Neue Mitte - KKV Bundesverband

kkv.bund.de

Neue Mitte - KKV Bundesverband

kkv, zeitschrift für katholiken in wirtschaft und verwaltung

02/ 13

Stark im Verband

87. Bundesverbandstag

in Freiburg

Ehrbarer Kaufmann

Dr. Wolfgang Böllhoff

Neu im Bundesvorstand

Prof. Dr. Patrick Sensburg

Venezianische Stimmung

120 KKV Wiesbaden

Mit Herzblut engagiert

Gertrud Dietl gestorben


Inhalt • Termine

2/13

4 Mut zum Bekenntnis

87. Bundesverbandstag

6 Ehrbarer Kaufmann

Dr. Wolfgang Böllhoff aus Bielefeld

10 Geistliches Wort

Vom Gottesstaat und ziviler Bürgerschaft

12 KKV-Samstagsforum

Neue Sicht auf Michelangelo

15 Ideen für ein starkes Europa

Bürgerbotschafter bei Bundespräsident Gauck

16 Vier Generationen KKV

120-jähriges Jubiläum des KKV Wiesbaden

20 Jeder trägt Verantwortung

Prof. Dr. Paul Kirchhoff beim KKV Mannheim

23 Mit Herzblut engagiert

Gertrud Dietl gestorben

impressum

neue mitte – Zeitschrift der Katholiken in

Wirtschaft und Verwaltung

Herausgeber: KKV-Bundesverband.

Bismarckstraße 61, 45128 Essen,

E-Mail: info@kkv-bund.de,

www.kkv-bund.de

Redaktion: Andreas Schuppert, Joachim Hüpkes

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der

Redaktion. Die Redaktion behält sich sinngemäße

Kürzungen vor. Redaktionsschluss nächste Ausgabe:

23. August 2013

Die Neue Mitte erscheint vier Mal jährlich. Der

Bezugspreis beträgt 2,30 Euro pro Heft bzw. 9,20

Euro pro Jahr, jeweils inkl. Versandkosten. Für

Mitglieder ist der Bezugspreis im Verbandsbeitrag

enthalten.

Druck: Druckhaus Breyer, 49356 Diepholz.

Gedruckt auf chlor- und säurefrei gebleichtem

Papier.

Terminkalender

Essen

7. September 2013

Sitzung des Bundesvorstandes

Wiesbaden

11. bis 19. September 2013

Studienreise in die Provence

Bundesverband

16. bis 23. September 2013

KKV Herbstreise zur „Grünen Insel“ Irland

Hardehausen

3. bis 6. Oktober 2013

KKV Familienseminar „Es ist, was es ist, sagt die Liebe“

Diözesanverband Essen

12. Oktober 2013

Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr

Völker in der Ferne! Der Herr hat mich

schon im Mutterleib berufen; als ich

noch im Schoß meiner Mutter war, hat

er meinen Namen genannt.

Er machte meinen Mund zu einem

scharfen Schwert, er verbarg sich im

Schatten seiner Hand. Er machte mich

zum spitzen Pfeil und steckte mich in

seinen Köcher. Er sagte zu mir: Du bist

mein Knecht, Israel, an dem ich meine

Herrlichkeit zeigen will... Jetzt aber hat

der Herr gesprochen, der mich schon im

Mutterleib zu seinem Knecht gemacht

hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe

und Israel bei ihm versammle. So wurde

ich in den Augen des Herrn geehrt und

mein Gott war meine Stärke.

Jesaja 49, 1-5

2 neue mitte 02/13


Auf ein Wort

Der Mensch hat Vorrang

Der 87. Bundesverbandstag in Freiburg hat Maßstäbe für den Verband gesetzt.

Fotos: KKV/Tobias Gotthardt

Liebe KKVerinnen und KKVer!

A

lle, die von Ihnen am 87.

Bundesverbandstag in Freiburg

teilgenommen haben, werden

es bestätigen. Dieser Verbandstag war

wieder ein Meilenstein in unserer Verbandsgeschichte.

Mit unserem Thema „Aufbruch

für Werte – gemeinsam eine aktive

Bürgergesellschaft gestalten“ haben

wir wieder inhaltliche Pflöcke gesetzt.

Wir haben gezeigt, dass der KKV ein

Verband ist, der nicht dem Zeitgeist

nachläuft, sondern eindeutig Position

bezieht – auf der Basis der katholischen

Soziallehre und damit auf der Grundlage

des christlichen Menschenbildes.

Wir haben viele Anregungen erhalten,

wie bürgerschaftliches Engagement

umgesetzt werden kann. Insbesondere

die Teilnehmer unserer Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer

von der Universität Freiburg, Dr.

Stefan Vesper vom ZdK und der Bundestagsabgeordnete

Peter Weiß, die

unter der Leitung von Roland Schneble

dieses Thema diskutierten, zeigten:

Die Erwartungshaltung an den Staat

ist zu groß. Der Einzelne muss sich

mehr engagieren. Der Staat darf nicht

der Problemlöser für alles sein. Einen

bedenkenswerten Aspekt brachte Peter

Weiß mit seiner Forderung ein, die

Wertebildung stärker zu forcieren. Sein

praktischer Hinweis: Entscheidungen

soll man nicht nur mit Sachargumenten

begründen, sondern auch sagen,

welcher Wertmaßstab ihnen zugrunde

liegen, traf auf offene Ohren.

Mit der Verabschiedung der „Freiburger

Erklärung“ haben wir erneut unterstrichen,

dass für uns der Mensch Vorrang

hat. „Weder bloßer Liberalismus noch

purer Sozialismus bieten verlässliche

Grundlagen für eine lebendige, aktive

Bürgergesellschaft. Leitbild einer

erfolgreichen, aktiven Gesellschaft ist

das christliche Menschenbild“, so ein

Kerngedanke der Erklärung. Gleichzeitig

formulierten wir fünf grundlegende

Prinzipien beziehungsweise Werte,

die für das Verhalten des Einzelnen in

einer Bürgergesellschaft nötig sind.

Ein besonderes Highlight war wieder

die Verleihung des KKV-Ehrenpreises

„Der ehrbare Kaufmann“ an Dr.

Wolfgang Böllhoff vom gleichnamigen

Bielefelder Unternehmen. Der Preis

wurde nun zum dritten Mal verliehen,

2010 an die Freiburgerin Martina

Feierling-Rombach und 2011 an Prof.

Claus Hipp. Mit dem Ehrenpreis erinnern

wir an eine alte Kernkompetenz

des Verbandes: Das Ideal des „ehrbaren

Kaufmanns“. Wir zeichnen damit

Unternehmer aus, die einen „ethisch

guten Umgang“ mit Mitarbeitern,

Kunden und der Gesellschaft pflegen

und dazu familienfreundliche Arbeitsbedingungen

bieten. In seiner Laudatio

machte dies unser Geistlicher Beirat,

Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, sehr

eindrucksvoll deutlich.

Da diesmal keine Beitragserhöhung anstand,

verlief die Delegiertenversammlung,

die von unserer ersten „ehrbaren

Kauffrau“ Martina Feierling-Rombach

souverän geleitet wurde, erwartungsgemäß

etwas ruhiger ab, als beim letzten

Mal. Bei den anschließenden Wahlen

wurde Tobias Gotthardt (Brüssel/

München) als einer der Stellvertreter

wieder gewählt. Und neu im Bundesvorstand

ist Prof. Dr. Patrick Sensburg,

MdB aus Meschede, der als weiterer

stellvertretender Bundesvorsitzender

Andreas Schuppert aus Dresden ablöst,

der satzungsgemäß nicht mehr zur

Wahl anstand. Auch zu meiner Wiederwahl

danke ich allen für das ausgesprochene

Vertrauen und freue mich, dass

wir damit einen Bundesvorstand haben,

der weiterhin mit großem Engagement

die Ziele des KKV verfolgen und umsetzen

wird.

„Das christliche Menschenbild muss

der zentrale Leitfaden der politischen

Überlegungen und Entscheidungen

sein.“ Mit diesen Worten brachte

Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/

CSU-Bundestagsfraktion, als Festredner

das Kriterium für eine Politik

im Zeichen des „C“ auf den Punkt.

Im Übrigen beschrieb er mit seinen

Ausführungen exakt die Positionen, die

wir bereits in unserem Grundsatzprogramm

formuliert haben. Der häufige

Applaus, der seine Rede unterbrach,

zeigte deutlich, dass Kauder den

KKVerinnen und KKVern aus der Seele

gesprochen hatte.

Wir haben zwar mit diesem Verbandstag

unser bisheriges Schwerpunktthema

abgeschlossen, gleichzeitig

fiel aber auch der Startschuss für das

neue Jahres, besser Zweijahresthema:

„Mensch bleib im Gleichgewicht –

Mut zur Balance zwischen Arbeit und

Freizeit“. Ich denke, wir haben hier ein

Thema gewählt, das nicht nur aktuell

ist, sondern mehr und mehr an Bedeutung

gewinnt. Denn moderne Medien

machen jeden fast überall erreichbar

– auch beruflich. Das verhindert das

dringend nötige Abschalten und fördert

Burn-out der Mitarbeiter. Arbeitgeber

und Führungskräfte stehen deshalb

in der Pflicht: „Jeder hat das Recht

auf Unerreichbarkeit. Das muss man

akzeptieren. Denn weil Arbeit nie aufhört,

muss der Mensch immer wieder

mit der Arbeit aufhören – zumindest

im Urlaub und am Sonntag. Kurzum:

Der Verbandstag in Freiburg war ein

neue mitte 02/13

3


Titel

Erlebnis für alle, die dabei waren.

Unsere Freiburger KKV-Freunde unter

ihrem Ehrenpräsidenten Gottfried

Beck und dem Präsidenten Bernhard

Sänger haben mit großem Engagement

den Verbandstag organisiert und am

Begrüßungs- und Festabend ein tolles

Programm geboten. Hierfür auch an

dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Unser Geistlicher Beirat, Msgr.

Prof. Dr. Peter Schallenberg, hat sich

in diesen drei Tagen ebenfalls mit

großem Elan eingebracht. Ich denke

hier vor allem an seine Laudatio bei

der Verleihung des Preises „Ehrbarer

Kaufmann“, aber auch an seine Predigt

bei der Abschlussmesse. Es ist immer

wieder ein Hochgenuss, seinen Gedanken

zu folgen. Ein Dank aber auch an

alle Mitglieder im Bundesvorstand für

ihr engagiertes Mittun und vor allem an

Andreas Schuppert für seinen langjährigen

Einsatz als stellvertretender

Bundesvorsitzender. Schön, dass er uns

als Chefredakteur der Neuen Mitte

und als neuer Vorsitzender des Regionalverbandes

Ost weiterhin erhalten

bleibt. Last but not least darf ich an

dieser Stelle aber auch unseren beiden

Hauptamtlichen Gudrun Radon und

Joachim Hüpkes sehr herzlich für ihren

Einsatz vor, während und nach dem

Verbandstag danken.

„Unser Verbandstag in Freiburg ist zwar

zu Ende – nicht aber unser Engagement

im KKV.“ Mit diesen Worten

beendete ich mein Schlusswort bei

unserer Festlichen Stunde. Ich tat dies

in dem Bewusstsein, dass die anwesenden

KKVerinnen und KKVer dafür

sorgen, dass die Begeisterung, die sie

hier gespürt haben, auf ihre Mitglieder

zu Hause überspringt. Deshalb sollte

es künftig – frei nach Kennedy – heißen:

Frage nicht, was der KKV für dich

tun kann, sondern frage, was du für

den KKV tun kannst. Denn wenn wir

überzeugend in die Gesellschaft hineinwirken

wollen, brauchen wir mehr

Strahlkraft und Selbstbewusstsein, aber

auch Mut zur Klarheit und Wahrheit.

Und das gilt für jedes Mitglied!

In diesem Sinne Kreuzschiff voraus und

auf ein Wiedersehen beim Bundesverbandstag

2015 in Arnsberg-Neheim.

Ihr

Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender

Belichtet

Langjährige Freundschaft

Gäste aus der Schweiz hatten sich beim 87. Bundesverbandstag

in Freiburg angesagt. Ein Beweis seines musikalischen

Talentes lieferte der Chor des Kaufmännischen Vereins

„Merkuria“ aus Bern beim Empfang der gastgebenden

Ortsgemeinschaft in Freiburg. Die Frauen und Männer aus

der Eidgenossenschaft verbindet eine jahrelange Freundschaft

mit dem Feiburgern. Der 88. Bundesverbandstag

2015 wird in Arnsberg-Neheim (Sauerland) stattfinden.

4 neue mitte 02/13


Titel

Weniger hitzig, aber mit Substanz: Der 87. Bundesverbandstag war nicht nur einer der kürzesten in der Verbandsgeschichte, sondern in dieser Form

wohl einer der effektivsten. Bei der Gewinnung neuer Mitglieder müssen sich auch die Ortsgemeinschaften stärker engagieren.

Mut zum Bekenntnis

Der 87. Bundesverbandstag hat gezeigt, dass der KKV mit seinen Initiativen auf einem guten

Weg ist. Um den Verband aber auch in Zukunft zu erhalten, muss mehr getan werden.

Foto: Andreas Schuppert

V

ielleicht lag es daran, dass er

diesmal von einer Frau geleitet

wurde, vielleicht aber

auch daran, dass „heiße Eisen“ wie eine

Beitragserhöhung nicht anstanden. Die

Delegiertenversammlung des 87. Bundesverbandstages

dürfte jedenfalls als

die kürzeste in die jüngere Verbandsgeschichte

eingehen. Punkt 13 Uhr

schloss die Bundesverbandstagspräsidentin

Martina Feierling-Rombach aus

Freiburg am 11. Mai die Sitzung. Einige

hätten gern noch weitergemacht und

Zukunftsperspektiven für den Verband

stärker diskutiert – aber im Prinzip

stand alles auf der Tagesordnung und

war alles verhandelt. Auch das, was der

Verband in den nächsten Jahren anpacken

muss, will er wieder attraktiv und

zukunftsfähig werden.

Insbesondere der Bericht des Bundesvorsitzenden

Bernd-M. Wehner zeigte,

mit welcher Intensität die KKVerinnen

und KKVer auf Bundesebene versuchten,

den Verband voranzubringen.

Die Bilanz kann sich nicht nur sehen

lassen, sondern ist wegweisend und

grundlegend für Aktivitäten in den

Ortsgemeinschaften. Ob die Spendenaktion

KKV hilft Ostafrika“ in

Zusammenarbeit mit dem kirchlichen

Hilfswerk MISEREOR, die Aktion

„Ich bin Sonntagsschützer“ oder die

Initiative des Projektes „DOCAT“ ,

welches die katholische Soziallehre in

verständliche Sprache für Jugendliche

übersetzen will: Der Bundesverband

hat nach den Worten des Vorsitzenden

Aktionen angestoßen, die eine wichtige

Ausstrahlung in die Gesellschaft haben.

Neu sei auch die Initiative des KKV-

Juniorenkreises, der besonders junge

Menschen für den Verband gewinnen

will – durch moderne Medien, durch

attraktive inhaltliche Veranstaltungen.

Fest steht aber auch: Der KKV muss

noch mehr tun, um junge Leute zu

gewinnen. An die Ortsgemeinschaften

appelierte Bernd-M. Wehner, die Angebote

des Bundesverbandes, insbesondere

regionale Veröffentlichungen der

Pressemitteilungen, stärker zu nutzen.

„Hier haben wir noch sehr viel Potenzial,

das ungenutzt ist“, so der Bundesvorsitzende.

Das gilt auch für die Bildungsangebote,

die der Fördererkreis für Bildunbgsarbeit

des KKV in der Vergangenheit

gemacht hat. „Eine Erfolgsgeschichte“,

resümiert der Vorsitzende des Fördererkreises

für Bildungsarbeit, Georg

Konen, auf dem Bundesverbandstag.

Viele Ortsgemeinschaften hätten die

Angebote genutzt – es könnten aber

mehr werden. Georg Konen warb bei

den Ortsgemeinschaften dafür, sich

auch besonders als Fördermitglied für

die Bildungsarbeit zu engagieren.

Von den Delegierten mit Spannung

erwartet wurde der Bericht des Vorsitzenden

der Zukunftskommission, Dr.

Klaus-Stefan Krieget, Landesvorsitzen-

neue mitte 02/13

5


Bundesverbandstag 2013

der in Bayern. Die Zukunftskommission

hat sich nach dem 86. Bundesverbandstag

in Hildesheim gebildet, um

wirtschaftliche Konzeptionen für den

Bundesverband zu prüfen und Vorschläge

zur finanziellen Konsolidierung zu

erarbeiten.

Die Bilanz Klaus-Stefan Kriegers ist

zunächst ernüchternd. Die Beitragserhöhung

habe nicht die Effekte erzielt,

die man sich versprochen habe, so der

Vorsitzende der Zukunftskommission.

Daher habe das Gremium Vorschläge

erarbeit, um den Bundesverband von

den Mitgliedsbeiträgen finanziell unabhängiger

zu machen. Die Einwerbung

von Drittmitteln gehöre ebenso dazu

wie die Forderung nach einer stärkeren

Unterstützung durch kirchliche

Institutionen. „Initiativen wie der

,DOCAT‘, die jetzt kirchlicherseits

genutzt werden, sind Ideen des KKV

gewesen. Damit leisten wir einen wichtigen

Beitrag für die Gesellschaft“,

stellt Klaus-Stefan Krieger klar. Wichtig

sei zudem die Botschaft, dass man im

gesellschaftlichen Umfeld auf den KKV

nicht verzichten kann. In der mittleren

Struktur des Verbandes müssen die

Aktivitäten deshalb an die Netzwerke

staatlicher Grenzen und Einheiten

angepasst werden. Der Vorschlag der

Zukunftskommission sei deshalb, dass

die Vorsitzenden der Diözesan-, Regional-

und Landesverbände jeweilige

Sprecher auf Landesebene wählen,

die den KKV dann in den Netzwerken

staatlicher Strukturen vertreten.

Krieger: „Alle Vorschläge zielen darauf

ab, den Verband von den Beiträgen

unabhängiger zu machen.“

Die anschließende Aussprache der

Delegierten zeigte, dass man sich auch

in den Ortsgemeinschaften Gedanken

gemacht hat. Überschüsse sollten zum

Beispiel sinnvoll angelegt werden und

wieder investiert werden, schlägt jemand

vor. Bei aller Sorge um die finanzielle

Zukunft, bestimmte aber auch

die inhaltliche Ausrichtung des Verbandes

die Delegiertenversammlung.

Karl Reher aus Bochum wies darauf hin,

dass der KKV wichtige gesellschaftlich

relevante Themen vorantreibe. 50

Jahre nach dem Beginn des II. Vatikanischen

Konzils gelte es zudem, stärker

auf die Umsetzung der Beschlüsse der

Kirchenversammlung hinzuweisen. Das

Lutherjubiläum 2017 sollte unter dem

Motto „500 Jahre sind genug“ ökumenisch

gefeiert werden. Katholische wie

evangelische Gemeinden hätten eine

zunehmende Sehnsucht nach Gemeinsamkeit.

Wichtig sei für den Verband

schließlich die Einheit von Glauben,

Bekenntnis und Handeln. Wer glaube,

müsse sich auch in der Öffentlichkeit

dazu bekennen. Das klang wie ein

Programm für die Aktivitäten eines Verbandes,

der sich auf die Veränderungen

in Kirche und Gesellschaft einstellen

muss. Andreas Schuuppert

„Setz dich auf den Stuhl des anderen!“

Der Bielefelder Unternehmer Dr. Wolfgang Böllhoff ist der dritte Preisträger des „Ehrbaren

Kaufmanns“. Mit der Auszeichnung hat der KKV eine „Marktlücke“ geschlossen.

I

ch habe lange überlegt, ob ich

diesen Preis überhaupt verdient

habe.“ Seine Dankesrede

beginnt Dr. Wolfgang Böllhoff mit einer

Gewissensforschung. Understatement

kommt gut an bei den Gästen, die sich

zur Verleihung des „Ehrbaren Kaufmanns“

am 10. Mai im ehrwürdigen

Ambiente des Freiburger Rathauses

versammelt haben. Der Preisträger ist

sichtlich beeindruckt von der Ehrung,

die ihm zuteil wird, auch wenn er ein

wenig Selbstzweifel hat. Dass er von

seiner Ortsgemeinschaft, dem KKV in

Bielfeld, dafür vorgeschlagen wurde,

berührt ihn besonders. „Ich hätte ihr

das auch nicht abschlagen können.“

Wolfgang Böllhoff ist der dritte Unternehmer,

an den der Bundesverband

den Preis des Ehrbaren Kaufmanns

verliehen hat. Nach Martina Feierling-

Romberg aus Freiburg (2010) und Prof.

Claus Hipp (2011) ist es diesmal ein

Ehrbarer Kaufmann 2013: Dr. Wolfgang

Böllhoff.

Unternehmer, der seit Jahrzehnten auf

nationaler und internationaler Ebene

tätig ist. Ein fairer Umgang mit Mitarbeitern

und Kunden und eine familienfreundliche

Unternehmensführung

sind unter anderem Kriterien für die

Preisverleihung.

Ehrbar zu sein, bedeute mehr, als nur

das Nützliche zu tun, betonte der

Geistliche Beirat des KKV-Bundesverbandes,

Prof. Dr. Peter Schallenberg, in

seiner Laudatio. Dazu gehöre nicht nur,

die eigenen Talente zu endecken, sondern

auch andere dazu zu bringen, ihre

zu entdecken. Ethisches Wirtschaften

meint, die besten Kräfte zu mobilisieren.

Den Nächsten in den Blick zu

nehmen, nicht nur an sich selbst zu

denken. Das hat Böllhoff von seinem

Vater gelernt, der ihm beibrachte: „Setz

dich auch auf den Stuhl des anderen“,

heißt, dass auch das„Gegenüber“

zufrieden sein muss, eine win-win-

Situation, die den Partner, den Kunden

nicht übervorteilt. Angesichts von

Wirtschafts- und Finanzkrisen war dies

wohl die wichtigste Botschaft der Preisverleihung.

„Mit diesem Preis haben

wir gewissermaßen eine Marktlücke

geschlossen“, betonte der Bundesvorsitzende

Bernd-M. Wehner. Denn die

Tugenden des Ehrbaren Kaufmanns

seien gefragt wie nie zuvor. as

6 neue mitte 02/13


Bundesverbandstag 2013

Peter Weiß MdB (CDU)

Dr. Stefan Vesper

Prof Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer

Antworten finden

Eine aktive Bürgergesellschaft braucht vor allem das Engagement des Einzelnen in Freiheit und

Verantwortung. Dies zeigte die Auftaktveranstaltung zum 87. Bundesverbandstag.

Fotos: Andreas Schuppert

W

er die große Auseinandersetzung

erwartet hat, ist

wohl enttäuscht worden.

Aber manchmal ist Nachdenkliches

fruchtbarer als das zermürbende Hin

und Her von Talk-Shows, das nurmehr

dem Zuhörer verunsichert zurücklässt.

Die Auftaktveranstaltung des 87. Bundesverbandstages

in Freiburg war mit

der Ethikerin Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer,

dem Bundestagsabgeordneten

Peter Weiß (CDU) und dem

Generalsekrtetär des Zentrakomitees

der Deutschen Katholiken, Dr. Stefan

Vesper, jedenfalls hochkarätig besetzt.

Und das Thema „Aufbruch für Werte

– gemeinsam eine aktive Bürgergesellschaft

gestalten“ nicht minder brisant,

nicht zuletzt vor dem Hintergrund der

Aktivitäten des KKV, besonders zum

Sonntagsschutz oder dem „Recht auf

Unerreichbarkeit.“ Im letzten verbunden

mit der Frage, wie solidarisch muss

eine Gesellschaft sein, damit es gerecht

zugeht und jeder Teilhabe an ihr hat, in

der das „gute Leben“ möglich ist.

Mit einem kleinen Paukenschlag

wartete dann aber doch der CDU-

Bundestagsabgeordnete Peter Weiß

auf: Der politischen Debatte in

Deutschland fehle das persönliche

Bekenntnis. „Hinter allen Entscheidungen

stehen Wertentscheidungen“,

ist Weiß überzeugt. „Aber über seine

Werte redet niemand.“ Beteiligung

heißt, Verantwortung zu übernehmen.

Der Staat sei nicht der Problemlöser für

die Wiederfährnisse des Lebens. Weiß

plädierte vor allem für die Stärkung

des Ehrenamtes, in dem bürgerschaftliches

Engagement konkrete Gestalt

annehme.

Staat ist nicht Lieferant sozialer

Gerechtigkeit

Ähnlich argumentiert die Freiburger

Ethikerin Ursula Nothelle-Wildfeuer.

Der Staat sei weder „Lieferant sozialer

Gerechtigkeit“ noch könne er „Gleichheit“

herstellen. Vielmehr müssten alle

die Möglichkeit zur Verwirklichung

einer aktiven Bürgergesellschaft haben.

Das bedeute aber auch, dass niemand

ausgeschlossen werden dürfe. Frau

Nothelle-Wildfeuer erinnerte an das

Wort der deutschen Bischöfe 1986, dass

der Staat die Aufgabe habe, „Beteiligungsgerechtigkeit“

herzustellen. „Es

kommt darauf an, allen die Chance

auf Teilhabe zu geben.“ Eine aktive

Bürgergesellschaft setze eine Einstellung

des Menschen voraus. Jeder müsse

„seinen Part“ übernehmen.

Diese Aktivität erwartet der Generalsekretär

des Zentralkomitees der

Deutschen Katholiken, Stefan Vesper,

besonders von den Christen. „Wir sind

als katholische Christen nicht Zuschauer,

sondern Mitspieler. Wir wollen mit

entscheiden und mitgestalten.“ Dies

gelte nicht nur für das soziale Engagement,

sondern besonders auch für die

gesellschaftlichen Debatten. Aufgabe

auch der katholischen Verbände sei es,

Antworten auf die Fragen der Menschen

zu geben. Vesper: „Es wird heute

niemand mehr Mitglied eines Verbandes,

weil der Nachwuchssorgen hat,

sondern dann, wenn er auf seine Fragen

eine Antwort findet.“

Damit eine aktive Bürgergesellschaft

gelingt, brauche es zudem generationsübergreifende

Ansätze, meint Peter

Weiß zum Abschluss der Veranstaltung,

die von Roland Schneble souverän moderiert

wurde. „Die großen politischen

Fragen sind entschieden, die Spezialfragen

werden nicht mehr verstanden.“

Ihre Antworten seien nur durch Beteiligung

möglich.

Andreas Schuppert

neue mitte 02/13

7


Bundesverbandstag

Gemeinsames Bekenntnis

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, hielt den

Festvortrag beim Bundesverbandstag in Freiburg.

F

ür ihn war es ein Heimspiel im

wahrsten Sinne des Wortes.

An der Freiburger Universität

hat Volker Kauder seine Studienjahre

verbracht. In der Mensa der Alma

mater hat der jetztige Fraktionsvorsitzende

der Union im Bundestag den

Festvortrag zum Abschluss des KKV-

Bundesverbandstages gehalten.

Kauder braucht kein ausformuliertes

Manuskript, um die wesentlichen

Punkte seiner politischen Passion darzustellen.

Auch außerhalb seiner Partei

ist er dafür bekannt und geschätzt, dass

er sich besonders für die weltweit verfolgten

Christen einsetzt. Die Vergessenen

in der Gesellschaft scheinen ihm

ein besonderes Anliegen. Die Christen

müssten in einer zunehmend religionslosen

Gesellschaft mehr zusammenstehen

und ihre gemeinsamen Wertepositionen

zum Ausdruck bringen, sagt der

evangelische Christ. Diese seien für

die beiden großen Konfessionen vom

christlichen Menschenbild geprägt.

Gast bei der

festlichen

Stunde des 87.

Bundesverbandstages:

Der

Fraktionsvorsitzende

der Union

im Deutschen

Bundestag,

Volker Kauder.

Ein klares Bekenntnis gibt Kauder zum

Subsidiaritätsprinzip ab. „Was in der

Familie geleistet werden kann, soll dort

auch geleistet werden.“ Das dürfe und

kann der Staat ihnen nicht abnehmen.

Der Politiker spricht sich zudem gegen

die aktive Sterbehilfe aus und für

den Schutz des Lebens in all seinen

Facetten aus. Großartiges leisteten in

Deutschland die Hospizbewegungen,

die den kranken Menschen ein würdevolles

Sterben ermöglichten. „Wir

helfen beim Sterben, aber nicht zum

Sterben“, sagt Volker Kauder. In dieser

Frage müssen die Kirche Leuchttürme

sein. Im Hinblick auf die Krise der

Europäischen Union ist der Politiker

für gemeinsame Anstrengungen, um

am gemeinsamen europäischen Haus

weiterzubauen. Europa sei mehr als der

Euro, sondern eine politische Schicksalsgemeinschaft.

as

Belichtet

Neues Gesicht im

Bundesvorstand

Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB (CDU) aus

der Ortsgemeinschaft Arnsberg-Neheim,

im Bild rechts, ist von den Delegierten des

Bundesverbandstages zum neuen stellvertretenden

Bundesvorsitzenden gewählt

worden. Wiedergewählt wurden der Bundesvorsitzende

Bernd-M. Wehner (links) sowie

Tobias Gotthardt, Brüssel/München, zum

stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Die

Kandidaten wurden satzungsgemäß für die

Zeit von vier Jahren gewählt. Für Wehner

und Gotthardt ist es bereits die zweite Amtsperiode.

Mitte: Msgr. Schallenberg.

8 neue mitte 02/13


Bundesverbandstag

Impressionen

vom 87. Bundesverbandstag in Freiburg, der Zeichen und Maßstäbe für den Verband gesetzt hat.

Der KKV hat auch in Zeiten der Krisen eine wichtige gesellschaftliche Stimme.

Feierlicher Eröffnungsgottesdienst im Freiburger Münster mit Erzbischof Robert Zollitzsch...

...und dem Einzug der Bannerträger.

Empfang der Ortsgemeinschaft Lätitia Freiburg in der Mensa der Freiburger Universität.

Fotos: Andreas Schuppert

Dancing emotion beim Festlichen Abend des Bundesverbandes.

Virtuos am Klavier: Freiburgs Ehrenpräsident Gottfried Beck.

neue mitte 02/13

9


Geistliches Wort

Vom Gottestaat und ziviler

Bürgerschaft

Der Mensch kann zwischen Egoismus und selbstlosem Geben wählen.

Liebe KKVerinnen und KKVer!

I

n seinem großen Werk „De

civitate Dei“ (Vom Gotteststaat)

entwirft der heilige Augustinus

das Bild von zwei Staaten (oder besser

und präziser: von zwei Bürgerschaften

als Zivilisationen), die kontrastierend

einander gegenübergestellt werden:

Auf der einen Seite die civitas Dei, der

Gottesstaat, auf der anderen Seite und

diametral entgegengesetzt, die civitas

terrena, der Erdenstaat. Beide Bürgerschaften

werden mit unterschiedlichen

Attributen versehen, die Augustinus

im zweiten Teil seines Werkes in zwölf

Büchern näher beschreibt.

Der Bürger des Gottestaates

bindet sich an Gott

So ergibt sich folgendes Bild: Der

Erdenstaat hat das bloße Überleben der

Menschen zum Ziel, wohingegen der

Bürger des Gottesstaates danach strebt,

in der Bindung an Gott, die durch die

Taufe an die Stelle der ursprünglichen

und infolge der Ursünde verloren gegangenen

Bindung des Paradieses tritt,

seine ihm ursprünglich – „am Anfang“

heißt dies in der biblischen Überlieferung

– eingestiftete Natur, sein Wesen

also und sein innerstes Ziel, zur Entfaltung

zu bringen. Der Erdenstaat ist

nach Ansicht des heiligen Augustinus

ein durch die Ursünde von Adam und

Eva notwendig gewordenes Übel, das

endgültig im Brudermord von Kain an

Abel seinen Ursprung findet: Dass der

Mensch den anderen Menschen, der

Bruder den Bruder umbringt und so der

Mensch dem Menschen zum Wolf wird,

genau dies kennzeichnet die Macht

des Bösen und bedarf der Eindämmung

durch die künstliche Zivilisation

des Erdenstaates, der wenigstens das

Überleben des Abel im Angesicht des

ihm nach dem Leben trachtenden Kain

versichert und dauerhaft garantiert.

In dieser Sicht hat der Staat somit die

Grundlage eines einigermaßen friedlichen

Zusammenlebens zu sichern, ein

Zusammenleben, das durch den Sündenfall

und die bleibende Versuchung

des Menschen, den Mitmenschen als

lästigen Konkurrenten im Kampf um

den besten Platz an der Sonne anzusehen

und möglicherweise listig zu

liquidieren, in steter Gefahr ist. Dem

gegenüber bildet die durch die Taufe

und die übrigen Sakramente gebildete

Bürgerschaft Gottes das pilgernde Gottesvolk,

das sich im Erdenstaat befindet

und dennoch durch die Sakramente

darüber hinaus lebt, nämlich im Angesicht

und in der Gegenwart Gottes.

Augustinus stellt sich also die beiden

Bürgerschaften durchaus als vermischt

vor, er denkt in diesem Punkt mehr

eschatologisch als politisch. Die Bürgerschaft

Gottes ist eine Gemeinschaft der

Lebenden und der Toten und versteht

sich als Zeit und Raum übergreifende

Menschheitsfamilie, als das neue Volk

Gottes. Die letzte Antwort auf die Frage,

wer denn zum einen oder anderen

Staat gehört, bleibt allerdings bis zum

Tag des Jüngsten Gerichtes und der

Vollendung der Welt verborgen.

In der Seele findet die Scheidung

zwischen Gut und Böse statt

Auch wenn Augustinus sein großes geschichtstheologisches

Werk unter dem

Eindruck der Belagerung Roms und

dem absehbaren Sturz des Römischen

Reiches durch das Gotenheer unter

Alarich im Jahre 410, also vor einem klar

umrissenen historischen Hintergrund

und in politischer Absicht abfasste,

muss man sich doch vor Augen führen,

dass die Bürgerschaft Gottes nicht

einfach identisch ist mit der sichtbaren

und geschichtlich fassbaren Kirche.

Vielmehr findet sich die Zugehörigkeit

zu einer der beiden Bürgerschaften im

forum internum (wörtlich: im inneren

Marktplatz), also in der unsterblichen

Seele der jeweiligen Person, die zwischen

den von Augustinus markierten

gegensätzlichen Haltungen des uti,

dem rein egoistischen Nützlichkeitsdenken,

und dem frui, dem Geben und

Empfangen selbstloser Liebe, wählen

kann. Hier, in der Seele eines Menschen,

in seinem Denken und Fühlen

und Wollen, findet die große Scheidung

und Entscheidung zwischen Gut und

Böse statt.

Ihr Monsignore Prof. Dr. Peter Schallenberg,

Geistlicher Beirat des KKV-Bundesverbandes

Der Text ist Teil eines Aufsatzes unter dem

Titel „Franziskus – Anstöße zu einer franziskanischen

Soziallehre“, der in der Reihe

der Veröffentlichungen der Katholisch-

Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle

Mönchengladbach erschienen ist.

10 neue mitte 02/13


Aus dem Bundesverband

Werte.Bilden.Zukunft

Die KKV-Stiftung für Fort- und Weiterbildung soll die Zukunft der Bildungsarbeit des Verbandes

sichern. Zustiftungen tragen zur Steigerung der Erträge bei.

P

ünktlich zum 87. Bundesverbandstag

in Freiburg wurde

für die frisch gegründete KKV

Stiftung für Fort‐ und Weiterbildung

geworben. Beim Festabend in der

Mensa der Universität erhielt der Vorsitzende

des KKV Fördererkreises für

Bildungsarbeit, Georg Konen, die Zusage

für einen vierstelligen Zustiftungsbetrag.

Wir danken an dieser Stelle

ganz herzlich! Ihre Beiträge sind heute

die Haupteinnahmequelle des KKV.

Diese ermöglichen bei einer schlanken

Verwaltung, Initiativen und Maßnahmen

der Verbands‐ und Bildungsarbeit

zu verwirklichen.

Um die Finanzierung unserer KKV

Arbeit nachhaltig zu sichern, braucht

es weitere tragende Säulen und das

Mittun vieler. Aus diesem Grund

wurde Anfang Mai die KKV-Stiftung

für Fort‐ und Weiterbildung gegründet.

Das Gründungskapital dieser unselbstständigen

Stiftung wurde vom KKV

Bundesverband e.V., dem Fördererkreis

für Bildungsarbeit im KKV e.V. und

dem KKV‐Diözesanverband Münster

e.V. zur Verfügung gestellt. Die Erträge

aus der Stiftung helfen langfristig,

denn einen Stiftung denkt nicht nur an

heute, sie sorgt für morgen und übermorgen.

Ihre Wirksamkeit hängt dabei

aber ganz wesentlich von der Höhe des

Stiftungsvermögens ab, denn es wirkt

durch Zinserträge, das Vermögen selber

bleibt unangetastet. Erträge kommen

der KKV Bildungs‐ und Verbandsarbeit

zu Gute. So hilft Stiftungsvermögen

dauerhaft.

Unsere Bitte an Sie: Denken Sie an

die KKV‐Stiftung für Fort‐ und Weiterbildung,

werden Sie Zustifter – ob

bei einem besonderen Anlass wie einer

Goldhochzeit, einem runden Geburtstag,

einem Firmenjubiläum oder ganz

privat. Wir freuen uns über Ihre Zustiftung

oder Ihre Spende. KKV-Bund

KKV Stiftung für Fort- und Weiterbildung

– Bank im Bistum Essen, Konto:

180 190 19, BLZ 360 602 95. Für alle

Fragen zur Stiftung steht Ihnen Bundesgeschäftsführer

Joachim Hüpkes

unter Tel. 0201 8792312 gerne zur

Verfügung. Die Broschüre zur Stiftung

senden wir Ihnen gern zu.

Es ist, was es ist...

KKV-Familienseminar in Hardehausen.

Fotos: KKV-Bundesverband

E

s ist was es ist, sagt die

Liebe.“ Das Zitat von Erich

Fried ist das Motto des

diesjährigen Seminars für Familien,

Erwachsene, Jugendliche und Kinder,

welches vom 3. bis 6. Oktober im

Jungendhaus in Hardehausen stattfinden

wird. Die Wochenenden, die

inzwischen zur Tradition geworden

sind, werden seit Jahren vom Diözesanverband

Münster, dem Fördererkreis

für Bildungsarbeit im KKV und dem

Bundesverband organisiert und mitfinanziert.

Jeden Herbst treffen sich

zwischen 40 und 70 junge und ältere

KKVerinnen, KKVer und Gastfamilien

zu einem verlängerten Wochenende,

um sich mit oder ohne Kinderbetreuung

den jeweiligen Themen zu widmen.

In diesem Jahr steht die christliche-jüdische

Tradition der Gottes und

Nächstenliebe an drei Tagen auf dem

Programm. Die Teilnahmegebühren

sind für drei Übernachtungen inklusive

Vollpension und Kinderbetreuung

sehr moderat und werden vom KKV

gesponsert. Infos und Anmeldeunterlagen

finden Sie im Internet unter

www.kkv-bund.de (Termine), auf

unseren facebook–Seiten, über die

Geschäftsstelle des Diözesanverbandes

in Münster (Norbert Gebker) oder die

Bundesgeschäftsstelle. Joachim Hüpkes

neue mitte 02/13

11


Aus dem Bundesverband

Neue Sicht auf Michelangelo

KKV-Samstagsforum: Faszinierende Einblicke in die Werke des Renaissance-Künstlers.

Über 100 Kardinäle waren in

der Sixtinischen Kapelle

versammelt, um die Nachfolge

Papst Benedikts XVI. zu bestimmen.

Sie trafen ihre Wahl unter dem

Eindruck der Fresken Michelangelos,

die zu den bedeutendsten Werken der

Kunstgeschichte gehören. Von 1982 bis

1994 sind die Fresken vom Schmutz

der Jahrhunderte befreit worden – und

verlangen eine neue kunsthistorische

und theologische Bewertung. In einem

eindrucksvollen Vortrag – Mitte März –

vor mehr als 100 Besuchern beim Samstagsforum

des KKV Hansa Bielefeld in

der St. Jodokus-Kirchengemeinde hat

der Theologe und Professor für Christliche

Kunstgeschichte, Prälat Dr. Max-

Eugen Kemper, faszinierende Einblicke

in die Werke gegeben. Als Schüler

blickte Kemper 1956 erstmals auf das

„Jüngste Gericht“ an der Stirnwand der

Kapelle. 1989, die Restaurierung war

schon weit vorangeschritten, näherte

er sich dem Werk erneut. Er hatte

sogar die Möglichkeit, die Arbeiten

vom Gerüst aus zu verfolgen. „Ich sah

die Fresken in einem neuen Licht.

Die Gestalt des Christus war für mich

immer der Richter, der den letzten Akt

des menschlichen Schicksals vollzieht.

Von allen Schmutz- und Firnisschichten

befreit, entdeckt man nun eine andere

Christusfigur, weiche, appollinisch

schöne Züge und blondes Haar, ein

Gesicht, das zwar Gerechtigkeit ausstrahlt,

aber eine Gerechtigkeit, die

mehr aus Liebe, Barmherzigkeit und

Güte kommt als aus der sachlichen Kälte

eines Richters.“ Nach den Worten

Kempers zeigt sich nach der Restaurierung

ganz deutlich die Zugehörigkeit

Michelangelos zu den Reformbewegungen

des 16. Jahrhunderts in Italien,

über die man in Deutschland immer

noch wenig wisse. Das Jüngste Gericht

sei als „Mahnbild“ zu verstehen. Es

zeige, was unausweichlich geschehen

werde, wenn sich die Menschen nicht

veränderten. Dem Bild der Mahnung

und der Hoffnung hat Papst Johannes

XXIII. schon eine besondere Bedeutung

beigemessen, wie Kemper berichtete:

„Einen Tag nach Eröffnung des

Zweiten Vatikanischen Konzils am 12.

Oktober 1962 lud der Papst die nichtkatholischen

Beobachter des Konzils

und das Diplomatische Korps in die

Sixtinische Kapelle ein. Plötzlich wies

er auf das Gemälde und sagte: „Dies,

meine Herren, erwartet man von uns.

Jetzt machen wir etwas Gutes aus dem

Konzil.“ Manfred Matheisen

12 neue mitte 02/13


Scheckübergabe für die Flüchtlinge in Mali. Im Bild von links: Reinhard Schaffrick, Diözesanverband Essen, Dr. Thilo Esser, Bistum Essen, Ulrich

Callegari, Bank im Bistum Essen, Bernd-M. Wehner, KKV-Bundesvorsitzender.

Kirche im Dialog

Der Strukturwandel im Bistum Essen war Thema des KKV – 6.000 Euro für Mali.

Foto: Diözesanverband Essen

A

nfang März fand in der Aula

des Bischöflichen Generalvikariates

das 17. Fastenessen

zum Thema „ Zukunft auf katholisch,

lebendige Kirche im Dialog – Der Dialogprozess

im Bistum Essen“ mit dem

Referenten Dr. Thilo Esser statt. Er ist

Geschäftsführer des Dialogprozesses

im Ruhrbistum. Es waren rund 60 Mitglieder

und Gäste erschienen.

Das Ruhrbistum Essen wurde 1958 mit

damals 1,5 Millionen Katholiken gegründet

und ist damit eines der jungen

Bistümer in Deutschland. Durch den

Strukturwandel sank die Mitgliederzahl

auf heute 860. 000 Katholiken, Tendenz

weiter fallend, erläutert Dr. Esser.

Räumlich ist das Bistum das kleinste in

Deutschland. Der Strukturwandel ist

im Ruhrgebiet sowohl geprägt durch einen

allgemeinen Bevölkerungsrückgang

als auch durch eine sich verändernde

Struktur der Bevölkerungszusammensetzung.

Veränderungen des kirchlichen

Lebens führten zu einem Ende

der volkskirchlichen Strukturen. So

liegt derzeit in der Diözese Essen der

sonntägliche Messbesuch bei acht Prozent,

rund 30 Prozent der Kinder von

christlichen Eltern sind nicht getauft,

getaufte Kinder gehen zu 9o Prozent

zur Erstkommunion, aber nur zu 30

Prozent zur Firmung. Gemeinde ist

nicht mehr Lebensmilieu. Es gibt keine

Rezepte, diesen Trend zu stoppen.

Dies führte im Bistum Essen von 2005

bis 2007 zu neuen Strukturen der

Verwaltung der Gemeinden mit derzeit

nur noch 42 Pfarreien, Trennung von

Gebäuden, auch Kirchen. Bischof Dr.

Franz Josef Overbeck hat festgestellt,

dass wir Menschen Veränderungen

nicht mögen, die wir nicht selbst aussuchen

können.

Durch einen Dialogprozess des Bistums

mit den Gläubigen in Pfarreien und

Verbänden sollen die künftigen Veränderungen

auf einen breiten Konsens gestellt

werden. Das erste Forum fand am

28. Januar.2012 in einem Saal der Messe

Essen statt. Am 5. Mai 2012 fand ein

zweites Treffen mit 300 Teilnehmern

in Gladbeck statt. Die Teilnehmenden

haben sich ausgetauscht, über ihre tiefen

Beweggründe für Ihr Engagement

in der Kirche und über ihren Glauben

gesprochen. Nun wird es bei den

nächsten Treffen darum gehen, konkret

zu werden und zu Vereinbarungen zu

kommen. Beim Forum Ende 2012 in

Oberhausen war geplant, über Fragen

der Caritas zu sprechen. Ein großer Teil

der Teilnehmer sprach sich aber dafür

aus, stattdessen über Form und Inhalt

des Dialogprozesses zu reden, dem

auch entsprochen wurde.

Auf Wunsch von Dr. Esser kam die

Fastenspende des KKV-Diözesanverbandes

Essen Caritas International für

die Hilfe der Bürgerkriegsflüchtlinge

in Mali zu Gute. Wir freuen uns, 6.000

Euro als Spende überweisen zu können

und danken allen Spendern.

KKV-Diözesanverband Essen

neue mitte 02/13

13


Neue Mitglieder • Vor Ort

Neue Mitglieder

Wir begrüßen als neue Mitglieder

Peter Böhme, München

Maria Böker, Braunschweig

Hildegard Czetsch, München

Ruth Dautzenberg, Aachen

Klara Feike, Borghorst

Marga Fink, Koblenz

Eleonore Geßner, Würzburg

Margit Grote, Arnsberg-Hüsten

Werner Grote, Arnsberg-Hüsten

Irmgard Kersting-Papenbreer, Lippstadt

Judith Klaiber, Horb

Beate Meyer, Arnsberg-Neheim

Andreas Meyer, Arnsberg-Neheim

Robin Piepereit, München

Dr. Reinhold Plenk, Passau

Hildegard Rickert, Bocholt

Edeltraud Römer-Böhme, München

Oliver Rott, Brüssel

Ludwig Ruß, Kitzingen

Pfr. Tobias Schäfer, Ingelheim

Mathea Schneider, Freiburg

Gabriele Schnetz, München

Ursula Simons, Viersen

Manfred Stamm, Würzburg

Stefan Steuer, München

Gunnar Supper, Hannover

Gisela Tognino, Gelsenkirchen-Buer

Maria Wältermann, Greven

Brunhilde Zaring, Gelsenkirchen-Buer

KKV Neheim

bestätigt Vorstand

Umfangreiches Programm vorgestellt.

Z

ur Generalversammlung im

Kolpinghaus begrüßte der

Vorsitzende Herbert Vlatten

die zahlreich erschienenen Mitglieder.

Nach dem Gedenken der verstorbenen

Mitglieder stellte er den Jahresbericht

2012 vor. Neben zahlreichen Bildungsveranstaltungen

und Tagesfahrten

wurde ein besonderer Rückblick auf

das durch den KKV Neheim und den

Fördererkreis des Bundesverbandes im

September ausgerichtete KKV Samstagsforum

gelegt.

Hierzu kamen sogar KKV Mitglieder

aus Dortmund, Hamm, Menden und

Hüsten sowie der Kolpingfamilie

Neheim. Getragen wurde die Veranstaltung

durch die Referenten, Prof.

Dr. Peter Schallenberg, Geistlicher

Beirat des KKV-Bundesverbandes, und

Prof. Dr. Patrick Sensburg sowie die

Moderation von Frau Padberg, bekannt

als Moderatorin des Westdeutschen

Rundfunks (WDR). Heinz Vollmer

bescheinigte als Kassenkassenprüfer

eine vorbildliche Kassenführung, und

Schatzmeister Paul Peter Oeliden

bestätigte die positive Kassenlage. Bei

den Vorstandswahlen standen Herbert

Vlatten als erster Vorsitzender und

Klaus Aßmuth als stellvertretender

Vorsitzender sowie Thorsten Vlatten

als Schriftführer und Pressesprecher

zur Wahl.

Alle drei Kandidaten wurden einstimmig

wiedergewählt. Beisitzer wurden

Hilde Neuwöhner und Gerd Fischer.

Nach der Aussprache wies Herbert

Vlatten auf die nächsten Veranstaltungen

des KKV Neheim hin. Das

Programm des Verbandes biete wieder

interessante Veranstaltungen.

Thorsten Vlatten

Verdienstkreuz

für

KKVer

Die Thüringer Ministerin für Soziales,

Familie und Gesundheit, Heike

Taubert (SPD), verlieh in Erfurt das

Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik

Deutschland unter anderen

an Jürgen Wehlisch aus Erfurt.

Sozialministerin Heike Taubert sagte,

Jürgen Wehlisch habe sich weit über

das normale Maß hinausgehend bürgerschaftlich

engagiert. Sein beispielhafter

Einsatz für das Gemeinwesen im

Freistaat soll mit dem Verdienstorden

der Bundesrepublik Deutschland öffentlich

gewürdigt und anerkannt werden.

„Sie haben unsere Gesellschaft

bereichert und deren Zusammenhalt

gestärkt. Wie Sie engagieren sich viele

Bürgerinnen und Bürger unermüdlich

und unentgeltlich. Das macht unser

Land liebens- und lebenswert.“

Jürgen Wehlisch organisierte vor 20

Jahren die Wiedergründung des KKV

„Unitas“ Erfurt mit und gehörte in den

Anfangsjahren dem Vorstand an.

KKV Unitas Erfurt

14 neue mitte 02/13


Beiden ist Europa ein wichtiges Anliegen: Iris Kater und Bundespräsident Joachim Gauck.

Ideen für ein starkes Europa

95 Bürgerbotschafter diskutierten mit Bundespräsident Joachim Gauck über die Zukunft des

Kontinents - darunter KKVerin Iris Kater aus Viersen.

Foto: KKV Viersen

D

ie KKVerin und Mitglied

des Lenkungskreises des

Frauennetzwerkes „alpha“,

Iris Kater war eine von 95 ausgewählten

Bürgerbotschaftern, die mit Bundespräsident

Joachim Gauck über ihre Ideen

für ein starkes Europa diskutierten.

Mehr als 7.000 Europäer haben mit ihrem

persönlichen Statement der Initiative

„Ich will Europa“ Aufmerksamkeit

auf die vielfältigen Facetten Europas

gelenkt. Aus ihnen wurden 96 Bürgerbotschafter

ausgewählt, die im Rahmen

einer Bürgerkonferenz ihre Visionen

für Europa weiterentwickeln sollen. An

dem Forum Europa, welches im Berliner

Schloss Bellevue mit der Teilnahme

des Schirmherren Bundespräsident Joachim

Gauck stattfand, nahmen Bürgerbotschafter

aus allen Bundesländern,

sowie aus Frankreich, Großbritannien,

Luxemburg und weiteren europäischen

Ländern teil. Eingeladen war auch KKV

-Mitglied Iris Kater, die ihre Kenntnisse

im Bereich „Leben und Arbeiten in

Europa“ einbringen durfte. Bundespräsident

Joachim Gauck begrüßte

in seiner Rede die geerdeten Visionäre

und rief mit ihren Träumen der

Mutigen dazu auf, sich einzumischen

und zu handeln. Die Bürgerbotschafter

sollen Visionen entwickeln und den

Austausch nicht nur den Fachleuten

oder der Politik überlassen, sondern

sich aktiv in die Debatte einbringen.

„Es ist für mich eine große Ehre zu den

ausgewählten Bürgerbotschaften gehören

zu dürfen“, so Iris Kater. „Wir haben

nicht nur über ein zukunftsfähiges

Europa diskutiert, wir haben konkrete

Gestaltungsideen entwickelt, die in

die weitere Arbeit einfließen sollen. Zu

meiner großen Freude sprachen einige

dieser Ideen auch den Erhalt, sowie das

Weitergeben von gesellschaftlichen,

wirtschaftli-chen und christlichen

Werten an.“ Einige der weiblichen

Teilnehmer konnte Iris Kater auf das

KKV-Frauennetzwerk ansprechen und

so die Ziele dieses Netzwerkes und des

KKV auch in diesen Kreis transportieren.

„Deutschland war nicht nur in der

Vergangenheit, sondern ist heute noch

einer der größten Nutznießer der politischen

und wirtschaftlichen Einigung

Europas und war seit den Gründerjahren

auch einer der großen Mitgestalter

dieser Einigung, die für viele zu einer

Selbstverständlichkeit geworden ist“,

stellt Iris Kater einen der Grundgedanken

der Initiative vor. Angesichts

der aktuellen Herausforderungen gilt

es, sich das bereits Erreichte und den

damit verbundenen Nutzen bewusst zu

machen. KKV Viersen

„Ich will Europa“ ist eine Initiative der

Engagierten Europäer. Dahinter steht eine

Gruppe von elf deutschen Stiftungen, die

sich für ein starkes Europa einsetzen. Die

beteiligten Stiftungen arbeiten einzeln und

gemeinsam mit einer Vielzahl von Projekten

daran, die europäische Integration

zu vertiefen.

neue mitte 02/13

15


Venezianische Stimmung beim 120-jährigen Jubiläum des KKV Wiesbaden.

Vier Generationen KKV

Ihr 120-jähriges Jubiläum feierte die Ortsgemeinschaft Wiesbaden.

V

ier Generationen – 120 Jahre“,

stellt Fritz Reinhard Zeuner,

Vorsitzender des Frankfurter

KKV, zu dem großen Jubiläum des KKV

in Wiesbaden erstaunt fest. Und dass

dieser Sozialverband in Wiesbaden,

der im Kaiserreich gegründet wurde,

eine lange und erfolgreiche Vereinsgeschichte

erzählt, überrascht nicht.

Treu dem Motto „Ehrlich im Handel

– christlich im Wandel“ verzeichnet die

Gemeinschaft der Katholiken in Wirtschaft

und Verwaltung“ einige soziale

Erfolge, was auch die Auszeichnung mit

der Silbernen Ehrenplakette zum 75-

jährigen Jubiläum und der Goldenen

Ehrenplakette mit Urkunde der Stadt

Wiesbaden zum 100-jährigen Bestehen

ausdrückt.

Der Katholische Kaufmännische Verein

wurde am 13. April 1893 in Wiesbaden

gegründet. Er besteht aus rund 70 Mitgliedern

engagierter Katholiken.

Zum Jubiläum fand Mitte April ein

Gottesdienst in der Maria-Hilf-Kirche

mit anschließender Festveranstaltung

statt. Hauptzelebrant und Prediger war

Msgr. Prof. Peter Schallenberg, Geistlicher

Beirat des Bundesverbandes,

Konzelebrant war Pfarrer Klaus Krechel

und assistiert haben die Diakone Georg

Kerksieck und Heinz Detering, Geistlicher

Diözesanbeirat aus Limburg.

Musikalische Begleitung gab es durch

den Wiesbadener Knabenchor unter

Leitung von Johannes Hill, an der

Orgel saß Wolfgang Röhrbein. „Der

Gottesdienst wirkt noch lange positiv

in uns nach“, waren sich die Mitglieder

des KKV einig.

Vorsitzender Hartmut Röhrbein eröffnete

die anschließende Festveranstaltung

im Hotel Oranien mit rund 100

Gästen. Dass die Zusammenarbeit des

KKV Wiesbaden mit Mitgliedern der

rund 90 Ortsgemeinschaften gut funktioniert,

zeigte der Besuch zahlreicher

KKV-Mitglieder aus anderen Städten,

um dem KKV Wiesbaden zum Jubiläum

persönlich zu gratulieren. Bundesvorsitzender

Bernd-M. Wehner formulierte

in seinen Grußworten den Grundgedanken

des KKV prägnant: „Die Brücke

zwischen Kirche und Welt.“ Doch auch

wenn der Verein sich weiterhin sozial

engagiert, merkte Wehner an, dass die

Zeit für Verbände dieser Art manchmal

bedeutet „gegen den Strom zu schwimmen,

um sich für christliche Wertevorstellungen

einzusetzen“.

Musikalisch begleitete Martin Pfeifer

am Klavier den Abend sowie die

„Männer WG“ der Diltheyschule. Im

Stile der Comedian Harmonists führten

sie Musik im Stil der 40er Jahre auf –

inklusive schauspielerischer Einlagen.

Weiterer Höhepunkt des Abends war

eine Aufführung venezianischer Masken.

Auf zwölf Jahrzehnte erfolgreiche

und traditionelle Vergangenheit blickte

der Verband in angenehmer Atmosphäre

zurück – und schaut positiv in die

Zukunft.

Nadine Bansner

16 neue mitte 02/13


Vor Ort

Post aus dem Vatikan

Der KKV in Kaarst erhält ein Dankesschreiben von Papst Benedikt XVI.

A

nfang April erhielt die Vorsitzende

des KKV Kaarst, Dr.

Ulrike Nienhaus, Post aus dem

Vatikan. In diesem Schreiben wurde

der Dank des emeritierten Papstes

Benedikt XVI. für die guten Wünsche

des KKV Kaarst zum Ende seines Pontifikates

übermittelt.

Wie viele Katholiken auf der ganzen

Welt, so wurden auch die Mitglieder

des KKV Kaarst von der Rücktrittsankündigung

von Papst Benedikt XVI.

überrascht. Nach einer ersten Fassungslosigkeit

setzte sich dann aber

Dankbarkeit für die Zeit des Pontifikates

und vor allem Respekt vor dieser

Entscheidung durch. Viele KKVer und

KKVerinnen haben Papst Benedikt

XVI. auch persönlich erlebt. Sei es während

der Audienzen oder der Messen

auf dem Petersplatz in Rom, während

des Weltjugendtages in Köln oder im

direkten Kontakt bei einer Begegnung

des Papstes mit Brautpaaren, an der ein

Mitglied aus dem Vorstand des KKV

Kaarst mit seiner Frau teilnehmen durfte.

Alle Begegnungen haben tiefe Eindrücke

und Spuren hinterlassen. Dies

war für die Vorsitzende Anlass, dem

Papst in einem Schreiben für das starke

Engagement während seines Pontifikates

zu danken, Respekt für seine

Entscheidung zu übermitteln und ihm

für seinen gewählten Pilgerweg alles

Gute und Gottes Segen zu wünschen.

„Dass der Papst dieses Schreiben

erhalten hat und nun dem KKV Kaarst

dankt, macht uns sehr stolz“, so Dr.

Nienhaus. KKV Kaarst

Foto: KKV Wiesbaden/KKV Kaarst

Mitglieder des Vorstandes freuen sich über das Dankschreiben aus dem Vatikan. Von links: Gerd Thora, Gabi Krings, Dr. Ulrike Nienhaus, Irmgard

Ulrich, Karl-Heinz Möllers .

neue mitte 02/13

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Jubilare • Termine

Jubilare

Gottes Segen unseren Jubilaren

25 Jahre

Friedrich Matzutt, Korschenbroich

40 Jahre

IWinfried Bayer, Alzey

Christina Becker, Duisburg

Hans Schober, Alzey

60 Jahre

Winfried Bayer, Alzey

Christina Becker, Duisburg

Hans Schober, Alzey

65 Jahre

Ludwig Giesbers, Emmerich

80 Jahre

Ludwig Giesbers, Emmerich

Glauben als Erinnerung –

gegen den Werteverfall

Der KKV Fulda sieht den Verband als eine Gemeinschaft, die im Jahr des Glaubens Zeichen gegen

den Glaubensschwund setzen muss . Die Mitgliederversammlung wählte einen neuen Vorstand.

D

er KKV Fulda sieht in der Gesellschaft

die Moral und Ethik

immer mehr schwinden, so

die Meinung vieler bei der Generalversammlung

in der Grillenburg. Man würde

sich freuen, wenn neue Mitglieder

zum KKV kommen und sich von seinem

Programm, seinen Zielsetzungen und

Einstellungen überzeugen lassen, denn

der Verein braucht junge Kräfte.

Der KKV greift aktuelle

gesellschaftliche Themen auf

Nach einem sehr positiven Rechenschaftsbericht

des Vorsitzenden Josef

Hillenbrand (35 Veranstaltungen in

zwei Jahren mit mehr als 900 Teilnehmern)

wurde auf Antrag der Kassenprüfer

der Vorstand entlastet. Die Vorstandswahlen

ergaben:

Vorsitzender Josef Hillenbrand, Stellvertreter

Monsignore Pfarrer Wunibald

Jüngst, Schatzmeisterin Maria Will,

Schriftführer Hans-Martin Ruhl. Neuer

Diözesanvorsitzender wurde Alois Solf.

Zu seiner traditionellen Jahresauftaktveranstaltung

hatte der KKV Fulda

schon im Januar eingeladen und Vorsitzender

Josef Hillenbrand konnte zahlreiche

Mitglieder im Bonifatiushaus

begrüßen. Nach Hillenbrands Worten

sieht sich der KKV heute mit Programm

und Aktivitäten als „bundesweite

Vereinigung wider den Zeitgeist und

setzt hierbei Zeichen, greift aktuelle

Themen auf und positioniert sich auf

der Basis der Katholischen Soziallehre“.

In einem Referat zum derzeitigen

„Jahr des Glaubens“ stellte der Fuldaer

Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke

fest, dass dieses Jahr vor dem Hintergrund

des II. Vatikanischen Konzils

ausgerufen wurde, das vor 50 Jahren am

11. Oktober 1962 unter Papst Johannes

Paul XXIII. begann. Aktueller denn je

ist auch heute die Idee zu diesem Konzil,

dass die Lehre so ausgefüllt werden

muss, wie es die jeweilige Zeit verlangt.

„Es kann nicht zugelassen werden,

dass das Salz schal wird und das Licht

verborgen bleibt“, so der Generalvikar.

Wichtige Stimme in der

Gesellschaft

In einem Grußwort bezeichnete Stadtrat

Stefan Grauel (CDU) den KKV als

wichtige Stimme in der Gesellschaft,

die vielmals zum Nachdenken anleitet.

Der Gesangverein Haimbach unter

Leitung von Hubert Engel zeichnete

für die musikalische Gestaltung verantwortlich.


KKV Fulda/Alexander Haas

18 neue mitte 02/13


Vor Ort

Die Eucharistie: Ein

Stück Himmel auf Erden

Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp zu Gast beim KKV in Monheim.

Foto: KKV Monheim

W

as macht den Wesensgehalt

der Heiligen Eucharistie

aus? Warum ist die Heilige

Eucharistie Dreh- und Angelpunkt des

katholischen Glaubens? Und warum ist

es wichtig, die Bedeutung der Heiligen

Eucharistie und der Beichte wieder

stärker ins Bewusstsein zu rufen, und

wie kann dies gelingen? Dies waren die

zentralen Gedanken, die Weihbischof

Dr. Dominikus Schwaderlapp am 22.

April beim KKV Monheim vortrug.

Gott bleibt nicht in der

Weltferne

„Hic verbum caro factum est“ – „Hier

ist das Wort Fleisch geworden“ – auf

diese Inschrift und zentrale Botschaft

des katholischen Glaubens in der

Verkündigungsbasilika in Nazareth,

in der Maria zu dem Erzengel Gabriel

gesagt hat „Ich bin die Magd des

Herrn, mir geschehe wie Du es gesagt

hast.“, stützte sich Schwaderlapp. Die

zentrale Schlüsselrolle des katholischen

Glaubens spiele „Gott, der nicht in der

Weltferne bleibt, sondern hinabgestiegen

ist in diese Welt, der die Menschen

angenommen hat, ohne sein Gottsein

zu verlieren, der in allem uns gleich

war, außer der Sünde.“ Gott sei nicht in

die Welt gekommen, um sich bedienen

zu lassen, sondern um sein Leben

hinzugeben als Lösegeld für Viele.

Gott sei gegenwärtig in Brot und Wein

auf dem Altar und Tabernakel, und er

habe zu den Menschen gesagt: „Ich bin

bei Euch, alle Tage, bis ans Ende der

Welt.“.

„Die Heilige Kommunion ist ein Stück

Himmel auf Erden.“ Hier kommen laut

Schwaderlapp drei zentrale Aussagen

zum Tragen: Mahnung, Nahrung

und Wonne. Die Eucharistie sei ein

Denkmal, eine Mahnung an den Tod

des Herrn. Es handele sich nicht um

ein brüderliches Festmahl, um eine

oberflächliche Gemeinschaft, um etwas

Harmloses oder um ein Happening, es

gehe vielmehr um den Abend vor dem

Leiden Jesu. Dieser habe sich nicht

Der Köner Weibischof Dominikus Schwaderlapp: „Das größte Geschenk ist, dass ich jeden Tag die

heilige Messe feiern darf.“

danach gesehnt, mit dem Jüngern an

diesem Abend zusammen zu sein. Er

habe gesagt „Das ist mein Leib, der für

Euch hingegeben wird…“ und „Das

ist mein Blut, das für Euch vergossen

wird…“. „Nicht das Abendmahl wird in

der Eucharistie zur Gegenwart, sondern

die Lebenshingabe Jesu, sein Opfer am

Kreuz“, hob Schwaderlapp hervor. Er

sprach sich für eine intensivere Ausbildung

von Kommunionkatechetinnen

und -katecheten aus und betonte, man

müsse diese besser qualifizieren. Eine

Evangelisierungsschule oder Katechetenschule

sei etwas, das seiner Meinung

nach anstehe. Auch mit Kindern

könne man über das Thema Eucharistie

sprechen, und man solle sie ernst

nehmen.

Schwaderlapp stellte klar, dass der

Priester bei der Eucharistie nicht der

Gastgeber sei. Der Priester könne nur

das weitergeben, was er vorher empfangen

habe. Er sei Diener. Gott sei

der Handelnde. „Wir spielen nicht das

Abendmahl nach. Es ist nicht so, dass

wir bei der Eucharistie untereinander

irgendetwas teilen. Was wir dabei

feiern sind Tod und Auferstehung Jesu

Christi.“

„Am 18. Juni bin ich 20 Jahre Priester.

Und ich möchte keinen Tag vermissen,

besonders die Jahre in St. Marien in

Neuss waren beglückende Jahre, auch

die Zeit als Erzbischöflicher Geheimsekretär.

Doch das größte Geschenk ist

für mich, dass ich jeden Tag die heilige

Messe feiern darf. Ohne die tägliche

Feier der heiligen Messe könnte ich

nicht Priester sein. Die heilige Messe

ist ein Stück Himmel auf Erden und

damit Wonne und Glückseligkeit“,

erläutert der Weihbischof.

Christian Dick

neue mitte 02/13

19


Prof Dr. Paul Kirchhoff (links) zu Gast beim KKV-Samstagsforum in Mannheim.

Keine Kultur des Maßes

„Politik kann nur verteilen, was sie vorher abgeschöpft hat“: Prof. Dr. Paul Kirchhoff sprach beim

KKV-Samstagsforum über Schulden, Generationengerechtigkeit und die Rolle des Staates.

V

on 1949 bis 2008 haben sich

die Schulden Deutschlands

auf 1,6 Billionen Euro summiert.

Gleichzeitig wurden in dieser

Zeit insgesamt 1,5 Billionen Euro nur

für die Zahlung von Zinsen aufgewendet.“

Mit diesen Zahlen machte Prof.

Dr. Paul Kirchhof auf einer Veranstaltung

des KKV-Fördererkreises und der

Ortsgemeinschaft Columbus Mannheim

das ganze verheerende Ausmaß

der Staatsverschuldung deutlich.

Der Staat nehme Kredite auf, um seinen

Bürgern mehr zu bieten, als wir uns

leisten könnten. Dabei sei nicht nur die

„Kultur des Maßes“ verloren gegangen,

sondern der Staat belaste durch diese

Politik die Kinder und Kindeskinder

mit Rückzahlungen und Zinspflichten.

„Wir haben einen Generationenvertrag

ohne Zustimmung der künftigen Generationen

abgeschlossen“, so der Direktor

des Instituts für Finanz- und Steuerrecht

der Universität Heidelberg.

„Das ist schlicht und einfach unseriös.“

Schließlich könne auch der Staat prinzipiell

nur so viel „Wohltäter“ sein, wie

er als Steuereintreiber „Übeltäter“ sei.

Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender

des KKV, wies in seiner Begrüßung

vor fast 90 Zuhörern darauf hin, dass

der KKV als katholischer Sozialverband

für das christliche Menschenbild

und damit auch für die Prinzipien

der katholischen Soziallehre eintrete.

Nur so sei gewährleistet, dass

der Mensch im Mittelpunkt stehe

und Werte wie Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit

und Maß Leitschnur für das

Handeln in Politik und Gesellschaft

werde. „Der ‚Ehrbare Kaufmann’

muss nicht nur in aller Munde sein,

sondern er muss vor allem praktiziert

werden“, unterstrich Wehner.

Wie „Teilhabe und Gerechtigkeit in

Deutschland und Europa“ – so lautete

das Motto des KKV-Forums – umgesetzt

werden könne, machte Prof.

Kirchhof an einigen Grundsätzen

klar. So habe jeder Mensch eine gleiche

Würde, die ihm auch nicht vom

Staat genommen werden könne.

Jeder muss für sein Handeln

Verantwortung übernehmen

Daraus folge, dass jeder aufgrund seiner

individuellen Fähigkeiten zwar die gleichen

Startchancen haben, aber nicht

am Ende das gleiche Ergebnis herauskommen

müsse. Gleichzeitig müsse

jeder für sein Handeln auch die Verantwortung

übernehmen. Deshalb seien

eine verständliche und klare Rechtskultur

sowie die Verständigung über

verbindliche Werte und Verhaltensmaßstäbe

nötig. Im Hinblick auf die Staatsverschuldung

setze das geltende Recht

zwar klare Grenzen, doch diese seien in

der Vergangenheit missachtet worden.

Deshalb bedürfe es besonderer politischer

Anstrengungen, um zur Normalität

eines ohne Kredite ausgeglichenen

Haushalts zurückzukehren.

Sein Vorschlag: „Wenn die Schulden

um ein Prozent gewachsen sind, sollten

alle Staatsleistungen um ein Prozent

sinken.“ So werde die Last eines

Darlehens in der Gegenwart spürbar

und fördere den allgemeinen Willen

zum Sparen, betonte der Ex-Verfassungsrichter.

Zum Schluss plädierte

Prof. Kirchhof für seinen Entwurf

eines vereinfachten Steuersystems,

bei dem ein einheitlicher Steuersatz

von 25 Prozent vorgesehen sei.

Der KKV-Bundesvorsitzende unterstrich

ebenfalls die Notwendigkeit

einer Steuerreform, da das bisherige

komplizierte Steuersystem dazu führe,

dass die Bürger nicht mehr durchblickten.

„Ihr Hinweis, Prof. Kirchhof,

dass Menschen, die nie einen

Banküberfall begehen würden, aber

bereit seien, Steuern zu hinterziehen,

zeige, dass das Rechtsbewusstsein

im Steuerrecht immer mehr verloren

gehe“, so Bernd-M. Wehner.

KKV Bund

20 neue mitte 02/13


In Kürze

Nachrichten

Foto: KKV Bund/Bezirksgemeinschaft Münster

KKV Kaarst

Auf der sehr gut besuchten Generalversammlung

wählte der KKV Kaarst einen

neuen Vorstand. Die Vorsitzende, Dr.

Ulrike Nienhaus und die Beisitzerin, Annemarie

Rath, wurden für weitere zwei

Jahre einstimmig im Amt bestätigt.

Nach zehn Jahren Tätigkeit als Schriftführer

stand Hermann Schwis für dieses

Amt nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger

wurde Hans-Gerd Thora, zum neuen

Schriftführer von der Versammlung

einstimmig gewählt. Auch bei den Kassenprüfern

gab es eine Veränderung.

Theo Thissen wurde im Amt bestätigt

und wird nun durch Klaus-Peter Pruss

als weiterem Kassenprüfer unterstützt.

Der bisherige Kassenprüfer, Hans Peter

Grabowski, gab sein Amt ab. Zuvor

stellte er das Prüfungsergebnis vor. Der

Schatzmeisterin und dem gesamten

Vorstand wurde einstimmig Entlastung

erteilt. Vorausgegangen war ein umfangreicher

Bericht der Vorsitzenden

über die Tätigkeiten im vergangenen

Jahr; dies beinhaltete auch den Dank

an Hermann Schwis für seine Tätigkeit

als Schriftführer. Eine Besonderheit

für den KKV Kaarst war die Ehrung von

Helmut Schuh, dem Gründungsvorsitzenden

des KKV-Kaarst, Helmut Ulrich

und Paul Schwemin für ihre 60-jährige

Mitgliedschaft im KKV. Alle drei KKVer

waren vor der Gründung des KKV Kaarst

im Jahr 1979 Mitglied im KKV Düsseldorf.

Herzliche Glückwünsche und Dank

für die langjährige Treue im Verband begleiteten

die Jubilare.

KKV Neunkirchen

Seit zwölf Jahren findet in Wustweiler

um die Osterzeit der Kreuzweg für

den Frieden statt. Auch in diesem Jahr

nahmen weit mehr als 50 Gläubige an

der Veranstaltung des Verbandes der

Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung

(KKV Unitas) aus Neunkirchen und

des Bundes katholischer Unternehmer

(BKU) teil. Ziel des Kreuzweges, den

die Zelebranten Monsignore Michael

Becker (Trier), Prior-Administrator

Mauritius Choriol und Pfarrer Michael

Wilhelm (Neunkirchen) leiteten, war

wie immer die Statio Dominus Mundi in

Wustweiler. „Unser Kreuzweg zur Statio

soll ein Licht im Dunkel des Alltags

sein, das durch das Tragen vieler Lichter

entsteht“, sagten Markus Demmer,

Vorsitzender des BKU, Josef Schuh, Ehrenvorsitzender

des BKU und Initiator

des Kreuzweges sowie Viktor Neufang

vom KKV Unitas. Egal ob Unternehmer,

Manager oder Arbeitnehmer, alle Menschen

sollten in der Zeit der Besinnung

wieder darüber nachdenken, „ob wir als

Menschen heute noch mit Gott unterwegs“

seien.

KKV Bezirksgemeinschaft Münsterland

Die Vorstände-Tagung im Frühling 2013

des KKV Bezirkes Münsterland fand

traditionsgemäß im „Haus der Begegnung“

der St. Martini-Pfarre in Greven

statt. Am Samstag, 13. April 2013, trafen

sich Vertreter aus den Ortsgemeinschaften

Beckum, Steinfurt Borghorst,

Greven, Gronau, Münster und Nottuln

zum intensiven Gedankenaustausch.

Das Bild zeigt die Teilnehmer nach Abschluss

der Tagung vor dem Hauptportal

der St. Martini-Kirche.

Aus dem Bundeverband

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland

wird via Internet gemobbt oder sogar

bedroht – das ist das erschreckende

Ergebnis der kürzlich vorgestellten, bislang

größten bundesweiten Cybermobbing-Studie,

für die mehr als 10.000

Schüler, Lehrer und Eltern befragt

wurden. „Auch, wenn es für uns Ältere

manchmal nur schwer zu verstehen ist:

Virtuelle Welten und soziale Netzwerke

zählen für die junge Generation heute

zum Alltag“, so Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender

des KKV - Verbandes

der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung.

Als einer der vier großen katholischen

Sozialverbände fordert er,

„das Medienverhalten der Jugendlichen

nicht grundsätzlich zu verurteilen, sondern

in Schule, Gesellschaft und Politik

darauf zu reagieren: Wir brauchen mehr

Medienkompetenztraining an den Schulen.

Wer das Netz nutzt, muss wissen,

wie. Zudem stehen die Anbieter sozialer

online-Netzwerke in der Pflicht, den Jugendschutz

zu intensivieren und aktiv

mehr Hilfsangebote zu schaffen, wenn

es zu Mobbingfällen kommt.“

Alle KKV-Pressemitteilungen finden Sie

auch um Netz unter www.kkv-bund.de /

Presse

Der Bundesverband ruft dazu auf, die

von ihm herausgegebenen Pressemitteilungen

auch auf lokaler Ebene zu

veröffentlichen. Grundsätzlich können

Pressemeldungen gekürzt oder, je nach

örtlichen Gegebenheiten, leicht verändert

werden, wenn sie der inhaltlichen

Intension der Ursprungsversion entsprechen.

Nur so werde der KKV einem möglichst

breitem Lesepublikum bekannt,

sagt Bundesgeschäftsführer Joachim

Hüpkes. Thematisch könnten aber auch

kommunale Ereignisse aufgegriffen

werden – so zum Beispiel auf dem Gebiet

der Sozial- oder lokaler Wirtschaftspolitik.

Reaktionen, Abdrucke, Kritik,

Anregungen und auch Lob nimmt die

Bundesgeschäftsstelle in Essen jederzeit

entgegen.

neue mitte 02/13 21


Reise

Traumhaftes Italien

Die KKV-Früjahrsreise führte wieder zu berühmten Orten und Sehenswürdigkeiten.

N

eapel sehen und sterben“.

So sahen das die

109 KKV Mitglieder und

Freunde, die von sieben Flugplätzen

nach Neapel flogen, sicher nicht.

Durch den chaotischen italienischen

Verkehr zum Fünf-Sterne-Hotel „La

Pace“ in Sant Angelo gab es den ersten

Eindruck von den Bedingungen, unter

denen der Großraum Neapel leidet.

Dafür hat dann das Hotel in seiner

ländlichen Umgebung alle zufrieden

gestellt. Einzigartig das Vorspeisen-

Buffet und die unendlichen Variationen

der Pasta als „Primo“ – das „Sekundo“

war meist schon zuviel, doch daran

gewöhnt man sich sehr schnell!

Da wir vier Priester in unserer großen

Gruppe, hatten begann unsere Reise

mit einem Gottesdienst im Dom von

Sorrent. Später dann ein Imbiss und

eine Vorführung in „La Sorgente“,

einem landwirtschaftlichen Betrieb.

„Leben heute!“ – das Motto der

Italiener – wurde uns von unseren

Super-Guides immer wieder nahegebracht.

Loredana, Antonio und Pepe

brachten jeder Morgen Ihre Lockerheit

in die Busse. Aber diese Grundeinstellung

nur im Heute zu leben

und sich über die Zukunft wenig

Gedanken zu machen, mussten wir

dann auch in Pompeji erkennen. Viel

zu wenig wird getan, um diese einmalige

Ausgrabungsstätte zu erhalten.

Die Halbinsel von Sorrent, zwischen

dem Golf von Neapel und dem Golf

von Salerno, ist eine der landschaftlich

herausragenden Gebiete Europas. Das

hat sich aber auch bis Japan herumgesprochen,

kurz: Wir waren nicht alleine.

Über die traumhafte SS 163, die

„Amalfitana“, eng, kurvig, in den

Berg gebaut, fuhren wir nach Positano

und Amalfi. Vor dem Dom, auf der

großen Treppe, wurde das obligatorische

Gruppenfoto gemacht. Ravello,

hoch über Amalfi, gab dann den

Blick über die traumhafte Küste frei.

Bei Capri waren wir alle auf den

Massenansturm vorbereitet, und so

war der Vorschlag unserer Guides,

nach dem Ausflug nach Anacapri eine

Bootsfahrt mit dem Jetboot rund um

die Insel zu machen und das Ganze

von außen zu sehen, Gold wert.

Neapel, in den 50ziger Jahren viel

besungenes Traumziel, stand dann

noch auf dem Programm. Natürlich die

Stadtviertel an der Küste und das National

Museum, wo die weltberühmten

Orginale aus Pompeji und Herculaneum

zu sehen sind, so die „Alexanderschlacht“

aus dem „Haus des Fauns“.

Ja, alles was wir gesehen haben fiel

unter die Rubrik „Weltberühmt“:

Capri, Neapel, der Vesuv, Pompeji,

Ravello, auch Salerno und Paestum.

So muss man zusammenfassen:

traumhafte Landschaften, herausragende

Sehenswürdigkeiten und

italienische Lebensart sind eine

Mischung, die süchtig macht.

Vier Reisevorschläge wurden den

Teilnehmern am Ende der Reise für

2014 gezeigt – Appetit machen ist

erlaubt. Ausgewählt wurde die Insel

Korfu mit Ausflügen nach Albanien

und zu den Nachbarinseln.

Hans-Josef Arck

Noch sind Plätze für die Herbstreise

vom 16. bis 23. September nach

Irland frei. Informationen im Internet:

www.kkv-bund.de oder in der Bundesgeschäftsstelle

in Essen, Tel. 0201

8792312

Teilnehmer der KKV-Frühjahrsreise nach Italien. Das Bild entstand vor dem Dom in Amalfi.

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Vor Ort• Verstorbene

Mit Herzblut engagiert

Das frühere Mitglied des Bundesvorstandes, Gertrud Dietel aus Leipzig, ist gestorben.

V

on guten Mächten wunderbar

geborgen“ singt die Trauergemeinde,

um anschließend Gertrud

Dietl zu Grabe zu tragen. Die Leipziger

KKVerin ist am 5. April gestorben.

Bis zuletzt war sie für den Verband engagiert,

erst am 2. März ist sie aus dem

Regionalvorstand Ost ausgeschieden.

Wer Gertrud Dietl gekannt hat, behält

eine warmherzige, engagierte und entschlossene

Frau in Erinnerung. Ihr Herz

gehörte vor allem den Kindern. Als Leiterin

der Kindertagesstätte St. Teresa in

Leipzig-Leutzsch war sie nicht nur für

ihre fachliche Kompetenz gefragt, sondern

auch bei ihren Mitarbeiterinnen

beliebt und geschätzt. Als sie in den Ruhestand

ging, war Gertud Dietl für die

Caritas-Einrichtung nur schwer zu ersetzen.

Seit den 90er Jahren engagiert

sie sich im KKV – unvergessen der Bundesverbandstag

1997 in Leipzig, den

Gertrud Dietl.

Gertrud Dietl wesentlich mit vorbereitet

hat. Von 1999 bis 2007 sitzt sie im

Bundesvorstand und versucht dort vor

allem die Themen der neuen Bundesländer

einzubringen. Als erste Frau im

Verband erhält sie 2007 die Dr.-Friedrich-Elz-Plakette.

Gertrud Dietl hat keinen Hehl daraus

gemacht, dass sich auch in der Kirche

etwas ändern muss, wenn sie glaubwürdig

bleiben will. Sie brachte sich in

die Debatten ein und warb für ein geschwisterliches

Miteinander. Nie aufdringlich,

sondern immer sanft, aber bestimmt.

Das hat viele Menschen in ihrer

Umgebung überzeugt. Der KKV verliert

eine Persönlichkeit, die die christlichen

Werte in einer weitgehend religionslos

gewordenen Welt hochgehalten hat –

das hat sie als Katholikin in der DDR

schon getan, das konnte sie in die Verbandsarbeit

der vereinigten Republik

einbringen.

Gertrud Dietl hat fast 20 Jahre mit einer

schweren Krankheit gekämpft und dabei

nie den Mut verloren. In allem persönlichen

Leiden hat sie es geschafft,

anderen Mut zu machen, die ein ähnliches

Schicksal ertragen mussten. Sie

hat optimistisch in die Welt geblickt –

das bleibt von ihr besonders. as

Trauer

Wir hoffen auf ein Wiedersehen bei

der Auferstehung der Toten

Fotos: KKV-Bund/privat

Agnes Averbeck, Wiesbaden

Maria Anna Bachmann, Worms

Georg Backhaus, Cloppenburg

Richard Bauerschmitt, Nürnberg

Georg Böhmer, Osnabrück

Meinolf Carneim, Lippstadt

Fritz Delhaes, Aachen

Marianne Diehl, Worms

Gertrud Dietl, Leipzig

Hildegard Dünnebacke, Arnsberg-Hüsten

Raimund Esser, Menden

Günther Fergas, Neuss

Ursula Fortmann, Vechta

Hermann, Frericks, Münster

Ferdinand Gepp, Essen

Maria Graf, Gelsenkirchen-Buer

Hanni Grätz, Würzburg

Werner Grossevollmer, Lippstadt

Hans Hagn, Ingolstadt

Brigitte Hillenkamp, Krefeld

Manfred Höckel, Arnsberg-Neheim

Bernd Jüde, Arnsberg-Hüsten

Heinrich Jungeblodt, Lippstadt

Herbert Kammerer, Ingolstadt

Ruth Kleinpass, Wesel

Rudolf Klocke, Höxter

Hilde Klöppels, Viersen

Alfons Koopmann, Cloppenburg

Karlheinz Leinemann, Hildesheim

Peter Ley, Kitzingen

Josef Menke, Arnsberg-Hüsten

Johannes Miko, Köln

Wilhelm Paßmann, Bochum

Paula Penders, Bielefeld

Franz Riesselmann, Lohne

Walter Schmidt, Lohne

Heinz Seeger, Lohne

Trude Siefarth, Koblenz

Anni Söhnlein, Fürth

Mali Sonntag, Bonn

Hildegard Teut, Viersen

Friedhelm Zellkes, Viersen

Oswald Zobel, Kitzingen

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