verstärkt werden. Dafür sind folgende

Schritte notwendig: Zuallererst muss man sich in

der Schweiz die Frage stellen, wie viel Nutzerinnenbezug

man will. Daraufhin müssen Frauen dafür sensibilisiert

werden, dass sie bei den geburtshilflichen Dienstleistungen

mitreden können.

Die Vertreter der medizinischen Berufe, die Krankenkassen

und die Gesundheitsmanager sollten sich im bewusst

sein, dass die Art der geburtshilflichen Betreuung

langfristige Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

der Frau hat und dabei bedenken, welche Vorteile

der Einbezug der Frauen in Entscheidungsprozess haben

kann.

Forum Geburt

Forum Geburt bietet alternative

Informationen zu Schwangerschaft,

Geburt und Elternschaft. Forum Geburt

steht ein für eine natürliche, die Bedürfnisse

von Frau, Kind und Familie berücksichtigende

Geburt. Forum Geburt stärkt

das Selbstvertrauen der Frauen und ihre

Entscheidungsfähigkeit zu Themen rund

um die Geburt.

www.forum-geburt.ch

Ursula Lüscher

Hebamme, Beirätin Hebamme.ch

Münchenstein

Liebe Leserin, lieber Leser

Eigentlich glauben wir Hebammen, Expertinnen für die

Mutterschaft, die Bedürfnisse werdender Mütter und

junger Familien bestens erfassen zu können. Wir arbeiten

seit langem, gemäss Berufsdefinition, partnerschaftlich

mit den von uns betreuten Frauen zusammen, beraten und

betreuen sie individuell und ganzheitlich.

In meinem Berufsalltag habe ich mich jedoch oft schon

gewundert, wie rasch aus einer gesunden, selbstbewussten

Frau mit Wunsch nach einer natürlichen Schwangerschaft

und Geburt, eine unsichere und risikobehaftete Schwangere

werden kann, die mehr oder weniger kritiklos durch den

Geburtshilfe-Markt schlingert. Das wirft bei mir Fragen

auf: Wissen werdende Eltern, was sie wollen? Verfügen Sie

über ausreichend Informationen, um sich evidenzbasiert

entscheiden zu können? Ja, wollen Eltern überhaupt wirklich

mitgestalten, mitbestimmen und damit Verantwortung

übernehmen oder sieht sich die werdende Mutter möglicherweise

lieber als Konsumentin einer ganzen Palette von

geburtshilflichen Angeboten?

In Grossbritannien ist das Konzept der Nutzerinnenpartizipation

in der Geburtshilfeplanung verankert. Es bestehen

Richtlinien, um die Geburtshilfe mehr an die Bedürfnisse

der Mütter anzupassen und ihnen damit die Möglichkeit zur

informierten Entscheidung zu bieten. In der Schweiz stecken

diese Entwicklungen noch in den Kinderschuhen, aber es

sind erste Schritte getan. So waren Eltern beim Basler

Projekt «FamilyStart» beispielsweise bereits in der Phase

der Bedürfnisanalyse involviert.

Der Einbezug von Frauen in Entscheidungsprozesse ist

eine grosse Chance für Mütter, die ihre Bedürfnisse wahrnehmen

und vertreten wollen, sowie für Fachpersonen,

die sich nicht scheuen agogische Zusatzaufgaben zu übernehmen.

Herzlich, Ursula Lüscher

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5


Dossier

Fragen an die Praxis, die Lehre und die Forschung

Praxis

Sue Brailey, Middlesex University London (GB)

Inwieweit sind die Eltern in der Schweiz in die Betreuung

durch die Hebamme einbezogen?

Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem in der

Schweiz darin, dass die meisten Frauen für die Vorgeburtsbetreuung

zu einem/einer Frauenarzt/-ärztin gehen.

Auf diese Weise kommen sie vor der Geburt nicht mit

Hebammen in Kontakt, die dafür sorgen sollte, dass die

Interessen der Frau umgesetzt werden. Sie begegnen

Hebammen meist erst im Spitalumfeld, das wenig Betreuungskontinuität

zulässt. Diejenigen Frauen, die eine

unabhängige Hebamme für ihre pränatale Betreuung

aussuchen, können von der Betreuungskontinuität und

all ihren Folgenutzen profitieren.

Welche rechtlichen Aspekte müssen dabei bedacht

werden?

Die hebammengeleitete pränatale Geburtspflege Geburtsbetreuung

leidet darunter, dass die Grundversicherung

der Krankenkasse nur gerade sechs vorgeburtliche

Besuche deckt. Dies reicht für die gesamte Schwangerschaftsperiode

in vielen Fällen nicht aus, um die Frauen

für die normale Geburt zu stärken. Frauenärzte/-ärztinnen

können sieben Konsultationen verrechnen. Darüber

hinaus haben sie die Möglichkeit, Frauen als Hochrisikoschwangere

zu beurteilen – auch dann, wenn dies nicht

zutrifft – und können in diesen Fällen eine unbegrenzte

Anzahl Konsultationen durchführen. Folgen hiervon sind

eine sich aufwärts drehende Kostenspirale und die Pathologisierung

der normalen Schwangerschaft, was wiederum

das Selbstvertrauen der Frauen mindert.

Welche Schwierigkeiten für die Hebamme sind

damit verbunden?

Die vorgeburtliche Betreuung durch Hebammen ist sehr

schlecht bezahlt. Systembedingt haben viele Hebammen

sehr wenig Erfahrung mit der Schwangerenvorsorge und

trauen sie sich deshalb nicht zu, die Verantwortung für

die Betreuung während der Schwangerschaft zu übernehmen.

Welche Bedürfnisse haben Eltern?

Eltern in Erwartung profitieren von den Vorteilen und

geniessen kontinuierliche Betreuung über das ganze

Kindsgeburtskontinuum hinweg. Vor dem Hintergrund

der zunehmenden Medikalisierung der Geburt wollen sie

eine Betreuung erhalten, die auf Normalität ausgerichtet

ist und nicht auf Probleme. Die frauenärztliche Betreuung

konzentriert sich stark auf Screenings. Empowerment

oder die Förderung der informierten Selbstbestimmung

der erwartenden Eltern steht nicht im Zentrum.

Welche Netzwerke von oder für Eltern bestehen bereits

oder werden aufgebaut?

In der Schweiz bestehen nur sehr limitierte Netzwerke

von Supportgruppen für Eltern und Frauen. Das «Forum

Geburt» sieht seine Aufgabe darin, die erwartenden Eltern

zu informieren, und «La Leche Liga» übernimmt eine wichtige

Rolle bei der Unterstützung von stillenden Mütter.

Die internetbasierte Plattform Swissmom ist die am breitesten

genutzte Informationsquelle für werdende Mütter

in der Schweiz. Sie ist allerdings sehr medizinlastig und

tendiert dazu, den Status Quo zu unterstützen. Schweizer

Frauen brauchen besseren Zugang zu unverfälschter Information,

damit sie in der Lage sind, informierte Entscheidungen

zu ihrer Betreuung zu treffen.

Lehre

Lisa Fankhauser, Dozentin Bachelorstudiengang Hebamme,

Berner Fachhochschule (BFH), Bern, lisa.fankhauser@bfh.ch

Was bedeutet «Einbindung von Frauen und Eltern»

in die Lehre?

Menschen haben das Recht, die Leistungen, die für sie

im Gesundheitswesen erbracht werden, beeinflussen zu

können. Der Einbezug von Betroffenen oder Laien ist eine

Forderung, die bereits in der Deklaration der Internationalen

Konferenz zur Primären Gesundheitsversorgung 1978

in Alma Ata (Kasachstan) aufgenommen wurde. Vorwiegend

in Grossbritannien ist dieses Recht umgesetzt worden.

Beispielsweise sind Betroffene in die Entwicklung

der Leitlinien und auch in die Curriculumsentwicklung

einbezogen worden.

Das Ausmass des Einbezugs kann grundsätzlich in unterschiedlichem

Ausmass geschehen. Eine stärkere Einbindung

erfolgt bei einem partizipativen Vorgehen, in dem

eine gemeinsame Entscheidung getroffen wird. Zudem

kann der Einbezug von Betroffenen auf allen Organisationsebenen

und während unterschied licher Prozesse

(Curriculumsentwicklung, Durchführung, Evaluation) berücksichtigt

werden (Towle et al., 2010; Downe et al.,

2007; Tritter & Mc Callum, 2006).

6

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Welche gesundheitspolitischen Vorgaben zur Stärkung

der Einbindung von Frauen und Familien in der Ausbildung

von Hebammen gibt es in der Schweiz?

In den Vorgaben zur Akkreditierung der Gesundheitsberufe

FH vom damaligen Bundesamt für Berufsbildung

(BBT) sind zum Einbezug von Betroffenen keine Kriterien

formuliert (BBT, 2008; BBT, 2011). Allerdings ist in den

nationalen Abschlusskompetenzen für Hebammen vorgegeben,

dass die Autonomie und das Selbstbestimmungsrecht

der Frau ins Zentrum gestellt werden soll

(Rektorenkonferenz der Fachhochschulen, 2009). Das

heisst, die Hebammen sollen befähigt werden, die Interessen

der Betroffenen in ihre Arbeit einzubeziehen.

Zudem hat der Internationale Hebammenverband (ICM,

2010, 2011) Standards für die Hebammenausbildung und

die Regulierung der Berufsausübung formuliert, die den

Einbezug und die Vertretung von Frauen und Familien in

allen Ausbildungsbelangen vorsehen.

Die neueste Entwicklung in der Schweiz deutet auf ein

Umdenken der politischen Organe hin. Im aktuellen Bericht

zu den gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrates

in «Gesundheit 2020» (Eidgenössisches Departement

des Innern [EDI], 2013) wird festgehalten, dass die

Mitbestimmung von Versicherten und Patienten/-innen

gestärkt werden soll.

Wie werden Frauen und Eltern im Bachelorstudium

Hebamme in die Lehre einbezogen?

Das Anliegen nach einer Beteiligung von Frauen und

Eltern wurde im Hebammenkollegium schon früh diskutiert.

Allerdings fehlten Mittel und Zeit für eine Konzeptentwicklung

und Umsetzung. Auch im Fachbereich Gesundheit

der BFH wurde im Jahre 2010 über das Thema

«Betroffenenbeteiligung in der Ausbildung in Gesundheitsberufen:

Kontext, Konzepte, Chancen, Erfahrungen»

diskutiert und dafür sensibilisiert.

Im Studiengang Hebamme werden Frauen und Familien

mehrheitlich indirekt und in kleinem Umfang auch direkt

einbezogen. Indirekt werden die Studierenden über verschiedene

Methoden dazu angeregt, sich mit den Bedürfnissen

der Frauen und Familien auseinanderzusetzen.

Durch das im Studienprogramm verankerte problembasierte

Lernen mit Fällen, werden die Studierenden motiviert,

die Perspektive der Klientinnen und Klienten einzubeziehen.

Zudem erhalten die Studierenden während der

Kommunikationstrainings Feedback von standardisierten

Klientinnen oder Klienten über deren Empfindungen

während des Trainings und die Qualität ihrer Leistung.

Daneben analysieren sie quantitative und qualitative

Studien, in denen Anliegen und Bedürfnisse von Frauen

direkt erfragt wurden. Auch werden im Unterricht Behandlungsleitlinien

verwendet, auf die Betroffene direkt

Einfluss nehmen konnten, wie die des britischen National

Institute for Clinical Excellence (NICE).

Direkt einbezogen im Unterricht sind Frauen bisher nur

in einzelnen Sequenzen. In einigen Fachforen gestalten

betroffene Frauen den Unterricht mit. «Storytelling»,

also Frauen ihre Geschichte erzählen zu lassen, wird als

sinnvolles didaktisches Instrument betrachtet, um den

Studierenden Einsichten in die Erfahrungen von Betroffenen

zu ermöglichen (Haigh & Hardy, 2011). Die Frauen

werden finanziell nicht abgegolten, sondern erhalten

eine kleine Anerkennung. Das Engagement der Frauen

ist sehr gross und sie sind sehr daran interessiert, dass

die Studierenden von ihren Erfahrungen lernen.

Wie könnte der Einbezug von Frauen und ihren Familien

in die Lehre und Forschung verbessert werden?

Anfangs dieses Jahres wurde zur Unterstützung der Qualitätsentwicklung

und Weiterentwicklung des Bachelorstudienganges,

der Forschung sowie des Aufbaus des

Masterstudienganges ein beratendes Organ gegründet.

Die Hauptaufgabe dieses Gremiums ist die Unterstützung

der Disziplin «Geburtshilfe» bei der Erreichung ihrer

Ziele. Nebst Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis und

Forschung ist auch eine dreifache Mutter, die sich in einer

Kindertagesstätte engagiert, im Beirat vertreten.

Sollen aber Frauen und ihre Familien vermehrt direkt in

die Curriculumsentwicklung, Lehre und Forschung einbezogen

werden, müssen finanzielle und personelle Mittel

aufgebracht werden, um die Menschen zu schulen, sie zu

befragen und Anpassungen vorzunehmen.

Aber es gibt auch Varianten, die unter den gegebenen

Bedingungen ohne grossen Aufwand umgesetzt werden

können. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, die

Beteiligung von betroffenen Frauen in den Fachforen

systematisch auszubauen.

Für den Aufbau des Masterstudiengangs besteht zudem

die grosse Chance, dass bereits in der Curriculumsentwicklung

Betroffene unter Berücksichtigung der gesundheitspolitischen

Prioritäten einbezogen werden.

Forschung

Claudia König, Leiterin Forschung & Entwicklung Hebammen,

Institut für Hebammen, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

(ZHAW), Winterthur, claudia.koenig@zhaw.ch

Wie werden Eltern in der Schweiz in die (Hebammen-)

Forschung einbezogen?

Der Einbezug von Müttern und ihren Familien ist bei uns

in der Forschung von grosser Wichtigkeit. Bei allen unseren

vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Projekten

sind die Bedürfnisse und Erfahrungen der Eltern

sogar von zentraler Bedeutung. Entsprechen werden mit

von der jeweiligen Thematik betroffenen Eltern Interviews

geführt. Beim einen Projekt geht es um das Erleben

einer medizinisch kritischen Situation in der ausserklinischen

Geburtshilfe. Das andere Projekt beschäftigt sich

mit dem Umgang mit der Diagnose, wenn ein ungebore-

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 7


nes Kind nicht überlebensfähig ist. Beim Projekt Family-

Start wurden Eltern in die Bedürfnisanalyse, in die Validierung

der Ergebnisse und auch bei der Lancierung des

neuen Betreuungsangebotes involviert.

Wie könnten sie in Zukunft verstärkt einbezogen werden?

Was wir zwar geplant, bisher noch nicht realisiert haben

ist, Eltern in die Themenfindung miteinzubeziehen. Ein

entsprechender Austausch soll aber sowohl in der Ausbildung,

Weiterbildung als auch in der Forschung stattfinden.

Dies ist wichtig, damit die für die Eltern zentralen

Fragen und Themen in der Forschungsagenda Niederschlag

finden.

Welche Aspekte / Themen müssten dabei berücksichtigt

werden?

Es gilt, was in der Forschung allgemein wichtig ist, den

Respekt und die Würde der betroffenen Personen, hier

also Eltern, zu wahren. Deshalb werden alle Forschungsprojekte

von einer Ethikkommission genehmigt, bevor

sie starten. Dies ist in der Hebammenforschung besonders

wichtig, weil sich Forschungsprojekte häufig mit

sensiblen Themen befassen. Das bedeutet, dass ein Austausch

mit Personen besteht, welche unter Umständen

traumatische Erfahrungen gemacht haben. Oft erleben

wir allerdings, dass die involvierten Eltern sehr dankbar

dafür sind, dass ihre Erfahrungen und Erlebnisse in den

Forschungsprojekten ernst genommen werden. Häufig

ist es Wunsch der Eltern, dass es anderen Familien in Zukunft

besser ergeht, als ihnen.

In welchen Bereichen braucht es dringend die Einbindung

der Eltern / wäre sie sehr hilfreich?

Wie bereits erwähnt, erachte ich es als sehr wichtig,

Eltern auch in der Definierung einer Forschungsagenda

miteinzubeziehen. Letztlich soll es ja Ziel der Hebammenforschung

sein, den Frauen und ihren Familien die für sie

bestmögliche Beratung und Betreuung anbieten zu können.

Wenn Eltern also die primäre Zielgruppe ist, wäre es

wichtig, dass sie in allen Schritten des Forschungsprozesses

miteinbezogen sind, damit ihre Bedürfnisse Eingang

finden.

Werden die Haltung / Bedürfnisse der Frauen / Eltern

in der Schweiz untersucht? Wenn ja, wie? Wenn nein,

was sind die möglichen Gründe?

Nach unserer Erfahrung ist der Stellenwert der Bedürfnisse

von Frauen und ihren Familien in der Schweiz eher

gering. Dies zeigt sich etwa in der Politik, wo Anliegen

für Frauen und Familien einen schweren Stand haben.

Dies zeigte kürzlich etwa die Ablehnung des Bundesbeschlusses

über die Familienpolitik. Es zeigt es sich aber

auch in der Forschungsförderung. Es hat sich erwiesen,

dass Projekte, welche sich bsp. mit der subjektiven Wahrnehmung

des Geburtserlebens oder von Entscheidungen

in Zusammenhang mit dem Geburtsprozess beschäftigen

schwierig zu finanzieren sind.

Die Fragen stellte Wolfgang Wettstein, Redaktor Hebamme.ch

Die Literaturangaben von Sue Brailey und Claudia König sind online unter

www.hebamme.ch › aktuell zu finden.

Wie Phoenix aus der Asche: die Partnerschaft

zwischen Frauen und Hebammen in Neuseeland

Prof. Dr. Valerie Fleming, Consultant, Institut für Hebammen, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Winterthur

Eine Änderung im Krankenpflegegesetz beendete 1971

die autonome Hebammentätigkeit in Neuseeland. Von

da an mussten ärztliche Fachpersonen alle Geburten

überwachen. Doch die Neuseeländerinnen wehrten sich:

sie gründeten 1978 die «Homebirth Association». Fünf

Jahre später schlossen sich Frauen und Hebammen

zusammen und gründeten die «Save the Midwives Association».

Die Gruppierungen engagierten sich fortan

gemeinsam mit Medienkampagnen und politischem

Lobbying für eine unabhängige Tätigkeit sowie öffentliche

Präsenz von Hebammen. In der Folge entstand 1989

das New Zealand College of Midwives mit Hebammen

und Frauen als Mitgliedern und innert weniger als zwei

Jahren war das Gesetzt erneut geändert. Hebammen

durften wieder frei praktizieren, Heute kann die Frau

wählen, ob eine Hebamme oder eine ärztliche Fachperson

für ihre Schwangerschaft und die Verwaltung ihrer

Versorgungspauschale zuständig sein soll.

Frauen und Hebammen bilden seither eine starke Gemeinschaft.

Die Hebammen werden alle drei Jahre einer

Qualitätskontrolle unterzogen und ihre Betreuung durch

die Frauen evaluiert. Diese gewachsene Partnerschaft

gibt dem Hebammenwesen auch im 21. Jahrhundert

Schub für die Weiterentwicklung.

8

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Fokus

Zur Qualität von Informationsmaterial:

Der Einbezug der

Zielgruppe

Am Beispiel der Terminüberschreitung möchten wir die Inhalte eines Merkblattes

für schwangere Frauen diskutieren und fragen, wie sogenannte patientinnenrelevante

Inhalte in Informationsmaterialien gelangen und ob deren Leserinnen

einen vollständigen Überblick über den aktuellen Forschungsstand erhalten.

Christine Loytved, Lübeck; Christiane Schwarz, Hannover; Bettina Berger, Herdecke (D)

Ein Weg durch die Flut von Informationsmaterial

Informationsmaterialien für Patientinnen sollten bestimmte

formale und inhaltliche Qualitätsstandards erfüllen.

Die Qualitätsstandards beziehen sich gemäss der

International Patient Decision Aids Standards (IPDAS)

u. a. auf die Verständlichkeit von Wort und Bild, auf die

Aktualität und Vollständigkeit der Studienlage sowie auf

die Berücksichtigung der Präferenzen der NutzerInnen

und der kulturellen Perspektive [10, 4]. In Deutschland

hat sich die ForscherInnengruppe um Ingrid Mühlhauser

an der Universität Hamburg intensiv mit diesem wichtigen

Baustein der evidenzbasierten Medizin auseinandergesetzt

und gezeigt, wie Studienergebnisse laienverständlich

dargestellt werden können [16, 4]. Es liegen derzeit in

Deutschland ein Minimalkonsens von Kriterien für evidenzbasierte

Patienteninformationen [7] und eine Anleitung

zur praktischen Umsetzung [15] vor. Im deutschsprachigen

Raum werden Zertifikate wie das der Health on

the Net Foundation (HON) für eher formale Kriterien einer

medizinischen Webseite vergeben.

Zur Terminüberschreitung haben Kerstin Furkert et al.

eine systematische Suche nach Informationsmaterialien

und Entscheidungshilfen für Schwangere unternommen

und sie sowohl nach den Kriterien des IPDAS zur Erstellung

von Entscheidungshilfen als auch nach den Kriterien

für evidenzbasierte Patienteninformationen [3] untersucht.

Die Arbeit ist eine Vorarbeit für ein Forschungsprojekt

der Universität Witten Herdecke unter der Leitung

von Bettina Berger, in dem es um die Erstellung

einer Entscheidungshilfe für Schwangere und Hebammen

geht (Publikation in Vorbereitung).

Teilnahme bei der Erstellung von Informationsmaterialien

Vertreterinnen der Zielgruppe – hier wären es Schwangere,

Vertreterinnen eines Frauengesundheitszentrums

oder einer Selbsthilfegruppe wie die AG Gestose-Frauen –

sollten bereits bei der Planung und Entwicklung einer

solchen Informationsquelle beteiligt werden. Zusätzlich

wäre zu ermitteln, ob es Studien zu der Frage gibt, welches

Informationsbedürfnis Schwangere zum Thema

Terminüberschreitung haben. Auf jeden Fall sollte das

erarbeitete Material einer Gruppe von Frauen, die der

Zielgruppe entsprechen, vorgelegt werden, bevor es allgemein

zirkuliert [1]. Es gibt in Deutschland einzelne

Beispiele, wie NutzerInnen in die Erstellung von Informationen

einbezogen werden (z. B. bei den Patienteninformationen

zu den Nationalen Versorgungsleitlinien). Wir

schauen uns in diesem Artikel das Online-Merkblatt

«Wenn die Geburt des Babys auf sich warten lässt» vom

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

(IQWiG) zur Terminüberschreitung näher an

[12]. Es erfüllt viele der Kriterien, die eine wertvolle Information

ausmachen. Auch eine Testung durch Nutzerinnen

wurde durchgeführt, wie die online verfügbaren

Informationen «Unsere Methode» unter Punkt 6.2 besagen.

Zusätzlich können Leserinnen online direkt zum

(

Abstrakt

Ein wichtiges Kriterium für die Güte einer

Information ist nebst den formalen Kriterien

der Einbezug der NutzerInnen einer solchen

Information. Am Merkblatt des Instituts für

Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

(IQWiG) mit Sitz in Köln zum

Thema «Termin überschreitung» wird dargestellt,

welche Schritte zur Einbindung der

späteren Leserinnen unternommen wurden.

An zwei möglichen Fragen von Schwangeren

wird exemplarisch aufgezeigt, wie schwierig

es ist, die inhaltliche Qua lität von Informationsmaterial

zu beurteilen. Es bleibt die

Frage bestehen, wie erkannt werden kann,

ob Studienergebnisse in ihrer erforderlichen

Breite diskutiert und ihre jewei ligen kulturellen

Kontexte berücksichtigt wurden.

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 9


Fokus

Merkblatt Stellung nehmen. Für die Schweiz und für Österreich

ist kein Informationsblatt einer vergleichbaren

Institution bekannt.

Mögliche Fragen

Es gibt keine Studie dazu, welche Informationsinhalte

sich Schwangere zum Thema Terminüberschreitung eigentlich

wünschen, daher formulieren wir hier mögliche

Fragen aus der Perspektive der Schwangeren.

1 Gibt es – neben den möglichen Nachteilen – für

Mutter und Kind einen Vorteil, wenn die Geburt eine

Woche nach dem Geburtstermin eingeleitet wird?

2 Bevorzugen Schwangere bei Überschreitung

des Termins eher eine Einleitung oder eine abwartende

Überwachung?

Wann einleiten?

Im Merkblatt und in der damit verlinkten speziellen

Gesundheitsinformation von 2012 «Überschreitung des

Geburtstermins: Wann wird eine Geburtseinleitung nötig?»

[11] wird dargelegt, dass eine Einleitung sieben Tage

nach dem Geburtstermin das Kind weniger gefährdet als

ein Abwarten (mit Überwachung). Hier stellt sich die

Frage, ob die gesamte relevante Literatur in diese Schlussfolgerung

eingeflossen ist. Es wird zwar das Ergebnis des

Reviews von Gülmezoglu et al. [6] in der überarbeiteten

Fassung von 2012 zitiert, es folgt aber keine Auseinandersetzung

mit der Review von Wennerholm et al. von 2009

[17], der die Studienauswahl von Gülmezoglu et al. in der

Fassung von 2009 kritisiert. Wennerholm et al. verwendeten

dieselben Studien und sortierten aber die Studien aus,

deren Daten vor 1980 erhobenen wurden, denn die damals

übliche Berechnung des Schwangerschaftsalters

ohne Ultraschall war zu unzuverlässig. Zudem berücksichtigten

sie nur Studien, die die Einleitung versus Abwarten

nach dem Termin und nicht bereits zum Termin

prüfen. So kommen Wennerholm und ihr Team zu einem

anderen Schluss: Die Einleitung zeigt keine erkennbaren

Vorteile, weder für die Mutter noch für das Kind. In der

überarbeiteten Fassung ihrer Review von 2012 variieren

Gülmezoglu et al. ihre Auswahl von Studien leicht, bleiben

jedoch bei ihrer Empfehlung von 2009. Eine Bewertung

dieser neuen Auswahl steht noch aus. Es stellt sich somit

die Frage nach der externen Validität, d.h. in diesem Fall

danach, welches der beiden Reviews dem Merkblatt zu

Grunde liegen sollte. Beide Arbeiten beanspruchen für

sich den höchsten Evidenzgrad. Auf die Widersprüchlichkeit

der Evidenz müsste auch in einer Patienteninformation

hingewiesen werden.

Wollen Schwangere warten?

Zur zweiten Frage wird im Merkblatt auf die Studie von

Heimstad et al. verwiesen [9]. Deren Ergebnis zeigt, dass

74 % von 508 Schwangeren (7 bis 14 Tagen nach ET) die

Einleitung dem Abwarten vorziehen. Diese Studie wurde

in Norwegen durchgeführt, in einem Land, in dem fast

alle Frauen mit Terminüberschreitung zentral in einer Klinik

auf die Geburt warten müssen. Schwangere entschieden

sich daher eher zwischen «schnell wieder zur Familie

Dr. rer. medic. Christine Loytved

Christine Loytved ist Hebamme, Gesundheitswissenschaftlerin

und Medizinhistorikerin in Lübeck,

Deutschland. Sie arbeitet derzeit als Dozentin an

Hebammenstudiengängen verschiedener Hochschulen

in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland.

Wilhelm-Stahl-Weg 7, D-23568 Lübeck

loytved@web.de

www.maternalhealth.de

Christiane Schwarz MSc

Christiane Schwarz ist Hebamme und Gesundheitswissenschaftlerin

(MSc) und arbeitet als Dozentin

an der Hebammenschule Hannover. Sie promoviert

an der Universität Witten/Herdecke zum Thema

«Entscheidungshilfe bei Terminüberschreitung».

Klinikum Region Hannover, ABiZ Hebammenschule

Roesebeckstr. 15, D-30449 Hannover

christiane.schwarz@krh.eu

Dr. phil. Bettina Berger

Bettina Berger ist Kultur- und Gesundheitswissenschaftlerin

und als Studienkoordinatorin zur Unterstützung

von Studien am Lehr- und Forschungszentrum

Herdecke tätig. Sie betreut die Arbeitsgruppe

«Terminüberschreitung» und die dort laufenden

Promotionen.

Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und

Anthroposophische Medizin der Universität Herdecke

Gerhardt-Kienle-Weg 4, D-58313 Herdecke

bettina.berger@uni-wh.de

zurück» und «noch länger allein in der Klinik warten». Eine

Studie aus Österreich [8] besagt genau das Gegenteil: 74 %

von 593 Schwangeren (7 bis 14 Tagen nach ET) wollten

die abwartende Beobachtung. Sie wird im Merkblatt

nicht zitiert. Das Ergebnis einer Studie sollte auf die Zielgruppe,

für die die Information geschrieben ist, übertragbar

sein [10]. An diesem Beispiel zeigt sich, wie wichtig es

ist, Studien auch im eigenen Land anzuregen, bzw. den

kulturellen Kontext einer Studie angemessen zu berücksichtigen.

Was tun in der Informationsflut?

Wir haben mögliche Wege aufgezeigt, wie Schwangere

bei der Erstellung von Informationsmaterial teilnehmen

und die ihnen wichtigen Inhalte einbringen können. In

Ländern wie Grossbritannien oder den Niederlanden ist

dies bereits gängige Praxis, die ausbaufähig ist [5, 2]. In

der Schweiz, Österreich sowie in Deutschland sollte ein

klar umrissener Weg gestaltet werden, wie die Nutzerin-

10

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


nen der Informationen an der Auswahl und Darstellung

der Inhalte beteiligt werden können. Vorarbeiten von

Sänger et al. sind dabei hilfreich [14]. Selbsthilfegruppen,

wie sie bspw. im European Network of Childbirth Associations

organisiert sind, könnten die Ansichten von

Schwangeren sammeln und formulieren.

Am Beispiel eines Merkblattes des IQWiGs haben wir auf

die Aspekte der externen Validität und des kulturellen

Kontextes aufmerksam gemacht. Damit gehen wir mit

der Kritik [13] an den Zertifikaten konform, die eine stärkere

Ausrichtung an den Interessen von Patientinnen

fordert. Nach langer Diskussion hat man sich in Deutschland

dagegen entschieden, ein Gütesiegel für Patienteninformationen

zu erstellen, welches neben den formalen

Kriterien auch die Qualität der Studien und die Studienlage

sowie der Literaturrecherche beurteilt.

Die Forderung bleibt bestehen, dass eine wertvolle Informationsquelle

sich nicht nur durch eine gute Darstellungsart

auszeichnen, sondern auch folgende drei Fragen

beantworten sollte:

– Wurden die Bedürfnisse der Zielgruppe berücksichtigt?

– Wurden alle wesentlichen Forschungsergebnisse

berücksichtigt?

– Können diese Ergebnisse auf die Situation der Leserin

übertragen werden?

(

A propos de la qualité du matériel d’information:

l’implication d’un groupe-cible

Un critère essentiel pour apprécier la qualité

d’une information, c’est d’estimer, à côté du

critère formel, l’implication des utilisatrices

dans cette information. Dans le dépliant

sur le thème du «Dépassement de terme»,

qui a été élaboré par l’Institut pour la qualité

et l’efficacité dans les soins de santé (IQWiG)

dont le siège est à Cologne, sont précisées

les étapes qui permettont aux lectrices ultérieures

de se sentir impliquées. Pour deux

questions que pourraient poser les femmes

enceintes, les auteures montrent, à titre

d’exemple, combien il est difficile d’évaluer

la qualité du contenu de l’information.

Une question reste en suspens, à savoir si

les résultats des études scientifiques peuvent

être largement discutés dans ce genre

de document et pris en considération dans

les contextes culturels respectifs.

Die Literaturangaben sind online unter www.hebamme.ch ›

aktuell zu finden. Bei Nachfragen zum Artikel wenden Sie sich

bitte an Christine Loytved.

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Neues aus Wissenschaft und Forschung

Trauerfälle während der Schwangerschaft und

das Risiko der Totgeburt: Eine landesweite Kohortenstudie

in Schweden

Maternal Bereavement During Pregnancy and the Risk of Stillbirth: A Nationwide Cohort Study

in Sweden

Krisztina D. László, Tobias Svensson, Jiong Li, Carsten Obel, Mogens Vestergaard, Jørn Olsen, and Sven Cnattingius. Am J Epidemio 2013, 177 3 219–227

Zunehmende Evidenz weist darauf hin, dass Stress während

der Schwangerschaft das Geburtsoutcome beeinflussen

kann. In einer landesweiten schwedischen Studie,

die knapp 3 Millionen Geburten im Zeitraum von 1973 –

2006 berücksichtigte, wurde untersucht, ob Trauerfälle

während der Geburt zu einem erhöhten Totgeburtrisiko

in Verbindung stehen.

Indem individuelle Einträge verschiedener Bevölkerungsregister

miteinander verknüpft wurden, konnten

Informationen zu demografischen, gesundheits- und

schwangerschaftsbezogenen Faktoren und Todesfällen

von Verwandten ersten Grades von Schwangeren gewonnen

werden. In der Kohorte gab es 11 071 Totgeburten

(3.8 auf 1000 Geburten). Nachdem die Daten

bezüglich anderen potenziellen Einflussfaktoren bereinigt

wurden, kann gesagt werden, dass Mütter, die im

Jahr vor oder während der Schwangerschaft einen Verwandten

ersten Grades verloren hatten, ein 18 % höheres

Risiko einer Totgeburt hatten als diejenigen, die

keinem Trauerfall ausgesetzt waren (95% Konfidenzintervall

(CI): 1.06, 1.31). Entsprechende Risikoratios waren

1.67 (95 % CI: 1.18, 2.36) bei Verlust eines älteren Kindes,

2.06 (95 % CI: 1.44, 2.94) beim Verlust eines Geschwisters

und 1.07 (95 % CI: 1.44, 2.94) bei Verlust eines Elternteiles.

Ob der Tod der/des Verwandten erwartet oder unerwartet

war, hatte ebenso keinen Einfluss auf die Stärke

des Zusammenhangs zwischen Trauer und Totgeburt

ebenso wie der Todeszeitpunkt.

Der Tod einer/eines engen Verwandten ist eine der

stärksten Stressquellen und die zukünftige Forschung

sollte sich der Frage annehmen, ob weniger starke, aber

häufigere Stressquellen das Risiko einer Totgeburt ebenfalls

erhöhen.

Übersetzung: Wolfgang Wettstein, Redaktor Hebamme.ch

Die Mutter weiss es am besten: Entwicklung

einer konsumentinnengeleiteten und evidenzfundierten

Forschungsagenda für die Mutterschaftsbetreuung

Mother knows best: Developing a consumer led, evidence informed, research agenda for

maternity care.

Cheyne H., et al. (2012) Midwifery http://dx.doi.org/10.1016/j.midw.2012.06.015

Die Grundsätze der evidenzbasierten Praxis und des

Einbezugs der Konsumentinnen und Konsumenten im

Gesundheitswesen sind inzwischen gut etabliert. Hingegen

werden die Betroffenen kaum gefragt, welche

Evidenzen wirklich nötig wären. Dies kann zu einer Diskrepanz

zwischen der Forschungstätigkeit und den

wichtigen Themen derer führen, die das Gesundheitssystem

nutzen. Besonders in der Mutterschaftsbetreuung

kann dieser Gegensatz zum Tragen kommen, wenn

die Prioritäten der krankheitsfokussierten Forschungsfinanzierung

nicht die Aspekte der Betreuung einbeziehen,

die wichtig sind für die Mehrheit der Frauen. Eine

Zusammenarbeit mit den Dienstleistungsnutzerinnen

und -nutzern, um zukünftige Forschungsfragen zu generieren,

könnte zu einer mehr frauenzentrierten Forschung

führen.

Ziel

Zusammen mit Gruppen von Müttern Forschungsfragen

entwickeln, die deren Belange und Interessen abdecken;

diese Forschungsfragen breit zugänglich machen, damit

sich frauenfokussierte Mutterschaftsforschung entwickeln

kann.

Methode

Für dieses Projekt wurde ein dreiphasiger Partizipationsansatz

verwendet. In einem Sample von diversen Ortschaften

in Schottlandnahmen zwölf bestehende Gruppen

mit je 8 bis 20 Müttern teil, welche die Dienste der

Mutterschaftsbetreuung nutzten. Jede dieser Gruppen

traf sich zweimal. Beim ersten Treffen wurden in Gruppendiskussionen

Themen und Fragestellungen bestimmt.

Daraufhin wurde eine schnelle Literaturreview zu den

Themen durchgeführt und ein Grundlagendokument für

12

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


die zweite Gruppendiskussion erstellt. Im zweiten Treffen

priorisierte die Gruppe die Themenbereiche und Fragestellungen

mittels einer angepassten Nominal Group

Technique.

Resultate

Die Analyse ergab Kernthemen und -fragestellungen, die

von mehreren Gruppen auf die Liste gesetzt worden waren.

Darauf basierend wurde die «Top 10» der prioritären

Themen erstellt, die Aspekte der postnatalen und der

antenatalen Betreuung, Kommunikation und Informationsvermittlung

sowie des Risikos beinhaltete. Insgesamt

wurden von den Frauen etwa 200 Fragen gestellt,

wie: Welchen Einfluss hat ein negatives Geburts erlebnis

auf die physische und psychische postnatale Gesundheit?

Was macht gute Geburtsvorbereitungskurse aus?

Welche Wirkung hat es auf die Frau, wenn sie unter der

Geburt das Gefühl hat, man höre ihr nicht zu? Wie können

Väter wirksam vorbereitet werden, damit sie mit den

Wehen und der Geburt umgehen und ihre Partnerin unterstützen

können?

Diskussion

Dieses Projekt zeigt, dass Frauen sehr wohl fähig sind, relevante

Forschungsfragen zu definieren, wenn sie die

Möglichkeit dazu erhalten und adäquat unterstützt werden.

Obwohl sehr unterschiedliche Themen vorgebracht

wurden, gab es doch erstaunliche Konsensbereiche und

klare Prioritätsfelder, die für die Entwicklung einer frauenzentrierten

Forschung genutzt werden sollten.

Übersetzung: Wolfgang Wettstein, Redaktor Hebamme.ch

Weder Patient, noch Besucher: Eine Metasynthesis über

den Umgang von Vätern mit Schwangerschaft, Geburt und

Mutterschaftspflege

Not-patient and not-visitor: A metasynthesis fathers’ encounters with pregnancy, birth and

maternity care

Mary Steen, PhD, MCGI, RM (Professor of Midwifery), Soo Downe, PhD, MSc, RM (Professor of Midwifery/Director of ReaCH), Nicola Bamford,

RM, BSc Hons (Research Midwife), Leroy Edozien, FRCOG (Consultant Obstetrician and Gynaecologist) Midwifery 28 (2012) 422–431

Einführung

Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass die aktive Beteiligung

des Vaters bei der Mutterschaftspflege positive

Langzeitwirkung in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht

für Mutter, Kind und Familie hat. Die Erwartungen und

Erfahrungen von zukünftigen und frischen Vätern an die

Mutterschaftspflege wurden bis anhin allerdings kaum

berücksichtigt.

Zweck der Studie

In einer qualitativen Studie sollen die Ansichten und Erfahrungen

von Vätern, die Mutterschaftspflege in einer

ressourcenreichen Umgebung erlebt haben, identifiziert

und dargestellt werden.

Methoden

Mit einer vordefinierten Suchstrategie wurden die relevanten

Datenbanken nach Papers durchsucht, die zwischen

Januar 1999 und Januar 2010 publiziert worden

sind. Zudem wurde den Literaturangaben dieser Papers

nachgegangen. Berücksichtigt wurden qualitativ hochstehende

qualitative Studien, die die Beteiligung der

Väter in der Mutterschaftspflege während Schwangerschaft,

Geburt und bis zu 6 Monaten nach der Geburt in

ressourcenreichen Ländern erforschten. Bezüglich Sprachen

gab es keine Einschränkungen.

Analytische Strategie: Die Analyse basierten wir uns auf

die meta-ethnografischen Techniken von Noblit und Hare

(1988) in der Version von Downe et al. (2007).

Resultat

Die Suchstrategie ergab 856 Papers, wovon wir 23 in unserer

Studie berücksichtigten. Als Themen kristallisierten

sich Risiko und Unsicherheit («Emotionelle Achterbahn»),

Ausschluss («Es ist kein Zuschauersport»), Angst und

Frustration («Ich muss mit deinen Fehlern umgehen lernen»),

Ideal und Realität («Die Liebe ist noch da, aber es

ist nicht mehr wie vorher»), Fragen zu Unterstützung

(«All die Emotionen ausgleichen») sowie Veränderung erfahren

(«Als Mensch wachsen») heraus.

Synthese

Väter definieren sich als «Partner und Elternteil», sie

erfahren sich in den Mutterschaftspflegeinstitutionen

allerdings als «weder Patient, noch Besucher». Somit

befinden sie sich gefühlsmässig und physisch in einem

undefinierten Zwischenraum und fühlen sich in der

Konsequenz ausgeschlossen und verängstigt.

Schlussfolgerungen

Väter können ihre Partnerinnen in ihrem Streben nach

einem idealen Übergang zu einer erfolgreichen Schwangerschaft,

erfreulichen Geburt und einem positiven Erlebnis

der Elternschaft nicht wirksam unterstützen wenn

sie nicht auf die realen Risiken und Unsicherheit während

Schwangerschaft, Wehen und Elternschaft vorbereitet

sowie selber unterstützt und einbezogen werden.

Übersetzung: Wolfgang Wettstein, Redaktor Hebamme.ch

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 13


Neues aus den Fachhochschulen

Praxismodul Forschung

im Rahmen des Bachelorstudienganges

Hebamme

Heute kann eine Studierende während des Regelstudiums praktische Erfahrungen

im Arbeitsfeld «Forschung» sammeln und damit ihr Studium abschliessen.

Bedingung dafür ist, dass die geforderten Betreuungszahlen gemäss EU-Richtlinien

in den vorgängigen Praxismodulen erreicht sind. Katrin Burkhardt hat als erste

Studierende des verkürzten Bachelorstudiengangs Hebamme für Pflegefachpersonen

das Praxismodul «Forschung» erfolgreich abgeschlossen. Für sie war es

das vierte und letzte Praxismodul. Welche Erfahrungen und Erkenntnisse

Katrin Burkhardt in ihre berufliche Zukunft mitnimmt, erzählt sie an dieser Stelle

gleich selbst.

Katrin Burkhardt und Katharina Tritten Schwarz, BFH, Bern

Schon während des Theoriestudiums an der BFH war ich

sehr interessiert, Hintergründe und Zusammenhänge der

verschiedenen Forschungstätigkeiten zu verstehen. Deshalb

hat mir der wissenschaftliche Unterricht sehr gefallen.

Dort konnte ich den Umgang mit der Forschungsliteratur

erlernen und die Relevanz der Ergebnisse für die

Praxis einschätzen. Als ich dann die Möglichkeit erhielt,

ein Praktikum in der Abteilung Angewandte Forschung

und Entwicklung, Dienstleistung zu absolvieren, wollte

ich diese Chance nutzen.

Ich hatte Einblick in verschiedene Tätigkeiten und konnte

in Teilbereichen mitarbeiten. Am meisten war ich in eine

Pilotstudie involviert, in der erforscht wurde, wie betroffene

Frauen die Betreuung während Schwangerschaft,

Geburt und Wochenbett erlebt haben und wie sie ihre

Gesundheit dabei einschätzen. Ich arbeitete bei der Datenauswertung

mit und schrieb zudem, mit Unterstützung

von Ans Luyben, Leiterin Angewandte Forschung

und Entwicklung Geburtshilfe BFH, als Co-Autorin einen

Artikel für die Hebamme.ch (April 2013) und eine Zusammenfassung

der Resultate für die teilnehmenden

Frauen.

Das andere Projekt, an dem ich mitarbeitete, war ein

Dienstleistungsauftrag eines Praxispartners. Dort war

ich von Anfang an bei der Projektplanung involviert und

konnte so den Ablauf eines Auftragsprojekts kennenlernen.

Anschliessend konnte ich die deutschsprachigen

Telefoninterviews führen und mit Unterstützung einer

Ernährungswissenschaftlerin, die auch in diesem Projekt

mitarbeitete, die Interviews codieren. Interviews führen

und codieren war etwas ganz Neues für mich. Bei den Telefoninterviews

fand ich es wichtig, dass ich wirklich das

aufschrieb, was die Teilnehmenden gesagt haben und

nicht das, was ich glaubte gehört zu haben. Beim Codieren

bestand die Herausforderung darin, die Kernaussage

aus einer Antwort herauszufiltern und anschliessend auf

eine abstraktere Ebene zu bringen, so dass sie mit den

Antworten anderer Teilnehmenden vergleichbar sind.

Zudem konnte ich Ans Luyben zu verschiedenen Anlässen

(u.a. Workshop für freiberufliche Hebammen, Tagung

«2. Zukunftswerkstatt» und Projektintervision) begleiten,

was mir einen umfassenden Einblick in das Arbeitsfeld

ermöglicht hat.

Das Praktikum war für mich eine neue Berufserfahrung,

denn dadurch habe ich einen anderen Einblick in meine

Arbeit erhalten. Ich konnte andere Tätigkeiten im Berufsfeld

der Hebamme erleben. Durch diese praktische

Forschungserfahrung fühle ich mich gestärkt in meiner

Berufsrolle als Hebamme und kann meine Arbeitsweisen

noch besser begründen. Vielleicht war dies ja auch

der Ausgangspunkt für weitere wissenschaftliche Arbeiten

oder gar ein Masterstudium.

Bachelorstudium Hebamme

Auch weiterhin werden Forschungspraktika für angehende

Hebammen Teil des Regelstudiums sein. Mit diesem

Angebot wird der Zugang zu einem neuen Berufsfeld

für Hebammen schon während des Studiums eröffnet.

Katrin Burkhardt

Bachelor of Science BFH Hebamme

Katharina Tritten Schwarz

Verantwortliche Praxisausbildung,

Bachelorstudiengang Hebamme,

Berner Fachhochschule

14

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Verband • Fédération

Gleiche Kostengewichte

für Geburtshäuser und Spitäler

Die Interessengemeinschaft der Geburtshäuser in der

Schweiz (IGGH-CH®) und der Schweizerische Hebammenverband

(SHV) hatten dem Verwaltungsrat der SwissDRG AG

am 31. Oktober 2012 den Antrag gestellt, einheitliche Kostengewichte

für die Geburtshäuser und Spitäler festzulegen.

In den bisherigen Versionen der SwissDRG-Tarifstruktur

waren die Kostengewichte der Geburtshäuser ca. 20 % tiefer

als diejenigen der Spitäler. Dies widerspricht aus Sicht der

IGGH-CH® und des SHV dem Grundsatz des DRG-Systems,

dass für die gleiche Leistung der gleiche Preis bezahlt werden

soll. Der Verwaltungsrat der SwissDRG AG hat dem Antrag

des SHV und der IGGH-CH® Ende Februar 2013 zugstimmt.

In der Version 3.0 der SwissDRG-Tarifstruktur werden in den

für die Geburtshilfe relevanten Fallgruppen die Kostengewichte

für alle Leistungserbringerkategorien identisch ausgewiesen.

Die IGGH-CH® und der SHV sind froh, dass dieser

Systemfehler ab nächstem Jahr behoben wird.

Doris Güttinger, SHV-Geschäftsführerin

Jeder Fallgruppe (DRG) wird ein empirisch ermitteltes,

relatives Kostengewicht zugeordnet, das den durchschnittlichen

Behandlungsaufwand der betreffenden Fallgruppe beschreibt.

Pikettentschädigung für Geburtsund

Wochenbettbetreuung

durch frei praktizierende Hebammen

(fpH)

Einführung/Antrag Delegiertenversammlung 2011

Die Sektion Zürich und Umgebung hat an die Delegiertenversammlung

(DV) 2011 den Antrag gestellt, die Pikettentschädigung

für Geburts- und Wochenbettbetreuung durch

frei praktizierende Hebammen (fpH) zu regeln. Dieser wurde

von den Delegierten angenommen. Die Sektion Zürich und

Umgebung fordert mit ihrem Antrag den SHV auf, den Ist-

Zustand der Pikettentschädigung gesamtschweizerisch zu

erheben und eine nationale Strategie zur adäquaten Entschädigung

des Pikettdienstes für Geburts- und Wochenbettbetreuung

durch fpH zu erarbeiten. Dabei geht es um

folgende Teilbereiche:

– Definition der Pikettdienstleistung

– Höhe und weitere Modalitäten der Entschädigung

– Mögliche und gewünschte Kostenträger

– Erstellen eines Argumentariums

– Vorgehen zur Erreichung der Pikettentschädigung

Pikettentschädigung historisch betrachtet

Historisch gesehen waren Gemeinden oder Kantone dafür

besorgt, die Abdeckung ihres Gebietes mit Hebammenleistungen

sicherzustellen. Hierfür wurden Hebammen verpflichtet,

jederzeit zur Verfügung zu stehen und es wurde ihnen – je

nach Region – eine jährliche Pauschale oder eine Vergütung

pro Geburt bezahlt.

Aus jener Zeit stammt denn auch der Begriff «Wartgeld»

oder «Wartegeld». Diese althergebrachte Regelung kann als

einer der Gründe dafür angesehen werden, weshalb die Pikett-

Schweizerischer Hebammenverband SHV | Fédération suisse des sages-femmes FSSF | Federazione svizzera delle levatrici FSL | Federaziun svizra da las spendreras FSS

Präsidentin | Présidente

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5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 15


Verband • Fédération

entschädigung im Tarifvertrag zwischen dem SHV und santésuisse

vom 28. Dezember 1995 explizit ausgeschlossen wurde.

Unter Art. 2 Abs. 1 ist dort vermerkt: «Nicht berücksichtigt ist

der Bereitschaftsdienst um den Zeitpunkt der Geburt bzw.

der Wochenbettpflege.» Die Genehmigung des Tarifvertrages

durch die Kantone hat zur Folge, dass die Pikettentschädigung

der frei praktizierenden Hebammen zusätzlich geregelt werden

muss.

Gesetzliche Ausgangslage

Was als Mutterschaft gilt und im entsprechenden Umfange

zu entschädigen ist, legt Art. 29 KVG fest. Dieser Artikel

schliesst die Pikettzeit für Hebammen nicht ausdrücklich aus,

er regelt sie aber auch nicht positiv. Da die soziale Krankenversicherung

gemäss Art. 34 KVG nur bezahlen darf, was an

Leistungen (u.a.) in Art. 29 KVG umschrieben ist, ist sie nicht

befugt, Pikettentschädigungen bei Mutterschaft zu bezahlen.

Das dürfte ein weiterer Grund sein, weshalb im Vertrag

zwischen santésuisse und dem SHV gemäss Art. 2 Abs. 1 der

Bereitschaftsdienst ausdrücklich von den Leistungsvergütungen

ausgeschlossen ist. Solche Vergütungen dürften allerdings

im Rahmen von Zusatzversicherungen abgedeckt werden.

Wie Mutterschaft umschrieben ist, die gemäss KVG zur

Entschädigungspflicht führt, ist grob auch in Art. 5 ATSG (Allgemeiner

Teil des Sozialversicherungsrechts) umschrieben.

Dies führt dazu, dass die Krankenversicherungen gemäss KVG

nicht verpflichtet werden können, Pikettdienste von Hebammen

zu entschädigen.

Umgekehrt bedeutet dies aber nicht, dass eine solche Entschädigung

infolge des Tarifschutzes gemäss Art. 44 KVG ausgeschlossen

wäre. Im Gegenteil: Tarifschutz nach Art. 44 KVG

bedeutet lediglich, dass «für Leistungen nach diesem Gesetz

keine weiteren Vergütungen berechnet» werden dürfen. Insofern

Leistungen ausserhalb des gesetzlich umschriebenen

Leistungsbereichs erbracht werden, sind diese selbstverständlich

zu entschädigen – von wem auch immer. Das gilt

unabhängig davon, ob ein Kanton oder eine Gemeinde verpflichtend

festhält, eine Hebamme müsse rund um einen

errechneten Geburtstermin abrufbereit sein. Eine solche

Verpflichtung bedeutet lediglich, dass der Kanton oder die

Gemeinde alsdann mit in der Pflicht stehen, für die finanzielle

Abgeltung zu sorgen. Sinnvoll ist daher zweifellos ein direktes

Engagement von Kantonen und / oder Gemeinden.

Kommen weder Gemeinde noch Kanton für die Pikettentschädigung

auf, so kann die Hebamme diese der Frau in Rechnung

stellen. Allerdings setzt eine solche Verrechnung voraus,

dass die Hebamme die Frau ausdrücklich darüber informiert

(siehe Tarifvertrag Art. 2 Abs. 3).

Definition der Pikettdienstleistung

Weil die Geburt und die Wochenbettbetreuung zeitlich nicht

geplant werden können, steht die Hebamme für die Betreuung

einer Frau während der Geburt zuhause, in einem Geburtshaus

oder im Spital mit einer Beleghebamme und für

die Betreuung einer Frau nach der Geburt in Abruf-Bereitschaft.

Dabei handelt es sich um einen Zeitraum von maximal

drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und

weiteren zwei Wochen, wenn das Kind nach dem errechneten

Termin auf die Welt kommt, sowie die 10 Tage während

der eigentlichen Wochenbettbetreuung.

Der Begriff der Inkonvenienz-Entschädigung ist in diesem

Zusammenhang zu diskutieren, da er üblicherweise in anderem

Zusammenhang (etwa bei Drecksarbeit in Kanalisation

und dergleichen) verwendet wird.

Ausgangslage nach Kantonen

Der SHV hat im September 2011 bei den Sektionen eine Umfrage

bezüglich der Regelungen der Pikettentschädigung

in den einzelnen Kantonen gemacht.

In den neun Kantonen BL, BS, GL, NW, OW, SH, SZ, TG und

ZH bezahlen Kanton oder Gemeinden (teilweise) eine Pikettentschädigung.

Diese variiert bei der Bereitschaft für die Geburt

zwischen CHF 200.– (BS, SH, TG, ZH) und 650.– (BL), bei

der Bereitschaft für die Wochenbettbetreuung zwischen

CHF 115.– (SH, ZH) und 325.– (BL).

In den übrigen Kantonen verlangen die Hebammen die Pikettentschädigung

(teilweise) von den Eltern. Diese variiert bei der

Bereitschaft für die Geburt zwischen CHF 200.– und 400.–, bei

der Wochenbettbetreuung zwischen CHF 115.– und 195.–.

Berechnungsmodell

Recherchen haben ergeben, dass es lediglich eine Berechnungsgrundlage

aus dem Jahre 1997 gibt. Diese entspricht

jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der SHV hat

deshalb den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) beauftragt,

ein Berechnungsmodell für die Pikettentschädigung

der frei praktizierenden Hebammen zu erstellen.

Modalitäten

Die Pikettentschädigung für die Betreuung während der Geburt

resp. für die Betreuung im Wochenbett wird in Form

einer Pauschale abgegolten und steht allen Hebammen, welche

über eine Berufsausübungsbewilligung verfügen, zu. Die

Pauschale bleibt gleich hoch, unabhängig davon, ob die Geburt

zuhause oder im Geburtshaus stattfindet, ob die Frau

ambulant entbindet, ein paar Tage stationär bleibt oder einen

längeren Spitalaufenthalt hat und unabhängig davon, ob sich

die Frau voranmeldet oder sich kurzfristig eine Hebamme

sucht. Die Pauschale ist auch dann in der ganzen Höhe geschuldet,

wenn aus medizinischen, organisatorischen oder

anderen Gründen keine Betreuung durch die Hebamme stattfindet,

denn die Hebamme hat sich die Zeit für die angemeldete

Betreuung reserviert und freigehalten.

Argumentarium

Die Pikettentschädigung ist Bestandteil des Hebammenhonorars.

Sie wurde im Vertrag mit santésuisse jedoch explizit

ausgeschlossen mit der Begründung, die Pikettentschädigung

werde von den Gemeinden abgegolten. Solche Pikettdienste

sind jedoch in jedem Falle zu entschädigen. Verlangt das öffentliche

Gemeinwesen im Rahmen der Sicherstellung der

Grundversorgung eine solche Bereitschaft, steht dieses auch

in einer finanziellen Verpflichtung. Gibt es keine öffentlichrechtliche

Regelung dazu, ist der zeitliche Umfang eines solchen

Pikettdienstes mit der werdenden Mutter zu besprechen

und von ihr auch zu bezahlen.

Empfehlung an die Sektionen

Der Flickenteppich, wonach Kantone und Gemeinden die

Pikettentschädigung sehr unterschiedlich handhaben, ist tatsächlich

unbefriedigend, liegt aber in der Natur der Sache,

weil keine ausdrückliche eidgenössische Regelung dazu vor-

16

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


liegt. Der SHV empfiehlt seinen Sektionen deshalb, mit den

Kantonen in Verhandlung zu treten, um die Pikettentschädigung

der frei praktizierenden Hebammen zu regeln.

Das Berechnungsmodell für die Pikettentschädigung für frei praktizierende

Hebammen ist auf der SHV-Website aufgeschaltet.

www.hebamme.ch › Bereich für Mitglieder › fpH allgemein

Der Zentralvorstand

Artikel 33: Heilmittelgesetz (HG)

Zweck von Art. 33 HG ist, einen Teilaspekt der Arzneimittelsicherheit

zu gewährleisten. Die Norm soll verhindern, dass

Leistungserbringende sich bei der Verschreibung und Abgabe

von Medikamenten beeinflussen lassen von sachfremden

Gesichtspunkten. Die Therapiequalität soll sichergestellt

werden. Patientinnen und Patienten sollen die optimalen

Medikamente erhalten.

Im Zentrum der aktuellen Diskussion um Art. 33 HG stehen

Rabatte zu Gunsten von Leistungserbringenden. Da Hebammen

Personen sind, die Arzneimittel verschreiben oder abgeben,

manchmal auch beides, fallen sie prinzipiell unter

Art. 33 HG.

Art. 33 HG ist für Hebammen, die ethische Minimalstandards

einhalten, von sehr geringer Bedeutung: Sie sind nämlich

bereits von Art. 56 KVG theoretisch gehalten, Rabatte an

die Klientin weiterzugeben, soweit Arzneien betroffen sind,

die durch die obligatorischen Krankenpflegeversicherungen

übernommen werden. Soweit Hebammen andere Medikamente

abgeben, fallen sie unter Art. 33 HG. Rabatte sind in

einer durchschnittlichen Hebammenpraxis zulässig, da sie

dort regelmässig unter Art. 33 Abs. 3 HG fallen. Art. 33 HG

selbst enthält keine Vorschrift, wonach solche Rabatte weiterzugeben

oder offenzulegen seien. Ob diese Pflicht besteht,

ist in der Auslegung von Art. 33 HG umstritten. Fakt ist

aber, dass frei praktizierende Hebammen nicht im Fokus der

Behörde, die die Einhaltung von Art. 33 HG überwacht, also

der Swissmedic, stehen.

Was übrigens die Weitergabe von Rabatten im Rahmen der

obligatorischen Krankenpflegeversicherung betrifft – also

von Art. 56 KVG –, ist allgemein bekannt, dass eine solche Rabattweitergabe

nicht stattfindet und Art. 56 KVG keine Wirkung

entfaltet. Dieser Zustand wird offensichtlich von allen

Akteuren im Gesundheitswesen, insbesondere den Krankenkassen,

geduldet – auch dort, wo Leistungserbringende davon

profitieren, die ein Mehrfaches der freipraktizierenden Hebammen

verdienen.

Autorin: Dr. Kathrin Kummer, Verbandsjuristin

Mêmes poids relatifs de coûts

(«cost-weight») pour les maisons

de naissance et les hôpitaux

L’Association suisse des maisons de naissance (IGGH-CH®) et

la Fédération suisse des sages-femmes (FSSF) ont adressé, en

date du 31 octobre 2012, au conseil d’administration de

SwissDRG SA, une demande visant à fixer des poids relatifs

de coûts uniformes pour les maisons de naissance et les hôpitaux.

Jusque-là, les diverses versions de la structure tarifaire

SwissDRG prévoyaient pour les maisons de naissance

des poids relatifs de coûts inférieurs d’environ 20 % à ceux

des hôpitaux. De l’avis de l’IGGH-CH® et de la FSSF, cette

situation est en contradiction avec le principe du système

DRG, à savoir: à prestations égales, prix égaux. Le conseil

d’administration de SwissDRG SA a accepté la demande de

la FSSF et de l’IGGH-CH® à la fin février 2013. Pour tous

les groupes de cas relevant de l’obstétrique, les poids relatifs

de coûts seront donc identiques pour toutes les catégories

de fournisseurs de prestations dans la version 3.0 de la structure

tarifaire SwissDRG. L’IGGH-CH® et la FSSF se réjouissent

d’apprendre que cette erreur de système sera corrigée dès

l’année prochaine.

Doris Güttinger

Secrétaire générale FSSF

On attribue à chaque groupe de cas (DRG) un poids relatif de coûts

(«cost-weight») qui est obtenu de façon empirique et décrit les dépenses

moyennes liées au traitement pour le groupe de cas correspondant.

Indemnité de garde pour le suivi

d’accouchement et de postpartum

par les sages-femmes

indépendantes (sfi)

Introduction / proposition lors de l’Assemblée

des déléguées 2011

La section Zurich et environs a présenté, lors de l’Assemblée

des déléguées (AD) 2011, la proposition visant à régler l’indemnité

de garde pour le suivi d’accouchement et de postpartum

par les sages-femmes indépendantes (sfi). Celle-ci

a été acceptée par les déléguées. La proposition demande à

la FSSF d’établir au plan suisse quelle est la situation concernant

l’indemnité de garde et d’élaborer une stratégie nationale

en vue d’une indemnisation adéquate du service de

garde pour le suivi d’accouchement et de post-partum par

les sfi. Cette tâche comprend les aspects suivants:

– Définition de la prestation du service de garde

– Montant et autres modalités de l’indemnité

– Répondants des frais possibles et souhaités

– Elaboration d’un argumentaire

– Manière de procéder pour obtenir cette indemnité

de garde

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 17


Verband • Fédération

Historique de l’indemnité de garde

Comme le montre l’histoire, il était de coutume que les communes

ou les cantons s’assurent que leur territoire était

couvert par les prestations des sages-femmes. A cet effet,

les sages-femmes devaient être disponibles en permanence

et on leur payait, selon la région, un forfait annuel ou une

indemnité par accouchement.

C’est de cette époque que vient le terme «honoraires d’attente».

Cette ancienne réglementation peut être considérée

comme l’une des raisons pour lesquelles l’indemnité de

garde a été explicitement exclue de la convention tarifaire

du 28 décembre 1995 entre la FSSF et santésuisse. A l’art. 2

al. 1, on peut lire la remarque: «Le service de garde au moment

de l’accouchement ou des soins post-partum n’est pas

pris en compte.» L’approbation de la convention tarifaire par

les cantons a, de ce fait, pour conséquence que l’indemnité

de garde des sages-femmes indépendantes doit être réglée

séparément.

Situation juridique

L’art. 29 LAMal précise ce qui est pris en charge en cas de maternité

et dans quelle mesure. Cet article n’exclut pas expressément

le temps de garde pour les sages-femmes mais

il ne le règle pas non plus. Comme, selon l’art. 34 LAMal,

l’assurance-maladie sociale ne peut prendre en charge que

les prestations décrites (notamment) à l’art. 29, elle n’est

pas tenue de payer des indemnités de garde en cas de maternité.

Il pourrait s’agir là d’une autre raison pour laquelle

le service de garde a expressément été exclu des prestations

rémunérées dans la convention entre le Concordat des assureurs-maladie

et la FSSF, à l’art. 2, al. 1. Cela dit, de telles

indemnisations pourraient être couvertes par les assurances

complémentaires. La manière dont la maternité est décrite

pour être soumise à l’obligation de prise en charge selon

la LAMal figure en gros également à l’art. 5 LPGA (loi fédérale

sur la partie générale du droit des assurances sociales).

Cela signifie que les assurances-maladie selon la LAMal ne

peuvent pas être obligés d’indemniser le service de garde

des sages-femmes.

Mais, inversement, cela ne signifie pas qu’une telle indemnisation

est exclue par suite de la protection tarifaire évoquée

à l’art. 44 LAMal. Au contraire: la protection tarifaire selon

l’art. 44 LAMal signifie simplement que les fournisseurs de

prestations «ne peuvent exiger de rémunération plus élevée

pour des prestations fournies en application de la présente

loi». Si des prestations hors du domaine de prestations défini

par la loi sont fournies, celles-ci doivent bien entendu être

indemnisées d’une manière ou d’une autre. Cela vaut indépendamment

du fait que ce soit un canton ou une commune

qui oblige une sage-femme à se tenir à disposition dans la

période du terme présumé d’une grossesse. Une telle obligation

signifie simplement que le canton ou la commune sont

ensuite tenus de pourvoir à une compensation financière.

Un engagement direct des cantons et / ou des communes est

donc sans aucun doute sensé.

Si ni la commune ni le canton n’entrent en matière sur l’indemnité

de garde, la sage-femme peut alors facturer celle-ci

à la femme. Toutefois, une telle facturation présuppose que

la sage-femme en ait expressément informé la femme (voir

Convention tarifaire, art. 2, al. 3).

Définition de la prestation du service de garde

Comme l’accouchement et le suivi post-partum ne peuvent

être planifiés précisément, la sage-femme est appelable pour

le suivi d’une femme pendantl’accouchement à domicile, en

maison de naissance ou à l’hôpital (pour une sage-femme

agréée) ainsi que pour le suivi post-partum. Il s’agit d’une période

comprenant trois semaines au maximum avant la date

du terme présumé et deux autres semaines si l’enfant vient

au monde après le terme présumé, ainsi que 10 jours durant

le suivi effectif du post-partum.

Dans ce contexte, le terme d’indemnité pour inconvénients

est discutable, car il est habituellement utilisé dans d’autres

circonstances (notamment pour des travaux salissants dans

une canalisation ou des travaux du même ordre).

Situation selon les cantons

En septembre 2011, la FSSF a procédé à une enquête auprès

des sections concernant les règlementations de l’indemnité

de garde dans les divers cantons.

Dans neuf cantons (BL, BS, GL, NW, OW, SH, SZ, TG et ZH),

le canton ou les communes (dans certains cas) payent une

indemnité de garde. Celle-ci varie entre CHF 200.– (BS, SH,

TG, ZH) et 650.– (BL) pour la garde d’accouchement et entre

CHF 115.– (SH, ZH) et 325.– (BL) pour la disponibilité relative

au suivi post-partum.

Dans les cantons restants, les sages-femmes demandent

(parfois) une indemnité de garde aux parents. Celle-ci varie

entre CHF 200.– et 400.– pour la garde d’accouchement et

entre CHF 115.– et 195.– pour la disponibilité relative au suivi

post-partum.

Modèle de calcul

Les recherches ont seulement permis de découvrir une base

de calcul de l’année 1997. Toutefois, celle-ci ne correspond

plus aux exigences actuelles. Par conséquent, la FSSF a mandaté

l’Union syndicale suisse (USS) pour élaborer un modèle

de calcul pour l’indemnité de garde des sages-femmes indépendantes.

Modalités

L’indemnisation du service de garde pour le suivi durant l’accouchement

ou le suivi post-partum prend la forme d’un forfait

pour dont toute sage-femme au bénéfice d’une autorisation

de pratique. Le forfait est le même qu’il s’agisse d’un

accouchement à domicile ou en maison de naissance, que la

femme accouche ambulatoirement, soit hospitalisée quelques

jours ou plus longtemps, ou encore que la femme se

soit annoncée à l’avance ou n’ait cherché une sage-femme

que peu de temps avant. Le forfait est aussi dû dans son intégralité

lorsque, pour des raisons médicales, organisationnelles

ou autres, aucun suivi n’est fourni par la sage-femme

car celle-ci a réservé et gardé libre le temps nécessaire pour

le suivi annoncé.

Argumentaire

L’indemnité de garde fait partie intégrante des honoraires

de la sage-femme. Elle a toutefois été expressément exclue

dans la convention avec santésuisse au motif que l’indemnité

de garde serait versée par les communes. Un tel service

de garde doit cependant en tout cas être indemnisé. Si la collectivité

publique demande une telle disponibilité dans le

cadre de la garantie des soins de base, elle a alors aussi une

18

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


obligation financière. S’il n’y a aucune disposition de droit

public à ce sujet, il faut alors discuter de la durée d’un tel service

de garde avec la future mère qui devra le payer.

Recommandations aux sections

L’éventail très large de solutions appliquées par les cantons

et les communes pour indemniser le service de garde est réellement

insatisfaisant mais se situe dans la nature des choses,

car il n’existe aucune disposition fédérale expresse à ce sujet.

La FSSF recommande par conséquent à ses sections d’ouvrir

des négociations avec les cantons pour régler l’indemnité de

garde des sages-femmes indépendantes.

Le modèle de calcul de l’indemnité de garde pour les sages-femmes

indépendantes est disponible sur le site web de la FSSF.

www.sage-femme.ch › Domaine pour les membres › sfi général

Le Comité central

Dans un cabinet de sage-femme «standard», les rabais sont

autorisés car ils y relèvent régulièrement de l’art. 33, al. 3,

LPTh. Or, l’article en question ne prévoit aucune disposition

selon laquelle il faudrait répercuter ou déclarer de tels rabais.

Le fait de savoir si cette obligation existe fait l’objet

de contestations dans l’interprétation de l’art. 33 LPTh. Mais

le fait est que les sages-femmes indépendantes ne sont

pas dans le collimateur de l’autorité qui surveille le respect

de l’art. 33 LPTh, à savoir Swissmedic.

En ce qui concerne la répercussion des rabais dans le cadre de

l’assurance obligatoire des soins – donc de l’art. 56 LAMal – il

est de notoriété publique qu’une telle rétrocession n’est pas

pratiquée et que l’art. 56 LAMal ne déploie aucun effet. Cette

situation est manifestement tolérée par tous les acteurs du

système de santé, notamment par les caisses-maladie, même

là où des fournisseurs de prestations gagnant bien plus que

les sages-femmes indépendantes en profitent.

Auteure: Dr Kathrin Kummer, juriste de la Fédération

Article 33: Loi sur les produits

thérapeutiques (LPTh)

Le but de l’art. 33 LPTh est de garantir un des aspects de la

sécurité des médicaments. Cette norme vise en effet à empêcher

que des fournisseurs de prestations se laissent influencer

par des considérations parasites lors de la prescription

et de la remise de médicaments. La qualité thérapeutique

doit être assurée. Les patientes et patients doivent recevoir

les médicaments les plus adaptés.

La discussion actuelle autour de l’art. 33 LPTh porte sur les

rabais accordés aux fournisseurs de prestations. Comme les

sages-femmes sont des personnes qui prescrivent ou remettent

des médicaments, voire les deux, elles sont par principe

soumises à l’art. 33 LPTh.

L’art. 33 LPTh a très peu d’importance pour les sages-femmes

qui respectent des principes éthiques minimaux, car elles

sont en théorie déjà tenues, par l’art. 56 LAMal, de répercuter

les rabais sur la cliente, pour autant qu’il s’agisse de médicaments

pris en charge par l’assurance obligatoire des

soins. Dès lors que les sages-femmes remettent d’autres

médicaments, elles tombent sous le coup de l’art. 33 LPTh.

Impressum

Herausgeberin | Editeur Schweizerischer Hebammenverband (SHV) Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des SHV wieder. Nachdruck nur mit Genehmigung

der Redaktion | Fédération suisse des sages-femmes (FSSF) Les articles signés ne reflètent pas forcément l’opinion de la FSSF. Toute reproduction est soumise à autorisation de la rédaction.

Redaktion | Rédaction Verantwortlicher Redaktor: Wolfgang Wettstein, Geschäftsstelle SHV, Rosenweg 25 C, Postfach, CH-3000 Bern 23, T +41 (0)31 331 35 20, w.wettstein@hebamme.ch

Rédaction de langue française Josianne Bodart Senn, Chemin du Bochet 4a, CH-1196 Gland, T +41 (0)22 364 24 66, N +41 (0)79 755 45 38, j.bodartsenn@sage-femme.ch Redaktioneller Beirat |

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5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 19


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Die neue Sektion «Geburtshäuser»

Neue Mitglieder | Nouveaux membres

Liebe Kolleginnen

An der letzten Delegiertenversammlung habt

ihr die Interessengemeinschaft der Geburtshäuser

in der Schweiz (IGGH-CH®) freundlicherweise

in euren Reihen aufgenommen, allerdings

mit dem Vor behalt, dass die Statuten SHV

konform sein müssen. Mit der Unterstützung

der Ver bands juristin wurde am 19. März 2013

die Sektion Geburtshäuser gegründet. Ziel der

neu gegründeten Sektion ist es, die Idee der

Geburtshäuser und der physiologischen Geburt

sowohl innerhalb des Verbandes als auch in

den verschiedenen Regionen zu fördern.

Nun habt ihr die Möglichkeit, bei der Sektion

Geburtshäuser Mitglied zu werden. Mit der

Möglichkeit der Doppelmitgliedschaft könnt ihr

trotzdem in euren regionalen Sektionen Mitglied

bleiben.

Im Moment ist der Vorstand mit den gleichen

Mitgliedern wie die IGGH-CH® zusammengestellt:

Barblina Ley, Präsidentin, Renate Ruckstuhl,

Anaïs Gaille, Beatrix Anghern und Regula

Junker. Der jährliche Mitgliederbeitrag liegt

bei CHF 20.–.

Wir freuen uns über neue Mitglieder und

grüssen euch freundlich.

Barblina Ley, Präsidentin, St-Légier

Aargau-Solothurn

T 062 822 81 21

Bas-Valais

T 079 471 41 60

Beide Basel BL/BS

T 061 983 08 44

T 061 322 33 64

Bern

T 031 333 58 73

Fribourg

T 026 477 05 76

Genève

T 022 757 29 10

Ticino

T 091 866 11 71

Vaud-Neuchâtel-Jura

T 079 654 64 71

Zentralschweiz

T 041 442 08 00

T 041 320 63 06

Neumitglied

Moos Daniela, Wegenstetten, Studentin an

der ZHAW

Nouveaux membres

Belot Justine (2009), Grimisuat, Besançon (F)

Clerc Fabienne (2003), Muraz, Genève

De Witte Elke (1996), Savièse, Bruxelles (B)

Neumitglied

Cody Robyn, Riehen, Studentin an

der ZHAW

Neumitglieder

Flückiger Melanie, Lützelflüh und

Mühlemann Daniela, Habsburg, Studentinnen

an der BFH

Rost-Schnabel Constanze (1982), Bitsch,

Halle/Saale (D)

Nouveau membre

Monziès Catherine (2011), Granges, Lausanne

Nouveaux membres

Bordeux Amandine (2011), Peillonnex (F), Genève

Staderini Nelly (1999), Genève, Paris (F)

Neumitglied

Piva Eva (1995), Vezia, Lausanne

Nouveau membre

Rijckaert Anne-Sophie (1998), Charrat, Namur (F)

Neumitglied

Trachsel Vera (2012), Altdorf, BFH

La nouvelle section «maisons de naissance»

Chères collègues,

Lors de la derrière assemblée des déléguées,

vous avez généreusement accepté l’Association

suisse des maisons de naissance parmi vos

rangs avec toutefois une seule condition, celle

de rendre ses statuts conformes à la FSSF.

Finalement, avec la collaboration de la juriste

de la FSSF, nous avons créé une Section Maisons

de naissance le 19 mars 2013. Celle-ci a pour

but de promouvoir l’idée des maisons de naissance

et de l’accouchement physiologique aussi

bien au sein de notre fédération que dans

nos régions respectives. Vous avez désormais

la possibilité de devenir membre de cette section.

Il est en outre possible de rester dans votre

section et d’être membre d’une autre section.

Pour l’instant, le comité se compose des mêmes

membres que pour l’Association suisse des maisons

de naissance: Barblina Ley, présidente,

Renate Ruckstuhl, Anaïs Gaille, Beatrix Anghern

et Regula Junker. La cotisation est fixée à

CHF 20.–.

Nous nous réjouissons d’accueillir de nouvelles

membres et vous adressons nos meilleures

salutations.

Zürich und Umgebung

T 079 711 80 32

Sektion Beide Basel

Robi-Spiel-Aktion

Datum Montag, 3. Juni 2013 |

Zeit 9 Uhr | Ort SpielFeld (Turm),

Dornacherstrasse 192, 4053 Basel.

Neumitglieder

Just-Meyer Marianne (1996), Biot (F), Mainz (D)

Szybalski Mareike, Unterengstringen und

Wettstein Seraina, Dübendorf; Studentinnen an

der ZHAW

Barblina Ley, présidente, St-Légier

20

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Fort- und Weiterbildung SHV

Kongress «Geburtshilfe im Dialog»,

1. und 2. März 2013, Mannheim

Marianne Luder, Bildungsbeauftragte Deutschschweiz

Der jährliche internationale Kongress

in Mannheim nach dem «Dialog-Prinzip»

hat einen besonderen Stellenwert. Besonders

an dieser Veranstaltung ist, dass

auf jedes Referat ein offener Dialog mit

den Teilnehmern/-innen folgt. An diesem

berufsübergreifenden Fortbildungskongress

treffen sich rund 2000 Hebammen

und Fachärzte aus sieben Nationen, um

sich über Schwangerschaft, Geburt und

Wochenbett austauschen.

Auch in diesem Jahr nahmen 180 Mitglieder

des SHV teil. Unter den 50 Referenten

und Referentinnen befand sich

mit Dr. phil. Elisabeth Kurth, Dr. med.

Martin Hermstruewer, Kirstin Hähnlein

sowie Simon Becker auch ein Team aus

der Schweiz.

Die Auswahl der Angebote bedeutete

für viele Teilnehmende eine Herausforderung,

da gleichzeitig in drei Sälen

Referate angeboten wurden.

Bereits das erste Referat von Prof. Barbara

Duden löste eine angeregte Diskussion

aus. Es beschäftigte sich mit der

Frage, ob die Hebammenkunst bei der

Kursorganisation

Bildungsbeauftragte Deutschschweiz

Marianne Luder-Jufer

Huttwilstrasse 55, 4932 Lotzwil, T 062 922 15 45

m.luder@hebamme.ch

Anmeldungen für SHV-Kurse schriftlich an die SHV-

Geschäftsstelle in Bern. Sie finden das Kursprogramm

unter www.hebamme.ch

heutigen Risikomedizin und Rationalisierung

der Geburtshilfe überleben kann.

«Einst gründete die medizinische Praxis

und wirkliche Autorität der Hebamme

oder des Arztes im Können, in der Erfahrung

und dem Verständnis. Heute stellt

sich die Frage, welcher Art eine Praxis

sein mag, die auf der wachsenden Zahl

blosser Wahrscheinlichkeiten fundieren

mag. Wenn statistische «Risiko-Berechnungen»

und probabilistische Prophezie

heute ausnahmelos alle Geburten unter

Verdacht stellen, sollten Hebammen die

damit zwangsläufig verbundene Vernichtung

ihres geburtshilflichen Tuns

verstehen», so die Referentin.

Die hohe Zahl der Kaiserschnitte war

auch an diesem Kongress die Grundlage

diverser Referate. Dazu zwei Beispiele:

Prof. Marc Sütterlin befasste sich mit

der Frage, ob die Wunschsectio als Zeitphänomen

ohne medizinische Notwendigkeit

betrachtet werden kann und Prof.

Frank Louwen nahm die zunehmende

maternale Adipositas und deren Auswirkungen

für Mutter und Kind unter die

Lupe. Prof. Michael Rodke, vom Klinikum

für Kinder -und Jugendmedizin in Potsdam,

befasste sich in seinem Beitrag mit

dem Einfluss des Geburtsmodus auf die

gesundheitliche Entwicklung des Kindes.

Klinische Studien zeigen, dass bei Kindern,

die durch Kaiserschnitt geboren

werden, die Morbidität nach dem Neugeborenenalter

im Vergleich zu vaginal

geborenen Kindern erhöht ist. Sie haben

vor allem häufiger allergische Erkrankungen,

Infektionen und entwickeln häufiger

einen Typ-1-Diabetes mit Beginn in

der Kindheit. Besondere Aufmerksamkeit

widmete Prof. Radke der nekrotisierenden

Enterokolitis (NEC). Bei Kindern aus

Kaiserschnittgeburten werden vermehrt

negative Veränderungen der frühen

Darmflora beobachtet. Der Grund liegt

vor allem in der unterschiedlichen bakteriellen

Erstbesiedlung des Dickdarms dieser

Kinder im Vergleich mit vaginal geborenen

Kindern. Während einer normalen

vaginalen Geburt nimmt das Kind erstmals

über den Mund Bakterien der mütterlichen

Vaginal- und Perianalflora auf.

Bei der Geburt durch Kaiserschnitt fehlt

dieser natürliche Erstkontakt des Kindes

mit mütterlichen Bakterien. Stattdessen

kommt das Kind nach der Geburt

aufgrund der nahezu sterilen Umgebung

nur mit einer geringen Anzahl an

Bakterien in Kontakt, die vorwiegend

aus der Umgebung der Geburtseinrichtung

stammen. In einer prospektiven

Studie wird die Bedeutung der Bifidobakterien

in der frühen Darmflora belegt

und ein verbesserter Schutz vor einer Erkrankung

nachgewiesen.

Der Kongress bot einmal mehr viele interessante

Vorträge sowie praxisbezogene,

konstruktive und zum Teil kritische Dialoge.

Der nächste Kongress «Geburtshilfe

im Dialog» findet am 21./22. März 2014

in Mannheim statt. Darauf kann man

sich jetzt schon freuen.

Fortbildungsangebot 2013

Kursnummer und -themen Datum / Kursort DozentIn

4 Aku-Taping Sa, 7. 9. 2013

Bern

5 TCM-Intensivseminar So, 8. 9. 2013

Bern

6 Fachmodul Rückbildungs -

gymnastik/Beckenbodenarbeit

Modul 1

7 Postpartale Depression und

Wochenbettpsychose

Fr – So, 13. – 15. 9. 2013

Bern

Fr, 20. 9. 2013

Olten

Dr. Ansgar Römer, Facharzt Frauenheilkunde,

Chinesische Medizin

Dr. Ansgar Römer, Facharzt Frauenheilkunde,

Chinesische Medizin

Marie Christine Gassmann, Hebamme,

Dozentin

Helene Gschwand, Hebamme, Atemtherapeutin

Dr. Ursula Davatz, Fachärztin Psychiatrie und

Psychotherapie

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Stillen bilden den schützenden Raum, in dem das Kind sich

harmonisch entwickelt. Mit der Muttermilch erhält der Säugling

die bestmögliche und natürlichste Nahrung. Mit den Milchnahrungen

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Praxis unterstützt die Verschriftlichung von Hebammenwissen und leistet einen

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22

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


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Warum Sie eine bibi-Antikolik-Flasche

empfehlen sollten

• Dank dem umfassenden Sortiment findet

man immer die richtige Flasche fürs

Baby: Die ultralife-Flaschen aus Polyamid

sind extra langlebig, die comfort-Flaschen

aus Polypropylen sind leicht und robust

und die Glasflaschen bestehen aus hochwertigem

Schott­Glas.

• Die bibi­Babyflaschen sind in der schmalen

Standard­ oder in der breiten Weithalsform

erhältlich. Dank ihrer ergonomischen

Form liegen sie perfekt in der Hand von

Mutter und Kind.

Wenn der Popo schmerzt –

Windel dermatitis

Zumindest in ihrer leichten Form bleibt die

Windeldermatitis so gut wie keinem Kind

im Windelalter erspart. Sie tut vor allem

weh, wenn sie nicht richtig behandelt wird.

Neben der typischen Rötung kann es zu

Schwellungen, Knötchen, Bläschen, Pusteln,

Krusten und Schuppung kommen. Der

Feuchtigkeits­ und Wärmestau begünstigt

die Vermehrung für Erreger aller Art,

seien es Pilze oder Bakterien. Durch die

ständige Nässe und die toxischen Substanzen

aus dem Stuhl­Urin­Gemisch wird

die natür liche Hornschicht der zarten

Homöopathie für Kinder

Gerade bei kleinen Kindern scheuen viele

Eltern die Gabe von Medikamenten mit

synthetischen Wirkstoffen, da sie Nebenwirkungen

oder eine Belastung des kindlichen

Organismus befürchten. Die homöopathischen

Arzneimittel aktivieren durch

feine Impulse die Selbstheilungskräfte

des Körpers und sind dank ihrer guten

Verträglichkeit hervorragend für Kleinkinder

und Säuglinge geeignet.

Um das passende homöopathische Einzelmittel

bei einem Patienten zu ermitteln

führt ein ausgebildeter Homöopath eine

umfangreiche Befragung durch. Für die

Behandlung alltäglicher Beschwerden

braucht es aber eine vereinfachte Lösung,

• Das effektive Antikolik-Ventilsystem

reduziert Koliken nachweislich und gewährleistet

einen natürlichen und gleichmässigen

Flüssigkeitsdurchfluss.

• Swiss Made: Alle Standard­Flaschen werden

in der Schweiz hergestellt.

• Bibi­Flaschen sind frei von jeglichen

Schadstoffen wie z.B. Bisphenol­A, Bisphenol­S,

Schwefel und Phthalaten.

• Bibi­Produkte werden von einem Team

aus Expertinnen und Experten entwickelt

und fördern die gesunde Entwicklung von

Babys optimal.

Babyhaut geschädigt und in der Folge

kommt es zu den typischen entzündlichen

Symptomen.

Bei der Therapie der Windeldermatitis

stehen die Massnahmen zur Verminderung

der krankheitsbegünstigenden Faktoren,

wie Reibung, Feuchtigkeits­ und Wärmestau

im Vordergrund. Empfohlen wird mindestens

sechsmaliger Windelwechsel pro

Tag und die Verwendung hochabsorbierender,

luftdurchlässiger Wegwerfwindeln.

Am besten aber längere Zeit am Tag auf

Windeln verzichten. Mit lauwarmem

die ohne vertiefte Kenntnisse der Homöopathie

erfolgreich eingesetzt werden

kann. Darum hat die Firma OMIDA speziell

für die Behandlung von Kindern eine Reihe

von homöopathischen Komplexmitteln

entwickelt, z. B. für die Behandlung von

Dreimonatskrämpfen, fiebrigen Zuständen

und Zahnungsbeschwerden.

Dreimonatskrämpfe

Magen­Darmkrämpfe infolge von Nervosität

oder einer seelischen Belastung, im Zusammenhang

mit der Zahnung oder aber

auch nervöse Verdauungsbeschwerden mit

Blähungen lassen sich rasch mit homöopathischen

Arzneimitteln behandeln.

• Bei der Entwicklung der bekannten und

beliebten bibi-Designs werden farbund

kinderpsychologische Aspekte berücksichtigt.

Lamprecht AG, 8105 Regensdorf, Schweiz,

www.bibi.ch

Wasser oder OXYPLASTIN® Baby care

Feuchttüchlein reinigen. Um die entzündeten

Stellen vor Urin und Stuhl zu

schützen, hat sich OXYPLASTIN® bestens

bewährt. Bei hartnäckigen Infektionen

braucht es zusätzlich ein lokales antimykotisches

oder antibakterielles Mittel.

Damit es gar nicht erst soweit kommt,

tragen Sie am besten eine schützende

Schicht OXYPLASTIN® Wundpaste auf.

Dr. Wild & Co. AG, 4132 Muttenz

www.wild-pharma.com

Fiebrige Zustände

Homöopathische Mittel können auch

in Zäpfchenform dargereicht werden und

wirken sehr zuverlässig, z.B. bei Fieber

mit Unruhezuständen infolge Zahnung

oder Erkältung.

Zahnungsbeschwerden

Oft brechen die neuen Zähnchen nicht

ohne Begleitsymptome durch, sondern

zeigen sich mit erhöhter Temperatur.

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 23


Gesundheit

Institut für

Hebammen

Weiterbildungen

von Hebammen für Hebammen

CAS Hebammenkompetenzen erweitern

Methoden- und Sozialkompetenz für die Beratungstätigkeit.

– Modul «Frauen- und Familiengesundheit»

Beginn: 27.05.2013

– Modul «Coaching / Beratung»

Beginn: 10.09.2013

– Modul «Transkulturelle Kompetenzen»

Beginn: 27.01.2014

CAS Hebammenkompetenzen vertiefen

Vertiefung von Fachwissen für die Hebammentätigkeit.

– Modul «Schwangerenbetreuung durch die Hebamme»

Beginn: 01.07.2013

– Modul «Geburtsbetreuung durch die Hebamme»

Beginn: 23.09.2013

– Modul «Wochenbettbetreuung durch die Hebamme»

Beginn: 30.01.2014

– Modul «Hebammenarbeit im Kontext von Best Practice»

Beginn: 26.03.2014

CAS Ausbilden in Gesundheitsberufen

Lehren lernen für die Ausbildungstätigkeit in der Praxis.

– Modul «Coaching»

Beginn: 10.09.2013

– Modul «Praxisausbildung 1»

Beginn: 13.09.2013

– Modul «Praxisausbildung 2»

Beginn: 22.01.2014

– Modul «Methodik / Didaktik»

Beginn: 03.04.2014

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Kursleiterin/zum Beckenboden-Kursleiter

für Pflegepersonal, Physiotherapeutinnen, Hebammen,

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Ausbildungstermine:

Zürich Teil 1+2 27./28.09.13 02./03.11.13

Aarau Teil 1+2 13./14.09.13 11./12.10.13

Zürich Teil 1+2 10./11.01.14 21./22.02.14

Teil 2 der männlichen Beckenboden:

Zürich 31.10./01.11.13

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Telefon 044-312 3077

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Ein CAS umfasst drei Module (15 ECTS-Punkte). Die Module sind alle

einzeln und unabhängig vom CAS absolvierbar (je 5 ECTS-Punkte).

Nachträglicher Titelerwerb NTE

– Kurs «Reflektierte Praxis – Wissenschaft verstehen» (5 ECTS-Punkte)

Beginn: 23.08.2013 / 13.09.2013 / 14.01.2014

Auskunft

Regula Hauser, Leiterin Weiterbildung Institut für Hebammen

regula.hauser@zhaw.ch, Telefon 058 934 64 76

Anmeldung

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Actualité

Première sage-femme et chercheuse en soins

en Suisse habilitée à la Faculté de Médecine

de l’université de Bâle

Le 14 mars 2013, après une procédure

d’habilitation réussie, Eva Cignacco recevait

l’autorisation d’enseigner («Venia

Docendi») à l’université de Bâle. Elle est

la première sage-femme et chercheuse

en soins en Suisse à passer ce pas important

dans une carrière universitaire. Son

sujet d’habilitation portait sur les douleurs

chez les prématurés, leurs preuves

et leurs défis (titre original en allemand:

«Schmerzen bei Frühgeborenen: Evidenzen

und Herausforderungen»). Auparavant,

elle s’était distinguée comme «Privatdozentin»

au sein de l’université de

Bâle. Cette habilitation est donc un pas

supplémentaire de grande importance

dans l’académisation des soins et de la

profession de sage-femme. Eva Cignacco

s’occupe d’enseignement et de recherche

depuis 2007 à l’«Institut für Pflegewissenschaft»

de l’université de Bâle. Elle est reconnue

tant au plan national qu’international

par ses travaux de recherche dans

le domaine des douleurs néonatales.

a été déposée pour remédier à cette situation,

par le biais d’une adaptation de

la Loi sur l’assurance-maladie (LAMal).

Dans l’avis qu’il émet sur cette question,

le Conseil fédéral indique qu’il partage

le point de vue de la Commission de la

sécurité sociale et de la santé publique

du Conseil des Etats et soutient la modification

de loi proposée.

La prise de position du Conseil fédéral et d’autres

informations se trouvent sur le site:

www.bag.admin.ch › Thème › Assurance-maladie

Statistiques

de la santé 2012

Etude sur les femmes

enceintes fumeuses

francophones

Gautier Filhol, étudiant en Master 2, prépare

un diplôme en tabacologie. Sous

la responsabilité de P. Bernard et du P r X.

Quantin (CHRU Montpellier), il mène une

étude sur les femmes enceintes fumeuses

francophones. Les Romandes aussi sont

invitées à y participer.

Dans cet objectif, un questionnaire en

français sur les habitudes de vie (relation

au tabac et activités physiques) des

femmes enceintes fumeuses a été mis

en ligne. Les données recueillies permettront

d’améliorer les connaissances

scientifiques liées à cette problématique

afin de trouver des solutions pour

faciliter le sevrage et améliorer ainsi la

santé des femmes enceintes.

www.epsylab.fr/repondant/etude.fr.php?etu_id=58

fc4ec78300371d12ecf47497ffbe18

Egalité de traitement

pour toutes les femmes

enceintes

Le Conseil fédéral soutient l’initiative

parlementaire intitulée «Participation

aux coûts en cas de maternité. Egalité

de traitement». Celle-ci demande

que les frais de traitement découlant

de complications durant une grossesse

ne soient plus soumis à la participation

aux coûts.

Dans l’assurance obligatoire des soins,

les prestations fournies en cas de maternité

ne sont pas soumises à la participation

aux coûts (franchise et quote-part).

Or, selon la jurisprudence du Tribunal

fédéral des assurances, les frais de traitement

en cas de complications survenues

en cours de grossesse constituent

des frais de maladie auxquels la participation

aux coûts s’applique. Dès lors,

seules les femmes dont la grossesse se

déroule sans complication bénéficient

de l’exemption de la participation aux

coûts. Les femmes dont la grossesse

présente des complications sont donc

défavorisées. L’initiative parlementaire

L’Office fédéral de la statistique (OFS)

publie pour la première fois un aperçu

des données statistiques sur le thème de

la santé en Suisse. Ce rapport traite des

conditions cadre et des déterminants qui

influencent l’état de santé, de la santé de

la population et du recours aux soins, du

système de santé, de son coût et des modalités

de son financement.

«Statistiques de la santé 2012», Office fédéral de

la statistique, Neuchâtel, 2012, Nr. 1290-1200

www.portal-stat.admin.ch/ges/index.html

Les prénoms en

Suisse

L’Office fédéral de la statistique

(OFS) propose un nouvel outil

interactif, qui permet de rechercher

les prénoms portés par les

personnes domiciliées en Suisse.

Grâce à cet outil, on peut connaître

la fréquence d’utilisation d’un

prénom donné depuis 1902.

www.bfs.admin.ch › Thèmes › Population ›

Etat et structure de la population › Analyses ›

Prénoms

26

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Hommes et femmes

face à la violence

La part des hommes est nettement plus

élevée que celle des femmes parmi les

personnes prévenues comme parmi les

personnes lésées dans les infractions de

violence enregistrées par la police (part

des hommes en 2011: respectivement

83,4 % et 57,2 %).

En revanche, si l’on ne considère que

la violence domestique (38 % des infractions

de violence), 76 % des personnes

lésées sont de sexe féminin. En 2011,

la police a enregistré 4,9 personnes de

sexe masculin victimes de violence domestique

pour 10 000 habitants de sexe

masculin. Chez les personnes de sexe

féminin, le taux était de 15,4 victimes

pour 10 000 habitantes. Selon la statistique

policière de la criminalité (SPC),

les femmes ont donc été 3,1 fois plus

souvent touchées par la violence domestique

que les hommes.

Du côté des personnes prévenues, le rapport

entre les sexes est l’inverse de ce

qu’il est du côté des victimes: on dénombre

15,7 prévenus pour 10 000 habitants

et 3,8 prévenues pour 10 000 habitantes.

Selon la SPC, les personnes prévenues de

violence domestique sont 4,1 fois plus

nombreuses chez les hommes que chez

les femmes.

Source: OFS, Communiqué de presse du 4 mars 2013.

Supplémentation

en fer

Prendre du fer une à trois fois par semaine

est aussi efficace qu’en prendre

une fois par jour. Une revue systématique

de littérature incluant 18 études

regroupant au total 4000 participantes

montre que les femmes qui ont pris de

manière intermittente des suppléments

en fer ne sont pas plus anémiques en fin

de grossesse que celles qui en ont pris

une fois par jour. De plus, leur enfant ne

naît pas plus souvent prématurément

ou ne vient pas au monde avec un poids

de naissance plus faible.

Source: Pena-Rosas JP et al. Intermittent oral iron

supplement during pregnancy. Cochrane Database Syst

Rev. 2012 Jul 11;7: CD009997

Mère de moins

en moins tôt presque

partout dans le monde

En 2010, il est né 54 enfants pour

1000 femmes ayant entre 15 et 19 ans

dans le monde, soit 16 % de moins qu’en

2000. Le recul de la fécondité précoce

est associé au retard du mariage ou

de la vie de couple chez les femmes,

lié lui-même à leur scolarisation

et à l’évolution de leur statut dans

la société.

Avec 5 naissances par an pour 1000

femmes de 15 à 19 ans, la Suisse se situe

en 2 e position du classement mondial.

Mais, le taux de fécondité à 15 à 19 ans

varie fortement d’un pays à l’autre. Il est

le plus bas en Libye (3 naissances par an

pour 1000 femmes de 15 à 19 ans en

2005-2010) et le plus élevé en République

démocratique du Congo (201

naissances pour 1000 femmes de 15 à

19 ans).

Source: Gilles Pison – Les maternités précoces en recul

dans le monde. Population & Sociétés, n. 490, juin

2012, www.ined.fr

La procréation

médicalement assistée

stagne

En 2011, 6350 couples désireux d’avoir

des enfants ont eu recours à une fécondation

in vitro. Quelque 10 800 cycles de

traitements ont été initiés. Le nombre

de femmes ayant suivi un traitement a

diminué de 2 % par rapport à l’année

précédente, celui des femmes traitées

pour la première fois ayant même reculé

de 9 %. L’âge moyen des femmes ayant

commencé leur premier traitement en

2011 n’a pas changé et restait situé à 36

ans, celui de leurs partenaires étant de

39 ans. 20 % des femmes ayant suivi un

traitement étaient domiciliées à l’étranger.

Succès des traitements

Sur les 6350 traitements réalisés en 2011,

2348 ont abouti à une grossesse (37 %).

Sur l’ensemble de ces grossesses, 73 %

ont donné lieu à une naissance (entre

l’été 2011 et septembre 2012), 22 % se

sont terminées par un avortement spontané

et 3 % ont dû être interrompues en

raison de complications. Sur les 1715

naissances, on a dénombré 301 naissances

de jumeaux (18 %) et 13 naissances

de triplés (1 %). A titre de comparaison,

il y a eu en 2011 un total de 79 712

naissances chez les mères domiciliées en

Suisse, dont 1380 naissances de jumeaux

(1,7 %), 31 naissances de triplés (0,04 %)

et une naissance de quadruplés.

Source: OFS, communiqué de presse du 26.03.2013

Comment les femmes

perçoivent les stades

ou phases du travail?

Comment résonnent les concepts de

«stades» ou «phases du travail» dans

le vécu des femmes dont le travail s’est

déclenché de manière spontanée? Des

entretiens approfondis, réalisés en face

à face, ont été menés moins de six mois

après la naissance auprès de 18 Néozélandaises,

dont 12 multipares.

L’analyse de leur discours montre qu’elles

ne parlent pas spontanément de leur

travail, de son déclenchement et de sa

progression, en termes de «stades» ou

de «phases». Pour elles, l’accouchement

se déroule selon un processus continu.

Dès lors, bien qu’elles sachent plus ou

moins ce qu’ils signifient, elles considèrent

ces termes comme abstraits et

ne savent pas comment s’en servir de

manière concrète.

Les multipares comparent plus volontiers

leur accouchement aux précédents

et c’est la mesure de la dilatation qui

leur permet de situer l’avancement du

«travail». C’est pourquoi les touchers vaginaux

sont interprétés comme nécessaires

et sont plutôt bien acceptés.

Source: Dixon L, Skinner J, Foureur M.: Women’s

perspectives of the stages and phases of labour.

Midwifery, jan. 2013

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 27


Dossier

Pour «Naît-Sens», la force

des parents vient de ce qu’ils

se mettent ensemble

Pour comprendre la force que peuvent avoir les parents dans la promotion de l’accouchement

physiologique, nous avons donné la parole à «Naît-Sens», une association constituée

en 2010 dans la région lausannoise, qui peut déjà prendre un certain recul par rapport à

ses débuts et mesurer l’ampleur de ses atouts comme de ses faiblesses.

Entretien avec Sarah Duflon et Céline Hertzeisen, Lausanne

Qu’est-ce qui vous a amenées à fonder votre association?

C’est la rencontre entre un petit nombre de sages-femmes

et une jeune maman partageant les mêmes idéaux autour

de la naissance et souhaitant soutenir le projet

d’unité physiologique au sein de la maternité au Centre

hospitalier universitaire vaudois (CHUV) qui en a suscité

la création. En plus de souhaiter sensibiliser et informer

les futurs parents et les professionnels, nous souhaitions

être porteurs de ce message, celui de promouvoir la naissance

physiologique auprès des politiques et des institutions.

En effet, nous avons observé dans certaines structures

similaires existant en Europe que le mouvement

venait des usagers.

Avez-vous des contacts avec d’autres associations

de parents militant en Suisse ou à l’étranger?

Oui, nous sommes en contact avec «Co-naître» en

Suisse (www.co-naitre.ch). Par notre page Facebook,

nous connaissons Alter’nativeS (www.alternatives.be)

en Belgique et d’autres associations au Québec et aux

Etats-Unis, mais nous ne pouvons pas dire que nous

Pourquoi «Naît-Sens»?

Il nous fallait un nom simple et facile à retenir, qui exprime

directement notre sujet: la naissance. Le jeu de

mot avec «Sens» est venu tout de suite, puisqu’il s’agit

du sens de la naissance.

Quels sont vos objectifs?

Informer la population sur le processus de la grossesse,

de l’accouchement et du post-partum ainsi que sur les

alternatives à la prise en charge conventionnelle pour lui

permettre un choix éclairé.

Créer et offrir un espace d’échange et de soutien pour

les futurs parents, les parents et les professionnels de la

santé.

Etablir un lien entre les parents, les futurs parents et les

professionnels de la santé.

Soutenir spécifiquement le projet de création à la maternité

du CHUV de l’unité de soins maternels gérée par des

sages-femmes ainsi que les projets en lien avec nos buts.

Sarah Duflon éducatrice sociale, maman,

présidente de l’association Naît-Sens.

Céline Hertzeisen Schumann infirmière et

sage-femme, maman, vice-présidente de l’association

Naît-Sens.

contact@nait-sens.ch

28

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


Editorial

sommes en contact. Nous sommes au courant de leurs

actions. Nous nous demandons actuellement ce qu’il

existe en Suisse alémanique.

Qu’est-ce qui attire les parents dans la promotion

de la naissance physiologique par le biais de votre association?

Nous comptons parmi nous des parents ayant vécu des

accouchements physiologiques qui souhaitent partager

leurs expériences et d’autres qui sont insatisfaits de leur

prise en charge et qui l’auraient souhaitée différente. Par

ailleurs, il y a des professionnels de la naissance qui sont

parents ou non et qui découvrent au fil du temps que les

pratiques pourraient être différentes.

Les parents ont-ils conscience de leur «force»?

Comment l’envisagent-ils?

Certains couples ont la certitude que l’accouchement est

un processus naturel et beau. Ils sont conscients d’être

les acteurs de ce processus. Ceux-là ont la force d’aller à

contre-courant et de donner naissance à leur enfant

dans des structures alternatives. Ils sont une ressource

précieuse pour notre association. D’ailleurs, le vécu d’un

accouchement physiologique donne souvent de la force

et la conscience de la puissance de la femme, comme en

témoigne une phrase souvent prononcée par les femmes

juste après l’accouchement: «Si je peux ça, alors je peux

tout». D’autres ont donné naissance en maternité dans

des conditions respectant la physiologie et ont découvert

la puissance de cet événement.

Une partie des parents sont peu conscients de leur force

et de leur pouvoir de faire changer les choses, malgré leur

insatisfaction. C’est des rencontres que naît la force. C’est

justement l’idée de cette association: mettre les gens ensemble.

Vous voulez d’abord informer la population mais,

dans vos actions, rencontrez-vous des obstacles particuliers,

des réticences, des incompréhensions? En général,

comment êtes-vous accueillis par le grand public?

Oui, nous avons des difficultés. La première étant nos petits

moyens car informer coûte cher. Nos membres sont

tous bénévoles et l’organisation d’événements ou la présence

au marché demande du temps et de l’énergie.

Nous rencontrons en effet des réticences et des incompréhensions.

Pour cela, nous essayons de perfectionner

nos techniques de communication.

Nous sommes conscients de soulever des résistances,

bien normales étant donné que nous n’allons pas dans le

sens du message transmis aux femmes enceintes par

notre société actuelle. Le sujet de l’accouchement soulève

beaucoup d’émotions et certaines femmes ne souhaitent

pas que nous leur demandions d’y réfléchir. Cependant,

à chaque marché, nous récoltons plusieurs dizaines de

témoignages d’accouchement. Les femmes comme les

hommes ressentent le besoin de parler de cette expérience

intense. Ces échanges sont très enrichissants. L’information

à transmettre en la matière demande un certain

tact et de la persévérance. L’idée de l’accouchement

Ursula Lüscher

Sage-femme, conseillère rédactionnelle Sage-femme.ch

Münchenstein

Chère lectrice, cher lecteur,

Expertes en maternité, nous les sages-femmes, nous croyons

pouvoir bien saisir les besoins des mères en devenir et

des nouvelles familles. Depuis longtemps, et en référence

à une définition des besoins, nous travaillons étroitement

en partenariat avec les femmes que nous prenons en charge,

que nous conseillons et dont nous nous occupons de manière

personnalisée et globale.

Dans mon travail au quotidien, je me suis souvent demandé

pourquoi une femme en bonne santé et en pleine conscience,

désirant une grossesse naturelle et un accouchement tout

pareil, peut devenir subitement une femme enceinte peu

sûre d’elle-même et à hauts risques, basculant dans le marché

de l’obstétrique plus ou moins sans se montrer critique.

Des questions me viennent à l’esprit: Les parents en devenir

savent-ils vraiment ce qu’ils veulent? Disposent-ils d’informations

suffisantes pour pouvoir décider en fonction d’une

médecine basée sur les faits? Ces parents veulent-ils vraiment

participer aux décisions et en prendre la responsabilité

ou voient-ils la future mère plutôt comme une consommatrice

de toute une palette des prestations obstétricales?

Au Royaume-Uni, le concept de participation des utilisatrices

est inscrit dans la planification obstétricale. Il existe

des lignes directrices pour adapter au mieux l’obstétrique

aux besoins des mères et pour leur offrir la possibilité

d’un choix éclairé. En Suisse, nous n’en sommes encore

qu’aux premiers balbutiements mais nous avons fait les tout

premiers pas. Ainsi, à Bâle, un projet intitulé «FamilyStart»

implique les parents dans la phase d’analyse des besoins.

L’implication des femmes dans les processus de décision

est une excellente opportunité pour les mères qui veulent

mettre en valeur leurs besoins et les argumenter, mais aussi

pour les professionnel-le-s qui ne craignent pas d’assumer

des tâches «agogiques» supplémentaires.

Cordialement, Ursula Lüscher

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 29


Dossier

physiologique est, pour les personnes non averties, une

idée de retour en arrière dangereux, de refus du progrès,

ou encore le caprice de quelques marginaux issus du

mouvement New Age.

Au marché, beaucoup de personnes, nous remercient

pour notre travail. Et il nous semble que le sujet qui soulève

de l’inquiétude, c’est le taux de césariennes. Il est

inexplicable par les seules raisons médicales. Une autre

préoccupation, c’est l’assurance que nos propos soient

rapportés avec exactitude, ce qui n’a pas été le cas

avec certains médias. En revanche, notre site internet,

www.nait-sens.ch et notre page Facebook ne soulèvent

que des retours positifs et encourageants.

Vos actions sont diverses et variées (conférences, présence

au marché, ateliers de découvertes, etc.). Quelle est

l’action qui marche le mieux? Celle qui marche le moins

bien?

Ce qui marche le mieux et qui fait parler de nous, c’est

notre présence au marché de Lausanne tous les derniers

samedis du mois.

Notre page Facebook compte 127 «likers» au 6 mars 2013.

La conférence de Maïté Trélaün, auteur du fameux livre

«J’accouche bientôt, que faire de la douleur (éd. le Souffle

d’or)» que nous avons organisée le 4 mai 2012 a attiré une

cinquantaine de personnes qui se sont déclarées ravies.

Toutefois, nous avons dû annuler notre Atelier Découverte

autour du lien parents-enfant du 16 février 2013,

faute de participants.

Quelles sont vos stratégies actuelles? Ont-elles changé

depuis le début?

Nous souhaitons collaborer avec le CHUV pour la création

du projet d’unité physiologique et nous avons des projets

avec l’école de sage-femme (HESAV, Lausanne). Nous souhaitons

mobiliser davantage les politiques et les institutions.

Nous avons écrit un texte dans le guide prénatal Baby

Planet.

Notre présence au marché est devenue notre activité

principale alors que nous pensions tabler sur des conférences.

L’association a principalement été créée pour soutenir le

projet d’unité physiologique au CHUV, alors que rapidement,

nous avons mesuré l’importance d’informer la population

sur l’accouchement physiologique de manière

générale.

Avez-vous d’autres projets en chantier?

Oui, le 2 mai 2013, nous avons notre assemblée générale

et nous souhaitons projeter un film sur la naissance physiologique

(ouvert à tous). Une partie de notre comité

sera renouvelé, amenant ainsi de nouvelles perspectives.

Du 14 au 16 juin 2013, nous serons présents au Festival

de la Terre.

Nous souhaitons animer un «World Café» sur l’accouchement

physiologique.

Du 11 au 13 octobre 2013, nous serons présents au Salon

Baby Planet.

Notre site internet est en constante évolution et nous

partageons régulièrement les actualités sur la naissance

physiologique dans le monde sur notre page Facebook.

Quels sont vos «rêves» pour le court terme, le moyen

terme et le long terme?

A court terme:

L’ouverture de l’unité physiologique au sein du CHUV et

la collaboration avec le groupe de travail pour la mise sur

pied de cette unité.

L’organisation d’événements avec notamment des conférences

sur l’attachement et la naissance physiologique.

La création d’événements pour mettre les gens en lien.

Avoir plus de membres.

A moyen terme:

Avoir des locaux et pouvoir y tenir une permanence.

Que la Télévision et la Radio Suisse Romande parlent de

la naissance physiologique.

A long terme:

L’ouverture de nombreuses structures d’accouchement

physiologique pour étoffer l’offre.

Des maternités conscientes de l’importance de favoriser

la physiologie avec des pôles physiologiques à l’intérieur

de chacune, gérés par les sages-femmes.

Une population et des professionnels informés sur l’importance

de la naissance physiologique, ses bienfaits à

court, moyen et long terme et ses avantages individuels

et collectifs.

Propos recueillis par Josianne Bodart Senn

30

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


La Nouvelle-Zélande expérimente

un partenariat fructueux

entre parents et sages-femmes

Valerie Fleming, Winterthour. Traduction: Josianne Bodart Senn

sociations travaillèrent ensemble pour rendre aux sagesfemmes

leur indépendance professionnelle grâce à des

campagnes médiatiques, des lobbyings politiques et en

augmentant la visibilité des sages-femmes. C’est l’argument

du manque de choix qui a été prioritaire, mais aussi

celui de la spécificité de la profession des sages-femmes:

ces associations avançaient l’idée que les sages-femmes

étaient les seules professionnelles à pouvoir accompagner

et aider à vivre l’expérience d’un accouchement

normal.

Le «Nurses Amendment Act» de 1971 fut un choc pour les

sages-femmes néo-zélandaises qui vivaient alors la fin de

leur pratique autonome: désormais, toutes les naissances

devaient être supervisées par un médecin.

Quelques années plus tard, le vent tourna subitement,

avant tout grâce à l’engagement de consommateurs et

consommatrices de soins des sages-femmes qui protestèrent

contre cet amendement qui supprimait toute

possibilité de choix pour les naissances: qu’on le veuille

ou non, tout un chacun devait à cette époque accepter

la présence d’un médecin. D’autres lois avaient en outre

été modifiées dans le sens d’un contrôle médical renforcé.

Les consommateurs et consommatrices de soins

commencèrent alors à s’y opposer fortement au nom

des libertés civiles.

C’est ainsi qu’en 1978 une association dénommée «Home

Birth Association» a été fondée afin de défendre l’accouchement

à domicile. En 1983, le mouvement se poursuivit

avec la création d’une autre association appelée

«Save the Midwives Association» regroupant cette fois

consommatrices de soins et sages-femmes. Ces deux as-

En 1989, un collège réunissant des sages-femmes et des

clientes, le «New Zealand College of Midwives», a été

fondé. Il n’a même pas fallu deux années pour aboutir à

une modification de la législation et pour rendre aux

sages-femmes leur indépendance professionnelle. Ainsi,

dans ce pays, depuis 1996, chaque femme enceinte peut

choisir une sage-femme comme prestataire principale de

ses soins en maternité et cette sage-femme devient responsable

du budget du suivi de grossesse. Aujourd’hui, le

partenariat entre les sages-femmes et les consommatrices

de soins reste intense: tous les trois ans, ces sagesfemmes

conduisent une enquête de qualité, en incluant

une évaluation de leurs soins. Un tel partenariat constitue

ainsi un moteur, voire un «élan vital», pour les sagesfemmes

du 21 e siècle.

Contact

P r D r Valerie Fleming

flem@zhaw.ch

Zürcher Hochschule für

Angewandte Wissenschaften (ZHAW)

Departement Gesundheit

Institut für Hebammen

Technikumstrasse 71, CH-8401 Winterthour

T +41 (0)58 934 64 64

F +41 (0)58 935 64 64

www.gesundheit.zhaw.ch

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 31


Focus

Que signifie «être un acteur

du changement»?

«Indignez-vous!», s’exclamait Stéphane Hessel. C’est en effet dans les réactions

aux expériences de vie ressenties comme négatives que naissent les groupes

de pression qui participent aux transformations culturelles et sociales. La sociologie

nous aide à repérer les différents niveaux d’implication pour les acteurs sociaux

que nous pouvons devenir, si nous le voulons.

Josianne Bodart Senn

1. Forums, listes de discussion, récits de naissances

Longtemps, les femmes se sont raconté leurs accouchements,

dans l’ombre, sans rien ébruiter. Certaines écrivaient

peut-être dans le secret d’un journal intime. Mais,

avec l’avènement des nouvelles technologies, les témoignages

abondent sur des sites spécifiques. Ils sont largement

diffusés et suscitent à leur tour d’autres commentaires

ou réflexions. Le contenu des forums ou listes de

discussions est fort variable. Pour moduler les controverses,

une modération est parfois prévue (mais pas toujours).

Que la femme ait accouché, ou pas encore, ce genre

de récit peut être le départ d’une prise de conscience.

Exemples parmi beaucoup d’autres, en Suisse: www.bebe.ch | ou en France:

http://accouchement.chez.com | www.libre-choix-naissance.com

Raconter, témoigner, donner un avis, poser des questions,

échanger des informations, voire des émotions,

c’est déjà se poser comme acteur du changement

puisqu’il y a là un début de prise de conscience. D’une

conscience insatisfaite, malheureuse ou «honteuse» –

qui peut aller de la simple déception à un véritable malêtre,

voire un choc post-traumatique – il est possible

de passer à une conscience «fière» 1 . Ainsi, partir du négatif

offre une occasion de chercher des alternatives plus

positives, de s’approprier d’autres possibilités de choix,

de (re)trouver du sens tout en (re)passant à un statut de

«sujet».

2. Films (disponibles ou en chantier)

Le cinéma aussi peut devenir pédagogique, car le récit

d’autres vies rend possible un autre regard grâce au recul

pris, et parfois aussi au débat suscité. Documentaires

plutôt que fictions, les titres mentionnés ci-contre (voir

encadré) se centrent, d’une manière ou d’une autre,

sur l’aspect émotionnel mais ils le dépassent pour poser

les bonnes questions et, en partant d’autres vécus que

1

Ce concept a été forgé par l’équipe du sociologue belge

Jean Remy pour désigner l’ancrage affectif des mouvements

sociaux dont font partie des groupes de pression.

Voir: Produire ou reproduire? Une sociologie de la vie

quotidienne (1978).

le nôtre, ils amènent à mieux choisir pour nous-mêmes.

C’est une autre manière de démarrer ou d’approfondir

la prise de conscience.

Se décentrer par rapport à son propre vécu et rejoindre

le «vécu de l’autre» dans toute sa complexité et sa sensibilité,

c’est aussi devenir acteur du changement par la

production de sens que cela engendre. Les frontières

entre le vraisemblable et l’invraisemblable, ou encore le

pensable et l’impensable, se déplacent alors pour laisser

entrevoir une ou plusieurs alternatives possibles.

Des films

qui interpellent

«Sages femmes»

2007, Frédéric Choffat (CH), 42 min.

www.artfilm.ch

«The Business of Being Born»

2007, Abby Epstein (USA), 87 min.

www.thebusinessofbeingborn.com

«Organic Birth»

2009, Debra Pascali-Bonaro (USA), 52 min.

www.organicbirthmovie.com

«Naissance, lettre filmée à ma fille»

2010, Sandrine Dryvers (B), 69 min.

www.iotaproduction.com/films

«D’un instant à l’autre»

2010, Jara Malevez (CH), 38 min.

www.jaramalevez.ch

«Freedom for Birth»

2012, Toni Hartman & Alex Wakeford (GB),

60 min. www.freedomforbirth.com

«L’arbre et le nid»

2013, Valérie Pouyanne (Ca), 85 min.

www.arbre-et-nid.com

«Entre leurs mains»

2014, Céline Darmayan (F)

http://entreleursmains.wordpress.com/

Une liste plus détaillée peut être

consultée dans la rubrique Actualités sur

www.sage-femme.ch

32

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


3. Répertoires d’articles scientifiques

(et autres documents)

Rechercher des alternatives plus satisfaisantes et prendre

conscience des risques possibles, c’est aussi une

autre manière d’être acteur du changement. Pour cela,

une lecture attentive des «évidences» ou preuves tirées

de la recherche récente s’impose. Pour s’y retrouver dans

l’abondance des articles scientifiques, des groupements

militants les trient et les classent par thèmes.

Par exemple, l’Alliance francophone pour l’accouchement

respecté (AFAR) assure une veille sur les données

médicales et met à disposition des acteurs de la santé,

des usagers et du public une base de données constituée

d’articles de la recherche médicale ou d’autres domaines,

mais aussi des analyses et synthèses critiques. L’Afar fait

partie du Ciane (voir paragraphe suivant).

www.afar.info

4. Associations de parents

Il arrive un moment où des parents unissent leurs forces

et les mobilisent pour agir à un autre niveau que celui de

leur propre perspective individuelle. Seuls ou avec des

professionnel-le-s, ils se regroupent et fondent des associations.

Ils se fixent des objectifs à moyen ou long terme,

prennent des initiatives, multiplient les événements de

toutes sortes en les inscrivant dans une stratégie à plus

ou moins long terme. Ces parents se considèrent comme

les porte-parole de l’accouchement plus «doux», plus

«naturel», plus «respectueux», plus «citoyen». A l’occasion,

ils diffusent des prises de position et agissent

comme groupe de pression sur la scène politique locale

ou nationale.

En guise d’illustration, pour compléter les deux expériences

(lausannoise et néo-zélandaise) décrites dans ce

numéro et sans prétendre être exhaustif, voici quatre

autres exemples pour montrer la variété des mobilisations

possibles.

En Grande-Bretagne, depuis 1960, l’Association for improvements

in the maternity services (AIMS, en anglais

«les buts») se tient particulièrement à l’écoute de tout un

chacun qui, par courrier ou par téléphone, s’adresse à elle.

Elle recueille aussi des données et publie une série de

feuilles d’information et des brochures pour le public. Au

départ, un simple article dans un journal d’audience nationale

où Sally Willington racontait sa propre détresse

lors de sa grossesse et de son accouchement. Le déluge

de plaintes venant d’autres femmes répondant en écho à

ce récit de vie a conduit à fonder l’AIMS qui regroupe parents,

sages-femmes, médecins et autres professionnels

de santé. Son journal diffuse toutes sortes d’informations:

des plus objectives (des résultats scientifiques) aux

plus subjectives (des témoignages).

www.aims.org.uk

événement intime et familial» et, pour se faire comprendre,

il multiplie les prises de position et utilise, entre

autres, le théâtre comme moyen de conscientisation.

www.groupemaman.org/fr

En Belgique, depuis 2002, l’association «Alter-NativeS»

met l’accent sur le respect et l’écoute des parents et du

bébé lors de la naissance. Elle agit avant tout dans le but

de permettre un choix personnel et responsable quant

au lieu de naissance, la méthode d’accouchement, les

actes posés et les personnes qui vont entourer l’événement.

www.alternatives.be

En France, depuis 2003, le Collectif interassociatif autour

de la naissance (Ciane) 2 agit comme organisation faîtière

sans aucune appartenance politique, syndicale, philosophique,

sectaire ou religieuse. Sa mission est de «promouvoir

un modèle d’attitudes et de pratiques entourant

la maternité, fondé sur la physiologie et le respect

des personnes, permettant d’améliorer le déroulement

de l’accouchement/naissance, l’établissement des liens

mère-père-enfant et de réduire substantiellement les effets

iatrogènes et les coûts afférents.»

http://ciane.net

Conclusion

Les transformations des modèles culturels s’enchaînent

les unes aux autres mais elles se font lentement, au départ

plutôt dans l’ombre, dans les soubresauts d’une

conscience balbutiante qui doit encore se muer en

conscience «fière».

Après ces premiers débuts de prise de conscience s’instaurent

un changement du regard et une quête d’un sens

nouveau qui doit passer à un niveau collectif. AIMS ou

Alter-nativeS comme Nait-Sens ou Co-naître: ce qui

frappe, c’est le souci d’apporter un surplus de sens dès

que ces associations se sont constituées. C’est sans doute

un précieux atout pour elles.

Vient ensuite le temps de l’action sociale proprement

dite avec une multiplication des interactions entre des

acteurs sociaux plus ou moins engagés, une négociation

de nouvelles normes et une recherche de légitimité qui –

comme nous l’avons vu – peut se faire au sein d’associations,

de groupes de soutien ou de pression de toutes

sortes.

2

Voir aussi: Sage-femme.ch, 7+8/2010, pages 38 et 39.

Au Québec-Canada, depuis 1997, le «Groupe MAMAN»

(Mouvement pour l’autonomie dans la maternité et pour

l’accouchement naturel) entend «agir sur la culture entourant

la maternité afin que les femmes puissent donner

naissance naturellement et vivre leur maternité de la

manière qui leur ressemble, en étant la première responsable

des décisions.» Il parle de «réappropriation d’un

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 33


Infos sur la recherche

L’endométriose, une maladie

de plus en plus complexe

En été 2012, quatre femmes concernées par l’endométriose ont fondé l’Association suisse de soutien

contre l’endométriose (ASSCE) et ont mis en place une ligne téléphonique ainsi qu’un site Internet.

«Informer sans inquiéter», tel est leur but. Le 8 mars 2013, elles organisaient à Lausanne une série

de conférences pour faire le point sur l’actualité de cette maladie. En voici un bref compte rendu.

Josianne Bodart Senn

Le D r Jean-Marie Wenger, gynécologue, commence par

dresser le portrait de l’endométriose: cette maladie est

chronique; elle se présente avec une prévalence inconnue,

des causes complexes, une fréquence de plus en

plus élevée (en sévérité et en nombre); son diagnostic

est difficile; elle fait l’objet d’une faible conscience médicale;

elle a des répercussions physiques, psychologiques,

sociales et financières importantes. Il convient donc de la

traiter de manière précoce, d’expliquer les symptômes,

de les diminuer voire de les faire disparaître, d’arrêter

l’évolution de la maladie et de prévenir la récidive.

Sur son site (www.jmwenger.com), le D r Jean-Marie Wenger

rappelle que «l’endométriose est une maladie bénigne

constituée par la présence, en dehors de l’utérus, d’un tissu

ressemblant à celui qui tapisse l’intérieur de la cavité utérine

(l’endomètre). Ce tissu, qui ne se trouve pas à sa place

habituelle, est soumis aux cycles féminins comme la muqueuse

utérine normale; il s’épaissit et saigne de manière

cyclique, ce qui provoque une inflammation pouvant expliquer

les douleurs. La manière dont l’endométriose se manifeste

peut être très variable d’une femme à l’autre.»

« Maladie bénigne, mais

pas sans conséquences»

«Maladie bénigne, mais pas sans conséquences», ajoute

la présidente de l’ASSCE, Yasmina de Pinho-Reymond.

«Cette maladie bénigne est parfois considérée comme

‹peu conséquente› puisqu’elle n’est pas maligne. Ce qui

met parfois la femme souffrant des conséquences lourdes

de l’endométriose face à des personnes pensant que cette

maladie n’est pas très grave.»

Outre les douleurs, l’endométriose peut occasionner

une infertilité. A ce sujet, la D r Dorothea Wunder, spécialisée

dans la procréation médicalement assistée, précise

qu’une femme souffrant d’endométriose n’est pas automatiquement

infertile, mais que ce risque est tout de

même jusqu’à 50 % plus élevé pour elle que pour une

autre femme en âge de procréer.

Cécile Ténot, osthéopathe, sa discipline ne guérit pas

l’endométriose mais elle aide à mieux vivre avec cette

affection et elle permet de diminuer l’intensité des

symptômes. Une bonne mobilité dans les différentes

structures anatomiques (articulations, système d’attaches,

plans de glissement) amène une amélioration

après avoir testé les zones de tension, de densité ou de

moindre mobilité. Il s’agit donc de favoriser une meilleure

vascularisation et une meilleure information nerveuse

locale.

Pour Geraldine O. Canny, biologiste, la recherche sur la

lipoxine A4 s’annonce prometteuse pour mieux comprendre

le mécanisme d’aggravation ou de régression

de l’endométriose. Différentes études montrent que la

lipoxine A4 réduit la taille des lésions péritoniales; qu’elle

réduit la progression de nouvelles endométrioses et

d’endométrioses existantes en agissant comme un œstrogène;

qu’elle diminue l’expression de gènes impliqués

dans l’inflammation et la prolifération in intro et in vivo.

Contact

Association Suisse de Soutien

Contre l’Endométriose (ASSCE)

Par courriel: info@assce.ch

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de 13 à 18 heures: 079 205 07 43

www.assce.ch

34

Hebamme.ch • Sage-femme.ch 5 2013


En librairie

Sylvain Missonnier

Manuel de psychologie clinique

de la périnatalité

Sous la coordination du Professeur Sylvain Mission de l’Université

Paris Descartes, ce manuel s’adresse aux professionnels

intervenant en périnatalité. Il a été écrit collégialement par

une équipe interdisciplinaire regroupant des chercheurs universitaires,

des médecins et une sage-femme: Odile Tagawa.

Dans les chapitres qu’elle traite, Odile Tagawa nous livre les

20 ans d’expérience de son travail professionnel d’accompagnement

sur les aspects culturels en lien avec le travail des

sages-femmes dans le suivi périnatal et de prévention psychique

précoce. Elle y définit des objectifs et des outils de travail

pour les sages-femmes, notamment sur les prémices de

l’accompagnement par l’entretien prénatal précoce en resituant

la pratique spécifique de l’accompagnement en périnatalité.

Car, pour ces auteurs, la psychologie clinique périnatale

psychanalytique occupe aujourd’hui une place privilégiée

pour relever les défis d’une clinique contemporaine riche de

sa diversité.

Ce manuel – d’abord centré sur les nombreuses variations

psychologiques et psychopathologiques de la rencontre fondatrice

du «devenir parent» pour les personnes et du «naître

humain» pour l’enfant – aborde également les multiples

cadres libéraux et institutionnels indissociables des stratégies

préventives en réseau.

Editeur Elsevier/Masson

2012, 380 p.

ISBN 2-294-70541-0

CHF 75.50

Cet ouvrage riche et très bien référencé apporte simultanément

des outils pertinents pour accueillir les dysharmonies

relationnelles «parents / embryon / fœtus / bébé», les souffrances

familiales, mais aussi pour engager une réflexion

clinique et éthique au niveau des conditions d’exercice permettant

de mettre en place une fonction soignante bientraitante.

Ce manuel s’adresse donc à tous les professionnels intervenant

en périnatalité, même si le cadre juridique est basé sur

les règles françaises du fait de la nationalité des auteurs.

Sébastien Riquet, sage-femme

Laura Kaplan Shanley

Accoucher par soi-même

Editeur Mama Editions

2012, 280 p.

ISBN 978-2-84594-046-8

CHF 35.30

Comme le précise son auteure, cet ouvrage a été écrit dans le

but de promouvoir et de contribuer au plaidoyer en faveur de

la naissance autonome. Laura Kaplan Shanley, mère de quatre

enfants tous nés à domicile et sans l’assistance d’un professionnel,

revendique à travers ses écrits la capacité de chaque

femme à enfanter de manière autonome. Elle met en lien

l’instinct animal, la foi et la pleine conscience des femmes

avec la naissance sans assistance.

Le questionnement et le constat de l’auteure sur les pratiques

actuelles sont pertinents et légitimes. Par contre,

l’étayage des arguments sur les dangers de la médicalisation

est lacunaire. Les articles scientifiques choisis sont vieux,

pour certains obsolètes, et seuls ceux avec des résultats allant

dans le sens de l’auteure ont été sélectionnés. Ces éléments

desservent par conséquent les propos et l’idée initiale

de l’auteure.

De plus, une grande partie de l’argumentation est faite au

travers de liens directs avec des références au «Nouveau

Testament». Laura Kaplan Shanley met en relation étroite

sa foi avec le bon déroulement d’une naissance autonome.

Elle sous-entend ainsi qu’au travers de la foi, chaque femme

a le plein contrôle sur le déroulement physiologique et harmonieux

de l’accouchement. Même si certaines de ces assomptions

sont des hypothèses intéressantes, elles restent

trop peu argumentées et étayées pour en être totalement

convaincantes.

Les différents témoignages des accouchements sans assistance

sont empreints d’émotions et d’authenticité. Ils

donnent au lecteur une représentation positive de la naissance

autonome car seuls les cas où l’enfantement s’est bien

déroulé sont relatés. L’auteure s’implique personnellement

également en relatant ses quatre accouchements.

Pour conclure, je dirais que ce livre n’est pas à mettre dans

toutes les mains car il est peu nuancé et argumenté de manière

très discutable sur le plan scientifique. Par contre, dans

le contexte de société américaine, il est intéressant de lire

comment certains mouvements émergent suite à l’«hypermédicalisation»

de la naissance. Avec son positionnement

diamétralement opposé, cet ouvrage a le mérite d’aborder

une thématique peu connue des professionnels de la naissance.

Il est imaginable qu’au vu de notre pratique obstétricale

en Suisse, des pratiques similaires y trouvent leur essor

à l’avenir.

Maud Elmaleh, sage-femme

5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 35


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38

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5 2013 Hebamme.ch • Sage-femme.ch 39


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160 –

140 –

120 –

100 –

80 –

60 –

40 –

20 –

Magenmilieu

pH = 4,0

5 10 15 20 25 30

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Stärke

Zeit (Min.)

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100 –

80 –

60 –

40 –

20 –

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oder Säuglinge mit geringem Geburtsgewicht (< 1,8 kg) geeignet. Verwenden Sie Aptamil AR Andickungsmittel nicht mit einer bereits angedickten AR-Milch oder einer Milch gegen

Verdauungsprobleme.

1 AC Nielsen, HCP Tracker 2011. 2 Danone Research Data on file. 3 Wenzl TG et al. Pediatrics. 2003; 111 : e355-9.

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