SCANIA bewegt – SoNderAuSgAbe eNtSorguNg

scania.de

SCANIA bewegt – SoNderAuSgAbe eNtSorguNg

DAS SCANIA MAGAZIN • SEPTEMBER 2010 WWW.SCANIA.DE

Scania Sonderausgabe

ENTSORGUNG

BEWEGT

Scania

stellt aus

Treffpunkt

IFAT ENTSORGA

Halle C4, Stand 105

SAUBERMÄNNER von sCANIA

Umweltprofis

Technik

LOW-ENTRY

TIEFERGELEGT

Seite 10

Technik

SERVICE RUND

UMS ROHR

Seite 16


Keine ist

attraktiver.

Auszeichnungen stacheln uns an. Motivieren uns,

im nächsten Jahr mindestens genauso gut zu sein,

wenn nicht noch besser. Darum ist unser Erfolg

auch Ihr Erfolg. Wir danken aufrichtig – und

bleiben unvermindert tatkräftig.

www.scania.de


Editorial

INHALT

SCANIA BEWEGT

ENTSORGUNG

6 Saubermänner

Die Firma Walter Straßenreinigung in Mettlach hat spezielle

Straßenkehrmaschinen auf Scania Basis im Einsatz.

10 Tiefergelegt

Wer häufig ein- und aussteigen muss, schätzt Low-Entry-

Konzepte. Scania löst diese Anforderung kostengünstig

für den Kunden aus dem Baukasten.

14 Nächste Stunde: Recyclingkunde

Bis zu 1.500 Besucher, von Schülern bis zu angehenden

Recyclisten, werfen bei der Loacker Recycling GmbH in

Götzis Jahr für Jahr einen Blick hinter die Kulissen.

Außerdem

Nachrichten: Das Neueste aus der Scania Welt Seite 4

Rieger Austria: Spezialisten im Einsatz Seite 8

Kleiner Recycling: Fahrgestelle von Scania Seite 12

Canal-Control+Clean: Umweltschutz in Hamburg Seite 16

Hoch im Wechselkurs: Spezialfahrzeuge von Sieber Seite 18

6 8

„Spezialfahrzeuge

von Scania bewegen

viele Branchen.“

Christian Teichmann,

Direktor Verkauf Lkw

Scania Deutschland Österreich

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

genauso vielfältig, wie die unzähligen Transport- und Arbeitsaufgaben

sind, die Nutzfahrzeuge übernehmen müssen, ist das Produktportfolio von

Scania. Ob man im Fernverkehr Palettenfracht transportiert oder dem Lkw

in einem der vielen anderen Segmente Arbeit aufgebürdet wird, Spezialisten

von Scania sind überall zu Hause.

Gerade im Entsorgungsmarkt sind hoch technisierte Lkw mit zahlreichen

An- und Aufbauten sehr gefragt und dienen als fahrende Arbeitsgeräte

für besondere Aufgaben. Wir haben dazu Beispiele aus den unterschiedlichsten

Bereichen von Entsorgung, Reinigung und Recycling zusammengestellt,

bei denen Fahrzeuge von Scania eine tragende Rolle spielen, und sie

in dieser Sonderausgabe von SCANIA BEWEGT zusammengefasst.

Allen Lösungen gemeinsam ist, dass die Basisfahrzeuge über eine

hohe Flexibilität verfügen und dem Aufbauhersteller viel Freiheit lassen. So

sind derartig spezialisierte Anwendungen möglich, die die Branche braucht.

Die gezeigten Beispiele sind Lösungen, die wir in den vergangenen Monaten

in Deutschland und Österreich ausgeliefert haben.

Natürlich können Sie sich auch persönlich von unseren Angeboten

rund um die Entsorgung überzeugen, und zwar auf der IFAT ENTSORGA

2010, der weltgrößten Messe zu den Themen Wasser, Abwasser, Abfall

und Recycling. Die Messe findet in diesem Jahr vom 13. bis 17. September

in München statt. Besuchen Sie uns in Halle C4, Stand 105, oder schauen

Sie auf der IAA in Hannover bei uns vorbei. Wir freuen uns auf Sie. Ich

wünsche Ihnen viel Spaß und nützliche Informationen bei der Lektüre

der Sonderausgabe Entsorgung von SCANIA BEWEGT.


Herzlichst Ihr Christian Teichmann

Impressum

SCANIA bewegt – Sonderausgabe ENTSORGUNG · 13. Jahrgang · 2. ausgabe · ISSN 1867-3104

FÜR DEUTSCHLAND

Herausgeber

Scania Deutschland GmbH

Verantwortlich für

den Herausgeber

Mikael Lundqvist

Anschrift

Redaktion SCANIA BEWEGT

c/o Scania Deutschland GmbH

Sieglinde Michaelis

August-Horch-Str. 10

D-56070 Koblenz

Telefon: 02 61/8 97-2 08

Telefax: 02 61/8 97-4 05

Deutsche Internetadresse

www.scania.de

FÜR Österreich

Offenlegung gemäß

§ 25 Mediengesetz

Medieninhaber und Herausgeber

Scania Österreich Ges.m.b.H.

2345 Brunn/Gebirge,

Johann-Steinböck-Straße 4

Österreichische Internetadresse

www.scania.at, office@scania.at

Verantwortlich für

den Herausgeber

Mag. Annette Plankensteiner

Unternehmensgegenstand

Handel mit Nutzfahrzeugen aller Art

(ausgenommen Traktoren), deren

Bestandteilen und Zubehör, Kfz-

Mechanikergewerbe eingeschränkt auf

Reparatur von Nutzfahrzeugen aller

Art (Lkw, Omnibusse, ausgenommen

Traktoren)

Geschäftsführer

Thomas Bertilsson

Blattlinie

Die Zeitschrift SCANIA BEWEGT dient

der kostenlosen Information der von ihr

angesprochenen Zielgruppe über die

von ihr vertriebenen Produkte und deren

Umfeld.

Realisation/Projektleitung

Paul Göttl

paul.goettl@etmservices.de

ETMservices – Ein Geschäftsbereich

des ETM Verlags

Verlag

EuroTransportMedia Verlag

Handwerkstraße 15, 70565 Stuttgart

Telefon: 07 11/7 84 98-80

Telefax: 07 11/7 84 98-0

Internet: www.etmverlag.de

Redaktion: Paul Göttl

Autoren dieser Ausgabe

Markus Bauer, Robert Domina,

Martin Heying, Nicole de Jong,

Alex Mannschatz, Scania

Grafik und Produktion

Simone Strobel

Anzeigen: Oliver Trost

Telefon: 07 11/7 84 98-79

oliver.trost@etmservices.de

Fotos: Markus Bauer, Robert Domina,

Martin Heying, Nicole de Jong, Gugu

Mannschatz, Scania

Druck: Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG, 34121 Kassel

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, und elektronische Verarbeitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Scania Deutschland Österreich.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder übernimmt die Redaktion keine Haftung.

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Nachrichten

Text: Markus Bauer, Fotos: Scania

Auf der Fachmesse GartenTech beim Wiener Ernst-Happel-Stadion präsentierte Scania das Wechselsystem Kipper und Kehrmaschine aufgebaut

auf einen Scania G 360.

GartenTech 2010

Von 16. bis 17. Juni 2010 fand bereits zum neunten Mal die GartenTech, Fachausstellung zu den Themen Garten und Grünpflege, Kommunaltechnik, Straßen-,

Reinigungs- und Winterdienste, in Wien statt. Scania Österreich war mit einem neuen Fahrzeugkonzept vor Ort, das von Behördenverkäufer Michael Merwald

gemeinsam mit den Firmen Meiller, Kahlbacher und MUT entwickelt wurde. Bei dem Scania Wechselsystem handelt es sich um ein 23-Tonnen-Allrad-Winterdienstfahrzeug

mit Kipper und Sieben-Kubikmeter-Kehrmaschine ohne Hilfsmotor. Hintergrund dieser Entwicklung von Scania ist die Minimierung von Fuhrparkkosten

für den Kunden, da das Trägerfahrzeug sowohl im Winter als auch im Sommer betrieben wird.

Das Kombi-Konzept

vereint eine Mulde für

Schüttgut mit einem

Tank für die Entsorgung

von Flüssigkeiten.

Kombi-

Entsorgungsfahrzeug

Ein Alleskönner auf dem Entsorgungssektor ist der Kombi-Entsorger

auf der Basis eines Scania G 440 LB 6x2*4. Der Sonderaufbau

von Willig in Straubing besteht aus einem in drei Kammern

unterteilten Tank, der bis zu 11.000 Liter Altöl oder andere

Flüssigkeiten fasst. Das Fahrzeug wird beim Kunden zur Altölentsorgung

eingesetzt. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über einen

elf Kubikmeter großen Schüttgutbehälter und einen Hecklader,

der auf zwei Mülltonnen oder 300 Kilogramm Gewicht ausgelegt

ist. Je nach Einsatzgebiet nimmt er zum Beispiel ölverschmierte

Lappen auf. Eine Zweikreishydraulik ermöglicht es dem Kunden,

gleichzeitig den Hecklader und die Pumpanlage zu betreiben. Auf

Wunsch kann er die Pumpe auch per Funkfernsteuerung bedienen.

Neben einer optionalen Füllstandsanzeige sorgt eine Sicherung

dafür, dass der Fahrer die Tanks nicht überfüllt. Rückfahrkamera

und Totmann-Schaltung vervollständigen die umfassende

Sicherheitsausstattung des Kombi-Entsorgungsfahrzeugs.

4 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Die Kehrmaschine

auf

Basis eines

Scania P 230

bewährt sich im

Einsatz bestens.

Scania Kehrmaschine für

Neustadt an der WeinstraSSe

Neustadt an der Weinstraße hat eine neue Kehrmaschine für

den Kommunaldienst erhalten. Die Großkehrmaschine hat sich

im Einsatz bisher bestens bewährt. Das Fahrzeug ersetzt eine

17 Jahre alte Kehrmaschine, die bereits rund 1,3 Millionen Kilometer

gelaufen ist. Die neue Maschine basiert auf einem Scania

P 230 Fahrgestell. Der 230 PS starke Motor erfüllt die Euro 5-

Norm mit Hilfe der EGR-Technologie. Für die Straßenreinigung

führt der Lkw 1.300 Liter Wasser mit, um den Kehricht anzufeuchten.

Mit einer Arbeitsbreite von bis zu 2,4 Metern nimmt die

Kehrmaschine bis zu sechs Kubikmeter Kehrgut auf.

Zahlen und Fakten

Laut Statistischem Bundesamt fallen in Deutschland pro

Einwohner jedes Jahr mehr als 500 Kilogramm Haushaltsabfälle

an. Diese setzen sich aus rund einem Drittel

Hausmüll und knapp einem Fünftel Biomüll und Gartenabfällen

zusammen. Ein weiteres Fünftel entfällt auf

Altpapier, etwa zwölf Prozent auf Kunststoff. Der Rest

besteht aus Verpackungen und Sperrmüll. Der Großteil

des Abfalls ist recycelbar. 2007 lag die Quote für den

Abfall, der tatsächlich auf Deponien landete, bei etwa

27 Prozent. In die Wiederverwertung gingen rund

73 Prozent. Das Amt prophezeit für 2020 hier einen

Wiederverwertungsanteil von 100 Prozent. Doch Haushaltsabfälle

sind nur ein Teil des Abfallaufkommens. Mit

fast 60 Prozent stellen Bau- und Abbruchabfälle den

größten Teil des gesamten Abfallaufkommens dar. Doch

auch hier sind 90 Prozent recycelbar.

Neue Gas-Motorenpalette

Scania bietet ab dem dritten Quartal 2010 eine neue Baureihe

von Gas-Motoren an. Als Basis dienen die 9-Liter-

Dieselaggregate nach Euro 5-Standard. In der Gasversion

wächst der Hubraum auf 9,3 Liter. Die Leistung steigt auf

270 und 310 PS. Wie schon das Dieselpendant verfügen

auch die Gas-Motoren über die Scania Abgasrückführung

EGR. Scania verzichtet damit darauf, Harnstoff einzuspritzen.

Dank EGR-Technologie genügen die Gas-Motoren

schon jetzt der strengeren EEV-Norm (Enhanced Environmentally

Friendly Vehicle). Besonders interessant für Kommunalfahrzeuge

ist aber nicht nur der äußerst geringe Schadstoffausstoß.

Scania verteilt die zusammen 640 Liter großen

Gas-Tanks auf acht einzelne Behälter. Diese sitzen direkt am

Fahrgestell – eine kompakte Sache für jeden Kunden.

IFAT ENTSORGA

im Überblick

Die IFAT ist die weltgrößte Messe zu den Themen Wasser,

Abwasser, Abfall und Recycling. Die Messe findet in diesem

Jahr vom 13. bis 17. September auf dem Messegelände

München statt. Im Vergleich zu anderen Messen der Branche

verzeichnet die IFAT mit Abstand die meisten Besucher

und die größte Ausstellungsfläche. 2008 kamen etwa 120.000 Fachbesucher zur Messe.

Als Aussteller arbeiten die Fachverbände mit der Industrie Hand in Hand. So bietet die

Messe nicht nur einen umfassenden Überblick über aktuelle Technologien, sondern auch

über zukünftige Entwicklungen. Neben dem eher praktischen Bereich neuer Technologien

und Innovationen präsentieren sich auf der IFAT auch zahlreiche Serviceunternehmen. Sie

informieren auf der Messe über Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Abwasser und

Abfallwirtschaft. Die Messe richtet sich in erster Linie an Besucher aus der Industrie und

aus öffentlichen Einrichtungen. Im Rahmenprogramm der IFAT finden in diesem Jahr deshalb

auch internationale Fachtagungen und Symposien zu den aktuellen Umweltthemen

statt. Seit 2008 befasst sich die IFAT zudem mit den Segmenten „Küsten- und Hochwasserschutz“

sowie „Energiegewinnung aus Abfallstoffen“. Mit diesem noch breiteren Spektrum

will sich die Messe weiter auf die Zukunft ausrichten.

Telefonhotline: (+49) (0) 89 949 113-58

Telefax: (+49) (0) 89 949 113-59

Internet: www.ifat.de, E-Mail: info@ifat.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag: 9:00 Uhr–18:00 Uhr

Freitag: 9:00 Uhr–16:00 Uhr

Hier finden Sie uns!

Halle C4, Stand 105

auf dem VAK

Gemeinschaftsstand

Die Eintrittspreise liegen zwischen 23,00 Euro für ein Tagesticket und

58,00 Euro für ein Dauerticket. Im Online-Vorverkauf kostet das Tagesticket 19,00 Euro,

das Dauerticket 49,00 Euro.

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Reportage

Hier ist enge Zusammenarbeit

gefragt, das ist

Aufbau-Management pur.”

Manfred Altmeyer,

Motoren Baader, Saarbrücken

Wenn Geschäftsführer Benjamin Walter (re.) seine

Vorstellungen äußert, heißt es aufpassen. Scania Verkäufer

Manfred Altmeyer koordiniert die Anforderungen

an Aufbauten, Nebenabtriebe oder Anbaugeräte.

SAUBERMÄNNER

Lkw-Technik vom Feinsten vermutet man eher in Metropolen.

Gefunden haben wir sie aber am Rande der Republik.

Der Finger gleitet lange über die

Karte. Die Reise geht in den wohl

westlichsten Winkel der Republik: nach

Mettlach im Saarland, gelegen an der

Grenze zu Luxemburg. Wer Ruhe und Erholung

will, ist hier richtig. Wer Lkw-Technik vom Feinsten

sucht, aber auch. Fündig wird er beim ortsansässigen

Unternehmen Walter Straßenreinigung.

Dort im Fuhrpark: ein Scania P 310 LB 4x2, ein

P 340 mit gleicher Achsfolge und frisch bestellt

noch ein P 320 – ausgestattet mit den Standardradständen

von 3.550 oder 3.700 Millimetern im

Falle des 340er. So weit nichts Ungewöhnliches.

Ungewöhnlich aber ist der Einsatzzweck.

Ihr Arbeitsrevier sind die Straßen und Autobah-

nen im Umkreis von etwa 100 Kilometern, auch

grenzüberschreitend. „Unsere Lkw fahren im

Baustellenreinigungsdienst und werden eingesetzt

zur Straßensanierung“, klärt Geschäftsführer

Benjamin Walter auf. Das Unternehmen ist spezialisiert

auf das Abfräsen, Aufbereiten und Reinigen

von Straßenbelägen mit eigenen Geräten, ehe

die Straßenbaufirmen neu asphaltieren. Nach den

einzelnen Arbeitsgängen nehmen die Scania quasi

die Endreinigung vor. Klingt nach Schweiß und

Arbeit „Das ist es auch. Wir arbeiten häufig nachts

und oft am Wochenende“, so Walter.

Der Diplom-ingenieur und Technikexperte hat

genaue Vorstellungen von dem, was die Aufbauten,

die Nebenabtriebe, die Anbauten oder die

Gerätschaften leisten müssen. Die Wahl der dafür

infrage kommenden Basisfahrzeuge ist schwierig.

Oft geht es um Millimeter, immer ist ein hohes

Engagement des Anbieters gefragt. „Wir brauchen

beispielsweise eine Gesamtkehrbreite von

3,80 Metern“, so Walter. „Zudem erreichen wir

immer die kritische Grenze von 18 Tonnen, wollen

aber gleichzeitig aufgrund der Wendigkeit die

Achsfolge 4x2. Außerdem brauchen wir Anhängerkupplungen

zum Ziehen von Wassertanks.“

Im Fokus seiner Recherchen steht daher stets

die Bauform eines Basisfahrzeugs. Es muss Platz

sein für die Aggregate, Stahlbürsten, Hydraulikschläuche,

Waschbalken und zusätzlichen Ge triebe.

„Bei Scania sind wir fündig geworden. Auch

weil man dort die notwendige Flexibilität zeigte.“

6 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Text: Alex Mannschatz, Fotos: Gugu Mannschatz

Im Fuhrpark von Walter Straßendienst: ein P 340 und

ein P 310 mit Standardradständen. Eingesetzt werden die

Fahrzeuge im anspruchsvollen Baustellenreinigungsdienst.

Walter

StraSSendienste

Die Walter & Co. GmbH

beschäftigt etwa 30 Mitarbeiter.

Zum Angebot

zählen neben den Baustellenleistungen

auch

Straßenreinigungen,

Wildkrautbeseitigungen

oder Vermietungen von

Kehrmaschinen nebst

Fachpersonal. Zudem

bietet das Unternehmen

Spezialreinigungen von

kontaminierten Flächen an.

Die Rechtslenkung erfordert

höchste Konzentration

von Stammfahrer Andreas

Hoffmann.

Der 200-bar-Waschbalken wird vom fahrzeugeigenen Nebenabtrieb

„befeuert“. Die Rinnsteinbürsten aus Stahldraht müssen

nach nur wenigen Betriebsstunden gewechselt werden.

Eine elektronische Frontkamera zeigt dem Fahrer den Bereich

vor der Frontschürze. Auch Besen und Schaufel gehören zur

Ausrüstung.

Das Schritttempo verlangt

Höchstleistungen von

Mensch und Material.

Ein Beispiel: Der frontseitige Hochdruckwaschbalken

arbeitet unter einem Hochdruck von 200

bar. Gespeist werden muss das Ganze vom fahrzeugeigenen

Nebenabtrieb, nicht etwa über einen

zusätzlichen. Für Manfred Altmeyer vom Scania

Partner Motoren Baader bedeuten solche Spezifikationen

eine besondere Herausforderung: „Hier

ist eine ganz enge Zusammenarbeit mit den Technikern

von Scania einerseits und den Aufbauherstellern

andererseits gefragt. Oft geht es nur um

Nuancen, die aber Machbarkeitsprüfungen oder

technische Freigaben erfordern. Das ist Aufbau-

Management in Reinkultur“, so Altmeyer.

Aufbau im Falle Walter heiSSt: Beim P 340

ein acht Kubikmeter großer Aufbaubehälter plus

zusätzlichem 3.000-Liter-Tank, beim 310er braucht

es sechs Kubikmeter nebst 1.250-Liter-Was sertank.

„Etwa acht bis zwölf Jahre fahren solche Autos bei

uns“, so Walter und präzisiert sogleich: „Eigentlich

fahren sie ja wenig, sondern arbeiten viel. Jährlich

fallen pro Lkw zwar nur 28.000 Kilometer an, dafür

aber gut 1.800 Betriebsstunden.“ Kein Wunder, die

Lkw fahren meist nur im Schritttempo. „Deshalb

haben wir selbst noch ein sogenanntes Untersetzergetriebe

zwischen Vorder- und Hinterachse

eingebaut, mit einer Übersetzung von 1 : 5. Das ist

nicht bei allen Basisfahrzeugen möglich“, so Walter

zur Entscheidung für Scania.

Bedient werden solche Lkw von Spezialisten.

Einer von ihnen ist Andreas Hoffmann, Herr über

schätzungsweise 60 Knöpfe, Schalter, Hebel und

Schieber. „Das ist nur etwas für Stammpersonal.

Allein die Rechtslenkung erfordert höchste Konzentration“,

so Hoffmann. Gute Leute sind gefragt

im Unternehmen. Technikbegeisterung und -verständnis

muss da sein sowie die Bereitschaft, dann

zu arbeiten, wenn andere Freizeit haben. „Ein

Jahr etwa dauert es, bis man ein solches Fahrzeug

richtig fahren kann“, erklärt Hoffmann. Anfangs

wird zu zweit gefahren, das Unternehmen bildet

selbst aus. Wenn Hoffmanns Hände das Lenkrad

umfassen, lenken sie ein großes Stück Verantwortung.

Solche Lkw sind mit Standardfahrzeugen

nicht vergleichbar. „Das Wertverhältnis von Aufbau

zu Basisfahrzeug beträgt etwa zwei zu eins“,

so Unternehmenschef Walter.

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technik Text und Fotos: Scania

Wir wollen in

unserer Flotte bald auch

auf Biogas setzen.”

Johann Rieger,

Entsorgungsunternehmer

Staatsgrenzen sind für Johann Rieger kein Thema,

er liefert seit gut zehn Jahren Müll an eine südbayrische

Müllverbrennungsanlage.

Die durchschnittliche Nutzungsdauer

der Fahrzeuge liegt bei rund

sechseinhalb Jahren.

Mit einem Biogas-Heizwerk will sich der

Salzburger Familienbetrieb ein weiteres

Standbein schaffen (oben). Scania ist im

Rieger-Fuhrpark mit einem Anteil von

rund 90 Prozent dominierend.

8 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Pro Jahr verarbeitet das Unternehmen

40.000 Tonnen Altholz.

Grenzüberschreitende

Ideen

Mit den richtigen Konzepten hat sich der Salzburger

Entsorgungsunternehmer Johann Rieger bei einer

Müllverbrennungsanlage im benachbarten Ausland

einen Namen gemacht.

Der Name Rieger wird den Einwohnern

im südbayrischen Burgkirchen

wahrscheinlich genauso wenig sagen,

wie das in Salzburg gelegene Neumarkt

am Wallersee. Auch die in der heutigen

Zeit fast lächerlich wirkende Entfernung von

nur 80 Kilometern zwischen der mit nicht ganz

11.000 Einwohnern knapp zweimal so großen

deutschen Stadt und der unweit der Bundeslandgrenze

zu Oberösterreich gelegenen Stadt

in Österreich kann daran nichts ändern. Johann

Rieger kennt nicht nur den direkten Weg vom

sechstgrößten österreichischen Bundesland in

den Süden des Freistaates Bayern wie seine eigene

Westentasche. Er ist ihn in den letzten zehn

Jahren unzählige Male gefahren. Wenn ihn auch

beim ersten Mal ein nur schwer zu beschreibendes

Gefühl im Bauch begleitet hat. „Da investiert

ein Abfallverband zig Millionen Euro in

ein Müllheizwerk und plötzlich steht dort ein

allen Beteiligten unbekannter Unternehmer in

der Türe und sagt, „Rieger meine Name, ich würde

euch gerne mit Müll beliefern“, schmunzelt

der Geschäftsführer des in drei Bundesländern

mit eigenen Standorten vertretenen Familienunternehmens

über die damalige Begebenheit.

Immerhin war seine Idee, Müll in großem Stil

der thermischen Verwertung zuzuführen, für die

zu dieser Zeit vorherrschenden österreichischen

Verhältnisse mehr als futuristisch. „Bei uns hat

diese Art der Müllverwertung erst einige Jahre

später Einzug gehalten, damals wurde alles noch

deponiert“, bemerkt Rieger.

Wieso die Idee des Salzburger Unternehmers nur

wenige Kilometer hinter der Grenze auf überaus

fruchtbaren Boden gefallen ist, zeigt die Entwicklung

der Anlage im Zeitraffer. Seit der Inbetriebnahme

Mitte der 1990er-Jahre sind mehr als drei

Millionen Tonnen Müll unter höchsten Emissionsschutz-Vorkehrungen

verbrannt worden. Im

Jahr 2009 hat man auf diesem Weg 70.000 Megawattstunden

Strom ins Netz eingespeist. Parallel

dazu konnten nicht ganz 98.000 Tonnen Dampf

an einen Abnehmer aus der Industrie geliefert

werden. Für diese stattlichen Mengen waren

ungefähr 250.000 Tonnen Müll notwendig.

6,5 Prozent davon liefert Johann Rieger mit

seinem Team an. „Mit unseren 16.000 Tonnen

haben wir uns mittlerweile zum größten Lieferanten

von gewerblichem Müll entwickelt“, sagt der

Unternehmer. Interessantes Detail am Rande:

Der Müllexport ins benachbarte Ausland entspricht

exakt den Vorgaben der Europäischen

Union (EU). Dort heißt es sinngemäß, dass der

Müll am nächstgelegenen Standort zur thermischen

Verwertung anzuliefern ist. „Alle anderen

Müllverbrennungsanlagen in Österreich sind

von unserem Firmensitz deutlich weiter entfernt“,

weiß Rieger.

Als wesentliches Standbein für die mittlerweile

langjährige Zusammenarbeit mit seinem

süddeutschen Partner bezeichnet Rieger das

5.000 Kubikmeter fassende Lager in Neumarkt.

„Große Mengen an Müll anliefern zu können ist

die ein Sache. Mindestens genauso wichtig ist es

aus Sicht der Anlagebetreiber allerdings

auch, den Müll bei Revisionsarbeiten zwischenlagern

zu können.“ Grundlegend neue Quellen

möchte Johann Rieger bei den im eigenen

Fuhrpark genutzten Energieträgern anzapfen.

So will er in den kommenden Monaten eine

Biogas-Anlage in Betrieb nehmen, die nicht

nur Teile seiner Flotte umweltfreundlich antreiben

soll. „Die Aktivitäten der Lkw-Industrie

in Sachen alternative Energiequellen beobachte

ich seit Langem mit großem Interesse.“ Aus der

näheren Umgebung haben dabei bereits drei

Firmen mit großen Eigenfuhrparks ihr Interesse

an diesem Projekt bekundet. „Wir gehen

bei den zur Verarbeitung anstehenden Mengen

von etwa 10.000 Tonnen Bioabfall aus“,

verrät der Geschäftsführer. Dem nicht genug,

will Rieger ein Fünf-Megawatt-Heizwerk für

Biomasse errichten. Heizmaterial dafür gibt

es ebenfalls genug. „Wir verarbeiten pro Jahr

rund 40.000 Tonnen Altholz, das entweder

thermisch verwertet wird oder in die Spanplattenindustrie

geht.“

Keine wirklichen Veränderungen plant der

Unternehmer dagegen bei der Zusammenstellung

seines Fuhrparks, der 52 Lkw umfasst. Hier

spielt Scania mit einem Anteil von 90 Prozent seit

jeher eine dominierende Rolle. „Wenn Fahrer und

Unternehmer mit dem Produkt zufrieden sind,

wüsste ich nicht, warum wir über Veränderungen

nachdenken sollten.“ Die durchschnittliche

Nutzungsdauer der Fahrzeuge liegt bei rund

sechseinhalb Jahren. Die vielfältigen Konfigurationen

der Rieger-Lkw spiegeln das breite

Leistungsspektrum des Unternehmens wider.

Lkw mit Kofferaufbau und Ladebordwand sind

dabei genauso vorhanden wie Muldenfahrzeuge

oder Spezial-Lkw zum Transport des Mobiler-

Systems der ÖBB.

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TECHNIK Text und Fotos: Robert Domina

Erst nach

15 Jahren hat ein

Müllfahrzeug sein

Soll erfüllt.”

Rainer Glogger, Fuhrparkchef bei

Veolia in Denkendorf, Bayern

Tiefergelegt

Wer häufig ein- und aussteigen muss, schätzt Low-Entry-Konzepte.

Scania löst diese Anforderung kostengünstig für den Kunden aus dem Baukasten.

R

ainer Glogger, Betriebsleiter der

Veolia-Niederlassung in Denkendorf

an der A 9 in Bayern, begeistert das Low-

Entry-Konzept des Scania: „Der Einstieg

ist natürlich klasse, wenn man das mal mit unseren

Standard-6x2-Müllsammlern vergleicht.“ Die

Bedenken bezüglich der Bodenfreiheit räumt der

Betriebsleiter der Entsorgungsfirma gleich selbst

aus, indem er den Scania die größte Bodenwelle

auf dem Betriebshof passieren lässt. Da ist noch

viel Luft zwischen Kabinenboden und Gelände.

Der klassisch städtisch geprägte Müllsammeleinsatz

gehört nicht zur alleinigen Domäne des

Low-Entry-Fahrzeugs von Scania. Seine Qualitäten

stellt der Lkw auch außerhalb der Stadt unter

Beweis, wenn die Müllwerker und meist auch der

Fahrer öfter ein- und aussteigen müssen. Für sehr

sinnvoll hält Glogger das Konzept auch für Ein-

sätze in ländlich strukturierten Gebieten. Hier

sind einzelne Gehöfte und Dörfer anzufahren,

die Crew wechselt deshalb sehr oft in das schützende

Fahrerhaus. Der niedrige Einstieg und das

Platzangebot in dem tief auf dem verlängerten

Rahmen sitzenden CP 19-Low-Entry-Fahrerhaus

sind da Gold wert.

Die Ein- und Ausstiegssituation schont nicht

nur die Gelenke der Werker: Die rutschhemmenden

Stufen bieten einen sicheren Auftritt und

sind so breit wie die ganze Tür. Ist die „Kneeling“-

Funktion aktiviert, liegt die erste Stufe nur 30

Zentimeter über der Fahrbahn. Der Low-Entry

von Scania wird grundsätzlich nur mit vollluftgefedertem

Chassis realisiert. Damit ist die

Kneeling-Funktion, die das ohnehin schon recht

tief sitzende Fahrerhaus nochmals um sechs bis

acht Zentimeter absenkt, automatisch Teil der

Ausstattung. Bei dem aus dem Omnibusbereich

bekannten Kneeling nutzt man die Luftfederbälge

der Vorderachse, um das Chassis blitzschnell um

sechs bis acht Zentimeter pneumatisch abzusenken.

Diese Handbreit klingt zunächst nach wenig,

ist aber eine ganze Menge. Wer täglich zigmal einund

aussteigen muss, schätzt hier jeden Zentimeter.

Aktiviert wird der Knicks automatisch über die

Türkontakt-Schalter.

Scania kann das Low-Entry-Fahrgestell

sehr rationell aus dem hauseigenen Komponenten-Baukasten

realisieren: Ein robuster, nach

vorne verlängerter Rahmen bildet das Rückgrat.

Darauf sitzt das CP 19-Fahrerhaus, das in drei

Dachhöhen (Low, Normal und HighLine) erhältlich

ist. Den Antriebsstrang bildet der neun Liter

10 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Auch in der Stadt zeigt sich der 6x2 mit gelenkter

Nachlaufachse ausgesprochen wendig und einfach

im Handling.

Ein Symbol im Bildschirm signalisiert:

Passagier auf der Plattform!

Der Automatik-Modus wird am hinteren Lifter-

Schaltbrett eingestellt. Der Schalter am Kamm

signalisiert: Tonne angelegt.

Rainer Glogger

ist Betriebs leiter

beim Entsorger

Veolia in

Denkendorf. Er

schätzt vor allem

Einstieg und

Bodenfreiheit des

Low-Entry-

Fahrzeugs.

Ein leichter Einstieg

ins Fahrerhaus

zeichnet

das Low-Entry-

Konzept von

Scania aus.

große Reihendiesel mit 320 PS, angeflanscht an

eine sechsstufige Wandler-Automatik von Allison.

Hinten trifft die Antriebsleistung auf eine angetriebene

11,5-Tonnen-Achse, die von einer liftund

lenkbaren 7,5-Tonnen-Nachlaufachse unterstützt

wird. Euro 5 und EEV-Standard (Enhanced

Environmentally Friendly Vehicle) sind erhältlich

und werden ohne AdBlue-Zusatz nur mit Abgas-

Rückführung und Partikelfilter realisiert. Ein

Ethanol- Motor, der ebenfalls die EEV-Klassifizierung

erfüllt, ist zusätzlich im Programm.

Durch das Baukastensystem ergibt sich eine

Fülle von Variationsmöglichkeiten. Zwei-, Dreiund

Vierachser mit einfach oder doppelt angetriebenen

Hinterachsen, gelenkte und liftbare

Vor- und Nachlaufachsen sind darstellbar. Als

Getriebe sind neben dem komfortablen Allison-

Automaten auch die automatisierten Opticruise-

Schaltge triebe in Acht- oder Zwölf-Gang-Ausführung

verfügbar, Retarder auf Wunsch inklusive.

Kräftige Nebenabtriebe für leistungsfressende

Hydraulik-Aufgaben sind bei Scania zudem in

allen Varianten abrufbar.

Der Fahrerplatz ist geprägt vom kurzen

Scania Armaturenbrett. Im Zentraldisplay sind

unter anderem die Achsdrücke des vollluftgefederten

Chassis abrufbar – ein guter Schutz gegen

Überladung. Außerdem kann sich der Fuhrparkleiter

die Leerlauf- (Idle-) und Nebenabtriebszeiten

(PTO) anzeigen lassen.

Wichtigstes Überwachungsinstrument für den

Fahrer ist jedoch der Bildschirm der Heckkamera.

Er zeigt in Farbe an, was hinten los ist. Je eine

eingeblendete Figur links und rechts signalisiert,

ob die Trittplatte besetzt ist oder nicht. Daneben

lassen sich über ein Rändelrad und ausführliche

Menüs alle Funktionen, die den Aufbau betreffen,

steuern. Von den bis zu drei Mitfahrern sitzen

zwei über dem etwas erhöhten Motortunnel, der

dritte auf einem Schwingsitz auf Höhe des Fahrers.

Hinter den Beifahrersitzen nehmen große

Ablageschalen die Utensilien der Crew auf, Extra-

Getränkehalter fixieren die Kaffeebecher sicher.

Der Clou ist die Garderobe hinter dem Fahrersitz:

Belastbare Haken nehmen hier auch schwerste,

pitschnasse Arbeitsjacken auf, die praktischerweise

gleich in einen duschtassenartigen Trichter mit

eigenem Abfluss tropfen.

Den Scania Low-Entry zu fahren ist durchaus

etwas Besonderes und unterscheidet sich deutlich

vom Fahrgefühl eines Standard-Fahrgestells.

Die Sitzposition weit vor der Vorderachse erinnert

eher an die Proportionen eines Omnibusses. Und

ähnlich unkompliziert fallen auch die Handling-

Qualitäten aus. Die Lenkung ist leichtgängig wie

bei einem Linienbus – daran muss man sich erst

einmal gewöhnen. Von Kreisel zu Kreisel lernt

man diese Eigenschaften schnell zu schätzen und

schon bald nutzt man auch die unterstützende

Wirkung der Nachlaufachse. Sie ermöglicht das

gleichzeitig sehr flotte und dennoch reifenschonend

runde Durcheilen der Landstraßenkreisel.

Wie gut, dass man seine Aufmerksamkeit

dank des automatisierten Getriebes ganz auf den

Verkehr richten kann. Die sechsstufige Allison-

Automatik arbeitet exzellent und sehr leise: Das

bei Planetengetrieben oft typische Heulen im

Schubbetrieb ist bei diesem Getriebe komplett

ausgeblendet, die elektronisch gesteuerten Schaltvorgänge

vollziehen sich ohne Zugkraftunterbrechung

in großer Sanftheit. Dies und die sehr

früh programmierten Schaltpunkte führen zu

einer überaus gelassenen Fahrweise mit niedrigen

Drehzahlen und minimalem Geräusch.

Längere Bergab-Passagen lassen sich dank

einer für die Hubraumgröße recht wirkungsvollen

Motorbremse schnell und mit konstanter

Geschwindigkeit absolvieren. Fazit nach einem

Tag als Müllwerker: Das Low-Entry-Konzept von

Scania ist nicht nur in jeder Hinsicht praxisgerecht.

Sein größter Vorteil ist seine Wirtschaftlichkeit.

Die Darstellung aus Standardkomponenten

ist für den Kunden bereits in der Anschaffung

kostengünstig und spart Zeit und Geld bei der

Wartung und im Reparaturfall. Auch ein Low-

Entry Scania ist ein hundertprozentiger Scania.

Durch und durch.

Vielseitig

einsetzbarer

Aufbau

Als Aufbau trägt der abgebildete Low-

Entry einen Variopress-Sammelbehälter

von Faun und einen geteilten Lifter von

Zoeller. Laut Faun bietet die glattwandige

Behälterform einen Nutzlastvorteil

von rund 500 Kilogramm im Vergleich

zu Behältern mit außen liegenden Verstärkungsprofilen.

Davon abgesehen

erleichtert die glatte Außenhaut des

Pressbehälters auch das Aufbringen

großflächiger Beschriftungen. Der geteilte

Lifter sorgt für schnellen Umschlag: Je

zwei Tonnen lassen sich gleichzeitig entleeren,

für die großen Behälter auf Rollen

ist ebenfalls eine Aufnahme vorhanden.

Beide Lifter arbeiten dann synchron und

heben einen solchen Behälter in einem

Zehn- bis Zwölf-Sekunden-Zyklus. Für die

kleineren Tonnen dauert ein Hebe- und

Senk-Zyklus zwischen fünf und sieben

Sekunden. Per Tastendruck am hinteren

Bedienpaneel lässt sich der Hebevorgang

leicht automatisieren: Berührt die Tonne

den Sensor an der Aufnahme, startet der

Liftvorgang automatisch.

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Technik Text und Fotos: Martin Heying

Qualität

lohnt sich

Natürlich gilt auch im Entsorgungsgeschäft:

Qualität setzt sich durch. Für die Kleiner Recycling Köln

GmbH gilt dieser Grundsatz schon beim Fuhrpark. Fahrgestelle

von Scania und Aufbauten von Gergen-Jung

genügen höchsten Ansprüchen.

Der Scania R 440 mit dem

Gergen-Jung-Abrollgerät

GRK 21/70 ist das neueste

Schmuckstück auf dem Hof

von Kleiner Recycling in Köln.

Sind Aufbau

und Fahrgestell

hochwertig,

verringert sich die

Anfälligkeit und

erhöht sich die

Haltbarkeit.”

Christian Kleiner,

Kleiner Recycling GmbH

12 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Links: Der Scania P 420

mit dem kurzen Radstand

von 3850 mm und Gergen-

Jung TAK Adonis-Absetzkipper

ist ideal für beengte

Platzverhältnisse.

Rechts: Gergen-Jung liefert

mit dem neuen Abrollgerät

auch einen ebenso sinnvollen

wie wirksamen Schutz

für Rückleuchten und pneumatische

Anschlüsse.

Am alten Industriehafen zwischen Köln-Poll

und Köln-Deutz, direkt neben der großen

Aurora Mühle, hat sich der Entsorgungsspezialist

Kleiner Recycling Köln GmbH niedergelassen.

Pausenlos fahren die blauen Fahrzeuge mit dem auffälligen

Kreis- Logo auf den Hof, um Abfall abzukippen oder um

leere Container aufzunehmen. Die Kleiner Recycling Köln

GmbH bewegt circa 120.000 Tonnen Müll im Jahr allein im

Großraum Köln. Entsprechend hoch ist die Belastung der

eingesetzten Maschinen und Fahrzeuge.

Christian Kleiner kümmert sich unter anderem um

Technik, Einkauf und Logistik. Er stellt die Langlebigkeit

seiner Flotte durch eine bewährte Mischung sicher. Über

70 Prozent der Fahrgestelle bei Kleiner Recycling liefert

Scania, der Aufbau kommt von Gergen-Jung. So bestehen

die meisten Absetzkipper aus einem Scania P 420 mit

einem Gergen-Jung TAK Adonis-Aufbau. Scania punktet

für Kleiner durch sein gutes Motorenangebot: „Wir haben

die 9-und-13-Liter-Motoren im Einsatz. Der Hubraum

entspricht so immer unseren jeweiligen Leistungsanforderungen“,

sagt Kleiner, „die Motoren sind sparsam und

haben das adäquate Drehmoment.“ Vor allem aber sei der

niedrige Einstieg des P 420 unschlagbar. Waage, Lieferschein,

Ketten festmachen oder lösen, Container umsetzen

- der Fahrer steigt bis zu 100 Mal am Tag ein und aus,

der bequeme Einstieg und das komfortable Fahrerhaus

machen sich bemerkbar.

Das schätzt auch Fahrer Frank von der Bank, unterwegs

in einem P 420. Für den eingefleischten Scania Fan

ist der spritzverzinkte Gergen-Jung-Aufbau eine gute Hilfe:

„Mit dem Absetzer kann ich auch im 45-Grad-Winkel

an den Container ansetzen, zusammen mit der enormen

Wendigkeit des P 420 ist das bei den vielen engen Räumen

einfach unschlagbar“, sagt der 42-jährige Fahrerprofi. Und

wenn es mal schnell gehen muss, hilft der Doppelschnellgang.

Der funktioniert nicht nur beim Absetzen, sondern

ebenso beim Aufnehmen eines Containers.

Auch bei den AbrollKippern dominiert die Kombination

von Scania und Gergen-Jung. Diese Flotte hat

jetzt Zuwachs bekommen: einen Scania R 440 mit einem

Gergen-Jung GRK 21/70-Aufbau. Auch das GRK 21/70

Haken abrollgerät ist spritzverzinkt und hat einen Doppelschnellgang,

es ist robust und auf seine Weise ein

Spargerät: Die beiden Hydraulikzylinder legen sich beim

Aufnehmen oder Abstellen eines Containers nicht mehr

vollständig in den Rahmen. Ergo: Der Kraftaufwand beim

Hochziehen des vollen Rollcontainers verringert sich,

eine Kraftstoffeinsparung ist die Folge und auch die Be lastung

des Materials ist geringer.

Der zweite Sparer in der Konstellation ist der

R 440. Neben dem niedrigen Verbrauch spart Kleiner aufgrund

der Scania EGR-Technologie das AdBlue: keine

Beschaffungskosten für den Harnstoff mehr und weniger

Zeit und Aufwand. Hinzu kommt für Kleiner: „Die Scania

EGR-Motoren sind weniger störanfällig als die SCR-Motoren

anderer Hersteller.“ Das weiße Fahrerhaus des

Scania R 440 verrät übrigens, dass Kleiner das Fahrzeug

über die LogUp GmbH in die Vermietung gibt, ein weiteres

Standbein in der Entsorgungsbranche. Durch sein großes

Fahrerhaus mit Liege und Rückfenster ist der Scania

universell einsetzbar und in dieser Kombination bei den

Kunden beliebt.

Natürlich nutzt Kleiner das Fahrzeug auch in der

Kleiner Recycling GmbH. Und zwar sowohl am Standort

Köln als auch am zweiten Standort in Pirmasens. Eine

weitere LogUp-Niederlassung in Kaiserslautern öffnet

noch in diesem Jahr ihre Tore. Auch hier wird wohl die

Kombination von Scania und Gergen-Jung-Aufbauten

vorherrschen. Gemäß dem einfachen Grundsatz, dass

Qua lität am Anfang unter Umständen ein wenig mehr

kostet, am Ende aber viel mehr spart.

Kleiner Recycling

Kleiner Recycling Köln GmbH &

LogUp Cologne GmbH

Siegburger Straße 116 · 50679 Köln

Telefon: 02 21/7 12 77 99

Telefax: 02 21/7 12 77 98

Kleiner Recycling GmbH

Höhstraße 9 · 66989 Petersberg

Telefon: 0 63 34/44 14-0

Lkw im Fuhrpark: 30 Stück

Baumaschinen und Lkw in der Vermietung: 50 Stück

Beschäftigte: 40

Bei dem

stimmt alles,

anständiger

Klang, genug

unter der

Haube.”

Frank von der Bank,

seit 21 Jahren Lkw-Fahrer

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TECHNIK Text und Fotos: Scania

Nächste Stunde:

Unsere Arbeit

lockt Jahr

für Jahr 1.500

Besucher in unser

Unternehmen.”

Michael Loacker,

Recycling-Multi

Recyclingkunde

Bis zu 1.500 Besucher, von Schülern bis zu angehenden Recyclisten, werfen bei der

Loacker Recycling GmbH in Götzis Jahr für Jahr einen Blick hinter die Kulissen.

Ein Porträt des legendären österreichischen

Kabarettisten Karl Farkas

sucht man im Gebäude der Loacker

Recycling GmbH in Götzis in Vorarlberg

noch vergebens. Seine unvergesslichen

Worte „Schauen Sie sich das an, meine Damen

und Herren“ sind dagegen scheinbar allgegenwärtig.

70 Gruppen mit gut 1.500 Personen

haben 2009 das Betriebsareal der Loacker

Recycling GmbH in Götzis in Vorarlberg zum

Ziel ihrer Reise erkoren. Ihr Wunsch: einmal

den Betrieb auf dem von der Straße aus überraschend

unscheinbar wirkenden Stammsitz des

Traditionsunternehmens live zu erleben. „Das

Interesse an den Vorgängen in einem Recyclingunternehmen

steigt zunehmend“, weiß

Geschäftsführer Michael Loacker. Das Sammeln

und die richtige Weiterverarbeitung bzw.

Verwertung von Sekundärrohstoffen ist längst

in allen Altersschichten zum Thema geworden.

Diskutiert wird darüber im beruflichen und

auch im privaten Bereich. „Zu uns kommen

Firmen genauso wie Vereine oder Schulklassen“,

erzählt Loacker. Von einer eingeschränkten

Zielgruppe bei den Führungen will er nichts

wissen, denn „das ist schon lange vorbei“.

Fünf Besuchergruppen haben sich zu Beginn

der Führungen auf das Firmenareal des in mehreren

europäischen Ländern aktiven Familienunternehmens

„verirrt“. In diesen Anfängen hat

Michael Loacker die Gäste noch selbst betreut.

„Der weitreichende Stellenwert dieser Aktivitäten

hat sich Jahr für Jahr mehr herauskristallisiert“,

erinnert sich der Unternehmer. Heute

pilgern sogar angehende Recyclisten aus der

Schweiz nach Götzis. Nach dem ersten Besuch

der Berufsschule Bildungszentrum Zürichsee

im Jahr 2008 nutzte das Lehrerteam in diesem

Sommer erneut die Möglichkeit, ihren Schülern

einen modernen Recyclingbetrieb in natura zu

zeigen. „Durch die rege Nachfrage haben wir

mittlerweile zwei Mitarbeiter, die sich um die

Führungen von Gruppen durch unser Unternehmen

kümmern“, sagt Michael Loacker. Sie

verzeichnen bei annähernd konstanten Besucherzahlen

eine leichte Umverteilung bei den

Gruppen zugunsten von Schulklassen. Zu

14 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Am Standort Götzis werden pro Jahr

400.000 Tonnen Material umgeschlagen.

Der Umweltgedanke wird vom Vorarlberger

Familienunternehmen auch mit einem

topmodernen Fuhrpark hochgehalten.

Die Abnehmer der Sekundärrohstoffe

sitzen in Österreich und

auch im europäischen Ausland.

Das Thema

Recycling

interessiert

mittlerweile alle

Altersschichten.”

Michael Loacker, Recycling-Multi

sehen gibt es genug für die Gäste, und zwar

an allen Ecken und Enden des weitläufigen

Areals. Mehr als 33.000 Tonnen Material werden

pro Monat bewegt. Alleine der eigene, hier

am Standort stationierte Fuhrpark umfasst an

die 50 Lkw. „Wir haben immer wieder Gäste

aus der Region, die sich überrascht von der

von außen nicht erkennbaren Größe unseres

Unternehmens und auch von der Vielfalt der

angebotenen Dienstleistungen zeigen“, hebt der

Geschäftsführer hervor.

Viele der Besucher kennen den Namen

Loacker zumeist nur über die nicht nur in Vorarlberg

anzutreffende Loacker-Flotte. Aktuell

betreibt die Firmengruppe 38 Betriebsstandorte

in sechs europäischen Ländern. „Es ist

immer interessant zu verfolgen, wenn Besucher

am Anfang eher beiläufig erzählen, sie kennen

unsere Lkw, und am Ende des Rundgangs

richtig gehend überrascht sind, in welchen Einsätzen

unsere Fahrzeuge überall unterwegs

sind.“ Die eigenen Lkw sind für Michael Loacker

„ein wichtiges Mittel zum Zweck, mit einer

nicht zu unterschätzenden Werbewirkung, auf

die wir keinesfalls verzichten wollen“. Schon

deswegen stehen regelmäßige Investitio nen

in die Flotte hoch im Kurs. Auch wenn sich

viele Parameter bei der Anschaffung oder im

Betrieb der Nutzfahrzeuge deutlich von den

Rahmenbedingungen klassischer Transportunternehmer

unterscheiden. „Grundsätzlich

nutzen wir unsere Lkw acht Jahre“, erklärt der

Unternehmer. Der Umweltgedanke spielt bei

diesen Überlegungen eine wesentliche Rolle.

„Wir heften uns bei unseren Arbeiten umweltgerechte

Abläufe auf die eigenen Fahnen, da

müssen natürlich auch die eigenen Lkw dazupassen.“

Daher sind die Abgasklassen Euro 5

bzw. EEV bei Neukäufen seit Langem Standard.

„Mit der von Scania umgesetzten Möglichkeit,

die strengen Euro 5-Grenzwerte ohne zweiten

Betriebsstoff zu erreichen, haben wir nur gute

Erfahrungen gemacht.“

Der erste Scania ist aus heutiger Sicht zu

Urzeiten des modernen Nutzfahrzeugs in den

Loacker-Fuhrpark gekommen. Anfang der

1970er-Jahre landete der erste Greif und sorgte

vom Beginn an für Furore. „Unsere Haus- und

Hofmarke war damals Bedford“, blickt Michael

Loacker zurück. Mit rund 25 Prozent mehr Leistung

unter der Haube ließ der Newcomer aus

Schweden die alt eingesessenen Bedford vom

ersten Meter an alt aussehen. „Der erste Scania

war für unseren Fuhrpark damals ein echter

Quantensprung.“ Den guten Ruf hat Scania auch

bald 40 Jahre später nicht eingebüßt. „Abgesehen

von kaufmännischen und technischen Hintergründen

legen wir bei Neuanschaffungen großen

Wert auf die Meinung unserer Fahrer“, verrät

der Geschäftsführer. „Und da hat Scania bis jetzt

immer erstklassig abgeschnitten.“

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Technik Text und Fotos: Nicole de Jong

Service rund ums Rohr

Seit zwei Jahren kauft Canal-Control+Clean aus Wentorf bei Hamburg nur

noch Lkw der Marke Scania. Vor allem Bedienfreundlichkeit und Preis-

Leistungs-Verhältnis überzeugen das Unternehmen. Neueste Errungenschaft

ist ein R 420, der mit zweiter Lenkachse so wendig ist, dass er auf

einem Bierdeckel drehen kann.

Wo andere gerne mal ihre Nase

rümpfen, stecken Heiko Gaedke

und seine Kollegen sie am liebsten

hinein. Nicht im wörtlichen Sinne,

versteht sich. Gaedke ist Werkstattleiter bei Canal-

Control+Clean Umweltschutzservice in Hamburg,

einem Unternehmen, das sein Geld mit der

Reinigung, Inspektion und Reparatur von Kanälen

und Rohren verdient.

Die Auftraggeber von Canal-Control+ Clean

sind vor allem Gewerbebetriebe, Gemeinden,

Kommunen und Städte. „Wir reinigen für diese

Kunden beispielsweise Kanäle mit Rohren, die

über Durchmesser von 0,2 bis 4,5 Metern verfügen“,

erläutert Gaedke. Dort sammelt sich mit der

Zeit Schmutz an, der ein Rohr oder einen Kanal

verstopfen kann. Auch bei Schäden wird Canal-

Control+Clean gerufen, damit der Dienstleister

diese möglichst schnell behebt. „Wir reparieren

die Rohre mit unserem Schlauchrelining-Verfahren.

Dabei wird ein mit glasfaserverstärktem

Kunststoff getränkter Schlauch in das defekte

Rohr eingezogen und verklebt.“ Ein Verfahren,

das an solchen Stellen sinnvoll ist, wo man

Rohre und Kanäle schlecht erreicht, wie etwa

unter Gebäuden.

Um diese Aufgaben erledigen zu können, verfügt

der Hamburger Dienstleister über Spezialequipment.

Die Flotte von Canal-Control+Clean umfasst

neben einer Reihe von Transportern mit TV-Großanlagen

auch 20 Großreiniger-Lkw. „Wir brauchen

bei den Spülfahrzeugen für den Pumpenbetrieb

starke Lkw-Motorisierungen“, berichtet Gaedke.

Deshalb hat keines der großen Fahrzeuge weniger

16 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Der neue R 420 soll im Schienenbettbereich zum Einsatz kommen.

CANAL-

CONTROL+CLEAN

Canal-Control+Clean Umweltschutzservice

GmbH ist ein Unternehmen, das

sich zusammen mit seinen Tochterfirmen

auf Dienstleistungen „Rund um das

Rohr“ spezialisiert hat. Das Unternehmen

erledigt Arbeiten zur Reinigung und Inspektion

von Kanälen und Rohrleitungen.

Canal-Control+Clean unterhält eine

Flotte von 70 Fahrzeugen und beschäftigt

126 Mitarbeiter. Der Rohr-Experte ist bundesweit

tätig, der Hauptsitz von Canal-

Control+Clean ist Wentorf bei Hamburg.

Das Hochleistungs-Kanalspülgerät

von Kroll Fahrzeugbau-Umwelttechnik

lässt sich auch über ein größeres

Hindernis wie einen parkenden Pkw

ausfahren.

als 380 PS. Bei voller Leistung der Pumpen sind

sogar 500 bis 520 Pferdestärken nötig.

Seit rund zwei Jahren setzt Canal-Control+Clean

auf Lkw aus dem Hause Scania. Fünf

Fahrzeuge des schwedischen Herstellers gehören

mittlerweile zur Flotte. „Die Scania sind robust

und zuverlässig“, erläutert der Werkstattleiter.

Zudem sei der Service des Herstellers sehr gut.

Auf die Kilometerleistung der Lkw komme es

jedoch nicht an, denn meist legen sie auf der Straße

keine weiten Strecken zurück. „Wir benötigen

die Kraft des Fahrzeugs“, sagt Gaedke. Die Spülfahrzeuge,

die mit Kanalspültechnik von Kroll

Hellmers ausgestattet sind, haben im Schnitt

450 bis 480 PS und leisten Tausende von Betriebsstunden.

Meist laufen sie sechs bis acht Jahre für

den Dienstleister.

Von der Stange kauft Canal-Control+Clean die

Lkw nicht. Jedes Fahrzeug wird speziell für sein

späteres Einsatzgebiet aufgebaut. Die Motorleistung

wird eigens dafür berechnet. Gaedke: „Alle

Fahrzeuge sind Einzelanfertigungen.“ Lediglich

die Fahrgestelle sind aus der Serienproduktion.

Zwei große Scania, ein R 620 LB8x4HNB mit 620

PS sowie ein R 560 LB8x4*4HNA mit 560 PS, die

stärksten Fahrzeuge der Flotte, sind in der Großprofilreinigung

unterwegs. Sie verfügen jeweils

über drei Hinterachsen, wovon die letzte lenkbar

ist. Rund 400.000 Euro kostet das Unternehmen

ein solches Gefährt. „Wir kaufen die Fahrzeuge,

weil wir mit Leihfahrzeugen aufgrund des speziellen

Einsatzes nichts anfangen können.“ Ein bis

zwei alte Lkw jährlich ersetzt der Dienstleister,

Mit Hilfe der Rückfahrkamera (li.) kann ein Mann alleine den Lkw in Position bringen. Das Fahrerhaus

(Mitte) ist standardmäßig ausgestattet. Viel gefahren wird mit dem Lkw nicht, es kommt auf die Kraft des

Fahrzeugs an. Am Bedienpult für den Saug- und Spülarm lassen sich Daten wie Motorleistung ablesen (re.) .

der sich zurzeit auf Scania eingeschossen hat.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis der schwedischen

Herstellung stimme. Zwar seien Lkw mit dem

Greif im Logo etwas teurer, dafür bekomme man

mehr Auto für sein Geld. „Unsere Fahrer sind sehr

zufrieden und loben die Bedienfreundlichkeit der

Fahrzeuge“, sagt Gaedke.

Die neueste Errungenschaft ist ein Scania

R 420 LB4x2MNA, der im Schienenbettbereich

für die Deutsche Bahn auf einem Waggon seinen

Dienst tun soll. Etwa acht Stunden am Tag

läuft der Lkw-Motor, der Reinigungsaggregate,

Wir haben uns auf

Scania eingeschossen,

weil die Lkw robust und

zuverlässig sind.”

Heiko Gaedke, Werkstattleiter bei

Canal-Control+Clean in Hamburg.

Pumpen und Wasserrückgewinnung antreibt. „Je

robuster und langlebiger der Lkw-Motor, desto

besser für uns“, erläutert der Werkstattleiter.

Der neue R 420 ist im Vergleich zum R 620 zwar

lediglich das Beiboot des Großen, doch dafür ist

der Kleine wendiger. Gerade in engen Baugebieten

sei das eine wichtige Eigenschaft. Gaedke: „Der

kann auf einem Bierdeckel umdrehen.“ Deshalb

ist der Neue mit einer weiteren Lenkachse konfiguriert

worden, was für einen Lkw dieser Größe

eher untypisch ist, den Canal-Control+Clean-

Mit arbeitern die Arbeit aber immens erleichtert.

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Technik Text und Fotos: Scania

Walter und Michael Mohl nutzen bewusst die Möglichkeit,

auf ein Kennzeichen bis zu drei Lkw anzumelden.

Hoch

im Wechselkurs

Kurios: Bei der Josef Sieber GesmbH sind seit Jahren maximal 60 Prozent der Lkw-Flotte

gleichzeitig unterwegs. Und das auf ausdrücklichen Wunsch der Eigentümer.

Ob alle Geschäftsführer diesen

Anblick so locker wegstecken? Wenn

Walter Mohl in seinem Büro sitzt, hat

er von seinem Schreibtisch aus einen

bequemen Überblick über Teile des Firmenareals

der Josef Sieber GesmbH. Genau vor der breiten

Fensterfront fahren pro Tag bis zu 150 Lkw über

die Brückenwaage. Dahinter verläuft die firmeneigene

Anschlussbahn, auf der Monat für Monat

gut 100 Waggons mit Schrott beladen werden. Zu

Statisten in diesem an Werktagen regen Treiben

sind regelmäßig sechs Lkw des niederösterreichischen

Familienunternehmens degradiert.

Sie sind, auf drei Orte verteilt, offenbar mangels

absehbarer Einsatzmöglichkeit ohne Nummerntafel

abgestellt. „Was anderen Lkw-Betreibern

die Haare zu Berge stehen ließe, ist bei uns ganz

normal“, meint Mohl fast nebensächlich. „Maximal

60 Prozent unseres Fuhrparks stehen gleich-

zeitig im Einsatz, alles andere wäre technisch gar

nicht möglich“, schmunzelt der Unternehmer.

Von Szenen, wo Sieber-Chauffeure nur ein oder

zwei Stunden nach Arbeitsbeginn wieder auf den

rund 30 Kilometer südwestlich von Wien gelegenen

Firmensitz zurückkehren, den Lkw wechseln

und wieder wegfahren, nehmen daher bestenfalls

Besucher Notiz. „Wir bewegen unsere 16 Lkw

seit Langem nur mit zehn Fahrern und auch nur

zehn Nummerntafeln“, lüftet der Unternehmer

das Geheimnis.

Notwendig gemacht hat das auffallende

Ungleichgewicht zwischen Fahrzeuganzahl,

Fahrern und Nummerntafeln das breit gestreute

Dienstleistungsangebot der Josef Sieber

GesmbH. Vom reinen Schrotthändler hat sich

das mehr als 130 Jahre alte Unternehmen in

den letzten zwei Jahrzehnten Zug um Zug

auch Standbeine in artverwandten Tätigkeiten

geschaffen. „Da der Eigenfuhrpark für uns eine

fixe Größe darstellt, kommen wir um eine vielfältige

Zusammenstellung einfach nicht herum“,

erklärt Juniorchef Michael Mohl. Abrollkipper

mit aufgebautem Kran sind in der Sieber-Flotte

daher genauso vertreten wie Müllpresswagen

oder Absetzkipper. Um die Einsatzbereitschaft

der Lkw möglichst hochzuhalten, gibt es für

jede Fahrzeuggattung auch Reservefahrzeuge.

Welcher Lkw letztlich Nummerntafeln verpasst

bekommt und auf Tour geht, entscheiden

die anstehenden Transporte. „Wenn die gleiche

Nummerntafel an ein und demselben Tag

bereits mit dem dritten Lkw unseren Platz verlässt,

ist das für uns ein untrügliches Zeichen

dafür, dass unser Geschäft in allen bedienten

Unternehmensbereichen gut läuft.“ Aber auch

wenn sich tatsächlich einmal nicht nur mehrere

18 SCANIA BEWEGT • ENTSORGUNG • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Durch die zunehmende Abwanderung der heimischen Stahlindustrie

kommt der Schrott vermehrt aus dem privaten Bereich.

Erst in diesem Sommer hat das Unternehmen ein

neues Schrottlager in Betrieb genommen.

Für die werksinterne Belieferung

des Lagers greift man auf

den ersten, vor vielen Jahren neu

angeschafften Scania zurück.

Die Vielfalt

unseres Fuhrparks

ist für uns

unverzichtbar.”

Walter und Michael Mohl,

Entsorgungsunternehmer

Die Abnehmer aus dem industriellen Bereich

erhalten den Schrott fast ausnahmslos auf

der Schiene.

Lkw, sondern auch mehrere Nummerntafeln

für längere Zeit am Firmenareal befinden, findet

Michael Mohl seelenruhig die passende Erklärung

dafür: „Dann ist Urlaubszeit.“

In der Art der Transporte haben Vater und

Sohn Mohl beim Schrotthandel eine strikte

Trennung zwischen dem Materialein- und

-ausgang getroffen. Die Anlieferung der Rohstoffe

erfolgt prinzipiell auf der Straße, die

Großabnehmer aus der Industrie erhalten

ihre Sendungen dagegen zu 95 Prozent auf der

Schiene. Acht von zehn Wagenladungen gehen

dabei an österreichische Abnehmer. Der Rest

wird nach Italien exportiert. Kontinuierliche

Investitionen in die eigene Infrastruktur, wie die

im Jahr 1993 in Betrieb genommene Anschlussbahn,

sind für die Unternehmer unumgänglich.

„Die Vorgaben der Behörde sind in unserer

Branche sehr weitreichend, dadurch ist ein

zukunftsorientiert agierendes Unternehmen

von Haus aus angehalten, in den eigenen Firmenstandort

zu investieren“, wissen die beiden

aus eigener Erfahrung. Rund 50 Millionen Euro

sind in den letzten 20 Jahren an den Stammsitz

des Unternehmens in Guntramsdorf geflossen.

Mit einem nicht zu unterschätzenden Teil

davon wurden Umweltauflagen erfüllt. „Bei uns

gelangen sämtliche Oberflächenwässer in einen

Ölabscheider“, berichtet Michael Mohl. Als

ausgleichenden Gegenpol zum ständig schwankenden

Stahlpreis errichteten die beiden in

diesem Sommer ein 3.000 Quadratmeter großes

Pufferlager.

Mit der Inbetriebnahme dieses Bauwerks

hat auch der älteste Scania des Sieber-Fuhrparks,

ein Scania 113 H-340, wieder einen fixen

Aufgabenbereich bekommen. Er transportiert

innerhalb des Firmenareals den einzulagernden

Schrott – wenn auch endgültig ohne

Nummerntafeln. „Dieser Scania war in meiner

Ära der erste für uns aufgebaute neue Lkw“,

erinnert sich Walter Mohl. 12 von 16 Sieber-

Lkw entstammen aktuell der Lkw-Schmiede

aus Södertälje. „Die restlichen vier haben wir

bereits fertig aufgebaut erworben“, meint der

Geschäftsführer beinahe entschuldigend. Bei

einer veranschlagten Nutzungsdauer von zehn

Jahren tauscht das Unternehmen pro Jahr ein

bis zwei Lkw. Die Größe des Eigenfuhrparks hat

sich in den vergangenen 25 Jahren vervierfacht.

„Ohne Eigenfuhrpark wären wir in unserem

Geschäft einfach zu unflexibel. Das soll jetzt

aber nicht heißen, dass wir nicht auch mit Partnern

aus der Transportbranche kooperieren“,

erzählt Michael Mohl.

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