Download - Nr. 45 - Geistliche Gemeinde-Erneuerung Württemberg

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Download - Nr. 45 - Geistliche Gemeinde-Erneuerung Württemberg

45 ERlebt

Zeitschrift

der der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung

der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung

im im Bereich der der evangelischen Landeskirche in in Württemberg

im Bereich der evangelischen Landeskirche in Württemberg

September September 2009 2009

GGE - Württemberg

Erneuerung -

Impulse der der

charismatischen Bewegung


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ERlebt – Ausgabe Nr. 45

- - I n h a l t - -

Erneuerung - Impulse der

charismatischen Bewegung“

- Thema dieser Ausgabe -

Inhaltsverzeichnis 2

Editorial

„Ecclesia semper reformanda

charismatische Impulse zur

Erneuerung der Kirche“

Pfarrer Ralph Hermann

1. Vorsitzender der GGE Württ. 3

Erneuerung – Impulse der charismatischen

Bewegung

Glaubenskurse – Zeiten der

Erneuerung

Pfarrer Karsten Hirt 4

Charismatische Bewegung – wo

stehen wir heute

Pfarrer Gerhard Brüning 5

Einige Daten und dazu Gedanken

zur Geschichte der GGE

Pfarrer i.R. Helmut Trömel 6

„Denn das Reich Gottes besteht nicht im

Wort, sondern in Kraft“ 9

Gebetsnetz

„…und die Schafe hören seine

Stimme“

Diakonin Edeltraud Schunk 14

Buchbesprechung

Pfarrer Ralph Hermann 11

G4G - Ermutigungswebsite für Girls

Annika Lampmann 20

Israel

„Und mein Land haben sie geteilt“

Dagmar Weber 17

Biblisches Spiel -

Lösungen des Rätsels von ERlebt 44 14

Wichtige Termine 18

Lobpreis- u. Segnungsgottesdienste 19

Impressum 13

Mitgliedschaft 20

Erfahrungen mit den Impulsen der

charismatischen Erneuerung

Sabine Trömel 10

Mit dem Mittagsgebet fing alles

an

Herma Böttiger 12

Der Herr segne dich

Edith und Roland Bartelmess 13

Ich habe Sehnsucht

Dagmar Weber 15

Zeugnis: Mein bester Freund

Dagmar Weber 16

100 Jahre Berliner Erklärung –

„Komm Heiliger Geist“ 9

Titelbild:

Wasserfall im Bognanco-Tal,

nördliches Piemont/Italien

Dagmar Weber 2009


3

„Ecclesia semper reformanda

charismatische Impulse zur Erneuerung der Kirche“

Im Mai durften wir in Stuttgart das Jubiläum

„475 Jahre Ev. Landeskirche in Württemberg“

feiern. Die Reformation selbst ist das Ergebnis

einer Reformbewegung. Und seither gab es

innerhalb unserer evangelischen Kirche die

verschiedensten Impulse des Heiligen Geistes

zur Stärkung des Glaubens, zur Erneuerung

der Kirche, zur Belebung von Glaubensformen.

Pietismus oder Erweckungsbewegung, soziale

Verantwortung oder die Impulse der charismatischen

Bewegung. Und heute heißt es von

der Betreuungs- zur Beteiligungskirche, Gemeindeentwicklung

oder natürliches Gemeindewachstum

oder Zellgemeinden.

Imposante Namen begegnen uns in der württembergischen

Kirchengeschichte wie Johann

Albrecht Bengel, Ludwig Hofacker, die beiden

Blumhardts oder Gustav Werner.

In diesem Heft geht es schwerpunktmäßig um

die Impulse der charismatischen Bewegung

zur Erneuerung der Kirche.

Dabei geht es weniger um spektakuläre Ereignisse

oder Manifestationen, sondern zunächst

um die Wiederentdeckung des Heiligen Geistes

und der Charismen. In Folge geht es in der

persönlichen Spiritualität um eine Vertiefung

der Christusbeziehung, um eine Neuentdeckung

von Bibel und Gebet. Vorbild wird die

Urgemeinde mit ihrer Gemeindezelle und der

gelebten geistlichen Gemeinschaft. Im Weiteren

führen die Impulse folgerichtig zu Gemeinde

und Kirche und mit der Wiederentdeckung

der Charismen geht es um die

Befähigung zum gaben- und teamorientierten

Dienst in der Gemeinde. Das „Priestertum der

Glaubenden“, der Dienst in und für die Gemeinde

bekommen ein besonderes Gewicht –

eben eine Beteiligungskirche. Es geht also von

Anfang an sowohl um die Erneuerung des persönlichen

Glaubens bzw. die persönliche Umkehr,

als auch um die Stärkung der Gemeinde.

Nebenbei kommt es dem Bedürfnis entgegen,

Glaube mit Herz und Verstand zu erleben und

Gott persönlich als real zu erfahren. So spielen

das freie Gebet, das persönliche Zeugnis und

die eigene Hingabe eine wichtige Rolle. Sprachengebet,

Hörendes Gebet/Prophetie, Gebet

für Kranke/Heilungsdienst und persönliche

Segnungen oder der Befreiungsdienst sind erlebbar,

geben Impulse für den einzelnen, aber

auch für ganze Gruppen und Gemeinden. Geht

es zunächst um (Power-)Evangelisation durch

den gezielten Einsatz der Gaben, so kann die

charismatische Bewegung dann auch als Seelsorgebewegung

beschrieben werden. Es geht

damit über das persönliche Erleben und das

eigene Glaubensleben hinaus und die charismatische

Bewegung wird zu einer diakonischen

Dienstbewegung. Außerdem entsteht

im Kontext mit der Belebung von Lobpreis und

Anbetung eine breite Lied- und Musikkultur.

Dadurch manifestiert sich die charismatische

Bewegung als Gottesdienstbewegung mit

Impulsen für Zweitgottesdienste, Lobpreis-,

Segnungsgottesdienste und Formen in denen

Krankheit und Gebet für Heilung einen besonderen

Raum einnehmen.

Daneben gibt es aber noch so etwas wie eine

zweite Ebene von Impulsen des Heiligen Geistes,

die von der charismatischen Bewegung

aufgenommen und transportiert werden. Es

starten die Versöhnungswege, auch mit stellvertretendem

Gebet, mit Buße und mit bewegenden

Schritten zur Versöhnung, um das

Unrecht des Nationalsozialismus zu überwinden.

Das Gebet von Leitern für das Land in

Einheit bekommt ein großes Gewicht, das

christliche Miteinander in Europa von Bewegungen,

Gemeinschaften und Kirchen. Ein

neuer starker ökumenischer Impuls kommt

zum Tragen. Und auch Israel und die messianisch-jüdischen

Geschwister kommen neu in

den Blick und ein neues, zweites Apostelkonzil

zur Überwindung der schmerzlichen Trennung

kommt in den Horizont. Und schließlich sind

da noch die geistlichen Väter und Mütter, die

die nächste Generation begleiten, unterstützen

und segnen, die als Mentorinnen und

Mentoren arbeiten, oder die in Einheit beten

für das Dorf, die Stadt, die Region, das Land

auch über Konfessionsgrenzen hinweg.

Ich persönlich mache immer wieder spannende

Erfahrungen bei persönlichen Segnungen

etwa auf der Konfirmandenfreizeit. Und auch

die Konfirmandinnen und Konfirmanden erle-


4

ben ihre Segnung als Begegnung mit Gott und

Höhepunkt der Freizeit. Es ist ein ganz besonderer

Schatz, zum dem ich gerne ermutige.

Die große Erweckung ist nicht eingetreten,

aber Zellen und Zentren des Glaubens sind

entstanden, viele Impulse für die eigene Christusnachfolge

oder für Gottesdienste wurden

weitergegeben, Glaubenskurse als Geburtsstationen

des Glaubens wurden unterstützt,

ein reicher Liedschatz hat sich entwickelt. Ich

staune über die Vielzahl an Impulsen die der

Heilige Geist der charismatischen Bewegung

anvertraut hat.

Eine Ermutigung

in der Kraft des

Heiligen Geistes

um Gottes Willen

weiterzugehen.

Pfarrer

Ralph Hermann

1. Vorsitzender

der GGE-

Württemberg

Glaubenskurse – Zeiten der Erneuerung

In den letzten Jahren haben viele Gemeinden

gute Erfahrungen mit Glaubenskursen gemacht.

Ein bekanntes Konzept ist der Alphakurs,

der in einer anglikanischen Gemeinde in

London entwickelt wurde. Wir haben ihn in

unserer Gemeinde bis jetzt fünf Mal durchgeführt

und können sagen: es lohnt sich!

Mehrere Bibelgesprächskreise sind entstanden,

das Beziehungsnetz in der Gemeinde ist

dichter geworden. Ein Kurs geht über zehn

Wochen. Wer ganz dabei bleibt, für den ist es

ein intensives Erlebnis.

Der Alphakurs hat einen Schwerpunkt beim

Thema Heiliger Geist, dem ein ganzes Wochenende

gewidmet ist. Dabei wird auch ganz

offen über Geistesgaben wie das Sprachengebet

gesprochen und dazu eingeladen, den

Heiligen Geist zu empfangen. Für mich sind

diese Wochenenden immer der Höhepunkt

des Kurses. Es ist schön zu erleben, wie der

Heilige Geist Menschen berührt. Dabei geht

alles ganz zwanglos zu. Jeder kann sich so weit

öffnen, wie er möchte und Gottes Geist holt

jeden ganz sanft da ab, wo er steht. Wir bieten

auf den Wochenenden auch persönliches

Gebet und Segnung an, was von vielen gerne

in Anspruch genommen wird. Für manche ist

es sicher das erste Mal, dass so persönlich für

sie gebetet wird. Die Gemeinschaft, die an so

einem Wochenende und durch den ganzen

Kurs entsteht, kann nur Gottes Geist bewirken.

Am Anfang kommen manche ganz

zögerlich zum ersten Kursabend. Gegen Ende

des Kurses ist meist eine große Herzlichkeit in

der Gruppe. Viele umarmen sich jetzt bei der

Begrüßung. Da hat man natürlich auch Lust,

sich weiter zu treffen und im Glauben zu

wachsen. Wenn man sich in der Gemeinde

wieder begegnet, ist eine ganz andere Basis

da. Natürlich hat jeder auch die Freiheit, sich

wieder zu distanzieren.

Wer so einen Kurs beginnen will, dem kann ich

nur Mut dazu machen. Es kann ganz klein

beginnen. Empfehlenswert ist, wenn man als

Leiter eine Schulung macht, die von Alpha-

Deutschland angeboten werden.

Man braucht Leute, die ein einfaches Essen

machen, denn das Essen zu Beginn des

Abends ist fürs Ankommen sehr wichtig. Nach

dem obligatorischen Alpha-Witz geht es mit

einem Referat weiter. Der erste Kursabend

geht gleich über die zentrale Frage: „Wer ist

Jesus“ Ich finde das gut, denn dann wissen


5

die Leute gleich, was wichtig ist. Wir haben

den ersten Kurs mit den DVDs von Nicky

Gumbel gemacht, die sehr empfehlenswert

sind.

über Fragen, die die Gäste mitbringen. Da wird

fröhlich diskutiert und erzählt, gelacht und

manchmal auch geweint. Jeder kann sich so

einbringen, wie er möchte. Am Ende des

Kurses steht ein festlicher Gästeabend, bei

dem die Teilnehmer Freunde mitbringen

können.

Nach einer Kaffee- und Nachtischpause

kommt man noch einmal in Gruppen zusammen,

um über das Gehörte zu sprechen oder

Eine Frau sagte nach

dem Kurs: Hier habe

ich christliche Gemeinschaft

erlebt,

wie ich sie mir immer

vorgestellt habe,

dass sie sein

müsste.

Weitere Infos unter:

www.alphakurs.de

Pfarrer Karsten Hirt

Charismatische Bewegung – wo stehen wir heute

Als wir uns vor rund 30 Jahren trafen und kennen

lernten, wir, die wir von der charismatischen

Bewegung angezogen waren, da teilten

wir eine Überzeugung und eine Hoffnung:

„Nun wird sich Vieles ändern. Die Gemeinden

werden lebendiger, der Glaube stärker und

das Christentum in unserem Land wird eine

neue missionarische Kraft entwickeln. Gottes

Geist wird dynamisch unsere Kirche und unser

Land verändern.“ Hatten wir doch erlebt, wie

Gottes Geist uns angesprochen und verändert

hatte.

Wo stehen wir heute Las ich in einem Pfingstgebet

Anfang der 80er Jahre noch den Satz

„Wir danken für die frohe Erinnerung (!) an

die Geistesgaben der ersten Christenheit“, so

würde heute kaum noch jemand in unserer

Kirche einen solchen Satz formulieren. Die Tatsache,

dass Gottes Geist Charismen schenkt,

ist neu in das Bewusstsein gedrungen. Gemeinden,

die selbst mit der charismatischen

Bewegung nicht viel am Hut haben, veranstalten

Heilungsgottesdienste. Lobpreis und

Anbetung haben neue Wertschätzung erfahren.

Durch die charismatische Bewegung sind

viele gute „Zweitgottesdienste“ entstanden.

Man begreift mehr und mehr, wie wichtig das

Miteinander unterschiedlichster Begabungen

in der Gemeinde ist. Viele haben die Heil bringende

Wirkung des Segnens erfahren.

Wir haben Grund, uns zu freuen und dankbar

zu sein. Vieles von dem, was wir wollten und

erhofften, hat neuen Eingang in unsere Kirche

gefunden. Vieles aber auch nicht. 1976 hieß es

in den „Würzburger Leitlinien“ der GGE: „Unser

Ziel ist eine charismatisch erneuerte Kirche,

die eine eigene charismatische Bewegung

überflüssig macht.“ Davon sind wir immer

noch meilenweit entfernt und die charismatische

Bewegung hat ihren Höhepunkt – so

scheint es zumindest – längst überschritten.

Warum ist das so

Vieles, was ich in den folgenden Zeilen nur andeute

und skizziere, müsste ich eigentlich genauer

ausführen und belegen. Das könnte ich

auch - aber nicht in der Kürze dieses Artikels.

Gewiss waren wir damals in unserer Begeisterung

etwas naiv. Wir unterschätzten das

Beharrungsvermögen in Kirche und Gesellschaft.

Wir unterschätzten die antichristlichen


6

Trends in unserer Gesellschaft. Das müssen

wir selbstkritisch einräumen.

Selbstkritisch müssen wir auch gestehen, dass

es in der charismatischen Bewegung viele

Fehlentwicklungen gegeben hat. (Von der

charismatischen Bewegung zu sprechen, ist

problematisch, denn sie ist ein vielschichtiges

und breit aufgefächertes Phänomen. Ich weiß.

Um der Einfachheit willen, behalte ich diese

Redeweise dennoch bei.) Manche abstruse

und unbiblische Lehre fand in der charismatischen

Bewegung Raum. Es gab oft unreifen

Umgang mit den Charismen (nicht zuletzt mit

der Gabe der Prophetie). Der Versuchung, mit

Hilfe der Charismen das eigene fromme

Fleisch in den Vordergrund zu schieben, konnten

wir oft nicht widerstehen. Leider gab es in

der charismatischen Bewegung Tendenzen

zum Fundamentalismus. Nüchternes rationales

Denken wurde gering geschätzt, „geistliche

Erfahrung“ gegen theologisches Fragen ausgespielt.

Und wir haben dem Heiligen Geist oft

genug viel zu wenig Raum in unserem eigenen

persönlichen Leben gegeben. Leider war die

Fähigkeit zur Selbstkritik in der charismatischen

Bewegung nie sehr ausgeprägt.

Schuld trifft aber auch die Kirchen und Gemeinden.

Der alte Konflikt zwischen Amt und

Charisma ist noch immer lebendig. Gewohnheit

(auch Denkgewohnheiten), ein enormes

Kontrollbedürfnis, Angst vor „zu viel Gefühl“,

vor der Dynamik des Heiligen Geistes und ein

ängstliches Festhalten an dem scheinbar

„Bewährten“ (egal ob es sich um Gottesdienstformen

oder Kirchenstrukturen handelt) haben

das Wirken des Heiligen Geistes behindert.

Und nun Die GGE ist mit ihren Mitgliedern

älter geworden. Auch reifer Oder nur resignierter

Letzten Endes stehen wir immer noch

vor denselben Aufgaben wie vor 30 Jahren.

Wir müssen dem Heiligen Geist Raum in unserem

eigenen Leben geben. Wir müssen

demütig und bescheiden, aber zugleich mutig

und beharrlich weiter die Kirche an die Geistesgaben

erinnern. Wir müssen theologisch

reflektiert und biblisch geschult darüber lehren.

Wir müssen unserer Berufung treu sein.

Wir müssen bereit sein zu leiden.

Wir dürfen aber auch gelassen sein. Sind wir

es doch nicht, von denen alles abhängt. Gott

hat Zeit, Geduld und Möglichkeiten, die wir

kaum kennen. So wollen wir immer wieder

beten: „Herr, erneuere deine Kirche und fang

bei mir an!“

Pfarrer Gerhard Brüning

Einige Daten und dazu Gedanken zur Geschichte der GGE

Die Frage nach den Charismen ist in der Kirche

nie völlig verstummt. Seit der Gründung und

der weltweiten Verbreitung der Katholisch-

Apostolischen Gemeinden seit 1830 (zuerst in

England und Schottland), begannen viele

Christen intensiv zu beten, wie es dann Papst

Johannes XXIII 1961 bei der Einberufung des

Zweiten Vatikanischen Konzils formulierte:

„Erneure Deine Wunder in unserer Zeit, wie

für ein neues Pfingsten …“. Larry Christenson,

ein lutherischer Pfarrer in den USA schreibt:

„Es ist dieses „neue Pfingsten“ ein Ausgießen

des Heiligen Geistes, das in der charismatischen

Bewegung zum Brennpunkt der Erwartung

geworden ist.“

Erwartung scheint eines der charakteristischen

Merkmale des charismatischen Christentums

zu sein. Sie war ein ausgeprägtes

Merkmal der Katholisch-Apostolischen Gemeinden:

Sie erwarteten, dass Gott in Situationen

des Alltags redete und handelte.


7

Hierin kann man eine klare Parallele zur heutigen

charismatischen Bewegung erkennen.

In den 60er Jahren entwickelte sich eine breite

charismatische Bewegung in den verschiedenen

Kirchen, also auch in den evangelischen

Landeskirchen. Die GGE ist ein Zweig dieser

Bewegung in der Württembergischen evangelischen

Landeskirche.

Es begann in den 50er Jahren. Da beobachtete

man vereinzeltes Auftreten von Charismen

wie Sprachengebet und Prophetie in der Christusbruderschaft

Selbitz, in der Bruderschaft

vom gemeinsamen Leben, in der Marienschwesternschaft

in Darmstadt und anderen

Kommunitäten.

Anfang der 60er Jahre begann der weltweite

Aufbruch der charismatischen Bewegung in

Skandinavien, Afrika, USA und auch in der

DDR.

Ich nenne jetzt einige Jahreszahlen, Namen

und Orte. Manche von uns älteren haben dies

alles miterlebt:

1963 war eine Tagung mit Larry Christenson

(USA) und Arnold Bittlinger in Enkenbach in

der Pfalz.

1965 war dann das 1. Königsteiner Treffen,

aus dem sich der „Ökumenische Kirchentag“

entwickelte.

1968 erfolgte die Gründung des ökumenischen

Lebenszentrums für die Einheit der

Christen in Craheim.

Ab 1973 datieren wir die Entstehung der

ökumenischen Kirchenwochenarbeit in der

DDR und 1974 konstituierte sich der Christusdienst

Thüringen.

1976 wurden die „Würzburger Leitlinien“ verfasst.

Erklärtes Ziel darin ist: die charismatisch

erneuerte Kirche.

1976 begannen auch die jährlichen überkonfessionellen

Sommertagungen in Berlin-

Weißensee. Initiator war Pfarrer Dr. Dr. Paul

Toaspern.

1977 kam es zur Bildung des „Borsdorfer Konventes“,

der später zum Arbeitskreis für Geistliche

Gemeinde-Erneuerung (Ost) wurde. Vorsitzender

war Pfarrer Gottfried Rebner (Lauter

im Erzgebirge).

Im Westen kam es 1978 zur Gründung der

Charismatischen Gemeinde-Erneuerung in der

Evangelischen Kirche (CHARGE). Pastor Wolfram

Kopfermann (Hamburg) wurde 1. Vorsitzender.

1979 wurde die Geistliche Gemeinde-Erneuerung

in der Evangelischen Kirche ein eingetragener

Verein (GGE) und es kam zur Einrichtung

der GGE-Geschäftsstelle in Hamburg.

1982 war ein Europa-Kongress der Charismatischen

Erneuerung in Straßburg mit über

20.000 Teilnehmern, viele davon waren aus

der römisch-katholischen Kirche.

1987 war die 1. Mitarbeiterkonferenz mit John

Wimber in Frankfurt/Main. Thema: „Evangelisation

in der Kraft des Heiligen Geistes“.

1988 wurde Pfarrer Friedrich Aschoff 1. Vorsitzender

der GGE.

Am 3. Oktober 1991 geschah die Vereinigung

von GGE Ost und GGE West zu einem gemeinsamen

Leitungskreis der GGE. Vorsitzender

wurde Pfarrer Friedrich Aschoff aus Bayern,

stellvertretender Vorsitzender: Landespfarrer

Wolfgang Breithaupt, Leiter des Hauses der

Stille in Weitenhagen in Pommern.

1991 fand der 1. Gemeinde-Kongress in Nürnberg

statt, gemeinsam veranstaltet von der

Arbeitsgemeinschaft für Gemeinde-Aufbau

(AGGA) und der GGE.

1991 waren auch die ersten Seelsorgekonferenzen

in Friedrichshafen und Hannover.

1993 war der 3. Gemeinde-Kongress in Nürnberg.

Unter anderen auch mit Bill Hybels von

Willow Creek in Chicago als Referent.

1994 nahm die Tagungsstätte der GGE in

Obernkirchen ihren Dienst auf. Pastor Christoph

von Abendroth war ihr 1. Leiter.

Foto aus der Homepage von Gerhard Brüning

1994/95 unterstützte die GGE die „Versöhnungs-Wege

im 50. Jahr nach dem Ende des 2.


8

Weltkriegs“. Reisen in 23 Länder fanden statt.

Der erste Versöhnungs-Weg ging nach Auschwitz.

1996 wurden die Alpha-Kurse aus England von

der GGE vorgestellt und bewährten sich auch

in Deutschland.

Vom 13. bis 16. Mai 1999 fand in Nürnberg

„Jesus 2000“ statt als gemeinsamer Kongress

charismatischer Bewegungen in Deutschland.

2000 geschah die Gründung des GGE-Jugendnetzwerkes

„jesusgeneration.de“.

Beim „Jesus-Tag“ in Berlin zogen über 50.000

Christen durch die deutsche Hauptstadt. Da

war die GGE ganz wesentlich mit dabei.

Beim Gebetstag „Zeichen setzen“ am

3.10.2001 in Neufrankenroda (Thüringen) beteten

4.000 Menschen aus allen Generationen

für Deutschland und richteten ein großes

Kreuz auf.

Am 8.12.2001 begegneten sich bei „Miteinander

- wie sonst“ in der Münchner Frauenkirche

Bewegungen aus dem katholischen und

evangelischen Raum.

Die GGE begann 2002 zusammen mit Jugend

mit einer Mission (JMEM) und weiteren Partnern

die Herausgabe der vierteljährlichen Zeitschrift

„COME“.

Beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin

fand ein russisch-deutscher Versöhnungsgottesdienst,

u. a. mit Metropolit German (russ.-

orth.) und den Bischöfen Fischer (ev.) und

Wanke (kath.) statt. In Chemnitz war das 1.

Deutschlandtreffen der GGE mit Bischof

Manas Buthelezi aus Südafrika.

Am 8. Mai 2004 traf man sich bei „Gemeinsam

für Europa“ in Stuttgart mit 10.000 Freunden

und Mitgliedern geistlicher Bewegungen und

Gemeinschaften als Bekenntnis zur christlichen

Verantwortung für Europa.

Am 1. Juli wurde Dieter Keucher (Chemnitz)

neuer 1. Vorsitzender der GGE, Friedrich

Aschoff wurde nun Ehrenvorsitzender.

Im Mai 2005 war in Stuttgart die bisher weltweit

größte Alpha-Konferenz (in Zusammenarbeit

mit Alpha-Deutschland und der Gemeinde

Holy Trinity Brompton, London).

Beim 2. GGE-Deutschlandtreffen in Chemnitz

setzte sich Bischof Abromeit für missionarischen

Gemeindeaufbau ein.

Inzwischen hatte sich die GGE in Württemberg

zu einem eigenen Verein formiert. Das war

1995. 1.Vorsitzender war zunächst Winfried

Gruhler, Pfarrer damals in Metzingen. 1998

wurde er auf eigenen Wunsch abgelöst von

Gerhard Brüning, damals Pfarrer in Auenwald-

Oberbrüden bei Backnang.

2001 wurde Ralph Hermann zum 1. Vorsitzenden

gewählt, Pfarrer in Abstatt bei

Heilbronn. 2004 und 2007 wurde er wieder

gewählt:

Inzwischen hatte sich die Zeitschrift ERlebt zu

einem wichtigen Organ der GGE in Württemberg

entwickelt. Sie wird 4 x im Jahr an etwa

750 Adressen verschickt. In der Homepage:

gge-wuerttemberg.de wird auf wichtige Termine

auch in unserer Landeskirche hingewiesen.

Einmal im Jahr ist ein Treffen mit den

Verantwortlichen der CE, der charismatischen

Erneuerung in der Katholischen Kirche und ein

anderes Mal ein Treffen mit den Verantwortlichen

der anderen charismatischen Gruppierungen

in unserer Landeskirche, in der Regel

auch einmal im Jahr ein Treffen mit unserer

Kirchenleitung in Stuttgart.

Eine jährliche Mitgliederfreizeit und ein etwa

monatlicher „Impulsbrief“ verbindet die Mitglieder

der GGE. Zu Seminartagen und zu Gebetstreffen

des Gebetsnetzes wird hin und her

im Lande öffentlich eingeladen wie auch zu

den Lobpreisgottesdiensten an verschiedenen

Orten. Über allen Angeboten im Jahr 2009

steht als Jahresthema: „Anbetung als Lebensstil“.

Jesus spricht in Matthäus 9, 17 von jungem

Wein und neuen Schläuchen. Als so ein

neues Gefäß erweist sich unser GGE-Verein

bei uns in Württemberg.

Pfarrer i.R. Helmut Trömel


9

100 Jahre Berliner Erklärung - „Komm Heiliger Geist“

Gebetstag in Berlin - 15. September 2009, 11 – 22 Uhr

Ort: Gemeinde auf dem Weg, Waidmannsluster Damm 7 c-e, 13507 Berlin-Reinickendorf

Am 15. September 1909 unterzeichneten über

50 geistliche Leiter Deutschlands die „Berliner

Erklärung“. Damit wollten sie die nach ihrer

Meinung schädlichen Einflüsse einer erwecklichen

Veranstaltungsreihe in Kassel beenden.

Von dieser Zeit an zog sich ein tiefer

Riss durch die verschiedenen Gemeinschaften

der Christen in unserem Land.

Seit etwa zwei Jahrzehnten gehen Christen

und Gemeinden unterschiedlichster Strömungen

wieder stärker aufeinander zu. Es gab und

gibt inzwischen viele Begegnungen, tiefe

Versöhnung und konstruktive Zusammenarbeit.

Gott sei Dank!

Es ging jedoch vor 100 Jahren nicht nur um die

zwischenmenschliche Ebene der Beziehung

zwischen Glaubensbrüdern, sondern vor allem

um die Beziehung zu Gottes Geist. Wir haben

den Heiligen Geist betrübt, ihn kontrolliert

und Blockaden aufgebaut, die sein Wirken in

unserem Land bis heute spürbar einschränken.

Wir glauben, Gott will in unserem Land

neu seinen Heiligen Geist in seiner ganzen

Fülle ausgießen.

Wir laden alle nach Berlin ein, die bereit

sind…

...sich unter die Schuld der Vergangenheit zu

stellen und stellvertretende Buße zu tun.

…den Heiligen Geist in unserem Land neu

willkommen zu heißen.

…sich Jesus Christus neu hinzugeben,

…der Leitung des Heiligen Geistes zu vertrauen

und ihm Freiraum zu geben, wie er

wirken will und wo er uns hin führen möchte.

Wir gehen gemeinsam folgende Schritte:

1. Wir schauen zurück, beugen uns vor Gott

und stellen uns mit unter die Schuld, den

Geist Gottes betrübt zu haben. Wir bitten

Gott um Vergebung für die Ausgrenzung

und Reglementierung seines Geistes.

2. Wir freuen uns über das, was inzwischen

geschehen ist: Über die Leiter, die aufeinander

zugegangen sind und über Christen,

die sich neu für das Wirken des Heiligen

Geistes geöffnet haben.

3. Wir beten: „Komm, Heiliger Geist!“ Wir

heißen den Geist Gottes willkommen und

bitten ihn, mit seiner ganzen Fülle, seinen

Gaben, seinen Früchten und seiner Leitung

in Deutschland zu wirken.

Trägerkreis:

Ortwin Schweitzer, Willy Maier, Drs. Christoph

und Utta Häselbarth, Markus Egli, Uwe Mayer,

Keith Warrington und viele andere Werke,

Freikirchen und Pastoren.

Infomaterial und Anmeldung: Tel. 05721-

924124 e-mail: khg-office@weitopen.de

„Denn das Reich Gottes besteht nicht im Wort, sondern in Kraft“

1. Korinther 2, 1-5

Und ich, als ich zu euch kam Brüder, kam

nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede

oder Weisheit das Geheimnis Gottes zu verkündigen.

Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter

euch zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn

als gekreuzigt.

Und ich war bei euch in Schwachheit und mit

Furcht und in vielem Zittern; und meine Rede

und meine Predigt bestand nicht in überredenden

Worten der Weisheit,

sondern in Erweisung des Geistes und der

Kraft,

damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit,

sondern auf Gottes Kraft beruht.

1. Korinther 4, 20

Denn das Reich Gottes besteht nicht im Wort,

sondern in Kraft.

(Elberfelder Übersetzung von 1992)


10

Erfahrung mit den Impulsen der charismatischen Erneuerung

Mit diesen Zeilen möchte ich einen Einblick

geben, wie ich zur charismatischen Erneuerung

kam und wie es mir dabei ging und

geht.

Bei uns am Ort gibt es einen sehr lebendigen

CVJM mit vielen Gruppen und Kreisen. In

diesen bin ich damals, nach der Konfirmation,

auf Wunsch meiner Mutter eingetreten, die

wollte, dass ich eine geistliche Heimat habe.

Ich war voll dabei und habe mich selbst eingesetzt.

Ich habe selbst auch einige Jahre eine

Jungschargruppe geleitet und bin später –

1978, nach dem Tod meiner Mutter – noch

zum Posaunenchor gekommen. In diesem bin

ich heute noch als Bläserin aktiv.

Während der Jugendkreiszeit hatten wir ein

Leiterehepaar, das mit uns begann aus den

„Du bist Herr“ - Liederbüchern zu singen.

In Reutlingen fand damals regelmäßig ein

Lobpreis-Gottesdienst der GGE statt. Unser

Jugendkreis machte sich zusammen mit dem

Leiterehepaar an einem Sonntagabend auf,

um an dem Lobpreis-Gottesdienst teilzunehmen.

Wir saßen alle gemeinsam in den letzten

Bankreihen und nach dem der Sprachengesang,

der sehr ungewohnt gewesen ist, für uns

sehr befremdend war, schlichen wir uns –

einer nach dem anderen – leise wieder aus der

Kirche heraus. Wir konnten uns zu der damaligen

Zeit alle nicht mit einer solchen Art von

Gottesdienst anfreunden.

Von dieser Zeit an ging ich regelmäßig zu den

Lobpreis-Gottesdiensten nach Reutlingen. Ich

wurde dort mit der Zeit selbst auch Mitarbeiterin.

Es tat gut, für mich und die Nöte und

Sorgen, die ich hatte, beten und sich segnen

zu lassen.

Mitte der 90er Jahre bekamen liebe Freunde

von mir – der Vater war eine Zeit lang mit mir

zusammen im Jugendkreis - eine kleine Tochter.

Schnell war ich immer wieder so eine Art

„Ersatzmama“, wenn die Eltern z. B. auf einen

Flohmarkt nach Belgien reisen, aber das Kind

nicht mitnehmen wollten und konnten, weil es

noch zu klein war. So kümmerte ich mich oft

um das Mädchen. Ich versuchte ihr von Anfang

an sehr viel Liebe und Wärme zu geben

und betete viel für sie und als sie größer

wurde mit ihr.

Es gab dann eine Zeit in der ich mit ihr an

keiner Kirche vorbei gehen konnte, ohne dass

sie nicht sagte: „Ich will da rein und meinen

lieben Jesus anschauen“. Das Mädchen wollte

viel von Jesus und Gott wissen und so habe ich

mich vor etwa 5 Jahren entschlossen – sie ist

jetzt inzwischen fast 11 Jahre – sie mit zur

Zeltstadt auf die Nordalb zu nehmen, wo sie

mit Begeisterung Jahr für Jahr beim Kinderprogramm

teilnahm. Sie erlebte während dieser

Jahre, den Umgang mit Gebet und Segnung.

Im Jahr 1994 nahm ich mit anderen Gemeindemitgliedern

an einer Israelreise teil, die von

unserem damaligen Gemeindepfarrer geleitet

wurde. Dieser Gemeindepfarrer war auch in

dem Team des Lobpreis-Gottesdienstes in

Reutlingen mit tätig. Außerdem waren auch

noch andere Teilnehmer, welche Lobpreis

schon kannten und praktizierten, bei der Reise

dabei. Ich wurde angefragt, ob ich meine Gitarre

mitnehmen und die Lieder mit der Gitarre

begleiten würde. Nach einigem Überlegen

sagte ich zu und es war eine ganz besondere

Zeit. Während dieser Reise merkte ich deutlich,

dass sich in mir etwas veränderte und

beim Abendmahl in der Erlöserkirche in Jerusalem

war es mir dann klar, dass ich nicht so

bleiben möchte, wie ich bin und es begann der

Prozess der Veränderung.


11

Nach der Zeltstadt im vergangenen Sommer

entschied sie sich, dass sie sich nun endlich

taufen lassen will und so wurde sie am 4. Advent

2008 in der evangelischen Kirche in Reutlingen

getauft. Sie erzählte an ihrem Tauftag

sehr überzeugend vor allen Gottesdienstbesuchern,

warum sie sich heute taufen lässt.

Als wir sie in diesem Jahr fragten, ob sie denn

wieder mit dabei sein möchte bei der Zeltstadt,

antwortete sie uns: „Ja, schon, aber

noch schöner wäre es, wenn Papa und Mama

auch mal mit dabei wären.“ Wir haben für die

Sache gebetet und es in Gottes Hand gegeben

und erlebt, dass Gott wirkt.

Die Eltern haben für die Zeit der Zeltstadt auf

der Nordalb zusammen mit ihrer Tochter ein

Zimmer in Bad Ditzenbach gebucht und sich

als „externe“ Dauerteilnehmer angemeldet.

Ich denke, nach meinen Erfahrungen, die Impulse

der charismatischen Bewegung – Lobpreis,

Segnung, Sprachengebet usw. muss man

selbst erleben, um davon angesteckt und begeistert

zu werden.

So ist es unser Gebetsanliegen, dass es den

Eltern meines Patenkindes nicht so geht, wie

mir zunächst, dass sie durch diese neuen, für

sie noch sehr ungewohnten Impulse, abgeschreckt

werden, sondern dass sie von der

Freude und Begeisterung angesteckt werden.

Wir sind gespannt wie und was Gott der HERR

an ihnen wirkt.

Ich selbst kann

mir heute ein Leben

ohne diese

Impulse – die ich

immer wieder

mal in Veranstaltungen

der GGE

erleben darf –

nicht mehr vorstellen

und würde

sehr viel vermissen.

Sabine Trömel

Buchbesprechung

„Kirche ist Mission –

Auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Missionsverständnis“

Von Roland Hardmeier, ISBN 978-3-937896-

77-9, Bestell-Nummer 588 677

Neufeld Verlag, Schwarzenfeld, März 2009

Vor unseren Augen vollzieht sich ein dramatischer

Wandel - durch Globalisierung und

Postmoderne -, der nicht nur Auswirkungen

auf die Gesellschaft hat, sondern auch die

Christenheit betrifft. Was bedeutet es, in dieser

Welt den Auftrag zu erfüllen, den Jesus

Christus der Kirche gegeben hat

Roland Hardmeier beschreibt in diesem Buch

den gegenwärtigen Wandel evangelikaler

Missionstheologie hin zur Ganzheitlichkeit

des Evangeliums und der Transformation der

Welt. Diese radikale Anstiftung bedeutet,

dass die Kirche sich neu auf ihre missionarische

Aufgabe besinnt und zugleich ihre sozi-

ale Verantwortung wahrnimmt - und so zur

Heilung der Welt beiträgt. Der Autor liefert

eine umfassende biblische Begründung für

ein transformatorisches Missionsverständnis.

Durch die Aufarbeitung der missiologischen

Entwicklungen in der Zwei-Drittel-Welt, die

konsequente Einbeziehung des Alten Testaments

und den Blick auf Jesus als Mensch

und Prophet vermittelt Roland Hardmeier

eine für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

relevante Sicht von Kirche und Mission.

Dr. Roland Hardmeier studierte Biblische

Theologie an der Akademie für Weltmission in

Korntal und Missiologie an der Universität

von Südafrika. Er ist Pastor im Bund der

Freien Evangelischen Gemeinden der Schweiz

und Dozent bei IGW International.

Pfarrer Ralph Hermann


12

Mit dem Mittagsgebet fing alles an

Die Pfarrerin unserer Gemeinde hatte vor ungefähr

zweieinhalb Jahren die Liturgie des Mittagsgebets

für sich entdeckt, einige Zeit ausprobiert

und wollte dann auch andere dazu

einladen. Dies geschah über eine Notiz im

Gemeindebrief. Seither treffen sich in der

Regel zwei bis sechs Personen von montags

bis freitags immer um 12 Uhr im Chorraum

unserer Kirche zum täglichen Gebet. Wir nehmen

die Liturgie aus dem Gesangbuch. Unsere

Pfarrerin ist so oft es ihr möglich ist dabei.

Inzwischen kann auch jede von uns die Aufgabe

des Kantors und des Liturgen übernehmen.

Unsere Stimmen sind zwar nicht immer

auf Höchstniveau, aber wir lassen uns nicht

davon abbringen, die Psalmen und Texte zu

singen. So kann auch jederzeit jemand dazu

kommen, dem die Liturgie fremd ist. Unsere

Kirche ist die Woche über geöffnet, so dass

immer wieder Menschen vorbeikommen zum

Beten und Innehalten.

Ganz wichtig ist für mich das „Stille Gebet“, in

das wir die Bitten einzelner Gemeindeglieder

oder auch der Anwesenden mit hineinnehmen.

Meistens geht es um Krankheitsnöte

oder schwierige Lebensumstände, die kurz genannt

werden.

Von einer Teilnehmerin des Mittagsgebets

kam der Wunsch nach einem Dankgottesdienst.

Sie hatte eine schwere Erkrankung und

wollte nach einem Jahr „ihr Leben feiern“ und

Gott danke sagen – ganz bewusst in einem

Gottesdienst zusammen mit ihrer Familie,

ihren Freunden und uns vom Mittagsgebet. Zu

diesem Gottesdienst, den wir jetzt zum zweiten

Mal feierten (an einem Sonntagnachmittag

um 15 Uhr!), wird die ganze Gemeinde

eingeladen. Wir nennen ihn „Dank-Gottesdienst

für Kranke und Gesunde“. Der Ablauf ist

sehr schlicht: Lieder, Gebete, eine kurze Ansprache

der Pfarrerin. Es gibt eine offene

Phase mit verschiedenen Stationen: Man kann

eine Kerze anzünden – man kann ein Gebet

aufschreiben, das nachher in die Fürbitte mit

hineingenommen wird - man kann ein Anliegen

sagen, für sich beten lassen und einen

persönlichen Segen empfangen – man kann

einen Edelstein am Altar ablegen als Ausdruck

des Dankes und ihn am Schluss mit nach Hause

nehmen - oder es gibt das Angebot der Salbung.

Obwohl vieles fremd ist, wird es doch

gut angenommen. Ich selbst bin im Salbungs-

Team. Es war für uns eine beglückende Erfahrung,

die Teilnehmer die Nähe Gottes durch

Berührung und einen Zuspruch so persönlich

erfahren zu lassen.

Wie geht es nun weiter Durch das Erlebte in

den beiden Gottesdiensten sind wir ermutigt,

in diese Richtung weiterzugehen. Jesus selbst

hat ja gesagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr

mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken“.

Was gibt es schöneres, als Menschen

einzuladen, damit sie in Jesu Gegenwart

Stärkung und Trost und Ermutigung und Freude

erfahren.

Dass wir dies in unserer Gemeinde tun können,

freut mich sehr. Das Mittagsgebet geht

weiter. Ich bin dabei, so oft ich kann. Es gibt

mir mitten am Tag eine erneute Ausrichtung

auf den, der die Welt und uns Menschen in

der Hand hat.

Gott dürfen wir

loben, ihn dürfen

wir um alles

bitten, ihn dürfen

wir anbeten.

Herma Böttiger

ΩΩΩΩΩΩΩΩ

Philipper 4, 4.6.7

Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will

ich sagen: Freut euch!

Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen

durch Gebet und Flehen mit Danksagung

eure Anliegen vor Gott kundwerden;

Und der Friede Gottes, der allen Verstand

übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken

bewahren in Christus Jesus.


13

Der Herr segne Dich!

Die Wiederentdeckung der persönlichen Segnung

Jugendgottesdienst in Grafenberg am Abend

des Gründonnerstags.

Die Kirche ist gut besucht. Auch „Junggebliebene

höheren Alters“ und Mitchristen aus

umliegenden Gemeinden sind gekommen.

Die Band präsentiert ausdrucksstark und gekonnt

neuere geistliche Lieder. Den jungen

Musikern gelingt es, die Gemeinde zum aktiven

Mitsingen zu animieren. Eine ansprechende

Predigt transportiert das Evangelium ins

aktuelle Zeitgeschehen und macht Mut, dem

Glauben in den konkreten Herausforderungen

des Alltags Raum zu geben und entsprechend

zu handeln.

Unser Pfarrer Friedrich Bahret hat die Leitung

des Abendmahls übernommen. Anschauliche,

auch für junge Menschen, nachvollziehbare

Gedanken vermitteln einen einladenden Zugang

zur Feier der Gemeinschaft mit unserem

Herrn.

Nach der Austeilung des Abendmahls besteht

die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen.

Unabhängig vom Alter wird dieses Angebot

im vorderen Bereich der Kirche von vielen

angenommen.

Jahresabschluss-GD 2008.

Dieses Mal sind fast ausschließlich Erwachsene

in der Kirche. Die Predigt hat das Thema

„Segnen“ als zentralen Inhalt.

Das Abendmahl wird in einer neuen Form angeboten:

Die Teilnehmenden gehen in Richtung

Altar und erhalten auf ihrem Weg von

zwei Kirchengemeinderäten Brot und Wein.

Im Chorraum kann aus einem Körbchen ein

Segenswort genommen werden. Auf dem

Rückweg gibt es wieder die Möglichkeit zur

persönlichen Segnung.

Unser Pfarrer bildet zusammen mit einigen

Mitarbeitern das Segnungsteam. Vorausgehend

wurde darauf hingewiesen, dass wir uns

gegenseitig die Freiheit geben wollen, dieses

Angebot anzunehmen oder auch nicht. Keiner

möge den anderen wegen seiner Entscheidung

„schief ansehen“. Offensichtlich hat dieses

Vorgehen zu einer großen Freiheit beigetragen.

Viele Gemeindemitglieder lassen sich

persönlich den Segen Gottes zusprechen - fast

so, als ob das bereits eine „Tradition“ sei.

Wir sind erstaunt, wie unkompliziert das „Persönliche

Segnen“ in unserer Gemeinde neu

entdeckt wird.

Was bei der Segnung geschieht, ist letztlich

eine Sache zwischen Gott und dem Menschen,

der sich erwartungsvoll an ihn wendet.

Als Mitarbeiter beim Segnen und als Gesegnete

können wir von Gott nichts erzwingen,

aber voll Vertrauen erbitten. Mit menschlicher

„Machbarkeit“ hat Segnen nichts zu tun, aber

es ist ein großes Vorrecht, dass wir uns gegenseitig

dem Schutz und der Herrschaft Gottes

unterstellen dürfen und damit auch unsere

Anliegen zu seiner Sache machen können.

Oft erfüllt uns früher oder später dann ein

dankbares Staunen über seine liebevolle und

überraschende Antwort.

Edith und Roland Barthelmess

Impressum: ERlebt ist die Zeitschrift des Arbeitskreises für Geistliche Gemeinde-Erneuerung im

Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg e.V. (GGE Württ.).

Redaktion: Sabine Hermann, Sabine Trömel, Helmut Trömel, Dagmar Weber.

GGE Württemberg - Büro: Sabine Trömel, Im Brett 9, 72805 Lichtenstein, Tel. 07129-6144,

Fax: 07129-694071, e-mail: Sabine.Troemel@t-online.de

Homepage: www.gge-wuerttemberg.de

Spendenkonto: GGE Württ., Konto 828 050 9, BW-Bank BLZ 600 501 01

Über Anregungen und Infos für ERlebt freuen wir uns sehr! Bitte senden Sie diese an:

Dagmar Weber, 71364 Winnenden, Im Bürgle 17, e-mail: sida.weber@t-online.de

Die einzelnen Beiträge geben nicht immer die Meinung des Vorstandes und der Redaktion wieder!


14

GEBETSNETZ

- Württemberg -

„… und die Schafe hören seine Stimme …“ Joh 10,3

Seit ich mich für ein Leben im christlichen

Glauben entschieden habe, war mir klar, dass

es dabei um eine Beziehung zu Jesus Christus

geht, und dass es diese Beziehung nicht nur

als Einbahnstraße zu pflegen gilt. Er möchte,

dass ich ihn frage und mich nach seinem Wort

ausrichte in allen Lebensbereichen.

Schon als junge Christin habe ich weitreichende

Entscheidungen im Ringen um die Erkenntnis

seines Willens getroffen. Im Laufe der Jahre

hat mich immer wieder die Frage beschäftigt,

wie gut ich die Stimme des guten Hirten

höre und seine Stimme von anderen Stimmen

unterscheiden kann. Durch Seminare zu „Prophetie“

und „Hörendes Gebet“ wurde dieses

Thema immer wieder neu belebt, vertieft und

erweitert.

Wir vom Gebetsnetzteam treffen uns seit

diesem Jahr ganz regelmäßig einmal im Monat

und erleben mit großer Freude, wie das gemeinsame

Hören auf Gott unsere Gebetszeiten

und Vorbereitungen für das jeweils nächste

Gebetsnetztreffen bereichert, erleichtert

(es erspart manche Diskussion), belebt und

uns selber erfrischt. Es ist total spannend und

begeisternd, wie die verschiedenen Eindrücke

sich ergänzen und ein Gesamtbild ergeben

und so auch eine „Sicherheit“ für den Willen

Gottes entsteht. So fragen wir Jesus: Was ist

das Thema für den geistlichen Impuls Was

sind evtl. Gebetsschwerpunkte Was ist wichtig

zu beten im Vorfeld, um den Boden für das

Gebetsnetztreffen vor Ort zu bereiten

Zum 5-jährigen Jubiläum des Stadtgebetes in

Esslingen wird es demnächst einen gemeinsamen

Abend mit dem Gebetsnetzteam der

GGE Württemberg geben. Beim Termin gibt es

bei Drucklegung noch Unsicherheiten (steht

dann für Interessenten im Internet oder ist

direkt bei mir zu erfahren).

Alle Interessierte aus der Umgebung sind zu

diesem Abend ganz herzlich eingeladen!

Möchtest Du mit Deinem

Gebetskreis im

Gebetsnetz Württemberg

verknüpft

sein

Dann melde dich

bitte bei mir!

Edeltraud Schunk

Tel. 0170-5541671

ERlebt Nr. 44 - Lösungen des Rätsels von Seite 14

1. Mk. 11, 1.2; Lk. 19, 28-30 Betfage

2. Lk. 6, 17 Sidon

3. Apg. 8, 4 ff Phillipus

4. Matth. 7,13.14 DieengePforte

5. 1. Mos. 29, 18-30 vierzehn

6. Lk. 2, 25-32 Simeon

7. 2. Mos. 31, 18 Sinai

8. 2. Mos. 4, 14 Aaron

9. Matth. 25, 34.40 König

10. 2. Mos. 12, 1-28 Passa

11. 2. Mos. 10, 12-15 Heuschrecken

12. Joh. 8, 12; Math. 5, 14 LichtderWelt


15

Ich habe Sehnsucht…

Wenn ich in meiner Bibel lese, wenn ich Missionsberichte

aus aller Welt lese, wenn ich mir

in meinen Gedanken vorstelle, wie der Dienst

von Paulus, von Petrus, von den ersten Christen

überhaupt ausgesehen hat, dann bekomme

ich Sehnsucht!

Sehnsucht danach, dass all diese Zeichen der

Kraft Gottes auch in unseren Tagen in unserer

Landeskirche zum Alltag gehören.

Ich habe Sehnsucht, dass jungen Menschen,

die schon als Kinder in der Familie missbraucht

wurden, die geschlagen, eingesperrt wurden,

die nie eine Chance hatten sich „normal“ zu

entwickeln (unter solchen jungen Frauen arbeitet

eine meiner Töchter), dass diese jungen

Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes

und durch die Liebe Jesu heil werden!

Ich habe Sehnsucht, dass die Drogensüchtigen,

die Alkoholiker, die sich vor der Leere,

den Problemen dieser Welt „zuschütten“, befreit

werden!

Ich habe Sehnsucht, dass junge Menschen, die

wegen ihrer körperlichen Behinderung von

den Eltern, von Freunden gequält, vernachlässigt

wurden, dass ihre Seele durch die Liebe

Jesu heil wird, dass ihr Körper durch die Kraft

des Heiligen Geistes geheilt wird.

Ich habe Sehnsucht, dass Krankheiten wie

Krebs, Herzinfarkt und viele andere durch die

Kraft des Wortes Jesu verschwinden müssen.

Ich habe Sehnsucht, dass in das Leid dieser

Welt das Reich Gottes einbricht!

Ich habe Sehnsucht, dass die Liebe Jesu, die

Kraft des Heiligen Geistes unsere Gemeinden,

unsere Landeskirche erneuert.

Nehmen wir die letzten Worte Jesu, sein Vermächtnis

ernst, leben wir wirklich danach

Matth. 28, 19 „…geht hin und macht alle Nationen

zu Jüngern und tauft sie auf den Namen

des Vaters und des Sohnes und des Heiligen

Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren, was

ich euch geboten habe…“ (dazu gehören Heilung

und Befreiung…)

Markus 16, 15.17 „Geht hin in die ganze Welt

und predigt das Evangelium der ganzen

Schöpfung! … Diese Zeichen aber werden

denen folgen, die glauben: In meinem Namen

werden sie Dämonen austreiben; sie werden

in neuen Sprachen reden, werden Schlangen

aufheben, und wenn sie etwas Tödliches

trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen

werden sie die Hände auflegen, und sie

werden sich wohl befinden.“

Den Kranken die Hände auflegen –

und es wird ihnen besser gehen, sie

werden gesund werden!

Welch wunderbares Zeugnis wäre dies für die

Gemeinde und erst recht für die Welt!

Matth. 8, 14 ff „Und als Jesus in das Haus des

Petrus gekommen war, sah er dessen Schwiegermutter

fieberkrank darniederliegen. Und er

rührte ihre Hand an, und das Fieber verließ

sie und sie stand auf und diente ihm.“

Lukas 18, 35.38.41.42 „Es geschah aber, als er

sich Jericho näherte, saß ein Blinder bettelnd

am Weg… Und er rief und sprach: Jesus, Sohn

Davids, erbarme dich meiner!... Jesus aber

fragte ihn: Was willst du, das ich dir tun soll

Er aber sprach: Herr, dass ich sehend werde!

Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein

Glaube hat dich geheilt! Und sofort wurde er

sehend und folgte ihm nach und verherrlichte

Gott. Und das ganze Volk, das es sah, gab

Gott Lob.“

In meinem Namen werden sie

Dämonen austreiben.

Ich selbst habe es miterlebt, wie ein junger

Mensch, der als Notfall in der Psychiatrie gelandet

war und die schwerste psychische Diagnose

erhalten hatte, innerhalb weniger Wochen

durch die Kraft Gottes frei wurde!

Markus 5, 1 ff „…und als er aus dem Boot gestiegen

war, begegnete ihm sogleich von den

Grüften her ein Mensch mit einem unreinen

Geist… Jesus sagte: Fahre aus, du unreiner

Geist, aus dem Menschen! Und er fragte ihn:

Was ist dein Name Und er spricht Legion ist

mein Name, denn wir sind viele… Und die

unreinen Geister fuhren aus… Und sie (die

Menschen der Gegend) kommen zu Jesus und

sehen den Besessenen, der die Legion gehabt

hatte, bekleidet und vernünftig sitzen und sie

fürchteten sich… Und er ging hin und fing an

auszurufen, wie viel Jesus an ihm getan

hatte, und alle wunderten sich.“

Lasst uns IHN anbeten und IHM danken, für all

das was er schon getan hat! Lasst uns danach


16

ausstrecken und zum HERRN flehen, dass Sein

Heiliger Geist uns endlich in die Fülle hinein

führt, die Jesus uns verheißen hat. IHM allein

gebührt alle Ehre, Lobpreis und Anbetung!

Dagmar Weber

Zeugnis: Mein bester Freund – der Heilige Geist!

Der Heilige Geist ist mein bester Freund! Er

hat immer Zeit für mich, mit ihm kann ich über

alles reden: Wie es mir gerade ums Herz ist,

welche Wünsche und Sehnsüchte ich habe. Er

ist über kein einziges gedankenlos daher gesprochenes

Wort beleidigt. Er versteht mich

immer und wenn ich ganz genau hinhöre, spüre

ich seine Zustimmung oder manchmal merke

ich auch, wie er den Kopf über mich schüttelt

und lächelnd sagt: „Oh, Dagmar“. Ich bin

immer von ihm angenommen, immer geliebt.

Wenn ich traurig bin, wenn ich mich ungerecht

behandelt fühle, wenn ich wieder einmal

versagt habe - ich kann jederzeit mit ihm reden.

Er hört mich, tröstet mich, gibt mir Mut.

Aber auch wenn ich voller Freude bin, wenn

ich übermütig bin und nur Purzelbäume schlagen

könnte – ich rede über alles mit ihm. Und

Er freut sich mit mir.

Der Heilige Geist löst oft nicht meine Alltagsprobleme

– aber Er füllt mich mit Frieden,

Freude und Liebe. Er hilft mir, dass ich jedem

Menschen verzeihen kann. Er hilft mir dabei,

wenn ich versuche, andere Menschen mit den

Augen Jesu zu sehen. Ich gebe ihm meine Verletzungen,

meine Wunden, meine Traurigkeit,

ja auch so manches Mal meine Hilflosigkeit,

meine innere Leere. Es ist wunderbar, wie Er

mir immer wieder Hoffnung und Zuversicht

gibt und mich tröstet.

Mein Freund, der Heilige Geist, lehrt mich,

lässt mich immer mehr aus dem Wort Gottes

verstehen. Er gibt mir einen geistlichen Hunger,

eine Sehnsucht nach Gottes Wort. Er offenbart

mir immer mehr Jesus und den Vater

und lenkt meine Gebete. So wird meine Beziehung

zu Jesus und meinem himmlischen

Vater immer intensiver, ist mit immer mehr

Liebe ausgefüllt. Ich wache in der Nacht auf,

wache am Morgen auf und habe ein Lobpreislied

in meinem Herzen, ich bete Jesus an,

sehne mich immer mehr nach ihm. Jesus lebt

durch den Heiligen Geist in mir, der Vater lebt

durch den Heiligen Geist in mir – unfassbares

Geheimnis Gottes!

Oft denke ich gar nicht an meinen Freund und

dann spüre ich, dass der Heilige Geist sich

nach Gemeinschaft mit mir sehnt. Und ich sage

Ihm, wie sehr ich Ihn brauche, wie sehr ich

Ihn liebe. Ja, ich bete Ihn an und gebe Ihm die

Ehre für all das Wunderbare, das Er täglich in

mir tut! Ich danke dem Heiligen Geist für diese

wunderbare Freundschaft.

Diese Freundschaft mit dem Heiligen Geist beginnt

ganz klein und zart, wie ein Pflänzchen

und wächst im Laufe der Zeit, je nachdem wie

man sie pflegt. Sie ist etwas kostbares, sie

wird nach und nach immer tiefer, immer inniger.

Ich möchte meinen allerbesten Freund, den

Heiligen Geist, nie mehr missen. Ich liebe ihn!

Ich denke an das Jesuswort in Joh. 14, 16.17:

„Ich werde den Vater bitten, und er wird euch

einen anderen Beistand geben, dass er bei

euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit

den die Welt nicht empfangen kann, weil sie

ihn nicht kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt

bei euch und wird in euch sein.“

Und an das Wort in Epheser 1, 20.21:

„Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der

Vater der Herrlichkeit (V. 17) hat Jesus aus den

Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der

Himmelswelt gesetzt, hoch über jede Gewalt

und Macht und

Kraft und Herrschaft

und jeden

Namen, der nicht

nur in diesem Zeitalter,

sondern auch

in dem zukünftigen

genannt werden

wird.“

Dagmar Weber


17

„Und mein Land haben sie geteilt“ Joel 4,2

Nachdem Ende des 19.

Jahrhunderts die Juden

in vielen Ländern Osteuropas

und der Sowjetunion

verfolgt und

unterdrückt wurden,

wurde erstmals die

Forderung nach einer

„nationalen Heimstätte“

des jüdischen Volkes in der Balfour-Deklaration

1917 erhoben. Diese Forderung wurde

am 24. Juli 1922 in das Völkerbundsmandat

für Palästina aufgenommen.

Aus Teilen dieses Gebietes wurde 1923 der

neue Staat Jordanien gegründet.

Nach Jahrzehntelangen Unruhen in diesem

(Rest)Gebiet erstellte die UN 1947 einen Teilungsplan.

Dieser wurde von den arabischen

Staaten abgelehnt, von den Juden akzeptiert.

Am 14. Mai 1948 proklamierte David Ben

Gurion als Sprecher des jüdischen Nationalrates

den Staat Israel.

Jes. 66, 8: „Wer hat so etwas je gehört, wer

hat dergleichen je gesehen Wird ein Land an

einem einzigen Tag zur Welt gebracht oder

eine Nation mit einem Mal geboren“

Mit der Regierungsübernahme in den Vereinigten

Staaten im Januar 2009 durch US-Präsident

Barak Obama (Außenministerin Hillary

Clinton) änderte sich die US-Außenpolitik gegenüber

Israel schlagartig. Eine Expertenkommission

schlägt bereits vor, den Israelis

die Kontrolle über Jerusalem wegzunehmen

und eine „Drittpartei“ (UN) solle die Verwaltung

übernehmen. Zwar stimmt der Fraktionsvorsitzende

der Demokratischen Partei im US-

Senat, Harry Reid, mit der harten Israel-Politik

von Präsident Obama nicht überein, doch

auch die Europäische Union, die Bundesrepublik

Deutschland, Russland, alle arabischen

Staaten, sogar der Papst und weltweit viele

evangelikale Gruppen bzw. Kirchen fordern

die „2-Staaten-Lösung“, sprich einen jüdischen

und einen palästinensischen Staat auf biblischem

Boden.

Treu an der Seite Israels stehen sehr wenige

Nationen. Die charismatischen Christen, der

Pietismus, viele Pfingstgemeinden und freie

Gemeinden, die das Wort Gottes ernst nehmen,

wissen, dass dieses Land Gott selbst gehört,

dass Israel Sein auserwähltes Volk und

Sein Erbteil ist.

Stehen wir kurz davor, dass dieses Land wieder

geteilt wird In Joel 4, 1.2 lesen wir: „Denn

siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn

ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden

werde, dann werde ich alle Nationen versammeln

und sie ins Tal Joschafat hinab führen.

Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht

gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils

Israel, das sie unter die Nation zerstreut

haben. Und mein Land haben sie geteilt.

Psalm 2, 1.2.4: „Warum toben die Nationen

und sinnen Eitles die Völkerschaften Es treten

auf Könige (Staatsmänner) der Erde, und

Fürsten tun sich zusammen gegen den HERRN

und seinen Gesalbten. Der im Himmel thront,

lacht, der Herr spottet über sie. Dann spricht

er sie an in seinem Zorn, in seiner Zornglut

schreckt er sie. Habe doch ich meinen König

geweiht, auf Zion, meinen heiligen Berg.“

Im „Vater unser“ beten wir: „Dein Wille geschehe

im Himmel wie auf Erden.“ Gottes

Wille in Bezug auf Israel lesen wir u.a. in

Hesekiel 36, 24.28 „Und ich werde euch (Volk

Israel) aus den Nationen holen und euch aus

allen Ländern sammeln und euch in euer Land

bringen. Und ihr werdet in dem Land wohnen,

das ich euren Vätern gegeben habe, und

ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde

euch zum Gott sein.“

Amos 9, 15 „Ich pflanze sie in ihr Land ein.

Und sie sollen nicht mehr herausgerissen

werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben

habe, spricht der HERR, dein Gott.“

So lasst uns beten, dass Gottes Wille in / mit

Israel geschehe, dass Seine Pläne mit Israel

schon sehr bald zum Durchbruch kommen!

Lasst uns aber auch mutig sein im täglichen

Leben, am Arbeitsplatz, bei Freunden, wo

immer wir

sind, uns

klar an die

Seite Israels

zu stellen.

Dagmar

Weber


18

Wichtige GGE – Termine

Leiterkreis-Treffen

10. Oktober, 10 bis 17 Uhr

Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde

Stuttgart, Urbanstr. 40

Info: Sabine Trömel

Gemeinsamer Nachmittag

GGE-Württ. + CE-Diözesanteam

16. Oktober, 14 bis 17 Uhr

Evang. Gemeindehaus in Grafenberg

Info: Sabine Trömel

GGE-Seminar

„Anbetung als Lebensstil“

14. November, 10 bis 17 Uhr

Evang. Gemeindehaus in Grafenberg

mit Werner Finis

Anmeldung bis spätestens 8. November

Info: Sabine Trömel

GGE-Rügen-Freizeit

4. - 14. September 2010

im Haus „Seeadler“ in Sellin, Rügen

Anmeldeschluss: 21. September 2009

Info: Sabine und Helmut Trömel,

Tel.: 07129-6144, Fax.: 07129-694071

Mitgliederwochenende

5. – 7. März 2010

Fischbach am Bodensee

Anmeldung bis spätestens 30. November

Mitgliederversammlung

mit Neuwahl des Vorstands

24. April 2010

Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde

Stuttgart, Urbanstr. 40

Sonstige Termine

Lobpreis-Kongress

mit Andrea & Albert Frey

3. – 5. September

Schönblick Forum, Schwäbisch Gmünd

verschiedene Workshops u.a.: Einführung

in die Geistesgaben / Sprachengebet

mit Inge und Gebhard Ludwig

5. Sept. öffentlicher Abschlussabend

Info: 07171-9707-0

www.schoenblick-info.de

Gebetstag für Deutschland

3. Oktober, 10 – 16 Uhr

CZW Weinstadt

100 Jahre Berliner

Erklärung

15. September

siehe Artikel Seite 9

Weltweiter Gebetstag

für verfolgte Christen

8. November

Die Evangelische Allianz und Open Doors

stellen dieses Jahr Indien, Laos sowie die

islamischen Länder der Region Zentralasien

in den Fokus des Gebets.

Infomaterial bei Evangelische Allianz und

Open Doors.


19

Herzliche Einladung zu unseren

Lobpreis- und Segnungsgottesdiensten in Württemberg

Am 2. Sonntag des Monats in der Heilandskirche,

Stuttgart-Ost, Sickstr. (beim SWR) um 18 Uhr

Lobpreis-Gottesdienst: 11. Oktober, 8. November

Lobpreis-GD mit Schwerpunkt Heilung: 13. September, 13. Dezember

Information: Gottfried Schottky, Walter-Flex-Str. 48 a, 70619 Stuttgart, Tel. 0711-640 28 46

Fax 0711-640 2850, E-Mail: g.schottky@gmx.de

In Abstatt „Leuchtspuren“-Gottesdienst um 11 Uhr in der Stephanuskirche

18. Oktober, 13. Dezember

Lobpreis-Gottesdienst mit Segnungsangebot im Gemeindehaus um 20 Uhr,

9. Oktober

Information: Pfarrer Ralph Hermann, Radäckerweg 13, 74232 Abstatt, Tel. 07062-630 32,

Fax 07062-642 36, E-Mail: hermann.ralph@freenet.de - homepage: www.ev-kirche-abstatt.de

In Freudenstadt Lobpreis-Gottesdienst um 20 Uhr in der Martinskirche, Vogelsangweg 14

20. September, 18. Oktober, 15. November, 13. Dezember

Information: Inge und Gebhard Ludwig, Tel. 07441-95 04 79

In der Regel am letzten Freitag des Monats in Oberbrüden

„Aufwind-Gottesdienst“ um 20.00 Uhr

25. September, 30. Oktober, 27. November

Information: Bernd Hehr, 71549 Auenwald-Oberbrüden, Tel. 07191-54 999

In Cleversulzbach „Lichtblick“, überkonfessioneller Lobpreisabend

um 19.30 Uhr im Evang. Gemeindehaus

13. September, 8. November

Information: Otto und Gisela Ermold, Karl-Weimer-Str.17, 74196 Neuenstadt, Tel. 07139-7172,

Fax 07139-7172, E-Mail: ermoldotto@web.de

In Lauterburg (bei Essingen) „Quelle-Gottesdienst“ um 10.30 Uhr in der Evang. Kirche

11. Oktober

Information: Pfarrer Gerhard Brüning, Tel. 07332-6607

An diesen Abenden möchten wir

uns bewusst um Jesus sammeln

durch sein Wort und seinen Geist berührt werden

uns den Gaben und Wirkungen des

Heiligen Geistes öffnen

dass sich viele beteiligen

als Christen Gemeinschaft und Austausch erfahren

denen Impulse mitgeben, die neu nach Gott fragen

Sprecher aus verschiedenen Gruppierungen hören

uns überraschen lassen von Gott,

der uns beschenken will.

Heilandskirche in Stuttgart


20

Ich interessiere mich für die Mitgliedschaft im „Arbeitskreis für Geistliche Gemeinde-Erneuerung im

Bereich der Evangelischen Landeskirche Württemberg e.V.“ (GGE)

Name, Vorname..............................................................................................................................

Straße, Hausnummer.......................................................................................................................

PLZ, Wohnort...................................................................................................................................

Telefon, ggf. Fax..............................................................................................................................

ggf. e-Mail Adresse............................................................................................................................

Geburtsdatum (freiwillig).................................................................................................................

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Girls4God – Ermutigungswebsite für Girls!

„Princess Movement“

Es ist soweit! Die zweite Ausgabe von „Princess

Movement“, dem Online Magazin für

Girls ist in Planung und wird voraussichtlich

Mitte Juli dieses Jahr erscheinen.

Nachdem die Freundin, die die Gestaltung der

ersten Ausgabe übernommen hatte, abgesprungen

ist, haben wir die Zukunft von diesem

Online Magazin ganz in Gottes Hände

gelegt und jetzt scheint SEIN Zeitpunkt da zu

sein, dass eine neue Ausgabe erscheinen kann.

Es hat sich eine PRINZESSIN gefunden, welche

die zweite Ausgabe gestalten wird.

Danke Jesus!

Der Inhalt wird herausfordern, aber Gottes

Wahrheiten deutlich vermitteln.

Gebetsanliegen

für eine gute Zusammenarbeit mit der Prinzessin,

die das PM gestalten wird

für eine schöne Gestaltung

für Weisheit, was die Inhalte angeht

dass Gott jetzt schon die Herzen der Leser

vorbereitet

dass Gott die zweite Ausgabe mächtig segnet

Segen + Schutz für die Technik

Segen + Schutz für alle Beteiligten + die Menschen,

die uns nahe stehen!!!

für Weisheit im Umgang mit den Reaktionen

auf das Magazin. Amen.

Mitte Juli steht auf

der Website

www.princessmovement.de

die neue Ausgabe

zum Download bereit.

Danke für eure

Gebete!

Eure Annika Lampmann

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