„Roter Faden“ - SPD-Ortsverein Sehnde

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„Roter Faden“ - SPD-Ortsverein Sehnde

„Roter Faden“

für Mitglieder des Ortsvereins Sehnde

Stand November 2008

Der Bürgermeister zum

Haushalthaltsentwurf für das Jahr 2009

Seniorenbeirat in Sehnde

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering

in Hannover

Eintrittskarte Zukunft

Bolzum und

Helmut Ottermann


Liebe Genossin, lieber Genosse!

„Wird‘s besser Wird‘s schlimmer“ fragt man alljährlich.

Seien wir ehrlich: „Leben ist immer lebensgefährlich.“

So die Feststellung von Erich Kästner.

In der Oktobersitzung des Sehnder Rates stellte der Bürgermeister

den Haushalt für das kommende Jahr vor. In diesen

Tagen beraten die Frak tionen über den Haushaltsentwurf. Im

November hat die Kommunalpolitik ihre hohe Zeit.

Wünschen wir allen Beteiligten eine glückliche Hand bei

ihrem Tun.

Termine November

und Dezember in Sehnde

3. November, 19.00 Uhr, Rittersaal, Gutshof Rethmar,

Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Sehnde

4. November, 19.30 Uhr,

Café Chadeur, Mittelstraße, vierte Sehnder Literaturcafé

20. November, 18.00 Uhr, Ratssaal, Rathaus Sehnde,

Fraktionssitzung

25. November, 19.00 Uhr, SPD-Bürgertreff,

Straße des Großen Freien 27 A, Ortsvereinsvorstandssitzung

27. November, 18.00 Uhr, Ratssaal, Ratssitzung

11. Dezember, 18.00 Uhr, großes Sitzungszimmer,

Rathaus Sehnde, Fraktionssitzung

13. Dezember, 14.30 Uhr, Seniorenweihnachtsfeier Höver,

Ortsrat Höver, Schützenheim

18. Dezember, Ratssaal, Rathaus Sehnde,

letzte Ratssitzung des Jahres 2008

24. Dezember, Heiligabend

Stand: Oktober 2008

Verantwortlich für den Inhalt: Dietrich Puhl

Namentlich mit „dp“ gekennzeichnete Artikel entsprechen der Ansicht

des Herausgebers. Sie sind nicht Meinung der Partei und/oder der Ortsbeziehungsweise

der Ratsfraktion.

Entsprechend dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Frau

gelten alle Personen- und Funk tionsbezeichnungen, ungeachtet der männ lichen

und weiblichen Sprachform, für beide Geschlechter.

Was in diesen Tagen zu lesen ist

DIE ZEIT, Nr. 38 vom 11. September:

Zwei gegen Merkel: Frank-Walter Steinmeier und

Franz Müntefering fordern die Kanzlerin heraus.

Hat die SPD eine neue Chance Ein richtiger Putsch.

Unter ihrer neuen Führung strahlt die SPD wieder

Selbstbewusstsein aus. Plötzlich haben die Wähler eine

Alternative.

FOCUS, Nr. 40 vom 29. September:

Union: Wenn der schwarze Kater kommt. Nach dem

CSU-Ergebnis wird auch die CDU nervös. Für 2009

braucht Kanzlerin Merkel Themen und ein Team.

Duo mit Aussicht Die SPD hat mit der Benennung

von Franz Müntefering als künftigen Parteichef und

Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten ihr

Führungsdesaster beendet. Für Merkels Union brechen

härtere Zeiten an.

DIE ZEIT, Nr. 41 vom 1. Oktober:

Amerikas Absturz. Von der Irak-Tragödie bis zum Fiasko

an der Wall Street: Das Ansehen der USA hat schweren

Schaden genommen. Nun reißt die Finanzkrise auch

Europa in die Tiefe.

Grüner Katzenjammer: Es gibt kein Nein zur Atomkraft

ohne ein Ja zur Kohle.

Schwarz vor Augen. Da helfen weder alte Rezepte noch

neue Männer – die CSU, die wir kennen, gibt es nicht

mehr.

STERN, Nr. 41 vom 2. Oktober:

Papst Franz II. Er hat seine krebskranke Frau bis zum

Tod gepflegt und die Zeit zu Hause genutzt: zum Lesen,

Nachdenken, Schreiben. Das hat den Menschen FRANZ

MÜNTEFERING verändert, aber nicht den Politiker. Die

SPD, die er zum zweitenMal anführt, darf sich auf einiges

gefasst machen – die Union erst recht. Mit ihm wird

die Wahl wieder spannend.

STERN, Nr. 44 vom 23. Oktober:

Seit Samstag ist es offiziell: Mit 95 Prozent wählte die

SPD Frank-Walter Steinmeier zum Spitzenkandidaten.

Das Kanzleramt kennt der 52-jährige Jurist gut von

innen; unter Rot-Grün leitete er es für Gerhard Schröder.

2005 stieg er zum Außenminister der Großen Koalition

auf. Seit vorigem Herbst ist er Vizekanzler und stellvertretender

SPD-Chef. Steinmeier ist mit der Richterin Elke

Büdenbender verheiratet und hat eine Tochter.

DIE ZEIT, Nr. 44 vom 23. Oktober:

Ausgerechnet Kohle! Die dreckigste Energie-Ressource

erlebt einen ungeahnten Boom. Bis 2030 soll es rund

3.000 zusätzliche Kraftwerke geben. Das muss kein

Schaden für das Klima sein, sagen Experten. – Was

kommt nach dem Öl

„Ich habe dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank mitgeteilt,

dass ich in diesem schwierigen Jahr auf meinen

Bonus verzichte.“

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, über seine

Reaktion auf die Finanzkrise

2 ROTER FADEN 11/2008


Öffentlichkeits arbeit

für die EVS

ein Fremdwort

Weg von den großen vier Energieriesen

hin zu einer kommunalen Einrichtung

von überschaubarer Größe

mit direktem Draht vom und zum

Kunden. Dies war mein Gedankengang

als ich vom der EVS (Energieversorgung

Sehnde) erstmalig hörte.

Silke Lesemann begrüßt am Montag, 27. Oktober, im Gutshof Rethmar die Mandatsträger

ihres Landtagswahlkreises Laatzen, Sehnde und Pattensen. „Wir sind die Bildungspartei

in Niedersachsen.“, fasst sie die Ziele der niedersächsischen SPD-Kampagne

„Eintrittskarte Zukunft“ zusammen (von links nach rechts: Regina Runge-Beneke, Silke

Lesemann und Stefan Sandmann).

Die SPD steht für: Kinder fördern – Kinder schützen; mehr Qualität für unsere Kitas;

Hürden für Gesamtschulen abreißen; mehr flexible Eingangsstufen in Grundschulen;

Gemeinsamkeit macht stark, Abschaffung der Studiengebühren; Gesellen an die

Hochschulen.

Umweltpolitik trifft Industriepolitik in Sehnde

Mit Garrelt Duin hatte Matthias Miersch den industriepolitischen

Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in seinem Wahlkreis zu Gast.

Das HOLCIM Zementwerk in Sehnde-Höver erwies sich hierbei als

ideale Wahl. Die Kombination von Werksbesichtigung mit anschließender

Diskussionsveranstaltung war die richtige Mischung für ein

Besuchsprogramm.

Die beiden SPD-Parlamentarier wurden

von HOLCIM-Werksleiter Marius

Seglias begrüßt und durch das Werk

geführt. Bereits vor 20 Jahren wurden

im HOLCIM Zementwerk, damals

noch Nordcement, die Weichen für

nachhaltige Entwicklung in den Bereichen

Energieeinsparung und Umweltschutz

gestellt und damit Maßstäbe

gesetzt. Was damals eher noch unüblich

war und heute gesetzliche Auflage

ist, trägt seine Früchte. Im Denken

und Handeln immer einen Schritt

voraus zu sein, ist ausschlaggebend

bei Baumaßnahmen. Geringerer Energieverbrauch,

weniger CO 2

-Ausstoß

sind die Ziele. Der Umweltbeauftragte

Bernd-Henning Reupke ist bei den

Planungen immer eingebunden.

Nach der Werksbesichtigung konnten

Miersch und Duin bei ihrer SPD-Bundestagsfraktion

Vor-Ort-Veranstaltung

in der HOLCIM-Kantine mehr als 100

Gäste begrüßen. „Die Entwicklung

der Energiepreise“ wurde von allen

Seiten ausgeleuchtet und diskutiert.

Auf dem Podium saßen neben den

Abgeordneten Duin und Miersch der

Vorsitzende der Stadtwerke Hannover,

Michael Feist, sowie Olaf Weinel

von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete

Silke Lesemann moderierte die

Veranstaltung.

Sozialtarif, Gewinne der Energieversorger,

Preisgestaltung und Preisdiktat

waren die brennenden Fragen.

Beide Bundespolitiker sprachen sich

ebenso wie Michael Feist und Olaf

Weinel gegen Sozialtarife aus. Die

Energieversorger seien nicht dazu in

der Lage, über die Bedürftigkeit ihrer

Kunden zu befinden. Vielmehr wäre

die Einführung von Standardtarifen

ein möglicher Weg, jeden einzelnen

Verbraucher selber entscheiden zulassen,

wie viel Energie benötigt wird.

„Energie gehört zur Daseinsvorsorge.

Ein bestimmter Energieverbrauch darf

deshalb nicht den Multis unterliegen“,

so Matthias Miersch. Er ist auch für

die Verpflichtung der Industrie energetisch

immer auf dem neuesten

Stand zu sein.

Was ist die EVS Eine gemeinsame

Gesellschaft von E.ON-Avacon und

der Stadt Sehnde. Die EVS erlaubt

E.ON-Avacon auf Sehnder Gebiet

Strom und Gas anbieten zu dürfen.

Die Stadt Sehnde erhält als finanzielle

Gegenleistung die so genannte

Konzessionsabgabe.

Klug handelte, wer Direktkunde beim

bisherigen Anbieter E.ON-Avacon

blieb. Auch er hätte bis zum 25. September

keine Abrechnung erhalten.

Er musste sich allerdings nicht ärgern,

denn das war er ja schon in der Vergangenheit

als Direktkunde von E.ON-

Avacon gewohnt.

Klug im Nachhinein auch, weil EVS-

Kunden wohl künftig für Gas einen

höheren Preis bezahlen müssen als

die Direktkunden von E.ON-Avacon!

Nun also die Sehnder EVS. Im Umgang

mit ihren Kunden toppt sie

E.ON-Avacon um Längen. Der Draht

zum Kunden, er ist nicht vorhanden!

Dem fragenden Kunden, wo denn die

Abrechnung bleibt, entledigt man sich

mit einer Endlosschleife bei Anruf. In

die Enge getrieben, erfolgt eine Pressemitteilung.

Eine Abrechrung gab es

bis zum 25. September nicht.

Wo bleibt der Einfluss des städtischen

Gesellschafters bei der Preisgestaltung

und der Öffentlichkeitsarbeit Die

Damen und Herren sind wohl Kunden

bei einem anderen Anbieter und wissen

nicht vom Unvermögen der EVS.

dp

Gerrit Vissers:

„Es ist sehr fraglich,

ob Gänse, Karpfen

und Truthähne das

Weihnachtsfest als Erlösung

betrachten.“

ROTER FADEN 11/2008 3


Ottermann-Schnellweg

Nicht selten taucht in der Presse bei

entsprechenden Anlässen der Begriff

„Ottermann-Schnellweg“ auf. So

ziemlich jedem ist klar, welche Straße

da gemeint ist, nämlich der Verbindungsweg

zwischen dem Dorf Bolzum

und der ehemaligen Bergarbeitersiedlung

Klein-Bolzum.

Keine offizielle Bezeichnung, mehr

so eine Erinnerung an einen außergewöhnlichen

Mann, der in beiden

Ortsteilen seinen Wohnsitz hatte.

Angelegt wurde der asphaltierte Weg

kurz nach dem Einzug des besagten

Helmut Ottermann in den Kreistag

von Hildesheim-Marienburg, ein erster

wichtiger Beitrag für die Infrastruktur

zwischen beiden vorgenannten

Ortsteilen.

Weit verbreitet ist die Mär, dass das

Ottermannsche Auto den Weg nach

anstrengenden Ratssitzungen und vor

allem bei den nicht minder aufreibenden

Nachsitzungen auch ohne Einflussnahme

seines Besitzers bewältigt

hätte.

Der Politiker

Wer war denn nun dieser Helmut

Ottermann, an dem, spricht man in

Bolzum von vergangenen Tagen, niemand

vorbei kommt. Der ehemalige

Ratsherr, stellvertretende Gemeindedirektor,

Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter

hat die politische Landschaft

des ehemaligen selbständigen

Dorfes von 1961 bis 1974 wesentlich

geprägt.

Seine Ideen, seine Tatkraft, Durchsetzungsvermögen,

Überredungskunst

und letztlich Mut zum Risiko

haben das Dorf an der Beeke voran

gebracht. Auch heute noch sind die

damals getätigten Investitionen eine

Bereicherung für Bolzum. Die wesentlichen

Punkte sind die Sporthalle mit

anschließenden Gemeindezentrum,

Sportplatz und Schießsportanlage,

die Gründung des Kindergartens und

das Vorantreiben der Wohnbebauung

am Mühlenberg. Sicher sind die anderen

Männer des Rates kaum weniger

verantwortlich für die Durchführung

dieser Investitionen gewesen, aber

den Anstoß für das meiste gab eben

dieser Helmut Ottermann.

Für seine Verdienste um die Allgemeinheit

erhielt er auch 1975 das

Bundesverdienstkreuz.

Seine Kindheit

Geboren wurde Helmut Ottermann

1919 in Ronnenberg als erstes Kind

des Ehepaares August und Erna

Ottermann. Es folgten noch drei

Geschwister.

Helmut Ottermann

1919 bis 1980

von Otto Lesemann

Ausbildung

Der Vater war Schachtaufseher im Kaliwerk

Ronnenberg. Da war es eigentlich

klar, welchen Beruf der Helmut

nach dem Besuch der Volksschule

1933 ergreifen würde. Aber erst nach

einem Umweg über eine Tischlerlehre

in Wennigsen kam der Einstig in den

Kalibergbau. Nach dreijähriger Praxis

begann er 1939 die Ausbildung zum

Steiger in der Bergvorschule in Bülten

bei Ilsede.

Kriegsjahre

Aber der Zweite Weltkrieg forderte

auch ihn. Bei der Marine in Bremerhaven

wurde Ottermann zum Funker

ausgebildet. 1941 kam dann auf dem

Handelsstörer „Thor“ der Kriegseinsatz

bei der zweiten Reise des Schiffes

in die Südhälfte unserer Erde. 11

Monate blieb das Schiff ununterbrochen

auf See und kam im November

nach 321 Seetagen in Yokohama in

Japan an. Hier ereignete sich eine

bis heute nicht aufgeklärte Explosion

bei der Brennstoffübernahme,

die das Schiff unbrauchbar machte.

Die Mannschaft wurde bei der Rückreise

nach Deutschland auf einem so

genannten Blockadebrecher vor der

spanischen Küste durch alliierte Einheiten

aufgebracht und gefangen genommen.

Helmut verbrachte die sich

anschließende Kriegsgefangenschaft

überwiegend unbeschadet als Koch

in Kanada und England. Die damals

ausgeübte Kunst pflegte er später

noch oft bei besonderen Anlässen

auszuüben. 1946 kam er zurück nach

Ronnenberg.

Studium

Sofort nahm er die Berufslaufbahn im

Bergbau wieder auf. 1948 bis 1950

besuchte er die Berg – und Hüttenschule

in Clausthal und wurde nach

Abschluss des Studiums auf dem Kaliwerk

Friedrichshall in Sehnde angestellt.

Über die Stationen Grubensteiger,

Reviersteiger und Fahrsteiger war

er beim Ausscheiden aus dem Beruf

1975 zuletzt Sicherheitsingenieur dieser

Schachtanlage.

Freizeit

Trotz der alles anders als leicht zu

bezeichnenden Tätigkeit im Grubenbetrieb

suchte und fand er auch noch

genügend Betätigung außerhalb des

Bergbaus. Erwähnenswert ist hier

die Gründung eines Theatervereins,

mit dem er Aufführungen in und

um Sehnde ausführte. Die Darsteller

rekrutierte er in der Hauptsache

aus den Mitarbeitern der Grube und

deren Freundinnen. Hauptsächlich

engagierte sich Ottermann aber in

der Gewerkschaft IGB und war ab

1955 auch im Betriebsrat des Kaliwerkes

zum Vertreter der Angestellten

gewählt.

SPD – seine Partei

Obwohl von Kindesbeinen der SPD

zugeneigt, der Vater August gab hier

die Richtung vor, kam aber erst 1961

der eigentliche Politikeinstieg nach der

Fortsetzung Seite 8

4 ROTER FADEN 11/2008


Der Herbst ist da – das Laub auch

Mittlerweile sind die Boten des Herbstes

nicht mehr zu übersehen: Immer

mehr Bäume beginnen ihr Sommergewand

abzuwerfen und das Laub bleibt

auf den Straßen, Rad- und Gehwegen

liegen. Dadurch kommt es nicht nur

zu einer Verschmutzung der Wege,

bei Nässe entsteht auch eine erhöhte

Rutschgefahr.

Rutschgefahr durch Laub

Nach der Satzung über die Straßenreinigung

in der Stadt Sehnde sind für

die Reinigung der Geh- und Radwege

die Eigentümerinnen und Eigentümer

der angrenzenden Grundstücke

verantwortlich. Die Reinigungspflicht

umfasst dabei sowohl die Beseitigung

von Laub, Schnee und Wildkräutern,

als auch das Entfernen von sonstigen

Verunreinigungen Dritter, wie z. B.

der – leider vom Hundehalter nicht

ordnungsgemäß beseitigte – Hundekot.

Ferner sind Äste und Zweige, die

über ihre Grundstücksgrenze im den

öffentlichen Straßenraum hineinragen,

zurück zu schneiden.

Und wohin mit dem Laub Keinesfalls

darf es in die Gosse gekehrt werden,

da hierdurch die Kehrmaschine verstopft

und Laub in den Regenwasserkanal

gespült werden kann. Idealerweise

sollte man das Laub im eigenen

Garten kompostieren. Tierfreunde

können damit zugleich einem Igel ein

gemütliches Winterquartier anbieten.

Ist dies nicht möglich, besteht bei dem

Wertstoffhof Sehnde (Borsigring 47)

die Möglichkeit, bis zu 1 m 2 pro Tag

an Herbstlaub umsonst zu entsorgen.

Natürlich aber auch z.B.: Baum-,

Hecken-, Strauch- und Rasenschnitt,

Sperrabfälle, Holzabfälle, Bauschutt,

Porzellan und Keramik, Papier, Pappe,

Kartonagen, Styropor (Verpackungsmaterial,

sauber, nur weißes), Metalle,

Schrott, Elektroschrott, usw.; siehe

auch: http://www.aha-region.de.

Öffnungszeiten

des Wertstoffhofes:

Montag geschlossen

Dienstag 9.00 bis 18.30 Uhr

Mittwoch 9.00 bis 16.00 Uhr

Donnerstag 9.00 bis 16.00 Uhr

Freitag

9.00 bis 16.00 Uhr

Samstag 9.00 bis 14.00 Uhr

Landwirtschaftliche

Sammelstellen

Des weiteren gibt es in Sehnde zwei

landwirtschaftliche Sammelstellen

(Bolzum Pfingstanger und Ilten Glückauf-Straße),

wo Baum-, Hecken- und

Strauchschnitt sowie Laub aus Privathaushalten

bis zu 1 m 2 pro Tag abgeliefert

werden kann.

Die Öffnungszeiten sind:

Mittwoch 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr

und Samstag 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Rasenschnitt und andere Bioabfälle

werden hier nicht angenommen.

Außerdem kann man die wöchentliche

Abfuhr über den „Biosack“ in

Anspruch nehmen

Hannoversche SPD-Abgeordnete:

Gründung der NTH

schwächt Wissenschaftsstandort Hannover

Der von der Landesregierung vorgelegte

Gesetzentwurf zur Errichtung

der Niedersächsischen Technischen

Hochschule (NTH) kann nach Ansicht

der hannoverschen SPDLandtagsabgeordneten

Stefan Schostok (Hannover)

und Dr. Silke Lesemann (Laatzen,

Region Hannover) zu einer Schwächung

des Wissenschaftsstandorts

Hannover führen.

„Prinzipiell ist eine Intensivierung und

ein Ausbau von Kooperationsverbünden

zwischen Hochschulen sinnvoll.

Diese Kooperationsverbünde sind allerdings

bereits jetzt mit dem Niedersächsischen

Hochschulgesetz möglich

und sind bereits Praxis. Nur die Entscheidung

darüber, wer einbezogen

wird, müsse von den jeweiligen Forschungsschwerpunkten

abhängen“

betont Schostok.

Völlig undurchdacht sei das geplante

Rotationsprinzip des Sitzes. Dr. Silke

Lesemann bemängelt: „Eine Hochschule

ohne festen Standort bietet

wenig Identifikationspotenzial,

schwächt die Gesamtidee und wirkt

sich nachteilig auf alle drei beteiligten

Hochschulen aus“.

Walter Kasper (*1933),

Bischof von Rottenburg:

Was wir an Weihnachten

feiern, ist alles andere als

eine Idylle. Die Krippe, die

wir längst in unsere warmen

Stuben geholt haben,

stand bekanntlich im Stall.

Niemand war da, der der

schwangeren Frau und dem

jungen Mann aus Nazareth

in Galiläa menschenwürdige

Bleibe zu geben bereit

war. Kaum war das Kind zur

Welt gekommen, musste

die junge Familie fliehen,

weil Herodes, der machtbesessene

Herrscher, dem

Kind Jesus nach dem Leben

trachtete. Flüchtlinge waren

sie, politisch Verfolgte,

Asylsuchende.

Insgesamt gebe es für die Hochschulen

nur minimale zusätzliche Mittel.

Studienangebote zu koordinieren und

Forschungsschwerpunkte zu bündeln

sei sicherlich im Sinne einer besseren

Ressourcenausschöpfung und Profilschärfung

sinnvoll.

Die Abgeordneten haben aber

erheb liche Zweifel daran, dass das

vorgeleg te NTH-Konzept aus hannoverscher

Sicht erfolgreich sein könne.

Eine Beschneidung einzelner Studiengänge

und die Reduzierung der Möglichkeiten

zur Erlangung von Studienabschlüssen

in Hannover führten zu

einer Schwächung des hannoverschen

Wissenschaftsstandortes. Hannover

habe neben den technischen, natur-

und ingenieurwissenschaftlichen

Bereichen seinen Schwerpunkt in

den Geisteswissenschaften, Braunschweig

und Clausthal sind technische

Universitäten.

Die wissenschaftliche Breite in Hannover

müsse laut Schostok erhalten

bleiben, Kooperationen und interdisziplinäre

Projekte zwischen Geistesund

Naturwissenschaften müssten

erhalten und ausgebaut werden.

ROTER FADEN 11/2008 5


Planungen für das kommende Jahr

Der Haushaltsplanentwurf 2009

Zum Herbstbeginn beginnen die Haushaltsplanungen für das kommende

Jahr, um zeitnah mit einem hoffentlich genehmigten Haushalt

arbeiten zu können.

Es ist der letzte Haushaltsplanentwurf

im kammeraler Form. Für die kommenden

Jahr folgt dann die doppelte

Buchführung in Konten (Doppik). Mit

dieser Feststellung beginnt der Bürger

meister seine Einbringungsrede zum

Haushalt 2009.

Wie weit die Krise an den internationalen

Finanzmärkten sich auch auf

Sehnde auswirken wird, kann absolut

nicht eingeschätzt werden.

Der Haushaltsplanentwurf 2009

umfasst ein Gesamtvolumen im Verwaltungshaushalt

von 29.429.700

Euro und im Vermögenshaushalt

von 9.826.800 Euro, insgesamt also

39.256.500 Euro. Der Verwaltungshaushalt

ist ausgeglichen, betont der

Bürgermeister.

Der Verwaltungshaushalt erwirtschaftet

eine Zuführung an den Vermögenshaushalt

in Höhe von 685.900

Euro. Davon entfallen 427.600 Euro

auf die Pflichtzuführung. Die so genannte

„freie Spitze“ beträgt nur

noch 258.300 Euro. Im Vergleich zum

Vorjahr fällt sie um 745.900 Euro geringer

aus. Warum Die Personalausgaben

steigen auf Grund neuer Tarife.

Die zu erwartenden Erhöhungen der

Energiekosten sind ebenso zu berücksichtigen

wie die zusätzliche Krippenbetreuung.

Nicht berücksichtigt ist

eine mögliche Erhöhung der Regionsumlage.

Der Bürgermeister geht von

den bisherigen Hebesätzen aus.

Die Planung für das kommende Jahr

geht davon aus, dass sich die Steuereinnahmen

auf dem Niveau von 2008

stabilisieren. Es bleibt die Entwicklung

der Gewerbesteuereinnahmen

abzuwarten. Der Konjunkturverlauf

wird auch diese Steuereinnahme

beeinflussen.

Höhere Steuereinnahmen – so erfreulich

sie sind – führen zu geringeren

Schlüsselzuweisungen, aber auch zu

einer höheren Regionsumlage.

Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer

ist mit einer Steigerung

von ein Prozent geschätzt. Eine Einnahme

von 6.830.000 Euro wird hier

erwartet.

Die Einnahmen des Verwaltungshaushaltes

basieren zu mehr als zwei

Drittel aus Steuern und allgemeinen

Zuwendungen.

Bei den Gewerbesteuereinnahmen

wird ein Ansatz von 5,2 Millionen

Euro gewählt.

Neue Stellen in der Verwaltung

schlägt der Bürgermeister nicht vor.

Er erwartet im Jahr 2009 drei Rückkehrerinnen

aus der Elternphase und

anderen Freistellungsgründen mit Teilzeit.

Für den Baubetriebshof ist eine

Personalerhöhung um zwei Personen

beabsichtigt.

Der Vermögenshaushalt kann in diesem

Jahr nur mit einer Darlehensaufnahme

ausgeglichen vorgelegt

werden. Er schließt mit 9.826.800

Euro ab. Die Darlehensaufnahme beträgt

1.470.000 Euro. Damit erhöht

sich die Gesamtverschuldung auf

7.872.000 Euro.

Schwerpunkt des Vermögenshaushaltes

ist der Bau der Kommunalen

Entlastungsstraße. Weitere größere

Inbvestitionsmaßnahmen sind eingeplant

für die Sanierung der naturwissenschaftlichen

Räume in der KGS;

Dorferneuerungsmaßnahmen in Bilm,

Ilten, Dolgen und Wehmingen; Straßenendausbauten;

Erwerb von Feuerwehrfahrzeugen;

Restfinanzierung der

Sporthalle Feldstraße; Investitionszuschuss

„Kinderkrippe Rethmar“ und

die Sanierung des Sehnder Freibades.

Einnahmen von 2.400.000 Euro werden

aus dem Verkauf von Baugrundstücken

erwartet. Das ist deutlich

weniger als im vergangenen Jahr. Der

Rückgang der Bautätigkeit hat nun

auch Sehnde erreicht.

Ein erheblicher Teil der Anträge

konnte auf Grund fehlender Finazierungsmittel

im Haushaltsplanentwurf

nicht berücksichtigt werden,

erklärt der Bürgermeister, um

fortzufahren,dass nicht alle Maßnahmen,

die wünschenswert oder

notwendig wären, finanziert werden

konnten.

Die Ratsmitglieder müssen nun entscheiden,

sagt der Bürgermeister an

den Rat gewandt, ob diese Investitionen

dennoch in den Haushalt 2009

aufgenommen werden sollen. Dann

gibt es zur Finanzierung nur zwei

Möglichkeiten: Von der Verwaltung

vorgeschlagenen Ansätze werden

gestrichen oder diese weiteren Maßnahmen

werden durch zusätzliche

Kreditaufnahme finanziert.

Abschließend wünscht der Bürgermeister

dem Rat eine konstruktive

und fruchtbare Beratung.

Dritte Sehnder

Frauen-Literaturcafé

Am 2. September hatte die Arbeitsgemeinschaft

sozialdemokratischer

Frauen (AsF) zum dritten Literaturcafé

ins Café Chadeur eingeladen. Das

kleine, gemütliche Café war wieder

gut besucht. Zwei Teilnehmerinnen

haben jeweils ein Buch vorgestellt, die

unterschied licher kaum sein konnten.

Das Buch „Gut gegen Nordwind“ von

Daniel Glattauer ist ein Liebesroman.

Verursacht durch einen Tippfehler

in einer E-Mail-Adresse entsteht ein

immer intimer werdender elektronischer

Briefwechsel zwischen zwei

völlig fremden Menschen, der die

Frage aufwirft, ob die entstandenen

Gefühle einer Begegnung standhalten.

Silke Stichternath hat es beim

Vorlesen wunderbar verstanden, das

Tempo und den Witz dieses Buches

zu vermitteln.

Das zweite Buch des Abends war der

Roman „Tausend strahlende Sonnen“

von Khaled Hosseini. Dieses Buch erzählt

eine tief bewegende Geschichte

aus dem Heimatland des Autors, vom

Leben und Leiden aber auch vom

Mut zweier afghanischen Frauen.

Das Schicksal dieser Romanfiguren ist

zwar fiktiv, aber vor dem Hintergrund

der jüngeren afghanischen Geschichte

doch auch sehr authentisch und hat

die Teilnehmerinnen des Literaturcafés

in angeregte Diskussionen geführt.

Und weil es so schön war, wurde

gleich das nächste Treffen für Dienstag,

den 4. November 2008 um 19.30

Uhr festgelegt.

bl

6 ROTER FADEN 11/2008


Franz Müntefering und sein Umgang mit seiner guten alten SPD:

„Du musst das Leben nehmen wie es ist,

aber du darfst es nicht so lassen.“

In der Eingangshalle der Zentrale

der Industriegewerkschaft Bergbau,

Chemie, Energie in Hannover ist am

Sonnabend, 27. September Franz

Müntefering zu Gast. Der langjährige

Staatssekretär der Bundestagsabgeordnete

Gerd Andres hat eingeladen.

Müntefering sollte über zehn Jahre

Regierungsverantwortung der SPD im

Bund referieren. Hat er doch entscheidenden

Anteil an der erfolgreichen

Regierungsarbeit. Zunächst als Minister

für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen

im ersen Kabinett von Gerhard

Schröder, dann als Minister für Arbeit

und Soziales und als Vizekanzler in

der großen Koalition.

Der Vortrag hat etwas Programmatisches.

Es spricht hier doch der künftige

SPD-Bundesvorsitzende. Kraftvoll

appelliert er an die Gäste: „Wer

gewinnen will, muss auch gewinnen

wollen!“ Man glaubt es ihm. Wahlkampf

kann er.

„Die sozialen Sicherungssysteme sind

nicht dafür da, die Frühverrentung zu

organisieren.“, so seine Antwort auf

die Forderung Ausstiegsoptionen für

die Rente mit 67 zu suchen. Sicher,

sagt „Münte“, nicht jeder könne bis

67 arbeiten, aber mancher auch länger.

Da müsse man differenzieren. Mit

Blick auf die Alterspyramide fährt er

fort: „Wir müssen Schritt für Schritt

dafür sorgen, das Renteneintrittsalter

zu erhöhen.“

Müntefering greift tief zurück in die

Geschichte der SPD. Die ersten 100

Jahre nach ihrer Gründung habe die

SPD, verfolgt und bekämpft, nach

dem Ersten Weltkrieg gerade einmal

fünf Jahre regieren können. Nach

dem Zweiten Weltkrieg aber immerhin

27 Jahre lang die deutsche Politik

bestimmt.Er spannt einen weiten Bogen,

bis er zum 27. September 1998

kommt. Dem Beginn der Schröder-

Kanzlerschaft. Die SPD erzielte mit

40,9 Prozent ein überzeugendes

Ergebnis.

Der Platz des Parteivorsitzenden sei

„eineinhalb Schritte hinter dem Kanzlerkandidaten

und nicht umgekehrt“.

Loyalität und Geschlossenheit. Das

was er von den Genossen fordert, will

er selbst vorleben.

Demokratie, Wohlstand und Freiheit,

all das müsse jede Generation neu

verteidigen. Stillstand gebe es nicht,

mahnt er. Auf dem Weg zum Fortschritt

sei eine Slalomfahrt erlaubt,

der Kreisverkehr nicht.

Sein Schwerpunktthema zum nächsten

Bundestagswahlkampf: technologischer

Fortschritt in Deutschland.

Gerade bei neuen Energien. Deren

Entwicklung wird darüber entscheiden,

ob es auf der Welt Krieg um

Energie geben wird oder nicht, glaubt

er.

Weitere Themen: Sozialversichrungsbeiträge

durch Steuerzuschüsse senken,

um Arbeitskosten niedrig und

Nettolöhne hoch zu halten; eine

bessere Integration von Ausländern;

eine effektivere Kontrolle der Finanzwirtschaft,

um eine Wiederholung der

aktuellen Bankenkrise zu verhindern;

mehr Geld für Bildung von der Krippe

bis zur Universität.

Quelle:

HAZ, 29.09.2008, Blick in die Zeit

ROTER FADEN 11/2008 7


Seniorenbeirat Sehnde

die Erwartungen des Mittwochkreises

Frau Rita Krause, die Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt

Laatzen, war zu Gast beim Treffen des Sehnder Mittwochkreises

am 17. September 2008 in der Sehnder Sportklause.

Frau Krause gab eine ausführliche Einführung.

So erfuhren die Teilnehmer,

dass in Laatzen bereits seit 1993 ein

solcher Beirat besteht. Auch in vielen

anderen Kommunen in Niedersachsen

sind Seniorenbeiräte schon länger etabliert.

Der Niedersächsische Landesseniorenbeirat

vertritt und berät insgesamt

über 150 solcher Einrichtungen.

Die Beiräte werden in der Regel in

allgemeiner, unmittelbarer, freier,

gleicher und geheimer Wahl durch die

Senioren gewählt, die mindestens das

60. Lebensjahr erreicht haben. Ihre

Arbeit erstreckt sich auf die Vertretung

der Senioreninteressen und wird

in die kommunale Ratsarbeit eingebunden.

Das heißt, dass Vertreter in

verschieden Ratsausschüssen Sitz und

Antragsrecht haben. Die Arbeit führt

im Übrigen nicht zu Konkurrenz mit

den Wohlfahrtsverbänden wie Sozialverband

und AWO, sondern bündelt

alle Interessen der Senioren gegenüber

Rat und Öffentlichkeit. Dazu

gehört auch, dass in Sprechstunden

Beratungen stattfinden und Veranstaltungen

durchgeführt werden.

Weiter wurden diese und andere Fragen

im Kreis erörtert und dabei kam

zutage, dass in der betroffenen Bevölkerung

in Sehnde ein Seniorenbeirat

durchaus für notwendig gehalten

wird. Auch die Vertreter der AWO

und des Sozialverbands votierten dahingehend.

Man ist gespannt, wann

die Stadt Sehnde mit einer entsprechenden

Satzung ihre Absicht verwirklicht,

einen Seniorenrat einzurichten.

mk

Silvester

Im Jahr 314 wählten die Römer

Silvester zum Papst. Während

Silvesters Amtszeit wendete sich

das Kirchenschicksal von der Verfolgung

zur christenfreundlichen

Politik unter Kaiser Konstantin.

Der Legende nach heilte er den

Kaiser vom Aussatz. Dafür soll

der dem Papst mit großen Schenkungen

gedankt haben.

Am 31. Dezember des Jahres 335

starb der 35. Papst Silvester. Nach

ihm ist der letzte Tag des Jahres

benannt.

Guter Rutsch

Der „gute Rutsch“ hat entgegen

der verbreiteten Meinung nichts

mit einem „Hinüberrutschen“ ins

neue Jahr zu tun. Der Ausdruck

geht auf das hebräische Wort

„rosch“ zurück, das „Anfang“

bedeutet, also den Beginn des

neuen Jahres.

Helmut Ottermann – Fortsetzung von Seite 8

Gemeinderatswahl, in der die Wähler

von Klein-Bolzum, seinem Wohnsitz

ab 1955, ihn in den Gemeinderat des

Dorfes Bolzum entsandten. Helmut

Ottermann begriff in kürzester Zeit,

wie der Poltikladen läuft und setzte

zu einem einmaligen Höhenflug an.

Seine erste Bewährung bestand er als

Delegierter im Schulzweckverband

Lühnde, als er den Bau der eigentlich

für Lühnde vorgesehenen Turnhalle in

Bolzum durchsetzte, ein auch heute

noch bewunderter Schachzug. Seine

großen Tage erlebte er ab 1966 als

stellvertretender Gemeindedirektor,

eine Position, aus der er als eigentlicher

Herr des Dorfes dessen Geschicke

leitete. Zu besseren Verdeutlichung

seiner Ideen gründete er das

„Kommunale Nachrichtenblatt“, in

dem er neben der Veröffentlichung

von Dorfgeschichten aber auch hemmungslos

für seine Meinung stritt.

Aber nicht nur hier stand er für seine

Politikvorstellungen ein. Jederzeit

kämpfte er drinnen und draußen für

die Verbesserung und Verschönerung

seines Dorfes Bolzum. Die weiteren

Maßnahmen folgten im atemberaubenden

Tempo: Aufstellung und Vermarktung

von Bebauungsflächen, Bau

des Sportplatzes und der Schießsportanlage,

Inbetriebnahme des Kindergartens

und dann noch den Bau des

Sportheimes auf dem Mühlenberg.

Bei diesem Investitionstempo ging

leider der Gemeindekasse die Luft

aus. Bolzum geriet an den Rand der

Pleite, nur der Zusammenschluss mit

der Einheitsgemeinde Sehnde rettete

ihn vor dem Einzug des angedrohten

Staatskommissar.

Helmut Ottermann war alles andere

als der Typ eines Technokraten, der

zufällig in den Politikbetrieb geraten

war. Er hatte immer die Hand am Puls

des Wahlvolkes, kämpfte und pokulierte

für seine Ansichten. Er konnte

hinreißend erzählen, vor allem wenn

die Reise nach Yokohama aufgelegt

wurde, kannte die Begeisterung keine

Grenzen. „Leben musst Du!“, das war

sein Leitsatz.

1974 verdunkelte sich das glänzende

Bild des weithin bewunderten und

geachteten Mannes. Verwerfungen

im privaten Bereich führten 1975 zu

einem überstürzten Rückzug aus der

Politik und einer Flucht aus dem Ort,

in dem er seit 1969 auch ein Eigenheim

gebaut hatte.

Helmut Ottermann entsagte seinem

bisherigen Lebensinhalt, der Politik

und dem damit verbundenen hohen

persönlichen Einsatz. Fortan privatisierte

er bei Reisen und seinem

Hobby, der Sportfischerei. Eine längere

Dauer des Ruhestandes blieb

ihm versagt. Der Mann, der allem

Anschein seine Lebenskerze an beiden

Enden gleichzeitig angezündet hatte,

verstarb im April 1980 an Herzversagen,

nur 60 Jahre alt in Völksen. Seine

letzte Ruhestätte mit seiner Gattin

Margot und Seit an Seit mit seinen

Eltern ist in Weetzen.

8 ROTER FADEN 11/2008

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