treffpunkt.europa - JEF

jef.de

treffpunkt.europa - JEF

03-04

treffpunkt.europa

JEF

Surfing the wave of

European Integration

Zeitschrift der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland

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Editorial

Termine

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Jahr ist schnell vergangen. Ein Jahr, in dem sich viele Föderalisten und Föderalistinnen

an vielen Orten Europas für die Sache der JEF stark gemacht haben.

Was genau die Jungen Europäischen Föderalisten in Deutschland auf die Beine

gestellt haben, kann in diesem treffpunkt.europa nachgelesen werden.

Nachdem beim diesjährigen Bundeskongress in Freiburg das Interesse groß war

und das Thema auch ansonsten eine Aktualität wie noch nie besitzt, wird das

Thema der treffpunkt.europa - Ausgabe 04-04 der EU-Beitritt der Türkei sein.

Neben der Beleuchtung des geschichtlichen Hintergrunds und verschiedener

Zukunftsszenarien der Türkei sowie konträrer Positionen zweier Abgeordneter

werden wir die JEF-Position darstellen. Der Bundesvorsitzende Christian Wenning

wird einige Worte zu dem jüngst in Freiburg auf dem 51. Bundeskongress verabschiedeten

Türkeiantrag der JEF-Deutschland beisteuern. Die Position der JEF-

Europe wird von Jon Worth – Vorsitzender der JEF-Europa – dargestellt.

Wie immer haben wir eine Seite mit Kurzkommentaren von ein bis zwei Sätzen

zu dem Titelthema. Damit die Meinungen so vielseitig wie möglich sind, schreibt

bitte eine Mail mit eurem Kommentar zu dem EU-Beitritt der Türkei an

silke.gebel@jef.de.

Und vergesst nicht, uns euren Namen und Vornamen, euren Landesverband und

euer Alter zu verraten! Vielen Dank.

Eure

Silke

27.-29.11.2004: JEF Bayern Adventsseminar in Burghausen Kontakt: jef-bayern-info@european-spirit.de

03.-05.12.2004: 16. Straßburger Gespräche in Straßburg Kontakt: info@jef-bw.de

11.-18.12.2004: JEF-Vienna Youth Exchange Kontakt: office@jef.at

16.12.2004: Europa-Stammtisch in Stuttgart Kontakt: info@jef-bw.de

21.-23.01.2005: Give Europe a face, Brüssel Kontakt: info@jef-europe.net

25.-27.02.2005: Berlinseminar Kontakt: seminare@jef.de

25.-27.03.2005: EinsteigerInnenseminar Hamburg Kontakt: seminare@jef.de

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JEF berichtet

JEF beschliesst

JEF wählt

JEF trauert

Impressum

Vierteljahresschrift der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland, Ausgabe 03-2004

Herausgeber: Junge Europäische Föderalisten Deutschland, Young European Federalists Germany.

V.i.S.d.P.: Silke Gebel

Schlußredaktion: Silke Gebel, Jana Schröder, Anja Hübner.

Themenschwerpunkt: Silke Gebel

Layout: Silke Gebel

Fotos & Collagen: Alexander M. Sardina, privat

Druck: Fata Morgana | Verlag: Eigenverlag

Redaktionsanschrift:

JEF-Deutschland, Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin,

Email: treffpunkt@jef.de,

Internet: http://www.jef.de/treffpunkt/

Die Die R RRedaktion

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tik tikel tik elmüsmüs- sen sen sen nicht nicht der der Meinung Meinung der der Redaktion Redaktion Redaktion entsprechen.

entsprechen.

Förderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, BMFSFJ

inside

inhalt

BuVo 2003 - 2004

BuSek 2003 - 2004

Members and More

Landesverbände

Bundeskongress 2004

Zukunft ohne Grenzen

Verfassung

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Bildet Europa!

BuVo 2005 +

Leonhard Hruschka

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JEF 2004: Surfing the waves of European

integration

Ein turbulentes Jahr geht zu Ende

Erweiterung, Verfassung, Europawahlen: 2004 jagte

ein europapolitisches Großereignis das nächste. Die

JEF war dabei: Die langersehnte historische Erweiterung

haben wir in Zittau gefeiert. An den deutschpolnisch-tschechischen

Feierlichkeiten haben wir mit

einem trinationalen Jugendseminar teilgenommen.

Dort haben wir uns nicht nur medial mit einem

Shake-Hands mit dem Bundeskanzler in Szene gesetzt,

sondern auch einen Dialog mit Abgeordneten

aus der Bundesrepublik, Tschechien und Polen

gestartet.

Verfassung kommentiert

Den Verfassungsprozess haben wir engagiert

(„Verfassung jetzt!“) kommentiert. Trotz unserer

Kritik am Brüsseler Kompromiss („Verfassung mit

eingelegtem Rückwärtsgang“) ist für uns das Glas

halb voll und nicht halb leer. Deshalb setzen wir

uns mit aller Kraft für die Ratifizierung der Verfassung

ein. Die wichtigste Aufgabe ist es jetzt, die

Verfassung den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln.

Dazu hat die JEF einen umfangreichen und

doch gut lesbaren Verfassungskommentar vorgelegt.

Die 2500 Exemplare waren innerhalb kurzer

Zeit restlos vergriffen; für 2005 ist schon eine zweite

Ausgabe in Vorbereitung, die dann nicht mehr

den Konventsentwurf, sondern den von den Staatsund

Regierungschefs beschlossenen Text kommentieren

wird. Mit dem Verfassungskommentar haben

wir eindrucksvoll die europapolitische Kompetenz

der JEF unter Beweis gestellt.

Stimmen gefangen

Die Bürgerinnen und Bürger von der europäischen Integration zu überzeugen,

das war auch unsere Aufgabe im Mai und Juni, als Europawoche

und Europawahlen nah beieinander lagen. Die Jefferinnen und

Jeffer wurden zu „Stimmenfängern“ für eine lebendige und aktive Beteiligung

an Europafragen und der Europawahl im Besonderen.

JEF befreundet

Mit unseren Aktionen zu Erweiterung, Verfassung und Europawahlen

haben wir viel mediale Aufmerksamkeit erregt. Wichtiger ist noch, dass

die JEF auch 2004 ein lebendiger und aktiver Verband ist. Neben vielen

Veranstaltungen in den Landesverbänden hat auch der Bundesverband

wieder nationale und internationale Seminare organisiert. Ein wichtiger

Teil der JEF-Arbeit ist die Zusammenarbeit mit den Partnersektionen.

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BUVO 200


2004 haben wir nach vielen stillen Jahren die Kontakte mit der JEF-Österreich

und YES (Schweiz) wiederbelebt. Ebenso wie mit der JEF-Frankreich

sind für 2005 gemeinsame Seminare in Vorbereitung.

3 - 2004

JEF wächst

Als Jugendverband braucht die JEF

ständig Nachwuchs. Wir hatten uns

vorgenommen, mehr zu tun, um neue

Mitglieder zu werben und die JEF attraktiver

zu machen. Das bedeutet,

mehr Veranstaltungen anzubieten und

auf junge Menschen zuzugehen.

Dabei haben wir einige Erfolge erzielt:

wir haben neue

Finanzierungsquellen genutzt, die

interne Kommunikation in der

Mitgliederverwaltung verbessert

und durch eine verstärkte Zusammenarbeit

mit der Europa-Union

das Angebot an Veranstaltungen

ausgebaut. So gibt es mit „In Europa

für Europa“ ein neues internationales

Programm, das sich

unter anderem an Jeffer richtet.

Sehr erfreulich ist auch, dass es

nun einen Landesverband der JEF

in Sachsen gibt. In Kürze geht auch

der neue Internet-Auftritt

(www.jef.de) online.

Föderalismus lebt!

Das Erfolgsrezept der JEF ist, unsere

Vision eines geeinten, föderalen

und demokratischen Europa

in lebhaften Diskussionen ständig

fortzuentwickeln und kreativ nach

außen zu tragen. 2004 haben wir

dafür eine besondere Anerkennung erhalten: Die JEF ist mit einer Theodor-Heuss-Medaille

geehrt worden.

Noch ein Schlusswort in persönlicher Sache: Mir hat es viel Spaß gemacht,

die JEF in diesem ereignisreichen Jahr zu führen. Dem neuen

Vorstand wünsche ich viel Elan und Erfolg.

Lutz Hager

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treffpunkt.europa 03-04

Von Originalbelegen und Dienstanweisungen

Ein Leben entlang der Richtlinie: Kurzbericht des Bundessekretariats

ne Bericht erstatten.

BuSek praktisch:

Seit unserem Einzug ins Berliner

Bundessekretariat im Herbst 2003 ist

viel Wasser die Elbe hinab geflossen;

wir haben motiviert versucht, einen

echten Neustart zu wagen. Schnell

mussten wir feststellen, dass dies in

Anbetracht des alltäglichen Arbeitspensums

nicht in gewünschter Weise

zu realisieren ist. Diverse Rückschläge

wie Einbrüche und zwei Computerausfälle

mit schmerzlichem Datenverlust

taten ihr übriges. Dennoch ist

uns einiges gelungen, wovon wir ger-

Seit April 2004 unterstütz(t)en uns Nadja Müntsch (April), Elsa Sterner (Juni), Antje

Heißmeyer (August), Andrea Hübner (September), Daniel Murphy (September-Dezember)

und Delphine Batmalle (Oktober-Dezember). Ein dickes Dankeschön an dieser

Stelle für Eure Arbeit!

In Hinblick auf die Größe des BuSek und die Leistungsfähigkeit unserer Rechner ist das

Arbeiten zu dritt oder viert nicht immer ganz einfach und reibungslos. Zudem bedürfen

unsere „Freiwilligen“ ganz unterschiedlicher Anleitung zum Handeln. Wir haben die

Erfahrung gemacht, dass es sich sowohl für den/die Praktikant/in als auch für uns

auszahlt, wenn sie länger als vier Wochen im BuSek arbeiten.

EVS: Ab Dezember 2004 wird Åsa Gunven aus Schweden, aktiv bei JEF-Europe, uns

während ihres europäischen Freiwilligen Dienstes (EFD/EVS) für zwölf Monate im BuSek

unterstützen und Projekte mit uns, dem BuVo und den Landesverbänden auf die Beine

stellen. Momentan ist Thomas Junge im EVS-Rahmen und im Namen der JEF-D in

Dänemark und ganz (Ost-)Europa unterwegs.

BuSek ostisch:

Was lange gärt, wir endlich gut. Der Landesverband Sachsen lebt! Die JEF-SN ist wieder

da – in völlig neuer Besetzung, mit Esprit und ungebremsten Engagement. Auf dem

BA in Dresden wurden die JEF-Sachsen „reanimiert“. Eine JEF-HSG ist an der Universität

in Chemnitz im Entstehen, auch Leipzig erwacht langsam aus seinem JEF-Schlaf

und der nächste BuKo findet womöglich im scheenen Sachsen statt. Der Aufbau-Ost

wird gelingen, wenn auch unser Ziel, nämlich bis zum Ende des Jahres 88 Mitglieder in

Sachsen zu vereinen, noch in einiger Entfernung liegt. Darüber hinaus aber gilt es, den

meck-vorpommerschen Norden wieder ins JEF-Boot zu holen und mit vereinten Kräften

ins Jahr 2005 zu segeln – stets mit der Europa-Hymne auf den Lippen, versteht sich.

BuSek ausblicklich:

Momentan beginnen wir – wieder mitten im Antrags- und Abrechnungsmarathon – mit

der Umsetzung der Projektideen für 2005. Verband, Vorstand und BuSek müssen aufgrund

der neuerlichen Umstände, die sich durch den Referatswechsel und die möglichen

Mittelkürzungen ergeben, überlebensfähig gemacht werden. 2005 wird aller Voraussicht

nach ein schwieriges Jahr für den Verband. Noch ist unklar, wie und in welcher

Höhe die JEF-Deutschland Gelder vom BMFSFJ zur Verfügung gestellt bekommt.

Wir bemühen uns folglich um eine bundesweite Streuung der Maßnahmen, damit möglichst

viele Landesverbände partizipieren können. An dieser Stelle sei allen Landesverbänden

gedankt, die uns durch schnelle Reaktion auf buseksche Anfragen und Bitten,

zum Teil auch durch Eigeninitiative halfen, die Arbeit hier im Büro zu bewältigen.

Im April nächsten Jahres wird im Deutschen Historischen Museum zu Berlin (DHM), die

Ausstellung „Nachkriegszeit“ eröffnet. Wir haben uns – nach Anfrage des Museums –

bereit erklärt, Erkundungen zu Begebenheiten und Gegenstände (Reliquien) aus der

damaligen Zeit einzuholen und weiter zu recherchieren. Jegliche Informationen und

Materialien aus den Gründnungsjahren (ab 1946) nehmen wir jederzeit und gern entgegen

– ebenso konstruktive Kritik, Anregungen und Lobhudeleien.

Das BuSek (Anja und Jana)


Members & More

JEF – stark durch Mitglieder

Seit über einem Jahr begleiten jeden

Bundesausschuss und jeden Bundeskongress Diskussionen

zum Thema Mitglieder.

Grund genug, zu betrachten, was seitdem passiert

ist.

JEF als Mitgliederverband

Die JEF ist die Vielzahl ihrer Themen aber auch die

Vielzahl ihrer Mitglieder. Mitglieder prägen unsere

Diskussionen und die Schwerpunktthemen unseres

Verbandes und setzen die politische Arbeit fort,

denen sich vor ihnen bereits viele andere gewidmet

haben.

Neue Mitglieder bringen neuen Schwung und mehr

Mitglieder bringen mehr Schwung.

Aktionen und Projekte

Die Mitglieder selbst sind neben der rein inhaltlichen Arbeit in der letzten Zeit in den

Fokus der Diskussionen gerückt. Folge dessen ist eine Verbesserung der Mitgliederneuaufnahme,

der Mitgliederbetreuung und der Mitgliederinformation.

Es gibt aber neben diesen organisatorisch funktionalen Erfolgen auch Verbesserungen

für jedes Mitglied selbst.

Intranet

Wer in die Arbeit der JEF einsteigen will oder bereits aktiv ist, kann sich als Mitglied im

Intranet in die Aktionen unseres Verbands einlesen, sich einen Überblick über alle

Aktiven verschaffen oder Anregungen für das Durchführen eigener Projekte finden.

Das Intranet ist erreichbar unter http://intranet.jef.de.

Das Intranet:

- ist ein Wissenspool mit Informationen über vergangene und aktuelle Projekte,

- stellt best-practice-Projekte vor,

- enthält einen „Onlineshop“ für existierende Marketingartikel,

- ist ein Sammelbecken für Corporate Identity-Dateien, Formulare, Satzungen, Geschäftsordnungen,

sonstige Arbeitshilfen, Neugründer- und andere Know-How-Pakete

(z.B. Presseleitfaden),

- stellt eine Kontaktdatensammlung unserer JEF-Funktionäre bereit,

- wartet mit einem Mitgliederticker auf, in dem die aus eurem Landesvorstand zuständige

Person aktuelle Mitgliedszahlen abrufen und melden kann,

- enthält eine Rubrik Mitglieder mit nützlichen Informationen zum Thema Mitgliedergewinnung,

- enthält eine Sammlung von Hausarbeiten, Referaten und Präsentationen, die JEF-

Mitglieder für die Schule, Uni oder Vorträge erstellt haben.

Ein Zugangspasswort bekommt ihr bei eurem Landesverband oder unter info@jef.de.

Member Day

Seit es den Member Day gibt, ist die Mitgliederzahl jedes Landesverbands nicht mehr

nur für die Stimmenverteilung auf dem BA oder BuKo interessant. Landesverbänden

mit vielen neuen Mitgliedern „droht“ eine Auszeichnung.

Der Member Day soll einen positiven Wettbewerb zwischen den Landesverbänden um

den höchsten Mitgliederzuwachs hervorrufen.

Es gibt zwei Versionen des „Member Day“ (MD), den MD BA und den MD BuKo. Der

Gewinner des MD BA erhält einen symbolischen Preis, der Gewinner des MD BuKo

erhält zwei Stipendien für die Teilnahme einer Person an einem internationalen Seminar,

sowie eine Einmalzahlung von 100 Euro an die Landesverbandskasse.

Der Stichtag, der den Werbezeitraum für einen Landesverband beendet, wird „Member

Day“ genannt.

Der erste Member Day BA wurde im Oktober in Freiburg durchgeführt. Gewonnen hat

ihr der Landesverband Bayern.

Es tut sich etwas beim Thema Mitglieder. Wir verabschieden nicht nur Resolutionen

zum Thema, sondern packen auch Sachen an. Machen wir weiter so!

Jan Schubert

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Nina Sattler (28) - Leimen - Vorsitzende

Enzo Kublin (21) - Kirchzarten - Stellv. Vorsitzender

Sebastian Schneller (23) – Konstanz – Stellv. Vorsitzender

Lucia Waldnerova (22) - Tübingen – Stellv. Vorsitzende

Goce Peroski (23) - Fellbach - Schatzmeister

Alexander Greschik (26) - Wiernsheim – Geschäftsführer

Beisitzer: Maresa Haas, Christian Klipfel, Julia Sauer, Oliver

Sefrin, Florian Ziegenbalg

Referenten: Arielle Rouby (JEF-Oberrhein), Stefan Seiler

(D-FRA), Till Stellino (Presse), Koray Yazici (Finanzen)

Landesverband JEF-Baden Württemberg

www.jef-bw.de

Das haben wir gemacht

· 15. Straßburger Gespräche „Die EU-Erweiterung – Schnee von gestern?“

· DACH-Seminar in St. Gallen mit der YES, der JEF-Österreich und der JE-Bayern

· Studienreise nach Makedonien, Besuch der dortigen JEF-Sektion

· Podiumsdiskussionen zur Europawahl in Heidelberg, Geislingen und Stuttgart

· Tagesseminar zur europäischen Identität in Tübingen

· Europa-Stammtische in Stuttgart mit Generalkonsulen, der baden-württembergischen Justizministerin und

weiteren Prominenten

Das wollen wir noch machen

· 16. Straßburger Gespräche, Thema „Europäische Staatsbürgerschaft“

· Deutsch-Makedonisches Seminar in Baden-Württemberg

· Neue Kreisverbände gründen

Da sind wir präsent

Kreisverbände in: Freiburg · Heidelberg · Heilbronn · Konstanz · Ludwigsburg

· Stuttgart · Tübingen

Landesverband Junge Europäer

Bayern

www.je-bayern.de

www.european-spirit.de

Das haben wir gemacht

Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr

war die Mitgliederwerbung sowie die

Gründung von Kreisverbänden. Mit den

Gründungen in Bayreuth, Bamberg und

zuletzt in Schweinfurt konnte auch die

Mitgliederzahl auf etwa 1250 erhöht werden.

Zahlreiche Veranstaltungen wurden

durchgeführt, darunter ein Treffen mit

dem neuen Bischof von Regensburg, Gerhard

Ludwig Müller sowie ein Gespräch mit dem ehem.

Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Dr. Gerhard

Schmid. Weiterhin beteiligten wir uns am DACH-

Seminar mit den österreichischen und Schweizer

Freunden in St. Gallen. Sehr intressant war auch das

zweitägige Salzburg-Seminar, bei dem der

Verfassungsvertrag im Mittelpunkt stand.

Zur Europawahl wurde ein Erstwähler-Flyer gestaltet,

der an Schulen verschickt und auf Veranstaltungen und

Infoständen der JEF verteilt wurde.

Die Homepage wurde auf ein neues System umgestellt

und es wurde ein Newsletter aufgebaut, der regelmäßig

über Europathemen informiert.

Zu abonnieren ist er über die Homepage der Jungen

Europäer Bayern.

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So kann man uns erreichen

Junge Europäer JEF BaWü

Europahaus

Nadlerstr. 4

70173 Stuttgart

info@jef-bw.de

Landesvorsitzender Johannes Schmid (2. v.l.),

seine Stellvertreter Alexander Kolb (6. v.l.),

Burkhard Lai (5. v.r.), Sven Vetters (1. v.r.) und

Benjamin Zeitler (4.v.r.)

sowie die weitere Vorstandschaft:

Ben Bockemühl (Schatzmeister)

Tobias Beckmann (Schriftführer)

Beisitzer: Kathrin Lichtenberg, Marco Vollath,

Wolfgang Rupprecht, Matthias Zürl, Thomas

Pöhler

So kann man uns erreichen

Junge Europäer Bayern e.V.

c/o Europa-Union Bayern

Oberanger 32

80331 München

info@je-bayern.de

www.european-spirit.de


Landesverband JEB - Berlin

www.jeb-bb.de

Das haben wir gemacht:

- regelmäßige Treffen (Jour Fixe, Landesvorstandssitzungen)

- Stände und Projekte an Universitäten in Berlin und Brandenburg

- AG „Europäisches Engagement in Afrika“ (Themenschwerpunkt

Afrikanische Union)

- AG „ Europäische Identität“ (Besuch der Ausstellung

„Born in Europe – New Identities“)

- ErstwählerInnenseminar (s. TP 02-04)

Das wollen wir machen:

Für die Zukunft haben wir uns neben neuen und fortlaufenden

Projekten vor allem vorgenommen, ein neues

Kommunikationskonzept für die JEB zu erstellen. Unsere

nächste große Veranstaltung ist das „Simulationsspiel

Europäisches Parlament“. Am 31. Oktober und 1. November

werden 160 SchülerInnen an der Simulation im Bundestag

und dem Abgeordneten Haus zu Berlin teilnehmen

und dabei in die Rolle eines Europa-Abgeordneten

schlüpfen. Demnächst besucht die AG „Europäische Identität“

die Berliner Philharmoniker. Außerdem führen wir

die Diskussionsveranstaltung „Amerika vor der Wahl –

Wohin mit Europa?“ mit John C. Kornblum und Karsten D.

Voigt durch. Anfang November wird außerdem zum ersten

Mal in Berlin die „European Week“ an der Humboldt

Universität stattfinden, an der die JEB sich beteiligt hat.

Da sind wir präsent:

Jeden ersten Montag im Monat im Café Chagall unter

den S-Bahnbögen „Friedrichstraße“ und in unserem Büro:

Alexander-Martin Sardina,

Landesvorsitzender

Florian Pertenbreiter,

stellv. Landesvorsitzender und Landessekretär

Marina Tcharnetsky,

Landesausschussvorsitzende

JEF-Landesverband Hamburg e.

V.

www.jef-hamburg.de

Das haben wir beispielsweise gemacht:

Verfassungskampagne, Vote for Europe, Europawoche 2004, Messestand auf »Du und Deine Welt«,

Sachverständigenanhörung zur Einrichtung der Koordinierungsstelle zum Deutsch-Russischen Jugendaustausch,

Nachwuchsförderung »JEF Academy«, Projekte europapolitischer Kinder- und Jugendbildung an

Schulen.

Das wollen wir noch machen:

Herbstseminar »Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA«, JEF-Hochschulgruppe

an der Bucerius Law School, Auslandsprojekte in Marseille / Kaliningrad / Dublin, Neugründung einer Europaschule,

neue Selbstdarstellungsbroschüre.

Da sind wir präsent:

JEF-Veranstaltungen in allen Bezirken (Mitte, Altona, Eimsbüttel, Harburg, Nord, Wandsbek und Bergedorf)

und mit der JEF-HG an der Universität Hamburg

So könnt Ihr zu uns in Kontakt treten:

Mehr Infos auf unserer Homepage, in unserer Info-Vitrine im Phil-Turm-Foyer (neben der Mensa) auf dem

Uni-Campus oder per Mail an orga@jef-hamburg.de

Jens Jenssen, Vorsitzender

Julia Sievers, Stellvertretende Vorsitzende

Maximilian Willer, Stellvertretender Vorsitzender

Jörg Steinhauer, Schatzmeister

Michael Dollinger, Beisitzer

Friedrich Bokern, Beisitzer

Johanna Kroll, Beisitzerin

Moritz Christoph, Beisitzer

Sebastian

Finsterbusch,

kooptiert

Conrad Seiferth,

kooptiert

So kann man uns erreichen

Jean-Monnet-Haus

c/o Europa Union Berlin

Bundesallee 22

10717 Berlin

Tel.: 030-42084032

Fax: 030-88412240

vorname.nachname@jeb-bb.de

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Christian Langenkamp (29) – Frankfurt – Vorsitzender

Mario Bellinzona (28) – Frankfurt – Stellv.

Julia Würtz (28) – Frankfurt – Stellv.

Niels Schuster (27) – Frankfurt – Stellv.

Philipp Stompfe (20) – Marburg – Stellv.

Frank Hillwig (25) – Offenbach – Geschäftsführer

Igor Prcic (28) – Hofheim – Beisitzer

Désireé Bychara (19) – Linsengericht – Beisitzerin

Marco Trümner (31) – Schwalmstadt – Beisitzer

Hanna Lena Reich (18) – Neukirchen – Beisitzerin

Andrés Schubert (19) – Neu-Anspach – Beisitzer

Landesverband JEF – Hessen

www.jef-hessen.de

Das haben wir gemacht

2003:

Landesverband JEF – Niedersachsen

www.jef-niedersachsen.de

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Guten Morgen,

Das haben wir gemacht

Internationales Seminar zu Kerneuropa in Bremen, Dezember 2003

Teilnahme am Internationalen Seminar MFE Lombardia in Desenzano, Mai 2004

Das wollen wir noch machen

Internationales Seminar Beziehungen EU-Rußland in Otterndorf, Dezember 2004

Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr Europa-Treff der JEF-Hannover in der Gaststätte „Kaiser“

(Schaufelder Str. 27, Hannover)!

Da sind wir präsent

Braunschweig (Vorsitzender: Sven Dujic)

Göttingen (Vorsitzende: Claudia Krell)

Hameln-Pyrmont (Vorsitzender: Christian Fiebrandt)

Hannover (Vorsitzender: Florian Schön)

Oldenburg (Vorsitzende: Andrea Judith Krempels)

Osnabrück (Vorsitzender: Nils Stickan)

Stade (Vorsitzender: Malte Jahn)

Vechta (Vorsitzender: Philipp Schumacher)

So kann man uns erreichen

c.langenkamp@jef-hessen.de

f.hillwig@jef-hessen.de

- Quo Vadis Europa? Diskussionsrunde über die Qualität europäischen Verfassung.

- JEF Werbepostkarten

2004:

- Quo Vadis Europa? Diskussionsrunde über EP-Wahl, Verfassung und Erweiterung

- JEF-Infostand zur EP-Wahl mit Kleinkunstbühne und Infoständen der 4 Volksparteien

- Neuwahl des JEF-Hessen-Vorstandes und Gründung des Kreisverbandes Marburg

Das wollen wir noch machen

Quo Vadis Veranstaltungen zu europäischen Themen,

Mitgliedergewinnung, Gründung weiterer Kreisverbände,

Homepage optimieren, Internationales/ Reise/ Seminar

Da sind wir präsent

Frankfurt, Kreis Schwalm-Eder, Marburg

Dr. David Schneider-Addae-Mensah - Stade - Vorsitzender

Christian Fiebrandt - Hameln - Stv. Vorsitzender/Geschäftsführer

Malte Jahn - Stade - Schatzmeister

Dominic Hermes - Vechta - Beisitzer

Jan Hendrik (Henner) Klimasch - Hameln - Beisitzer

Florian Schön - Hannover - Beisitzer

So kann man uns erreichen:

info@jef-niedersachsen.de

www.jef-niedersachsen.de


Marcus Mohr - stv. Vorsitzender

Nina Busemann - Beisitzerin

Patrick Becker - Beisitzer

Matthias Dicke - Beisitzer

Felix B. Schlosser - stv. Vorsitzender

Daniel Kitscha - Beisitzer

Christian Kah - Vorsitzender

nicht im Bild:

Alexander Buchheit - Geschäftsführer

Bülent Bozdag - Schatzmeister

Landesverband JEF – Rheinland-Pfalz

www.jef-rlp.de

Das haben wir gemacht

- neuer Internetauftritt,

- Satzungensüberarbeitung,

- Europa-Info-Bustour zur Europawahl,

- erfolgreiche Mitgliederwerbeaktion, Kreisverbandsneugründung,

- stärkere Präsenz durch Hochschulgruppen

Das wollen wir noch machen

Stärkung der Basis

Da sind wir präsent

Koblenz, Mainz …und auch bald in Deiner Nähe!

Landesverband JEF - Sachsen

www.jef-sachsen.de

So kann man uns erreichen

JEF Rheinland-Pfalz

Landesgeschäftsstelle

Postfach 18 43

D-55088 Mainz

email: Info@jef-rlp.de

Thorben Schmit, Karen Matzke, Dorothea Kallenberger, Nora Däberitz

Das haben wir gemacht

Wir haben den Landesverband Sachsen nach einigen ruhigen Jahren wiederbelebt, haben in Chemnitz eine

Hochschulgruppe gegründet. Durch den Landesverband Hamburg den Kontakt zum Politischen Jugendring in

Dresden hergestellt.

Das wollen wir noch machen

Wir wollen an allen Hochschulen in Sachsen JEF-Hochschulgruppen etablieren, den Konatkt zu politischen

Jugendorganisationen wie dem politischer Jugend Ring Dresden

intensivieren und den Kontakt zu sächsischen Europapolitikern

herstellen.

So kann man uns erreichen

Da sind wir präsent

Wir sind zur Zeit in Leipzig und Chemnitz vertreten.

vorname.nachname@jef-sachsen.de

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BUKO 2004

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51. Bundeskongress der JEF Deutschland, Freiburg i. Br.

Rund 100 junge europäische Föderalisten und Föderalistinnen trafen sich vom 15.10. – 17.10.04

in Freiburg im Breisgau, um unter dem Motto „Zukunft ohne Grenzen“ über Europa zu diskutieren

und einen neuen Bundesvorstand zu wählen. Neben den deutschen Teilnehmenden wohnten

auch viele französische, österreichische sowie einige schweizerische, schwedische, rumänische

und britische JEFFerInnen dem Kongress bei. Die internationalen Gäste trafen sich

im Rahmen des Bundeskongresses, um unserem „Crossboarder Cooperation in JEF“ beizuwohnen.

Dabei ist vor allem den Österreichern zu danken, die mit ihrem DOKU-Team den

Bundeskongress in Ton und Bild festhielten.

Getreu dem Motto begann der Bundeskongress Freitagnachmittag mit einer Präsentation einzelner

grenzüberschreitender Kooperationen von Landesverbänden der JEF Deutschland. So

wurde neben der Baltic-sea cooperation das DACH-Projekt (Deutschland, Österreich, Schweiz),

das Oberrheinnetzwerk sowie die Saar-Lohr-Lux-Zusammenarbeit vorgestellt.

Der Samstag sah den formellen Beginn der Tagung vor. Eröffnet vom Bundesvorsitzenden Lutz

Hager, folgten Grußworte der JEF Freiburg, des MdEP und Landesvorsitzenden der Europa

Union Baden Württemberg, Rainer Wieland, und des Europavorsitzenden der JEF, Jon Worth.

Diskutiert wurde am Samstag wie am Sonntag über die verschiedensten Themen von Türkei

(Aufnehmen, aber noch nicht jetzt!) über Bildung (ECTS statt BA/MA) bis hin zur aktuellen

Kommission (Ablehnen!). Auch der Leitantrag „Zukunft ohne Grenzen“ von Lutz Hager fand

seinen Platz in der Debatte, wurde aber ohne große Änderungen verabschiedet.

Einige der Anträge sind auch in diesem Heft nachzulesen.

Abends hatte die JEF-Freiburg eine wunderbare Tanzfläche mit einer tollen Bar und viel Bier

exklusiv für die JEF-Delegierten und ihre internationalen Gäste organisiert. Einziger Wermutstropfen

war, dass die DJane die JEF Hymne „Europe United“ (Die Melodie ist bekannter als

„Breakfast at Tiffanys“) nicht in ihrem Programm hatte.

Am letzten Tag, dem Sonntag, wurde der neue Bundesvorstand mit Christian Wenning als

Bundesvorsitzenden, Silke Gebel, Johannes Schmid, Luise Papcke und Florian Ziegenbalg als

StellvertreterInnen, sowie Nina Busemann, Philipp Hessel, Mario Bellinzona und Nora Däberitz

als BeisitzerInnen gewählt. Zu erreichen ist der neue Bundesvorstand jeweils unter

vorname.name@jef.de oder über das Bundessekretariat in Berlin (+49-30-42809035).

Silke Gebel


Zukunft ohne Grenzen:

Europa muss jungen Menschen mehr bieten!

Mit der Einigung auf eine Verfassung und der Erweiterung der EU um zehn neue Mitglieder

hat die europäische Integration 2004 wichtige Fortschritte gemacht. Weder

Verfassung noch Erweiterung bedeuten jedoch, dass die Integration ihren Endpunkt

erreicht hätte. Es besteht weiterhin erheblicher Reformbedarf der europäischen Institutionen,

der Erweiterungsprozess ist nicht abgeschlossen, die EU verliert das Vertrauen

der Bürgerinnen und Bürger.

Die europäische Integration bezieht ihre Kraft aus der Überwindung von Grenzen. Begegnung

und Kooperation auf bi-, multinationaler und europäischer Ebene setzen Kreativität

frei und ermöglichen gemeinsames Handeln. Davon hat die wirtschaftliche Entwicklung

in Westeuropa in besonderem Maße profitiert und diese hat wiederum weitere

Integrationsschritte angestoßen, Vertrauen in europäische Institutionen geschaffen

und die Attraktivität der EU für neue Mitglieder erhöht.

Dieser Integrationsmotor ist ins Stocken geraten: die großen Länder der Euro-Zone

leiden unter einer Wachstumsschwäche; der Aufholprozess der neuen Mitgliedsländer

kann mit den sozialen Herausforderungen nicht Schritt halten. Dies betrifft besonders

die junge Generation: am westlichen und östlichen Rand der Union liegt die Jugendarbeitslosigkeit

bei über 20 Prozent. Integration und Demokratie leben aber von Zukunftsperspektiven.

Europa muss jungen Menschen mehr bieten!

Die Jungen Europäischen Föderalisten fordern, europäische Politik konsequent zur Förderung

junger Menschen einzusetzen. Dies bedeutet, das Potential grenzüberschreitender

und europäischer Kooperation zu nutzen, um eine neue wirtschaftliche Dynamik

zu schaffen. Diese sollte im Zeichen gesellschaftlicher Solidarität und ökologischer

Nachhaltigkeit stehen.

Wir fordern, die Integration gezielt dort zu vertiefen, wo sie die Zukunftschancen junger

Menschen erhöht, grenzüberschreitende Kooperationen unterhalb der europäischen

Ebene verstärkt zu fördern und durch die Ausweitung demokratischer Prozesse Kreativität,

Mitwirkung und soziale Verantwortung zu steigern:

I Dynamik durch Integration

Ø Lissabon-Agenda: Die JEF fordert hier mehr Engagement und Verbindlichkeit.

Die Lissabon-Agenda sollte konkretisiert werden, darunter auch endlich

die Bereiche zu Jugend und Bildung. Bereiche, in denen gemeinschaftliches

Handeln erfolgversprechend ist, sollten von der offenen Methode der Koordinierung

in die Gemeinschaftsmethode überführt werden. Von der neuen EU-

Kommission erwarten wir eine entschlossene Initiative in diese Richtung.

Ø Wissens-Infrastruktur: Der Großteil des EU-Haushalts sollte in Bildung,

Ausbildung, Fortbildung und Forschung, insbesondere mit grenzüberschreitender

Ausrichtung, investiert werden. Solche EU-Programme sollten auch

angrenzenden Regionen zugute kommen. Wir fordern bei den anstehenden

Beratungen zur Agenda 2007 eine deutliche Verschiebung der Mittel in diese

Richtung.

Ø Einwanderung: Die JEF fordert eine gesamteuropäische Einwanderungspolitik,

die darauf ausgerichtet ist, jungen Menschen aus Nicht-EU Ländern Bildungschancen

und Zukunftsperspektiven innerhalb der EU zu eröffnen. Wir fordern

insbesondere die Bundesregierung auf, ihren Widerstand gegen eine gemeinsame

EU-Einwanderungspolitik endlich aufzugeben.

Ø Europäischer Arbeitsmarkt: Um einen wirklich europäischen Arbeitsmarkt

zu schaffen, müssen noch viele Hürden abgebaut werden. Die JEF fordert, die

Sozialsysteme der Mitgliedstaaten kompatibel zu machen, so dass Arbeitnehmern

bei einem Wechsel in ein anderes Mitgliedsland keine Nachteile entstehen

und der Aufwand einer Umstellung gering bleibt. Wir fordern die Regierungen

auf, dieses Ziel im Rahmen der laufenden Reformen mitgliedstaatlicher

Sozialsysteme aufzunehmen.

II Grenzüberschreitende Kooperation

Ø Regionale Potentiale nutzen: Breitenwirkung wird nicht allein durch EU-

Programme erreicht, sondern bedarf der Verankerung in engmaschigen und

häufig regionalen und funktionsspezifischen Kooperationen. Die JEF setzt sich

für eine weitere Verbreitung solcher Kooperationen ein und fordert insbeson-

SE

BESCHLÜS-

03-04 treffpunkt.europa 13


BESCHLÜSSE

14

dere einen verbesserten Wissenstransfer von best practices und EU-Fördermöglichkeiten für

grenzüberschreitende Kooperation, z.B. im Ausbildungsbereich.

Ø Ausbildung und Studium: Mobilität innerhalb Europas muss zu einem Markenzeichen europäischer

Bildungssysteme werden. Dies gelingt am besten durch gezielte Kooperation zwischen

Bildungseinrichtungen. Wir setzen uns für integrierte Studiengänge und Berufsausbildungen

ein; ein Auslandsjahr sollte Pflichtteil des Curriculums werden.

Ø Sprachunterricht: Voraussetzung für Mobilität und interkulturelle Kompetenz ist, dass

Fremdsprachenunterricht schon in der Grundschule beginnt. Um das Angebot an Fremdsprachen

in den Schulen zu erhöhen, müssen die Lehrpläne geändert und Mittel für die Einstellung

und Qualifizierung von Lehrern zur Verfügung gestellt werden.

Ø Jugendarbeitslosigkeit: Ein Beitrag zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit ist die grenzüberschreitende

Zusammenarbeit der Arbeitsagenturen. Gerade in grenznahen Regionen

bietet sich die Vermittlung von Ausbildungsplätzen in die Nachbarländer an. Vertiefende Sprachkurse

sollten ein Teil der Vermittlungsleistung sein. Die JEF fordert insbesondere die Bundesregierung

auf, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

III Soziale und politische Teilhabe

Ø Mehr Partizipation: Soziale und politische Teilhabe verstärken sich gegenseitig, um individuelle

Verantwortungsbereitschaft und Engagement zu erhöhen. Die JEF fordert mehr

Mitwirkungsmöglichkeiten und eine Ausweitung demokratischer Prozesse auf allen Ebenen.

Dies betrifft auch das EU-Demokratiedefizit: Über ein bürgernahes Parteiensystem auf europäischer

Ebene hinaus fordern wir mehr Mut bei der Einführung innovativer Beteiligungsverfahren,

z.B. Konsultationsverfahren, direkte Demokratie.

Ø Subsidiarität: Kleinräumige politische Einheiten bieten die besten Chancen für politische

Mitwirkung. Die JEF unterstützt die Dezentralisierungsreformen in vielen europäischen Ländern

und fordert auch in Deutschland eine Föderalismusreform, die nicht nur den Ländern,

sondern auch den Kommunen zugute kommt. Auch auf europäischer Ebene ist das Subsidiaritätsprinzip

strikt anzuwenden.

Ø Europäischer Freiwilligendienst: Der EFD verbindet gesellschaftliches Engagement mit

grenzüberschreitender Mobilität. Er sollte großflächig ausgeweitet und beworben werden.

Dazu fordern wir eine starke Erhöhung der EU-Mittel und schließen uns den Empfehlungen

der Weimarer Erklärung von Ehemaligen des EFD an.

treffpunkt.europa 03-04


Für eine europäische Verfassung der Bürgerinnen und Bürger

Europa ist im Begriff, sich eine Verfassung zu geben: 30 Monate nachdem der „Konvent zur

Zukunft Europas“ seine Arbeit aufgenommen hat, haben die EU-Staats und Regierungschefs sich

am 18. Juni in Brüssel auf ein gemeinsames Regelwerk geeinigt. Aus diesem Verfassungsvertrag

zwischen Staaten muss nun eine europäische Verfassung der Bürgerinnen und Bürger werden.

Wenn die EU in Zukunft nicht mehr nur eine Union der Staaten, sondern auch eine Union der

Bürgerinnen und Bürger sein will, dann bedarf es der intensiven Einbeziehung letzterer. Im Idealfall

findet diese Beteiligung in einem europaweiten Referendum statt. Die zweitbeste Lösung

wäre, wenn die Bürgerinnen und Bürger zeitgleich oder wenigstens zeitnah in jedem EU-Staat in

25 einzelnen Referenden abstimmen können. Die JEF begrüßt, dass sich bereits zehn Länder auf

ein Referendum festgelegt haben. Weitere müssen jetzt dazukommen. Die JEF fordert die politischen

Parteien auf, die gesetzlichen Grundlagen für ein Referendum auch in der Bundesrepublik

zu schaffen.

Die JEF wird sich mit aller Kraft für die Annahme des vorgelegten Verfassungsdokuments einsetzen.

Wir werden die Verfassungskampagne dazu nutzen, den föderalistischen Gedanken aktiv in

die Zivilgesellschaft zu tragen.

Auf dem Weg zu einer europäischen Verfassung der Bürgerinnen und Bürger sind jedoch Reformen

über die nun erzielte Einigung hinaus notwendig: Mitgliedstaatliche Veto-Positionen müssen

abgeschafft und demokratische Mitwirkungsmöglichkeiten gestärkt werden. Parallel zum anstehenden

Ratifizierungsprozess setzen wir uns schon jetzt für eine intensive Debatte über die

Architektur einer demokratischen und föderalen Union ein.

BESCHLÜSSE

03-04 treffpunkt.europa 15


BESCHLÜSSE

16

Grenzen überschreiten heißt Chancen wahrnehmen

Die Zukunft der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Der Verfassungsentwurf des Konvents und der Regierungskonferenz 2003/2004

bekennt sich zu den Regionen und Kommunen als integraler Teil der Europäischen

Union. Seit den Anfängen des Einigungsprozesses haben die Kommunen

und Regionen maßgeblich zum Integrationsprozess beigetragen – nicht zuletzt

durch ihre Vermittlerfunktion zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den

Gemeinschaftsorganen. Schon bevor der politische Begriff Europa geprägt wurde,

hat das europäische Städtewesen mit seinen vielfältigen Handels- und Kulturbeziehungen

einen europäischen Raum gebildet. Auch heute können die Kommunen

und Regionen in vielfältiger Weise zum weiteren Gelingen der europäischen

Integration beitragen.

Gerade vor dem Hintergrund einer wahrnehmbaren Distanz der Bürgerinnen und

Bürger zum Projekt Europa, können die lokalen und regionalen Ebenen als bürgernahe

Einheiten wertvolle Arbeit leisten. Es gilt jedoch auch den Mehrwert an

Demokratie und Sachnähe für ein gutes Regieren im Gesamtsystem zu nutzen.

Daher ist es erforderlich den Kommunen und Regionen eigene politische, administrative

und finanzielle Spielräume zu belassen.

Die verfassungsmäßige Rolle stärken

Die Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland setzten sich für eine verfassungsmäßige

Anerkennung der Regionen und Kommunen als konstitutive Elemente

im europäischen Gesamtsystem ein. Daher begrüßen wir die gefundene Verankerung

dieser Rolle in Artikel 5 Abs.1 des Verfassungsentwurfes. Die europäische

Politik muss gleichwohl dafür Sorge tragen, dass dieser Artikel nach einem möglichen

Inkrafttreten der Verfassung mit Leben gefüllt wird.

Auch innerstaatlich muss den bestehenden Regionen und Kommunen genügend

Spielraum eingeräumt werden, damit ihre Rechte bei der Formulierung der nationalen

Positionen berücksichtigt bleiben.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbreitern

Seit vielen Jahrzehnten zeigen bestehende Projekte der grenzüberschreitenden

Zusammenarbeit den Mehrwert solcher Kooperationen. Dieser Mehrwert äußert

sich in Bezug auf die konkrete Regionalentwicklung, den Wirtschaftsstandort, den

Bildungsstandort etc., aber auch in Bezug auf die konkrete Erfahrung der Menschen,

die wohl am deutlichsten den Wert der europäischen Einigung vor Augen

treffpunkt.europa 03-04


führt.

Die Jungen Europäischen Föderalisten fordern daher:

1. Die Verankerung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit als Ziel der

Union in der Verfassung.

2. Die Schaffung von Eurodistrikten in allen Mitgliedstaaten der Union. Das

Gebiet der Eurodistrikte sollte sich über mindestens zwei Mitgliedstaaten

erstrecken und geographische und historische Verbindungen berücksichtigen.

Die Eurodistrikte sollten über eine gewählte Volksvertretung und

eine politische Exekutive verfügen, die für alle kommunalen Belange des

Eurodistrikts zuständig ist. Als Zuständigkeiten sollten den Eurodistrikten

örtlicher Verkehr, Raumordnung, Bildungsorganisation, Tourismus u.a.

zuerkannt werden. Innerhalb der Eurodistrikte sollten für das grenzüberschreitende

Zusammenleben Erleichterungen geschaffen werden (z.B.

grenzüberschreitendes Mobilfunknetz).

3. Förderung der grenzüberschreitenden Jugendarbeit: In allen Euregios und

zukünftigen Eurodistrikten sollten Jugendparlamente eingerichtet werden,

die sich bei allen grenzübergreifenden Jugend-Fragen befasst werden

müssen und das Recht für eigene Initiativen in den entsprechenden Gebietskörperschaften

haben müssen.

4. Die Sprachförderung in allen Euregios sollte ausgebaut werden. Die Sprache

des jeweiligen Nachbarn sollte bereits in der Grundschule u.ä. Lehrfach

sein.

5. Die nationalen Gesetzgeber sollten den jeweiligen Körperschaften mehr

Freiheiten für regional angepasste Lösungen einräumen.

6. Die Schaffung eines europäischen Vereinsstatus insbesondere für Vereine,

deren Wirkungskreis grenzüberschreitend ist, sollte in Angriff genommen

werden.

7. Die Bildungseinrichtungen in den jeweiligen Euregios sollten verstärkt

grenzüberschreitende Kooperationen eingehen und gemeinsame Abschlüsse

ermöglichen.

8. Die Verkehrsinfrastruktur ist noch zu häufig an nationalen Grenzen ausgerichtet.

Bei der zukünftigen Verkehrsplanung (Schiene, Straße, Luft)

sollten die regionalen Notwendigkeiten unabhängig der Grenzverläufe

bessere Beachtung finden. Bei Verkehrsprojekten ist insbesondere auf

den Nutzen für das europäische Netzwerk als auch den täglichen Grenzverkehr

zu achten.

9. Für Arbeitnehmer in Grenzregionen sollten die Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme

im anderen Land verbessert werden. Die bürokratischen Hürden

sollten weitest möglichst reduziert werden.

BESCHLÜSSE

03-04 treffpunkt.europa 17


18

BESCHLÜSSE

GEBILDETES EUROPA

Die Verantwortung für den Bildungsbereich liegt in Deutschland bei den Ländern. Das Bildungssystem

ist somit richtigerweise kein originäres europäisches Aufgabengebiet. Ein europäischer

Blick auf das Bildungssystem kann aber Impulse für die Entwicklung desselben geben.

Bildung findet heute nicht mehr ausschließlich statt, um Menschen für ein Berufs-/Leben in

Deutschland, sondern im Rahmen der Personenverkehrsfreiheit und Arbeitnehmerfreizügigkeit,

in ganz Europa vorzubereiten.

Die Jungen Europäischen Föderalisten fordern:

SCHULE

Europa ist kein exklusives Thema

Europäische Entscheidungen betreffen heute alle Europäer direkt. Europa müssen daher

alle verstehen können. Angebote, europäische Politik in Brüssel kennen zu lernen (z.B. über

Seminaren), gibt es vor allem nicht im Bereich der Hauptschulen. Wir fordern daher alle

Bildungseinrichtungen auf, ihre Bildungsangebote im Bereich Europa auf Angebote für Hauptschüler

zu überprüfen

Einsprachigkeit ist heilbar

Europas Sprachvielfalt ist einzigartig und es gilt diese Vielfalt zu erhalten und weiterzutragen.

Die Landessprachen sind ein wichtiger Teil der nationalen Identität. Elementar für

Europa ist jedoch die Verständigung. Eine europäische Öffentlichkeit muss sich austauschen

können, um Europa weiterzuentwickeln.

In Europa darf Mehrsprachigkeit daher kein Luxus, sondern muss eine Selbstverständlichkeit

sein. Einsprachigkeit ist heilbar. Das Ziel ist ein viersprachiger Europäer. In der Schule

kann die Sprachkompetenz im jungen Alter am besten ausgebaut werden. Wir begrüßen

daher den Beginn mit Fremdsprachenunterricht in der Grundschule, sowie die Einführung

von bilingualen Klassen in den weiterführenden Schulen

Auslandsaufenthalte während der Schulzeit

Sprachen – sprechen - Üben geht am besten im Ausland. Ein Auslandsaufenthalt sorgt für

Kennen lernen anderer Länder und die Aufbringung des notwendigen Verständnisses, das

wir Europäer untereinander benötigen. Der Austausch mit anderen europäischen Schulen

während der Schulzeit sollte damit an jeder Schule, für jeden Schüler, möglich sein. Wir

fordern die Schulen auf, einen „Europalehrer“ an jeder Schule zu finden, der Schüler bei

ihren Austauschvorhaben unterstützt. Um auf breiterer Ebene ein Schulhalbjahr im Ausland

ohne finanzielle Hürden zu ermöglichen, fordern wir die Einführung von zusätzlichen speziellen

Stipendienprogrammen.

Grundwissen Europa/gemeinsame Lehrpläne

Jeder Europäer benötigt ein Grundwissen über Europa und die EU, um über politische Entscheidungen

verantwortungsvoll mitbestimmen zu können. In den Lehrplänen aller EU-Länder

muss sich die Bedeutung Europas widerspiegeln. Wir fordern die Kommission auf, einen

Modell-Lehrplan zu entwickeln, in dem die Unterrichtsfelder enthalten und umschrieben sind,

die europäisch unterrichtet werden können. Dieses Modell soll die verantwortlichen nationalen

Stellen und Schulen anregen, europäischen Themen im Unterricht ein stärkeres Gewicht

zu verleihen.

AUSBILDUNG

Im Gegensatz zum Studium ist es bei einer Ausbildung schwieriger eine europäische Komponente

einzubauen (Auslandsaufenthalt etc.) Durch die zunehmende Öffnung des Arbeitsmarktes

in den Grenzen der EU, erachten wir es jedoch für notwendig, mehr europäische

Ausrichtung in die Ausbildungen zu bringen. Großunternehmen mit Tochterunternehmen in

anderen europäischen Staaten bieten ihren Auszubildenden oftmals diese Chance, während

es für kleinere und mittlere Betriebe schwer realisierbar ist. Um dennoch eine europäische

Ausrichtung auch in diesem Bereich zu erreichen fordert die JEF:

Größere Informationsdichte

Mehr Informationen seitens des ausbildenden Unternehmens über eine mögliche europäische

Ausrichtung während der Ausbildung (Leonardo, Europass, Regiokom etc.) erleichtern

einen europäischen Austausch. Zudem muss klarer herausgestellt werden inwiefern ein

solcher für den jeweiligen Beruf von Interesse sein kann.

Brachenorientierte Mehrsprachigkeit

Sprachangebote während der Ausbildung sollen vermehrt branchenorientiert sein, um eine

europäische Orientierung zu ermöglichen, zu erleichtern und greifbar zu machen.

Europäische Schwerpunktsetzung

Die verantwortlichen Stellen (ausbildende Betriebe, europäische Kommission etc.)sollen die

europäische Komponente, das heisst beispielsweise den Auslandsaufenthalt und Sprach-

treffpunkt.europa 03-04


erwerb während der Ausbildung, vorantreiben. Wichtig ist, dass bei einem Auslandsaufenthalt

der Ausbildungsplatz erhalten wird. Es ist sinnvoll eine Art Austausch von Auszubildenden

einzurichten, so dass die Unternehmen keine Verluste durch den Wegfall von Arbeitskraft

erleiden.

UNIVERSITÄT

Da es immer noch schwierig ist für Studierende in den europäischen Ländern, Studienzeit im

Ausland zu verbringen, ohne Zeit zu verlieren, soll die Transparenz der Bildungssysteme erhöht

und die Anerkennung der verschiedenen Abschlüsse und Studiengänge garantiert werden.

Um die Überschaubarkeit zu erreichen, wird mit dem Bolognaprozess die Konsequenz

gezogen, in allen Ländern einheitliche Studienabschlüsse einzuführen. Das birgt Gefahren

einer übertriebenen, uneuropäischen Vereinheitlichung. Dabei gibt es einen alternativen Weg,

der zu Transparenz, Qualität und gegenseitiger Anerkennung führen würde, ohne die Vielfalt

der nationalen Ausbildungssysteme abzuschaffen: das European Credit Transfer System (ECTS).

Die JEF fordert deshalb:

Die Harmonisierung der Studienabschlüsse und die Einführung von grundsätzlich

zwei-zyklischen Studiengängen zu stoppen, die dem föderalen Prinzip und zudem der

Subsidiarität widersprechen, da sie die Vielfalt, die Stärke der Europäischen Union, der

Universitätssysteme zerstören muss.

Stattdessen soll das ECTS, das bereits teilweise angewandt wird, ausgebaut und von

allen Universitäten anerkannt und angeboten werden, sodass Studenten alle Universitäten

besuchen können, ohne um die Somit wäre die nationale und institutionelle Autonomie

erhalten und gleichzeitig ein allgemein geltendes System eingeführt. Transparenz, Qualität

und Anerkennung der Studienleistung, sprich Mobilität wären gesichert.

Das ECTS sollte begleitet werden von dem Diploma Supplement (DS), einem Zusatz

zum jeweiligen nationalen Abschlusszertifikat, das das jeweilige nationale Studiensystem

erklärt, um korrekte Anrechnung in den anderen EU-Staaten zu gewährleisten. Auch dieses

wird von einigen Universitäten bereits angebotene allseitige Anrechnung ihrer Studienleistungen

fürchten zu müssen.

BESCHLÜSSE

03-04 treffpunkt.europa 19


BUVO 2005 +

20

treffpunkt.europa 03-04

JEF - still surfing the wave...

Wenn man den Erfolg eines Vorstandes an dem des vorherigen Vorstandes

misst, dann hat es der neue Vorstand nicht leicht, erfolgreich zu sein.

Der stetigen Begleitung des

Verfassungsprozesses, die in der Herausgabe

eines Verfassungskommentars

mündete, folgte eine

Erweiterungsparty, die sich bundesweit

sehen lassen konnte. Außerdem

regten wir die Gründung

eines Landesverbandes in

Deutschland und zweier

Sektionen in Polen an,

nachdem wir voller Stolz

die Theodor-Heuss-Medaille

bekamen, um dann

noch eine Stimmenfänger-Aktion

zur Europawahl

zu organisieren, neben

der ganzen Seminare

und, ach, vielem mehr.

Die Arbeit des neuen Bundesvorstandes

der JEF

wird sich allerdings

schwer vergleichen lassen,

da wir aufgrund Änderungen

in der Förderung,

mehr als zuvor, auf

das Anwachsen unserer

Mitgliederzahlen angewiesen

sein werden. Zudem

steigen wir noch intensiver

in die Projektarbeit

ein.

BuVo neu

Der neue Vorstand ist ein

Team, das aufeinander

abgestimmt ist. Über die

klare Verteilung der Aufgaben

und einer über Referenten

verstärkten Unterstützung

des Bundessekretariates

wird sich

jedes Bundesvorstandsmitglied

um bestimmt Zuständigkeiten kümmern und darauf konzentrieren

können. Durch eine starke Teamarbeit soll der ganze Bundesvorstand

eine starke Handlungsfähigkeit in der Führung der JEF erhalten und zugleich

seine Kompetenz und Flexibilität in der inhaltlichen europäischen

Jugendarbeit ausbauen.

Kern des Teams sind vier stellvertretende Bundesvorsitzende. In dieser

Position ist mit Silke Gebel (21) eine junge, wenngleich erfahrene JEFerin

aus dem Landesverband Niedersachsen zuständig für die Konzeption und

Durchführung von Projekten und Seminaren. Luise Papcke (20) aus Nordrhein-Westfalen

kommt gerade aus einem ersten Studienjahr in Paris

und wird als Stellvertreterin im Bundesvorstand die Position des „International

Officers“ ausfüllen. Die strategische Ausrichtung des Verbandes übernimmt

der Bayer Johannes Schmid (25). Er wird sich als Stellvertreter

um eine moderne und professionelle Kommunikation im Verband küm-


mern. Florian Ziegenbalg (27) aus Baden-Württemberg wird von der europäischen

Kaderschmiede in Brügge aus die programmatische Arbeit der

JEF-Deutschland betreuen.

2005 +

Das Wohl eines Verbandes hängt von

seiner gesunden finanziellen Basis ab.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe

übernimmt der Schleswig-Holsteiner

Jan Schubert (24), der

mit fast 100% der Stimmen

auf dem

Bundeskongress bereits

jetzt ein hohes Maß an

Vertrauen genießt. Jan

betreut zudem das von

ihm erstellte Intranet

und die Systematisierung

unserer Mitgliederstrategie.

Die Kernbereiche der

Bundesvorstandsarbeit

werden, je nach Bedarf,

unterstützt von unseren

Beisitzern. Mit Nina

Busemann (20) aus

Rheinland-Pfalz, Nora

Däberitz (20) aus Sachsen,

Mario Bellinzona

(28) aus Hessen und

Philipp Hessel (21) aus

dem Saarland haben wir

hochmotivierte, junge

und bewährte Aktive gewinnen

können.

Das Jahr 2005 ist bereits

bis in die letzten Dezemberwochen

mit Veranstaltungendurchgep

l a n t :

EinsteigerInnenseminare

in Hamburg, Trier, Bayern

und Potsdam. Das

Berlinseminar. Ein Gipfelsturm zur Ratspräsidentschaft. Ein Europafestival

in Frankfurt. Ein Segelturn auf der Ostsee. Der Bundeskongress verbunden

mit einem Internatioanlen Seminar. Das DACH Seminar der Süddeutschen

in Kooperation mit JEF-Österreich und der YES (Schweiz).

Christian Wenning

Der Bundesvorstand

Philipp Hessel,

Jan Schubert,

Mario Bellinzona,

Nora Däberitz,

Christian Wenning,

Nina Busemann,

Florian Ziegenbalg,

Luise Papcke, Hannes Schmid,

Silke Gebel

(v.l.n.r.)

BUVO2005 +

03-04 treffpunkt.europa 21


22

“Die Liebe hat einen Triumph und der Tod hat einen …“

Für Leonhard Maximilian Hruschka

Dieser Sommer war arm an Sonne. Der Herbst trüber als alle vorherigen.

An einem wolkenverhangenen Sonntag, dem 10. Oktober 2004, hat er

einen unserer Freunde mit sich in die Dämmerung genommen. Für viele

völlig unerwartet, von manchen schmerzhaft erahnt, für die ihm Nahestehenden

unerträglich vorhersehbar. Letztendlich für alle kaum fassbar. Sehr

schwer hinzunehmen.

Wer geht?

Ein junger Mann, Anfang 30, zart. Dunkelblaue Augen, schwarzes Haar.

Ein sensibler Mensch, humorvoll und selbstironisch.

Ein Mitstreiter, der Heiterkeit schuf, mit dem schwere Aufgaben leicht

wurden.

Ein Kosmopolit, der die Städte Europas bereiste, in ihren Sprachen zuhause

war. Der Frankreich liebte, in Deutschland lebte, sich nach Polen sehnte.

Gebürtiger Münchner, überzeugter Berliner.

Ein politisch engagierter Mensch, ehemaliger Bundessekretär der Jungen

Europäischen Föderalisten, aktiver Grüner.

Ein leidenschaftlicher Zeitgenosse, den auch die politische Utopie fesselte,

der mit Intelligenz über das Bestehende hinaus dachte.

Ein erfolgreicher Politikwissenschaftler, Experte für Osteuropa-Fragen, Mitarbeiter

der Europa-Abgeordneten Elisabeth Schrödter.

Ein glücklicher Mensch, der liebte und geliebt wurde.

Ein mutiger Mensch, der bis zum letzten Tag gegen seine zerstörerische

Krankheit kämpfte.

Leo.

Er ging dem Winter entgegen. Wusste um das drohende Ende und plante

trotzdem für die Zukunft. Wärme wurde ihm gewährt, er aber musste

weichen. Wir erinnern uns an ihn. Mit Freude. Mit Dankbarkeit. Mit Traurigkeit.

Mit Bestürzung über sein Leiden.

Jutta Hergenhan, Andrea U. Kämpf, Thomas Möbius, Marc-Oliver Pahl,

Domen Podnar, Felix Schulz-Salinas für die JEB Berlin-Brandenburg

Er hatte den Überblick ...

treffpunkt.europa 03-04

Die Liebe hat einen Triumph und der Tod hat einen,

die Zeit und die Zeit danach.

Wir haben keinen.

Nur Sinken um uns von Gestirnen. Abglanz und

Schweigen.

Doch das Lied überm Staub danach

Wird uns übersteigen.

(Ingeborg Bachmann: Lieder auf der Flucht)

Schmerzend ist jede Nacht,

Wenn du den sterbenden Tag,

Gefesselt, ihn ganz zu erfüllen,

Still hast bedacht.

(Ingeborg Bachmann: Einem Winter entgegen ...)

Neben den persönlichen Erinnerungen soll die Leistung von Leo für die JEF Deutschland herausgehoben

werden. Als Bundessekretär und Geschäftsführer hat er Herausragendes geleistet.

Erst einmal war es eine sehr mutige Entscheidung, diesen Job überhaupt zu machen. Und Leo wusste,

worauf er sich einließ: 1999 hatte er zusammen mit Martin Becker für den Bundesverband die „Vote for

Europe“-Kampagne zu den Europawahlen organisiert. Es gab genug zu tun: der JEF ging es finanziell gar

nicht gut; und der Umzug des Bundessekretariats nach Berlin stand an. Leo hat beides mit viel Energie und

Geduld gemeistert. Und gerade das hat ihn ausgezeichnet: herrlich unaufgeregt und noch eine Spur

ironisch zu sein, wenn es hektisch wurde. Er hatte den Überblick, ganz einfach. Und er hat uns in konfusen

Diskussionen immer wieder sanft auf den Teppich geholt. Und genau so umsichtig hat er die Verbandsgeschäfte

erledigt. In einem Jugendverband mit viel Fluktuation sind das Tugenden, die man gar nicht

hoch genug schätzen kann. Und es war Herz dabei: Die BuSek-Couch kam aus Leos Wohnzimmer; und an

Tee gab es immer eine reiche Auswahl. Auch nach seinem Ausscheiden ist Leo so etwas wie die graue

Eminenz des Bundessekretariats geblieben. Es hat enorm geholfen, dass er seinen Nachfolgerinnen bei

allen Fragen (und es gab naturgemäß viele!) immer zur Verfügung stand.

JEF hin oder her - Verbände sind abstrakt; es geht immer um Menschen. Gemeinsames Engagement

bringt Menschen zusammen – gerade über Grenzen, wie wir in der JEF wissen. Ich bin froh, dass es so

gekommen ist, dass Leo und ich miteinander für diese gemeinsame Sache gearbeitet haben. Sein Humor

und seine Wärme sind mir nahe gegangen. Ein Stück davon ist bei mir geblieben und erinnert mich an ihn.

Lutz Hager für die JEF - Deutschland


Lieber Leo,

ganz weit entfernt schien sie mir zu sein, unsere gemeinsame Zeit im damals noch in Bonn gelegenen

JEF-BuSek in der Bachstraße 32. Zwei ganze Jahre lang saßen wir dort, in diesem Kabuff, eingepfercht

fast jeden Tag, nebeneinander, und hielten den Laden aufrecht, dessen Idealen wir uns so sehr verpflichtet

sahen, dass wir eine 50 bis 60 Stundenwoche, oftmals auch Nachtarbeit gerne in Kauf nahmen.

So weit entfernt schien mir diese Zeit, was nicht verwundert, da sie nun schon mehr als vier Jahre lang

vorbei ist. Ende März 2000 geschah es, dass wir das gesamte Bonner Büro in einen großen Laster

gepackt haben und Du Dich mit unserem ganzen BuSek-Stolz, all den Ordnern, Papieren, Leaflets,

Tischen, Regalen, unserem abschließbaren Aktenschrank und den wenigen Computern, die wir hatten,

auf den langen Weg nach Berlin gemacht hast und dort das neue, regierungsnahe JEF-Büro einrichten

durftest. Und wie neidisch war ich als ich hörte, dass das neue Büro größer, weiträumiger, mit Stuckdekke

und Flügeltür ausgestattet war. Wie gerne wäre ich doch mitgezogen.

So weit entfernt schien mir das alles zu sein, zumal wir uns seither nur einmal wiedergetroffen haben.

Kurz nach meiner Hochzeit, zu der Du, weil Du in Polen warst, nicht kommen konntest, hast Du mich hier

in Köln besucht. Lange überlegte ich damals nicht, als ich darüber nachdachte, was ich einkaufen müsse,

um für Deinen Besuch alles dazuhaben. Denn sehr genau erinnerte ich mich an Deine Vorliebe, stets

Fencheltee zu trinken. Damals, im Bonner Büro, konnte ich immer schon auf dem langen Flur vorhersagen,

vielmehr riechen, ob Du schon da warst oder nicht, denn stets verriet mir dies Dein Fencheltee, an

dessen Geruch ich mich zugegeben als passionierter Kaffeetrinker auch erst einmal gewöhnen musste.

Und so kaufte ich denn zu Deinem Besuch in Köln selbstverständlich Fencheltee und war höchst überrascht,

dass Du nunmehr von diesem abgewichen und vielmehr Ovambotee zu trinken pflegtest. Den

hatte ich natürlich nicht im Hause ...

So weit entfernt schien mir das alles zu sein, und doch, je mehr ich darüber nachdenke, ist es so, als

wäre alles, was wir damals zusammen erlebten, erst gestern geschehen, so klar und deutlich sind alle

Erinnerungen. Gerne erinnere ich mich an die vielen kleinen und großen Situationen, auf Kongressen,

Fachseminaren, Vorstandssitzungen, Bundesausschüssen oder auch in unserem Büroalltag, in denen Du

mit Ruhe und Ausgeglichenheit stets darum bemüht warst, sachliche und faire Lösungen zu finden, und

auf diese Weise so mancher hitzigen, end- und ziellosen oder verrannten Diskussion, wie sie in einem

Jugendverein nun einmal geführt wird, wieder Perspektive verliehen hast. Dadurch hast Du - sicher

nicht nur - mich damals tief beeindruckt und nicht selten habe ich mir später (als Du schon in Berlin

warst), in ähnlichen Situationen diese Deine Fähigkeit herbeigewünscht, um genau so souverän auftreten

zu können.

Lieber Leo, Du siehst, auch wenn es mir so schien, als ob alle Erinnerungen an Bonn weit entfernt seien,

ist dem ganz und gar nicht so: denn sie sind noch da, sie werden nicht verschwinden, und: sie tun

wirklich gut! Dass dem so ist, ist alleine Dein Verdienst!

Danke, Leo!

In ewiger Erinnerung, Dein Christoph

LEO,

du bist

ein sonnensturm auf HIDDENSEE.

der schwebende ENGEL von barlach.

ein kathartisches LACHEN.

die apfelblüte auf HERRENCHIEMSEE.

die farbe GRÜN.

in der JEF.

BAR JEDER VERNUNFT.

du bist

ein unglaublicher mensch, freund, verlust.

die unvollendete postkarte in deiner sammlung.

ein nimmersatter gedanke, dem ich allmorgendlich

ein bescheidenes danke für all die magischen momente

– erfüllt von jener wundersamen teewasserwärme und gabelscharfen

zuversicht –

zum abendmahle reiche.

Ei, die SISSI, gell.

In Liebe, Anja

03-04 treffpunkt.europa 23


24

In Erinnerung

LEO (30. August 1971 - 10. Oktober 2004)

Young European Federalists. Jeunes Européens Fédéralistes. Gioventù Federalista Europea

JEF-Deutschland

Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

Fon: +49-30-42.80.90.35, Fax: +49-30-42.80.90.36

Email: info@jef.de, Internet: http://www.jef.de

treffpunkt.europa 03-04

Leo in JEB und JEF

Ventotene war die Tür, durch die Leo zu uns kam – wie so viele von uns JEBlern. Die Tür

führte ins Offene. Gemeinsam bauten wir die JEB in Berlin auf. Seminare, Diskussionen,

Vorstand – Leo war dabei. Auch nach seinem Wechsel auf die JEF-Bundesebene blieb er

in Berlin und der JEB aktiv.

Ab Sommer 1997 Mitglied der Jungen Europäischen Bewegung Berlin

Ab Frühjahr 1998 Mitarbeit in der AG „EU-Verfassung“

Im Dezember 1998 Deutsch-Französisches Seminar „Welche Grenzen für Europa?“

Im Frühjahr 1999 Jugend-Wahlkampagne zu den Europawahlen

Im Juni 1999 Mitarbeiter im Bundessekretariat in Bonn

Im Januar 2000 Organisation des Umzugs der JEF-D nach Berlin

2000 – 2001 Bundessekretär der JEF

Europa im Gespräch mit Claudia Roth (MdEP) und der International

Gay and Lesbians Youth Organisation (IGLYO)

Zahlreiche JEF-Seminare für Schülerzeitungsredakteur/innen

2001 – 2002 Schatzmeister der JEB

Im Sommer 2002 Seminar zum anarchistischen Föderalismus von P. J. Proudhon

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