Ausgabe 2/2011 - TRIKON

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Ausgabe 2/2011 - TRIKON

Trikon 2/11 6 Aus Studiengängen und Fachbereichen Aus Studiengängen und FachbereichenTrikon 2/117Von der Zielgruppefür die ZielgruppeIm Rahmen einer Projektwoche ergänzten 170 Studierende des Instituts fürJournalismus und Public Relations den Teil der Kommunikationsstrategie derBarmer GEK, der sich speziell an Hochschulabsolventen richtet. Das beste Konzeptkam vom Team „Die Experten“.Auftraggeber der Projektwoche wardie „Barmer GEK“, eine Krankenkasse,die Anfang 2010 aus der Fusion derBarmer und der Gmünder Ersatzkassehervorging. „Eine große Chance fürunsere Studierenden“, freute sichProf. Dr. Karl-Martin Obermeier überProjektwoche und Auftraggeber. „DieBarmer GEK eröffnete ihnen die Möglichkeit,an einer Kommunikationsstrategiefür Hochschulabsolventenmitzuwirken: von der Zielgruppe fürdie Zielgruppe.“ Während der Projektwochewandten die Studierenden ihreerlernten Fähigkeiten an und ließenIdeen für Slogans, Plakate, Events undKampagnen entstehen. Die Pläne fürdie zeitliche Umsetzung lieferten siegleich mit. Dabei konkurrierten 15Arbeitsgruppen miteinander. Amletzten Tag der Woche wurden dieErgebnisse einer Jury präsentiert. „Wirfreuen uns, dass die Barmer GEK,die größte deutsche Krankenkasse,an die Kreativität und das Wissenunserer Studierenden geglaubt hat.Das Projekt lieferte viele spannendeund überraschende Ansätze und dieStudierenden hatten die Möglichkeit,ihr Wissen konstruktiv einzubringen“,bilanzierte Projektleiter Prof. Dr.Kurt Weichler. Über den Sieg freutensich am Ende die zwölf Mitglieder der„Experten“: Thorsten Mai, TheresaHiegemann, Trang Dang, FranziskaMagenheim, Marcelus Lachhein,Ines Spicker, Anna Lekies, Kim Ernst,Maral Feizbakhsh, Max NiklasGille, Christina Filusch und DeniseMatthijsse. Die Jury honorierte dasrunde Konzept der Gruppe, welchesalle geforderten Aspekte abdeckte.Das zweitbeste Konzept lieferte dasTeam 3, den Bronzerang erreichteTeam 8. Gewonnen haben die Siegergruppenneben Ruhm und Ehre auchPreisgelder. Darüber hinaus winktdie Umsetzung ihrer Konzepte, wieChristian Broden erklärte, Leiter derAbteilung „Produktentwicklung, Tarife,Kooperationen“ der Barmer GEK:„Wir freuen uns über die frischenIdeen der Studierenden und möchteneinige davon umsetzen.“(Christoph Dillenseger)Wachstum und Wandelin der DiskussionAn der Fachhochschulabteilung Bocholt trafen sich Wirtschaftsstudierende miteinem Vertreter des Wirtschaftsministeriums und vom „Münsterland e. V.“, umüber das Management von Wachstums- und Strukturwandelprozessen im Westmünsterlandzu diskutieren. Das Fazit: Die Förderung besonderer Schwerpunkteist schwierig, wenn sie dem Wunsch der Kommunen entgegenläuft, dass allevon Fördermitteln profitieren wollen.(BL) Ein ganzes Semester lang beschäftigtensich Studierende desWirtschaftsstudiengangs in Bocholtgemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Siebemit dem Management von Wachstums-und Strukturwandelprozessen.Auf dem Programm stand das Verständnisdes gesamtwirtschaftlichenWachstums und Wandels. Danachtraf sich eine Gruppe von Studierendenaus dem vorletzten Semester desMaster-Studiengangs in Wirtschaftan der Hochschulabteilung Bocholtmit Ministerialrat Frank Butenhoffvom Referat für Grundsatzfragen derregionalen Strukturpolitik im nordrhein-westfälischenWirtschaftsministeriumund mit Klaus Ehling, demAn der Hochschulabteilung Bocholt diskutierten Frank Butenhoffvom NRW-Wirtschaftsministerium (v.l.) und Klaus Ehling vom„Münsterland e. V.“ (v.M.) mit Prof. Dr. Thomas Siebe (v.r.) undWirtschaftsstudierenden aus dem dritten Master-Semester überStrukturpolitik in Nordrhein-Westfalen und speziell im Münsterland.Foto: FHG/BLGeschäftsführer vom „Münsterlande.V.“. Mit ihnen sollten und wolltensie den Schritt von der Theorie in diepraktische Anwendung tun.Besonders interessiert waren dieStudierenden an der Frage, wie Strukturpolitikes schaffen kann, vorhandenePotenziale gezielt zu fördern,anstatt Förderfinanzen wie mit derGießkanne gleichmäßig zu verteilenund dabei hohe Streuverluste zuriskieren. Im Brennpunkt der Diskussionstand dabei die tatsächlicheFörderpolitik Nordrhein-Westfalensbezogen auf das Westmünsterlandund damit bezogen auf die direkteHochschulumgebung. Das Fazitnach zwei Stunden Vorträgen undDiskussion: NRW will in Leitmärkteinvestieren. Dort sollen sich Produzenten,Lieferanten, Dienstleister, Forschungsowie gesellschaftliche undpolitische Institutionen miteinandervernetzen, um durch Kooperationentlang der Wertschöpfungskette dieEffizienz zu steigern, Innovationenzu beschleunigen und für eine zügigeMarktumsetzung zu sorgen. Das sollUnternehmen stärken und Beschäftigungsichern. Das will auch derMünsterlandverein, sieht jedoch, dassdie Festlegung von Leitmärkten immerwieder praktische Kompromissebraucht, damit die Region insgesamtvon der Förderung profitieren kannund alle gemeinsam als „Wirtschaftswunderland“nach vorne kommen.Notwendig ist das auf jeden Fall, dennweltweit vernetzen sich Kompetenzfelderzu mehr Effizienz und damitzu höherer Konkurrenzstärke, sodassniemand an diesem weltweiten, strukturpolitischenTrend vorbeikommt.Siegreich: Die „Experten“ freuen sich, in ihrer Mitte strahlen KarenZettelmeyer (6.v.l.) und Christian Broden (5.v.r.) von der BarmerGEK.Fotos: Pia HüllinghorstEleftherios Zavrakidis Herrero, Ramona Arnhold, Raluca Lensingund Björn Harms (v.l.n.r.) waren das Projektbüro, das währendder Projektwoche alles am Laufen hielt.In mehrere Arbeitsgruppen unterteilt konkurrierten insgesamt170 Studierende um das beste Konzept, wie die Barmer GEK dieZielgruppe der Hochschulabsolventen erreichen kann.Unibral geht in die VerlängerungDer „Deutsche Akademische Austauschdienst“ (DAAD) finanziert über dasUnibral-Programm 2011 und 2012 weitere zehn deutsche Studierende für denAustausch mit Brasilien. Mit insgesamt 40.000 Euro sind alle erforderlichenKosten gedeckt.(BL) Mit der Zusage des DAADs kanndie Fachhochschule Gelsenkirchenjährlich fünf deutsche Studierende andie Partnerhochschule „UniversidadeFederal de São Carlos“ in Brasilienschicken, umgekehrt kommen jedesJahr fünf brasilianische Studierendezum Studium in den GelsenkirchenerFachbereich Physikalische Technik.Ihr Aufenthalt wird vom brasilianischenGegenstück zum DAAD finanziert.Gerade sind Aelision Machado(Foto, r.), Gustavo Rodrigues (2.v.r.)und André Gargantini (3.v.r.) eingetroffen.Demnächst gehen TobiasScotti (l.), Thaís Roque (2.v.l.) undCorinna Fiebig (3.v.l.) nach SãoCarlos. Da sie jedoch erst zum Endedes laufenden Sommersemestersabreisen, sind die sechs zum binationalenStudienteam verschweißt: Diejetzigen deutschen Gastgeber werdenim kommenden Wintersemester zubetreuten Gästen der brasilianischenStudierenden in São Carlos. In derMitte: Programmkoordinator Prof.Dr. Waldemar Zylka.Foto: FHG/BLErfolgreich dank Ausland2010 nahm der Brasilianer Rafael Satiro deOliveira 2010 am „M3-Unibral-Projekt“ teil. InGelsenkirchen beschäftigte er sich mit Magnetresonanztomographie(MR). Mit diesen Kenntnissenfand er einen Arbeitsplatz im Universitätshospitalder Universität São Paulo. Dort forscht erdaran, Krebs mit MR-kontrolliertem Ultraschallzu bekämpfen. Darüber berichtete sogar dasbrasilianische Fernsehen. Quelle: M3-Unibral


Trikon 2/11 8 Aus Studiengängen und Fachbereichen Aus Studiengängen und FachbereichenTrikon 2/119Informatikstudent bautTelepräsenzroboterWer weit entfernt ist, kann die Beweglichkeit und die Augen des Roboters nutzen, um doch dabei zu sein.(BL) Einen Roboter als persönlichenStellvertreter hat ein Informatikstudentder Fachhochschule Gelsenkirchenentwickelt: Benjamin Fabricius(29), inzwischen Master-Absolventder Informatik, kombinierte einenhandelsüblichen mobilen Kleinroboter,ein Laptop, eine Kameraund eigene Software, um für jedenerschwinglich einen „Telepräsenzroboter“zu bauen. Übersetzt heißtdas, man kann auf Entfernung dabeiZwei Menschen mit Roboter und Bildschirm: Auf dem Foto sitzen sie auf Sichtweite,gedacht ist das Robotersystem jedoch dafür, große Distanzen in der Kommuniaktion zuüberwinden: Der Roboter (in der Mitte links) übernimmt die Funktion des mobilen Tele-Auges, das Entwickler Benjamin Fabricius (rechts) über seine linke Bildschirmhälfte mitder Maus steuert. Hinten links: Prof. Dr. Hartmut Surmann, der die Entwicklungsarbeitbetreute und in diesem Fall vom Roboter beobachtet und auf Fabricius’ Bildschirm übertragenwird.Foto: FHG/BLDeutsche Hochschulmeisterschaftenim JudoErneut dabei: WirtschaftsstudentinMadeleine Fornahl.(BL) Im April fanden in Hamburgdie diesjährigen deutschen Hochschulmeisterschaftenim Judo statt.Teilnehmerin Madeleine Fornahl,Wirtschaftsstudentin aus Gelsenkirchen,belegte in ihrer Gewichtsklassevon 58 bis 63 Kilogramm den siebtenvon 39 Plätzen. Fornahl: „Damit binich sehr zufrieden, da sich die Veranstaltungauf hohem Niveau bewegte.“sein, ohne persönlich vor Ort zu sein.Beispielsweise wenn man krank ist,Gespräche mit den Kollegen abernicht verschoben werden können. Gegenüberdem Telefon hat der Roboterden Vorteil, dass er vor Ort beweglichist, verschiedene Punkte anfahrenkann und nicht nur Stimme oderStimmen überträgt, sondern auch dieBilder dazu. Fabricius hat dafür einenStaubsaugerroboter als Basis benutzt,der für runde 300 Euro bereits dreiMillionen Mal verkauft wurde, soProf. Dr. Hartmut Surmann, der denStudenten als Professor währenddessen Entwicklungsarbeit betreute.Auf dem beweglichen Basisrobotersitzen ein Laptop und eine beweglicheKamera. Hinzu kommt das BildtelefonsystemSkype, das vielen schonvon ihren Laptops bekannt ist undweltweit äußerst stabil arbeitet, soSurmann. Das Besondere am Telepräsenzrobotervon Benjamin Fabriciusund Hartmut Surmann ist das vonihnen entwickelte Plug-In-Programmfür Skype, mit dem man den Roboterkontrollieren und fernsteuern kann:Auf dem Bildschirm kann der Tele-Benutzer durch die Kamera-Augendes Roboters sehen und den Roboterallein mit der Computermaus steuern:Geschwindigkeit, Fahrtrichtung undBlickrichtung.Da der Basisroboter, ein Laptop,die Kamera und Skype für jedenfrei verfügbar sind, braucht einInteressent zusätzlich nur noch dasPlug-In-Steuerprogramm für Skype,um den Telepräsenzroboter nachzubauen.Surmann: „Die Installation istvon jedem Laien durch Doppelklickdurchzuführen. Es braucht keinen Expertenzur Konfiguration der Firewallund Ports, um den Kontakt mit demRoboter herzustellen. Dadurch istunser Telepräsenzroboter tauglichfür ein Massenpublikum.“ Trotz dereinfachen Installation sei die Qualitätder Video- und Datenverbindungdurch die Verwendung von Skypedeutlich besser als bei anderen, teurenTelepräsenzsystemen, die an dieserStelle mit eigenen Lösungen arbeiten,so Surmann. Unterm Strich soll derGesamtpreis neu unter 1.000 Euroliegen, wobei Surmann aber erwartet,dass viele Anwender schon einen Teilder Hardware besitzen, die sie deshalbnicht mehr neu kaufen müssen. Ihreanderen, ursprünglichen Funktionenverlieren die Bauteile nicht. Surmann:„Nach der Telepräsenzkonferenzkann der Roboter auch gleich wiederStaub saugen!“Interessenten können sich unterhartmut.surmann@fh-gelsenkirchen.dean die Hochschule wenden.Außerdem wollen Surmannund Fabricius die Software und dieBauanleitung auch zum Downloadüber das Internet verkaufen. DerDistanzhandel ist auch nötig, dennFabricius hat direkt nach seinemAbschluss Deutschland verlassenund arbeitet jetzt bei einem SchweizerHochtechnologie-Unternehmen, dasihn aufgrund seiner Studienleistungund seiner guten Masterarbeit vomFleck weg engagiert hat. Wenn aberbeide am Ort des jeweils anderenüber einen ihrer Telepräsenzroboterverfügen, können sich Fabricius undSurmann auch weiterhin gegenseitigvirtuell besuchen, ohne einen echtenKilometer fahren zu müssen.Ethik klinischer Studien am MenschenVon einem unlösbaren Problem handelte eine öffentliche Vorlesung an der Fachhochschulabteilung Recklinghausen: ImRahmen der kontinuierlichen Beschäftigung mit Fragen der Bioethik ging es im Januar um die Frage nach der ethischenBeurteilung klinischer Tests am Menschen.(BL) Zwar gibt es offizielle ethische Richtlinien über solchemedizinischen Eingriffe am Menschen zur Untersuchungihrer Auswirkungen auf den Körper. Dazu gehören etwadie Freiwilligkeit, die Risikominderung, die Privatsphäreund die unabhängige Kontrolle. Trotzdem bleibt es immerschwierig, der menschlichen Würde und dem medizinischenFortschritt gleichzeitig gerecht zu werden. Eigentlichbleibt es unmöglich.Medizinische Eingriffe am Menschen zurUntersuchung neuer Medikamente oderImpfstoffe werfen immer auch ethischeFragen auf, ob sie mit der Würde desMenschen zu vereinbaren sind. An derFachhochschulabteilung Recklinghausenwurde darüber öffentlich diskutiert.Foto: FHG/BLDabei steht dem möglichen Nutzen für viele – beispielsweisedurch die Entwicklung neuer Impfstoffe oder diePrüfung neuer Medikamente – das Risiko der menschlichenProbanden gegenüber. Sie könnten gefährliche Nebenwirkungenerleiden, als Mitglied einer Kontrollgruppe nurein Plazebo bekommen und daher gar nicht behandeltwerden oder zumindest nicht die theoretisch bestmöglicheBehandlung erfahren. Dabei stellen sich die Verteidiger derNützlichkeit auf den Standpunkt, dassder Vorteil für viele den möglichenNachteil für einzelne überwiegt. DerPhilosoph Kant dagegen fordert,dass Menschen niemals für Zweckeanderer Menschen benutzt werdendürfen, der Mensch sei zuallererstZweck seiner selbst.Vortrag und Diskussion wurdenvon drei Studentinnen vorbereitet:Alexandra Wolf, Tanila Doerbeckerund Anika Gonsberg studieren immittlerweile vierten Semester molekulareBiologie und haben sich zurVorbereitung über wissenschaftlicheLiteratur kundig gemacht sowiedurch Diskussionen mit ihren ProfessorenAngelika Loidl-Stahlhofen undAndreas Beyer.Einen besonderen Punkt in der Diskussionmachte die Frage aus, ob es


Trikon 2/11 12 Aus Studiengängen und Fachbereichen Aus Studiengängen und FachbereichenTrikon 2/1113Japanisch für AnfängerNeben den Weltsprachen Englisch, Französisch und Spanischsowie Kursen in Niederländisch, Portugiesisch undChinesisch erweiterte erstmalig ein Angebot für Japanischden Sprachkreis der Studierenden bis zur Datumsgrenze.(BL) Japanisch konnte vor dem Sommersemester erstmaligauf dem Lehrplan der Studierenden der FachhochschuleGelsenkirchen stehen. Eine Kooperation mit dem Landesspracheninstitutin der Ruhr-Universität Bochum, die auchschon Chinesisch-Kurse möglich macht, erweiterte dasSprachangebot des Sprachenzentrums um die siebte Fremdsprache.Während das hochschuleigene Sprachangebot inEnglisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch und Portugiesischauch die jeweiligen Fachsprachen der Studienfächerberücksichtigt, wurde Japanisch zunächst als allgemeinerAnfängerkurs angeboten. Mit diesem Pilotprojekt war dieFachhochschule die erste in Nordrhein-Westfalen, die Japanischgemeinsam mit dem Landesspracheninstitut an derRuhr-Universität Bochum im Rahmen des Wahlstudiumsanbot. Da der angebotene Intensivkurs in der vorlesungsfreienZeit stattfand, konnten auch Studierende kooperativerStudiengänge den Intensivkurs in ihren Studien-, Ausbildungs-und Arbeitsplan einbauen.Auch wenn keine Vorkenntnisse erforderlich waren, so wardas Tempo doch von Anfang an hoch. Bereits vor der erstenStunde lernten die vier Pionierstudierenden, die alle aus demBereich der Ingenieurwissenschaften kamen, mit einemSelbstlernkurs die beiden japanischen Silbenschriften. Derfolgende dreiwöchige Kurs von jeweils Montag bis Samstagerschloss den Teilnehmern rund die Hälfte der japanischenBasisgrammatik und verlangte von ihnen einen Wortschatzvon etwa 1600 Vokabeln. Dabei setzt das Spracheninstitutauf eine Verbindung verschiedener Unterrichtsformen:Einzelberatung gehört dazu genauso wie Partnerarbeit,Gruppenarbeit und Rollenspiele. Im Vordergrund stehenmöglichst lebensnahe, praktisch einsetzbare Kenntnisse.Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums derFachhochschule Gelsenkirchen, ist vom Wert dieses neuenKursangebots überzeugt: „Sprachkenntnisse öffnen Türen.Mit Japanisch erleichtern wir es unseren Studierenden,Studienphasen oder Praxisphasen in Japan zu machenund so ihren Ausbildungshorizont zu internationalisieren.Ohne Grundkenntnisse in der Landessprache wäre das vielschwieriger.“Said Omar Rogh (4.v.l.), Meike Woodcock (5.v.l.), Julian Glaras(3.v.r.) und Timo Riedel (2.v.r.) von der Fachhochschule Gelsenkirchenbüffelten in einem Sonderkurs während der SemesterferienJapanisch. Die Fachhochschule Gelsenkirchen bot ihren Studierendendamit zum ersten Mal die Möglichkeit, die Sprache des„Lands der aufgehenden Sonne“ zu lernen. Das Angebot beruhtauf einer Zusammenarbeit zwischen Dr. Petra Iking (r.), der Leiterindes Sprachenzentrums der Fachhochschule Gelsenkirchen, und Dr.Jochen Pleines (3.v.l.), Leiter des Landesspracheninstituts (LSI) inder Ruhr-Universität. Unterrichtet wurden sie von der GastdozentinYu Omori (l.) von der Waseda-Universität in Tokio und Dr. MonikaUnkel (2.v.l.), Institutsleiterin des LSI-Japonicums. Foto: FHG/MVVorträge über Chemie und BiologieNicht nur für Studierende, sondernauch für Bürger und Bürgerinnenwaren zwei Vorträge mit anschließenderDiskussion an der HochschulabteilungRecklinghausen, in denen esum Kohlendioxid und um genetischeAndersartigkeit ging.(BL) Ende April begrüßte die Hochschuleeine ihrer Bachelor- und Master-Absolventinnenim Studiengang„Molekulare Biologie“ als Referentin.Sandra Andorf, gerade fertig mit demDoktorexamen, sprach über ihr Promotionsthema:Heterosis. Darunterverstehen Biologen die Überlegenheitvon Leistungsmerkmalen mischerbigerNachkommen gegenüber ihrenreinerbigen Eltern. Dass ein solchesMischen Vorteile bringen kann, zeigenbeispielsweise die Blätter oderKolben der Folgegeneration vonPflanzen, die größer sind als bei dervorangegangenen Generation. DiePflanzenzucht macht sich diesenEffekt bereits seit Anfang des 20. Jahrhundertszunutze. Die genetischenund molekularen Grundlagen diesesVorgangs sind aber noch weitestgehendunbekannt. Sandra Andorf hatals Doktorandin am Leibniz-InstitutDummerstorf (Rostock) daran geforschtund dabei mit der „Universityof Life Sciences“ in Aas/Norwegenzusammengearbeitet. Jetzt arbeitetsie an der Stanford-Universität inKalifornien/USA.Das Kohlendioxid als Rohstoffund Lösungsmittel in chemischenProzessen stand Mitte Mai auf demVortragsprogramm. Es referierte Prof.Dr. Walter Leitner von der „Rheinisch-Westfälischen Technischen HochschuleAachen“. Dieser Vortrag warein Gemeinschaftsangebot der Fachhochschulemit dem OrtsverbandMarl-Recklinghausen der „GesellschaftDeutscher Chemiker“.Ein neuerLeuchtturmin BocholtStudenten aus dem Bocholter Fachbereich Elektrotechnikhaben den Antennenmast der Fachhochschule 16 Meterhoch mit LED-Modulen verkleidet.So mancher Passant wird sich abendsschon mal verwundert die Augengerieben haben: Über dem Gebäudeder FH leuchtet es – und zwar in allenmöglichen Farben. Was von Weitemwie ein Karussell auf der BocholterKirmes aussieht, ist in Wahrheit derAntennenmast der Fachhochschule.Und den haben Studenten 16 Meterhoch mit LED-Modulen verkleidet.Seit Anfang Februar strahlt derMast an manchen Abenden in allenFarben des Regenbogens, pulsiert imRhythmus oder flackert vor sich hin.Je nachdem, welches Programm dieStudenten gerade ablaufen lassen.„Man kann daraus so eine Art Lichtorgelmachen“, erklärt ChristopherKampa.Der 28-Jährige ist Initiator derAktion. Die Idee hatte der frisch diplomierteElektrotechnik-Ingenieurbereits vor zwei Jahren, damals nochals FH-Student. „Wir haben gesehen,dass die bisherige Beleuchtung andem Antennenmast nicht mehrfunktioniert“, erzählt Kampa. „Diewollten wir wieder fit machen.“Allerdings handelte es sich bei derDer LED-Turm und die Erbauer: (v.l.) die Studenten SebastianThiems, Fabian Siegel und Christopher Kampa sowie NorbertDirks, wissenschaftlicher Mitarbeiter.ursprünglichen Beleuchtung umeine ganz normale, handelsüblicheLichterkette mit Glühbirnen, wie sieauch so manchen Weihnachtsbaumschmückt. Für den Elektrotechnik-Studenten war das nicht genug – undes reizte seinen Ehrgeiz.Gemeinsam mit einer Gruppe vonetwa einem Dutzend Kommilitonenmachte sich Kampa ans Werk. Donnerstagabendstraf sich die freiwilligeHardware-AG (genannt die „Hardys“)regelmäßig, um ein Konzeptfür eine Beleuchtung mit LEDs aufdie Beine zu stellen. Sie entwickelteneinen Schaltplan, berechneten Werte– und stellten schnell fest, dass ihrProjekt komplizierter ist als gedacht.Bei einem 16 Meter hohen LED-Mastmussten sie sich beispielsweise Gedankenum die Statik des Stahlträgersmachen. Oder um den Blitzschutz.Richtig viel Arbeit war es dann jedoch,die Platinen zusammenzulöten.Allein dafür brauchten die Studentensechs bis sieben Wochen. Dann warendie 22 Module fertig.Unterstützung bekamen die Studentenunter anderem von Prof. Dr.LED-Mast in ZahlenAm Antennenmast der FachhochschulabteilungBocholt leuchten die LEDs in allenFarben, sie können rhythmisch pulsierenoder flackern. Fotos: Sven BetzWolfram Lemppenau, dem Laborleiterder Rechentechnik an der FH. „SeineVorgabe war: Es muss hell sein, esmuss in Bocholt zu sehen sein – und esmuss die Leute beeindrucken“, erzähltChristopher Kampa. „Ich denke, dashaben wir geschafft.“Eingeschaltet wird der riesige Mastnur zu besonderen Anlässen. Etwa zurCampuswoche in der FH, bei Festenund Veranstaltungen. Oder wenn sichdonnerstagabends die Hardware-AGtrifft. Die Reaktionen aus der Studentenschaftwaren schnell da. Kampa:„Es gibt einige, die das jetzt in kleinnachbauen wollen.“(Jochen Krühler)An dem Funkmast der FH-Abteilung in Bocholt hängen22 Module mit jeweils 12 LEDs. Sie werden überein übliches Steuerungsgerät (DMX-Bus) kontrolliert.Zusammen ist die Beleuchtung 16 Meter hoch undhat eine Leistung von 1.100 Watt.


Trikon 2/11 14 Aus Studiengängen und Fachbereichen Aus Studiengängen und FachbereichenTrikon 2/1115HG-10-249-PGlanz und ElendDie politische Kommunikation von Glanz bis Elend beleuchtete eine Vortragsreiheim Institut für Journalismus und Public Relations, zu der Prof. Dr. Karl-Martin Obermeier zahlreiche prominente Redner dazu bewegen konnte, andie Fachhochschule zu kommen.(BL/MV) Politische Kommunikationscheint immer noch männlich dominiertzu sein. Jedenfalls sprachendeutlich mehr Männer als Frauen beidieser Vortragsreihe, die im Novemberstartete, bis ins Sommersemesterreichte und fortgesetzt werden soll.Zu den prominenten Namen zähltender ehemalige Staatsminister OliverWittke, jetzt Generalsekretär der CDUNordhrein-Westfalen. Außerdem derLandtagsvizepräsident Oliver Keymisvom „Bündnis 90/Die Grünen“ undNorbert Römer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion NRW. Wäre nichtHeiko Kretschmer, Vizepräsident der„Gesellschaft Public Relations Agenturen“sowie Ethikbeauftragter der„Deutschen Gesellschaft für Politikberatung“kurzfristig wegen Verhinderungvon Ana Dujic von der Agentur„Johanssen + Kretschmer“ ersetztworden, die Reihe wäre rein männlichbesetzt gewesen. Dujic jedochbescheinigte der politischen Kommunikation,dass die Akteure in denletzten Jahren im Durchschnitt jüngergeworden seien, dass mehr Frauenin dieser Sparte arbeiteten und dassdie Arbeit analytisch-strategischergeworden sei. Methodisch machtesie darauf aufmerksam, dass es nichtnur darum gehe, Sachthemen zutransportieren, sondern auch darum,Ziele vor dem Hintergrund zu erreichen,dass es in der Kommunikationzwischen Politikern und Verbänden,Kammern und Interessengruppenauch um Macht, Machtzuwachs undindividuelle Karrieren gehe.Frank Baranowski, Oberbürgermeisterder Stadt Gelsenkirchen,betonte vor allem die Bedeutung derGlaubwürdigkeit für die politischeKommunikation. Rosige Bilder inForm kurzfristiger Versprechungenseien fehl am Platz, so Baranowski.Politische Kommunikation müsseimmer zur Realität passen und zumpersönlich authentischen Auftrittdes Politikers. Wer versuche, sich ausProblemsituationen kommunikativherauszumogeln, fliege ohnehinirgendwann auf und dann sei dasVertrauen in den Politiker nachhaltiggestört.Sein SPD-Parteigenosse Bundesministera.D. Franz Müntefering sah dasnicht anders. Als Politiker sei es ihmwichtig, von den Bürgern als jemandwahrgenommen zu werden, der einefeste Meinung zu Themen hat undLügen ist verboten, immer und überall.Diesen Leitsatz gab Franz Müntefering denStudierenden von Journalismus und PublicRelations mit auf den Weg. Foto: FHG/BLseine Reden nicht populistisch nachdem Wunsch der Wähler ausrichtet.Politik, so Müntefering, müsseerklärt werden, das sei die Aufgabeder Medien, weswegen Politiker undJournalisten zusammenarbeitenAm Rande notiert:Als Franz Müntefering am Vormittagseines Vortrags von seinerFrau, die zu einem anderenTermin wollte, am Bahnhof inGelsenkirchen-Buer Süd abgesetztwurde, wollte er eigentlich ein Taxizur Hochschule nehmen. Taxiswaren aber keine da. Dafür wurdeer direkt von jemandem angesprochen,ob er ihm helfen könne, undwurde in ein Autohaus am Platzweitergeleitet, wo der Besitzeranbot, dass seine Frau ihn ebenzur Hochschule fahre. Der wardie Hochschule bestens bekannt,denn ihr Sohn Christoph Müller(20) studiert an der FH Wirtschaft.Und so sorgte Famile Müller dafür,dass Franz Müntefering bequemund pünktlich zur Hochschulekam. Ehrensache, dass MutterMüller ihn direkt vor der richtigenTür absetzte. Auch von hier ausdafür „Herzlichen Dank“!Glaubwürdigkeit ist das oberste Gebot der politischen Kommunikationfür Frank Baranowski, Oberbürgermeister von Gelsenkirchen:„Wir erzählen nichts von dieser Stadt, was nicht nachprüfbar ist.“Foto: FHG/Christoph Dillensegermüssten, jedoch sollte jeder seineRolle kennen, Kumpelverhältnisseseien nicht dienlich, so seine Erfahrung.Die Medien hätten die Rolledes neutralen Vermittlers, wobei ersich wünschte, dass in den deutschenMedien Meldung und Meinung nochbesser erkennbar unterscheidbar seinsollten. Müntefering sieht jedoch dieRolle der Kommentatoren durchausso, dass sie für den Leser/Zuschauer/Zuhörer Ordnung in die große Informationsvielfaltbringen, denn es seiwichtig, in der globalisierten Welt dieOrientierung zu behalten. Über allerpolitischer Kommunikation steht fürMüntefering der Satz: „Lügen ist verboten,immer und überall.“Den Schlusspunkt der Vortragsreihebei Redaktionsschluss setzte derderzeitige NRW-Staatssekretär undRegierungssprecher Thomas Breustedt.Er machte „Glanz und Elendder politischen Kommunikation“an drei Fallbeispielen fest: Am Fallvon Ex-Minister Karl-Theodor zuGuttenberg, der – so Breustedt – zwarEhrlichkeit und Rechtschaffenheitpredigte, aber nicht lebte, wie durchdie Aberkennung des Doktortitelsspäter klar wurde. Zweites Beispielwar Guido Westerwelle, der zwarscheinbar Steuersenkungen für alleversprach, aber nur für eine besondereZielgruppe verwirklichte, wiesich später herausstellte. Das macheden Absender solcher Botschaften unglaubwürdig.Drittes Beispiel war derUmgang der Politiker mit den Bürgernbeim Bahnhofsumbau „Stuttgart 21“.Hier, so die Kritik, haben die Politikerzwar formal alles richtig gemacht,haben die Bürger jedoch nicht kommunikativmitgenommen. „WennPolitik in Hinterzimmern stattfindet,gehen die Bürger auf die Straße“,so Breustedt. Nur wenn man durchrichtige Kommunikation aus BetroffenenBeteiligte mache, seien solcheProjekte erfolgreich. Breustedt zeigtesich jedoch überzeugt davon, dassdie neuen Internetplattformen unddie neuen Wege der Kommunikationim Internet dazu führen werden, dassimmer weniger verschwiegen oderfalsch dargestellt werden könne: Alleskommt raus. Das Fazit daher: Manmüsse vielleicht nicht immer alleskommunizieren, aber was man sage,müsse ehrlich sein.„MoVe“ steht für Mobilität und VerkehrAuf Initiative von Prof. Dr. Charles McKay (49) vom Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen in Recklinghausen hat dieFachhochschule Gelsenkirchen das Forschungsinstitut „MoVe“ gegründet. Seine abgekürzten Wortbestandteile bildenzusammen zugleich das englische Wort für Bewegung.(BL) „MoVe“ widmet sich den Bereichen Mobilität undVerkehr und hat seinen Arbeitsschwerpunkt im Automobilsektor.Im neu gebildeten Institutsteam vereinensich fächerübergreifend durch Prof. Dr. Charles McKay(Betriebswirtschaftslehre), Prof. Dr. Guido Mihatsch (Automobilbauund -technik) und Prof. Dr. Stephan Keuchel(Volkswirtschaftslehre) sowohl wirtschaftliche als auchtechnische Lehrgebiete, um zukünftig nach neuen Lösungsansätzenin Verkehrswirtschaft und Verkehrspolitikzu forschen.McKay: „Die Automobilindustrie steht heute am Anfangeiner Zeitenwende hin zu neuen Antriebskonzepten.Dabei wird der klassische Verbrennungsmotor durch einbreites Spektrum alternativer Lösungen schrittweise ersetztwerden müssen. Diesen langfristigen Prozess wollenwir als Forscher begleiten, sowohl mit strategischen Lösungsvorschlägenals auch mit Expertisen und konkretenoperativen Lösungen.“ Da bereitsder Schatten des irgendwann alsTreibstoff wegbrechenden Erdöls überden Neuentwicklungen im Automobilbereichliegt, will sich das Institutvor allem um alternative, umweltgerechteund langfristig technisch undwirtschaftlich tragfähige Verkehrskonzeptekümmern. „Dazu gehörtin jedem Fall der Elektromotor“, soCharles McKay, Guido Mihatsch und Stephan Keuchel (v.l.n.r.)vom Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen sinddie Direktoren des an der Fachhochschule Gelsenkirchen neu gegründetenVerkehrsforschungsinstituts „MoVe“. Der Name stehtfür Mobilität und Verkehr und nicht zuletzt für Bewegung auf denStraßen von Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet. Foto: FHG/BLCharles McKay, „aber auch alternative Brennstoffe ausnachwachsenden Rohstoffen, die Gewinnung von Stromaus regenerativen Energiequellen als Antrieb für Fahrzeugeund neue Modelle für den motorisierten Personenverkehr.“„Die Automobilindustrie wird sich in den kommendenJahren im Spannungsfeld von Verbrennungsmotoren undElektroantrieben bewegen“, erwartet McKay und hat dabeiauch verschiedene Varianten der Hybridtechnik im Blick,die beide Techniken verbindet. Auf dem Weg in die Zukunftverfolgt „MoVe“ das Ziel, die Motoren gleichzeitig verbrauchsärmerzu machen und dabei Abgas-Kohlendioxideinzusparen. Im Blick hat McKay auch die Zylinderzahl.Ein wachsender Anteil von Drei- und Zweizylinder-Motorenwird, so McKay, den Vierzylinder-Autos und der gehobenen


Trikon 2/11 16 Aus Studiengängen und Fachbereichen Aus Studiengängen und FachbereichenTrikon 2/1117Klasse der Sechszylinder-Autos Marktanteile wegnehmen.Als Spezialist für Wettbewerb, Marketing und Vertriebin der Automobilwirtschaft geht Charles McKay am Preisnicht vorbei: „Die Konzepte müssen für den Autobesitzerbezahlbar und für den Anbieter profitabel sein.“ Geradebei der Preispolitik würden längst nicht alle Potenziale ausgeschöpft,so McKay, weder bei den Automobilherstellernnoch bei den Ersatzteillieferanten. Das Institut „MoVe“bietet an, in der Phase der Neuausrichtung mit Gutachtenoder der Anfertigung individueller Analysen dazu beizutragen,Fehler zu vermeiden, die später nur noch schwerzu bereinigen seien.Um dem Verkehrskollaps vor allem in Ballungsgebietenwie dem Ruhrgebiet vorzubeugen, will „MoVe“ auch dieVerkehrsflusssteuerung beleuchten. Informations- undVorhersagesysteme mit regelnden Eingriffen in den Verkehrsflusssind hier die Stichworte für Mobilität, wenn klarist, dass die Straßen nicht alle zehn Jahre um eine Spur injede Richtung erweitert werden können.Seine Forschungsergebnisse will „MoVe“ veröffentlichenund auf Tagungen Wirtschaft, Industrie und Politik vorstellen.Außerdem will „MoVe“ in den internationalenRaum: Geplant sind Kooperationen in Europa sowie mitUniversitäten in den USA.Extra-Küche auf dem CampusUnter der Überschrift „Campus Cooking“veranstaltete das akademischeFörderungswerk gemeinsam mit derTelekom Anfang Mai in der Mensades Standortes Gelsenkirchen einKochereignis.(BL) Im Rahmen einer bundesweiten„Campus Cooking Tour“ machtedas Telekom-Aktionsteam auch inGelsenkirchen Station. Gemeinsammit Gelsenkirchens ChefkochLars Biewald zauberte AktionskochEine Woche lang kochten Mensa-Chefkoch Lars Biewald (l.) und Aktionskoch StefanWiertz (r.) – bekannt durch die Fernsehsendungen „Kochduell“ und „Wissenshunger“ –besondere Schmankerl für die Mensagäste.Foto: FHG/BLStefan Wiertz mehr Vielfalt in denSpeiseplan: Statt „Hähnchen-Dönermit Ajoli-Dipp“ oder „Hühnertopfmit Nudeln“ gab es in der Aktionswochebeispielsweise „Entenbrust-Tranchen auf Petersiliensalat inJohannisbeer-Birnen-Sauce“ oder„Schweinerücken-Steak mit Rosmarin,Kartoffel-Knoblauchpüree undRucola-Orangenpesto“. Wer wollte,konnte auch „Putengeschnetzeltesin Bananen-Ingwer-Milch auf Minz-Couscous“ genießen. Zum Nachtischempfahlen die Köche Schoko-Trüffel-Mousse oder Kokos-Milchreis undandere Leckereien.Im Mensa-Speiseplan lief das besondereGericht als „Tipp des Tages“und kostete für Studierende pauschalzwei Euro. Jedes Essen konntensich die Studierenden (bis 29 Jahre)zusätzlich auf einer Stempelkartevon der Telekom quittieren lassen,den vollen Pass am Ende der Wocheabgeben und damit noch an einerVerlosung teilnehmen, bei der es dreiMensa-Gutscheine im Wert von je100 Euro zu gewinnen gab. Für allegab es außerdem eine Brotdose alsWerbegeschenk.Den Dreh zur Mensa bekam dieTelekom über das Zauberwort „Kommunikation“:„Die Mensa ist zugleichzentraler Treffpunkt für alle Studentenals auch Kommunikationsplattform,wo sich Freunde untereinanderaustauschen und verabreden. Essenist dabei das verbindende Elementund wird zum kommunikativen Begleiter.“Zusammen mit der Campus-Cooking-Aktion machte die Telekomauf ihre Studententarife bei Flatratesfürs Telefon und für SMS aufmerksam.Foto: FHG/MVNeues Gebäude eingeweihtDamit wurde der Umzug der Ingenieurfachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau, Versorgungs- und Entsorgungstechniksowie des Lehrinstituts für Journalismus und Public Relations abgeschlossen. Auch das Servicezentrum für Studierendeist eingezogen.(BL) Am 28. April feierte die FachhochschuleGelsenkirchen die Einweihungdes neuen „Gebäudes 2“am Hochschulstandort NeidenburgerStraße 43. Bau und Inbetriebnahmefür die Ingenieurfachbereiche Elektrotechnik,Maschinenbau, Versorgungund Entsorgung sowie für dasInstitut für Journalismus und PublicRelations waren nötig, nachdem inden Siebziger-Jahre-Gebäuden desalten Standortes Neidenburger Straße10 erhöhte Luftwerte von polychloriertenBiphenylen (PCB) gemessenworden waren. Das 60-Millionen-Euro-Projekt wurde gemeinschaftlichvon Bund und Land finanziert, aberauch die Fachhochschule hat Geld indie Hand genommen, um nicht nurfür Ersatz, sondern zugleich für eineModernisierung der technischen unddidaktischen Ausstattung zu sorgen.Neben den Fachbereichen ist auchdas Servicezentrum für Studierendein das neue Gebäude eingezogen:Studierendensekretariat, Studienberatungund akademisches Auslandsamtsind jetzt zentral für alle inder Eingangsebene erreichbar. Auchfür das leibliche Wohl ist gesorgt.Ebenfalls auf der Eingangsebene hatdas akademische FörderungswerkBochum eine neue Cafeteria eröffnet.Ein „großer Saal“ für bis zu 360 Personenwartet auf Veranstaltungen undöffentliche Vorträge.Das neue Gebäude für rund 2.000Studierende umfasst etwas mehr als12.000 Quadratmeter Nutzfläche, diesich auf Hörsäle, Seminarräume, Labore,Werkstätten, Computerarbeitsräume,Büros und Lager verteilen.Nach dem Baustart im Dezember2007 wurde der Rohbau nach 15 Monatenim März 2009 fertig, der Umzugerfolgte während der vorlesungsfreienZeit im Sommer 2010. Nachdemdie Nutzer die Räume nun fast zweiSemester lang „warm gearbeitet“haben, kehrt nach der Einweihungder Alltag ein. Ein Alltag jedoch, derdeutlich moderner ist als bisher.Zur Einweihung überreichte Markus Vieth(2.v.r.) vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb(BLB) NRW einen symbolischen Schlüsselan Hochschulpräsident Prof. Dr. BerndKriegesmann (l.). Grußworte des LandesNRW und der Stadt Gelsenkirchen gab esvon Annette Storsberg, Abteilungsleiterinim Wissenschaftsministerium, und OberbürgermeisterFrank Baranowski.Foto: FHG/MVObwohl es während des Bausund der Inbetriebnahme manchesProblem gab, waren sich Gäste undGastgeber der Einweihungsfeier einig:Das Gebäude vermittelt eine gute architektonischeAtmosphäre, um sichauf das Studium einzulassen.Und die nächste Gemeinschaftsaufgabevon Hochschule, Stadt und BLBist auch schon klar: Nach dem Abrissder PCB-belasteten Gebäude am altenStandort Neidenburger Straße 10 sollauf diesem Gelände die Hochschuleweiterentwickelt werden. Angedachtsind etwa ein Studentenwohnheimoder auch die Ansiedlung forschungsnaherUnternehmensgründungen.


Trikon 2/11 18 Aus Studiengängen und Fachbereichen Aus Studiengängen und FachbereichenTrikon 2/1119Aus der Schweiz nach RecklinghausenDer Tessiner Ivan Peverelli studiert in Recklinghausen Wirtschaftsingenieurwesen.(BL) Tessin, das klingt nach Urlaub.Für Ivan Peverelli (24) klingt es nachHeimat, denn er wurde in Vacallo inder Nähe vom Comer See geboren.Jetzt wohnt er in Recklinghausen undstudiert Wirtschaftsingenieurwesenan der Fachhochschule. Für IvanPeverelli eine völlig logische Wahl:Der muttersprachlich mit Italienischaufgewachsene Schweizer hatte bereitseine Station im französischsprachigenGenf hinter sich, als er zumMilitärdienst eingezogen wurde undin der Unteroffiziersschule seine Begeisterungfür Transport und Verkehrentdeckte. „Am liebsten möchte ichspäter mal zur Bahn gehen“, so IvanPeverelli. Dafür benötigt er in der imWesentlichen dreisprachigen Schweizaber auch die deutsche Sprache, die erin einem einjährigen Kurs in Frankfurterlernte. Das Studium wollte erauch auf Deutsch machen, damiter die Sprache so geläufig sprichtwie Italienisch und Französisch.Aus den Suchstichworten „Deutsch“und „Studium Transport-Verkehr“ermittelte ihm das Internet rasch denFachbereich Wirtschaftsingenieurwesenin Recklinghausen, der seinenAus dem sonnigen Tessin ins auch oftsonnige Recklinghausen wechselte zumStudium Ivan Peverelli (23). Er studiertWirtschaftsingenieurwesen und will sichauf Transport und Verkehr spezialisieren.Foto: FHG/BLangehenden Bachelor-Ingenieurenanbietet, sich auf genau diese Themenzu spezialisieren.Seit zwei Semestern ist Ivan Peverelliin Recklinghausen, hat imOrtsteil Hillen ein kleines Apartmentgefunden und erste Freundschaftenmit anderen Studenten geknüpft,die ihm neben der Hochschule auchdie Freizeitangebote von Stadt undRegion erschließen. Münster hat ihmgut gefallen, zu Recklinghausen sagter: „Obwohl hier so viele Menschenleben, hat sich die Stadt eine überschaubareAtmosphäre erhalten“.Doch zu viel Zeit bleibt ihm nichtfür Hobbys, denn das Studium kostetviel Engagement, zumal Ivan Peverellinicht nur die Fachveranstaltungenbesucht, sondern sich im Sprachenzentrumder Hochschule auch nochin Französisch als Fachsprache weiterbildetund seine Deutschkenntnisseweiter vertieft. Vielleicht will er auchnoch Englisch-Kurse in sein persönlichesStudienprogramm einbauen.Was er wirklich nach dem Bachelor-Abschluss machen wird, das ist nochnicht konkret geplant. Aber mit derSachkenntnis in Transport und Verkehrund mehreren Sprachen stehtihm nicht nur die Eisenbahngesellschaftder Schweizer SBB oder dieDeutsche Bahn, sondern eigentlichdie ganze Welt beruflich offen.Molekularbiologen wetteifern um AlkoholOb mit Nährlösung oder mit Molke(als Nährlösung): Anfang des Jahresprobierten sich mehrere Gruppenvon Studierenden des RecklinghäuserStudiengangs „Molekulare Biologie“in der Bioproduktion von Alkohol.Biosprit aus Molke(MV) In der vorlesungsfreien Zeitund sogar am Wochenende führtendie Studierenden im Rahmen vonLaborpraxisprojekten im Grundlagenlaborfür molekulare Biologie ihreForschungen durch. Dabei versuchtensie mit gentechnisch verändertenMikroorganismen möglichst vielDie Studierenden Lena Schönweitz, LuisaPlettig, Michelle Ellaine Aquino Apitzund Marziyeh Mohammadi (v.l.n.r.)stellten aus selbst erzeugter Molke undmit beigefügten Mikroorganismen denAlkohol Butanol her. Dabei muss auf einesterile und sauerstoffarme Umgebung imVersuchskolben geachtet werden. VertretungsprofessorDr. Frank Eiden (M.) willseinen Studierenden mit den VersuchenBerufsnähe beibringen. Foto: FHG/MVButanol herzustellen. Butanol ist einechemische Verbindung aus der Gruppeder Alkohole und wird auch alsKomponente bei Biokraftstoffen eingesetzt.Das Verfahren ist nicht neu,scheitert bisher aber noch am rentablenAusgang. Denn die Alkohol produzierendenMikroorganismen sindsehr empfindlich gegenüber ihremeigenen Stoffwechselprodukt, demAlkohol. Wird ein bestimmter Prozentsatzin der Lösung überschritten,vergiften sie sich selbst und sterben ab.Gelingt es aber den Ertrag zu steigern,dann sei dies ein zukunftsweisendesVerfahren zur Biokraftstofferzeugung,ist sich Vertretungsprofessor Dr. FrankEiden sicher. Eiden kennt das hoheEngagement seiner Studierendenund lobt: „Die Studentinnen undStudenten wissen, dass sie nicht nurfür die Schublade arbeiten, sondernerfahren durch die Umsetzung eineswissenschaftlichen Ansatzes gepaartmit unternehmerischem Denken, wassie im späteren Beruf erwartet. Dafürsind sie auch bereit am Wochenendezu kommen und hatten sogar vielSpaß an der Arbeit“Bei den Versuchen kommt es daraufan, dass alle Einstellungen ständigüberwacht und genau eingehaltenwerden, da sonst das Ergebnis, Butanolin ausreichender Menge herzustellen,völlig fehlschlagen kann. In denVorlesungen des vorangegangenenSemesters wurden die Grundlagen fürdie Versuche theoretisch vorbereitet.Eiden, der aus der Verfahrenstechnikkommt, arbeitet mit regionalen Unternehmensehr eng zusammen: „DieUnternehmen stellen uns ihre Technikund Know-how für die Versuchsreihenzur Verfügung. Dadurch bekommendie Studierenden die Möglichkeit mitneuen Produkten zu arbeiten. Fürbeide Seiten ist es ein Gewinn, dennauch die Unternehmen profitierenvon den Ergebnissen und erfahren,was ihr Produkt leistet und könnenes verbessern.“ Eiden arbeitet aufdem Gebiet der so genannten weißenBiotechnologie. Das heißt, dassklassische Produkte mit nachhaltigerBiotechnologie hergestellt werden, umso die Umwelt weniger zu belasten.Mit Braumaische zum Sieg(BL) Bereits zum zweiten Mal führteVertretungsprofessor Dr. Frank Eidenmit Studierenden am Ende derLehrveranstaltung „NachhaltigeBio-Prozesstechnik“ einen Wettbewerbdurch, bei dem die Studierendenmöglichst viel Alkohol erzeugenLinks fünf Sieger, rechts der Sponsor, daneben der Lehrveranstaltungsleiter: Dr. HolgerMüller von „BlueSens“ (r.) und Vertretungsprof. Dr. Frank Eiden (2.v.r.) gratulierten demSiegerteam des Wettbewerbs um biologisch erzeugten Alkohol. Foto: Björn Friedritzsollten. Als Vorgabe hieß es „Mannehme Hefe, Nahrung, Zeit undeinen Schüttelkolben“. Die Studierendenkonnten jedoch wählen, welcheHefekultur und welche Nahrungfür die Mikroorganismen ihnenam aussichtsreichsten erschienen.Eine Gruppe testete daher vor demoffiziellen Wettbewerb in der eigenenWohngemeinschaftsküche erst einmalverschiedene Hefekulturen, diesie über das Internet gekauft hatte.Eine andere Gruppe entschied sichentsprechend dem Satz „Man mussnur wissen, wen man fragen kann“für den kommunikativen Weg undtelefonierte mit Braumeistern undWeinexperten. Der Tipp des Brauershieß Maische und tatsächlich stelltesich dieser Lösungsweg am Ende alsder erfolgreichste heraus: Mit einerspeziellen Roggen-Braumaische gefüttertschafften es die Hefebakterien,in ihrer Nährlösung einen Alkoholgehaltvon sieben Prozent zu erzeugen.Das war Spitze und die Gruppe ausMichelle Aquino Apitz, Eva Dürholt,Marina Renner, Julia Kirchhof,Müberra Ahci und Florian Boeckerwar der Sieger. Als Siegprämie erhieltensie – gestiftet vom Sponsor „Blue-Sens gas sensor“ – „iPod-Shuffles“, eineKombination aus Musikspieler undDaten-Stick. „BlueSens“ unterstützteden Wettbewerb jedoch nicht nur mitSachprämien, sondern auch, indemdas Hertener Spezialunternehmen fürdie Gasanalyse in Bioprozessen dienötigen Sensoren stellte, mit denendie Alkoholerzeugung überwacht undgemessen wurde. Weitere Sachpreiseund Messtechnik kamen vom „Applikationszentrumfür angewandteBiotechnik Ruhr-Lippe“.NMUN-Studenten vertraten UsbekistanDie NMUN-Konferenz (National Model United Nations) ist die für Studierende aus aller Welt gedachte Simulation einerKonferenz der Vereinten Nationen in New York. Für die Teilnehmer aus den Recklinghäuser Studiengängen Wirtschaftsrechtund „International Business Law and Business Management“ war es seit 2003 die neunte Teilnahme.(MV) Die zwölf Teilnehmer des Jahres2011 vertraten das Land Usbekistan.Das moslemisch geprägte Land inZentralasien grenzt an Afghanistan,an Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistanund Turkmenistan und liegtdamit im Kreuzfeuer der Diskussionum Terror und Schmuggelrouten fürDrogen am Rande der Handelsrouteder Seidenstraße. Besonders beobach-tet wird Usbekistan von Menschenrechtsorganisationenim Hinblickauf Kinderarbeit, Gleichbehandlungund Bekämpfung von illegalemWaffen- und Menschenhandel. DieStudierenden mussten es schaffen,trotz dieser schwierigen Lage diplomatischeLösungsansätze zu erarbeitenund dabei nicht als Deutsche,sondern wie ein usbekischer Diplomatzu denken, dessen stolze Haltunggegenüber dem eigenen Land einewichtige Rolle spielt.Die Konferenz wurde 1946 mit derGründung der UNO wieder ins Lebengerufen und gilt als Nachfolger einesjährlichen Planspiels des Völkerbundesvon 1923, um Studierenden dieArbeit internationaler Organisationenzeigen.


Trikon 2/1120Aus Studiengängen und Fachbereichen | Erforscht und entwickeltErforscht und entwickeltTrikon 2/1121Gesucht und gefundenAm Hochschulstandort Bocholt suchte der Fachbereich Wirtschaft für Austausch-Studierende aus Finnland, Indonesien und Ungarn dringend nach Unterkünftenin Gastfamilien. Die fünf Studierenden sind bis Anfang Juli und teilweise Augustin Bocholt, bevor sie wieder die Heimreise antreten.(MV) „Es ist nicht leicht in Bocholtund Umgebung der FachhochschuleWohnraum zu finden“, weißauch Ronja Künzel, Studierende desBachelor-Studiengangs „InternationalManagement“ im FachbereichWirtschaft in Bocholt. „Als ich voretwa zwei Jahren von Gera fürs Studiumnach Bocholt kam, stand ichvor dem Problem, eine akzeptableund bezahlbare Wohnung zu finden.Doch bis heute hat sich nicht viel ander Problematik geändert.“ Zwar hatKünzel mittlerweile eine Wohnungfür sich gefunden, aber sie weiß auchvon vielen Mitstudierenden, dass esin Bocholt nicht einfach ist, etwasPassendes zu finden. Dies liegt zumeinen an den begrenzten Möglichkeitenin Jugendwohnheimen oder-herbergen etwas zu bekommen undzum anderen an vielen Pendlern, dieaußerhalb Bocholts bei den Elternwohnen und jeden Tag mit dem Autozur Hochschule kommen. „Denn nurwenn der Bedarfsdruck größer wird,passiert auch etwas auf dem Anbietermarkt“,vermutet Künzel.Seit März ist Ronja Künzel studentischeHilfskraft des Studierendensekretariatsder Fachhochschule Gel-senkirchen und hilft ausländischenGaststudierenden beim Start an derHochschule: Dazu zählt auch, eineWohnung oder Zimmer für derenAufenthalt zu finden.Beweggrund, mit der Suche nachUnterkunft an die Öffentlichkeit zugehen, war für Künzel der derzeitigeWohnungsmarkt: Verschiedene Anlaufstellenin und um Bocholt herumboten keinen passenden Wohnraummehr an. „Wohnungen der Gagfah(Gemeinnützige Aktiengesellschaftfür Angestellten-Heimstätten, d.Red.) sind sehr beliebt, zum Teil kautionsfrei,haben aber eine sehr langeWarteliste“, berichtete Ronja Künzel.„Preiswerte Unterkünfte waren schonbelegt oder bieten nicht den kulturellenAustausch und die Sprachförderung,die Gastfamilien ermöglichenkönnten. Dies gilt ebenso für die zweiBocholter Studentenwohnheime.Auch die Möglichkeiten in Wohngemeinschaftenunterzukommen, warennicht gegeben.“ So hoffte Künzelauf die tatkräftige Unterstützung derBocholter, damit sie den Austausch-Studierenden ihr persönliches StückchenHeimat zeigen und im Gegenzugauch ein Stückchen Heimat ihrerGewebe schärfer sehenDie Fachhochschule hat ein Mehrkanalultraschallforschungsgerät für 200.000Euro in Betrieb genommen.(BL) Im Fachbereich PhysikalischeTechnik startete Mitte letzten Jahresein Forschungsprojekt, bei demTumore in der weiblichen Brustsowie in der Prostata im Frühstadiumschonender behandelt werdensollen. Das gelingt nur, wenn dasGewebe durch Bildgebung präziseIm Labor für Hygienetechnik hat Prof.Dr. Heinrich Martin Overhoff das neueMehrkanalultraschallforschungsgerät inBetrieb genommen. Mit ihm kann manden Ultraschallmesskopf auf 128 Kanälenansteuern.Foto: FHG/BLDie Wirtschaftsstudentin Ronja Künzel ausBocholt appellierte an die Bocholter, alsGastfamilie für fünf Austausch-StudierendeWohnraum zur Verfügung zu stellen.Foto: FHG/MVGäste kennenlernen können. Und siewurde nicht enttäuscht. Zeitnah zurVeröffentlichung in den regionalenMedien meldeten sich verschiedeneFamilien und boten Platz, sodass alleStudierenden für die Aufenthaltsdaueruntergebracht werden konnten.„Ohne die spontane Mithilfe derBocholter Medien und der darauffolgenden vielen netten Angebotehätte es nicht geklappt “, ist sich RonjaKünzel sicher. „Mein Dank gilt allen,die das so schnell ermöglicht haben.“dargestellt wird. Im Forschungsprojektder Fachhochschule werden dieBilder durch Ultraschall erzeugt. DasProjekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EuropäischenUnion mit über 1,2 Millionen Eurogefördert. Voraussetzung für die Förderungist, dass auch die FachhochschuleGeld in die Hand nimmt. Dastat sie jetzt, indem sie zusätzliche200.000 Euro für ein Mehrkanalultraschallforschungsgerätinvestierte.Mit dem Spezialgerät ausFrankreich kann Forscher Prof. Dr.Heinrich Martin Overhoff auf 128Kanälen ein Ultraschallbild vonGewebe, Tumor und Hohlnadeln zurPlatzierung von Strahlungskörpernerzeugen. In der klinischen Therapiesind zurzeit Geräte mit nur 32 bis64 Kanälen üblich. Daran erkenntman, wie viel feiner die Bilder seinwerden, die Overhoff in seinemForschungsprojekt erzeugen will.Darüber hinaus soll in den Ultraschalldatendie Lage des Tumorsund der Hohlnadeln automatischerkannt werden. Genutzt werden dieErgebnisse für die Nahfeldstrahlentherapie(Brachytherapie), bei derdie Strahlung nur am Tumor selbstwirksam wird. Jede Bestrahlung vonaußen dagegen gefährdet auch immerdie Haut und umliegendes Gewebeund Organe. Die aufbereitetenUltraschallbilder sollen es dem Arzterleichtern, die Strahlungskörperzielgenau in den Tumor zu bringen.Dort zerstören dann die radioaktivenStrahlen die Krebszellen. DasForschungsprojekt, das vor allemgrundlegende Verfahren erarbeitet,läuft insgesamt bis Mitte 2013.Den Arzt und Ingenieur Overhofffasziniert dabei die Möglichkeit,Technik und medizinische Anwendungso zu verbinden, dassdiese nahezu nebenwirkungsfreieStrahlentherapie bestmöglich weiterentwickeltwird. Dazu wurdennicht nur Geräte wie das Mehrkanalultraschallforschungsgerätangeschafft.Der weitaus größere Teil derFördergelder fließt in die Gehälter fürwissenschaftliche Mitarbeiter oderfür Studierende, die an dem Projektmitarbeiten.Mehr Energie aus der ZelleDas Energie-Institut stellte während der diesjährigen Hannover-Messe auf demGemeinschaftsstand des Landes Nordrhein-Westfalen Weiterentwicklungeneines modularen und robusten Brennstoffzellensystems sowie einen Brennstoffzellenprüfstandaus.(MV) Das im letzten Jahr als Prototyppräsentierte Brennstoffzellensystemwurde nun für eine kostengünstige Serienfertigungüberarbeitet und ist dasErgebnis des gemeinsamen Projektsmit den Firmen Gräbener Maschinentechnik(Netphen-Werthenbach),Propuls (Gelsenkirchen) und RitterElektronik (Remscheid).Erstmals konnten sich die Besucherauf dem Stand einen Brennstoffzellenprüfstandfür modulare Brennstoffzellenstacksansehen. „Um dieerforderlichen Testumgebungenmöglichst individuell an den Bedarfdes jeweiligen Forschungsvorhabensanpassen zu können, haben wir amEnergie-Institut schon vor einigenJahren begonnen, Prüfstandkonzeptezu entwickeln“, erläuterte Energie-Instituts-Leiter Prof. Dr. MichaelBrodmann. „Die Teststände bieteneine intuitiv bedienbare graphischeNutzeroberfläche und dadurch einenhohen Bedienkomfort.“ Sie werdenüber einen Touch-Screen-PC bedient,dessen ausschließliche Funktion dasBedienen und Beobachten (BuB) derAnlage ist. Die modulare StrukturProf. Dr. Michael Brodmann, Leiter des Energie-Instituts der FachhochschuleGelsenkirchen (l.), und die Ingenieure Cristian Mutascu(Mitte) und Martin Greda stellten den Besuchern der HannoverMesse die Forschungsprodukte auf dem NRW-Gemeinschaftsstandvor. Im Hintergrund ist ein Prüfstand für Brennstoffzellen mit Bedien-und Beobachtungs-Touch-Screen zu sehen. Foto: FHG/MVdes Systems erlaubt eine einfacheAnbindung der Oberfläche sogarüber das Internet, sodass im laufendenBetrieb eine Überwachung ausder Ferne realisiert werden kann. DieNutzeroberfläche ist so gestaltet, dassdie Endnutzer selbst Änderungen ander Bedienoberfläche vornehmenkönnen. Der BuB-Rechner tauschtDaten über ein Netzwerk mit demProzessleitrechner aus, der die Eigensicherheitdes Prüfstands gewährleistetund eine Ankoppelung an einDatenbanksystem besitzt. Damitwerden dann alle aufgezeichnetenVerlängert und erweitert(BL) Das Patentscout-Projekt (Trikon2/2010, S. 37) geht weiter: Das NRW-Ministeriumfür Innovation, Wissenschaftund Forschung hat die Finanzierungbis Ende 2013 und damit für weiteredrei Jahre bewilligt. Gleichzeitig hat sichim Unterprogramm Patenscout Ruhrder Kreis der beteiligten Hochschulenerweitert: Neben den UniversitätenDuisburg-Essen und Bochum sowie derFachhochschule Gelsenkirchen und denHochschulen Bochum und Niederrheinist jetzt auch die Universität Wuppertaldabei. Als Patenscout für die Fachhochschulenberät Gertrud Hötten bei Fragenund Recherchen zum Ideenschutz. Kontakt:patentscout@fh-gelsenkirchen.de.Messdaten zusammen mit den Konstruktionsdaten,den Materialparameternund anderen Messgrößen desBrennstoffzellenprüflings gespeichert.Gemessen werden unter anderemDruck, Temperatur, Massenflüsse,und elektrische Größen wie Stromund Spannung der Brennstoffzellen.„Brennstoffzellen können durchdie Entwicklungssprünge der letztenJahre elektrische Energie für Autos,Schiffe, Flugzeuge liefern oder auchfür die dezentrale Stromversorgungvon Gebäuden eingesetzt werden. Umdie Entwicklung und Verbesserungenvoran zu bringen, aber auch für dieEndkontrolle von Brennstoffzellenaus der Serienfertigung werden daherPrüfstände benötigt, die die Daten erfassenund dokumentieren“, bewertetBrodmann die zukünftigen Aussichtendieser Technik sowie die gezeigtenExponate des Energie-Instituts.


Trikon 2/1124Erforscht und entwickeltErforscht und entwickeltTrikon 2/1125Nationale und internationale Gremienberufen Materialexperten FrenzDr. Holger Frenz aus Herten, Professor in Recklinghausen, wurde Mitglied im Fachbeirat für Werkstofftechnik undMaterialprüfung der Bundesregierung sowie im Fachbeirat des Instituts für Materialprüfung und Vergleichsmaterial derEuropäischen Kommission.Prof. Dr. Holger Frenz von der HochschulabteilungRecklinghausen wurde alsMaterialtechnikexperte in den Fachbeiratfür Bauwesen, Verkehr, Werkstofftechnikund Materialprüfung der Bundesregierungsowie in den Fachbeirat des Instituts fürMaterialprüfung und Vergleichsmaterialder Europäischen Kommission berufen.Foto: FHG/BL(BL) Dass Expertenwissen aus derHochschulabteilung Recklinghausensowohl national als auch internationalgefragt ist, wurde zu Jahresbeginndeutlich. Mit Wirkung vom erstenJanuar wurde Prof. Dr. Holger Frenzvom Recklinghäuser FachbereichWirtschaftsingenieurwesen für dreiJahre Mitglied des Beratungsgremiumsfür physikalische Materialeigenschaftenim europäischen Institut fürMaterialprüfung und Vergleichsmaterial.Dieses Institut berät direkt dieEuropäische Kommission und hat dieAufgabe, ein verlässliches, europäischesMess- und Prüfwesen dauerhaftaufzubauen. Zu den Aufgaben vonFrenz zählt es, ihm zugeschickteErgebnisse und Berichte über dieHerstellung von Vergleichsmaterialienzu prüfen, darüber zu berichten,in der Kommission seine Ergebnissezu diskutieren und am Schluss eineBewertung und Empfehlung auszusprechen.Dabei, so die EuropäischeKommission, ist er vollkommenunabhängig und ausschließlich derwissenschaftlichen Wahrheit verpflichtet.Das Beratungsgremiumbesteht aus nur drei Leuten, die gemeinsamdie europaweite Freigabefür Vergleichs- oder fachlich gesprochenReferenzmaterialien steuern. Indieses Gremium berufen zu werden,bedeutet daher eine besondere fachlicheAuszeichnung.Bereits zum Ende des letzten Jahreswurde Frenz außerdem in denFachbeirat für Bauwesen, Verkehr,Werkstofftechnik und Materialprüfungder Bundesregierung berufen.Die Berufung gilt zunächst für einJahr. Zu Frenz’ Aufgaben zählt derAbgleich nationaler Regelungen inder Materialtechnik mit europäischenund internationalen Regeln und dieVertretung der deutschen Interessen.Als Experte für Werkstofftechnik undMaterialprüfung ist er dabei mit zuständigfür alle Prüfungsvorschriftenfür Autos und Eisenbahnen.Holger Frenz (49) ist seit 1997 Professoran der Abteilung Recklinghausender Fachhochschule Gelsenkirchen.Sein Lehrgebiet umfasst technischeMechanik und Prüftechnik, er lehrtsowohl in den Bachelor-StudiengängenChemie sowie Nano- undMaterialwissenschaften als auch imMaster-Studiengang für Polymerwissenschaften.Vor seiner Berufung andie Fachhochschule war er bei derBundesanstalt für Materialforschungund –prüfung. Forschungsaufenthaltebrachten ihn nach Frankreich undin die USA.FördergelderfürLaborgeräteDie Fachhochschule bekam Ende 2010 für die StandorteGelsenkirchen und Recklinghausen den Zuschlag zurFörderung von neuen Laborgeräten im Wert von rund100.000 Euro. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaftund Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF)unterstützte insgesamt 34 Projekte an 17 Fachhochschulen.(MV) „FH-Basis“ nannte sich das Förderprogramm, mitdem das Ministerium für Innovation, Wissenschaft undForschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF) denFachhochschulen knapp zwei Millionen Euro zum Erwerbneuer Laborgeräte zur Verfügung gestellt hatte. Insgesamtwurden 85 Anträge aus verschiedenen Forschungsbereicheneingereicht. Davon erhielten 17 Fachhochschulen denZuschlag für 34 Projekte: Über zwei genehmigte Anträgedurfte sich auch die Fachhochschule Gelsenkirchen freuen.Mit rund 100.000 Euro Fördersumme und einemzusätzlichen Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent derHochschule konnten noch im letzten Jahr die neuen Laborgerätefür Lehre und Forschung angeschafft werden.In Gelsenkirchen wurde ein neuer Thermozyklierofen fürdas Werkstoffkundelabor des Fachbereichs Maschinenbaugekauft. In diesem Ofen können nun auch größere Laborprobenvon metall-keramischen Verbundwerkstoffen imTemperaturwechselversuch getestet werden. So ist es möglich,beispielsweise keramisch beschichtete Bauteile vonGasturbinen unter den späteren Nutzungsbedingungen inVersuchsreihen mit Hitze und Kälte zu beanspruchen, umdaraus neue Erkenntnisse über die notwendige Zusammensetzungder Beschichtung und des Materials zu gewinnen.Dr. Gabriela Marginean (l.) und Prof. Dr. Waltraut Brandl (r.)vom Fachbereich Maschinenbau in Gelsenkirchen sowie Prof. Dr.Gerhard Meyer (Mitte) vom Fachbereich Physikalische Technik inRecklinghausen freuten sich über die Finanzspritze vom Land fürneue Laborgeräte. Dadurch können Lehre und Forschung vonkeramischen Werkstoffen und Biomaterialien an beiden Standortenbestmöglich ergänzt werden.Foto: FHG/MVAm Standort Recklinghausen erhielt der FachbereichPhysikalische Technik ein Messgerätesystem zur Bestimmungvon Partikelform, -verteilung und -größe sowie derelektrischen Oberflächenbeladung von Nanomaterialien.Damit werden winzige Strukturen untersucht, um neueWege zur Entwicklung von Materialien mit bestimmtenEigenschaften zu finden. Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte „Lotuseffekt“, bei dem Flüssigkeiten von Oberflächenabperlen ohne auf ihnen Rückstände zu hinterlassen.In Recklinghausen wird aktuell an naturnahen Materialeigenschaftenfür den Zahnersatz und Zahnimplantategeforscht. Da beide Fachbereiche auf dem Gebiet der Werkstofftechnikeng zusammenarbeiten, werden die neuenLaborgeräte auch gegenseitig für Untersuchungen genutzt.Spagat zwischen Pflege und BerufStille Reserven auf dem Arbeitsmarkt sind blockiert. Institut Arbeit und Technik: „Wohlfahrtsmix“ für stärkere Aktivierung.(CB) Die durch Familien- und Angehörigenarbeitblockierten stillenReserven des Arbeitsmarktes könnennach Einschätzung des InstitutsArbeit und Technik (IAT) stärkeraktiviert werden. Dazu müsstenalle Facetten der Vereinbarkeit vonFamilie und Beruf berücksichtigtund dieses Thema nicht nur auf denSchwerpunkt der Kindererziehungund -betreuung beschränkt werden,schreiben die IAT-WissenschaftlerMichael Cirkel und Peter Enste in IAT-Forschung-Aktuell 01-2011.Laut Statistik wird die Zahl der Pflegebedürftigenvon 2,2 Millionen imJahr 2007 auf 2,9 Millionen im Jahr2020 und etwa 3,4 Millionen im Jahr2030 ansteigen. Lassen sich in derGeneration der in die Jahre gekommenenso genannten Baby-Boomerdie familienbezogenen Pflege- undUnterstützungsleistungen noch häufigauf mehrere Schultern verteilen,so wird es spätestens dann, wenn dieBaby-Boomer selbst in den Ruhestandgehen, schon rein rechnerisch zuerheblichen Versorgungsengpässenin den informellen Unterstützungsleistungendurch Familienangehörigekommen.Im Jahr 2008 war jede vierte Frau,die ein Kind bekommen hat, über 34Jahre alt, dieser Anteil der älterenMütter (und Väter) ist seit Beginnder 1990er Jahre kontinuierlich gewachsen.Diese Entwicklung bedeutetauch, dass Berufstätigkeit, Kinderbetreuungsphaseund Elternpflegephasetrotz des ebenfalls steigenden Durchschnittsaltersund der Fortschritte, diezum Erhalt der Gesundheit auch imhöheren Lebensalter gemacht wurden,inzwischen vielfach zusammenfallenund sich für die Betroffenen alsdreifache Belastung darstellen.Der mehrfachen Belastungssituationpflegender Beschäftigter wird nachEinschätzung der IAT-Wissenschaftlerbislang zu wenig Aufmerksamkeitgeschenkt. Denn ein erheblicher Anteilaller pflegenden Angehörigen imerwerbstätigen Alter ist berufstätig,sogar 23 Prozent der Hauptpflegepersonen,davon die Hälfte mit Vollzeitbeschäftigung.In Zukunft wird dieZahl der Berufstätigen noch steigen,die neben dem Job mit der Pflegeund Versorgung eines Angehörigenbetraut sind.Die Übernahme der informellenPflege- und Unterstützungsleistungenist weder durch die Leistungen derPflegeversicherung in ausreichendemUmfang abgedeckt, noch kann sieorganisatorisch und personell mitden vorhandenen Ressourcen undInstrumenten sichergestellt werden,meinen Cirkel und Enste. Die bislangbestehenden Pflege- und Versorgungsdienstleistungensollten um Ansätzeergänzt werden, die an den spezifischenBelangen von Unternehmenund Mitarbeitern ausgerichtet sind.Eine solche Lösung kann nicht voneiner Seite allein erwartet werden,sondern es müssen Modelle entwickeltund erprobt werden, die im Sinneeines geeigneten Wohlfahrtmixessowohl die Unternehmen und Arbeitnehmervertretungenals auch dieöffentliche Hand und die Kostenträgermit einbeziehen, um gemeinschaftlichgetragene Lösungsansätze zuerarbeiten.


Trikon 2/1126Erforscht und entwickeltErforscht und entwickeltTrikon 2/1127Die Schuldenbremse bremsenProf. Dr. Heinz-Josef Bontrup vom Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrechthat im Februar erneut als Wirtschaftsexperte den Haushalts- und Finanzausschussdes nordrhein-westfälischen Landtags zur Schuldenbremse in der NRW-Verfassung beraten.(BL) Ab 2020 darf das Land Nordrhein-Westfalenkeine Kredite mehraufnehmen. So steht es entsprechenddem Grundgesetz auch in der Landesverfassungvon Nordrhein-Westfalen.Anfang des Jahres hat der NRW-Landesrechnungshofempfohlen, dieseSchuldenbremse auch umzusetzenund nicht zu versuchen, sie durchSchattenhaushalte zu umgehen. DerHaushalts- und Finanzausschussberiet darüber Anfang Februar undhatte als einen von 14 Experten denWirtschaftswissenschaftler Prof. Dr.Heinz-Josef Bontrup vom RecklinghäuserFachbereich Wirtschaftsrechtum seine Einschätzung gebeten.Bontrup hält nichts von der Schuldenbremse,so wie sie im Gesetzfestgeschrieben wurde. Sie sei ökonomisch,sozial und politisch unsinnig.Bontrup: „Mit der von den Politikernselbst beschlossenen Schuldenbremsebremst sich Politik bis zum Stillstandaus, um nicht zu sagen: Politik schafftsich selbst ab.“ Mit der Schuldenbremsebleibe der Politik keine andereWahl als entweder die Staatsausgabenbeispielsweise im öffentlichenDienst zu senken oder die Steuern zuerhöhen. Um mit dem öffentlichenDienst nicht auch die öffentlichenDienstleistungen zurückzufahren,schlägt Bontrup unter anderem stattdessendie Wiedereinführung der Vermögenssteuerab einer halben MillionEuro Vermögen pro Privathaushaltvor. Aber darüber kann das LandNordrhein-Westfalen nicht entscheiden,hier – wie bei der Steuergesetzgebungallgemein – „spiele die Musik inBerlin“. Sollte an der Schuldenbremsenichts mehr geändert werden, drohesie, so Bontrup, „zum Knüppel gegendas Volk“ zu werden.Prof. Dr. Heinz-Josef BontrupFoto: Ulrich ZillmannModeration vonKrankenkassen-ExpertenrundeInitiative dient dazu, das Management-Steuerungssystem der „Balanced Scorecard“auch für Krankenkassen einzuführen.Krankenkassen aus mehrerenBundesländern beteiligen sich.(BL) Die deutschen Krankenkassenstehen im Wettbewerb um Versicherteund Zuweisungen des Gesundheitsfonds.Sie brauchen gutes Personal,eine professionelle Finanzsteuerungund ein Leitbild, das Mitarbeitern undVersicherten als Zukunftsziel sinnvollist. Die Krankenkassen „KKH/Allianz“(Hannover), „Novitas BKK“ (Duisburg),„mhplus BKK“ (Ludwigsburg),„pronova BKK“ (Ludwigshafen) und„BKK Hoesch“ (Dortmund) wollen dasManagement-Steuerungssystem der„Balanced Scorecard“ (BSC) nutzen,um ihre Zukunftsfähigkeit zu steigern.Da Krankenkassen an viele gesetzlicheRegelungen gebunden sind, istdas nicht so einfach wie bei anderenUnternehmen. Die beteiligten Krankenkassenhaben sich daher der wissenschaftlichenHilfe von Prof. BerndMühlbauer vom Studienschwerpunkt„Management im Gesundheitswesen“versichert. Er moderiert vierteljährlicheExpertenrunden bei den Krankenkassenoder in der Hochschule,bei denen Spezialisten aus Wirtschaftund Praxis mit Krankenkassenvertreternzusammentreffen, um die BSC-Einführung bei den Kassen zu steuern.Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch(CB) Im nächsten Jahr wird jedesdritte verkaufte Mobiltelefon einSmartphone sein. Mit der Entwicklungvon so genannten Apps, alsoProgrammen, die über einen Onlineshopauf das Endgerät geladenwerden können, hat sich ein neuesWirtschaftsfeld ergeben, das rasanteWachstumsraten vorweisen kann:In Deutschland lag der Umsatz, dermit mobilen Apps im Jahr 2009 erzieltwurde, bei 190 Millionen Euro.Für 2010 wird ein Umsatz von 343Millionen Euro prognostiziert. DasInstitut Arbeit und Technik (IAT)hat den Einsatz von Apps im BereichGesundheit untersucht:Für den Bereich der Gesundheitergeben sich sowohl für die Wirtschaftals auch für die Konsumentenungeahnte Möglichkeiten. Schonjetzt informiert sich bereits mehr alsdie Hälfte der Bundesbürger überGesundheitsthemen online. Daranhaben auch Apps einen nicht zuunterschätzenden Anteil, der mit derWeiterverbreitung von Smartphonesin naher Zukunft steigen wird. Momentanspielen gesundheitsbezogeneApps noch eine eher untergeordneteRolle. Ein Blick auf die Wachstumsratender vergangenen Monate zeigtaber einen rasanten Anstieg derNeuentwicklung: Im Apple-Store hatsich beispielsweise die Anzahl der Gesundheitsappsim Zeitraum Februarbis September 2010 um fast 3.000 auf7.136 erhöht.Gesundheit ausder HosentascheFoto: IATGenerell lassen sich die beidenThemenschwerpunkte „Medizin“ und„Lifestyle“ identifizieren. Ob Gesundheitslexikon,Fachinformationen fürmedizinisches Personal, Blutdrucktagebücher,Yoga-Übungen oder Laufdatenanalysemit Hilfe von GPS – dieAnwendungsfelder sind nahezu unbegrenzt.In Deutschland beschränktsich das Angebot meist noch auf diereine Informationsebene. Ein Blicküber den Tellerrand hinaus zeigt allerdings,dass die Zukunft der Apps auchdie Interaktionsebene erreicht: Apps,die medizinische Daten von Patientenbündeln und an Gesundheitszentrenweiterleiten, oder Videokonferenzenmittels Smartphones sind in anderenLändern bereits erfolgreich erprobtund in die Tat umgesetzt.Bildungswildwuchs zwischen Schule, Ausbildung und BerufDas Institut Arbeit und Technik hatProgramme, Bildungsgänge undMaßnahmen im Übergangssystemuntersucht: „Viele bleiben hängen,keiner weiß, warum.“(CB) Im Übergangssystem „Schule– Ausbildung – Beruf“ in Nordrhein-Westfalen sind Strukturen, Abläufeund Akteure kaum noch überschaubar.Der Wildwuchs an Programmen,Maßnahmen und Bildungsgängenauf den unterschiedlichen Ebenen– Kommunen, Land, Bund – sei vorallem nicht aufeinander abgestimmtmit dem Ergebnis, dass Akteurs-Konstellationen,Teilnehmerzahlen sowieUmfang und Wirkung der eingesetztenMittel weitgehend im Dunkelnliegen. Das zeigt eine aktuelle Studie,die das Institut Arbeit und Technik(IAT) im Auftrag der GewerkschaftErziehung und Wissenschaft undder Max-Traeger-Stiftung zum Übergangssystemin Nordrhein-Westfalendurchgeführt hat.Insgesamt wurden 126 Initiativen,Programme, Bildungsgängeund Maßnahmen ermittelt, die inNordrhein-Westfalen im Jahr 2010vom Bund, vom Land und von derBundesagentur für Arbeit angebotenwurden. Nach Schätzungen derIAT-Wissenschaftler lag der Bestanddes Übergangssystems (unter Berücksichtigungvon Bildungsgängenim Übergang, Maßnahmen derBundesagentur für Arbeit und Altbewerbern)in NRW im Jahr 2009bei 140.000 bis 150.000 Teilnehmer/innen. Im Vergleich zu den 71.418Neuzugängen ins Übergangssystemim gleichen Jahr ist das mehr als dasDoppelte. „Ein Drittel von ihnen, nahezu50.000 junge Menschen, habenin Nordrhein-Westfalen auch zweiJahre nach Eintritt in eine Übergangsmaßnahmekeine Chance auf einequalifizierte Ausbildung“, kritisierendie IAT-Bildungs-Forscher. „Viele bleibenhängen, keiner weiß, warum!“Im Hinblick auf die Finanzstrukturenim Übergang kommt die Studiezu dem Ergebnis, dass in NRW imJahr 2009 von Land, Bund und Bundesagenturfür Arbeit im ÜbergangMittel in Höhe von schätzungsweiserund 800 Millionen Euro mobilisiertwurden, allein das Land NRW istmit rund 440 Millionen Euro eigenenMitteln (Berufskollegs und Fördermittel)beteiligt. Im Teilbereich „Akteureund Steuerungsinstrumente“ tendiertder Informations- und Datenstandgegen Null, mussten die IAT-Forscherfeststellen. So liegen etwa zur Anzahlund zu den Qualifikationen der imÜbergangssystem tätigen Fachkräftekeine belastbaren Angaben vor. Selbstunter Experten der Berufsbildungreichen die Schätzungen von 30.000bis 100.000 Mitarbeitern bundesweit.„Angesichts der davon betroffenen Jugendlichenund der hier eingesetztenöffentlichen Mittel ist das ein Sachverhalt,der nicht länger hinzunehmenist, weil sonst alle Bemühungen,das Übergangssystem in Nordrhein-Westfalen effizienter zu gestalten, vonvornherein zum Scheitern verurteiltsein werden“.Solche Effizienzsteigerungen haltendie IAT-Wissenschaftler für unvermeidbar,weil zur besseren beruflichenIntegration vieler Jugendlicherdes heutigen Übergangssystemsvermutlich zunächst einmal höhereMittelaufwendungen entstehen, dieDemographie bedingte Kosteneinsparungenim Berufsbildungssystemweit in die Zukunft hinausschiebendürften. Zudem seien die Kosten einerberuflichen Nachqualifizierung vonAltbewerbern nicht zu unterschätzen,die trotz Ausbildungswunsch keinequalifizierende Ausbildung absolvierenkonnten. Der immer lauterwerdende Ruf nach den Kommunen,die es im Übergang zwischen Schule,Ausbildung und Beruf richten sollen,werde allenfalls als „weiße Salbe“wahrgenommen, solange die finanziellenSpielräume der Kommuneneinem stärkeren Engagement imÜbergang enge Grenzen setzen.


Trikon 2/1128Erforscht und entwickeltErforscht und entwickeltTrikon 2/1129Universitätsklinikum Charité nutztHandhygiene-Monitoring-System IHMoSDas System zur Verbesserung der Krankenhaushygiene wurde im Gelsenkirchener Fachbereich Physikalische Technikentwickelt.Nachdem das „Intelligente HandhygieneMonitoring System“ (IHMoS)bereits seit mehreren Monaten im St.Marien-Hospital in Mülheim a. d.Ruhr im Einsatz ist und auch auf derletztjährigen MedizintechnikmesseMedica auf große Resonanz stieß,wurde es zum Jahresende auf einerIntensivstation in der Berliner Charitéinstalliert. Zusammen mit Prof. Dr.Petra Gastmeier, Direktorin des Institutsfür Hygiene und Umweltmedizinin der Charité, wurde die Installationdes Systems geplant und erfolgreichabgeschlossen. Die durch IHMoSgewonnenen Daten sollen dem Instituthelfen, den Zusammenhangzwischen der Händedesinfektion undnosokomialen Infektionen (Krankenhausinfektionen,Anm. d. Red.)genauer zu evaluieren.IHMoS ist ein Monitoringsystem fürDesinfektionsmittelspender im Krankenhaus.Es dient der Dokumentationder Händehygiene in Krankenhäusern,indem die Betätigungen allerSpender separat erfasst werden.In Deutschland treten rund500.000 Krankenhausinfektionenim Jahr auf. Die Folgen können Lungenentzündungen,Wundinfektionenoder Blutvergiftungen sein. In rund40.000 Fällen führen diese zum Tod.Es sollte daher im Interesse des Krankenhausesliegen, die Einhaltungder Händehygiene zu erhöhen, dennnicht zuletzt führt dies auch zu einerKostenreduktion für die Klinik.Nach Angaben des ECDC (EuropeanCentre for Disease Preventionand Control) kann die Zahl dernosokomialen Infektionen durchbessere Überwachungssysteme um20 bis 40 Prozent reduziert werden.Im Gegensatz zu bisherigen Beobachtungsmethodenwerden durchIHMoS kontinuierlich und über beliebiglange Zeiträume Spenderbetätigungenaufgezeichnet. Die direkte,automatische Erfassung erlaubt dabeieine quantitative Beurteilung derHändedesinfektion und vermeidetgleichzeitig einen Beobachtereffekt.Zur Installation von IHMoS werdenSendemodule in die Spenderimplementiert. Vorhandene Spenderkönnen in der Regel nachgerüstetwerden. Für mehrere Sendeeinheitenist nur ein zentraler Empfänger notwendig.Dieser sammelt Daten derDesinfektionsmittelspender und leitetsie mithilfe des internen Krankenhausnetzwerkesan einen zentralenAuswertecomputer oder das Krankenhausinformationssystem(KIS) weiter.(Malte Kohlmeier)Europapreis für IHMoSIm Rahmen des „3. Deutschen Forums innenraumhygiene“in Essen wurden Mitte Februar die Preisträger des „1.Europäischen Innenraumhygiene-Preises“ ausgelobt: Eineder drei verliehenen Auszeichnungen ging an Prof. Dr.Udo Jorczyk und sein Studenten-Team für die Entwicklungdes „Intelligenten Handhygiene Monitoring-Systems“(IHMoS).(MV/Angela Berg) „Alle ausgezeichneten Preisträger verfolgeneinen präventiven Ansatz. Es ist vorausschauend,durch eine bessere Qualität der Händehygiene vermeidbareAnsteckungen auf ein Minimum zu reduzieren. Auch mitder Definition ökologischer Kriterien direkt bei der Planungwird Innenraumhygiene vom Anfang her gedacht. Die Sensibilisierungder Verbraucher für schadstoffarme Materialienwird die Nachfrage nach ökologischen Produkten undHygienekompetenz steigern. Mit der Vergabe eines europäischenInnenraumhygiene-Preises an die FachhochschuleGelsenkirchen, den Fachverband des TischlerhandwerksNRW und die ‚BauXund Forschung- und Beratung GmbH’aus Wien haben wir herausragende unternehmerischeund technologische Leistungen ausgezeichnet. Unsere dreiPreisträger sind beste Beispiele für diesen Ansatz“, so derInitiator des Forums, Hans-Peter Sproten, Hauptgeschäftsführerdes Fachverbandes „Sanitär Heizung Klima NRW“.Das „Forum innenraumhygiene“ versteht sich alsWissensplattform für gesundes Bauen und Wohnen undfördert seit 2007 das Zusammentreffen unterschiedlicherFachdisziplinen. In diesem Jahr wurden zum ersten Malanwendungstechnische Lösungen und DienstleistungenFoto: Hans HartwigBastian Urban, René Rittkowski, Prof. Dr.Udo Jorcyzk und Malte Kohlmeier (v.l.n.r.)durften sich Mitte Februar als einer derdrei Preisträger des ersten europäischenInnenraumhygiene-Preises über die Auszeichnungihres Systems „IHMoS“ freuen.zur Steigerung der Innenraumhygienequalität prämiert.In den drei Kategorien Infektionsprävention (FH Gelsenkirchen),Verbraucherinformation (Fachverband desTischlerhandwerks NRW) und kluges Chemikalienmanagement („BauX GmbH“/Wien) wurden die mit je 5.000 Eurodotierten Preise verliehen.In der Charitéin Berlin wurdedas „intelligenteHandhygiene-Monitoring-System“(IHMoS) in Betriebgenommen.V.l.n.r.: Prof. Dr.Petra Gastmeier(Direktorin desInstituts für Hygieneund Umweltmedizin),Prof.Dr. Udo Jorczyk(FachhochschuleGelsenkirchen),Dr. Justus Hilpert(Oberarzt undLeiter der Intensivstation),Dr. DorisWeitzel-Kage (Institutfür Hygieneund Umweltmedizin).Foto: FHG/Malte KohlmeierVerbessertes IHMoS beim UlmerKrankenhaussymposiumNeue Funktechnologie macht dasSystem leistungsfähiger, ein Schulungsprogrammerleichtert die Einführungin Krankenhäusern.(BL) Das IHMoS-Team hat das Systemtechnisch verbessert und didaktischergänzt: Eine neue Funktechnologieist kleiner als bisher und macht dieDatenübertragung effizienter. Ein Schulungsprogrammsort dafür, die Krankenhauskräftebesser mit dem Umgangund dem Nutzen des Systems vertraut zumachen. Die Neuerungen basieren aufden Erfahrungen, die das Team bei denPilotinstallationen im St. Marien-Hospitalin Mülheim/Ruhr und am BerlinerUniversitätsklinikum Charité gemachthat. Der Öffentlichkeit stellten die Forscherund Entwickler ihre Innovationenin Ulm beim dortigen Krankenhaussymposiumim April vor, anschließendin Berlin auf dem Hauptstadtkongresszu Medizin und Gesundheit.Jeder Desinfektionsmittelspender funkt mit dem Handhygiene-Monitoring-System IHMoSseine Nutzungsfrequenz ans Krankenhausinformationssystem. Aus den Daten lässt sichanalysieren, wie die Krankenhaushygiene verbessert und so der gefährlichen Ausbreitungvon Krankenhauskeimen vorgebeugt werden kann.Foto: FHG


Trikon 2/1130KooperationenKooperationenTrikon 2/1131Medizintechnikstudentengehen nach SchottlandDer Auslandsaufenthalt beruht auf einer Kooperation des Fachbereichs Physikalische Technik mit der Universität vonDundee. Finanziell unterstützt werden die Studierenden von dem europäischen Förderprogramm „Erasmus“ zur internationalenMobilität von Studierenden.(BL) In wenigen Wochen packensechs Studierende des StudiengangsMikrotechnik und Medizintechnikihre Koffer und reisen nach Schottland.Ihr Ziel ist die Stadt Dundee,mit deren Universität der FachbereichPhysikalische Technik eine Kooperationunterhält. Master-Student MarkOehmigen (23) aus Essen wird dasWintersemester in Schottland verbringenund dort studieren. André Hilgers(23) aus Haltern, Zehra Kalkan (21)aus Herten, Jessica Kremer (21) ausBocholt, Yesim Ören (21) aus Gelsenkirchenund Christina Puckert (25)aus Hamminkeln werden dort ingemeinsamen Forschungsprojektendes Gelsenkirchener FachbereichsPhysikalische Technik und der Abteilung„Mechanical Engineeringand Mechatronics“ der UniversitätDundee arbeiten.Sie alle haben vor allem zweiGründe ins Ausland zu gehen: Vonder Auslandserfahrung erhoffen siesich bessere Chancen, nach demAbschluss einen guten Arbeitsplatzzu finden. Und davon, dass sie inein englischsprachiges Land gehen,erhoffen sie sich geläufigen Schlifffür sich selbst in ihrem Fach aufEnglisch. Aber auch das soll natürlichdie beruflichen Chancen verbesssern,denn da die Medizintechnik eineweltweit ausgerichtete und verzweigteBranche ist, finden viele Absolventender Fachhochschule Gelsenkirchenihre Arbeitsplätze in internationalenUnternehmen, die dann Englischals Unternehmenssprache haben.Gleichzeitig werden die StudierendenDeutschland als studentischeBotschafter vertreten. Jessica Kremerbeispielsweise hat sich vorgenommen,für ihre Gastfamilie in Dundee deutschePop-Platten als Gastgeschenkmitzunehmen.Die auf dem europäischen Mobilitätsförderprogramm„Erasmus“ beruhendeKooperation zwischen demFachbereich Physikalische Technikund der Universität Dundee bestehtseit 2007. Durchschnittlich gehenjährlich fünf deutsche Studierendeaus dem Bachelor- oder aus demMaster-Studiengang Mikrotechnikund Medizintechnik zu einem Auslandsaufenthaltnach Dundee. Einigehaben dort ihre Abschlussarbeitengeschrieben, ein Gelsenkirchener Absolventbereitet in Dundee zurzeit seinDoktorexamen vor. Ergänzt wird dieKooperation durch den regelmäßigenAustausch von Lehrmodulen und vonLehrenden.Betreut von Prof.Dr. WaldemarZylka (r.) und Dr.Alan Slade (2.v.r.)wechseln dieseStudierenden vonder FachhochschuleGelsenkirchenzu einem Studienaufenthaltander schottischenUniversität Dundee(v.l.n.r.): MarkOehmigen, AndréHilgers, JessicaKremer, ChristinaPuckert, ZehraKalkan und YesimÖren.Foto: FHG/BLIAT startet drei EU-Kooperationen:Bessere Chancen für BehinderteAm Institut Arbeit und Technik (IAT) starten drei EU-Kooperationen zur Verbesserung der Chancenvon Menschen mit Behinderung. Ihr Zugang zum Arbeitsmarkt soll durch Weiterbildung, Betreuungund Beratung erleichtert werden.(CB) Im Rahmen eines Projekteszur integrativen Behindertenbetreuung(IBB 2) sollen Beschäftigteaus sozialen Berufen zu Mentorenweitergebildet werden, um ihrerseitsMenschen mit Lern- und anderenBehinderungen beim Start in denSozialberuf und am Arbeitsplatzberaten und betreuen zu können.Auf eine verbesserte Berufsberatungfür Personen mit Behinderung zieltdie EU-Lernpartnerschaft ACCESS.Lehrern, Sonderpädagogen, Berufsberaternund weiteren Interessentenaus Wissenschaft und Praxis werdenneue Vorgehensweisen und Methodenin der Beratung Behinderter vermittelt.Kreative Lernansätze stehen imMittelpunkt der LernpartnerschaftCLINTEV: Interkulturelle Eventssollen als informelle Lernsessionsgenutzt werden, um Menschen über18 Jahre mit geistiger oder multiplerBehinderung in ihrer Kommunikationsfähigkeitzu fördern, ihre LeseundRechenfähigkeit zu verbessernund damit ihre Chancen auf einenArbeitsplatz oder den Eintritt in Weiterbildungsmaßnahmenzu erhöhen.An den verschiedenen Kooperationensind Partner aus Bulgarien, Deutschland,Ungarn, den Niederlanden,Rumänien, der Türkei, Österreich,Belgien und Spanien beteiligt. Fürden Wissenstransfer und Erfahrungsaustauschwerden unterstützendeIT-Plattformen genutzt, auch dieerarbeiteten Lernmaterialien werdenauf eigenen Webseiten für die weitereVerbreitung der Projektergebnisseauch in anderen EU-Ländern zurVerfügung gestellt.Kooperation mit VersicherungsgesellschaftDer Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrecht will Studierendendamit einen Weg zu mehr praktischem Wissenüber den Versicherungsschutz für Wirtschaftsunternehmenöffnen. Die Versicherer lernen umgekehrt zukünftige Wirtschaftsjuristenkennen.(BL) Die Bochumer „Haftpflichtgemeinschaft DeutscherNahverkehrs- und Versorgungsunternehmen“ (HDN)und der Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrechtder Fachhochschule Gelsenkirchen haben einen Kooperationsvertragunterzeichnet. „Damit wollen wir unserenStudierenden vor allem einen Weg zum speziellen Versicherungsrechtfür Wirtschaftsunternehmen öffnen“,beschreibt Dekan Prof. Dr. Bernhard Müller-Jundt dasZiel und damit den Vorteil für die Region, wenn die Wirtschaftsrechtabsolventenaus Recklinghausen auch aufdiesem Gebiet Spezialkenntnisse in die berufliche Praxismitbringen.Konkret geplant sind zusätzlicheLehrveranstaltungen, die Betreuungder Studierenden durch Experten desHDN während Praxisphasen und beider Anfertigung von praxisnahenAbschlussarbeiten für den BachelorundMastergrad in Wirtschaftsrecht.Dekan Prof. Dr. Bernhard Müller-Jundt (l.) freut sich gemeinsam mitJörg Fleck (M.) und Dirk Fimpeler (r.) über die Kooperation zwischendem Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrecht der FachhochschuleGelsenkirchen und der „Haftpflichtgemeinschaft DeutscherNahverkehrs- und Versorgungsunternehmen“ (HDN).Foto: HDN/Thomas WillemsenFür die Lehrveranstaltungen hat der Fachbereich JörgFleck und Dirk Fimpeler vom HDN als Lehrbeauftragtegewonnen. Dirk Fimpeler legt den Schwerpunkt auf dieGrundlagen des Versicherungsrechts, die Spezialgebietevon Jörg Fleck sind das Industriehaftpflichtgeschäft unddie Kraftfahrthaftpflichtversicherung. Zum Vorteil, densich der HDN von der Zusammenarbeit verspricht, sagtJörg Fleck: „Unsere Unternehmen möchten sich bei denangehenden Wirtschaftsjuristen als attraktive Arbeitgeberpositionieren, noch bevor die Absolventen ihren Abschlusshaben und auf den Arbeitsmarkt drängen.“Der Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrecht kooperiertbereits mit zahlreichen Wirtschaftsunternehmender Region Ruhrgebiet. Aus der Versicherungswirtschaftist die HDN der erste Kooperationspartner.


Trikon 2/1132InternKommunikationTrikon 2/1133BEM an der Hochschule„BEM“ steht für „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ und gehört zur gesetzlichen Fürsorgepflicht aller Arbeitgeberfür sämtliche Beschäftigten. Grundlage ist die Präventionsvorschrift des Sozialgesetzbuches, die die Arbeitgeber zurEinführung eines geeigneten Integrationsverfahrens nach längerer Arbeitsunfähigkeit von Beschäftigten verpflichtet.(MV) An der Fachhochschule gibtes nun seit Dezember 2010 ein Integrationsteam.Bevor es soweit war,erarbeitete seit Frühjahr 2009 einProjektteam der Fachhochschuledie notwendigen Grundlagen desBEM-Verfahrens. Neben der BEM-Beauftragten der Hochschule CarinaRäckers wurden für die Besetzung ausdem nicht-wissenschaftlichen PersonalratSabine Alfs (Fachbereich Maschinenbau,Gelsenkirchen) und fürden wissenschaftlichen PersonalratIris Sikorski (Fachbereich Wirtschaft,Gelsenkirchen) benannt. Als Mitgliedim Team für die Schwerbehindertenvertretunghat Ansgar Haglauer(Fachbereich Informatik, Gelsenkirchen)das Amt übernommen.Das BEM richtet sich in erster Liniean Beschäftigte, die innerhalb einesJahres länger als sechs Wochenununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähigsind. Unabhängig vondiesen Fristen kann ein betrieblichesEingliederungsmanagement auchjederzeit von den Beschäftigten selbstbeantragt werden.Die Betroffenen werden zunächstdurch die Personalsachbearbeiterangeschrieben und nur mit ihrerZustimmung können in Frage kommendeMaßnahmen besprochenwerden. Das bedeutet nicht, dass fürdie Beschäftigten, die länger erkranktwaren, wie zum Beispiel durch einenKnochenbruch, ein BEM-Verfahreneingeleitet werden muss. Aber dieslässt sich durch eine entsprechendeRücksprache mit dem jeweiligenPersonalsachbearbeiter oder demBEM-Team schnell klären. Individuellkann im ersten Beratungsgespräch(Vorgespräch) der Betroffene entscheiden,neben dem Integrationsteamauch externe Berater mit ihrem Fachwissenhinzuzuziehen (Betriebsarzt,Sicherheitsfachkraft, Integrationsamt,Krankenkasse, Rententräger).„Oft sind es einfache Hilfeleistungen,wie beispielsweise eine rückengerechtereArbeitsplatzeinrichtung für Menschenmit Wirbelsäulenproblemen“,so Ansgar Haglauer. Das BEM bietetsomit vielschichtige Möglichkeitenund ist für beide Seiten, Arbeitnehmerund Arbeitgeber, als Investitionfür die Zukunft zu sehen. „Bisher istdie Fachhochschule Gelsenkircheneine von wenigen Hochschulen, diebereits ein funktionierendes undweitestgehend akzeptiertes Eingliederungsmanagementvorweisen kann.Eine unbürokratische und offene Zusammenarbeitzwischen dem Team,den Personalräten und den Beschäftigtenist dafür eine der wichtigstenVoraussetzungen“, weiß Sabine Alfs.Absolute Vertraulichkeit ist beim Integrationsteamoberstes Gebot. DurchWeiterbildungen und Kontakt mitanderen Hochschulen versucht dasTeam, Erfahrungen auszutauschenund eine bestmögliche Hilfestellungfür die Beschäftigten zu gewährleisten.Mit Hilfe der Internetseite (unterInformationen für Beschäftigte), dienach und nach erweitert werdensoll, möchte das Team Transparenzund Akzeptanz erreichen und vielleichtbestehende Hemmschwellenabbauen.„Trotz anfänglicher Skepsis derBeschäftigten wurden die Gesprächsangebotesehr gut angenommen undführten bislang zu einem positivenFeedback“, bestätigte Carina Räckers.Iris Sikorski ergänzt: „Unser Teamsieht sich in der bisherigen Arbeit fürdie Beschäftigten bestätigt und wirhaben das Gefühl, auf dem richtigenWeg zu sein.“Ich will denChef sprechenMit der Chefin sprechen wollte im Januar die Juso-Hochschulgruppe an der Fachhochschule Gelsenkirchenund lud Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zu eineröffentlichen Podiumsdiskussion nach Recklinghausen ein.(BL) Sie kam und sprach über „beitragsfreie Bildung undmehr Zugang zu Wissenschaft und Forschung“. Bildung,so Svenja Schulze in ihrem der Diskussion vorauseilendenKurzvortrag, sei ein zentraler, wettbewerbsrelevanterBestandteil, der sozialstaatlich gestützt und gefördertwerden müsse. Die Ökonomisierung der Hochschulen inNordrhein-Westfalen sei ihr in den vergangenen Jahrenzu weit gegangen, Bildung aber sei keine Ware, die demausschließlichen Verwertungszweck diene.Svenja Schulze stellte für ihre Amtsperiode als Wissenschaftsministerinein Dreipunkteprogramm vor. Für dieStudierenden am wichtigsten war Punkt eins: die Abschaffungder Studiengebühren. Sie, so Schulze, seien eine abschreckendeHemmschwelle auf dem Weg ins Studium. Diean den Hochschulen wegfallenden Gelder werden durch249 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt ausgeglichen.Auch Punkt zwei des Programms betrifft den Zugangzur Hochschule: Mehr junge Leute, so Schulze, sollen einStudium aufnehmen, um ihre Potenziale für ein erfolgrei-Die Juso-Hochschulgruppe lud im Januar zu einer Diskussion überdie Abschaffung der Studiengebühren ein. Von links nach rechts:Mathias Kersting von den Jusos und Mitglied des Studentenparlaments,Dr. Josef Hülsdünker vom Deutschen Gewerkschaftsbund,Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, WissenschaftsministerinSvenja Schule, Bundestagsmitglied Frank Schwabe undBjörn Jadzinski, stellvertretender Vorsitzender des Studierendenparlamentsder Fachhochschule Gelsenkirchen. Foto: FHG/BLWissenschaftsministerin Svenja Schulze diskutierte an der HochschulabteilungRecklinghausen über beitragsfreie Bildung undmehr Zugang zu Wissenschaft und Forschung. Links: PräsidentProf. Dr. Bernd Kriegesmann.Foto: FHG/BLches Arbeitsleben zu nutzen. Eine Hochschulausbildung seider beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit. Svenja Schulze willdazu die Studienberatung intensivieren, außerdem müsstenbereits von Kindesbeinen an bei den nachwachsendenStudierendengenerationen die Hemmschwellen zu einemHochschulstudium abgebaut werden. Das gelte vor allemfür die naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängeund dabei vor allem bei Mädchen und jungenFrauen. Darüber hinaus will Schulze die Zugangsmöglichkeitenzur Hochschule erweitern, beispielsweise durchberufsbegleitende Studiengänge.Der dritte Punkt des Programms sprach die Juso-Hochschulgruppedirekt an: „Hochschulen werden besser durchdie demokratische Mitwirkung aller Hochschulgruppen“,so Svenja Schulze. Da fühlten sich die Studierenden jedochgut vertreten, so Podiumsmitglied Mathias Kersting, derAls Integrationsteam für den beruflichenWiedereinstieg nach einer längeren Arbeitsunfähigkeitstehen seit Dezember2010 an der Fachhochschule Carina Räckers,Sabine Alfs, Ansgar Haglauer undIris Sikorski (v.l.n.r.) als Ansprechpartnerzur Verfügung. Foto: FHG/MV


Trikon 2/1134KommunikationKommunikationTrikon 2/1135zugleich in der Juso-Hochschulgruppe ist und im Studierendenparlament.Ausdrücklich lobte die Ministerin das FH-Programm zurIntegration bisher hochschulferner junger Leute mit Studienberechtigung.Dies jedoch, so Präsident Prof. Dr. BerndKriegesmann, führe zu einer Spreizung der Zugangsqualifikationen,die die Hochschule durch Maßnahmen wie dieEinstiegsakademie auf ein gemeinsames, studienfähigesBB in RE......hätte abgekürzt als Titel über einer Veranstaltung stehenkönnen, als sich rund 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnenzum „Branchentreff Biotechnologie“ am HochschulstandortRecklinghausen trafen.(BL) Die Gemeinschaftsaktion der Fachhochschule mitdem Ruhr-Lippe-Applikationszentrum für angewandteBiotechnik und dem Verein „BioIndustry“ führte Projektwissenschaftleraus Hochschule und industrieller Praxiszusammen. Hauptredner war Dr. Frank Eiden, der seitJanuar an der Fachhochschule eine Teilzeitvertretungsprofessurim Fach „Molekulare Biologie“ wahrnimmt.Er sprach über die „weiße Biotechnologie“, woruntereine nachhaltige Technologie zu verstehen ist, die mithilfreichen Mikroorganismen dafür sorgt, dass nur wenige„schmutzige Chemieabfälle“ im Produktionsprozessanfallen und von denen die Umwelt erst wieder entsorgtwerden müsste. Die weiße, industrielle Biotechnologie, soEiden, habe in Nordrhein-Westfalen und speziell im Ruhrgebietgute Entwicklungschancen. Denn hier, so Eiden,gebe es bereits den Biotechnologie-Cluster NRW und über60 Firmen, die sich mit Biotechnologie im Kerngeschäftbefassen. Weltweit liege Nordrhein-Westfalen an neunterStelle bei Patentanmeldungen zur Biotechnologie. Zehnnordrhein-westfälische Biotechnologie-UnternehmenNiveau bringen will. Trotzdem brauchen manche Studierendedann länger als der bisher als „normal“ angesehene,finanziell unabhängige Abiturient aus akademischemElternhaus. Derzeit jedoch begünstige das System der Mittelverteilungim Land gerade die Hochschulen, bei denendieser Studierendentypus überwiegt, was Kriegesmann zudem Appell an die Ministerin veranlasste, das Land sollenicht die Starken, sondern die Stärken fördern.Saubere Hände hat, wer mit „weißer Biotechnologie“ arbeitet,da diese auf nachhaltige Prozesse setzt, die ohne Abfallbergeauskommen. Den symbolischen Beweis der sauberen Hände tratDr. Frank Eiden an.Foto: FHG/BLstellten sich im Anschluss direkt als Kooperationspartnerfür die Zusammenarbeit Hochschule – Praxis vor, bevor(bei Schnittchen und Getränken) die Möglichkeit bestand,direkt Kontakt zum Wunschpartner aufzunehmen.Zehn Unternehmensvertreter aus Nordrhein-Westfalen stelltenbeim Recklinghäuser Biotechnologie-Branchentreff ihre Unternehmenvor. Vorne v.l.: Dr. Frank Eiden von der TU Dortmund,Prof. Dr. Michael Brodmann (Vizepräsident für Forschung undEntwicklung an der Fachhochschule Gelsenkirchen) und Dr. SilkeMreyen vom Verein „BioIndustry“.Foto: FHG/BLTelemedizin auf dem SprungDas Institut Arbeit und Technik (IAT) präsentierte seine „Landkarte Telemedizin“ auf dem Gesundheitskongress desWestens.(CB) In der Gesundheitswirtschaftwird immer wieder nach der Quadraturdes Kreises gerufen – die Leistungensollen besser werden und dieArbeit zugleich effizienter. Ein Ansatzhierfür ist die moderne Telemedizin.Mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnikwird es möglich,Leistungen für die Gesunderhaltungund Heilung über große Distanzenhinweg zeitnah und patientenorientiertzu erbringen – beispielsweise dasErstellen und Auswerten eines EKGs.In den letzten Jahren hat es inDeutschland in Sachen Telemedizinvielfältige Forschungs- und Entwicklungsaktivitätengegeben, die allerdingsselbst von Fachleuten kaumnoch zu überblicken waren. Das InstitutArbeit und Technik hat deshalb– unterstützt durch das Bundesministeriumfür Bildung und Forschung– eine elektronische Landkarte derTelemedizin in Deutschland erstellt,in der alle einschlägigen Projekte undLeistungsangebote aufgeführt undsystematisiert worden sind.Wichtige Erkenntnisse aus derLandkarte wurden beim Gesundheitskongressdes Westens im Märzin Essen vorgestellt:• Insgesamt gibt beziehungsweise gabes in Deutschland rund 188 telemedizinischeAngebote, die direkt auf dieGesunderhaltung und Heilung desPatienten in seinem privaten Umfeld– daheim und unterwegs – zielen.• Die allermeisten von ihnen sind(noch) im Bereich der Forschung, Entwicklungund Erprobung angesiedelt.Lediglich knapp 30 Prozent kommenals konkretes und von allen beziehbaresAngebot bei Patienten an.• Im Vergleich der Bundesländer istNordrhein-Westfalen in Sachen Telemedizinbesonders aktiv. 22 Prozentaller Projekte und Leistungsangebotekommen aus diesem Bundesland undin NRW haben auch insgesamt 19Angebote den Weg zu einer konkretenPraxisanwendung gefunden. Es ist gelungen,erfolgreiche Forschungs- undEntwicklungsprojekte in die breiteUmsetzung, in den Regelbetrieb zubringen.• NRW ist auch Standort für ehrgeizigeInnovationsprojekte, die so bislangnoch nicht anderswo gelaufen sind.Ein Beispiel ist hier „teutovital“, beidem Reha-Patienten und Gesundheitsinteressierteihr Wandertrainingim Teutoburger Wald durch ein Herz-Handy betreuen lassen, das nichtnur EKG-Daten an ein Herz-Zentrumübermittelt, sondern im Krisenfallauch Hilfe holt.• Lange Zeit gab es in Sachen Telemedizingroße Schwierigkeiten. SeitMitte 2010 breitet sich Optimismusaus. Es liegen vermehrt Erkenntnissevor, die die Leistungsfähigkeit derTelemedizin belegen. Ärzte- undPflegeorganisationen gehen auf dieTelemedizin zu und Patienten, die anTelemedizinprojekten beteiligt waren,zeigen sich oft begeistert.„In den nächsten Jahren hat Telemedizinin Deutschland alle Chancender Welt, den Sprung von derForschung in die breite Anwendungzu machen“, so Josef Hilbert, Direktoram IAT. Voraussetzung sei allerdings,dass die Angebote mit den Ärztenund den Pflegeberufen abgestimmtentwickelt werden und dass die Leistungsfähigkeitin klinischen Studiennachgewiesen wird. Am allerwichtigstensei jedoch, „dass auf diekonkreten Bedürfnisse von Patienteneingegangen wird, so dass diese dieVorteile der Telemedizin besser erkennenund souverän nutzen können.“Deutschland ist top bei Forschung undEntwicklung von E-Health und AALAnwendung in der Breite aber nur Mittelmaß – IAT organisierte internationales Forum zur Bremer Pflegefachtagung.(CB) In Deutschland gibt es einesehr vielfältige und reichhaltigeForschungs- und Entwicklungslandschaftzu Telemedizin und AAL(Assistenzsysteme für altengerechteLebensumwelten), jedoch fällt derSchritt in die breite Anwendungoft schwer. Das ist die Quintessenzdes internationalen Forums „Technik.Soziales.Gesundheit”,das vomInstitut Arbeit und Technik (IAT)Ende letzten Jahres im Rahmen derPflegefachtagung „Wissen.Sprache.Technik – Pflege verbindet” in Bremenveranstaltet wurde.Wie die internationalen Beiträgeauf dem vom Bundesministerium fürBildung und Forschung gefördertenForum zeigten, haben die Niederlande,Dänemark, Südkorea und Japanzwar später mit der Entwicklung vonTelemedizin und AAL-Lösungen angefangen,sie finden jedoch schnellerin die Umsetzung. Die Gründe fürdiese größere Dynamik sind vielfältig.Große Bedeutung hat nicht zuletzt,dass dort technische Lösungen nichtals Selbstzweck, sondern als Hilfsmittelfür innovative sozial-organisatorischeLösungen gesehen werden.In Japan bemüht sich das renommierte„Smart Ageing InternationalResearch Center“ der Tohoku-Universität/Tokiodarum, mit neuenWegen des Gedächtnistrainings derAltersverwirrtheit vorzubeugen underzielt in medizinischen Studien ersteErfolge. Zurzeit wird daran gearbeitetWege zu finden, wie solche Ansätzedes Gedächtnistrainings mit Hilfevon Smartphones und Apps in dieBreite gebracht werden können.Hierbei zeigte sich auch Interesse aneiner deutsch-japanischen Zusammenarbeit.


Trikon 2/1136KommunikationKommunikationTrikon 2/1137Es war noch Winterals die HochschulabteilungRecklinghausen Besuch von einerGruppe Männer bekam, diees sonst eher heiß haben: Vertreterder freiwilligen FeuerwehrRecklinghausen. Eine Gruppevon ehemaligen Feuerwehrleuteninformierte sich zusammenmit aktiven Kollegen (das sinddie in Uniform vorne in der Mitte)über das Angebot in Lehreund Forschung am HochschulstandortRecklinghausen. Nacheiner Stunde Theorie gab es inder Mensa Kaffee und Kuchenund damit einen gemütlichenAusklang. Text/Foto: BLIm Test: die FachhochschuleSchüler und Schülerinnen aus Recklinghausen undMarl besuchten die Fachhochschulabteilung Recklinghausen,um sich die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen,Chemie und Wirtschaftsrecht anzusehen.(BL) Vom Kuniberg-Berufskolleg in Recklinghausen kamenin Dezember und Januar zwei Gruppen aus jeweils rundzwei Dutzend Schülern und Schülerinnen der zwölftenKlasse des Wirtschaftsgymnasiums, aus Marl kamengleich rund 100 Schüler und Schülerinnen von der Willy-Brandt-Gesamtschule. Sie alle hatten ein Ziel: Sich an derFachhochschulabteilung Recklinghausen über die Bachelor-StudiengängeWirtschaftsingenieurwesen, Chemie,Wirtschaftsrecht sowie Nano- und Materialwissenschaftenzu informieren und einen Tag lang Studienatmosphäre zuschnuppern. Dazu besuchten sie Lehrveranstaltungen undLabore, testeten das Essen in der Mensa und erkundeten beieiner Rallye durch die Hochschulbibliothek den Umgangmit klassischen und modernen Medien.Bei ihren Abschlussbesprechungen mit Dekan Prof.Dr. Henrik Passinger, der die Besuche organisiert hatte,sagten sie, dass es ihnen gut gefallen habe, einmal dieFachhochschule „von innen“ kennenzulernen, vor allemdass sie einen praktischen Einblick in Labore bekamenund an „echten Vorlesungen“ teilnehmen konnten. Dashat gleichzeitig eine mögliche Hemmschwelle abgebaut,denn die Schüler fanden, dass derLehrstoff verständlich vorgetragenwürde. Auch dass die Gruppen nichtso groß seien, wurde als positiv empfunden.Erfahren haben die Schülerund Schülerinnen allerdings auch,dass ein Studium ohne Eigeninitiativeund Eigenverantwortlichkeit nichtschaffbar ist. Nicht zuletzt spiegeltendie Besucher, dass die Hochschuleeine angenehme Lernatmosphärebietet. Der Wunsch der Schüler undSchülerinnen für die nahe Zukunft:Noch mehr Studiengänge auf dieseWeise kennenzulernen, um ihre eigeneStudienentscheidung abzurunden.Am Modell einer automatisierten Produktionsanlage sahen sichSchülerinnen und Schüler gemeinsam mit Prof. Dr. Henrik Passingeran, welche Aufgaben auf Wirtschaftsingenieure und -ingenieurinnenwarten.Foto: FHG/BLMit einfachen Hilfsmitteln aus demHaushalt zauberte Prof. Dr. Klaus-UweKoch vom Recklinghäuser FachbereichWirtschaftsingenieurwesen einen Chemiebaukastender Farben.Mit Essig, Sodaund ZitronensäureAus Konservenrotkohl wird Blaukraut,wenn man ihm die Säure nimmt. Da derFarbumschlag vom pH-Wert abhängt,kann man ihn daher auch als Säureindikatornutzen. Alle Fotos: FHG/BLIm Januar experimentierte Prof. Dr. Klaus-Uwe Koch vom Recklinghäuser StudiengangChemie für ein öffentliches Publikum aus vor allem Schülern undSchülerinnen der Sekundarstufen I und II mit Farben.(BL) Die einfach nachmachbarenExperimente mit normalen Stoffenaus dem Haushalt zeigten, wie Chemiedie Farben beeinflusst und wiechemische Tests mit Farbumschlägenauf die Spuren der wissenschaftlichenWahrheit führen können. So einfachdie Experimente, so wissenschaftlichwaren dann aber die Erklärungen,die auch für die erwachsenen Zuhörersicherlich teilweise chemischesFormelneuland waren.An der Schnittstelle zur Physik zeigteKoch zunächst, wie man mit einerhandelsüblichen DVD Regenbogenfarbenerzeugen kann: Angeleuchtetvon einer Taschenlampe mit weißemLicht spaltet die DVD das Licht in seineSpektralfarben auf. Voraussetzungist, dass sich die DVD in einer Schachtelbefindet, die einen Ausgangskanalfür den Regenbogen haben muss.Danach ging es chemisch Schlag aufSchlag weiter: Insgesamt rund zehnExperimente hielten die Spannungdes jungen Publikums aufrecht, zujedem der kindgerechten Experimenteversicherte sich der Chemieprofessorder Hilfe eines anderen jugendlichenAssistenten. Hier nur einige Beispiele:Die Milch als Emulsion lässtbeim Durchstrahlen mit Licht nurrote Wellenlängen durch und eignetsich damit als roter Scheinwerfer.Oder: Der Gelbfärber Safran aus denStaubfäden dieser Krokuspflanze wirdgerne durch billiges Kurkuma ersetzt,das aus dem Wurzelstock einer asiatischenIngwerart gewonnen wird.Zitronensaft kann als Geheimtinte verwendetwerden, die nur mit geduldigerHitze sichtbar wird, weil dann Wasser undKohlendioxid aus der Zitronensäure abgespaltenwerden und ein brauner Farbstoffdie Schrift erscheinen lässt.Ethanol ficht das in den Zellen eingeschlosseneRot des echten Lachses nicht an,während bei rot gefärbtem Lachsersatzaus eigentlich farblosem Seelachs dersynthetische Farbstoff nicht in der Zelleeingeschlossen ist und daher vom Alkoholgelöst wird, sodass sich das Ethanol rotfärbt. So beweist Schnaps, dass Seelachseben doch kein Lachs, sondern ein Köhler-Dorsch ist.In basischer Sodalösung jedoch färbtsich Kurkuma rotbraun, der echte Safranbleibt gelb. Die wissenschaftlicheErklärung: Das Kurkuma-Farbmolekülhat eine außenhängende OH-Gruppe, die mit dem Soda reagiertund den Farbumschlag bewirkt.Nach anderthalb Stunden warenalle Zuhörer ganz begeistert von denMöglichkeiten der Chemie und alleKinder wollten ganz bestimmt spätermal Chemie studieren.Einen Ausflug in die Alchemie machte derVersuch, bei dem nicht der Glaube an denStein der Weisen Gold erzeugte, sondernkochende Natronlauge mit Zinn eineKupfermünze erst silbrig glänzen ließ undanschließendes Glühen Kupfer und Zinndann zu einer goldglänzenden Messing-Auflage verwandelte.


Trikon 2/1138KommunikationKommunikationTrikon 2/1139Gute Bildung für alleEine Diskussionsveranstaltung amInstitut Arbeit und Technik brachteSchüler als Experten und Bildungsfachleutezusammen.(CB) Am Institut Arbeit und Technik(IAT) kamen im Februar diejenigenins Gespräch, die in der deutschen Bildungsdebattesonst nicht zueinanderInnovationspanelfür die Klinikwirtschaft NRWVorgestellt auf dem Gesundheitskongress des Westens.(CB) Die Krankenhäuser in NRW sind auf zahlreichenInnovationsfeldern aktiv. Oberster Maßstab der Innovationsaktivitätenist die Erhöhung des Patientennutzens beiverbesserter Organisation und gesteigerter Wirtschaftlichkeit.Entwicklungsoptionen bestehen künftig bei einerstärker branchenübergreifenden Geschäftsfeldentwicklungals Treiber für gesundheitswirtschaftliche Innovationenauf regionaler Ebene. Das sind wesentliche Ergebnisse des„Innovationspanels 2010. Klinikwirtschaft.NRW“, das aufdem Gesundheitskongress des Westens in Essen vorgestelltwurde.Das Innovationspanel ist eine Initiative des ClustermanagementsGesundheitswirtschaft NRW in Kooperation mitdem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI), dem InstitutArbeit und Technik und dem Zentrum für Innnovation infinden: 50 Schülerinnen und Schülerdiskutierten mit Bildungsfachleutenaus Wissenschaft, Politik, Wirtschaftund Gesellschaft über „Gute Bildungfür alle! – Wie lässt sich das an unserenSchulen verwirklichen?“ DieJugendlichen der Klassen neun bis13 aus Haupt-, Real-, Gesamtschulenund Gymnasien in Gelsenkirchender Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG). Es präsentierte dieErgebnisse einer Repräsentativbefragung im Rahmen des„Trend- und Innovationsmonitorings“ der NRW-Gesundheitswirtschaft,an der sich mit Unterstützung der Krankenhausgesellschaft(KGNW) im Jahr 2010 insgesamt 95Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen (25%) beteiligten.Auf dem Weg zu regionalen Gesundheitszentren weitendie Krankenhäuser ihr Leistungsangebot zusehends aus,zusätzlich zur vollstationären Akutbehandlung werdenunterschiedlichste Angebote unter einem Dach vorgehalten,etwa in der ambulanten ärztlichen Versorgung,Pflege, Rehabilitation und Prävention. Gleichzeitig werdenKooperationen mit anderen Kliniken, Sozial- und Gesundheitseinrichtungenausgebaut. Allerdings scheinen lautBefragung die Potenziale für Kooperation im Rahmen innovativerSystemlösungen (68,6% „gar nicht/selten“) odermit Nachbarbranchen wie der Wohnungswirtschaft (76,5%kooperieren „gar nicht/selten“) oderder Freizeit- (54,7% kooperieren „garnicht/selten“) und Touristikbranche(87,3 % kooperieren „gar nicht/selten“)derzeit nicht ausgeschöpft.Die Einschätzung der wirtschaftlichenSituation der Krankenhäuser inder zweiten Jahreshälfte 2010 ergabbei rund 40 Prozent der Kliniken einpositives Bild. Die Erwartungen fürdas Folgejahr 2011 fallen pessimistischeraus: 52 Prozent der Krankenhäusererwarten eine Verschlechterungihrer wirtschaftlichen Lage,neun Prozent eine Verbesserung. 41Prozent der befragten Krankenhäuserbeurteilen ihre derzeitige Investitionsfähigkeitals „eher hoch“.Eröffnung des „Gesundheitskongresses des Westens“ Mitte Märzin Essen.Foto: Schmidt-Dominé/WISOOberbürgermeister Frank Baranowski im Gespräch mit Schülern.Foto: IAThatten hier Gelegenheit, ihre Erfahrungenund ihre Änderungsvorschlägezu vermitteln.„Die Forderung nach guter Bildungfür alle hat viele Facetten“, fasste Dr.Michael Krüger-Charlé als Organisatorvom IAT-ForschungsschwerpunktWissen und Kompetenz die Ergebnissezusammen. Lob gab es für die fundierteund sachkundige Diskussion,in der aber auch mal „Fronten aufeinanderkrachten“, etwa über Sinnoder Unsinn der Gemeinschaftsschule.Immerhin war man sich einig,dass eine frühzeitige Aufteilung aufSchulformen zu mancher Bildungsungerechtigkeitführt. Und: Wie hilftman Schülerinnen und Schülernaus bildungsfernen Schichten, derenEltern wenig vom Wert einer gutenSchulbildung vermitteln können?Unterschiedliche Lernniveaus hingenzudem nicht nur von der Schule,sondern auch von den Lehrern ab– deren Ausbildung sei manchmalverbesserungswürdig, meinen dieJugendlichen.Die Bildungsexperten erfuhrenaber auch, wo ganz persönlich derSchuh drückt: hoher Leistungsdruckin der Schule macht zu schaffen,ebenso aber auch mangelnde Motivation.Alle Schülerinnen und Schülersahen sich konkret mit dem Problemder Berufswahl konfrontiert – jetztbald oder in wenigen Jahren. Wieviel Eigeninitiative ist nötig, wer kannbei der Berufsorientierung helfen?Sehen, erleben, fragen, verstehenSchon das ganze Jahr über läuft eineVeranstaltungsreihe für Schüler undSchülerinnen der RecklinghäuserGymnasien, bei denen sie einen tiefenBlick in die Chemie als Berufsfeldnehmen.(BL) Klebstoffe, Ester, Farben undLacke – das waren die Stichwortefür eine Veranstaltungsreihe, diebereits seit Januar 2010 Schüler undSchülerinnen der RecklinghäuserGymnasien Petrinum und TheodorHeuss in die Chemie-Labore von Prof.Dr. Klaus-Uwe Koch am StandortRecklinghausen führte. Unter seinersachkundigen und zugleich experimentell-spannungsgeladenenLeitungerprobten sie, warum Klebstoffekleben und wann sie den KlebedienstMehr Informationsangebote ausWirtschaft, Industrie, Handwerk undihren Verbänden wünschen sich dieJugendlichen, denn die Praxis sei derbeste Ratgeber.versagen oder wie man aus organischenSäuren und Alkohol Esterverbindungenkocht, die beispielsweiseals Aroma Verwendung finden. EndeMärz besuchten Schüler, Lehrer undProfessor gemeinsam in Nürnbergdie „European Coatings Show“, einTreffpunkt der Lack- und Farbenindustrie.„Unser Ziel ist“, so Koch zumKonzept der Veranstaltungsreihe,„dass Oberstufenschüler kurz vor derWahl eines Studiengangs oder einerBerufsausbildung das Berufsbild desChemikers kennenlernen und so einesichere Wahl für ihre Zukunft treffenkönnen.“ Die Veranstaltungsreihewird unterstützt vom „Polymernetzwerk“und vom „Netzwerk Oberfläche“der „WiN Emscher-Lippe“.Dass Klebstoffe nicht mehr kleben, wennder Untergrund einen Film aus Mehl-Staub,Wasser oder Fettcrème aufweist, probierteEvelyn Kmelnitski, Abiturkandidatin vomPetrinum-Gymnasium in Recklinghausen,in der Schülerveranstaltung „Kleben erleben“aus. Rechts: Prof. Dr. Klaus-Uwe Kochvom Studiengang Chemie am HochschulstandortRecklinghausen. Foto: FHG/BL


Trikon 2/1140KommunikationKommunikationTrikon 2/1141Zusammen das InternetMit Internet-Sicherheitsicherer machenauf der CebitAnlässlich des „8. Europäischen Safer Internet Days“ im Februar 2011 wollte das Institut für Internet-Sicherheit jedenAnwender motivieren, einen Beitrag zum sichereren Umgang mit dem Internet zu leisten.(MV/BL) Anfang. Februar rief das Institut für Internet-Sicherheit (Ifis) alle Webnutzer zu einem Mitmachtagauf: Die Experten schlugen drei Aktionen vor, die jeder inkurzer Zeit durchführen konnte: „Schütze deinen Computermit Sicherheitsprogrammen und halte sie aktuell. Änderealle Passwörter, die älter als sechs Monate sind. Undüberprüfe deine Privatsphäre-Einstellungen bei sozialenNetzwerken!“„Der Anwender macht es Angreifern heute einfach zuleicht“, betonte Institutsleiter Prof. Dr. Norbert Pohlmannund erklärt weiter: „Die meisten Angriffe zielen auf bereitsgeschlossene Sicherheitslücken oder nutzen die Unwissenheitdes Anwenders aus. Wenn jeder Anwender die vorgeschlagenenAktionen durchführen würde, könnte bereitseine Vielzahl von Angriffen verhindert werden.“Der Aktionstag sollte insbesondere die Sensibilität derAnwender für das Thema erhöhen. Die vorgeschlagenenAktionen können einfach und schnell durchgeführtwerden und sind eine gute Basis für weitere Sicherheitsmaßnahmen.Der sichere Umgang mit den neuen Medienist für viele Anwender oftmals noch Neuland. Kaumjemand weiß einzuschätzen, wie wichtig ein Passwort istoder welche Konsequenzen es haben kann, private Datenin ein soziales Netzwerk wie „Facebook“ oder „StudiVZ“einzustellen. Markus Linnemann, Geschäftsführer desInstituts, erklärte: „Ich bin mit einem Radiomoderatorund verstecktem Mikrofon durch die Innenstadt gelaufenund habe 35 Passanten unter einem Vorwand nach ihrenPasswörtern gefragt. Von 34 Befragten habe ich auchmindestens eins erhalten. Das zeigt, dass den meisten dieBedeutung und Wichtigkeit eines Passwortes nicht klar ist.“Als zusätzlichen Beitrag richtete das Ifis an diesem Tageine „Sicher im Internet“-Hotline ein. Den ganzen Tagüber standen dort Experten zu allen Fragen rund umdie Internet-Sicherheit zur Verfügung. „Wir hätten unsgewünscht, dass noch mehr Leute von diesem AngebotGebrauch gemacht hätten, als es tatsächlich der Fall war“,resümierte Prof. Dr. Norbert Pohlmann die Resonanz.Daher wollen sie im kommenden Jahr noch eher als indiesem damit anfangen, dieses Angebot bekannt zu machen.Von denen, die anriefen, wurden vor allem Fragenzur Smartphone-Sicherheit, zu Virenscannern und zumOnline-Banking gestellt.Der „Europäische Safer Internet Day“ fand bereits zumachten Mal statt. Ursprünglich wurde der Tag ins Lebengerufen, um Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende imsicheren Umgang mit dem Internet zu unterstützen.Professor Norbert Pohlmann und Markus Linnemannhaben auch ein Buch mit dem Titel „Sicher im Internet“(erschienen im Orell-Füssli-Verlag) für den Privatanwenderverfasst, um eine Hilfestellung für den sicheren Umgangmit den neuen Medien zu geben. Zusätzlich sensibilisierendie Mitarbeiter des Instituts bereits seit mehreren JahrenFirmen, Schulen, Behörden und andere Organisationen miteinem so genannten Live-Hacking-Vortrag und stellen Informationenauf ihren Webseiten (www.internet-sicherheit.de) und den Webseiten des Marktplatzes für IT-Sicherheit(www.it-sicherheit.de) zur Verfügung. Interessierte könnensich auch die neue kostenlos erhältliche „iPhone-App“„securityNews“ des Instituts herunterladen.Auf der Computermesse Cebit 2011 (v.l.n.r.): Prof. NorbertPohlmann, Deborah Busch, Andreas Speier, (alle vom Institut fürInternet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen) und NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.Foto: IfisSchon bei der Eröffnung der Computermesse „CeBIT“wurde das Thema Internet-Sicherheit von der BundekanzlerinAngela Merkel besonders herausgestellt.Die Mitarbeiter des Instituts für Internet-Sicherheit derFachhochschule Gelsenkirchen haben in diesem JahrVorträge über aktuelle Forschungsthemen in verschiedenenForen der Cebit gehalten. Zu den Themen gehörtender „neue Personalausweis“, „ID-Provider“, „CloudComputing Security“, „Sicherheit von SmartPhones“ unddie „Verschlüsselung von Festplatten auf der Basis vonTPMs“. Außerdem führten die Spezialisten Awareness-Live-Hacking-Performances auf dem NRW-Stand, in Forensowie bei Veranstaltungen durch. Die Awareness-Live-Hacking-Performance, die täglich mehrmals durchgeführtwurde, war ein Publikumsmagnet und hat jeweils mehrereHundert Interessierte auf das Institut für Internet-Sicherheitund die FH Gelsenkirchen aufmerksam gemacht.Ein Highlight war der Besuch der NRW-WissenschaftsministerinSvenja Schulze. Die Wissenschaftsministerin waran den aktuellen Forschungsaktivitäten interessiert undhat sich insbesondere die Zeit genommen, die Awareness-Live-Hacking-Performance zu verfolgen, damit sie sich imInternet richtig verhalten kann. (Norbert Pohlmann)Große HerausforderungenDas Veranstaltungsformat „Grand Challenges: Answers from Northrhine-Westphalia” des Landes NRW hatte AnfangApril das Thema „Security for the Information Society – Live Hacking on Show“.Markus Linnemann (l.) und Prof. Dr. Norbert Pohlmann vomInstitut für Internet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchenpräsentierten im Mai letzten Jahres ihr neues Sachbuch „Sicher imInternet“. Dort erhält der Internet-Nutzer viele Tipps, um seinenheimischen PC sicherer zu machen.Foto: FHGAntworten auf die Herausforderungen der Internet-Sicherheitgaben in Brüssel (v.l.n.r.) Prof. Norbert Pohlmann, Oliver Achten,Svenja Schulze, Christof Paar, Andrea Servida, Sebastian Feld undKathrin Beckert.Foto: IfisAuf der Veranstaltung in Brüssel waren mehr als 120Teilnehmer, meist von der EU-Kommission und internationalenFirmen. Nach einer Begrüßung durch denRepräsentanten des Landes NRW in Brüssel erläuterte dieNRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, dass dasThema IT-Sicherheit insbesondere in NRW durch das Horst-Görtz-Institut der Universität Bochum und das Institut fürInternet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen internationalerfolgreich vorangetrieben werde und eine sehrhohe Bedeutung für den Wirtschaftsstandort NRW habe.Der in der EU für die IT-Sicherheitspolicy verantwortlicheKommissionsmitarbeiter Andrea Servida erläuterte denEU-Standpunkt zur Internet-Sicherheit. Anschließendstellte Prof. Norbert Pohlmann das Institut für Internet-Sicherheit vor und erläuterte seine Forschungsprojekte undderen Herausforderungen. Danach haben Sebastian Feldund Oliver Achten, Mitarbeiter des Instituts für Internet-Sicherheit, eine Live-Hacking-Show durchgeführt. DenAbschluss machte Prof. Christof Paar von der UniversitätBochum.(Norbert Pohlmann)


Trikon 2/1142KommunikationKommunikationTrikon 2/1143Zwischen Scylla und Charybdis......sagt man gerne zu einer Situation, in der man nur dieWahl zwischen zwei Übeln hat. Bei der Entscheidung, obman für oder gegen die Präimplantationsdiagnostik (PID)ist, befindet man sich genau in dieser Situation, war dasFazit eines Doppelvortrags an der HochschulabteilungRecklinghausen im Rahmen der kontinuierlichen öffentlichenVortragsreihe über Bioethik.Frühstück eröffneteinternationales Jahr der Chemie(MV) Zu einem Chemikerinnen-Frühstück lud die FachhochschulabteilungRecklinghausen alle Frauen, die Chemiestudieren oder auch schon im Berufsleben stehen, fürden 18. Januar ein. Parallel trafen sich in vielen Ländernder Erde ebenfalls Frauen aus der Chemiebranche zu einem„Networking Breakfast“. Dabei haben sich die Teilnehmerinnennicht nur vor Ort ausgetauscht, sondern hattenauch die Gelegenheit, sich per Videokonferenz mit verschiedenenFrühstücksgruppen weltweit zu treffen. Alle hattensomit die Möglichkeit, sich über ihre Studienmotivation,den Lebensweg, den Beruf oder die Berufserwartungenund was immer ihnen auf den Herzen lag, auszutauschen.Initiiert von der australischen Chemieprofessorin MaryGarson sollte es rund 100 Frühstückstreffen weltweit geben.(BL) Das Zitat von Scylla und Charybdis bezieht sich aufdie homerische Dichtung, in der Odysseus in der Straßevon Messina zwischen Italien und Sizilien auf der einenSeite von einer Felsklippe bedroht wird, die nach dem sechsköpfigenSeeungeheuer Scylla heißt, auf der anderen Seitedroht ein Strudel, benannt nach dem ebenfalls mythischenSeeungeheuer Charybdis. Wer jedoch hofft, unbeschadetzwischen beiden hindurchzukommen, dem geht es meistwie Odysseus: Er umschifft die Klippe, aber verliert sechsGefährten an den Strudel.Nicht viel besser geht es in der Regel demjenigen, der sichfür oder gegen Präimplantationsdiagnostik entscheidensoll. Trotzdem muss der Bundestag eine neue gesetzlicheGrundlage für die PID schaffen,nachdem der Bundesgerichtshofim Sommer 2010 entschieden hat,dass unbestraft bleibt, wer die PIDan fünf Tage alten Plazentazellen,so genannten Trophoblastenzellen,durchführt. Nun muss der Bundestageine zukunftsfähige Gesetzesregelschaffen im Kreuzfeuer der bereitsbestehenden Gesetze zur Gendiagnostik,zum Embryonenschutz, zumSchwangerschaftskonfliktgesetz, zumStrafgesetzbuch und zur „EuropäischenKonvention zur Bioethik“.Welche praktischen, rechtlichenund ethischen Rahmenbedingungendabei zum Tragen kommen, erläutertenEnde März Dr. Albrecht Röpke vom Institut fürHumangenetik des Universitätsklinikums Münster undProf. Achim Albrecht vom Recklinghäuser FachbereichWirtschaftsrecht. Die ethische Kernfrage dabei blieb, wieman mit der PID durchaus Eltern, die ein hohes Risikofür die Geburt eines Kindes mit einer schweren erblichenKrankheit haben, zu gesundem Nachwuchs verhelfenkann, gleichzeitig aber verhindert, dass mit der PID alsunethisch angesehene Praktiken wie die Selektion vonEmbryonen nach ihrem Geschlecht möglich werden.Weder die Vortragenden noch die rund 45 Zuhörer ausHochschule und Bürgerschaft fanden eine Lösung. AmEnde blieb nur das dumpfe Gefühl, dass ohne die PIDSchwangerschaftsabbrüche aus den gleichen Gründenerfolgen, nur eben später.Der Doppelvortrag war eine Gemeinschaftsveranstaltungder Fachbereiche Wirtschaftsrecht und PhysikalischeTechnik am Standort Recklinghausen, organisiert wurdeer von Prof. Dr. Sören Perrey.Dr. Albrecht Röpke (l.) vom Institut für Humangenetik des UniversitätsklinikumsMünster und Prof. Achim Albrecht (r.) vomFachbereich Wirtschaftsrecht erläuterten Praxis, Recht und Ethikder Präimplantationsdiagnostik.Foto: FHG/BLDas „Internationale Jahr der Chemie“ startete am Standort Recklinghausenmit einem Chemikerinnen-Frühstück. Gedacht war dieAktion zum Kennenlernen und zum Austausch von Erfahrungender Frauen aus diesem Berufsbereich. Per Videokonferenz war auchdie Initiatorin, die australische Chemieprofessorin Mary Garson,beim weltweiten Chemikerinnen-Frühstück zugeschaltet.Foto: FHG/Planitz-PennoSchwarz gesehen hat Prof.Dr. Liane Schirra-Weirich (l.), Porektorin der „KatholischenHochschule Nordrhein-Westfalen“, als sie imApril der Einladung von Prof. Dr. Michael Brodmann(r.) folgte, im Vorprogramm zum Landestreffen dernordhrein-westfälischen Fachhochschul-Vizepräsidentenund -Prorektoren für Forschung und Entwicklungeine Grubenfahrt auf der Zeche Prosper-Haniel inBottrop mitzumachen. Auf knapp tausend Meter unterder Erdoberfläche sahen sie, wie ein Kohlenhobel dasschwarze Gold aus dem Flöz bricht. Die Zeche Prosperfördert seit 1856 und hätte noch für zwanzig FörderjahreKohlenvorräte, wenn nicht der deutsche Steinkohlenbergbauim Jahr 2018 auslaufen würde. Am Folgetagtrafen sich die Vizepräsidenten und Prorektoren dannan der Fachhochschule in Gelsenkirchen zu ihrer Arbeitstagung.Hauptthema: die schwierige Situation derForschungsförderung in Nordrhein-Westfalen.Text und Foto unten: FHG/BL, Foto oben: RAG/PHAktionstagfür Mädchenund JungenDie Fachhochschule Gelsenkirchen bot im April einenspeziellen Informationstag an, bei dem sich Mädchen undJungen in praktischen Fertigkeiten üben konnten und dieihnen zeigten, welches Studienpotenzial in ihnen liegt. DieAktion erfolgte im Rahmen der bundesweiten Aktionstage„Girls’ Day“ und „Boys’ Day“. Alle Plätze waren ausgebucht.(BL) Mitte April war bundesweit der „Girls’ Day“ und der „Boys’Day“, Aktionstage, an denen Schülerinnen und Schüler ausschwärmtenund sich bei Firmen, Hochschulen und anderenAusbildern mit Themen beschäftigten, die ihnen zeigten, obsie das Zeug dafür haben. Bewusst wollten die Aktionen denSchülern und Schülerinnen dabei auch Themen ans Herzlegen, die bei vielen noch keinen hohen Stellenwert haben, fürMädchen etwa technische Berufe, für Jungen ein Engagementin sozialen Berufen.Vor allem in Technik hineinschnuppern konnten Mädchenund Jungen der Klassenstufen fünf bis zehn dabei an derFachhochschule Gelsenkirchen, allerdings nicht gemeinsam,sondern Mädchen und Jungen jeweils unter sich. In Gelsenkirchenkonstruierten Mädchen Roboter aus programmierbarenLegosteinen und steuerten in der Informatik einenvirtuellen Hamster. Gleichzeitig produzierten die Jungen einenelektronischen Würfel als Schlüsselanhänger. Die BocholterMädchengruppe programmierte eine eigene Internetseite,die Jungengruppe in Bocholt erkundete physikalische Schwebephänomene.Alle Workshops waren ausgebucht.Im FachbereichPhysikalische Technikkonstruiertendie Mädchengemeinsam mitProf. Dr. MarionGebhard Lego-Mindstorm-Roboter.Foto: FHG/BLThomas Masselbaute zeitgleichmit einer Jungen-Gruppe einen elektronischenWürfelals Schlüsselanhänger.Foto: FHG/BL


Trikon 2/1144KommunikationKommunikationTrikon 2/1145Ein Spezialangebot gab es zusätzlich am Nachmittag.Da kam die Gelsenkirchener Agentur für Arbeit zu Besuchmit einer Mädchengruppe, die sich für das Berufsbild derMetallbauerin interessierte. Nachdem sie vormittags dieAusbildungswerkstatt des Wasserwerks in Haltern amSee besichtigt hatten (Foto rechts), informierten sie sichnachmittags an der Fachhochschule bei Robin Gibas vom„Servicezentrum Duales Studium“ über die Möglichkeit, dieAusbildung gleichzeitig mit einem Studium zu verknüpfen.Aylin (16 ) und Anna (18) besuchten die Ausbildungswerkstattder Gelsenwasser AG in Haltern und übten sich angeleitet vonDennis Feldhaus (18), selbst noch Auszubildender im 2. Lehrjahr,im „Warmbiegen“. Foto: Agentur für Arbeit/Michael KinzlerOstern roch nach SchnupperstudiumDie Fachhochschulabteilung Recklinghausen bot Schülern und Schülerinnen der Klassenstufen 12 und 13 in der Wochevor Ostern ein Schnupperstudium in der molekularen Biologie, der Chemie, den Nano- und Materialwissenschaften sowieim Wirtschaftsingenieurwesen an.(BL) An den Tagen vor Karfreitag konnten sich Schüler undSchülerinnen ganztägig an der Recklinghäuser Fachhochschulabteilungüber Studieninhalte, Studienplatzvergabe,Campusleben und spätere berufliche Chancen informieren.Dazu schnupperten sie etwa in der Molekularbiologiein Vorlesungen des zweiten und vierten Semesters hineinund erfuhren, was sich hinter Themen wie Bioinformatikund Biochemie verbirgt. Aber auch Fächer wie höhereMathematik, anorganische Chemie oder Thermodynamikkonnten besucht werden. Über die Fächer hinaus erläutertendie Fachschaft und die Studienberaterin Prof. Dr.Angelika Loidl-Stahlhofen, was die möglicherweise schonim nächsten Semester anfangenden Studierenden erwartet.Ergänzt wurde das Programm durch Laborführungen undÜbungen in Molekularbiologie und Biochemie. Zur Entspannungund um sich besser kennenzulernen gab es einInformationscafé und einen Stammtisch für Schüler.Ganzähnlich war das Programm im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen,der seinen gleichnamigen Studiengangsowie die Studiengänge Chemie und Nano- und Materialwissenschaftenvorstellte. Nach einer Einführungsstundezum Gesamtprogramm konnten sich die Schüler mitGrundlagen der Chemie beschäftigen, mit technischerund analytischer Chemie, Materialflusstechnik, höhererMathematik, Arbeitssicherheit, Labormethoden undElektrotechnik. Aber auch Volkswirtschaftslehre sowieweitere Themen standen auf dem Programm. Neben demFachbereich Wirtschaftsingenieurwesen stellte sich auchdie Fachschaft als Vertreter der Studierenden vor. Hier gabes Direktinformationen vom aktiven Studierenden zumkommenden Studierenden.Wie sicher ist der Neue?Schon vor dem offiziellen Start standder neue Personalausweis in der Kritik.Welche seine Vorteile sind und aufwas beim Umgang mit den Möglichkeitender elektronischen Signatur zuachten ist, erfuhren alle Interessiertenauf der Informationsveranstaltung ander Fachhochschule in GelsenkirchenEnde des letzten Jahres.(MV) Eingeladen dazu hatte NorbertPohlmann, Professor im FachbereichInformatik und Direktor des Institutsfür Internet-Sicherheit, der vomBundesministerium des Innern (BMI)beauftragt wurde, eine Restrisikoanalyseder Anwendungen des neuenPersonalausweises durchzuführen.Ein achtköpfiges Instituts-Team testetedrei Personalausweismuster underarbeitete Empfehlungen sowohlfür die zukünftigen Nutzer als auchfür das BMI. Die Informationsveranstaltung,zu der auch Bürgerinnenund Bürger eingeladen waren, solltehelfen die Möglichkeiten und denUmgang mit den neuen digitalenZugaben kennenzulernen und diesenMehrwert besser zu verstehen. Rund100 Interessenten konnte Pohlmannim „Großen Saal“ im Gebäude 2 inGelsenkirchen begrüßenErster Referent der Veranstaltungund technischer Leiter des Ausweis-Projektes vom BMI in Berlin, Dr. MarianMargraf, stellte den neuen Ausweisin all seinen Facetten vor: „In ersterLinie ist es ein Ausweis für hoheitlicheAnwendungen (zur Identifizierung)wie sein Vorgänger auch, nur imScheckkartenformat. Eine erweiterteNutzung über den integrierten Chipdes neuen Personalausweises bleibtdem Inhaber als Wahlmöglichkeitoffen“, so Margraf. Wer will, kannsich diesen Dienst zusätzlich freischaltenlassen, um sich etwa beiBehördengängen, Online- oder Bankgeschäftenvia Internet mit digitalerUnterschrift zu authentifizieren. DerNutzer benötigt zusätzlich zu seinemPC ein Lesegerät, das eine Verbindungzwischen Ausweis und dem Internetdienstherstellt.Und genau hier liegt nach Meinungvon Professor Norbert Pohlmann eingroßer Schwachpunkt. Das vom BMIbezuschusste Basislesegerät könntedurch die Nutzung über einen infiziertenRechner zum Sicherheitsrisikowerden. Gibt der Nutzer zur Identifizierungseinen sechsstelligen PIN-Code über einen mit Trojanern befallenenPC ein, werden diese Daten anunbefugte Dritte übermittelt. Bessersei hier der Kauf eines Standard- oderKomfortlesegeräts, so Pohlmann, dadiese eine eigene Tastatur haben, dienicht so einfach auszulesen sei. „DasBMI sei sich dessen bewusst“, erwiderteMargraf die Kritik Pohlmanns,„aber eine gewisse Sorgfaltspflichtmüsse man beim Nutzer voraussetzen,da bei infizierten Rechnern beiähnlichen Eingaben ebenfalls einSicherheitsproblem besteht. Der Rechnersei halt vom Nutzer viren- undtrojanerfrei zu halten.“Neben der Kritik fanden Pohlmannund sein Mitarbeiter Christian Rossowauch lobende Worte für das neueAusweiskonzept: „Das Konzept dereID-Funktion (elektronische Identität)ist sehr gut ebenso wie das verbessertePIN-Konzept mit der sechsstelligenZahl. Allerdings sollte man einestarke PI-Nummer wählen, nicht unbedingteine einfache Zahlenfolge“,empfahl Rossow. Der Rechner mussunbedingt vor der Installation derAusweis-Applikation auf Viren geprüftwerden, nach der Eingabe derPIN ist es ratsam, den Ausweis ausdem Lesegerät zu nehmen, rieten dieForscher. Hilfe für die Prüfung desRechners bekommen Nutzer unterder Internetadresse www.botfrei.de.Nützlich sind Hilfsprogramme, dieein akustisches Signal ausgeben,wenn eine Verbindung zwischenKartenleser und PC aktiv ist. So kannman einem Missbrauch zusätzlichvorbeugen. Bei der abschließendenFrage Pohlmanns ans Publikum „wernun plant, den neuen Ausweis vorAblauf seines alten zu beantragen,um den Mehrwert der Möglichkeitenzu nutzen?“, meldeten sich genau soviele oder wenige Interessierte wie zuBeginn. Das mag wohl auch an derGebühr von fast 30 Euro liegen. Denalten gab es schon für acht.Sowohl in der Molekularbiologie (Foto oben: FHG/Mareike Dörrenberg)als auch in Chemie sowie den Nano- und Materialwissenschaften(Foto links: FHG/Christian Willems) konnten Schülerund Schülerinnen vorab Hochschulatmosphäre schnuppern.Dr. Marian Margraf vom Bundesministerium des Innern (BMI)erläuterte auf der Informationsveranstaltung zum neuen Personalausweisan der Fachhochhochschule Gelsenkirchen dessen neueAnwendungsmöglichkeiten, aber auch, welche Sicherheitsvorkehrungenseitens der Nutzer eingehalten werden müssen.Foto: FHG/MV


Trikon 2/1146KommunikationKommunikationTrikon 2/1147Koop-Studium gegen FachkräftemangelFirmen suchen akademischen NachwuchsDie Fachhochschule Gelsenkirchen lud Anfang März in Zusammenarbeit mit der „IHK Nord Westfalen“ und der „Wirtschaftsförderungfür den Kreis Borken“ zu dem Praxisforum „Kooperative Ingenieurausbildung“ ein. Das Forum fand inden Räumen der Volksbank Gronau-Ahaus statt und war für alle interessierten Unternehmer gedacht, die mehr über dieMöglichkeiten der Kombination von einer Ausbildung mit einem Studium erfahren wollten.(MV) Kompetente Mitarbeiter sind daswichtigste Kapital für die Wirtschaft.Die aktuellen Diskussionen über denFachkräftemangel zeigen: Der Wettbewerbum kompetente Fachkräfte istlängst entbrannt.Damit Unternehmen in diesemWettbewerb bestehen können, brauchensie gut ausgebildete Beschäftigte.„Dies gilt aufgrund des steigenden Bedarfsvor allem für junge Ingenieurinnenund Ingenieure. Die Kombinationeiner praktischen Facharbeiterausbildungmit einem IngenieurstudiumAuf dem Praxisforum „Kooperative Ingenieurausbildung“begrüßte Andreas Banger,Vorstandsmitglied der Volksbank Gronau-Ahaus (stehend) die Gäste. Professoren,Berater der Hochschule und Ausbildungspartnerder IHK standen für einen Einblickin die möglichen Ausbildungsgänge aufder Veranstaltung den Unternehmern zurVerfügung. Foto: FHG/Robin GibasJugend denkt ZukunftDas Innovations-Planspiel „Jugenddenkt Zukunft“ ist eine Initiative derWirtschaft. Es soll Schülerinnen undSchülern aller Schultypen der Jahrgangsstufenneun bis zwölf die Bedeutungvon Innovation, Forschung und strategischerPlanung näher bringen. Für eineinwöchiges Projekt trafen sich Schülerdes Schalke-Gymnasiums in Gelsenkirchenmit den KooperationspartnernVolksbank Ruhr-Mitte und dem Institutfür Internet-Sicherheit Ende Februar inden Räumen der Hochschule.bietet den Unternehmen die Möglichkeit,ihren Ingenieurnachwuchs aktivzu sichern und junge Leute langfristigan ihr Unternehmen und die Regionzu binden“, betonte Präsident Prof. Dr.Bernd Kriegesmann.Das kooperative Studium verzahnteine Berufsausbildung mit einemStudium. Nach zwei Jahren wird dieAusbildung abgeschlossen. Paralleldazu studieren die Auszubildendenin Teilzeit bereits an der Hochschule.Nach zwei weiteren Jahren alsVollzeitstudierende haben sie dannden „Bachelorabschluss“ in derTasche und die Unternehmen einenIngenieur mit Praxiserfahrung. AmStudienort Ahaus der FachhochschuleGelsenkirchen wird diese Ausbildungsformin den StudienrichtungenInformationstechnik und Mechatronikangeboten.Nun sind viele Unternehmen inder Region bereits in der Berufsausbildungengagiert, haben abervielfach das Potenzial kooperativerStudiengänge noch nicht für sichentdeckt. Doch gerade Unternehmenin wettbewerbsintensiven Märktenbietet ein kooperatives Studiumzahlreiche Vorteile. Dies bestätigtauch Klaus Kemper, Vorstandsmitgliedder Tobit Software AG: „Wir alsSoftware-Entwickler sind auf hervorragendausgebildete Mitarbeiterund Mitarbeiterinnen angewiesen.Daher müssen wir den kompetentenSchulabsolventen aus unserer Regionattraktive Ausbildungsangebote machen.Wir bieten seit 2009 mehrerenjungen Leuten die Möglichkeit, einStudium der Informationstechnikparallel zu einer betrieblichen Ausbildungzu absolvieren.“Auch mittelständische Unternehmenwie beispielsweise die FirmaMEM-Maschinenbau aus Ahaus-Ottenstein engagieren sich im kooperativenStudiengang Mechatronik inAhaus. „Ingenieure mit Praxisbezugsind die Zukunft. Auch wenn wirnicht in jedem Jahr die kooperativeIngenieurausbildung anbieten, habenwir dennoch die Möglichkeit,Führungspositionen mit einem zeitlichenVorlauf zu besetzen. Die kooperativausgebildeten jungen Menschensind nach ihrem Bachelorabschlusssofort einsetzbar“, skizziert Hans-Jürgen Marx, Geschäftsführer vonMEM-Maschinenbau, die Vorzügeeines kooperativen Studiums.„Die kooperative Ingenieurausbildungist ein Erfolg versprechenderWeg, leistungsfähige junge Leuteaus der Region für die Region auszubilden.Die Unternehmen eröffnenmotivierten Nachwuchskräften eineAusbildungsperspektive auf akademischemNiveau und reduzierengleichzeitig die Abhängigkeit vomexternen Ingenieurarbeitsmarkt“, istsich auch Dr. Frank Striewe, Koordinatordes Servicezentrums „DualesStudium“ an der FachhochschuleGelsenkirchen, sicher.(MV) 25 Schülerinnen und Schülermachten sich Gedanken über dieEntwicklung eines neuen Internets.In drei Gruppen entwickelten sieprofessionell präsentierte Ideen undKonzepte für eine „Zukunftsmesse2030“. Sie gründeten virtuelle Firmenwie „Neurosense“, die ein Produktnamens „Liquid Nano“ anbietet. Diessind kleine Neurochips, die als persönlicheHelferlein schöne Momenteim Leben ihres Trägers festhaltensollen und auch den Gesundheitszustandüberwachen können. Eineandere Gruppe entwickelte überdie erdachte Firma „View Net“ dasProdukt „Cyberglasses“, eine Brille,die dem Träger durch eingeblendeteInformationen helfen kann, beispielsweiseals Navigationsgerät.Bei der Vorpräsentation wurdenalle entwickelten Konzepte noch einmalauf „Herz und Nieren“ überprüft.Eine als „Bürgerinitiative“ eingesetzteGruppe konnte am Abschlusstag ihreBedenken zu den Ideen äußern. Dennauch die Kritik gehört zum „Jugenddenkt-Zukunft-Projekt“.Im Mai bot die Fachhochschule Gelsenkirchen Unternehmen der Region bereits zum fünften Mal die Möglichkeit, angehendeBachelor- und Masterabsolventen aus über 30 Studiengängen kennenzulernen.(BL) Den Unternehmen der Hochschulregionen Emscher-Lippe und Westmünsterland bot die FachhochschuleGelsenkirchen Mitte Mai eine Jobmesse für akademischenNachwuchs. Zentral an einem Tag und einem Standortkonnten sich die Firmen dabei am HochschulstandortNeidenburger Straße in Gelsenkirchen angehendenBachelor- und Master-Absolventenals Arbeitgeber vorstellen. Sie trafendabei auf Studierende aus allen dreiHochschulstandorten Gelsenkirchen,Bocholt und Recklinghausen. Fachlichbetraf das Studierende der letztenSemester sowohl aus den Ingenieurstudiengängenals auch aus den Studiengängenin Naturwissenschaften,Informatik, Wirtschaft, Recht undJournalismus/Public Relations. Fürdie Studentinnen und Studenten wardie Messe außerdem wichtig, weil sichdie hauseigenen Studierenden dabeiihre Bewerbungsmappen prüfen lassenkonnten und sie in zusätzlichenVorträgen viel Wissenswertes rundum den Berufseinstieg erfuhren:vom richtigen Verhalten bei der Bewerbungüber Auswahlverfahren,die Gehaltsverhandlung, die Tückenund Lücken von Arbeitsverträgen undArbeitszeugnissen, bis zu der Frage, welche fachlichen undinterkulturellen Kompetenzen man braucht, um internationalKarriere zu machen.Zur Messehalle wurde das Eingangsfoyer der Fachhochschule Gelsenkirchenam Standort Neidenburger Straße in Gelsenkirchen, alssich dort im Mai Firmen und angehende Hochschulabsolventen trafen,um gemeinsame Zukunftschancen auszuloten. Foto: FHG/MVSchulterschluss für mehr Mitbestimmung im UnternehmenProf. Dr. Heinz-Josef Bontrup vom Fachbereich Wirtschaftsrecht hat Anfang Mai als Experte Stellung bezogen zumFraktionsantrag für mehr Unternehmensmitbestimmung. Schauplatz war das Anhörungsverfahren im Arbeits- undSozialausschuss des Bundestags in Berlin.(BL) Mehr unternehmensbezogeneMitbestimmung soll eine Gesetzesvorlagebringen, die Anfang Maiim Arbeits- und Sozialausschuss desBundestags in Berlin diskutiert wurde.Hintergrund, so Prof. Dr. Heinz-JosefBontrup, Wirtschaftsprofessor vomFachbereich Wirtschaftsrecht, istein Fraktionsantrag, der drei Zieleverfolgt: Das Mitbestimmungsrechtin Deutschland soll auf ausländischeUnternehmensrechtsformen ausgedehntwerden, damit deutsches Rechtnicht auf diesem Weg ausgehebeltwird. Die Verpflichtung, ein Dritteldes Aufsichtsrats mit Arbeitnehmervertreternzu besetzen, soll bereitsab 250 Beschäftigten gelten (bisher500). Und die Verpflichtung, dieHälfte des Aufsichtsrates mit Arbeitnehmervertreternzu besetzen, sollvon 2000 Beschäftigten auf 1000gesenkt werden. Außerdem soll esbei Stimmengleichheit ein zusätzliches,neutrales Aufsichtsratsmitgliedgeben, das den Ausschlag gibt. Dieses„Zünglein an der Waage“ hat bisherdie Arbeitgeberseite in Anspruch genommen,sodass alle Entscheidungenim Zweifelsfall auch gegen das Votumder Arbeitnehmer durchgesetzt werdenkonnten.Bontrup warf seine Expertenmeinungfür die Gesetzesänderung indie Waagschale: „Diese Änderung istrichtig und vernünftig.“ Auch wennBontrup dem Gesetz zurzeit wegen derMehrheitsverhältnisse im deutschenProf. Dr.Heinz-JosefBontrupFoto:Ulrich ZillmannBundestag keine unmittelbaren Verwirklichungschanceneinräumt, so ister doch davon überzeugt, dass bereitsdie nächste Regierung der Gesetzesvorlagezustimmen wird.


Trikon 2/1148PersonaliaBerichtszeitraum 09. Dezember 2010 bis 10. Mai 2011PersonaliaTrikon 2/1149Neuer Professor für BionikDie fünfjährige Stiftungsprofessur am HochschulstandortBocholt geht an Dr. Tobias Seidl und wird von der „FördergesellschaftWestmünsterland der Fachhochschule inBocholt/Ahaus“ finanziert.(MV) Mitte Januar trat Dr. Tobias Seidl (35) als erster berufenerProfessor im Studiengang Bionik in Bocholt offiziellseinen Dienst an. Seine Studierenden kannte er jedochbereits, denn er unterrichtete sie schon als Lehrbeauftragterseit dem Start des Studiengangs Bionik zum Wintersemester2010/2011. Bundesweit gibt es diesen Bachelorstudiengangnur in Bremen und Bocholt.Der Name Bionik setzt sich aus den Worten Biologie undTechnik zusammen. Die Studierenden lernen beispielsweiseder Natur genau auf die Finger oder Füße zu sehen, umdaraus neue Ideen und Ansätze für die Technik zu gewinnen.Und damit befasste sich Seidl bereits einige Jahrevor seiner Berufung: Er untersuchte das Haftsystem vonSpringspinnen, die sich scheinbar an jedem Gegenstandmühelos festhalten können, um sich ebenso flink wiedermit einem schnellen Sprung zu lösen. Wie sie das schaffen,erforschte Seidl mit einem Raster-Kraft-Mikroskop:Dadurch konnte er die winzigen Enden der Spinnenbeinedetailliert untersuchen und ihnen einige Geheimnisse derausgefeilten Technik entlocken. „Die Technik der Naturzu entschlüsseln und zu verstehen bedeutet aber nichtzwangsläufig, dass sie sofort auf neue Fertigungsverfahrenübertragbar ist“, weiß Tobias Seidl aus seiner langjährigenErfahrung. „Nun die Form und das Material der feinenHafthärchen der Spinnenbeine nachzubilden, um darausein einseitig selbsthaftendes Produkt zu entwickeln, ist dienächste Herausforderung an den Forscher. Solch ein Produktkönnte sogar einmal den Klettverschluss ersetzen. Nurdie Erkenntnis, wie die Natur dies in Millionen von Jahrenund einigen Generationen von Spinnen perfektioniert hat,reicht dafür nicht“, erläutert Seidl.Neue Erfahrungen konnte Professor Dr. Tobias Seidl beieinem anderen Forschungsprojekt in der Wüste von Tunesienmachen. Was befähigt Wüstenameisen mit wenigenRessourcen zu navigieren, dabei unter dem zeitlichenDruck stehend, sehr schnell und bei großer Hitze sicherans Ziel zu kommen? Diese Frage ist zwar immer nochnicht bis ins kleinste Detail beantwortet, doch gelernthabe er sehr viel. Denn die Kunst war es, seinen stummenForschungsobjekten Antworten abzuringen. Hier galt esgenau zu beobachten und neue Strategien zu entwickeln,um an die nötigen Erkenntnisse zu kommen. Genau daswill Seidl seinen Studierenden vermitteln: Ihre Neugierdewecken und sie zum vernetzten Denken anleiten. Derim süddeutschen Straubing geborene Seidl hat sich inBocholt schon gut eingelebt und findet die Menschen derRegion liebenswert und offen. Zukünftige Projektpartnerhaben schon jetzt ihr Interesse an einer Zusammenarbeitmit der Fachhochschule bekundet. Von Vorteil sind SeidlsErfahrungen aus Projekten bei der ESA (European SpaceAgency) im holländischen Noordwijk. Dort konnte er ininternationalen, multikulturellen Arbeitsgruppen, auchaußerhalb der ESA-Standard-Programme verschiedeneIdeenkonzepte entwickeln. „Man arbeitet dort mit Mathematikern,Physikern, Weltraumforschern, Technikernund noch vielen anderen Berufen zusammen und entwi-Genau auf die Finger - oder besser auf die acht Beinchen derSpringspinne - hat der neu zum Professor berufene Dr. Tobias Seidlgeschaut. Seidl, der Bionik und Sensorik lehrt, baut am StandortBocholt den Studiengang Bionik mit auf. Als der erste Dozent amStandort hat Seidl die Möglichkeit, die Labore in dem extra fürden Studiengang neu errichteten Gebäude mit modernem Gerätauszustatten. „Dies ist eine wunderbare Herausforderung denStudiengang mitgestalten zu dürfen“, so Seidl. Foto FHG/MVckelt so gemeinsam Ideen. In diesen Gruppen ist jeder inseinem Fach in der Minderheit und trotzdem entstehengute, innovative Ansätze und Problemlösungen. Auchhier in Bocholt möchte ich gerne über den Tellerrand hinaussehen“,so Seidl über seine Ziele, sowohl mit anderenProfessoren als auch mit regionalen und internationalenFirmen zusammenzuarbeiten.Expertin für ChemieMit Franziska Traeger hat die Hochschule eine Expertinfür Chemie und Physik nach Recklinghausen berufen. Dortlehrt sie Physik und physikalische Chemie, in ihrer Freizeitwidmet sie sich als Spinett-Spielerin der Barockmusik.(BL) Mit Franziska Traeger (39) gewinnt der HochschulstandortRecklinghausen nicht nur eine neue Professorinfür Physik und physikalische Chemie, sondern die Stadtdemnächst auch eine neue Bürgerin, da Franziska TraegerProf. Dr.Franziska TraegerFoto: FHG/BLnach Recklinghausen ziehen will. Inden Studiengängen Chemie sowieNano- und Materialwissenschaftensind ihre Lehrfächer nicht unbedingtdie beliebtesten Fächer bei denStudierenden, das weiß FranziskaTraeger: „Diese Fächer enthaltenauch eine gute Portion Mathematik,damit rechnen die Studierenden ersteinmal nicht, wenn sie ihr Studienfachmit dem entsprechenden Schulfachvergleichen. Gute physikalischeKenntnisse sind aber die Brücke indie Technik und damit in die Anwendung.“Und genau damit will sie dieAbneigung der Studierenden überwinden,indem sie bei allen Inhaltennicht die Theorie in den Vordergrundstellt, sondern die Anwendung desWissens. Bei Franziska Traeger beschäftigensich die Studierendendaher beispielsweise nicht mit derTheorie elektrischer Felder, sondernmit ihrer Anwendung, wie etwa einLaserdrucker sie nutzt, um Seiten zudrucken.Wie man die Studierenden begeistertund ihr Interesse bindet, darin hatFranziska Traeger schon viele JahreErfahrung, denn bereits seit 1999 hatsie Studierende bei Abschlussarbeitenbetreut, außerdem in den letztenJahren drei Studenten zum Doktortitelbegleitet. Im Labor will sie dieStudierenden in praktische Arbeiteneinbinden. Dabei schwebt ihr ein„Dreiecksverhältnis“ vor. Traeger:„Ich will Kontakt mit der entsprechendenIndustrie im Raum Recklinghausenaufnehmen. Die hat immerwieder Bedarf für Spezialanalysenin der Oberflächenphysik und in derMaterialwissenschaft.“ Für die Experten:Traeger kennt sich unter anderemaus mit Photoelektronenspektroskopie,mit Kernreaktionsanalysen, mitRöntgenbeugung, Thermoschock undHeliumatomstrahlstreuung. Unteranderem. Für externe Auftraggeberwill sie dann Analysen in der Hochschulemachen oder ihre Kontakte zuSpeziallaboren nutzen. Studierendesollen als Laboranten eingebundenwerden, sodass Traegers Know-howsowohl den Studierenden als auch derRegion zugute kommen kann.Franziska Traeger wurde in Hannovergeboren, ging dort zur Schule undstudierte Chemie. Anschließend promoviertesie in Göttingen zum Doktorder Naturwissenschaften. Danachwar sie bei verschiedenen Forschungsinstitutenund Universitäten als Wissenschaftlerintätig und arbeitete beiverschiedenen Industrieprojekten inder Anwendungsforschung. Beispielsweisewar sie beteiligt an der Verbesserungder Keramikbeschichtung fürTurbinenschaufeln, um ihnen einehohe Temperaturresistenz weit über1000 Grad Celsius zu verleihen. Inihrer Freizeit liebt die neue Professorin– möglicherweise auch als Gegensatzzur modernen Forschung – alteNeue Professorinfür GebäudesytemtechnikWirtschaftsingenieure und Versorgungstechnik-Ingenieurelernen beiihr Gebäudesystemtechnik, mit denmittelständischen Betrieben, derIndustrie und den Energieversorgernim nördlichen Ruhrgebiet will sie engzusammenarbeiten.(BL) Karin Kückelhaus (46) ist Physikerin,promovierte Elektroingenieurinund seit Anfang des Sommersemestersneue Professorin an der FachhochschuleGelsenkirchen. Im FachbereichVersorgung und Entsorgungzeigt sie den angehenden Wirtschaftsingenieurenund Versorgungstechnik-Ingenieuren den richtigen Umgangmit Gebäudesystemtechnik. Dazuzählen beispielsweise die Technik, diePlanung und die Steuerung von elektrischenAnlagen in Gebäuden. DieHerausforderung gilt dem effizientenEinsatz der Energie. Gleichzeitig istdie Gebäudesystemtechnik auch fürdie Beleuchtung zuständig, einemweiteren ihrer Arbeitsfelder an derFachhochschule. „Wenn alle Teile derGebäudesystemtechnik optimal aufeinanderabgestimmt sind, entstehtfür den Nutzer eine arbeitsförderlicheWohlfühl-Atmosphäre“, so Kückelhaus.Im Mittelpunkt der Beleuchtungstechniksteht heute der Einsatzumweltfreundlicher Lichtquellen. Dasist für die neue Professorin nicht nurein Studienfach, sondern auch einForschungsfeld.Ihren Studierenden will Kückelhausnicht nur in Hörsaal, Seminarraumoder Labor begegnen, sondern siewill mit ihnen auf Exkursionen diemittelständischen Betriebe der Versorgungs-und Entsorgungstechnikim Ruhrgebiet besuchen: „Den Studierendenbietet das einen Einblick inMusik, vor allem aus der Barockzeit.Jedoch nicht nur passiv als Zuhörerin,sondern aktiv als Spinettspielerin.Und da sie demnächst nach Recklinghausenumziehen will, sucht sie dortauch noch nach neuen Mitspielern,um ein Ensemble zu gründen. AlsErgänzung zum Spinett sucht sieGeige, Blockflöte, Traversflöte, Cellound Gesang.Prof. Dr. Karin Kückelhaus Foto: FHG/BLdie Praxis. Gleichzeitig lernen sich dieBetriebe und die nächste Ingenieurgenerationkennen, was eine Basisfür die Zusammenarbeit in Praktika,für Studienarbeiten und Abschlussarbeitensein kann.“ Natürlich auchfür einen späteren Berufseinstieg.Die Betriebe lernen dabei nicht nurpotenziellen Ingenieurnachwuchskennen, sondern haben durch dieZusammenarbeit mit der Hochschuleauch einen kontinuierlichen Draht zuneuesten Techniken und für gemeinsameEntwicklungsprojekte.Karin Kückelhaus wuchs in Essenauf, studierte in Dortmund Physikund promovierte mit einem Themaaus der Lichtwellenleitertechnik zumDoktor der Ingenieurwissenschaften.Seit Mitte der neunziger Jahre war sieam technischen Berufskolleg in Mülheim.Als Projektleiterin des Zentrums„Zukunft durch Innovation“ arbeitetesie außerdem eng mit Partnern aus derWirtschaft zusammen. In ihrer Freizeitgeht die verheiratete Mutter von zweiKindern im Alter von neun und siebenJahren im Sommer gerne mit demSegelflugzeug in die Lüfte, im Wintermit dem Snowboard in den Schnee.


Trikon 2/1150PersonaliaPersonaliaTrikon 2/1151Professorinfür LogistikSusanne Hohmann hat sowohl praktischeErfahrungen aus Betrieben wieauch aus der Lehre.Prof. Dr. Susanne Hohmann Foto: FHG/BL(BL) Schlüsselerlebnisse führen dazu,dass sich manchmal ganze Lebensläufeändern. Susanne Hohmann (33) ausEssen hatte ein solches Schlüsselerlebnis,als sie an der Universität Duisburg-Essen ihre Doktorarbeit schrieb. Darinlieferte sie einen mathematisch-theoretischenBeweis zu einem Phänomen,das bis dahin als „Peitscheneffekt“zwar den Logistik-Praktikern bekanntwar, mathematisch aber noch nichtbewiesen: Es handelt sich dabei umden Effekt, dass trotz stetiger Nachfragenach einem Produkt (beispielsweiseBaby-Windeln) über die StationenEinzelhandel, Großhandel, Lieferantdie Bestellungen und damit die Produktionbeim Hersteller eher unstetigsind. „Mathematik hilft an dieser Stelle,die Wirklichkeit abzubilden, besser zuverstehen und besser planbar für dieBetriebe zu machen“, erläutert die neueGelsenkirchener Professorin ihre darausentstandene Begeisterung für Logistikund für die Mathematik in der Logistik,wohlwissend, dass allein die Nennungdes Fächernamens „Mathematik“ vieleihrer Wirtschaftsstudierenden zunächstdie Stirne runzeln lässt. „Wenn manaber mit den Studierenden die VerfahrenSchritt für Schritt erarbeitet undsie in praktischen Übungen den Wertselbst begreifen lässt“, so Hohmann,„dann haben viele ein Aha-Erlebnisund die Hemmschwelle zur Mathematikschwindet“. Hohmann hat darinbereits Erfahrung, denn bevor sie andie Fachhochschule Gelsenkirchenwechselte, war sie als Professorin an derEssener „Hochschule für Oekonomieund Management“ (FOM). Auf demFeld der logistischen Mathematik willsie auch zukünftig wieder in die Forschungeinsteigen.Bevor sie in die Lehre einstieg, sammelteSusanne Hohmann betrieblicheErfahrungen als Unternehmensberaterin.Später war sie bei einem Logistik-Dienstleister für das Projektmanagementzuständig. Da dieser europaweittätig war, machte Hohmann zugleichinterkulturelle Erfahrungen. Bereitsnach kurzer Zeit schätzte Hohmannan der Fachhochschule Gelsenkirchendie familiäre Atmosphäre verglichenmit den großen Universitäten. In ihrerFreizeit joggt die neue Professorin gernedurch den Stadtwald. Außerdem ziehtes sie immer wieder nach Spanien, einLand, das sie gut von einem einjährigenAufenthalt dort kennt, während demsie an einem Lehrbuch zur Produktionsplanungund -steuerung mitgewirkthat. Ihre dort erworbenen Spanischkenntnissewill sie eventuell nutzen,um eine Hochschulkooperation miteiner dortigen Hochschule aufzubauenund ihren Studierenden dadurch auchzu Auslandserfahrungen zu verhelfen.Das biete sich auch deshalb an, dadas Sprachenzentrum der Hochschuleden Studierenden Spanisch als Fachspracheanbietet. In Deutschland willHohmann mit den Studierenden aufjeden Fall immer wieder zu Exkursionenaufbrechen, damit die Studierendendie Logistikbetriebe der Region in derPraxis kennenlernen, von Häfen überSpeditionen bis zu Lagern.Stiftungsprofessorin AhausEine von der Ahauser Firma Tobit-Software gestiftete Professur ist im Märzmit Dr. Martin Guddat besetzt worden.Er lehrt angewandte Informatik imBocholter Fachbereich Elektrotechnik.(MV) Mit Beginn des Sommersemesters2011 startete Dr. Martin Guddat alsProfessor für Informatik in Bocholt. Dievon der Ahauser Firma Tobit-Software gesponsertefünfjährige Stiftungsprofessurverstärkt den dualen Studiengang Informationstechnikam Studienort Ahaus.Begonnen hat Guddat (40) mit einemMaschinenbaustudium, bevor er sichganz und gar der Informatik verschrieb.Wobei es ihn reizte, Maschinen mitdem Computer dreidimensional zuentwickeln und zu konstruieren. ImVergleich zu der reinen, theoretisch dominiertenForm eines Informatikstudiumsfand Guddat, war das damals einepraxisnahe Anwendung von digitalerTechnik. „Hier liegt die Zukunft, Computerwerden bald überall dabei sein“,war sich Guddat vor 20 Jahren schonsicher. Dass es dann noch schneller zumgroßflächigen Einsatz und zu Entwicklungenvon Computertechnik bis in denPrivathaushalt kam, hat auch Prof. Dr.Martin Guddat überrascht.Mit zehn Jahren bekam Guddatseinen ersten Computer geschenkt,einen „Sinclair ZX81“. „Das war einHeimcomputer, auf dem ich die erstenSchritte der Programmierung in derSprache ‚Basic’ lernte“, erinnert sichGuddat. Heute arbeitet er unter anderemmit den Programmiersprachen C,C++, C# und Java. Die Sprache Fortranlernte er noch während seines Maschinenbaustudiumsan der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, wo erfür seine Abschlussarbeit 1998 mit demVDI-Förderpreis ausgezeichnet wurde.Nahtlos ging es in Duisburg mit derDoktorarbeit weiter: Guddat promoviertemit einer autonomen Gehmaschine,die „Tarry 2“ getauft wurde und einerStabheuschrecke ähnelte. Gedacht warder experimentelle Ansatz für einen derNatur nachempfundenen Roboter, dersich in unwegsamem Gelände selbstständigbewegen und zurechtfindenkann. Auch für diese Arbeit gab eseine Auszeichnung: den Jahrespreisder Duisburger Universitätsgesellschaft.Prof. Dr. Martin Guddat Foto: FHG/MVBevor er zur Fachhochschule kam,war Guddat für verschiedene Unternehmentätig und entwickelte Softwarelösungenfür unterschiedlicheAnwendungsbereiche. Schwerpunktseiner Arbeiten war dabei die Anbindungkomplexer Informationssystemezur Nutzbarmachung von Daten undzur Verwaltung von Kunden- und Vorgangsdaten.Seinen Studierenden will ereine fundierte Ausbildung mit auf denWeg geben. „Mir ist es wichtig, dass sichdie Studentinnen und Studenten späterim Projektgeschäft auskennen undwissen, welche Anforderungen an siegestellt werden“, stellt Guddat fest undweiß durch seine Erfahrung auch, wiewichtig praktisches Wissen im Vergleichzur erworbenen Theorie ist.Zwei neue fürBionik in BocholtDr. Andrea Springer und Dr. MartinMaß unterrichten als neu berufeneProfessoren seit Beginn des Sommersemestersdie Fächer Chemie undWerkstoffkunde sowie Bionik undPhysik im Fachbereich Maschinenbauam Standort Bocholt.(MV) „Lernen soll Spaß machen unddas erreiche ich nur, wenn den Studierendenein Lämpchen aufgeht und siedas Fach Chemie verstehen und liebenlernen“, ist sich Dr. Andrea Springer (37)als neu berufene Professorin des StudiengangsBionik in Bocholt sicher. Auchihr zeitgleich neu berufener Kollege ProfessorDr. Martin Maß (35) stimmt ihrzu und ergänzt: „Bionik kommt nichtvom Bioladen. Wer Bionik lernen will,muss Bionik verstehen und machenund darf nicht nur zuschauen. Dazugehören neben den Grundlagen in derChemie auch die der Physik.“Der zum Wintersemester 2010/2011gestartete Bionik-Studiengang imBocholter Fachbereich Maschinenbaubietet durch die Neuberufungen vonDr. Andrea Springer (Chemie undWerkstoffkunde) und Dr. Martin Maß(Bionik und Physik) ein erweitertes, naturwissenschaftlichorientiertes Fächerspektrum,das in der Bionik unbedingterforderlich sei, so Springer und Maß.„Die Natur wird von den Studierendenins Labor getragen, sonst kann manihre Technik nicht verstehen“, erläuterndie beiden Professoren die Versuche, dieihre Studentinnen und Studenten imStudium machen. Beispielweise wirdaktuell untersucht, warum die Haaredes Pferdeschweifs so hart und fest sindund wie man sie mit dem chemischerzeugten Werkstoff „Nylon“ vergleichenkann.Anhand solcher, zum Teil von Studierendenselbst vorgeschlagener Aufgabenentwickeln sie ihre Fähigkeitenin analytischem Denken und probierenerlerntes Theoriewissen am praktischenObjekt aus. Dabei ermitteln sie, welcheVor- und Nachteile Naturwerkstoff oderdas künstlich erzeugte Material habenund welche Schlüsse man aus den Versuchenziehen kann. „All diese Fragenhelfen, auf neue Ideen zu stoßen undbestehende, scheinbar selbstverständlicheNaturentwicklungen genauer unterdie Lupe zu nehmen“, wissen Springerund Maß.Dass man mit Engagement, Fleißund Lernwillen weit kommen kann,zeigt der Lebenslauf von Prof. Dr. AndreaSpringer: Die gebürtige Ringenbergerin(Kreis Wesel) ging in Bocholtnach der Grundschule zunächst aufdie Werner-von-Siemens-Realschuleund machte danach ihr Fachabitur(Schwerpunkt Technik) mit parallelerAusbildung zur Chemielaborantin. Erstdanach studierte sie in Essen Chemieund promovierte dort zum Doktor derNaturwissenschaften.AusgeschiedenSilke Gersch, Verwaltungsmitarbeiterin,zum 31.12.2010, Dezernatakademische und studentischeAngelegenheiten/Justiziariat.Jean-André Meis, wissenschaftlicherMitarbeiter, zum 31.12.2010,Fachbereich Maschinenbau Bocholt.Ceren Pinto-Rendeiro,Verwaltungsmitarbeiterin, zum31.12.2010, akademisches Auslandsamt.Prof. Dr. Klaus-MichaelFortmann, zum 28.02.2011,Fachbereich Wirtschaft Gelsenkirchen.Prof. Dr. Jörg Minte, zum28.02.2011, Fachbereich MaschinenbauBocholt. Prof. Dr. MichaelVogeler, zum 28.02.2011,Fachbereich Versorgung und Entsorgung.Maximilian Wevers,wissenschaftlicher Mitarbeiter, zum28.02.2011, Fachbereich WirtschaftBocholt. Tobias Schapdick, nichtwissenschaftlicherMitarbeiter, zum01.05.2011, Fachbereich MaschinenbauBocholt.Prof. Dr. Andrea Springer und Prof. Dr.Martin Maß.Foto: FHG/MVKlassisch verlief der Bildungsweg beiProf. Dr. Martin Maß. Nach der Grundschulefolgte das Gymnasium (beides inWuppertal), bevor er an der Universitätin Dortmund Physik studierte und nochein Promotionsstudium anhängte.Beide wollen sich nicht nur in derLehre engagieren, sondern auch dieBionik am Industriestandort Bocholtausbauen: „Wir planen Informationsveranstaltungenmit der Industrie ausder Umgebung. Uns interessiert, welcheQualifikation die Industrie von unserenStudierenden verlangt, denn destobesser können wir den Absolventen dierichtigen Startvoraussetzungen mit aufden Weg geben.“WechselGilda Günther, Verwaltungsmitarbeiterin,ab 01.03.2011: DezernatFinanzen und zentrale Verwaltungsdienste.VerstorbenAnfang Mai verstarb im Alter von45 Jahren Michael Bartel. SeinTod traf die Hochschulmitgliedervöllig unerwartet. Michael Bartelwar seit März 2009 zunächst inder Hochschulverwaltung, späterals wissenschaftlicher Mitarbeiterim Gelsenkirchener FachbereichMaschinenbau beschäftigt. In seinenjeweiligen Arbeitsgebieten warer stets mit großem Engagementund steter Zuverlässigkeit tätig.Die Hochschule trauert um einenklugen und warmherzigen Kollegenund wird ihm ein ehrendesGedenken bewahren.

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