2006-1 - NaturFreunde Deutschlands

naturfreunde.de

2006-1 - NaturFreunde Deutschlands

AKTUELL

a Das Jahr der Naturparke

Über eine besondere Form des

Naturschutzes [Seite 8]

a Die Rückkehr der Wölfe

Über den „schrägen Trab“ in

Brandenburg [Seite 10]

a Der Klimaschutz zu Hause

Über die Möglichkeiten zum

Geldsparen [Seite 13]

www.naturfreunde.de

NATURFREUNDiN

Zeitschrift für nachhaltige Entwicklung – sozial – ökologisch – demokratisch

1-2006

20 Jahre Tschernobyl

Was ist der Schrecken heute noch wert?

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Claus Hipp ist ein bedächtiger Unternehmer.

Seit 1899 produziert seine Firma

Babynahrung und beschäftigt heute im Bayerischen

Pfaffenhofen rund 1.000 Mitarbeiter.

Die Bio-Produkte für die Kinderernährung bezieht

HIPP von 3.000 Bauern und ist damit einer

der großen Aufkäufer in der Landwirtschaft. Seit

der Bayer Seehofer sich wieder in erster Linie als

Bauernminister sieht, denkt HIPP darüber nach,

seine Rohstoffe im Ausland zu beziehen, weil er

und seine Kunden nur gentechnikfreie Ware wollen

und diese in Deutschland bald knapp werden

könnte.

Seehofer spricht von der Gleichberechtigung

von Biolandbau, konventioneller Landwirtschaft

und Gentechnikeinsatz. Dabei verkennt er, dass

Risikotechnologien wie die „grüne“ Gentechnik

der konventionellen und biologischen Landwirtschaft

direkt schaden. Nicht von ungefähr lehnen

die Befürworter der gentechnisch manipulierten

Landwirtschaft es ab, für Verunreinigungen

auf den Feldern der anderen Bauern zu

haften. Hier ist klare Wertorientierung der Politik

im Sinne von Verbrauchern und Bauern verlangt

und nicht freie Bahn für Profitinteressen. Mit klaren

Haftungsvorschriften muss auch in der Landwirtschaft

das Verursacherprinzip durchgesetzt

werden.

An einer Wertorientierung, die das Leben

schützt, lassen CDU/CSU es auch in der Frage

der Atomenergie mangeln. Hier wird munter von

einem gleichberechtigten Energiemix schwadroniert,

als hätte es Tschernobyl, Sellafield und

Three-Miles-Island nie gegeben. Verantwortbare

Energiepolitik setzt auf Energieeinsparung und

Erneuerbare Energien. Dazu gibt es ambitionierte

Ziele im Koalitionsvertrag der Berliner Regierung,

für deren Umsetzung auch die NaturFreunde gerne

die Hand reichen. Bis zum Jahr 2020 könnten

die Erneuerbaren Energien 25 Prozent des deutschen

Stromverbrauchs tragen, hieß es in einer

Studie, die kürzlich von Bundesumweltminister

Gabriel vorgestellt wurde.

Als eine Chance für die Entwicklung des länd-

lichen Raums wird die Energiegewinnung aus

Biomasse gesehen. Es geht also um die Nutzung

organischer Abfälle, Biogas, Altholz, Restholz

und Schwachholz aus dem Wald, Raps bzw.

Rapsöl, aber auch speziell angebaute Energie-

AUF EIN WORT

Im Märzen der Bauer…

pflanzen. Die Beimischung zum Dieselkraftstoff

könnte für Biodiesel den Durchbruch bedeuten.

Aber mit welchen Folgen für die Landwirtschaft,

die Qualität der Böden und des Wassers? Werden

es riesige Monokulturen, die nicht der Ernährung

dienen? Wie sieht es mit dem Einsatz

von Düngemitteln aus, wenn es doch darum

geht möglichst viel Biomasse zu erzeugen. Gentechnisch

veränderte Pflanzen dürfen auch über

den Umweg der Biomasse keinen Einzug in die

Landwirtschaft halten.

EIN STANDPUNKT VON REGINA SCHMIDT-KÜHNER

STELLVERTRETENDE BUNDESVORSITZENDE

DER NATURFREUND DEUTSCHLANDS

Gentechnik in der Landwirtschaft nützt einigen

wenigen transnationalen Konzernen, die

den Markt für transgenes Saatgut und Agrochemie

beherrschen. CDU und CSU bleiben sich

treu, ihre Landwirtschaftsminister in den Ländern

wie im Bund haben sich noch immer als

beste Lobbyisten für die Agrarindustrie verstanden.

Seehofer scheint da keine Ausnahme bilden

zu wollen. Das wäre ganz klar zum Nachteil

für die Verbraucher und die regional orientierte,

bäuerliche Landwirtschaft.

�SEITE 2

NATURFREUNDiN 1-2006

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��THEMA

TITEL

Tschernobyl

Schon vergessen?........................ 4

Gorleben droht Endlager ............ 5

Interview: M. Müller ................... 6

NaturFreunde-Position................ 7

EDITORIAL

2006 jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl

zum 20. Mal. Viele Menschen aus der Umgebung

des Atommeilers leiden noch heute an den

Folgen der nuklearen Verseuchung. Das Titelbild

hängt als Fotowand im Tschernobyl-Museum

in Kiew: Kinder, die das Reaktorunglick nicht

überlebten. In Deutschland scheint es so, als ob

manche Politiker noch immer nichts daraus gelernt

hätten, wenn sie den im Koalitionsvertrag

festgeschriebenen Ausstieg aus der Atomkraft erneut

in Frage stellen. Dabei steht der Atomkonsens

auf einer breiten gesellschaftlichen Basis,

an deren Spitze sich die Umweltverbände und

mit ihnen auch die NaturFreunde schon jahrelang

engagieren. Michael Müller, parlamenta-

Jahr der Naturparke

Interview: M. Succow ................. 8

Du bist National.......................... 9

Rückkehr der Wölfe ..................10

NaturFreunde-Projekte

„Einsteigen“ ganz groß .............11

Genuss mit Weitblick................12

Klimaschutz zu Hause...............13

Weltweit

Atomare Ent-Rüstung ................14

Fußball-Weltmeisterschaft ........15

NATURFREUNDE AKTIV

Aus- & Sportbildung..................16

Flusslandschaft 2006/07 .........17

Naturspielräume.......................18

Berg-Qualifikationen.................19

Ein Bett mit Brotzeit..................20

Schneeschuhwandern...............21

Zeitsprung.................................22

Kalenderblatt............................23

rischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium,

zeigt neue Wege in der Diskussion um

Klimawandel und Atomkraft auf. Er im NATUR-

FREUNDiN-Interview: „Werden wir zum Weltmeister

bei der Energieeffizienz, bietet Deutschland

einen Standortvorteil.“ Dass das Thema

nicht nur energiepolitisch wichtig ist, beschreibt

MdB Winne Hermann auf Seite 14.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Die Gebrüder

Grimm haben Einiges zum schlechten Ruf

der Wölfe beigetragen, so dass diese Mitte des

19. Jahrhunderts aus Deutschland vom Menschen

nahezu ausgerottet waren. Mittlerweile

sind die scheuen und intelligenten Tiere wieder

da – in Brandenburgs unberührter Natur. Damit

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 3

123

FEST GESETZT

kurz notiert...............................24

Reisezeit ...................................25

Leserbriefe................................27

Kleinanzeigen ...........................29

Medien .....................................31

Impressum................................31

ist aber auch der alte Konflikt zurück. Der „böse“

Wolf, der sich manch zahmes Schaf holt.

Das Kalenderblatt beschäftigt sich in dieser

Ausgabe mit dem Weltfrauentag. Der Kampf der

Frau gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche

Gleichstellung findet seit 1911 jedes Jahr am

achten März seinen Ausdruck. Dabei denkt der

Osten der Republik an rote Nelken, der Westen

wohl eher an Alice Schwarzer. NATURFREUNDiN

geht der provokanten Frage nach: Braucht man

mit Angela Merkel an der Spitze der Bundesrepublik

noch einen Frauentag?

Noch eine erfreuliche Nachricht in eigener

Sache: Das Projekt „Einsteigen: naturfreundlich

unterwegs“ hat im europäischen Wettbewerb

„Umweltfreundlich reisen in Europa“ den ersten

Preis für Beherbergungsbetriebe gewonnen.

Mehr dazu auf Seite 15.

Viel Vergnügen beim Lesen, Eure

INHALT

Ausgabe 1-2006

atomarer Gipfel

„Heute werden Atombomben nicht mehr als Super-Bedrohung

empfunden, der Klimawandel schon.“

MICHAEL MÜLLER [SEITE 6]

NFDmagazin200601_P.indd 3 13.02.2006 11:35:26 Uhr


TITEL

TITEL

Ist Tschernobyl denn schon vergessen?

Die Ukraine nach dem Gasstreit: Neue AKWs sollen Energiekrise überwinden

bWir sind doch ein souveräner Staat“, sagt

Wytold Karabeew. Der 40-jährige war gerade eine

Woche in Wien. „Zu Besuch, als Tourist“, sagt

er. Ständig sei er als ‚Russe’ bezeichnet worden.

„Bei Euch, dort in Russland, haben sie immer

gesagt. Ich bin aber kein Russe. Ich bin Ukrainer!

Und ich bin stolz darauf.“

Anfang des Jahres war es zumindest für einen

Teil der Ukrainer nicht ganz so leicht, stolz

auf die Eigenständigkeit zu sein: Der Teil, der auf

sibirisches Erdgas angewiesen ist. Einmal mehr

hat der große Nachbar im Osten der Ukraine gezeigt,

wie abhängig Kiew vom Moskauer Wohlwollen

ist. „Wir sind ein souveräner Staat“, beharrt

Karabeew. Und deshalb müsse etwas gegen

diese Abhängigkeit getan werden. „Wir

brauchen neue Atomkraftwerke!“.

Kiew, die Hauptstadt der Ukraine: Dina lebt

jetzt seit 17 Jahren hier. „Ich war zu klein, um

Erinnerungen an die Katastrophe zu haben“,

sagt die Studentin. Eigentlich kommt Dina aus

Prypat, jener Stadt im Norden des Landes, die

dem Atomkraftwerk von Tschernobyl am nächsten

liegt. „Mich beschäftigt das aber sehr“, sagt

die junge Frau: Die Gesundheit der Eltern ist zerstört,

die Mutter leidet an schwerem Asthma,

der Vater an Leukämie. „Ich bin aber gesund“,

sagt Dina und murmelt etwas von „ungerecht“.

Das Atomkraftwerk Tschernobyl, die Nachtschicht

des Blocks 4 am 26. April 1986: Der Auftrag

lautete, zu prüfen, ob die Turbinen bei komplettem

Stromausfall im Kraftwerk noch genügend

Strom zur Notkühlung liefern könnten. Um

„realistische“ Bedingungen zu schaffen, wird das

Notprogramm „Havarieschutz“ abgeschaltet. Ein

fataler Fehler: Das Experiment gerät aus dem

26. April 1986

Ruder, der Reaktor war plötzlich nicht mehr beherrschbar.

Und der „Havarieschutz“ war ja abgeschaltet.

Um 1.23:58 Uhr zerreißt eine mächtige Knallgasexplosion

den Reaktor und alles, was ihn

umgab. Ein großer Teil des radioaktiven Inhalts

wird nach draußen geschleudert, glühende Teile

entzündeten die Teerdachpappe der Dächer des

Maschinenhauses und des benachbarten dritten

Blocks. „Nur der heldenhafte Einsatz von Feuerwehrleuten

und Kraftwerksmitarbeitern verhinderte

in dieser Nacht eine noch größere Katastrophe“,

erklärt Ana Korolevskaya, Leiterin des

Tschernobyl-Museums in Kiew.

15 Atomreaktoren produzieren derzeit knapp

die Hälfte des ukrainischen Stromes. „Unsere

Atomkraftwerke sind genau so sicher wie die der

Deutschen“, sagt Wytold Karabeew. Schließlich

arbeite er bei der Regierung, sagt er. Als könne

das seiner Aussage mehr Gewicht verleiht.

Tatsächlich plant das Land 20 Jahre nach dem

schlimmsten Atomunfall der Welt zwei neue

Atomkraftwerke.

„Tschernobyl heißt übersetzt ‚Schwarze Geschichte’“,

sagt Dina. Ihre alte Heimat liegt nur

90 Kilometer Luftlinie von Kiew entfernt. Besuchen

kann sie sie trotzdem nicht. „Meine Eltern

erzählen, dass wir damals Hals über Kopf fliehen

mussten“, sagt Dina. Nicht unmittelbar nach

dem Unfall, sondern erst anderthalb Tage später:

So lange brauchten die Verantwortlichen, um das

Ausmaß der Katastrophe zu begreifen. So lange

waren die Bewohner aber auch der Strahlung

ausgesetzt. Mitnehmen konnten die Menschen

damals fast nichts: Noch heute wirken die Siedlungen

als sei die Zeit stehen geblieben.

„In den Monaten nach dem Unfall kamen so

genannte Liquidatoren nach Tschernobyl: Soldaten,

Studenten, Freiwillige“, erklärt Museumsdirektorin

Korolevskaya. Deren Job: Kraftwerk und

Umgebung zu dekontaminieren, eine Schutzhülle

– den so genannten Sarkophag – um den explodierten

Block zu bauen. Die Zahlenangaben

zu den eingesetzten Personen schwanken zwischen

600.000 und 1,2 Millionen Menschen.

Ebenso unklar ist, wie viele Menschenleben

der Reaktorunfall kostete. Nur wenige Liquidatoren

starben an der akuten Strahlenkrankheit.

Die meisten Todesfälle sind auf Spätfolgen der

Strahlung zurückzuführen: Krebs zum Beispiel,

Immunschwäche-Krankheiten (so genanntes

„Tschernobyl-Aids“), Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

Depressionen. Je nach Standpunkt der Betrachter

schwanken heute die Zahlen über alle Tschernobyl-Opfer

zwischen 10.000 und über 250.000.

Wahrscheinlich wird man die richtige Zahl nie

herausfinden: Die am meisten betroffenen Gebieten

liegen in Weißrussland, wo noch heute „Unbeteiligte“

an den Folgeschäden von Tschernobyl

sterben. Und auch Menschen in Sibirien oder

Kasachstan sterben: Jene, die als Liquidatoren an

den Pannenrektor geschickt wurden, zum Beispiel.

In die Statistiken gehen sie nicht ein.

Lange Zeit deckte die Ukraine einen Großteil

ihres Energiebedarfs durch die Steinkohle

aus dem Donnbaß. Doch die Lagerstätten sind

fast aufgebraucht, das Land gilt mittlerweile als

rohstoffarm. Die Atombehörde der Ukraine hatte

deshalb jetzt angekündigt, zusätzlich zu den

zwei bereits geplanten Atomreaktoren elf weitere

bauen zu wollen. Sie sollen bis 2030 fertig

gestellt sein.

„Ich würde gern einmal zurück“, sagt Dina.

Noch immer aber ist die Region um Tschernobyl

gesperrt. Noch immer gilt die Todeszone als

nicht bewohnbar. „Trotzdem sind etwa 200 Menschen

zurück gekehrt“, sagt die Museumsdirektorin.

Sie hätten so argumentiert: „Ob wir nun

an Strahlung oder Armut und Kummer sterben

– das ist doch egal“.c NICK REIMER

SEITE 4 NATURFREUNDiN 1-2006

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TITEL

Gorleben droht Endlager zu werden

SPD und CDU streiten um die richtige Atompolitik in Deutschland

bFür das Wendland ist dieser Koalitionsvertrag

eine Katastrophe: Die Wahrscheinlichkeit,

dass Gorleben doch zum Endlager ausgebaut

wird, ist nämlich gestiegen. „Wir beabsichtigen,

in dieser Legislatur zu einer Lösung zu kommen“,

heißt es lapidar in Zeile 2.036.

Seit 40 Jahren wird nun schon nach einer

technischen Möglichkeit gesucht, Atommüll los

zu werden – und zwar so, dass Gefahren für

Mensch und Natur ausgeschlossen werden können.

In Deutschland konzentrierte sich die Lösung

auf das Wendland: Hier, 1.000 Meter tief in einem

Salzstock, wurde 1977 mit den Erkundungsarbeiten

begonnen. Der Standortvorteil seinerzeit:

Ein Teil des Salzstockes lag in der DDR. Seitdem

betreibt die „Deutsche Gesellschaft zum Bau von

Endlagern für Abfallstoffe mbH“ in Gorleben ein

„Erkundungsbergwerk“.

„Wir konzentrieren uns auf Gorleben“, erklärt

Peter Paziorek, führender Unions-Umweltpolitiker

und Staatssekretär im Bundesagrarministerium.

Der Erkundungsstopp für den Salzstock, ausgesprochen

von Jürgen Trittin, müsse aufgehoben

werden. Nix da, erklärt Michael Müller, Staatssekretär

im Bundesumweltministerium (siehe Seite

6): „Die Endlager-Suche muss ergebnisoffen

sein“.

Tatsache ist, dass in Gorleben bereits über eine

Milliarde Euro investiert worden ist. „Erst für den

Fall, dass sich der Standort Gorleben entgegen allen

bisherigen Untersuchungsergebnissen als ungeeignet

erweisen sollte, ist ein neues Standortauswahlverfahren

refinanzierbar und durchsetzbar“,

heißt es in einem CDU-Positionspapier.

Kritiker allerdings behaupten, dass die bisherigen

Untersuchungen genau das nachgewiesen

haben: Gorleben ist ungeeignet. Aufschlussbohrungen

hatten zwischen 1979 und 1999 ergeben,

dass der Salzstock ein instabiles Deckgebirge

besitzt. Die Einschätzung des Bundesamtes für

Strahlenschutz: Gorleben ist ungeeignet.

Das sieht die unionsgeführte Landesregierung

Niedersachsens anders: Sie will im Salzstock Gorleben

hoch strahlenden Atommüll endlagern.

Längere Laufzeiten kontra Atomausstieg –

längst ist das in der Atompolitik nicht der einzige

regierungsamtliche Konflikt. Ulrich Kelber,

umweltpolitischer Sprecher der SPD: „Wer ohne

alternative Untersuchungen Gorleben für die sicherste

Variante erklärt, unterschätzt, wie brisant

das Thema in der Bevölkerung diskutiert wird.“

Bereits Umweltminister Jürgen Trittin ist bei

1.23:58 h

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 5

TITEL

INTERNATIONALER IPPNW-KONGRESS

Zeitbombe

Atomenergie

20 Jahre nach

Tschernobyl

laden die Internationalen

Ärzte für die Verhütung des

Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung

(IPPNW) zu einem Kongress ein. Expert/-innen

aus Deutschland, Russland,

der Ukraine, Belarus, Frankreich und der

Schweiz debattieren vom 7. bis 9. April in

Bonn die Folgen von Tschernobyl und Vertuschungsversuche

internationaler Behörden,

Lösungen für eine Welt ohne atomare

Bedrohung und Handlungsmöglichkeiten.

Eingeladen sind u.a. Franz Alt, Prof. Dr. Dr.

Hans-Peter Dürr, Prof. Rose Gontscharova,

Dr. Ron McCoy, Prof. A. I. Nyagu, Prof. Dr.

med. Okeanov und Dr. Hermann Scheer.

www.ippnw.de

der Suche nach einem nationalen Endlager gescheitert.

Der Grüne hatte einen Arbeitskreis beauftragt,

um eine „gerechte Verfahrensvariante zu

finden“. Im Sommer 2002 legte der Arbeitskreis

seine Ergebnisse vor. Zum Gesetz wurden sie aber

nie. Trittin scheiterte – an der SPD.c NICK REIMER

NFDmagazin200601_P.indd 5 13.02.2006 11:35:39 Uhr


INTERVIEW

TITEL

Energiedebatte verdrängt Friedensfragen

SPD-Experte Michael Müller konstatiert Gesinnungswandel beim Atomthema

bMichael Müller, Staatssekretär im Umweltministerium,

will den Energie-Gipfel mit

der CDU als Startschuss fürs Energiesparen

und für mehr Effizienz nutzen.

2 Ein kleines Gedankenspiel, Herr Müller: Wir

schreiben das Jahr 2009, die SPD bereitet sich

auf den Wahlkampf vor. Wie viele Atomkraftwerke

sind in Deutschland abgeschaltet?

Michael Müller: Wahrscheinlich zwei weitere.

2 Biblis A, Biblis B, Neckarwestheim, Brunsbüttel

– nach dem Atomkonsens sollen vier Reaktoren

bis 2009 abgeschaltet werden!

Das stimmt begrenzt, es kommt nämlich auf die

I Liquidatoren bei Aufräumarbeiten auf dem zerstörten Reaktor

Intensität der Nutzung, Stillzeiten, etc. an. Die

Betreiber können nach dem Atomkonsens Reststrommengen

von Mühlheim-Kährlich auf Biblis

B übertragen. Auch Neckarwestheim und Brunsbüttel

könnten in die nächste Regierungsperio-

de hinüber gerettet werden – bei gedrosseltem

Betrieb und bei Brunsbüttel durch eine Übertragung

von Restlaufzeiten des stillgelegten Reaktors

Stade.

2 Könnte es sein, dass die SPD 2009 in den

Wahlkampf geht und kein AKW ist abgeschaltet?

Biblis A wird abgeschaltet – ich sehe nicht, wie

man das verhindern kann. Und bei Brunsbüttel

glaube ich, dass der Betreiber etwas machen

wird. Der Reaktor steht stark in der Kritik.

2 „Etwas machen“ heißt was?

Sanieren oder abschalten. Ich glaube aber nicht

an die Sanierung. Das wird sehr teuer.

2 Ihr Koalitionspartner, die Union, will den

Atomkonsens am liebsten kippen, die AKWs

länger laufen lassen.

Es geht in dieser Debatte um die ältesten Kraftwerke,

insbesondere um Biblis A. Ältere Kraft-

werke besitzen wesentlich schlechtere Sicherheitssysteme

als neuere: Sie haben dünnere

Wände, weniger gut aufeinander abgestimmte

Kühlsysteme, eine gefährliche Vermaschung von

elektronischen und mechanischen Steuerungen.

Wer Laufzeitverlängerungen vorschlägt, muss

seinen Wählern sagen, dass es um diese alten

Reaktoren geht. Ich wünsche dabei viel Spaß!

2 Zerbricht die Koalition am Thema Atom?

Die Kunst ist, dem Koalitionspartner klar zu machen,

dass diese Frage eine Scheidelinie ist. Die

Kampagne am Jahresanfang war der Versuch,

Leute aus der SPD-Position herauszubrechen.

CDU-Strategie war: Die Umweltleute der SPD zu

isolieren und dann einzelne Prominente zu finden,

die sich öffentlich äußern. Ich glaube, der

Union ist klar geworden, wie fundamental die

Frage für uns ist. Man kann das gut an Sigmar

Gabriel erkennen: Obwohl der nicht aus der

ökologischen Ecke kommt, hat er die SPD-Position

unerbittlich und sehr hart vertreten.

2 Dennoch wittern die Atombefürworter Morgenluft.

Woran liegt das?

Weltweit wird versucht, mit viel Geld Atomkraft

wieder salonfähig zu machen. Hinzu kommen

heute viele Menschen, die nicht durch die Anti-

Atom-Bewegung geprägt sind, die aber die Kostenfrage

oder den Klimaschutz anders bewerten.

Entsprechend glaubt die Atom-Lobby punkten

zu können. Und sie hat dafür augenscheinlich

schlüssige Argumente: den Klimawandel oder

die zunehmende Abhängigkeit von den schwindenden

fossilen Rohstoffen. Gefährlich ist die

Debatte, weil sie auf Unkenntnis setzt: Statt um

Fakten geht es um Stimmungsmache. Ändert

sich die Stimmung, werden sich auch die politischen

Entscheidungen ändern, so das Kalkül.

2 Atompolitik als neuer Zeitgeist?

Das ist zumindest das Ziel der Lobbys. Der Zeitgeist

war in den 70-er und 80-er Jahren nicht

nur sehr stark geprägt durch die GAUs von Harrisburg

oder Tschernobyl, sondern auch durch

Atombomben, die als Hauptbedrohung empfunden

wurden. In den Friedensdebatten gab es eine

enge Verknüpfung zwischen Atom-Waffen und

Atom-Strom. Richtig ist ja auch, dass die nukleare

Stromerzeugung deshalb mit dem Programm

‚Atom for peace’ in den 50-er Jahren so stark gefördert

wurde, weil von der militärischen Seite

abgelenkt werden sollte. Heute werden Atombomben

nicht mehr als Super-Bedrohung empfunden,

der Klimawandel dagegen schon. Das

führt zu einer Relativierung des Gefahrenpotenzials

„Atomkraftwerk“.

2 Der Koalitionsvertrag schreibt fest, in dieser

Legislatur ein Endlager finden zu wollen...

Ein Endlager-Gesetz!

2 Gut. Wie wollen Sie das erreichen?

Als in den 50-er Jahren das Atomministerium ge-

SEITE 6 NATURFREUNDiN 1-2006

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gründet wurde, gab

es im Bundestag eine

Debatte: Alle politischen

Parteien sprachen

sich für ein nationales

Depot aus.

Bedeutet: Atommüll

in der Ukraine oder

in Südafrika einzula-

I Michael Müller gern – wie sich das

manche erträumen

– ist mit den Grundsätzen der Bundesrepublik

unvereinbar. Das sagen auch alle Rechtsgutachten,

die ich zu dem Thema kenne. Als eine jener

Nationen, die das Atomfeuer entfacht haben, haben

wir eine moralische Verantwortung für die

Endlager-Problematik. Bislang haben sich die

Regierungen darum gedrückt. Wir wollen in dieser

Legislatur festlegen, nach welchen Kriterien

ein Endlager gesucht wird, welche Voraussetzung

geschaffen werden müssen. Klar ist, dass

dies ein ergebnisoffenes Verfahren sein muss:

Die Vorarbeiten in Gorleben führen nicht dazu,

dass Gorleben das Endlager wird.

2 Das klingt alles sehr nach Jürgen Trittin. Der

hatte als Umweltminister einen Arbeitskreis

Endlager eingesetzt, der ein Verfahren suchte.

Der ‚AK End’ hat nicht schlecht gearbeitet. Manches

von seinen Ergebnissen werden wir übernehmen.

2 Auch hier ist Zoff mit der CDU vorprogrammiert:

Die Union will Gorleben.

Beide wollen wir nicht, dass die Zwischenlager

POSITION

NaturFreunde lehnen Atomkurs ab

Die NaturFreunde Deutschlands stehen seit

Beginn der Debatten um die atomare Bewaffnung

der Bundeswehr 1958 aktiv für eine Gesellschaft

ohne Atomwaffen. Sie haben sich

auch frühzeitig gegen Atomkraftwerke und die

von ihnen ausgehenden Gefahren gewandt.

Schon angesichts der ungelösten Atommüllproblematik

plädieren sie für einen sofortigen

Ausstieg aus der Atomenergie!

Die NaturFreunde unterstützen keine Energiepolitik,

die sich von Rohstoff-Importen abhängig

macht, deren Verfügbarkeit absehbar

schwindet: Erdöl ist absehbar erschöpft. Die

Verstromung von Braun- und Steinkohle ist ineffizient,

umwelt- und klimaschädlich. Die Risiken

der Atomenergie sind bekannt, Uran ist

begrenzt und die Abhängigkeit von wenigen

Erdgasproduzenten politisch gefährlich.

zu Endlagern werden. Wer das nicht will, der

muss konstruktiv am Gesetzentwurf mit arbeiten.

Das heißt also: Die CDU muss stehen.

2 Im Frühjahr steht der Energie-Gipfel der

Regierungsparteien an. Was wird der bringen?

Der Energiegipfel ist für unser Land eine große

Chance – wenn er nicht zum Glaubenskrieg um

die Nutzung der Atomkraft wird. Die Bundesrepublik

hat große Möglichkeiten, durch eine Vorreiterrolle

in der intelligenten und effizienten Energie-

und Rohstoffnutzung neue wirtschaftliche

Stärke und mehr Beschäftigung zu erreichen.

2 Wie soll das gehen?

Bislang beurteilten Investoren Länder nur nach

der Höhe der Löhne, der Sozialabgaben und

der Staatsquote. Künftig wird es aber verstärkt

darum gehen, wie viel Energie man pro Einheit

Bruttosozialprodukt braucht. Das bedeutet: Werden

wir zum Weltmeister bei der Energieeffizienz,

bietet Deutschland einen Standortvorteil.

2 Wie wird man Weltmeister?

Es muss uns gelingen, Wirtschaftswachstum vom

Energieverbrauch nicht nur zu entkoppeln, sondern

sogar drastisch zu senken. Einerseits heißt

das Energie sparen – zum Beispiel in dem man

die Häuser besser isoliert. Andererseits bedeutet

das, Energie effizienter einzusetzen. Fernseher

haben einen Ausschalt-Knopf, sie brauchen

nicht ständig im Stand-By-Betrieb laufen. Zwei

Atomkraftwerke laufen nur, um diesen Stand-By-

Strom zu produzieren. Der Energie-Gipfel kann

den Startschuss für das Prinzip Energieintelligenz

geben.

Politik und Energiewirtschaft müssen sich

darauf konzentrieren, die Energieproduktion

effizienter zu machen. Statt in Technologien

zu investieren, die teure Rohstoffe und hohe

Sicherheitsstandards benötigen, muss auf energiesparende

Techniken und Einsparung von

Energie- und Materialverbrauch in der industriellen

Produktion gesetzt werden.

Energieeffizienz und -einsparung in Industrie

und Produktion kämen Umwelt, Arbeitsplätzen

und Verbrauchern zu Gute. Damit

kann dem steigenden Anteil an Treibhausgasen

in der Atmosphäre und dem weltweit

wachsenden Energiehunger begegnet werden.

Wichtig ist daher auch, den Energieverbrauch

zu senken. Zum Beispiel müssen die

großen Einsparmöglichkeiten im Gebäudebestand

besser genutzt, Technik und Fahrzeuge

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 7

TITEL

2 Herr Müller, welchen Energiemix hat

Deutschland im Jahr 2010?

Wir werden bis 18 Prozent erneuerbare Stromanteile

haben. Der Atomstrom-Anteil wird weiter

zurückgehen, genau wie bestimmte Formen der

Kohleverstromung. Vom Einsparpotential haben

wir vielleicht vier Prozent, beim Effizienzpotential

vielleicht 15 Prozent genutzt. Das könnte sich

sehen lassen.c INTERVIEW: NICK REIMER

Sperrzone

I Der Sarkophag: Reaktor 4 von Tschernobyl

mit niedrigem Energieverbrauch weiterentwickelt

werden. Ebenso sollten die nächste Stufe

des Emissionshandels über verstärkte Anreize

und ein Wegfall von Ausnahmen bei der Ökosteuer

die Anstrengungen für mehr Energieeffizienz

unterstützen.

Programme zur Förderung von Energieeffizienz

sind nach Auffassung der NaturFreunde

volkswirtschaftlich intelligent. Die Technik ist

vorhanden, weitere Entwicklung verspricht

Wachstum. Kommende Entscheidungen müssen

auf Einsparung, Erneuerbare Energien und

Kraft-Wärme-Kopplung setzen. Das ist ein zukunftweisender

Weg: Ausbau von Beschäftigung

und der Spitzenposition im Technologiewettbewerb

sowie steigende Unabhängigkeit

von Rohstoffmärkten und Klimaschutz.c

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THEMA

JAHR DER NATURPARKE

„Natur hat keine Lobby“

Der Alternative Nobelpreisträger, Michael Succow, zur Bedeutung der Naturparke

2 Der Bundespräsident hat 2006 zum „Jahr der

Naturparke“ erklärt. Finden Sie das gut?

Michael Succow: Unbedingt: Naturparke sind

wichtig für die Erholung, wichtig für regionale

Entwicklung. Ganz besonders wichtig sind sie

aber für den Naturschutz.

2 Hätte der Bundespräsident nicht einfach ein

„Jahr des Naturschutzes“ ausgerufen können?

Das gibt es schon seit langem. Nein, ein Jahr

der Naturparke stellt diese speziell geschützten

Landschaften in den Mittelpunkt. Das ist wichtig:

Naturparke sind etwas anders als Nationalparks

oder Biosphären-Reservate: Neben dem

Naturschutz geht es auch um die Erholung, das

Naturerleben. Kurz gesagt: Es geht um den Fortbestand

ländlicher Räume mit ihren Dörfern in

ihrer historisch gewachsenen Kultur.

2 Naturschutz ist also nicht so wichtig – Hauptsache

die Dörfer blühen?

Das aus meinem Mund: Da würden alle aufschreien!

Nein: Mir ist wichtig, die durch Bauern

und Förster in einem zum Teil über 1.000jährigen

Prozess entstandene Kulturlandschaft in

ihrer Funktionalität zu erhalten. Den Arbeitsplatz

Landschaft zu sichern. Die traditionellen Bauern

sind per se Naturnutzer und Naturbewahrer.

2 Traditionelle Bauern? Gibt es auch andere?

Leider. Einst waren auf 1.000 Hektar mindestens

100 Menschen beschäftigt. Heute lassen sich

diese 1.000 Hektar dank neuester Technik mit

drei Bauern bewirtschaften – einem Agromanager,

zwei Maschinenführern! Hochgradige Rationalisierung,

Mechanisierung und Chemieeinsatz

ließen reine Produktionslandschaften entstehen.

Dort ist dem Land die ländliche Kultur abhanden

gekommen. Nicht nur das: Auch die biolo-

NaturFreundehaus Sommerecke

im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

gische Vielfalt, die natürliche Funktionstüchtigkeit,

die Schönheit. Diese Räume ziehen keinen

Städter an.

2 Warum sehen Sie das Dorf in Gefahr?

Weil in der Regel den Agrarmanager nur interessiert,

wie er mit noch weniger Menschen noch

mehr produzieren, noch mehr Gewinn machen

kann. Das Dorf interessiert ihn nicht.

2 Ein Drittel Brandenburgs ist heute mit Naturparken

bedeckt – deutschlandweit Spitze. Wie

sieht das Erfolgsrezept Brandenburgs aus?

Es ist ein Verdienst des damaligen Umweltministers

Matthias Platzeck. Der hat so genannte Manager

des ländlichen Raumes eingeführt – Experten,

die aus Sicht des Naturschutzes regionale

Entwicklungskonzepte erarbeiteten. Zweite Komponente:

Brandenburgs Boden. Nach EU-Kriterien

eignen sich gerade mal 15 bis 25 Prozent

der Agrarfläche für die hochintensive Landwirtschaft.

Das heißt im Umkehrschluss: drei Viertel

Brandenburgs werden als Problemgebiete des

ländlichen Raumes angesehen. Und irgendetwas

muss man doch machen mit diesem „peripheren

Raum“. Da sind die Naturparke eine

gute Idee: Mit ihrer Ausweisung wurde diesen

„Periphären“ eine Zukunft gegeben. Drittens hat

sich die Konstruktion Brandenburgs als klug erwiesen:

Kleine Naturparkverwaltungen, unter

dem Dach des Umweltministeriums. Sie entwickelt

zusammen mit der Bevölkerung integrierte

Konzepte für den Erhalt ländlicher Räume: Erholung,

Produktion ökologischer Nahrung, Landschaftspflege,

Naturschutzmanagement. Und

dann gibt es auch noch die Naturwacht, die den

Schutz überwacht.

2 Seit 1990 sind im Osten Deutschlands etwa

Schöne Doppel- und Familienzimmer, mit Kalt- und

Warmwasser, teilweise mit DU & WC, laden zu einem

aktiven und erholsamen Ferienaufenthalt ein. Ein Kinderspielzimmer,

ein Gastraum, ein Tagungs- bzw. Seminarraum

bietet sich auch für Gruppen- und Tagungsaufenthalte

an. Beim Haus ist ein großer Jugendzelt-, Kinderspiel-,

Sport- und Parkplatz. Die „Sommerecke“ ist

ganzjährig in Halb- u. Vollpension bewirtschaftet.

LEBENSWERK

35 Naturparke entstanden. Woher der Erfolg?

In der DDR gab es keine Naturparke. Naturparke

sind nicht so streng geschützt, wie Nationalparke.

Sie haben überwiegend den Status

eines Landschaftsschutzgebietes, mit darin enthaltenen

einzelnen Naturschutzgebieten. Und

der Witz ist: Sie haben sich vielerorts zum wichtigen

Motor für eine Regionalentwicklung erwiesen.

Die Städter zieht es raus aufs Land. Aber

aufs intakte: zum Reiterhof, zum Kranich-Rastplatz,

dem Natur-Erlebnis-Pfad, dem stillen Badesee,

zur alten Linden-Allee.

Ideale Möglichkeiten zum

- Wandern, Joggen, Biken uvm.

- Naturpark und Wasserfälle

- Naturkunde Pfade

- Schwarzwaldbahn bei Triberg

- Freilichtmuseum

- Hornberger Schießen

- Kreuzgangkonzert (Alpirsbach)

Zur Person

Prof. Michael Succow, 64, wurde auf Drängen

der DDR-Bürgerbewegung stellvertretender

Umweltminister. Als solcher leitete

er das umfangreichsteSchutzprogramm

der

deutschen Geschichte

ein.

Succow erstellt

danach ein Nationalparkprogramm

für Georgien,

initiiert

Naturschutzgroßprojekte in der Mongolei,

Weiß-Russland und China. Ihm gelingt, ein

Viertel Kamtschatkas zum UNESCO-Weltnaturerbe

zu erklären uvm.

1997 wurde er dafür mit dem Alternativen

Nobelpreis ausgezeichnet. Vom Preisgeld

gründet er die Michael-Succow-Stiftung.

Heute lehrt er an der Universität Greifswald

Landschaftsökologie und Naturschutz.

www.succow-stiftung.de

Auskunft & Buchung: Diethelm Kern, Zum Waldeck 4, 77656 Offenburg, Tel. (0781) 57093 Fax (0781) 9905809

hausverwaltung@naturfreunde-schramberg.de, www.naturfreunde-schramberg.de

SEITE 8 NATURFREUNDiN 1-2006

NFDmagazin200601_P.indd 8 13.02.2006 11:36:08 Uhr


I Im Naturpark Rhön ist viel Platz für die aussterbende Haustierrasse der Rhönschafe

2 Sie sind für die Entwicklung „Naturparke

neuer Prägung“ verantwortlich. Was ist das?“

Abgesehen vom Bundesland Sachsen, sind in

Ostdeutschland die Naturparke den Landesumweltministerien

unterstellt – erste Vorraussetzung

für „Naturparke neuer Prägung“. Das bedeutet:

Sie haben jeweils ein Gesamt-Entwicklungskonzept.

Nachhaltige Nutzung und Naturschutz sind

wichtige Inhalte. Im Westen Deutschlands werden

die Naturparke in der Regel von lokalen

Tourismusverbänden geführt. Sie dienen ausschließlich

der Erholung. Der Schutz des Naturreichtums

ist dabei nachrangig. Eine Naturwacht

gibt es dort nur in den Nationalparken. Sorge

bereitet mir, dass aufgrund der Armut der neuen

Bundesländer die hohen Standards der Naturparke

in Gefahr sind, mancherorts abgebaut

werden sollen.

2 Für ihr Engagement erhielten Sie den Alternativen

Nobelpreis. Mit dem Preisgeld gründeten

Sie eine Stiftung. Mit welchem Erfolg?

Es gibt zunehmend Leute, die am Ende ihres Lebens

bereit sind, für Natur Geld zu spenden. Wir

konnten zum Beispiel gerade die Ausbildung von

aserbaidschanischen Naturwächtern mit Schweizer

Erbschaften finanzieren.

2 Zurück zum Jahr der Naturparke: Was kann

es bewirken?

Eine Erkenntnis: Naturparke sind ein immer

wichtiger werdendes Instrument zum Erhalt unserer

Kulturlandschaft. Durch den Status Naturpark

erfährt eine Landschaft eine Höherbewertung.

Menschliches Kapital ist nämlich vermehrbar,

Landschaft aber nicht. Und hochwertige,

gesunde Landschaft wird zu einem immer knapper

werdenden Gut.c INTERVIEW: NICK REIMER

NATURGENUSS

Jahr der Naturparke

bVor 50 Jahren wurde diese Idee geboren:

Am 6. Juni 1956 stellte Dr. Alfred Toepfer in

Bonn sein Programm für 25 Naturparke vor. Toepfer,

ein Pionier des Naturschutzes: Naturparke

verbinden Schutz und Nutzung von Natur und

Landschaft. Zu ihren Zielen gehört die Förderung

von nachhaltigem Tourismus und umweltschonender

Landnutzung.

Heute gibt es 95 Naturparke in Deutschland

– ein Viertel der Fläche der Bundesrepublik. Anders

als in den strengen Naturschutz-Kategorien

„Nationalpark“ oder „Biosphärenreservat“ geht

es im „Naturpark“ auch um nachhaltigen Tourismus,

umweltschonende Landnutzung, Naturschutz

als Wirtschaftsfaktor. Vielerorts sind Naturparke

ein regionaler Entwicklungsmotor.

Das „Jahr der Naturparke“ will mit zahlreichen

Veranstaltungen auf die Naturparke aufmerksam

machen: auf der Internationale Tourismusbörse

ITB vom 8. bis 12. März in Berlin, auf

dem Deutschen Naturschutztag vom 29. Mai bis

2. Juni in Bonn oder beim Deutschen Wandertag

vom 12.-17. Juli in der Eifel.c [NR]

Weitere Informationen

www.naturparke.de · www.lustaufnatur.net

SPITZE FEDER

THEMA

Du bist National

Vielleicht auch ein ökonomisches Gesetz:

Wenn die Wirtschaft dahindümpelt, hat

die Erweckungsrhetorik Konjunktur. Nach

„Wir sind Papst“ heißt es „Du bist Deutschland“

und einige hoffen bei den sommerlichen

Ballspielen noch auf ein „über alles

in der Welt“. Wenn der Handelsblattkommentator

sich Sorgen macht, erneute

Spitzenzuwächse könnten auch außerhalb

des Wirtschaftsteils bemerkt werden und

angesichts von Massenarbeitslosigkeit frivol

wirken, schlägt die Stunde der Psychologie.

Frau Merkel sang zum Jahresanfang

ein fröhliches „Bau auf!“ und die

TV-Kommentatoren wussten schon immer,

dass Wirtschaft reine Stimmungssache ist

(Tusch!). Ja, wenn die Hartzler nur etwas

positiver und zupackender drauf wären.

Auch Du bist Deutschland!

Ein Betätigungsfeld für die ausgemusterte

industrielle Reservearmee wäre z.B.

der 1-€-Einsatz in der Natur oder den „Nationalen

Naturlandschaften“, die jüngst

das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit

Roland Koch aus der Taufe hob. Ich gebe

zu, wenn man persönlich „noch nicht

Deutschland ist“, fällt der Schritt zur Nationalnatur

nicht so leicht. Bisher hatte ich

nur von „Nationalen Jugendzentren“ gehört,

die die Jugendorganisation der NPD

in Berlin oder Sachsen fordert und damit

Ausländer- und Demokratenfreie Zonen

meint. Zugunsten des BfN nehme ich an,

dass man der Dachmarkenrhetorik einer

smarten Agentur zum Opfer gefallen ist.

Wie wäre es in Anknüpfung an „Viabono“

mit „Naturabono“, das stößt wenigstens

nur Lateinern auf. Wenn etwas nicht

zusammengehört, dann „Natur“ und „national“.

Dass man dies aber durchaus passend

machen kann, sollten Naturschützer

in Deutschland nicht vergessen haben und

falls doch, vielleicht mal im „Völkischen

Beobachter“ nachschlagen. Dass die Dachmarke

„Nationale Naturlandschaften“, wie

EUROPARC-Vorsitzender Dr. Eberhard Henne

meinte, „absolut zeitgemäß“ sei, will

ich trotz der erwähnten Konjunktur für Erweckungsrhetorik

und Vaterlandsbrimborium

denn doch noch nicht glauben.c

HANS-GERD MARIAN

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 9

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THEMA

SCHEU IM SCHAFSPELZ

Die Rückkehr der Wölfe

Brandenburgs Landschaft wird neue alte Heimat für die Rudeltiere

bMitte des 19. Jahrhunderts war der Wolf

in Deutschland so gut wie ausgerottet. Zwar

kehrten hin und wieder einzelne Tiere aus Polen

nach Deutschland zurück, doch wurden diese in

der Regel sofort gejagt und getötet.

Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Grenzen

zwischen der DDR und Polen nicht nur für

Menschen, sondern auch für Wölfe fast unpassierbar.

Jahrtausende alte Wanderwege der

Wölfe wurden abgeschnitten.

Noch in den 50-er Jahren gab es in Deutschland

eine Abschussprämie für Wölfe. Einzelne

Tiere, die den gefährlichen „Durchbruch“ durch

die Grenzen schafften, fielen schnell den Jägern

zum Opfer: Mindestens neun Wölfe wurden in

der Zeit von 1948 bis 1961 in Norddeutschland

erschossen.

Mit der Grenzöffnung zu Polen kehrten auch

wieder die ersten Wölfe auf ihren alten Wanderwegen

über die Oder nach Deutschland zurück.

Bisher sind in Deutschland lediglich zwei Wolfsrudel

verbürgt – in Bad Muskau und in Neustadt

in der sächsischen Lausitz im Umfeld eines

I Canis lupus – ist so scheu, dass man ihn

fast nur im Gehege vor die Kamera kriegt

Truppenübungsplatzes. Allerdings seien seit dem

Jahr 2000 mindestens 13 Jungtiere aus dem Muskauer

Rudel abgewandert stellte Gesa Kluth vom

dortigen Wildbiologischen Institut „Lupus“ fest.

Brandenburg hat fast ideale Bedingungen für

Wölfe: Wildreichtum und viel Landschaft, die

nicht durch Straßen zerschnitten ist.

Wölfe werden dem Menschen in der Regel

nicht gefährlich. Seit dem 30-jährigen Krieg

vor fast 400 Jahren hat hier zu Lande kein Wolf

mehr einen Menschen getötet, Rotkäppchen ist

für einen Wolf gefährlicher als umgekehrt.

Wölfe sind soziale, intelligente und zugleich

scheue Wesen. „Das ist noch wenig bekannt“,

klagt die Brandenburger Biologin Gesa Kluth.

„Ich denke, dass Wölfe in den allermeisten Situationen

unfair behandelt werden, dass man ihnen

nicht sachlich gegenübertritt und versucht,

fair zu behandeln, sondern dass man ihnen im

Grunde genommen viele Dinge anhängt, die sie

nicht verschuldet haben.“ Gesa Kluth ist ihnen

auf der Spur: den Wölfen, die aus Polen nach

Ostdeutschland einwandern: „In dem Moment,

in dem Wölfe hier über die Grenze kommen,

können sie bei uns leben, weil sie hier genug zu

fressen haben.“

Die Wälder sind voll mit Rotwild, Dammwild

und Wildschweinen und es gibt Rückzugsbereiche.

„Andererseits ist die Gegend natürlich

besiedelt, aber absolut nicht in einer Weise,

die die Wölfe in irgendeiner Weise beeinflussen

würde“, erklärt Gesa Kluth. Rund 20.000 Wölfe

leben noch in Europa, die meisten in Russland.

In Polen sind es etwa 750.

Die Spuren von Canis lupus, so des Wolfes

lateinischer Name, wurden auch schon kurz

vor Berlin gesichtet. Mehrmals wurden sie im

Raum Oderberg, Mark bei der Jagd gesichtet.

Die NaturFreunde Oberbarnim-Oderland wanderten

kürzlich im polnischen Naturschutzgebiet

Bielinek (früher Bellinchen). Dabei hatten

sie das Glück, zwei Wölfe beim Jagen von Rehen

im urigen Eichenwald zu beobachten. Bielinek

ist ein altes (1927) und großes (75,5 ha) Naturschutzgebiet

auf polnischer Oderseite nahe Szczecin.

Die Wölfe sollen aus Mieszkowice (Bärwalde)

kommen, wo eines der zwei Rudel Westpolens

lebt.c BERND MÜLLER

NATURFREUNDE OBERBARNIM-ODERLAND

Information und Kontakt

NaturFreunde Oberbarnim-Oderland · Bernd Müller

Brandfichtenweg 3 · 16259 Bad Freienwalde

Telefon & Fax (03344) 33 32 00

oderland@naturfreunde.de · www.berg-frei.de

CANIS LUPUS

Spurenlesen

Wenn Wölfe laufen, setzten sie meist die

Hinterpfoten in die Spur der Vorderpfoten.

Diese typische Gangart der Wölfe nennt

der Experte „geschnürten Trab“. Auch

Füchse laufen auf diese Weise durch den

Wald. Die Spur ist „schnurgerade“ und

verläuft nur mit wenigen Schlenkern. Fast

alle Hunderassen „schnüren“ dagegen nur

im tiefen Schnee, sodass das Spurbild ein

gutes Unterscheidungsmerkmal von Wolf

und Hund ist. Natürlich können die Wölfe

auch andere Gangarten anwenden wie

beispielsweise den „schrägen Trab“. Dann

setzen sie die Hinterpfoten vor die Vorderpfoten.

Die Spuren der Wölfe sind regelmäßig

geformt und länglich, wobei die

Krallen deutlich zu erkennen sind – ähnlich

der großer Hunderassen.

SEITE 10 NATURFREUNDiN 1-2006

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I NaturFreunde Bielefeld: Gesamtkonzept Energiesparen – Informieren – Freizeitplanung

EUROPÄISCHE ANERKENNUNG

Kleines „Einsteigen“ ganz groß

Wettbewerbsjury fuhr auf NaturFreunde-Projekt ab

bFortbewegung ist schlecht für ihre Gesundheit.

Der wachsende Freizeit- und Urlaubsverkehr

verschmutzt die Luft immer mehr. Doch es gibt

Konzepte, wie man die „schönsten Wochen des

Jahres“ auch ohne Auto verbringen kann. Neuerdings

sogar mit europaweiter Anerkennung: Für

das Projekt „Einsteigen: naturfreundlich unterwegs!“

wurde den NaturFreunden Deutschlands

Ende Januar der erste Preis des Wettbewerbs „Umweltfreundlicher

Tourismus in Europa“ verliehen.

Hintergrund: Im Rahmen der österreichischen EU-

Ratspräsidentschaft veranstaltete Österreich die

Konferenz „Umweltfreundlich Reisen in Europa.

Herausforderungen und Innovationen für Umwelt,

Verkehr und Tourismus“. Ihr ging der Wettbewerb

voraus. Ziel war es, Projekte, Initiativen und Aktivitäten

im Spannungsfeld Verkehr und Tourismus

in Europa zu prämieren, die die Sektoren Umwelt,

Mobilität und Tourismus in Einklang bringen.

Nun honorierte die Jury eine Kampagne, in

der Mitarbeiter von 22 Naturfreundehäusern familientaugliche

Urlaubs- und Freizeitgestaltung

ohne Auto entwickelten. Mit Hilfe der Deutschen

Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatten die Natur-

Freunde die „Aktion Klimaschutz in Freizeit und

Erholung“ ins Leben gerufen. „Noch nie in der Ge-

schichte des modernen Tourismus reisten so viele

Menschen so häufig und so weit weg. ‚Mobil sein’

ist zur Passion geworden“, sagte DBU-Generalsekretär

Dr. Fritz Brickwedde am Tag der Preisverleihung.

Und gerade zur Ferienzeit sorgen Verkehrsströme

in dichten Kolonnen aus der Stadt

für Staus und Stress. Untersuchungen belegen,

dass die Abgasfahne viel befahrener Straßen bis

zu zwölf Kilometer ins Hinterland reichen.

„Wir wollen unseren Gästen Mobilitätsalternativen

eröffnen, die Umweltschutz ohne Komfortverlust

ermöglichen“, betont die Projektleiterin

Nina Wettern. Freizeit ohne Auto – wie das geht,

erarbeiteten größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter

als 22 Gute Beispiele zum Nachmachen. Sie

zeigen, dass jede Herberge für seine Gästen aktiv

im Klimaschutz sein kann. Mit einer „Tour de Energie“

im Wanderprogramm, wie im fränkischen

Bärenhäusl. Mit einer Prima-Klima-Umweltrallye,

wie im Nienburger Naturfreundehaus Luise Wyneken.

Mit umfangreichen Wander- und Freizeitinformationen

samt ÖPNV-Verbindungen, wie im

badischen Naturfreundhaus Am Hopfenberg. Oder

mit Abholservice und Freizeitbüro, wie im großen

Naturfreundehaus Usedom.

Erkennbar ist schon jetzt, dass sich Nachah-

SIEGERTYPEN

THEMA

Autofreier Urlaub

mit Vergnügen

a Naturfreundehaus Bielefeld

www.naturfreunde-bielefeld.de

a Naturfreundehaus Bärenhäusl

www.naturfreunde-hof.de

a Naturfreundehaus Am Rennsteig

www.naturfreundehaus-oberhof.de

a Naturfreundehaus Rahnenhof

www.naturfreundehaus-rahnenhof.de

a Naturfreundehaus Am Killberg

www.naturfreunde-nagold.de

a Naturfreundehaus Gerresheim

www.naturfreunde-duesseldorf.de

a Naturfreundehaus Am Hopfenberg

Telefon (0721) 46 01 27

a Naturfreundehaus Luise-Wyneken

www.naturfreunde-nienburg.de

a Naturfreundehaus Vehrte

www.naturfreunde-osnabrück.de

a Naturfreundehaus Jungbrunnen

Telefon (0741) 219 38

a Naturfreundehaus Kniebis

www.khbgmbh.de

a Naturfreundehaus Sommerecke

www.naturfreunde-schramberg.de

a Naturfreundehaus Kalifornien

www.naturfreundehaus-kalifornien.de

a Naturfreundehaus Im Eschelbachtal

Telefon (07031) 60 21 90

a Naturfreundehaus Königsheide

www.naturfreunde-bayreuth.de

a Naturfreundehaus Usedom

www.naturfreundehaus-usedom.de

a Naturfreundehaus Lauenstein

www.naturfreundehaus-lauenstein.de

Alle Modellhäuser und Projektinformationen:

www.naturfreunde.de

Informationen zum Wettbewerb:

www.eco-travel.at

mer finden. Ortsgruppen und Naturfreundehäuser

beteiligen sich mit ihren autofreien Klimaschutzaktivitäten

am Wettbewerb im Klimanetzwerk.

Eine erfolgreiche Multiplikation der Idee

ist auch über die Vereinsgrenzen wirksam: Jährlich

beherbergen über 450 Naturfreundehäuser

mehr als 1,6 Millionen Gäste. Damit kann die

Kampagne auch Zielgruppen außerhalb des Vereins

auf das Thema Klimaschutz aufmerksam

machen. Urlaub in Naturfreundehäusern wird

damit ein Urlaub mit Genuss und Weitblick –

aber ohne Auto.c HANS-GERD MARIAN

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 11

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THEMA

CLEVERER KONSUM

Genuss mit Weitblick

NaturFreunde beteiligen sich an „ECHT GERECHT“

bWeltweit steigt der Verbrauch von Energie

und Ressourcen. Der private Konsum hat daran

einen großen Anteil. Etwa 30-40 Prozent der Umweltbelastungen

in der Bundesrepublik Deutschland

sind auf den privaten Konsum zurückzuführen.

Allein durch den Kauf und Gebrauch von

Produkten, wie Koch- und Spülgeräte, Pkw oder

Waschmaschinen, werden nahezu zwei Drittel

der Stoffströme in der Bundesrepublik Deutsch-

land erzeugt. Die Entwicklung neuer Konsummuster,

verbunden mit einer Sicherung oder

gar einer Steigerung der Lebensqualität, hat aufgrund

dessen eine hohe Relevanz für die Umsetzung

einer Nachhaltigen Entwicklung. Hierzu

zählt nicht nur die Reduzierung des Verbrauchs

von Produkten sowie deren Nutzung und Entsorgung,

sondern auch die Verhaltensänderung

durch neue Konsumstile. Wir alle treffen täglich

Kaufentscheidungen und immer mehr Menschen

möchten sich dabei nicht nur an Qualität und

Preis, sondern auch an ökologischen und sozialen

Kriterien orientieren. Dazu fehlen jedoch

häufig die nötigen Informationen

Mit der Kampagne „ECHT GERECHT. Clever

kaufen“ informiert das Bundesministerium für

Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

(BMELV) Verbraucherinnen und Verbraucher

über Möglichkeiten des nachhaltigen Einkaufs

und Konsums.

Die Kampagne knüpft an das Projekt „Der

Nachhaltige Warenkorb“ des Rates für Nachhaltige

Entwicklung an. Sie hat zum Ziel, die Zusammenhänge

zwischen dem individuellen Konsumverhalten

und den Umwelt-, Lebens- und Ar-

I Faire Produkte sind nur die, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt und gehandelt werden.

beitsbedingungen zu verdeutlichen. Sie ordnet

sich in die Nachhaltigkeitsstrategie ein, die anlässlich

des Weltgipfels 2002 in Johannesburg,

der Folgekonferenz zum Weltgipfel in Rio 1992,

vorgelegt wurde. Ein wesentliches Ergebnis der

Johannesburg-Konferenz war die Verabschiedung

eines Zehnjahres-Rahmenprogramms, in

dem die Staaten aufgefordert wurden, konkrete

Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Konsum-

und Produktionsmuster zu entwickeln.

Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren gibt

die Kampagne Tipps und Hintergrundinformationen

zum Thema nachhaltiger Einkauf.

Orientierungshilfe beim Einkauf bieten beispielsweise

Siegel, die ökologische oder faire

Produkte und Dienstleistungen auszeichnen.

„Nachhaltig einkaufen – Der Wegweiser“ ist eine

weitere Orientierungshilfe, in der die Bereiche

„Textilien, Bekleidung und Spielzeug“, „Bauen,

Wohnen, Haushalt und Energie“, „Reisen, Mobilität,

Geldanlagen“ sowie „Lebensmittel und Ernährung“

thematisiert werden.

Für 2006 sind zudem drei größere Informationsveranstaltungen

im Rahmen der Kampagne

vorgesehen. Ab Frühjahr 2006 wird ein Info-Bus

mit einer interaktiven Ausstellung an 140 Tagen

durch 70 Städte touren.

Im Rahmen von Infomärkten für faire und

klimagerechte Produkte beteiligen sich Natur-

Freunde an der Kampagne „ECHT GERECHT. Clever

kaufen“ und bieten Tipps und Hintergrundinformation

über ausgewählte Siegel, an denen

wir uns „klimagerecht“ orientieren können.

Mit unseren NaturFreunde-Infomärkten wollen

wir zeigen was alles naturfreundlich ist. So

können wir über Nachhaltigkeit informieren, von

der Klimakampagne über den sanften Tourismus

bis zur regionaltypischen Verpflegung.

Beim Kauf neuer Produkte sollte übrigens

grundsätzlich darauf geachtet werden, dass diese

a mit möglichst wenig Energie- und Materialaufwand

hergestellt werden,

a im Gebrauch mit wenig Energie auskommen,

a haltbar und wieder verwendbar sind,

a geringe Transportwege aufweisen,

a und sozial verträglich sind.c JULIA HOFFMAN

Informationen und Kontakt

NaturFreunde Deutschlands · Julia Hoffmann

Telefon (030) 29 77 32 -71 · hoffmann@naturfreunde.de

www.naturfreunde.de · www.echtgerecht.de

www.nachhaltigkeitsrat.de

SEITE 12 NATURFREUNDiN 1-2006

NFDmagazin200601_P.indd 12 13.02.2006 11:36:45 Uhr

Gefördert von


KLIMANETZWERK „PRIVAT“

Klimaschutz in den eigenen vier Wänden

Gute Gründe für mehr Effizienz im Gebäudebereich

bEtwa ein Drittel des Kohlendioxid-Ausstoßes

in Deutschland entsteht bei der Wärmenutzung

in Wohnungen. Kohlendioxid – chemisch

CO 2 – ist der Klimakiller Nummer Eins. Räume

zu heizen, trägt 28 Prozent zum Klimaproblem

bei, das Dusch- oder Badewasser mit fünf Prozent.

Im Klimaschutz kommt dem Wärmebereich

daher eine wichtige Schlüsselrolle zu: Wohngebäude

haben meist eine Nutzungszeit von über

100 Jahren. Das heißt, Baumaßnahmen wirken

über die gesamte Lebensdauer auf den Energieverbrauch

– Versäumnisse haben ebenso lange

negative Folgen.

Zur Wärmedämmung und effizienteren Heizung

gibt es eine Reihe technischer Lösungen,

die dank steigender Brennstoffpreise, guter Förderbedingungen

(z.B. durch die Kreditanstalt für

Wiederaufbau) und günstiger Zinsen auch wirtschaftlich

interessant sind. Zudem ist die energetische

Sanierung oft mit einer Komfort- und

Wertsteigerung verbunden.

Das Einsparpotenzial im Wärmemarkt ist enorm.

So verbraucht ein unsanierter Altbau ca.

300 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter

und Jahr, während ein sehr gut sanierter Altbau

nur etwa 50 Kilowattstunden im Jahr benötigt.

Was muss man tun, um gründlich

Wärme-Energie zu sparen?

Schließlich führen Investitionen in den Gebäudebestand

zu Aufträgen an Handwerksbetriebe

– Arbeitsplätze können geschaffen und gesichert

werden. Berechnungen des Wuppertal Instituts

belegen, dass durch eine Sanierungsoffensive

allein im Handwerk ein positiver Beschäf-

tigungseffekt von insgesamt etwa 300.000 Personenjahren

zwischen 2006 und 2029 entstehen

könnte. Mehr als ein Grund, zu Hause mit dem

Klimaschutz anzufangen.

Zunächst ist die Verbesserung der Wärmedämmung

wichtig, da sie Spielraum schafft, Erneuerbare

Energien langfristig zu einer tragenden

Säule in der Wärmeversorgung von Gebäuden

zu etablieren. Die Wirtschaftlichkeit von Dämm-

I Das Thermografiebild (mitte) macht es in rot deutlich: Die Wärmeverluste des unsanierten Hauses (links) sind enorm.

maßnahmen ist bei den heutigen Brennstoffpreisen

dann sinnvoll, wenn ohnehin Arbeiten an

der Gebäudehülle anfallen. Steigen die Brennstoffpreise

für fossile Energien weiter, steigt auch

die Wirtschaftlichkeit solcher Maßnahmen. Manche

Arbeiten könnten auch in Eigenleistung erbracht

werden, wie etwa die Dämmung der Kellerdecke

oder des Dachbodens.

Die Potenziale sind im Gebäudebereich

bislang kaum ausgeschöpft

Auch die Umstellung der Heiz- und Warmwassertechnik

ist ein wichtiger Faktor. Moderne Geräte

(z.B. Gas-Brennwert-Geräte) kommen mit

wesentlich weniger Energie aus, als alte Systeme.

Auch der Einsatz von Erneuerbaren Energien

kann bei der Heizungsmodernisierung eine

ökonomische und ökologische Alternative darstellen.

Biomasse, Erdwärme und Solarstrahlung

verursachen keine zusätzlichen CO 2-Emissionen

und stehen praktisch unbegrenzt zur Verfügung.

Zudem sind sie im Gegensatz zu fossilen Energieträgern

weltweit gleichmäßiger verteilt. Erneuerbare

Energien müssen nicht importiert werden.

Ihr Einsatz macht uns unabhängiger von den in

oft politisch unstabilen Regionen gewonnenen

THEMA

fossilen Energien: Die weltweit größten Erdgas-

und Erdölvorkommen lagern in Saudi Arabien,

Russland, im Iran und Irak.

Große Sparpotenziale bestehen im Altbaubestand,

wo durch energetische Sanierungen

der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden

kann. Dort benötigen 77 Prozent der Gebäude 95

Prozent der im Gebäudebereich insgesamt eingesetzten

Energie. Nach Berechnungen des Wuppertal

Instituts lassen sich mit modernster Techniken

bis zum Jahr 2020 etwa 18 Prozent des

Energieverbrauchs im Wärmebereich wirtschaftlich

einsparen. Die Potenziale im Gebäudebereich

konnten in den letzten 10 Jahren allerdings

kaum ausgeschöpft werden. Neben vielen Umsetzungshemmnissen

gibt es vor allem gegenläufige

Trends im Wohnungsmarkt. Die führten

dazu, dass in den letzten zehn Jahren der Energieverbrauch

sogar zunahm. Die Ursachen liegen

vor allem in der Zunahme von Singlehaushalten

und gestiegenen Komfortansprüchen. So stieg

die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner

von 35,1m 2 1992, auf 40,2 m 2 im Jahr 2002.

Was bedeutet das? Wie kann man Kohlendioxid

sparen?

a Häuser müssen besser isoliert werden, damit

Wärmeverluste sinken und Energie gespart

wird.

a Veraltete Heizanlagen müssen durch moderne

und effizientere Geräte ersetzt werden.

a Die Potenziale regenerativer Energien müssen

stärker ausgeschöpft werden.

a Unser Bedarf an Wohnfläche muss überdacht

werden.

OLIVER S. WAGNER

WISS. MITARBEITER IM WUPPERTAL INSTITUT

Information & Kontakt

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH

Oliver S. Wagner

Postfach 10 04 80 · 42004 Wuppertal

oliver.wagner@wupperinst.org

www.wupperinst.org

Internet-Tipps für Sanierungswillige

www.energiefoerderung.info

www.bine.info · www.dena.de · www.kfw.de

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 13

NFDmagazin200601_P.indd 13 13.02.2006 11:36:56 Uhr


THEMA

ATOMWAFFENSPERRVERTRAG

Atomare Ent-Rüstung

Scheinheilige Enrüstung der Atommächte über den Iran

bDer Ärger und die Aufregung sind groß. Der

Iran will ein eigenes, angeblich rein-ziviles Atomprogramm

entwickeln. Diejenigen, die selbst die

meisten Atombomben und Atomkraftwerke haben,

sind am meisten besorgt. Die Sorgen sind

berechtigt, die Entwicklung im Iran ist in jeder

Hinsicht bedrohlich und gefährlich für den Weltfrieden.

Und doch ist die Empörung vor allem der

USA, Frankreichs, Großbritanniens, aber auch Israels

scheinheilig. Wer selbst mit Atom hantiert,

ja sogar wie Chirac und Bush für sich das Recht

zum atomaren Erstschlag propagiert und reklamiert,

der muss sich nicht wundern, wenn andere

Staaten das Gleiche begehren. Leider!

Der aktuelle Streit um das

nationale Atomprogramm des Iran

Wie 190 andere Staaten ist der Iran Unterzeichner

des Atomwaffensperrvertrages und darf damit

– im Unterschied zu den 5 Atommächten –

zwar keine Atomwaffen haben, wohl aber die

Atomenergie friedlich nutzen. Kontrollmaßnahmen

der internationale Atomenergie-Organisation

(IAEO) sollen verhindern, dass es zur militärischen

Nutzung kommt. Vor allem die USA und

Israel verdächtigen den Iran, sein Atomprogramm

I Zentrum des Atombombenangriffs auf Hiroshima:

Friedensbaum, Friedhof und Ruine der

Industrie- und Handelskammer

I Opfer des letzten Golfkrieg

nicht offen zu legen, sondern heimlich Atomwaffen

zu bauen. Das wird von der IAEO – mangels

Beweisen – auch nicht behauptet. Wenngleich

viele Ungereimtheiten daran zweifeln lassen,

dass die Beteuerung, keine Bomben bauen zu

wollen, der Wahrheit entspricht. Zwei der IAEO

zu meldende Atomanlagen wurden erst durch Information

einer Widerstandsgruppe international

bekannt, zweimal verweigerte der Iran den IAEO-

Inspektoren – vertragswidrig – den Zugang zu verdächtigen

Einrichtungen.

Der Iran betreibt unter anderem eine Urankonversionsanlage

und einen sogenannten MIX-

Forschungsreaktor zur Urananreicherung und eine

Atommüllverarbeitungsanlage. Außerdem soll

mit russischer Hilfe ein 1.000 Megawatt-Leichtwasserreaktor

ans Netz gehen. Der Iran baut offenbar

eine eigene Atomwirtschaft auf. Die EU

versucht das durch ein Lieferangebot für Brennstäbe

und ihre Entsorgung bzw. Wiederaufarbeitung

zu verhindern. Bislang erfolglos.

Der Atomwaffensperrvertrag

hat erhebliche Mängel

Am Beispiel Iran wird die Krux des Atomwaffensperrvertrages

von 1970 deutlich. Die Atommächte

haben sich ihr Monopol auf Atomwaffen völkerrechtlich

absichern lassen. Der Preis dafür,

dass alle übrigen Staaten dies anerkannten, war

die zivile Atomenergienutzung für alle. Zugleich

verpflichteten sich die Atomwaffenstaaten, Verhandlungen

über Abrüstung und Abschaffung aller

Atomwaffen vorzunehmen.

Das Manko des scheinbar genialen Vertrages

ist, dass kein Zeitplan festgelegt wurde. Der Haken

ist, dass zivile und friedliche Nutzung eng zusammenhängen.

Vor allem bei der Wiederaufbereitung

kann waffenfähiges Material erzeugt werden.

Hinzu kommt, dass die Atomanlagen der

Atommächte genauso wenig kontrolliert werden

wie die der Nichtunterzeichner Indien, Nordkorea,

Israel und Pakistan.

Zwar konnte der Sperrvertrag illegale Atomprogramme

und militärische Konkurrenz behindern,

aber eben nicht verhindern. So stieg die

Zahl der Atomwaffen auf 127.000 an, trotz der

Abrüstungsverträge: Und sogar nach 1970 gab

es noch 2.000 Atombombentests, die die Atmosphäre

bis heute belasten.

Seit 1995 gilt der Sperrvertrag auf unbegrenzte

Zeit. Im Jahr 2000 verpflichteten sich die Atomstaaten

erneut zur vollständigen atomaren Abrüstung,

doch seit dem Anschlag auf das World

Trade Center 2001 nahm die USA davon Abstand.

Die anderen Atommächte drängten auch nicht

zur Vertragserfüllung.

Atomare Abrüstung und

Atomenergieausstieg braucht Initiativen

Der Atomwaffensperrvertrag wäre ein gutes Vertragswerk,

die Atomwaffen weltweit und vollständig

zu beseitigen – wenn die Atommächte den

Willen hätten und die anderen 185 Staaten sie dazu

drängen würden. Sein Konstruktionsmangel,

eben die zivile Nutzung zu fördern, konterkariert

das Friedensziel. Die Trennung zwischen militärischer

und ziviler Nutzung ist künstlich und letztlich

nicht durchsetzbar. Vor allem die sogenannten

Blockfreien Staaten empfinden den Atomwaffensperrvertrag

als diskriminierend. Motto: Was die

imperialistische USA darf, das wollen wir auch!

Die neue Führung im Iran reitet auf dieser

Ideologie der „atomaren Emanzipation“. Mit ihrer

aggressiven Kriegs- und Aufrüstungspolitik

trägt die USA ein gerüttelt Maß Schuld an dieser

reaktionären Politik. Jede Empörung des hochgerüsteten,

atomernergienutzenden „Westens“ ist

daher wenig überzeugend. Nur eine friedliche,

kooperative Außenpolitik, verbunden mit beispielhafter

Abrüstung, nur eine Energiepolitik der

Einsparung und der Nutzung Erneuerbarer Energien

wären wirklich friedensbringend. Eine Politik

der Energieverschwendung und der Sicherung

von Öl und Ressourcen durch Krieg würde den

neuen, gefährlichen Hardlinern im Iran oder anderswo

den Boden entziehen.

Wir Naturfreunde sollten im 20. Jahr nach

der Tschernobylkatastrophe nicht nur die zivile

Nutzung der Atomenergie problematisieren. Als

Teil der Friedensbewegung muss uns auch die

atomare Abrüstung wieder mehr zum Anliegen

werden.c WINNE HERMANN (MDB)

MITGLIED DES BUNDESVORSTANDS DER NATURFREUNDE

SEITE 14 NATURFREUNDiN 1-2006

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WO BLEIBT DER SPORT?

Böse Fouls und Blutgrätschen

Die andere Seite der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland

bDie Fußball-Weltmeisterschaft bewegt die

Gemüter in Deutschland – bereits Monate vor Anpfiff.

Die Liste der Nebenwirkungen der WM ist

jedoch lang: Instrumente der Inneren Sicherheit

werden geschärft, Jedermannsnationalismus, Nazihools,

unberechenbare, angetrunkene Machos.

Teurer wirds auch noch. Gründe die WM schlecht

zu finden, gibt es – wenn man sich ihr schon

nicht entziehen kann – zur Genüge.

Nationales Drama: Eigentor

Deutschland war oft fähig, die Showfläche Fußball-WM

auch für innenpolitische Inszenierungen

zu nutzen. Das „Wunder von Bern“ gilt als Wiederauferstehung

einer „geschlagenen Nation“,

deren balltretendes Ex-Wehrmachtsbündel die

übermächtig scheinenden Ungarn schlägt. Vom

nationalen Pathos ergriffen, begann der Fanmob

zum ersten Mal nach 1945 die verbotene Strophe

„Deutschland, Deutschland über alles“ zu singen.

1990, kurz vor der Wiedervereinigung: deutscher

Titelgewinn in Italien. Beckenbauer kommentierte

dies euphorisch: „Jetzt kommen noch

16 Millionen Ostdeutsche dazu. Da sind wir auf

10 Jahre unschlagbar.“ Ob er die brennenden

Asylberwerberheime in Rostock-Lichtenhagen

oder Hoyerswerda meinte, ist nicht geklärt. Prognose:

die Bilder trunkener Fahnenschwenker

werden mehr als unangenehm.

Nazifreie Stadien? Fehlanzeige!

Ganze Fanblöcke, die mit „Ausländer raus“-Rufen

und Dschungellauten gegen dunkelhäutige

Spieler auffallen, Fangruppen die nach den Spielen

Jagd auf migrantische Menschen machen,

sind in deutschen Profiligen passé. Häufig wechselnde

Codes beispielsweise für Kleidung, Stadionbanner,

Musik oder Internetauftritte haben dies

größtenteils abgelöst. In den unteren Ligen

Deutschlands treten offener Rassismus und Antisemitismus

allerdings immer noch regelmäßig

auf. Vor der WM kochen aber auch bei manchen

Länderspielen neonazistisch geprägte Aktionen

wieder hoch. Was 2005 beim Länderspiel in Slowenien

zum Vorschein kam, steigerte sich im

September beim Spiel in der Slowakei: deutsche

Fans sangen Hits wie „Ruhm und Ehre der Waffen

SS“ oder „Wir sind wieder einmarschiert“.

Fußballspielen wie echte Männer

Bei der Europameisterschaft 2004 bewies ARD-

Kommentator Steffen Simon, dass er im Biologieunterricht

genau aufgepasst hat: „Totti soll

sich in der Pause seine Mädchenfrisur abschneiden

und endlich wie ein Mann spielen“, sagte er

beim Spiel Italien gegen Dänemark. Jede weiß

sofort was damit gemeint ist: Er spielt langweilig,

brav, zurückhaltend und weiblich. Alles Eigenschaften,

die im Fußball nichts zu suchen haben.

„Richtige Männer“ hingegen grölen zusammen

„… unsre Schwänze sind genauso lang wie

wir.“ Aber nicht nur Fußballstadien sind Räume

männlicher Dominanz. Kneipen, öffentliche Verkehrsmittel,

das heimische Wohnzimmer sind es

zur Spielzeit oft genauso. Wenn irgendwann eine

grölende Frauengruppe auf der Straße mit Bierflaschen

wirft oder die Schwester mit ins Stadion

will, macht Fußball keinen Spaß mehr.

Hochsicherheitstrakt D

Was die Bundesregierung sich zum Thema Sicherheit

bei der WM ausgedacht hat, lässt keine

Wünsche offen. Mehr Kameras, mehr Kontrolle,

mehr (Bundes-) Polizei, mehr alles – aber weniger

Freiheit. Dahinter steht mehr als nur ein Sicherheitsgedanke:

hier wird die Aufstandsprävention

geübt. Städte und Stadien werden noch

mehr zugepflastert mit Überwachungskameras.

THEMA

Dahinter steckt eine Software, die Verbrecherdateien

durchscannt, um „Auffälliges“ zu melden.

Speicherung der Daten? Ganz bestimmt nicht!

Mit Chips in den Eintrittskarten können Fans

bis aufs Klo verfolgt werden. Wer einen Baum

mit dem Urinal verwechselt muss mit einer Aufnahme

in die Hooligan-Datei rechnen. Und überhaupt:

Urlaubssperre für Einsatztruppen. Dazu

werden „gefährliche Personen“ – gemeint sind

die Fans – polizeilich begleitet, die innereuropäische

Reisefreiheit außer Kraft gesetzt. Mit Ausgangssperren

ist zu rechnen.

Stadtpolitik: poliert und ausgegrenzt

Die WM hat auch Auswirkungen auf die Strukturpolitik

der Städte, in denen Spiele stattfinden

oder Mannschaften Quartier beziehen. Alle

zwölf WM-Städte versuchen sich in der globalen

Standortkonkurrenz aufzuwerten. Wie das

jenseits von Umsatz- und Überstundensteigerungen

bei Hotels, Kneipen usw. durch die Fans

aussieht, ist höchst unklar. Soviel steht fest: viel

Geld für prestigereiche Sportstätten, während

Geld für den Breitensport gespart wird. Dafür

steigen die Lebenshaltungskosten. Sportliche

Großereignisse sind auch immer willkommener

Anlass für „stadtpolitische Maßnahmen“: die

innerstädtische Säuberung von Obdachlosen

und allen, die nicht mit dem Konsumstrom

schwimmen.

Los geht’s!

Es gibt also dank der WM genügend Grausamkeiten,

die sich zu bekämpfen lohnen. Kreativität

ist gefragt, um die ekelhafte Melange aus

FIFA, Sicherheitsstrategen, Ottonormalnationalisten,

DFB und Gröle-Mackern aus dem Gleichschritt

zu bringen.c NATURFREUNDEJUGEND BERLIN

AK VORRUNDENAUS

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NATURFREUNDE AKTIV

Aus- und

Sportbildung

Lehrteamschulung konkret

Was gelehrt wird

bIm November 2005 trafen sich

34 Landesausbilder der wintersporttreibenden

Landesverbände der NaturFreunde

für vier Tage am Stubai. Das Bundeslehrteam

hatte für diese Schulung ein Programm

mit vier Praxisthemen vorbereitet:

a Soft Factors im Skiunterricht

a Videoanalyse

a Kids Race

a Snowboard

Ein umfangreicher Theorieteil und das

Thema „Skifahren 50 plus“ ergänzten die

Schulung. Bei Letzterem ging es nicht um

praktischen Skilauf: Vielmehr ging es um

die gesundheitlichen Risiken, deren Minimierung

durch Vorbereitung und der Nutzen

des Sports zur Erhaltung oder Verbesserung

des gesundheitlichen Allgemeinzustandes.

Schließlich sinkt die persönliche

Leistungsfähigkeit (Muskelkraft, Ausdauer

usw.) ohne gezielte Maßnahmen bereits ab

dem 25. Lebensjahr kontinuierlich.

Soft Factors im Skiunterricht – nicht

nur technisches Geschick zählt: Wer anderen

etwas beibringen will, muss mehr als

Theorie und Technik beherrschen. Besonders

wichtig ist es, Begeisterung und Aufmerksamkeit

zu wecken. Völlig unvorbereitet

wurden den Teilnehmern 10 theoretische

Schneesport-Themen zur Auswahl

gestellt. Jeder musste anschließend eine

zehnminütige Lehrprobe absolvieren. Die

Lehrgangsteilnehmer waren gleichzeitig

Schüler und Prüfer. Die vorgegebenen Prüfungskriterien

waren Sprache, Inhalt, Mimik,

Gestik und Gesamteindruck des Lehrers

– die sogenannten Soft Factors. Unser

Ausbilder Frank Günther (Bundesausbilder

Ski alpin) hat es geschafft, dass wir

als Lehrer über uns selbst hinausgewachsen

sind. Erstaunlich, wie man durch den

gezielten Einsatz von Stimme und Mimik

Schüler jeden Alters motivieren kann, mitzuarbeiten.

Der Block „Videoanalyse“ brachte es

schnell auf den Punkt: Skifahren können

wir alle, die Unterschiede liegen im Detail

und in der Beobachtungsgabe. Dank

Axel Lechler (Bundesausbilder Ski alpin),

der die Einzelübungen demonstrierte, wurden

alle Teilnehmer befähigt, später ihre

Fahrfehler im Video zu erkennen und

einzuschätzen. Das ist später wichtig für

Übungsleiter, die ihren Schülern und Schülerinnen

sicheres Fahren beibringen wollen:

Fehler erkennen, richtiges Fahren vermitteln

und damit Unfälle verhindern.

Ein Highlight war der Teil „Kids Race

– Renntraining für Schüler“. Christian Morgenrot

(Bundesausbilder Ski alpin) vermittelte

den Komplex Renntraining in der Praxis

mit Humor. „Wenn es einen Preis für

den längsten Weg durch die Stangen gäbe,

dann hättest du den 1. Platz!“ Glücklicherweise

gab es dabei zwei Stunden Kurzstangentraining

zur Optimierung des Fahrweges.

Beim Thema „Snowboard“ hatte Andreas

Kapser (Bundesausbilder Snowboard)

die schlechtesten Karten, da viele

Teilnehmer noch keine Erfahrungen mit

diesem Sportgerät hatten. Die Vorerfahrungen

als Landeslehrteamer machten es

ihm leichter, dass alle einen Tag lang erfolgreich

Snowboard gefahren sind und

dieses nun intensivieren wollen.

Rückblickend muss ich sagen, das war

ein erlebnisreicher und harmonischer Ausbildungslehrgang.

Die Landesausbilder gingen

trotz des hohen Leistungsdrucks und

dem voll gepackten Stundenplan motiviert

in die Saison. Mit meiner eigenen Erfahrung

als Fachübungsleiter bin ich begeistert

über die gute Ansprache und die fundierten

Kenntnisse des Bundeslehrteams.

Ein Profiunternehmen kann das garantiert

nicht besser und unsere Bundesausbilder

machen alles ehrenamtlich – alle Achtung,

so stellt man sich einen Lehrgang vor.c

RAINER FUCHS

FACHÜBUNGSLEITER OBERSTUFE SKI ALPIN.

AUS- UND SPORTBILDUNG

Ausbildungstermine

4.–6.3.06

Aufbaulehrgang Oberstufe

Alpin und Snowboard

Veranstalter: BFG Wintersport

Ort: Obertauern

17.–19.3.06

Workshop Kälte beim Kajak

fahren–kennen, verstehen, vermeiden

Veranstalter: BFG Wassersport

Ort: Murgtal

17.–19.3.06

Nordic Walking Grundlehrgang

Veranstalter: BFG Wintersport/Bergsteigen

Ort: Eichstätt

18.–20.3.06

ÜL-Aufbaulehrgang Alpin

und Snowboard

Veranstalter: BFG Wintersport

Ort: Neustift

25.3.06

ÜL-Fortbildung Kanusport

Veranstalter: BFG Wassersport

Ort: Augsburg

1.–2.4.06

Lehrteam Erlebnispädagogik:

Seilgartentrainer, Mob. Seilaufbauten

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Bad Reichenhall

31.3.–2.4.06

Bundesfachgruppenkonferenz Wandern

Ort: NFH Veilbronn

7.–9.4.06

Grundlagen Umgang mit

Karte & Kompass

Veranstalter: BFG Wandern

Ort: NFH Oberhof

8.–13.4.06

Klettersteiglehrgang

(Voraussetzung FÜL-Qualifikation)

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Arco

8.–15.4.06

FÜL-Klettersport: Lehrgang II, Mittelgebirge

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Arco

15.–23.4.06

Ausbildungs- und Prüfungslehrgang

ÜL Alpin und Snowboard, Oberstufe

Veranstalter: BFG Wintersport

Ort: Neustift

20.–23.4.06

Ausbildungs- und Prüfungslehrgang

Schneesportlehrer

Veranstalter: BFG Wintersport

Ort: Stubaital

5.–7.5.06

Nordic Walking, Trainerlehrgang

Veranstalter: BFG Wintersport/Bergsteigen

Ort: Mittenwald

12.–14.5.06

Workshop „Die Eskimorolle

im Wildwasser“

Veranstalter: BFG Wassersport

Ort: Muotathal (CH)

13.–20.5.06

Grundlehrgang für Mountainbike,

FÜL-Fortbildung

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Kiefersfelden

19.–21.5.06

Outdoortrainer I: Basisseminar

Erlebnispädagogik-Outdoor

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Bad Reichenhall

19.–21.5.06

FÜL-Fortbildung Mountainbike

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Kiefersfelden

25.–28.5.06

ÜL-Fortbildung Kanusport

Veranstalter: BFG Wassersport

Ort: Bovece (Slov.)

9.–10.6.06 (Neuer Termin)

BFG-Konferenz Wintersport

Ort: Pforzheim-Hohenwart

30.6.–2.7.06

Outdoortrainer II: Seilgartentrainer

[Vorraussetzung: I]

Veranstalter: BFG Bergsteigen

Ort: Bad Reichenhall

Für Ausschreibungen, Auskunft & Anmeldung zu NaturFreunde-Qualifikationen

der Bundesfachgruppen (BFG) ist die Bundesgeschäftsstelle der NaturFreunde in

Berlin zuständig: Christina Gohr · (030) 29 77 32 -60 · gohr@naturfreunde.de ·

www.naturfreunde.de

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OFFIZIELL

Kühlfeuchte Schluchtwälder und Erbsmuscheln

Die Schwarza in Thüringen wurde zur Flusslandschaft 2006/2007 gekürt

bDie Schwarza, ein kleiner, aber wildromantischer

Fluss in Thüringen ist jetzt gemeinsam

vom Deutschen Anglerverband und den

NaturFreunden zur „Flusslandschaft des Jahres

2006 / 2007“ ausgerufen worden. Am internationalen

„Tag des Wassers“, am 22. März, wird die

feierliche Proklamation stattfinden. Die Schwarza

steht damit auf der „Liste der offiziellen Jahresverkündigungen

umweltpolitisch relevanter

Aktionen des Jahres 2006“ des Bundesumweltministeriums.

In den Vorjahren seit 2000 wurden

die Gottleuba (Sachsen), die Ilz (Bayern)

und die Havel ausgezeichnet.

Mit der Proklamation der Flusslandschaft

werden landschaftliche Schönheit und bisherige

naturschützerische Leistungen gewürdigt. Natur-

Freunde und Anglerverband wollen die Bevölkerung

auf die ökologische und soziokulturelle

Bedeutung der Flüsse und der sie umgebenden

Landschaften aufmerksam machen. Sie wollen

Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz

von Flusslandschaften und ihrer Lebensgemeinschaften

anschieben und naturnahe Wander-

und Erholungsgebiete fördern.

Das untere Schwarzatal ist eines der ältesten

Naturschutzgebiete Thüringens. In den kühlfeuchten

Schluchtwäldern gedeihen zahlreiche

seltene Pflanzenarten wie Türkenbund, Akelei,

Leberblümchen, Trollblume und Arnika. Hirsche,

Wildschweine, Auerhahn, Eisvogel, Bachneunauge

und Uhu sind dort zu Hause. Die Schwarza

ist außerdem Brut- und Nahrungshabitat der

Wasseramsel, der Gebirgsstelze, und des Eisvogels

sowie Rast- und Durchzugsgebiet des Flussuferläufers,

alles besonders streng geschützte

Arten. Man kann auf gut angelegten und markierten

Pfaden vielfältige Wanderungen unternehmen,

die immer wieder schöne Ausblicke eröffnen.

An den Seitenwänden des Schwarzatals

finden Kletterfreunde gute Möglichkeiten.

Die Angler interessiert die Schwarza vor

allem als Lebensraum des Bachneunauges und

der Westgroppe (Fisch des Jahres 2006). Außerdem

befinden sich dort die wichtigsten Laichgebiete

des Saale-Einzugsgebietes für die bedrohten

Bestände von Bachforelle und Äsche und

des zurzeit in Thüringen noch ausgestorbenen

Lachses. Darüber hinaus gibt es schützenswerte

NATURFREUNDE AKTIV

Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Erbsenmuscheln

und einige in der Roten Liste aufgeführten

Insektenarten.

Mit dem Bau der Talsperre Leibis und des

Pumpspeicherwerkes Goldisthal wurden gewaltige

Eingriffe in die Landschaft am Rande des

Schwarzatales vorgenommen. Eine zielgerichtete

ökologische Begleitung dieser Bauvorhaben und

der schwerpunktmäßigen Einsatz von Mitteln für

Ausgleichsmaßnahmen konnten negative ökologische

Auswirkungen zumindest begrenzen.

Die gewässerökologische Durchgängigkeit der

Schwarza für Fische und im Wasser lebende wirbellose

Kleintiere dürfte nahezu wieder hergestellt

sein.

Es wäre schön, wenn in diesen beiden Jahren

möglichst viele NaturFreunde aus der ganzen Bundesrepublik

die Schwarza-Landschaft im Herzen

Deutschlands entdecken würden. Fachgruppen genauso

wie Ortsgruppen. Die Thüringer haben dafür

schon einige Pläne. Wir werden weiter hier berichten,

was die Schwarza zu bieten hat.c

ECKARD KUHLWEIN · MITGLIED DES

BUNDESVORSTANDS & IM FACHBEIRAT GEWÄSSERÖKOLOGIE

DAS IST DIE SCHWARZA

Quelle: 666m über N.N.

Die Schwarza ist einer der bedeutsamsten

linken Nebenflüsse der Saale in Ostthüringen.

Der etwa 53 km lange Fluss entspringt

in der Nähe von Scheibe-Alsbach in

666 m Höhe. Eingebettet in eine abwechslungsreiche

Mittelgebirgslandschaft, fließt

die Schwarza von ihrer Quelle in der Nähe

des Rennsteigs durch enge Schluchten und

weite Täler mit dichten Nadel- und Laubwaldhängen

bis zur Mündung in die Saale

bei Rudolstadt. Das Schwarzatal gilt als

eines der schönsten Flusstäler des Thüringer

Waldes überhaupt. Aus diesem Grunde

zieht es jährlich Tausende Erholungssuchende,

Wanderer und Angler an.

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 17

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NATURFREUNDE AKTIV

BARFUSSSPASS

Hackschnitzel, Kork, Moos und Laub

Halbzeit im Erlebnisgarten

bEin großes Projekt der NaturFreunde Vaihingen

zusammen mit dem Bürgerforum und

den Bewohnern des baden-württembergischen

Lauchhau und Lauchäckern am Naturfreundehaus

„Am Büsnauer Rain“. Finanziell unterstützt

wurden wir von der Stadt Stuttgart und

der Landesnaturschutzstiftung. In unmittelbarer

Nachbarschaft zum Wohngebiet Lauchhau-

Lauchäcker entstand ein Spielraum für Kinder,

der neue, erlebnisorientierte und alle Sinne ansprechende

Elemente enthält und in bereits vorhandenen

Spielmöglichkeiten integriert wurde.

An drei Samstagen wurde gemeinsam kreativ

gewerkelt. Selbst die Kinder, für die eigentlich

eine gesonderte sozialpädagogische Betreuung

vorgesehen war, waren nicht davon abzuhalten,

mit Schaufeln, Schmirgelpapier oder Farbe beim

Graben, Basteln oder Lackieren zu helfen.

Begonnen wurde mit dem Anlegen eines Barfußpfades:

Ein 14 Meter langer und etwa 1 Meter

breiter Pfad wurde ausgehoben und mit Rundhölzern

in 8 Felder unterteilt. Als Beläge wurden

Holzscheiben, Hackschnitzel, Tannenzapfen,

Moos, Korken, Brettschwarten, Laub und Kieselsteine

eingebracht. Tannenzapfen, Moos und

Laub wurden von den Kindern im Wald gesammelt.

Als weitere Möglichkeit unterschiedliche

Sinneserfahrungen zu erfahren wurden jeweils

fünf Tast- und Riechboxen angefertigt. Sie sind

auf Stützen befestigt, so dass sie für Groß und

Klein mit Hand und Nase zu erreichen sind. Dazu

wurde eine Feuerstelle aus Natursteinen gemauert

– samt überdachtem Holzlager. Die Feuerstelle

soll in Zukunft allen zum Grillen zur Verfügung

stehen. Zum Sitzen um die Feuerstelle

wurden aus zwei Stämmen einige Sitzblöcke herausgesägt.

Vier weitere Holzsitze in kleiner Runde

muten fast wie Designermöbel an.

Die nächste Gruppe befasste sich mit dem

Anlegen eines Sandkastens. Beim Ausheben half

der Minibagger, auf dem alle Kinder mindestens

einmal sitzen wollten. Ein großer Bagger war

zufällig vor Ort und half, zwei tonnenschwere

Baumstämme auf die Wiese zu hieven. Zum

Sandkasten wurden die beiden gewichtigen Gesellen

dann von starken Helfern gerollt. Aus beiden

Stämmen haben wir mit Motorsäge und Äxten

Sitzbänke herausgeschnitten, die auch gleich

eingeweiht und als gemütlich beurteilt wurden.

Noch ist der Erlebnisgarten allerdings nicht

ganz fertig. Im Frühjahr, wenn die ersten warmen

Sonnenstrahlen die Wiese am Naturfreundehaus

getrocknet haben, soll es mit der zweiten

Bauphase weiter gehen. Dann folgen noch ein

Kletterbaum, Balancierstämme und ein Holzarten-Xylophon.

Ein Weidentunnel wird gepflanzt,

die vorhandenen Spielgeräte neu gestaltet und

der Eingang zum Erlebnisgarten wird durch ein

selbst entworfenes Portal sichtbar gemacht. Helfer,

Eltern und Kinder sind immer willkommen

– zum dabei sein und mitarbeiten. Nach der Fertigstellung

des Erlebnisgartens gibt es ein großes

Einweihungsfest. Danach ist er für jedermann

täglich geöffnet. Wir freuen uns auf alle großen

und kleinen Besucher.c WILLIBALD BEUL

NATURFREUNDE VAIHINGEN

Information und Kontakt

Willibald Beul

Telefon (0711) 687 60 08

www.lauchhau.de/erlebnisgarten

Bundesfotowettbewerb 2006 für Dia & digitale Fotografie

Veranstalter NaturFreunde Deutschlands

Ausrichter Landesverband Baden – Fotogruppe Hornberg

Kontaktadresse Gotthard Kassner: Schilteckstraße 13 · 78713 Schramberg

Telefon (07422) 230 40 · foto@naturfreunde.de

vollständige Ausschreibung NaturFreunde Deutschlands

Telefon (030) 29 77 32 -60 · www.naturfreunde.de

Altersklassen I = bis 18 Jahre / II = über 18 Jahre

Wettbewerbsgruppen Gruppe A = freies Thema (freie Bildgestaltung)

Gruppe B = Flusslandschaften

Gruppe C = Experiment

Gruppe D = Serie bzw. Sequenz – freies Thema

Einsendeadressen Dia-Einsendungen: Gotthard Kassner, s.o.

Bilder-CD: Michael Spies; Hoffstraße 32, 66806 Ensdorf/Saar

Einsendeschluss 31. Mai 2006

Ergebnismitteilung Juli 2006

Präsentation 16. September 2006 während der Bundesfototage

Hinweise Bei der Herstellung der Aufnahmen darf nicht gegen geltendes

Recht verstoßen werden (z.B. BNatSchG, BArtSchV)

I Eines der Siegerfotos aus dem Fotowettbewerb 2005 (Jürgen Stichweh)

SEITE 18 NATURFREUNDiN 1-2006

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GIPFELSTÜRMER AUFGEPASST

Mit Sicherheit gut unterwegs

Fachgruppe Bergsteigen bietet breite Qualifizierungspalette

bWie war der Bergsommer 2005? Manchem

mag das nasskalte Sommerwetter die Wochenendtour

versaut haben, andere werden im schönen

Herbst ihr Tourentagebuch erweitert haben.

Einige werden eher auf Unfälle oder Beinahe-Unfälle

zurückblicken. Eine statistische Auswertung

der Unglücke steht noch aus, aber es gab zahlreiche

von den Medien dokumentierte Vorkommnisse

in eher harmlosem Gelände. Nach Laienmei-

nung müsste bei Bergwanderungen und leichten

Bergtouren das Risiko geringer sein. Die Statistiken

sprechen allerdings eine andere Sprache.

Ganz werden sich Bergunfälle sicherlich nie

vermeiden lassen. Eine gute Ausbildung kann

aber Unfälle vermeiden oder ihre Folgen abfedern

helfen. Wer nie gelernt und geübt hat, wie man

sich bei einem derartigen Vorkommnis verhält,

kann im Ernstfall nur auf sein Glück vertrauen.

Wer sich in einer der vielen Disziplinen zwischen

Wandern und Extremklettern betätigt,

sucht dabei in erster Linie Erholung, vielleicht

auch die Erfahrung im Extrembereich. Dafür sind

bestimmte Grundkenntnisse vonnöten. Um diese

zu vermitteln, bietet die Fachgruppe Bergsteigen

auch 2006 ein breit gefächertes Programm an. In

erster Linie sollen Multiplikatoren (Übungsleiter

oder Bergwanderleiter) angesprochen werden.

Sie zeigen alles

In den letzten Jahren wurde leider häufiger festgestellt,

dass die „alten Hasen“ ihre Nachfolger

ohne gründliche Vorbereitung in den Grundkurs

geschickt haben. Nach dem Motto: „Dort zeigen

sie euch alles.“ Soweit das die Feinheiten der

Alpinausbildung betrifft, ist das zutreffend. Doch

vor allem alpine Erfahrung, die bei der Unfallprophylaxe

eine entscheidende Rolle spielt, lässt

sich bei einer Ausbildung nur beschränkt vermitteln.

Um fehlende Erfahrung vorab auszugleichen

können nun auch Übungsleiteraspiranten

an den Fortbildungskursen teilnehmen.

Nach der Skisaison beginnt für viele die Radsaison.

Speziell für bereits ausgebildete Mountainbikeführer

wurde eine Fortbildung konzipiert.

I Ausbildung mit Spaßfaktor: Gleichgewichtsübungen für die Tour im Gebirge

Der parallel dazu geplante Lehrgang ist eine Stufe

darunter angesiedelt. Da Mountainbiketouren

auf Ortsgruppenebene zunehmend Teil der Jahresprogramme

sind, sollten die Betreuer auch

über entsprechende Qualifikationen verfügen.

Bereits im Februar gab es einen Zusatzlehrgang

für Fachübungsleiter Bergsteigen und Ski, in

dem es vor allem um Schnee- und Lawinenkunde

in Theorie und Praxis ging. Im Hochsommer

gibt es die klassischen Bergsteiger-Lehrgänge,

beginnend mit dem Bergwanderleiter. Hier wird

das Führen von Bergtouren auf Wegen, Steigen,

Pfaden und im weglosen Gelände ohne Absturzgefahr

vermittelt. Die Bergwanderleiterausbildung

kann ohne besondere fachliche Vorkenntnisse

absolviert werden und gibt, wie alle Ausbildungen,

fachliche und rechtliche Sicherheit.

Ein erfolgreich absolvierter Grundlehrgang ist

die Voraussetzung für jede weitere Ausbildung

zum Fachübungsleiter Bergsteigen. Hier werden

als Eingangsvoraussetzungen Klettertechnik im

Schwierigkeitsbereich III und Grundkenntnisse

Eistechnik gefordert. Erst nach erfolgreich absolviertem

Grundlehrgang kann man sich für eine

spezialisierende Ausbildung entscheiden. Wie

zum Beispiel zum Fachübungsleiter ‚Hochtouren

NATURFREUNDE AKTIV

Fels und Eis’ (August 2006). Der Aufbaulehrgang

ist aufgeteilt in die Bereiche Kletter- und Eisausbildung.

Wer sich bei den NaturFreunden zum Fachübungsleiter

ausbilden lässt, muss zudem an

einem gesonderten verlängerten Theorie-Wochenende

teilnehmen. Die Teilnahme an diesem

Lehrgang wird auch als Fortbildung anerkannt.

Geprüfte Fachübungsleiter sind nach den Richtlinien

verpflichtet, alle drei Jahre eine Fortbildung

zu machen, um ihre Lizenz zu verlängern.

Vor allem in Ortsgruppen sollte darauf geachtet

werden, dass die aktiven ÜL diese Voraussetzung

erfüllen.

Neu im Ausbildungsprogramm

Eine der Erfolgsgeschichten der letzten Jahre

schrieb die Sportart Nordic Walking. Die im breiten

Feld zwischen gemächlichem Wandern und

schnellem Ausdauerlauf angesiedelte Disziplin

erfreut sich auch bei den NaturFreunden großer

Beliebtheit. Damit auf diesem Gebiet Übungsleiter

mit fundierten Kenntnissen kompetent zur

Verfügung stehen, bietet das Bundeslehrteam einen

zweistufigen Ausbildungskurs ‚Nordic Walking

Trainer’ an. Ein Grundstufenlehrgang wird

im März abgehalten, nach erfolgreicher Teilnahme

kann die Trainerqualifikation im Aufbaukurs

im Juli erworben werden.

Nicht zuletzt sollen die NaturFreunde-Ausbildungen

auch moderne Spielarten der Freizeitbetätigung

in den Bergen abdecken. Dass Erlebnispädagogik

oder Outdoor-Training nicht jedermanns

Sache sind ist unbestritten. Es gibt jedoch

viele Mitglieder, die entsprechende Angebote

gerne annehmen. Für das Jahr 2006 ist deshalb

eine dreistufige Outdoor-Trainer-Ausbildung

vorgesehen, die sich mit den Bereichen Erlebnispädagogik,

Seilgärten und mobile Seilaufbauten

beschäftigt.c RICHARD KIENBERGER

FACHÜBUNGSLEITER BERGSTEIGEN

Informationen und Ausbildungstermine

www.naturfreunde.de

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 19

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NATURFREUNDE AKTIV

QUALIFIZIERUNGSSTRATEGIE

Ein Bett mit Brotzeit reicht nicht mehr

Naturfreundehäuser und Häuserarbeit

bNeue Fachbereichsleitung: Seit einem Jahr

engagieren sich Sven Lanzke (Sachsen-Anhalt),

Fritz Olbrich (Württemberg), Stephan Schenk

(Rheinland-Pfalz) und Harald Peschken (Bundesvorstand

und Fachbereichsleiter) für die Entwicklung,

Probleme und Chancen der Naturfreundehäuser.

Wir haben uns regional aufgeteilt

und 2005 fast alle Landeshäuserkonferenzen besucht

– nicht alle davon waren vergnügungssteuerpflichtig.

Konflikte gibt es immer noch um die

Entwicklungsabgabe – obwohl die Beschlusslage

bis 2005 eindeutig war und auch ab dem ersten

Januar 2006 eindeutig ist!

Aber wir sollten dabei nicht die eigentlichen

Sorgen vieler Häuser vergessen: Rückgang der

Übernachtungen bei steigenden Kosten, Investitionsstau,

Nachwuchsprobleme bei Ehrenamtlichen

etc. Dies sind existenzbedrohende Gefahren.

Hinzu kommt die kommerzielle Konkurrenz,

die zunehmend „klassische“ Gästegruppen

von Naturfreundehäusern abwirbt: Junge Familien,

Schulklassen und Senioren. Und das Internet

eröffnet den Gästen einfache Vergleichsmöglichkeiten.

Das kann ein Nachteil, aber auch ein

Vorteil sein.

Für unsere Häuser bedeutet dies: Wir müssen

professioneller, besser und vor allem schneller

werden. Preiswerte Übernachtungen und Verpflegung

alleine reicht bei weitem nicht mehr.

Auch unsere Gäste wollen einen „Mehrwert“ auf

den Pensionspreis, sonst machen sie woanders

Urlaub. Dies setzt allerdings voraus, dass es diesen

Mehrwert gibt. Unsere Gäste müssen wissen,

wofür Naturfreundehäuser stehen, was sie

von anderen unterscheidet.

Profilbildung auf zwei Ebenen

Hier beginnt unsere gemeinsame Aufgabe – egal

ob es große, kleine, voll- oder teilbewirtschaftete

oder Selbstversorgerhäuser sind. Das Profil

der Naturfreundehäuser muss geschärft werden.

Jedem Interessierten muss sofort klar sein,

was unser Alleinstellungsmerkmal ist. Nur damit

können wir uns vermarkten, können wir uns

eine Chance verschaffen, neue Gäste für uns zu

begeistern. Neue Gäste, die wieder kommen und

neue Gäste mitbringen.

Zum einen müssen wir den gemeinsamen

Nenner aller Naturfreundehäuser finden, ver-

bindlich machen und unsere Angebote danach

ausrichten. Ein Instrumentarium gibt es:

das Leitbild für Naturfreundehäuser und unser

Schwerpunkt „beispielhafter praktischer Umwelt-

und Klimaschutz“. Alle Projekte aus Bundesgruppe

und Landesverbänden gehen in diese

Richtung: ECHT GERECHT, Klimawettbewerb, Einsteigen,

Anbeißen, Klimakampagne oder die Kooperationsvereinbarungen

mit NaturPur.

Zum anderen muss jedes einzelne Haus sein

Profil schärfen, ohne den gemeinsamen Nenner

zu verlassen. Wie und wodurch unterscheidet

sich mein Haus von vergleichbaren Einrichtungen

in der Region? Welche Freizeitangebote,

Services, Verpflegung etc. gibt es nur bei mir?

Hier sind alle Hausverantwortlichen gefragt. Hilfreich

ist es, sich mit anderen Aktiven zu vernetzen:

Forstämter mit umweltpädagogischen Angeboten,

den Sportvereinen, Biobauern oder

Winzern der Umgebung etc. Daraus ergeben

sich grundlegende Fragen: Welche Zielgruppe

hat mein Naturfreundehaus? Bietet das Haus

die Voraussetzungen für sie? Was macht uns für

diese Zielgruppe so besonders? Was kann ich

bieten, was andere nicht haben (wollen)? Und

wie kann ich mein Haus in die gewünschte Richtung

weiterentwickeln?

Hilfestellungen für die Naturfreundehäuser

Der Fachbereich Häuser will Euch bei der Neuausrichtung

begleiten, um gemeinsam die Weichen

für eine sichere Zukunft zu stellen. Wir brauchen

in unserem Verband dafür aber dringend ehren-

und hauptamtliche Kräfte. Engagierte Menschen,

die sich diesen Aufgaben stellen, sich dafür qualifizieren

und ausbilden lassen wollen. Nutzt die

Seminarangebote und beteiligt euch an Projekten.

Wir möchten Euch mit Wissen und Können ausstatten,

damit wir den Herausforderungen gewachsen

sind. Vom 24. bis 26.3.2006 findet bereits

das Seminar „Kinder- und Jugendunterkünfte“

statt (siehe Seminare, S. 27).

Im Moment arbeiten wir zwei Grundlagenseminare

aus. Für größere Häuser (> 30 Betten)

werden wir uns mit Software beschäftigen, die

den Verwaltungsaufwand reduzieren soll. Es

wird um Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht gehen

und die Angebotsentwicklung thematisieren.

Für kleinere Häuser beschäftigen wir uns

mit Fragen zu Pacht- und Arbeitsverträgen, Preisfindungsgrundlagen,

Haushaltsplänen etc. Darüber

hinaus soll aufgezeigt werden, wie sich auch

kleinere Häuser im Internet vermarkten können.

Dazu kommt die Entwicklung der Häuserseiten

unter www.naturfreunde.de und das nächste

Häuserverzeichnis. Packen wirs an!c

STEPHAN SCHENK NFH RAHNENHOF

Unser Vorbild –

die Natur

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Verpflichtung –

die Umwelt

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die Natur ist unser Vorbild.

SEITE 20 NATURFREUNDiN 1-2006

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WIE AUF WOLKEN

Auf Tennisschlägern durch die Winterlandschaft

Vom Ureinwohner zum Hightech-Sportler

bDie Rede ist von der Trendsportart Schneeschuhwandern,

das sich seit einigen Jahren immer

beliebter wird. Schneeschuhe sind das Tor zu

einer neuen Erlebniswelt für Nichtskifahrer. Statt

auf ausgetretenen Wanderwegen läuft man durch

verschneite Wälder, zieht seine Spur über Berge,

die im Sommer von Touristen übervölkert sind.

Im Winter hingegen bieten sie noch ein echtes

Naturerlebnis: rätselhafte Tierspuren im unberührten

Pulverschnee oder Schneekristalle in der

Wintersonne machen das Schneeschuhwandern

so faszinierend.

Schneeschuhgehen kann als gemütliche Genusswanderung,

aber auch als kraftzehrende,

abenteuerliche Sportart für ambitionierte Winteralpinisten

betrieben werden. Das Besondere

an dieser winterlichen Outdoor-Sportart ist, dass

man keine teure Spezialausrüstung benötigt. Die

Technik des Schneeschuhgehens ist ohne große

zeit- und kostenaufwendige Schulung erlernbar.

Auf Tennisschlägern können Gipfelziele erreicht

werden, die früher nur mit ausgefeilter Skitourentechnik

zu bewältigen waren.

Apropos „Tennisschläger”: mit dieser Urform

haben die heutigen Schneeschuhe nichts mehr

gemein. Heute sind die „Tennisschläger” Gestelle

aus Kunststoff, Aluminium und Holz.

Es waren die Ureinwohner Nordamerikas, die

auf die Idee kamen, Gehhilfen aus geflochtenen

Zweigen herzustellen, um ein Einsinken in den

Tiefschnee zu vermeiden. Später ersetzten dann

unter Dampf gebogene Holzrahmen, die mit Tierdärmen

und -sehnen bespannt waren, die ersten

Modelle. Sie ähnelten der Form eines Biberschwanzes

oder eben eines Tennisschlägers, und

waren nur für flaches oder leicht hügeliges Gelände

geeignet. Mit diesen nostalgischen Gerät-

schaften der nordamerikanischen Eskimos und

Trapper, oder auch den Oval-Holzrahmen-Schneeschuhen

der Forstleute und Jäger im Alpenraum

um die Jahrhundertwende haben die heutigen

High-Tech-Modelle nicht mehr viel Ähnlichkeit.

Bei den modernen Schneeschuhen kann man

unter den verschiedensten Typen wählen. Vom

Kindermodell in der klassischen Form mit einfacher

Schlupfbindung über Allround-Geräte mit

Alurahmen und Riemenbindung bis hin zum taillierten

Profischneeschuh mit Kipphebelbindung

und Steighilfen gibt es je nach Körpergewicht,

Können und Verwendungszweck eine breite Palette

unterschiedlicher Untersätze.

Neben den richtigen Schneetretern und einem

Paar Teleskop-Trekkingstöcken ist keine weitere

spezielle Ausrüstung mehr erforderlich. Wie bei

allen Outdoor-Sportarten sind aber auch hier entsprechende

Kleidung und Schuhwerk unerlässlich:

a geeignete Winterschuhe: wasserdichte Trekkingschuhe

oder Bergstiefel aus Leder/Plastik

a wetterangepaßte, atmungsaktive Winterbekleidung

mit Sonnen- und Kälteschutz

a Für Touren ins alpine Steilgelände ist zusätzlich

eine entsprechende Sicherheitsausrüstung

(LVS-Gerät, Schaufel und Sonde) verpflichtend.

Zu beachten ist auch, dass Länge und Schwierigkeit

der Tour der persönlichen Ausdauer und

Fitness angepasst sind. Wer beabsichtigt, auch im

extremeren, alpinen Gelände ohne Bergsteigererfahrung

unterwegs zu sein, der sollte unbedingt

eine entsprechende Ausbildung oder Einweisung

durch erfahrene Schneeschuhgeher oder Bergführer

absolvieren. Insbesondere wichtig, um die

winterlichen alpinen Gefahren, wie z.B. die Lawinensituation,

richtig einschätzen zu können.

Obwohl ich als Bergführer und Skilehrer das

Skitourengehen nicht missen möchte, bin ich

doch zunehmend begeistert vom Schneeschuwandern

und immer öfter auf den „Tennisschlägern“

unterwegs. Das Schneeschuhwandern

gleicht die Belastungen unseres Alltagslebens aus

und verkörpert einen ganzheitlichen Ansatz, der

hilft, sowohl körperliches, als auch geistig-seelisches

Wohlbefinden zu erhalten.c

LUDWIG GINDHART NATURFREUNDE KEMPTEN,

BUNDESFACHGRUPPE BERGSTEIGEN

PROFI-TIPPS

NATURFREUNDE AKTIV

Grundanforderungen

an Schneeschuhe

a geringes Gewicht bei größtmöglicher

Festigkeit (= Torsionssteifigkeit)

a bruchfestes Material (hochwertiges

Aluminium oder Kunststoff)

a Grundfläche vereisungssicher, nicht

stollend

a Größe (= Länge und Breite) muss auf

das Körpergewicht abgestimmt sein

a bruchsichere, verstellbare Bindung und

für den jeweiligen Schuhtyp geeignet

a uneingeschränkte Fersenfreiheit und

Führungssicherheit auch bei seitlicher

Belastung im Steilgelände

a integrierte Harschkrallen aus Stahl

(nicht Blech!) ist ein Muss für harte

Hänge; seitliche Harschkrallen sind im

Steilgelände von Vorteil

Schon beim Kauf sollte der Einsatzrahmen

berücksichtigt werden: für sanftes Gelände

bzw. tiefen Schnee sind Modelle mit

großflächiger Auflage zu bevorzugen. Für

steiles alpines Gelände bzw. wechselnde

Schneearten sind eher kleinere Geräte mit

Wespentaille und Plattenbindung geeignet.

Der Preis für ein paar gute Schneeschuhe

liegt bei ca. 200 bis 300 Euro.

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 21

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NATURFREUNDE AKTIV

I Waldemar von Knoeringen zu Besuch bei der Familie von Hannsheinz Bauer (links)

ZEITSPRUNG

Hannsheinz Bauer (1909 – 2005)

Einer der Väter unseres Grundgesetzes und leidenschaftlicher Naturfreund

bAm 18. Juli 2005 verstarb Hannsheinz Bauer

in Würzburg im Alter von 96 Jahren das Ehrenmitglied

der NaturFreunde Bayern und der

Ortsgruppe Würzburg. Mit Bauer starb auch das

letzte Mitglied des Parlamentarischen Rates, der

von 1948 bis 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik

schuf und dem westdeutschen Teilstaat

unter der Oberaufsicht der Besatzungsmächte

seine Verfassung gab.

Am 28. März 1909 in Wunsiedel in Oberfranken

geboren, lebte Bauer seit seinem zweiten

„DIE WÜRDE DES

MENSCHEN IST

UNANTASTBAR.

SIE ZU ACHTEN UND

ZU SCHÜTZEN IST

VERPFLICHTUNG ALLER

STAATLICHEN GEWALT.“

(GRUNDGESETZ, AI., ART. 1, ABS. 1)

Lebensjahr in Würzburg. Nach dem Abitur am

Realgymnasium begann er ein Jurastudium, das

er nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten

nicht beenden konnte. Als Funktionär

der sozialistischen Studentenschaft, seit

1931 SPD-Mitglied, Vorsitzender der Ortsgruppe

Würzburg des Deutschen Republikanischen Studentenbundes

und in den Augen der Nationalsozialisten

„Halbjude“ wurde ihm die Ausbildung

verwehrt. 1939 wurde er nach einer Denunziation

wegen abfälliger Äußerungen über Hitler verhaftet.

Nur knapp entging er der schon vorbereiteten

„Einweisung“ in das KZ Dachau. Stattdessen

gelang es ihm, als Soldat das Regime

und den Krieg zu überleben. Aus amerikanischer

Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, gehörte Bauer

zu denen, die die SPD in Unterfranken wieder

aufbauten. Eine berufliche Anstellung fand

er ab 1946 im Rechtsreferat der Stadtverwaltung

Würzburg. Als Mitglied der Bayerischen Verfassungsgebenden

Landesversammlung, die ab 30.

Juni 1946 tagte, und des Bayerischen Landtags

vom Dezember 1946 bis 1953 bestimmte Bauer

die Geschicke seines Bundeslandes in den Aufbaujahren

mit.

Bauer hatte sich bald einen Namen gemacht,

so dass er zu den SPD-Vertretern gehörte, die

der bayerische Landtag in den ab 1. September

1948 bis 23. Mai 1949 tagenden Parlamentarischen

Rat zur Ausarbeitung des Grundgesetzes

entsandte. Auch im Bundestag, dem Bauer von

1953 bis 1972 angehörte, blieb er seinem Fachbereich

treu: er war in dieser Zeit ordentliches

Mitglied des Ausschusses für Rechtswesen und

Verfassungsrecht bzw. des Rechtsausschusses

und dazu 1961 bis 1969 Mitglied des Ausschusses

für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsord-

nung. Auch auf europäischer Ebene konnte Bauer

seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen:

1958 bis 1973 Mitglied der Beratenden Versammlung

des Europarates und der Versammlung der

Westeuropäischen Union. Aus seinen internationalen

Erfahrungen ergab sich auch der stellvertretende

Vorsitz der deutsch-französischen Parlamentariergruppe

der Interparlamentarischen

Union. Noch am Tage seines Todes konnte man

in der „Main Post“ lesen, dass er sich für eine

Änderung des Grundgesetzes aussprach, um Blockaden

der Politik über den Bundesrat künftig

zu verhindern.

Seine Begeisterung für die Natur und das

Wandern in den Bergen, das für ihn Entspannung

und zugleich Tanken neuer Kräfte für seine

parlamentarische Arbeit war, haben ihn 1952 zu

den NaturFreunden geführt.

Während seines politischen Wirkens in Landtag,

Bundestag und Europarat war er immer auch

ein Streiter für Natur- und Umweltschutz. Durch

seinen Einsatz für den Erhalt einer intakten Umwelt

hat er sich unschätzbare Verdienste erworben,

was in der Übertragung der Ehrenmitgliedschaft

des Landesverbandes Bayern und der Ortsgruppe

Würzburg Würdigung fand.c [NW]

Quellen: Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der

Friedrich-Ebert-Stiftung · www.fes.de

[Der Naturfreund (Bayern), Ausgabe 3-2005]

O-TON 2004

Ausgehöhltes

Grundgesetz

„Man feiert das Grundgesetz gern als die freiheitlichste

Verfassung, die es je auf deutschem Boden

gab. Solches Lob sollte jedoch nicht von der Tatsache

ablenken, dass es schon dermaßen ausgehöhlt

ist, dass man von einer funktionierenden

parlamentarischen Demokratie (…) kaum mehr

reden kann (…).

Eine der schmerzlichsten Erfahrungen eines

Langlebigen ist es, dass die Menschen aus der

Vergangenheit keine Erkenntnisse ableiten. (…)

Das Wählervolk wurde jahrelang zum Beispiel

mit der Floskel von den „Selbstheilungskräften

des freien Marktes“ gefüttert; doch diese These

ist inzwischen schon seit Jahren durch die Massenarbeitslosigkeit

gründlich widerlegt. Weiterhin

zeigt aber die Politik eine Tendenz, den Kündigungsschutz

abzubauen, flächendeckende Tarifverträge

zu behindern oder Sonderleistungen

über die Vertragslage hinaus einzustellen.

Im Rahmen einer ungebremst freien Marktwirtschaft

mit Rationalisierung, laufenden Fusionen

und Ausnutzung der Billiglohnländer im Bereich

der EU-Erweiterung und Globalisierung ist keine

Schaffung neuer Arbeitsplätze zu gewärtigen, sondern

Vernichtung bestehender Arbeitplätze, Massenentlassungen,

auch wenn die Gewinne bei

Konjunkturbelebung ansteigen...“.

(HANNSHEINZ BAUER IN: OSSIETZKI 14/2004,

WWW.SOPOS.DE)

SEITE 22 NATURFREUNDiN 1-2006

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KALENDERBLATT

Prestigeobjekt Frau

Gerät der internationale Weltfrauentag in Vergessenheit?

bBöse Zungen behaupten, es gebe in

Deutschland so viele Frauenzeitschriften, wie es

Frauen gibt. Eine jedenfalls – Frauenzeitschrift –

heißt Lisa. Lisas Auflage pegelt um die 150.000

Stück. In einer „representativen“ Umfrage hat Lisa

die Lage der Nation erkundet: Fast 75 Prozent

aller Deutschen denken an den Muttertag. Der

Internationale Frauentag dagegen scheint in Vergessenheit

geraten.

Dabei hat der 8. März als internationaler Frauentag

eine Geschichte und Aura, die Alice Schwarzer

und Co. allenfalls als luxoriöse Randerscheinung

des 20. Jahrhunderts erscheinen lässt. Blut

und Schweiß, Tränen und Jubel, verlorene Kämpfe

und siegreiche Schlachten – anders als der

Muttertag steht der Internationale Frauentag für

die Emanzipation des angeblich so schwachen

Geschlechtes.

Warum der internationale Frauentag gerade

auf den 8. März gelegt wurde, ist umstritten. Einige

Quellen geben an, dass der Tag ursprünglich

an den erbitterten Textilarbeiterinnen-Streik

von 1857 in New York erinnern sollte. Anderen

Quellen zufolge soll an 129 Arbeiterinnen erinnert

werden, die im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen

am 8. März 1908 in New York ihr

Leben ließen. Aus Protest gegen katastropha-

PARALLELWELTEN

Zetkins Waldheime

Clara Zetkin hatte Anfang des zwanzigsten

Jahrhunderts eine Idee, die den Naturfreunden

sehr bekannt sein dürfte:

Sie gründete mit ihrem Mann und anderen

Genossen nahe Stuttgart ein Waldheim.

Zetkin gedachte unterbemittelten

Arbeitern so eine Gelegenheit zu schaffen,

aus häuslicher Armut der stickigen Stuttgarter

Kessellage zu entfliehen. Erholung

nicht unter Aufsicht. Nach Zetkins Vorbild

folgten andere Waldheime, etwa in Heslach.

Das Klientel stand der Waldheime

dem kommunistischen Teil der Arbeiterbewegung

nahe.

le Arbeitsumstände waren sie in Streik getreten.

Der Firmeninhaber reagierte prompt: Um

zu verhindern, dass der Streik auf andere Belegschaften

überspringt, ließ er die Frauen von

den Aufsehern in der Fabrik einsperren. Nachts

brach ein Brand in dieser Textilfabrik aus. Offiziell

wurde die Ursache nie geklärt. 129 Arbeiterinnen

konnten vor den Flammen nicht mehr

fliehen.

Ein Jahr später jedenfalls organisierten die

Frauen in Manhatten einen „Frauenkampftag“:

Am letzten Februarsonntag 1909 wurden Frauenveranstaltungen

organisiert – etwa zur „Propagierung

des Frauenwahlrechts“ oder zur „Propagierung

der sozialistischen Ideen“. Wieder streikten

20.000 Näherinnen in New York, wieder waren

gerade Tausende verhaftet worden. Doch diesmal

war es anders: Zum ersten Mal mussten die

Unternehmer nachgeben.

Achtstundentag, gleicher Lohn für gleiche Arbeit,

Urlaub für Schwangere sowie die Gleichstellung

der Frau im Arbeitsschutzgesetz – in

Deutschland machte sich mit solchen Forderungen

Clara Zetkin Ende des 19. Jahrhunderts

zur „Speerspitze“ der Frauenbewegung. In der

SPD gehörte sie, zusammen mit ihrer Freundin

Rosa Luxemburg, wortführend zum revolutionären

linken Flügel. Die Sozialistin setzte sich

schließlich auf der „II. Internationalen Sozialistischen

Frauenkonferenz“ am 27. August 1910 für

die Einführung eines jährlichen Internationalen

NATURFREUNDE AKTIV

Frauentages ein. 100 Delegierte aus 17 Ländern

stimmten in Kopenhagen zu.

Der erste internationale Frauentag fand dann

am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich,

der Schweiz und den USA statt. Erst

1921 beschloss die „2. kommunistische Frauenkonferenz“

fortan den Frauentag am 8. März zu

feiern. Die Nazis verboten ihn. Doch schon 1946

fanden in der sowjetischen Besatzungszone wieder

Feiern zum Frauentag statt. Und das sollte

sich auch nicht mehr ändern: Flächendeckend

wurden die Frauen in den sozialistischen Ländern

aufgefordert, die gesellschaftliche Befreiung

der Frau zu feiern. Die hat es ja in Teilbereichen

gegeben. Im Machtapparat blieb die Frau zwar

ausgesperrt. Doch dank Kinderbetreuung war

es für Frau in der DDR beispielsweise selbstverständlich

zu arbeiten. Selbstbewußt bezeichnete

sich Frau Traktoristin als „Traktorist“.

Im Westen war das völlig anders. In den

Wirtschaftswunderjahren gab es den 8. März als

Frauentag nicht. „Sozialstaat“ oder die Zementierung

der „Sozialpartnerschaft“ – die Familie

wurde mit ihrer klassischen Rollenverteilung

als Kern der Gesellschaft gepriesen. Das änderte

sich erst in den 80-er Jahren. Frauen entdeckten

den 8. März neu, um auf Ungleichbehandlungen

hinzuweisen. Themen wie die Rechte von Ausländerinnen,

die Diskriminierung von homosexuellen

Lebensweisen und die Frauenrechte im

europäischen Kontext werden aufgegriffen. Ein

Höhepunkt war 1994 der FrauenStreikTag, als

mehr als eine Million Frauen bundesweit gegen

Diskriminierung protestierten.

Und dann kam zuerst die neoliberale Politik,

die Lebensrisiken immer mehr ins Private verlagerten.

Entsprechend problembelastet ist heute

das Leben in der Familie. Danach kam mit Angela

Merkel erstmals eine Frau an der Spitze der

Bundesrepublik. Braucht man da noch einen

Frauentag?c STEFFI REICHEL

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 23

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FEST GESETZT

kurz notiert

103 Jahre alt und

85 Jahre Naturfreund

Der älteste NaturFreund – zumindest in

Rheinland-Pfalz – feierte seinen 103. Geburtstag.

Karl Weber erzählte mit Scharfsinn

und Ironie aus seinem Leben, wobei

immer noch der alte Kämpfer zu erkennen

ist. Sein Interesse an der Natur machte ihn

in jungen Jahren zum Gründungsmitglied

der NaturFreunde Edenkoben, wo er sich

später maßgeblich am Bau des Naturfreundehauses

Sauermilchtälchen beteiligte.

Darüber hinaus war er in der SPD und der

Holzarbeiter-Gewerkschaft aktiv. Zu seinem

Ehrentag überbrachten ihm die Landesvorsitzende

Doris Barnett und der Ehrenvorsitzende

Rudi Klug die Grüße aus

Landesverband und Bundesgruppe mit

einem großen Strauß roter Nelken. Wir

wünschen ihm weiterhin eine stabile, körperliche

und geistige Verfassung, um uns

noch viel aus seinem Arbeitsleben erzählen

zu können.c RUDI KLUG

EHRENVORSITZENDER DER NATURFREUNDE

DEUTSCHLANDS

Wir machen die

Politik von morgen!

„Kinder reden – Erwachsene hören zu“.

Die Naturfreundejugend führt in Kooperation

mit der Stadt Duisburg vom 25. bis 28.

Mai 2006 den Kindergipfel 2006 durch.

Zur Teilnahme eingeladen sind ca. 100 Kinder

und Jugendliche zwischen 12 und 15

Jahren aus Jugendgruppen, Agenda 21-Initiativen,

Jugendparlamenten und Jugendverbänden.

Anmeldeschluss ist der 31. März

2006.

Was Politiker und Beobachter immer

wieder erstaunt: Kinder und Jugendliche

zwischen 12 und 15 Jahren wissen genau,

was sie wollen: Auch ohne eigenes Wahlrecht

mit ihren Fragen und Forderungen

gehört werden. In Duisburg wollen die jungen

Politikbegeisterten prüfen, ob die Politiker

den Zukunftsvertrag des Kindergipfels

2004 umgesetzt haben. Die Veranstaltung

wird im Kinderpressezentrum im Internet

und in einer Zeitung dokumentiert.

Die Naturfreundejugend verschafft Kindern

und Jugendlichen mit dem Kindergipfel

die Gelegenheit, ihre Ängste, Wünsche

und Bedürfnisse öffentlich zu artikulieren.

Der Kinderrat hat folgende Themen beschlossen:

Gewalt, Behinderte Menschen,

Europa, Tierschutz, Bildung und Schule,

Drogen, Arm und reich in Deutschland,

Krieg und Frieden, Energie und Umwelt sowie

Kinderrechte. Zu den Themen gibt es

Workshops, in denen die Teilnehmer und

Teilnehmerinnen ihre Forderungen an die

Politik erarbeiten.c ANSGAR DRÜCKER

NATURFREUNDJUGEND

Informationen & Ausschreibung

www.kindergipfel.de

Naturfreundejugend Deutschlands

Haus Humboldtstein · 53424 Remagen

Telefon (02228) 94 15 -0

info@naturfreundejugend.de

Wandern gegen die

Energiekrise

Im Rahmen der NaturFreunde-Klimakampagne

bieten die Rüsselsheimer Natur-

Freunde in diesem Jahr jeden letzten Sonntag

im Monat Wanderungen zu Standorten

Erneuerbarer Energien an. Vormittags

werden Betriebe besichtigt und alternative

Energiequellen unter die Lupe genommen,

nachmittags wird im Gebiet gewandert.

Den Auftakt macht am 29. Januar 06

die ‚Inek-Solar-AG’ in Bischofsheim. Es folgen

die Besichtigung einer Pelletsheizung

in Idstein (26. Februar), der Windpark Lettweiler

Höhe (26. März), das Müllheizwerk

in Darmstadt (23. April) und eine Fotovoltaik-Anlage

in Bürstadt am 28. Mai. 6 weitere

Energie-Wanderungen gibt es bis Ende

November. Ein schönes Beispiel für die

praktische Umsetzung der Klimainitiativen

der NaturFreunde. „Die Erde heizt sich auf,

die Ressourcen sind erschöpft“ so Friedel

Schmidt, der das Programm zusammen

mit seiner Frau Doris ausgearbeitet hat.

Gäste sind immer willkommen.c

PETER STROBEL

Weitere Informationen

Friedel Schmidt · Telefon (06142) 531 52

www.naturfreunde-ruesselsheim.de

Einsteigen:

naturfreundlich unterwegs!

„Klimaschutz jetzt“ Unter diesem Motto

bieten die NaturFreunde Hof im Jahr 2006

eine Veranstaltungsreihe an. Bereits von

Januar bis März fanden Vorträge und Seminare

rund ums Energiesparen und die

Auswirkungen für die Region Oberfranken

durch den Klimawandel statt. „Klimaschutz

als Voraussetzung für die Zukunft

unserer Kinder“ lautete der Titel eines Vortrags

am Jahresanfang. Ab dem 13. Mai beginnt

eine Wanderreihe, die sich dem Klimaschutz

auf praktische Weise nähert: In

fünf Etappen wurde der neue „Rings-um-

Hof-Weg“ erarbeitet und dabei besonders

auf die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln

geachtet. Auf jeder Etappe

werden Betriebe besichtigt, die Beschäftigung

in der Region sichern bzw. besonders

ökologisch sind. Ein weiteres Schmankerl

wird die familien- und kindertaugliche

„Tour de Energie“ am 3. Oktober sein. Eine

Gemeinschaftswanderung mit den NaturFreunden

Plauen zu regenerativen Energiequellen

(Wind, Sonne, Wasser) mit Einkehr

zur Brotzeit auf einem Bauernhof mit

Hofladen und Bioheizung (Holz). Ein nachhaltiger

Beitrag im Klimanetzwerk der NaturFreunde.

Nicht umsonst sind die NaturFreunde

Hof ein Preisträger im europäischen

Wettbewerb zum nachhaltigen Tourismus

(s. S. 11).c [NW]

Auskunft & Anmeldung

Hans Köppel · Telefon (09281) 667 26

koeppel.hans@freenet.de

8. Deutscher Seniorentag

Naturfreunde machen mit

„Alter als Chance” ist das Motto des Seniorentages

vom 16. bis 18. Mai 2006 in der

Köln-Messe, das in vielfältiger Form, in

Workshops und Foren beleuchtet wird. Die

NaturFreunde sind in zwei Foren vertreten:

Die Naturfreunde Düsseldorf werden im

Forum D „Alter als Chance für innovatives

Engagement“ ihre Mitwirkung in der Bürgerinitiative

gegen den Bau der Stadtautobahn

404 vorstellen. Karin und Peter Kuhn

werden im Forum F die NaturFreunde unter

dem Titel „Wandern bewegt Körper,

Geist und Seele” vorstellen.c [NW]

Programm & Informationen

BAGSO · Bundesarbeitsgemeinschaft der

Seniorenorganisationen

Eifelstr. 9 · 53119 Bonn

Fax (0228) 24 99 93 20

Dank an die Spender

Wieder sehr erfolgreich lief die Nepal-

Spendenaktion des Referats Auslandsbergfahrten

der NaturFreunde 2005. Nachdem

schon im November 1.894 Euro an das

Waisenheim von ‚Child Haven’, Nepal,

weitergeleitet werden konnten, konnten

nun im Januar auch die gespendeten 1.300

Euro der ‚Free Clinic’ im Kathmandu-Tal

übergeben werden. Die Spende sichert der

Klinik die kostenlose Abgabe von Medikamenten

an bedürftige Patienten für ein

Vierteljahr. Herzlichen Dank an alle, die

gespendet haben!c ULRICH FRIEBEL

BUNDESREFERENT AUSLANDSBERGFAHRTEN

EU-Kampagne Nachhaltige

Energie für Europa

Mit dem Ziel, die Energielandschaft in Europa

zu verändern und das Bewusstsein für

den intelligenten Einsatz von Energie zu

fördern führt die Europäische Kommission

von 2005 bis 2008 die Kampagne ‚Sustainable

Energy Europe’ durch. Mit unserem

Klimanetzwerk sind wir Natur-

Freunde Deutschlands nun offizieller Partner

dieser Kampagne. Damit sind wir Teil

eines europäischen Netzwerks zum Schutz

des Klimas durch Reduktion von Treibhausgasen

und der Förderung der Erneuerbaren

Energien.

Weitere Informationen:

www.sustenergy.org

Netzwerk Weitwandern

Europaweites Verzeichnis

Die Homepage www.netzwerk-weitwandern.de

wurde als wichtigstes Internetportal

für Fernwanderer in Europa ausgezeichnet.

Dort sind sämtliche Fernwanderwege

in Deutschland, Schweiz, Österreich,

Großbritannien und Spanien verlinkt. Frankreich

und die Niederlande sollen bis zum

Frühjahr 2006 ebenfalls vollständig sein.

Ein empfehlenswerter Internet-Tipp für

alle, die Informationen über bestimmte

Wandergebiete und alle touristischen Eigenheiten

suchen.

Der Verein Netzwerk Weitwandern e.V. ist

Gastmitglied in der Europäischen Wandervereinigung,

Kontakte zu den NaturFreunden

und anderen Wanderverbänden beste-

SEITE 24 NATURFREUNDiN 1-2006

NFDmagazin200601_P.indd 24 13.02.2006 11:38:44 Uhr


hen ebenfalls. Zwar organisiert das Netzwerk

keine Wanderungen für Dritte und

betreut keine Wandergebiete, aber es ist

ein Interessensvertretung und ein Zusammenschluss

von Weitwanderern, die ihre

Erfahrungen austauschen und über unbekannte

Wandermöglichkeiten in ganz Europa

informieren wollen.c [NW]

Informationen & Kontakt

Dr. Lutz Heidemann

Telefon (0209) 39 46 94

heidemann.lutz@t-online.de

www.netzwerk-weitwandern.de

Wer beobachtet die

erste Apfelblüte?

„Planet Wissen“, ein TV-Wissensmagazin

von SWR und WDR, beobachtet in diesem

Jahr zusammen mit seinen Zuschauern

den Beginn der Apfelblüte in Deutschland.

Dafür sucht die Sendung im Rahmen einer

groß angelegten Aktion „Apfelblütenland“

ehrenamtliche Naturbeobachter in allen

Naturräumen Deutschlands. Sie sollen den

Beginn der Apfelblüte an „Planet Wissen“

melden. Einfach Mitmachen und nach

einem Apfelbaum in der Nähe Ausschau

halten: Wenn sich die ersten Blüten öffnen,

dann melden die Naturbeobachter dies

noch am gleichen Tag per E-Mail an die

Redaktion. Die Apfelblüte verläuft je nach

Region zwischen Ende März am Oberrhein

und Ende Mai.

Auf einer Landkarte im Internet wird das

Voranschreiten der Blüte dokumentiert.

Besonders interessant sind Meldungen von

Apfelbäumen, von denen der Standort mit

geografischen Koordinaten und Meereshöhe

genau bekannt ist. Die Redaktion sucht

daher auch nach Naturbeobachtern, die

eine genaue Positionsbestimmung „ihres“

Apfelbaums vornehmen. Die gesammelten

Daten werden an Klimaforscher und Phänologen

von der TU München und der Landesanstalt

für Umweltschutz in Baden-

Württemberg weitergegeben. Diese können

aus der Kenntnis des genauen Beginns der

Apfelblüte Rückschlüsse auf Klimaveränderungen

in den vergangenen Jahrzehnten

ziehen. Naturbeobachtung ist eine für die

Klimaforschung wichtige, aber in Deutschland

leider nur zurückhaltend betriebene

Wissenschaft. Es fehlt an ausgedehnten

Beobachternetzen. Die Teilnehmer liefern

den Klimaforschern nicht nur wertvolle

Informationen, sondern bekommen auch

die Chance, als Hobby-Phänologen kontinuierlich

in die Forschung einzusteigen.

c

Weitere Informationen

www.planet-wissen.de

Auftakt: „Planet Wissen“, 27.3.2006,

„Frühling – das große Erwachen“

Sendezeiten: SÜDWEST Fernsehen, 14 Uhr,

WDR Fernsehen, 15 Uhr, BR-alpha, 16.15

Uhr, jeweils montags bis freitags.

Regionaltypisch Essen

für ein gutes Klima

Zumindest dem aufgeklärten Zeitgenossen

sind die typische Energie- und Klimasünden

bekannt. Hat jener Zeitgenosse aber

schon einmal etwas von regionaltypischen

Produkten gehört? Typisch: Der Begriff ‚regionaltypische

Produkte’ ist ungefähr so

sinnlich, wie ‚Rechtsbehelfsbelehrung’. Dabei

stecken tatsächlich sinnliche Sachen

dahinter: Köstliche Äpfel aus dem Alten

Land, Forellen nach „Bäuerinnen Art“ oder

die Eierschecke. Aber was haben diese mit

Klimaschutz zu tun?

Vorab: Lamm aus Neuseeland, Wein

aus Südafrika oder Äpfel aus Chile können

auch sehr lecker sein. Die Köstlichkeiten

haben aber einen entscheidenden Nachteil:

Eine extrem schlechte Energiebilanz.

Schließlich kosten sie – bevor sie auf die

Ladentheke kommen – tausende Transportkilometer

in Kühl-LKWs oder Flugzeugen.

Man bezahlt also teures Geld für einen

höheren Treibstoffverbrauch und die Aufrechterhaltung

der Kühlketten.

Das ist bei den „regionaltypischen“ anders.

Kurze Wege bedeuten wenig Sprit,

weniger Zeit, weniger Kühlenergie. Wer

sich mit „regionaltypischem“ auseinander-

setzt, kommt nicht umhin, sich mit den

Jahreszeiten auseinanderzusetzen. Das engt

die Vielfalt der Zutaten etwas ein – nicht

aber die Vielfalt an Gerichten. Mit dem Geschmacksnerv

gesprochen: Warten wir lieber

auf das „Energiespargemüse“ – Glühbirnen

sind nicht nur teuer, sie haben auch

ein Geschmäckle. Es muss ja nicht gleich

die Revolution im Vorratsschrank ausbrechen

– ein kritischer Blick auf das Herkunftsland

sind ein guter Anfang.c [NW]

Veranstaltungstipp

„Anbeißen bei Luise”, siehe Reisezeit S. 26

Reisepavillon –

Die Messe für anderes Reisen

Der diesjährige Reisepavillon, eine alljährlich

in Hannover stattfindende alternative

Reisemesse beschäftigte sich am ersten Februar-Wochenende

mit den Themenschwerpunkten

„Naturlandschaften in Deutschland

und Europa“ sowie „Nachhaltige Klassenfahrten“.

Deutlich in der Überzahl waren daher

öffentlich geförderte Stände vor allem

der National- und Naturparke in Deutschland;

für kommerzielle Anbieter scheint die

inzwischen schon traditionelle Veranstaltung

hingegen an Bedeutung verloren zu haben.

Die NaturFreunde waren mit einem Stand

des Regionalverbands Nord vertreten, an

dem auch die Naturfreundehäuser sowie

der druckfrische „Katalog 2006“ der Naturfreundejugend

Deutschlands präsentiert

wurden. Gleich nebenan stellte die Naturfreunde

Internationale grenzüberschreitende

Landschaften aus ganz Europa vor. Im

Rahmen des Reisepavillons fand die Gründung

eines gemeinsamen Netzwerks aller

bisherigen Landschaften des Jahres der NFI

statt. NFI-Generalsekretär Christian Baumgartner

erläuterte Bundesumweltminister

Sigmar Gabriel, der den Reisepavillon eröffnete,

bei einem Standbesuch die Idee

dieser neuen Initiative.

Bereits zuvor hatte der Bundesleiter der

FEST GESETZT

Naturfreundejugend, Kai Niebert, die Chance

genutzt, Bundesumweltminister Gabriel

den druckfrischen neuen Erlebnisbogen

„Wasser“ der Aktion Umweltdetektiv zu

überreichen, der nicht nur für Kindergruppen,

sondern auch für Klassenfahrten hervorragend

geeignet ist. Auf einer Podiumsdiskussion

zum Thema Nachhaltige Klassenfahrten

wurden auch die Angebote der

Naturfreundejugend Deutschlands und der

Naturfreundehäuser vorgestellt. Die Naturfreundejugend

Niedersachsen präsentierte

am Stand ihr Projekt „Einfach Klasse“ mit

Komplettangeboten für Klassenfahrten mit

den Schwerpunkten Erlebnispädagogik und

Umweltbildung.c ANSGAR DRÜCKER

WIR TRAUERN

Bernhard

Heilmann

* 15. April 1926

† 15. November 2005

Die NaturFreunde Gummersbach

trauern um ihren langjährigen treuen

Weggefährten, der im Alter von

79 Jahren von uns gegangen ist.

Bernhard, geboren in Hassfurt am

Main, entstammt einer alten Naturfreundefamilie.

Seine Hobbys waren

die Fotografie, Reisen und vor allem

das Wandern.

Aus beruflichen Gründen kam er

1949 ins Oberbergische und wurde

Mitglied unserer Ortsgruppe. 1951

heiratete er und gründete seine Familie.

Wir haben Bernhard viel zu

verdanken. Er arbeitete unermüdlich

gemeinsam mit seiner Ehefrau

Ruth im Naturfreundehaus. Von

1973 bis 1996 war er unser Wanderführer.

Sehr viele schöne und interessante

Wanderungen haben wir

ihm zu verdanken. Als Anerkennung

für die 50-jährige Mitgliedschaft

überreichten wir Bernhard im Jahre

2000 das Goldene Vereinsabzeichen.

Wir werden Bernhard stets in

bester Erinnerung halten.c

GEORG KRAUSE & KURT EULENHÖFER

NATURFREUNDE GUMMERSBACH

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 25

NFDmagazin200601_P.indd 25 13.02.2006 11:38:58 Uhr


FEST GESETZT

Reisezeit

31.3.2006

Anbeißen bei Luise

Veranstalter: NF Nienburg

Leckeres aus der Region ist Klimaschutz,

der durch den Magen geht. Mai – September,

Freitags 18.30 Uhr.

Kosten: jew. zwischen 6-12 Euro/Mahlzeit

Auskunft & Anmeldung:

Naturfreundehaus Luise Wyneken

Telefon (05021) 2812 oder

NFH-Nienburg@t-online.de

15.-22.4.2006

Skifreizeit für Familien

und Singles über Ostern

Veranstalter: Skischule Stuttgart

Clavadeler Alp am Jakobshorn/Davos

Kosten: Erwachsene Mitglieder 375 Euro/

Gäste 425 Euro, Kinder bis 12 Jahre 240 Euro/265

Euro (zzgl. Skilifte & Bergbahnen)

Leistungen: ÜN/HP in Mehrbettzimmern,

Ski-/Freizeitbetreuung, Gepäcktransport.

Anreise indiv.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Skischule Stuttgart

Paprikastraße 28a · 70619 Stuttgart

Telefon (0711) 479 04 14

Fax (0711) 470 55 84

kontakt@naturfreunde-schneesport.com

www.naturfreunde-schneesport.com

15.-22.4.2006

Familienfreizeit über Ostern

Veranstalter: Skischule Stuttgart

Im Heuberghaus, Hirschegg/Kleinwalsertal

Kosten: Erwachsene Mitglieder 233 Euro/

Gäste 253 Euro, Kinder bis 14 Jahre 177 Euro/188

Euro; bis 17 Jahre 185 Euro/195 Euro

(zzgl. Liftkosten)

Leistungen: ÜN/VP in Mehrbettzimmern,

tlw. Ski- und Snowboardbetreuung. Anreise

individuell.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Skischule Stuttgart, s.o.

21.-23.4.2006

Grenzenlos – gemeinsam auf Tour!

Veranstalter: NF Sachsen, OG Löbau, NF

Jablonec

Deutsch-Tschechisches NF-Treffen in Jablonec

n.N.

Kosten: ca. 40-50 Euro

Leistungen: ÜN, Verpflegung, Programm

Anmeldeschluss: 28.2.2006

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Sachsen · Jörg Schwarze

Heckenweg 15 · 01257 Dresden

Telefon (0173) 368 65 86 · bergfrei@aol.com

1. Mai

Der Erste Mai ist ein gesetzlicher Feiertag

in vielen Ländern. Er wird auch als

Kampftag der Arbeiterbewegung, Tag

der Arbeit oder Maifeiertag bezeichnet.

Traditionell beteiligen sich viele Natur-

Freunde-Ortsgruppen und Landesverbände

an Kundgebungen und Maimärkten.

Und in der Nacht vom 30. April zum

1. Mai wird vielerorts der Tanz in den

Mai gefeiert.

10.-20.6.2006

Senioren-Freizeit in Maria Alm

Veranstalter: NF Baden

Kosten: Mitglieder 480 Euro, Gäste 515 €,

EZ-Zuschlag 70 €, Buskosten p.P. 90 €

Leistungen: Hin- & Rückreise, Hotel: 9 x

ÜN/VP, 1x ÜN/HP mit Bad o. Dusche/WC/

TV/Telefon, Programm, Betreuung, Insolvenz-,

Reisehaftpflicht-, Reiseunfall-, Auslandskrankenvers.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Baden

Alte Weingartener Str. 37 · 76227 Karlsruhe

Telefon (0721) 40 50 96 · Fax 49 62 37

17.-24.6.2006

Durch Fichtelgebirge und

bayerisches Vogtland

Veranstalter: NF Baden

Wanderungen ohne Gepäck.

Kosten: Mitglieder 545 Euro, Gäste 575 Euro,

EZ-Zuschlag 85 Euro

Leistungen: Busreise, 8x ÜN/HP mit DU/

Bad/WC in guten Hotels, Busfahrten,

Tschechien-Ausflug, Felsenlabyrinth

Auskunft & Anmeldung:

Klaus Schweinfurth

Barlachstrasse 27 · 69168 Wiesloch

Telefon (06222) 26 12 · Fax 38 72 05

kl.schweinfurth@t-online.de

18.-25.6.2006

Der Nationalpark Val Grande

im Piemont (I)

Veranstalter: LFG Bergsteigen, Hessen

Max. 10 TN mit alpiner Wandererfahrung

und Kondition für 800-2000 Höhenmeter.

Kosten: ca. 450 Euro

Leistungen: ÜN/HP, Referenten- und Bergführer,

Transportkosten

Anmeldung: bis 15. März

Auskunft & Anmeldung:

Michael Gaßner

Jahnstraße 107 · 64285 Darmstadt

Telefon (06151) 413 72 m@gassner-com.de

18.-27.6.2006

Salzkammergut –

Strobel am Wolfgangsee

Veranstalter: NF Baden

Kosten: Mitglieder 760 Euro, Gäste 790

Euro, EZ-Zuschlag 145 Euro

Leistungen: Busreise, 9 x ÜN/HP/DZ mit

DU/B/WC in 4****-Hotel, Reisehaftpflicht-,

Insolvenzvers., Betreuung, Ausflüge.

Auskunft & Anmeldung:

Hans-Jürgen Reuter

Ahornstrasse 8 · 75210 Keltern-Niebelsbach

Telefon & Fax (07082) 41 48 10

hjbrreuter@aol.com

17.6.-1.7.2006

Frühling auf der „Seiser Alm“

Veranstalter: NF Baden

Kosten: Mitglieder 760 Euro, Gäste 800

Euro, EZ-Zuschlag

Leistungen: Busreise, ÜN/HP mit D/WC u.

Balkon. Bus-/Liftfahrten, Weinprobe, ges.

Abend, Wanderungen

Auskunft & Anmeldung:

Roland Will

Hochstrasse 24 · 76646 Bruchsal

Telefon (07251) 167 41 · Fax 50 56 18

26.6.-4.7.2006

Radtour „München-Venedig“

Veranstalter: NF Württemberg

Ca. 525 km

Kosten: Mitglieder ca. 850 Euro, Gäste ca.

900 Euro

Leistungen: Bahnreise, 7 ÜN/DZ/Frühstück,

Bahnfahrten/Transfers, Stadtführung

Venedig, Freizeitleitung

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg

Neue Str. 150 · 70186 Stuttgart

Telefon (0711) 48 10 76 · Fax 480 02 16

naturfreunde-wuerttemberg@t-online.de

30.6.-7.7.2006

Dem Salz auf der Spur

Veranstalter: NF Württemberg

Wanderungen im Salzkammergut, Bad

Goisern

Kosten: Mitglieder 420 Euro, Gäste 462

Euro

Leistungen: Bahnreise, 7 ÜN/HP in MZ

(2/4/6), Wanderungen, Besichtigungen,

Seilbahn, Bahnfahrten

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

TAGESTIPP 8.7.2006

PRIMA-KLIMA-Umweltrallye

und Sommerfest

Veranstalter: NFH Luise Wyneken

Die 3. Rallye per Fahrrad in Nienburg

rund um den Klimaschutz. Sommerfest:

Live-Musik, Prämierung regionaler

Weine, Kinderprogramm.

Auskunft & Anmeldung:

Volker Selent

Telefon (05021) 62 75 5

volker.selent@naturfreunde-nds.de

www.naturfreunde-nienburg.de

20.7.-3.8.2006

Mongolei – Natur- und Kulturreise

Veranstalter: LFG Bergsteigen NRW

In die Heimat Dschingis Khans: Uralte buddhistische

Klöster, Wüste Gobi, Saurierfriedhof,

Altei Gebirge.

Kosten: Mitglieder 2440 Euro, Gäste 2475

Euro, EZ-Zuschlag zzgl. 360 Euro, Visa 35

Euro, Rail&Fly 65 Euro

Leistungen: Flug Berlin - Ulanbator, ÜN/

VP in DZ/EZ (komf. Hotels/Jurten), Reiseleitung,

Transfers, Eintritt, Insolvenzvers.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde NRW · FG Bergsteigen

Jochen Haushälter

Am Dreischen 6 · 59192 Bergkamen

Telefon & Fax (02307) 882 48

21.-23.7.2006

Sächsisches NaturFreundetreffen

in Löbau

Veranstalter: NF Sachsen, OG Löbau

Kosten: ca. 60-70 Euro

Leistungen: ÜN, Verpflegung, Programm

Anmeldeschluss: 31.3.2006

Auskunft & Anmeldung:

NF Löbau · H. Wolf · Stauffenbergstr. 15

02708 Löbau · Telefon (03585) 86 12 85

5.–12.8.2006

Oma-Opa-Enkel-Freizeit Rügen

Veranstalter: NF Württemberg

auch für Familien/Alleinerziehende mit

Kindern von 6-10

Kosten: Mitglieder 765 Euro/Kinder 400

Euro, Gäste 840 Euro/Kinder 440 Euro

Leistungen: Bahnreise, 7 ÜN/FeWo/HP außer

Haus, Rügen-Card

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

13.-24.8.2006

Spreewald, Oderbruch & Lebuser Land

Veranstalter: NF Baden

Rad- und Buserlebnistour

Kosten: Mitglieder 944 Euro, Gäste 974 Euro,

EZ-Zuschlag 120 Euro

Leistungen: Busreise, Fahrradtransport, 11x

ÜN/HP/DZ mit D/B/WC in Landgasthof/Hotel,

Programm, Reisehaftpflicht-, Vereinsunfall-,

Insolvenzvers., Betreuung

Auskunft & Anmeldung:

Werner Greulich

Gartenstrasse 25 · 69231 Rauenberg

Telefon (06222) 600 65

werner_greulich@web.de

28.8.-4.9.2006

Lüneburger Heide

Veranstalter: NF Baden

Kosten: Mitglieder 495 Euro, Gäste 520 Euro,

EZ-Zuschlag 70 Euro

Leistungen: Hin- & Rückreise, 7x ÜN/HP/

DZ mit DU/WC/TV in gutem Hotel, Wanderungen,

Kutschfahrt, Besichtigungen

Auskunft & Anmeldung:

Josef Schwaninger

Buchenweg 2 · 76646 Bruchsal

Telefon (07251) 894 63

josef@schwaninger.info

2. – 9.9.2006

Comer und Luganer See

Veranstalter: NF Württemberg

Kosten: Mitglieder 520 €, Gäste 565 €

Leistungen: 7 ÜN/HP im DZ/Bad/Du/WC,

EZ-Zuschlag 10 Euro/Tag; Wanderführung,

Freizeitbetreuung. Anreise indiv.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

2. – 9.9.2006

Wein-Kultur-Wanderung

Veranstalter: NF Rheinland-Pfalz

Eine Woche durch rheinhessische und

pfälzische Landschaft

Kosten: Mitglieder 290 Euro, Gäste zzgl.

50 Euro, EZ-Zuschlag 30 Euro

Leistungen: ÜN/VP, Eintrittsgelder

Auskunft & Anmeldung:

Naturfreundehaus Rahnenhof

67316 Hertlingshausen

Telefon (06356) 962 50 -0 · Fax -25

kontakt@naturfreundehaus-rahnenhof.de

SEITE 26 NATURFREUNDiN 4-2005

NFDmagazin200601_P.indd 26 13.02.2006 11:39:05 Uhr


Kinder- & Jugendreisekatalog 2006

Jetzt kostenlos bestellen:

Naturfreundejugend Deutschlands

Telefon (02228) 94 15 -0 · Fax -22

info@naturfreundejugend.de

Weitere Infos Seite 31

9. – 16.9.2006

Wanderwoche in Großarl,

Salzburger Land

Veranstalter: NF Württemberg

Kosten: Mitglieder 37 €, Gäste 402 €

Leistungen: 7 ÜN/HP im DZ mit Du/WC/

Balkon, Freizeitleitung. Anreise indiv.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

7.-24.9.2006

Jakobsweg-3. Abschnitt

Midi, Pyrenäen, Nordspanien

Veranstalter: NF Baden

Kosten: Mitglieder 1150 Euro, Gäste 1185

Euro, EZ-Zuschlag 200 Euro

Leistungen: Busreise, 17x ÜN/HP/DZ mit

DU/Bad/WC in guten Hotels, Wandergruppen

nach Leistung, Führungen, Eintritte

Auskunft & Anmeldung:

Klaus Schweinfurth, s.o.

22.-24.9.2006

Landeswandertage Berlin-Brandenburg

Veranstalter: NF Brandenburg & Berlin

Weißer Wassernix, Riesenlebensbaum,

Kesselmoor, wilde Würste, Teufelssee, Pimpinellenberg

uvm.

Kosten: ÜN ca. 15 Euro pro Nacht/Person

im NFH Eisguste

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Oberbarnim-Oderland

Bernd Müller · Brandfichtenweg 3

16259 Bad Freienwalde

Telefon & Fax (03344) 33 32 00

oderland@naturfreunde.de

TAGESTIPP: 24.9.2006

Politik und Apfelfest

Veranstalter: NFJ Frankfurt

11 Uhr: Politischer Frühschoppen

„Gefahr von rechts”

14 Uhr: Traditionelles Apfelfest im NFH

Niederrad: Süßen keltern, Apfelgelee kochen,

Kultur, Spiele, Kistenklettern uvm.

Treffpunkt:

Naturfreundehaus Niederrad

Am Poloplatz 15 · 60528 Frankfurt

www.naturfreunde-ffm.de

16.-30.9.2006

Radtour Nordspanien „Jakobs-Radweg“

Veranstalter: NF Württemberg

Gesamtradstrecke ca. 1.030 km

Kosten: Mitglieder ca. 1.830 Euro, Gäste

ca. 1.880 Euro

Leistungen: Bahn- und Flug inkl. Fahrrad.

14 ÜN/DZ mit Frühstück, Stadtführung,

Freizeitleitung.

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

23.9.-1.10.2006

Wolfsburg sehen und erleben

Veranstalter: FG Touristik & Camping NDS

Mit Fahrrad/Auto: Besichtigung Autostadt,

Wolfsburg, Braunschweig etc.

Standort: NF-Campingplatz am Allersee

Kosten: Campingplatzgebühren

Auskunft & Anmeldung:

Hartmut Hamscher

Seelhorststr. 19 · 29225 Celle

Telefon (05141) 437 99

16.9.-1.10.2006

Cote d’Azur-Riviera-Turin-Genua

Veranstalter: NF Württemberg

Kosten: Mitglieder 1.500 Euro, Gäste 1.600

Euro, EZ-Zuschlag

Leistungen: Bus, ÜN/DZ mit WC/Du o. Bad

mit Frühst. in Mittelklassehotels, Eintritt,

NK, Reiseleitung

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

15.-22.10.2006

Zum Törggelen nach Südtirol

Veranstalter: NF Baden

Kosten: Mitglieder 750 Euro, Gäste 775 Euro,

EZ-Zuschlag 58 Euro

Leistungen: Busreise, ÜN/HP/DZ mit sehr

guter Ausstattung. Programm, Nebenfahrten,

geführte Wanderung, Besichtigungen, Reiserücktritt-/Vereinshaftpflichtvers.

Auskunft & Anmeldung:

Roland Will, s.o.

Hinweis Die Reisebedingungen und die Reise- und Seminarangebote werden vom

jeweiligen Veranstalter verantwortet. Die Veröffentlichung in diesem Magazin ist

eine unverbindliche Zusammenstellung ohne Gewähr.

Seminare

17.-18.3.2006

2. Netzwerktreffen im Klimanetzwerk

für Naturfreundehäuser

Veranstalter: Bundesgruppe

Von Freitag 16 Uhr bis Samstag ca. 16 Uhr

im NFH Hanau-Rodenbach.

Kosten: Keine, Fahrtkosten DB 2. Klasse

werden erstattet

Inhalte: Energie sparen – ökologisches

Heizen/Sanierung f. NFH, Vorstellung des

Hauses als gutes Bsp., akt. Förderprogramme

der KfW, Materialien, Beratungsmöglichkeiten,

Erarbeitung von Zielen und

Wettbewerbsbeiträgen.

Anmeldung:

NaturFreunde Deutschlands

Eveline Steller

Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -63

steller@naturfreunde.de

24.-26. März 2006

Seminar für Kinder- und

Jugendunterkünfte

Veranstalter: BFG Naturfreundehäuserwerk

und Häuserarbeit

Inhalte: Wie präsentieren wir uns auf dem

Markt der Kinder- und Jugendreisen? Seminar

im NFH Rahnenhof. Themen:

a Zertifizierung Kinder- und

Jugendunterkünfte

a Erwartungen durch

externe/interne Beleger

a Arbeitsgruppen: Qualitätssicherung +

spezifische Angebote

a Positionsbestimmung

„Wo wollen wir hin?“

a Marketing der NF Kinder- und

Jugendunterkünfte

Kosten: 25 Euro p.P. + Reisekostenerstattung

aus NFH, die die Entwicklungsabgabe

entrichten.

150 Euro p.P. aus NFH, die die Entwicklungsabgabe

nicht entrichten.

Leistungen: ÜN in DZ/VP, Seminarkosten

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Deutschlands

Eveline Steller, s.o.

FEST GESETZT

5.-11.6.2006

Der Meißner –

König der Hessischen Berge

Veranstalter: BFG Natur- & Heimatkunde

Bundesseminar im Naturpark Meißner-

Kaufunger-Wald.

Kosten: 250 Euro, EZ-Zuschlag 30 Euro

Leistungen: ÜN/VP, Seminar

Auskunft & Anmeldung:

Willi Dießelmeier

Friedrichstr. 3 · 32457 Porta Westfalica

Telefon (0571) 748 11 · WDiesselmeier@tonline.de

23.-25.6.2006

Digitale Fotografie & Bildbearbeitung

Veranstalter: LFG Foto, Baden

Grundlagen dig. Bildbearbeitung, Präsentation,

Archivierung. Im NFH Sommerecke/

VHS Schramberg, bundesweit offen.

Kosten: 50 Euro zzgl. 80 Euro Materialaufwand

Leistungen: ÜN/VP, Seminar

Auskunft & Anmeldung:

Gotthard Kassner, s. Reisezeit

7.-10.9.2006

Bundeskurzseminar Geologie

Veranstalter: BFG Natur- & Heimatkunde

Im NFH Gohfeld: Expo 2000 Steinzeichen

(Steinbergen) und Dino Park Münchehagen

Kosten: max. 200 Euro

Auskunft & Anmeldung:

Willi Dießelmeier, s.o.

10.11.2006

Anbeißen-Tagung Nord

Veranstalter: NF Nienburg

Anregungen für NFH aus dem nördlichen

Teil Deutschlands.

Hauptreferent: P. Strobel.

Kosten: 15 Euro

Leistungen: Seminar mit mehrfach Leckerem

aus der Region

Auskunft & Anmeldung:

Naturfreundehaus Luise Wyneken

Raidar Ostermeyer

Telefon (05021) 28 12

nfh@naturfreunde-nienburg.de

4-2005 NATURFREUNDiN SEITE 27

NFDmagazin200601_P.indd 27 13.02.2006 11:39:13 Uhr


FEST GESETZT

Leserbriefe

Die Redaktion behält sich Kürzungen der Einsendungen vor.

Heft 3-2005

Willy Brandt –

Zeit für Erinnerungen

Ich freue mich geradezu, dass ich für den

Artikel mein Bild von damals beigesteuert

habe. Auf der im Bericht dokumentierten

Wanderung war ich mit dabei, sonst wäre

diese Aufnahme gewiss nicht entstanden.

Ich kann mich noch recht gut an die

zeitweise drückende Schwüle erinnern, als

wir durch die Senne marschierten. Bei einer

Mittagsrast am Naturfreundehaus kam

es zu einer kurzen Begegnung zwischen

Brandt und einer Frau, die eine Mandoline

dabei hatte. Brandt, eigentlich erschöpft

von der Hitze, griff sich die Mandoline

und versank für einige Augenblicke in seinen

Jugendjahren. Er ertastete sich gleichsam

diese Erinnerungsfahrt auf den Saiten

des Instrumentes. Und dabei entspannte

sich sein Gesicht ganz und gar. Solche

Entspanntheit war bei ihm sehr selten. Er

wusste nur zu gut, dass die Objektive der

Welt erbarmungslos auf ihn gerichtet waren.c

HENNING VON BORSTELL FOTOGRAF, KÖLN

Willy Brandt –

Symbolfigur gestern und heute

Ich bin fast 60 Jahre Mitglied der Naturfreunde.

Den Artikel über Willi Brandt finde

ich sehr gut und ein Zeichen wie wertvoll

die NaturFreunde damals waren und

heute sind. Schade, dass Nicht-Natur-

Freunde solche Begegnungen nicht erfahren,

denn gerade in den letzten Jahren

sieht man doch den Menschen und Politiker

Brandt als Symbolfigur. Interessant wäre

eine Betrachtung auch über Johannes

Rau, der vor ca. 40 Jahren in Wuppertal

bei den Naturfreunden sehr engagiert

war. Viele gute Diskussionen und unterhaltsame

Abende haben wir mit ihm verbracht.c

MANFRED SCHRÖDER

Willy Brandt –

Zigarettenwerbung?

Von der neuen Aufmachung unserer Vereinszeitschrift

war ich freudig überrascht.

Hauptsächlich vom Inhalt, der diesmal

nicht so politisch war. Die Themen sind interessant.

Doch was soll das Bild auf der

Titelseite mit Willy Brand? Machen wir

neuerdings Zigarettenwerbung? Gegen

Brandt persönlich habe ich nichts, im Gegenteil.

Unsere Politiker sollten sich mal

eine Scheibe von ihm abschneiden. Aber

es geht auch ohne Glimmstängel. Wenn

schon kein Bild von ihm ohne aufzutreiben

war, muss man eben mit ein paar Mausklicks

nachhelfen. Der Fotograf des Bildes

würde dieses verkraften. Unsere Jugend

wollen wir ein Vorbild sein, aber nicht mit

diesem Titelbild.c KARL SCHMALZ HOF

Willy Brandt –

zu lang getextet

Ihr habt drei Seiten Willi Brandt, dem Naturfreundekind

gewidmet. Auch für mich

eine Überraschung, ich bin aber etwas ratlos,

warum man den dürftigen Informationswert

so aufgeplustert hat. Ich finde wir

sollten nicht dasselbe tun wie herkömmliche

Nachrichtenblätter, die mit möglichst

wenig Informationen ihre Zeitungen füllen.

Wir haben doch so viele Themen – auch

wiederholt ihr oft dieselben Infos – das

langweilt. In der Kürze liegt die Würze,

mehr Biss bei politischen Themen würde

ich mir auch wünschen.c KARIN FLAMM

BÖBLINGEN

Willy Brandt – eine Stilfrage

Nach zweiundfünfzig Jahren Mitgliedschaft

bei den NaturFreunden erlaube ich

mir erstmals leise Kritik am Heft. Wenn

ich einen Artikel lese, wäre es gut, wenn

ich beim Titel auch den Namen des Autors

fände. Ebenso finde ich Bildbeschreibungen

im Bild statt in einer ordentlichen

Bildunterschrift nicht so gut.

Den Artikel über Willy Brandt fand ich

sehr interessant und habe ihn gern gelesen,

allerdings ist das zugehörige Titelbild

der eigentliche Anlass meines Briefes.

Es wäre leicht gewesen, die Zigarette im

Mundwinkel weg zu retuschieren, so sieht

es aus wie Zigarettenwerbung.c

FRANZ EIERMANN HEIDESHEIM

Willy Brandt –

geschmackloses Raucherbild

Wir wollen unseren Unmut äußern, der

uns beim Anblick des rauchenden Willy

Brandts überfiel. Zur Person Brandt kann

man denken, wie man will. Ihn aber mit

Zigarette auf der Titelseite unserer Zeitschrift

abzubilden ist wohl an Geschmacklosigkeit

kaum zu überbieten. Hier wurden

viele Grundsätze, die sich unser Verein auf

die Fahne geschrieben hat, auf das Gröbste

verletzt. Überall wird Werbung für Zigaretten

ganz verboten oder erheblich eingeschränkt.

In der NATURFREUNDiN wimmelt

es nur so von Aktionen für mehr Umweltschutz,

Gesundheit durch wandern,

Bio-Berichten etc. Mit welcher Begründung

lässt sich dann solch ein Titelbild rechtfertigen?

Unsere Familienmitglieder sind alle

NaturFreunde und hoffen in Zukunft nicht

mehr mit solch deplazierten Fotos konfrontiert

zu werden, sondern wie gewohnt Ihre

sehr schön aufgemachte Zeitschrift lesen

zu dürfen.c FAMILIEN KIRSCHNER UND

KIRSCHNER-HEINZELMANN EMMENDINGEN

Willy Brandt –

textsicher bei ‚Avanti populo’

Dieses Kampflied wurde auch in der „SJD-

Die Falken“ gesungen. Anlässlich eines

Zeltlagers der International Union of Socialist

Youth (IUSY) 1950 in Stockholm erschien

es im Liederbuch „IUSY sings“. Etwa

Mitte der 50er Jahre wurde es nicht

mehr gesungen. Im Sommer 2000 (50 Jahre

nach Stockholm) fand ein IUSY-Lager in

Malmö statt. Eine Delegation der „IUSY-Oldies“

aus Hamburg besuchte eine Woche

lang das Lager. Während eines Gesprächs

fragte ich die italienischen Genossen nach

dem Lied. Sie erklärten, dass das Lied wegen

des kommunistischen Textes auch in

Italien nicht mehr gesungen wird.c

HORST BOBSIN HAMBURG

Willy Brandt –

Drogenabhängiger

Mit 25 Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen

haben wir in einem Naturfreundehaus

die Jahrwende gefeiert. Wir fanden

das Titelbild geschmacklos – auch wenn es

den Naturfreund Brandt darstellt. Was bewegt

eine Redaktion dazu, eine beliebte

Person des öffentlichen Lebens so darzustellen,

als würde Drogenkonsum das

Selbstverständlichste der Welt sein und

zur Geselligkeit dazugehören. Nikotin ist

widerwärtig und todbringend.

Willy Brandt mag ein Naturfreund gewesen

sein, musste man ihn mit Zigarette

darstellen? Wer die Zigarette als positives

Beispiel für Geselligkeit darstellt, macht

sich mitschuldig an der negativen Gesellschaftsentwicklung.

Kein Mensch sollte

stolz sein, dass er cool eine Zigarette

im Mund hat. Er ist ein Drogenabhängiger

und Ausdruck für die Unfähigkeit im Umgang

mit derer eigenen Gesundheit. Sollte

gar die Tabakindustrie als Unterstützer für

die Naturfreunde ihre Finger im Spiel haben?

Das würde den Ruf der Naturfreunde

in den Dreck ziehen und sie unglaubwürdig

machen.c ANTON MORBÖCK WEILHEIM

Echt gerecht –

Realität und Wirklichkeit?

Ich bin entsetzt über Ihre publizierte

Wunschvorstellung mit dem BMVEL-Logo

im Vergleich zur Realität auf der Ringstraße.

Wer gibt Weisung, kistenweise Produkte

aus dem für neoliberale Globalisierung,

illegale Landnahme in Indien, Ermordung

von Gewerkschafter/-innen in

Kolumbien, Verwendung gesundheitsgefährdender

Zusatzstoffe berühmt-berüchtigten

Konzern Coca-Cola zu verkaufen?

Hat Berlin keine regionalen Mineralwässer/Säfte?c

DR. LESSMANN KÖLN

SEITE 28 NATURFREUNDiN 1-2006

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Natur erleben, Geschichte sehen. Unter

diesem Motto führen wir eine Rundreise

in Ägypten durch: vom 7.–21. April 2006.

Wir erleben die Millionenstadt Kairo mit

all seinen Gerüchen, Menschen, Monumenten.

Wir erleben die Stille der Wüste,

die Faszination der Oase Siwa. Wir erleben

die Wunderwelt des Roten Meeres,

der Bergwelt Sinais beim Schnorcheln, bei

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umgehend mit dem symbolischen Baustein zugeschickt. Bei Zeichnung eines Bausteines im

Wert von 500 oder 1000 Euro gibt es eine namentliche Erwähnung im Einweihungsheft.

NaturFreundehaus Zwingenberg

Kinder-, Jugend- und Familienfreizeitstätte

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Adresse: NaturFreundehaus Zwingenberg · Im Hoffeld 7 · D-69439 Zwingenberg/Neckar

Telefon (06263) 520 · E-Mail: naturfreundehaus-zwingenberg@t-online.de

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Käte-Strobel-Weg 30

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Tel.: 02763/9100, Fax: 02763/910166

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Informationen und Anmeldung:

NaturFreunde Neckarbischofsheim e.V.

Hauptstraße 27 · 74924 Neckarbischofsheim

Telefon (07263) 96 10 87 · Fax: (07263) 96 10 89

E-Mail: nf-neckarbischofsheim@web.de

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am Gschwender Horn bei Immenstadt

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SEITE 30 NATURFREUNDiN 1-2006

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FAKTEN

Impressum

NATURFREUNDiN · 58. Jahrgang

Bundeszeitschrift der NaturFreunde

Deutschlands

Redaktion: Sigrid Frank-Esslinger [SFE],

Eckart Kuhlwein [EK], Hans-Gerd Marian

[HGM] (V.i.S.d.P.), Simone Rieth [SR],

Nina Wettern [NW]

NaturFreunde Deutschlands e.V.

Redaktion NATURFREUNDiN

Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -60

Fax (030) 29 77 32 -80

redaktion@naturfreunde.de

www.naturfreunde.de

Verlag: Naturfreunde-Verlag

Freizeit und Wandern GmbH

Warschauer Str. 58 a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -63

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www.naturfreunde-verlag.de

Anzeigen: Telefon (030) 29 77 32 -65

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Abonnement: Telefon (030) 29 77 32 -66

abo@naturfreunde.de

Jahresabonnement: 5,60 €

Satz und Gestaltung: Pacifico Grafik ·

Etienne Girardet · www.pacificografik.de

Druck und Vertrieb: Bechtle

Druck&Service, Esslingen

Redaktionsschluss: Fünf Wochen

vor Erscheinen

Erscheinungstermine: 4x jährlich –

1.3./1.6./1.9./1.12.

Regionalausgaben: Regelmäßig beigefügt

sind die regionalen Ausgaben der

Landesverbände Baden, Bayern, Brandenburg,

Hessen, NRW, Regionalverband

Nord, Saarland, Rheinland-Pfalz sowie des

Bezirks Mittelfranken und der Ortsgruppen

Frankenthal, Hannover, Karlsruhe.

Druckauflage: 60.000

Bildnachweis: Titel: Nick Reimer (NR),

S. 2: SPD Baden-Württemberg, Volker

Selent; S. 3: © Ullsteinbild - Reuters, Nina

Wettern (NW), Ludwig Gindhart (LG),

Peter Pfundmeier (PP); S. 4: Archiv NR;

S. 5: Archiv NR; S. 6: © Ullsteinbild -

Reuters; S. 7: NW, XXX ; S. 8: Verband

Deutscher Naturparke e.V., Ernst-Moritz-Arndt-Universität

Greifswald; S. 9:

Verband Deutscher Naturparke e.V.; S.

10: Oliver Matla, www.wolves.de; S. 11:

Sonja Glöckner/NF Bielefeld; S. 12: Anne

Wolf, NW; S. 13: Oliver Wagner; S. 14:

NF-Archiv (Urheber nicht ermittelbar),©

Ullsteinbild; S. 13: NW, S. 14: LG; S. 15:

Andreas Kirsch; S. 18: Jürgen Stichweh;

S. 19: Richard Kienberger (RK), RK; S. 21:

LG; S. 22: Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)

(Urheber nicht ermittelbar), FES/Gerd-

Walter Bachert; S. 23: © Ullsteinbild –

AP; S. 24: Naturfreundejugend Deutschlands

(NFJD), Archiv Rudi Klug, NFJD;

S. 25: NW, Ansgar Drücker, ___; S. 26:

Hans Köppel, Etienne Girardet (EG), EG;

S. 27: EG; S. 28: EG; S.28-29: NW; S. 29:

EG; S. 30: PP; Strichzeichnungen: Moritz

Lichtwarck-Aschoff

Medien

Reisekatalog 2006

Ein neuer Katalog

mit Reisen

für Kinder,Jugendliche

und junge

Erwachsene

ist bei der

Naturfreundejugend

Deutschlands

erschienen. Er

enthält über

100 preiswerte

Reise- und Freizeiten sowie über 130

Bildungsangebote, die sich nicht nur an

Mitglieder richten. Die Reisen werden stets

von ausgebildeten Teamerinnen und Teamern

begleitet. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaftserlebnis,

Abenteuer oder Erholung

am Strand. In den Bergen, zu Wasser

und zu Land. Erstmals enthalten: Die NaturFreunde-Übungsleiterschulungen

vom

Snowboard bis Kanu. Der Katalog 2006

enthält darüber hinaus das Broschürenangebot

der Naturfreundejugend.c

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DIN A5, 144 Seiten, kostenlos

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Naturfreundejugend Deutschlands

Haus Humboldtstein · 53424 Remagen

Telefon (02228) 94 15 -0 · Fax -22

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Das Schlachtross

Eine Annäherung

an den

Sozialdemokraten

Claus

Weyrosta. Vor

allem ist das

Buch eine

politische Biographie

des

ehemaligen

Bundesvorsitzenden

der

NaturFreunde.

Der Autor und Journalist Jörg Palitzsch

zeichnet dicht und nahe Lebensweg und

Karriere des streitbaren Stuttgarter Landespolitikers

nach. Ein Visionär, ein Querdenker,

ein unbeugsamer, unerbittlicher Kritiker

und doch einer der profiliertesten Politiker

im Stuttgarter Landtag sagten andere

über Claus Weyrosta. Ein Kämpfer für eine

Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt

stellt. Ein Vordenker für den Umweltschutz.

Als es die Grünen noch nicht

einmal gab, zog er u.a. die Sicherheit von

Atomkraftwerken in den Zweifel. Anhand

von Zitaten vieler Weggefährten und mit

unzähligen Quellen bleibt das Buch sachlich,

ohne als staubige Polit-Biographie

daher zu kommen. Auch wer das „alte

Schlachtross“, wie Claus Weyrosta mitunter

seine Briefe unterzeichnete, nicht kannte:

Die Sympathie, die der Autor ihm entgegenbringt,

springt über auf den Leser. Fazit:

Das Buch ist lebendige und lesenswerte

jüngere Geschichte.c [NW]

Jörg Palitzsch: Das Schlachtross – Eine Annäherung

an den Sozialdemokraten Claus

Weyrosta (1925-2003). Vorwort von Hans

Martin Bury. Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH. 232 Seiten, 58 Fotos, gebunden,

ISBN 3-931843-12-2. 22,90 Euro.

mitmischen!

Junge Menschen

wollen

und können

politische und

gesellschaftliche

Prozesse

mitbestimmen.

Das ist

ein wichtiges

Ergebnis des

Beteiligungsprojekts„mitgeMacht!“

der

Naturfreundejugend Deutschlands. Mit Unterstützung

der Stiftung Deutsche Jugendmarke

wurden Strategien zur Einmischung

in die Politik erprobt und dokumentiert.

„Jugendverbände bieten, das zeigt dieses

Projekt deutlich, nicht nur ein ideales Experimentierfeld

für Jugendbeteiligung, sondern

auch Lernräume für politische Jugendbeteiligung,

die über den Verband hinaus wirken,“

so Bundesjugendministerin Ursula von der

Leyen im Vorwort zur Broschüre. In einem

streitbaren Gastartikel setzt sich Kinderrechtsaktivist

Mike Weimann für ein Wahlrecht

ab Geburt ein.c ANSGAR DRÜCKER

DIN A5, 80 Seiten, 2,50 Euro: Dokumentation

aus drei Projektregionen, Tipps und

Argumentationshilfen gegen die angebliche

Politikverdrossenheit der Jugend und die

Vorurteile gegenüber politisch aktiven jungen

Menschen.

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Sächsischer NaturFreunde

Almanach

Mit den NaturFreunden

Sachsens auf

128 Seiten

quer durch

Sachsen und

die sächsische

Vereinsgeschichte:immerwährender

Kalender,

Gedichte und

Geschichten,

Sprüche, Historisches und Aktuelles zu unserem

Verein, Wander- und Einkehrtipps

für Sachsen. Kurzweilig und schön gestaltet

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Sachsen für vier Euro zzgl. Versandkosten

daher.c

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01067 Dresden · bergfrei@aol.com

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Waldästhetik

FEST GESETZT

Das Braunschweiger

Waldforum

kürte es zum

Waldbuch des

Jahres 2005.

Während es

im Wald immer

mehr um

Holzproduktion

geht, der

Naturschutz

den Erholung

suchenden Menschen bisweilen als Störfaktor

betrachtet, will der Autor das

menschliche Walderleben wieder beleben.

Naturliebe hieß das früher. Der Autor,

selbst 20 Jahre lang Forstbeamter, befreit

sie von verstaubter Romantik und bereitet

sie theoretisch und praktisch für eine moderne

Forstwirtschaft auf. Waldbau, Wildnis,

Erschließung, Holzernte, Jagd, Tierwelt

werden unter dem Blickwinkel des Erlebens

und Gestaltens gut verständlich beleuchtet

und reichlich illustriert.c

GÜNTHER KINDLEIN

Wilhelm Stölb: Waldästhetik. Über Forstwirtschaft,

Naturschutz und die Menschenseele.

400 S., 161 Abb., Glossar m. Fachbegriffen.

Verlag Kessel. Oberwinter 2005.

ISBN 3-935638-55-8, 29,90 Euro.

1-2006 NATURFREUNDiN SEITE 31

NFDmagazin200601_P.indd 31 13.02.2006 11:40:02 Uhr


UNSERE HÄUSER

„Leipziger Naturfreundehaus“ Grethen

Herzlich Willkommen! 25 km südöstlich vor den Toren Leipzigs, nahe der Kreisstadt

Grimma, der Perle des Muldentales, ist unser Haus mitten im Grünen gelegen.

Wir laden ein zur Erholung, zum Wandern, Paddeln, Naturerleben und Kennen lernen

des Mulden- und Burgenlandes, der Messe- und Kulturstadt Leipzig sowie der

Seenlandschaft (Bergbaunachfolge-Gebiet) im Südraum Leipzigs.

Zum Schlafen und Träumen bieten wir neu eingerichtete 2- bis 4-Bettzimmer im

Haupthaus, sowie einfache Mehrbettzimmer in Nebengebäuden an. Das Haus ist

voll bewirtschaftet und unser großes waldreiches Freigelände mit Grill- und Lagerfeuerplatz

lädt ein zu Sport, Spiel und botanischen Entdeckungen. Das Haus liegt

direkt an einem der zahlreichen Radwanderwege der Region und ist mit dem Muldentalradwanderweg

verbunden. Alle Sehenswürdigkeiten sind bequem mit dem

Nahverkehr erreichbar.

UNSERE ANGEBOTE UND SONDERAKTIONEN 2006:

a „Kennenlernpaket 2006“ 1.1.–31.3. und 1.11.–22.12.2006

2 Übernachtungen inkl. Halbpension, Preis: Erwachsene 49 €

a „Zu Gast bei Freunden“ 9.6.–9.7.2006

Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Leipzig, Preis: Erwachsene Ü/HP pro Tag 29 €

a „Leipziger Allerlei“ 30.9.–7.10.2006

Herbstwanderwoche im idyllischen Mulden- & Burgenland. Leipzig und sein Umland

zwischen Grimma, Oschatz und Rochlitz erleben. 7 Übernachtungen inkl.

Halbpension, 4 geführte Wanderungen, Preis: Erwachsene 205 €

a „Leipziger Allerlei – die kleine Variante“

Wandertage im idyllischen Mulden- und Burgenland. 5 Übernachtungen inkl.

Halbpension, 2 geführte Wanderungen. Ganzjährig buchbar von Sonntag bis

Freitag, Preis: Erwachsene 149 €

Natürlich beraten wir Euch gern bei der Gestaltung Eures Aufenthaltes und würden

uns freuen, Euch im Jahr 2006 bei uns begrüßen zu dürfen.

SCHNUPPERMITGLIEDSCHAFT

Weitere Familienmitglieder

Schnuppermitgliedschaft (max. 2 Kalenderjahre)

Erwachsene � 40,– €

Familie � 70,– €

Kinder/Jugendliche � 24,– € Eintrittsjahr

Name, Vorname Geburtsdatum

Straße

PLZ, Wohnort

Ich/wir treten den NaturFreunde Deutschlands,

Bundesgruppe Deutschland e.V. bei

Datum, Unterschrift (bei Minderjährigen der/die gesetzl. Vertreter/-in)

Leipziger Naturfreundehaus Grethen

Herbergsweg 5, D-04668 Grethen

Bahn-Anreise: Bahn Leipzig-Döbeln bis Bhf. Großsteinberg, ca. 2,5 km Fußweg.

PKW-Anreise: A 14 Abfahrt Klinga, weiter nach Beiersdorf, hier Richtung Grethen, vor

dem Bahnübergang rechts zum Haus

Information & Buchung: Telefon (03437) 76 34 49 · Fax (03437) 94 14 65

E-Mail nfh.leipzig@nfhw.de · Web www.nfhw.de

Name, Vorname Geburtsdatum

Name, Vorname Geburtsdatum

Name, Vorname Geburtsdatum

Auftrag zur Einzugsermächtigung

für die fälligen Jahresbeiträge durch die NaturFreunde Deutschlands:

Kontoinhaber

Konto-Nummer Bankleitzahl

Kreditinstitut

Datum Unterschrift Kontoinhaber

Beitrittserklärung senden an: NaturFreunde Deutschlands · Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -60 · Fax -80 · info@naturfreunde.de · www.naturfreunde.de

NFDmagazin200601_P.indd 32 13.02.2006 11:40:10 Uhr

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