Jugendbefragung zur Qualität der kommunalen Jugendzentren

regionalverband.saarbruecken.de

Jugendbefragung zur Qualität der kommunalen Jugendzentren

TEXTE

Dipl.-Soz. THOMAS KRUSE

Soziologe M.A.KARSTEN SCHMIDT

Dr. phil. Dipl.-Päd. KATJA KRUSE

MITARBEITER

Konzeption, Projektleitung,

Schulungen:

THOMAS KRUSE, Dipl. Soz.

Koordination der Befragungsteams,

Quotenkontrolle:

KARSTEN SCHMIDT, Soziologe M.A.

IMPRESSUM

Herausgeber:

Regionalverband Saarbrücken

Jugendamt

Abt. Kinder- und Jugendarbeit

Postfach 10 30 55

66030 Saarbrücken

Dienstgebäude:

Jugendamt

Heuduckstraße 1

66117 Saarbrücken

Interviewer/innen:

JÖRG BORST

IMKE BRÜGMANN

BARBARA DENNE

HOLGER DIDERICH

KATJA FORSTER

DANIELA FRANZ

MANDY HAASE

MICHAEL KAMMER

KATJA KEUPER

IRIS KLAUCK

REBECCA KLEIN

MICHAEL KLEIN

NADINE KRAUS

MARCO KREBBER

KATJA KRUSE

MARC LENZ

MARTINA LESSEL-LITZENBURGER

BORIS MARIC

NICOLE MARK

FABIAN MIRWALD

TANJA MOSES

DANIELA MÜCKE

MARC OSTER

SUSI PAPPERITZ

DENISE PORTZ

INGO SARRAZIN

KARSTEN SCHMIDT

LISA SCHOLTEN

DIRK SOLD

RALF TAPP

MARIE-CHRISTINE TINNES

RUTH ULLRICH

CHRISTOPH WASCHBÜSCH

ANNABELLE WILLMS

Dateneingabe:

DANIELA FRANZ

IRIS KLAUCK

DENISE PORTZ

KARSTEN SCHMIDT, M.A.

Auswertung:

THOMAS KRUSE, Dipl. Soz.

KARSTEN SCHMIDT, Soziologe M.A.

Dr. phil. KATJA KRUSE, Dipl. –Päd.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 2


Jugendbefragung

zur Qualität der kommunalen Jugendzentren

im Regionalverband Saarbrücken

Saarbrücken 2010

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 3


Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 4


Vorwort

Viele gesellschaftliche Gruppen versuchen

Deutungshoheit darüber zu erlangen, was die Qualität

eines Jugendzentrums ausmachen soll: Der Hausmeister

misst die Qualität eines Jugendzentrum vielleicht daran,

ob wenig kaputt gemacht wird, der Nachbar daran, dass

es leise ist, der Schulleiter daran, wie oft die Einrichtung

Nachmittagsangebote an der Schule macht, der

Gemeindeabgeordnete daran, wie oft die

Mitarbeiter/innen in der Gemeinde unterwegs sind und

auffällig gewordene Jugendliche ansprechen. Mike Corsa

hat dies so beschrieben: „Dass es immer wieder Versuche

gibt, Kinder- und Jugendarbeit politisch zu vereinnahmen

und an den von Erwachsenen erwünschten Wirkungen zu

messen, ist bekannt – Kinder- und Jugendarbeit soll sich

um Bildungsverlierer und arbeitslose Jugendliche

kümmern, um Störende, die die Ruhe auf öffentlichen

Plätzen gefährden, Kinder- und Jugendarbeit soll einen

Beitrag zur flächendeckenden Umsetzung der

Ganztagesschule leisten, Kinder- und Jugendarbeit soll

junge Menschen in den sonntäglichen Hauptgottesdienst

bringen, Kinder- und Jugendarbeit soll sich erkennbar

beteiligen bei der gesellschaftlichen Integration von

jungen Menschen mit Migrationshintergrund. (...) Die

Wirksamkeit von Kinder- und Jugendarbeit ist dagegen

eindrücklich auf andere Weise zu belegen: Kinder und

Jugendliche nehmen das Gestaltungsangebot an und

nutzen es in ihrem Sinne, oder sie bleiben weg und die gut

gemeinten Angebote gehen ins Leere – dazwischen gibt

es wenig Varianzen.“ 1

Ob die Angebote der Jugendarbeit – und hier in unserem

speziellen Fall die der kommunalen Jugendzentren im

Regionalverband Saarbrücken - nicht nur gut gemeint,

sondern tatsächlich gut sind, muss von Zeit zu Zeit

hinterfragt werden. Dabei ist die pädagogisch-fachliche

Ausgestaltung des gesetzlichen Auftrages die eine Seite,

die Wünsche, Bedürfnisse und Bewertungen der

Zielgruppe sind die andere Seite. Wir haben uns in dieser

Erhebung auf diese andere Seite konzentriert. Ausgehend

von dem gesetzlichen Auftrag, dass die „Angebote der

Jugendarbeit“ … an den Interessen junger Menschen

anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet

1 Corsa, 2008

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 5


werden (sollen)“ 2 , haben wir neben der Erhebung

allgemeiner Freizeitinteressen eine Bedarfserhebung und

eine Nutzerbefragung durchgeführt. Aus all diesem

erhoffen wir uns Auskünfte über die aktuelle Qualität

unserer Jugendzentren und natürlich auch über

Gestaltungspotentiale, die zu einer Qualitätsverbesserung

führen können.

Dank sei an dieser Stelle den beteiligten Jugendlichen und

den Fachkräften aus der Jugendarbeit für ihren Einsatz

gesagt. Der Aufwand, eine solch umfangreiche Befragung

quasi parallel zum Tagesgeschäft unter Wahrung der

fachlichen Qualität zu bewerkstelligen war groß. Das

Ergebnis zeigt aber, dass es sich gelohnt hat. In einigen

Dingen sehen wir klarer, Vermutungen haben sich

bewahrheitet oder als Vorurteile herausgestellt. Der Bedarf

der Zielgruppen und ihre Bewertung des Bestehenden

wurden deutlich. Als nächsten Schritt gilt es die richtigen

Schlüsse daraus zu ziehen, fachlich zu gewichten, das

Bestehende am Bedarf zu messen und entsprechend zu

verbessern.

Dipl.-Soz. Thomas Kruse

2 § 11/1 Kinder- und Jugendhilfegesetz KJHG / SGB VIII

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 6


Inhaltsverzeichnis

I Was wir bereits wissen…

…über die Besucherzahlen und die Angebote

…über die geschlechtsspezifischen Unterschiede

…über die Herkunft der Jugendlichen

…über Schule, Ausbildung und Beruf

9

9

11

13

15

II Was wir erfahren wollen

17

III Die Datenerhebung

Grundgesamtheit und gewählte Stichprobe

Erhebungstechnik

Pretest

Beteiligung der Fachkräfte in den Jugendzentren

Schulung und Einsatz der Interviewer/innen

Befragungssituation

Erhebungszeitraum und Erhebungsorte

Datenerfassung und Datenaufbereitung

18

18

21

21

22

22

24

24

25

IV Die Ergebnisse

Repräsentativität

Das Freizeitverhalten von Kindern, Jugendlichen und

jungen Erwachsenen im Regionalverband Saarbrücken

Bedarfsermittlung – Erwartungen Jugendlicher an ein

Jugendzentrum

1. Ausstattung und Angebote

2. Öffnungstage

3. Öffnungszeiten

4. Imagebewertung

26

26

28

32

32

37

42

49

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 7


Hemmnisse – Warum gehe ich nicht ins Jugendzentrum?

Kundenbefragung

1. Darstellung der Stichprobe

2. Besuchsfrequenz

3. Wahrnehmen der Angebotsbereiche

4. Bewertung über Gegensatzpaare

5. Bewertung von Angeboten, Ausstattung

und Personal nach Schulnoten

53

56

56

57

58

60

60

V Folgerungen und Handlungsbedarf

Die Bedeutung des Jugendzentrums als Treff

Jugendgerechte Öffnungszeiten

Die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit

Jugendliche wollen beteiligt werden

Wie können mehr Mädchen erreicht werden?

Discos und Partys

64

64

67

70

74

79

84

VI Anlage Fragebogen

89

VII Literatur / Gesichtete Studien

94

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 8


I

Was wir bereits wissen…

Nach § 11 KJHG sind für junge Menschen „die zur

Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der

Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den

Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen

mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur

Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher

Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen

und hinführen“.

…über die Besucherzahlen und die Angebote

Der Regionalverband Saarbrücken betreibt in Kooperation

mit 10 Städten und Gemeinden derzeit 15 Jugendzentren,

die von täglich 557 Jugendlichen im Alter von 10 bis 20

Jahren besucht werden 3 . Die Angebote der

Jugendzentren decken je nach Größe und

Personalisierung die im §11 Absatz 3 KJHG genannten

Schwerpunkte der Jugendarbeit ab. Die Personalisierung

der Häuser ist von1 Planstelle in der kleinsten Einrichtung bis

hin zu vier Planstellen incl. Hausleitung in der größten

Einrichtung sehr unterschiedlich. Die hauptamtlichen

Mitarbeiter/innen werden unterstützt durch

Zivildienstleistende und jungen Erwachsenen im Freiwilligen

Sozialen Jahr. Der Bereich Jugendzentren verfügt über

mehrere Praktikant/innenstellen für angehende

Sozialpädagog/innen und Erzieher/innen. Auch das

Raumangebot und der bauliche Zustand der Immobilien

sind sehr unterschiedlich. Die Öffnungszeiten sind meist

Dienstag bis Samstag von 15:30h bis 21:30h mit leichten

örtlichen Unterschieden, die jeweils einem speziellem

Bedarf vor Ort (z.B. Schüler/innencafés und 16+ Clubs)

geschuldet sind.

Über die Angebote in den Jugendzentren hinaus finden

themenspezifische Projekte und Veranstaltungen statt, die

von Mitarbeiter/innen der Jugendzentren und der

Jugendpflege geplant und durchgeführt werden und die

nicht an eine spezielle Einrichtung gebunden sind.

3

Seit 2000 führt der Regionalverband in jedem Quartal an sieben Stichtagen eine Besucherzählung

durch. Die o.g. Zahl entspricht dem Durchschnitt der vier Quartalserhebungen aus 2009.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 9


Hier sind an Veranstaltungen und Projekte der letzten

Jahre zu nennen:

o „OHNE MICH“ eine Projektwoche zur Prävention

rechtsextremistischer Haltungen für Schulklassen der

Stufen 6 und 7

o Ein jährlicher Jugendgesundheitstag an

wechselnden Schulen in Kooperation mit dem

Gesundheitsamt des Regionalverbandes

o Fan-WMs anlässlich der Fußball Weltmeisterschaften

der Damen und der Herren

o Inliner-Workshops

o Parkour-Workshops

o Das jährliche Freestyle Dance-Festival

o Konzerte mit überregional bekannten Bands

o Jugendfreizeiten in den Schulferien

o Das Sportangebot SPUZZ in den Sommerferien

o Der freitägliche Mitternachtssport

und im Kinderbereich:

o Sechs Kinderfreizeiten in den Sommerferien für

insgesamt 240 Kinder

o Das Spielmobil des Regionalverbandes mit fünf

Einsatztagen pro Woche

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 10


… über die geschlechtsspezifischen Unterschiede

Seit zehn Jahren erhebt das Jugendamt des

Regionalverbandes zusätzlich zu regelmäßigen

Besucher/innenzählungen einmal jährlich Daten zur

Besucher/innenstruktur in den Jugendzentren 4 . Die

Geschlechtsverteilung der Besucher/innen macht zum

Beispiel deutlich, in welchen Einrichtungen besonderes

Augenmerk auf die Interessen von Mädchen gelegt

werden muss. Wie in anderen bundesdeutschen

Erhebungen liegt auch im Regionalverband Saarbrücken

der Mädchenanteil in den Jugendzentren seit Jahren bei

etwa 30%. Durch Anpassung der Angebote und der

Raumausstattungen in den Einrichtungen und durch

zusätzliche einrichtungsübergreifende Veranstaltungen

wie zum Beispiel der Mädchen-Fan-WM zur Frauen Fußball

Weltmeisterschaft 2008 wird versucht, mehr Mädchen in

der Jugendarbeit zu erreichen.

Geschlechtsverteilung in Prozent

100%

90%

80%

70%

60%

50%

Jungen

Mädchen

40%

30%

20%

Ø 26%

10%

0%

Juz Altenkessel

Juz Burbach

Juz Dudweiler

Juz Eschberg

Juz Folsterhöhe

Juz Försterstraße

Juz Friedrichsthal

Juz Heusweiler

Juz Köllerbach

Juz Malstatt

Juz Püttlingen

Juz Quierschied

Juz Riegelsberg

Juz Sulzbach

Juz Völklingen

Besucherstrukturerhebung vom November 2009

An der Altersstruktur der Besucher/innen sieht man, dass

sowohl Mädchen als auch Jungs vorwiegend ab dem

Alter von 12 Jahren im Jugendzentrum anzutreffen sind,

der Jugendzentrums-Besuch bei den Mädchen ab einem

Alter von 15 Jahren aber wieder stark zurückgeht,

4

630 verschiedene Jugendliche beteiligten sich an der Besucherstruktur-Erhebung, die zuletzt im

November 2009 in allen 15 kommunalen Jugendzentren durchgeführt wurde.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 11


wohingegen Jungs noch bis zum 17. Lebensjahr relativ

häufig im Jugendzentrum anzutreffen sind.

Altersverteilung Jungen

unter 10 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 über 21

Besucherstrukturerhebung vom November 2009

Alter

Altersverteilung Mädchen

unter 10 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 über 21

Besucherstrukturerhebung vom November 2009

Alter

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 12


…über die Herkunft der Jugendlichen

Der Anteil jugendlicher Besucher/innen mit ausländischem

Pass beträgt im Durchschnitt 27% mit örtlich sehr

deutlichen Schwankungen von 4% auf dem Eschberg und

5% in Friedrichsthal bis hin zu 64% in Völklingen.

Herkunft der Jugendzentrums-Besucher/innen laut Pass

73,3%

5% der deutschen Jugendlichen

sind im Ausland geboren.

7,0%

5,6%

0,3% 0,6% 0,3% 0,5% 0,3% 0,5%

2,4%

0,5% 0,5% 0,3%

7,9%

Deutschland

Türkei

Italien

Ghana

Bosnien-Herzegowina

Russische Föderation

Besucherstrukturerhebung vom November 2009

Kosovo

Thailand

Serbien

kurdisch

Irak

Ukrainisch

Rumänisch

sonstige, keine Angabe

Bei wie vielen der Jugendlichen mit deutscher

Staatsangehörigkeit ein Migrationshintergrund

anzunehmen ist, kann nicht genau ermittelt werden. Die

Zusatzfrage „Ich bin in Deutschland geboren“ mit den

Antwortmöglichkeiten „ja“ und „nein“ erlaubt einen

Hinweis auf diesen soziodemografischen Faktor. Im Schnitt

gaben bei der Besucherstrukturerhebung 2009 5% der

Jugendlichen mit deutschem Pass an, nicht in

Deutschland geboren zu sein.

Der Anteil ausländischer Jugendlicher liegt in einigen

Jugendzentren deutlich über dem Anteil der

ausländischen Bevölkerung der jeweiligen Gemeinde

beziehungsweise des Stadtteils. Das macht den

besonderen Stellenwert deutlich, der den interkulturellen

Ansätzen der Offenen Jugendarbeit zugemessen werden

muss. Integrative und interkulturelle Angebote

beziehungsweise Hilfestellungen sind feste Bestandteile in

der Rahmenkonzeption der Jugendzentren im

Regionalverband Saarbrücken.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 13


Anteil Besucher/innen mit ausländischem Pass

9,1%

4,1%

11,1%

5,3%

8,0%

8,5%

22,0%

27,7%

20,9%

50,0%

51,4%

44,7%

53,8%

64,1%

Juz Altenkessel

Juz Burbach

Juz Dudweiler

Juz Eschberg

Juz Folsterhöhe

Juz Försterstraße

Besucherstrukturerhebung vom November 2009

Juz Friedrichsthal

Juz Heusweiler

Juz Köllerbach

Juz Malstatt

Juz Püttlingen

Juz Quierschied

Juz Sulzbach

Juz Völklingen

Ausländeranteil

im

Jugendzentrum

Ausländeranteil

in Stadt bzw.

Stadtteil

Försterstraße

/ St. Johann 51,40% 19,70% 5

Malstatt 44,70% 15,20% 4

Sulzbach 53,80% 11,50% 6

Völklingen 64,10% 14,80% 5

Burbach 50,00% 16,90% 4

5 Quelle: Melderregister der Landeshauptstadt Saarbrücken, Stand 31.12.2007

6 Statistisches Amt Saarland, Gemeindezahlen 2008; Daten Stand 31.12.2007

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 14


… über Schule, Ausbildung und Beruf

Erwartungsgemäß sind die großen Besuchergruppen

Schüler/innen der Erweiterten Realschulen und der

Berufsschulen. Gymnasiasten sind in den Jugendzentren

des Regionalverbandes eher selten anzutreffen.

Entsprechend der Altersstruktur der Besucher/innen

befinden sich etliche in der Ausbildungsphase und

besuchen daher auch die Berufsschulen. Unter der

Kategorie „sonstige Schulen“ verbergen sich nach

Einschätzung der Mitarbeiter/innen der Jugendzentren

neben Grundschüler/innen auch viele Schüler/innen von

Förderschulen.

Schule/Ausbildung/Beruf

40,0%

14,9%

16,5%

9,8%

5,2%

3,3%

4,1%

6,0%

Erw. Realschule Gesamtschule Gymnasium Berufsschule/in

Ausbildung

Quelle: Besucherstrukturerhebung vom November 2009

sonst. Schule arbeitslos berufstätig sonstiges

Betrachtet man allein das Verhältnis der

allgemeinbildenden Schulformen Erweiterte Realschule,

Gesamtschule und Gymnasium gegeneinander, so wird

deutlich, dass die Schüler/innen der Erweiterten

Realschulen unter den Besucher/innen der Jugendzentren

über- und die Gymnasiast/innen unterrepräsentiert sind.

Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass

a) in Saarbrücken die in den 1970er und 1980er Jahren

entstandenen Jugendzentren gezielt in Sozialen

Brennpunkten platziert worden sind und

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 15


) bundesweit in der offenen Jugendarbeit bereits Ende

der 1970er Jahre ein Wandel von „einer

schichtenbezogenen Mischstruktur hin zu einer meist

multikulturell geprägten Benachteiligungsstruktur“ 7

eingesetzt hat.

Verhältnis Schüler/innen in ERS / Gesamtschule / Gymnasium

0,7

66,5%

0,6

0,5

0,4

0,3

38,2%

39,9%

0,2

21,9%

24,8%

0,1

8,7%

0

Erweiterte Realschule Gesamtschule Gymnasium

im Regionalverband SB in den Jugendzentren des Regionalverbandes SB

Quelle: Besucherstrukturerhebung in den Jugendzentren im November 2009 und Statistisches Amt Saarland, Schuljahr

2007/2008

7 Kilb 1998, Seite 236 f.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 16


II

Was wir erfahren wollen…

Wenn auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der

Jugendzentren durch den ständigen Dialog mit den

Nutzern viele Freizeitgewohnheiten und Angebotswünsche

bekannt sind, so sind diese doch nie systematisch erfragt

worden. Über die Interessen derer, die nicht den Weg in

die Jugendzentren finden – sei es, weil sie dieses

Jugendangebot nicht kennen, sei es, dass sie die

Einrichtungen nicht nutzen wollen - ist nur punktuell etwas

bekannt, zum Beispiel dort, wo Kontakte im Rahmen der

aufsuchenden Arbeit bestehen. Hier sollte eine

systematische und möglichst repräsentative Befragung

Abhilfe schaffen.

Anhand der Ergebnisse soll überprüft werden, ob die

derzeitige Ausgestaltung der kommunalen Jugendzentren

jugendgerecht ist. Dies betrifft die Angebotspalette, die

Ausstattung der Räume, die Öffnungszeiten, das

Erscheinungsbild, bis hin zur Erfragung der Gründe, die am

Besuch der Jugendzentren hindern.

Nicht nur die Jugendzentren des Regionalverbandes sollen

etwas über ihre Zielgruppe erfahren, auch die Zielgruppe

und hier vor allem die Noch-nicht-Besucher/innen können

etwas über die Jugendeinrichtungen erfahren. Somit ist

eine solche Befragung immer auch eine Maßnahme der

Öffentlichkeitsarbeit.

Beim Aufbau der Befragung haben wir uns weitgehend an

den Evaluations-Standards für Nützlichkeit,

Durchführbarkeit, Fairness und Genauigkeit orientiert,

welche die Deutsche Gesellschaft für Evaluation

aufgestellt hat . 8

8 Deutsche Gesellschaft für Evaluation e.V. 2002

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 17


III

Die Datenerhebung

Wissenschaftliche Untersuchungen sind ein Versuch, sich

der Realität zu nähern.

Die Grundgesamtheit und die gewählte Stichprobe

Die Grundgesamtheit entspricht der Zielgruppe der

Jugendzentren des Regionalverbandes: Jungen und

Mädchen im Alter zwischen 10 und 20 Jahren, die in einer

der Regionalverbandsgemeinden wohnen. Das sind

insgesamt 38.240 Jugendliche 9 .

Um eine Stichprobe abzubilden, die der Verteilung dieser

Jugendlichen in der Gesamtpopulation des

Regionalverbandes in etwa nahe kommt, wurde als

Auswahlverfahren ein Quota-Sample gewählt. So kann

sichergestellt werden, dass bei den Ergebnissen der

Befragung von einer Repräsentativität bezüglich der

Kontrollmerkmale gesprochen werden kann. Als

Kontrollmerkmale wurden das Geschlecht, die

Altersgruppe und der Wohnort bzw. der Stadtteil in

Saarbrücken vorgegeben.

Um später die Auswertung den 15 Jugendzentren des

Regionalverbandes zuordnen zu können, wurden drei

Postleitzahlenbereiche gesondert behandelt. Befragte aus

den stadtteilübergreifenden Postleitzahlenbereichen

66115 und 66121 wurden den Stadtteilen Malstatt oder

Burbach beziehungsweise St. Johann oder Eschberg

zugeordnet. Die Postleitzahlenbereiche 66128 bis 66133, in

denen der Regionalverband kein Jugendzentrum betreibt,

wurden zusammengefasst.

Gewählt wurde eine 5% Stichprobe, also die Befragung

jeder/ jedes Zwanzigsten im Zielalter. Das entspricht einer

Stichprobe von insgesamt 1912 Kindern und Jugendlichen.

Beim Ziehen der Stichprobe und bei der Auswertung

wurden jeweils mehrere Alterskohorten zusammengefasst:

10 bis 13 Jahre, 14 bis 17 Jahre und 18 bis 20 Jahre.

9 Die Daten beruhen auf dem Melderegister der Landeshauptstadt Saarbrücken, Stand: 31.12.2007 und den

Melderegistern der anderen neun Regionalverbandsgemeinden, Stand: 31.12.2006

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 18


5% Stichprobe bei 3 Altersgruppen

10-13 10-13 14-17 14-17 18-20 18-20

Stadtteil/Gemeinde PLZ Männlich Weiblich Männlich Weiblich Männlich Weiblich SUMME:

SB-Alt-Saarbrücken 117 16 16 18 18 17 17 101

SB-Malstatt 113 + 115M 24 24 27 27 25 25 152

SB-St. Johann 111+121S+123 18 18 19 19 24 24 121

SB-Eschberg 121E 5 5 5 5 4 4 29

SB-St. Arnual 119 8 8 9 9 7 7 49

SB-Klarenthal 127 5 5 6 6 5 5 32

SB-Altenkessel 126 6 6 6 6 6 6 36

SB-Burbach 115B 15 15 17 17 13 13 91

SB-Dudweiler 125 16 16 18 18 18 18 104

Rest SB Sonstige bis 133 39 39 43 43 34 34 232

Heusweiler 265 19 20 23 22 14 16 114

Kleinblittersdorf 271 13 12 15 12 11 10 73

Sulzbach 280 18 17 23 19 17 15 110

Quierschied 287 15 14 16 17 12 12 86

Riegelsberg 292 16 15 18 18 11 12 89

Friedrichsthal 299 11 9 13 14 10 9 66

Völklingen 333 45 45 51 47 35 33 258

Püttlingen 346 20 18 25 23 18 17 122

Großrosseln 352 8 8 10 9 7 8 50

SUMME: 1912

Ein besonderes Erkenntnisinteresse bestand in der

Detailbewertung der Jugendzentren. Durch die Auswahl

der Befragungsorte musste sichergestellt werden, dass

sowohl Jugendzentrums-Besucher/innen als auch Nicht-

Besucher/innen der Jugendzentren erfasst werden. Als

Befragungsorte wurden deshalb Jugendzentren,

Freibäder, Schulen, Jugendkulturveranstaltungen und

öffentliche Plätze und Straßen in den Gemeinde- und

Stadtzentren gewählt. Es wurde ein Verhältnis

Stammbesucher zu Nicht- oder Seltenbesucher von

mindestens 1/3 zu 2/3 festgelegt. In allen

Gemeinden/Stadtteilen außer in Kleinblittersdorf und im

Saarbrücker Bezirk Halberg, wo sich aktuell keine

kommunalen Jugendzentren befinden, wurde daher 1/3

der jeweiligen Quote in den Jugendzentren befragt, 2/3

an anderen Orten. 10 Der Anteil der Juz-Besucher/innen ist

in der Stichprobe somit vermutlich höher, als in der

Grundgesamtheit und daher ist die Befragung hinsichtlich

des Merkmals Juz-Besucher bzw. Nicht-Besucher nicht

repräsentativ.

10 Dort, wo einzelne Alterskohorten im Erhebungszeitraum in einem Jugendzentrum nicht anzutreffen waren,

wurde darauf geachtet, dass insgesamt mindestens 1/3 der Befragten aus der entsprechenden PLZ-Geschlecht-

Alter-Quotenvorgabe in die Kategorie C („Ich kenne ein oder mehrere Jugendzentren (JUZ) und habe auch

schon mal eines besucht“) fielen.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 19


1,667%

Stichprobe bei 3 Altersgruppen ohne RestLHS und ohne

Kleinblittersdorf.

10-13 10-13 14-17 14-17 18-20 18-20

PLZ

Männlich Weiblich Männlich Weiblich Männlich Weiblich SUMME:

11 Alt-Saarbrücken 117 5 5 6 6 6 6 34

12 Malstatt 113 + 115M 8 8 9 9 8 8 50

13 St. Johann 111+121S+123 6 6 6 6 8 8 40

14 Eschberg 121E 2 2 2 2 1 1 10

16 St. Arnual 119 3 3 3 3 2 2 16

22 Klarenthal 127 2 2 2 2 2 2 12

23 Altenkessel 126 2 2 2 2 2 2 12

24 Burbach 115B 5 5 6 6 4 4 30

31 Dudweiler 125 5 5 6 6 6 6 34

Heusweiler 265 6 7 8 7 5 5 38

Sulzbach 280 6 6 8 6 6 5 37

Quierschied 287 5 4 5 6 4 4 28

Riegelsberg 292 5 5 6 6 4 4 30

Friedrichsthal 299 4 3 4 5 3 3 22

Völklingen 333 15 15 17 16 12 11 86

Püttlingen 346 7 6 8 8 6 6 41

Großrosseln 352 3 3 3 3 2 3 17

SUMME: 537

Die Erhebung der Grunddaten Geschlecht und Alter ist die

Voraussetzung dafür, dass die Ergebnisse dann auch unter

dem Genderaspekt sowie nach Altersgruppen getrennt

ausgewertet werden können. Dieser Option liegt die

Annahme zugrunde, dass Jungen und Mädchen sowie die

verschiedenen Altersgruppen unterschiedliche

Freizeitinteressen haben können.

Die Erfragung des Wohnortes bzw. Stadtteils ermöglicht die

Zuordnung der Ergebnisse zu den Zielgruppen der

einzelnen Jugendeinrichtungen.

Im Wissen um die verfügbaren Zeit- und

Personalressourcen blieben methodische Kompromisse

unvermeidlich. So hätten bei der Definition der

Quotenstichprobe noch weitere Faktoren wie zum Beispiel

die besuchte Schulform oder die Zugehörigkeit zu einer

Religionsgemeinschaft einbezogen werden können um

z.B. die Interessen und Wünsche muslimischer Mädchen zu

erfassen. Mit Rücksicht auf die personellen und finanziellen

Möglichkeiten – auch im Hinblick auf die Datenerhebung

und -auswertung - hatten wir uns jedoch entschlossen, die

Anzahl der Fragen und die Auswahl der Kontrollmerkmale

auf das absolut Notwendige zu begrenzen.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 20


Die Erhebungstechnik

Die Daten wurden anhand eines standardisierten

Fragebogens erhoben. Die Befragung erfolgte anonym

und als Einzelbefragung. Es wurden ausschließlich

geschlossene Fragen formuliert.

Der Fragebogen gliederte sich in fünf Hauptteile:

1. Fragen zur Quotenkontrolle

2. Fragen zum Allgemeinen Freizeitverhalten

3. Bedarfsermittlung: Welche Erwartungen haben

Jugendliche an ein Jugendzentrum

4. Hemmnisse: Warum gehen manche Jugendliche

nicht in ein Jugendzentrum

5. Kundenbefragung: Wie bewerten (Stamm-)

Besucher/innen das Jugendzentrum

Der Pretest

Im Juni 2008 wurde ein Pretest an einer Erweiterten

Realschule durchgeführt. Dabei wurden 32 Schüler/innen

befragt. Das entspricht1,67% der geplanten Stichprobe. 11

Der Pretest diente dazu, Antworten auf folgende Fragen

zu gewinnen:

o

o

o

o

o

Können genug Jugendliche zum Ausfüllen der

Fragebögen motiviert werden?

Wie viel Zeit wird pro Fragebogen benötigt

Welche Störungen treten auf?

Ist der Fragebogen verständlich?

Sind die Antwortkategorien vollständig?

Alle bis auf zwei Fragebögen waren auswertbar. Die bei

den Interviewer/innen erfragten „Stolpersteine“ und

Auffälligkeiten flossen in die Schulung der

Interviewer/innen ein. Der Fragebogen erwies sich als

brauchbar und verständlich, so dass er ohne Änderung für

die Befragung verwendet werden konnte.

11 Empfohlen wird für den Pretest eine mindestens 1%ige Stichprobe der geplanten Stichprobe bei Befragungen

bzw. die Anzahl von 20-30 Interviews. Friedrichs 1980, S. 221 u. 245

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 21


Die Beteiligung der Fachkräfte in den Jugendzentren

An der Entwicklung des Fragebogens waren auch die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Jugendzentren

und der Jugendpflege beteiligt. Anregungen aus der

Mitarbeiterschaft zur Kategorienbildung wurden

eingearbeitet. Die Unterscheidung nach Wochentag,

Freitag, Samstag und Sonntag bei der Frage nach den

bevorzugten Öffnungszeiten ist das Ergebnis einer

Informationsveranstaltung zur Jugendbefragung.

Ursprünglich war nur eine Differenzierung in wochentags

und Wochenende vorgesehen.

Die Schulung und der Einsatz der Interviewer/innen

Um vollständig ausgefüllte und verwertbare Fragebögen

zu erhalten, wurden diese im Gespräch mit geschulten

Interviewern ausgefüllt. Die 90-minütigen Schulungen

umfassten:

○ Informationen über die Entstehung und das

Erkenntnisinteresse der Befragung

○ Erläuterung zur Zielgruppe und zum Zustandekommen

der Stichprobe nebst Erklärung der Quotentabelle

○ Informationen über den zur Verfügung stehenden

Materialpool

○ eine Einweisung in allgemeine Verhaltensregeln

während des Interviews

○ Hinweise auf eventuelle „Stolpersteine“ im Fragebogen

○ Informationen zum voraussichtlichen Zeitaufwand pro

Befragung

○ Informationen zur Koordination der Befragungsteams

und der Befragungsorte

○ Das Einüben der Befragungssituation durch die

Übernahme der Rollen „Interviewer/in“ und

„befragte/r Jugendliche/r“. Zweierteams befragten

sich in wechselnden Rollen gegenseitig.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 22


Allgemeine Verhaltensregeln während des Interviews:

1) Der/die Interviewer/in tritt freundlich aber bestimmt

auf.

2) Der/die Interviewer/in befragt niemanden, zu dem

eine nähere persönliche oder berufliche

Bekanntschaft besteht.

3) Nur der/die Interviewer/in macht die Einträge im

Fragebogen.

4) Die Sitzordnung ist so, dass die Zielperson während

des gesamten Interviews auf dem Fragebogen

mitlesen kann.

5) Die Zielperson darf nie unter Zeitdruck gesetzt

werden, eine Antwort zu geben. Die Zielperson wird

nicht unterbrochen und ihr wird nicht das Wort

abgeschnitten.

6) Es wird nicht die eigene Meinung während des

Interviews gezeigt. Man hört dem/der Befragten zu.

7) Der Zielperson werden die Antwortmöglichkeiten

mitgeteilt, bevor er/sie aufgefordert wird, sich auf

eine Antwort festzulegen.

8) Der/die Interviewer/in schlägt nie von sich aus eine

Antwort vor.

9) Der/die Interviewer/in muss immer die Führung des

Interviews behalten.

10) Alle Fragen müssen in der vorgegebenen

Reihenfolge gestellt werden.

11) Alle Fragen müssen eindeutig beantwortet werden.

12) Die Fragetexte müssen vollständig vorgelesen

werden.

13) Wird eine Frage von der Zielperson nicht verstanden,

so darf sie keinesfalls inhaltlich interpretiert werden.

Ausgenommen sind unbedingt notwendige

Erklärungen, um Unklarheiten oder

Mehrdeutigkeiten zu beseitigen, bevor die Antwort

im Fragebogen eingetragen wird. Die Frage ist in

diesem Fall auch langsam und deutlich zu

wiederholen.

14) Auf keinen Fall darf der/die Interviewer/in die

Antwort der Zielperson selbst interpretieren oder

suggerieren.

15) Die Zielperson wird nicht bevormundet.

16) Der Zielperson darf nie das Gefühl gegeben

werden, dass sie etwas Falsches gesagt hat.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 23


Die Befragungssituation

Um ein ernsthaftes Ausfüllen der Fragebögen zu

gewährleisten, wurden diese im Dialog ausgefüllt 12 .

Der/Die Interviewer/in trug die Antworten in den Bogen

ein, die Interviewten saßen daneben und konnten

mitlesen. Lücken bei den einzelnen Antworten und

Unklarheiten wurden durch direkte Nachfragemöglichkeit

vermieden. So konnte eine hohe Qualität und

Verwertbarkeit der Rückläufe sicher gestellt werden.

Die Erhebung wurde durch gemeinsame Teams aus Juz-

Mitarbeiter/innen, Mitarbeiter/innen der Jugendpflege,

Führungskräfte, Praktikant/innen, FSJler, und

Zivildienstleistende durchgeführt.

Je nach Erhebungsort mussten bei der Zeitplanung

Vorgespräche mit Veranstaltern, mit Schulleitungen und

Lehrern oder Vorinformationen (Eltern) berücksichtigt

werden.

Der Erhebungszeitraum und die Erhebungsorte

Die Befragungen fanden statt von Juni 2008 bis September

2009.

Um Befragungen in Schulen durchführen zu können,

wurde ein entsprechender Antrag beim Kultusministerium

des Saarlandes gestellt. Bereits im Vorfeld waren die

Schulen über die geplante Befragung informiert und

wurden dann vor den konkreten Terminen nochmals

telefonisch kontaktiert, um Detailabsprachen über die

Uhrzeiten und die Raumnutzung für die Befragung

abzuklären. Es wurde vorwiegend in der ersten und

zweiten großen Pause befragt.

Die Freibäder der Städte und Gemeinden waren sehr

kooperativ. Die Befragung dort fand schwerpunktmäßig

während der Sommerschulferien statt.

Auch mehrere Jugendkulturveranstaltungen wurden für

die Befragung genutzt. Dies ließ sich in der Regel sehr gut

mit einem Infostand und mit Kreativangeboten der

Jugendpflege kombinieren.

12 Abweichend davon wurde Ende Juni 2009 für die restlichen Quoten eine Briefbefragung durchgeführt.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 24


Insgesamt fand die Befragung statt an folgenden Orten:

o 6 Erweiterten Realschulen 13

o 3 Gesamtschulen

o 3 Gymnasien

o 4 Beruflichen Schulen

o 4 Öffentlichen Ausbildungsbetrieben

o 9 Jugendkulturveranstaltungen

o 7 Freibädern

o 24 kommunalen und freien Jugendzentren

o Öffentlichen Plätzen und Ortszentren aller 10

Regionalverbands-Gemeinden

o Bushaltestellen in der Nähe von Schulen

Die Ende Juni 2009 noch ausstehenden Quoten wurden

über eine Briefbefragung abgedeckt. Dazu erhielten wir

von den Meldeämtern das Vierfache der den fehlenden

Quoten entsprechenden Anzahl an Adressdateien.

Die Datenerfassung und -aufbereitung

Die Datenerfassung und Datenaufbereitung erfolgte

elektronisch mittels MS-Excel.

13 Am Erhebungsort Schule können aufgrund der Regelungen zur Schulpflicht die über 15-jährigen nur zum Teil

erfasst werden. Für diese Altersgruppen mussten bevorzugt andere Erhebungsorte gewählt werden.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 25


IV

Die Ergebnisse

Die Repräsentativität

Die Quote wurde zu insgesamt 95,5% erreicht. 1826 der

vorgesehenen 1912 Personen wurden befragt. Die

Kinderquote wurde voll erreicht. Bei den Jugendlichen

konnten die Quoten bis auf ein Mädchen aus Burbach, ein

Mädchen aus Großrosseln und einen Jungen aus Sulzbach

ebenfalls erfüllt werden. Lücken gibt es bei den jungen

Erwachsenen insbesondere in Friedrichsthal (nur vier von

geplanten zehn Jungs und drei von geplanten neun

Mädchen erreicht), Altenkessel (drei von sechs geplanten

Mädchen erreicht) und Klarenthal (drei von sechs

geplanten Jungs erreicht). Die Aussagen über Kinder und

Jugendliche sind somit aussagekräftig, bei den Jungen

Erwachsenen mit Einschränkung.

Eine Vorgabe bei der Auswahl der Befragungsorte war, 1/3

der Personen direkt in den Jugendzentren zu befragen, um

genügend Aussagen von Kindern, Jugendlichen und

jungen Erwachsenen zu haben, die schon einmal ein

Jugendzentrum besucht haben. Dadurch sollten die

Detailbewertungen der Jugendzentren aussagekräftig

werden. Zusätzlich ermöglicht dies, die Aussagen der in

den Jugendzentren Befragten getrennt auswerten und

dadurch Aussagen über genau eines der kommunalen

Jugendzentren erhalten zu können.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 26


Die Kategorie C hat

einen Anteil von

insgesamt 58% (1061

Personen). Die

Quote ist somit mehr

als erfüllt. Direkt in

den Jugendzentren

wurden 439

C Habe

schon ein

Juz besucht

58%

Kategorien

A Kenne

kein Juz

19%

B Kenne

ein Juz

23%

Personen befragt.

Das entspricht 29% der insgesamt Befragten aus den

Einzugsgebieten der 15 kommunalen Jugendzentren und

einem Anteil von 41% aller Befragten, die schon einmal ein

Jugendzentrum besucht haben (Kategorie C).

Vergleicht man nun die Gruppe der Jugendzentrums-

Nutzer/innen (Kategorie C) mit der Gruppe der Nicht-

Nutzer/innen (Kategorie A und B), so findet man unter den

Nutzer/innen zum Einen weniger Kinder und mehr

Jugendliche, zum Anderen weniger Mädchen und

dementsprechend mehr Jungs, als bei den Nicht-

Nutzer/innen. Der niedrige Mädchenanteil an den

Jugendzentrums-Nutzer/innen entspricht bundesweit den

Erfahrungen in koedukativen, offenen Jugendeinrichtungen.

14

Juz-Nutzer/innen (C)

Nicht-Nutzer/innen (A+B)

60%

58%

42%

40%

Mädchen

Jungs

Juz-Nutzer/innen (C)

Nicht-Nutzer/innen (A+B)

42%

44%

29%

31%

27%

27%

Kinder (10-13) Jugendliche (14-17) Junge Erwachsene (18-20)

14 „…sie (die Mädchen) nahmen die Angebote der offenen Jugendarbeit nicht im

gleichen Maße an wie die Jungen. Die BesucherInnenstatistiken belegten eindeutig

die Unterpräsenz des weiblichen Geschlechts in koedukativen Jugendeinrichtungen.“

Möhlke, Gabriele: Mädchen; in: Deinet, Ulrich / Sturzenhecker, Benedikt (Hrsg.):

Handbuch Offene Jugendarbeit, Münster 1998; S. 85

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 27


Das Freizeitverhalten von Kindern, Jugendlichen und

jungen Erwachsenen im Regionalverband Saarbrücken

„Was machst Du in Deiner Freizeit?“ wurden die 1826

ausgewählten Personen gefragt. 22 Freizeitaktivitäten

waren vorgegeben und konnten mit „häufig“,

„gelegentlich“, „selten“ oder „nie“ beantwortet werden.

Freunde treffen ist die häufigste Freizeitbeschäftigung der

Befragten aus dem Regionalverband. 95,5% antworteten

hier mit „häufig“ und „gelegentlich“. Auch Musik hören

(90,1%) und die Beschäftigung mit dem Bildschirm, also mit

Internet (87,3%) beziehungsweise Fernsehen, Video und

DVD (81,5%) sind unter den beliebtesten

Freizeitbeschäftigungen ganz vorne mit dabei. Gleich

danach rangiert der Sport mit 81,2% der Nennungen. Dies

deckt sich mit den Ergebnissen anderer Studien. 15

Freizeitbeschäftigungen häufig und gelegentlich

häufig

gelegentlich

0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000

Freunde treffen

Musik hören

Ins Internet gehen

Fernsehen/Video/DVD

Sport treiben

Für die Schule lernen

daheim helfen

Shoppen gehen

Nichts tun/Chillen

Schwimmen gehen

Ausflüge machen

15 Studie aus Weiden (2005): Ranking 1: Freunde treffen, Ranking 2: Sport treiben, Ranking 3: Musik hören

(Antwort „mache ich am liebsten); Studie aus Wadgassen 2001: Ranking 1: Musik hören, Ranking 2: Freunde

treffen, Ranking 3: Sport treiben (Antwort „häufig“); Studie aus Stuttgart 2007: Ranking 1: Musik, Ranking 2:

Freunde treffen, Ranking 3: TV, Ranking 4: Internet, Ranking 5: DVD/Video (Antwort „regelmäßige Aktivität).

Quellenangaben im Anhang unter „Gesichtete Studien“

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 28


Freizeitbeschäftigungen, die nur von relativ wenigen

häufig und gelegentlich ausgeübt werden, sind Musik

machen (21,1%), in Konzerte gehen (22,2%) und

ehrenamtliches Engagement (26,5%)

Freizeitbeschäftigungen häufig und gelegentlich

häufig

gelegentlich

0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000

Am Computer spielen

Ins Kino gehen

SMSen

Lesen

Gaststätten/Cafés besuchen

Sportveranstaltungen besuchen

In die Disco gehen

Jobben

Ehrenamtlich engagieren

Konzerte besuchen

Musik machen

Im Vergleich der Geschlechter und der Altersgruppen

werden unterschiedliche Freizeitinteressen deutlich. Der

Vergleich Mädchen – Jungs zeigt, dass zwar Freunde

treffen, Internet und Musik hören bei beiden sehr beliebt

sind, dass aber bei den Jungs der Sport und das Nichts

tun/Chillen einen deutlich höheren Stellenwert genießen.

Bei den Mädchen hingegen haben das Shoppen gehen

und für die Schule zu lernen eine größere Bedeutung.

Die 10 beliebtesten Freizeitbeschäftigungen (Antwort „häufig“)

Jungs

Mädchen

Freunde treffen

75,6%

Freunde treffen

78,4%

Ins Internet gehen

63,4%

Musik hören

71,2%

Musik hören

61,7%

Ins Internet gehen

55,2%

Sport treiben

58,9%

Shoppen gehen

48,8%

Nichts tun/Chillen

38,6%

Für die Schule lernen

43,1%

Fernsehen/Video/DVD

37,1%

daheim helfen

38,6%

Am Computer spielen

31,2%

SMSen

35,8%

Für die Schule lernen

30,6%

Fernsehen/Video/DVD

35,7%

daheim helfen

27,4%

Sport treiben

35,7%

Sportveranstaltungen

25,9%

Nichts tun/Chillen

28,5%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 29


Im Vergleich der Altersgruppen liegen Freunde treffen,

Musik hören, ins Internet gehen und Sport treiben

gleichermaßen vorne. Nichts Tun und Shoppen spielen als

Freizeitbeschäftigungen im Jugendalter eine Rolle,

verlieren diese aber nach der Pubertät wieder. Dafür

gewinnen Fernsehen/Video/DVD in der Freizeit in

zunehmendem Alter an Bedeutung.

Die 10 beliebtesten Freizeitbeschäftigungen (Antwort „häufig“)

Kinder

Jugendliche

Junge Erwachsene

Freunde treffen

71,1%

Freunde treffen

80,6%

Freunde treffen

79,3%

Musik hören

55,8%

Musik hören

72,3%

Musik hören

71,3%

Sport treiben

54,6%

Ins Internet gehen

64,4%

Ins Internet gehen

65,2%

Ins Internet gehen

49,0%

Sport treiben

45,3%

Sport treiben

41,3%

Schwimmen gehen

42,2%

Nichts tun/Chillen

38,6%

Fernsehen/Video/DVD

38,0%

Für die Schule lernen

41,7%

Shoppen gehen

36,2%

daheim helfen

35,8%

Fernsehen/Video/DVD

39,5%

Für die Schule lernen

33,8%

Für die Schule lernen

35,0%

Nichts tun/Chillen

33,7%

Fernsehen/Video/DVD

32,6%

SMSen

34,8%

daheim helfen

Am Computer spielen

33,5%

31,3%

daheim helfen

SMSen

30,4%

30,2%

Gaststätten/Cafés

besuchen

Nichts tun/Chillen

27,2%

26,4%

Ein weiteres Beispiel für eine Freizeitbeschäftigung, die mit

zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt, ist „in die

Disco gehen“. Die geringe Zahl an Kinderdiscos und die

Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen bei den

Abend- und Wochenenddiscos erklären die Steigerung

von 2,4% bei den Kindern über 7,9% bei Jugendlichen hin

zu 23,4% der jungen Erwachsenen, die hier mit „häufig“

antworten. Umgekehrt verlieren die

Freizeitbeschäftigungen „Am Computer spielen“ (68,5%;

24,6%; 14,2%) und Ins Kino gehen (55,9%; 9,3%, 7,7%) mit

zunehmendem Alter an Bedeutung.

Bei der Frage, wo die Befragten ihre Freizeit hauptsächlich

verbringen, antworteten 61% „im eigenen Ort“, 18% „im

benachbarten Ortsteil“ und 21% „in anderen Ortsteilen,

Gemeinden oder Städten“. Die Hypothese, dass mit

zunehmendem Alter die Mobilität und damit auch die

Orientierung vom Ort oder Ortsteil weg passiert, kann

bestätigt werden. Je älter, desto eher eignen sich die

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 30


Befragten weiter entfernte Räume als Freizeitorte an.

Darüber hinaus kann man feststellen, dass sich Jungs eher

als die Mädchen am eigenen Wohnumfeld orientieren.

Anteil der Befragten, die ihre Freizeit vorwiegend im

eigenen Ortsteil verbringen

Jungs

67%

Mädchen

54%

Kinder

76%

Jugendliche

56%

Junge Erw achsene

47%

Anteil der 10-jährigen, 11-jährigen etc., die ihre

Freizeit meistens in anderen Ortsteilen,

Gemeinden oder Städten verbringen

40%

30%

20%

10%

0%

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Alter

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 31


Bedarfsermittlung – Erwartungen Jugendlicher an ein

Jugendzentrum

Die Erwartungen der an der Studie teilnehmenden

Jugendlichen an ein Jugendzentrum wurden für vier

Themenbereiche erhoben:

„Ausstattung und Angebote“ thematisiert, was

Jugendliche in einem Jugendzentrum vorfinden wollen,

während „Öffnungstage“ und „Öffnungszeiten“ über die

Struktur individuell präferierter Zeitfenster für

Jugendzentrums-Besuche Aufschluss geben. Die

„Imagebewertung“ dient dem Abgleich, inwiefern die

Erwartungen durch die bisherige Jugendzentrums-Praxis

erfüllt werden.

1. Ausstattung und Angebote

Ausstattung und Angebote wurden durch Ankreuzen in

einer vorgegebenen Liste mit 38 Items erhoben.

Zu den meistgefragten Bedarfen unter den Angeboten

und Ausstattungen der Jugendzentren gehören günstige

Getränke, gemütliche Sitzecke, sowie günstige Snacks.

Diese „versüßen“ anscheinend den Aufenthalt im

Jugendzentrum, bzw. sind für den Treffcharakter des

offenen Bereiches wichtig. Die nächst häufig genannten

Angebote richten sich an (homogene und heterogene)

Gruppen: Ferien- und Wochenendfreizeiten, Parties und

Ausflüge. Hieran schließen sich sportliche Tischgeräte und

–spiele an: Billard, Kicker und Tischtennis. Beratung für

Jugendliche wird an zehnter Stelle genannt. Für ca. 2/3

der Jugendlichen interessant sind Angebote wie:

Internetcafé, Turniere, Küche zum gemeinsamen Kochen,

spezielle Angebote für Jungs, Bewerbungstraining und

Jugendzeitschriften. Mehr als die Hälfte der Befragten

wollten spezielle Angebote für Mädchen, selbstverwaltete

Bereiche, Videospiele, Kraftsportraum, Filmvorführungen,

Diskussionsrunden, Discos und eine Möglichkeit zum

Hausaufgaben machen.

Weniger nachgefragte Angebote sind solche, die bereits

nicht mehr umfassend bekannt und deshalb nicht attraktiv

sind (z.B. Flipper), oder Angebote, die nur für spezielle

Gruppen attraktiv sind und diese ansprechen (Graffiti

sprühen, Alkohol ab 16, Konzerte, Tanzkurse). Auch

Brettspiele stehen nicht hoch im Kurs.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 32


In einem Jugendzentrum soll es geben...

günstige Getränke

gemütliche Sitzecke

günstige Snacks

Ferien- oder Wochenendfreizeiten

Partys

Ausflüge

Billard

Kicker

Tischtennisplatte

Beratung für Jugendliche

Internetcafé

Turniere

Küche zum gemeinsamen Kochen

Spezielle Angebote für Jungs

Bewerbungstraining

Jugendzeitschriften

Spezielle Angebote für Mädchen

Selbstverwaltete Bereiche

Videospiele

Kraftsportraum

Filmaufführungen

Diskussionsrunden

Möglichkeit, Hausaufgaben zu machen

Discos

Flipper

Fläche zum Grafiti sprühen

Alkohol ab 16

Konzerte

Tanzkurse

Airhockey

Brettspiele

Bandproberaum

Aufnahmestudio

Fotokurse

Musikunterricht

Videokurse

Theatergruppe

Theateraufführungen

23,2%

21,0%

96,5%

95,6%

89,5%

87,7%

87,1%

84,8%

84,1%

83,2%

78,7%

76,7%

73,4%

69,2%

68,9%

68,2%

67,1%

65,7%

62,7%

62,5%

61,9%

60,1%

56,4%

55,8%

55,1%

54,3%

52,4%

51,8%

51,1%

51,0%

49,6%

49,6%

48,8%

48,6%

44,1%

40,3%

36,0%

31,6%

Der musische Bereich bildet die am wenigsten

nachgefragten Angebote ab: Bandproberaum,

Aufnahmestudio, Fotokurse, Musikunterricht, Videokurse

sowie Theatergruppen und –aufführungen, die deutlich

abgeschlagen am Ende stehen. Mit Ausnahme der

kreativ-musischen Angebote werden alle Angebote von

wenigstens der Hälfte der Befragten thematisiert. Die

Angebote der Jugendzentren treffen also den Nerv der

Jugendlichen, wenngleich sich einzelne Rangplätze in

unterschiedlichen Gruppen unterschiedlich darstellen.

So fragen Jungs sehr stark Billard und Kicker nach (Plätze 3

und 4), also Angebote, die in fast jedem Jugendzentrum

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 33


vorgehalten werden und die auch Wettbewerb und

Vergleich zulassen.

Mädchen ist offensichtlich der Treff- und Geselligkeitsfaktor

sehr wichtig; so landen gemütliche Sitzecke, günstige

Getränke, günstige Snacks, Ferien- und

Wochenendfreizeiten, Parties und Ausflüge auf den ersten

Rängen. Alkohol und Kraftsportraum sind weit weniger von

Mädchen nachgefragt als von Jungs.

Geschlechtsspezifische Angebote für das eigene

Geschlecht werden von beiden Geschlechtern ähnlich

nachgefragt, jedoch sind Jungs Mädchenangebote im

Juz weit weniger wichtig als den Mädchen die

Jungenangebote.

Die Top 10 im Geschlechtervergleich

Jungs

Mädchen

günstige Getränke

98,7%

gemütliche Sitzecke

96,9%

gemütliche Sitzecke

96,6%

günstige Getränke

96,7%

Billard

94,5%

günstige Snacks

89,4%

Kicker

92,8%

Ferien- oder Wochenendfreizeiten

88,8%

günstige Snacks

91,9%

Partys

87,7%

Ferien- oder Wochenendfreizeiten

88,8%

Ausflüge

85,0%

Partys

88,6%

Beratung für Jugendliche

79,2%

Turniere

87,5%

Küche zum gemeinsamen Kochen

76,5%

Ausflüge

86,7%

Kicker

75,7%

Tischtennisplatte

86,6%

Billard

75,7%

Erwartungsgemäß sind Alkohol ab 16 und Konzerte für

Kinder kein bedeutsames Thema. Selbstverwaltung,

Diskussionsrunden und Bewerbungstraining werden zwar

anerkannt, stellen jedoch aufgrund der biographischen

Situation bislang keinen Interessenschwerpunkt dar. So

finden sich auf den ersten Rängen trefftypische,

geselligkeitstypische und spielbezogene Angebote. Da für

Kinder der Mobilitätsradius nicht die Reichweite von

Jugendlichen und Erwachsenen erreicht, verwundert es

auch nicht, dass Ferienfreizeiten und Ausflüge die Ränge 3

und 4 belegen.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 34


Die Auswertung der Altersgruppe der Jugendlichen zeigt

keine nennenswerten Unterschiede zur

Gesamtauswertung. Drei Viertel der Altersgruppe der

Jugendlichen möchten Alkohol ab 16 im Jugendzentrum.

Die Beurteilung von „Alkohol ab 16“ ergibt

erwartungsgemäß für die Zielgruppe der Jugendlichen

einen höheren Rang, was jedoch aus der niedrigeren

Bedeutung für Kinder resultiert, die das Gesamtergebnis im

Komplettscore nach unten korrigiert.

Junge Erwachsene: Hier landen trefftypische Angebote

und Spielangebote auf den ersten Plätzen, etwas

abgeschlagen gefolgt von Ferienfreizeiten und Ausflügen.

Konzerte und Diskos landen auf höheren Rängen, als in

den anderen Altersgruppen.

Die Top 10 im Vergleich der Altersgruppen

Kinder Jugendliche Junge Erwachsene

günstige Getränke

96,5%

gemütliche Sitzecke

97,6%

günstige Getränke

95,3%

gemütliche Sitzecke

93,9%

günstige Getränke

97,3%

gemütliche Sitzecke

94,7%

Ferien- oder

Wochenendfreizeiten

93,0%

günstige Snacks

91,2%

günstige Snacks

87,8%

Ausflüge

89,3%

Partys

89,8%

Billard

87,0%

günstige Snacks

89,0%

Ferien- oder

Wochenendfreizeiten

88,7%

Partys

86,0%

Tischtennisplatte

85,1%

Billard

85,7%

Kicker

83,3%

Partys

84,8%

Ausflüge

84,7%

Beratung für Jugendliche

80,1%

Kicker

82,7%

Kicker

83,6%

Ferien- oder

Wochenendfreizeiten

79,7%

Billard

79,9%

Internetcafé

79,0%

Ausflüge

79,3%

Turniere

79,6%

Tischtennisplatte

78,0%

Tischtennisplatte

71,5%

Die Befragten, die schon einmal ein Jugendzentrum

besucht hatten (Nutzer), fragen die Möglichkeit zum

Hausaufgabenmachen nicht so stark nach. Die weiteren

Verschiebungen im Vergleich zur Gesamtauswertung

zeigen keine starken Veränderungen.

Die Befragten, die noch nie ein Juz besucht hatten:

Interessanterweise setzt sich die Rangreihenfolge der

Angebote nicht wesentlich von der Gesamtauswertung

ab. Billard kommt keine ganz so zentrale Rolle zu,

wohingegen Jugendzeitschriften, die Möglichkeit zum

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 35


Hausaufgabenmachen etwas höher als in den anderen

Auswertungen steigen. Jungen- und Mädchenarbeit

belegen eng beieinander die Ränge 17 und 18.

Die in den Jugendzentren Befragten bilden die

Nachfragesituation der Praxis ab. Alkohol ab 16 ist für die

Hälfte der in den Jugendzentren Befragten ein Thema.

Günstige bis konsumfreie Angebote mit Treffcharakter und

Geselligkeitsfaktor stehen an den ersten Stellen:

Ferienfreizeiten stehen auf dem Rang 3, Ausflüge auf Rang

5, Parties auf Rang 6.

Billard (Rang 4), Kicker (Rang 8), Tischtennisplatte (Rang

10) und Turniere als Durchführungsform (11) stellen die

beliebtesten Spielangebote dar.

Internetcafé auf Platz 9 zeigt ebenfalls einen starken

Bedarf.

Anteil der Befragten, die im Juz Alkohol

ab 16 wichtig finden

Jungs

Mädchen

47%

56%

Kinder

43%

Jugendliche

66%

Junge Erwachsene

40%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 36


2. Öffnungstage

2.1 Prämisse

Die an der Studie teilnehmenden Kinder, Jugendlichen

und jungen Erwachsenen sollten aus den sieben

Wochentagen exakt fünf als gewünschte Öffnungstage

auswählen. Während der Durchführung der Befragungen

hat sich gezeigt, dass die Vorgabe genau fünf

Wochentage zu benennen die Differenzierung dreier

analytischer Gruppen verhinderte: Ein Teil der Befragten

weist flexible oder keine zeitliche Strukturierungen ihrer

Freizeit im Wochenablauf auf und thematisiert somit die

reinen Wunschöffnungstage. Ein weiterer Teil der

Befragten, dessen Freizeit von einer relativ rigiden

Freizeitwochenstruktur (z.B. zeitliche Einbindung in Vereine,

Kirchengemeinden usw.) bestimmt ist, benannte die von

dieser Struktur freibleibenden Tage als

Wunschöffnungstage. Als Schnittmenge dieser beiden

Gruppen kann der Teil der Befragten gelten, die sich

aufgrund Ihres Nutzungsverhaltens oder anderer

Zeitstrukturen mitunter weniger als fünf Öffnungstage

wünschen. Diese wurden aufgefordert, dennoch fünf

Öffnungstage auszuwählen.

Diese Vorgehensweise führt dennoch nicht zu

Verzerrungen bzgl. des Erkenntnisinteresses, da als

gewünschte Öffnungstage nicht nur reine

Wunschvorstellungen geäußert werden; diese erfahren

mitunter aufgrund zeitlicher Restriktionen sogar ein

Korrektiv: Wunschöffnungstage spiegeln dann zum Teil

sogar die Besuchstage, für die eine reelle und nicht

lediglich fiktive Chance eines Besuchs besteht.

Die Auswertung erfolgte über die Anzahl der Nennungen

für die jeweiligen Wochentage, eine Gewichtung der

gewünschten Besuchtage war im Fragebogen nicht

vorgesehen.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 37


2.2 Befragte insgesamt

Die Gesamtauswertung über alle Befragten legt bei einer

Strukturvorgabe von fünf Öffnungstagen eine Öffnung

von dienstags bis samstags nahe. Während eine Öffnung

montags nur knapp hinter den Nennungen für dienstags

liegt, spielt eine Öffnung sonntags nur eine

untergeordnete Rolle.

91,0%

82,9%

63,4%

67,7%

73,9%

70,7%

49,1%

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

2.3 gewünschte Öffnungstage nach Geschlechtern

Die Auswertung der gewünschten Öffnungstage nach

Geschlechtern zeigt die gleiche Rangfolge der

Gesamtauswertung bei leicht veränderten Prozentwerten

in den einzelnen Zellen. So zeigen sich bei der Analyse der

Wochentage zwischen den Geschlechtern

unterschiedliche Gewichtungen: Freitag und Samstag sind

für mehr Mädchen als Öffnungstag bedeutsam als für

Jungs. Demgegenüber sind dienstags bis donnerstags

einer größeren Gruppe von Jungs als Öffnungstag wichtig.

Freitag Samstag Mittwoch Donnerstag Dienstag Montag Sonntag

M 89,9% 80,2% 75,4% 72,5% 69,8% 63,7% 47,7%

W 92,0% 85,7% 72,4% 68,8% 65,5% 63,1% 50,4%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 38


2.4 gewünschte Öffnungstage nach Altersgruppen

Während sich in den Altersgruppen der Jugendlichen und

jungen Erwachsenen die gleiche Rangreihenfolge wie in

der Gesamtauswertung ergibt, verändert sich in der

Gruppe der Kinder die Rangfolge zugunsten des Montag

und zu Lasten des Dienstag:

Kinder: An diesen Tagen soll ein Jugendzentrum geöffnet

sein…

(Die 5 bevorzugten Tage konnten ausgew ählt w erden)

84,8%

73,3%

68,2%

73,3% 72,0%

78,1%

48,7%

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

Die Struktur der Wochentage Montag bis Donnerstag

scheint bei Kindern nicht das Maß der Differenzierung zu

erreichen, wie es bei Jugendlichen und Erwachsenen der

Fall ist.

Für die verschiedenen Altersgruppen haben die

Öffnungstage unterschiedliche Gewichtungen: Freitag

und Samstag stellen die wichtigsten Öffnungstage dar,

sind jedoch gemessen an der Hauptzielgruppe der

Jugendlichen für Kinder weniger, für junge Erwachsene

stärker von Bedeutung:

Kinder Jugendliche Junge Erwachsene

Freitag 84,8% 93,5% 95,1 %

Samstag 78,1% 83,8% 87,8%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 39


Der Vergleich bestätigt die Orientierung an den

Öffnungstagen mittwochs bis samstags für alle

Altersgruppen. Während jedoch der Montag von Kindern

stärker präferiert wird, ziehen Jugendliche und junge

Erwachsene den Dienstag vor.

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

Kinder 73,3% 68,2% 73,3% 72,0% 84,8% 78,1% 48,7%

Jugendliche 62,4% 68,8% 75,1% 69,4% 93,5% 83,8% 46,6%

Junge Erwachsene 52,5% 65,4% 73,0% 70,9% 95,1% 87,7% 53,0%

2.5 gewünschte Öffnungstage in Abhängigkeit vom

Jugendzentrums-Besuch

Befragte, die bereits ein Jugendzentrum besucht haben,

zeigen die Rangreihenfolge der Gesamtauswertung:

Freitag Samstag Mittwoch Donnerstag Dienstag Montag Sonntag

92,3% 80,6% 76,4% 75,4% 71,2% 60,3% 43,0%

Bei Befragten, die noch nie ein Jugendzentrum besucht

haben, verändert sich die Rangfolge zugunsten des

Montag und zu Lasten des Dienstag:

Freitag Samstag Mittwoch Montag Donnerstag Dienstag Sonntag

89,2% 86,1% 70,5% 67,7% 64,2% 62,9% 57,7%

In beiden Gruppen stellen Freitag und Samstag die

wichtigsten gewünschten Öffnungstage dar.

2.6 gewünschte Öffnungstage der Besucher/innen der

kommunalen Jugendzentren

Die in den Jugendzentren des Jugendamtes des

Regionalverbandes Befragten bestätigen die

Öffnungstage dienstags bis samstags. Hier bildet sich

jedoch eine andere Reihenfolge und eine andere

Gewichtung ab: Von dienstags bis freitags nimmt die

Bedeutung der Öffnungstage zu, während der Samstag in

seiner Bedeutung mit knappem Abstand auf Rang 5

verwiesen wird. Montag und Sonntag kommt mit großem

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 40


Abstand nur eine nachrangige Bedeutung zu. Hier ist der

stärkste Unterschied zu den übrigen Tagen unter allen

Auswertungen festzustellen.

An diesen Tagen soll ein Jugendzentrum geöffnet sein…

(in den Juzen Befragte)

(Die 5 bevorzugten Tage konnten ausgew ählt w erden)

90,9%

77,4%

79,7%

83,6%

76,5%

55,6%

36,2%

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

2.7 Zusammenfassung

Die Daten der Frage nach den gewünschten

Öffnungstagen bestätigen im Wesentlichen die derzeitige

Praxis: die Jugendzentren des Regionalverbandes

Saarbrücken öffnen von Dienstag bis Samstag die Tore für

ihre Zielgruppen.

Die in den vorangegangen Absätzen dargestellten

Ergebnisse zeigen, dass die Zielgruppe der Kinder sowie

die Gruppe der Befragten, die bislang kein Jugendzentrum

besucht hatten, den Montag als Öffnungstag gegenüber

dem Dienstag vorziehen. Befragte, die ein Jugendzentrum

besuchen, bzw. Jugendliche und junge Erwachsene als

Altersgruppen profitieren also derzeit stärker von der

aktuellen Praxis der Öffnungstage. Im Wesentlichen hat

sich darüber hinaus gezeigt, dass dem Mittwoch sowie

den klassischen „Weg-geh-Tagen“, Freitag und Samstag

eine höhere Bedeutung zukommt. Insbesondere Freitag

und Samstag heben sich klar ab.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 41


3. Öffnungszeiten

Die Befragten wurden aufgefordert, für Wochentage

allgemein und für Freitage, Samstage und Sonntage

jeweils ein Zeitfenster im Rahmen von 6 Stunden aus einer

vorgegebenen Menge möglicher Öffnungszeiten

herauszusuchen. Hiermit sind konzeptionelle

Vereinfachungen geschaffen, die eine Feinanalyse nicht

zulassen und zu Artefaktbildungen führen könnten.

3.1 Gewünschte Öffnungszeiten an Wochentagen

Im arithmetischen Mittel aller Fragebögen ergibt sich ein

durchschnittliches Zeitintervall von 14:43 Uhr bis 20:43 Uhr

als Öffnungszeit. Dieser Wert kann jedoch nur als

Anhaltspunkt, nicht jedoch als valide gelten, da ein Teil

der Antworten im sehr frühen und sehr späten Zeitsegment

als nicht realistisch eingeschätzt werden darf.

Gewünschte Öffnungszeiten an Wochentagen

600

Durchschnitt: 14:43 Uhr bis 20:43 Uhr

500

Anzahl Nennungen

400

300

200

100

0

12:00-18:00 13:00-19:00 14:00-20:00 15:00-21:00 16:00-22:00 17:00-23:00 18:00-24:00

Nach Geschlecht:

Im arithmetischen Mittel aller Fragebogen ergibt sich als

Öffnungszeit ein durchschnittliches Zeitintervall von: 14:46

Uhr bis 20:46 Uhr für Jungs und 14:39 Uhr bis 20:39 Uhr für

Mädchen

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 42


Nach Altersgruppen:

Die Altersgruppe der Kinder wünscht sich im

arithmetischen Mittel ein Öffnungsintervall von 14:05 Uhr bis

20:05 Uhr. Der arithmetische Mittelwert führt jedoch hier

möglicherweise zu einer Fehleinschätzung, da Schulpflicht

einerseits einen Besuch vor 13:30 Uhr als illusionär

erscheinen lässt, andererseits die Altersgruppe

Öffnungszeiten in den spätesten Abendstunden

höchstwahrscheinlich nicht wahrnehmen kann oder darf

(Begrenzungen durch Mitarbeiter/innen der Einrichtungen

und/oder elterliche Anweisungen).

Die Altersgruppe der Jugendlichen zeigt mit 14:58 Uhr –

20:58 Uhr als Öffnungsintervall ein realistischeres Abbild, da

die Zahl der Nennungen in den extremen Randbereichen

zahlenmäßig viel schwächer ausfällt.

Für junge Erwachsene ist das Öffnungsintervall 15:09 Uhr –

21:09 Uhr offenbar eine attraktive Ausrichtung.

Beurteilt an der Altersgruppe der Jugendlichen, die derzeit

das Hauptsegment darstellen, scheint sich abzuzeichnen,

dass sich Öffnungszeiten von 15:00 Uhr bis 21:00 Uhr als

sinnvoll darstellen. Bei der Berücksichtigung der Streuung

der Bandbreite kann eine Öffnungszeit im Bereich von

14:00 Uhr bis 22:00 Uhr diskutiert werden, was auch den

beiden anderen Altersgruppen Rechnung tragen würde.

Regelöffnungszeit derzeit

Nach Jugendzentrums-Besuch:

Die Auswertung für Befragte, die bereits ein

Jugendzentrum besucht haben, zeigt ein arithmetisch zu

kalkulierendes Öffnungsintervall von 14:51 Uhr bis 20:51 Uhr.

Grenzt man auch hier die eigentlich als unrealistisch zu

bezeichnenden Zeiträume aus, so stellt sich eine

Bandbreite von 14:00 Uhr - 22:00 Uhr mit einem Kern von

15:00 Uhr bis 21:00 Uhr dar.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 43


Bei Befragten, die noch nie ein Jugendzentrum besucht

haben, ergibt sich ein Öffnungsintervall von 14:31 Uhr bis

20:31 Uhr. Grenzt man auch hier die eigentlich als

unrealistisch zu bezeichnenden Zeiträume aus, so stellt sich

eine Bandbreite von 14:00 Uhr - 22:00 Uhr als gewünscht

dar, jedoch liegt nun der Schwerpunkt eindeutig früher:

das Schema 14:00 Uhr -20:00 Uhr dominiert knapp hinter

15:00 Uhr - 21:00 Uhr, während die Nennungen für 16:00 Uhr

– 22:00 Uhr deutlich zurückfallen.

Für die in den kommunalen Jugendzentren Befragten

käme ein theoretisches Öffnungsintervall von 14:53 Uhr bis

20:53 Uhr in Frage. Grenzt man auch hier die eigentlich als

unrealistisch zu bezeichnenden Zeiträume aus, so stellt sich

eine Bandbreite von 14:00 Uhr - 22:00 Uhr, mit einem Kern

von 15:00 Uhr bis 21:00 Uhr sehr deutlich heraus.

3.2 Gewünschte Öffnungszeiten an Freitagen

Die Gesamtauswertung aller Antworten ergibt einen

arithmetischen Durchschnittsbereich für 16:06 Uhr – 22:06

Uhr. Dieses Bild wird auch durch die Kurvenverteilung

unterstützt: der Scheitelpunkt liegt bei einer Öffnungszeit

von 16:00 Uhr – 22:00 Uhr, während ein immer noch

kräftiger Bereich eine Streuung zwischen 14:00 Uhr und

24:00 Uhr nahelegt. Im Zusammenhang mit diversen

Programmangeboten wäre zu diskutieren, ob eine

Öffnung von 16:00 Uhr – 22:00 Uhr als Kernbereich mit einer

potentiellen Verlagerung in spätere Zeiten für spezielle

Angebote regional Sinn macht.

Gewünschte Öffnungszeiten an einem Freitag

350

Durchschnitt: 16:06 Uhr bis 22:06 Uhr

300

Anzahl Nennungen

250

200

150

100

50

0

10:00-

16:00

11:00-

17:00

12:00-

18:00

13:00-

19:00

14:00-

20:00

15:00-

21:00

16:00-

22:00

17:00-

23:00

18:00-

24:00

19:00-

01:00

20:00-

02:00

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 44


Nach Geschlecht:

Für Jungs ergibt das arithmetische Mittel 16:00 Uhr bis 22:00

Uhr, während sich die Bandbreite mit einem

herausragenden Scheitelpunkt (16 Uhr – 22 Uhr) von 14:00

Uhr bis 24:00 Uhr erstreckt. Für Mädchen ergibt dies ein

arithmetisches Mittel von 16:12 Uhr bis 22:12 Uhr, während

sich die Bandbreite mit einem Scheitelpunkt bei 16 – 22 Uhr

knapp vor der zweiten Nennung 17:00 Uhr – 23:00 Uhr von

15:00 Uhr bis 24:00 Uhr streckt.

Nach Altersgruppen:

Der arithmetische Durchschnitt in der Altersgruppe der

Kinder käme einer Öffnung von 14:40 Uhr bis 20:40 Uhr

gleich. Der Scheitelpunkt der Verteilung läge bei einer

Öffnung 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Die Antworten der

Altersgruppe der Jugendlichen ergeben eine

Durchschnittsöffnung von 16:34 Uhr – 22:34 Uhr auf, der

Peak liegt bei 16:00 Uhr – 22:00 Uhr bei einer Breite bis 24:00

Uhr. Erwartungsgemäß ergibt sich in der Altersgruppe der

jungen Erwachsenen der höchste Durchschnittswert von

17:14 Uhr – 23:14 Uhr mit einem Peak bei 18:00 Uhr -24:00

Uhr und einer Breite von 16:00 Uhr bis 02:00 Uhr.

Nach Jugendzentrums-Besuch:

Für Jugendzentrums-Besucher ergibt das arithmetische

Mittel 16:14 Uhr bis 22:14 Uhr. Nicht-Juz-Besucher und die in

den kommunalen Jugendzentren Befragten unterscheiden

sich kaum bzgl. der gewünschten Öffnungszeiten für

Freitag: Das arithmetische Mittel ergibt 15:54 Uhr bis 21:54

Uhr bzw.15:55 Uhr bis 21:55 Uhr. In allen Gruppen streckt

sich die Bandbreite mit einem herausragenden

Scheitelpunkt (16 Uhr – 22 Uhr) von 14:00 Uhr bis 24:00 Uhr.

Regelöffnungszeit derzeit

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 45


Resümee:

Sowohl die arithmetischen Mittel als auch die Analyse der

Scheitelpunkte legen ein allgemeines Öffnungsintervall

von 16:00 Uhr – 22:00 Uhr nahe, das in Anpassung an

konkrete Anforderungen (Programme) durchaus einen

Spielraum zwischen 14:00 Uhr bis 24:00 Uhr möglich lässt.

3.3 Gewünschte Öffnungszeiten an Samstagen

Das arithmetische Mittel weist 16:07 Uhr – 22:07 Uhr, mit

zwei Spitzen bei 16:00 Uhr – 22:00 Uhr und 18:00 Uhr - 24:00

Uhr und einem hohen Bedarf bei 17:00 Uhr bis 23:00 Uhr

aus. Die Verteilung der Kurve stellt sich nicht gleichmäßig

dar, es gibt offenbar noch einen zusätzlichen starken

Bedarf im Segment 20:00 Uhr – 02:00 Uhr.

Bevorzugte Öffnungszeiten an einem Samstag

300

Durchschnitt: 16:07 Uhr bis 22:07 Uhr

Anzahl Nennungen

250

200

150

100

50

0

10:00-

16:00

11:00-

17:00

12:00-

18:00

13:00-

19:00

14:00-

20:00

15:00-

21:00

16:00-

22:00

17:00-

23:00

18:00-

24:00

19:00-

01:00

20:00-

02:00

Nach Geschlecht:

Die von Jungs favorisierten Öffnungszeiten liegen im

arithmetischen Mittel bei 16:01 Uhr – 22:01 Uhr. Hier sind

drei Spitzen zu erkennen: 16:00 Uhr – 22:00 Uhr / 18:00 Uhr

– 24:00 Uhr (stärkster Peak) / 20:00 Uhr – 02:00 Uhr. Die von

Mädchen favorisierten Öffnungszeiten weichen im

arithmetischen Mittel kaum von denen der Jungs ab,

liegen bei 16:14 Uhr bis 22:14 Uhr mit drei Spitzen im

Kurvenverlauf 16:00 Uhr – 22:00 Uhr (stärkster Peak) / 17:00

Uhr – 23:00 Uhr / 18:00 Uhr – 24:00 Uhr. Ein weiterer starker

Ausschlag liegt bei 20:00 Uhr – 02:00 Uhr. Der Vergleich der

Peaks zeigt, dass für Mädchen das Juz zu anderen

Schwerpunktzeiten, als denen der Jungs attraktiv ist.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 46


Nach Altersgruppen:

Das arithmetische Mittel der von Kindern gewünschten

Öffnungszeiten liegt bei 14:22 Uhr – 20:22 Uhr mit der Spitze

bei 15:00 Uhr – 21:00 Uhr. Jugendliche wollen die

Einrichtungen später besuchen: Das arithmetische Mittel

der Hauptzielgruppe steht bei 16:49 Uhr – 22:49 Uhr mit vier

starken Peaks: 16:00 Uhr – 22:00 Uhr (stärkster Peak) / 17:00

Uhr – 23:00 Uhr / 18:00 Uhr – 24:00 Uhr. Ein weiterer starker

Ausschlag liegt bei 20:00 Uhr – 02:00 Uhr. Für junge

Erwachsene verlagert sich erwartungsgemäß der Bedarf

später in die Nachmittagstunden mit einem arithmetischen

Wert von 17:23 Uhr – 23:23 Uhr und hat zwei diskrete

Ausprägungen: 18:00 Uhr – 24:00h Uhr und 20:00 Uhr – 02:00

Uhr.

Nach Jugendzentrums-Besuch:

Der arithmetische Durchschnitt für Jugendzentrums-

Besucher liegt bei 16:19 Uhr – 22:19 Uhr, für Nicht-Juz-

Besucher bei 15:51 Uhr – 21:51 Uhr und für die in den

Jugendzentren Befragten bei 15:52 Uhr – 21:52 Uhr.

Regelöffnungszeit derzeit

Resümee:

Die arithmetischen Mittel weisen einen Bedarf von 16:00

Uhr bis 22:00 Uhr aus, während die Spitzen der

Verlaufskurven auch einen Bedarf von 17:00 Uhr – 23:00 Uhr

nahelegen. Offenbar gibt es eine Tendenz, Jugendzentren

zu „üblichen“ Zeiten zu besuchen und eine zweite

Tendenz, Jugendzentren an Samstagen als „Ausgeh-

Alternative“ zu nutzen, bzw. kann diskutiert werden, ob der

Anteil der Jugendliche, die diese Öffnungszeit favorisieren

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 47


als „Veranstaltungsgänger“ charakterisiert werden kann.

Das könnte den mitunter doch kräftigen Bedarf einer

Öffnungszeit von 20:00 Uhr – 02:00 Uhr erklären.

3.4 Gewünschte Öffnungszeiten an Sonntagen

Die Erhebung der Öffnungszeiten für eine Sonntagsöffnung

erfolgte in der Annahme, dass der Sonntag unter

Umständen unter die fünf favorisierten Öffnungstage

kommen könnte. Da jedoch der Sonntag im Rating den

letzten Platz einnimmt und somit als Öffnungstag nicht zur

Diskussion stehen sollte, werden die Ergebnisse für eine

Sonntagsöffnung nur kurz thematisiert:

Das arithmetische Mittel von 13:55 Uhr – 19:55 Uhr liegt fast

identisch mit dem Scheitelpunkt bei 14:00 Uhr - 20:00 Uhr

nach Lage der Gesamtauswertung. Kinder weichen bei

gleichem Scheitelpunkt im Mittel nach unten, junge

Erwachsene nach oben und mit einem Scheitelpunkt bei

15:00 Uhr – 21:00 Uhr ab. Bei den in den Jugendzentren

Befragten liegt das arithmetische Mittel durchaus nahe am

Scheitelpunkt 14:00 Uhr – 20:00 Uhr, jedoch dicht gefolgt

von einem hohem Wert bei 15:00 Uhr – 21:00 Uhr.

Resümee:

Sollte eine Öffnung sonntags aufgrund diverser

Abwägungen in Frage kommen, dann wäre ein

allgemeiner Öffnungsbereich von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr

zielgruppengerecht. In Abhängigkeit von Programm und

Zielgruppe kann von dieser Empfehlung jedoch auch

abgewichen werden.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 48


4. Imagebewertung

Operationalisiert durch die Frage „was hältst Du von

Jugendzentren?“ wurde durch die Vergabe von

Schulnoten das Image der Jugendzentren abgefragt.

Bei einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,9 wird ein

insgesamt positives Image für die Jugendzentren

transportiert: Über zwei Drittel der befragten Jugendlichen

gaben die Noten sehr gut (22,87%) oder gut (45,9%).

Weniger als ein Viertel der Befragten (22,1%) erteilten die

Noten befriedigend (17,9%) oder ausreichend (4,2%).

Mangelhaft (1,5%) oder ungenügend (0,2%) wurden

extrem selten vergeben.

mangelhaft

1,5%

ausreichend

4,2%

befriedigend

17,9%

ungenügend

0,2%

keine Meinung

7,6%

gut

45,9%

sehr gut

22,8%

Durchschnittsbewertung:

1,9

Nach Geschlecht:

Jungs bewerten Jugendzentren im Durchschnitt mit „gut“

(2,0). Über zwei Drittel (69,3%) gaben die Noten sehr gut

(23,2%) oder gut (46,1%). Weniger als ein Viertel der

Befragten (22,8%) erteilten die Noten befriedigend (19,1%)

oder ausreichend (3,7%). Mangelhaft (1,4%) oder

ungenügend (0,2%) wurden extrem selten vergeben.

Auch von den befragten Mädchen wird bei einem

Gesamtnotendurchschnitt von 1,9 ein positives Image für

die Jugendzentren transportiert: Über zwei Drittel (68,1%)

der Befragten gaben die Noten sehr gut (22,4%) oder gut

(45,7%). Weniger als ein Viertel der Befragten (22,1%)

erteilten die Noten befriedigend (16,6%) oder ausreichend

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 49


(4,7%). Mangelhaft (1,6%) oder ungenügend (0,1%)

wurden extrem selten vergeben.

Der direkte Vergleich zwischen den beiden Geschlechtern

bringt keine wesentlichen Unterschiede in den

Bewertungen zu Tage.

Nach Altersgruppen:

Kinder: Bei einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,7 wird

ein sehr positives Image für die Jugendzentren

transportiert: Vier Fünftel (80,0%) der befragten Kinder

gaben die Noten sehr gut (31,0%) oder gut (49,0%). Ein

Achtel der Kinder (12,5%) erteilten die Noten befriedigend

(10,9%) oder ausreichend (1,6%). Mangelhaft (0,5%) oder

ungenügend (0,2%) wurden auch hier extrem selten

vergeben.

Jugendliche: Jugendliche bewerten Jugendzentren im

Durchschnitt mit „gut“ (2,0). Über zwei Drittel (68,2%)

gaben die Noten sehr gut (20,6%) oder gut (47,6%). Ein

Viertel der Befragten (25,2%) erteilten die Noten

befriedigend (21,2%) oder ausreichend (4,0%). Mangelhaft

(1,6%) oder ungenügend (0,1%) wurden extrem selten

vergeben.

Junge Erwachsene: Auch junge Erwachsene bewerten

Jugendzentren im Durchschnitt mit „gut“ (2,1). Über die

Hälfte der jungen Erwachsenen (55%) gaben die Noten

sehr gut (15%) oder gut (40%). Knapp ein Viertel der

Befragten (30%) erteilten die Noten befriedigend (22%)

oder ausreichend (8%).

Mangelhaft (3%) wurde extrem selten, ungenügend nicht

ein einziges Mal vergeben.

Insgesamt wird von allen Alterszielgruppen im Durchschnitt

ein ähnlich positives Imagebild gezeichnet. Kinder

bewerten die Jugendzentren etwas besser als

Jugendliche. Junge Erwachsene bewerten ein

Jugendzentrum etwas schlechter als Jugendliche. Dieser

Unterschied kann durch biographisch bedingte

Erwartungen an ein Juz erklärt werden. Erwartungen von

Kindern sind mitunter diffus, sie finden Vieles toll.

Jugendliche, die ein Juz besuchen, haben realistischere

und konkrete Erwartungen, die in der Regel auch erfüllt

werden können. Jungen Erwachsenen scheint ein Juz

nicht mehr vollständig zu genügen.

Nach Jugendzentrums-Besuch:

Sowohl Befragte, die bereits ein Juz besucht haben als

auch Befragte, die bislang kein Juz besucht hatten,

bewerten Jugendzentren ähnlich. Befragte, die bereits ein

Juz besucht haben, bewerten Jugendzentren im

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 50


Durchschnitt mit „gut“ (2,0). Über drei Viertel dieser

Befragten (76,3%) gaben die Noten sehr gut (30,2%) oder

gut (46,1%). Ein Fünftel der Befragten (21%) erteilte die

Noten befriedigend (17,3%) oder ausreichend (3,7%).

Mangelhaft (1,3%) wurde extrem selten, ungenügend

nicht ein einziges Mal vergeben.

Befragte, die bislang kein Jugendzentrum besucht haben,

bewerten diese mit 1,9 im Notendurchschnitt. Über die

Hälfte dieser Gruppe (58,1%) gaben die Noten sehr gut

(12,5%) oder gut (45,6%). Fast ein Viertel der Befragten

(23,6%) erteilten die Noten befriedigend (18,7%) oder

ausreichend (4,9%). Mangelhaft (1,7%) oder ungenügend

(0,4%) wurden extrem selten vergeben.

Die in den Jugendzentren Befragten geben die beste

Bewertung mit einem Notendurchschnitt 1,7 ab. 86,1%

bewerten die Jugendzentren mit sehr gut (42,9%) oder gut

(43,2%). Nur 13% erteilen befriedigend (11,6%) oder

ausreichend (1,4%). Mangelhaft oder ungenügend

werden nicht erteilt.

Jungs 2,0

Mädchen 1,9

Kinder 1,7

Jugendliche 2,0

Junge Erwachsene 2,1

Kat. A+B: noch kein Juz besucht 1,9

C: schon mal ein Juz besucht 2,0

Teil von C: im Juz Befragte 1,7

Zusammenfassung:

Die Zielgruppen bewerten das Image von Jugendzentren

allgemein und das der kommunalen Jugendzentren des

Regionalverbandes Saarbrücken speziell als durchweg

positiv. Mit der im Durchschnitt erreichten Beurteilung

„gut“ ist das Image dieser Einrichtungen in der Zielgruppe

weit besser, als das allgemeine Imagebild von

Jugendzentren in der Öffentlichkeit. Jugendzentren sind

offenbar durchaus attraktiv und in der Lage, die

Bedürfnisse sehr verschiedener Ansprüche der jeweiligen

Zielgruppen zu erfüllen.

Bedeutsam an diesem Ergebnis sind zwei Punkte:

- Selbst bisherige Nicht-Besucher trauen offenbar

Jugendzentren diese Funktion in hohem Maße zu.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 51


- Die aktuellen Besucher der kommunalen

Jugendzentren bewerten Jugendzentren im Schnitt

positiver als die übrigen Befragten: Note 1,7. Dies scheint

ein Hinweis auf eine erfolgreiche Bedarfsorientierung und

Orientierung an den Erwartungen der bisherigen Klientel zu

sein.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 52


Hemmnisse – Warum gehe ich nicht ins Jugendzentrum?

Insgesamt 423 Befragte (23%) gaben an, sie würden ein

oder mehrere Jugendzentren kennen, wären aber noch

nie in einem Jugendzentrum drin gewesen. Dieser

Kategorie „B“ wurde im Fragebogen die Zusatzfrage

gestellt „Was sind Deine Gründe für den „Nichtbesuch“?

Es standen 13 Items zur Auswahl. Mehrfachantworten

waren möglich.

75,4% der Befragten der Kategorie „B“ gaben als Grund

an, sie hätten viele andere Interessen. Auf Rang 2 mit

55,6% liegt die Antwort „Ich weiß nicht, was im Juz

abgeht“, was ein deutlicher Hinweis auf fehlende

Informationen ist. Die Vorstellung darüber, welche

konkreten Angebote und damit Nutzungsmöglichkeiten es

gibt, welche Cliquen im Jugendzentrum anzutreffen sind,

welche Strukturen und Regeln in der Einrichtung gelten,

bleibt mangels konkreter Informationen diffus und hindert

letztlich am Besuch der Jugendzentren.

Ich habe viele andere Interessen

75,41%

Ich weiß nicht, was im Juz abgeht

55,56%

Die Leute, die dort hingehen

43,26%

Im Juz gibt es nichts, was mich interessiert

33,33%

Angst vor Drogenkontakten

31,44%

Weil ich befürchte, dort blöd angemacht zu

werden

26,00%

Angst vor bestimmten Cliquen

21,75%

Mangelnde Verkehrsanbindung / zu weit zu Fuß

17,02%

ungünstige Öffnungszeiten

15,84%

Verbot durch Eltern

9,69%

Strenge Hausordnung

5,20%

Weil im Juz Rauchverbot ist

4,02%

Weil meine Religion und meine Tradition es mir

verbieten

1,42%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 53


Die in der Jugendarbeit bekannten Verdrängungs- und

Abgrenzungseffekte zwischen unterschiedlichen

Jugendkulturen und Cliquen finden ihren Ausdruck in der

Antwort „Die Leute, die dort hingegen“, die sich mit 43,3%

auf Rang drei positioniert. Allein das Wissen oder die

Vermutung darüber, wer die aktuellen Besucher/innen

eines Jugendzentrums sind, hindert diese Personengruppe

daran, die Einrichtung zu besuchen. Die etwas

konkreteren Ängste vor Drogenkontakten, Anmache oder

vor bestimmten Cliquen auf den Rängen fünf, sechs und

sieben bei immerhin noch 22-32% der Befragten aus

Kategorie „B“ sind ebenfalls Hinderungsgründe, die sich

auf die aktuellen BesucherInnen einer Jugendeinrichtung

beziehen.

Die vierthäufigste Antwort „Im Juz gibt es nichts, was mich

interessiert“ mit 33,33% Häufigkeit deutet auf die

Angebotsstruktur der Einrichtungen hin.

Eine untergeordnete Rolle bei den Hinderungsgründen

spielen Verkehrsanbindung, Öffnungszeiten, Verbote

durch die Eltern, Hausordnung und Rauchverbot.

Bemerkenswert ist, dass es bei Jungen und Mädchen

kaum Unterschied in der Rangfolge der Hinderungsgründe

gibt.

Im Vergleich der Altersgruppen gibt es deutliche

Abweichungen vom Gesamtergebnis fast ausschließlich

bei den Kindern. Die Ängste vor Drogenkontakten,

bestimmten Cliquen und blöder Anmache (Ränge drei,

vier und fünf) spielen bei den Kindern eine deutlich

größere Rolle und liegen noch vor dem eher allgemeinen

Hinderungsgrund „Die Leute, die dort hingehen“ (Rang

sechs bei den Kindern). Ebenso spielt in dieser

Altersgruppe das Verbot durch Eltern eine deutlich

größere Rolle (Rang 7 mit 22,4% bei den Kindern, Rang 19

mit 9,7% in der Gesamtauswertung). Eine deutlich

geringere Rolle für Kinder spielt der Grund „Im Juz gibt es

nichts, was mich interessiert“ (hier Rang 10 mit 15,5%).

Die Jugendlichen zeigen in der Rangfolge (mit leicht

abweichenden Prozentzahlen) keinen Unterschied zum

Gesamtergebnis. Bei den jungen Erwachsenen spielen

ungünstige Öffnungszeiten eine etwas stärkere Rolle bei

den Hinderungsgründen (Rang 7 mit 17,2% im Vergleich zu

Rang 9 mit 15,8% bei der Gesamtauswertung) und das

Rauchverbot eine etwas geringere Rolle.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 54


Rangfolge der Hinderungsgründe

für den Besuch eines Jugendzentrums Gesamt Jungen Mädchen Kinder Jugendliche

Junge

Erwachsene

Ich habe viele andere Interessen 1 1 1 1 1 1

Ich weiß nicht, was im Juz abgeht 2 2 2 2 2 3

Die Leute, die dort hingehen 3 3 3 6 3 2

Im Juz gibt es nichts, was mich interessiert 4 5 4 10 4 4

Angst vor Drogenkontakten 5 4 5 3 5 5

Weil ich befürchte, dort blöd angemacht zu werden 6 6 6 4 6 6

Angst vor bestimmten Cliquen 7 7 7 5 7 8

Mangelnde Verkehrsanbindung / zu weit zu Fuß 8 8 9 8 8 9

ungünstige Öffnungszeiten 9 9 8 9 9 7

Verbot durch Eltern 10 10 10 7 10 11

Strenge Hausordnung 11 11 12 11 11 12

Weil im Juz Rauchverbot ist 12 12 11 12 12 10

Weil meine Religion und meine Tradition es mir verbieten 13 13 13 13 13 13

Abweichung =1 Rang

Abweichung > 1 Rang

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 55


Kundenbefragung

1. Darstellung der Stichprobe

Von den insgesamt befragten 1826 Kindern, Jugendlichen

und jungen Erwachsenen haben 1061 schon einmal ein

Jugendzentrum besucht. Dieser Teil der Gesamtstichprobe

stellt die „Kunden“ dar, die im letzten Teil der Befragung

um eine Beurteilung des von ihnen genutzten Angebotes

gebeten wurden. Von dieser Gruppe – im Folgenden als

Gesamtgruppe bezeichnet – wurden 439 Personen

(41,37%) in einem Jugendzentrum befragt. Sowohl bei der

Gesamtgruppe als auch bei der Teilgruppe der in einem

Jugendzentrum Befragten liegt die größte Altersgruppe

bei den 14 – 17jährigen (44,4% bzw. 44%). Ähnlich gestaltet

sich die Verteilung der beiden übrigen Gruppen der Kinder

(10 – 13 Jahre) und der jungen Erwachsenen (18 – 20

Jahre) in Relation zur Gruppe der Jugendlichen (14 – 17

Jahre). Die Kinder stellen die zweitgrößte Gruppe der

Befragten (28,8% bzw. 34,4%), die jungen Erwachsenen die

drittgrößte (26,8% bzw. 21,6%).

Betrachtet man statt der zusammengefassten Gruppen

die erreichten Befragten nach Alter in Jahren, so zeigt

sowohl die Altersverteilung der Gesamtgruppe wie die der

Teilgruppe einen Höhepunkt bei den 15-jährigen (145 bzw.

70) und den 14-jährigen (138 bzw. 52). Eine

bemerkenswerte Diskrepanz ergibt sich bei den befragten

18 und 19-jährigen, die in der Gesamtgruppe sehr viel

stärker vertreten sind als in der Gruppe der in einem

Jugendzentrum Befragten.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 56


Betrachtet man die Zusammensetzung der Stichprobe

nach Geschlecht, so ergibt sich kaum ein Unterschied

zwischen Gesamt- und Teilgruppe

2. Besuchsfrequenz

Die Gesamtgruppe derer, die bereits ein Jugendzentrum

besucht hat, frequentiert zu 41% mehrmals die Woche ein

Jugendzentrum. Für 22% dieser Personen liegt der

Jugendzentrumsbesuch länger als ein halbes Jahr zurück.

14 % besuchen ein Jugendzentrum einmal in der Woche,

12% einmal im Monat und 11% einmal im halben Jahr.

Betrachtet man die Besucher/innen, die ein- bis mehrmals

pro Woche ein Jugendzentrum besuchen als regelmäßige

Jugendzentrumsbesucher/innen, so kann man sagen, dass

für mehr als die Hälfte der in der Kategorie der Kunden

gefassten Befragten ein Jugendzentrum zu einem

wichtigen Freizeitort geworden ist. Dieser These entspricht

die Besuchsfrequenz der in einem Jugendzentrum

Befragten, von denen 71% mehrmals und 16% einmal die

Woche ein Jugendzentrum besuchen (87%) und nur 13%

seltener in einem Jugendzentrum anzutreffen sind.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 57


3. Wahrnehmen der Angebotsbereiche

C: Wahrnehmen der Angebotsbereiche

Treffen mit Freunden

Abhängen / Chillen

92,0%

86,3%

Neue Leute kennen lernen

Internet und Computer

Gespräch mit Mitarbeitern / Betreuerinnen

Kochen und Essen

Sonstige Spiele

Sport

Besuch von Veranstaltungen / Konzerten

Videospiele, Playstation usw .

Bei Workshops, Kursen oder Projekten

mitmachen

Besuch des Juz-Cafés

Musik machen

67,1%

60,3%

59,9%

50,8%

50,5%

45,2%

44,4%

38,4%

35,3%

30,3%

22,1%

Mit fast annähernd gleicher Häufigkeit wählen die

Befragten der Gesamtgruppe und die in einem

Jugendzentrum Befragten die Angebote „Treffen mit

Freunden“ (92,1% bzw. 93,6%9 und „Abhängen und

Chillen“ (86,4% bzw. 90,7%). Diese beiden

Freizeitbeschäftigungen nehmen somit Platz eins und zwei

auf der Rangliste ein.

Wahrnehmen der Angebotsbereiche

(in den Juzen Befragte)

Treffen mit Freunden

Abhängen / Chillen

93,6%

90,7%

Internet und Computer

Gespräch mit Mitarbeitern / Betreuerinnen

Kochen und Essen

Neue Leute kennen lernen

Sonstige Spiele

Sport

Videospiele, Playstation usw .

Bei Workshops, Kursen oder Projekten

mitmachen

Besuch von Veranstaltungen / Konzerten

Besuch des Juz-Cafés

73,8%

72,0%

64,0%

61,3%

54,2%

52,4%

48,1%

42,6%

39,9%

36,2%

Musik machen

21,4%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 58


Bei der weiteren Betrachtung fällt auf, dass die folgenden

Plätze zwar mit den gleichen Angeboten belegt sind

(„neue Leute kennen lernen“, „Gespräch mit

Mitarbeiter/innen“, „Kochen und essen“), diese jedoch in

einer unterschiedlichen Reihenfolge und mit deutlichen

Diskrepanzen bei den Prozentwerten. So ergibt sich für die

Gesamtgruppe die Reihenfolge: „neue Leute kennen

lernen“ 67,1%, „Internet und Computer“ 60,3 %, „Gespräch

mit Mitarbeiter/innen“ 59,9%, „kochen und essen“ 50,8%,

wohingegen die in den Jugendzentren befragte Gruppe

diese Angebote wie folgt wahrnimmt: „Internet und

Computer“ 73,8%, Gespräch mit Mitarbeiter/innen“ 71%,

„kochen und essen“ 64%, „neue Leute kennen lernen“

61,3%.

Der Besuch von Veranstaltungen spielt erwartungsgemäß

für die Gesamtgruppe mit dem größeren Anteil an jungen

Erwachsenen eine wichtigere Rolle als bei den in den

Jugendzentren Befragten. Nahezu unbedeutend ist für

beide Gruppen der Besuch des Jugendzentrums-Cafés als

solches, obwohl anzunehmen ist, dass dort in der Regel

der Treffpunkt mit den Freunden ist bzw. der Raum zum

Chillen und Abhängen. Es kann jedoch nicht

ausgeschlossen werden, dass ein Teil der Jugendlichen

den zentralen Aufenthaltsraum bzw. den Raum, in dem

auch die Getränkeausgabe stattfindet, nicht mit „Café“

oder „Jugendcafé“ assoziiert. In mehreren Jugendzentren

hat dieser Raum andere Bezeichnungen wie Thekenraum

oder großer Raum. Dies wurde beim Formulieren der Items

nicht bedacht.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 59


4. Bewertung über Gegensatzpaare

Bei der Bewertung des Jugendzentrumsangebots gibt es

keine nennenswerten Diskrepanzen zwischen den beiden

Gruppierungen.

Alle angebotenen Adjektive werden im Bereich „stimme

zu“ – „stimme voll zu“ bewertet; am deutlichsten für das

Adjektiv „locker“, am wenigsten deutlich für „viel

Mitbestimmung möglich“. Dies spricht für ein sehr nahe an

den Kundeninteressen orientiertes Angebot und zwar

unabhängig davon, ob es sich um regelmäßige oder

sporadische Besucher/innen des Jugendzentrums handelt.

Bewertung über Gegensatzpaare

viel Mitbestimmung

möglich

laut

wenig

Mitbestimmung

möglich

leise

interessant

uninteressant

sicher

gefährlich

preiswert

teuer

locker

streng

spannend

sauber

langweilig

schmutzig

Stimme

Stimme zu

Stimme zu

Stimme voll zu

1voll zu 2 3 4

5. Bewertung von Angeboten, Ausstattung und Personal

nach Schulnoten

Die Befragten wurden aufgefordert 22 vorgegebene

Angebote nach Schulnoten (1=sehr gut; 6=ungenügend)

zu bewerten. Bei der Rangfolge ergeben sich nur

marginale Unterschiede, in den Einzelbewertungen wertet

die Gruppe der in den Jugendzentren Befragten

durchschnittlich ca. 0,1 Punkt besser als die

Gesamtgruppe der Befragten. Die in den Jugendzentren

Befragten benoteten durchschnittlich mit 1,7, die

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 60


Gesamtgruppe mit 2,0. Die besten Noten und damit die

Rangfolge 1 und 2 bekamen die Angebote „Freundlichkeit

des Personals“ und „Hilfestellung durch Personal bei

Problemen“. Dies spricht für die Qualität und die

kundenorientierte Haltung der Mitarbeiterschaft in den

Jugendzentren. Am anderen Ende der Rangfolge – auf

den Plätzen 17 (IJB = inJUZBefragte) bzw. 18 (GG =

Gesamtgruppe) und 21 (IJB) bzw. 22 (GG) stehen Aspekte,

die das Gesamterscheinungsbild der Immobilien prägen

und nur zum Teil vom Personal zu beeinflussen sind, da die

Immobilien im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen

Kommunen liegen. Zu diesen Aspekten zählen:

Erscheinungsbild des Gebäudes sowie des

Eingangsbereiches, Erscheinungsbild des Außengeländes

und Sauberkeit der Toiletten.

Bewertung der Angebote nach Schulnoten

Freundlichkeit des Personals

Hilfestellung durch Personal bei Problemen

Qualität der Freizeiten

Qualität der Ausflüge

Verkehrsanbindung

Essenspreise

Getränkepreise

Information über Angebote + Veranstaltungen

Größe der Räume

Veranstaltungsraum

Anzahl der Räume

Ausstattung der Räume

Sauberkeit der sonstigen Räume

Qualität der Konzerte

Café

Öffnungszeiten

Möglichkeit mitzubestimmen

Erscheinungsbild des Gebäudes insgesamt

Erscheinungsbild des Eingangsbereiches

Rückzugsmöglichkeiten

Erscheinungsbild des Außengeländes

Sauberkeit der Toiletten

1,56

1,82

1,90

1,98

1,99

2,00

2,00

2,10

2,18

2,22

2,27

2,33

2,36

2,39

2,40

2,41

2,48

2,58

2,60

2,61

2,87

2,87

1 2 3 4 5 6

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 61


Insgesamt gesehen werden die Bewertungen dort

schlechter, wo es um die Räumlichkeiten und die

Ausstattung geht. Beide Gruppierungen bewerten die

Möglichkeit zum Rückzug in den Häusern als eher

durchschnittlich. Dagegen sind bei denjenigen

Angebotsaspekten, die inhaltlich stark von den

Mitarbeiter/innen zu beeinflussen sind, eine sehr große

Kundenzufriedenheit und nur geringe Diskrepanzen

zwischen der Gruppe der im Jugendzentrum Befragten

und der Gesamtgruppe festzustellen, so bei der

Gestaltung der Essen- und Getränkepreise, die den

Möglichkeiten der Jugendlichen angepasst zu sein scheint,

bei der Qualität der Freizeiten und Ausflüge sowie bei der

Information über Veranstaltungen.

Bewertung der Angebote nach Schulnoten

(in den Juzen Befragte)

Freundlichkeit des Personals

Hilfestellung durch Personal bei Problemen

Essenspreise

Qualität der Freizeiten

Qualität der Ausflüge

Getränkepreise

Information über Angebote + Veranstaltungen

Verkehrsanbindung

Größe der Räume

Anzahl der Räume

Ausstattung der Räume

Café

Veranstaltungsraum

Sauberkeit der sonstigen Räume

Möglichkeit mitzubestimmen

Öffnungszeiten

Erscheinungsbild des Gebäudes insgesamt

Rückzugsmöglichkeiten

Erscheinungsbild des Eingangsbereiches

Qualität der Konzerte

Sauberkeit der Toiletten

Erscheinungsbild des Außengeländes

1,46

1,63

1,82

1,83

1,86

1,88

1,95

1,96

2,09

2,10

2,18

2,22

2,24

2,27

2,32

2,33

2,42

2,44

2,46

2,51

2,76

2,77

1 2 3 4 5 6

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 62


Dass die Verkehrsanbindung der Häuser von der Gesamtund

der Teilgruppe mit 1,99 und 1,96 bewertet wird, spricht

für die im Allgemeinen verkehrstechnisch günstige Lage

der Immobilien.

Auffällige Diskrepanzen zwischen den Gruppen ergeben

sich bei der Bewertung der „Qualität der Konzerte“. Hier

erreicht der Aspekt bei der Gesamtgruppe Platz 16 (Note

2,39), bei der Gruppe der in den Jugendzentren Befragten

nur Platz 20 (Note 2,51). Möglicherweise liegt das daran,

dass in vielen Einrichtungen bestimmte

Jugendkulturszenen mit Konzerten bedient werden, die

nicht immer den Musikgeschmack der

Stammbesucher/innen trifft.

Widersprüchlich erscheint, dass die Möglichkeit zur

Mitbestimmung in der Rangfolge auf die Plätze 15 und 17

absinkt (2,48 GG; 2,31 IJB), in der Bewertung über

Gegensatzpaare jedoch von beiden Gruppen positiv

bewertet wird.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 63


V

Folgerungen und Handlungsbedarf

Die Bedeutung des Jugendzentrums als Treff

Als häufigste Freizeitbeschäftigung wurde über die

Geschlechter- und Altersgrenzen hinweg „Freunde treffen“

an erster Stelle genannt. Die Befragung hat ebenfalls

gezeigt, dass bei den Bedarfen günstige bis konsumfreie

Angebote mit Treffcharakter und Geselligkeitsfaktor einen

ganz hohen Stellenwert besitzen. Eine gemütliche Sitzecke

sowie günstige Getränke und Snacks stehen sowohl in der

Gesamtauswertung als auch im Geschlechter- und

Altersvergleich an den ersten Rangstellen; bei den

Mädchen noch etwas deutlicher als bei den Jungs.

Schließlich hat die Abfrage des tatsächlichen

Wahrnehmens von Angebotsbereichen im

Jugendzentrum durch die Besucherinnen und Besucher

ergeben, dass „Treffen mit Freunden“, „Abhängen und

Chillen“ sowie „neue Leute kennen lernen“ bei Jungs,

Mädchen, Kindern, Jugendlichen und jungen

Erwachsenen jeweils auf den Plätzen 1-4 zu finden sind.

Diese Wünsche und dieses tatsächliche Verhalten müssen

sich demnach in den Konzeptionen und im Praxisalltag der

Jugendzentren wiederfinden, um ein adäquates

Freizeitumfeld anbieten zu können. Jugendliche brauchen

Räume. Das Herzstück aller kommunalen Jugendzentren ist

idealerweise ein offenes Treffangebot in Form eines

Raumes mit gemütlichen Sitzgelegenheiten, Tischen als

Ablage und Spielfläche, Brettspielen, eventuell Kicker oder

Billard (eher für die Bedarfe der Jungs), mit ausgelegten

Jugendzeitschriften und einem funktionierenden

Thekenbetrieb. Idealerweise ist dies verknüpft mit dem

KJHG-Auftrag der Mitbestimmung und Mitgestaltung,

indem die Theke durch Gleichaltrige betreut wird. In den

kommunalen Jugendzentren des Regionalverbandes

Saarbrücken wird dieser Bereich manchmal „großer

Raum“, manchmal „Café“ genannt. Hier kann man sich

ohne Konsumzwang aufhalten, Leute treffen und Musik

hören und sich über die Gruppen- und Projektangebote,

Tagesausflüge, Ferienfreizeiten oder die geplanten

Konzerte und Partys des Jugendzentrums informieren.

Manchmal gibt es hier auch noch einen Internetzugang,

der kostenlos genutzt werden kann.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 64


Vor dem Erstbesuch eines Jugendzentrums ist Kindern,

Jugendlichen und jungen Erwachsenen relativ wenig

bekannt über das soziale Setting dort. Es gibt bei vielen

weder eine klare Vorstellung über die vorhandenen

Räumlichkeiten, noch über die konkreten

Freizeitmöglichkeiten, noch über die Struktur der

Besucherinnen und Besucher. 16 Um so wichtiger ist es, als

ersten Anknüpfungspunkt einen niedrig-schwelligen,

forderungsarmen Zugang zum Jugendzentrum zu bieten,

um neue Besucherinnen und Besucher in das soziale

Umfeld „Juz“ einzubinden und in der Folge für Bildungsund

Beratungsangebote zu gewinnen.

Der Erstzugang zum Jugendzentrum geschieht in der Regel

nicht alleine, sondern im Zweier-Freundesgespann

beziehungsweise in der Clique. 17

Die pädagogischen Mitarbeiter/innen in den

Jugendzentren müssen daher gerade im offenen Bereich

darauf achten, neue Freundesgespanne und Cliquen

zeitnah zu begrüßen, über die Strukturen und

Freizeitmöglichkeiten des Jugendzentrums zu informieren

und die Gruppenprozesse im offenen Bereich so zu

steuern, dass Verdrängungseffekte durch

Stammbesucher/innen möglichst vermieden werden.

16 Siehe hierzu die Kapitel Hemmnisse – Warum gehe ich nicht ins Jugendzentrum und Öffentlichkeitsarbeit

17 Dies wird auch von Cloos und Köngeter (in: Lindner, 2008) so beschrieben. „Die Zugangsgeschichten der

einzelnen Jugendlichen erweisen sich prinzipiell als Gruppengeschichten“. Aus Sicht der Jugendlichen ist ein

Jugendzentrum „vor allen Dingen…ein Treffpunkt, wo jugendliche Netzwerke zusammentreffen und sich neu

zusammenfügen“. Voraussetzung für die Entwicklung eines kontinuitiven Besuchs ist laut Cloos und Köngeter

neben dem Treffcharakter auch das Vorhalten von Spiel- und Sportaktivitäten, das sparsame und behutsame

Anbieten von Hilfestellungen und nicht zuletzt Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Besucherinnen und

Besucher.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 65


Exkurs: Der Erstzugang zum Jugendzentrum

Wir hatten anlässlich einer Besucherstruktur-Erhebung im

Dezember 2009 in 14 kommunalen Jugendzentren

insgesamt 630 Personen gefragt, ob sie sich noch an ihren

ersten Jugendzentrums-Besuch erinnern könnten und

warum sie damals ins Juz gegangen seien.

Der häufigste Erstzugang zum Jugendzentrum geschieht

im Zweier-Freundesgespann: Man geht zusammen mit

einem Freund oder einer Freundin zum ersten Mal ins Juz

(351 Nennungen). Zweithäufigster Erstzugang ist der in der

Freundesclique (146 Nennungen). Danach rangiert das

alleine Hingehen: aus Neugier, weil man vom

Jugendzentrum erzählt bekommen hat (127 Nennungen)

oder einfach aus Langeweile mal hingegangen (78

Nennungen).

Antworten

Ein Freund/ eine Freundin hat mich mitgenommen ins Juz 351

Ich bin mit der Clique ins Juz 146

Ich habe vom Juz erzählt bekommen 127

Mir war langweilig und da bin ich mal ins Juz 78

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 66


Jugendgerechte Öffnungszeiten

In Trägerverträgen, Rahmenkonzeptionen und auch in

Kommunalwahlprogrammen findet man recht häufig die

Begrifflichkeiten „jugendgerechte Öffnungszeit“ oder

„bedarfsgerechte Öffnungszeit“ als Qualitätsmerkmal, als

Zielformulierung oder als Auftrag an den Träger von

Jugendeinrichtungen. Beispiele für empirisch erhobene

Öffnungszeiten-Bedarfe sucht man jedoch unter diesen

Stichworten im Internet vergebens. Was begründet die

Scheu davor, tatsächliche Öffnungszeiten am Bedarf der

Zielgruppen zu messen? Schaut man sich konkrete

Öffnungszeiten von Jugendzentren und Jugendtreffs im

Internet an, so ist auffällig, dass viele Einrichtungen

kommunaler und freier Träger, die mit festem

pädagogischem Personal arbeiten, bereits um 20 Uhr

schließen und den Samstag als Öffnungstag aussparen,

ganz im Gegensatz zu Jugendeinrichtungen, in denen

Jugendliche und junge Erwachsene selbst über Struktur

und Öffnungszeit bestimmen können. Dort gehören

gerade die Abendstunden und die Wochenenden zu

den bevorzugten Öffnungszeiten.

Betrachtet man nun die Ergebnisse der vorliegenden

Jugendbefragung, so lässt sich der von den Befragten

geäußerte Bedarf bezüglich der Öffnungszeiten eines

Jugendzentrums ziemlich exakt eingrenzen. Legt man eine

5-Tage Öffnung zugrunde, so liegt die Präferenz im

Durchschnitt aller Befragten bei einer Öffnung an den

Tagen Dienstag bis Samstag. Möchte man an einem

Standort einen besonderen Schwerpunkt auf die

Zielgruppe Kinder legen, so bietet sich an, den Dienstag

mit dem Montag zu tauschen.

Bei den Uhrzeiten erlaubt uns die Befragung, zwischen

Wochentag, Freitag und Samstag zu unterscheiden. Als

einziges Kriterium soll gelten: einfach zu merkende Zeiten

(aufgerundet auf volle Stunde oder halbe Stunde). Für die

Wochentage Dienstag bis Donnerstag zeigt sich so die

Präferenz für eine Öffnung von 15.00 Uhr bis 21.00 Uhr, für

den Freitag die Präferenz für eine Öffnung von 16.00 Uhr

bis 22.00 Uhr, bei weiterem Bedarf bis 24.00 Uhr und für den

Samstag ebenfalls die Präferenz für eine Öffnung von

16.00 Uhr bis 22.00 Uhr, bei weiterem Bedarf bis 02.00 Uhr.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 67


Die vorliegende Jugendbefragung legt somit folgende

Öffnungszeiten für die kommunalen Jugendzentren nahe:

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

15.00 Uhr – 21.00 Uhr

15.00 Uhr – 21.00 Uhr

15.00 Uhr – 21.00 Uhr

16.00 Uhr – 22.00 Uhr (bei Veranstaltung bis 24.00 Uhr)

16.00 Uhr – 22.00 Uhr (bei Veranstaltung bis 02.00 Uhr)

Die Bereitschaft zur regelmäßigen Arbeit an Samstagen

und in den Abendstunden gehört zum Anforderungsprofil

an hauptamtliche Mitarbeiter/innen in der Jugendarbeit

und ist Bestandteil vieler Stellenausschreibungen.

Gleichzeitig besteht der gesetzliche Auftrag, die

Jugendarbeit an den Interessen junger Menschen

anzuknüpfen. Auf der anderen Seite entsprechen

jugendgerechte Öffnungszeiten nicht unbedingt den

Wünschen des pädagogischen Personals nach familienoder

beziehungsfreundlichen Arbeitszeiten. Die

Gewichtung der Zielgruppeninteressen gegen die privaten

Mitarbeiterinteressen bleibt letztendlich eine

jugendpolitische Entscheidung und muss von der Leitung

des Jugendamtes fachlich begründet und von den

politischen Vertreterinnen und Vertretern beschlossen und

mitgetragen werden.

Die vorliegende Jugendbefragung zeigt recht deutlich,

dass es ein grundsätzliches Interesse der Zielgruppen an

Wochenend-Öffnungszeiten bis 22.00 Uhr und darüber

hinaus gibt. Die Jugendzentren müssen sich allerdings am

Wochenende der Konkurrenz mit kommerziellen

Angeboten stellen. Will man also Jugendliche und junge

Erwachsene zu diesen Zeiten erreichen, so müssen die

Angebotsstruktur und die Hausregeln hier mit besonderer

Sorgfalt auf die jeweiligen ausgerichtet werden. Die

Jugendbefragung gibt hierzu einige Hinweise, welche

Angebote am Wochenende und in den Abendstunden

für diese Zielgruppen attraktiv sind: Partys, Turniere,

Jugendkulturveranstaltungen und die Möglichkeit, ab

einer bestimmten Uhrzeit Alkohol ab 16 konsumieren zu

können. Durch transparente und verlässliche

Öffnungszeiten 18 und durch ein ausreichendes personales

Angebot 19 wird die Attraktivität des Angebotes

„Jugendzentrum“ weiter gesteigert.

18 Das bedeutet im Umkehrschluss, möglichst selten und tatsächlich nur als Ausnahme Aktionstage, Vormittags-

Brunches oder Tagesausflüge anzubieten, die abweichende Öffnungszeiten am Wochenende zur Folge haben.

19 Durch umsichtiges Erstellen von Dienstplänen und durch aktives Steuern von Gruppenprozessen

(Spannungskurve im Tagesverlauf).

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 68


Will man die Zielgruppe Kinder (10-14 Jahre) erreichen, so

sind auch Öffnungszeiten bereits ab 14.30 Uhr und die

Einbeziehung des Montags als Angebotstag denkbar.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 69


Die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit

Grundsätzlich ist zunächst die Frage zu klären, ob die

Einrichtungen den Zielgruppen bekannt sind. Aus der

nachstehenden Tabelle ist ersichtlich, dass der allgemeine

Bekanntheitsgrad der Einrichtungen bei 81% liegt, 19% aller

Befragten kennen kein Jugendzentrum. Jugendzentren

sind bei 85% der Jungs bekannt, jedoch nur bei 78% der

Mädchen, d.h. nur 15% der Jungs kennen kein

Jugendzentrum, jedoch kennen 22% der Mädchen die

Einrichtungen nicht. Der Vergleich der Altersgruppen zeigt,

dass der Bekanntheitsgrad der Jugendzentren unter den

Kindern (67%) am geringsten ist, gefolgt von den jungen

Erwachsenen (87%). Der stärkste Bekanntheitsgrad der

Jugendzentren wird in der Altersgruppe der Jugendlichen

(89%) erreicht.

Kategorien B+C:

Ich kenne ein oder

mehrere

Jugendzentren

Gesamt 81%

männlich 85%

weiblich 78%

Kinder 67%

Jugendliche 89%

Junge Erwachsene 87%

Während insgesamt der allgemeine Bekanntheitsgrad der

Jugendzentren als zufriedenstellend beurteilt werden

kann, sind dennoch Zielgruppen zu erkennen, auf die sich

öffentlichkeitswirksame Maßnahmen im Einzelnen stärker

konzentrieren können: Mädchen und Kinder.

Die von den Jugendzentren geleistete Öffentlichkeitsarbeit

bzgl. der Angebote und Veranstaltungen wird im

Allgemeinen als gut beurteilt. Die Benotung mit Schulnoten

bewegt sich zwischen 1,93 und 2,15 in einem ziemlich

engen Rahmen. Während allgemein die Altersgruppe der

Jugendlichen über alle Einrichtungen „nur“ mit 2,15 wertet,

zeigt sich, dass die Besucher der Jugendzentren in der

Trägerschaft des Jugendamtes des Regionalverbandes

Saarbrücken die zweitbeste Schulnote 1,95 vergeben.

Diese Jugendzentren leisten also offenbar aus Sicht der

Befragten eine besser zu beurteilende Öffentlichkeitsarbeit

als übrige Einrichtungen.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 70


Schulnoten für

„Informationen über

Angebote und

Veranstaltungen“

Gesamt 2,10

männlich 2,13

weiblich 2,06

Kinder 1,93

Jugendliche 2,15

Junge Erwachsene 2,10

In den Juzen Befragte 1,95

Für über die Hälfte der Befragten, die zwar ein

Jugendzentrum kennen, bislang aber noch keines besucht

haben, stellt es einen Hinderungsgrund für einen Besuch

dar, dass sie nicht wissen, was in einem Jugendzentrum

„abgeht“. Hier ist ein gezieltes Maß an Öffentlichkeitsarbeit

zu leisten.

Ich weiß nicht, was in einem

Juz abgeht

Gesamt 55,56%

männlich 56,30%

weiblich 55,10%

Kinder 60,34%

Jugendliche 54,94%

Junge Erwachsene 52,41%

Während damit zum Einen die Unkenntnis von Programm

und Mitarbeiter/innen artikuliert wird, ist zum Anderen

gleichzeitig die „soziale Situation Jugendzentrum“ bei

diesen Befragten unbekannt. Es bestehen offenbar keine

Vorstellungen, wie Abläufe, offener Betrieb und

Veranstaltungen als soziales Handlungsfeld vorzustellen

sind. Damit verbunden ist auch eine gewisse Unkenntnis

der Möglichkeiten und Grenzen des Einzelnen im sozialen

Gefüge Jugendzentrum. Hieraus nährt sich mitunter auch

die artikulierte Angst vor Drogenkontakten, Angst vor

Cliquen oder Angst, blöd angemacht zu werden. Für

diesen Teil der Befragten sollte die Öffentlichkeitsarbeit

konkreter und stärker „zum Anfassen“ gestaltet werden.

Ansatzpunkt hierfür könnte eine offensiv gestaltete

Außenwirkung sein, z.B. Verstärkung aufsuchender Arbeit,

verstärkte Aktionen im Sozialraum (statt in der Immobilie

Juz), Ausnutzung visueller Medien (Schülerzeitungen,

Mitteilungsblätter, Internetpräsenz, Internet-Communities,

virtuelle Rundgänge, Bildergalerien, Juz-Top-Ten etc.)

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 71


Exkurs: Die Wirksamkeit von Öffentlichkeitsarbeit. Ergebnis

einer ergänzenden Erhebung

Im Dezember 2009 haben wir als Ergänzung der

Jugendbefragung an die Besucherinnen und Besucher

der kommunalen Jugendzentren des Regionalverbandes

die Frage gestellt: „Erinnerst Du Dich noch an Deinen

ersten Juz-Besuch? Warum bist Du damals ins Juz

gegangen? “Ein Großteil der Befragten hat im Rahmen

dieser Erhebung angegeben, dass das Lesen eines

Veranstaltungshinweises Auslöser für einen

Jugendzentrums-Besuch war: den öffentlichkeitswirksamen

Medien Flyer, Plakat, und Internet (zum Teil auch web2.0)

kommt hierbei in etwa ein ähnlich großer Stellenwert zu,

Zeitungen rangieren dicht dahinter. Interessant ist die sehr

häufige Nennung „sonstwo“, die zu einem großen Teil

Mundpropaganda meint. Die mündliche Weitergabe von

interessanten Veranstaltungen hat demnach eine große

Bedeutung.

Ich bin hin, weil ich einen

Veranstaltungshinweis

gelesen habe…

auf einem Flyer 40

auf einem Plakat 37

im Internet 35

in der Zeitung 31

Sonstwo, nämlich: 100 oft: erzählt bekommen

Die Bedeutung von gelungener Öffentlichkeitsarbeit ist an

der Antwort „Ich bin hin, weil ich an einem bestimmten

Angebot teilnehmen wollte“ zu erkennen. Hier rangieren

Sportangebote vor Party, Ausflug und Internet.

Während also offenbar allgemein eine gute

Öffentlichkeitsarbeit über Veranstaltungen und

Programme geleistet wird, zeichnen sich Lücken ab: die

Zielgruppe der Mädchen und die Altersgruppe der Kinder

können stärker und spezifischer angesprochen und

informiert werden. Während Veranstaltungen und

Programme offenbar gut beworben werden, ist dennoch

festzustellen, dass das soziale System Jugendzentrum

stärker und transparenter kommuniziert werden sollte. So

reicht es nicht aus, Zielgruppen über Angebote und

Programme lediglich zu informieren, vielmehr sind Details

und bildliche Darstellungen über handelnde Ereignisse,

Gruppen und Akteure zur Ausgestaltung solcher

Angebots- und Programminformationen erforderlich.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 72


Jugendzentrums-Geschehen muss zum „Angreifen“ näher

rücken. Dabei spielt auch Mundpropaganda eine nicht

unwesentliche Rolle.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 73


Jugendliche wollen beteiligt werden

An einigen wenigen Punkten der Befragung wurden die

Kinder und Jugendlichen nach ihren Wünschen zur

Mitbestimmung und Partizipation in den Jugendzentren

befragt. Darüber hinaus sollten sie die

Mitbestimmungsmöglichkeiten in den Häusern beurteilen.

Die Ergebnisse zeigen, dass über zwei Drittel (62,5%) der

befragten Kinder und Jugendlichen selbstverwaltete

Bereiche in einem Jugendzentrum wünschen. Betrachtet

man die Rangliste der Angebotswünsche, erreicht das

Item „selbstverwaltete Bereiche“ Platz 18. Es lassen sich

hier kaum geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen

(Mädchen: 62,9%, Rang 17; Jungen: 63,6%, Rang 18). Auch

zwischen Kindern (65,2%; Rang 22) und Jugendlichen

(65,3%, Rang 19) zeichnet sich kein großer Unterschied ab,

lediglich die Gruppe der jungen Erwachsenen misst den

selbstverwalteten Bereichen prozentual gesehen (55,1%)

weniger Bedeutung bei, in der Rangfolge sieht sie dieses

Angebot aber wie die Gesamtstichprobe auf Rang 18.

Die Bewertung des aktuellen Grades der Mitbestimmung

über das Gegensatzpaar „viel – wenig Mitbestimmung

möglich“ bewegt sich im mittleren Bereich bei 2,15

Punkten von 4(=wenig). Auch hier gibt es kaum einen

Unterschied zwischen Mädchen und Jungen (Mädchen

2,06; Jungen: 2.21). Selbst die Beurteilungen durch Kinder

(2.21), Jugendliche (2,10) und junge Erwachsene (2,15)

bewegen sich in diesem Bereich. Das Item „viel

Mitbestimmung möglich“ ist das am wenigsten

ausgeprägte im Vergleich zu den anderen

Gegensatzpaaren.

Ein größerer geschlechtsspezifischer Unterschied besteht

bei der Bewertung der Mitbestimmung nach Schulnoten.

Bei einer Gesamtnote von 2,48, benoten die befragten

Mädchen den Mitbestimmungsrad im Jugendzentrum mit

2,24 (Rang 12), während die Jungen den

Mitbestimmungsgrad mit 2,64 (Rang 19) bewerten. Bei den

Kindern erhält der Mitbestimmungsgrad mit der Note 2,44

die drittschlechteste Bewertung, bei den Jugendlichen mit

2,48 die fünftschlechteste und bei den jungen

Erwachsenen mit 2,53 die zehntschlechteste Note.

Egal ob man die Jugendlichen befragt, die bereits ein

Jugendzentrum kennen (Kategorien A+B) oder die, die

noch nie eines besucht haben (Kategorie C) – der Wunsch

über selbstverwaltete Bereiche verfügen zu können ist bei

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 74


jeweils fast zwei Drittel der Befragten ausgeprägt (60,8%

bzw. 63,7%). Er liegt bei den Jugendlichen ohne

Jugendzentrumserfahrung sogar noch um einige

Prozentpunkte höher. Das heißt also, über zwei Drittel der

Befragten befürworten Mitbestimmungsstrukturen.

Ergänzt man diese Ergebnisse mit denen einer

Zusatzumfrage zur Besucherstrukturbefragung vom

November 2008, so kann man erkennen, dass die

Jugendlichen, die ins Jugendzentrum gehen, wenig

eigene Ideen entwickeln, wie ein jugendgerechter

Partizipationsprozess aussehen könnte.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 75


Exkurs: Partizipationsthemen und Partizipationsformen

Im Rahmen der jährlichen Besucherstrukturerhebung in

den kommunalen Jugendzentren wurden im November

2008 zwei zusätzliche Fragen zu Partizipationsthemen und

Partizipationsformen an 796 Besucher/innen der

kommunalen Jugendzentren gestellt.

Bei der Frage zu den Partizipationsthemen („Bei welchen

Dingen, die das Juz betreffen, möchtest Du

mitentscheiden können?) waren vier

Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Es war möglich und

dazu aufgefordert, weitere Partizipationsthemen

anzugeben.

In der Mehrzahl der Jugendzentren möchten die

Besucher/innen in erster Linie bei der Programmplanung

mitwirken, auf der Folsterhöhe, in Heusweiler, Malstatt,

Püttlingen und Völklingen in erster Linie bei der Einrichtung

und Gestaltung der Räume. Neben den vorgegebenen

Antwortmöglichkeiten wurden nur noch wenige weitere

Partizipationsfelder genannt: „Alkohol ab 16“ in Köllerbach

und Püttlingen, „Rauchen“ in Altenkessel,

„Öffnungszeiten“ in Püttlingen und „Auswahl der Betreuer“

in Sulzbach.

Partizipations-Themen

Bei welchen Dingen, die das Juz betreffen, möchtest Du mitentscheiden können?

Planung Juz-Programm

374

Einrichtung und Gestaltung der Räume

326

Regeln im Juz

258

Verwendung des Juz Geldes

184

Alkohol ab 16

2

Dass man im Juz rauchen darf

1

Öffnungszeiten

1

Auswahl der Mitarbeiter

1

Mehrfachantworten waren möglich

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 76


Bei den Partizipationsarten setzen die Befragten in erster

Linie auf den Dialog mit den Betreuer/innen, wenn es um

das Einbringen ihrer Interessen geht. Darüber hinaus

werden in jedem Jugendzentren recht unterschiedliche

Formen der Partizipation bevorzugt. Gefragt war „Auf

welche Art möchtest Du mitentscheiden?“ Weitere Ideen

über die vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten hinaus

wurden nicht geäußert.

Partizipations-Arten

Auf welche Art möchtest Du mitentscheiden?

Dialog mit Betreuern

368

Gewählter Juz-Rat

169

Zettel abgeben

151

Regelmäßige Vollversammlung

146

Mehrfachantworten waren möglich

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 77


Aus den Ergebnissen geht hervor, dass der Großteil der

Jugendlichen unter Partizipation das Äußern eigener

Interessen versteht. Dieses wird in den allermeisten Fällen

im direkten Gespräch mit Mitarbeiter/innen getan, was

deutlich macht, dass es sich hier um eine Beteiligungsform

handelt, die allerhand voraussetzt. Man muss schon sehr

oft ins Jugendzentrum gehen und einen guten Kontakt zu

mindestens einer/einem Mitarbeiter/in aufgebaut haben,

um einen Adressaten für die eigenen Interessen gefunden

zu haben. Dieses Vorgehen schließt bestimmte Gruppen,

z.B. Mädchen eher aus.

Versteht man Partizipation in dem Sinne, dass man hier ein

pädagogisches Feld eröffnen kann, um demokratische

Prinzipien zu erlernen, so eignet sich die oben genannte

Strategie nicht. Vielmehr führt diese dazu, exklusive

Interessen exklusiver Gruppen mit exklusiven Bindungen an

das Betreuungspersonal zu fördern. Um das zu ändern, sind

Phantasie und neue Methoden gefragt, die Jugendliche

dazu befähigen außer Eigeninteressen noch weitere

Interessen Anderer in den Blick zu nehmen. Dazu kann es

notwendig sein, mehrere Beteiligungsformen parallel

anzubieten, um mehrere Meinungen abzubilden. Es kann

auch Sinn machen, neue Formen der Beteiligung, wie

Zukunftswerkstätten, Open Space, World Café usw.

durchzuführen, um Meinungsvielfalt und Offenheit zu

garantieren.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 78


Wie Mädchen erreichen?

Die Frage wie und ob Mädchen die Angebote der

offenen Jugendarbeit annehmen, ist nicht neu. Seit mehr

als zwanzig Jahren stagnieren die durchschnittlichen

Besucherinnenzahlen bundesweit bei 30%. Im letzten

Quartal 2009 lagen die durchschnittlichen

Besucher/innenzahlen in den Jugendzentren des

Regionalverbandes sogar noch darunter, bei 25%. In einer

Anmerkung ist notiert: „Der durchschnittliche

Mädchenanteil in den Jugendzentren ist in den letzten vier

Quartalen kontinuierlich auf den aktuell zweittiefsten Stand

seit 2000 gesunken.“ Bei der Auswertung der Stichprobe

der Jugendbefragung ergibt sich ein signifikanter

geschlechtsspezifischer Unterschied bei der Frage nach

dem Bekanntheitsgrad der Jugendzentren. Nur 50% der

befragten Mädchen haben bereits ein Jugendzentrum

besucht, im Gegensatz zu 67% der befragten Jungen. 18%

der Jungen kennen mindestens ein Jugendzentrum, 15%

kennen gar keins. Dagegen kennen 28% der Mädchen

wenigstens ein Jugendzentrum und 22% kennen gar

keines. Diese Ergebnisse berechtigen zu der Annahme,

dass die Jugendzentren einerseits einen geringeren

Bekanntheitsgrad bei den Mädchen haben, andererseits

aber auch weniger von ihnen genutzt werden. Dies

spiegelt sich dramatisch im oben aufgeführten Besucher –

Besucherinnenverhältnis wieder. Verfolgt man die Absicht,

das Jugendzentrum als geschlechtergerechtes Angebot

vorzuhalten, so muss man sich erstens fragen, wie man

Mädchen besser erreichen kann und zweitens, ob das

vorgehaltene Angebot in dieser Form den Interessen von

Mädchen überhaupt entspricht. Die Ergebnisse der

Jugendbefragung können hier wichtige Hinweise geben.

Vergleicht man die bevorzugten Freizeitbeschäftigungen

von Mädchen und Jungen, wird deutlich, dass auf den

ersten drei Plätzen keine gravierenden Unterschiede zu

bestehen scheinen. Dagegen fallen auf den

nachfolgenden drei Plätzen sehr wohl Unterschiede ins

Auge. Die von den Mädchen an vierter, fünfter und

sechster Stelle genannten Freizeitbeschäftigungen sind

„shoppen gehen“, „für die Schule lernen“ und „daheim

helfen“. Das sind alles Beschäftigungen, denen man in

einem Jugendzentrum nicht nachgehen kann, d.h. die

befragten Mädchen sind während eines erheblichen Teils

ihrer Freizeit an anderen Orten gebunden. Dieses Ergebnis

korrespondiert damit, dass ein Teil der Mädchen in der

Freizeit scheinbar mobiler ist als Jungs. So verbringen 25%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 79


der befragten Mädchen ihre Freizeit in anderen Ortsteilen,

Gemeinden oder Städten, dagegen nur 17% der Jungen.

21% der befragten Mädchen, aber nur 16% der Jungen

verbringen ihre Freizeit im benachbarten Ortsteil. Über die

Hälfte der Mädchen (54%) und über zwei Drittel der

Jungen (67%) verbringt jedoch die Freizeit in der Regel im

eigenen Ortsteil.

Freizeitbeschäftigungen von Jungs sortiert

Freizeitbeschäftigungen von Mädchen sortiert

0 100 200 300 400 500 600 700 800

0 100 200 300 400 500 600 700 800

Freunde treffen

Freunde treffen

Ins Internet gehen

Musik hören

Musik hören

Ins Internet gehen

Sport treiben

Shoppen gehen

Nichts tun/Chillen

Für die Schule lernen

Fernsehen/Video/DVD

daheim helfen

Am Computer spielen

SMSen

Für die Schule lernen

Fernsehen/Video/DVD

daheim helfen

Sport treiben

Sportveranstaltungen besuchen

Nichts tun/Chillen

Schwimmen gehen

Lesen

SMSen

Schwimmen gehen

Lesen

Gaststätten/Cafés besuchen

Gaststätten/Cafés besuchen

Ausflüge machen

Shoppen gehen

Am Computer spielen

Ausflüge machen

Jobben

Musik machen

In die Disco gehen

Ins Kino gehen

Ins Kino gehen

Jobben

Ehrenamtlich engagieren

Ehrenamtlich engagieren

Sportveranstaltungen besuchen

In die Disco gehen

Konzerte besuchen

Musik machen

nie selten gelegentlich häufig

Konzerte besuchen

nie selten gelegentlich häufig

Diese Ergebnisse könnten dahingehend interpretiert

werden, dass es tatsächlich schwieriger ist, Mädchen mit

einem geschlechtsspezifisch undifferenzierten offenen

Angebot zu erreichen als Jungen. Dies spiegelt sich, wie

oben aufgezeigt, auch in den seit Jahrzehnten

stagnierenden durchschnittlichen Besucherinnenzahlen

wieder. Es bleibt also die Frage bestehen: Kann man mehr

Mädchen überhaupt erreichen und wenn ja, wie? Dass

man diese Anstrengung unternehmen muss, steht außer

Frage, lautet doch der gesetzliche Auftrag der

Jugendarbeit nach § 9 Satz 3 KJHG, dass bei "... der

Ausgestaltung der Leistungen und der Erfüllung der

Aufgaben (der Jugendhilfe) ... die unterschiedlichen

Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu

berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 80


Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern

(sind)."

Auch hier können die Ergebnisse der Jugendbefragung

Hinweise oder Impulse für pädagogisches Handeln geben,

zumal es sich bei den in der Befragung aufgeführten

Möglichkeiten ja um solche handelte, die in den

Jugendzentren ohnehin angeboten werden. Es scheint

lediglich auf die Gewichtung anzukommen. Wendet man

sich der von den befragten Jungen bzw. Mädchen

gewünschten Angebotspalette in den Jugendzentren zu,

wird deutlich, dass das offene, deutlich sichtbare, mit dem

Begriff „Jugendzentrum“ als erstes verknüpfte Angebot der

Jugendzentren in der Regel in erster Linie den Bedürfnissen

der Jungen entspricht.

Jungs: In einem Jugendzentrum soll es geben...

Mädchen: In einem Jugendzentrum soll es geben...

0% 20% 40% 60% 80% 100%

günstige Getränke

gemütliche Sitzecke

Billard

Kicker

günstige Snacks

Ferien- oder Wochenendfreizeiten

Partys

Turniere

Ausflüge

Tischtennisplatte

Spezielle Angebote für Jungs

Videospiele

Internetcafé

Kraftsportraum

Beratung für Jugendliche

Bewerbungstraining

Airhockey

Selbstverwaltete Bereiche

Küche zum gemeinsamen Kochen

Flipper

Jugendzeitschriften

Filmaufführungen

Alkohol ab 16

Discos

Fläche zum Grafiti sprühen

Diskussionsrunden

Möglichkeit, Hausaufgaben zu machen

Spezielle Angebote für Mädchen

Konzerte

Brettspiele

Aufnahmestudio

Bandproberaum

Videokurse

Musikunterricht

Tanzkurse

Fotokurse

Theatergruppe

Theateraufführungen

0,0% 20,0% 40,0% 60,0% 80,0% 100,0%

gemütliche Sitzecke

günstige Getränke

günstige Snacks

Ferien- oder Wochenendfreizeiten

Partys

Ausflüge

Beratung für Jugendliche

Küche zum gemeinsamen Kochen

Kicker

Billard

Jugendzeitschriften

Spezielle Angebote für Mädchen

Tischtennisplatte

Internetcafé

Tanzkurse

Bewerbungstraining

Selbstverwaltete Bereiche

Spezielle Angebote für Jungs

Diskussionsrunden

Möglichkeit, Hausaufgaben zu machen

Filmaufführungen

Discos

Turniere

Bandproberaum

Konzerte

Brettspiele

Fläche zum Grafiti sprühen

Fotokurse

Videospiele

Alkohol ab 16

Kraftsportraum

Flipper

Aufnahmestudio

Musikunterricht

Airhockey

Theatergruppe

Theateraufführungen

Videokurse

Günstige Getränke, gemütliche Sitzecke, Billard, Kicker –

das sind alles Wünsche, die in jedem Jugendzentrum an

prominenter Stelle, deutlich sichtbar ohne große Erklärung

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 81


aufzufinden und zu benutzen sind. Die Mädchen haben es

mit ihrem an vierter Stelle gewünschten Angebot, nämlich

Wochenend- und Ferienfreizeiten, schon schwieriger. Hier

gilt es herauszufinden, wer wann wohin fährt, ob so etwas

überhaupt angeboten wird, wahrscheinlich auch wer

mitfährt, wo man sich anmelden kann usw. Das heißt, um

auf einer Wochenendfreizeit mitfahren zu können, bedarf

es eines erheblichen Maßes an Insiderwissen – außer das

Jugendzentrum verfügt an dieser Stelle über

institutionalisierte und öffentlich bekannte Regelangebote.

Betrachtet man die auf Platz 7 und 8 aufgeführten

Wunschangebote der Mädchen – Beratung für

Jugendliche, Küche zum gemeinsamen Kochen –

(Jungen: Partys, Turniere), stellt man fest: auch dies sind

Angebote, die jedes Jugendzentrum vorhält. Gerade die

Beratung von Jugendlichen ist für einen Großteil der

Mitarbeiter/innen ein wesentliches Anliegen ihrer Arbeit.

Um es wahrnehmen zu können, müssen die Mädchen

jedoch bereits im Jugendzentrum angekommen sein und

persönliche Kontakte zu den Mitarbeiter/innen vor Ort

geknüpft haben. Auch hier könnte eine mögliche

Handlungsoption sein, regelmäßige Beratungsangebote

einzuführen, die öffentlich beworben werden. Ähnliches

gilt für die Küche zum gemeinsamen Kochen. Auch hier

können diejenigen Mädchen, die kein oder nur selten ein

Jugendzentrum besuchen, nur erreicht werden, wenn ein

regelmäßiges, öffentlich beworbenes Angebot

vorgehalten wird. Verfolgt man die Liste weiter, so erkennt

man auch im Bereich der jugendkulturellen Angebote bei

den Mädchen eine leichte Vorliebe gegenüber den von

den Jungen genannten Angeboten, ganz eklatant:

Tanzkurse, aber auch Konzerte und Fotokurse. Wie für die

oben genannten Wunschangebote gilt auch hier: die im

Jugendzentrum übliche, am konkreten Bedarf der

Jugendlichen vor Ort orientierte und unter deren

Mitwirkung entwickelte Angebotsstruktur scheint Mädchen

nicht ausreichend zu erreichen, weil sie eben ihre Freizeit,

wie oben geschildert, anders strukturieren als Jungen. So

gesehen scheinen Jungen ein leichter erreichbares

Publikum zu sein.

Diese Annahme wird untermauert durch die

unterschiedliche Wahrnehmung der Angebotsbereiche

durch Mädchen und Jungen.

Während es auf den ersten fünf Plätzen kaum

Unterschiede gibt, schließen sich bei den befragten

Mädchen nach Kochen und Essen jugendkulturelle und

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 82


kreative Angebote in Form von fest terminierten,

planbaren Veranstaltungen an, während bei den Jungen

auch hier die undifferenzierten, im Alltag nach Lust und

Laune spontan organisierten Freizeitbeschäftigungen noch

vor den jugendkulturellen und Workshopangeboten

rangieren.

Wahrnehmen der Angebotsbereiche durch Jungs

Treffen mit Freunden

92,4%

Wahrnehmen der Angebotsbereiche durch

Mädchen

Treffen mit Freunden

91,7%

Abhängen / Chillen

88,5%

Abhängen / Chillen

83,6%

Neue Leute kennen lernen

63,3%

Neue Leute kennen lernen

72,4%

Internet und Computer

63,0%

Gespräch mit Mitarbeitern / Betreuerinnen

59,1%

Gespräch mit Mitarbeitern / Betreuerinnen

60,6%

Internet und Computer

56,6%

Sonstige Spiele

60,1%

Kochen und Essen

52,4%

Sport

58,4%

Besuch von Veranstaltungen / Konzerten

45,8%

Kochen und Essen

49,7%

Bei Workshops, Kursen oder Projekten

mitmachen

40,7%

Videospiele, Playstation usw .

49,7%

Sonstige Spiele

37,5%

Besuch von Veranstaltungen / Konzerten

43,3%

Besuch des Juz-Cafés

29,4%

Bei Workshops, Kursen oder Projekten

mitmachen

31,5%

Sport

27,2%

Besuch des Juz-Cafés

31,0%

Videospiele, Playstation usw .

22,7%

Musik m achen

25,0%

Musik m achen

18,0%

Folgt man den aus der Befragung sich ergebenden

Hinweisen, so erscheint es darüber hinaus als sinnvoll,

regelmäßig geschlechtsspezifische Angebote, die auch

geschlechtsgetrennt durchgeführt werden, zu etablieren,

stehen doch spezielle geschlechtsspezifische Angebote

bei Jungen an 11., bei Mädchen an 12. Stelle.

Eine aus den Ergebnissen folgende Handlungsoption

könnte folgendermaßen aussehen:

Setzt man sich zum Beispiel zum Ziel, den Mädchenanteil in

einem Jugendzentrum im Laufe eines Jahres zu steigern,

dann könnte eine der Maßnahmen sein, die

Programmgestaltung umzustrukturieren und stärker den

o.a. Freizeitbedürfnissen und –gewohnheiten von

Mädchen anzupassen, auch wenn dafür andere, in der

Jugendarbeit verfolgte handlungsweisende Ziele, wie z.B.

gerade die Programmgestaltung mit Jugendlichen

gemeinsam festzulegen, eingeschränkt werden müssten.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 83


Discos, Partys, jugendkulturelle Angebote

Zunächst ist zu differenzieren zwischen jugendkulturellen

Angeboten im weiteren und jugendkulturellen

Veranstaltungen im engeren Sinn. Die Frage, was es in

einem Juz geben soll, erbringt als jugendkulturelle

Angebote neben den jugendkulturellen Veranstaltungen

Konzerte, Discos, Partys, Filmaufführungen,

Theateraufführungen auch Angebote wie

Bandproberaum, Aufnahmestudio, Tanzkurse, Videokurse,

Fotokurse, Musikunterricht und Theatergruppe.

Folgende Veranstaltungen wurden als

Programmbestandteil in einem Jugendzentrum

gewünscht:

Party Filmaufführung

Disco Konzert Theateraufführung

Gesamt 87,1% 56,4% 54,3% 51,0% 21,0%

männlich 88,6% 57,2% 56,1% 56,1% 16,3%

weiblich 87,7% 57,0% 53,9% 51,7% 26,3%

Kinder 84,4% 69,5% 46,5% 44,1% 32,1%

Jugendliche 89,8% 49,7% 61,9% 51,6% 11,3%

Junge Erwachsene 86,0% 49,4% 53,5% 58,8% 20,9%

Partys stehen bei allen Zielgruppen hoch im Kurs,

wenngleich sich in der Altersgruppe der Jugendlichen

darüber hinaus noch deutlich mehr Befragte für Partys

interessieren als junge Erwachsene und Kinder.

Filmaufführungen sind für etwa jeden zweiten Befragten

attraktiv, jedoch ist das Interesse in der Altersgruppe der

Kinder am stärksten. Eine Jugendzentrums-Disco wird

ebenfalls von etwa jedem zweiten Befragten gewünscht,

jedoch interessiert sich die Altersgruppe der Jugendlichen

hierfür stärker als Kinder. Konzerte sind für etwa jeden

zweiten Befragten interessant, das Interesse steigt mit der

Altersgruppe von Kindern über Jugendliche zu jungen

Erwachsenen an. Weit abgeschlagen in der Gunst der

Befragten liegen Theateraufführungen. Nur jeder fünfte

Befragte im Schnitt hat diese Wahl getroffen. Hier fällt auf,

dass eine Theateraufführung von Mädchen häufiger

gewünscht wird als von Jungs; von Kindern und jungen

Erwachsenen deutlich häufiger als von der Altersgruppe

der Jugendlichen.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 84


Dieses Bild führt zu verschiedenen Schlussfolgerungen:

1) Stellt man das Interesse, große Teilnehmerzahlen zu

erreichen und ein breites Interesse zu wecken in den

Vordergrund, so ergibt sich eine relativ klare hierarchische

Darstellung, die nahelegt, dass ein Jugendzentrum auf

Partys, Filmaufführungen, Discos und Konzerte keinesfalls

verzichten kann. Während Filmaufführungen dann eher

eine jüngere Klientel ansprechen, sind Konzerte geeignet,

eher die Älteren zu erreichen.

Für Partys kann ein allgemeines Interesse bei den

Befragten unterstellt werden. Eine Angebotsmischung aus

Filmvorführungen, Discos und Konzerten ist darüber hinaus

geeignet, eine interessante und vielfältige

Angebotsstruktur vorzuhalten, die im Schnitt jeden Zweiten

Besucher anspricht, so dass in Gänze über einen längeren

Beobachtungszeitraum alle Interessierten ihr spezifisches

Wunsch-Angebot wiederfinden können.

2) Die in der Gunst der Befragten weit abgeschlagenen

Theateraufführungen verweisen nicht notwendigerweise

darauf, dass auf solche Angebote verzichtet werden soll.

Vielmehr zeigt sich, dass Theateraufführungen für

bestimmte Zielgruppen (Kinder, junge Erwachsene,

Mädchen) deutlich interessanter sind als für andere

(Jungs, Jugendliche). Eine Theateraufführung als

Bestandteil eines pädagogischen Projektes oder als

singuläres thematisches Angebot für eine bestimmte

Klientel ist durchaus sinnvoll, wenn die

Rahmenbedingungen und Zielgruppen bewusst

mitbedacht werden.

Darüber hinaus wurden folgende Angebote sehr

unterschiedlich gewünscht:

Bandproberaum

Aufnahmestudio

Tanzkurse

Fotokurse

Musikunterricht

Videokurse

Theatergruppe

Gesamt 48,6% 44,1% 49,6% 40,3% 36,0% 31,6% 23,2%

männlich 46,7% 48,2% 32,4% 32,4% 35,8% 39,2% 17,3%

weiblich 51,7% 51,7% 68,1% 49,1% 37,1% 24,7% 29,6%

Kinder 54,6% 50,3% 51,9% 51,6% 50,0% 47,9% 33,1%

Jugendliche 48,2% 47,2% 51,7% 37,4% 29,7% 25,3% 14,7%

Junge

Erwachsene

41,5% 31,7% 43,7% 29,9% 27,4% 19,9% 22,8%

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 85


Ein Bandproberaum ist fast für die Hälfte der Klientel ein

interessantes Angebot, insbesondere bei Mädchen und

Kindern. Ähnlich verhält es sich mit einem

Aufnahmestudio. Bandproberaum und Aufnahmestudio

sind für junge Erwachsene dagegen weniger interessant

als für die übrigen Untergruppen, was wahrscheinlich mit

der Erwerbssituation, der daher resultierenden Summe

verfügbaren Geldes und nicht zuletzt der Unabhängigkeit

von einem Jugendzentrum zusammenhängen dürfte.

Tanzkurse werden mit Ausnahme von Jungs und jungen

Erwachsenen von über der Hälfte der Befragten

gewünscht. Ganz deutlich ist dies ein wichtiges Angebot

für Mädchen. Fotokurse stehen bei Mädchen und Kindern

noch relativ hoch in der Gunst, wohingegen sich bei

jungen Erwachsenen, Jugendlichen und männlichen

Befragten nur jeder Dritte hierfür interessiert.

Musikunterricht interessiert ungefähr ein Drittel der

Befragten. Für jedes zweite Kind ist der Musikunterricht ein

interessantes Angebot. Auch Videokurse sprechen nur ca.

ein Drittel der Befragten an. Hier fallen die Antworten

jedoch relativ heterogen aus: zwar würden auch hiermit

gut die Hälfte der Kinder und über ein Drittel der Jungs

erreicht, jedoch nur ein Viertel der Jugendlichen und

Mädchen und nur ein Fünftel der jungen Erwachsenen.

Abgeschlagen landet das Angebot Theatergruppe.

Besucher der Jugendzentren (Kategorie C) waren

aufgefordert anzugeben, welche Angebotsbereiche sie

im Jugendzentrum tatsächlich nutzen.

Besuch von

Veranstaltun

gen und

Konzerten

Gesamt 44,4% 35,3%

Teilnahme

an

Workshops,

Kursen und

Projekten

männlich 43,3% 31,5%

weiblich 45,8% 40,7%

Kinder 37,6% 44,8%

Jugendliche 44,2% 34,2%

Junge

Erwachsene

52,1% 27,1%

Im Allgemeinen sind Veranstaltungen und Konzerte

beliebter als Workshops, Kurse und Projekte. Während

Mädchen etwas seltener an Veranstaltungen teilnehmen,

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 86


setzt sich die Zahl der Mädchen in Workshops, Kursen und

Projekten deutlich von der der Jungs nach oben ab.

Kinder haben oft nicht den Zugang zu Veranstaltungen,

die ja häufig in den Abendstunden stattfinden. So ist der

relativ niedrige Score von 37,6% der befragten Kinder bei

Veranstaltungen nachvollziehbar. Unter den Kindern ist der

Anteil der Teilnehmer/innen an Workshops, Kursen und

Projekten am höchsten. Die jungen Erwachsenen

besuchen eher Veranstaltungen (52%), als sich aktiv mit

der Teilnahme an Workshops, Kursen und Projekten zu

beteiligen (27%). Diese Altersgruppe wird also eher mit

konsumorientierten Angeboten erreicht.

Die Besucher der Einrichtungen werten Konzerte im

Allgemeinen mit „gut“ (2,31 – 2,42), wobei die

Veranstaltungsräume ebenfalls im Schnitt mit „gut“ (2,08 –

2,31) bewertet werden.

Qualität der Veranstaltungsraum

Konzerte

Gesamt 2,39 2,22

männlich 2,44 2,24

weiblich 2,31 2,20

Kinder 2,42 2,08

Jugendliche 2,38 2,26

Junge

Erwachsene

2,37 2,31

Konzerte sind also nicht nur ein gut akzeptierter Bestandteil

der Angebotsstruktur; in der Regel scheinen auch die

bisherigen „Spielorte“ (Veranstaltungsräume) gut geeignet

und ausreichend zu sein. Auffallend ist, dass die Bewertung

der Konzerte offenbar mit der Bewertung der

Veranstaltungsräume bei den Zellen „gesamt“, „männlich“

und „weiblich“ teilweise korreliert, während sich diese

Korrelation bezüglich der Altersgruppen umgekehrt

darstellt. Letzteres dürfte darauf zurückzuführen sein, dass

die Hallengrößen in den Jugendzentren sowie die im

Vergleich mit professionellen Kulturveranstaltungen

eingeschränkte Licht- und Tontechnik Kinder stärker

begeistern als Jugendliche oder junge Erwachsene, die

bereits Erfahrungen mit professionellen

Veranstaltungsorten besitzen und daher wahrscheinlich

größere Erwartungen hegen.

Kein Jugendzentrum kommt also an einer Angebotsstruktur

vorbei, die Partys, Filmvorführungen, Discos und Konzerte

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 87


einhaltet. Diese scheinen notwendige Attraktionen zu

sein, um ein vielfältiges, abwechslungsreiches und für viele

unterschiedliche Zielgruppen interessantes Programm

vorzuhalten. Die Akzeptanz solcher Angebote zeigt sich

zum Einen in der Frequenz der Nennungen, zum Anderen

(am Beispiel der Konzerte) auch an der durchaus positiv

ausfallenden Bewertung mit Schulnoten. Jugendkulturelle

Veranstaltungen erreichen jedoch mitunter spezielle

Zielgruppen. So konnten insbesondere für Mädchen und

Kinder ganz spezielle Angebote identifiziert werden. Selbst

Angebote, die nicht „jedermanns“ Nerv treffen (z.B.

Theatervorführungen und Theatergruppe) können jedoch

für bestimmte Zielgruppen durchaus effektive und gute

Angebote sein. Berücksichtigt man nun zusätzlich noch,

dass Alkoholkonsum ab 16 Jahre für zwei Drittel der

Altersgruppe der Jugendlichen ein wichtiges Thema ist (für

Jungs stärker als für Mädchen), so sollte neu diskutiert

werden, für welche Veranstaltungsformen (Inhalt, Alter der

Zielgruppe) ein Ausschank von Alkohol angebracht ist und

zur Attraktivität der Veranstaltung beiträgt.

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 88


VI

Anlage Fragebogen

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 89


Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 90


Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 91


Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 92


Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 93


VII

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http://www.stadt-sulzbach.de/pdfformulare/Sozialbericht%20Sulzbach%202006.pdf

Cloos, Peter und Köngeter, Stefan: „uns war ma langweilig, da ham wir

das JUZ entdeckt“ – Empirische Befunde zum Zugang von

Jugendlichen zur Jugendarbeit, in: Lindner, Werner (Hrsg.): Kinder- und

Jugendarbeit wirkt, Wiesbaden 2008

Corsa, Mike: „…dass ich einen Ort habe, wo ich Sachen ausprobieren

kann…“ Sichtweisen junger Menschen zur Kinder- und Jugendarbeit

in: Lindner, Werner (Hrsg.): Kinder- und Jugendarbeit wirkt, Wiesbaden

2008

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Evaluation; Köln 2002

Friedrichs, Jürgen: Methoden empirischer Sozialforschung; 11. Auflage;

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von Offener Jugendarbeit; in: Deinet, Ulrich / Sturzenhecker, Benedikt

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Jugendarbeit; in: Lindner, Werner (Hrsg.): Kinder- und

Jugendarbeit wirkt – Aktuelle und ausgewählte Evaluationsergebnisse

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Möhlke, Gabriele: Mädchen; in: Deinet, Ulrich / Sturzenhecker,

Benedikt (Hrsg.): Handbuch Offene Jugendarbeit, Münster 1998; S. 85 ff

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Statistisches Amt Saarland (Hrsg.): Saarland in Zahlen - Sonderheft

Allgemeinbildende Schulen 2007/2008; Saarbrücken 2008

Statistisches Amt Saarland (Hrsg.): Saarländische Gemeindezahlen

2008; Saarbrücken 2008

Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 94


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Fakten und Sichtweisen zwischen Heute und Morgen.

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Gemeindeverwaltung

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Freiburger Institut für angewandte Sozialwissenschaft e.V.(FIFAS):

Jugendstudie für Filderstadt 2007; Freiburg 2008

Gemeinde Kirkel: Jugendbefragung 2007;

http://www.kirkel.de/jugend/bericht.pdf

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http://www.kjr-m.de/publikationen/pdf/Kundenbefragung.pdf

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Kruse, Dr. Katja: Mamas, Powerfrauen und Nervensägen.

Freundinnengruppen und ihre Bedeutung für mädchengerechte

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Landratsamt Zollernalbkreis (Hrsg.): Jugendarbeit im Zollernalbkreis.

Bestand – Effekte – Herausforderungen; Balingen 2009

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http://www.jugendhaus.net/home/presse/information/Jugendhaus-

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Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 95


Jugendamt; Regionalverband Saarbrücken: Jugendbefragung 2008/2009 Seite 96

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