2009 - SSB

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2009 - SSB

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Geschäftsbericht 20

09


Auf einen Blick Inhalt

Auf einen Blick Inhalt

Stand 31.12.2009

Jahresabschluss

Bilanzsumme

Anlagevermögen

Investitionen brutto

Grundkapital und Rücklagen

Langfristige Verbindlichkeiten

Fahrgeldeinnahmen

Personalaufwand

Gesamterträge

Gesamtaufwand

Ausgleichsanspruch

Leistungen

Fahrten

Platz-km

Personalstand

(inkl. Altersteilzeit und Auszubildende)

Linien

gesamt

■ Schiene

■ Bus

Linienlänge gesamt

■ Schiene

■ besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke

■ Bus

Gleislänge gesamt

■ besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke

Fahrzeuge

Stadtbahnfahrzeuge

Straßenbahnfahrzeuge

Busse

Haltestellen

Fahrstromverbrauch

Dieselkraftstoffverbrauch Bus

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio. €

Mio.

Mio.

Anzahl

Anzahl

Anzahl

km

km

km

km

km

km

Anzahl

Anzahl

Anzahl

Anzahl

Mio. kWh

Mio. Liter

2009

607

449

101

152

132

180

146

286

305

19

189

5.268

2.841

72

16

56

901

213

204

688

243

228

164

0

276

822

78,1

8,1

Veränderung zum Vorjahr in %

-1,8

5,9

1,0

0,0

9,1

2,3

5,0

0,7

0,7

0,0

-0,5

0,7

2,2

0,0

0,0

0,0

0,1

0,0

0,0

0,1

0,0

0,0

0,0

2,2

-0,2

0,5

1,3

2008

618

424

100

152

121

176

139

284

303

19

190

5.231

2.781

72

16

56

900

213

204

687

243

228

164

0

270

824

77,7

8,0

2007

619

424

65

152

117

170

132

289

312

23

187

5.182

2.740

70

16

54

887

213

204

674

243

228

164

0

274

822

77,4

7,9

2006

587

440

58

152

116

164

136

291

314

23

188

5.201

2.771

70

16

54

881

209

196

672

249

227

164

38

255

815

80,5

7,7

2005

568

443

55

152

114

156

137

271

296

25

186

5.176

2.728

69

16

53

883

209

196

674

249

227

164

38

242

809

80,6

7,5

SSB trotzt Krise

01 Lagebericht

02 Bericht des Aufsichtsrats

03 Bericht des Vorstands

04 Vermögens- und Ertragslage

05 Personal- und Sozialbericht

06 Marketing und Vertrieb

07 Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen

08 Betriebsleistungen

09 Betriebsanlagen und Infrastruktur

10 Nachhaltigkeit und Umweltbericht

11 Jahresabschluss

■ Bilanz zum 31. Dezember 2009

■ Gewinn- und Verlustrechnung 2009

■ Anhang für 2009

Anlage 1: Entwicklung des Anlagevermögens

Anlage 2: Aufstellung des Anteilsbesitzes

Anlage 3: Organe der Gesellschaft

12 Bestätigungsvermerk

4

6

16

18

24

26

30

34

36

38

40

42

42

44

46

50

52

54

55


SSB trotzt Krise 4 5

SSB trotzt Krise

SSB trotzt Krise

2009 blieb in der Weltwirtschaft kein Stein auf dem

anderen. Nach dem im Herbst 2008 bereits die ersten

Banken in die Krise geraten waren, verstärkte sich diese

im Folgejahr. Aktien erreichten Tiefststände, die Politik

sprach sogar von den schwersten wirtschaftlichen Krisenerscheinungen

seit 1929. Verständlich, dass die Region

Stuttgart keine Insel der Glückseligkeit blieb. Die

Finanzkrise schlug voll durch, Umsatz einbrüche und

Kurzarbeit waren die Folgen auch bei hiesigen namhaften

Unternehmen. Dass es die SSB bei so viel Gegenwind

nicht einfach hatte, sich zu behaupten, liegt auf

der Hand. Und trotzdem sind die Fahrgastzahlen und

Einnahmen auf Vorjahresniveau geblieben.

Das Unternehmen führte konsequent den Kurs der

vergangenen Jahre fort: Ausbau des Streckennetzes, Investitionen

in die Qualität des Nahverkehrs, Einsatz

neuer Instrumente zur Kundengewinnung. So wurden

die Tunnelbauprojekte an den Linien U6, U12 und U15

weiter vorangetrieben, das Hochbahnsteigprogramm

intensiviert und die Hochbaumaßnahmen in Möhringen,

Wangen und im Vogelsang verstärkt. Auch das

Thema Nachhaltigkeit stand weiter im Mittelpunkt. In

verschiedenen Versuchen hat die SSB umweltfreundliche

und kraftstoffsparende Antriebe beim Bus getestet

und die Generalüberholung von 60 Stadtbahnfahrzeugen

zielstrebig weitergeführt.

Die SSB gab mit ihren innovativen Kooperationsmodellen

mit hiesigen Handelsunternehmen neue Impulse

zum Umsteigen auf den Nahverkehr. Und vor dem Hintergrund,

dass emotionale Angebote zur Kundentreue

beitragen, ist die Eröffnung der Straßenbahnwelt im

Juli in Bad Cannstatt zu sehen. Denn die seit über 140

Jahren geleistete Qualität eines Unternehmens hilft da-

bei, Kunden auch aktuell zu überzeugen – das ist der

Nutzen der Tradition. Und dann feierten wir gleich viermal

Geburtstag: So wurde die letzte, 2007 eingestellte

Straßenbahn im Museum stolze 50 Jahre alt. Die Seilbahn

konnte bereits im 80. Jahr den Waldfriedhof ansteuern,

während die Zahnradbahn gar schon 125 Jahre

zwischen Marienplatz und Degerloch unterwegs ist.

Und zu guter Letzt konnte auch noch die Killesbergbahn,

bei der sich Fachleute der SSB einbringen, ihren

70. Geburtstag feiern.

Ironie des Ganzen: Alle Bahnen hatten im Laufe ihres

Lebens wahrlich größere Krisen gesehen als die des Jahres

2009. Und die SSB hatte sich auch schon in weit

schwierigerem Fahrwasser befunden.

Den größten Beitrag zum Ziel, der Krise zu trotzen,

leisteten sicher lich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der SSB. Ihr Einsatz und ihre Motivation halfen mit, eine

qualitativ hervorragende Dienstleistung zu erbringen

und die SSB entgegen dem allgemeinen Trend als verlässlichen

Investor zu präsentieren und damit die Folgen

der Rezession für die Stadt Stuttgart etwas zu mildern.

Dies ist auch der konse quenten Restrukturierung zu

verdanken, die die SSB nach über zehn Jahren weiterhin

stark macht.

Der Krise trotzen heißt auch 2010 das Motto. Ob es

gelingt, ist nicht sicher, der Ehrgeiz ist da. Und als Motiv

für ein Jahr, in dem noch nicht sicher ist, ob wirtschaftlich

ein Silberstreif am Horizont zu sehen ist, ist es allemal

tauglich. Die Voraussetzungen sind gegeben: langjährige

Erfahrung, Engagement der Mitarbeiterinnen

und Mitar bei ter, Motivation, Mut, Selbstbewusstsein

und Überzeugung. Und das gleich 2.800 Mal.

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Dr. Peter Höflinger


Lagebericht 6 7

Lagebericht

Lagebericht

Rahmenbedingungen

Im Jahr 2009 veränderten sich für die SSB die

wirt schaft lichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Im zweiten Halbjahr machte sich die

Wirtschaftskrise auch im ÖPNV der Region Stuttgart

bemerkbar. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Stuttgart

stieg gegen Jahresende auf 6,5 %, was einer Zunahme

von 1,2 %-Punkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ähnlich entwickelte sich auch die Beschäftigungslage

in der Region. Eine höhere Arbeitslosenquote konnte

nur durch die verstärkte Inanspruchnahme der Kurzarbeit

verhindert werden. Der Kfz-Bestand ging konjunkturbedingt

auf 454 Pkw (Vorjahr 456) pro 1.000 Einwohner

leicht zurück. Die Nachfrage nach öffentlichen

Mobilitätsdienstleistungen stagnierte weitgehend auf

dem Niveau des Vorjahres. Die SSB verzeichnete mit

rund 189,5 Mio. (Vorjahr 190,0 Mio.) Fahrten statistisch

einen geringen Rückgang von 0,3 %. Die Einwohnerzahl

Stuttgarts stabilisierte sich bei rund 593.000.

Infolge der Kommunalwahlen Mitte 2009 ergaben

sich neue Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat der

Stadt Stuttgart. Dies führte auch zu Veränderungen im

Aufsichtsrat der SSB. Mit grundsätzlichen Veränderungen

der Verkehrspolitik in Stuttgart und Um gebung ist

jedoch nicht zu rechnen. Der ÖPNV wird auch weiterhin

eine tragende Rolle im regionalen Verkehrsumfeld spielen.

Die Politik und die Bahn AG stimmten dem Projekt

Stuttgart 21 zu.

Am 3. Dezember 2009 trat die neue EU-Verordnung

in Kraft. Bis zum Ende der Übergangszeit 2019 müssen

alle Bestimmungen der Verordnung 1370/2007 in den

EU-Mitgliedsländern umgesetzt sein. Diese untersagt

der SSB u. a. eine Beteiligung an Ausschreibungen

außerhalb ihres städtischen Bedienungsgebietes. Die

Verordnung muss vom deutschen Gesetzgeber noch in

ein neu gefasstes Personen beförderungsgesetz (PBefG)

übernommen werden. 2009 konnte noch kein neuer

Gesetzentwurf verabschiedet werden. Jedoch erlaubte

die bestehende rechtliche Konstellation dem Oberbürgermeister

sowie dem Gemeinderat die Verlängerung

der verbindlichen Zusage am 6. November 2009. Einstimmig

und verbunden mit dem Lob aller Parteien

wurde eine verbindliche Eigentümererklärung beschlossen,

die bis zum 31. Dezember 2018 gültig sein wird.

Somit wird die Betrauung der SSB durch den Aufgabenträger

Stadt Stuttgart rechtssicher weitergeführt. Die

SSB wird auch künftig alle bisherigen Aufgaben als integriertes

Dienstleistungsunternehmen erbringen und

einen Ausgleich ihrer Verluste aus gemeinwirtschaftlichen

Verpflichtungen von der Stuttgarter Versorgungs-

und Verkehrs gesellschaft erhalten. Die Vorgaben

aus EU-Verordnung und EuGH-Rechtsprechung zum

Beihilfe- und Vergaberecht sowie europäische Transparenz-Richtlinien

werden dabei eingehalten. Voraussetzung

für die Weiterführung der Betrauung ist die vollumfängliche

SSB-Eigentumsstruktur bei der Stadt

Stutt gart. Diese wurde durch einen entsprechenden Aktienkauf

der Holdinggesellschaft Stuttgarter Versorgungs-

und Verkehrsgesellschaft vervollständigt. Damit

konnte ein kostenintensives Squeeze-Out-Verfahren

vermieden werden. Die bewährte partnerschaftliche

Zusammenarbeit von Landeshauptstadt und SSB kann

intensiviert werden.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Trotz des leichten statistischen Rückgangs der Fahrten

stiegen die Bruttofahrgeldeinnahmen der SSB infolge

der zu Jahresbeginn 2009 vorgenommenen Tarifanpassung

von 3,2 % auf 181,3 Mio. € (Vorjahr 176,4

Mio. €). Dies entspricht einem Wachstum von 2,8 % im

Vergleich zum Vorjahr. Obwohl sich die Fahrgeldeinnahmen

damit insgesamt unter Plan bewegten, konnte sich

die SSB in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld

gut behaupten. Das Einnahmewachstum ist in großem

Maße auf die Zunahme der Zeitkarten zurückzuführen.

Insbesondere im Ausbildungsverkehr, aber auch bei

besonders attraktiven Angeboten im Berufsverkehr

wurden Zuwächse realisiert. Im Gelegenheitsverkehr

konnten preisbereinigt keine Einnahmesteigerungen

erreicht werden. Gerade in wirtschaftlich schwierigen

Zeiten haben jedoch verschiedene Maßnahmen zur

Kundenge winnung weitere Einnahmerückgänge verhindern

können. Abgeltungen und gesetzliche Ausgleichsmaßnahmen

konnten stabil gehalten werden.

Die Aufwendungen der SSB blieben trotz der tarifvertraglich

bedingten Erhöhung der Tabellenentgelte um

2,8 % und einer Einmal zahlung von 225 € sowie weiterer

Effekte, wie beispielsweise der stark gestiegenen

Nachzahlungen an den Pensionssicherungsverein, insgesamt

noch unter Plan.

Das von der Konzernmuttergesellschaft SVV aus zugleichende

Jahresergebnis von -18,7 Mio. € (Vorjahr -18,9

Mio. €) ist mit rund 6,4 Mio. € besser als der Planansatz

des Wirtschaftsplans 2009. Insbesondere durch offene

Planstellen, Wohnungsverkäufe sowie Verzögerungen bei

Stadtbahnprojekten, Folgepflichtmaßnahmen und Stuttgart

21 konnte dieses Ergebnis erreicht werden. Das

Jahresergebnis wird vom Anstieg des periodenfremden

Ergebnisses um 12,4 Mio. € auf 15,0 Mio. € beeinflusst.

Die Bilanzsumme der SSB beläuft sich auf 607 Mio. €

(Vorjahr 618 Mio. €). Der Anteil des Anlagevermögens

hat sich von 69 % auf 74 % erhöht. Bedingt durch die

Reduzierung von Rückstellungen und der Verbindlichkeiten

zulasten des Umlaufvermögens sank sie um 1,8 %.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich gering fügig

auf 25,0 %. Der Kostendeckungsgrad (Gesamt ertrag/

Gesamtaufwand) liegt bei 93,9 % (Vorjahr 93,8 %).

Durch die weiter steigende Kapital bindung nahmen die


Lagebericht 8 9

Lagebericht

Abschreibungen um 6,6 % zu. In den Rück stellungen

wurden alle absehbaren Risiken und Verpflichtungen

berücksichtigt. Darüber hinaus wurden für die Überholung

von Teilen der Stadtbahnflotte Beträge zurückgestellt.

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

hat sich um 15 Mio. € erhöht, die Mittelabflüsse aus

der Inves titionstätigkeit um 12 Mio. €. Die Mittelzuflüsse

aus der Finanzierungstätigkeit reduzierten sich

um 29 Mio. €.

Die Finanzierung der SSB ist überwiegend über ein

festverzins liches Darlehen der Zusatzversorgung sichergestellt.

Durch das Finanzmanagement der SSB war

jederzeit die fristgerechte Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen

gesichert.

Keine Berührungsängste mit starker Fahrzeugtechnik

Der Vorstand ist mit dem guten Verlauf des Geschäftsjahres

und dem daraus resultierenden geringeren

Verlustausgleich zufrieden.

Investitionen

Auch 2009 stellte die SSB erhebliche Beträge für den

Ausbau und die Weiterentwicklung des ÖPNV bereit. Die

Bruttoinvestitionen vor Abzug von Zuschüssen beliefen

sich auf rund 92,5 Mio. €. Davon dient über die Hälfte

des Investitionsbudgets dem Aus- und Neubau der

Stadtbahninfrastruktur. Dies betrifft insbesondere die

umfang reichen Bauaktivitäten zur Verlängerung der

Linie U6 zum Fasanenhof-Ost und die Arbeiten am

Nordast der Linie U15 nach Stammheim. Außerdem

wurden 3,8 Mio. € für die Verlängerung der Hoch -

bahn steige auf der Linie U5 nach Mönchfeld und die

Weiterführung des Hochbahnsteigprogramms für mo-

Neue Echtzeitinformation im generalsanierten DT8

bilitätseingeschränkte Menschen ausgegeben. Auf die

sonstigen Sachanlagen entfielen 11,9 Mio. €, insbesondere

für die Einrichtungen, Schienenfahrzeuge und

Werk stätten sowie EDV-Hard- und -Software. Darüber

hinaus in ves tierte die SSB 15,5 Mio. € für die Bebauung

von Grundstücken. Dies betraf vor allem Wohnbaumaßnahmen

am Bahnhof Möhringen und im Vogelsang

sowie Bauarbeiten für den Infrastrukturbauhof in

Wan gen. Die Beschaffung von Bussen und Betriebsfahrzeugen

nahm rund 10,4 Mio. € in Anspruch. Von der

SSB durchgeführte Folge pflichtmaßnahmen beliefen

sich auf weitere 8,2 Mio. €.

Restrukturierung

Im Kontext der Restrukturierungsplanung stand die

Verlängerung der verbindlichen Zusage mit dem Eigentümer

im November 2009. Da das Betrauungsverhältnis

im Rahmen der bestehenden Konzessionen rechtskonform

weitergeführt werden kann, bleibt die SSB integriertes

Mobilitätsdienstleistungsunternehmen für die

Stadt Stuttgart. Neben dem Ziel der Erreichung wettbewerbsfähiger

Kostenstrukturen stehen die jährliche

Begrenzung des Ausgleichsanspruchs sowie die Reduzierung

von Zusatzbelastungen als wichtigste Handlungsfelder.

Es wurden eine umfassende Prüfung der

Restpotenziale bei laufenden Restrukturierungsmaßnahmen

sowie eine Anpassung von Ist- und Planwerten

vorgenommen. Zusätzliche Ansätze für Verbesserungen

wurden identifiziert. Durch die Fortschreibung und Weiterverfolgung

des beschlossenen Maßnahmenpakets

konnte das Restrukturierungsvolumen zum Jahresende

auf über 46 Mio. € gesteigert werden. Rund 35 Maßnahmen

befanden sich Ende 2009 noch in Umsetzung

oder Planung. Zudem wurden erste Überlegungen für

eine Neuausrichtung der Restrukturierung angestellt.

Personal

Der Personalaufwand stieg aufgrund tariflicher und

extern bedingter Einmaleffekte um 4,8 %. Zum Jahresende

2009 waren teilzeitbereinigt 2.498 (Vorjahr 2.485)

Personen und 79 (Vorjahr 79) Auszubildende bei der SSB

beschäftigt. Dies entspricht einer Zunahme von 0,5 %.

Die Anzahl der Stellen lag am 31. Dezember 2009 bei

2.841. Ver antwortlich sind im Wesentlichen die gute In -

an spruch nahme der Altersteilzeit und der Struktureffekt

der Altersteilzeitarbeit mit zum Teil vorweggenommenen

Nachbesetzungen. Die notwendigen zusätzlichen

Einstellungen fanden hauptsächlich im Fahrdienst, im

Zentralen Servicedienst und in den technischen Bereichen

statt. Auslöser sind insbesondere die verschiedenen

Stadtbahnbauvorhaben mit Busersatz verkehren,

die Generalsanierung von 60 Stadtbahnen und die

Projektarbeiten im Zuge von Stuttgart 21. Zudem wird

die SSB künftig ihre Ausbildungskapazitäten für neue


Lagebericht 10 11

Lagebericht

Berufszweige nochmals erhöhen. Da die Anwendungsvereinbarung

für den für die SSB gültigen Bezirkszusatztarifvertrag

Nahverkehr am 31. Dezember 2009

auslief, wurden Verhandlungen für eine Nachfolgeregelung

aufgenommen. Die Gespräche zur Weiterentwicklung

des Tarifvertrages Nahverkehr wurden von Gewerkschaftsseite

im Jahr 2009 abgebrochen. Damit

konnte ein Restrukturierungsziel zunächst nicht erreicht

werden. Unabhängig davon gilt der vorhandene

Tarifvertrag für die Belegschaft weiter.

Die Ende 2008 eingeführte Möglichkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung

als Entgeltumwandlung für

Beschäftigte im Fahrdienst wurde auf alle Unternehmensbereiche

ausgedehnt, u. a. weil für Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ab dem Geburtsjahr 1961 der

gesetz liche Schutz der Berufsunfähigkeit nicht mehr

besteht. Das betrieb liche Gesundheitsmanagement

wurde 2009 weitergeführt. Ziel des Projektes ist eine

nachhaltige Senkung der Fehlzeitenquote und ein möglichst

langer Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Um

den demographischen Veränderungen innerhalb und

Die zukünftige U12 unterquert die Bibliothek des 21. Jahrhunderts

außerhalb der SSB und den Entwicklungen am Arbeitsmarkt

adäquat zu begegnen, wurden die Aktivitäten zur

Führungskräfteentwicklung im Rahmen der Pro gramme

„FührenLernen“ und „FührenStärken“ ausgebaut. Damit

sollen Führungskompetenzen generiert, verbessert und

vereinheitlicht werden. Das neu aufgelegte Projekt „Employer

Branding“ hat zum Ziel, die Marke SSB auf dem

Arbeitsmarkt besser zu positionieren.

Finanzierungsperspektiven

2009 verschlechterte sich – bedingt durch die konjunkturelle

Lage – die Situation der öffentlichen Haushalte

dramatisch. Damit haben sich die Perspektiven für

die Finanzierung von zukünftigen Ausbauvorhaben im

Nahverkehr, insbesondere aber von Ersatzin vestitionen,

nicht verbessert. Eine Nachfolgeregelung für das Ende

2013 auslaufende Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz

(GVFG) ist noch nicht verabschiedet worden. Nach 2013

würde ohne Nachfolgeregelung die Zweckbindung der

Mittel für die Förderung von Infrastrukturinvestitionen

im Verkehr durch das Land Baden-Württemberg in Höhe

von 165 Mio. € entfallen. Darum bemüht sich die SSB

Der erste Hybridbus der SSB im Testbetrieb

innerhalb verschiedener Gremien um eine Weiterführung

der bestehenden Regelung. Daneben nahmen die

für den Nahverkehr reservierten Fördermittel aus dem

Regionalisierungsgesetz des Bundes sowie aus der Verbundförderung

in Baden-Württemberg ab. Die schwierige

öffentliche Haushaltssituation führt dazu, dass die

SSB bzw. die SVV laufende Ausbauvorhaben teilweise

vorfinanzieren muss. Für die Beschaffung von 20 Stadtbahnfahrzeugen

gibt es keine, für Bus beschaffungen

nur noch geringe Zuschüsse. Einziger Lichtblick war

2009 das Konjunkturpaket II, das als Zusatzförderung

einmalig deutlich höhere Fördersätze bei der Beschaffung

von sechs Buseinheiten vorsah. Ansonsten wurde

der Nahverkehr explizit von Konjunkturbeihilfen im Berichtsjahr

ausgeschlossen. Die von SSB, DB Regio und

Verband Region Stuttgart in Auftrag gegebene Prüfung

der Eignung der Verkehrsstromerhebung 2006 für den

Einnahmezuscheidungsvertrag bestätigte die bestehenden

Vertragsgrundlagen. Neue Untersuchungen sind

demnach aus Sicht der SSB AG nicht erforderlich.

Investitionen und Umweltschutz

Im Geschäftsjahr 2009 wurden 20 Stadtbahnwagen

europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die

Firma Stadler Pankow GmbH, die voraussichtlich 2012

mit der Auslieferung der neuen Fahrzeuge vom Typ DT

8.12 beginnen wird. Planmäßig wurde die Generalüberholung

von 60 Stadtbahnfahrzeugen fortgesetzt. Davon

befanden sich zum Jahresende bereits 11 Stadtbahnzüge

erfolgreich im Linieneinsatz. Bis 2013 wird die

Generalüberholung für die Fahrzeuge der mittleren

Generation abgeschlossen sein. Im Zuge des Umbaus

werden alle sanierten Fahrzeuge mit einem zeitgemäßen

Fahrgast infor mations system ausgestattet. 2009

testete die SSB als erstes Nah ver kehrs unternehmen in

Deutschland in ihren Fahrzeugen die Fahrgastinformation

mit Echtzeitumsteigebeziehungen. Ferner erprobte

man unter anderem neue Radsatzwellen, diverse Batterietypen,

Magnetschie nenbremsen sowie ölfreie Kompressoren

zur Druck luft erzeugung. Außer dem wurden

verschiedene Untersuchungen in den Bereichen Schieneninfrastruktur

und Maßnahmen zum Brandschutz

durchgeführt.

Die SSB beschaffte 2009 20 Gelenkbusse sowie vier

20-Meter-Gelenkbusse („CapaCity“), welche auf einzelnen

Linien erprobt wurden. Alle neu beschafften Fahrzeuge

sind mit optimierter Abgasnach behandlung EEV

(Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) ausgestattet.

Im Jahr 2010 wird der Gesamtbestand nur noch aus

fahrgastfreundlichen Niederflurfahrzeugen bestehen.

Ende 2009 setzte die SSB als europaweit erste Stadt auf

der Innenstadtbuslinie 42 probeweise einen Citaro-

BlueTec-Hybridgelenkbus ein. Die SSB nimmt am Projekt

Elektromobilitätsregion des BMVBS teil und wird

dazu fünf Hybridbusse beschaffen. Außerdem wurden


Lagebericht 12 13

Lagebericht

verschiedene Untersuchungen zur Senkung des Primärenergieverbrauchs

und zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes

durchgeführt. Diese betrafen insbesondere

Maßnahmen zur Stickstoffdioxidreduzierung, zum

Einsatz synthetischen Kraftstoffes als auch zur Erprobung

neuartiger Getriebe. Außerdem wurde der testweise

Einsatz des Vordereinstiegs im Bus auf weitere

Linien ausgeweitet.

Als erstes Nahverkehrsunternehmen in Deutschland

hat die SSB im Januar 2009 ein kostenloses ÖPNV-

Navigationssystem für Stuttgart und Region entwickelt.

Bereits rund 10.000 Nutzer des Mobil telefons iPhone

hatten sich im August das Programm „Fahr-Info Stuttgart“

beschafft. Damit wird dem Kunden der Zugang

zum ÖPNV weiter erleichtert.

Nachhaltigkeit

Obwohl sich die SSB bereits in der Vergangenheit

zum Umwelt- und Klimaschutz bekannt hat, wurde

Nachhaltigkeit 2006 als ein strategisches Unternehmensziel

festgelegt. 2007 wurde die SSB Vollmitglied

der UITP-Nachhaltigkeitscharta. Sie hat sich damit

ver pflichtet, die Prinzipien der Nachhaltigkeit in ökonomischen,

öko lo gischen und sozialen Belangen einzuhalten.

Kontinuierlich werden umfangreiche Maßnahmen

zur Sicherung dieser Ziele durchgeführt. Die SSB

bekennt sich zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung

in allen Bereichen und wird diese konsequent

weiter betreiben.

Tochter- und Beteiligungsgesellschaften

SSB Reisen GmbH

Die SSB Reisen GmbH konnte 2009 im Eigenveranstaltungsbereich

eine Umsatzsteigerung von 3,1 %

errei chen. Diese Entwicklung ist beachtlich vor dem

Hintergrund, dass das Jahr 2009 für die gesamte Reisebranche

alles andere als zufriedenstellend beurteilt

wird. Bei den Vermittlungsleistungen, Touristik und

Deutsche Bahn sowie insbesondere dem Flugbereich

waren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise deutlich

zu spüren. Geringere Erträge beim Finanzergebnis

konnten durch Kostenreduzierungen kompensiert werden.

Das Ergebnis 2009 lag mit 91 T€ im Rahmen der

beiden Vorjahre. Der verstärkte kurz fristige Buchungstrend

des Sommers 2009 wird sich nach allgemeiner

Einschätzung fortsetzen. Insofern muss von keinen

nennenswerten Umsatzeinbußen im Jahr 2010 ausgegangen

werden.

Switch Transit Consult GmbH

Das Unternehmen wurde mit Wirkung zum 1. Juli

2009 liquidiert. Die Anmeldung der Liquidation erfolgte

durch die Geschäftsführung. Das Unternehmen wird

vom Hauptgesellschafter der DS Infra formal bis 30.

Juni 2010 weitergeführt.

Risiko- und Chancenmanagement

Das Risiko- und Chancenmanagement ist fester Bestandteil

der SSB-Steuerungssysteme.

Neben der Identifikation und Analyse (Risikoinventur)

sind die Be wertung und Messung (Quantifizierung)

sowie das Reporting und die Steuerung der Risiken

wesent liche Voraussetzungen zur Beur tei lung der Risikotragfähigkeit

auf Grundlage der Unternehmens ziele

und Risikostrategien.

Zur Sicherstellung einer effektiven Risikoinventur

muss eine vollständige Erfassung aller bestehenden und

potenziellen Risiken des Unternehmens durchgeführt

werden. Dies erfordert die Einbindung aller Unternehmensbereiche.

Die Quantifizierung der Risiken durch

Be wertung und Abschätzung aller Eintrittswahrscheinlichkeiten

und möglichen Schadenshöhen wird auf

Grundlage einer „Experten schätzung“ vorgenommen.

Der CapaCity hat sich im Alltagsverkehr bestens bewährt

Eine Übersicht der Risikoverteilung über alle Risiken

hinweg verdeutlicht dem Vorstand danach die Gesamtsitua

tion des Unternehmens.

Organisatorisch ist der gesamte Risikomanagementprozess

im zentralen Controlling verankert. Eine Verfahrensdokumentation

regelt alle Zuständigkeiten und

Verantwortlichkeiten der Risikobearbeitung und -minimierung.

Bestandsgefährdende Risiken unterliegen ei-

ner besonderen, meist Kennzahl gestützten Beobachtung

und Kontrolle.

Ein wesentliches Augenmerk wurde in 2009 auf

die Pandemie vorsorge gelegt, um auch bei einem seuchenmäßigen

Ausbruch der Schweinegrippe einen

öffent lichen Nahverkehr in Stuttgart zu gewährleisten.

Aber auch die Verbesserung der Sicherheit in Tunneln

und die EU-Rechtskonformität waren zentrale Umsetzungspunkte.

Darüber hinaus ergaben sich keine bedeutenden

Risiken, die von der SSB als unbeherrschbar eingestuft

werden.

Immer stärkere Bedeutung erlangt ein Gefahrenpotenzial,

das darin besteht, dass Chancen nicht

oder nicht rechtzeitig erkannt und konsequent umgesetzt

werden.

Zum weiteren Einflussbereich des Risikomanagements

zählt auch das Compliance Management.

Darunter wird die Einhaltung des Public Corporate

Governance Kodex und die im Jahr 2009 verbind lich


Lagebericht 14 15

Lagebericht

eingeführte Verhaltensrichtlinie sowie der Geschäftspartnerkodex

verstanden. Beide Vorschriften sollen die

gegenseitigen Erwartungen und Verpflichtungen nach

innen in Richtung Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,

außen zu Kunden und Lieferanten konkretisieren.

Alle gewonnenen Erkenntnisse haben im Rahmen des

Risikohandlings direkten Einfluss auf die Wirtschaftsplanung.

Der Prüfungsausschuss beschäftigt sich in regelmäßigen

Abständen mit der Risikoinventur und den daraus

resultierenden Aktivitäten zur Risikobegrenzung.

Wesentliche Risiken wurden bzw. werden demnach

in EU-Rechtsänderungen, den Veränderungen im Personenbeförderungsgesetz

sowie dem Auslauf der GVFG-

Förderung bzw. dessen Nachfolge regelung gesehen.

Wie die SSB diesen Risiken begegnet, ist unter den

Punkten „Rahmenbedingungen“ und „Vermögens-, Finanz-

und Ertragslage“ beschrieben.

Für Preisänderungsrisiken in der Beschaffung von

wesentlichen Aufwandspositionen wie Strom und Diesel

ist ein Großteil der Verbräuche durch Rohwarenswaps

in den kommenden Jahren abgesichert.

Damit sind aus heutiger Sicht für alle bekannten Risiken,

auch unter Berücksichtigung ihrer kumulativen

Wirkung, notwendige Maßnahmen ergriffen worden,

um deren bestandsgefährdendes Potenzial zu minimieren.

Finanzierbare Chancen wurden und werden konsequent

genutzt.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag ergaben sich keine wesentlichen

Erkennt nisse oder Entwicklungen, die Auswirkungen

auf die Lage der Gesellschaft hätten.

Zukünftige Entwicklung

Im Jahr 2010 werden voraussichtlich brutto 169,8

Mio. € in Sachanlagen der SSB investiert, wovon lediglich

35 % der Investitionssumme über Zuschüsse finanziert

werden. Dies betrifft mit 81,7 Mio. € vor allem die

umfangreichen Aus- und Neubauten am Streckennetz

der Stadtbahn. Dies entspricht einem Anteil von rund

50 %. Schwerpunkte bilden der Bau der Strecke nach

Stammheim und zum Fasanenhof-Ost sowie die ersten

Baumaßnahmen an der Stadtbahnlinie U12. Investitionen

in Grundstücke und Gebäude erfordern brutto rund

19,5 Mio. €. Insbesondere der Bau des Infrastrukturbauhofes

in Wangen, die Bebauung am Bahnhof Möhringen

und die Instand haltung von Haltestellen benötigen

Investitionsmittel. Zudem wird die SSB 20 neue Stadtbahnen,

neue Niederflurbusse sowie fünf Hybridbusse

beschaffen, wofür voraussichtlich 47,8 Mio. € bereitzustellen

sind. Weitere Investitionen entfallen auf gleis-

und elektrotechnische Anlagen und auf Betriebs- und

Geschäftsausstattung.

Die Fahrgeldeinnahmen werden nach der Tarifanpassung

von 2,4 % zum Jahr 2010 brutto mit 188,1 Mio. €

veranschlagt. Jedoch muss infolge der Wirtschaftskrise

von einer stagnierenden Fahrgastentwicklung ausgegangen

werden, weshalb eine Zunahme bei den Fahrgeldeinnahmen

wohl hauptsächlich durch Preiseffekte

zustande kommen wird. Die Abgeltungs- und Ausgleichsleistungen

werden sich weitgehend auf Vorjahresniveau

bewegen. Es wird mit Gesamterträgen von

rund 292 Mio. € gerechnet, denen Aufwendungen von

circa 315 Mio. € gegenüberstehen. Daraus ergibt sich

ein Ausgleichsanspruch an den Eigentümer in Höhe von

rund 23 Mio. €. Das prognostizierte Defizit wird daher

nach den guten Ergebnissen 2008 und 2009 im Jahr

2010 wieder ansteigen.

Auch in den Folgejahren wird der Ausgleichsanspruch

infolge struktureller Faktoren weiter zunehmen.

Diese betreffen insbesondere den Ausbau des Netzes

und des Angebotes aber auch in steigendem Maße

erforderliche Ersatzinvestitionen in Infrastruktur, Gebäude

und Fahrzeuge, was auch den Kapitaldienst

überdurchschnittlich beeinflussen wird. Damit muss

mittel fristig von einem Anstieg der Fremdkapitalquote

ausge gangen werden. Außerdem muss inflationsbedingt

von steigenden Mitarbeiterentgelten und Materialkosten

ausgegangen werden. Des Weiteren erhöhen

sich auch die absoluten Belastungen aus den Verpflichtungen

an die Zusatzversorgung.

Die neue „Markthalle West“ am Vogelsang wird im Juli 2010 eröffnet

Chancen ergeben sich durch die Möglichkeit der Gewinnung

neuer Fahrgäste infolge der Neubaumaßnahmen

und des zielge richteten Ausbaus der Qualität, die

auch über Marketingmaßnahmen weiter verstärkt

werden soll. Dennoch kann wegen des weit ge hend abgearbeiteten

Restrukturierungsprozesses sowie der

künftigen finanziellen Herausforderungen nur bedingt

Planungssicherheit gewährleistet werden.

Stuttgart, 31. März 2010

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Wolfgang Arnold

Reinhold Bauer

Dr. Peter Höflinger


Bericht des Aufsichtsrats 16 17

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach dem Gesetz, der

Satzung und dem Corporate Governance Kodex der SSB

AG obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2009

wahrgenommen. Er hat die Führung des Unternehmens

durch den Vorstand überwacht und diesen beraten. Der

Vorstand hat das Gremium regelmäßig in meist schriftlichen,

aber auch mündlichen Berichten über den allgemeinen

Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage der

Gesellschaft bzw. deren Tochter- und Beteiligungs gesellschaften,

die Unternehmensplanung, das Risiko- und

Chancenmanagement, den Public Corporate Governance

Kodex und alle wesentlichen Geschäftsvorfälle zeitnah

und umfassend unterrichtet. Die nach der Geschäftsordnung

zustimmungspflichtigen Vorgänge sind dem

Gremium rechtzeitig und umfassend vorgelegt worden.

Der Vorsitzende hat auch außerhalb der Sitzungen des

Aufsichtsrats die Interessen der Gesellschaft vertreten.

Neben der regulären Hauptversammlung am 28. Juli

2009 fand am 29. September 2009 eine außerordent-

Der Probebetrieb zum Vordereinstieg beim Bus erfolgt auf ausgewählten Linien

liche Hauptversammlung statt. Diese wurde als Ergebnis

der Gemeinderatswahl vom 7. Juni 2009 notwendig, da

sich die Zusammensetzung der von der Landeshauptstadt

Stuttgart zu entsendenden Aufsichtsratsmitglieder

geändert hat. Zum 19. August 2009 haben daher

Frau Ursula Marx und die Herren Prof. Dr. Kußmaul und

Roland Schmid den Aufsichtsrat sowie Frau Rose von

Stein und Herr Wolfgang Schanz den Beratenden Ausschuss

verlassen.

Mit Zustimmung der außerordentlichen Haupt versammlung

am 29. September 2009 wurden auf Grundlage

des Gemeinderatsbeschlusses vom 17. September

2009 Frau Clarissa Seitz sowie die Herren Jochen Stopper

und Dr. Günter Stübel neu in den Aufsichtsrat gewählt.

Gleichzeitig wurden in den Beratenden Ausschuss Frau

Dr. Roswitha Blind und Frau Ulrike Küstler entsandt.

Im Geschäftsjahr 2009 wurden vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen

und eine außerordentliche Sitzung

einberufen. Zusätzlich trat der Restrukturierungsausschuss

viermal und der Personal- und Prüfungsausschuss

jeweils zweimal zusammen.

In der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am

21. Dezember 2009 wurde als Nachfolger des zum 31.

Juli 2010 altershalber ausscheidenden Herrn Dr. Peter

Höflinger Herr Jörn Meier-Berberich als neu er kaufmännischer

Vorstand bestellt. Herr Meier-Ber berich wird die

Arbeit als stellv. Vorstand zum 1. Mai 2010 aufnehmen.

Zur Auswahl eines dafür geeigneten Kandidaten

tagte der Personalausschuss am 1. und 11. Dezember

2009 und formulierte dem Aufsichtsrat eine entsprechende

Empfehlung.

Der Restrukturierungsausschuss behandelte in sei nen

Sitzungen (6. März, 3. April, 19. Juni und 28. Juli 2009)

neben der Umsetzung weiterer Einsparpotenziale auch

strategische Fragestellungen zur Organisation und Wiederbesetzung

der kaufmännischen Vorstands-Position.

Der Prüfungsausschuss trat zu zwei Sitzungen

(17. Juni und 16. November 2009) zusammen. Neben

jahresabschlussrelevanten Themen wurden Wirtschaftspläne,

das Risikomanagement sowie finanzielle und

steuer liche Fragestellungen behandelt. Darüber hinaus

wurde die Auswahl des turnusmäßig wechselnden Abschlussprüfers

vorgenommen.

Über die Inhalte, Empfehlungen und Ergebnisse der

einzelnen Ausschüsse wurde im Gesamtgremium des

Aufsichtsrats informiert und diskutiert.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009 wurde

rechtzeitig aufgestellt und wird im elektronischen Bundesanzeiger

veröffentlicht. Gemäß § 170 AktG hat der

Vorstand den Jahresabschluss 2009 unmittelbar nach

seiner Aufstellung dem Aufsichtsrat, vorbehaltlich der

späteren Feststellung, zugesandt.

In der Hauptversammlung am 28. Juli 2009 wurde

die KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Stuttgart,

mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2009 und

der besonderen Berichterstattung über die Prüfung

nach § 53 HGrG beauftragt.

Sie hat den Jahresabschluss und den Lagebericht

zum 31. Dezember 2009 eingehend geprüft und mit einem

uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Bericht des Abschlussprüfers wurde allen Mitgliedern

des Aufsichtsrats übergeben und im Prüfungsausschuss

sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am

18. Juni 2010 in Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers

erörtert und zur Diskussion gestellt. Wesentliche Einwendungen

ergaben sich dabei nicht. Der Aufsichtsrat

schloss sich den Prüfungsergebnissen an und hat daher

den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum

31. Dezember 2009 gebilligt und erklärt sich mit dem

Bericht des Vorstands einverstanden. Der Jahresabschluss

ist damit nach § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt insbesondere Herrn Dr. Höflinger

für die langjährige herausragende kaufmännische

Leitung des Unternehmens, aber auch seinen ausgeschiedenen

Mitgliedern, den übrigen Vorständen und

allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für deren großes

Engagement bei der Positionierung der SSB AG als

verlässlicher Anbieter eines qualitativ hoch stehenden

Nahverkehrs in Stuttgart und in der Region.

Stuttgart, 21. Juni 2010

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats

Dr. Wolfgang Schuster

Oberbürgermeister Landeshauptstadt Stuttgart


Bericht des Vorstands 18 19

Bericht des Vorstands

Bericht des Vorstands

Strategische Steuerung

Nachdem im Vorjahr umfassende Veränderungen an

der Balanced Scorecard (BSC) vorgenommen worden

waren, erfolgten 2009 lediglich einige Anpassungen der

definierten Zielausprägungen. Grundsätzlich blieben

die Ziele innerhalb der vier Perspektiven Eigentümer,

Kosten, Mitarbeiter und Markt/Kunden bestehen. Über

eine Kaskadierung der BSC werden die Unternehmensziele

auf die einzelnen Bereiche heruntergebrochen. Die

BSC orientiert sich an dem Strategiepapier der SSB, mit

dem im Jahr 2007 die langfristige Ausrichtung des Unternehmens

festgelegt wurde.

Die Ergebnisse der SSB-internen Qualitätsbetrachtungen

liegen für das vergangene Berichtsjahr mit dem

Qualitätsbericht 2009 vor. Aufbauend auf dem Regelkreis-Modell

zur Dienstleistungsqualität, das die Sicht

des Kunden und der SSB miteinander verbindet, wurden

verschiedene Quellen und Instrumente zur Messung der

Qualität herangezogen. Ausgangspunkt aller Betrachtungen

zum unternehmerischen Qualitätsmanagement

ist der Kunde und die mit ihm verbundene Zahlungsbe-

reitschaft. Dessen Wahrnehmungen und Erwartungen

müssen mit den Erfordernissen eines wirtschaftlichen

und leistungsorientierten Dienstleistungsangebotes in

Einklang gebracht werden. Die Untersuchungen im

Rahmen des Qualitätsberichts umfassten alle Aspekte

der Leistungserbringung und bescheinigten der SSB

fast durchweg gute Ergebnisse. Besondere Schwerpunkte

lagen im Jahr 2009 bei den Themen Sauberkeit

(Versuch „Mobile Reinigung“ in Fahrzeugen) und Fahrgastinformation

im Störungsfall.

Im Jahr 2009 wurde das Controlling des Projektmanagements

bei der SSB erweitert. Es wurden Verfeinerungen

am Verfahren der Projektplanung vorgenommen,

die eine exaktere Ressourcenplanung ermöglichen.

Die Planungen, Durchführungen und Ergebnisse von

Projekten konnten durch die Vorgaben des organisierten

SSB-Projektmanagements im Berichtsjahr verbessert

werden.

Restrukturierung

2009 wurde die Restrukturierung der SSB mit verschiedenen

Projekten fortgesetzt. Weitere Einsparungen

konnten durch Fortschreibung laufender Vorhaben

und die Abarbeitung neuer Maßnahmen realisiert werden.

Beispielsweise wurde das Projekt zur Optimierung

der Dienst- und Umlaufplanung im Stadtbahn- und

Busbetrieb fortgesetzt, ebenso ein Projekt über Bereitschaftsdienste

in der Infrastruktur-Instandhaltung. Im

Mai wurde der Testbetrieb eines Vordereinstiegs beim

Bus auf sieben Linien eingeführt. Darüber hinaus wurden

im Berichtsjahr die Auswirkungen des Großprojekts

Stuttgart 21 auf das Leistungsangebot der SSB und die

Kostenregelung mit dem Bauträger Deutsche Bahn AG

weiter konkretisiert. In diesem Zusammenhang wurde

der Prozess der Identifizierung des Ressourcen- und Finanzierungsbedarfs

für die Folge- und Ergänzungsmaßnahmen

und deren Einfluss auf die Restrukturierung

weiter vorangetrieben.

Die SSB verfügt insgesamt noch über offene Einsparungspotenziale,

jedoch wurden wesentliche Maßnahmen

in großen Teilen bereits abgeschlossen. Im Hinblick

auf notwendige Ersatzinvestitionen, Neu- und Ausbaumaßnahmen,

sinkende Zuschüsse und steigende Tariflöhne

gibt es keine Alternative zu einer Fortsetzung der

Restrukturierung. Da die Ausgaben auch langfristig die

Der zukünftige Trassenverlauf der Bahnstrecke am Hauptbahnhof

Einnahmen deutlich übersteigen werden, muss eine Neuausrichtung

erfolgen. Dazu wurden erste Überlegun gen

im Berichtsjahr angestellt. Ziel ist es, auf einer langfristig

soliden Basis die bewährte Dienstleistungsqualität

zu erhalten und zielgerichtet auszubauen und den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern auch künftig attraktive

Arbeits- und Entwicklungsbedingungen zu bieten.

Angesichts des altersbedingten Ausscheidens des

Kaufmännischen Vorstands Mitte 2010 beschloss der

Restrukturierungsausschuss im April die künftige Ausgestaltung

der Führungsstrukturen bei der SSB überprüfen

zu lassen. Eine Projektarbeitsgruppe mit Vertretern

von SSB und einer externen Beratung wurde

installiert, die in einem dreistufigen Verfahren eine Entscheidungsvorlage

für den Aufsichtsrat ausarbeiten

sollte. Nach der Klärung von Rahmen- und Umfeldbedingungen

der SSB wurden auf der Basis einer Organisationsanalyse

Gestaltungsempfehlungen für die künftige

Führungsstruktur erarbeitet. Die Untersuchungen

ergaben, dass die SSB mit einem Dreiervorstand die

künftigen Herausforderungen am besten bewältigen

könnte. Der Personalausschuss des Aufsichtsrates folgte

im Juli den Empfehlungen des Restrukturierungsausschusses

und schrieb die Stelle des Kaufmännischen

Vorstands aus. Zum Jahresende wurde die betreffende

Position durch den Aufsichtsrat mit Wirkung zum Sommer

2010 neu besetzt.

Stuttgart 21

Im April 2009 wurde seitens der Projektpartner die Finanzierungsvereinbarung

unterschrieben und zum Jahresende

die Finanzierung des Gesamtprojekts abschließend

geklärt. Anfang 2010 konnte somit mit dem Bau

des neuen Bahnhofs begonnen werden. Stuttgart 21

bedeutet für die SSB sowohl Herausforderung als auch

Chance. Erwartet wird infolge verbesserter Angebote

ein nachhaltiger Fahrgastzuwachs. Zudem wird die SSB

ihr Know-how zum Nutzen ihres Eigentümers einbringen,

da durch Veränderung ihrer Anlagen die baulichen

Voraussetzungen für das Projekt geschaffen werden müssen.

Darum wurden mit dem Bauherren Deutsche Bahn

AG im Berichtsjahr auf Grundlage des EKrG die Verhand-

Vertragsunterzeichnung zur Finanzierungsvereinbarung Stuttgart 21

lungen über eine Kreuzungsvereinbarung sowie über

die Baudurchführung der Folgemaßnahmen „Heilbronner

Straße“ und „Staatsgalerie“ weitergeführt. Au ßerdem

wurden die Bauarbeiten und Planungen für die

Ergänzungsmaßnahmen intensiviert. So konnten die Rohbauten

für die Tunnelblöcke unter der neuen Bibliothek

und unter der Moskauer Straße fertiggestellt werden.

Diese sind Teil der neuen Stadtbahnstrecke U12 zwischen

dem Hauptbahnhof und der Nordbahnhofstraße, die

mit der neuen Haltestelle Budapester Platz die Baugebie-


Bericht des Vorstands 20 21

Bericht des Vorstands

te A1 und A2 erschließen wird. Einer Weiterführung der

künftigen Linie U12 vom Löwentor zum Hallschlag wurde

vom Gemeinderat die Zustimmung erteilt. Die erforderliche

Planfeststellung soll 2010 erfolgen. Es ist geplant, die

Linie im Norden bis ins Neckartal und im Süden bis nach

Dürrlewang weiterzuführen. Im Kontext der Ergänzungsmaßnahmen

ist auch die für 2010 geplante Verlegung

der Haltestelle Wilhelma an der Linie U14 wegen des

Baus des Rosensteintunnels zu sehen. Grundsätzlich hat

die SSB das Ziel, alle Ausbau- und Umbaumaßnahmen

mit möglichst geringen Auswirkungen für ihre Kunden,

aber auch für die Anwohner, durchzuführen und einen

reibungslosen Linienbetrieb zu gewährleisten.

Schienenverkehr

Im Jahr 2009 befanden sich folgende Stadtbahnvorhaben

in Planung und Bau:

■ Stadtbahnlinie U6: 2009 konnten die Arbeiten an

dem 1 Kilometer langen Tunnelrohbau durch das

Wohn gebiet im Stadtteil Fasanenhof erfolgreich ab-

geschlossen werden. Es wurden erste Ausbauarbei-

ten an den Haltestellen vorgenommen und die Arbeiten

an Überwegen und Gleisen in den oberirdischen

Abschnitten beendet. Außerdem wurde der Ausbau

der Haltestelle Möhringen-Freibad für den 80-Meter-

Zug-Betrieb voran getrieben. Die Strecke zum Fasanenhof-Ost

soll voraussichtlich im Dezember 2010 in

Betrieb genommen werden. Über eine Weiterführung

der Linie U6 zur Landesmesse bzw. nach Neuhausen,

für die als Aufgabenträger der Landkreis

Esslingen zuständig ist, muss noch entschieden werden.

Hierzu bedarf es weiterer Untersuchungen über

Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit.

■ Stadtbahnlinie U15: Der Neubau der Strecke zwischen

Zuffenhausen und Stammheim wurde im Jahr

2009 fortgesetzt. Die Bauarbeiten an dem 1,4 Kilometer

langen Tunnel in Zuffenhausen befinden sich

größtenteils im Plan. Der Kelterplatz konnte im Oktober

für den Individualverkehr freigegeben werden.

Nach Abschluss eines Rechtsverfahrens konnten die

baulichen Voraussetzungen für die weiteren Maßnahmen

geschaffen werden. Der stadtbahntechnische

Ausbau der Strecke nach Stammheim beginnt voraussichtlich

2010. Mit der Inbetriebnahme des

Nordastes der Linie U15 kann in der zweiten Jahreshälfte

2011 gerechnet werden.

■ Barrierefreie Hochbahnsteige: Im Jahr 2009 sind

nahezu alle Stadtbahnhaltestellen für mobilitätseingeschränkte

Personen bequem zu erreichen. Lediglich

die Haltestellen Badstraße und Augsburger Platz

an der Linie U13 erfordern noch den Einsatz von

Klapptrittstufen in den Stadtbahnfahrzeugen. Nachdem

der Gemeinderat zum Jahresende Lösungen

für beide Haltestellen zugestimmt hatte, kann

das Stadtbahnnetz 2010 mit Hochbahnsteigen vervollständigt

werden. Zudem sollen die Haltestellen

Maybachstraße und Österreichischer Platz sowie die

Haltestellen Türlenstraße und Staatsgalerie im Zuge

von Stuttgart 21 mit Aufzügen ausgerüstet werden.

Die Maßnahmen werden in den kommenden Jah -

ren umgesetzt.

Zum Fahrplanwechsel 2010/11 wird das Stadt bahnliniennetz

neu konfiguriert. Betroffen davon werden die

Linien U2, U4, U5, U6 und U7 sein. Das neue Konzept

sieht einen Betrieb mit 80-Meter-Zügen nach Mönchfeld

vor, weshalb zwischen Pragsattel und der Endhaltestelle

Mönchfeld die Hochbahnsteige der Haltestellen

verlängert werden. Die Baumaßnahmen wurden bereits

2008 begonnen und sollen bis Mitte 2010 abgeschlossen

sein. Außerdem geht in den nächsten Jahren nach

Abschluss aller Baumaßnahmen die Linie U12 in Betrieb.

Busverkehr

Zum Jahresfahrplan 2009 gab es einige nachfrageabhängige

Änderungen im Nachtbusnetz, im Filderbusnetz,

in Bad Cannstatt und in Vaihingen. Der Einsatz des

Linientaxis zwischen Degerloch und Ruhbank wurde

fortgeführt. Darüber hinaus führte die SSB erfolgreich

den Betrieb eines EnBW-Werksbusses von Degerloch

zum Fasanenhof-Ost durch. Dieser ergänzende Verkehr

soll bis zur Inbetriebnahme der verlängerten Stadtbahnlinie

U6 angeboten werden. Ebenso wurde der

Ersatzverkehr mit Bussen für die in Bau befindliche

Stadtbahnlinie U15 zwischen Zuffenhausen und Stammheim

weitergeführt.

Hinsichtlich der Barriere-Freiheit des Busverkehrs

wurden 2009 mehrere Haltepunkte im SSB-Netz umgebaut.

Bis 2011 wird die gesamte Busflotte aus Niederflurfahrzeugen

bestehen. Die Fahrzeuge erfüllen dann

alle technischen Standards für die Beförderung mobilitätseingeschränkter

Personen. In Zusammenarbeit

mit der Stadt Stuttgart konnten 2009 die Planungen

verstärkt werden, um die Bushaltestellen in der Innenstadt

in den kommenden Jahren vollständig barriere frei

auszubauen. Hierzu wurde eine Prioritätenliste erstellt.

Außerdem wurde die Weiterentwicklung der Integrierten

Verkehrsleitzentrale (IVLZ) im Rahmen der Aktivitäten

für die Beschleunigung des Linienbusverkehrs vorangetrieben.

Die Maßnahmen zur Busbevorrechtigung

erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den städtischen

Ämtern. Diese betreffen insbesondere die Innenstadt

und die südlichen Stadtbezirke. Außerdem wurden in

Kooperation mit der Polizei Schwerpunktaktionen gegen

Falschparker an Haltestellen und auf Busspuren

durchgeführt. Der Testbetrieb für den Vordereinstieg im

Bus wurde zunächst auf drei Linien auf genom men und

im Herbst 2009 auf vier weitere Linien ausgedehnt. Die

Erfahrungen sind gut, die Beanstandungsquote ging

zurück und der Ticketverkauf beim Fahrpersonal und an

Automaten hat zugenommen. Die Resonanz bei Fahrgästen

und in den Medien war weitgehend positiv.


Bericht des Vorstands 22 23

Bericht des Vorstands

Hochbauaktivitäten

Bis zum Jahresende 2009 konnten nahezu alle Neubauwohnungen

in der Holdermannstraße am Möhringer

Bahnhof verkauft oder vermietet werden. Die Bauvorhaben

in der Probststraße wurden 2009 auf zwei Baufeldern

erfolgreich abgeschlossen. Ein Großteil der über

eine umweltfreundliche Geothermieanlage beheizten

Wohneinheiten wurde bereits verkauft. Ein weiteres

Baufeld wird 2010 baulich erschlossen. Ebenso soll der

Filderbahnplatz mit zwei Wohn- und Geschäftsgebäuden

neu gestaltet werden. Im Juni begannen die Bauar-

SSB-Hochbaumaßnahmen an der Probststraße am Möhringer Bahnhof

beiten für die neue „Markthalle West“ im Vogelsang.

Ende des Jahres wurden der Rohbau und die Tiefgarage

fertiggestellt. Voraussichtlich 2011 soll die alte Bauernmarkthalle

abgerissen werden. Die Detail-Planungen

für eine Neukonzeption des Geländes am Ostendzentrum

in Stuttgart-Ost wurden 2009 weiter vorangetrieben.

Eine Umsetzung wird voraussichtlich nicht vor

2013 erfolgen. Die erste Stufe des Umbaus des Gleisbauhofes

in Wangen in einen modernen Infrastrukturbauhof

verlief reibungslos. Der Rohbau wurde im Frühjahr

fertiggestellt und es gab erste Umzüge in die neue

Werkstatthalle. Mit der vollständigen Inbetriebnahme

des ersten Abschnitts ist im Juni 2010 zu rechnen.

Straßenbahnwelt

Im Juli wurde die neue Straßenbahnwelt im denkmalgeschützten

ehemaligen Betriebshof in Bad Cannstatt

eingeweiht. Hierzu wurde die untere Halle

vollständig saniert, in der die vom ehemaligen Zuffenhausener

Museum überführten historischen Straßenbahnen

ausgestellt sind. Die Straßenbahnwelt konnte

inklusive historischem Fahrbetrieb mit guten Besucherzahlen

ihren Erwartungen gerecht werden. Betreiber

des Museums ist die SSB mit Unterstützung des Vereins

Stuttgarter Historische Straßenbahnen. Grundlage der

Zusammenarbeit ist eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung.

Parallel dazu starteten die Sanierungsarbeiten

an der oberen Halle, die auch eine Beseitigung von

Kontaminationen des Untergrundes beinhalten. Die

Straßenbahnwelt soll in Zukunft einmal in das geplante

Mobilitätserlebniszentrum integriert werden.

Auszeichnungen

2009 nahm die SSB wieder an der jährlichen Erhebung

der Kundenzufriedenheit mit der Dienstleistungsqualität

von 20 Verkehrsunternehmen teil. Hierzu wurden

350 Fahrgäste im ersten Halbjahr telefonisch

befragt. Dabei konnte die SSB wieder mit sieben Medaillen

in 30 verschiedenen Kategorien punkten. Mit

dem ersten Rang bei Komfort und Ausstattung der Haltestellen,

vier zweiten Plätzen, zwei dritten Plätzen und

einem neunten Platz in der Endabrechnung schnitten

wir gut ab.

Bei der Bürgerumfrage der Landeshauptstadt Stuttgart,

die 2009 bereits zum fünften Mal durchgeführt

wurde, belegten die öffentlichen Verkehrsmittel bei der

Zufriedenheit mit den Lebensbereichen in Stuttgart den

zweiten Platz hinter den Einkaufsmöglichkeiten. Damit

behauptete der ÖPNV bei den rund 9.000 repräsentativ

Befragten zum fünften Mal in Folge seine Stellung als

beste öffentliche Dienstleistung in Stuttgart.

Zum Jahresende 2009 nahm die SSB an dem erstmals

durchgeführten Wettbewerb „Stuttgarts bester

Arbeitgeber“ teil, bei dem Arbeitnehmer von 27 teilnehmenden

Unternehmen anonym zu ihrer Zufriedenheit

mit ihrem Arbeitgeber befragt wurden. Die SSB belegte

dabei einen guten fünften Platz. Zudem erhielt die SSB

einen Sonderpreis für die „Wahrnehmung der Unternehmerpersönlichkeit“.

Die jung gebliebene Zahnradbahn im 125. Lebensjahr


Vermögens- und Ertragslage 24 25

Vermögens- und Ertragslage

Vermögens- und Ertragslage

Bilanzvergleich

2009 2008 2007 2006 2005

T€ % T€ T€ T€ T€

Anlagevermögen 449.380 74 423.889 423.547 440.042 443.331

Vorräte

Forderungen und sonstige

27.220 39.459 33.006 26.513 20.918

Vermögensgegenstände 109.438 144.978 148.603 107.988 79.705

Flüssige Mittel 21.276 9.885 13.690 12.136 24.344

Umlaufvermögen 157.934 26 194.322 195.299 146.637 124.967

Aktiva 607.314 100 618.211 618.846 586.679 568.298

Eigenkapital

Sonderposten mit

152.127 25 152.127 152.127 152.127 152.127

Rücklageanteil 4.104 1 4.104 4.104 3.619 0

Langfristiges Fremdkapital 289.811 47 295.160 281.960 286.322 278.451

Kurzfristiges Fremdkapital 161.272 27 166.820 180.655 144.611 137.720

Passiva 607.314 100 618.211 618.846 586.679 568.298

Ergebnisvergleich

2009 2008 2007 2006 2005

T€ % T€ T€ T€ T€

Erlöse Linienverkehr 166.133 63 163.883 158.543 153.362 146.200

Abgeltungen 61.919 24 61.744 61.580 61.394 59.327

Sonstige betriebliche Erträge 44.225 17 38.509 46.866 40.129 43.286

Bestandsveränderung,

aktiv. Eigenleistung -9.804 -4 6.090 9.065 9.443 5.071

Betriebliche Erträge 262.473 100 270.226 276.054 264.328 253.884

Materialaufwand 88.608 34 92.632 113.676 97.200 86.290

Personalaufwand 145.745 56 139.111 132.420 135.886 136.761

Abschreibungen

Sonstige betriebliche

35.165 13 32.995 34.287 31.913 31.696

Aufwendungen 22.908 9 26.106 24.208 20.989 21.761

Leistungsbezogener Aufwand 292.426 111 290.844 304.591 285.988 276.508

Betriebsergebnis -29.953 -11 -20.618 -28.537 -21.660 -22.624

Finanzergebnis -3.670 -1 -918 -1.265 -2.533 -3.286

Unternehmensergebnis -33.623 -13 -21.536 -29.802 -24.193 -25.910

Neutrales Ergebnis 14.953 6 2.662 6.665 1.461 1.408

Ausgleichsanspruch -18.670 -7 -18.874 -23.137 -22.732 -24.502


Personal- und Sozialbericht 26 27

Personal- und Sozialbericht

Personal- und Sozialbericht

Unternehmen und Mitarbeiter/-innen

– gemeinsam auch in Zukunft erfolgreich

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SSB als

eines der besten Nahverkehrsunternehmen sind mit ihrem

Engagement und ihren Leistungen die Basis

unseres Erfolges. Die SSB versucht durch entsprechende

Rahmenbedingungen ein Arbeitsumfeld zu schaffen,

das den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg fördert.

Hierzu befähigen eine offene Informations- und Kommunikationspolitik,

die vertrauensvolle Zusammenarbeit

mit dem Betriebsrat, eine gelebte mitarbeiterorientierte

Führung auf allen Ebenen und die individuelle

Förderung der Beschäftigten.

Attraktiver Arbeitgeber SSB

Trotz steigender Arbeitslosigkeit im Großraum Stuttgart

konnten wir erneut unsere Präsenz auf dem Arbeitsmarkt

stärken. Es erfolgten 139 Neueinstellungen,

wie im Vorjahr vorwiegend als Ersatz für die altersbedingte

Fluktuation, aber auch für zusätzliche Aufgaben

durch die Erweiterung des Stadtbahnnetzes. Die Bekanntheit

der SSB als zuverlässiger Arbeitgeber mit interessanten

und vielfältigen Aufgaben ermöglichte,

geplante Neueinstellungen vollständig zu realisieren.

Blutdruckmessung: eines der vielen Angebote beim

Gesundheitstag der SSB

Führungskräfteentwicklung

Das Basisprogramm „FührenStärken“ für alle Führungskräfte

der SSB konnte im Jahr 2009 weitgehend

abgeschlossen werden. Darauf aufbauend werden jetzt

bedarfsorientiert bereichsbezogene und individuelle

Ent wicklungsmaßnahmen angeboten, um das „Gießkan

nen prinzip“ zu vermeiden und andererseits auch

den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung

zu tragen.

Im Herbst 2009 wurde die zweite Gruppe des Führungskräftenachwuchsprogramms

„FührenLernen“ gestartet,

um gezielt Nachwuchskräfte für die in den

nächsten Jahren anstehenden Nachfolgebesetzungen

auszuwählen und zu entwickeln. Dies erfolgt in einer

Gruppe von aktuell 13 Teilnehmern mit Projektaufgaben,

Präsenzveranstaltungen und computerbasierten

individuellen Lernbausteinen.

Gesundheitsmanagement

Linie G, das betriebliche Gesundheitsmanagement

der SSB, konnte 2009 weiter intensiviert werden. Um

die Belastungen im Arbeitsalltag zu erkennen und

problemlösende Maßnahmen ergreifen zu können, werden

den Bereichen geeignete Analyseinstrumente mit

Begleitung durch Experten zur Verfügung gestellt.

Außerdem wurde ein umfangreicher Katalog der bereits

bestehenden Angebote und Leistungen der SSB für ihre

Beschäftigten erstellt und verstärkt an die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter kommuniziert. Außerdem

fanden die ersten Gesundheitstage zu den Themenbereichen

Ernährung, Rücken, Beweglichkeit, Stress und

Koordination statt. Wichtige Ziele waren hierbei, die

Beschäftigten für ein eigenverantwortliches gesundheitsförderliches

Verhalten zu sensibilisieren und Maßnahmen

aus den Erkenntnissen der Gesundheitstage

abzuleiten. Im Jahr 2010 soll das Gesamtkonzept des

betrieblichen Gesundheitsmanagements weiterentwickelt

und durch zusätzliche Maßnahmen ergänzt werden.

Arbeitszeitgestaltung

Die Erhöhung der Arbeitszeit auf 39 Stunden/Woche

wurde ab Juli 2008 vollständig umgesetzt. Die positiven

wirtschaftlichen Auswirkungen zeigten sich erstmals

umfassend im Jahr 2009. Aufgrund unserer modernen

Arbeitszeitregelungen mit weitgehend flexiblen Arbeitszeiten

und ausgeprägten Schichtwahlmöglichkei-

Die zukünftige Stadtbahnhaltestelle Salzwiesenstraße der U15 in Zuffenhausen

ten im Fahrdienstbereich konnte die Zusatzbelastung

der Beschäftigten in Grenzen gehalten werden.

Das Arbeitszeitmodell DPFlex im Fahrdienst wurde

konsequent weiterentwickelt und im Jahr 2009 in drei

weiteren Betriebshöfen eingeführt.

Stuttgart 21

Das Projekt Stuttgart 21 tritt in die konkrete Bauphase

ein. Nach jahrelangen Verhandlungen und Vorbereitungen

erfolgt insbesondere ab 2011 eine starke Inanspruchnahme

der SSB und deren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

Auswirkungen auf das Betriebsgeschehen müssen

geplant und bewältigt werden. Die Personalbeschaffung

wurde bereits vorbereitet und wird ab 2010 vor allem in

den operativen Bereichen deutlich intensiviert.

Individuelle Altersvorsorge im Unternehmen

Die SSB unterstützt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

bei der finanziellen Absicherung ihres Ruhestands.

Zusätzlich zur arbeitgeberfinanzierten betrieblichen

Altersversorgung, der Entgeltumwandlung und

der Ansparmöglichkeit von Zeitguthaben auf Langzeit-

konten bietet das Unternehmen seit 2009 die Möglichkeit

einer Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos.

In Kooperation mit einem großen Versicherungsunternehmen

bietet die SSB Modelle mit attraktiven finanziellen

Konditionen und zukunftsorientierten Rahmenbedingungen

für alle Mitarbeitergruppen an. Damit

unterstützt das Unternehmen einen weiteren Schritt

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre individuelle

Vorsorge.

Mitarbeiterbefragung

Im Jahr 2009 wurde bei der SSB die vierte Mitarbeiterbefragung

durchgeführt. Rund 62 % der Beschäftigten

haben ihre Meinung zu unternehmerischen und

persönlichen Belangen abgegeben. Viele Bewer tungen

blieben gegenüber der Befragung 2007 unverändert,

teilweise haben sich Meinungen sogar ver bessert. So

sind 84 % der Mitarbeiterinnen und Mitar beiter stolz

darauf, bei der SSB zu arbeiten, und der Zufriedenheitsindex

zur Kommunikation hat sich spürbar verbessert.

Die Unternehmensbereiche sind aufgefordert, die

Ergebnisse gemeinsam zu interpretieren und über Verbesserungsmöglichkeiten

nachzudenken.


Personal- und Sozialbericht 28 29

Personal- und Sozialbericht

SSB-Personalmanagement 2009

Zahlen – Daten – Fakten

Mitarbeiteranzahl und -struktur (ohne Auszubildende) 31.12.2009 31.12.2008

Arbeitnehmer/-innen insgesamt 2.762 2.702

davon Frauen 399 375

davon Arbeitnehmer/-innen in Teilzeitarbeit 162 160

davon Arbeitnehmer/-innen in Altersteilzeitarbeit 398 310

■ darunter in Freizeitphase 131 116

In Jahren 2009 2008

ø Lebensalter aller Beschäftigten 45,8 45,6

ø Dienstalter 16,5 16,6

Das Jahr 2009 zeigte eine ansteigende Tendenz bei

den Mitarbeiterzahlen. Mit 139 Neueinstellungen und 21

Übernahmen von Azubis hat sich die Beschäftigtenzahl

um 60 Personen erhöht. Durch das Projekt Stuttgart 21,

Leistungsverbesserungen und neue Linien entstand zusätzlicher

Personalbedarf, der auch in den kommenden

Jahren anhalten wird.

Zum Stichtag 31.12.2009 wurde die Möglichkeit von

Vertragsabschlüssen für die seit 1998 angebotene Altersteilzeitarbeit

zu attraktiven tariflichen Rahmenbedingungen

beendet. 398 Beschäftigte nutzen die Altersteilzeitarbeit,

die Verträge erstrecken sich bis 2019.

Für die SSB stehen zukünftig die Sicherstellung des

Wissenstransfers und die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit

älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunehmend

im Fokus.

Strukturell gab es wenige Veränderungen bei Lebensalter

und Dienstalter. Durch die erfolgten Neueinstellungen

und Übernahmen von Auszubildenden blieb der

Altersdurchschnitt fast konstant.

Personalaufwand 2009 2008

Arbeitsentgelte ohne Zusatzversorgung

in Mio. € 104,6 101,8

Zum 01.01.2009 wurde die bereits in der vorangegangenen

Tarifrunde vereinbarte lineare Tariferhöhung

von 2,8 % umgesetzt. Hinzu kam eine Einmalzahlung in

Höhe von 225 € im Januar 2009.

Die Arbeitsentgelte stiegen unterproportional um

insgesamt 2,8 Mio. € (2,8 %), auch im Hinblick auf die

erhöhte Mitarbeiterzahl. Die Tariferhöhung hat sich

ausgewirkt, jedoch konnten die weiterhin wirkenden

strukturellen Einsparungen des geltenden Tarifvertrages

und stabile Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung

den Personalaufwand in Grenzen halten.

Zusatzversorgung 2009 2008

Aufwand in Mio. € 18,2 16,2

Versorgungsempfänger insgesamt 2.251 2.269

Empfänger Hinterbliebenenversorgung 800 814

Satzungsgemäß wurden die Betriebsrentenzah lungen

im Januar 2009 um 2,9 % dynamisiert. Diese Dynamisierung

setzt sich zusammen aus einer Basissteigerung

von 1,0 % und einer preisindexbasierten Nachholung

von 1,9 %. Damit stieg der Gesamtaufwand trotz einer

leicht rückläufigen Versorgungsempfängerzahl. Für Ruhebezüge

wurden somit rd. 489 T€ mehr aufgewendet

als im Vorjahr. Der wesentliche Grund für den starken

Anstieg des Gesamtaufwandes lag jedoch in den höheren

Beiträgen für den Pensionssicherungsverein mit einer

Steigerung um rd. 1,5 Mio. €.

Im Jahr 2010 wird eine Rentenanpassung von nur 1,0 %

aufgrund der niedrigen Preissteigerungs rate erfolgen.

Zusatzversorgung in Mio. € 2009 2008

Wert der Verpflichtungen für laufende

Pensionen und Anwartschaften auf

Pensionen des Vereins Zusatzversorgung 236,6 234,1

Passivierte Rückstellungen 113,3 113,3

Vermögen der Zusatzversorgung 121,8 116,8

Deckungslücke 1,5 4,0

Der Fehlbetrag aus Verpflichtungen für laufende Zusatzversorgungen

und Anwartschaften verringerte sich

gegenüber dem Vorjahr deutlich, obwohl eine Tarifsteigerung

im Jahr 2009 stattfand (+2,8 %). Die Erhöhung

des Vermögens der Zusatzversorgung konnte den steigenden

Wert der Verpflichtungen überkompensieren.

Die Neuregelungen des BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz)

werden in ihren Auswirkungen durch

Vergleichsberechnungen im Jahr 2010 ermittelt. Es wird

voraussichtlich zu einer Erhöhung des Wertes der Verpflichtungen

kommen.

Aus- und Fortbildung

Das Ausbildungsspektrum wird weiterentwickelt und

ab 2010 um den Beruf der Fachkraft im Fahrbetrieb ergänzt.

Diese Ausbildung eröffnet die Möglichkeit zur

Ausbildung 31.12.2009 31.12.2008

Auszubildende/Praktikanten gesamt 79 79

2009 2008

Neue Ausbildungsverträge 26 25

Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung 21 21

konsequenten internen Entwicklung von Fachkräften

mit breiten Einsatzmöglichkeiten. Als Unternehmen mit

dem Anspruch an Nachhaltigkeit auch im personellen

Bereich sehen wir es als wichtige Aufgabe an, junge

Menschen in zukunftsorientierten Berufen auszubilden

und ihnen eine berufliche Perspektive zu geben.

Fortbildung (ohne Fahrdienst und ge -

setzlich vorgeschriebene Weiterbildung) 2009 2008

Fortbildungsaufwand (ohne Arbeitszeit)

in T€ 574 667

Schulungstage 2.375 3.168

Im Jahr 2009 ging der Fortbildungsaufwand zurück.

Dies liegt am erfolgreichen Abschluss der umfangreichen

Führungskräftequalifizierung „FührenStärken“. Ein

wichtiges Unternehmensziel, das auch in der Balanced

Scorecard des Unternehmens verankert ist, liegt in der

Verstetigung und Intensivierung der Fortbildung. Vor dem

Hintergrund der demografischen Entwicklung mit starker

altersbedingter Fluktuation, insbesondere in den nächsten

Jahren, ist dies ebenfalls von großer Bedeutung zur

Sicherung des Erfahrungs- und Experten-Wissens.

Betriebliche Ausbildung (Fahrdienst) 2009 2008

Ausbildung Busfahrer 48 44

Ausbildung Schienenfahrer 35 34

Ausbildung Fahrausweisprüfer 12 28

Gesamt 95 106

Die regelmäßige Durchführung von Ausbildungskursen

in der betriebseigenen Fahrschule beruht auf einer

mehrjährigen Personalplanung auf Basis der zukünftigen

Leistungsanforderungen. Auch in 2009 wurde die

Ausbildungskapazität ausgeschöpft, um den Personalbedarf

aufgrund vermehrter Altersteilzeitarbeit und für

neue Linien ab 2010 abdecken zu können.

Betriebliches Vorschlagswesen 2009 2008

Angenommene Vorschläge 209 172

Berechnete Einsparungen in T€ 146 192

Prämien in T€ 40 66

Weiterhin akzeptiert und erfolgreich ist das be triebliche

Vorschlagswesen der SSB. Im Rahmen der Re strukturierung

konnten viele gute Ideen der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter qualitätssteigernd und kosten senkend

umgesetzt werden.

Die Anzahl der angenommenen Verbesser ungs vorschläge

steigt weiter. Das berechenbare tat säch liche

Ein sparvolumen ist jedoch nur bedingt be einflussbar,

da viele Vorschläge auch qualitative Verbes serun -

gen betreffen.


Marketing und Vertrieb 30 31

Marketing und Vertrieb

Marketing und Vertrieb

Marketing

Marketingschwerpunkte waren 2009 die Etablierung

einer neuen Marktbearbeitungslogik im Gelegenheitskundensegment

sowie die Erhöhung der Kundenbindung

bei den Zeitkarten im Berufsverkehr. Darüber

hinaus wurden gemeinsam mit der Öffentlichkeit, Vertretern

der Politik und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der SSB mehrere Veranstaltungen ausgerichtet.

Sie verdeutlichen über hohe Besucherzahlen und eine

positive öffentliche Resonanz einmal mehr die starke Verankerung

der SSB in der Stadt und der Region Stuttgart.

Werbemaßnahmen zur Neukundengewinnung am Königsbau

Neukundengewinnung im

Gelegenheitskundensegment

Die Neukundengewinnung im Gelegenheitskundensegment

konzentrierte sich 2009 auf den Reiseanlass

„Einkaufen in der Stuttgarter Innenstadt“ und

folgte damit einer neuen Marktbearbeitungsphilo so -

phie. Markt forschungsergebnisse zeigen, dass rund

46 % der ÖPNV-Gelegenheitskunden den Fahrtzweck

„Einkaufen“ haben. Darauf aufbauend wurde die Kommunikation

auf die Vermarktung dieses Reiseanlasses

ausgerichtet, um über induzierte Mehrverkehre im Barfahrsegment

Zusatzumsätze zu generieren. Es zeigte

sich, dass eine Aktivierung von Gelegenheitskunden

sehr gut gelingt, wenn den Fahrgästen ein besonderer

Mehrwert geboten wird. Zu diesem Zweck wurden

mehrere Kooperationen mit Stuttgarter Einzelhändlern

und Kaufhäusern geschlossen. Der Beitrag der Kooperationspartner

bestand neben einer intensiven Vorort-

Kommunikation im Wesentlichen in einer deutlichen

Rabattierung der Sortimentsauswahl als besonderer

Vorteil für den ÖPNV-Kunden. Im Gegenzug wurden die

Partner exklusiv auf allen kampagnenbegleitenden

Werbemedien genannt. Die ermittelten Aufmerksam-

keitswerte der übers Jahr verteilten Einkaufsaktionen

lagen in der Zielgruppe im Durchschnitt bei rund 40 %.

Diese sehr gute Aktivierungswirkung schlug sich in hohen

Nutzerzahlen und signifikantem Mehrverkehr nieder.

Nach vergleichbarem Muster wurden ebenfalls

diverse Kampagnen im Freizeitverkehr durchgeführt.

U. a. gab es im Sommer bei Vorlage von Tickets des

Gelegenheits verkehrs Nachlässe auf Eintrittspreise bei

Musicals und Musical-Merchandising-Artikeln. Ferner

wurden die Tickets für Heimspiele von regionalen Sportveranstaltungen

ermäßigt. Im Dezember bot die SSB

gemeinsam mit der Volkshochschule Stuttgart 20 % Ra-

batt auf Kursbesuche. Die Reiseanlasskampagnen schlugen

sich umsatzseitig deutlich positiv nieder und werden

2010 weitergeführt.

Neukundengewinnung und -bindung

im Zeitkartensegment

Das seit 2001 erfolgreich betriebene Zuzüglermar keting

wurde auch 2009 fortgesetzt. Über die in den Bürgerbüros

an Neubürger verteilten Willkom mens pa kete

wurden im Geschäftsjahr 7.500 Monatstest tickets ausgestellt.

Rund 20 % der Testticket nutzer konnten dauerhaft

in Monats- und Jahrestickets überführt werden.

Im Frühjahr und im Herbst wurden Abowerbeaktionen

durchgeführt, die zu hohen Neuabonnentenzahlen

führten. Das Erfolgscontrolling zeigt, dass in das Abonnement

überführte Kunden deutlich höhere Kaufhäufigkeiten

und Haltedauern aufweisen. Über eine stärkere

Stammkundenbindung können demnach signifikante

Um satzsteigerungen im Zeitkartensegment realisiert

werden. Schwerpunkt bei Akquise bildeten die Direkt ansprache

in den Kundenzentren sowie Direktmailings mit

dem Ziel der Überführung von Bestandskunden in höherwertige

Produkte.

Darüber hinaus bildete 2009 die Verkaufsförderung

des neuen JahresTicketPlus ein Schwerpunkt des CRM

(Customer Relationship Managements). Seit 2008 setzt

die SSB auf CRM, um das Marketing auf Basis der

systematischen Nutzung und Auswertung der Kundenverkaufs-

und Stammdaten noch effizienter und erfolgreicher

zu gestalten. Seit Mitte 2009 kommt das

CRM auch im Rahmen der Großkundenbearbeitung

zum Einsatz. Über gezielte Promotion- und Testticketaktionen

sowie Nachfass-Mailings wird die Firmen-

Ticket-Durchdringung weiter gesteigert. 2010 wird der

CRM-Ansatz um eine systematische Kündigerrückgewinnung

und -ver meidung ergänzt. Schwerpunkte

bilden dabei die beiden Zielgruppen Studenten/Auszubildende

und Senioren.

Mobile Fahrgastinformation

Als eines der ersten Nahverkehrsunternehmen in

Deutschland hat die SSB 2009 ein kostenloses ÖPNV-

Navigationssystem von Tür zu Tür für Stuttgart und

Region entwickelt. Es steht allen Nutzern des Mobiltelefons

iPhone von Apple mit dem Namen „Fahr-Info

Stuttgart“ zur Verfügung. Fahr-Info Stuttgart macht es

möglich, bequem von unterwegs

■ die nächstgelegene Haltestelle zu finden,

■ den Weg vom aktuellen Standort zur Haltestelle

anzuzeigen,

■ aktuelle Fahrplanauskünfte im Verbund abzufragen,

■ den Fahrplan der gewünschten Haltestelle einzusehen,

■ das Stadtbahn- und Verbundnetz abzurufen sowie

■ den Fahrpreis und die Dauer für Fahrt und Fußweg

von Tür zu Tür abzulesen.

Zentrales Ziel der Weiterentwicklung der mobilen

Fahrgastinformation ist es, Nutzungshemmnisse abzubauen

und die Verkehrsmittelwahlentscheidung zugunsten

des ÖPNV zu beeinflussen. Die Anwendung ist bei

den ÖPNV-Kunden auf positive Resonanz ge stoßen.

2010 ist geplant, in Zusammenarbeit mit dem Verkehrs-

und Tarifverbund Stuttgart (VVS) das Portfolio der mobilen

Anwendungen auf weitere Handy-Plattformen

auszuweiten und inhaltlich weiterzuentwickeln.

Jubiläen: U14 Remseck, Zahnradbahn

und Seilbahn

Zum 10-jährigen Jubiläum der Stadtbahnlinie U14

zwischen Mühlhausen und Remseck luden die Stadt

Remseck und die SSB am 22. Mai 2009 auf den Betriebshof

am Neckar ein. Am 22. August 2009 feierte die

SSB auf dem Marienplatz unter großer Teilnahme der

Bevölkerung das 125-jährige Jubiläum der Zahnradbahn.

Begleitet wurde die Veranstaltung von einer

Ausstellung zur Geschichte der Zahnradbahn im alten

Talbahnhof. Die zweite Bergbahnjubilarin im Jahr 2009

war die Seilbahn. Zur Würdigung ihres 80. Geburtstags

war im Generationenhaus Heslach eine Ausstellung zu

sehen. Außerdem wurde die Seilbahn Mitte Oktober mit

einem speziellen Jubiläumsevent in die Veranstaltung

„Stuttgart Nacht“ integriert. Wie in den letzten Jahren

unterstützte die SSB 2009 neben der „Stuttgart Nacht“

auch die Veranstaltung „Lange Nacht der Museen“.

Mittels Bus-Shuttle-Verkehren der SSB wurden jeweils

über 90 Veranstaltungsorte bedient und weit mehr als

20.000 Besucher befördert.


Marketing und Vertrieb 32 33

Marketing und Vertrieb

Straßenbahnwelt Stuttgart

Mit einem zweitägigen Fest wurde am 4. und 5. Juli

2009 die „Straßenbahnwelt Stuttgart“ im ehemaligen

Depot in Bad Cannstatt gemeinsam mit rund 10.000

Besuchern eröffnet. Mit der Entscheidung für den Bau

der Stadtbahn U15 Nord war der Umzug des Museums

von Zuffenhausen nach Bad Cannstatt besiegelt. Nur so

konnte zukünftig der Anschluss an das Meterspurnetz

und damit die Aufrechterhaltung des historischen Straßenbahnbetriebs

in Stuttgart sichergestellt werden. Mit

der Standortverlagerung und den damit einhergehenden

Investitionen übernahm das SSB-Marketing die Kosten-

und Umsatzverantwortung für den operativen Museumsbetrieb.

Seit der Eröffnung Mitte 2009 wird die

Straßenbahnwelt sehr gut angenommen. Auch 2010

soll die Bekanntheit der Straßenbahnwelt über Sonderaktionen

weiter gesteigert werden.

Tunnel frei

„Tunnel frei“ hieß es am 25. Oktober 2009. An diesem

Sonntag stand der rund einen Kilometer lange Tunnelabschnitt

der insgesamt 2.750 Meter langen Stadtbahnneubaustrecke

U6 zum Fasanenhof für die Bevölkerung

zur Begehung offen. Neben Bewirtung und musikalischer

Unterhaltung wurden an mehreren Stationen Informationen

zum Bauablauf geboten. Trotz regnerischen

Herbstwetters wurde die Veranstaltung sehr gut angenommen,

was die hohe Attraktivität der Tunnelbegehung

für die Bevölkerung widerspiegelt. Zum Fahrplanwechsel

im Dezember 2010 wird die U6 zum Fasanenhof

eröffnet. Parallel dazu wird die SSB ein Quar tier s marketing

durchführen, um auf die Attraktivität des neuen

Angebots aufmerksam zu machen und über Testticketangebote

neue Kunden für den ÖPNV zu begeistern.

Gewaltpräventionsprojekt „KlassikKlassik“

Im Rahmen des gemeinsamen Gewaltpräventionsprojektes

„KlassikKlassik“ der Landeshauptstadt Stuttgart,

des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS)

und der SSB befassten sich rund 2.750 Schülerinnen

und Schüler mit aktuellen Themen rund um inhaltliche

Schwerpunkte wie Toleranz, Humanität, Drogen und

Diskriminierung. Der Einstieg in diese Themen führte

über die unterschiedlichen Zugänge von Künstlern verschiedener

Epochen und Musikstilrichtungen. Abschluss

und Höhepunkt des Projektes bildeten moderierte und

durch Fotoprojektionen unterstützte Schülerkonzerte,

in denen die im Unterricht behandelten Klassiker im

Rahmen professioneller Darbietungen gespielt wurden.

Ziel des Projektes ist es, Jugendliche zwischen 14 und

18 Jahren zu sensibilisieren, indem die Folgen, die Gewalt

gegen Menschen anrichten kann, aufgezeigt werden,

und um Toleranz zu werben. Die Rückmeldungen

der am Projekt Beteiligten und des Präventionsteams

der Polizeidirektion Stuttgart waren äußerst positiv. Das

Highlight für alle Teilnehmenden waren die Live-Konzerte

in der Liederhalle am 24. und 25. November 2009.

SSB-Oldtimer bekamen eine neue Heimat in der

SSB-Straßenbahnwelt in Cannstatt

Ab 2009 wurden SSB-Busse mit elektronischen Fahrscheindruckern ausgestattet

Vertrieb

Hauptaufgabe des Vertriebs im Berichtsjahr war es,

die Einnahmen weiter zu steigern und die neuen VVS-

Tarif angebote (JahresTicketPlus und SommerFerien-

Spezial) über die verschiedenen Vertriebswege anzu-

bieten. So konnten 2009 von der SSB 157,6 Mio. €

kassenmäßig wirk same Ticketeinnahmen an den VVS

ge meldet werden. Gegenüber dem Vorjahr war dies eine

Steigerung um 4,1 %.

Fahrgeldeinnahmen

nach Vertriebsweg in % 2009 2008

Automaten 38,9 37,7

Abonnement 22,9 22,0

SSB-Kundenzentren 16,7 16,5

FirmenTicket 11,0 10,5

Private Vertriebspartner 4,8 5,5

Fahrpersonal 4,9 4,7

Sonstige Einnahmen 0,8 3,1

Verkaufte Fahrausweise

nach Vertriebsweg in % 2009 2008

Automaten 71,8 71,9

Abonnement 6,0 6,1

SSB-Kundenzentren 2,1 2,2

FirmenTicket 0,1 0,1

Private Vertriebspartner 1,9 2,1

Fahrpersonal 16,9 16,4

Sonstige Einnahmen 1,2 1,2

Der bargeldlose Umsatzanteil in den Vertriebs we gen

Automat (20,7 %) und SSB-Kundenzen tren (55,3 %)

hat auch 2009 weiter zugenommen und verteilt sich folgendermaßen

auf die verschiedenen Zahlungsmittel:

Bargeldloser Zah- EC- Geld- Master- Visa Gutlungs

verkehr in % Cash karte card scheine

Automaten 15,2 0,6 1,0 1,7 2,1

SSB-Kundenzentren 42,7 0,0 2,5 3,2 6,8

Damit diese Zahlungsmittel auch weiterhin angenommen

werden können, musste im Rahmen der neuen euro-

päischen Norm im Zahlungsverkehr (SEPA) in einem

ers ten Schritt die Software der Automaten und der Zahlungsterminals

in den Kundenzentren umgestellt werden.

Im Fahrerverkauf wurde das 16 Jahre alte Verkaufssystem

durch einen neuen modernen Fahrscheindrucker

(EFD) ersetzt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Marketing wurde

im Rahmen der Firmenkundenbetreuung der Umzug

der EnBW-Verwaltung in den Fasanenhof-Ost unterstützt.

Es wurde das Servicemobil eingesetzt und

Schnuppertickets angeboten. Von April bis Juli konnten

mit der Abo-Werbekampagne 552 neue Abonnenten

geworben werden.


Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen 34 35

Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen

Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen

Standhaft in der Wirtschaftskrise

Entwicklung im Gesamtbetrieb

Die Wirtschaftskrise, welche in Baden-Württemberg

besonders negative Auswirkungen hatte, führte ins besondere

im zweiten Halbjahr 2009 zu rückläufigen

Fahrten im Berufs- und teilweise auch im Gelegenheitsverkehr.

Die Rahmenbedingungen wie steigende Arbeitslosen-

und Kurzarbeiterzahlen sowie Veränderungen

bei Treibstoffkosten standen im völligen Gegensatz zum

Vorjahr, das noch von Vollbeschäftigung im Verbundraum

gekennzeichnet war. Aufgrund der durchschnittlichen

Tarifanpassung von 3,2 % und vieler weiterer Angebotsverbesserungen

zum 1.1.2009 konnten dennoch die

Fahrgeldeinnahmen im Gesamtverkehr um 2,8 % gestei

gert werden. Dabei erwies sich der Ausbildungsverkehr

als dynamischste Kundengruppe.

Die Einwohnerzahl Stuttgarts erhöhte sich auf knapp

593 Tsd. nur unwesentlich. Seit vielen Jahren sank 2009

erstmals wieder auch die Pkw-Dichte pro 1.000 Ein wohner

auf 454 ab.

Aufgrund der großen Baumaßnahme im Stuttgarter

Norden beim Ausbau der U15 bestanden weiterhin

betriebliche Erschwernisse durch einen umfangreichen

Busersatzverkehr, die noch bis zur geplanten Inbetriebnahme

der Strecke Ende 2011 andauern werden.

Die Gesamteinnahmen der Zeitkarten nahmen um

3,1 % zu, da in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Kunden

dieses Segment stärker bevorzugen. Die Einnahmen

im Barfahrausweisverkehr stiegen nur um 0,7 %.

Durch die Verdichtung von Großveranstaltungen im

Neckarpark und der neuen Messe konnten auch im Sonderverkehr

mit dem KombiTicket überdurchschnittliche

Steigerungen erzielt werden.

Bei der Beförderung Schwerbehinderter machte sich

einerseits die Erhöhung der Abgeltungssätze bemerkbar,

die andererseits wieder durch Reduzierungen bei der

Härtefallregelung geschmälert wurden.

Barfahrausweise

Die Einnahmesteigerung im Barausweisverkehr von

0,7 % konnte nur durch die Tarifanpassung 2009 er zielt

werden. Die Fahrten gingen in diesem Zeit raum um 1,5 %

zurück. Dies lag auch an Mitnahme effek ten aufgrund

verbesserter Nutzungsmöglichkeiten bei den Zeit karten

wie zum Beispiel dem neuen JahresTicketPlus. Nur das

mit einem Signalpreis von 1€ belegte Kurz streckenTicket

verzeichnete überdurchschnittliche Wachstumsraten.

Zeitfahrausweise

Der Einnahmeanteil der Zeitkarten im Regeltarif verbesserte

sich um 0,6 %-Punkte auf 64,8 % zulasten des

Barfahrausweisverkehrs.

Innerhalb des Berufsverkehrs, der in Folge der Wirtschaftskrise

und Kurzarbeit unter rückläufigen Fahrten

(-1,1 %) und unterdurchschnittlichen Einnahmezuwächsen

(+2,4 %) litt, gab es allerdings auch erfreuliche Entwicklungen.

So konnten das neue über tragbare Jahres-

TicketPlus mit vielen Nutzungserweiterungen und das

9-Uhr-UmweltTicket überdurch schnitt liche Zuwachsraten

verbuchen und damit die Rückgänge beim Wochen-

und MonatsTicket ausgleichen.

Trotz rückläufiger Schüler- und leicht gestiegener

Stu dentenzahlen erwies sich wie bereits in den Vorjahren

der Ausbildungsverkehr bei Einnahmen (+4,1 %) und

Fahrten (+1,0 %) als Wachstumsmarkt.

Der Seniorenverkehr als kleinstes Segment innerhalb

der Zeitfahrausweise konnte trotz der immer weiter

wach senden Bevölkerungsgruppe mit nur 1,6 % zur Einnahmesteigerung

beitragen. Die Anzahl der Fahrten sank

um 1,8 %. Durch die hohe Mobilität der Senioren nehmen

diese verstärkt auch Angebote ohne Sperrzeiten an.

Einnahmen in 1.000 € Veränderung

Linienverkehr

2009 2008 absolut %

■ Regeltarif 165.473 161.891 3.582 2,2

■ Sonderangebote und sonstige Fahrausweise *) 4.031 3.789 242 6,4

■ Schwerbehinderte 10.870 10.004 866 8,7

Summe Linienverkehr 180.374 175.684 4.690 2,7

Sonderverkehr 935 762 173 22,7

Gesamt 181.309 176.446 4.863 2,8

Fahrten in 1.000 Veränderung

Linienverkehr

*) inkl. EBE

2009 2008 absolut %

■ Regeltarif 169.743 170.272 -529 -0,3

■ Sonderangebote und sonstige Fahrausweise *) 8.514 8.304 210 2,5

■ Schwerbehinderte 10.817 11.256 -439 -3,9

Summe Linienverkehr 189.074 189.832 -758 -0,4

Sonderverkehr 390 204 186 91,2

Gesamt 189.464 190.036 -572 -0,3

Einnahmen Regeltarif in 1.000 € Veränderung

*) inkl. EBE

2009 2008 absolut %

KurzstreckenTicket 3.503 3.319 184 5,5

EinzelTicket 28.218 28.196 22 0,1

4er-Ticket 19.135 18.842 293 1,6

TagesTicket 7.444 7.542 -98 -1,3

Barfahrausweise 58.300 57.899 401 0,7

Berufsverkehr 55.330 54.027 1.303 2,4

Ausbildungsverkehr 45.031 43.259 1.772 4,1

Seniorenverkehr 6.812 6.706 106 1,6

Zeitfahrausweise 107.173 103.992 3.181 3,1

Gesamt 165.473 161.891 3.582 2,2

Fahrten Regeltarif in 1.000 Veränderung

2009 2008 absolut %

KurzstreckenTicket 3.503 3.319 184 5,5

EinzelTicket 12.704 13.009 -305 -2,3

4er-Ticket 9.178 9.285 -107 -1,2

TagesTicket 3.635 3.846 -211 -5,5

Barfahrausweise 29.020 29.459 -439 -1,5

Berufsverkehr 55.566 56.206 -640 -1,1

Ausbildungsverkehr 74.223 73.475 748 1,0

Seniorenverkehr 10.934 11.132 -198 -1,8

Zeitfahrausweise 140.723 140.813 -90 -0,1

Gesamt 169.743 170.272 -529 -0,3


Betriebsleistungen 36 37

Betriebsleistungen

Betriebsleistungen

Betriebsleistungen unterliegen jährlichen Schwankungen,

die auf die Lage und die Anzahl der Arbeitstage

zurückzuführen sind.

Schienenverkehr

Die im Stadtbahnlinienbetrieb erbrachten Wagen-km

und Platz-km stiegen jeweils um 1,5 %, bedingt durch

kleine betriebliche Anpassungen zum Fahrplanwechsel.

Wesentliche Veränderungen im Angebot für das Jahr

2009 wurden nicht vorgenommen. Bis zur geplanten Inbetriebnahme

der U15 nach Stammheim Ende 2011 verkehrt

diese zwischen Zuffenhausen und Ruhbank und zu den

Hauptverkehrszeiten als Verlängerung im Norden bis

Mönchfeld bzw. im Süden bis Heumaden. Während der

umfangreichen Bauzeit ist im Abschnitt Zuffenhausen

bis Stammheim ein Buser satz verkehr eingerichtet.

Busverkehr

Die Wagen-km im Busverkehr gingen um 1,4 % zurück.

Dies ist auf betriebliche Optimierung und Anpassungen

im Buskonzept zurückzuführen. Da dies vor allem

die Bedienung mit Gelenkbussen betrifft, reduzier ten

sich die Platz-km mit -2,0 % etwas stärker.

Sonderverkehr

Der Sonderverkehr ist stark von Großveranstaltungen

und Messen insbesondere der Stadt Stuttgart abhängig

und unterliegt daher auch saisonalen Schwankungen.

Die Nachfrage nach diesen SSB-Leistungen hat

sich im Jahr 2009 verbessert.

Platzausnutzung

Die Platzausnutzung im schienengebundenen Ver-

kehr ist durch die rückläufigen Fahrten leicht um

1,9 %-Punkte gesunken.

Im Busbetrieb verbesserte sich die Platzausnutzung

um 1,6 %-Punkte, was auch das Ergebnis vieler kleiner

Überarbeitungen des Buseinsatzkonzeptes ist.

Wagen-km in 1.000 Veränderung

2009 2008 absolut %

Linienverkehr Schiene

Wagen-km 15.769 15.533 236 1,5

Linienverkehr Bus *)

Wagen-km 15.131 15.347 -216 -1,4

Sonderverkehr

Wagen-km Schiene 5 4 1 25,0

Wagen-km Bus 1.173 1.109 64 5,8

*) Betriebsleistungen Bus 2008 nachträglich angepasst

Platz-km in 100.000 Veränderung

2009 2008 absolut %

Linienverkehr Schiene

Platz-km 38.931 38.357 574 1,5

Linienverkehr Bus *)

Platz-km 12.884 13.151 -267 -2,0

Sonderverkehr (Schiene und Bus)

Platz-km 867 802 65 8,1

*) Betriebsleistungen Bus 2008 für Vergleich angepasst

Platzausnutzung Veränderung

4 Personen je qm Stehplatzfläche 2009 2008 %

Schienenbetrieb 15,9 16,2 -1,9

Busbetrieb *) 25,2 24,8 1,6

*) Betriebsleistungen Bus 2008 für Vergleich angepasst


Betriebsanlagen und Infrastruktur 38 39

Betriebsanlagen und Infrastruktur

Betriebsanlagen und Infrastruktur

Stadtbahn

Bei den großen Infrastrukturbauvorhaben zur Erweiterung

des Stadtbahnnetzes standen im Jahr 2009 vor

allem die Rohbauarbeiten im Vordergrund.

Die Baumaßnahmen der Stadtbahnlinie U6, die um

2,8 Kilometer bis zum Fasanenhof verlängert wird, wurden

im November fertiggestellt. Bereits am 25. Oktober

2009 konnte die Bevölkerung das Bauwerk nach dem

Motto „Tunnel frei!“ begehen. Die vorhandene Haltestelle

„Möh ringen Freibad“ wird in diesem Zusammenhang für

den Ein satz von 80-Meter-Zügen ausgebaut. Der stadtbahn

technische Ausbau der Strecke hat Ende 2009 begonnen.

Die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich

Ende 2010.

In Zuffenhausen und Stammheim geht der Ausbau

der ehemaligen Straßenbahnlinie 15 zur Stadtbahnlinie

U15 auf einer Länge von 2,7 Kilometern gut voran. Im

440 Meter lan gen Tunnel im Zuge der Ludwigsburger

und Unterländer Straße sind stadtauswärts die halbseitigen

Deckel hergestellt. Im 580 Meter langen bergmännischen

Tunnel unter der Güglinger und Stammheimer

Straße wurde mit dem Tunneldurchschlag am

29. September 2009 der Kalottenausbruch abgeschlossen.

Danach erfolgte der Sohlausbruch.

Im oberirdischen Abschnitt nach Stammheim waren

der Gleisbau und der Bau der Hochbahnsteige nahezu

fertiggestellt. Im Herbst 2009 wurde der neu gestaltete

Kelterplatz für den Verkehr freigegeben. Die Inbetriebnahme

der U15 nach Stammheim ist in der zweiten

Jahreshälfte 2011 geplant.

Aufgrund der hohen Fahrgastzahlen erhalten nach

den Haltestellen Siegle- und Borsigstraße nunmehr alle

Haltestellen auf dem Abschnitt nach Mönchfeld 80

Meter lange Bahnsteige. Die Arbeiten hierzu kommen

gut voran. Sie sind Voraussetzung für das neue Stadtbahnliniennetz,

das Ende 2010 in Betrieb geht.

Beim Bau der Bibliothek des 21. Jahrhunderts auf

dem ehemaligen Bahngelände (A1-Gebiet) wurden zwei

eingleisige Tunnelröhren für die künftige Stadtbahnlinie

U12 in die Kellergeschosse integriert und in Richtung

des Streckenabschnitts Hauptbahnhof–Türlenstraße

verlängert. Dort wird die Neubaustrecke der U12

an die neue, tiefere Lage der Stammstrecke (Folgemaßnahme

des Projektes Stuttgart 21) anschließen.

In der 40 Jahre alten unterirdischen Stadtbahnhaltestelle

Charlottenplatz wurden die Sanierungsarbeiten am

Bahnsteig stadtauswärts der Ebene 1 fortgeführt.

Das neue Betriebssteuerungssystem, mit dem zukünftig

u. a. Kameras, Zugzielanzeiger und Lautsprecheranlagen

gesteuert werden sollen, wurde Ende 2009 beauftragt,

sodass die Neubaustrecke der Stadtbahnlinie U6 zum

Fasanenhof mit neuer Technik in Betrieb geht.

Schienenfahrzeuge

Schwerpunkt der Aktivitäten im Jahr 2009 war die

Generalüberholung der Stadtbahnwagen S-DT 8. Bis

Ende 2009 konnte bei zwölf Stadtbahnwagen die Generalüberholung

termingerecht abgeschlossen und die

Abnahme nach BOStrab durchgeführt werden. Die

Fahrzeuge sind seit der Abnahme im täglichen Fahrbetrieb,

haben sich bewährt und sind zur vollen Zufriedenheit

der Fahrgäste und des Betriebes im Einsatz.

Die geplanten Kosten für die Generalüberholung eines

Stadtbahnwagens wurden eingehalten. Im Laufe des

Jahres 2009 wurde bei weiteren neun Stadtbahnwagen

mit der Generalüberholung begonnen. Das gesamte

Projekt wird voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein.

Trotz der daraus resultierenden geringeren Fahrzeugreserve

ist es gelungen, die termingerechte Regelinstandhaltung

der Stadtbahnen und Sonderfahrzeuge

sicherzustellen. Im Rahmen der Generalüberholung

erhalten die Stadtbahnwagen auch neue Fahrgastinformationssysteme

mit Echtzeitinformation. Hierfür

wurden 2009 umfangreiche Versuche durchgeführt, so-

dass ab 2010 die Ausrüstung aller generalüberholten

Stadtbahnwagen erfolgen kann.

Die erforderlichen Hauptuntersuchungen an den

Stadtbahnwagen gemäß BOStrab § 57 wurden ebenso

wie die regelmäßigen Wartungen in den Betriebswerkstätten

plangemäß durchgeführt.

2009 wurde die Nachrüstung der Zahnradbahn-

Trieb wagen mit Klimaanlagen für den Fahrer begon nen,

um die heutigen Anforderungen an den Arbeitsplatz zu

erfüllen.

Durch die vollständige Umstellung der Linien U1 und

U4 auf Hochbahnsteige konnten an 35 Stadtbahnen die

Klapptrittstufen stillgelegt bzw. ausgebaut werden.

Im Laufe des Berichtsjahres erfolgte eine europaweite

Ausschreibung für die Beschaffung weiterer 20 Stadtbahnfahrzeuge,

die für künftige Leistungsausweitungen

benötigt werden.

Um die Wirtschaftlichkeit der Instandhaltung sicherzustellen

und zu optimieren, wurde eine Vielzahl weiterer

Prozess-Optimierungen erfolgreich umgesetzt.

Bus

Im Laufe des Jahres wurden 24 Gelenkbusse beschafft,

wovon vier Busse die um ca. 1,5 Meter verlängerte

Version des Standardmodells (CapaCity) betreffen.

Alle Fahrzeuge sind mit dem Abgasstandard EEV

(Enhanced Environmentally Friendly Vehicle), der derzeit

strengsten Abgasnorm für Nutzfahrzeuge im europäischen

Raum, ausgestattet. Das im Jahr 2005 gestartete

Projekt Hybob, d. h. die Weiterverarbeitung der Erfahrungen

aus dem CUTE-Projekt (Clean Urban Transport for

Europe) mit einem Hybridgelenkzug im Fahrgasteinsatz

(Testbetrieb), konnte 2009 abgeschlossen werden und es

erfolgte eine Überleitung in das Projekt Elektromobilitätsregion

des Bundesministeriums für Ver kehr, Bau und

Stadtentwicklung. Der Anteil des Projektes, den die SSB

betrifft, umfasst den Kauf und die Integration von fünf

dieselelektrischen Hybridbussen in den Linienbetrieb bis

Mitte 2011. Dafür wurden im Geschäftsjahr alle notwendigen

Entscheidungen vorbereitet und getroffen.

Gemeinsam mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen

und Naturschutz Baden-Württemberg und dem

TÜV Nord hat die SSB umfangreiche Erhe bungen und

Messungen zur NO2-Emission (Stickstoffdioxid) durchgeführt.

Die Ergebnisse werden Anfang 2010 analysiert,

um gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten.

In Zusammenarbeit mit ZF Friedrichshafen kam nach

dreijähriger Projektphase bei der letzten Busbeschaffung

das neue Getriebe Ecolife serienmäßig zum

Einsatz. Hierdurch wurde eine Kraftstoffreduzierung

zwischen 5 % und 6 % gegenüber vergleichbaren Fahr -

zeugen mit der bisherigen Getriebetechnik erreicht.

Gleisanlagen und Streckenausrüstung

Jahr Betriebsstrecke auf besonderem

Schiene gesamt Bahnkörper und Tunnel

in km in km

2001 123 111

2002 124 112

2003 123 113

2004 123 113

2005 126 115

2006 126 115

2007 123 116

2008 123 116

2009 123 116

Schienenfahrzeuge

Jahr Stadtbahn Gelenktrieb- Zahnradbahn Gesamt

DT8 wagen GT4 und Seilbahn

2001 136 50 5 191

2002 136 34 5 175

2003 136 36 5 177

2004 154 36 5 195

2005 164 38 5 207

2006 164 38 5 207

2007 164 38 5 207

2008 164 0 5 169

2009 164 0 5 169

Busse

Jahr Linienbusse Linienbusse Gesamt

Standard Gelenk

2001 120 141 261

2002 95 155 250

2003 100 153 253

2004 87 156 243

2005 87 155 242

2006 89 166 255

2007 91 183 274

2008 87 183 270

2009 86 190 276


Nachhaltigkeit und Umweltbericht 40 41

Nachhaltigkeit und Umweltbericht

Nachhaltigkeit und Umweltbericht

Nachhaltigkeit

Die SSB AG verfolgt als Vollmitglied der UITP-Nachhaltigkeitscharta

ihre Ziele unter der Prämisse der Nachhaltigkeit.

Sie wird den Weg der langfristigen Sicherstellung

einer wirtschaftlichen Unternehmensführung

weiterverfolgen. Sie muss und will auch in Zukunft

Partner der Industrie für die Erprobung fahrzeugtechnischer

Innovationen sein, weil ihr Leistungsangebot in

einer besonders herausfordernden Topografie erbracht

wird. Außerdem möchte sie in Stuttgart durch soziale

Nachhaltigkeit ein attraktiver Arbeitgeber bleiben und

ihr Mitarbeiterpotenzial weiterhin sichern und binden.

Umweltbericht

Der Umweltschutzgedanke ist bei der SSB fest im Tagesgeschäft

verankert. Hier einige Beispiele:

Energieeffizienz

Im Vorfeld anstehender Sanierungsmaßnahmen im

SSB-Waldaupark wurden aufgrund einer durchgeführten

Untersuchung für den Einsatz nachhaltiger und energieeffizienter

Technik für die Wärmeversorgung sowie die

Gebäudehülle folgende Maßnahmen umgesetzt:

■ Wärmeversorgung mit Erdwärme

■ Ersetzen der Kleinkälte durch zentrale Kältetechnik

Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über

Erd wärme. Von Vorteil dabei ist, dass die Abwärme der

zentralen Kälteanlage im Erdwärme-Sondenfeld zwischengepuffert

werden kann, wodurch sich die erforderliche

Sondenzahl und damit auch die Investitionskosten

reduzierten. Durch diese Kombination erhöhen

sich die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe und der

Wirkungsgrad der Kälteanlage mit entsprechender

Reduzierung des Energieeinsatzes. Zudem liefert das

Sondenfeld im Sommer eine kostenlose Temperierung

der Tagungsräume.

Auch bei anderen Bauvorhaben setzt die SSB

auf Erdwärme.

Dachbegrünung

Beim Neubau des Infrastrukturbauhofs in Wangen

wurden 1.900 m² Dachfläche begrünt. Damit verfügt die

SSB insgesamt über 7 ha begrünte Dächer.

Bus

Die konsequente Weiterführung der Strategie für einen

nachhaltigen, attraktiven und wettbewerbsfähigen

Nahverkehr sorgt auch im Busbetrieb für eine kontinuierliche

Verbesserung der Umweltbilanz. 50 Busse wurden

mit der elektronischen Getriebesteuerung Topodyn

nachgerüstet. In Verbindung mit weiteren Maßnahmen

konnte beispielsweise der Kraftstoffverbrauch und damit

auch die CO2-Emission des Gelenkbusses O 530 G gegenüber

dem Stand von 2002 um rd. 20 % gesenkt werden.

Neufahrzeuge werden nach dem derzeit höchsten

verfügbaren Stand der Abgasreinigung EEV (Enhanced

En vironmentally Friendly Vehicle) ausgeschrieben. Inzwischen

verfügen bereits 30 % der Busflotte über diesen

hohen Standard.

Die SSB beteiligt sich mit vier Citaro-Bussen mit

EEV-Motor an einem über drei Jahre angelegten Versuch

zum Betrieb mit synthetischem Kraftstoff aus

nachwachsenden Rohstoffen. Das Ziel ist die Reduzierung

der CO2- und NOx-Emissionen. Die Busse haben

schon über 250.000 km ohne besondere Vorkommnisse

zurückgelegt. Prüfstandmessungen ergaben eine Verbesserung

der Rohemissionen bei NOx um 15 % und

beim Kraftstoffverbrauch um 2 %. Die CO2-Bilanz ist

wegen der Nutzung nachwachsender Rohstoffe gegenüber

Dieselkraftstoff deutlich günstiger.

Der Test mit neuen dieselelektrischen Hybridbussen im

Dezember 2009 war erfolgreich. Er verbrauchte 18 % weniger

Dieselkraftstoff als konventionelle Gelenkbusse. Vor

dem Hintergrund des städtischen Konzepts „Die E-mobile

Stadt“ wird die SSB am Projekt E Mobilitätsregion Stuttgart

mit fünf inzwischen bestellten Hybridbussen teilnehmen.

Hauptwerkstatt

Bei der Generalsanierung von 60 Stadtbahnen kommen

auch unkonventionelle Techniken zum Einsatz. Der

Unterboden muss für die Neulackierung komplett gereinigt

werden. Mit üblichen Reinigungsverfahren wären

aggressive gesundheits- und umweltschädliche Reinigungsmittel

erforderlich, um Schmutzschichten wirkungsvoll

zu entfernen. Die Umwelt schonendste

Lösung dabei war die Strahlreinigung mit Trockeneis.

Neben dem abgelösten Schmutz fallen keine weiteren

Rückstände an.

Im Bereich der Komponenten- und Teilereinigung wurde

durch eine neue Konzeptionierung einer Reinigungsmaschine

der Reinigungsmittel- und Wasserverbrauch

reduziert und durch Verfahrensumstellungen der Lösemittelverbrauch

nochmals gesenkt.

Abfallentsorgung

Die Grundlagen für die Anwendung des elektro ni schen

Abfall-Nachweisverfahrens bei der Abfallentsorgung wurden

geschaffen. Durch Ausbau der vorhan de nen Software

und Anbindung an die Zentrale Koor dinier ungsstelle

der Länder (ZKS-Abfall) über einen Provider wurden die

notwendigen Nachweisführun gen erbracht.

Energiebilanz 2009 2008 2007 2006

Strom in Mio. kWh Schienenverkehr 78,1 77,7 79,7 83,1

Stromverbrauch kWh/Pers.-km 0,126 0,125 0,130 0,135

Stromverbrauch kWh/100 km 489 494 470 484

CO2 in g/Pers.-km 35 35 36 38

CO2 in g/km 1.370 1.384 1.316 1.354

Betriebsanlagen 16,4 15,9 20,4 23,8

Diesel in Mio. Liter Busverkehr 8,0 7,8 7,7 7,5

Dieselverbrauch l/Pers.-km 0,024 0,024 0,024 0,023

Dieselverbrauch l/100 km 54 54 55 54

CO2 in g/Pers.-km 64 63 63 60

CO2 in g/km 1.428 1.423 1.454 1.413

Fuhrparkfahrzeuge 0,2 0,2 0,2 0,2

Benzin in Mio. Liter Fuhrparkfahrzeuge 0,1 0,1 0,1 0,1

Fernwärme in Mio. kWh*) 2,8 2,6 3

16,3

Gas in Mio. kWh*)

12,8 11,3 14,8

*) ab 2009 Fernwärme und Gas zusammengefasst

Abfallbilanz (Auszug) 2009 2008 2007 2006

Abfall Einheit Menge Menge Menge Menge

Verwertung (gefährlich)

Altöl t 25 25 26 27

Ölabscheider- und Sandfanginhalte m³ 288 213 250 276

Kühlerfrostschutzgemisch t 7 8 5 7

Elektronikschrott t 10 1 5 7

Starterbatterien t 16 34 16 27

Teerölimprägnierte Bahnschwellen

Verwertung (nicht gefährlich)

t 66 485 228 149

Altreifen St. 1.536 1.237 1.734 1.376

Asphalt teerfrei t 6.838 111 106 102

Schienenkehricht t 113 119 126 188

Fettabscheiderinhalte m³ 26 34 34 35

Papier und Kartonagen t 31 91 109 126

Gewerbeabfall t 77 256 283 299

Beton t 2.819 1.361 73 182

Gem. Bau- und Abbruchabfälle t 339 240 43 253

Kabelabfälle t 35 23 58 79

Altmetalle t 865 802 938 667

Erdaushub t 27.500 9.953 2.151 4.417

Gleisschotter t 4.876 3.882 403 11


Jahresabschluss 42 43

Jahresabschluss

Jahresabschluss

Bilanz zum 31. Dezember 2009

Aktiva Anhang 31.12.2009 2008

A. Anlagevermögen (1)

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

T€ T€ T€

1. Software und sonstige Rechte 2.309 2.036

2. Geleistete Anzahlungen 3.251 5.560 1.355

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 189.736 186.781

2. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen 83.475 84.241

3. Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 98.203 104.790

4. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu Nummer 2 oder 3 gehören 3.086 2.421

5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.975 12.271

6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 55.235 442.710 28.682

III. Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen Unternehmen (2) 386 386

2. Beteiligungen 98 147

3. Sonstige Ausleihungen 626 1.110 779

Summe A. Anlagevermögen 449.380 423.889

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.970 18.969

2. Noch nicht abgerechnete Baumaßnahmen 8.237 20.478

3. Waren 13 27.220 12

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.055 2.604

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 24.088 24.362

3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.894 3.791

4. Sonstige Vermögensgegenstände 78.205 108.242 111.621

III. Kassenbestand, Guthaben bei

Kreditinstituten und Schecks (4) 21.276 9.885

Summe B. Umlaufvermögen 156.738 191.722

C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.196 2.600

607.314 618.211

Passiva Anhang 31.12.2009 2008

A. Eigenkapital

T€ T€ T€

I. Gezeichnetes Kapital 140.094 140.094

II. Kapitalrücklage 9.186 9.186

III. Gewinnrücklagen

1. Gesetzliche Rücklage 1.705 1.705

2. Andere Gewinnrücklagen 1.142 152.127 1.142

B. Sonderposten mit Rücklageanteil

1. Rücklage gemäß § 6 b EStG 4.104 4.104

C. Rückstellungen

1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 122.449 121.778

2. Sonstige Rückstellungen (5) 131.326 253.775 140.721

D. Verbindlichkeiten (6)

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.991 12.841

2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.160 6.998

3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 18.683 20.321

4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.900 6.000

5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 68

6. Sonstige Verbindlichkeiten 131.910 170.644 125.636

E. Rechnungsabgrenzungsposten (7) 26.664 27.617

607.314 618.211


Jahresabschluss

Jahresabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung 2009

Anhang 2009 2008

44

T€ T€

1. Umsatzerlöse (8) 250.899 242.154

2. Verminderung des Bestandes bei noch nicht abgerechneten

Baumaßnahmen (Vorjahr Erhöhung) -12.241 3.763

3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.437 2.327

4. Sonstige betriebliche Erträge (9) 43.588 30.882

5. Gesamtleistung 284.683 279.126

6. Materialaufwand (10) 88.608 92.632

7. Rohergebnis 196.075 186.494

8. Personalaufwand (11) 145.745 139.111

9. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen 35.165 32.995

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen (12) 29.410 31.616

11. Erträge aus Beteiligungen – –

12. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 91 93

13. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

des Finanzanlagevermögens 98 136

14. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.724 4.474

15. Abschreibungen auf Finanzanlagen 49 26

16. Aufwendungen aus Verlustübernahme 118 138

17. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.416 213.990 5.421

18. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -17.915 -18.110

19. Sonstige Steuern 755 764

20. Erträge aus Verlustübernahme 18.670 18.874

21. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 0 0

45

Die Linienverläufe der Stadtbahnen mit Stuttgart 21

Jahresabschluss


Jahresabschluss 46 47

Jahresabschluss

Jahresabschluss

Anhang für 2009

1. Allgemeine Angaben

Angaben zu Form und Darstellung

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften

des HGB und des AktG für große Kapitalgesellschaften

aufgestellt. Die Verordnung über die Gliederung des

Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen in der Fassung

vom 13. Juli 1988 wurde beachtet. Um die Klarheit

der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten

der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung

zusammengefasst und in diesem Anhang gesondert aufgegliedert

und erläutert.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei immateriellen Vermögensgegenständen und Sach -

an lagen erfolgt die Bewertung mit den Anschaffungs-

oder Herstellungskosten, vermindert um Zu schüs se, Skonti

und andere Anschaffungskostenmin derungen. Die

Herstellungskosten enthalten Lohn- und Material kosten

sowie angemessene Gemeinkostenzuschläge. Bei

Sachanlagen wird in der Regel die lineare Abschreibungsmethode

angewandt. Im Jahr des Zugangs wird

die planmäßige Abschreibung zeitanteilig vorgenommen.

Für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2007

angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen

eingelegt worden sind, gilt steuerlich gem. § 6 Abs. 2

Satz 1 EStG ein Sofortabzugsgebot, wenn sie die

Anschaffungs-/Herstellungskosten 150 € netto nicht

über schreiten. Für Wirtschaftsgüter mit Anschaf fungs-/

Herstellungskosten zwi schen netto 150 € und 1.000 €

werden gemäß § 6 Abs. 2a EStG wirtschafts jahres bezogene

Sammelposten gebildet, aktiviert und einheitlich

linear über fünf Wirtschaftsjahre abge schrieben.

Die Abschreibung für zwei im Jahr 1994 fertig ge ste llte

Bürogebäude sowie ein im Jahr 2001 aktiviertes

Wohn gebäude wird nach der degressiven Methode

gemäß § 7 Absatz 5 Satz 1 und Satz 3b EStG vorgenommen.

Festwerte bestehen für Gleisanlagen sowie

Fahrleitungen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen

Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten

angesetzt. Sonstige Ausleihungen wer den

zum Barwert in Ansatz gebracht. Bestehende Risiken

werden angemessen berücksichtigt.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt auf der Basis

durchschnittlicher Anschaffungskosten. Fahrausweisvordrucke

und Küchenvorräte sind mit einem Festwert gemäß

§ 240 Absatz 3 HGB aktiviert.

Noch nicht abgerechnete Baumaßnahmen werden

mit aufgelaufenen Herstellungskosten bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

so wie liquide Mittel sind zum Nennwert bilanziert. Erkennbare

Einzelrisiken bei Forderungen sind wertberichtigt.

Auf den übrigen Forderungsbestand wurde eine Pauschalwertberichtigung

in Höhe von 1 % vorgenommen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

werden nach versicherungsmathematischen

Grundsätzen unter Verwendung der Heubeck-Richttafeln

2005 G und eines Rechnungszinsfußes von 6 % ermittelt.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag

passiviert.

2. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens und die Auf-

gliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten

ist als Anlage 1 zum Anhang beigefügt.

(2) Anteilsbesitz

Die Aufstellung über den Anteilsbesitz nach § 285

Nr. 11 HGB ist als Anlage 2 zum Anhang beigefügt.

(3) Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben

116 T€ (Vj. 128 T€) eine Restlaufzeit von mehr als

ei nem Jahr.

(4) Liquide Mittel

2009 2008

T€ T€

1. Kassenbestand 3.281 3.522

2. Guthaben bei Kreditinstituten 17.995 6.363

Gesamt 21.276 9.885

(5) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen

Beträge für die Bildung von Aufwandsrückstellungen

zur Generalsanierung der Stadtbahnen in

Höhe von 56.155 T€ (Vj. 62.302 T€), für dringend notwendige

Instandhaltungsmaßnahmen der Infrastruktur

und Gebäude von 5.421 T€ (Vj. 5.514 T€) sowie Pflichtrückstellungen

für die tariflich vereinbarte Altersteilzeit

(6) Verbindlichkeiten

31.12.2009 31.12.2008

Art der Verbindlichkeiten Restlaufzeit Gesamt Restlaufzeit Gesamt

bis zu über bis zu über

1 Jahr 5 Jahre 1 Jahr 5 Jahre

T€ T€ T€ T€ T€ T€

1. Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten* 1.423 8.991 3.860 3.326 12.841

2. Erhaltene Anzahlungen auf

Bestellungen 3.160 3.160 6.998 6.998

3. Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 18.683 18.683 20.321 20.321

4. Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen 7.900 7.900 6.000 6.000

5. Verbindlichkeiten gegenüber

Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 68 68

6. Sonstige Verbindlichkeiten 13.855 117.012 131.910 13.745 111.860 125.636

davon

über 30.415 T€ (Vj. 31.186 T€). Die im Vorjahr enthaltene

Rückstellung für potentielle Altersteilzeitverpflichtungen

in Höhe von 8.334 T€ wurde aufgelöst.

Darüber hinaus wurden für Urlaubsrückstände, Überzeit-

und Langzeitguthaben, Abfindungen für Entgeltbestand

teile, ausstehende Lieferantenrechnungen

sowie für Umlagen des Haftpflichtverbands Rückstellungen

gebildet.

■ aus Steuern 2.114 2.095

■ im Rahmen der sozialen

Sicherheit 117.334 112.145

(7) Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Hierunter fallen die Barwertvorteile aus den ab geschlos

senen US-Leasinggeschäften der Jahre 1997 und

2000. Die ertragswirksame Vereinnahmung der Bar-

* = Sicherungsübertragung von Bussen i. H. v. 8.991 T€

wert anteile erstreckt sich bis zum Jahr 2020 (1997) bzw.

2026 (2000). Darüber hinaus sind Fahrgeldabgrenzungen

für Zeitkarten in Höhe von 18.158 T€ (Vj. 17.770 T€)

enthalten.


Jahresabschluss 48 49

Jahresabschluss

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(8) Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse 2009 2008

T€ T€

Linienverkehr 168.642 164.247

Sonderverkehr 831 684

Ausgleichszahlungen gem. § 45 a PBefG 17.881 17.881

Zuwendungen für verbundbedingte Belastungen 44.038 43.863

Sonstige Umsatzerlöse 19.507 15.479

Gesamt 250.899 242.154

(9) Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge enthalten periodenfremde

Posten in Höhe von 22.210 T€ (Vj. 8.164 T€) im

(10) Materialaufwand

2009 2008

T€ T€

a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 29.869 26.436

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 58.739 66.196

Gesamt 88.608 92.632

(11) Personalaufwand

2009 2008

T€ T€

a) Entgeltzahlungen 104.653 101.831

b) Soz. Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 41.092 37.280

■ davon für Altersversorgung 19.797 16.591

Gesamt 145.745 139.111

Durchschnittlicher Personalbestand 2009 2008

Mitarbeiter/-innen 2.740 2.681

Auszubildende 70 67

Gesamt 2.810 2.748

(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten pe riodenfremde

Posten in Höhe von 7.194 T€ (Vj. 6.274 T€)

im Wesentlichen für die Bildung von Rückstellungen für

vergangene Geschäftsjahre.

4. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

und Haftungsverhältnisse

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Bestellobligo

(nach Abzug von Zuschüssen) in Höhe von

Wesentlichen für Auflösungen von Rückstellun gen, Buchgewinne

aus Anlagenabgängen und sonstige Erträge.

ca. 116.206 T€ sowie aus bestehenden Mietverträgen

in Höhe von 2.777 T€. Haftungsverhältnisse bestehen

in Form von Patronatserklärungen zugunsten der SSB

Reisen GmbH in Höhe von 5 T€ (Valuta 31.12.2009).

Es besteht außerdem eine Bürgschaft über 125 T€.

Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung der Beschaffungskosten für Dieseltreibstoff

wurden ab 2008 bis zum Juni 2013 bzw. für

Strom von Januar 2009 bis Dezember 2011 vier Rohwarentermingeschäfte

(Swaps) auf Euro-Ba sis abgeschlossen.

Zum 31.12.2009 ergeben sich folgende Werte:

Art Laufzeit Gesamtumfang Bewertung Zeitwert (T€)

Diesel-Swap 2008–2011 18.000 MT Mark to Market -246

Diesel-Swap 2011–2013 4.080 MT Mark to Market -621

Diesel-Swap 2011–2013 4.080 MT Mark to Market 119

Strom-Swap 2009–2011 249.660 MWh Mark to Market -1.678

Für die negativen Marktwerte wurden Rückstellungen

gebildet (Sonstige Rückstellungen).

Konzernabschluss

Mutterunternehmen der SSB AG ist die Stuttgarter

Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Stuttgart,

mit der ein Organvertrag mit Ergebnisabführungsvereinbarung

besteht. Der Konzernabschluss, in den die

SSB mit einbezogen wird, wird im elektronischen Bundesanzeiger

veröffentlicht.

Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Organe der Gesellschaft sind in Anlage 3 zum

Anhang aufgeführt.

Wirtschaftsprüfungskosten

Für die Prüfung des Jahresabschlusses sind 52 T€

Honorar und 8 T€ Nebenkosten vorgesehen.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Vorstands

und früherer Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 679 T€.

Für Mitglieder des Vorstands sind 3.100 T€ als Rückstellungen

für Anwartschaften auf Pensionen passiviert.

Die Bezüge (T€) setzen sich wie folgt zusammen:

Name Gesamt- davon davon Sachbezüge

variabel leistungen

Herr Arnold 221 28 6

Herr Bauer 231 28 6

Herr Dr. Höflinger 227 28 9

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich

auf 41 T€ und für den Beratenden Ausschuss auf 14 T€.

An frühere Vorstandsmitglieder sowie deren Hinterbliebene

wurden insgesamt 348 T€ gezahlt. Für diese Personengruppe

sind Rückstellungen für laufende Pensionen

in Höhe von 2.488 T€ gebildet.

Kreditforderungen an ein Vorstandsmitglied betragen

12 T€ und an ein Aufsichtsratsmitglied 12 T€. Im

Geschäftsjahr wurden 3 T€ und 2 T€ planmäßig getilgt.

Die Kredite werden mit 4,5 % verzinst. Die Restlaufzeiten

liegen zwischen 2013 und 2015.

Angaben nach den Vorschriften des EGHGB

Aufgrund des Wahlrechts gemäß Artikel 28 Absatz 2

EGHGB besteht zum 31. Dezember 2009 aus Verpflichtungen

für laufende Pensionen und Anwartschaften

auf Pensionen des Vereins Zusatzversorgung der Stuttgarter

Straßenbahnen Aktiengesellschaft e. V. ein nicht

passivierter Betrag in Höhe von 1.504 T€.

Angaben nach den Vorschriften gemäß § 160

Absatz 1 Nr. 3 AktG

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt

140.093.975,45 € und ist eingeteilt in 2.740.000 Aktien

(Stückaktien), die auf den Namen lauten.

Stuttgart, 31. März 2010

Stuttgarter Straßenbahnen Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Dr. Peter Höflinger


Jahresabschluss 50 51

Jahresabschluss

Anhang/Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs-/ Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-/ Abschreibungen Buchwert Abschreibungen

Herstellungskosten Herstellungskosten kumuliert des Geschäftsjahres

01.01.2009 31.12.2009 31.12.2009

T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Software und sonstige Rechte 16.200 537 91 818 17.464 15.155 2.309 1.083

2. Geleistete Anzahlungen 1.355 2.718 9 -813 3.251 0 3.251 0

Summe I. 17.555 3.255 100 5 20.715 15.155 5.560 1.083

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 345.245 7.361 1.863 3.153 353.896 164.160 189.736 6.864

davon:

a) Geschäfts-, Betriebs- und andere Bauten 185.223 4.880 1.184 1.993 190.912 122.427 68.485 4.653

b) Bahnkörper und Bauten des Schienenwegs 136.393 0 0 191 136.584 36.957 99.627 2.211

2. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen 113.271 734 313 4.174 117.866 34.391 83.475 5.637

3. Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 329.600 9.911 4.837 645 335.319 237.116 98.203 17.143

4. Maschinen und maschinelle Anlagen,

die nicht zu Nummer 2 oder 3 gehören 8.915 928 535 105 9.413 6.327 3.086 368

5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 62.026 2.204 1.934 2.614 64.910 51.936 12.974 4.070

6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 28.682 37.268 19 -10.696 55.235 0 55.235 0

Summe II. 887.739 58.406 9.501 -5 936.639 493.930 442.709 34.082

III. Finanzanlagen

1. Anteile an verbundenen Unternehmen 386 0 0 0 386 0 386 0

2. Beteiligungen 147 0 0 0 147 49 98 49

3. Sonstige Ausleihungen 1.024 0 210 0 814 188 626 -57*)

Summe III. 1.557 0 210 0 1.347 237 1.110 -8

Summe Anlagevermögen 906.851 61.661 9.811 0 958.701 509.322 449.379 35.157

*) darin enthalten: Zuschreibung in Höhe von T€ 57


Jahresabschluss 52

Jahresabschluss

Anhang/Anlage 2

Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 287 HGB zum 31.12.2009

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital in % Jahr Eigenkapital € Ergebnis €

Verbundene Unternehmen:

SSB Reisen GmbH, Stuttgart 100 2009 850.566,66 91.383,58 *)

Andere Unternehmen:

Verkehrs- und Tarifverbund

Stuttgart GmbH, Stuttgart 26 2009 338.263,81 **) 9.776,61 **)

*) vor Ergebnisabführung

**) vorläufige Angaben


Jahresabschluss 54 55

Bestätigungsvermerk

Anhang/Anlage 3

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Schuster

Oberbürgermeister

Vorsitzender

Klaus Felsmann

Busfahrer/Betriebsratsvorsitzender

Stellv. Vorsitzender

Michael Föll

Erster Bürgermeister

Wolfgang Hoepfner

Stadtbahnfahrer

Betriebsrat

Manfred Kanzleiter

Dipl.-Ing. (FH)/

Gewerkschaftssekretär

Stadtrat

Robert Kauderer

Selbstständiger Malermeister

Stadtrat

Dr. Michael Kienzle

Literaturwissenschaftler

Stadtrat

Karlheinz Kilb

Gewerkschaftssekretär

Roland Krause

Dipl.-Ingenieur

Verkehrswesen

Peter Krauß

Dipl.-Ingenieur (FH)

Bauingenieur

Prof. Dr. Rainer Kußmaul

(bis 19.08.09)

Mathematik-Professor

Stadtrat

Klaus-Dieter Lohrmann

Unternehmensbereichsleiter

Ursula Marx (bis 19.08.09)

Krankenschwester

Stadträtin

Jürgen Sauer

Wissenschaftl. Referent

Stadtrat

Roland Schmid (bis 19.08.09)

Jurist

Stadtrat

Ursula Schorlepp

Gewerkschaftssekretärin

Harald Seibold

Busfahrer

Betriebsrat

Clarissa Seitz (ab 18.09.09)

Dipl.-Psychologin

Stadträtin

Jochen Stopper (ab 18.09.09)

Sozialwissenschaftler

Stadtrat

Annette Strauch

Gewerkschaftssekretärin

Dr. Günter Stübel (ab 18.09.09)

Dipl.-Wirtschaftsingenieur

Stadtrat

Gisela de Vries

Dipl.-Betriebswirtin (FH)

Betriebsrätin

Dieter Wahl

Versicherungsfachwirt

Stadtrat

Beratender Ausschuss

alle Mitglieder des Aufsichtsrats

sowie:

Dr. Roswitha Blind (ab 19.08.09)

Dipl.-Mathematikerin

Stadträtin

Andreas Bögner

Gewerbl. Techn. Ausbilder

Betriebsrat

Dieter Hafenbrack

Mechaniker

Freigest. Betriebsrat

Matthias Hahn

Bürgermeister

Harald Jauß

Busfahrer

Betriebsrat

Ulrike Küstler (ab 19.08.09)

Feinmechanikerin

Stadträtin

Wolfgang Schanz (bis 19.08.09)

Stadtdirektor

Rose von Stein (bis 19.08.09)

Dipl.-Haushaltsökonomin

Stadträtin

Dirk Thürnau

Bürgermeister

Peter Wilhelm

Kraftfahrer

Betriebsrat

Vorstand

Wolfgang Arnold

Dipl.-Ingenieur

Reinhold Bauer

Dipl.-Volkswirt

Sprecher

Dr. Peter Höflinger

Dipl.-Kaufmann

Bestätigungsvermerk

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

haben wir wie folgt erteilt:

„Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus

Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang –

unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht

der Stuttgarter Straßenbahnen Aktiengesellschaft,

Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31.

Dezember 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung

von Jahresabschluss und Lagebericht nach den

deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der

Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere

Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten

Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss

unter Einbeziehung der Buchführung und über

den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317

HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer

(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger

Abschlussprüfung vorgenommen. Danach

ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass

Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung

des durch den Jahresabschluss unter Beachtung

der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und

durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken,

mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der

Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse

über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche

und rechtliche Umfeld der Gesell schaft

sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt.

Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit

des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll

systems sowie Nachweise für die Angaben in

Buch führung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend

auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die

Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze

und der wesentlichen Einschätzungen

des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung

des Jahresabschlusses und Lageberichts.

Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend

sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung

gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss

den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt

unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes

Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

der Stuttgarter Straßenbahnen Aktiengesellschaft.

Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss,

vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von

der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken

der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

Stuttgart, 31. März 2010

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wildermuth Rettich

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer


Geschäftsbericht 2009 Geschäftsbericht 2009


Stuttgarter Straßenbahnen AG

Schockenriedstraße 50

70565 Stuttgart

www.ssb-ag.de

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