klassik - Note 1

note1

klassik - Note 1

Aus der Frauenkirche:

Hasses letzte Messe

mit Ludwig Güttler

Aus Bayreuth:

Der „verlorene“ Ring

mit Josef Keilberth

Aus Belgien:

Hörenswerter Mozart

mit Jos van Immerseel

Mitteilungen Mitteilungen Mitteilungen im im im Oktober Oktober Februar 2004 2004 2006

2 •06


Liebe Musikfreunde,

die von vielen befürchtete Mozart-Hysterie

scheint, Gott sei Dank, weitgehend

auszubleiben. Zumindest die Labels bei

Note 1 scheinen auch 2006 nicht vergessen

zu haben, dass es auch noch andere

Komponisten gibt. Natürlich wird es

auch bei uns im Laufe des Jahres Mozart-Einspielungen

geben, allerdings nur

solche, auf die man sich wirklich freuen

kann.

Anlass zu Freude gibt zum Beispiel Jos

van Immerseel mit einem äußerst hörenswerten

Mozart aus Belgien, der für ZIG

ZAG TERRITOIRES drei unterschiedlich

besetzte Konzerte Mozarts eingespielt

hat.

Impressum

Eine freudige Überraschung bietet uns

TESTAMENT:

Zum ersten Mal erscheint der „verlorene“

erste Stereo-Ring aus Bayreuth,

den DECCA 1955 mit Josef Keilberth

einspielte, aber zugunsten der Studioproduktion

mit Solti in den Archiven verschwinden

ließ. Diesen Monat erscheint

„Siegfried“, bis zum Sommer wird TES-

TAMENT den gesamten Schatz gehoben

haben.

Nach dem sensationellen Erfolg mit der

ersten CD der neuen Orgel in der Frauenkirche

in Dresden legt CARUS diesen

Monat kräftig nach und überrascht mit

einer der ersten Aufnahmen aus der Frauenkirche.

Die neue Produktion glänzt

nicht nur mit illustren Namen, sondern

besitzt mit Hasses letzter Messe auch

noch einen besonderen Repertoirewert.

Note 1 Musikvertrieb GmbH • Heuauerweg 21 • D-69124 Heidelberg

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2

Darüber hinaus kann man diesen Monat

bei CAVALLI erfahren, wie der Arpeggione

klingt und was die Glasharmonika

bei heutigen Hörern bewirkt. ZIG

ZAG TERRITOIRES bricht eine Lanze

für Bratscher und AEOLUS für Johann

Wilhelm Hertel. Der neuen Erfahrungen

sind also auch diesen Monat wieder viele

bei Note 1!

Viel Entdeckerfreude wünscht Ihnen

Ihr Bernhard Blattmann


Opus Ultimum

Die g-Moll Messe ist das Opus ultimum, das letzte vollendete

Werk des 84-jährigen Johann Adolf Hasse (1699-1783), der

für fast drei Jahrzehnte das Musikleben am Sächsischen Hof

in Dresden prägte und zu Lebzeiten als das musikalische Idol

seiner Epoche galt. Im Mittelpunkt dieser groß besetzten Missa

solemnis steht das 7-sätzige Gloria mit ausgedehnten, glanzvollen

Trompetenpartien, denen Ludwig Güttler und seine Virtuosi

Saxoniae natürlich die nötige Strahlkraft verleihen. Darüber

hinaus fasziniert das

Werk durch seine ausgesprocheneKlangschönheit,

Ausdruckstiefe

und harmonischen Einfallsreichtum.

Als Aufnahmeort

hat man die

erst kürzlich wieder aufgebaute

Dresdner Frauenkirche

gewählt.

C A R U S

Hasse: Missa in g

Güttler/Staude/Steude/Wilke/Hupach/

Junghanns/Sächsisches Vokalensemble/

Virtuosi Saxoniae

CAR 83240 (T01)

DDD, 2005

3

Meister der römischen

Vokalpolyphonie

k l a s s i k

Es gibt Komponisten, die nur deswegen vergessen wurden,

weil sich fast nichts von ihrem Werk erhalten hat. Zu diesen gehört

auch Salvatore Sacco (1572-ca.1622). Von ihm ist nämlich

lediglich eine Sammlung geistlicher Musik aus dem Jahr 1603

überliefert. Vincenzo Di Donato und Templum musicae ermöglichen

uns in dieser Weltersteinspielung eine mehr als lohnende

Begegnung mit dem mutmaßlichen Palestrina-Schüler, der ohne

Zweifel zu den großen Meistern der römischen Vokalpolyphonie

des frühen 17. Jahrhunderts gezählt werden darf.

Sacco: Missa 1607

Missa sine nomine/Dialogus B.M.V./

Litaniae Lauretanae

Di Donato/Di Lernia/Templum musicae

CAR 83191 (T01)

DDD, 2003


Zweimal mit dem Kaiser

in der Messe

Kaiser Maximilian I. liebte die Vielstimmigkeit, denn vermutlich

für ihn überarbeitete Heinrich Isaac seine eigene vierstimmige

„Missa de Beata Mariae Virgine“ in eine noch prächtigere

sechsstimmige Messe. Beide Versionen präsentiert Michael

Procter mit seinem Ensemble Hofkapelle gemeinsam auf einer

CD. Auch die zu dieser Zeit üblichen Aufführungspraktiken

werden vorgestellt: die nicht mehrstimmig vertonten Teile werden

alternierend gregorianisch gesungen oder – und dies ist

speziell für den kaiserlichen Hof

belegt – in der sechsstimmigen

„Kaisermesse“ durch improvisierte

Orgelversetten ergänzt. Heute

kann man nur noch vermuten,

wie dies mit dem damals berühmten

Paul Hofhaimer geklungen

haben mag – David Blunden hat

den Stil von Maximilians Hoforganisten

sehr genau studiert und

legt auf der fast original erhaltenen

Rysumer Orgel von 1457 ein

erstaunliches Zeugnis ab.

C H R I S T O P H O R U S

Isaac: Missa pro Maximiliano

Procter/Ensemble Hofkapelle/

Blunden

CHR 77277 (P01)

DDD, 2005

Z I G Z A G T E R R I T O I R E S

Bach: Cellosuiten Nr.1-3 bearbeitet

für Bratsche

Choralbearbeitungen für Streichquartett

nach BWV 653, BWV 655 und BWV 659

Jean Marc Apap, Bratsche/

Quatuor Terpsychordes

ZZT 051103 (T01)

DDD, 2005

4

Neue Freunde für die Bratsche

In Bezug auf Solowerke hat auch Bach die Bratsche vergessen,

lediglich die sechste der Cellosuiten könnte ursprünglich für eine

größere Variante der Bratsche, die Viola pomposa, gedacht sein.

Der französische Bratschist Jean-Marc Apap ist darüber nicht

lange verzagt gewesen und hat die ersten drei der Suiten für

Violoncello für sein Instrument bearbeitet. Die Aneignung stellt

sich beim Hören gleich als gute Idee heraus und könnte dem

Instrument nicht nur viele neue Freunde gewinnen, sondern

auch die Zahl der nicht sonderlich originellen Bratschenwitze

reduzieren. Zwischen

den drei Suiten erklingen

exquisite Streichquartettbearbeitungen

dreier Choralbearbeitungen

Bachs.


Hörenswerter Mozart

Das hier eingespielte Programm ist gewissermaßen das Geburtstagsgeschenk

von Jos van Immerseel und Anima Eterna zu

Mozarts 250. Geburtstag, die Werke wurden nämlich auch bei

einem Geburtstags-Konzert im Concertgebouw in Brügge am

27.1. 2006 gegeben. Trotz diverser, äußerst erfolgreicher Ausflüge

ins spätromantische Repertoire sind Immerseel und seine

Musiker natürlich eng mit Mozarts Schaffen verbunden, das

sie immer wieder mit großem Erfolg aufgeführt und eingespielt

haben. Für ihr viertes Mozart-Album bei ZIG ZAG TERRI-

TOIRES haben sie ein reines Konzertprogramm zusammenge-

stellt, dessen abwechslungsreiche

Klangfarben ebenso

fesseln wie die meisterhaften

Interpretationen der

exzellenten Solisten. Im

überreichen Mozart-Angebot

dieses Jahres ohne

Zweifel eine der wenigen

wirklich hörenswerten

Einspielungen.

Z I G Z A G T E R R I T O I R E S

Mozart: Konzert für zwei Klaviere

KV 365/Konzert für Flöte und Harfe

KV 299/Konzert für Horn KV 447

Immerseel/Kaneko/Theuns/De Haer/

Hübner/Anima Eterna

ZZT 060201 (T01)

DDD, 2005

Pressestimme ZZT 051001

Mozart Violinkonzert 2 & 3 /Sinfonie Nr. 29

„Ein Selbstbewusstsein spricht aus dieser

Interpretation, eine Sensibilität für den Klang

und ein Gespür für Stimmungen, die man früher

bei historisch informierten Mozart-Auslegungen

nicht unbedingt erwarten konnte.“

FONO FORUM 1/2006

5

Pressestimme ZZT 0305012, Mozart:

Sinfonien Nr. 39-41 / Fagottkonzert

Bestes aus Frankreich

k l a s s i k

„Orchester (und Tontechnikern) ist das

Kunststück gelungen, die Musik in eindrucksvoller

Transparenz darzubieten, ohne dass sie zerfasert

oder anämisch klingt. Und statt sich nur auf die

knackige Virtuosität und den Klangcharakter der

alten Instrumente zu verlassen, wird phantasievoll

interpretiert.“ MUSIKANSICH.DE

Sein Ballet « Les Elemens » beginnt mit einer abscheulichen

Dissonanz, die ebenso drastisch wie anschaulich das Chaos vor

der Ordnung der Elemente schildert. Weniger wild geht es in

der Kammermusik des Franzosen zu, die deswegen keineswegs

weniger hörenswert ist. Jean-Ferry Rebel (1666-1747) gehörte

nämlich zu den führenden Violinvirtuosen Frankreichs, der

in seiner Musik der Tradition des Grand siècle Ludwigs XIV.

ebenso verpflichtet ist wie der italienischen Freude an der effekt-

Rebel: Violinsonaten/Le Tombeau

de Monsieur de Lully

Beyer/Assemblée des honnestes

curieux

ZZT 051102 (T01)

DDD, 2005

vollen Virtuosität. Amandine

Beyer und das Ensemble Assemblée

des honnestes curieux

zeigen, dass er den „goût réunis“

ebenso gut beherrschte,

wie sein „Erfinder“ François

Couperin.


Frühes Meisterwerk

Trotz einer erfolgreichen Uraufführung zog Sibelius seine

frühe Kullervo-Sinfonie zurück, dabei enthält das Werk schon

zahlreiche Belege für die Meisterschaft und Kreativität seiner

späteren Werke. Das Sujet entlehnte Sibelius einer tragischen

Geschichte aus der finnischen Sagenwelt und schuf eine der

bildhaftesten Darstellungen der

wunderschönen finnischen Landschaft.

Das Werk fordert vom Orchester,

den Solisten und dem Chor

Höchstleistungen an Spieltechnik

und dramatischer Gestaltungskraft.

Dieses leider nur wenig bekannte

frühe Meisterwerk hat es Sir Colin

Davis schon lange angetan und die

von Kritikern einmütig gefeierten

Aufführungen in London und New

York geben ihm Recht.

Variatio delectat oder

Faszination Variation

L S O L I V E

Sibelius: Kullervo

Davis/Mattei/Groop/LSO/+

LSO 0074 (G01)

DDD, 2005

SACD: LSO 0574 (M01)

DDD, 2005

Im klug zusammengestellten Klavier Recital von Siiri

Schütz dreht sich alles um Variation, die Erklärung

hierzu gibt die Künstlerin selbst: Die Form der Variation

fasziniert mich seit jeher. Bei der Interpretation von

Variationen jeglicher Art fühle ich mich immer beispiellos

frei und doch universell geführt. Das Faszinierende am

Variationsgedanken ist die potentielle Unbegrenztheit der

Wandlungen und Entwicklungen des Themas, und der versinnbildlicht.

Ausgewählt hat sie hierfür Werke, die über

einen Zeitraum von 100 Jahren die Wandlung und die

erweiterten Möglichkeiten der Variation aufzeigen.

A R S M U S I C I

Die Orgeln im Freiburger Münster

Werke von Muffat/Bach/Mozart/

Elgar/Jongen/Reger/+

Barbara Kolberg & Klemens

Schnorr, Orgeln

AM 13992 (T01)

SACD, 2005

6

Quadrupelportrait

Siiri Schütz – Klavier Recital

Variationen von Mozart/

Mendelssohn/Brahms & Bach/

Busoni

Siiri Schütz, Klavier

AM 13962 (T01)

DDD, 2005

Dass eine Kirche zwei Orgeln besitzt, ist keine Seltenheit, doch nur wenige Gotteshäuser

auf der Welt dürften gleich vier Orgel vorzuweisen haben, von denen drei sogar

eigene Namen besitzen („Marienorgel“, „Schwalbennest“,

„Michaelsorgel“). Das berühmte Freiburger

Münster leistet sich diesen Luxus. Die beiden Dom-

Organisten Barbara Kolberg und Klemens Schnorr

vermitteln in diesem Quadrupelportrait aller vier

Orgeln ein eindrucksvolles Bild der Instrumente, das

durch die SACD-Technik noch zusätzlich an Profil

gewinnt. Mit dem Kauf der CD unterstützt man übrigens

die Arbeit des Münsterbauvereins.


Strawinsky: L’Oiseau de feu

(Fassung 1910)/

Le Chant du Rossignol (1917)

Levi/Flämisches Radio Sinfonie

Orchester

GCDSA 922201 (U01)

SACD, 2004

G L O S S A

Geglückte Überraschungscoups

GLOSSA dürfte vielen Musikfreunden seit langem als Label für

Alte Musik ein wohlklingender Begriff sein. Mit diesen beiden Produktionen

startet man einen wahren Überraschungscoup, denn sie

markieren den Beginn einer neuen Partnerschaft mit dem Flämischen

Radio Sinfonie Orchester und dem Flämischen Rundfunkchor. Für

den Start hat man sich Strawinskys (Orchester-)farben schillernden

Feuervogel (in der üppigen Fassung von 1910!) unter Yoel Levi und

Kodalys imposante Missa brevis ausgesucht. Zwei anspruchsvolle

Werke, die eindrucksvoll die Vorzüge eines Orchesters bzw. Chores

zur Geltung bringen. Um diese Vorzüge besonders gut zur Geltung zu

bringen, hat man sich bei GLOSSA zum ersten Mal für die Hybrid-

SACD-Technik entschieden. Darüber hinaus begeistert die ästhetisch

äußerst ansprechende Gestaltung der CDs. Für die Zukunft sind

weitere interessante Produktionen mit interessanten, ungewöhnlich

anmutenden Kombinationen geplant: Saint-Saëns mit Hervé Niquet,

Strawinsky mit Paul Hillier… Man darf gespannt sein!

7

k l a s s i k

Kodaly : Missa brevis/

Psalmen 121 & 114/+

Duijck/Flämischer Rundfunkchor

GCDSA 922202 (U01)

SACD, 2004


T I M P A N I

Ropartz: Suiten nach den Schauspielmusiken

zu „Pêcheur d‘Islande“ und

„Oedipe à Colonne“/Rhapsodie für

Violoncello und Orchester

Demarquette/Karabits/Orchestre de

Bretagne

TIM 1C1095 (T01)

DDD, 2005

H R - M U S I K . D E

8

Mehr Ropartz

Im November stellten wir den Beginn der Gesamteinspielung aller Symphonien

von Joseph-Guy Ropartz (1864-1956) auf TIMPANI vor. Wer damals sofort Lust auf

mehr Ropartz bekommen hat und nicht auf die nächste Folge warten kann, dem ist

R O N D E A U

mit dieser CD sicherlich gedient. Hier stellen

das Orchestre de Bretagne unter der Leitung

von Kirill Karabits zwei gewichtige Schauspielmusiken

des Bretonen vor, die nicht weniger

hörenswert sind als seine Symphonien.

Als Dreingabe erfreut eine reizvolle Rhapsodie

für Violoncello und Orchester auf Motive der

bretonischen Volksmusik mit dem Cellisten

Henri Demarquette.

Musikalischer Rückblick auf 60 Jahre

Im Frühjahr 2006 feiert der Windsbacher Knabenchor sein 60jähriges Bestehen.

Anlass genug für einen Rückblick auf die Chorgeschichte eines der jüngsten, aber auch

einen der führenden deutschen Knabenchöre,

der mittlerweile aus dem kirchenmusikalischen

Leben nicht mehr wegzudenken ist. Der

musikalische Rückblick geschieht anhand von

Aufnahmen aus früheren Jahren: aus den Jahren

1965 bis 1976 mit Hans Thamm und aus

den Jahren 1985-2002 unter dessen Nachfolger

Karl-Friedrich Beringer.

60 Jahre Windsbacher Knabenchor

Werke von Schütz, Schein, Bach,

Reger, Demantius, u.a

Thamm/Beringer/Windsbacher

Knabenchor

ROP 2032 (R01)

Hessische Orgelvielfalt

Die hessische Orgellandschaft zeichnet sich Dank bedeutender lokaler Orgelbauwerkstätten

durch eine reiche Vielfalt aus. Mit einem gemeinsamen Orgelförderprogramm

verfolgen die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und das Landesamt

für Denkmalpflege Hessen das Ziel, diese Vielfalt von historischen Orgeln in

Hessen zu erhalten und weiterhin erlebbar zu machen. Die vorliegende CD stellt vier

Historische Orgeln in Hessen –

Ratzmann Orgeln

Werke von Mendelssohn Bartholdy,

Brahms, Karg-Elert, Reger

Hans-Jürgen Kaiser, Orgel

HRMH 02805 (R01)

DDD, 2002/2005

in jüngster Zeit restaurierte Instrumente der bekannten

hessischen Orgelbauerfamilie Ratzmann

vor, in musikalisch reizvollen Kombinationen eingespielt

von dem renommierten Fuldaer Domorganisten

Hans-Jürgen Kaiser.


Ungekünstelt

Nach seinem äußerst erfolgreichen CD-Debüt mit Werken

von Johann Friedrich Fasch (AE 10017) präsentiert das Main-

Barockorchester diesmal Werke von Johann Wilhelm Hertel

(1727-1789), die, mit Ausnahme des Oboenkonzertes, alle Weltersteinspielungen

sind. Geboren in Eisenach und aufgewachsen

in Zerbst, führte der begabte Hertel seit 1751 als Hof-Kapellmeis-

ter und Clavierist die Schweriner Hofkapelle zu ihrer Blüte. Mit

den hier eingespielten Werken

erweist sich Hertel neben

C.P.E Bach als eigenständiger

Meister der Norddeutschen

Schule. Hervorzuheben sind

besonders Hertels Begabung

für eine schlichte, natürlich

wirkende Melodik, sein Sinn

für Transparenz und Harmonik,

Elemente, die er zu einem

ungekünstelten Stil zu verbinden

wusste.

A E O L U S

Hertel Concerti, Sinfoniae

Sinfonien A-Dur & F-Dur/Konzerte

für Violine, Oboe & Harfe

Jopp/Güldenhaupt/Seitz/Main-

Barockorchester Frankfurt

AE 10027 (U01)

SACD-Hybrid, DDD, 2005

Pressestimme AE 10017

9

k l a s s i k

„Die Frankfurter liefern eine griffige, von Musizierfreude geprägte

Darstellung, die durch erstklassige Ensembleleistung aufhorchen lässt.“

FONO FORUM 6/2004

Heiter und schwarzgallig

Innerhalb der sehr üppigen Blockflötenliteratur des Barock

nehmen die Sonaten von Francesco Maria Veracini eine herausragende

Stellung ein. Besonders die zweite und die sechste Sonate

erfreuen sich, seit sie der Blockflötenpionier Frans Brüggen

in sein Repertoire aufnahm, großer Beliebtheit. Dabei könnten

die Stücke nicht unterschiedlicher sein, die eine heiter und unbekümmert,

die andere schwarzgallig, zornig, ja rasend. Erik

Ose und Ornamente 99 verwenden für ihre Einspielung dieser

bemerkenswerten Musik keine Kopien oder Nachbauten, sondern

vorsichtig restaurierte Originalinstrumente des 18. Jahrhunderts.

Veracini: Sechs Sonaten für Blockflöte

(1716)

Ose/Ornamente 99

AE 10126 (T01)

DDD, 2005


Keine Scheu

Viele berühmte Dirigenten begannen ihre Karrieren als Kapellmeister

oder Generalmusikdirektoren abseits der großen

Metropolen. Im Falle von Aachen lassen sich Namen wie Fritz

Busch, Herbert von Karajan und Wolfgang Sawallisch nennen.

Dem jungen Dirigenten Markus Bosch, seines Zeichens dort

schon Generalmusikdirektor, wird ganz bestimmt so eine glänzende,

internationale Karriere bevorstehen. Für COVIELLO hat

er schon mehrere große Repertoirestücke eingespielt, die nicht

nur keine Scheu vor der etablierten Konkurrenz zeigen, sondern

auch als eigenständige Interpretationen bestehen können. Ge-

nannt sei an dieser Stelle das

Projekt eines Bruckner-Zyklus,

von dem bereits drei Folgen

(COV 30301/30405/30509)

vorliegen. Seine Sichtweise

auf Verdis Requiem, das er

zusammen mit seinem Orchester

aufgenommen hat, ist

in jedem Fall ebenfalls das genauere

Hinhören wert.

A E O L U S

Karg-Elert: 66 Choralimprovisationen

Op.65 Heft 1 & 2 Nr. 1-22

Elke Völker, Walcker-Orgel der

Iglesia San Ignácio de Loyola (San

Sebastián, Spanien)

AE 10591 (U01)

SACD-Hybrid, DDD, 2005

Verfügbar ab 20.2.06

C O V I E L L O

Verdi: Missa da Requiem

Bosch/Sinfonieorchester Aachen

COV 30512 (U01)

SACD-Hybrid, DDD, 2005

10

Religiöse Bekenntnismusik

Sigfried Karg-Elerts Choralzyklus Op.65 stellt seine erste eigenständige

Komposition für Orgel dar und spiegelt die tiefe

Bindung des Komponisten zum lutherischen Choral wider. Sie

ist aber auch furioser Beginn einer zeit seines Lebens andauernden

Beschäftigung mit dem Kirchenlied und sein Aushän-

geschild als Orgelkomponist.

Das Opus umfasst 66, heute

immer noch taufrisch wirkende,

Choralvertonungen in

ganz eigenem Stil, aus denen

Elke Völker hier das Heft zu

Advent und Weihnachten

sowie zur Passionszeit eingespielt

hat.

„Aachen sollte stolz sein auf dieses Projekt“

INTERNATIONAL RECORD REVIEW 4/2005


Kammermusik als Hörerlebnis

Dieses Jahr wäre Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) 100

Jahre geworden, ein Jubiläum, das hoffentlich nicht im allgemeinen

Trubel des Mozart-Jahres untergehen wird. Bei COVIEL-

LO erscheint aus diesem Anlass eine Einspielung seiner beiden

Klaviertrios, von denen sich vor allem das bewegende Zweite zu

Recht einen festen Platz im Repertoire erobert hat. Das mitrei-

ßende und engagierte Spiel des Trio Paian und die exzellente

Aufnahmetechnik dieser

SACD machen nicht

nur die beiden Trios des

Russen zu einem Hörerlebnis,

sondern auch die

beiden Dreingaben des

russisch-schweizerischen

Komponisten Paul Juon

(1872-1940).

C O V I E L L O

Schostakowitsch: Klaviertrios Nr.1 & 2

Juon: Klaviertrio Op.17/Trio-Miniaturen

Trio Paian

COV 50502 (U01)

DDD, SACD-Hybrid, 2005

11

k l a s s i k

Salzburger spielen Salzburger

Ein wenig ratlos ließ Mozart die Nachwelt in Bezug auf die

Gattungsbezeichnung dreier Werke zurück. Sind es Streichquartette,

sind es Divertimenti oder Streichersinfonien à la Sammartini?

Die Autographe tragen jedenfalls keine Titel, die darüber

Aufschluss gäben. Egal wie man diese Stücke letztendlich betitelt,

sie haben sich zu Recht einen festen Platz im Repertoire der

Kammerensembles erobert. Die brillanten Salzburg Chamber

Soloists unter der Leitung von Lavard Skou-Larsen kombinie-

Mozart: Salzburger Sinfonien

(Divertimenti) KV 136-139

L. Mozart: B-Dur/ Neukomm: Streichquartettbearbeitungen

nach den Ouvertüren

zu „Cosi fan tutte“ und

„La Clemenza di Tito“

Skou-Larsen/Salzburg Chamber Soloists

COV 30603 (U01)

SACD-Hybrid, DDD, 2005

ren die gelungene Geburtstagsgabe

für ihren

Landsmann mit zwei außergewöhnlichenSalzburger

Dreingaben: Eine

Sinfonie in B-Dur seines

Vaters Leopold und zwei

Bearbeitungen, die der

Salzburger Sigismund

Neukomm (1778-1858)

nach den Ouvertüren

zu Cosi fan tutte und La

Clemenza di Tito arrangierte.


Klang der Empfindsamkeit

Die Glasharmonika als verfeinertes Konzertinstrument

ist eine Erfindung von Benjamin Franklin.

Die wohl bekannteste Komposition ist Mozarts

Adagio und Rondo für Glasharmonika, Flöte,

Oboe, Viola und Violoncello KV 617, das nur äußerst

selten in seiner originalen Besetzung erklingt.

Auf CAVALLI bietet uns das Concilium musicum

unter Paul Angerer die Möglichkeit, in mehreren

Stücken dem eigentümlichen Klang des Instruments

zu lauschen.

C AV A L L I R E C O R D S

Recreo

Werke Falconiero/

Encina/Merula/Viñas/

Kapsberger/+

Ensemble La Douchaine

CCD 273 (P01)

DDD, 2005

12

Wiederentdeckter Klang

der Romantik

Hätte Schubert 1824 nicht seine heute noch so genannte

Arpeggione-Sonate geschrieben, das Instrument wäre wie viele

andere modische Liebhaber-Instrumente des 19. Jahrhunderts

vollständig vergessen worden. So blieb zumindest der Name einigermaßen

geläufig, auch wenn Schuberts Werk nur noch in

Transkriptionen für mehr oder weniger geeignete Instrumente

aufgeführt wurde. Der Arpeggione ist eine Verbindung von

Violoncello und Gitarre mit sechs Saiten in Gitarrenstimmung

Der Arpeggione

Werke von Schubert/Spohr/

Beethoven/+

Darmstadt/Klepper/Colell

CCD 242 (P01)

DDD, 2005

und Messingbünden, der in den

1820er Jahren eine kurze, kaum zehn

Jahre währende Blüte erlebte. Gerhart

Darmstadt beweist auf seinem

Nachbau, dass man Schuberts Werk

eigentlich nur auf diesem eigentümlichen

Instrument mit seinem verträumten

Klang spielen sollte.

L’Armonica – Musik mit Glasharmonika

Werke von Hasse/Mozart/Haydn

Fiedler/Reckert/Marguerre/Angerer/

Concilium musicum Wien

CCD 448 (P01)

DDD, 2005

Unwiderstehlich

Das 1997 gegründete Ensemble La Douchaine führt

seinen Namen auf ein mysteriöses mittelalterliches Blasinstrument

zurück, das einen zarten, lieblichen Klang besaß,

aber heute nur noch aus literarischen Quellen bekannt ist.

Die Musiker haben sich auf Musik der Renaissance und des

Barock spezialisiert, wofür sie 2004 mit dem renommierten

Andres-Segovia-Preis für Kammermusik in Santiago de

Compostela ausgezeichnet wurden. Ihre CD bringt einige

der schönsten und reizvollsten Musikstücke des italienischen

und spanischen Frühbarocks zu Gehör. Wer könnte zum Beispiel

der Chiacona von Tarquinio Merula widerstehen?


In besten finnischen Händen

Die über 120jährige Geschichte der Philharmonie Helsinki

ist eng mit dem Schaffen von Jean Sibelius verknüpft. Sechs der

sieben Sinfonien des finnischen Komponisten hat das Orchester

unter der seiner Leitung selbst uraufgeführt. Bis heute bildet

sein Schaffen einen wichtigen Schwerpunkt im Repertoire. Entsprechend

positiv waren die Reaktionen der Rezensenten auf die

2003 in Angriff genommene Gesamteinspielung aller Sinfonien

unter Leitung von Leif Segerstam, lagen sie doch in den denkbar

besten Händen

Für die Ausgabe als preiswerte

CD Box hat man bei ONDINE

mit dem berühmten Violinkonzert

von Sibelius mit Kuusisto

noch ein weiteres finnisches

Schmankerl draufgelegt.

O N D I N E

Sibelius: Die Symphonien/

Violinkonzert/Finlandia/+

Segerstam/Kuusisto/Helsinki

Philharmonic Orchestra

ODE 1075 (K04)

DDD, div. Aufnahmedaten

Pressestimmen zu ODE 1075

„Wunderbare Interpretationen, und wenn Sie einen kompletten

Sibelius-Zyklus von erstrangigen finnischen Interpreten suchen,

dann stellt diese Box ganz klar die erste Wahl dar.“

13

k l a s s i k

Auf den Leib geschneidert

Jouni Kaipainen (Jahrgang 1956) gehört zu den fleissigsten

Konzertkomponisten Finnlands, der mittlerweile für fast

alle Instrumente des Orchesters ein Solokonzert geschrieben

hat. Für Kaipainen ist ein Instrumentalkonzert vor allem eine

dramatische Musikgattung, die auch heute noch eine breite

Auswahl an möglichen Konstellationen bereithält. Kaipainen

verweigert sich keineswegs der Tradition, nur weil es sie gibt,

Kaipainen: Hornkonzert/Cellokonzert

Tapani/Ylönen/Lintu Finnish Radio

Symphony Orchestra

ODE 1062 (T01)

DDD, 2005

CLASSICSTODAY.COM

schwelgt aber andererseits

auch nicht in abgegriffenen

Neoklassizismen. Die

Solisten in den beiden

Konzerten sind gleichzeitig

auch die Anreger der Konzerte,

d.h. der Komponist

hat sie ihnen auf den Leib

geschneidert.


Pointen

Orm Finnendahl (Jahrgang 1963) ist zwar nicht unbedingt

ein musikalischer Humorist, dennoch liegen seinen Werken

häufig Pointen-ähnliche Wendungen zugrunde, die den Hörer

gerade dort überraschen, wo er sich in Sicherheit wähnte.

Finnendahl entwirft seine Werke mit Verfahren logischer Rekursionen,

die auf wiederholter Anwendung einfacher Regeln

basieren. Dadurch setzt er zunächst in sich stimmige und nachvollziehbare

Prozesse in Gang, die er aber mit Bruchstellen und

Fallstricken versieht. In die Muster und Raster schleichen sich

Webfehler und Differenzen ein,

die nicht nur als ästhetische Irritationen

verständlich werden,

sondern dramatische Entwicklungen

zeitigen.

W E R G O

Deutscher Musikrat /

Edition Zeitgenössische Musik

Portrait Orm Finnendahl

Versatzstücke/Kommen und

Gehen/Rekurs/Fallstudien/

Kobler/Contzen/Armbruster/

Pons/Poppe/Ensemble Mosaik

WER 65622 (S01)

DDD, 2005

Rihm: Moment-Aufnahme. Ein Porträt

DVD-Video mit umfangreichem DVD-

ROM-Teil

Von Dieter Rexroth, Susanne Lasswitz

und Wolf Seesemann

MV 08035 (Z180)

DDD, 2005

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Umfassende Moment-Aufnahme

Wolfgang Rihms künstlerische Produktivität ist einzigartig

in ihrer verstörenden und zugleich faszinierenden Wirkung. Sie

folgt nicht vorgeformten Konzeptionen, Prinzipien oder strukturbedingenden

Prämissen, sondern ist Ausdruck der Kraft des

Subjekts. Rihm vertritt eine Poetik des Einfalls, deren Voraussetzung

eine künstlerische Freiheit ist, in der in einem höchsten

Maße Kenntnis und Wissen der eigenen Herkunft und der Bedingungszusammenhänge

künstlerischen Arbeitens enthalten

sind. Mit 260 Minuten Filmmaterial (Gespräche und Statements

mit und über den Komponisten, Ausschnitte aus Uraufführungen,

Proben- und Konzerten mit Claudio Abbado, Ingo

Metzmacher u.v.a.) und einem umfangreichen DVD-Rom-Teil

(mit Werkverzeichnis, Bibliografie,

Diskographie,

Partiturausschnitten, Texten

und vieles mehr) stellt

diese Produktion die bislang

umfassendste Würdigung

dieses Komponisten

dar.


Glücksfall

Nach einer umfangreichen Box präsentiert uns das amerikanische

Label MUSIC & ARTS nun weitere kostbare Aufnahmen

mit dem Dirigenten Guido Cantelli (1920-1956). Diesmal

handelt es sich um bislang unveröffentlichte Konzertmitschnitte

aus den Jahren 1953 und 1954, die zwar nur in Ausschnitten

gesendet wurden, aber glücklicherweise von der Carnegie Hall

Corporation komplett mitgeschnitten wurden. Cantelli steht

hier am Pult des New York Philharmonic und wir erleben zwei

Konzertprogramme, in

denen der unvergleichliche

Rudolf Serkin mit einem

Mozart-Konzert und

zwei Beethoven-Konzerten

zu hören ist. Auf diese

Weise ist eine einzigartige

künstlerische Zusammenarbeit

dokumentiert, die

aufgrund gleichen Temperaments

gleich von Anfang

an perfekt harmonisierte.

M U S I C & A R T S

Guido Cantelli dirigiert Werke von

Beethoven und Mozart

Beethoven: Symphonie Nr.7/

Klavierkonzerte Nr. 1 und 5

Mozart: Klavierkonzert Nr. 20

d-Moll KV 466

Serkin/Cantelli/New York Philharmonic

MACD 1170 (M02)

2 CDs, AAD, mono, 1953/1954

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Herausragender Bartok

Diese Box mit dem Fine Arts Quartet gehörte in den sechziger

Jahren zu den herausragenden Einspielungen der Quartette

Bartoks, die bedauerlicherweise bislang nie auf CD erhältlich

war. Für die Überspielung auf CD hat man nicht nur die bei

MUSIC & ARTS übliche Sorgfalt walten lassen, sondern auch

ein ausführliches Booklet beigefügt. Ergänzt wird die Edition

durch die Audio-Überspielung einer Fernseheinführung von

Bartoks erstem Quartett durch Mitglieder des Quartetts von

1959.

Bartok: Die Streichquartette

The Fine Arts Quartet

MACD 1176 (G03)

3 CD-Box, AAD, stereo, 1959

k l a s s i k


Es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der man selbst in Amerika

im Fernsehen zur besten Sendezeit hochkarätige Klassik

zu sehen bekam. Heute würde es nicht einmal ein Dirigent

vom Range eines Arturo Toscanini auf einen Sendeplatz vor 23

Uhr schaffen. In den späten Vierzigern und frühen Fünfzigern

war aber genau das möglich. Zwischen 1948 und 1952 zeich-

Arturo Toscanini :

Die NBC Fernsehkonzerte 1948-52 Folge 1

Werke von Wagner und Beethoven

Orchesterwerke aus Opern/Symphonie Nr. 9

Toscanini/McKnight/Hobson/Dillon/Scott/

NBC Symphony Orchestra

SBDVD 1003 (Z175)

DVD, mono, 1948

Unglaublich, aber wahr…

Arturo Toscanini :

Die NBC Fernsehkonzerte 1948-52 Folge 2

Werke von Brahms, Mozart, Dvorak und

Wagner

Toscanini/NBC Symphony Orchestra/+

SBDVD 1004 (Z175)

DVD, mono, 1948

Arturo Toscanini:

Die NBC Fernsehkonzerte 1948-52 Folge 4

Werke von Weber/Brahms/Wagner

Toscanini/NBC Symphony Orchestra

SBDVD 1006 (Z175)

DVD, mono, 1951

T E S T A M E N T

16

nete Toscanini für die NBC fünf Konzerte in der New Yorker

Carnegie Hall und in den NBC Studios fünf Fernsehkonzerte

auf, die TESTAMENT jetzt auf DVD veröffentlicht. Kostbare

Dokumente einer Zeit, als selbst das private Fernsehen einen

Kulturauftrag hatte und ihn sogar auch wahrnahm.

Arturo Toscanini:

Die NBC Fernsehkonzerte 1948-52 Folge 3

Giuseppe Verdi: Aida

Toscanini/Nelli/Gustavson/Tucker/

NBC Symphony Orchestra/+

SBDVD 1005 (Z175)

DVD, mono, 1949

Arturo Toscanini:

Die NBC Fernsehkonzerte 1948-52 Folge 5

Werke von Franck/Sibelius/Debussy/

Rossini/Beethoven/Respighi

Toscanini/NBC Symphony Orchestra

SBDVD 1007 (Z175)

DVD, mono, 1952


Der „verlorene“ Ring

Da hat das britische Label TESTAMENT einen ganz großen

Coup gelandet: Es veröffentlicht aus den Archiven der DECCA

zum ersten Mal die erste Stereo-Aufnahme von Richard Wagners

„Der Ring des Nibelungen“ aus Bayreuth. Dieser „verlorene“

Ring wurde seinerzeit nicht bei DECCA veröffentlicht,

weil der einflussreiche Decca-Produzent John Culshaw gegen

dieses Projekt Einspruch erhob, da er seinen eigenen Studio-

Ring mit Georg Solti favorisierte. Mit einer klug austarierten

Position der Mikrophone erreichte man 1955 bei dieser ersten

Stereoproduktion des Rings ein erstaunliches Klangbild. Man

wusste die überragenden Leistungen

von Wolfgang Windgassen,

Hans Hotter und Astrid Varnay,

aber auch das mitreisende Dirigat

von Joseph Keilberth adäquat einzufangen.

Die restlichen Opern

des „verlorenen“ Zyklus werden

voraussichtlich bis Juli 2006 vorliegen.

Ein Muss für jeden wahren

Wagnerianer!!!

T E S T A M E N T

Wagner: Siegfried

Keilberth/Windgassen/Hotter/

Kuen/Varnay/Orchester der

Bayreuther Festspiele/+

SBT 4 1392 (R04)

4 CD-Box, ADD, stereo, 1955

C AV A L L I R E C O R D S

Der Titel führt listig in die Irre, denn

bei E.T.A. Hoffmanns „Drei Könige“

handelt es sich um eine höchst weltliche

und vergnügliche Geschichte aus der „guten

alten Zeit“.

Neubauer, Martin

Werke von E.T.A. Hoffmann

CCD 906 (G01)

DDD, 2005

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Bitte Ohr-Lesen

k l a s s i k

Martin Neubauer, Schauspieler, Rezitator

und Theaterleiter, lässt nicht nur die

Figuren, sondern auch E.T.A Hoffmanns

wunderbare lautmalerische Sprache lebendig

werden. Ein kleines Vergnügen,

das sich jeder gönnen kann und sollte.

Es macht Appetit auf die anderen bereits

erschienenen Mini-CDs dieser originellen

Edition (CCD 901 und 902).


Konzertkalender 2006

Ort Datum Künstler Programm Label

Baden-Baden 17.02. Speck/Vokalensemble Rastatt Schütz: Musik. Exequien CARUS

Berlin (Konzerthaus) 10.04. K&K Philharmoniker Die schönsten Opernchöre DACAPO

Berlin (Philharmonie) 09.02. Kari Kriikku Lindberg: Klarinettenkonzert ONDINE

Berlin (Philharmonie) 03.04. Freiburger Barock Consort „L‘Apothéose de Corelli“ CARUS

Cuxhaven (Kreishaus) 22.03. Concilium musicum Wien „Mozart und seine Freunde” CAVALLI

Dresden (Kreuzkirche) 13.02. Kreile/Dresdner Kreuzchor Mozart: c-Moll Messe CARUS

Dresden (Kreuzkirche) 12.03. Kreile/Dresdner Kreuzchor Homilius: Johannespassion CARUS

Düsseldorf (Tonhalle) 05.04. K&K Philharmoniker Die schönsten Opernchöre DACAPO

Freiburg (Konzerthaus) 04.04. Freiburger Barock Consort „L‘Apothéose de Corelli“ CARUS

Gütersloh (Stadthalle) 06.02. Kari Kriikku, Klarinette Lindberg: Klarinettenkonzert ONDINE

Hamburg (NDR) 01.03. Sempé/Capriccio Stravagante „Concert dans le goût théâtral“ ALPHA

Hamburg (NDR) 02.03. Sempé/Capriccio Stravagante „Concert dans le goût théâtral“ ALPHA

Hamburg (NDR) 03.03. Sempé/Capriccio Stravagante „Concert dans le goût théâtral“ ALPHA

Heidelberg (Jesuitenkirche) 18.02. Speck/Vokalensemble Rastatt Schütz: Musikalische Exequien CARUS

Kassel 07.02. Kari Kriikku, Klarinette Lindberg: Klarinettenkonzert ONDINE

Kiel 11.03. Denis Goldfeld, Violine Paganini: Violinkonzert Nr.2 ZIG ZAG

Lübeck 03.03. Denis Goldfeld, Violine Recital ZIG ZAG

Mannheim (Rosengarten) 07.04. K&K Philharmoniker Die schönsten Opernchöre DACAPO

Nürnberg (Meistersingerhalle) 06.04. K&K Philharmoniker Die schönsten Opernchöre DACAPO

Nürnberg (Germ. Nat. Museum) 18.03. Sempé/Capriccio Stravagante „Paradizo“ ALPHA

Nürnberg (Karthäuserkirche) 18.03. Kenneth Weiss, Cembalo „La Reine des coeurs“ SATIRINO

Stuttgart (Schlosskirche) 03.02. Kay Johannsen Bach: Die sechs Partiten CARUS

Stuttgart (Stiftskirche) 30.03. Kammerchor Stuttgart Ligeti: Requiem/Fauré:Requiem CARUS

Stuttgart (Liederhalle) 02.04. Freiburger Barock Consort „L‘Apothéose de Corelli“ CARUS

Weimar (Herderkirche) 25.03. Kuijken/La Petite Bande Bach: Johannespassion ACCENT

Wiesbaden (Kurhaus) 02.04. K&K Philharmoniker Die schönsten Opernchöre DACAPO

Wolfsburg (Stadthalle) 27.03. Freiburger Barockorchester Bach: Orchestersuiten 1-4 CARUS

Wolfsburg (Stadthalle) 08.02. Kari Kriikku, Klarinette Lindberg: Klarinettenkonzert ONDINE

Wuppertal (Stadthalle) 04.04. K&K Philharmoniker Die schönsten Opernchöre DACAPO

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ACC 23159

„Diese Einspielung sollte

man bei einer Neapel-Reise

unbedingt im Gepäck haben.“

FONO FORUM 1/2006

ZZT051001

„Nicht nur, aber auch in Sachen

Mozart sind die Violinistin

Midori Seiler und der Dirigent Jos

van Immerseel ein eingespieltes

Team. Kein Wunder also, dass

ihre Interpretation von Mozarts

Violinkonzerten zu einer der

brillantesten auf dem Plattenmarkt

geworden ist.“

MUSIKANSICH.DE

AE 10084

„Diese Einspielung ist

eine Sensation. Auf einem

der wenigen erhaltenen

Originalcembali der Bach-

Zeit liefert van Asperen eine

Deutung dieser Werke, die eine

derart geglückte Synthese aller

Komponenten des Bachschen

Cembalostils darstellt, dass man

trotz wunderbarer Aufnahmen

der Vergangenheit keine

Vergleiche anstellen möchte.

Wenn es da nicht im Laufe des

Jahres Auszeichnungen regnet,

wird man an den Preis-Jurys

zweifeln müssen, nicht an dieser

Einspielung!“

KLASSIK-HEUTE.COM

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p r e s s e s p i e g e l

ALP081

„Auch wer bei der Nennung

der so genannten Alten Musik

sonst eher zurückzuckt, wird sich

dem köstlichen Wohllaut dieser

Lautenmusik kaum verschließen

können.“

WDR 3, 30.12. 2005

AE 10136

„Das Resultat ist tatsächlich

sensationell. In perfektem

Zusammenspiel nähern sich

die Flöten der Sonorität einer

Truhenorgel, deren Tonstrom

zugleich durch den lebendigen

menschlichen Atem beseelt und

subtil schattiert wird.“

WDR 3, 19.1. 2006

ALP082

„Solch gefühlvolle Deutungen

sind heute selten. Auf die

hoffentlich bald folgende

Fortsetzung dieser Reise darf

man jedenfalls höchst gespannt

sein.“

KLASSIK.COM

„Ihr gelingt auf glückliche

Weise, das sangliche Element

und die expressive Energie der

Musik mit den harmonischkonstruktiven

Perspektiven

in Einklang zu bringen. Man

lauscht dieser poetischen

Interpretation gebannt und

ergriffen. Auch das geradezu

körperlich volle und direkte

Klangbild lässt nichts zu

wünschen übrig.“

MUSIKANSICH.COM

„Eine Glanzleistung!“

ARTE CD-TIPP, 3.11.2005


Musikalischer Flickenteppich

Kaum ein Kontinent dürfte einer derartige Vielfalt an Klängen

vorzuweisen haben wie Europa. Das Album präsentiert die

Vielfalt der traditionellen Musik des alten Kontinents in ihrer

ganzen Breite: von Irland bis Mallorca, von Sizilien bis Norwegen,

von Portugal bis Russland. Das Einzigartige an dieser

Produktion ist, dass es in 26 äußerst raren historischen Aufnah-

men geschieht, die zwischen 1911

und 1954 aufgezeichnet wurden.

In Erinnerung wird die ungeheure

Vielstimmigkeit gerufen, ein

musikalischer Flickenteppich aus

den unterschiedlichen Stilen und

Traditionen.

W E R G O

Patchwork Europe –

Frühe Aufnahmen 1911-1954

Diverse Interpreten

SM 16262 (S01)

ADD, mono, 1911-1954

L‘ E M P R E I N T E D I G I T A L E

We l t m u s i k

Eine Newcomer Diva

Die Cap Verdischen Inseln sind eine einzigartige Talentschmiede

für musikalische Begabungen. Die Selbstverständlichkeit,

mit der hier Musik gemacht wird und die vielen musikalischen

Einflüsse, die sich hier miteinander verbinden, haben

eine der faszinierendsten musikalischen Kulturen entstehen lassen.

Eines dieser Talente ist Gabriela Mendes, die schon in allen

musikalischen Nachtklubs und den großen Musikfestivals der

Mendes: Tradicao

Gabriela Mendes

ED 13222 (Q01)

DDD, 2005

Insel aufgetreten war, ehe sie den

französischen Produzenten Didier

Jean traf, der ihr zu einem Debüt

im Pariser China Club verhalf. Mit

ihrem Album „Tradicao“ möchte

sie der ganzen Welt ein wenig von

der Capverdischen Geschichte und

Tradition vermitteln.