Gemeinde- Kirche-Welt - Internetangebot von Dr.Joerg Sieger

joergsieger

Gemeinde- Kirche-Welt - Internetangebot von Dr.Joerg Sieger

Pfarrei St. Peter

Gemeinde-

Kirche - Welt

Amos-Projekt:

Impulse für den Glauben

Ausgabe 3/2008


Impressum

Ausgabe: 3/2008

Auflage: 900

Redaktion:

Manuela Frank Brigitte Grgas

Bernd Molitor Ludwig Müller

Gondulf Schneider Michael Veith

Ruth Zöller

Druckerei & Verlag KAROLUS GmbH

2


Inhalt

4-5 Krankenbesuche

6-7 Mission „Phantastisches Zeltlager“ erfüllt

8-11 50 Jahre Grundsteinlegung Pauluskirche

12-13 Firmung 2008

14-15 Barockes Wegkreuz in Nöten

16-17 Bericht eines Kirchenführers in St. Peter

18 Erntedankfest der Frauengemeinschaft St. Paul

19 Kinderseite

20-30 Informationen zum „AMOS - Projekt 2009“

31-32 Amos erzählt vom Gott der Opfer

33-35 Der Löwe brüllt – wer fürchtet sich nicht…

36-39 Wirtschaften für das Leben

40-41 Eine Weihnachtsgeschichte

42 Kleinod in der Peterskirche - Die Weihnachtskrippe

43 Ein Wunsch

44-48 Silvester- und Neujahrsbräuche – weltweit

49-53 Sternsingeraktion 2009

54-55 Konzert mit dem Kammerorchester Weiherfeld e.V.

56 Neujahrsgottesdienst 2009

3


4

Krankenbesuche

Datenschutz versus Dienst am Nächsten

„Früher war alles besser!“ Diesen oft abgedroschen wirkenden

Ausspruch hört man zuweilen in verschiedensten Zusammenhängen

– oftmals zu unrecht, manchmal aber auch völlig zu

recht. Letzteres, so scheint mir, trifft wohl auf die Informationsweitergabe

an die Sozialausschüsse seitens des Krankenhauses

Bruchsal zu.

„Früher war alles besser!“ Kurzer Rückblick darauf wie es früher

einmal war:

Im und vom Krankenhaus wurden die Neuzugänge in der Regel

gefragt, ob sie Besuch seitens der Kirchengemeinden wünschen.

Abhängig vom Wunsch des Patienten wurden diese

dann in entsprechende Listen aufgenommen, getrennt nach evangelischer

und katholischer Konfession. Zu diesen Listen

hatten die offiziell von der Pfarrgemeinde gemeldeten Betreuer

dann Zugang und konnten sich so diejenigen aus der eigenen

Gemeinde heraussuchen. Selbstverständlich unterlagen diese

Informationen der Schweigepflicht – die zuständigen Betreuer

mussten dies auch schriftlich bestätigen.

So war gewährleistet, dass ein Besuchswunsch bei denjenigen,

die sich um die Krankenbesuche und das Austeilen der Krankenkommunion

kümmern, auch ankommt.

Heute dagegen gibt das Krankenhaus aus Datenschutzgründen

keine Auskunft mehr darüber, wer sich gerade im Krankenhaus

einer Behandlung unterziehen muss.

Manch ein Patient, der dadurch keinen Krankenbesuch erhält,

ärgert sich und ist enttäuscht darüber, dass seitens der Gemein-


de niemand vorbeischaut. „Früher war das besser“ wird er zu

Recht denken. Stimmt genau! Aber nicht deshalb, weil sich seitens

der Gemeinden niemand mehr verantwortlich fühlt, sondern

ganz einfach deshalb, weil nicht mehr bekannt wird, wer

sich im Krankenhaus aufhält.

Was eigentlich als Schutz für das Individuum gedacht ist – der

Datenschutz nämlich – verhindert hier oftmals den Dienst am

Nächsten. Ob das so geplant war? Ich kann das nicht glauben.

Die seitens der Gemeinden beauftragten Betreuer sind somit

auf anderweitige Informationsquellen angewiesen, was heißt,

auf die direkte Information seitens der Betroffenen oder die

Mitteilung durch Verwandte und Bekannte. Bitte sagen Sie

dies auch Anderen weiter und informieren über die Hintergründe.

Besuchswünsche nicht nur im Krankenhaus, sondern selbstverständlich

auch zu Hause können jederzeit bei den Mitgliedern

der Sozialausschüsse geäußert werden.

Für die Gemeinde St. Paul sind das

Cilly Rathgeb, Tel. 88139

Gertrud Banghard, Tel. 300638

Wolfgang Loew, Tel. 17535

Josef Molitor, Tel. 12861

Willi Barth, Tel. 88150

Michael Veith

5


6

Mission „Phantastisches Zeltlager“ erfüllt!

Einige Zeit ging ins Land und der graue Alltag hat alle wieder

voll im Griff. Aber die 38 Kinder und Jugendlichen, die Ende

August im Zeltlager der KJG St. Peter dabei waren, können es

bezeugen: Die Lagerzeit war traumhaft schön!

Unter der stillen Beobachtung von einheimischen Waldbewohnern

waren die Abenteuerlustigen auf einem riesigen Zeltplatz

bei Backnang untergebracht. Und man glaubt es kaum: Ohne

TV, Nintendo DS oder sonstigem Schnick-Schnack kamen die

kleinen Teilnehmer im Alter von acht bis 16 Jahren gut miteinander

aus. Die Lagerleitung von Miriam Rieger und Simone

Banghard hatte also nur mit kleineren Problemen zu kämpfen,

löste diese aber mit viel Witz und Charme. Das Küchenteam

unter Chefkoch Gerd Rajer versorgte alle mit kulinarischen

Köstlichkeiten und beim täglichen Programm war an Langeweile

gar nicht zu denken: Denn bei Shows, Singen am Lagerfeuer,

Nachtwanderungen, Ausflügen ins Schwimmbad oder in

den Schwabenpark und allerhand Spielen im Freien kam jeder

auf seine Kosten. Eine kleine Hütte, die zum Zeltplatz gehörte,

machte das Glück perfekt: Hier konnte man am späten Abend

bei Diskomusik und Feierlaune den Bär steppen lassen. Da riss

es sogar die gute Hand voll Leiter von den Bänken und animierte

alle zum traditionellen Lagertanz.

Nur Petrus selbst durchkreuzte die Lagerordnung: Denn bei

30°C und strahlendem Sonnenschein wich so manch eingeplanter

Programmpunkt einer wilden Wasserschlacht, bei der kein

Schwitzender verschont blieb. Aber es gibt wohl schlimmere

Zwischenfälle ☺ !


Man denkt gerne an die schöne Lagerzeit zurück und weiß: Es

sind nur noch wenige Monate, bis 2009 die Zelte in Fischbach

aufgeschlagen werden…

Simone Stich

7


8

50 Jahre Grundsteinlegung St. Paul

Genau fünfzig Jahre sind vergangen seit der feierlichen Grundsteinlegung

zu dem Gotteshaus mit seinem 40 Meter hohen

Campanile gegenüber des Justus-Knecht-Gymnasiums. Mit

dieser Grundsteinlegung und dem wenigen Wochen zuvor

stattgefundenen Ersten Spatenstich ging ein Vorhaben in Erfüllung,

das schon seit einigen Jahrzehnten verwirklicht werden

sollte, doch immer wieder durch widrige Umstände zum Scheitern

verurteilt war.

Ein Blick in die Geschichte: Die alte und schlichte, 1945 in

großen Teilen zerstörte und 1963 endgültig abgebrochene Pauluskirche

stammte noch aus der Anfangszeit der 1791 von

Fürstbischof Limburg-Stirum gegründeten Pauluspfarrei. In der

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr Bruchsal einen beträchtlichen

Bevölkerungszuwachs und zwischen 1850 und

1910 schnellte die Einwohnerzahl von rund 9.000 auf über

15.000 empor. Kein Wunder, dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts

die kleine Kirche aus allen Nähten platzte und der ab

1905 im Amt stehende Pauluspfarrer Josef Weiskopf sich mit

den Planungen für ein größeres Gotteshaus befasste. Ähnliche

Gedanken hatte der Stiftungsrat, welcher bereits um 1900 ein

geeignetes Grundstück zwischen der heutigen B 35 und dem

Hagelkreuz gekauft hatte. Pfarrer Weiskopf gründete schließlich

einen Kirchenbauverein, sammelte Gelder und rührte unablässig

die Werbetrommel für einen großen, adäquaten Kirchenneubau.

Doch der erste Weltkrieg und die wenige Jahre

später folgende Inflation machten allen Bemühungen ein Ende.

Praktisch wieder bei Null beginnend, nahm Pfarrer Weiskopf

seine Sammeltätigkeit wieder auf und ein Jahrzehnt später wäre

der Zeitpunkt gekommen gewesen, um das nun schon seit über

drei Dekaden geplante Projekt zu realisieren. Allerdings scheiterte

nun das Vorhaben an der zwischenzeitlichen Machtergrei-


fung der Nationalsozialisten und dem daraus resultierenden

Zweiten Weltkrieg. Doch damit nicht genug: Am 21. Januar

1945 wurde die alte Pauluskirche von alliierten Bomben getroffen

und schwer zerstört. Chorwand und Hochaltar stürzten ein,

sämtliche Fenster gingen zu Bruch, das Dach wurde stark beschädigt

und die seitlichen Chorwände sowie die Sakristei

zeigten starke Risse. Man begann mit einer provisorischen Reparatur

und wollte am 4. März wieder einen Gottesdienst abhalten,

doch „am 1. März 1945 schlug die endgültige Schicksalsstunde

der alten Pauluskirche“ wie Werner Greder und

Werner Raab in ihrer 1991 erschienen Kirchenchronik schreiben.

Brand- und Sprengbomben zerstörten Dachstuhl und Turm,

letztendlich standen nur noch die Außenmauern von Turm und

Kirchenschiff. Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle,

dass bei der Bombardierung im Keller des benachbarten Pfarrhauses

23 Männer, Frauen und Kinder einen schrecklichen Tod

fanden.

Nun musste wieder bei Null begonnen werden. Allerdings war

es Pfarrer Weiskopf nicht mehr vergönnt, das Projekt zu Ende

zu bringen, er verstarb im März 1951 im Alter von 76 Jahren.

Ihm folgte Pfarrverweser Otto Dickgießer bis dann im Oktober

1951 Anton Menzer das Amt des Pauluspfarrers übernahm, ein

Amt, das er bis zum April 1990 innehatte.

Doch obgleich der 2. Weltkrieg schon seit sechs Jahren zu Ende

war, konnte man immer noch nicht an einen Neubau der

Pauluskirche denken. Zuerst musste in der neuen Südstadt-

Siedlung St. Anton mit Kindergarten und Gemeindesaal verwirklicht

werden. Dann endlich, Ende 1956, konnte Pfarrer

Menzer dem Erzbischöflichen Bauamt in Heidelberg die Planungen

und Entwürfe der Pfarrgemeinde vorlegen. Einer der

Entwürfe, gefertigt vom Bruchsaler Architekten Dipl.-Ing. Erhard

Moritz, war ein kühner, kegelförmiger Kirchenbau, der in

9


seiner äußeren Gestalt ein wenig an die Kathedrale von Brasilia

erinnerte, doch man entschied sich dann doch für einen - ebenfalls

von Erhard Moritz geplanten - Hallenbau mit Haupt- und

Seitenschiff nebst einem freistehenden Glockenturm. Die Bauarbeiten

wurden den ortsansässigen Firmen Gustav Stumpf und

Heinrich Schweikert übertragen, ein ursprünglich dazu geplantes

Übernachtungsheim für Autofahrer – der Neubau lag

schließlich an der Kreuzung zweier vielbefahrener Bundesstraßen

- wurde allerdings nicht verwirklicht. Am 21. September

1958 vollzog schließlich der Kämmerer des Landkapitels

Bruchsal, Stadtpfarrer Franz Hennegriff, die feierliche Grundsteinlegung.

Die im Stein eingeschlossene Kapsel enthielt die

von Maria Luise Schneider gestaltete Urkunde (anzusehen in

der o.g. Chronik auf S. 160/161), einige Ausgaben der Bruchsaler

Rundschau, den Pfarrbrief zur Grundsteinlegung, Fotografien

von der alten Pauluskirche, von St. Anton und von

Pfarrer Menzer, sowie einige von zu jener Zeit im Umlauf befindlichen

Münzen und Briefmarken.

Eine besondere Beigabe bildete ein Stein von der Athener Akropolis,

jenem Ort, an dem der Hl. Paulus gepredigt hatte. Bemerkenswert

ist auch folgender Satz im Urkundentext, der auf

politische Gegebenheiten Bezug nimmt: „Diese Grundsteinlegung

geschieht…in einer Zeit großer Angst in der ganzen Welt

vor der Gefahr der Atombomben; im 1. Jahre da die Russen

Sputniks und die Amerikaner Explorers und Erdtrabanten in

das Weltall senden können; in einer Zeit, da man politisch vom

freien Westen und vom kommunistischen Osten spricht.“

Der Tag der Grundsteinlegung wurde umrahmt mit musikalischen

Beiträgen der Kirchenchöre und der Blasmusikgruppe

des St. Paulusheimes und Oberstudiendirektor Dr. Weis hielt

schließlich einen sehr gut besuchten Festvortrag über die Geschichte

der Pfarrei. Der Bau der Kirche ging indes zügig wei-

10


ter, am 3. April 1960 erfolgte dann die Konsekration durch Bischof

Augustin Olbert. Nach 169 Jahren hatte die Pfarrgemeinde

ihr neues, zweites Gotteshaus, ein Gotteshaus, auf das sie

über ein halbes Jahrhundert warten musste.

Zum Schluss soll eine Sache nicht unerwähnt bleiben: Praktisch

zeitgleich mit der Grundsteinlegung zur neuen Bruchsaler

Pauluskirche, verschwand die Pauluskirche in der Stadt Essen.

Dreizehn Jahre nach Kriegsende hatte man dort beschlossen,

das nur noch als Ruine existierende Gotteshaus ganz abzureißen.

28 Kilogramm Sprengstoff waren notwendig gewesen, um

den 70 Meter hohen Turm zu fällen.

Thomas Moos

11


12

Mein Spiegelbild - ein Abbild Gottes

Firmung 2008

Im Juni machten sich unsere Firmanden auf den Weg zur

Firmvorbereitung, um sich mit sich selbst, mit Gott und mit der

Kirche auseinanderzusetzen. Gleich am ersten Abend stellten

wir uns als Ausgangsbasis die Frage: „Wer bin ich?“ mit dem

Versuch bei uns selbst anzukommen. Es folgten weitere Fragen,

wie z.B. „Wer ist dieser Gott für mich?“ oder „Was ist mir heilig?“.

Es gab viele unterschiedliche Antworten auf die Fragen, doch

konnten alle in eine Antwort einstimmen: Mein Spiegelbild -

ein Abbild Gottes!

An jedem Abend bildete ein gemeinsamer Gottesdienst den

Höhepunkt.

Am 12. Oktober war es dann in der Pauluskirche soweit: 86

jungen Menschen, darunter vielen Ministranten, sollte für den

Weg des Erwachsenwerdens und der Selbständigkeit die Hilfe

des Glaubens mitgegeben werden, der Heilige Geist.

Bevor Weihbischof Rainer Klug den Firmanden die Hände auflegte

und mit Chrisam salbte, schaffte er es mit einer ansprechenden

Predigt, das Sakrament der Firmung zeitgerecht darzustellen.

Musikalisch umrahmt wurde der feierliche Gottesdienst

durch das NGL, das mit seinen Liedern alle begeisterte.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Pfarrzentrum ein

Empfang statt, der zur Begegnung mit Bischof, Firmanden, deren

Familien und Pfarrgemeinderäten einlud. Viele suchten das

Gespräch mit dem Bischof. Zum Abschluss gab es - für die, die

sich angemeldet hatten - ein gemeinsames Mittagessen mit dem

Bischof, das vom Perukreis zubereitet wurde.


Für unsere Firmanden war es ein schöner Tag, der ihnen in Erinnerung

bleiben wird.

Jutta Brütsch

13


14

Barockes Wegkreuz in Nöten,

aufwändige Restaurierung nötig

In äußerst schlechtem Zustand befindet sich das Heidelsheimer-Weg-Kreuz

in der Württemberger Straße, vor Haus 103.

Es stammt aus der Zeit von Fürstbischof Hutten (1743 bis

1776). Nachweisbar ist dies durch das bekannte Chronogramm

der früheren Inschrift auf dem kleinen Textschild unten am

Kreuzesschaft. Den Originaltext überliefert Hans Rott in „Die

Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bruchsal“ (Tübingen, 1913):

IesV reDeMptor qVI pro nobIs patIes sangVIne effVso eXspIrastI

propItIvs sIs peCCatorIbVs.

Übersetzt lautet der Text etwa: Jesus, Erlöser, der du für uns

leidest. Du hast dein Blut vergossen und bist gestorben. Gnädig

sei uns Sündern.

Die durch Übergröße hervorgehobenen Großbuchstaben sind

als römische Ziffern lesbar und ergeben addiert die Jahreszahl

1751. Dies deutet auf das Jahr der Entstehung oder Aufstellung

des Kunstwerkes aus rotem Sandstein hin, das ursprünglich an

anderem Ort wohl in einer Mauer steckte. Nachweislich schon

über hundert Jahre steht es quasi herrenlos auf dem privaten

Vorgartenareal, längst gestützt an die Hauswand. Unterlagen

im Vermessungsamt oder Archiv fehlen. Mehrere Restaurierungen

zweifelhafter Qualität erfolgten in den Jahren 1805,

1923, 1964 und 1981.

Nun will die Stadt Bruchsal die Besitzverhältnisse ordnen und

umgehend eine Generalsanierung des barocken Kunstwerkes

anstreben, bevor es endgültig zu spät ist. Eine fach- und sachgerechte

Sanierung, wobei das Denkmalsamt eingebunden

werden muss, ist sehr aufwändig. Während der massive Sockel

in recht gutem Zustand ist, sind Kreuz und Korpus in Auflösung

begriffen. Außerdem muss ein neues Fundament geschaf-


fen werden. Manche Bruchsaler, denen der Erhalt des künstlerisch

beeindruckenden Sandsteinbildwerkes am Herzen liegt,

haben schon ihre Bereitschaft zur Mithilfe durch finanzielle

Unterstützung bekundet.

Pfarrer Dr. Jörg Sieger, in dessen Obervorstadtbezirk das

christliche Denkmal seinen Platz hat, lässt dankenswerterweise

über sein Zentralbüro das Anliegen bearbeiten. Steuerlich absetzbare

Spenden sind daher erbeten an die Pfarrei St. Peter,

Konto 00-01 00 83, Sparkasse Kraichgau, BLZ 663 500 36,

Stichwort „Barockkreuz“. Für die Spendenbescheinigungen

bitte die vollständige Adresse auf dem Einzahlschein angeben.

Stefan Schuhmacher

15


16

Bericht eines Kirchenführers in St. Peter

Wenn ich an einem Sonntagnachmittag die Kirchentür von St.

Peter aufschließe, bin ich gespannt, wie viele Besucher kommen

und mit welchen Fragen ich konfrontiert werde.

Seit über einem Jahr habe ich einen Teil der Kirchenführungen

übernommen. Anfangs hatten sich jeweils bis zu 20 Besucher

für eine Führung eingefunden. Inzwischen kommen nur noch

kleine Gruppen zusammen oder Einzelbesucher. An einem solchen

Tag zähle ich dann 20 – 40 Menschen, darunter auch stille

Beter oder jemand, der eine Kerze anzündet oder Weihwasser

holt.

Gehen Besucher/innen schlendernd oder interessiert umherschauend

durch die Kirche, biete ich ihnen Auskünfte an.

Meistens wird das Angebot angenommen. In diesen Fällen halte

ich keinen Vortrag, sondern versuche mit ihnen ins Gespräch

zu kommen. So erfahre ich auch, wo die Leute herkommen, -

mal kommen sie aus dem Umland und haben die Kirche gezielt

angefahren – per Auto oder mit dem Fahrrad, dann erstaunt

mich, wie viele aus Bruchsal kommen und genaueres über die

Kirche erfahren oder auch über alte Erinnerungen berichten

wollen. Manche kommen zufällig vorbei, so Studentinnen aus

den USA, die in Karlsruhe studieren und vom Michaelsberg

nach Bruchsal gewandert sind, ein Pole aus Danzig, ein chinesisches

Paar (einer von ihnen konnte ein wenig deutsch sprechen),

Pfadfinder vom Zeltlager auf dem Eichelberg, Friedhofsbesucher,

ein Paar, das mit drei Eseln auf dem Wege nach

Santiago de Compostella in Bruchsal Station macht oder auch

Menschen, die wegen eines Regenschauers Zeit genommen

haben, sich näher über die Kirche zu informieren. Überwiegend

sind es Kunstbewunderer aber auch einzelne Kunstkenner.


Die wenigsten Besucher sind an Jahreszahlen interessiert. Es

gibt Fragen zu den Engeln, zu dem Petruskreuz über dem

Hochaltar, zu den 10 (!) Aposteln in der Kuppel, zu den Wappen

und Monogrammen, zu Symbolen und häufig zu der Bischofsgruft,

zu der kleinen Madonna aus Peru, zu den Zunftheiligen,

und die Chinesen wollten eine Erläuterung zum Dreifaltigkeitsgemälde

im Chorraum. Auf die Orgel muss ich aber

meistens von mir aus hinweisen, da der Blick der Kirchenbewunderer

nach vorne gerichtet ist. Es überrascht mich, dass die

moderne Altargestaltung in der Vierung überwiegend volle Zustimmung

findet.

Oft habe ich auch Gelegenheit, Auskunft über Glaubensinhalte

der katholischen Kirche zu geben. Wozu gibt es den Tabernakel?

Warum wird die Kanzel nicht mehr benutzt? Warum wird

Maria so verzückt dargestellt? Warum steht der neue Altar in

der Mitte? Ob noch gebeichtet wird? Sind die Putten auch Engel?

Werden die Heiligen angebetet? Glauben Sie an die Himmelfahrt

Mariens?

Wenn ich dann abends die Kirche wieder abschließe sage ich

mir jedes Mal: Der Dienst von zweieinhalb Stunden hat sich

wieder gelohnt! Ich erlebe Bewunderung für die barocke Pracht

und Dank für die offene Kirche.

Wolfgang Loew

17


Erntedankfest der Frauengemeinschaft St. Paul

Wenn Christen Erntedank feiern, denken sie auch an notleidende

Menschen.

Unter diesem Gedanken stand die Erntedankfeier der

Frauengemeinschaft St. Paul in Bruchsal.

Nach dem Gottesdienst wartete auf die Frauen ein sehr

reichhaltiges Buffet, welches das Leitungsteam mit eigenen

Rezepten vorbereitet hatte.

An diesem Abend spendeten die anwesenden Frauen

insgesamt 400,00 Euro, die zusammen mit einer Daunendecke

an Schwester Stefanie vom Sancta Maria überreicht

wurden. Diese bedankte sich herzlich für die

Spenden und berichtete über ihre Aktionen zum Wohl

bedürftiger Kinder.

18

Spendenübergabe an Schwester Stefanie

Cilly Rathgeb


20

„Prophetischer Weckruf /

Wegruf“- eine Annäherung an den

Prozess

Wie alles begann ...

Es waren gut zwei Dutzend Menschen, die sich auf den Weg

gemacht haben, sich einen Einblick in die Hebräische Sprache

zu erarbeiten. Übrig geblieben sind ganze sechs, die nach zwei

Jahren die letzte Lektion des Lehrbuches durchgeackert hatten.

Und weil es so viel Spaß gemacht hatte, wollte man das Gelernte

jetzt auch umsetzen und begann zu übersetzen: Einzelne

Psalmen, das Buch der Richter, das Buch des Propheten

Amos...

Die Faszination, die gerade von den Texten dieses Propheten

ausging, verlangte gleichsam danach, dass dieses Buch über

den so entstandenen kleinen Exegese-Kreis hinaus, seine Wirkung

entfalten musste. Und so entstand schnell der Gedanke,

den Propheten Amos und das nach ihm benannte biblische

Buch in den Mittelpunkt eines großangelegten Projektes in den

Gemeinden St. Peter, St. Paul und St. Anton und weit darüber

hinaus zu stellen.

Was bisher geschah ...

Anfang des Jahres 2008 wurden Mitstreiter und Mitstreiterinnen

gesucht, um das Projekt auf breite Füße zu stellen. Es bildete

sich ein Vorbereitungskreis von 20 bis 25 Personen, die

erste Überlegungen anstellten und einen Zeitplan ausarbeiteten.

Aufbauend auf den Ergebnissen des Exegesekreises aus den

Jahren 2006 und 2007 wurde ein Konzept für einen Siebenwochenprozess

im Jahr 2009 entwickelt und eruiert, wie dieser

Prozess in die Gemeinden hineingetragen werden kann.

Von vorneherein war das Unterfangen so angelegt, dass es die

drei Gemeinden der Pfarrei St. Peter übersteigen soll.


Insbesondere die evangelische Paul-

Gerhardt-Gemeinde und die Arbeitsgemein-schaft

Christlicher Gemeinden in Bruchsal waren von

vorneherein mit im Boot.

Am 7. Juli 2008 wurden nun alle Gemeinschaften und

Einrichtungen über die bisherige Vorbereitung und den Zeitrahmen

informiert. Alle Gruppierungen und Institutionen sind

aufgerufen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzuklinken

und den Prozess zu einem Ereignis werden zu lassen, das die

Menschen der drei Gemeinden mit der biblischen Thematik in

Berührung bringt, diese Thematik fruchtbar werden lässt für

das eigene Leben und das Leben der Gemeinden und darüber

hinaus erlebbar macht, dass wir als Christen in Bruchsal zusammengehören,

einen Platz in dieser Gesellschaft einnehmen

und für diese Gesellschaft letztlich unverzichtbar sind.

Die vorliegende Arbeitsmappe soll den Verantwortlichen in

den Gruppierungen und allen Interessierten Materialien an die

Hand geben, die die Vorbereitungen erleichtern und Anregungen

für die Arbeit bieten sollen.

Was wird erwartet? Was soll werden

Wir hoffen, dass an den sieben Terminen des „Siebenwochenprozesses“

(siehe „Zeitraster“) möglichst viele Menschen in

den Gottesdiensten erleben, dass biblische Botschaft eine

Sprengkraft beinhaltet, die modern ist, Antworten auf die Fragen

der Zeit gibt und Leben hilft. Wenn dabei auch noch spürbar

wird, dass wir über alle Generationen und Gruppierungen

hinweg eine große Gemeinschaft bilden und niemand von uns

alleine da steht, haben die Treffen schon ein Ziel erreicht.

Jeder der sieben Termine soll in sich abgeschlossen sein und -

trotz des inhaltlichen roten Fadens - die Möglichkeit bieten,

auch nur punktuell mit zu tun oder eben später einzusteigen.

21


Nach den Gottesdiensten besteht

durchaus die Möglichkeit den Abend zu

beschließen - dies gerade im Blick auf die ältesten

Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den Gemeinden.

Ausdrücklich werden aber alle eingeladen, auf je eigene

Weise die Thematik zu vertiefen. Dazu braucht es eine ganze

Reihe von Angeboten, die dieselbe spezifisch für unterschiedliche

Altersgruppen und je persönliche Veranlagungen aufarbeiten.

Ein gemeinsamer Abschluss sollte das Treffen beschließen.

Darüber hinaus ist es wünschenswert, dass eine große Zahl der

Teilnehmenden das Angebot nutzt, diese sieben Wochen ganz

persönlich mit einem Begleitheft oder auch anderen Hilfsmitteln

zu einer Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit dem

eigenen Leben und dem eigenen Glauben werden zu lassen.

Deshalb sollte in den Gemeinden der Raum dafür eröffnet werden,

indem andere Aktionen auf ein Mindestmaß zurückgefahren

werden.

Und bis zum "Siebenwochenprozess" sollten eine Fülle von

Angeboten auf den "prophetischen Weckruf" hinweisen, so

dass wirklich alle aufgerüttelt werden und dieser Prozess zu

einem Wegruf weit über Bruchsal hinaus werden kann.

22


Bruchsaler Rundschau Nr. 165 vom

Donnerstag, 17. Juli 2008 - Seite 15

Gottesbilder und soziale Missstände im Fokus

Amos-Projekt der Pfarrei St. Peter will in

Bruchsaler Gemeinden Impulse für den Glauben

geben

Von unserem Redaktionsmitglied Hansjörg Ebert

Bruchsal. Die wachen Augen weit geöffnet, die Ohren auf

Empfang, dazu die überdimensionalen Hände, die die Richtung

weisen — so stellt der Künstler Walter Habdank den Propheten

Amos dar. Und trifft damit das Kernanliegen eines Bruchsaler

Glaubensprojekts, das sich im kommenden Jahr intensiv mit

den Gedanken dieses ersten Schriftpropheten der Bibel beschäftigen

will. In Seminaren und Gottesdiensten, Vorträgen

und Gesprächsabenden soll die Botschaft des Propheten, der

wie kaum ein anderer soziale Missstände, aber auch fromme

Heuchelei im alten Israel anprangerte, gehört und verstanden

sowie in die Jetztzeit und auf Bruchsaler Verhältnisse übertragen

werden.

„Es gibt nichts wichtigeres, als sich mit den eigenen Glaubensgrundlagen

auseinanderzusetzen“, begründet Pfarrer Jörg Sieger

die intensive Beschäftigung mit der Bibel. Dabei ist der

Pfarrer von St. Peter sichtlich froh, nach Jahren der Strukturdebatten

endlich einmal wieder intensiv mit Inhalten arbeiten zu

können. Bei einem Informationsabend, zu dem sämtliche Mitarbeiter

aus allen kirchlichen Gruppen eingeladen waren, stellte

er das Projekt vor. Seine Begeisterung konnte und wollte der

katholische Seelsorger dabei gar nicht verbergen. Die biblische

Botschaft möchten er und seine Mitstreiter gerne in die breite

23


Öffentlichkeit tragen, wobei auch die

evangelischen Gemeinden und die Evangelisch-methodistische-Gemeinde

eingeladen sind, mitzumachen.

„Das Projekt war von Anfang an ökumenisch

angelegt und soll über Konfessionsgrenzen hinweg umgesetzt

werden“, erklärt Sieger dazu.

Die Anfänge reichen einige Jahre zurück, als ein Häuflein

Wissbegieriger anfing, ins Hebräische hineinzuschnuppern.

Sechs Leute blieben schließlich bei der Stange und beschäftigten

sich als Exegesekreis irgendwann auch mit dem Propheten

Amos. Fasziniert von dessen Botschaft, entstand die Idee, aus

dem Weckruf des Propheten ein „Weg-Ruf“ für unsere Zeit zu

machen. So lautet jedenfalls der Arbeitstitel des Projekts, das

beim ersten Treffen im Pfarrsaal St. Paul den offiziellen Startschuss

erfahren hat.

„Alles ist halb fertig“, unterstreicht Pfarrer Sieger die Offenheit

des Prozesses, der noch viel Gestaltungsspielraum auch für eigene

Ideen der unterschiedlichen Gemeindegruppen bietet.

Herzstück des Projekts ist „Eine Woche mit dem Propheten

Amos“ im Sommer des kommenden Jahres mit Abendveranstaltungen,

bei denen es um das Gottesbild des Propheten, um

soziale Ungerechtigkeit und Unterdrückung, aber auch um die

Themen Gottesdienst und Globalisierung geht.

Der weitere Fahrplan sieht folgendermaßen aus: Am Montag,

22. September, läuft das nächste Vorbereitungstreffen für ein

Seminarwochenende Mitte Oktober, zu dem die protestantische

Theologin Gerlinde Baumann Gottesbilder der Gewalt im Alten

Testament erläutern wird. Darauf folgen weitere Vorbereitungstermine.

24


Alle kirchlichen Gruppen - Jugendgruppen und Kindergärten,

Altenwerke und Gemeinschaften, Chöre und

Musikgruppen, Bibliotheken und Ministranten - sind eingeladen,

sich Gedanken darüber zu machen, wie sie das Thema in

ihr Jahresprogramm und in die regelmäßigen Treffen integrieren

könnten. „Alle Gruppen sind gefragt, sich in irgend einer

Weise kreativ zu beteiligen“, meint Sieger. Er hofft dass der

Funke überspringt, die Begeisterung für die Botschaft der Bibel

überschwappt und daraus konkrete Impulse für den Glauben

entstehen.

25


26

Zum Auftakt der Fastenzeit:

„Ein Tag für die Bibel“

Zur Vorbereitung auf den Siebenwochenprozess im Sommer

2009 und als Fortführung des Seminares mit Frau Dr. Baumann

im Oktober 2008 laden wir ein zu einem „Tag für die Bibel“

und zwar dieses mal unter dem Thema:

Mit Gewinn die Bibel lesen - wie macht man das?

Wie oft schlagen Menschen die Bibel auf, lesen ein paar Abschnitte

und legen das Buch dann als unverständlich wieder auf

die Seite.

Wer Hilfen zum Umgang mit biblischen Texten sucht, wissen

möchte, wie man mit vermeintlich schwierigen Stellen umgehen

kann, etwas zum Hintergrund und zur Entstehung der biblischen

Bücher erfahren möchte, der ist genau richtig, wenn wir

uns vom

27. - 28. Februar 2009

mit genau diesen Fragen beschäftigen möchten.

� Kommen kann jeder und jede. Sie brauchen bisher noch bei

keiner Veranstaltung dabeigewesen zu sein.

� Sie brauchen keine Vorkenntnisse. Wenn Sie eine Bibel

haben - bringen Sie sie einfach mit.

Und auf ganz einfache Art und Weise werden Sie erfahren,

� wie das zu verstehen ist, dass die fünf Bücher Mose kaum

von Mose selbst geschrieben wurden.


� dass der Durchzug durchs Rote Meer vielleicht

sogar wunderbarer war, als wir ihn uns vorstellen, und

trotzdem weit weniger spektakulär, als wir gemeinhin

denken oder aus Filmen kennen.

� dass es müßig ist, nach den Resten einer Arche Noah zu

suchen.

� Wie aus der Geschichte, dass Gott keine Menschenopfer

will, plötzlich eine Erzählung wird, die davon handelt, dass

Gott den Glauben des Abrahams prüfen möchte, indem er

das Opfer seines Sohnes verlangt.

� die verzweifelte Klage eines Menschen im Beten eines

Psalmes alles andere ist, als eine Aufforderung zum Massenmord.

Wir beginnen wieder am Freitagabend in der Antoniuskirche

mit der Messfeier um 19.00 Uhr. Anschließend werden wir uns

im Bernhardussaal zusammensetzen um eine erste Arbeitseinheit

einzulegen (Ende gegen 22.00 Uhr).

Am Samstag werden wir um 9.00 Uhr im Pfarrzentrum St. Paul

mit dem Frühstück anfangen. Das Mittagessen werden wir

auch dort improvisieren, um nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Münden wird der Tag um 18.30 Uhr in die Vorabendmesse in

der Peterskirche. Das Ende wird gegen 19.30 Uhr sein.

Wem es möglich ist, der ist wieder gebeten, uns mit einem

Teilnehmerbeitrag zu unterstützen. Es wäre gut, wenn jeder

und jede wenigstens 15,00 Euro beisteuern könnten. Daran soll

es aber nicht scheitern. Schüler und Auszubildende bezahlen

1,00 Euro.

27


Und wie geht es dann weiter?

Achten Sie einfach auf die Ankündigungen in den

Jahresprogrammen der Gemeinschaften (Kfd, Kolping, Altenwerke

und Seniorengemeinschaften...) oder auf die besonderen

Angebote bei den Gruppenstunden der Jugendgruppen, in der

Elternarbeit der Kindergärten, den am Kinderbibeltag...

Und dann startet die

Woche mit dem Propheten... - Der Siebenwochenprozess

� Sonntag, 7.6.2009

Auftakt mit dem Hauptgottesdienst um 10.15 Uhr in der

Pauluskirche mit anschließendem Impuls im Großen Saal

des Pfarrzentrums

� Montag, 15.6.2009,

Beginn 19.00 Uhr

� Dienstag, 23.6.2009,

Beginn 19.00 Uhr in der Pauluskirche

� Mittwoch, 1.7.2009,

Beginn 19.00 Uhr

� Donnerstag, 9.7.2009,

Beginn 19.00 Uhr in der Peterskirche

� Freitag, 17.7.2009,

Beginn 19.00 Uhr in der Antoniuskirche

� Samstag, 25.7.2009,

Beginn 18.30 Uhr in der Peterskirche mit anschließendem

Abschlussfest

28


Folgende Themen werden ganz sicher eine Rolle spielen:

� Wer ist Gott - Welches Bild von Gott vermittelt uns die Bibel,

der Prophet Amos

� Amos verkündet Gott als Anwalt der Unterdrückten - Männer

wie Frauen! Und welche Konsequenzen hat das für uns?

� Amos steht nicht allein - Die Botschaft der Propheten (Jeremia,

Hosea...) und zwar für uns heute!

� „Ich hasse Eure Feste“ - Die Bibel und die Feier des Gottesdienstes

� Gottes Volk in der Gemeinschaft der Völker - Die Prophetische

Botschaft im Licht der Globalisierung

Was kann man als Gruppe oder Gemeinschaft?

Sie wollen sich einbringen? Dann überlegen Sie in Ihrer Gruppierung

oder Gemeinschaft doch einfach mit:

� Gibt es die Möglichkeit, sich inhaltlich mit Propheten und

Fragen um das Prophetische in unserem Glauben zu beschäftigen?

Wie kann das Gruppenspezifisch geschehen -

Kinder- und Jugendgemäß? Wer Hilfestellungen braucht,

wende sich an den Exegesekreis oder einfach direkt ans

Pfarramt. Wir vermitteln gerne weiter.

� Welche Formen der Beschäftigung gibt es: Textarbeit, Kinder

und Jugendliche schreiben das Amosbuch neu, bildhaftes

Gestalten, Szenen des Amosbuches töpfern, den Amosroman

von Hermann Koch mit Puppen, Dioramen etc.

nachbilden, ein Drehbuch schreiben, um das Ganze als

Theaterstück rüberzubringen, Vertonen...

29


� Entsteht eine größere Aktion? Versuch einer Übersetzung

in die Gegenwart... Aufgreifen aktueller Themen und

umsetzen in entsprechende Aktionen, in der Fußgängerzone,

als Briefaktion, einer Demonstration oder einer Mahnwache...

� Wir gestalten die Abende des Siebenwochenprozesses mit,

musikalisch, in Form eines alters bzw. gruppenspezifischen

Angebotes am Abend selbst, um sich mit dem entsprechenden

Thema auseinanderzusetzen...

Wenn ich mich einbringen möchte...

� Im Redaktionsteam für das Begleitheft

� In der Gestaltung der Abende

� mit eigenen Ideen

� als „Pate“ oder „Patin“ einzelner Gruppen und Themen

(Schulen, Kindergärten, Jugendliche, Senioren, Frauen und

frauenspezifischen Themen, gesellschaftspolitische Themen...)

Dann einfach Kontakt aufnehmen: Telefon (0 72 51) 97 61-0

oder kontakt@joerg-sieger.de

Und wenn Sie das Begleitheft für den Siebenwochenprozess

erhalten, nichts verpassen und den ganzen Prozess erleben

möchten, melden Sie sich einfach bei uns, wir nehmen Sie

dann schon jetzt in die Anmeldeliste auf. Entsprechende Formulare

gibt es ab Frühjahr 2009.

30


Amos erzählt vom Gott der Opfer

Der Prophet Amos lebte in einer patriarchalen Gesellschaft.

Dennoch bemerkte er, dass Frauen himmelschreiendes Unrecht

geschieht. Er droht im Auftrag Jahwes den Ammonitern mit

Strafe, weil sie die schwangeren Frauen in Gilead aufgeschlitzt

haben, um ihr Gebiet zu erweitern (Am 1,13).

Amos klagt auch an, dass Vater und Sohn mit der gleichen

Frau schlafen (Am 2,7). Sie missbrauchen ein Abhängigkeitsverhältnis

und beuten eine Frau aus, die sich nicht wehren kann.

Geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen in Kriegen

und sexueller Missbrauch von Frauen und Kindern sind

seit den Zeiten des Amos nicht verschwunden.

Wenn wir es wissen wollen, dann können wir uns an die Gräuel

erinnern, die jugoslawische Frauen erlitten haben und die ihr

Leben dauerhaft prägen. Der Film „Anonyma“ führt uns vor

Augen, was Frauen am Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland

angetan wurde. Diese Frauen sind heute alt, oft haben sie ein

Leben lang geschwiegen. Im Alter sind ihnen die erlittenen

Vergewaltigungen wieder verzweifelt gegenwärtig.

Wenn wir es wissen wollen, dann können wir auch vom seelischen,

körperlichen und sexuellen Missbrauch von Frauen und

Kindern mitten im Frieden und bis heute hören. Es muss davon

ausgegangen werden, dass jede 4. Frau und jeder 7. Mann zwischen

0 und 14 Jahren sexuell missbraucht wurde von Vätern,

Brüdern, Onkeln, Nachbarn und anderen Menschen, denen sie

vertrauten. Der allererste Gewaltbericht in der Bundesrepublik

stammt von 2004. Er spricht davon, dass 37 % aller Frauen

zwischen dem 16. und 80. Lebensjahr Gewalt erleben. Dass

Gewalt gegen Frauen auch in unserer peruanischen Partnerge-

31


meinde erlitten wird, davon wissen die Mitglieder des Perukreises.

In der Pfarrei St. Peter haben sich seit 2003 Frauen anonym

zusammengetan, deren erwachsenes Leben unwiderruflich von

Gewaltfolgen geprägt ist. Sie erzählen einander von ihrem Leben,

von den Schwierigkeiten des Lebens mit Traumafolgen,

aber auch von ihren Freuden und Hoffnungen. Sie beziehen die

Ressourcen ihres christlichen Glaubens ein, weil sie überzeugt

sind, dass der Gott Jesu ein Gott der Opfer ist. Schon der erste

Schriftprophet, Amos, hat dies sehr deutlich formuliert.

Wenn Sie Interesse an dieser Gruppe haben, dann melden Sie

sich doch bei

Marieluise Gallinat-Schneider, Tel. 07251/976131,

m.gallinat@joerg-sieger.de,

der Seelsorgerin, die die Gruppe begleitet, oder bei

Erika Kerstner, Tel. 07249/1561, rika_k@web.de

Diskretion ist selbstverständlich und Anonymität kein

Problem.

Mehr dazu im Internet:

http://www.joerg-sieger.de/gallinat/

http://www.gottes-suche.de

32

Marieluise Gallinat-Schneider, Erika Kerstner


„Der Löwe brüllt - wer fürchtet sich nicht?

Gott, der Herr, spricht - wer wird da nicht zum

Propheten?“ (Amos 3,8)

Seit Beginn der Vorbereitungen zu unserem Amosprojekt bewegte

viele die Frage, welche Aktualität ein Prophet aus dem 8.

Jahrhundert vor Christus für uns heute haben kann. Diese Frage

hat Annemarie Lebert aufgegriffen, als sie gemeinsam mit dem

Team der Bücherei eine Lesung zum Thema „Menschenrechte

und Menschenwürde“ am 19. November 2008 in unserer Pfarrbücherei

initiierte.

Nach einer Begrüßung durch Frau von Blankenhagen führte

Frau Lebert ins Thema ein. Am 10. Dezember 2008 jährt sich

zum 60. Mal der Tag, an dem die Vereinten Nationen die Charta

der Menschenrechte verabschiedeten. Immer wieder haben

auch Propheten auf Vergehen gegen die Menschenrechte hingewiesen.

Das Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch kann für

uns auch ein Schrei der Unterdrückten sein. Die Propheten, von

Gott berufen, bekamen den Auftrag, die Missachtung der

Menschlichkeit anzuprangern.

Als erstes Buch stellte Annemarie Lebert, „Wenn der Löwe

brüllt – Die Geschichte von Amos“ von Hermann Koch vor.

Sie las das Kapitel Basanskühe, in dem Michal, die Frau des

reichen Kaufmanns Josef ihren Mann zwingt, beim Familienvater

Jussuf, dessen Frau schwerkrank ist, die Schuld einzutreiben,

damit sie mit ihren Freundinnen Wein für ein rauschendes

Fest anbieten kann, während Jussuf in die Schuldsklaverei

gerät. Dazu sagt Amos im Abschnitt über die Unterdrückung

der Armen:

„Hört dieses Wort, ihr Basanskühe auf dem Berg von Samaria,

die ihr die Schwachen unterdrückt und die Armen zermalmt

33


und zu euren Männern sagt: Schafft Wein herbei, wir wollen

trinken. Bei seiner Heiligkeit hat Gott, der Herr, geschworen:

Seht, Tage kommen über euch, da holt man euch mit Fleischerhaken

weg, und was dann noch von euch übrig ist, mit Angelhaken.

Ihr müßt durch die Breschen der Mauern hinaus, eine

hinter der andern; man jagt euch dem Hermon zu - Spruch des

Herrn.“

Als zweites las Elisabeth Rieger aus dem Buch „Schande“ von

John Maxwell Coetzee. In diesem Buch geht es um Lucy, die

sich aus der Stadt aufs Land zurückzieht, eine Farm erwirbt

und als Bäuerin lebt. Der Roman spielt im „neuen Südafrika“.

Lucy wird überfallen, ausgeraubt, vergewaltigt und geschändet,

dies gab dem Buch den Titel. Wir hörten einen Abschnitt, in

dem David Lurie, Lucys Vater, mit ihr auf ein Fest geht, auf

dem sie ihre Vergewaltiger wiedersieht und er die Tochter zu

einer Anklage bewegen will. Sie aber lehnt dies ab, weil sie

ihre Stellung in der Provinz nicht gefährden will. Sie trägt auch

das Kind dieser Schande aus. Sie unterwirft sich neuen

Rassengesetzen, die die Umkehrung der Apartheid bilden, was

ihr Vater, der Universitätsprofessor, zunächst nicht verstehen

und akzeptieren kann.

Das dritte und letzte Buch des Abends steuerte Pfarrer Dr. Jörg

Sieger bei. Der Bogen schließt sich. Das Strafgericht, das

Amos ankündigte, wurde beim Propheten Jeremia Wirklichkeit.

Jeremia ist der Prophet, der Solidarität zeigt mit einem Volk

ohne Zukunft und Hoffnung. Er muss die Zerstörung Israels

durch Babel hinnehmen, er flieht nach Ägypten, wo sich seine

Spur verliert. Franz Werfel schrieb 1936 das Buch „Höret die

Stimme“. Werfel als Jude ist vor den Nazis geflohen. Als er im

August 1945 starb, sahen die deutschen und europäischen Städte

teilweise so aus wie das Jerusalem, das er in seinem Roman

beschreibt. Interessant ist, dass das Zentrum gegen Vertreibung

34


seit 2003 einen Franz-Werfel-Menschenrechtspreis verleiht,

mit dem Menschen geehrt werden, die im Sinne der Haager

Konvention und der Charta der Menschenrechte politische,

künstlerische, philosophische oder praktische Leistungen erbracht

haben.

Pfarrer Sieger las Kapitel 33, das vorletzte Kapitel des Buches.

Jeremia geht durch die völlig zerstörte Stadt Jerusalem, hinauf

zum Tempel. Er ist verzweifelt angesichts dessen, was er sieht:

Überall sind Tote, auch tote Kinder, alles ist zerstört, geraubt

und geplündert. Im Tempel ruft er das erste Mal in seinem Leben

den Namen JAHWE aus, was ihm als Jude ja sonst verboten

ist. Und – er bekommt Antwort. Während er durch den

Tempel schreitet, stößt er an eine Scherbe. Es ist ein Stück der

Gesetzestafeln, die zerstört wurden. Als er das Fragment sieht,

versteht er. Der Satz lautet: „Damit Du lebest“.

Während der einzelnen Lesungen steuerten Wolfgang Nobs-

Schneeberg (Klarinette) und Alexander Weber (Horn) sehr einfühlsam

und passend „Vier kleine Stücke für Klarinette und

Horn“ des Elsäßer Komponisten Charles Koechlin bei.

Zum Schluss des Abends bedankte sich Frau von Blankenhagen

mit einem Gedicht der Lyrikerin Carola Moosbach, die als

Feministin und Christin, Autorin und Überlebende sexueller

Gewalt in der Kindheit den Propheten Amos auch im Sinne

unseres Abends zitiert und erklingen lässt. Mit dem Zitat bei

Amos 5, 21-24 hat sie dies unter der Überschrift “Unerhörte

Gottesworte” getan. Wie aktuell ist sie, wenn sie mit Amos

sagt: „Ich hasse es wie ihr das Geld anbetet, euren Fortschrittswahn

kann ich nicht ausstehen, tut bloß nicht so als gäbe

es keine Opfer auf euren Altären von Börse und Autobahn“

Marieluise Gallinat-Schneider

35


36

Wirtschaften für das Leben

Bruchsal, 22./23. November 2008. Peru-Tag in der Pfarrei

St.Peter. Anstelle der Predigt werden die Gottesdienstbesucher

Zeuge einer Gerichtsverhandlung. Dabei handelt es sich nicht

um ein sog. Anspiel, sondern um Texte aus einer Verhandlung,

die tatsächlich so stattgefunden hat. Ort des Geschehens ist der

Gerichtshof der Stadt Sicuani in Peru, wo seit Mai 2008 Campesinos

(Bauern) aus der Region unserer Partnergemeinde San

Pablo vor Gericht stehen. Die Anklage gegen sie lautet unter

anderem: Aufwiegelung der Bevölkerung, Brandstiftung, Widerstand

gegen die Staatsgewalt.

Was war geschehen? Die Bauern hatten sich gegen die Vergiftung

ihres Trinkwassers und schwere Umweltschäden zur

Wehr gesetzt, die ein amerikanisches Unternehmen durch den

Betrieb einer Kupfermine verursacht. Bei einer Demonstration

verschoss die Polizei Tränengas, es kam zu einer Panik und

Zusammenstößen mit über dreißig Verletzten. Nun sind die

gewählten Vertreter der Campesinos sowie alle Verletzten angeklagt

worden.

Nicht Recht und Gesetz, sondern ein rücksichtsloser Konzern

aus dem Ausland bestimmt also, wo’s lang geht. Was zählt, ist

nur der Profit. Dass dabei die Natur und damit die Lebensgrundlage

der einheimischen Bevölkerung, die ohnehin schon

ein sehr karges Leben fristet, unwiederbringlich zerstört wird,

ist völlig gleichgültig. Und durch das Vorgehen gegen die

Campesinos wird allen die Botschaft vermittelt: seht her, so

geht’s jedem, der es wagt aufzumucken.

Anderer Ort, gleiches Thema. Ich sitze im Kino, wo der seit

Ende Oktober angelaufene Dokumentarfilm „Let’s Make Money“

läuft. Der Regisseur Erwin Wagenhofer nimmt seine Zu-


schauer mit auf eine Reise durch die globalisierte Welt und

deckt auf, wie die reiche Elite des Westens ihr Geld auf Kosten

der wehrlosen Menschen in den Entwicklungsländern vermehrt.

In acht Abschnitten wird dem Zuschauer vor Augen geführt,

wohin der Neoliberalismus führt.

Schockierende Bilder zeigen die schrecklichen Konsequenzen

eines Systems, das alles Leben verachtet und das Wirtschaften,

welches doch eigentlich zur Befriedigung der menschlichen

Bedürfnisse da sein sollte, in sein Gegenteil verkehrt. Noch aktive

oder ehemalige Akteure erläutern parallel dazu – offenbar

ohne jedes schlechte Gewissen – bis ins Detail die perfide Vorgehensweise

des Raubtierkapitalismus. Ein paar der besonders

krassen Szenen:

In Singapur fährt der Finanzguru Mark Mobius in seiner Limousine

an einer Skyline vorbei. Er ist der Herr über einen gigantischen

Fonds von 50 Milliarden Dollar, den er in „Emerging

Markets“, also in Entwicklungsländern investiert. Ethik,

Umweltverschmutzung und Ausbeutung interessieren ihn einen

feuchten Kehricht. „Aufgabe eines Investors ist es, zu investieren,

und sonst nichts.“ und „Am besten investiert man dort, wo

das Blut noch auf den Straßen klebt“, erklärt er ohne jegliche

Gefühlsregung.

John Perkins, ehemaliger Agent des amerikanischen Geheimdienstes

NSA, erläutert das Prinzip, den Entwicklungsländern

riesige Kredite der Weltbank aufzuschwätzen, die diese später

gar nicht zurückbezahlen können. Das mache sie erpressbar

und gefügig zur Durchsetzung eigener Interessen. Wehren sie

sich trotzdem, schicke Amerika eben seine Schakale, die die

Regierung stürzen oder notfalls auch ermorden. Die beiden

Irakkriege habe es gegeben, da in diesen Fällen nicht einmal

dieses rabiate Vorgehen aufging.

37


Bilder aus Burkina Faso in Afrika werden gezeigt, die aussehen

wie das surrealistische Szenario eines apokalyptischen Kinofilms:

Männer, Frauen, Greise und Kinder bis hinunter zu den

Allerkleinsten stellen buchstäblich in Handarbeit aus Felsen

Bauschotter her. Eine alte Frau erzählt, dass sie diese Arbeit

nun schon über 20 Jahre mache. 20 Jahre, tagein, tagaus, nur

um eine Schüssel Reis zu bekommen und überleben zu können.

„Wenn sich nichts ändert“, erklärt ein junger Afrikaner, „werden

wir eines Tages in so großer Zahl bei euch einfallen, dass

alle eure Schutzmauern euch nichts mehr nützen werden“. Ich

möchte schreien und dem jungen Mann zurufen: „Ja, kommt!

Kommt und helft uns, diesem Wahnsinn ein Ende zu machen,

wir sind alleine zu schwach dazu!“

Wann endlich kommt der Tag, an dem wir es hier im reichen

Westen wagen, aufzustehen und das Recht aller Menschen auf

ein menschenwürdiges Leben zu verteidigen? „Ich bin gekommen,

damit sie das Leben haben, und es in Fülle haben“,

hat Jesus gesagt. Wäre es da nicht geradezu unsere Pflicht als

Christen, uns solidarisch zu erklären mit den Geschundenen

der Welt und energisch ein gerechtes Wirtschaften für das Leben

einzufordern?

Beim Schriftsteller Carl Amery ist zu lesen: „Ein paar hunderttausend

Christen, die diesen Namen wirklich verdienen, würden

unsere Welt zum Platzen bringen. Wenn diese Hunderttausend

einmal gefunden sind, wird eine Revolution ausbrechen.

Nicht, weil die Hunderttausend es wollen, sondern einfach als

Folge der Tatsache, dass sie vorhanden sind. Man wird sehr

viele von ihnen töten. Aber die Revolution wäre unaufhaltsam.

Sämtliche Revolutionen sind vielleicht nichts als ein schwacher

Abglanz der Tatsache, dass die neue Erde einst die Heimat

neuer Menschen sein wird, - wenn Christus wiederkommt. Sei-

38


en wir Christen! Eilen wir, allen Revolutionen voraus, diesem

Tag entgegen!“

Der Film „Let’s Make Money“ wird wohl in der nächsten Zeit

auch nach Bruchsal kommen – bitte gehen Sie und schauen ihn

an. Sie werden in der Nacht danach wahrscheinlich schlecht

schlafen – tun Sie’s trotzdem. Setzen Sie sich den Bildern aus,

schauen Sie in die Gesichter der Menschen, besonders der Kinder.

Und wenn Ihnen danach zum Weinen zumute ist, dann

schämen Sie sich nicht und weinen Sie. Wenn wir gemeinsam

leiden, ist schon ein wichtiger Schritt getan.

Bernhard Köhler

39


Aber der Frieden, den ich bringe, besteht für immer.

Mein rettendes Eingreifen bleibt wirksam für

alle kommenden Generationen.

40

Jesaja 51,8b

Im vergangenen Sommer waren wir auf der Insel Rhodos und

haben dort einige alte Kirchen besichtigt. Aufgefallen war uns,

dass die meisten von ihnen sehr klein, dunkel und unpraktisch

sind. Viele haben nur eine sehr begrenzte und äußerst unbequeme

Bestuhlung entlang der Wände, deren Benutzung alten

und schwachen Menschen vorbehalten ist. Alle anderen Besucher

eines Gottesdienstes müssen die ganze Zeit über stehen.

Ein „Kommen und Gehen“ bestimmt daher nicht nur die Atmosphäre

dieser Kirchen während der Öffnungszeiten für Touristen,

sondern auch die Gottesdienste an einem normalen

Sonntag. Wir hatten den Eindruck, dass sich die Vögel der Insel

in diesen alten Gemäuern stärker zu Hause fühlen als die

Menschen. Nachdem wir die vielen Ikonen und Bilder von Jesus

als Baby angesehen hatten, meinte ein Besucher: „Ich habe

den Eindruck, manche Kirchen sind bei Weihnachten stehen

geblieben – bei der Geburt Jesu. Sie vermitteln nur ein Weihnachten

der Kindheit – ein romantisches Weihnachten.“

Sind wir auch bei einem romantischen Weihnachten stehen

geblieben? Bei einem gemütlichen Familienfest um den geschmückten

Tannenbaum, romantischer Stimmung am Weihnachtsmarkt,

Pferdekutschenfahrt durch idyllische Gässchen im

Winterurlaub, oder dem traditionellen Krippenspiel im Heiligabendgottesdienst?

Ist Weihnachten für uns eine alte, verstaubte

Geschichte, die wir nur mit den Erfahrungen unserer Kindheit

verbinden? Gott ist nicht deshalb vor über 2000 Jahren in

seinem Sohn Jesus Christus Mensch geworden, damit alle

kommenden Generationen nur ein Mal im Jahr ein romanti-


sches Weihnachtserlebnis genießen können. Nein, er wurde

Mensch, weil er uns so sehr liebt und mit dieser Liebe in unser

Leben eingreifen möchte. Gott hat mit Jesus Christus eine lebensrettende

Brücke gebaut, die uns Menschen bis heute den

Weg zu einer lebendigen Beziehung zu ihm ermöglicht. Diese

persönliche Verbindung mit Gott gilt nicht nur für ein paar

Weihnachtstage, sondern sie soll ein ganzes Leben und eine

ganze Ewigkeit lang bestehen bleiben. Jesus ist nicht als Kind

in der Krippe oder in Marias Armen geblieben. Er ist vielmehr

der Auferstandene, der lebendige Herr, der alle, die ihm vertrauen,

mit Leben und Hoffnung erfüllt.

Der Prophet Jesaja hat das schon lange vor der Geburt von Jesus

Christus vorhergesagt: „Denn uns ist ein Kind geboren! Ein

Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen.

Man nennt ihn wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater,

Friedensfürst“ (Jesaja 9,5). Gott kann und will heute und an

jedem Tag in unser Leben eingreifen, uns führen, uns echte

Freude und Frieden geben. Weihnachten soll uns nicht nur an

die Geburt von Jesus Christus erinnern, sondern an Gottes Angebot,

dass wir Frieden und ewiges Leben haben können, wenn

wir auf seine Einladung eingehen. Er ist nur ein Gebet weit entfernt.

Nur ein Wort von uns, und er ist da.

Doris Schulte

41


42

Ein Kleinod in der Peterskirche

Die Weihnachtskrippe

Wie jedes Jahr, so wird auch in dieser Weihnachtszeit wieder

eine der ältesten Kirchenkrippen in Bruchsal, die den Krieg

überlebt haben, die Besucher der Gottesdienste erfreuen. Laut

einer spärlichen Mitteilung in der Pfarrchronik ist dies seit der

Weihnachtszeit 1938/39, also seit genau 70 Jahren der Fall.

Die Figuren wurden wahrscheinlich vom langjährigen Stadtpfarrer

von St. Peter Geistlicher Rat Robert Stöckle (1905 bis

1949) in Donauwörth gekauft. Unter der Bezeichnung „Gloria“,

in Terrakotta handgeformt und in hochfeiner antiker Bemalung

im lebhaften Stil des niederbayrischen Bauernbarock wurden

sie bei einer Fa. Göbel in Trollshagen hergestellt. In der Pfarrkirche

zu Weiher befinden sich dieselben Figuren.

Da die Figuren mit der Zeit etwas beschädigt wurden, entschloss

man sich im Jahre 1987, diese durch Karl Fellhauer in

Philippsburg restaurieren zu lassen. Zur Weihnachtszeit

1988/89 hat Ludwig Müller ein Hintergrundbild gemalt, welches

die Weite von Betlehems Fluren darstellt. Für zwei Jahre

stellte eine Wurzelhöhle den Krippenstall dar. Im Jahre 1990

wurde diese Wurzelhöhle von Fritz Schramm und Ludwig

Müller durch einen neuen Stall und ein Nebengebäude ersetzt.

Ursprünglich stand die Krippe vor dem Marienaltar. Seit ungefähr

1960 wird die Krippe in einer Nische im westlichen Querschiff

aufgebaut.

Da die Peterskirche außer den Gottesdiensten aus Sicherheitsgründen

geschlossen ist, wird die Kirche am 2. Weihnachtsfeiertag

sowie an Dreikönig jeweils von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr

geöffnet sein. Voraussichtlich gibt es auch musikalische Darbietungen

von verschiedenen Gruppen. Der Eintritt ist frei.

Spenden werden für die Dachsanierung der Kirche verwendet.

Ludwig Müller und Hubert Münkel


Ein Wunsch

von Elli Michler

Ich wünsche mir in diesem Jahr

mal Weihnacht, wie sie früher war.

Kein Rennen zur Bescherung hin.

Kein Schenken ohne Sinn.

Ich wünsch' mir keine teure Sache,

aus der ich mir doch gar nichts mache.

Ich möchte nur ein winzigkleines Stück

vom verlor'nen Weihnachtszauber zurück.

Dazu frostklirrend eine Heil'ge Nacht,

die frischer Schnee winterlich gemacht.

Und leuchtender als sonst die Sterne:

So hätt' ich's zur Bescherung gerne.

Wohl auch das Läuten ungezählter Glocken,

die Mitternachts zur Mette locken.

Voll Freude angefüllt die Herzen,

Kinderglück im Schein der Kerzen.

Könnt' diese Nacht geweiht doch sein!

Nicht überladen mit Wohlstand - eher klein!

Dann hörte man wohl unter allem Klingen

vielleicht mal wieder Engel singen.

Ach, ich wünsche mir in diesem Jahr

Weihnacht, wie sie als Kind mir war.

Es war einmal, so lang ist's gar nicht her,

für uns so wenig so viel mehr...

43


44

Silvester- und Neujahrsbräuche – weltweit

Das neue Jahr rückt immer näher und Ihre Pläne für Silvester

stehen inzwischen sicherlich fest. Sei es eine riesige Silvesterparty,

der obligatorische Spieleabend oder auch einfach ein

gemütliches Zusammensitzen bei dem das traditionelle Bleigießen

nicht fehlen darf. Doch welche Silvester-Traditionen

werden eigentlich in anderen Ländern zelebriert? Der Spruch

„Andere Länder, andere Sitten“ trifft nicht nur auf Weihnachtsbräuche

sondern ebenfalls auf Silvesterrituale zu.

In Spanien zum Beispiel feiert man bei einem ausgiebigen Essen

im Kreis der Familie und verbringt die Mitternachtsstunden

auf der Straße. Kurz vor Mitternacht schlägt die Turmuhr zwölf

Mal. Bei jedem Glockenschlag essen die Spanier eine Weintraube

und wünschen sich etwas. Beim zwölften Glockenschlag

müssen alle Trauben verspeist sein – andernfalls riskiert man

Unglück im neuen Jahr.

Die Argentinier dagegen misten an Silvester gründlich aus.

Alte Unterlagen und Papiere werden am Silvestertag geschreddert

und gegen Mittag als Papierschnitzelchen aus dem Fenster

geworfen.

Der Brauch in Italien ist ein ganz anderer. Hier trägt man sowohl

zu Silvester als auch am Neujahrstag rote Unterwäsche.

Des Weiteren schmeißen die Italiener zum Jahreswechsel nach

Mitternacht Geschirr und Gläser aus ihren Fenstern und Wohnungen.

Das soll Glück bringen.

Unsere Nachbarn aus Österreich tanzen in das neue Jahr. Zu

Mitternacht wird auf dem Rathausplatz ein Walzer im Dreivierteltakt

getanzt. Auch Schweine gehören zur Silvestertradition,

sei es als Festmahl, Verkleidung oder Plüschtier. In den Berg-


tälern der Alpen dagegen gibt es wundersame Bräuche, die außer

den Einwohnern kaum jemand kennt. Das Neujahrssingen

ist z.B. eine Tradition in der nördlichen Alpenregion. In den

vielen ländlichen Bereichen der Alpenregion ist das „Räuchern“,

das Begehen der Wohn- und Arbeitsräume und Stallungen

mit gesegnetem Weihrauch üblich, um die Dämonen zu

vertreiben.

In einigen Dörfern sind zwischen Weihnachten und Neujahr

vermummte Gestalten mit schaurigen Masken unterwegs, die

Lärm machen und die bösen Eis- und Frostgeister vertreiben

bzw. die guten Geister der Fruchtbarkeit des Frühlings anziehen.

Sie schwingen Schellen und Rollen, wünschen den Hausbewohnern

ein gutes neues Jahr und erhalten dafür einen stärkenden

alkoholischen Trunk und ein Geldgeschenk.

Im fernen Osten, in Japan, dauert das Neujahrsfest bis zum 7.

Januar. Die ersten drei Neujahrstage sind Ruhetage, die mit der

Familie und den Verwandten verbracht werden. Ähnlich wie in

China wird bis kurz vor Silvester die Wohnung oder das Haus

aufgeräumt und geputzt. An beiden Seiten der Haus- oder

Wohnungstür werden so genannte Torkiefern aufgestellt. Gegen

Mitternacht erklingen im ganzen Land in den Tempeln 108

Glockenschläge, die die 108 Begierden des Menschen und die

108 Übel des alten Jahres vertreiben sollen.

Zu den beliebtesten Familienbeschäftigungen der Japaner während

des Neujahrsfestes gehört das Stampfen von Klößen aus

Klebreis, den so genannten Mochi (sprich: Motschi), die traditionell

am Neujahrsmorgen gegessen werden. Der Reis wird

nach einem mehr als 1000 Jahre alten Brauch erst gedämpft

und dann in einem Mörser zu Brei gestoßen. Die Japaner glauben,

dass ihr Verzehr Glück bringt – und ein langes Leben. Jedoch

blieben schon einigen Japanern diese Klöße schon im

Hals stecken.

45


In China, Korea und Vietnam begrüßt man das neue Jahr erst

im Februar: am Tag des ersten Vollmonds nach dem 21. Januar

– entsprechend dem traditionellen variablen Mondkalender.

In der chinesischen Welt werden bis heute unzählige Neujahrsriten

gepflegt: Nach alter Tradition muss z.B. vor Beginn des

Neujahrsfestes das Haus mit Bambuszweigen, die die bösen

Geister vertreiben, gründlich geputzt werden. Während der

Neujahrstage würde man Gefahr laufen, auch das Glück hinauszukehren.

Gleichzeitig wird von der Bettwäsche bis zur

Kleidung alles erneuert und das Haus mit roten Papierstreifen

und goldenen Glückszeichen dekoriert. Mit Beginn des neuen

Jahres werden ab 23 Uhr alle Fenster geöffnet, um das neue

Jahr hereinzulassen.

Am letzten Tag des alten Jahres findet das große fröhliche

„Reunion-Dinner“ statt, bei dem die Familie vollständig versammelt

sein sollte. Dies wird sehr ernst genommen, so dass

Stadt und Land jedes Jahr wieder kurz vor einem Verkehrskollaps

stehen. Kinder und Unverheiratete erhalten Geldbeträge in

kleinen roten Tüten mit Glückssymbolen. In einigen Regionen

werfen Unverheiratete Mandarinen ins Meer, um gute Ehepartner

zu finden.

In Brasilien ziehen die Menschen am Vorabend des neuen Jahres

weiße Kleidung an, die für Glück und Frieden im neuen

Jahr zu sorgen hat. Um Mitternacht wirft man dann Blumen ins

Meer und steckt Kerzen in den Sand.

In Griechenland essen die Griechen das so genannte Basiliusbrot,

in welches einzelne Münzen eingesteckt worden sind.

In Frankreich ist der Neujahrstag der wichtigste Feiertag des

Jahres. Geschenke werden ausgetauscht und es wird ordentlich

gefeiert.

46


In England ist es üblich, dass sich die Nachbarn am Neujahrstag

besuchen und gemeinsam selbstgebackenen Kuchen

mit Wein verzehren. Ebenfalls ist es Tradition, dreieckige

Törtchen mit Hackfleisch gefüllt zu backen und als Geschenke

weiter zu reichen. In London geht es meist ohne Knallerei besinnlich

zu. Dort ist es Brauch, um Mitternacht das Lied „Auld

Lang Syne“ zu singen.

„Rosh Hashana“ – zu deutsch Jahresbeginn – ist das jüdische

Neujahrsfest in Israel und soll zur Besinnung und Umkehr anregen.

Damit das auch niemand vergisst, wird während des

Gottesdienstes auf einem Widderhorn geblasen. Der schmetternde

Ton des Horns soll die Menschen veranlassen, ihre Taten

zu überdenken, damit sie von ihren sündhaften Wegen und

Gedanken ablassen.

Das jüdische Neujahrsfest leitet zehn Tage des Gedenkens an

die Erschaffung der Welt im Jahre 3761 v.Chr. ein. Darauf

wird die Zeitrechnung des jüdischen Lunisolar-Kalenders zurückgeführt,

der auf Mondmonate und Sonnenjahre aufgeteilt

ist. Nach dem gregorianischen Kalender findet es meist im

September statt. Damit das neue Jahr in jeder Hinsicht süß

werden möge, serviert man in jüdischen Familien am Neujahrsabend

süße Äpfel mit Honig und Honigkuchen. Oft wird

auch eine süße Speise aus Möhren gereicht, die auf jiddisch

Meren heißen, was auch wachsen, zunehmen (mehren) bedeutet.

Sie versinnbildlichen den Wunsch, dass unsere Vorzüge

und Verdienste im kommenden Jahr unsere Mängel überwiegen

mögen.

Die Juden grüßen sich am Neujahrsfest mit dem Wunsch: „Du

mögest für ein gutes Jahr eingeschrieben sein.“ Diesem

Wunsch liegt die Annahme zugrunde, dass Gottes Urteil an

diesem Tag in ein Buch eingetragen wird. Viele gläubigen Juden

bleiben die erste Nacht des neuen Jahres wach, um das

47


Glück nicht zu verschlafen und um selbst im Traum keine Sünde

zu begehen.

In Russland feiert man Weihnachten und Silvester an einem

Tag. Die Silvesterbräuche fallen in die dortige russischorthodoxe

Weihnachtszeit im Januar. Zu diesen Bräuchen zählt

Wahrsagerei mit geschmolzenem Wachs.

Wenn die Uhr am Roten Platz zwölf Mal geschlagen hat, ist es

für die Menschen an der Zeit anzustoßen. Es folgt ein großes

Feuerwerk-Spektakel. Die Kinder bekommen von Väterchen

Frost oder Großmama Babouschka am 6. Januar Geschenke

gebracht.

Manuela Frank

48


Aktion

Dreikönigssingen 2009

Shalom, Salam, Pax, Peace, Paix, Pace,

Paz, Mir, Eirene ... Alle Sprachen haben ein Wort für „Frieden“.

Jeder Mensch hat eine Vorstellung davon, wie schön es

ist, in Frieden mit den anderen zusammen zu leben. Jede und

jeder macht aber auch Erfahrungen von Unfrieden und Zank –

in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz. Viel zu viele

Menschen auf unserer Erde – und

besonders Kinder – erleiden Gewalt

und Krieg.

Beispielland Kolumbien

„Kinder suchen Frieden“ – so lautet das Motto der Sternsingeraktion

2009. Unter den Folgen von Kriegen in über 40 Ländern

unserer Erde leiden besonders Kinder und Jugendliche.

Wenn wir in diesem Jahr verstärkt auf die Kinder und Jugendlichen

in Kolumbien schauen, dann erfahren wir, was es heißt,

immer auf der Hut sein zu müssen vor versteckter und offener

Gewalt. Nach mehr als 40 Jahren Bürgerkrieg gibt es dort niemanden

mehr, der nicht Gewalt und Tod in der eigenen Familie

zu beklagen hat. Ein Großteil der Bevölkerung ist mit dieser

Erfahrung aufgewachsen, besonders die Kinder und Jugendlichen

sind davon geprägt. Immer stärker wächst aber auch der

Wunsch, die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen.

49


Unterstützt auch durch die Sternsingeraktion gibt es in Kolumbien

viele Initiativen und Projekte, die Hoffnung machen. Kinder

und Jugendliche schließen sich zusammen und setzen sich

gemeinsam für ein friedlicheres Lebensumfeld ein, in ihren

Familien, in der Schule, in den Wohnvierteln.

Jesus sagt uns in den Seligpreisungen, dem biblischen Leitwort

der diesjährigen Sternsingeraktion, dass diejenigen Heil bringen

und erfahren, die Frieden stiften. Wer Frieden stiftet, ist

Gott ganz nahe, er wird Kind Gottes genannt. Das gilt für Kinder

und Jugendliche in Kolumbien, die die Gewaltspirale

durchbrechen, das gilt auch für die Sternsinger hier bei uns und

ihre Begleiter. Wenn sie den Menschen den Segen Gottes in

ihre Häuser bringen und sich mit den gesammelten Spenden für

Kinder in Not einsetzen, verkünden sie die Friedensbotschaft

von Weihnachten. Den Sternsingern hier und den Kindern überall

in der Welt traut Gott zu, dass sie seinen Frieden in die

Welt tragen.

(Nach einem Text von Markus Offner)

50

Weitere Hintergrundinformationen

über die Sternsingeraktion können

im Internet nachgelesen werden

unter:

www.sternsinger.org


Unsere Sternsinger in den Gemeinden St. Peter, St. Paul

und St. Anton

Zu Beginn des neuen Jahres machen sich auch Kinder und Jugendliche

unserer Gemeinden als Sternsinger auf, um die Häuser

in St. Anton, St. Peter und St. Paul zu besuchen und den

Segen für das neue Jahr 2009 zu bringen.

Die Sternsinger von St. Peter sind unterwegs am:

Sonntag, den 04.01.2009 Dienstag, den 06.01.2009

Anna-Zeiser-Straße Augartenstraße

Austaffel Auweg

Badstraße Benzengasse

Bergstraße (ungerade) Bergstraße (gerade)

Bussardweg Bleiche

Engelsgasse Herrenbühl

Falkenweg Hochhaus

Friedhofstraße Holzmann (26-49)

Habichtweg Im Hammer

Hans-Thoma-Straße Johanniterstraße

Hochstraße 2 und 3 Langental

Huttenstraße (55,59,64-74) Niesmer

Kirchgasse Schaffnersberg

Klosterstraße Schafgarten

Münzesheimer Weg Vogelhohle

Peter-und-Paul-Straße Wiesenstraße

Petersgasse

Seilersbahn

Tunnelstraße 1a

Vogelsteige

Württemberger Straße

Zeisigweg

51


Die Sternsinger von St. Paul sind unterwegs am:

Samstag, den 03.01.2009: Sonntag, den 04.01.2009:

Bannweideweg Alfred-Wiedemann-Weg

Bismarckstraße Eggerten

Durlacher Straße Hans-Rott-Weg

Ernst-Blickle-Straße Hochstraße

Felixstraße Ludwig-Marum-Weg

Frohndberg Roman-Heiligenthal-Weg

Hagelkreuz Rossmarkt

Justus-Knecht-Straße Salzachweg

Moltkestraße Schindelbergweg

Peter-u.-Paul-Str. Schlierkopfweg

Prinz-Wilhelm-Str. Silberhölle

Ritterstraße Strombergweg

Salinenstraße Turmbergweg

Schwimmbadstraße Walzbachweg

Tunnelstraße Wilhelm-Eckert-Weg

Karlsruher Straße

Kasernenstraße

Dienstag, den 06.01.2009:

Am Geiersberg Leibnizstraße

Arzetweg Liebigstraße

Bunsenweg Lindenweg

Eichelbergweg Näherweg

Flüsselweg Pionierweg

Keplerweg Ruhsteinweg

Kopernikusstraße Römerweg

Kugelweg Schattengraben

Steinackerstraße Weiherbergstraße

52


Die Sternsinger von St. Anton unterwegs am:

Sonntag, den 04.01.2009:

Berliner Straße Josef-Heid Straße

Bundschuhweg Karl-Benz Weg

Bruhrainweg Linkenheimer Weg

Dettenheimer Weg Neureuter Weg

Dieselweg Neuthardweg

Dittmannswiesen Paul-Gerhardt Straße

Draisstraße Schnabel-Hennig Straße

Eisenbahnstraße Sikingenweg

Ernst-Blickle Straße Spöckweg

Friedrichstalweg Stafforterweg

Fritz-Erler Straße Tannenweg

Dienstag, den 06.01.2009:

Ahornweg Franz-Sigel Straße

Buchenweg Hardtfeldplatz

Daimlerweg Kiefernweg

Eichenweg Lärchenweg

Eschenweg Maybachweg

Erlenweg Ulmenweg

Florian-Geyer Straße Waldstraße

Liebe Gemeinden,

bitte nehmen Sie die Sternsingerinnen und Sternsinger – wie

schon in den vergangenen Jahren – freundlich in Empfang. Es

geht den Sternsingern um einen guten Zweck. Jährlich können

mit den Mitteln aus dieser weltweit größten Aktion von Kindern

für Kinder rund 3.000 Projekte in Afrika, Lateinamerika,

Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.

Bis dorthin verbleiben wir mit vielen Grüßen Ihre

Ministranten-Teams von St. Anton, St. Paul und St. Peter

53


Das Kammerorchester Weiherfeld e.V.

spielt für Sie

SONNTAG, 15. Februar 2009

18.00 Uhr Pauluskirche Bruchsal

Eintritt 8,00 €

(Abendkasse ab 17.15 Uhr geöffnet)

(Archivbild)

Inmitten oder kurz vor den tollen Tagen ein klassisches Konzert

besuchen, das geht doch nicht sagen Sie?

Aber sicherlich, die Pfarrei St. Peter und die Gemeinde St. Paul

laden Sie herzlich ein. Freuen Sie sich auf etwas Entspannung

bei klassischer Musik.

54


Das Kammerorchester Weiherfeld e.V. spielt für Sie folgendes

Programm:

„Sommernachtstraum“ H. Purcell

„Ouvertüre in D“ J .S .Bach

„Violinkonzert in a-moll“ J. S. Bach

„Konzert für 3 Trompeten, 2 Oboen

und Pauke“ G. PH. Telemann

Solistin an der Geige

Johanna Eisenhut

Dirigentin

Judith Mammel

Freuen Sie sich auf einen wunderbaren Musikabend, Karten

erhalten Sie auch im Vorverkauf, achten Sie auf die diesbezüglichen

Hinweise.

55


Sie wollen dass neue Jahr ganz bewusst unter

den besonderen Segen unseres Herrn Jesus

Christus stellen, in einer angenehmen Gemeinschaft

zu Beginn des Jahres Eucharistie feiern

und lieben Menschen anschließend bei einem

gemütlichen Glas Sekt alles Gute zum Neuen

Jahr wünschen?

Dann hätten wir was für Sie:

DONNERSTAG, 01. Januar 2009 – 17.00 Uhr

Antoniuskirche, Bruchsal

Gottesdienst zum Jahresanfang mit anschließender Neujahrsbegegnung

im Antoniushaus!

Sie sind herzlich eingeladen, wir freuen uns auf Sie!

56

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine