Evaluation Kultur21-Festival 25.-28.09. 2014

JohannaJuergensen

Evaluation

Kultur21-Festival

25.-28.09. 2014

NCC, Husum

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Das Kultur21-Team

Konzept und Leitung: Johanna Jürgensen

Design: Uli Heid

Kurator „WestKunst I“: Dr. Thomas Gädeke

Rauminszenierung: Birte Schröder

Planungsteam: Bernd Facklam, Uli Heid,

Franziska Horschig, Mona Jacobsen,

Evke Möller, Rüdiger Otto von Brocken

Stiftung Nordfriesland: Steffi Friedrichsen,

Nathalie Gerstle, Karen Koos, Elisabeth

Wedeking, Sven Will

NordseeCongressCentrum Husum:

Sabine Hoischen, Evke Möller, Mona Jacobsen,

Björn Förster, Malte Neben, Michael Meyer,

Christian Deckmann

Jury „WestKunst I“: Dr. Thomas Gädeke,

Cathy Fleckstein, Peter Froundjian, Heinz Teufel

NF-Boxen: Thordis Krieger und Deichticker-Team

Konzertagentur Inconcert: Malte Jochimsen

Muthesius Kunsthochschule Kiel:

Klasse Prof. Dagmar Schork

Catering: Meinhard Schibrath

Technik Marktbühne: Stonehenge-pro-Audio

Fotos: Thomas Lorenzen

Security: Heiko Fahl

Evaluation Kultur21-Festival

25.-28.09.2014,

NordseeCongressCentrum Husum

1. Einführung 4

2. Ziele des Kultur21-Festivals 7

3. Veranstaltungskonzept

und Programm 11

4. Marketing 37

5. Organisationsstruktur 43

6. Kosten und Finanzierung 46

7. Empfehlungen 47

Impressum

Unser herzlicher Dank geht an die Sponsoren:

Herausgeber:

Stiftung Nordfriesland

Johanna Jürgensen (Geschäftsführerin)

Schloss vor Husum

König-Friedrich V.-Allee

25813 Husum

Kontakt: johanna.juergensen@nordfriesland.de

Autorin: Elisabeth Wedeking

Layout: Uli Heid

Fotos: Henning Bock(5), Wolfgang Claussen(3),

Johanna Jürgensen (3), Thomas Lorenzen (62),

Rüdiger Otto von Brocken (2)

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Dieser Wunsch nach einer Stärkung der nordfriesischen

Kulturlandschaft wurde im Kreistagsbeschluss

wie folgt begründet:

„Nordfriesland hält ein vielfältiges Kulturangebot

vor. Dieses muss gefördert und erweitert

werden. Die Initiative soll den Wirtschafts- und

Kulturstandort Nordfrieslands stärken und um

ein neues attraktives kulturelles Angebot bereichern.“

1. Einführung

Das Kultur21-Festival war eine Veranstaltung

der Stiftung Nordfriesland im Auftrag des Kreises

Nordfriesland, die vom 25. bis 28. September

2014 im NCC NordseeCongressCentrum

Husum stattfand. Dem Festival lag ein Kreistagsbeschluss

vom 18. April 2008 zugrunde:

„Der Kreistag beauftragt den Kulturausschuss,

in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, ein

Konzept für eine regionale Kunst- und Kulturmesse

in Nordfriesland zu entwickeln. Hierbei

ist eine Kooperation mit der regionalen Wirtschaft

und den Kultureinrichtungen anzustreben.

Angeregt wird, die Kunst- und Kulturmesse

im 2-Jahres-Rhythmus stattfinden zu lassen.“

Auf diesen Beschluss hin wurden 2009 Arbeitsgruppen

zu den verschiedenen Kunstsparten

Bildende Kunst, Musik, Theater und

Literatur eingerichtet mit dem Ziel, die Kulturakteure

der Region einzubinden. In den Treffen

der Arbeitsgruppen wurde das Interesse und

die Bereitschaft der Beteiligten für ein Projekt

„Kunst- und Kulturmesse“ in Nordfriesland

ausgelotet und Ideen für ein mögliches Konzept

erarbeitet. Dabei wurde das Veranstaltungsformat

Messe zugunsten der Form eines

Festivals aufgegeben, da dieses in den Augen

aller Beteiligten dem nicht-kommerziellen Auftrag,

den diese Veranstaltung haben sollte,

besser gerecht wurde.

Die Arbeitsgruppen waren sich einig, dass es ein

zentrales Bestreben des Festivals sein musste, die

aktuelle Kunst und Kultur in all ihren Facetten abzubilden.

Das Festival sollte als Schaufenster der

nordfriesischen Kulturlandschaft fungieren und

überregional ausstrahlen. Somit war die Grundidee

eines Kulturfestivals für Nordfriesland geboren.

Zunächst fehlten allerdings die zur Umsetzung

zwingend erforderlichen finanziellen Mittel.

Am 21. August 2013 erfolgte dann jedoch

ein Kuratoriumsbeschluss der Stiftung Nordfriesland,

in dem eine Unterstützung des Festivals

mit einer Summe in Höhe von 35.000,- €

bewilligt wurde, sodass der Startschuss für die

detaillierte Konzeptentwicklung gegeben werden

konnte.

Der Kuratoriumsbeschluss begründete sich

auf der einen Seite durch Mehreinnahmen der

Stiftung Nordfriesland in Folge einer Dividendenerhöhung

der EON-Aktien.

Auf der anderen Seite baute dieser Beschluss

auf dem Angebot der Messe Husum

& Congress GmbH & Co. KG, auf, die die

Verfügbarkeit des Veranstaltungsorts NCC

NordseeCongressCentrums Husum für das

Kultur21-Festival zusicherte.

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2. Ziele des Kultur21-Festivals

Die Ziele des Kultur21-Festival wurden mit beteiligten

Kulturträgern, Politik und Verwaltung

entwickelt. Alle Mitwirkenden waren sich einig,

dass durch das Kultur21-Festival sowohl eine

Innen- als auch eine Außenwirkung erzielt werden

sollte. Innerhalb Nordfrieslands sollte die

vorhandene Kulturszene ins Bewusstsein sowohl

der Kulturträger als auch der Bevölkerung

gerückt werden.

Leiterin des Festivals: Johanna Jürgensen

Gleichzeitig wurde in einer regionsübergreifenden

Perspektive eine Stärkung Nordfrieslands

als Kulturregion angestrebt, um den aktuell

und zukünftig spürbaren Effekten des demographischen

Wandels entgegenzuwirken. Das

Festival sollte zur Attraktivitätssteigerung der

Region beitragen und so die Bindung der heimischen

Bevölkerung an und einen Zuzug

nach Nordfriesland fördern.

Innenwirkung: Konkret war eine stärkere interne

Vernetzung der Kulturträger (das heißt sowohl

der Kulturschaffenden als auch der Kultureinrichtungen

wie Museen, Volkshochschulen,

die Kreismusikschule Nordfriesland, Theater,

Vereine usw.) vor Ort gefordert, die durch das

Festival angestoßen werden sollte. In der Innenwirkung

sollte hierdurch das Interesse der

Kulturschaffenden aneinander und eine umfassende

gegenseitige Wahrnehmung unterstützt

sowie die interne Kommunikation verbessert

werden. Ziel war, dass die vielen Mitwirkenden

auch über ihren eigenen Auftritt hinaus von

der Veranstaltung profitieren, indem sie nicht

nur ihr persönliches Kulturangebot präsentieren,

sondern auch die Arbeit der anderen

Beteiligten kennenlernen und sich so der

Breite des nordfriesischen Kulturangebots bewusst

werden.

Diese Stärkung zielte darauf, die kulturelle Zusammenarbeit,

spartenübergreifende Projekte

und resultierend daraus ein einheitliches Auftreten

der regionalen Kulturszene zu fördern,

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Freitag

26.09.

Sonnabend

27.09.

Marktbühne

14:00 - 17:00 Treffpunkt Musikschule

14:00 Uhr Ausschnitte aus HAIR – Musicalproduktion der KMS

Leitung: Inken Petersen, Peer Oehlschlägel

15:00 Uhr Salibonani Projekt, Mitwirkende: Kinder aus der Musikalischen

Früherziehung, Musiktheaterklasse, Musikschul Band, Geigenschüler

aus der Kooperation mit der Bürgerschule-Husum, VHS/KMS Gitarren-

Kurs, Treffpunkt Folk, Musikschulband; Gesamtleitung: Wiebke Wucher

15:15 Uhr Mini Big Band Föhr Leitung: Josef Antos

15:45 Uhr Salibonani Projekt

16:00 Uhr Mini Big Band Föhr Leitung: Josef Antos

16:30 Uhr Kambala Djembegruppe der Kreismusikschule, Leitung: Kwan Ju Lee

11:45 Uhr Aikido und Kenjutsu – japanische Kampfkunst aus Eiderstedt; Aikido-

Sparte des TSV Oldenswort unter der Leitung von Duncan Underwood

12:30 Uhr Ballett & Tanzwerkstatt Husum, Sand und Wasser, Ballett/Modern

Dance, Choreographie: Lara Schmidt, u.a.

13:15 Uhr Zirkus Miraculix, Zirkus-AG der Hermann-Tast-Schule, Leitung: Ute

Tobegen-Hill

14:00 Uhr Aikido und Kenjutsu – japanische Kampfkunst aus Eiderstedt; Aikido-

Sparte des TSV Oldenswort unter der Leitung von Duncan Underwood

14:45 Uhr Ballett & Tanzwerkstatt Husum, Sand und Wasser, Ballett/Modern

Dance, Choreographie: Lara Schmidt, u.a.

15:15 Uhr Bassjumpers, Showdance

Bühnenprogramm

Markt der Möglichkeiten

wodurch deren Bekanntheits- und Popularitätsgrad

in Nordfriesland sowie überregional

gesteigert werden.

phischen Wandel und dem damit verbunden

Wegzug der Bevölkerung aus den ruralen in

urbane Räume, entgegenzuwirken.

15:30 Uhr Jazz & Lyrik, Der kleine Rilke-Baukasten, Manfred Brinkmann (Lyrik)

und Manne B. Hermann (Musik)

16:00 Uhr Bassjumpers, Showdance

Aussenwirkung: Auf übergeordneter Ebene wurde

besonders eine verbesserte Außendarstellung

der Region Nordfriesland angestrebt, um aktuellen

Trends, insbesondere dem demogra-

Das Festival fungierte hierbei als überregionales

Aushängeschild, um grenzübergreifend

das Image Nordfrieslands als Kulturregion zu

stärken und diese Stärke auch landesweit zur

Sonntag

28.09.

16:30 Uhr Friesische und plattdeutsche Lieder, Klangspål, Chor, Leitung: Christine

Burkard

11:00 Uhr Plattdeutsche und hochdeutsche Lieder, Haselunder Kinderchor,

Leitung: Anke Jessen, Ivonne Hennings

11:45 Uhr Duo Clownetix, Magic meets Comedy, Angela Reinhard und Andreas

Riedel

12:30 Uhr Hip Hop, Kindertanz, Zumba u.a., Tanzstudio Husum

13:30 Uhr Plattdeutsche und hochdeutsche Lieder, Haselunder Kinderchor, Leitung:

Anke Jessen, Ivonne Hennings

14:30 Uhr Mahbanu, Tribal Style Dance (orientalisch/spanisch/indischer Tanz),

sieben Tänzerinnen aus Nordfriesland

15:15 Uhr Hip Hop, Kindertanz, Zumba u.a., Tanzstudio Husum

16:00 Uhr Punda Milia, deutsch-tansanischer Chor, Leitung: Ingrid Sievers

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Bevölkerung und zu angrenzenden Kulturanbietern

hin auszustrahlen. Was zunächst auf

die Kulturebene beschränkt war, sollte über

Multiplikatoreffekte eine nachhaltige und langfristige

Stärkung der Region und umfassende

Steigerung ihrer Attraktivität nach sich ziehen.

Auf Ebene der Kulturschaffenden und Kulturkonsumenten

sollte das Festival eine Bewusstseinsstärkung

für die Kulturvielfalt der Region

und erzielt so eine ebenfalls dauerhafte und

intensivierte Bindung der Bevölkerung an das

Kulturangebot Nordfrieslands und damit letztlich

an die Region an sich bewirken.

Das Kultur21-Festival unterstützte folglich das

Bestreben im Rahmen des Masterplans Daseinsvorsorge

des Kreises Nordfriesland, die

nordfriesische Bevölkerung in der Region zu

halten und bestenfalls den Zuzug zu fördern,

indem es die Region besonders auf kultureller

Ebene stärkt.

Operative Ziele: Ursprünglich sollte eine Besucherzahl

von 4..000 erreicht werden. Diese wurde im

Laufe der Planung auf 8.000 korrigiert. Außerdem

sollte unter Berücksichtigung der Bezuschussung

von 35.000,-€ seitens der Stiftung Nordfriesland

der Finanzrahmen eingehalten werden.

3. Veranstaltungskonzept

und Programm

Unter dem zentralen Thema „Leben im 21.

Jahrhundert“ hatte das Kultur21-Festival den

Anspruch, regionale Kultur und Zukunftsthemen

miteinander zu verknüpfen.

Dies spiegelte sich natürlich am deutlichsten

im Programm wieder, bei dessen Entwicklung

bewusst die Darstellung einer breiten Vielfalt

modernen Lebens akzentuiert werden sollte.

Mithilfe gezielter Einzelangebote wurde beabsichtigt,

aktuelle, in ihrer Gänze oft nicht fassbare

Megatrends, so zum Beispiel die Globalisierung

und Digitalisierung, für die Besucher

des Festivals erfahrbar zu machen und diesen

Trends eine konkrete Gestalt zu geben.

Zu diesem Ziel wurden aus dem Oberthema

fünf Hauptthemenbereiche, „Künste“, „regionale

Kultur“, „Internationale Zusammenarbeit

Kultur“, „Trends“ und „Multimedia“,

abgeleitet, die einige der relevanten Aspekte

der Existenz im modernen Zeitalter aufgreifen

und mithilfe derer unterschiedliche, darunter

teils neue Sichtweisen auf das heutige Leben

ermöglicht werden sollten.

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Besondere Gewichtung erfuhr das tatsächliche

Erleben von Kultur innerhalb dieser Themenbereiche

und damit verbunden die Schaffung

von Schlüsselerlebnissen als Bindungsfaktor

an die Kultur in Nordfriesland.

Daher wurden sogenannte Erlebniswelten entwickelt,

welche zum Ziel hatten, die abgeleiteten

Themenbereiche aktiv erlebbar zu machen.

Durch diese Erlebniswelten „ Bühne“,

„Kunstausstellung“, „Markt der Möglichkeiten“,

„Multimedia“ und „Speicher/Sturm und Drang“

wurde versucht, dem Festivalbesucher besonders

die vielfältigen Erscheinungsbilder von

Leben und Kultur im 21. Jahrhundert in Form

von abwechslungsreichen und prägnanten

Erlebnissen mit der aktuellen, insbesondere

der nordfriesischen Kulturlandschaft zu vermitteln.

Im Programm fanden sich die Themenbereiche

geordnet nach den Erlebniswelten wieder. Im

Folgenden wird beschrieben, wie die Beschäftigung

mit dem „Leben im 21. Jahrhundert“ im

Programm des Kultur21-Festivals umgesetzt

wurde. Hierbei wird zunächst das Programm

der Erlebniswelt „Bühne“, danach der „Kunstaustellung“,

des „Markts der Möglichkeiten“

und zuletzt der Erlebniswelten „Multimedia“

und „Speicher/Sturm und Drang“ dargestellt.

Die Erlebniswelt „Bühne“ gliederte sich in drei

Standorte, die Hauptbühne im großen Saal

des NCC, die Marktbühne auf dem Markt der

Möglichkeiten und die Lesebühne im Obergeschoss.

Diese Schaffung von mehreren

Auftrittsflächen auf dem Festivalgelände ermöglichten

ein zeitliches Nebeneinander unterschiedlicher

Präsentationen, wodurch die

Vielfalt des Programms und damit des kulturellen

Angebots beim Kultur21-Festival gewährleistet

werden konnte.

Unter anderem hierdurch konnte ein „Schaufenster

der Kulturszene Nordfriesland“ geschaffen

werden, wie es in den Zielsetzungen

der Veranstaltung gefordert wird.

„Simplify Your Life“-Autor Werner Tiki Küstenmacher

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Breites Themenspektrum:

Angebote der Workshops

Freitag

26.09.

Workshop Übersicht

14:30 bis 15:30 Uhr Lernen – ein Leben lang? Mit Hans-Peter Schweger ,

Direktor der VHS Husum

14:30 Uhr Wir machen Musik, für Kinder ab drei Jahre, Kreismusikschule

15:30 Uhr bis 17:00 Uhr Yoga – Leben im Gleichgewicht, mit Kerstin Lagojannis

16:30 Uhr Wir machen Musik, für Kinder ab 4 Jahre, Kreismusikschule

Freitag, Sonnabend, Sonntag

Fotoworkshop – Erinnerungskultur, mit Mark Mühlhaus, für Jugendliche

ab 16 Jahre, gefördert vom Ministerium für Justiz und Kultur,

Anmeldung erforderlich

Sonnabend

27.09.

Sonnabend,

Sonntag

Sonntag

28.09.

14:00 bis 15:30 Uhr Die Welt von oben – Klimawandel direkt erleben, anhand von tagesaktuellen

Satellitenbildern sehen, was mit unserem Planeten geschieht,

mit Holger Voigt, Geoscopia

14 Uhr bis 15:30 Uhr Kunst im Dialog, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,

mit Achim Goetze

11 Uhr bis 12:30 Uhr Markenbildung, Basiswissen Selbstvermarktung,

mit Dietrich Pflüger

Digitale Selbstvermarktung für Künstler I,

mit Florian Fleischmann

14 Uhr bis 15:30 Uhr Digitale Selbstvermarktung für Musiker und Bands I,

mit Dietrich Pflüger

Digitale Selbstvermarktung für Künstler II,

mit Florian Fleischmann

11 Uhr bis 17 Uhr Homerecording – Musikaufnahmen produzieren,

mit Werner Kalusky, Kreismusikschule, Einstieg jederzeit möglich

17 Uhr bis 18:30 Uhr Digitale Selbstvermarktung für Musiker und Bands II,

mit Dietrich Pflüger

Der Online-Kunsthandel – Hintergründe und Chancen,

mit Florian Fleischmann

13 Uhr bis 14:30 Uhr Konsumverzicht – weniger haben, glücklicher leben,

mit Hans Baron, Christian Jensen Kolleg

17 Uhr bis 18:30 Uhr Einfach glücklicher leben – mit Werner Tiki Küstenmacher

(Simplify your life)

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Auf der Hauptbühne sollten erstens Beiträge

Raum finden, die einen längeren Zeitraum als

die der Marktbühne beanspruchten, zweitens

solche, die besondere Konzentration seitens

der Zuschauer verlangten, und drittens Programmpunkte

mit einer hohen erwarteten Zuschauerzahl.

Dies führte dazu, dass die aufwendigeren Programmpunkte

vorrangig auf die Hauptbühne

verlagert wurden, um den entstehenden Anforderungen

an Technik, Ausstattung, Atmosphäre

und den Erwartungen der Besucher gerecht

zu werden. Die Eröffnungsveranstaltung

mit dem Konzert der Rockband Ton Steine

Scherben, der Thementag „Klassik für Kinder“

sowie die Vorträge von Richard David Precht

und Werner Tiki Küstenmacher, ebenso die

Abschlussveranstaltung mit dem Community-

Dance Projekt der Gezeiten Tanz Company Sylt

fanden aus diesen sowie aus repräsentativen

Gründen im großen Saal des NCC statt.

Neben den organisatorischen Motiven war

bei der Auswahl der Programmpunkte für

die Hauptbühne bewusst auf eine Berücksichtigung

möglichst aller Kultursparten Wert

gelegt worden. Die Veranstaltungen auf der

Hauptbühne zeugten infolgedessen von einer

breiten kulturellen Spartenvielfalt mit Darbietungen

aus Musik, Theater, Literatur, Tanz

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sowie Bildender Kunst. Besonders in der Sparte

der Musik konnte durch die Einbeziehung

verschiedener Genres, darunter Rock, Klassik,

Pop und Rap auch eine entsprechende Spartentiefe

realisiert werden.

Dieser Mix an Musikstilen im Programm des

Kultur21-Festivals war bewusst gesetzt, um der

aktuell vielfältigen Musiklandschaft gerecht zu

werden und unterschiedlichste Zielgruppen

anzusprechen.

Das Konzert der Rockband Ton Steine Scherben

wurde als Teil der Eröffnungsveranstaltung

am Donnerstagabend angesetzt. Ziel

war, für alle Beteiligten ein positives gemeinsames

Erlebnis zu schaffen und die erhoffte resultierende

Bindungswirkung an das Kultur21-

Festival zu nutzen. Die Besucherzahl lag bei

127 Personen.

Am Freitagmorgen folgte dann die bedeutendste

Veranstaltung für die Zielgruppe der

Kinder, das Projekt „Klassik für Kinder“, wel-

ches sich morgens als Schulveranstaltung an

die Grundschulen richtete und am Nachmittag

für die Öffentlichkeit wiederholt wurde. Mit

567 Schulkindern war die morgendliche Veranstaltung

ausverkauft. Die Besucherzahlen der

öffentlichen Wiederholung am Nachmittag

wurde nicht eigenständig erfasst, da sie einen

Teil des Gesamtprogramms darstellte.

Der Moderator Ben Blümel führte durch ein abwechslungsreiches

Programm, bestehend aus einem

Konzert zur Vorstellung von Instrumenten,

einer Mitsingaktion, einer Tanzvorführung und

einem Konzert mit Ausschnitten aus dem Musical

Tabaluga und Lilli. Seine Aufgabe bestand

unter anderem darin, die Aufmerksamkeit der

Kinder über mehrere Stunden hinweg auf das

Bühnenprogramm zu richten, indem er altersgerecht

in die unterschiedlichen Kultursparten

einführte und sich um die Konzentration

und aktive Teilnahme der Schulkinder am Programm

bemühte.

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Das Konzert „Junge

Bühne Nordfriesland“

mit Paulsen, Beliaz

und Ole Maibach im

Husumer Speicher

Diese Forderung nach Aktivität und Kulturschaffen

über den passiven Kulturkonsum hinaus

ging aus dem Konzept der Veranstaltung

„Klassik für Kinder“ hervor. Für den ersten Teil,

das Konzert zur Einführung in verschiedene

Musikinstrumente, waren in der Planung zunächst

sieben Instrumente angedacht. Diese

Anzahl wurde jedoch auf die vier Instrumente

Klavier, Querflöte, Geige und Cello reduziert,

um die Kinder nicht mit einer zu großen Zahl

an Eindrücken zu überfordern. Das anschließende

Mitmachkonzert mit den zuvor in den

Schulen einstudierten Liedern erfolgte wie geplant.

Für die folgende Tanzvorführung wurde

eine Ballettschule aus Husum gewonnen.

Donnerstag

25.09.

Freitag

26.09.

Sonnabend

27.09.

Hauptbühne / großer Saal im NCC

20:15 Uhr Konzert, „Ton Steine Scherben“,

Revivalkonzert, alte Songs – neu interpretiert

9 bis 17 Uhr

(ab 14 Uhr öffentlich)

Thementag „Klassik für Kinder“ mit dem KIKA-Moderator Ben,

Programm:

Kinder musizieren für Kinder, Klassisches Ballett,

Tabaluga und Lilli (für Erzähler, Chor und Band)

Mitwirkende: Kreismusikschule Nordfriesland,

Ballett & Tanzwerkstatt Husum, Theodor-Storm-Schule u.a.

20 Uhr Konzert, „Junge Bühne Nordfriesland“: Beliaz, Ole Maibach, Paulsen

11 Uhr bis 11.30 Uhr Konzert, Timo Jürgensen, Klavier, Werke von Liszt und Beethoven,

Junge Bühne Nordfriesland

12:30 Uhr Theater, „4×2“ – vier Kulturen und zwei Generationen auf der Suche

nach Gemeinsamkeiten, Idee/Regie: Gary Funck (Friisk Foriining)

Übersicht des

Bühnenprogramms

im NCC

Das für die Hauptbühne geplante Programm

am Freitagabend mit dem Konzert „Junge

Bühne Nordfriesland“ und den Künstlern Beliaz,

Ole Maibach und Paulsen wurde kurzfristig

seitens des privaten Co-Veranstalters

abgesagt, da die Ticket-Nachfrage zu gering

war. Erfreulicherweise bot sich der Husumer

Speicher an, das Konzert dort durchzuführen,

so dass die Künstler ihr Programm trotzdem

präsentieren konnten. Am Sonnabend und

Sonntag fanden die Konzerte und Aufführungen

wie in der Übersicht angegeben statt.

Sonntag

28.09.

14:30 Uhr bis 15 Uhr Konzert, Alena Jürgensen, Querflöte, Klavier: Timo Jürgensen, Werke

von Mozart, J.S. Bach, Fauré u.a. Junge Bühne Nordfriesland

16 Uhr bis 16:30 Uhr Konzert, Songs von Supertramp, Queen u.a. Oberstufenchor

der Theodor-Storm-Schule Husum, Leitung Jens Wielert,

Junge Bühne Nordfriesland

20 Uhr Vortrag, „Digitale Revolution- wie die neuen Medien uns und unser

Leben verändern“, mit Richard David Precht

11 Uhr Theater, „Welt aus den Fugen“, Hermann-Tast-Schule,

Darstellendes Spiel, 13. Jahrgang

13:15 Uhr Kunst-Performance „Scultura e musica in movimiento“,

Idee und Skulpturen: Fabian Vogler, Musik:Rudolf Kitzelmann,

Performance: Tanja Probst, Film: Achim Schroeder

Hierbei konnte besonders hinsichtlich einer

beabsichtigten Attraktivitätssteigerung der

klassischen Musik innerhalb der jungen Generation

durch mehrere Konzerte heranwachsender

Musiker, Timo Jürgensen (Klavier), Alena

Jürgensen (Querflöte) und Nils Michelsen

(Klavier), Rechnung getragen werden. Das

Konzert des Oberstufenchors der Theodor-

Storm-Schule Husum integrierte eine große

Zahl an Schülerinnen und Schülern im Jugendalter

und trug so zum „Schaufenster der

Kulturszene Nordfrieslands“ bei, so wie es

zusätzlich auch besonders die Zielgruppe der

jüngeren Generation explizit ansprach.

14 Uhr bis 14:30 Uhr Konzert, Nils Torben Michelsen, Klavier, Werke von Beethoven,

Rachmaninoff und J.S. Bach, Junge Bühne Nordfriesland

15 Uhr Vortrag, „Simplify your life – einfaches Leben macht glücklich“,

Werner Tiki Küstenmacher

19 Uhr Community-Dance Projekt „Neighbourhood”,

Gezeiten Tanz Company Sylt,

Eintritt frei!

Die beiden Theaterstücke „4x2“ und „Welt aus

den Fugen“ erfüllten den geforderten darbietenden

anstelle eines integrativen Charakters

des Bereichs Theater beim Kultur21-Festival.

Darüber hinaus nahmen sie das Oberthema

„Leben im 21. Jahrhundert“ inhaltlich auf.

„Welt aus den Fugen“ stellte hierzu gesellschaftskritische

regionsübergreifend verallgemeinerbare

Fragen, während „4x2“ auf die

besondere Herausforderung des vor allem

20 21


Folgende Vereine und Organisationen haben auf dem Markt der Möglichkeiten mitgewirkt:

Gemeinschaftsstand regionale Kultur

Eiderstedter Kultursaison e.V.

Friesenrat Sektion Nord e.V.

Kulturregion Sønderjylland-Schleswig

Heimatbund der Landschaft Eiderstedt e.V.

Schifffahrtsmuseum Nordfriesland

Kreiskulturring Nordfriesland e.V.

Nordfriisk Instituut

Friisk Foriining

Nordfriesischer Verein

Plattdüütsch Zentrum Leck

Plattdeutscher Verein Viöl und Umgebung e.V.

Gemeinschaftsstand Kunstgalerien

Falkenstein Fine Art Sylt

Galerie Nottbohm Keitum

Arne Prohn, Schmiede Almdorf

Galerie Tobien Husum

Kulturstadt Friedrichstadt

Museum Friedrichstadt

Jan Stümpel, Töpferei

Thomas Freund, Malerei

Hanna von Kuhnhardt, Enkaustik

u.a.

Gemeinschaftstand kulturelle und ästhetische Bildung

Ballett & Tanzwerkstatt Husum

Hermann-Tast-Schule

Theatergruppe 5plus1

Frauengeschichtswerkstatt

Kreismusikschule Nordfriesland

Volkshochschule Husum

Theaterstube und Landestheater

Pole-Poppenspäler-Förderkreis

Stadtbibliothek Husum und Fahrbücherei

KULTUR21 Shop,

Galerie Tobien, Marid Taubert u.a.

K21-Ausstellung der Klasse Prof.in Dagmar Schork der

Muthesius Kunsthochschule Kiel

Ausstellung AIR-Projekt der Hermann-Tast-Schule

Kreativwerkstatt Sandiek, Alte Schule Westerhever

historisch bedingten Zusammenlebens unterschiedlicher

Bevölkerungsgruppen speziell in

Nordfriesland einging.

Das Vortragsprogramm des Kultur21-Festivals

bestand am Sonnabend im Vortrag des Philosophen

Richard David Precht, der zur „Digitalen

Revolution“ referierte und so ebenso das

zentrale Festivalthema fortsetzte. Werner Tiki

Küstenmacher sprach am Sonntagnachmittag

zum Thema „Simplify Your Life“. Durch das

Engagement dieser beiden sehr prominenten

Persönlichkeiten sollte das Ziel erreicht werden,

eine Brücke zwischen Kulturveranstaltungen

wie dem Kultur21-Festival mit einer

Zielgruppe aus grundsätzlich kulturaffinen

Menschen und demgegenüber eher Kulturfernen

zu bauen.

Gemeinschaftsstand Kunstvereine

Künstlergruppe Dreiharden

Kunstverein Husum und Umgebung e.V.

Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt e.V.

Leben im 21. Jahrhundert „Neue Masche“

Listening Project,

Rudolf Giesselmann und Kooperationspartner

22 23


Der Bekanntheitsgrad der Vortragenden diente

als Mittel zur Attraktivitätssteigerung des Festivals

in der Gruppe der Weniger-Kulturinteressierten

hinsichtlich erster Schritte im Audience

Development. Durch populäre und dadurch

für eine breitere Masse attraktive Persönlichkeiten

konnten auch weniger Kulturinteressierte

zum Kultur21-Festival gezogen werden,

sodass sie ohne die bewusste Entscheidung

zum Kulturkonsum dennoch in einen (ersten)

Kontakt mit Kultur traten.

Zusätzlich dazu war es Ziel der Verpflichtung

des Philosophen Precht und des Theologen

Küstenmacher, ein umfassendes Bild des Lebens

im 21. Jahrhundert zu entwerfen und den

kulturellen Blickwinkel auf andere relevante Lebensbereiche

zu erweitern.

Der Vortrag von Richard David Precht am

Abend wurde mit 321 Personen besucht. Der

Vortrag von Werner Tiki Küstenmacher wurde

nicht separat erfasst, da er im Tagespreis enthalten

war.

Die im Konzept geplante Diskussion zum

Thema Hochkultur in Nordfriesland hat aus

terminlichen Gründen seitens der Diskussionsteilnehmer

nicht stattfinden können.

Stattdessen wurde dem oben erwähnten

Theaterstück „Welt aus den Fugen“ eine Auftrittsmöglichkeit

gegeben. Das Programm der

Hauptbühne fand seinen Abschluss mit dem

Community-Dance Projekt der Gezeiten Tanz

Company Sylt und beendete damit ebenso das

gesamte Kultur21-Festival. Der Aufführung der

Tanzgruppe als Abschlussveranstaltung der

Gesamtveranstaltung kam ein hoher Stellenwert

zu.

Das Community-Dance Projekt wurde ausgewählt,

da es einige der oben genannten Themenbereiche,

beispielsweise Künste, regionale

Kultur und Internationale Zusammenarbeit

Kultur, integrierte, und dadurch zur Erfüllung

der Festivalziele einen Beitrag leistete: Erstens

gab die Tanzdarbietung einen Einblick in die

nordfriesische Kulturszene, zweitens strahlte

es als integratives Leuchtturmprojekt der Kulturregion

Sønderjylland-Schleswig über die Region

Nordfriesland hinaus aus. Zudem konnte

drittens verschiedenen Zielgruppen Rechnung

getragen werden. Eine Veranstaltung wie das

Kultur21-Festival fordert insbesondere für die

Abschlussveranstaltung die Ansprache mehre-

rer und unterschiedlicher Zielgruppen, wenn

und da es dem Anspruch genügen will, im

Sinne eines „Schaufensters der Kulturszene

Nordfrieslands“ zu fungieren. Aus diesem

Grund hatte jener Anspruch, unterschiedliche

Interessengruppen zu befriedigen, bei der Auswahl

des abschließenden Programmpunkts

eine hohe Priorität. Die Motivation bestand

darin, einen gemeinsamen Abschluss des Festivals

mit einem für möglichst alle Zielgruppen

interessanten Programm zu feiern und damit

die Verbindung zur gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung

herzustellen.

Die zweite Bühne hatte ihren Standort auf

dem Markt der Möglichkeiten, gedacht für Beiträge,

die die Darstellung der kulturellen Vielfalt

der Region Nordfriesland realisierten und

nur einen vergleichsweise kurzen Zeitraum in

Anspruch nahmen. Das detaillierte Programm

ist der Übersicht auf Seite 9 zu entnehmen.

An dieser Stelle soll nicht jede einzelne Veranstaltung

beschrieben werden, sondern vielmehr

auf die Breite des Programms auf der

Marktbühne hingewiesen werden. Entsprechend

dem Ziel der Veranstaltung, Nordfrieslands

Kulturlandschaft umfassend zu präsentieren,

war es Ziel, möglichst vielen und

unterschiedlichen Kulturschaffenden der Region

eine Auftrittsmöglichkeit zu geben.

Für die Veranstaltungstage konnten unter Anderen

die Kreismusikschule mit zahlreichen

Gruppen und Ensembles, unterschiedliche

Chöre, eine Zirkusgruppe, Kampfkunstsportler

und diverse Tanzgruppen für das Programm

der Marktbühne gewonnen werden. Diese war

vor allem als ein Bestandteil der Erlebniswelt

des Markts der Möglichkeiten geplant und

sollte somit insbesondere dessen, den Hauptzielen

untergeordnete, Zwecke erfüllen. Diese

bestanden primär darin, den zahlreichen Kulturanbietern

aus und in Nordfriesland eine

Plattform zu bieten, auf der beispielsweise

die Darstellung unterschiedlichster Kulturprojekte,

eine umfassende Information über vorhandene

Kulturangebote und ein In-Kontakt-

Treten mit Kulturanbietern und -nachfragern

ermöglicht wird.

Durch vielseitige Darbietungen auf der Marktbühne

wurde die Erfüllung der Zwischenziele

verwirklicht und in die Programmgestaltung

eingearbeitet. Gleichzeitig erwuchs aus der

Friedemann Magaard,

Leiter der „Tage der Utopie“

in Breklum, führte durch die

Veranstaltung mit Richard

David Precht

24 25


Programmfülle der Marktbühne eine Lautstärkeproblematik,

da die Akteure des angrenzenden

Markts der Möglichkeiten sich durch die zu

hohe Geräuschkulisse gestört fühlten und ihre

Angebote teils nicht wie geplant umsetzen

konnten.

Als letzter Standort der Erlebniswelt Bühne

wurde die Lesebühne im Obergeschoss des

NCC installiert. Auch hier wurde bei der Auswahl

auf ein vielfältiges Angebot Wert gelegt.

Besonders dem Themenbereich regionale Kultur

konnte auf der Lesebühne Aufmerksamkeit

geschenkt werden, indem nordfriesische

Literaten und Autoren Lesungen sowohl auf

Hochdeutsch als auch auf Plattdeutsch anboten,

wodurch eine weitere Darstellung der

Kulturlandschaft Nordfrieslands ermöglicht

wurde.

Zweite Erlebniswelt des Kultur21-Festivals war

die kuratierte Kunstaustellung WestKunst I im

Foyer des NCC, die aktuelle Kunst aus Nordfriesland

präsentierte. Um ein hohes Niveau

der Exponate zu sichern, wurde eine Jury, bestehend

aus Dr. Thomas Gädeke ( Kurator), Heinz

Teufel, Cathy Fleckstein und Peter Froundjian

zusammengestellt. Bewerben konn ten sich

alle interessierten Künstler mit Berührungspunkten

zu Nordfriesland.

Ergänzt wurde die Erlebniswelt Kunstausstellung

durch den Workshop „Kunst im Dialog“

von Achim Goetze. Dieser Workshop war ursprünglich

für den Markt der Möglichkeiten

geplant, ergänzte inhaltlich jedoch die Kunstausstellung

und wurde daher in ihr Areal verlegt.

Auf Grundlage seiner Bilder gab Achim

Goetze in seinem Workshop im Sinne des

zentralen Themas „Leben im 21. Jahrhundert“

Denkanstöße zu aktuell gesellschaftlich

relevanten Themen und Fragestellungen, um

hiermit auch zu tiefergehenden Diskussionen

unter Leitfragen wie „Was kann Kunst?“

anzuregen und somit einen suprakulturellen

Diskurs im Sinne des zentralen Themas des

Kultur21-Festivals zu ermöglichen.

Die dritte Erlebniswelt stellte der Markt der

Möglichkeiten in der Messehalle des NCC dar.

Die Westkunst I nahm eine zentrale Stellung beim Kultur21-Festival ein

Teilnehmende Künstlerinnnen und Künstler

Raimund Behrend, Antje Bergmann-Kupfer, Jörg Bernkopf, Andreas Böhm, Rose Marie Breitbach, Christel

Burmeister-Gronau, Andrea Claussen, Nikolaus Cramer, Brigitte Dahmen-Roscher, Dimitar Vasilev Diankov,

Joerne Diedrichsen, Isa Dietrich, Heike Dittrich, Karin Dreyer, Lucia Beatriz Figueroa, Thomas Freund, Peter

Froese, Inken Geertz, Juliet Geist, Frauke Gloyer, Markus Haas, Linda Hamkens, Ewald Heitzmann, Rainer

Hoffmann, Helga Hoppe, Anna Susanne Jahn, Dieter-Joachim Jessel, Wolfgang Klähn, Heidrun Knauer-

Duschek, Manuel Knortz, Ulla Knütel, Diether Kressel, Barbara Krüger, Ingo Kühl, Karla Kurz, Friedrich

Laubengeiger, Silke Lazarevic, Hans Ruprecht Leiß, Helmut Liley, Michael Mattern, Ulrich B. Mack, Karl-

Heinz Morschek, Gisela Mott-Dreizler, Klaus Musolf, Birgit Peters, Arne Petersen, Frauke Petersen, Günther

Petersen, Günther Pfeiffer, Edda Raspé, Monika Rathlev, Susanne Reupke, Söhnke A. Richter, Anke Richter-

Teubler, Angelika Rölke, Wencke Rowek, Reinhard Scheuble, Ursula Schultz-Spenner, Karen Seggelke,

Monika Springer, Dieter Staacken, Sigrid Stegemann, Gudrun Thomas-Feuker, Dietmar Trube, Fabian Vogler,

Wolfgang Werkmeister, Hans-Jürgen Westphal, Inge Wilkens und Reinhard Witt.

26 27


Lesebühne, Raum 3

Freitag

26.09.

14 Uhr Heinke Hannig

15 Uhr Autorengruppe CoLibri

16 Uhr Theatergruppe 5 plus 1

Sonnabend

27.09.

11 Uhr Schölers lest op Platt, Weda Albertsen, Landessiegerin 2014

12 Uhr Dieter Tippelt, LAN-Gruppe

14 Uhr Autorengruppe CoLibri

15 Uhr Uwe Herms, Watt und Mond und Jadehase - Geschichten

16 Uhr Theatergruppe 5 plus 1

Sonntag

28.09.

11 Uhr Heinke Hannig

12 Uhr Birgit Pauls

13 Uhr Christine Hartung-Czaja, LAN Gruppe

14 Uhr Wencke Rowek, Timo Rowek, LAN-Gruppe

15 Uhr Günter Wendt, LAN-Gruppe

16 Uhr Manfred Jelinski, LAN-Gruppe

Bestehend aus mehreren Arealen diente der

Markt der Möglichkeiten der Schaffung einer

Plattform für regionale Kulturschaffende, um

ihre eigenen Projekte darzustellen, sich über

vorhandene zu informieren und untereinander

in Kontakt zu treten, um ein zukunftsfähiges

Kulturnetzwerk für die Region Nordfriesland

und damit verbunden gemeinsame Projekte

zu initiieren.

Im Folgenden wird das Programm strukturiert

nach den einzelnen Funktionsbereichen

beschrieben. Der Funktionsbereich der Marktbühne

wurde der Vollständigkeit halber im Abschnitt

zur Erlebniswelt Bühne erläutert, weshalb

an dieser Stelle darauf verwiesen sei.

Das Projekt „Wie viel Nordfriesland passt in

eine Box?“ des Deichticker-Magazins intendierte,

auf unkonventionelle und neuartige Art

und Weise den Festivalbesuchern einen un-

An dieser Stelle seien beispielhaft einige Aktionen

und Projekte kurz vorgestellt.

Ein besonderes Angebot war das Listening

Project von Rudolf Giesselmann und Partnern.

Ein umgebauter Caravan diente den

Festivalbesuchern als experimenteller Raum,

um Erkenntnisse über das Zuhören zu gewingewöhnlichen

Zugang zum Thema Kunst zu

eröffnen. Am Ende sollte ein facettenreiches

Gesamtprojekt stehen, welches die Bevölkerung

für das Kulturangebot Nordfrieslands

sensibilisiert. Von ursprünglich geplanten vierzig

Boxen, u-förmig um eine größere Deichticker-Bühne

angeordnet, wurden bis zum Festival

vier Exemplare tatsächlich verwirklicht:

„Husum bei Nacht“ der Künstlerin Gesche

Nordmann, „Wattgolfer“ des Fotografen Mirko

Honnens, „Halliglüüd“ des Fotografen

Helmut Wiege und der Redakteure Christiane

Jenemann und Ralf Schnarrenberger sowie

„SichtWEISE“ der Künstlerin Hilke thor Straten.

Diese geringe Zahl ist vor allem auf Zeitgründe

zurückzuführen, da die Projektleiterin

seitens Deichticker für mehrere Wochen im

Vorhinein des Festivals erkrankt war.

Kulturinitiativen, aktuellen Trends, Ausstellungen,

Projekten, Werkstätten und ein Shop präsentiert

werden konnten.

Das Areal der Aktionsfläche und der Informations-

und Verkaufsstände diente der Information

wie auch der aktiven Partizipation an

Kulturschaffung beim Kultur21-Festival, um so

das beabsichtigte Erlebnis Kultur zu kreieren.

Besonders an diesem Ort des Festivals ging

der Besuch über den reinen Kulturkonsum

hinaus, sodass interessierte Besucher selbst

dazu motiviert wurden, aktiv Kulturschaffende

zu sein. Bei der Auswahl der Beteiligten und

Standbetreiber wurde ebenso wieder auf ein

breites Spektrum der Kulturanbieter geachtet,

sodass an den Festivaltagen eine Vielfalt an

28 29


nen, indem es in dem Wohnwagen einen Ort

schuf für bewusstes Zuhören in einem Dialog

von 15 Minuten. So konnte für die beiden Gesprächspartner

eine in der modernen Welt oft

ungewohnte, da vollkommen ruhige und abgeschiedene,

Gesprächssituation geschaffen

werden. Gleichzeitig konnten Zuschauer am

Rande der Aktionsfläche das Geschehen mit

ansehen, nicht aber anhören.

Ein weiteres Projekt, das Kunstma(h)l, ergab

sich aus einem Zusammenschluss der

drei beteiligten nordfriesischen Kunstvereine.

Grafisch und malerisch entstand ein von den

Besuchern gezeichnetes Dreigangmenü auf

großformatigem Zeichenpapier, das eine acht

Meter lange Tafel eindeckte. Zum Schluss

konnte das Original stückweise erworben werden.

Des Weiteren waren die Walking Acts,

die als Schauspieler über das Festivalgelände

gingen, ein besonderer Blickfang, der die

Besucher begeisterte.

CD mit Kinderliedern produziert wurde und

die auf spielerische Art und Weise Kinder im

sehr jungen Alter an die Musik heranführte.

Zum Anderen sind diejenigen Workshops zu

erwähnen, die sich besonders mit dem Leben

im 21. Jahrhundert beschäftigten und aktuellen

Trends und Fragestellungen nachgingen,

so zum Beispiel „Lernen – ein Leben lang“

der Volkshochschule Husum, „Die Welt von

oben“ über den Klimawandel und durchgeführt

von Geoscopia, „Konsumverzicht – weniger

haben, glücklicher leben“ des Christian

Jensen Kollegs sowie „Yoga – Leben im Gleichgewicht“

der Yogalehrerin Kerstin Lagojannis.

Mit dieser Vielzahl unterschiedlichster Angebote

sollte das Angebot auf der Aktionsfläche

des Markts der Möglichkeiten sinnvoll ergänzt

werden.

Um dem Anspruch, das Leben im 21. Jahrhundert

in voller Breite darzustellen, zu genügen, war

zu Beginn der Planungen der Funktionsbereich

„Neue Masche – urbane Handarbeit und andere

Trends“ konzipiert worden, der sich besonders

mit Häkelarbeiten, angeleitet von der Künstlerin

Eva Niessen, beschäftigte. Diese setzte sich an

ihrem Stand zusätzlich mit der Bedeutung von

Mani-Steinen auseinander. Für diesen Bereich

wurde außerdem vom Christiansen-Jensen-Kolleg

ein Tauschmarkt mit Repair-Café eingerichtet,

um eine alternative Form des Wirtschaftens auszuprobieren.

So wurde das Festivalprogramm

um Angebote zum Trend des neu- und andersartigen

Konsumierens ergänzt.

Als weiterer Bestandteil des Markts der Möglichkeiten

gab es beim Kultur21-Festival eine

Sitzlandschaft zum Lesen und Entspannen.

Wie geplant war hierdurch Gelegenheit für die

Festivalbesucher geschaffen worden, die aus

den Angeboten resultierenden Eindrücke zu

verarbeiten und mit anderen Besuchern ins

Gespräch zu kommen.

Zuletzt ist die Kinder-Kreativwerkstatt auf dem

Markt der Möglichkeiten zu nennen. Diese

wurde vom Schullandheim Alte Schule Westerhever

in Form von Sandskulpturenworkshops

umgesetzt. Die Kreativwerkstatt Sandiek bot

nicht nur für Kinder das Schnitzen von Sandskulpturen

an. Dieser Workshop integrierte unter

anderem die Themenbereiche regionale

Kultur und Künste, indem es besonders die

natürlich in Nordfriesland vorkommenden

Materialien einbezog.

Als vierte Erlebniswelt wurde die Erlebniswelt

der Multimedia Academy konzipiert, die in

den Räumen im Obergeschoss des NCC ihren

Standort hatte. Diese Akademie diente interessierten

Festivalbesuchern zur Vermittlung

von Grundlagenkompetenzen im Umgang mit

neuen Medien und Multimedialität zum Zweck

der Selbstvermarktung und Vermarktung der

eigenen Person beziehungsweise der eigenen

kulturellen Leistungen und Angebote im Netz.

Zunächst war geplant, in Anlehnung an die

universitäre Lehre drei didaktische Formate

anzubieten, Vorträge, Seminare und Übungen.

Urbane Trends, die sich

z.B. auch in der Husumer

Innenstand widerspiegeln,

wurden aufgegriffen

Über die Angebote auf der Aktionsfläche hinaus

sorgten auch die Workshops für ein breit

gefächertes Festivalprogramm. Wie in der Tabelle

auf Seite 14 angegeben, ergänzten sie das

Workshopangebot der Multimedia Academy,

welches unten näher erläutert wird. Besonders

hervorzuheben sind unter den Workshops

zum Einen die Mitmachaktion der Kreismusikschule

Nordfriesland „Wir machen Musik“

für Kinder ab drei Jahren, für die eigens eine

30 31


Dieser Plan wurde jedoch zugunsten einer integrativen

Didaktik aufgegeben, durch die multimediale

Fähigkeiten in Form von partizipativen

Workshops vermittelt wurden.

Als Dozenten der Multimedia Academy wurden

Dietrich Pflüger und Florian Fleischmann

ausgewählt, beide Experten für digitales Marketing

und Online-Vermarktung.

Zusätzlich

zu den Workshops

zur Selbstvermarktung

wurden im

Rahmen der Multimedia

Academy ein

dreitägiger Workshop

„Erinnerungskultur“

mit dem Fotografen

Mark Mühlhaus sowie

ein Musikworkshop

„Homerecording“

mit Werner

Kalusky und Timo

Ploog angeboten.

Auch im Programm

der Akademie zeigt

sich die bewusste

Aufnahme verschiedener

Kultursparten

in das Programm des Kultur21-Festivals. Unter

Berücksichtigung von Bildender Kunst, Fotografie

und Musik wurden unterschiedliche

kulturelle Tätigkeitsfelder betrachtet. Darüber

hinaus ermöglichte die Multimedia Academy

durch die Beschäftigung mit neuen Medien

insbesondere das spartenübergreifende Lernen.

Dozent Dietrich Pflüger

von Sony Music

Fotoworkshop auf

der KZ-Gedenkstätte

Husum-Schwesing

32 33


Open-Air-Galerie im

Schlosspark in Husum,

einer Aktion des Wind

skulpturen-Künstlers

Rainer Hoffmann aus

Husum in Kooperation mit

den Husumer Nachrichten

Den letzten Bestandteil der Erlebniswelt stellte

der Standort Speicher/Sturm und Drang

dar. Für diesen Standort war Programm für

den Freitag- und Samstagabend vorgesehen.

Kurzfristig fand auch das zunächst für die

Hauptbühne geplante Konzert der Jungen

Bühne Nordfriesland mit Beliaz, Ole Maibach

und Paulsen im Speicher statt. Hieran schloss

sich eine After-Show-Party im Club Sturm und

Drang mit Urban Underground

Electronic Music,

einer neuartigen Erscheinungsform

der Musik des

21. Jahrhunderts, an. Hierzu

wurden die DJs Alfred Heinrichs

und Carlo Ruetz des

Berliner Supdub Labels engagiert.

Am Samstagabend folgte die

„La Viva Glow in the Dark“-

Party mit aktuellen Trends

aus unterschiedlichsten Musikstilen

wie HipHop, UK

und Electro. Zu beiden After-

Show-Partys wurden insgesamt

354 Gäste gezählt.

Als Tagesprogramm des Samstags wurde im

Husumer Speicher ein Fahrrad-Aktionstag

veranstaltet. Besonderheit hierbei waren fünf

Fahrräder mit Generatoren, die bei Betrieb

Strom erzeugen. So wurde auf das Problem

des Klimawandels und weitere ökologische

Fragen aufmerksam gemacht. Mithilfe dieser

Fahrräder konnten die Besucher eigenständig

diverse Strom benötigende Geräte betreiben.

Als besonderes Highlight gab es ein abwechslungsreiches

Kinoprogram aus Kurzfilmen,

wonach zum Abschluss die Teilnahme am

bundesweiten Wettbewerb „Stadtradeln“ und

die Vorführung eines Filmes erfolgten.

Das Programm wurde nicht

nur aus marketingstrategischen

Gründen, sondern

auch inhaltlich durch ein

dem Festival vorgelagertes

Rahmenprogramm ergänzt.

Dieses begann mit der Open-

Air-Galerie im Schlosspark

in Husum, einer Aktion des

Windskulpturen-Künstlers

Rainer Hoffmann aus Husum

in Kooperation mit den

Husumer Nachrichten. Er

verwandelte bereits Mitte August

den Husumer Schosspark

in eine Galerie unter

Bäumen, welche er mit seinen

Windfiguren ausstattete.

Damit wurden nicht nur viele Hobbyfotografen

angelockt, sondern das Kultur21-Festival

bereits ins Stadtgespräch gebracht. Zuletzt

erlangte dieses in der Woche vor der Veranstaltung

Aufmerksamkeit durch das Projekt

„Windkraft – farbig im Licht“ der Künstlerin

Gisela Meyer-Hahn, das von zahlreichen Unternehmen

der Branche unterstützt wurde. Sie

verwandelte drei Husumer Windkraftanlagen

mittels Farbe und Licht in ein weithin sichtbares

Kunstwerk, das an drei Tagen in der Woche

vor Beginn des Festivals eine Attraktion in

Husum war und so auf die bevorstehende Veranstaltung

hinwies.

Die retrospektive Aufarbeitung des Programms,

welches beim Kultur21-Festival geboten

wurde, fällt deutlich positiv aus. Basierend

auf einem klaren Konzept konnte ein inhaltlich

sehr umfangreiches Programm mit hochwertigen

Einzelangeboten zusammengestellt werden.

Das breite Spektrum der Aktionen, das,

wie oben dargestellt, über Aufführungen,

Workshops, Informationsstände, Ausstellungen

und Gesprächsmöglichkeiten verfügte, zeugte

von hoher Qualität und einem besonderen

Innovationsgrad, da es beispielsweise auch ungewöhnlichen

sowie neuartigen Themen und

Aktionen im Rahmen der Veranstaltung Raum

bot. Exemplarisch seien hier das Listening Project

oder die Walking Acts genannt.

Was für eine Wiederholung der Veranstaltung

zu überdenken wäre, ist die Parallelität

mehrerer Einzelangebote im Veranstaltungsprogramm.

Sie sorgte beim Kultur21-Festival

einerseits für eine breite Palette kultureller

Angebote und so auch für eine gleichzeitige

Ansprache unterschiedlichster Zielgruppen.

Andererseits barg sie jedoch auch Nachteile

bezüglich zeitlicher Überschneidungen und

Konflikten in der Lautstärkeregelung.

In der Evaluation des Programms des Kultur21-

Festivals sind überdies einige Programm-

Lichtkunstaktion an drei

Abenden vor dem Festival:

„Windkraft – fabig im Licht“

von Gisela Meyer-Hahn

Als besonders positiv erwies sich die Kombination

und damit einhergehende Verknüpfung

von Kunst und Kultur mit Zukunftsthemen als

Einbettung in das zentrale Oberthema „Leben

im 21. Jahrhundert“, wie dies beispielsweise

in dem Projekt des Repair Cafés seine Umsetzung

fand.

34 35


Jury „WestKunst I“:

Peter Froundjian,

Heinz Teufel,

Dr. Thomas Gädeke,

Cathy Fleckstein, (v.l.n.r.)

punkte einzeln diskutiert worden und sollen

aus diesem Grund hier explizit benannt werden.

Auf positive Resonanz stieß unter anderem

die gut besuchte Eröffnungsveranstaltung,

die als festlich und dem Charakter des

Kultur21-Festivals angemessen empfunden

wurde. Das sich anschließende Revival-Konzert

der Band Ton Steine Scherben hingegen

war zu schlecht besucht. Ebenso zeigte sich

ein nur mäßiges Interesse für die Konzerte der

Jungen Bühne Nordfriesland. Hier steht die

Frage im Raum, ob die niedrigen Besuchszahlen

auf zu geringes Marketing zurückzuführen

oder eher inhaltlicher Natur sind.

Auch die Workshops sollten dieser Fragestellung

unterzogen werden, da sie ebenfalls recht

geringe Teilnehmerzahlen aufwiesen. Erfolgreich

hingegen verlief insbesondere die Veranstaltung

„Klassik für Kinder“, die für einen gut

besuchten ersten Festivaltag sorgte. Auch der

Auftritt der Gezeiten Tanz Company Sylt stieß

auf ein relativ hohes Interesse und kann als

Erfolg gewertet werden.

Als Umsetzung des Schwerpunkts der Bildenden

Kunst des ersten Kultur21-Festivals ist

besonders der Zuspruch für die Ausstellung

Westkunst I, die begeistertes Publikum fand,

festzuhalten. Darüber hinaus ist ebenso das

Lichtkunstprojekt auf inhaltlicher Ebene und

in seiner marketingtechnischer Funktion, wie

unten erläutert, als besonders gelungen zu

bewerten. Überdies sollte die Idee der Podiumsdiskussion

bei einer Wiederholung des

Festivals wieder aufgegriffen werden, da Veranstaltungen

dieser Art, wie auch die als hervorragend

einzustufenden Vorträge der Gastredner,

auf ein scheinbar großes Interesse in

der heimischen Bevölkerung stoßen.

4. Marketing

Der Marketingplan wird hier in chronologischer

Abfolge beschrieben, beginnend mit der

Umsetzung der Marketingvorhaben für das

Kultur21-Festival im Januar und Februar 2014.

Um das Festival mitsamt grundlegenden Informationen

der Zielgruppe näher zu bringen,

wurde eine erste Version eines Flyers bereits

zu Beginn des Jahres mit einer Auflage von

300 Exemplaren in Auftrag gegeben.

Preise:

Anfahrt zum NordseeCongressCentrum

Lageplan:

ALLGEMEINE HINWEISE

Thementag „Klassik für Kinder“

„Markt der Möglichkeiten“,

Freitag 14 bis 17 Uhr

Flensburg/

A7 Schleswig

200

Anschrift

Messe Husum & Congress

NordseeCongressCentrum

Am Messeplatz 12-18

25813 Husum

Tel.: +49 4841 902-0

Saal /

große Bühne

Niebüll/

Dänemark

Flensburger Chaussee

NCC

OG: Multimedia Academy

Lesebühne

Messe

NCC

5,00 € (Kinder ab fünf Jahre)

5,00 € (Kinder bis 12 Jahre frei)

Tageskarte Sonnabend (11-19 Uhr) 12,00 € / ermäßigt 8,00 €,

Kinder bis 12 Jahre frei

Tageskarte Sonntag (11-21 Uhr) 12,00 € / ermäßigt 8,00 €

Vortrag Werner Tiki Küstenmacher 12,00 € / ermäßigt 8,00 €

(Tageskarte Sonntag im

Preis enthalten)

Vortrag Richard David Precht 15,00 € / ermäßigt 12,00 €

Tageskarte und Vortrag Richard

David Precht (Sonnabend)

23,00 € / ermäßigt 20,00 €

Konzert Ton Steine Scherben Abendkasse 33,00 €

Vorverkauf: 31,20 €,

keine Platzkategorien

Konzert Junge Bühne Nordfriesland

(Beliaz, Ole Maibach, Björn Paulsen)

Abendkasse 24,00 €

Vorverkauf: 22,45 €,

keine Platzkategorien

Vorverkaufsstellen:

Reservix (Internet), Reisebüro Biehl, Liesegang, Kundencenter des sh:z.

Bei den Konzerten mit Ton Steine Scherben und Junge Bühne Nordfriesland

ist die Vorverkaufsgebühr im Preis inbegriffen.

Beim Thementag „Klassik für Kinder“ und den Vorträgen von Richard

David Precht und Werner Tiki Künstenmacher gibt es keine freie Platzwahl,

sondern es werden feste Plätze vergeben. Deshalb empfiehlt es

sich, die Karten im Vorverkauf zu kaufen.

Die Veranstaltungen im Speicher finden in Zusammenarbeit mit dem

Speicher e.V. und dem Kreis Nordfriesland, Abteilung Klimaschutz, statt.

Bei den Workshops und ferner auch dem Bühnenprogramm werden so

viele Teilnehmer zugelassen wie Platz vorhanden ist. Es gibt keinen rechtlichen

Anspruch auf Teilnahme.

Essen und Trinken: Es werden Speisen und Getränke sowohl für den

gehobenen als auch für den einfachen Anspruch angeboten.

Besuchen Sie uns auch auf facebook.com/kulturfestival21 und auf

www.kultur21-festival.de. Dort finden Sie ständig aktualisierte Informationen

über alle Programmpunkte und Mitwirkenden (im Aufbau).

H

Husum Zentrum

Haupteingang

Am Messeplatz

Foyer /

Kunstausstellung

5

Haltestelle

Kostenloser Busshuttle

Heide/

A23 Hamburg

9.00 - 17.00 Uhr

Saal

(ab 14 Uhr

öffentlich)

14.00 - 17.00 Uhr

Foyer

14.00 - 17.00 Uhr

Messehalle

14.00 Uhr

Marktbühne

14.00 Uhr

Lesebühne

14.30 Uhr

Marktbühne

14.30 Uhr

Seminarraum

15.00 Uhr

Lesebühne

15.00 Uhr

Marktbühne

14.30 - 15.30

Seminarraum

15.30 - 17.00 Uhr

Saal

Multimedia

Academy

16.00 Uhr

Lesebühne

16.00 Uhr

Marktbühne

16.30 Uhr

Seminarraum

16.30 Uhr

Marktbühne

PROGRAMM

FREITAG 26.9.

Thementag „Klassik für Kinder“ mit dem

KIKA-Moderator Ben

Kinder musizieren für Kinder, Klassisches Ballett,

Tabaluga und Lilli (für Erzähler, Chor und Band)

Mitwirkende:

Kreismusikschule Nordfriesland, Ballett &

Tanzwerkstatt Husum, Theodor-Storm-Schule,

Husum, u.a.

Vorverkauf!

Ausstellung

Kunst aus Nordfriesland – heute; Malerei,

Skulptur, Grafi k, Fotografi e, Kunsthandwerk

Markt der Möglichkeiten

Kulturinitiativen, Trends, Ausstellungen,

Projekte, NF-Boxen, Kreativwerkstatt, Shop

Musik

Ausschnitte aus HAIR, Musicalproduktion

der Kreismusikschule, Leitung Inken Petersen

Lesung

Heinke Hannig

Musik

Salibonani, Kreismusikschulprojekt

mit großen und kleinen Mitwirkenden

Mitmachaktion

Wir machen Musik, für Kinder ab 3 Jahre,

Kreismusikschule

Lesung

Autorengruppe CoLibri

Musik

Mini Big Band Föhr, Leitung Josef Antos,

Kreismusikschule

Workshop

Lernen- ein Leben lang?, mit Hans-Peter

Schweger, Direktor der VHS Husum

Workshop

Yoga – Leben im Gleichgewicht,

mit Kerstin Lagojannis

Dreitägiger Fotoworkshop „Erinnerungskultur“

(Anmeldung erforderlich)

Fotoworkshop in den KZ-Gedenkstätten Ladelund

und Schwesing, mit Mark Mühlhaus,

für Jugendliche ab 16 Jahre, gefördert vom

Ministerium für Justiz und Kultur S-H

Lesung

Theatergruppe 5 plus 1

Musik

Gonger, Metal Band der Kreismusikschule

Mitmachaktion

Wir machen Musik, für Kinder ab 4 Jahre,

Kreismusikschule

Musik

Kambala, Djembegruppe der Kreismusikschule

Messehalle /

Markt der Möglichkeiten

Marktbühne

Mit diesem Flyer wurde vor allem auch das

Corporate Design der Dachmarke KULTUR21

eingeführt. Des Weiteren informierte der erste

Flyer über den Namen und die Idee des Festivals,

seinen Termin und die Prorammstruktur.

Zusätzlich wurde damit auf die Einrichtung der

Jours Fixes hingewiesen, um frühzeitig Interessierte

und damit potentiell Mitwirkende zur

aktiven Ideeneinbringung zu mobilisieren. Für

die Jours Fixes selbst wurde ebenso ein Roll-

Up produziert, mit dem Ziel, den Teilnehmern

11.00 - 17.00 Uhr

Messehalle

11.00 - 17.00 Uhr

Foyer

11.00 - 12.30 Uhr

Multimedia

Academy

11.00 - 12.30 Uhr

Multimedia

Academy

11.00 - 11.30 Uhr

Saal

11.00 Uhr

Lesebühne

11.00 - 17.00 Uhr

Mulimedia

Academy

11.00 Uhr

Marktbühne

11.45 Uhr

Marktbühne

12.30 Uhr

Saal

12.30 Uhr

Marktbühne

13.15 Uhr

Marktbühne

14.00 Uhr

Lesebühne

14.00 - 17.00 Uhr

Messehalle

14.00 Uhr

Marktbühne

14.00 - 15.30 Uhr

Multimedia

Academy

14.00 - 15.30 Uhr

Multimedia

Academy

14.00 - 15.30 Uhr

Multimedia

Academy

14.00 - 15.30 Uhr

Seminarraum

14.00 - 19.00 Uhr

Speicher

14.30 - 15.00 Uhr

Saal

14.45 Uhr

Marktbühne

15.00 Uhr

Lesebühne

15.15 Uhr

Marktbühne

15.30 Uhr

Marktbühne

16.00 Uhr

Marktbühne

16.00 Uhr

Lesebühne

SONNABEND 27.9. SONNTAG 28.9.

Markt der Möglichkeiten

Kulturinitiativen, Trends, Ausstellungen,

Projekte, NF-Boxen, Kreativwerkstatt, Shop

Ausstellung

Kunst aus Nordfriesland – heute; Malerei,

Skulptur, Grafi k, Fotografi e, Kunsthandwerk

Workshop

Markenbildung, Basiswissen Selbstvermarktung,

mit Dietrich Pflüger (Sony Music, Berlin)

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Künstler I, mit Florian

Fleischmann (Black Market Art Fair, Berlin)

Konzert

Timo Jürgensen, Klavier, Werke von Liszt und

Beethoven, Junge Bühne Nordfriesland

Lesung

Schölers lest op Platt

Workshop (Einstieg jederzeit möglich)

Homerecording, eigene Musikaufnahmen produzieren,

mit Werner Kalusky, Kreismusikschule NF

Zirkus

Zirkus Miraculix, Zirkus-AG der Hermann-

Tast-Schule, Leitung Ute Tobegen-Hill

Kampfkunst

Aikido und Kenjutsu - japanische Kampfkunst

aus Eiderstedt; Aikido-Sparte des TSV Oldenswort

unter der Leitung von Duncan Underwood

Modernes Theater

4x2 - Vier Kulturen und zwei Generationen auf

der Suche nach Gemeinsamkeiten, Idee/Regie:

Gary Funck (Friisk Foriinig)

Tanz

Sand und Wasser, Ballett/Modern Dance,

Choreographie: Lara Schmidt, u.a., Ballett-und

Tanzwerkstatt Husum

Zirkus

Zirkus Miraculix, Zirkus-AG der Hermann-

Tast-Schule, Leitung Ute Tobegen-Hill

Lesung

Autorengruppe CoLibri

Einkaufen mal anders

Tauschmarkt mit Repair-Cafe und Ideenbörse

zu alternativem Wirtschaften, mit dem Christian

Jensen Kolleg

Kampfkunst

Aikido und Kenjutsu - japanische Kampfkunst

aus Eiderstedt; Aikido-Sparte des TSV Oldenswort

unter der Leitung von Duncan Underwood

Workshop

Die Welt von oben – Klimawandel direkt erleben,

anhand von tagesaktuellen Satellitenbildern

sehen, was mit unserem Planeten geschieht,

mit Holger Voigt, Geoscopia

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Musiker

und Bands I, mit Dietrich Pflüger

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Künstler II,

mit Florian Fleischmann

Workshop

Kunst im Dialog: „Was kann Kunst?“, „Kann

Kunst bewegen?“, „Was kann Kunst bewegen?“,

für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,

mit Achim Goetze

Fahrradkinotag

Kurzfi lme, kleine Wettbewerbe und Aktionsprogramm;

Der Strom für die Filme wird

durch Pedal kraft erzeugt! Eintritt frei

Konzert

Alena Jürgensen, Querflöte, mit Klavierbegleitung,

Werke von Mozart, J.S. Bach, Fauré u.a., Junge

Bühne Nordfriesland

Tanz

Sand und Wasser, Ballett/Modern Dance,

Choreo graphie Lara Schmidt, u.a.,

Ballett- und Tanz werk statt Husum

Lesung

Uwe Herms

Tanz

BassJumpers, Showdance

Jazz & Lyrik

Der kleine Rilke-Baukasten, Manfred Brinkmann

(Lesung) und Manne B. Hermann (Musik)

Tanz

BassJumpers, Showdance

Lesung

Theatergruppe 5 plus 1

11.00 - 17.00 Uhr

Messehalle

11.00 - 17.00 Uhr

Foyer

11.00 Uhr

Saal

11.00 - 12.30 Uhr

Mulimedia

Academy

11.00 - 12.30 Uhr

Mulimedia

Academy

11.00 Uhr

Lesebühne

11.00 Uhr

Marktbühne

11.00 - 17.00 Uhr

Mulimedia

Academy

11.45 Uhr

Marktbühne

12.00 Uhr

Lesebühne

12.30 Uhr

Marktbühne

13.00 Uhr

Saal

13.00 Uhr

Lesebühne

13.00 - 14.30 Uhr

Multimedia

Academy

13.30 Uhr

Marktbühne

14.00 - 14.30 Uhr

Saal

14.00 - 15.30 Uhr

Multimedia

Academy

14.00 - 15.30 Uhr

Multimedia

Academy

14.00 - 17.00 Uhr

Messehalle

14.00 Uhr

Lesebühne

14.30 Uhr

Marktbühne

15.00 Uhr

Saal

15.00 Uhr

Lesebühne

15.15 Uhr

Marktbühne

16.00 Uhr

Lesebühne

16.00 Uhr

Marktbühne

17.00 - 18.30 Uhr

Seminarraum

17.00 - 18.30 Uhr

Multimedia

Academy

Markt der Möglichkeiten

Kulturinitiativen, Trends, Ausstellungen,

Projekte, NF-Boxen, Kreativwerkstatt, Shop

Ausstellung

Kunst aus Nordfriesland – heute; Malerei,

Skulptur, Grafi k, Fotografi e, Kunsthandwerk

Podiumsdiskussion

Hochkultur in Nordfriesland

Moderation: Rüdiger Otto von Brocken

Workshop

Markenbildung, Basiswissen Selbstvermarktung,

mit Dietrich Pflüger (Sony Music, Berlin)

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Künstler I, mit Florian

Fleischmann (Black Market Art Fair, Berlin)

Lesung

Heinke Hannig

Musik

Plattdeutsche und hochdeutsche Lieder,

Haselunder Kinderchor, Leitung Anke Jessen,

Ivonne Hennings

Workshop

Homerecording, eigene Musikaufnahmen produzieren,

mit Werner Kalusky, Kreismusikschule

Clownerie

Duo Clownetix, Magic meets Comedy, Angela

Reinhard und Andreas Riedel

Lesung

Birgit Pauls

Tanz

Hip Hop, Kindertanz, Zumba u.a.,

Tanzstudio Husum

Kunst-Performance

Scultura e musica in movimiento

Musik: Rudolf Kitzelmann

Performance: Tanja Probst

Film: Achim Schroeder

Skulptur: Fabian Vogler

Lesung

Christine Hartung-Czaja

Workshop

Konsumverzicht – weniger haben, glücklicher

leben, mit Hans Baron, Christian Jensen Kolleg

Musik

Plattdeutsche und hochdeutsche Lieder,

Haselunder Kinderchor, Leitung Anke Jessen,

Ivonne Hennings

Konzert

Nils Michelsen, Klavier, Werke von Beethoven,

Rachmaninoff und J.S. Bach, Junge Bühne

Nordfriesland

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Musiker und

Bands I, mit Dietrich Pflüger (Sony Music, Berlin)

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Künstler II,

mit Florian Fleischmann

Alternatives Wirtschaften

ein nachhaltiges und kooperatives, regionales

Tauschnetzwerk stellt sich vor, TauschWatt NF e.V.

Lesung

Wencke Rowek, Timo Rowek

Tanz

Mahbanu, Tribal Style Dance (orientalisch/

spanisch/indischer Tanz), sieben Tänzerinnen

aus Nordfriesland

Vortrag

Simplify your life – Einfaches Leben macht

glücklich, Werner Tiki Küstenmacher

Vorverkauf!

Lesung

Günter Wendt

Tanz

Hip Hop, Kindertanz, Zumba u.a.,

Tanzstudio Husum

Lesung

Manfred Jelinski

Musik

Punda Milia, deutsch-tansanischer Chor,

Leitung Ingrid Sievers

Workshop

Einfach glücklicher leben, mit Werner

Tiki Küstenmacher (Simplify your life)

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Musiker

und Bands II, mit Dietrich Pflüger

TAGSÜBER

Eingang

Eingang

16.00 - 16.30 Uhr

Saal

Konzert

Songs von Supertramp, Queen u.a., Oberstufenchor

der Theodor Storm Schule Husum, Leitung

Jens Wielert, Junge Bühne Nordfriesland

17.00 - 18.30 Uhr

Multimedia

Academy

Workshop

Der Online-Kunsthandel – Hintergründe

und Chancen, mit Florian Fleischmann

(Black Market Art Fair)

DONNERSTAG 25.9.

FREITAG 26.9.

16.30 Uhr

Marktbühne

Musik

Friesische und plattdeutsche Lieder, Klangspål,

Chor, Leitung Christine Burkard

18.00 Uhr

Foyer

Festakt

Eröffnung des KULTUR21 Festivals und der

Ausstellung „Kunst aus Nordfriesland – heute“,

Musik: Ralf Himmel, Saxofon

20.00 Uhr

Saal

Konzert

Junge Bühne Nordfriesland

17.00 - 18.30 Uhr

Multimedia

Academy

Workshop

Digitale Selbstvermarktung für Musiker

und Bands II, mit Dietrich Pflüger

20.15 Uhr Konzert

Saal

Ton Steine Scherben

Revivalkonzert, alte Songs – neu interpretiert

Es gibt kaum eine deutsche Band, die so viel Einfluss

auf nachfolgende Musikergenerationen hatte

wie TON STEINE SCHERBEN. Rio Reiser und RPS

Lanrue gründeten 1970 in Berlin die wohl am meisten

gecoverte Band Deutschlands. Rio Reiser verstarb

am 20.8.1996 in seiner Wahlheimat Fresenhagen

(Nordfriesland). 1984 war die Auflösung der

Scherben, Rio Reiser machte Solo weiter. Lieder wie

Junimond, König von Deutschland, Keine Macht

für Niemand uva. blieben unvergessen.

2014 dann das Comeback – seit fast 30 Jahren auch wieder mit Lanrue

dem Mann an der Gitarre. Die Band TON STEINE SCHERBEN im Jahre

2014 spielt u.a mit den weiteren Gründungsmitgliedern Kai Sichtermann

(Bass) und Funky K. Götzner (Drums).

Hinzu kommen junge Musikerkollegen, die für den richtigen Mix aus Nostalgie

und moderner Performance sorgen.

Ticktets und Infos unter www.kulturaufdenhalligen.com

Beliaz, Ole Maibach & Björn Paulsen, musikalisch könnten sie nicht

unterschiedlicher sein aber alle sind gebürtige Nordfriesen und stehen

für die Junge Bühne Nordfriesland.

Von Hip Hop über Singer/Songwriter bis hin zum kräftigen Deutschrock

wird an diesem Abend alles geboten. Jeder Künstler könnte auch alleine

ein abendfüllendes Programm abliefern aber an diesem Abend gibt es

die volle musikalische Welle Nordfrieslands.

Tickets und Infos unter www.kulturaufdenhalligen.com

23.00 Uhr

Sturm & Drang,

Neustadt 58

After-Show-Party

Reich der Freiheit

urban underground electronic music

wilhelm böttcher pres. supdub berlin

alfred heinrichs & carlo ruetz + martin wree (fl)

(Eintritt AK 10,- €/VVK 8,- €)

17.00 - 18.30 Uhr

Multimedia

Academy

19.00 Uhr

Speicher

20.00 Uhr

Saal

20.00 Uhr

Speicher

22.00 Uhr

Speicher

23.00 Uhr

Sturm & Drang,

Neustadt 58

Workshop

Der Online-Kunsthandel – Hintergründe

und Chancen, mit Florian Fleischmann

(Black Market Art Fair)

Fahrradkinotag

Preisverleihung des Wettbewerbs Stadtradeln

der Stadt Husum

Vortrag

Digitale Revolution – wie die neuen Medien uns

und unser Leben verändern, Richard David Precht

Vorverkauf!

Fahrradkinotag

Das Mädchen Wadjda, Film, ein Mädchen aus

Saudi-Arabien wünscht sich nichts sehnlicher als

ein eigenes Fahrrad, Eintritt frei

Fahrradkinotag

Feier zum Abschluss der Aktion Husumer

Stadtradeln, öffentlich, Eintritt frei

After-Show-Party

Elektronische Club Musik, (gesonderter Eintritt)

19.00 Uhr Tanz

Saal

Neighbourhood, Naboskab, Nachbarschaft, ein

deutsch-dänisches Tanztheater, das die Geschichte

und Entwicklung zweier Länder thematisiert.

Inszeniert von Suhela Ferwer, in Zusammenarbeit mit Rick Towle und

der Hoejer Design Efterskole. Getanzt von Sylter Schülerinnen und

Schülern. Nordfriesisches Leuchtturmprojekt der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig.

Eintritt frei

ABENDS

Programmänderungen, insbesondere zeitliche Verschiebungen, vorbehalten. Aktuelle Informationen unter www.kultur21-festival.de

36 37


Eine besondere Wirkung ergab sich hierbei

aus der Sponsoring-Partnerschaft mit dem

lokalen Unternehmen Husumer Mineralbrunnen

HMB GmbH & Co KG, welches Wasserflaschen,

deren Etiketten das Corporate Design

von KULTUR21, eine Abbildung eines Werks

und Kontaktdaten der ausstellenden Künstler

des Festivals trugen, auf den Markt brachte.

Durch diese Werbeinitiative konnte zusätzlich

die gesamte Zielgruppe der Husumer Mineralbrunnen

HMB GmbH & Co KG erreicht werden,

was ebenso eine hohe Informationsdifeinen

Eindruck von der Wirkung und dem

Sinn des Corporate Designs zu verschaffen.

Um eine erste Bewusstseinsverankerung und

Aufmerksamkeitslenkung auf die Veranstaltung

innerhalb der Bevölkerung zu generieren

sowie um frühe Streuungseffekte unter Interessierten

zu erzielen, wurden DIN-A-0-Plakate

in geringer Auflage sowie Buttons mit dem

Festivallogo für alle Mitwirkenden geordert. Im

Januar gingen darüber hinaus auch die beiden

Websites www.kultur21-festival.de sowie www.

kultur21-artists.de online.

Von diesem Zeitpunkt an wurde insbesondere

die Festival-Homepage laufend aktualisiert

und mit Informationen über Neuigkeiten aus

der Programmplanung, mit Pressetexten über

teilnehmende Künstler sowie mit den Ergebnissen

der Jours Fixes ausgestattet. Ebenso

wurde eine Facebook-Seite erstellt, um von

Anfang an auch in sozialen Medien präsent

zu sein und sich ihrer Masseneffekte zu bedienen.

Das Projekt „Wie viel Nordfriesland passt

in eine Box?“ wurde außerdem mit einem ersten

Promotion-Video gelauncht.

Im März und April wurden die Werbeträger

um Mappen, die das Corporate Design des

Kultur21-Festivals trugen, ergänzt. Außerdem

standen zu diesem Zeitpunkt mit der Entscheidung

über die Eintrittspreise sämtliche

relevante Informationen für die konkrete Festivalplanung

fest. Des Weiteren wurde das Konzept

und der Planungsstand in dem Bericht

„Perspektiven für das Kultur21-Festival“ festgehalten.

Konkretere Marketingmaßnahmen, die über

die Stimulierung des Bewusstseins für die Veranstaltung

hinausgingen und tiefergehend informieren

sollten, begannen im Mai und Juni,

also vier beziehungsweise drei Monate vor

dem Kultur21-Festival selbst.

fusion innerhalb der regionalen Bevölkerung

versprach. Um weitere Sponsoren zu gewinnen,

wurde auch eine Sponsoring-Broschüre

mit wichtigen Informationen für potentielle

Sponsoren erstellt und in einer Auflage von

150 Exemplaren herausgegeben. Mit einem

Rundschreiben, unterschrieben vom Kreispräsidenten

und vom Landrat, wurde diese

verschickt. Weitere allgemeine Informationen

gelangten durch die Aufnahme des Festivals

in den Veranstaltungskalender des NCC sowie

mithilfe eines Artikels im Kulturjournal Nordfriesland

2014, welches im Mai 2014 veröffentlicht

wurde, zu den Zielgruppen.

Darüber hinaus begannen im Mai und Juni

Werbemaßnahmen für konkrete Veranstaltungen

des Kultur21-Festivals. Darunter fiel erstens

das Projekt „Klassik für Kinder“. Hierfür

wurden mit einer Infopost-Sendung Informationsmaterial

sowie ein Einladungsschreiben an

die Grundschulen in der Region versandt. Ein

weiteres Rundschreiben und eine Broschüre

wurden für den Fotoworkshop „Gedenkstätten

und Fotografie“ mit Mark Mühlhaus erstellt.

Darüber hinaus erfolgte die Bewerbung des

Deichticker-Projekts „Wie viel Nordfriesland

passt in eine Box?“ erneut mit der Veröffentlichung

eines zweiten Promotion-Videos.

Mit den Monaten Juli und August begann die

intensive Phase des Marketingplans, in der vor

allem die klassischen Marketing-Instrumente

eine hohe Relevanz erfuhren.

38 39


Ein zweiter allgemeiner Flyer als DIN-A5-

Handzettel wurde mit einer Auflage von 5.000

Stück in Auftrag gegeben, 800 Plakate in DIN-

A3-Größe sowie 100 Plakate in DIN-A1-Größe

verteilt. Überdies wurden Themenplakate zu

einzelnen Programmpunkten zum Selbstausdrucken

zur Verfügung gestellt. Ein gefalzter

Flyer in DIN-A3-Größe wurde in einer Stückzahl

von 50.000 produziert und zum Beispiel

der sh:z beigelegt. Diese stellten mit einer Auflage

von 200.000 Exemplaren außerdem eine

Seite des Schleswig-Holstein Journals für Beiträge

über das Kultur21-Festival bereit.

Weitere Pressearbeit fand in Kooperation

mit den Husumer Nachrichten statt, die am

29.07.2014 und am 12.08.2014 zwei ganzseitige

Artikel publizierten, ersterer ein Gesamtüberblick

über das bevorstehende Festival,

letzterer ein konkreter Beitrag zur Windskulpturen-Ausstellung

von Rainer Hoffmann im

Schlosspark, welche am 16.08.2014 dann, wie

im Abschnitt zum Rahmenprogramm bereits

erläutert, die Aufmerksamkeit auf das Kultur21-

Festival lenkte.

Das Höchstmaß an Marketingaktivität wurde

für den Veranstaltungsmonat September angesetzt.

Über die Verteilung und Auslegung von

Themenplakaten und Programmflyern hinaus

wurden zusätzlich Mailings an den Landfrauenverband

Nordfriesland, die regionalen Feuerwehrmusikzüge

sowie alle nordfriesischen

Handels- und Gewerbevereine verschickt.

Zudem sendete der NDR am Vortag der Veranstaltung

einen Bericht über das Festival und

verstärkte so die überregionale Wirkung des

Veranstaltungsmarketings.

Beim Festival selbst sorgte ein Programmheft

für tiefergehende Auskünfte über Programm,

Angebote und Hintergrundinformationen.

Darüber hinaus wurde mittels dieses Programmhefts

eine weitere Informationsdiffusion

erreicht, indem Besucher das Heft mit

nach Hause und damit zu weiterem potentiellen

Publikum trugen. Auch nach Ende der

Veranstaltung sorgte zuletzt ein weiterer ganzseitiger

Bericht in den Husumer Nachrichten

inklusive einer Fotoseite für den marketingtechnischen

Abschluss des Kultur21-Festivals.

Die Gesamtkosten für das Marketing fielen in

Summe mit 23.814,- € leicht niedriger aus als

die veranschlagten 25.000,-€.

Im Rückblick und der Evaluation der Marketingmaßnahmen

stellten sich einige Mittel als

sinnvoll und sehr wirkungsvoll heraus, andere

erzielten nicht die gewünschten Effekte und

sollten für die Zukunft überdacht sowie gegebenenfalls

angepasst und verbessert werden.

Ein hochrelevanter Aspekt des Gesamtmarketings,

in welches das konkrete Festivalmarketing

eingebettet gewesen ist, war der Aufbau

einer Kulturmarke® KULTUR21 für die Region

Nordfriesland. Mit der Entwicklung eines Cor-

Des Weiteren wurden in der Stadt Husum

mehrere Banner mit dem Corporate Design

von KULTUR21 aufgehängt. Ebenso wie das

Kultur21-Festival auch mit Berichten in Veranstaltungskalender

Dritter aufgenommen wurde,

brachten Anzeigenblätter die Veranstaltung

im September auf die Titelseite. Gleichzeitig

informierten die Husumer Nachrichten mit

zwei ganzseitigen Beiträgen, am 18.09.2014

zum Lichtprojekt Windkraft von Gisela Meyer-

Hahn und mit einem Interview mit Werner

Tiki Küstenmacher sowie am 24.09.2014 mit

einem Interview mit Richard David Precht. Das

Lichtprojekt selbst zog, wie im Abschnitt zum

Rahmenprogramm bereits erläutert, an den

Tagen von Sonntag bis Dienstag vor Veranstaltungsbeginn

die Aufmerksamkeit auf das

Kultur21-Festival und intensivierte so die Präsenz

der Veranstaltung im Husumer Stadtbild

sowie auch in der Zielgruppe direkt.

programm

2014

40 41

Listening

Project

Urban

Art

Seite23

Seite23

Manisteine

Ton Steine Scherben

Klassik für Kinder Seite3

Seite13

Richard David Precht

Foto: William Veder

Seite16

Westkunst I

www.kultur21-festival.de


mationen an die Öffentlichkeit. Hier jedoch ist

zu konstatieren, dass die Texte der Print- und

Onlinemedien nicht besonders aufmerksam

gelesen wurden und einen zu geringen Teil

der Zielgruppen erreichten. An dieser Stelle

ist außerdem darauf hinzuweisen, dass sich

eine verstärkte Zusammenarbeit mit Funk

und Fernsehen als fruchtbar erweisen könnte.

Hingegen waren die kurz vor Veranstaltungsbeginn

verschickten Mailings, insbesondere

an den Landfrauenverein, sehr effektiv, da sie

eine Reihe zusätzlicher Besucher zum Festival

zogen.

Ein weiterer anzumerkender Punkt, der bei einer

Wiederholung zu verbessern ist, besteht

in der Integration der Satellitenprogramme,

also solche, die nicht auf dem Festivalgelände

stattfinden, wie zum Beispiel dem Rahmenprogramm

und den Angebote des Husumer

Speichers. Diese waren beim Kultur21-Festival

kaum als Bestandteile desselben zu erkennen,

obwohl sie wichtige Funktionen für dieses hätten

erfüllen können. Daher müssen externe

Veranstaltungsorte zukünftig weitaus auffälliger

in das Veranstaltungsmarketing einbezogen

werden.

Als effizient stellte sich überdies auch die

Zusammenarbeit mit der Presse heraus. Die

umfangreichen Berichte in der regionalen Tageszeitung

sowie in Veranstaltungskalendern

und Onlinemagazinen und die Medienpartnerschaft

mit dem sh:z waren sinnvolle Kanäle

zur Kommunikation sämtlicher Festivalinforporate

Designs erfolgte ein erster Schritt zur

Etablierung einer Marke im betriebswirtschaftlichen

Sinne, unter der sich die Kulturszene in

Nordfriesland weiterentwickeln, Synergieeffekte

genutzt und die Marke KULTUR21 als Dachmarke

einen hohen Wiedererkennungswert

erhalten sollte.

Das markante Signet, welches als Marke des

Corporate Design eingesetzt wurde, stieß auf

eine hohe positive Resonanz und wurde ausnahmslos

für alle Vorgänge, die in Bezug mit

dem Kultur21-Festival standen, genutzt. Somit

ist der erste Schritt der Markenetablierung über

den Weg des Corporate Designs gelungen. Die

dahinter stehende Dachmarke ist zu einem

festen Begriff der nordfriesischen Kulturlandschaft

geworden und konnte eine wirkungsvolle

und authentische Corporate Identity für

die Kulturregion und den Kulturstand ort Nordfriesland

initiieren.

Über diesen ersten Schritt der Initiierung hinaus

müssen nun weitere Meilensteine umgesetzt

werden, wofür die positive Konnexion

zum Beispiel im Rahmen weiterer Veranstaltungen

genutzt werden kann und sollte.

Unter anderem durch das Corporate Design,

sowie nicht zuletzt auch inhaltlich überzeugten

auch die weiteren klassischen Marketinginstrumente,

da ihr einheitlicher Auftritt in

besonderem Maße eine professionelle Wirkung

auf alle Interessengruppen des Kultur21-

Festivals ausübte. Bezüglich der Werbemittel

bleibt lediglich eine zu geringe sowie zu späte

Auflage festzustellen, die zukünftig zu erhöhen

wäre. Es ist außerdem zu überlegen, das Programmheft,

welches ausschließlich während

der Veranstaltungstage auf dem Festivalgelände

erhältlich war, zusätzlich auch als Werbemedium

mit tiefergehenden Informationen in

der Funktion eines Appetizers für das Festival

zu nutzen. Gleichzeitig wäre bei einer

Wiederholung die Auslage von kurzgefassten

Programmflyern mit knappen Informationen

während der Veranstaltung zu empfehlen. Um

dies zu realisieren, müsste die Auflage um ein

Vielfaches erhöht werden.

Die Wirksamkeit der Nutzung neuer Medien

als Kommunikationsinstrument des Veranstaltungsmarketings

für ein Veranstaltungsformat

wie das Kultur21-Festival bestätigte sich in

hohem Maße. Die Festivalhomepage www.

kultur21-festival.de wurde durch ihre stetige

Aktualisierung als sehr informativ empfunden

und hatte im gesamten Bestehenszeitraum

etwa 9.000 Besucher. Ebenso erreichte die

Facebook-Seite eine Zahl von 411 Likes, was

für eine nicht unbedeutende Informationsdiffusion

über das soziale Netzwerk gesorgt hat.

Bezüglich sonstiger Multiplikatoreffekte war

jedoch sowohl auf Seiten der Mitwirkenden

wie auch bei den Werbe- beziehungsweise

Sponsoringpartnern leider nur eine eher verhaltene,

mehr zurückhaltende Betätigung zu

verzeichnen. Hiervon auszunehmen ist die äußerst

zufriedenstellende Zusammenarbeit mit

dem Unternehmen Husumer Mineralbrunnen

HMB GmbH & Co KG. Selbst wichtige Kooperationspartner

betrieben kaum Werbung für

das Festival, wodurch der erhoffte Multiplikatoreffekt

per Informationsdiffusion verloren

ging.

Der Grund hierfür wird in der zu spürenden

Skepsis gegenüber dem für die Region neuartigen

Veranstaltungsformat des Kultur21-Festivals

vermutet. Nicht nur in dieser Interessengruppe

zeigten sich die sehr herausfordernden

Schwierigkeiten des geplanten kulturellen Audience

Development in der und für die Region

Nordfriesland: Die Stimulierung von Interesse

und kulturellen Bedürfnissen sowie die Sensibilisierung

für den persönlichen Nutzen des

Kultur21-Festivals erwiesen sich unter der heimischen

Bevölkerung als fordernd. Hier bedarf

es in Zukunft einer intensiveren Bearbeitung

der Zielgruppen.

5. Organisationsstruktur

Die Aufbauorganisation des Kultur21-Festivals

stellte sich laut Plan wie folgt dar. Die Arbeitsgruppe

Kulturentwicklung des Kreises Nordfriesland

stand in der Position des Aufsichtsrates

und legte insbesondere den Namen und

das Gesamtkonzept des Festivals fest. Als Geschäftsführerin

der Stiftung Nordfriesland und

Leiterin des Fachdienstes Kultur des Kreises

Nordfriesland lag die Gesamtprojektleitung

bei Johanna Jürgensen. Ihr standen das Planungsteam,

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

aus der Stiftung Nordfriesland und dem NordseeCongressCentrum

sowie weitere Hilfskräfte

zur Seite. Zusätzlich wurde ein monatlicher

Jour Fixe zu Kommunikationszwecken mit Beteiligten

und Interessierten des Festivals aus

der Öffentlichkeit eingerichtet.

Die geplante Organisationsstruktur wurde

grundsätzlich planmäßig eingehalten und

gegebenenfalls reduziert beziehungsweise

erweitert. Die Konzentration der Gesamtprojektleitung

auf eine einzelne Person erwies

sich im Projektverlauf als sehr effektiv, da sich

sämtliche Entscheidungskompetenzen bei ihr

bündelten und so maximal kurze Entscheidungswege

eine effiziente Zusammenarbeit

der Mitarbeiter unter der Führung der Festivalleitung

förderten.

Es muss jedoch festgehalten werden, dass die

Beschränkung auf eine Person ein hohes Risiko

mit sich bringt, da die Festivalleitung des

Kultur21-Festivals im Krankheitsfall mangels

geeigneter Vertreter, welche über einen angemessenen

Kenntnisstand bezüglich der Veranstaltung

verfügten, nicht hätte ersetzt werden

können. In der darunter liegenden Ebene

eröffnete im Gegensatz dazu eine hori zontale

42 43


Kommunikationsstruktur ergiebiges Teamwork

und damit Chancen der kreativen Ideenfindung.

Gleichzeitig musste jedoch der Aufgabenpool

für das Planungsteam eher gering

gehalten werden, da dessen Mitglieder aufgrund

von Zeitmangel nicht im gewünschten

Umfang zur Verfügung stehen konnten.

Als besonders in organisatorischer sowie

finan zieller Hinsicht von positiver Relevanz ist

das NCC hervorzuheben, welches durch die

Freigabe von Personal, Räumen und Technik

vor allem für die logistische Basis der Festivalorganisation

sorgte. Reduktion im Projektverlauf

erfuhr jedoch die Mitarbeiterebene des

Fachdiensts Kultur des Kreises Nordfriesland.

Ihre freien Arbeitskapazitäten wurden bei der

Planung überschätzt, was insbesondere deshalb

bedauerlich war, weil das Interesse und

die grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit

im hohen Maße vorhanden waren.

Es stellte sich heraus, dass die Mitarbeiterebene

vorwiegend erst kurz vor Festivalbeginn

eingesetzt werden konnte, da das Aufgabenvolumen

des regulären Betriebs sie ausfüllend

beanspruchte. Der unter anderem durch diese

Parallelität der Festival-Projektplanung mit den

grundsätzlichen zu erledigenden Arbeitsvorgängen

hervorgerufene zeitliche Engpass führte

zu nicht unbedeutenden Problemen, insbesondere

in der internen Kommunikation. Unabhängig

davon war die Motivation sehr groß.

Um diesen zeitlichen Druck zu lösen und Aufgaben

umzuverteilen, wurde personelle Unterstützung

seitens des Kreises Nordfriesland

angefordert. Diese erfolgte zum Einen durch

den Landrat selbst, der Telefonate mit Multiplikatoren

übernahm, zum Anderen auch durch

die kreiseigene Pressestelle, den Fachbereich

4, der Hilfestellung bei der Rauminszenierung

der Messehalle leistete, sowie durch das Amt

für zentrale Dienste, welches zwei Auszubildende

des Kreises Nordfriesland als kompensierende

Arbeitskräfte entsandte. Zusätzlich

wurde zur Unterstützung eine Mitarbeiterin

für wöchentlich acht Stunden befristet eingestellt.

Im Gegensatz zu den internen Herausforderungen

der simultanen Bewältigung von

Grund- und Projektbetrieb entwickelte sich

die Zusammenarbeit mit externen Projektpartnern

als in starkem Maße, teils über der Erwar-

tung konstruktiv. In erster Linie gehören hierzu

die Jours Fixe, die wie geplant zu Beginn jedes

Monats stattfanden. Sie ermöglichten einen

regelmäßigen und regen Kontakt seitens der

hauptamtlichen Projektmitarbeiter zur interessierten

Kunst- und Kulturszene Nordfrieslands

und förderten Erkenntnisse bezüglich der Festivalplanung

durch die erhoffte Feedbackgabe.

Des Weiteren konnte gerade durch dieses Herausgehen

aus dem Projektteam zu externen

Mitwirkenden erreicht werden, dass die Planungen

sich nicht an der Theorie, sondern an

den in der Praxis auftauchenden Bedürfnissen

und Wünschen orientierten. Dementsprechend

müssen Arbeit und Engagement der

mitwirkenden nordfriesischen Kulturakteure

lobend als sehr ertragreich hervorgehoben

werden. Ferner konnte durch die Jours Fixe

das Ziel des Kultur21-Festivals, Netzwerke zwischen

den nordfriesischen Kulturschaffenden

zu bilden, bereits im Vorwege der Veranstaltung

umgesetzt werden.

Über die direkten Stellen der Aufbauorganisation

hinaus entstanden wie geplant mehrere

Partnerschaften mit externen Projektteilnehmern,

darunter die Muthesius Kunsthochschule

Kiel, das Online-Magazin Deichticker sowie

die Konzertagentur InConcert. Diese Planung

kristallisierte sich jedoch im Projektverlauf

auch als risikoreich heraus, da noch keine Erfahrungswerte

der Zusammenarbeit mit den

Partnern vorlagen. Unter diesem Blickwinkel

verlief beispielsweise die Zusammenarbeit

mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel zwar

einerseits fachlich und organisatorisch sowie

auch zwischenmenschlich erfreulich, jedoch

entsprach im Ergebnis das von ihr vorgestellte

Gestaltungskonzept nicht den finanziellen

und zeitlichen Rahmenvorgaben des Projekts

Kultur21-Festival. Auch die Zusammenarbeit

mit den anderen Projektpartnern hätte einer

intensiveren Abstimmung bedurft, da ein relativ

großer Verantwortungsbereich übertragen

worden war.

Dagegen bewies sich die Besetzung der Jury

der Kunstausstellung, welche in Dr. Thomas

Gädeke einen idealen Vorsitzenden hatte, als

optimal. Auch die Zusammenarbeit mit den

Gastdozenten und -rednern Dietrich Pflüger,

Florian Fleischmann, Richard David Precht

und Werner Tiki Küstenmacher verlief zur

vollen Zufriedenheit.

44 45


Im Projektverlauf der Festivalplanung traten

des Weiteren folgende unerwartete Herausforderungen

auf. Zunächst gestaltete sich die

Vorbereitung des Kartenvorverkaufs, welcher

über das Internet wie auch über verschiedenen

Vorverkaufsstellen erfolgte, als sehr zeitaufwändig.

Ebenso erforderte auch die Vorbereitung

des Programmpunktes „Klassik für

Kinder“ einen höheren Ressourceneinsatz in

Form von Arbeitszeit als geplant. Trotz dieses

hohen organisatorischen Aufwands kann die

Unterveranstaltung dennoch als erfolgreich resümiert

werden.

Insbesondere das gemeinsame Singen der

Kinderlieder als Abschlusspunkt des vorhergehenden

Einstudierens in den Grundschulen

erfreute sich großer Beliebtheit seitens der

Schulkinder.

Zudem ist die Kompetenz des engagierten

Moderators Ben Blümel hervorzuheben, der

es verstand, sein junges Publikum altersgerecht

durch die Veranstaltung zu führen und

hiermit sowohl die Erwartungen der Projektleitung

als auch die der Schulkinder und ihrer

Begleiter weit übertraf.

An dieser Stelle sei zuletzt auch etwas zur

Terminierung des Kultur21-Festivals bemerkt.

Während des Veranstaltungszeitraums fiel

eine hohe Konkurrenzdichte im Kreisgebiet

des Kreises Nordfriesland auf, die zu Lasten

der Besucherzahlen der eigenen Veranstaltung

ging. Jedoch ist hier darauf zu verweisen, dass

der Termin des Kultur21-Festivals schon sehr

früh und damit weitaus früher als die Daten

der meisten übrigen Veranstaltungen festgesetzt

wurde.

6. Kosten und Finanzierung

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im

folgenden mit gerundeten Beträgen gearbeitet.

Die Höhe der Gesamteinnahmen fiel mit

37.500,- € wesentlich geringer aus als die geplanten

85.000,- €. Hier ist in mehreren Finanzierungsquellen

der Grund zu suchen.

Erste wichtige Finanzierungssäule für das

Kultur21-Festival stellten Zuschüsse, zum Beispiel

seitens des Landes Schleswig-Holstein,

dar. Hier wurde der beabsichtigte Betrag von

35.000,- € mit einer realisierten Drittmittelsumme

von 15.000,- € nur ansatzweise erreicht.

Ebenso erwies sich zweitens auch die Sponsorenakquise

aus der freien Wirtschaft als weniger

erfolgreich als geplant, obwohl es hierzu unter

anderem Sponsorenflyer gegeben hatte, in denen

attraktive Angebote unterbreitet wurden.

Insgesamt konnten hier statt wie gewünscht

20.000,- € nur 7.500,- € realisiert werden. Dabei

ist jedoch auf das äußerst effektive und Synergien

nutzende Sponsorenverhältnis zu der

Husumer Mineralbrunnen GmbH & Co KG

hinzuweisen, welches sich als Partnerschaft mit

überraschend hohem Wirkungsgrad entwickeln

konnte. Insgesamt blieb das Sponsoring trotz

hoher zeitlicher Aufwendungen eher erfolglos.

Als Grund hierfür wurden der späte Zeitpunkt

sowie die Unbekanntheit aufgrund der Neuartigkeit

des Kultur21-Festivals ermittelt. Besonders

die finanzielle Komponente des Sponsorings

war nicht den Planungen entsprechend,

da sich dieses, falls Sponsoring-Bereitschaft

vorhanden war, stärker auf Sachleistungen

konzentrierte. Drittens konnten die Eigeneinnahmen

des Kultur21-Festivals nicht im

geplanten Maße der Summe von 30.000,- €

realisiert werden. Stattdessen ergab sich eine

Eigeneinnahmehöhe von 14.845,- €.

Grund hierfür ist in mehreren Ansatzpunkten

zu suchen. Zunächst stellte sich klar heraus,

dass die Höhe der Eintrittspreise seitens des

Veranstaltungspublikums nicht akzeptiert

wurde. Die empfundene Überteuerung führte

zum Fernbleiben prinzipiell interessierter Festivalgäste,

sodass die kalkulierte Besucherzahl

von mindestens 8.000 Personen mit einer

realisierten Zahl von 4.386 Personen deutlich

unterschritten wurde.

Hinzu kommt eine übermäßige Ausgabe von

Freikarten, die in ihrer tatsächlichen Höhe

nicht im Finanzplan der Veranstaltung vorgesehen

war und somit zum Wegfall geplanter

Einnahmen führte. Hier bleibt zu berücksichtigen,

dass Besucher in der Kalkulation als

zahlendes Publikum auftreten, im Abschluss

jedoch unter Freikartenpublikum fallen, was

zwar zu Einnahmeverlusten führt. Dennoch

handelt es sich hier aber nicht um eine nicht

ausreichende Anziehungskraft des Kultur21-

Festivals auf den speziellen Besucherkreis,

sondern um eine umgeschichtete Erfassung

derer finanzieller Art, von zahlendem hin zu

nicht-zahlendem Publikum.

Ferner stellten sich preispolitische Marketingmaßnahmen,

wie beispielsweise Sonderkonditionen

für Handel- und Gewerbevereine

sowie Mengenrabatte für Kulturvereine wider

Erwarten nicht als Erfolg ein und wurden

kaum bis gar nicht in Anspruch genommen.

Eine Ausnahme bilden hierbei allerdings die

Preisaktionen für den Landfrauenverband

Schleswig-Holstein e.V., dessen Mitglieder die

Rabattangebote häufig nutzten.

Zum Delta auf der Einnahmenseite ist zusätzlich

ein Ausgabenüberschuss in Höhe von

50.000,- € zu addieren. Die Plan-Kosten beliefen

sich auf 70.000,- € die Ist-Kosten lagen bei

120.000,- €.

Resultierend aus den oben genannten Gründen

wurden nach Abschluss des Kultur21-Festivals

Ausfallgarantien wirksam. Die Stiftung

Nordfriesland musste mit 83.000,- € 48.000,- €

mehr investieren als für die Veranstaltung

ihrerseits kalkuliert worden war. Hier gilt es,

die Fehlplanung der Einnahmen- sowie Ausgabenposten

für eine zukünftige Wiederholung

der Veranstaltung mithilfe der gewonnenen

Erfahrungen aus dem Kultur21-Festival 2014

anzupassen.

7. Empfehlungen

Das Kultur21-Festival war in seiner Art ein völlig

neues Format für die Region Nordfriesland.

Es stellt somit eine herausfordernde Pionierleistung

seitens der Stiftung Nordfriesland

dar, die Veranstaltung ohne Vorbilder oder Orientierungspunkte

entwickelt, konzeptioniert,

strategisch und operativ geplant, umgesetzt

und nachbereitet zu haben. Besonders auf

die zusätzliche und zeitlich vorgelagert beziehungsweise

parallel verlaufende Konzeptionierung

auch der Dachmarke KULTUR21 soll hier

besonders hingewiesen werden. Laut Auftrag

seitens des Kreistags vom 18. April 2008 galt

es, „ein Konzept für eine regionale Kunst- und

Kulturmesse in Nordfriesland zu entwickeln.

Hierbei […] [sei] eine Kooperation mit der regionalen

Wirtschaft und den Kultureinrichtungen

anzustreben. Angeregt […] [werde], die

Kunst- und Kulturmesse im 2-Jahres-Rhythmus

stattfinden zu lassen.“

Nach Abschluss und Abwicklung des Kultur21-

Festivals steht zum jetzigen Zeitpunkt demnach

die Frage im Raum, ob es gelungen ist,

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Jeden Monat fand ein

Vorbereitungs-Treffen

(Jour Fixe) statt

eine solche gänzlich neue Veranstaltung zu

entwickeln, die der Kultur, der Region und insbesondere

im Speziellen der Kulturarbeit in

der Region Nordfriesland zuträglich ist und

ob, im zweiten Schritt, das Kultur21-Festival

das Potential, welches in ihm vermutet wurde,

ausschöpfen konnte. Drittens steht am

Ende dieses ersten Projekts eine Empfehlung

für die Verwendung der initiierten Dachmarke

KULTUR21 sowie für eine Wiederholung des

Kultur21-Festivals.

Zu diesem Zweck soll im Folgenden anhand

der übergeordneten Ziele der Veranstaltung

zunächst festgehalten werden, in welchem

Grad ebendiese erreicht werden konnten. Die

Ziele des Kultur21-Festivals lauteten, erstens

ein Schaufenster der Kulturszene Nordfrieslands

zu schaffen, zweitens eine Plattform für

heimische Künstler zu kreieren und dadurch

Kultur als Erlebnis zu fördern sowie drittens

die Region Nordfriesland langfristig zu stärken.

Zusätzlich zu diesen strategischen Zielen

lagen die operativen Ziele bei einer Mindestbesucherzahl

von 4.000 (später 8.000) Personen

und einer Einhaltung des finanziellen Rahmens,

der eine Bezuschussung von 35.000,- €

seitens der Stiftung Nordfriesland vorsah.

Allgemeiner Konsens besteht über die Erfüllung

des ersten Zieles, der Schaffung eines

Schaufensters der nordfriesischen Kulturlandschaft.

Alle Beteiligten, Besucher, Veranstalter,

Künstler, Medien und sonstige Partner, lobten

die Breite des präsentierten Spektrums an regionaler

Kultur.

Durch die Einbeziehung und Verbindung aller

einzelnen Kultursparten sowie eine große

Variation innerhalb der Sparten konnte das

Kultur21-Festival sowohl mit der Breite seines

Programms als aber auch mit einer überraschenden

Tiefe des Angebots überzeugen.

Diese große Vielfalt der offerierten Programmpunkte

wird im Beispiel auch in den zahlreichen

unterschiedlichen Darbietungsformen

deutlich, darunter die klassischen Formate des

Konzerts, der Tanzvorführung, der Kunstausstellung,

des Theaters und des Vortrags, wie

aber ebenso innovative Projekte wie Mitmachaktionen,

Walking Acts oder der Programmpunkt

„Klassik für Kinder“ als Ganzes.

Besonders durch Bemühungen der vertretenen

Künstler über die eigene Sparte hinaus

entstanden außerdem Vorzeigeprojekte, wie

beispielsweise die Darbietung „Scultura e

musica in movimiento“. All dies spiegelt das

außerordentliche Engagement der nordfriesischen

Kulturakteure wieder und beweist die

Existenz eines hohen Innovativitätsgrads und

Ideenreichtums der Kulturregion Nordfriesland.

Ebensolche Projekte, die Kultursparten

verbanden, können auch als Indikator für die

Teilerreichung des zweiten Veranstaltungszieles,

der Vernetzung der regionalen Kulturakteure,

herangezogen werden. Allein deren

Initiierung und Entwicklung für das Kultur21-

Festivals, welche ergo vor Veranstaltungsbeginn

ablaufen musste, konstatiert den Erfolg

der Veranstaltung hinsichtlich der Schaffung

und Förderung eines Kulturnetzwerkes für die

Region, das offensichtlich also sogar schon

vor dem Kultur21-Festival seine Anfänge genommen

hat.

Darüber hinaus bestätigen auch die Rückmeldungen

aus verschiedenen Teilnehmerkreisen,

die die Stiftung Nordfriesland während der

Veranstaltungstage und auch im Nachhinein,

besonders beim abschließenden Jour Fixe, erreichten,

dass durch das Kultur21-Festival regionale

Beziehungen und Kontakte geknüpft

werden konnten und auf diese Weise das

Networking im Kulturbereich auf Seiten aller

kulturellen Akteure wachsen konnte. So wie

demnach die Kulturanbieter, die auf der Veranstaltung

präsent waren, persönlichen und

beruflichen Nutzen aus dem Kultur21-Festival

ziehen konnten, konnte durch ihre Arbeit auch

der andere Teil des zweiten Zieles, das Erlebnis

Kultur realisiert werden. Einerseits durch

die von den kulturellen Akteuren verkörperte

Motivation und ihren Spaß an der eigenen

Kulturarbeit, aber auch andererseits durch die

zahlreichen partizipativen Angebote für die

Festivalbesucher, entstanden zahlreiche Möglichkeiten

und Momente des kulturellen Erlebens.

Beispielhaft für diese Aktivierung kulturellen

Schaffens beim Publikum und, daraus

resultierend, deren positive Konnexion an Kultur,

seien in diesem Bericht das Kunstma(h)l,

die Kreativwerkstatt Sandiek und das Listening

Project, sowie erneut die Veranstaltung „Klassik

für Kinder“, die Aufführungen durch Laien,

besonders auf der Marktbühne und zuletzt

auch die Integration des Community Dance

Projekts „Neighbourhood“ hervorgehoben.

Schlussendlich konnte durch diese große Vielfalt

an kulturellen Angeboten bei gleichzeitiger

Einbeziehung unterschiedlicher Bevölkerungsund

Interessengruppen das Ziel der Schaffung

einer Plattform für die Kulturlandschaft Nordfrieslands

in höchstem Grade erreicht werden.

Durch die Berücksichtigung sämtlicher Ideen,

Angebote und Projekte aller interessierten Akteure

wurde das Spektrum, welches sich die

Stiftung Nordfriesland zum Ziel gesetzt hatte,

mindestens erreicht, wenn nicht übertroffen.

Ebenso erfüllte auch die Angebotstiefe die vorab

gesetzten Anforderungen im Maximum.

Auf strategischer Ebene bleibt zuletzt das Ziel

der überregionalen Wirkung des Kultur21-Festivals

zu betrachten. Hier fällt die Beurteilung

nicht so einfach wie die Bewertung kreisinterner

Ziele, da erstens mögliches Feedback

schwerer zum Veranstalter dringen konnte

und zweitens externe Effekte oft erst nach einiger

Zeit messbar werden, nämlich sobald sich

Multiplikatorwirkungen verbreitet haben.

Des Weiteren ist eine Messung der Zielerreichung

aufwendig, zum Beispiel über eigens

hierfür angelegte Studien, und erfolgte daher

nicht explizit. Dennoch ist es möglich, eine

Imageverbesserung des Kreises Nordfriesland

an angrenzende Regionen zu behaupten. Dies

lässt sich besonders mit der erfolgreichen Kooperation

mit externen Kulturakteuren und

Partnern begründen.

Besonders deutlich zeigt sich dies auf konzeptioneller

Ebene in der schon oben beschriebenen

Zusammenarbeit mit der Muthesius

Kunsthochschule Kiel oder auf inhaltlich-programmatischer

Ebene unter anderem in der

Integration des Community Dance Projekts

sowie in der Kunstausstellung Westkunst I,

aber auch in den hervorragenden Vortragsveranstaltungen

mit Richard David Precht und

Werner Tiki Künstenmacher.

Es wurden so Bezugspunkte nach Nordfriesland

hin geschaffen beziehungsweise verstärkt.

Hiervon lassen sich Multiplikatoreffekte

ableiten, durch welche die Region Nordfriesland

im Hinblick auf den Standortfaktor Kultur

an Attraktivität gewinnen konnte. Auch wenn

an dieser Stelle darauf hingewiesen werden

soll, dass das tatsächliche mediale Interesse,

insbesondere durch Funk und Fernsehen, das

erwartete nicht erfüllt hat, erhoffen sich die

Veranstalter, mit dem Kultur21-Festival einen

Beitrag zur Imagestärkung der Region Nordfriesland

geleistet zu haben.

Zum Abschluss der Beurteilung des Zielerreichungsgrades

müssen auch die operativen

Ziele betrachtet werden. Unter diesem Blickwinkel

sind zu hohe Fehleinschätzungen und

-planungen festzuhalten. Anstatt der erwarteten

8.000 Besucher kamen lediglich 4.386 Personen.

Außerdem überstiegen auch die Kosten,

die das Kultur21-Festival für die Stiftung

Nordfriesland generiert hat, mit 83.000,- € die

geplante Bezuschussung von 35.000,- € um

mehr als das Doppelte.

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Ehrengast auf der

Abschlussveranstaltung:

Anke Spoorendonk,

Ministerin für Justiz,

Kultur und Europa

Aus dem Genannten resultieren verschiedene

Erkenntnisse für die Zukunft, insbesondere für

eine Wiederholung und Weiterentwicklung des

Kultur21-Festivals.

Wichtigstes Ergebnis der Veranstaltung ist

der erbrachte Beweis, dass eine aktive und attraktive

Kulturszene im Raum Nordfriesland

tatsächlich existiert und dass diese die Erstellung

eines umfangreichen Programms, wie es

das Konzept der Veranstaltung gefordert hat,

erst ermöglicht hat. Diese Feststellung bildet

letztlich die Basis und damit die Voraussetzung

für die zukünftige Kulturarbeit des Kreises

Nordfriesland, einerseits für die weitere

Nutzung der Dachmarke KULTUR21, die das

kulturelle Bewusstsein, somit den nordfriesischen

Kulturmarkt und im Folgeschritt den

Wirtschaftsstandort Nordfriesland stimulieren

kann, andererseits aber auch für die konkrete

Wiederholung des Kultur21-Festivals, wie es

vom Kreistag in seinem Beschluss angedacht

worden war.

Hierfür wird aus der Erfahrung der Auftaktveranstaltung

das NCC als künftiger Veranstaltungsort

wieder empfohlen, da es, wie in diesem

Abschlussbericht mehrfach beschrieben,

den optimalen Rahmen für das erste Kultur21-

Festival geboten hat. Jedoch sollte ein Folgefestival

auf einer kleineren Gesamtfläche stattfinden,

beispielsweise nur im NCC und nicht

zusätzlich in der Messehalle, um eine höhere

Publikumsdichte auf dem Festivalgelände zu

erreichen. Insgesamt erfordert eine zweite Veranstaltung

dieser Art außerdem weitere intensive

Maßnahmen im Audience Development.

Die zu geringen Besucherzahlen beim Kultur21-Festival

haben gezeigt, dass das Kulturinteresse

innerhalb der heimischen Bevölkerung

nicht so hoch ist, wie bisher angenommen.

Aus diesem Grund ist eine durchdringende Bearbeitung

der Zielgruppen sowohl stetig und

dauernd in langer Frist als auch in besonders

hohem Maße vor einer möglichen Veranstaltungswiederholung

nötig, um einen nachhaltigen

Effekt im Kulturinteresse und -bewusstsein

der Region zu realisieren. Ist dies erfolgreich,

lässt sich weiter auch eine höhere Bereitschaft

auf Sponsoren- und Medienpartnerseite, das

Format Kultur21-Festival zu unterstützen, annehmen,

was zu einer sichereren Finanzierung

der Veranstaltung beitragen würde.

Aus finanzieller Sicht empfiehlt sich außerdem

bei einer Wiederholung aufgrund der zunächst

nicht erreichten operativen Ziele, erstens die

Stiftung Nordfriesland mit höheren Plan-

Zuschüssen zu belasten und zweitens die

Ticketnachfrage zu erhöhen, in dem sich der

Zahlungsbereitschaft potentieller Nachfrager

angepasst wird, das heißt also, die Eintrittspreise

zu senken, um die nachgefragte Verkaufsmenge

zu steigern.

In Bezug auf Vorschläge zur künftigen Veränderung

der Marketing-Aktivitäten zeigt die Erfahrung

aus dem umgesetzten Marketing-Mix

folgendes: Der moderne Distributionskanal

des Internets im Allgemeinen, worunter sowohl

das Web 1.0 wie auch das Web 2.0 fallen,

erweist sich in der Region Nordfriesland nicht

als so wirkungsvoll wie erwartet. Beides spielt

in der Erreichung der Zielgruppen nur eine untergeordnete

Rolle.

Demnach sollte in Zukunft für den Bereich

Marketing verstärkt auf die klassischen Marketing-Maßnahmen

gesetzt werden. Zu überlegen

ist ferner eine konzeptionelle Änderung

des sehr umfangreichen Angebots bei Kultur21-Festivals,

insbesondere bezüglich des

Markts der Möglichkeiten.

Wie oben erläutert trug dieser einerseits maßgeblich

zur Erfüllung der Ziele der Schaffung

eines Schaufensters der Kulturlandschaft

Nordfrieslands und einer Plattform für Kulturanbieter

und -nachfrager bei. Andererseits

ist jedoch auffällig, dass die meisten Festivalbesucher

das Veranstaltungsgelände gezielt

zum Besuch eines speziellen Programmpunkts

aufsuchten und verhältnismäßig wenige das

Kultur21-Festival in seiner Angebotsbreite

als ausreichend attraktiv für einen Besuch

empfanden. Der zielgerichtete Kulturkonsum

stand somit über einem offenen, sodass die

Inanspruchnahme der zahlreichen übrigen

kulturellen Angebote häufig eher als Nebeneffekt

einer speziell auf einen Programmpunkt

gerichteten Besuchsintention zu werten ist.

Vom jetzigen Zeitpunkt aus, das heißt, zum

Einen durch die Erfahrung der Projektrealisierung

des ersten Kultur21-Festivals – insbesondere

aus den Erkenntnissen der Evaluationsphase

heraus – sowie angesichts des

außerordentlich hohen bereits erfolgten Aufwands,

welcher bereits für die Konzeptionalisierung

der Dachmarke KULTUR21 und der

Initiierungsveranstaltung Kultur21-Festival

betrieben wurde, wird hier die Wiederholung

der Veranstaltung im Sinne der im Konzept beschriebenen

Bedeutung des Kultur21-Festivals

für die Dachmarke KULTUR21 sowie in isolierter

Betrachtung der positiven Effekte der Einzelveranstaltung

Kultur21-Festival empfohlen.

Unter der Dachmarke KULTUR21 soll sich

die Kulturszene in Nordfriesland weiterentwickeln,

Synergieeffekte nutzbar machen und

sich sowohl nach innen auf die Kulturanbieter

und -nachfrager als auch nach außen auf das

Image Nordfrieslands als überregional anerkannter

Kulturraum positiv auswirken. Mit einer

regelmäßigen Veranstaltung des Kultur21-

Festivals kann dieses Markenbewusstsein im

betriebswirtschaftlichen Sinne evoziert und

dauerhaft gestärkt werden, da es den Mehrwert

der Dachmarke in Form der Stärken der

regionalen Kulturlandschaft komprimiert an

den Veranstaltungstagen präsentiert und auf

diese Weise den Zielgruppen ihren gewinnbringenden

Nutzen ins Bewusstsein ruft.

Das Festival festigt somit die Bindung insbesondere

der nordfriesischen Kulturakteure an

die Dachmarke KULTUR21 und lässt letztere

so zu einer starken Kulturmarke® werden.

Einzelperspektivisch setzt das Veranstaltungsformat

Kultur21-Festival außerdem einen hohen

Erreichungsgrad der gesetzten Ziele um,

indem es während der Veranstaltungstage ein

Schaufenster der Kulturszene Nordfrieslands

schafft, eine Plattform für heimische Künstler

kreiert und dadurch Kultur als Erlebnis für

alle Menschen fördert sowie darüber hinaus

die Region Nordfriesland langfristig mit dem

Standortfaktor Kultur stärkt.

Unter der Empfehlung, die Finanzierung des

Veranstaltungsformats zu optimieren, empfiehlt

die Geschäftsführerin der Stiftung Nordfriesland

eine Wiederholung des Kultur21-

Festivals unter Fortführung der Dachmarke

KULTUR21.

Autorin: Elisabeth Wedeking

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www.kultur21-festival.de

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