100 Jahre

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Chronik des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest von 1908 bis 2008

1908 — 2008

100 Jahre

Sängerbund

Norderdithmarscher Geest


Chronik des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest

Teil I

1908 bis 1983

von Eberhard Heitmann, Lunden

Zwischen den Feldern, Weiden und Wiesen der Geest ziehen sich die Gleise der Kleinbahn

hin. Sie verbinden die Kreisstadt mit den Dörfern und die Dörfer untereinander. Der Zug

befördert Vieh, Stück– und Massengüter. Vor allem aber benutzen ihn die Menschen. Die

Anlässe sind so unterschiedlich wie sie selbst. Ein paar Male im Jahr aber haben zahlreiche

Männer und Frauen ein gemeinsames Ziel: Sie wollen an einem Fest eines Gesangvereins

teilnehmen. Sie wollen gemeinsam singen und fröhlich sein in der größeren Sängerfamilie.

Auszug aus dem Gründungsprotokoll

Hennstedt, den 29. Juni 1908

„Schon lange war in den Mitgliedern der Gesangvereine der Norderdithmarscher Geest der

Wunsch nach einem engeren Zusammenschluss der Vereine untereinander nach der

Gründung eines Sängerbundes lebendig. Es zeigte sich nämlich bei den Sängerfesten, dass

die Chorlieder nicht einmal genügend geübt waren. Auch kam es vor, dass ein Verein zu drei

und mehr Festen eingeladen wurde, an denen er teilnehmen musste, weil er sonst bei einem

späteren Fest auch dann nicht auf Gäste rechnen konnte. Lehrer Harms, Pahlen, arbeitete

darum ein Statut aus, ließ Abschriften davon machen und schickte diese den Vereinen, die

für den Bund in Betracht kamen, zu. Nachdem dann in den Einzelvereinen eine Besprechung

der Statuten stattgefunden hatte, wurde eine Delegiertenversammlung nach Hennstedt einberufen.

Vertreten waren in der Versammlung die Vereine Süderheistedt, Linden, Kleve,

Hennstedt, Hollingstedt, Delve, Pahlen, Dörpling und Wrohm. Harms, Pahlen, führte den

Vorsitz in der Versammlung. Die Delegierten waren für die Gründung eines Sängerbundes.

Er bekam den Namen "Sängerbund Norderdithmarscher Geest".

Die Delegierten des gemischten Chors aus Hollingstedt konnten den Statuten nicht zustimmen,

der Verein trat darum dem Sängerbund nicht bei. Als Bundesvorsteher wurde

Lehrer Harms, Pahlen, als Kassierer Kaufmann Thode, Dörpling, und als Schriftführer K.

Kröger, Hennstedt, gewählt. Als Festort wurde Dörpling gewählt. Die Statuten wurden bei H.

Fr. Schulz, Hennstedt, in Druck gegeben. Eine Genehmigung der Statuten durch den

Landrat kommt nicht in Frage.

gez. K. Kröger, Hennstedt”

13. Juni 1909

Ein Jahr später gehören dem Bund auch die Chöre aus Rederstall und Tellingstedt an. Sie

müssen 5 Mark Aufnahmegebühr zahlen. — Da die Statuten nur ein Sängerfest im Jahr

vorsehen, wird gewünscht, dass die Vereine des Bundes am 25–jährigen Jubiläumsfest des

gemischten Chors Tellingstedt nicht teilnehmen. — Als Chorlieder werden bestimmt:

a. „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre”

b. „Wer hat dich, du deutscher Wald”

c. „Sah ein Knab’ ein Röslein stehn”

Kröger stellt sein Amt zur Verfügung. An seine Stelle tritt Richard Dücker. Eine Kommission

beschäftigt sich mit der Auswahl eines für alle Chöre verbindlichen Liederbuches.

Mit strengen Regeln, das Wort „bestimmt” taucht immer wieder auf, beginnt der Sängerbund

seinen Weg in die Zukunft. Hierzu gehört auch, dass durch das Los Chöre zum Vorsingen

der Chorlieder verpflichtet werden. — 1910 schon wird der spätere langjährige Bundesvorsteher

Schmüser zum Stellvertreter des Bundesvorstehers Lehrer Gimmini, Dörpling,

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gewählt. Gimmini ist Nachfolger des inzwischen verstorbenen Hauptlehrers Harms. Auffällig

sind das Engagement und auch das Ansehen der Lehrer im Verlaufe der Vereinsgeschichte

des Bundes. Sie genießen offensichtlich bei den Sängern ein hohes Maß an Vertrauen. —

Im Protokollbuch befindet sich als Bezeichnung für den im nächsten Jahr gastgebenden

Verein das Wort „Vorort”. Viele Jahre hindurch wird es verwandt. Diese Vororte werden nach

alphabetischer Reihenfolge bestimmt. Der jeweilige Verein muss die Chorlieder mitsingen. Er

darf das Fest auch an einen örtlichen Gastwirt „verkaufen”. Über ein gemeinsames Liederbuch

und auch ein Sängerabzeichen wird man sich nicht so schnell einig.

Probleme bei den Sängerfesten, mit denen wir auch heute unsere Mühe haben, gibt es

bereits 1912. So sind die Vorsitzenden der Vereine gefordert, dafür zu sorgen, dass alle

Sänger am Umzug teilnehmen, dass sie während der Gesangsvorträge Ruhe bewahren und

dass sie nicht vor dem Ende der Veranstaltung nach Hause fahren. — Wir haben uns in all

den Jahren doch recht wenig geändert! Oder?

Bis zum Beginn des I. Weltkrieges werden 6 Sängerfeste veranstaltet:

Dörpling (1909), Delve (1910), Hennstedt (1911), Kleve (1912), Linden (1913) und Pahlen

(1914). Danach tritt zwangsläufig eine längere Pause in der Geschichte des Bundes ein.

Im Oktober 1915 verstirbt Bundesvorsteher Gimmini nach fünfjähriger Tätigkeit in diesem

Amt.

Krieg.

Zeit unendlicher Not, draußen auf den Schlachtfeldern, hier in der Heimat. Verwundung, Tod,

Verzweiflung, Trauer beherrschen das Leben aller Menschen Europas, die unter der Not des

Krieges leiden. Das Lied aber stirbt nicht in dieser Zeit. In einer ruhigen Grabenstellung, im

Hinterland der Fronten klingt es auf. Gesungen von Männern, die es in ihren Gesangsvereinen

gelernt haben. Es jubelt nicht, das Lied. Verhalten nur, sehnsüchtig nach Heimat

und Frieden klingt es zumeist in den Abendhimmel. Heiliger Abend 1916 über einer Stellung

in Frankreich. Es fällt kein Schuss. Aus einem deutschen Schützengraben steigt dreistimmig

die Melodie der "Stillen Nacht" auf. Sie verklingt. Aber dann ertönt aus dem französischen

Graben eine Weise, deutschen Ohren unbekannt. Man lauscht. Ein neues Lied wird angestimmt.

Abwechselnd, über Stunden, erklingen Weisen. Menschen begegnen sich im Lied.

Kein Feinddenken, kein Hass, keine Angst. So etwas wie Frieden! — Es sollte viel mehr

gesungen werden! — Friede 1918. Aber die Not bleibt.

So tritt dann erst am 14. Dezember 1920 wieder eine Delegiertenversammlung des Sängerbundes

in Süderheistedt zusammen. Anwesend sind Vertreter von Süderheistedt, Süderholm,

Linden, Rederstall, Hennstedt, Pahlen und Delve. Lehrer Schmüser wird zum Bundesvorsteher

gewählt. Lehrer Hoffmann wird Schriftführer, Hans Kock aus Rederstall wird

Kassierer. Das erste Bundessängerfest nach dem Kriege findet 1921 in Süderholm statt.

Die Inflation findet auch in der Jahresrechnung ihren Niederschlag. Bei der Delegiertenversammlung

am 30. Dezember 1923 in Tellingstedt werden in der Jahresrechnung

10.360,50 Mark als Einnahmen und 572 M als Ausgaben mit einem verbleibenden Kassenbestand

von 9.788,50 Mark festgestellt. Vor dem Kriege betrugen die Zahlen im Jahre 1911

85,85 Mark Einnahmen, 15,19 Mark Ausgaben, 70,66 Mark als Bestand. Übrigens gehen die

Delegierten mit ihrem Vorstand bereits 1910 recht großzügig um! Sie gestehen jedem

Mitglied die Erstattung der Fahrtkosten (Fahrt mit der Bahn) und 2 Mark Zehrgeld zu! Auf die

heutige Zeit umgerechnet würde dieser Beschluss eine Erhöhung des Bundesbeitrages notwendig

machen!

1924 führt eine kritische Wertung der Chorvorträge beim Sängerfest durch den „Heider

Anzeiger” zu einiger Aufregung. Es kommt zu einem Delegiertenbeschluss, der lautet: „Die

Delegiertenversammlung bittet alle Sangesbrüder, die Kritik der Einzelvereine zu unterlassen.

Der Bundesvorstand wird beauftragt, bei dem „Heider Anzeiger” vorstellig zu werden

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und ihn zu bitten, dass auch fremde Kritiker eine Kritik der Einzelvereine nicht ausüben

werden.”

1925 wird Friedrich Ahrens zum Schriftführer gewählt. Dieses Amt behält er bis 1959! Auf

der gleichen Tagung werden auch Änderungen für die Statuten beschlossen. Hier einige

Punkte: Alle Vereine sind verpflichtet, die Bundesabzeichen zu beschaffen. Das „Volksliederbuch

für Männerchor” wird zur Anschaffung empfohlen. Für die Vorstandsmitglieder

werden Erstattung der Fahrtkosten und 2 Mark Spesen erneut festgesetzt. — Vereine des

Bundes dürfen der Einladung eines ausgetretenen Vereins nicht folgen. — Die Vereine

haben nach Aufforderung des Vorstandes ein Sängerfest zu verlassen, wenn der gastgebende

Verein gegen die Statuten oder die Protokollbeschlüsse verstoßen hat. Interessant

ist vielleicht, dass zu dieser Zeit in Süderheistedt und Tellingstedt je ein Männerchor und ein

gemischter Chor bestehen. Frauenchöre werden bisher nicht erwähnt!

Auch schon 1927 sind die Sänger erbost, wenn sie bei Sängerfesten an der Theke für ihre

Getränke überzogene Preise zahlen müssen! Den gastgebenden Vereinen wird ans Herz

gelegt, dafür zu sorgen, dass die Preise normal bleiben. In diesem Zusammenhang löst sich

auch das Problem des Festzeltes. Herr Westphal, Hennstedt, bietet ein großes Zelt den

Vereinen für 320 Mark an. Pläne des Bundes, ein eigenes Zelt anzuschaffen, mussten

wegen der hohen Kosten aufgegeben werden.

Die Delegierten machen sich 1930 Gedanken darüber, wie eine Fortbildung der

„Chormeister” finanziert werden kann. Man wendet sich an das „Wohlfahrtsamt” des Kreises.

Von dort aber kommt abschlägiger Bescheid, da keine Mittel zur Verfügung stehen. So kann

aus dem guten Vorsatz nichts werden. — Es gibt zu der Zeit auch schon Chorleiter, die die

Vorträge ihres Chores durch Instrumente begleiten lassen. Die übrigen Chöre akzeptieren

das, verlangen aber, dass diese Vorträge ans Ende des Festkonzerts gesetzt werden. Auf

der Delegiertenversammlung am 19. November 1933 wird der Tatsache gedacht, dass der

Sängerbund 25 Jahre besteht. In einem kurzen Rückblick fasst Bundesvorsteher Schmüser

die Tätigkeit so zusammen: Das deutsche Lied pflegen und treu zum Vaterlande stehen. —

Man spürt deutlich die politische Wende der Zeit: Anschlusszwang an den „Sängerbund des

Gaues Nordmark”. Antrag an die SA, auf die Singabende der Vereine Rücksicht zu nehmen.

Die Versammlung schließt mit einem „Sieg Heil” auf Führer und Vaterland. — Polke,

Süderheistedt, wird Schriftführer, Massow, Dellstedt, wird Kassierer für den verstorbenen

Sangesbruder Kock, Rederstall.

1934 spitzt sich die Notwendigkeit der Anschlüsse an den „Sängerbund Gau Nordmark” zu.

Der Bundesführer fordert die Vereine auf, den Anschluss nicht ganz abzulehnen, weil „nach

den heutigen Grundsätzen der Regierung ein Anschluss nicht abgelehnt werden kann”. Die

Taktik des Bundesvorstandes heißt „Verzögerung”. Mehrere aufeinander folgende

Vorstandssitzungen und außerordentliche Delegiertenversammlungen bezeichnen deutlich

den Kampf ums Überleben des Bundes. — Kleve tritt aus dem Bund aus, Weddingstedt tritt

ein. — Nach Gesprächen mit dem Kreisleiter der NSDAP lehnt die außerordentliche

Delegiertenversammlung am 13. Februar 1935 den Anschluss einstimmig ab. — Am 17.

April 1935 tritt der Bund als „Arbeitsgemeinschaft” dem deutschen Sängerbund „Gau

Nordmark” bei. Wegen eines SA–Aufmarsches in Kiel wird der Termin für das Sängerfest

geändert. — Am 5. Mai 1935 tritt Schriftführer Polke aus dem Bund aus. Die Vereine

Süderheistedt, Linden, Hollingstedt, Rederstall und Delve verlassen den Bund. Eine vernünftige

Arbeit im Bund ist nicht mehr möglich. Für 1936 gibt es kein Sängerfest! So ist es

kein Wunder, dass am 31 Januar 1937 der Anschluss des Bundes und seine gleichzeitige

Auflösung beschlossen werden. Vertreten sind nur noch die Vereine aus Dellstedt, Pahlen,

Dörpling und Tellingstedt. Die Verbitterung der Delegierten dieser Vereine ist so groß, dass

sie folgende Eintragung ins Protokollbuch verlangen: „Dass in der heutigen Versammlung

nur noch die letzten wenigen, aber dem Bunde treuen Vereine anwesend sind, ist dem

Dolchstoß derjenigen Vereine zu verdanken, die auf Beschluss in Pahlen am 3. Mai 1935

nach den guten Tagen dem Bunde den Rücken gekehrt haben.” — Enttäuschung und

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Bitterkeit beschließen das vorläufige Ende des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest. Es

wird deutlich, dass der NS–Staat jegliche Individualität zerschlägt, um die „Masse” Volk

besser beherrschen zu können. Es zeigt sich aber auch, dass gerade in Dithmarschen

Menschen und Vereine sich bis zur Selbstaufgabe dagegen wehren!

Zwei Jahre später beginnt Hitler am 1. September 1939 den II. Weltkrieg. Damit beginnt

auch für die Menschen unseres Volkes der Weg in den tiefsten Niedergang ihrer Geschichte.

Im Sog dieses Absturzes in eine menschliche, politische und militärische Hölle lassen 60

Millionen Menschen ihr Leben, das sie so gerne behalten hätten! — Auch das lebendige Lied

stirbt in dieser Zeit! Wenn überhaupt, so singt man vorgeschriebene Texte nach vertrauten

oder neuen Melodien. Erhalten bleibt „das Lied vom guten Kameraden”.

Nach 11 Jahren erzwungener „Ruhe” tritt am 17. Januar 1948 in Tellingstedt wieder eine

Delegiertenversammlung zusammen. Vertreten sind die Vereine Dellstedt, Dörpling, Linden,

Rederstall, Pahlen und Tellingstedt. Am 10. Februar 1948 tritt nach 33–jähriger Arbeit als

Bundesvorsteher Hugo Schmüser im Alter von 70 Jahren aus gesundheitlichen Gründen

zurück. 37 Jahre gehörte er dem Vorstand an. Er nimmt, im Protokollbuch niedergeschrieben,

in bewegenden Worten Abschied vom Sängerbund, dem er eine gute Zukunft

wünscht. So wird am 24. Februar 1948 in Tellingstedt durch die Delegierten Theodor Polke,

Süderheistedt, mit Mehrheit zum neuen Bundesvorsteher gewählt. Einstimmigkeit herrscht

bei der Ernennung Hugo Schmüsers zum Ehrenvorsitzenden. Lehrer Lorenzen tritt neu in

den Vorstand ein, um vereinsübergreifend bei der Auswahl des Liedgutes Beraterfunktion zu

übernehmen. Heute würde er „Bundeschorleiter” sein. Zu diesem Zeitpunkt gehören 18

Vereine dem Bund an. Die Chöre sind groß, da auch viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge

sich ihnen angeschlossen haben.

Das Sängerfest 1948 findet in Tellingstedt statt. — Es wird also wieder gesungen! Ohne

Zwänge! Aus Freude am Gesang! Die Übungsabende sind gut besucht! Belebend für die

Sängerfeste sind die Neugründungen von Frauenchören. — Spricht man mit „alten”

Sängerinnen und Sängern, so erfährt man sehr schnell, dass das Sängerfest 1949 in Delve

einen besonders hohen Stellenwert einnimmt. Vieles kommt offensichtlich zusammen: gute

Organisation, der Festgottesdienst in der Kirche, die guten Liedvorträge, das gute Wetter

und vor allem das warme, persönliche Klima dieses Festes überhaupt!

1950 erhalten alle Sängerinnen und Sänger das noch heute getragene Bundesabzeichen.

Eine Neuwahl des Vorstandes hat folgendes Ergebnis:

Bundesvorsteher: Theodor Polke; Schriftführer: Friedrich Ahrens; Kassierer: Heinrich Horn;

Musikalienleiter: Joh. Lorenzen. Die Stellvertreter sind Max Storm, Hans Groth, Otto Groth,

H. Fischer. Im gleichen Jahr wird eine Änderung der „Statuten” vorbereitet. — Die beiden

Süderholmer Chöre treten aus dem Bund aus. Männer– und Frauenchor Schlichting

vereinen sich zu einem gemischten Chor. — 1951 tritt die Liedertafel Hennstedt dem Bund

bei.

1952 tritt der Chor aus Westerdeichstrich (!) dem Bund bei. Im gleichen Jahr wird die Ehrung

langjähriger Sänger durch den Bund beschlossen. Sie wird für 25, 40 und 50 Jahre aktiven

Singens vorgenommen. Dazu wird eine Urkunde und für das Sängerabzeichen eine Kette

mit Jahreszahl überreicht. 1953 wird Willy Timm, Delve, stellvertretender Bundeschormeister.

— Wie ein roter Faden zieht sich die GEMA durch die Diskussionen der

Delegiertenversammlungen. Die Stellungnahmen der Vereine sind ausschließlich negativ.

Heute leben wir mit dieser Einrichtung, die dafür sorgt, dass Komponisten etwas daran

verdienen, wenn ihre Kompositionen öffentlich vorgetragen werden.

Immer wieder taucht im Protokollbuch der Name Fritz Wunderlich auf. Er ist derzeit der

älteste Sänger im Bund, stimmgewaltig und vital! Für ihn ist es selbstverständlich, dass er

die großen Sängerfeste des Deutschen Sängerbundes besucht, über die er dann humorvoll

berichtet. 1953 begeht er sein 60–jähriges Sängerjubiläum und wird besonders geehrt!

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Sänger Fritz Wunderlich aus Linden

Am 31. Oktober 1954 wird Max Storm, Dellstedt, mit großer Mehrheit zum Bundesvorsitzenden

gewählt. Sein Stellvertreter wird Otto Groth, Kleve. 1955 verlässt der Frauenchor

Süderheistedt den Bund. — Aus den Protokollen wird das besonders herzliche Verhältnis

zwischen dem Bund und dem langjährigen Kreispräsidenten Hermann Glüsing

deutlich! Kaum eine Delegiertenversammlung, kein Sängerfest ohne Hermann Glüsing. Noch

kurz vor seinem zu frühen Tode 1981 hält er auf einem Sängerfest, von schwerer Krankheit

gezeichnet, die Festrede.

Das Jahr 1957 bringt die Vereine des Bundes in ein Wellental. Die Chöre in Tellingstedt,

Westerdeichstrich, Schlichting und Hollingstedt „ruhen”. Das Fernsehzeitalter ist angebrochen.

Die Beteiligung an den Übungsabenden lässt nach.

Es gibt aber auch einen besonderen Höhepunkt in diesem Jahr. Durch Vermittlung von

Gerhard Schwabe, Linden, ist ein Chor aus Kamenz in der DDR in unserem Raum zu Gast.

Er gibt einige Konzerte, die hohes sängerisches Niveau zeigen. Am beindruckendsten aber

ist der Vortrag des Gefangenenchores aus der Oper Nabucco. „Teure Heimat, nach Dir geht

mein Sehnen”. Deutsche sehnen sich nach ihrer Heimat „Deutschland”. Sie, die sie Gefangene

einer politischen Gesellschaftsform sind, und wir, die wir in Freiheit leben dürfen,

sehnen uns nach unserem gemeinsamen Vaterland. Eine Begegnung, die wohl jedem, der

dabei sein konnte, unvergessen bleiben wird!

1958 werden die Frauenchöre Delve, Linden und Dörpling Mitglieder unseres Bundes, eine

Bereicherung! — Richard Kraaß wird zum Kassierer gewählt. Als Schriftführer kommt

Eberhard Heitmann in den Bundesvorstand, da Friedrich Ahrens nach 33 Jahren aus

Altersgründen eine Wiederwahl ablehnt. Mit ihm verlässt ein Mann seine aktive Laufbahn im

Bund, der vor allem durch seinen Humor so manche kritische Situation in allgemeine

Heiterkeit auflösen konnte.

Ein Problem, das sich auch heute manchem Chor stellt, beschäftigt die Sänger und den

Vorstand unter dem Thema „Warum kommt die Jugend nicht zu uns?” Eine Patentlösung

lässt sich nicht finden. Vielleicht spielt die Auswahl des Liedgutes eine Rolle? Liegt es an

den Vorsitzenden der Chöre oder an den Chorleitern? Ein Chor muss aus sich selbst heraus,

durch sein Auftreten, seinen Gesang, seine Kameradschaft werbewirksam sein!

Kontakte mit dem Kultusministerium erreichen 1960, dass eine Aus– und Weiterbildung von

Chorleitern von dort finanziell übernommen wird!

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1961 kandidiert Otto Groth nicht wieder für das Amt des stellvertretenden Bundesvorstehers.

Sein Nachfolger wird Hans Wichmann, Delve. Für den langjährigen Bundeschorleiter

Lorenzen wird Willy Timm, Delve, zum Bundeschorleiter gewählt. Die Chöre haben Sorgen;

fehlende Chorleiter, fehlender Nachwuchs, schwierige Finanzierung der Sängerfeste. Für die

Sängerfeste übernehmen einige Gemeinden eine Ausfallbürgschaft, das mindert das Risiko

des Vereins! Zu diesem Entgegenkommen der Gemeinden tragen die Amtsvorsteher

Carstens, Amt Hennstedt, Hansen, Amt Delve, und Soldwedel, Amt Tellingstedt, erheblich

bei. Diese sind aus den Delegiertenversammlungen gar nicht wegzudenken, zumal Heinrich

Soldwedel häufig zu sich stellenden Problemen in der Diskussion das Wort nimmt und dabei

oft durchaus konstruktive Vorschläge macht. Dieses persönliche Engagement, das bei

Heinrich Soldwedel bis in die Gegenwart hineinreicht, erleichtert die Zusammenarbeit mit

Ämtern und Gemeinden. Nach dem Tode von Amtsvorsteher Carstens tritt Rolf Gosau an

seine Stelle. Auch er — heute Kreispräsident — ist den Sängern eng verbunden.

1963 stellt sich wieder einmal die Frage, ob unser Bund dem Deutschen Sängerbund als

Mitglied beitreten soll. Damit wären wir automatisch auch Angehörige des Dithmarscher und

des Schleswig–Holsteinischen Sängerbundes. Alle Vereine des Bundes müssten Mitglieder

werden.

1964 wird der Bund Mitglied im Deutschen Sängerbund. Allerdings werden die Chöre

dadurch nicht glücklicher, denn nun müssen auch dorthin Beiträge entrichtet werden.

Positive Auswirkungen werden dem Sänger nicht deutlich. So wird nach wenigen Jahren

diese Verbindung wieder gelöst. 1964 geht Eberhard Heitmann als Rektor nach Lunden. Er

kandidiert deshalb nicht wieder als Schriftführer. Lotte Reimers, Delve, übernimmt die

Nachfolge. — Der Chor Dörpling löst sich auf. Der Versuch, für Pahlen und Dörpling einen

gemischten Chor aufzubauen, misslingt.

1965 ergibt sich in Dellstedt die Situation, dass sich kein Chor bereit findet, das Sängerfest

1966 zu übernehmen. Delve wünscht sich 1967 wegen seines Jubiläums. Zunächst

Ratlosigkeit. Der Vorschlag, nur jedes zweite Jahr ein Sängerfest zu begehen, wird heiß

diskutiert und abgelehnt. Der Chor Dellstedt zieht sich zur Beratung zurück. Ergebnis:

Übernahme des Sängerfestes 1966. Beifall! Spontan erklärt Linden sich bereit, das

Sängerfest 1968 zu übernehmen. Beifall! Hier zeigen die Vereine, wie gewichtig bei uns das

Wort „Bund” ist!

Das spricht sich auch bei den anderen Chören herum, denn in den nachfolgenden Jahren

werden die Chöre aus Weddingstedt (1967), die Lundener Liedertafel (1971), der gemischte

Chor St. Annen (1974) und der Gemischte Chor Neuenkirchen (1976) jeweils einstimmig in

unseren Bund aufgenommen. 1972 gründet sich in Tellingstedt der gemischte Chor neu und

tritt 1975 dem Bund bei. Aber auch Gegenteiliges ereignet sich: der gemischte Chor Pahlen

ruht (1968) und löst sich auf. Schade!

In jüngster Zeit gibt es bei den gemischten Chören Dellstedt und Wrohm „Probleme”. In

Dellstedt fehlt der Chorleiter, durch dienstliche Versetzung bedingt. Die Chorleiter sind neben

den Vorsitzenden die Schlüsselfiguren der Vereine! Ausgeprägte Persönlichkeiten wie Hanni

Lorenzen († 1968), Fritz Haut († 1968), Willy Timm († 1980), Fred Preuß († 1981) und Ria

Brodersen, über 25 Jahre Leiterin des Frauenchores Hennstedt, werden bei den älteren

Sängern in guter Erinnerung bleiben. Fred Preuß war nacheinander und auch parallel Leiter

der Chöre Hennstedt, Lunden, St. Annen, Neuenkirchen und Süderheistedt. Fritz Haut leitete

gleichzeitig die Chöre Hennstedt, Linden und Süderheistedt. 1973 wird Eberhard Heitmann

Nachfolger des zum Bundeschorleiter ernannten Willy Timm, zu seiner Vertreterin wird 1979

Heinke Marx, Delve, gewählt.

Die Bundessängerfeste, Höhepunkte der jährlichen Chorarbeit, bereiten immer wieder Kopfzerbrechen.

Nur selten steht eine wirklich gute Lautsprecheranlage (von Fachleuten installiert

und bedient) zur Verfügung. Die Unkosten bei der Ausgestaltung steigen. So schließt

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Wrohm 1970 mit einem Defizit ab, das vom Bund zum größten Teil ausgeglichen wird. Als

sich dann 1976 ein Zeltverleiher bereit erklärt, gleichzeitig den Ausschank zu übernehmen

und dafür auf eine Zeltmiete verzichtet, fällt ein großer Kostenfaktor weg. In den letzten

Jahren wird aber die Bedingung daran geknüpft, das Zelt wenigstens für vier

Veranstaltungen (Festwoche) zu nutzen. So müssen andere Vereine und Verbände angesprochen

werden. Das klappt dann auch. Inzwischen kann der jährliche Zuschuss des

Kreises an den Bund bis zu 1.000 DM — jetzt leider weniger — nicht mehr an den

gastgebenden Verein in einem Teilbetrag weitergeleitet werden. Dafür wird der Festbeitrag

zunächst auf 4 DM 4, später auf 5 DM je Sänger erhöht. Auch der Bundesbeitrag muss auf 1

DM je Sänger und Jahr gesetzt werden. Diese und weit wichtigere Entscheidungen werden

demokratisch in den Delegiertenversammlungen getroffen. Heiße, aber immer faire

Diskussionen dienen der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung. Interesselosigkeit gibt

es nicht, engagiert sein ist Trumpf! So wird 1975 auch beschlossen, dass die gemischten

Chöre beim Sängerfest ihr gemeinsames Chorlied vortragen.

Nach 23–jähriger Tätigkeit tritt Max Storm, Dellstedt, aus gesundheitlichen Gründen als

Bundesvorsteher auf der Herbstdelegiertenversammlung 1977 zurück. Eine Entscheidung,

die ihm entspricht! „Wenn ich ein Amt nicht mehr ausfüllen kann, muss ich aufhören!” Seine

Ernennung zum Ehrenvorsitzenden ist eine Selbstverständlichkeit. Der Sängerbund verdankt

ihm viel! Bei seinem Amtsantritt gehören dem Bund 8 Vereine an, bei seinem Ausscheiden

sind es 16. Max Storm war nie „bequem” Seine Liebe zum Lied, sein unermüdlicher und

uneigennütziger Einsatz, seine Gradlinigkeit, Glaubwürdigkeit und Umsicht können für seine

Nachfolger und alle verantwortlich Handelnden im Bund und den Vereinen nur

beispielgebend sein! Am 23. Juli 1980 stirbt Max Storm.

Die Nachfolge als Bundesvorsteher tritt im Frühjahr 1978 Heinz Schirmacher, Hennstedt, an.

Die Wahl erfolgt einstimmig, nachdem Hans Wichmann, Delve, und Willi Köster, Linden, eine

Kandidatur aus Gründen der Arbeitsüberlastung ablehnen. Ein neuer Mann, ein anderer

Führungsstil. Aber mit dem gleichen Engagement wie sein Vorgänger übernimmt Heinz

Schirmacher die nicht leichte Position!

Im November 1978 wird Friedrich Meier, Kleve, Stellvertreter des Schatzmeisters. Ein Jahr

später, 1979, ergibt es sich, dass die Sängerfeste auf vier Jahre vergeben werden können!

Das ist einmalig in der Bundesgeschichte! Der Bund lebt! Die Männer aus Weddingstedt

lassen sich etwas einfallen: Jeder Chor erhält auf dem Sängerfest 1978 einen Erinnerungsteller.

Eine schöne Geste, die abgewandelt aufgegriffen wird.

1979 startet der Schleswig–Holsteinische Sängerbund, unter Vermittlung von Landrat Buhse,

den Versuch, alle vier selbständigen Sängervereinigungen im Kreis zu einem „Sängerkreis

Dithmarschen” mit Anschluss an den Schleswig-Holsteinischen Sängerbund zu vereinigen.

Die Delegiertenversammlung lehnt, wie der Vorstand, ab mit der Begründung, man solle

Altbewährtes bestehen lassen.

1981 wird Ghita Riedel, Delve, stellvertretende Schriftführerin. Im November dieses Jahres

beginnen die vorbereitenden Besprechungen für unser heutiges Jubiläum. Vieles ist zu

bedenken. Die Frage nach dem Festort ist am schwierigsten zu beantworten. Ein Festzelt

scheidet aus. Die Lindenhalle ist zu klein. Die Turnhalle in Hennstedt liegt am günstigsten,

aber die Auflagen des Schulträgers sind nicht erfüllbar. So treffen wir uns heute in der

großen Eiderlandhalle in Pahlen und hoffen, dass Organisation, Ablauf und Chorkonzert

diesem 75–jährigen Jubiläumstage gerecht werden zur Freude der Gäste und Sänger und zu

Ehren des Liedes.

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Chronik des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest

Teil II

1983 bis 2008

von Ingo Wichmann, Delve

30. Oktober 1983

Der Sängerbund begeht sein 75–jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Eiderlandhalle

in Pahlen. Die Frauenchöre aus Delve, Hennstedt, Linden und Weddingstedt, die Männerchöre

aus Delve, Hennstedt, Kleve, Linden, Lunden, Süderheistedt und Weddingstedt sowie

die Gemischten Chöre aus St. Annen und Tellingstedt gestalten das Jubiläumskonzert.

17. November 1988

Rudolf Vehrs, Dellstedt, wird zum stellvertretenden Bundesvorsteher gewählt. Hans Wichmann,

Delve, verzichtet nach 27–jähriger Vorstandstätigkeit aus Altersgründen auf eine

Wiederwahl. Er wird zum Ehrenmitglied des Bundes ernannt.

2. November 1989

Eberhard Heitmann, Lunden, scheidet nach 16–jähriger Tätigkeit auf eigenen Wunsch als

Bundeschorleiter aus und wird zum Ehrenmitglied des Sängerbundes ernannt.

31. Oktober 1991

Karin Sick, Hennstedt, wird Bundesschatzmeisterin.

2. November 1995

Lehrerin Lotte Reimers, Delve, die dem Bund über 33 Jahre als Schriftführerin zur Verfügung

stand, gibt die Protokollbücher in „jüngere Hände”. Ingo Wichmann, Delve, wird zu ihrem

Nachfolger gewählt. Lotte Reimers wird zum Ehrenmitglied des Bundes ernannt.

Ilse Dummann aus Weddingstedt wird Bundeschorleiterin.

7. November 1996

Für Rudolf Vehrs, Dellstedt, der aus persönlichen Gründen nicht wieder kandidiert, wird

Peter Groth, Kleve, zum stellvertretenden Bundesvorsteher gewählt.

25. Oktober 1998

Jubiläums–Chorkonzert in der St. Bartholomäuskirche zu Wesselburen aus Anlass des 90–

jährigen Bestehens des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest.

Die mitwirkenden Chöre sind

die Chorgemeinschaft Hennstedt,

die Frauenchöre Delve, Linden und Weddingstedt,

der Gemischte Chor „Frohsinn” Dellstedt,

der Gemischte Chor Wrohm,

der Gesangverein Neuenkirchen und Umgebung von 1869,

die Männergesangvereine Delve, Linden, Lunden und Weddingstedt,

der Chor der Chorleiter.

Als Gastchöre aus den anderen Dithmarscher Sängerbünden nehmen auf Einladung teil die

Chorgemeinschaft Wöhrden/Wesselburen, der Frauenchor Eddelak und der Gemischte Chor

Süderhastedt.

Der Vorstand des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest setzt sich wie folgt zusammen:

Bundesvorsteher: Heinz Schirmacher, Hennstedt,

Stellvertretender Bundesvorsteher: Peter Groth, Kleve,

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Bundesschriftführer: Ingo Wichmann, Delve,

Stellvertretender Bundesschriftführer: Herbert Wulf, Delve,

Bundesschatzmeisterin: Karin Sick, Hennstedt,

Stellvertretende Bundesschatzmeisterin: Ursula Nagat, Weddingstedt,

Bundeschorleiterin: Ilse Dummann, Weddingstedt.

26. November 1998

Auf der Herbstdelegiertenversammlung in Weddingstedt steht satzungsgemäß die Wahl des

Bundesvorstehers an. Heinz Schirmacher erklärt, dass er aus Altersgründen für eine Wiederwahl

nicht zur Verfügung steht. Peter Groth vom Männergesangverein Kleve wird von den

Delegierten der Mitgliedschöre einstimmig zum neuen Bundesvorsteher gewählt.

Heinz Schirmacher wird für über 20–jährigen Vorsitz im Bundesvorstand zum Ehrenmitglied

und Ehrenvorsitzenden des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest ernannt.

Ursula Berndt vom Frauenchor Linden wird zur Stellvertreterin von Peter Groth gewählt.

11. November 1999

Auf der Herbstdelegiertenversammlung in Neuenkirchen ist ein(e) Stellvertreter(in) der

Bundeschorleiterin zu wählen. Ingrid Fankhänel vom Gesangverein Neuenkirchen stellt sich

zur Verfügung und unterstützt seither Ilse Dummann.

27. Januar 2000

Der Gemischte Chor Tellingstedt erklärt das Ruhen seiner Mitgliedschaft im Sängerbund,

weil er nicht mehr singfähig ist. Es gelingt dem Chor nicht, sich wieder zu verstärken. Ende

des Jahres tritt er aus dem Bund aus.

21. März 2002

Der Entwurf einer neuen Satzung (hauptsächlich wegen Erlangung der Gemeinnützigkeit)

und einer neuen Festordnung wird auf der Frühjahrsdelegiertenversammlung in Lunden angenommen.

7. November 2002

Jan Balgi von der Liedertafel Süderheistedt wird für Ursula Nagat, die aus Altersgründen

nicht wieder kandidiert, zum stellvertretenden Bundesschatzmeister gewählt.

12. Oktober 2003

Der Sängerbund veranstaltet ab 15 Uhr in der St. Bartholomäuskirche zu Wesselburen aus

Anlass seines 95–jährigen Bestehens ein Jubiläumschorkonzert. Es wird ausgestaltet von

der Lundener Liedertafel von 1843,

vom Gesangverein Neuenkirchen und Umgebung von 1869,

von der Burger Chorgemeinschaft von 1846 e. V.,

vom Gemischten Chor Wrohm von 1896,

vom Männergesangverein Kleve von 1895,

von der Hennstedter Chorgemeinschaft,

von der Chorgemeinschaft Wöhrden/Wesselburen,

vom Gemischten Chor „Frohsinn” Dellstedt von 1925,

vom Chor Singkreis–Liedertafel Weddingstedt von 2002,

vom Männergesangverein Delve–Schwienhusen von 1867 und

vom Frauenchor Delve von 1954.

6. November 2003

Auf der Herbstdelegiertenversammlung in Wrohm stellt Bundesschriftführer Ingo Wichmann

sich aus persönlichen Gründen für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Obwohl er diesen

Entschluss rechtzeitig bekannt gegeben hatte, ist aus der Versammlung heraus niemand

bereit, dieses Amt fortzuführen. Die Angelegenheit wird vertagt und der stellvertretende

Bundesschriftführer Herbert Wulf übernimmt vorerst diese Aufgabe.

9


Der Bundesvorstand mit Ehrengästen am 23. Mai 2004 auf dem Bundessängerfest in Delve

10. März 2005

Fast eineinhalb Jahre hatte Bundesvorsteher Peter Groth durch intensive Kontakte mit den

einzelnen Mitgliedschören für einen neuen Schriftführer geworben, leider ohne Erfolg.

Herbert Wulf, bisher stellvertretender Bundesschriftführer, erklärt sich bereit, das Amt auf

drei Jahre zu übernehmen. Dadurch steht der Sängerbund ohne Stellvertreter des Schriftführers

da.

3. November 2005

Satzungsgemäß sind auf der Herbstdelegiertenversammlung in Wrohm der/die Bundeschorleiter(in)

und der/die stellvertretende Bundesschriftführer/in zu wählen.

Die Bundeschorleiterin wird zur Wiederwahl vorgeschlagen und gewählt. Ilse Dummann

nimmt die Wahl an. Sie erklärt der Versammlung, dass sie das Amt abgeben wollte, sich

aber kein Nachfolger finden ließ. Deshalb wird sie noch für eine Legislaturperiode (vier

Jahre) zur Verfügung stehen.

Das Amt des stellvertretenden Bundesschriftführers bleibt unbesetzt, weil sich niemand zur

Wahl stellt.

2. November 2006

Auf der Herbstdelegiertenversammlung in Weddingstedt gelingt es endlich, das Amt des

stellvertretenden Bundesschriftführers zu besetzen. Ilse Yussefi vom Frauenchor Hennstedt

kandidiert und wird gewählt.

29. Juni 2008

Am Gründungstage des Sängerbundes Norderdithmarscher Geest wird das 100–jährige Bestehen

des Bundes am Gründungsort gefeiert.

An diesem Tage richtet der Frauenchor Hennstedt aus Anlass seines 60–jährigen Bestehens

das tatsächlich abgehaltene 88. Bundessängerfest aus (Unterbrechungen bedingt durch die

beiden Weltkriege).

10


Der Bundesvorstand im Jubiläumsjahr:

Der Vorstand des Sängerbundes setzt sich im Jubiläumsjahr wie folgt zusammen:

Bundesvorsteher: Peter Groth, Kleve,

Stellvertretende Bundesvorsteherin: Ursula Berndt, Linden,

Bundesschriftführer: Herbert Wulf, Delve,

Stellvertretende Bundesschriftführerin: Ilse Yussefi, Hennstedt,

Bundesschatzmeisterin: Karin Sick, Hennstedt,

Stellvertretender Bundesschatzmeister: Jan Balgi, Süderheistedt,

Bundeschorleiterin: Ilse Dummann, Weddingstedt,

Stellvertretende Bundeschorleiterin: Ingrid Fankhänel, Neuenkirchen.

Ilse Dummann, Ingrid Fankhänel, Ilse Yussefi, Herbert Wulf, Ursula Berndt, Karin Sick, Peter Groth und Jan Balgi

Die Ehrenmitglieder des Sängerbundes im Jubiläumsjahr:

Eberhard Heitmann, Lotte Reimers und Heinz Schirmacher (gleichzeitig Ehrenvorsitzender).

11


Die Mitglieder des Bundesvorstands seit 1954:

Bundesvorsteher

Storm, Max, Dellstedt 31.10.1954 bis 06.11.1977

Schirmacher, Heinz, Hennstedt 12.03.1978 bis 26.11.1998

Groth, Peter, Kleve

26.11.1998 bis laufend

Stellv. Bundesvorsteher/in

Groth, Otto, Kleve 31.10.1954 bis 04.11.1961

Wichmann, Hans, Delve 04.11.1961 bis 17.11.1988

Vehrs, Rudolf, Dellstedt 17.11.1988 bis 07.11.1996

Groth, Peter, Kleve 07.11.1996 bis 26.11.1998

Berndt, Ursula, Linden

26.11.1998 bis laufend

Bundesschatzmeister/in

Kraaß, Richard, Hennstedt 09.11.1958 bis 10.01.1985

Hoischen, Hans–Jürgen, Hennstedt 31.03.1985 bis 01.11.1990

Goebel, Kira, Heide (Weddingstedt) 01.11.1990 bis 31.10.1991

Sick, Karin, Hennstedt

31.10.1991 bis laufend

Stellv. Bundesschatzmeister/in

Meyer, Friedrich, Kleve 05.11.1978 bis 31.03.1985

Schauer, Lotti, Tellingstedt 31.03.1985 bis 01.11.1990

Hoischen, Hans–Jürgen 01.11.1990 bis 22.10.1992

Nagat, Ursula, Weddingstedt 22.10.1992 bis 07.11.2002

Jan Balgi, Süderheistedt

07.11.2002 bis laufend

Bundesschriftführer/in

Heitmann, Eberhard, Kleve 09.11.1958 bis 29.11.1964

Reimers, Lotte, Delve 29.11.1964 bis 02.11.1995

Wichmann, Ingo, Delve 02.11.1995 bis 06.11.2003

unbesetzt 06.11.2003 bis 10.03.2005

Herbert Wulf, Delve

10.03.2005 bis laufend

Stellv. Bundesschriftführer/in

Riedel, Ghita, Delve 01.11.1981 bis 02.11.1989

Wulf, Herbert, Delve 02.11.1989 bis 10.03.2005

unbesetzt 10.03.2005 bis 02.11.2006

Ilse Yussefi, Hennstedt

02.11.2006 bis laufend

Bundeschorleiter/in

Timm, Willy, Delve 04.11.1961 bis 07.12.1968

Heitmann, Eberhard, Lunden 07.12.1968 bis 02.11.1969

Timm, Willy, Delve 02.11.1969 bis 14.10.1973

Heitmann, Eberhard, Lunden 14.10.1973 bis 02.11.1989

Willrodt, Jochen, Friedrichstadt 02.11.1989 bis 02.11.1995

Dummann, Ilse, Weddingstedt

02.11.1995 bis laufend

Stellv. Bundeschorleiter/in

Marx, Heinke, Delve 28.10.1979 bis 31.10.1991

Dummann, Ilse, Weddingstedt 31.10.1991 bis 02.11.1995

Kawski, Hans–Jürgen, Tellingstedt 02.11.1995 bis 11.11.1999

Fankhänel, Ingrid, Neuenkirchen 11.11.1999 bis laufend

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Die Ehrenmitglieder des Sängerbundes:

Wichmann, Hans, Delve seit 17.11.1988, verstorben am 24.06.2000

Heitmann, Eberhard, Lunden seit 02.11.1989

Reimers, Lotte, Delve seit 02.11.1995

Schirmacher, Heinz, Hennstedt

seit 26.11.1998 (auch Ehrenvorsitzender)

Die Bundessängerfeste von Beginn an:

am in Fest Nr.

13.06.1909 Dörpling 1

05.06.1910 Delve 2

18.06.1911 Hennstedt 3

09.06.1912 Kleve 4

25.05.1913 Linden 5

24.05.1914 Pahlen 6

19.06.1921 Süderholm 7

11.06.1922 Rederstall 8

24.06.1923 Süderheistedt 9

15.06.1924 Tellingstedt 10

14.06.1925 Pahlen 11

20.06.1926 Wrohm 12

29.05.1927 Dörpling 13

17.06.1928 Delve 14

12.05.1929 Hollingstedt 15

01.06.1930 Linden 16

17.05.1931 Dellstedt 17

29.05.1932 Süderholm 18

28.05.1933 Süderheistedt 19

27.05.1934 Tellingstedt 20

25.08.1935 Tellingstedt 21

13.06.1948 Tellingstedt 22

12.06.1949 Delve 23

11.06.1950 Dellstedt 24

10.06.1951 Schlichting 25

15.06.1952 Dörpling 26

07.06.1953 Wrohm 27

20.06.1954 Linden 28

19.06.1955 Süderheistedt 29

10.06.1956 Kleve 30

23.06.1957 Hennstedt 31

08.06.1958 Pahlen 32

24.05.1959 Delve 33

12.06.1960 Dellstedt 34

28.05.1961 Wrohm 35

16.06.1962 Linden 36

08.06.1963 Süderheistedt 37

23.05.1964 Kleve 38

03.07.1965 Hennstedt 39

05.06.1966 Dellstedt 40

04.06.1967 Delve 41

23.05.1968 Linden 42

06.07.1969 Weddingstedt 43

28.06.1970 Wrohm 44

06.06.1971 Hennstedt 45

28.05.1972 Kleve 46

03.06.1973 Süderheistedt 47

12.05.1974 Dellstedt 48

25.05.1975 Delve 49

23.05.1976 Linden 50

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19.06.1977 Süderheistedt 51

04.06.1978 Weddingstedt 52

24.06.1979 Neuenkirchen 53

22.06.1980 Tellingstedt 54

31.05.1981 Kleve 55

06.06.1982 Hennstedt 56

15.05.1983 Lunden 57

27.05.1984 Weddingstedt 58

19.05.1985 Dellstedt 59

25.05.1986 St. Annen 60

30.05.1987 Delve 61

05.06.1988 Weddingstedt 62

04.06.1989 Neuenkirchen 63

26.05.1990 Tellingstedt 64

08.06.1991 Hennstedt 65

30.05.1992 Süderheistedt 66

12.06.1993 Linden 67

04.06.1994 Hennstedt 68

28.05.1995 Kleve 69

02.06.1996 Lunden 70

15.06.1997 Weddingstedt 71

14.04.1998 Delve 72

20.06.1999 Wrohm 73

25.06.2000 Dellstedt 74

08.07.2001 Linden 75

26.05.2002 Süderheistedt 76

01.06.2003 Lunden 77

23.05.2004 Delve 78

29.05.2005 Kleve 79

11.06.2006 Weddingstedt 80

09.06.2007 Hennstedt 81

29.06.2008 Hennstedt 82

Trotzt vieler Höhen und Tiefen in den einhundert Jahren unseres Sängerbundes

haben viele Vereine ihre Existenz bewahren können.

Auch wenn sich das Freizeitverhalten in unserer Gesellschaft verändert hat, sehen

wir positiv in die Zukunft.

In vielen Chören ist die Mitgliederzahl wieder gestiegen. In den Schulen wird wieder

mehr gesungen.

Diese jungen Menschen sind unsere Zukunft. Wir müssen nur diese kurze Durststrecke

überstehen.

Hennstedt, den 29. Juni 2008

Peter Groth

Bundesvorsteher

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