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S O N D E R a u S g a b E • J u n i 2 0 1 1 • B 0 1 0 4 6

Preh

goes global

www.automobil-industrie.de


Preh Innovative Automation (PIA)

Partner für Montage und Automatisierung:

PrehCell Montagelinien

PrehFlex Lean Production Systeme

PrehTrace Produktionsdatenerfassungssysteme

Montage-Vorrichtungen und -Arbeitsplätze

Mess- und Prüfanlagen

Automatisierung und Verkettung von Prozessen

Roboterzellen

Spritzgießautomation

Skalierbare Systemlösungen

für Montage und Automatisierung

Preh GmbH, Geschäftsbereich Innovative Automation,

Schweinfurter Straße 5–9, D-97616 Bad Neustadt a. d. Saale, www.preh.com


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Verbreitete Auflage: 9.770, IVW I/2011

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Der Titel »Automobil Industrie« umschließt auch den folgenden Titel: »automotive business international«.

Automobil Industrie Special / 2011

I m p r e s s u m / E d i t o r i a l

Die Erfolgsstory

geht weiter!

In allen Phasen der Unternehmensentwicklung

hat

sich Preh durch ein hohes

Maß an Innovationskraft ausgezeichnet“,

sagte Preh­Chef

Dr. Michael Roesnick vor zwei

Jahren zum 90­jährigen Jubiläum

des Unternehmens – mitten

in der größten Wirtschaftskrise

seit 1929. Er sollte Recht behalten:

Dank der hohen technischen

Kompetenz, des ausgewoge­nen

Kundenportfolios

und der konsequent durchgezogenenInternationalisierungsstrategie

ist Preh gestärkt aus

Claus-Peter Köth,

stellv. Chefredakteur »AI«

der Krise hervorgegangen. Der Umsatz kletterte im Geschäftsjahr

2010 mit 351 Millionen Euro sogar auf ein neues

Allzeithoch.

Doch damit nicht genug: Gemeinsam mit dem neuen

Mehrheitsgesellschafter Joyson soll jetzt in Asien, getreu

dem Motto „Preh goes global“, die nächste Wachstumsstufe

zünden. Eine Verdopplung des Umsatzes in den nächsten

fünf Jahren sei durchaus vorstellbar, laut Roesnick. Zumal

die Produktgruppen von Preh mit den Megatrends der Automobilindustrie

wie CO 2 ­Reduzierung, Komfort und Sicherheit

stark korrespondieren.

Apropos Joyson: Die unterzeichnete Übernahme der

Preh GmbH durch den privaten chinesischen Automobilzulieferer

und bisherigen Joint­Venture­Partner im April dieses

Jahres hat nicht nur die nordbayerische Region aufhorchen

lassen. Das anfängliche Bauchgrummeln bei Kunden und

Mitarbeitern ist jedoch schnell der Überzeugung gewichen

Preh bleibt Preh!“. Und da bleibt in der Tat fast alles beim

Alten: Der Name, die Eigenständigkeit, der Innovationsstandort

Bad Neustadt, die Geschäftsführung und weitestgehend

auch der Aufsichtsrat. Deutlich besser geworden

sind hingegen die Eigenkapitalausstattung und der Marktzugang

in China.

„Eine ideale Ergänzung“, urteilt Dr. Roesnick. Und „der

beste Partner für Preh“, sagt der alte und neue Aufsichtsratsvorsitzende

Dr. Rolf Scheffels von der Deutschen Beteiligungs

AG. Beide sind überzeugt davon, dass die Erfolgsstory

von Preh weitergeht – jetzt auch in China.

Und Sie? Viel Spaß beim Entdecken des neuen Global

Players!

Foto: Archiv


I n h a l t

3 Editorial

Unternehmen

5 Vollblutunternehmer und Kunsthistoriker •

Platz für weiteres Wachstum: zweites Preh-

Werk in Mexiko • Ausgezeichnete

Pre(h)mium-Qualität • „Vertrauen zum Kunden

aufzubauen braucht Zeit“ • Preh wieder

auf der Überholspur: mit Vollgas aus

der Krise

Interview

8 „Eine ideale Ergänzung“

Dr. Michael Roesnick, Vorsitzender der Geschäftsführung

der Preh GmbH, über

Chancen und Risiken der Joyson-Übernahme

sowie neue Wachstumsmärkte und

Geschäftsfelder

10 „Der beste Partner für Preh

Die Aufsichtsräte Dr. Rolf Scheffels und

Dr. Willibald Schleuter im Gespräch

Klimakompetenz

12 Mehr als nur warm oder kalt

Über die Wahrnehmung und geeignete

Abstimmung des Klimakomforts

Bediensysteme

14 Pre(h)mium Look and Feel

Preh entwickelt neue technische Lösungen

für aktuelle Bediensystem-Trends

Sensorik

18 System-Know-how für Sensoren

Preh liefert jährlich mehrere Millionen Sensoren

für Automotive-Anwendungen

Preh

goes global

10

Dr. Michael Roesnick, Vorsitzender

der Geschäftsführung

der Preh GmbH,

über die zukünftige Ausrichtung

von Preh.

14

Die Preh GmbH gehört

zu den innovativen Spezialisten

für Bediensysteme

im Fahrzeuginterieur.

18

Preh fertigt insbesondere

auch Positionssensoren

für hoch anspruchsvolleEinsatzbedingungen.

22

Jochen Ehrenberg, Leiter

der Entwicklung und

Industrialisierung bei

Preh, über künftige

Bedienkonzepte.

Steuergerätekompetenz

20 System-Partner statt

System-Lieferant

Preh definiert sich als System-Partner

für Steuergeräte

Interview

22 Eingabe, Anzeige

und Design werden eins

Jochen Ehrenberg, Leiter der Entwicklung

und Industrialisierung bei Preh,

über künftige Bedienkonzepte

Joyson Automotive

24 Von 0 auf 100 wie ein

Supersportwagen

Porträt der Joyson-Gruppe, dem neuen

Eigentümer der Preh GmbH

Strategie

26 Sich jetzt den Chancen stellen

Wie Automobilzulieferer ihre Zukunft

profitabel gestalten können

Produktionsverbund

28 Fertigungstiefe mit System

Die Preh GmbH verfügt über eine ungewöhnlich

hohe Fertigungstiefe

Historie

32 Innovationstreiber seit

mehr als 90 Jahren

Personalmanagement

34 Mit Teamgeist!

Automobil Industrie Special / 2011


Vollblutunternehmer und

Kunsthistoriker

Ein Unternehmer, der im Automotive-Business ebenso zu

Hause ist wie in der Kunstgeschichte? Das will nicht so recht

in die gängigen Klischeebilder über Wirtschaftskapitäne aus

scheinbar unaufhaltsam wachsenden Boom-Ländern wie

China passen. Doch Joyson-Inhaber Jeff Wang (Jahrgang

1970) ist der lebendige Beweis dafür, dass man als erfolgreicher

Manager durchaus in beiden Welten verwurzelt sein

kann. Obwohl seine Eltern zu den Ersten gehörten, die die

Automobil Industrie Special / 2011

U n t e r n e h m e n

zunehmenden wirtschaftlichen Freiheiten in China für den

Aufbau eines privaten Automotive-Geschäfts nutzten, folgte

Jeff Wang zunächst seiner Leidenschaft für Kunst und Kultur:

Er absolvierte ein Kunststudium an der „Arts University

of China“. Doch auch seine kaufmännische Neigung stellte

Wang auf ein solides akademisches Fundament und schloss

ein zweites Studium mit einem Master of Business Administration

an der Beijing University ab.

Berufserfahrung sammelte Jeff Wang zunächst im elterlichen

Betrieb, in dem er 1993 die Verantwortung als General

Manager übernahm. Ab 1997 folgte eine erste intensive Zusammenarbeit

mit einem international agierenden Automotive-Unternehmen:

Bis 2004 war Wang Partner und General

Manager in einem Joint Venture mit TRW in Ningbo. Doch

Jeff Wang wäre nicht der Vollblutunternehmer, der er ist,

wenn er es mit dem TRW-Joint-Venture hätte bewenden lassen.

Stattdessen gründete er 2004 die eigene Joyson Holding

in Ningbo, die in kürzester Zeit mit ihren beiden Geschäftsfeldern

Automotive und Real Estate ein rasantes

Wachstum erzielte. Allein die Automotive-Story von Joyson

liest sich beeindruckend: In nur sechs Jahren steigerte

Joyson seinen Umsatz als Automobilzulieferer auf umgerechnet

125 Mio. Euro. Insgesamt erzielte die Joyson-Gruppe

im Jahr 2010 mit 1.800 Mitarbeitern einen Umsatz von

198 Mio. Euro. Doch auch auf dieser Erfolgsbilanz hat sich

Wang nicht ausgeruht. Durch die gezeichnete mehrheitliche

Beteiligung an Preh ist Joyson auf dem Weg zu einem globalen

Automotive-Player, mit dem Jeff Wang das nächste Kapitel

seiner Unternehmerstory schreiben wird.

Ein echter Vollblutunternehmer eben…

Platz für weiteres Wachstum: zweites Preh-Werk in Mexiko

Die Erfolgsgeschichte von Preh in der nordamerikanischen

Freihandelszone NAFTA geht weiter. Nach dem Start

des Unternehmens vor sechs Jahren im mexikanischen

Monterrey platzt das dort aufgebaute Werk trotz mehrfacher

Erweiterungen mittlerweile aus allen Nähten. Um mit dem

starken Wachstum weiterhin Schritt halten zu können, wird

derzeit in einem nahe gelegenen Industriepark ein zweites

Werk aufgebaut. Damit werden die Produktionskapazitäten

von Preh in Mexiko deutlich vergrößert.

Preh produziert derzeit in Mexiko auf über 7.000 Quadratmetern

an der Kapazitätsgrenze: sieben Tage die Woche,

24 Stunden am Tag in drei oder vier Schichten. Da ist kein

Puffer mehr drin. „Wir haben sehr viel Neugeschäft in Nordamerika

generiert und kommen mit der Produktion kaum

noch nach“, erläutert André Dronigke, Manager Corporate

Business Development bei Preh. „Um unsere Lieferverpflichtungen

einhalten zu können, mussten wir unbedingt handeln.“

Daher habe man sich für die zusätzliche Produktionsstätte

in einer 8.300 Quadratmeter großen Halle entschieden.

Am neuen Standort wird neben dem Versandbereich vor

allem die Endmontage von Preh-Produkten für den US-Markt

angesiedelt. Die kompletten Montagelinien für die Kunden

Volkswagen, General Motors, BMW und Ford ziehen dafür

schrittweise vom alten ins neue Produktionswerk um. Das

schafft dringend benötigten Platz im bisherigen Werk, in dem

nun die Vorfertigung mit Anlagen für das Kunststoffspritzgießen

und Lackieren erweitert wird. Die Mitarbeiter in Mexiko

müssen sich kaum umstellen, da die beiden Werke nur

fünf Kilometer voneinander entfernt liegen.

Mit der Erweiterung wird die Zukunft von Preh in Nordamerika

gleich doppelt abgesichert. So sorgt die neue Fertigungshalle

für dringend benötigte Produktionskapazitäten.

Außerdem hat sich das Unternehmen die nächste Wachstumsoption

gesichert: Direkt neben dem neuen Werk liegt

ein freies 5.000 Quadratmeter großes Grundstück, das sofort

integriert werden kann. Auf einem anderen benachbarten

10.000 Quadratmeter großen Grundstück ist sogar Platz für

ein komplettes weiteres Werk.


U n t e r n e h m e n

Ausgezeichnete Pre(h)mium-Qualität

Das Qualitätsteam der Preh GmbH erhält am Produktionsstandort in

Monterrey, Mexiko, im März 2011 den Q1 Award der Ford Motor Company.

V.l.n.r.: Ruben Chavez, STA Electrical Manager, Ford Motor Company;

Ivonne Rodriguez, Qualitätsmanagerin, Preh de Mexico; Gerardo

Bazan, STA Ingenieur, Ford Motor Company und Horst Müller, Geschäftsführer,

Preh de Mexico.

Gute Produktqualität ist die entscheidende Grundlage für

Erfolg. Kein Wunder, dass sich Preh höchsten Qualitätsstandards

verschreibt. Oder anders ausgedrückt: Ausgezeichnete

Pre(h)mium-Qualität steht bei dem Automobilzulieferer an

erster Stelle. Von den Kunden wird diese nachhaltig wirkende

Firmenphilosophie anerkannt und entsprechend gewürdigt.

So hat die Ford Motor Company Preh de Mexico im

vergangenen März mit dem „Q1 Award“ ausgezeichnet, der

Landmaschinenhersteller CLAAS hat das Unternehmen im

Januar zum „Lieferant des Jahres 2010“ ernannt, und schon

im September letzten Jahres hat die ZF Friedrichshafen AG

Preh den „ZF Supplier Award“ verliehen.

Mit dem „Q1 Award“ honoriert Ford erzielte Qualitätsverbesserungen.

Ausgezeichnet wurde das Preh-Werk in Mexiko

als eines der besten der Branche. Preh beliefert Ford seit

2008 direkt aus dem Produktionszentrum in Monterrey mit

Klimabediensystemen und elektronischen Steuergeräten.

„Wir sind sehr stolz, dass Ford unser Engagement für das

Erreichen kontinuierlicher Verbesserungen anerkannt hat“,

freute sich Horst Müller, Geschäftsführer in Monterrey. „Der

‚Q1 Award‘ würdigt sowohl unsere harte Arbeit als auch

die ausgezeichneten Ergebnisse, die unser Qualitätsteam

erzielt hat.”

Die Ehrung des Landmaschinenherstellers CLAAS als

„Lieferant des Jahres“ erhielt Preh in der Kategorie „Innovation“.

Neben der Entwicklung und Herstellung von Kombiinstrumenten

war Preh unter anderem maßgeblich an der Realisierung

von multifunktionalen Bediensystemen für das

Cockpit von CLAAS-Landmaschinen beteiligt. „Eine verbesserte

Ergonomie stand im Fokus, um optimale Bedingungen

für die Nutzer zu schaffen“, sagte CLAAS-Einkaufsleiter

Christoph Perge. „Im Ergebnis ermöglichte unsere Zusammenarbeit

mit Preh eine innovative Lösung, die in der gesamten

CLAAS-Gruppe eingesetzt werden kann. Dabei wurde

der anspruchsvolle Projektzeitplan jederzeit eingehalten.“

„Gut ist uns nicht gut genug – wir wollen die Besten der

Guten“, erklärte auch Hans-Georg Härter, Vorstandsvorsitzender

der ZF Friedrichshafen AG. Der Automobilzuliefererkonzern

hatte den Produktbereich Preh Innovative Automation

(PIA) bereits im vergangenen September 2010 mit

dem ZF Supplier Award ausgezeichnet. Innerhalb dieser

„Top 5“ wurde die Preh GmbH in der Kategorie Betriebsbedarf

geehrt. Der Preisträger überzeugte ZF durch höchste

Qualität, herausragende Technik, effiziente Logistikprozesse

und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen.

„Vertrauen zum Kunden

aufzubauen braucht Zeit“

Investitionsgüter aus dem Bereich „Preh Innovative Automation“

(PIA) kauft man nicht im Vorbeigehen. Manchmal

dauert es mehrere Jahre, bis sich Neukunden von der technischen

und organisatorischen Leistungsfähigkeit individueller

Montagesysteme von PIA überzeugt haben. Aufbau von

Vertrauen zwischen Anlagenhersteller und Kunde spielt dabei

eine entscheidende Rolle für eine dauerhafte Geschäftsbeziehung.

Das kostet Zeit und Mühe, die sich aber lohnen,

wie das Beispiel Brose Fahrzeugteile zeigt. Der fränkische

Automobilzulieferer zählt heute zu den Preh-Stammkunden.

Nachdem PIA den ersten Kontakt zu Brose bereits 2003

geknüpft hatte, sollten noch sechs Jahre bis zum ersten Auftrag

vergehen. Besonders erfreulich: Ausgerechnet im Krisenjahr

2009 wurden die Verträge für eine Preh-Anlage unterzeichnet.

Brose bestellte für sein Coburger Werk eine

technisch sehr anspruchsvolle Montageanlage für Sitzschienen.

Die Anlage kann 20 unterschiedliche Varianten von Kfz-

Sitzschienen produzieren. Die Schienen in linker und rechter

Automobil Industrie Special/ 2011


Preh wieder auf der Überholspur: mit Vollgas aus der Krise

Nach der Branchenkrise 2008/09 ist

Preh im Jahr 2010 ein beeindruckendes

Comeback gelungen. Der positive Trend

setzte sich auch im laufenden Geschäftsjahr

fort: Der Zulieferer aus Bad Neustadt

hat im ersten Quartal 2011 ein 30-prozentiges

Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum

erzielt. Konkret stiegen die Umsatzerlöse

auf 103,4 Mio. Euro (1. Quartal

2010: 78,4 Mio. Euro). Aufgrund der sehr

erfreulichen Geschäftsentwicklung werden

für das laufende Jahr insgesamt ein starkes

zweistelliges Umsatzwachstum und ein Ertrag

über dem Vorjahresniveau erwartet.

Bereits 2010 war Preh mit Vollgas aus

der Krise gefahren und zur Ertragskraft der

Vorkrisenzeit zurückgekehrt. Der Automotive-Umsatz

stieg um 43 Prozent auf die

Rekordmarke von rund 343 Mio. Euro (2009: 240 Mio. Euro).

Damit hat Preh sein Automotive-Geschäft seit 2003 mehr als

verdoppelt (2003: 169 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor

Zinsen und Steuern (EBIT) stieg 2010 auf 17,8 Mio. Euro.

Zusammen mit dem vorgesehenen neuen Mehrheitsgesellschafter

Joyson aus Ningbo (China) soll der Wachstumstrend

weiter beschleunigt werden. „Wir sehen in der neuen

Konstellation große Chancen, insbesondere mit Blick auf

den schnellen Aufbau unseres Geschäfts in China“, sagte

Montageanlage für linke und rechte Sitzschienen.

Ausführung werden gleichzeitig auf spiegelbildlich aufgebauten

Anlagemodulen hergestellt. Sechs Roboter kommen

dabei zum Einsatz. „Um die geforderte Taktzeit zu erreichen,

kam es auf jede Millisekunde an“, erläutert Preh-Bereichsleiter

Günter Brosch die Komplexität der Aufgabe. „Deshalb

müssen sich zwei Schweißroboterpaare die Arbeit an ihrem

gemeinsamen Werkstück aufteilen. Dabei wird der Laserstrahl

ständig zwischen den Schweißoptiken der Roboter

Automobil Industrie Special / 2011

dazu Dr. Michael Roesnick, Vorsitzender der Preh-Geschäftsführung.

„Zudem haben wir mit Joyson einen besseren Zugriff

auf den chinesischen Beschaffungsmarkt“ (vgl. hierzu

auch das Interview auf Seite 8 f.).

Die Beschäftigtenzahl in der Preh-Gruppe lag Ende 2010

bei 2.471 Mitarbeitern (Vollzeitbeschäftigte) und 67 Auszubildenden.

Im Zuge des weltweiten Wachstums sieht die Personalplanung

im Jahr 2011 einen Anstieg auf 2.655 Beschäftigte

weltweit vor.

umgeschaltet und ein drittes

Roboterpaar entlädt

gleichzeitig die Schweißaufnahmen

des Drehtellers.

Die Qualität der Schweißnähte

wird online durch eineLichtspektrum-Auswertung

des Schweißplasmas

überwacht.“

Zufriedene Stammkunden

sind jene, die gern wiederkommen.

Brose bestellte

nur ein Jahr nach dem

Erstauftrag für sein Werk

im tschechischen Ostrava

eine zweite Anlage dieser Art. Außerdem orderte das Unternehmen

für seine Betriebsstätte in Würzburg eine Montageanlage

für elektrische Antriebe. In diesem Jahr folgte für das

Brose-Werk in Coburg unter anderem eine Montageanlage

für Sitzhöhenverstellungen. Günter Brosch: „Die Auftragseingänge

zeigen deutlich, dass der Erfolg bei Montagesystemen

schrittweise wächst, indem wir durch solide Arbeit das

Vertrauen unserer Kunden gewinnen.“


I n t e r v i e w Geschäftsführung

„Eine ideale Ergänzung”

Dr. Michael Roesnick, Vorsitzender der Geschäftsführung der Preh GmbH, über Chancen

und Risiken der Joyson-Übernahme, den künftigen Stellenwert des Stammsitzes in Nordbayern

sowie neue Wachstumsmärkte und Geschäftsfelder.

Ü Die Übernahme der Preh GmbH durch den chinesischen

Elektronik-Spezialisten Joyson im April dieses

Jahres war ein Paukenschlag. Welche Chancen und Risiken

sind mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter verbunden?

Û Wir haben in der Geschäftsführung die Übernahme aktiv

unterstützt und sehen in der neuen Konstellation große

Chancen, insbesondere was den schnellen Aufbau unseres

Geschäfts in China betrifft. Außerdem haben wir mit Joyson

einen besseren Zugriff auf den chinesischen Beschaffungsmarkt,

und wir haben die Eigenkapitalquote von Preh durch

eine signifikante Kapitalerhöhung gestärkt. All das wird unser

Wachstum weiter beschleunigen.

Eine gewisse Herausforderung sehe ich in den unterschiedlichen

Kulturen. Hier müssen beide Seiten noch voneinander

lernen. Allerdings starten wir ja nicht bei Null. Schließlich

kennen wir unseren bisherigen Joint-Venture-Partner

Joyson schon seit mehr als drei Jahren.

Ü Welche Überschneidungen gibt es im Produktportfolio?

Û Es gibt keine Synergien und Integrationsthemen.

Deshalb fanden wir das Angebot ja so attraktiv. Im Gegensatz

dazu hätte es bei der Akquisition durch einen

echten, größeren Wettbe-

werber wohl eine Konsolidierung

gegeben und wir

hätten vielleicht nur unsere

Werke in den Konzern einbringen

können.

Ü Gab es überhaupt

ernsthaftes Interesse von

dieser Seite, und warum

war ein Börsengang keine

Alternative?

Û Am Interesse der großen

Zulieferer hat es sicher

nicht gefehlt. Aber wir hatten

gemeinsam mit der

Deutschen Beteiligungs AG

eine Lösung gesucht, mit

der wir die Eigenständigkeit

Zur Person

Dr. Michael Roesnick ist gebürtiger Hamburger, Jahrgang

1953. Nach dem Studium der Nachrichtentechnik und der

Technischen Kybernetik promovierte Roesnick 1984 zum Dr.-

Ing. an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg. 1985

wechselte er in die Industrie und trat 1995 nach Stationen bei

Philips Medizin Systeme, Salzgitter Elektronik und Hagenuk in

den Rheinmetall-Konzern als Direktor und später als Generalbevollmächtigter

ein. Zusätzlich wurde Roesnick 1997 Geschäftsführer

der RMP Elektroniksysteme und 1999 Vorsitzender

der Geschäftsführung der Preh-Werke. Von Januar 2000

an bis zum Verkauf der Preh-Gruppe Ende 2003 war er zugleich

Vorstand der Aditron AG, des Unternehmensbereichs

„Electronics“ von Rheinmetall. Den Vorsitz der Geschäftsführung

der Preh GmbH hat Roesnick sowohl nach der Veräußerung

von Preh an die Deutsche Beteiligungs AG als auch nach

der mehrheitlichen Übernahme durch Joyson beibehalten.

Automobil Industrie Special/ 2011


von Preh erhalten können. Ein Börsengang wäre sicher auch

attraktiv gewesen. Allerdings sind wir hier zehn Jahre zu spät

dran. Das Börsenumfeld in Deutschland ist für ein Unternehmen

unserer Größe derzeit nicht geeignet. Aber Joyson führt

mit seinen Automotive-Aktivitäten aktuell einen Börsengang

durch und hat erklärt, uns innerhalb von drei Jahren in diese

Börsenstory einbringen zu wollen. Insofern wäre Preh dann

ein wesentlicher Bestandteil der Joyson-Börsenstory.

Ü Wo ist die Win-win-Situation? Die technische Kompetenz

von Joyson dürfte doch weit hinter der von Preh

zurückliegen?

Û Preh ist als Technologie- und Innovationsführer in Europa

und Amerika sicherlich auf einem anderen technischen

Niveau. Aber Joyson verfügt über alle Grundkompetenzen,

und wir halten das Unternehmen für sehr ausbaufähig. Auf

der anderen Seite profitieren wir von der guten Kapitalausstattung

und dem exzellenten Marktzugang von Joyson in

China.

Gemeinsam wollen wir ein stark wachsendes Technologieunternehmen

schaffen, das weltweit die Anforderungen der

OEMs an globale Plattformvergaben bedienen kann.

Ü Was bedeutet die Übernahme für den nordbayrischen

Stammsitz Bad Neustadt?

Û Bad Neustadt ist und bleibt der Innovationsstandort

von Preh, und wir werden dort weiterhin unsere hoch spezialisierte

Fertigungskompetenz erhalten. Außerdem steuern

wir von dort aus sämtliche Aktivitäten unserer Produktgruppen.

Darüber hinaus haben wir bei Preh in der

Breite das robustere, international erfahrenere Automotive-Management.

Jeff Wang, der Eigentümer von

Joyson, weiß, dass er dieses Know-how nicht nach

China transferieren kann. Diese Kompetenz zu erhalten

und zu schützen, hat für ihn nach eigener Aussage

oberste Priorität.

Ü Wird Joyson operativ in die europäischen und

amerikanischen Preh-Gesellschaften einsteigen?

Û Nein, wir steuern unsere Tochtergesellschaften

als Preh-Geschäftsführung. Allerdings werden wir

Joyson bei der Akquisition von Projekten unterstützen.

Schließlich haben wir die Absicht, das Produktprogramm

beider Unternehmen weltweit anzubieten.

Ü Welche neuen Wachstumsmärkte wollen Sie gemeinsam

mit Joyson erschließen?

Û Im ersten Schritt gehört unser Hauptaugenmerk dem

chinesischen Heimatmarkt, immer mit dem Ziel, unsere Kunden

mit einer lokalen Fertigung bedienen zu können. Indien,

Malaysia oder Japan von China aus zu beliefern, ist für uns

derzeit keine strategische Option.

Ü Welche Geschäftsfelder von Preh werden von dem

Know-how beider Unternehmen profitieren?

Automobil Industrie Special / 2011

Û Mit den Klimabedien- und Fahrerbediensystemen werden

wir als Erstes auf unsere chinesischen Kunden zugehen.

Dort ist der Bedarf am höchsten. Aber auch Produktgruppen

wie Steuergeräte mit Funktionssicherungselektronik sowie

Sensorsysteme oder innovative Automationskonzepte werden

mittelfristig für den Markt China interessant. Umgekehrt

sind die Luftausströmer von Joyson ein weltweit vielversprechendes

Produkt.

Ü Sehen Sie durch die Zusammenarbeit mit Joyson

auch Chancen für neue Produktgruppen, etwa für Low-

Cost-Fahrzeuge in China oder Indien?

Û Zunächst einmal sind wir bekannt für unsere Premium-

Produkte, die wir typischerweise von oben nach unten in

den Markt einführen. Low-Cost-Fahrzeuge aus den Emerging

Markets sind für uns weniger interessant. Allerdings sehen

wir generell den Trend nach höherer Wertigkeit und Anmutung

im Innenraum – gerade auch im Kleinwagensegment

und in neuen Märkten wie China. Die Erwartungshaltung der

Kunden an Haptik und Optik verändert sich weltweit zu unseren

Gunsten.

Ü Wie sieht sich Preh nach der Internationalisierungsstrategie

der vergangenen Jahre mittlerweile im

Wettbewerbsumfeld positioniert?

Û In Europa sind wir mit Werken in Deutschland, Portugal

und Rumänien sehr gut aufgestellt. Weiterhin sind wir in

Nordamerika inzwischen die Nummer zwei im Bereich Klimabediensysteme

– unter anderem durch den starken Ausbau

unserer Ende 2005 in Mexiko gestarteten Aktivitäten.

Und in China produzieren wir ab dem dritten Quartal dieses

Jahres. Wir haben dort erste Aufträge und wollen bis 2012

vier Produkte vor Ort fertigen.

Generell ist der globale Footprint extrem wichtig geworden;

es gibt schon noch lokales Geschäft, aber ohne unsere Internationalisierungsstrategie

hätten wir das hohe Wachstum

der vergangenen Jahre nicht erreicht.

Ü Wie will Preh von der Elektromobilität profitieren?

Û Bei der Elektromobilität konzentrieren wir uns auf das

Batteriemanagement. Um hier die Entwicklung voranzutreiben,

haben wir eine stark spezialisierte Mannschaft aufgebaut.

In einem Fahrzeug eines deutschen Premiumherstellers

findet unser Batteriemanagementsystem erstmalig in

einer Kleinserie Anwendung. Aktuell qualifizieren wir das

System gemeinsam mit einem Kunden für die Großserie.

Ü Wo wird die Preh GmbH in fünf Jahren stehen?

Û Im Jahr 2010 haben wir im Automotive-Geschäft einen

Umsatz von 343 Millionen Euro erwirtschaftet. In fünf

Jahren rechne ich mit einer Verdoppelung dieser Zahl. Und

wer weiß: Vielleicht überspringen wir einige Jahre später

sogar die Eine-Milliarde-Euro-Umsatzgrenze. Parallel dazu

wollen wir gemeinsam mit Joyson eine gute Börsenstory

hinlegen. Das Interview führte Claus-Peter Köth.


Interview Aufsichtsrat

„Der beste Partner

für Preh

Die Aufsichtsräte Dr. Rolf Scheffels und Dr. Willibald Schleuter über den Verkauf von Preh

an den chinesischen Investor Joyson, Reaktionen der Kunden und die vordringlichste Aufgabe

für das neue Unternehmen.

Ü Herr Dr. Scheffels, warum haben Sie die Mehrheit

Ihrer Preh-Gesellschafteranteile an den chinesischen

Investor Joyson verkauft?

Û Die Deutsche Beteiligungs AG

war – gemeinsam mit dem Management

– rund acht Jahre an Preh beteiligt.

Unsere Ziele haben wir inzwischen

erreicht, zum Teil sogar übertroffen:

Preh ist heute ein sehr viel

besser positioniertes Unternehmen,

insbesondere durch die massiven Investitionen

in Auslandsstandorte wie

auch die Entwicklung neuer Produktgruppen.

Wir waren uns mit dem Management

einig, jetzt einen neuen

Gesellschafter zu finden, mit dessen

Unterstützung Preh die nächsten Entwicklungsschritte

gehen kann. Wir

haben diskutiert, welcher Käufer am

besten geeignet erscheint, um die

Preh-Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Preh ist für etliche Unternehmen

ausgesprochen attraktiv; wir wurden

deshalb von mehreren möglichen

Käufern angesprochen und hatten einen

sehr guten Marktüberblick. Es kristallisierte sich deutlich

heraus, dass Joyson der beste Partner ist: Mit seinem eigenen

Automotive-Geschäft in China ist Joyson vollkommen

komplementär. Joyson eröffnet Preh den nächsten Entwicklungsschritt,

nämlich den Weg nach Asien. Außerdem finanziert

Joyson das weitere Wachstum in Europa und im

NAFTA-Raum, ohne dass Preh nachteilige Veränderungen

fürchten müsste, wie sie typischerweise bei einem Kauf

durch einen direkten Wettbewerber unter dem Stichwort

„Realisierung von Synergien“ zu erwarten wären.

Ü Sie haben verkauft, bleiben aber dennoch substanziell

beteiligt. Was versprechen Sie sich davon?

Û Die DBAG und das Management wollen einen möglichst

reibungslosen Übergang sicherstellen und bleiben

deshalb eine Zeit lang weiter beteiligt. Dies war nicht nur unser,

sondern auch der Wunsch von Joyson. Wir werten das

Dr. Rolf Scheffels, Mitglied des Vorstands der

Deutschen Beteiligungs AG und Aufsichtsratsvorsitzender

der Preh GmbH.

als wichtiges Indiz dafür, dass sich Joyson den Herausforderungen

und Sensibilitäten seines Einstiegs bei Preh bewusst

ist. Jeff Wangs Bitte, dass Herr Dr.

Schleuter als Branchenexperte unverändert

Mitglied des Aufsichtsrats

bleiben und ich für eine Übergangszeit

weiter den Aufsichtsratsvorsitz

innehaben soll, unterstreicht den

Willen aller Beteiligten nach Kontinuität

und das gemeinsame Vorhaben

zu einem Erfolg zu machen.

Ü Herr Dr. Schleuter, sehen Sie

nicht die Gefahr, dass es auf Kundenseite

Vorbehalte gegen den

Einstieg eines chinesischen Investors

gibt?

Û Die OEMs möchten wissen, wie

das Geschäft operativ weitergeht.

Das sieht aus Kundensicht auf absehbare

Zeit gut aus, eben weil ein

Höchstmaß an Kontinuität bei Ansprechpartnern

und Abläufen sichergestellt

wird. Darüber hinaus geht es

um die weitere Entwicklung von

Preh. Da Preh die technische Leadership innerhalb der

Joyson-Gruppe übernimmt, bewerte ich auch das positiv.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die deutlich erhöhte

Eigenkapitaldecke. Sie eröffnet gerade aus der Sicht der

Premiumkunden neue technische Potenziale.

Ein anderer Aspekt ergibt sich aus langfristiger strategischer

Sicht: Hier ist ein Vergleich zu VW möglich: VW stieg als erstes

westliches Unternehmen in China ein und hat daraus

Vorteile in der Marktposition gewonnen, die bis heute wirksam

sind. Die Übernahme von Preh durch Joyson wird nicht

die erste dieser Art bleiben. In einem Umfeld, in dem in China

weitere Steigerungen des Local Content gefordert sind,

kann das aus Sicht der OEMs in Gesprächen mit chinesischen

Partnern hilfreich sein. Auch bezüglich der Regierungsforderung

an die westlichen Hersteller, zur Weiterentwicklung

der chinesischen OEMs beizutragen, wird die

Übernahme positiv zu sehen sein.

10 Automobil Industrie Special/ 2011

Fotos: Preh


Ü Herr Dr. Scheffels, gab es Vorabgespräche mit einzelnen

OEMs?

Û Wir sind mit Joyson schon seit einigen Jahren in Kontakt,

der von einer Zusammenarbeit auf Projektebene über

das Joint Venture zu der Beteiligung geführt hat. Insofern

hatten wir eine Vorstellung davon, welche Vorteile die Verbindung

auch für die Kunden bringen würde. Deshalb haben

wir eine hohe Akzeptanz der OEMs erwartet. Andererseits

konnte die Transaktion überhaupt nur erfolgreich sein, wenn

bis zum Schluss absolute Vertraulichkeit gewahrt würde; wir

sind sehr froh, dass dies gelungen ist und der gesamte Prozess

ohne Handlungsdruck abgeschlossen werden konnte.

Wir alle wissen, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Ü Verstehen Sie Ihr fortgesetztes Engagement im Aufsichtsrat

als Korrektiv zum chinesischen

Investor?

Û Dr. Scheffels: Nicht als Korrektiv,

sondern als logische Folge des gewählten

Wegs: Zielsetzung ist, Preh

positiv weiterzuentwickeln: Das heißt

zunächst in vielerlei Hinsicht, so weiterzumachen

wie bisher und nicht alles

zu verändern. Auf der anderen Seite

möchte Preh natürlich von den Möglichkeiten,

die Joyson bietet, profitieren.

Û Dr. Schleuter: Auch ich sehe die

Aufgabe nicht als Korrektiv, sondern

unter der Maßgabe, zur Weiterentwicklung

von Preh bei Produkten und

Marktposition unter den neuen Rahmenbedingungen

positiv beizutragen.

Ü Herr Dr. Scheffels, wäre Ihre

Wachstumsstrategie nicht auch mit

einem europäischen oder amerikanischen

Investor möglich gewesen?

Û Sicher, es gab auch einige europäische und amerikanische

Zulieferer unter den Interessenten. Aber nochmals:

Wir sind gemeinsam mit dem Management zu dem Schluss

gekommen, dass Joyson der beste Partner für Preh ist. Hinzu

kam, dass im Laufe der Zeit ein Vertrauensverhältnis zwischen

dem Preh-Management und uns auf der einen und

Jeff Wang, dem Unternehmer hinter Joyson, und seinem

Team auf der anderen Seite gewachsen ist. Es wäre auf den

ersten Blick vielleicht einfacher gewesen, an einen amerikanischen

oder europäischen Konzern zu verkaufen. Das hätte

aber für die weitere Entwicklung von Preh andere Konsequenzen

gehabt und weniger Chancen eröffnet.

Ü Haben Sie beide bereits Erfahrungen mit ähnlichen

Konstellationen?

Û Dr. Schleuter: Nein, ich verfüge über keine vergleichbare

Erfahrung.

Automobil Industrie Special / 2011

Dr. Wilibert Schleuter, Aufsichtsratsmitglied

der Preh GmbH, ehemals Leiter Entwicklung

Elektrik/Elektronik Audi AG.

Û Dr. Scheffels: Auch für uns gibt es keinen direkten Vergleich.

Allerdings haben wir den Pumpenhersteller Lewa vor

einiger Zeit an einen japanischen Hersteller verkauft. Auch

hier gab es große europäische und amerikanische Interessenten,

aber das Management und wir hielten aus den gleichen

Gründen den japanischen Bieter für am besten geeignet,

die positive Entwicklung von Lewa fortzuschreiben. In diesem

Fall hat sich die Einschätzung bereits mehr als bestätigt.

Ü Gibt es bereits einen Zeitplan für den Ausstieg der

Deutschen Beteiligungs AG?

Û Dr. Scheffels: Wir planen, bis 2013 engagiert zu

bleiben.

Ü Was sehen Sie als Aufsichtsräte jetzt als vordringlichste

Aufgabe für das neue Unternehmen?

Û Dr. Scheffels: Inhaltlich steht im

Vordergrund, das künftige Zusammenspiel

so zu gestalten, dass die Potenziale

der Partnerschaft auch wirklich

gehoben werden und möglichst wenig

Reibungsverluste entstehen. Kurzfristig

steht dabei der Aufbau des Joint

Ventures im Vordergrund, der ja bereits

seit einigen Monaten im Gange

ist. Die Herausforderung ist sicherlich,

die unterschiedlichen Kulturen zusammenzuführen.

Û Dr. Schleuter: Zusammengefasst

geht es mir darum, die Chancen der

neuen Konstellation bei Produkten und

Marktposition konsequent zu nutzen

und mitzugestalten und gleichzeitig zu

einer entsprechenden Stabilität und

Kontinuität beizutragen.

Ü Kann man überhaupt die Corporate-Governance-Standards

von deutschen und chinesischen

Unternehmen in Einklang bringen?

Û Dr. Schleuter: Die Standards der Corporate Governance

und die historische Entwicklung dieser Themen sind

unterschiedlich und bergen damit ein Konfliktpotenzial. Es

wird daher wichtig sein, wie die Zusammenarbeit und die

gegenseitige Wertschätzung der Partner gelebt werden. Das

Konfliktpotenzial kann man deutlich reduzieren, indem man

die Themen ausführlich bespricht und vor allem danach

schriftlich dokumentiert.

Û Dr. Scheffels: Aus meiner Sicht ist entscheidend, dass

für Preh auch künftig deutsches Recht und dementsprechend

eine unveränderte Corporate Governance gilt. Ich sehe

die praktischen Herausforderungen – neben den angesprochenen

kulturellen Unterschieden – eher auf der operativen

Ebene, zum Beispiel in speziellen Reportinganforderungen.

Die Fragen stellte Carsten Deuster.

11


Fotos: Preh

Klimakompetenz

Mehr als nur warm

oder kalt

Wenn ein potenzieller Kunde ein Automobil zur Probe fährt, dann zählt der erste Eindruck.

Für sein subjektives Empfinden spielt die Abstimmung des Klimakomforts eine bedeutende

Rolle.

Bei einem Crashtest liefern diverse

Sensoren am Dummy „harte“ Fakten

und damit eine solide Basis, um die

Sicherheit zu optimieren. Aber wie lässt

sich menschliches Wohlbefinden messen?

Offensichtlich hängt es von

weitaus mehr ab als nur

von einer angenehmenTemperatur:

Ist die Luft zu

trocken? Zieht

es? Riecht es

gut? Scheint die

Sonne oder ist es

dunkel und regnerisch?

Die große Herausforderung

bei der Auslegung

des Klimakomforts liegt in der enormen

Bandbreite menschlichen Wohlbefindens, der man

sich messtechnisch immer nur annähern kann.

In die Abstimmung gehen diverse objektive Parameter

ein, aber letztlich kommt es immer auch auf die persönliche

Klimasteuerungs-Intelligenz integriert:

Audio- und Klimabediensystem

im Cockpit und

Klimabediensystem für Fond

(BMW 7er).

langjährige Erfahrung

der Ingenieure an, die

bei verschiedenen

Testfahrten die Endabstimmung

des Klimakomfortsvornehmen.

Dennoch kann dieser

Komfort sehr unterschiedlichwahrgenommen

werden, wenn

sich die individuelle

Preh-Klimasteuergerät, Körperphysiologie

einschließlich Klimasteue- eines Fahrzeuginsasrungssoftware,

für Ford.

sen von der eines

„Durchschnittsmenschen“

stark unterscheidet.

So ist es auch kein Zufall, dass die Bedienung

der Klimaanlage bis heute immer im direkten Zugriff

geblieben ist. Um mehr Übersichtlichkeit im Cockpit zu

schaffen, wurden in Fahrzeugen der Premiumhersteller, und

zunehmend auch im Massenmarkt, diverse Schalter einge­

12 Automobil Industrie Special/ 2011

Foto: BMW


spart und deren Funktionen in

Untermenüs verbannt.

Doch das Bediensystem für

die Klimafunktionen hat diesem

Trend widerstanden, denn der

schnelle und direkte Zugriff auf

diese Komforteinstellungen genießt

einen hohen Stellenwert.

Außerdem spielt hier auch die

Fahrsicherheit eine Rolle: Wenn

die Scheiben beschlagen, gelangt

mit einem Druck auf die „Defrost“­

Taste schnellstens ein Strom entfeuchteter,

temperierter Luft an

die Windschutzscheibe und entfernt

den Beschlag.

Weltweit lassen sich die Automobilzulieferer

mit Klimakomfort­Kompetenz an zwei Händen

abzählen. Es sind überwiegend Hersteller von Klimaaggregaten.

Aggregat­unabhängige Lieferanten sind äußerst

rar. Für einen OEM sind sie aber umso interessanter: Denn

dann muss das Klimabediensystem, als Bestandteil des

Fahrzeuginterieurs, nicht zwangsläufig vom Aggregatehersteller

kommen, sondern der OEM­Einkäufer kann höchst

flexibel agieren.

Die Preh GmbH ist ein Aggregat­unabhängiger Zulieferer,

der seit mehr als 15 Jahren nicht nur Bediensysteme für die

Klimafunktionen herstellt, sondern auch Klimaregelungssoftware

entwickelt. Hier kommt es entscheidend darauf an, die

sehr unterschiedlichen Anforderungen verschiedener OEMs

umsetzen zu können. Während manche Hersteller mit sehr

exakten Systemvorgaben arbeiten, lässt ein anderer für seine

zwei­ und dreizonigen Klimasysteme dem Lieferanten nahezu

freie Hand. Dementsprechend verbleiben weniger oder

mehr Freiheitsgrade, um mit geeigneten Maßnahmen einen

guten Klimakomfort zu erreichen. Andererseits werden teilweise

auch reine Umsetzungen von Schaltfunktionen gefordert,

ohne jede Klimaintelligenz.

Preh konnte im Laufe der Jahre in zahlreichen Projekten

die ganze Bandbreite von Klimabediensystemen und Klimasteuerungssoftware

in Serie umsetzen: Darunter sind

halbautomatische Systeme (z. B. VW Polo), einzonige Systeme

(Audi A1), mehrzonige vollautomatische Systeme (BMW

7er) oder auch besondere Lösungen, etwa für Traktoren, deren

Kabinen extrem große Glasflächen haben.

Preh spricht in diesem Zusammenhang von einem echten

Kompetenzvorteil gegenüber reinen Schalterlieferanten.

Vor allem, wenn OEMs die Radio­/Infotainment­Funktionen

und die Klimabedienung zu einem Bediensystem in der Mittelkonsole

zusammenfassen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass

bei Fahrzeugvolumina ab etwa 100.000 Stück pro Jahr eine

integrierte Lösung günstiger ist“, erklärt Michael Jendis, Vertriebsleiter

bei Preh.

Darunter versteht er ein Bediensystem, das neben der

Bedienblende mit den Schaltern auch über ein integriertes

Automobil Industrie Special / 2011

Klimabediensysteme für das Volumensegment: VW

Jetta und Ford F-250/350.

Fotos: Preh

Klimasteuergerät mit entsprechender

Software verfügt. Im Unterschied

dazu praktizieren manche

OEMs heute auch den Ansatz,

die Bedienblende vom Steuergerät

abzukoppeln, um beide Komponenten

separat einkaufen zu

können.

„Unter Kostengesichtspunkten

ist das integrierte System vorteilhafter,

weil es hier weniger Schnittstellen

gibt und gemeinsame Basisfunktionen

genutzt werden können“,

betont Jendis. Andererseits

kann es bei kleineren Stückzahlen

bzw. bei einer hohen Variantenvielfalt

auch sinnvoll sein, die

Standardisierungsvorteile von separatem Steuergerät und

separater Bedienblende zu nutzen. Das ist aktuell beispielsweise

bei den Ford Modellen Taurus, Flex und Mustang gegeben,

die auf derselben Plattform aufbauen.

Allerdings: Setzt man ein Klimasteuergerät für ein Mittelklassefahrzeug

mit dreizoniger Klimaregelung und leistungsfähigem

Prozessor als Standardsteuergerät für einzonige

Systeme ein, führt das zu unnötigen Mehrkosten, die den

Standardisierungsvorteil verschwinden lassen.

„Wir können für den OEM die Systeme entwickeln und

fertigen, die am besten zu seiner Modellpolitik passen“, resümiert

Jendis. So liefert Preh nicht nur integrierte Klimabediensysteme

mit Elektronik, Software, haptisch und optisch

anspruchsvollen Oberflächen, sondern auch separate Klimasteuergeräte

und Bedienblenden. Des Weiteren beschäftigt

sich der Zulieferer mit verbesserten Möglichkeiten der

Temperatursensierung. Das jüngste Produkt ist hier ein neuartiger

unbelüfteter Temperatursensor, der noch 2011 in Serie

gehen soll.

Lüfterloser Temperatursensor

Zur Messung der Innenraumtemperatur werden erst seit wenigen

Jahren unbelüftete Oberflächensensoren in Serie eingesetzt.

Diese Systeme bestehen im Wesentlichen aus einer Fotodiode

und einem NTC sowie entsprechenden Softwarealgorithmen.

Insbesondere ungünstige klimatische Einflussfaktoren

machten ein kontinuierliches Reproduzieren der gewonnenen

Messergebnisse zu einer Herausforderung. Hier setzt die deutlich

verbesserte Lösung der Preh GmbH an: Der neuartige unbelüftete

Temperatursensor arbeitet ohne Fotodiode und setzt

stattdessen auf eine Kombination aus NTCs. Die Software für

den patentrechtlich geschützten Sensor sorgt dafür, dass sowohl

für den Heiz­Fall als auch für den Kühl­Fall die gleiche

Berechnungsmethode angewendet wird. So zeigt das System

eine schnelle Reaktion auf die erkannte Innenraumtemperatur

und es werden gut reproduzierbare Ergebnisse erzielt.

13


Bediensysteme

Pre(h)mium

Look and Feel

Die Preh GmbH gehört zu den innovativen Spezialisten für Bediensysteme im Fahrzeuginterieur.

Automobil Industrie warf einen Blick auf aktuelle Bediensystem­Trends, für die der

Zulieferer neue technische Lösungen entwickelt.

Rolls-Royce Ghost: Cockpit mit zentralem Bediensystem auf der Mittelkonsole.

BMW hatte es einst als erster Automobilhersteller gewagt:

Ein puristisches Bedienkonzept mit iDrive-

Controller räumte mit der Schalterflut im Cockpit auf. Was

nach der Markteinführung im Jahr 2001 von den Kunden anfänglich

als zu kompliziert empfunden wurde, ist längst zu

einem einfach und intuitiv bedienbaren System ausgereift.

Unter den deutschen Premiumherstellern zog Audi mit dem

MMI (Multi Media Interface) nach und auch Mercedes steuerte

sein Multimediasystem COMAND ab der S-Klasse 2005

mit einem Controller auf der Mittelkonsole. Was zunächst

wie ein auf deutsche Premiumhersteller begrenztes Phänomen

anmutete, findet sich mittlerweile in Konzept- und Serienfahrzeugen

weiterer OEMs. So hat Toyota seine Lexus-

Modelle CT, RX und LFA mit einem zentralen Bediensystem

ausgestattet. Die japanische Variante setzt jedoch nicht auf

den klassischen Dreh-/Drücksteller mit Schiebe-, Kipp- oder

Joystickfunktion. Vielmehr ähnelt das sogenannte Remote-

Touch-Bedienelement in seiner Funktion einer Computermaus.

Die zugrunde liegende Idee ist allerdings die gleiche:

Über ein ergonomisch optimal platziertes Bedienelement in

der Mittelkonsole können Funktionen aus verschiedenen

Menüs gewählt werden, die auf einem zentralen Display dargestellt

werden. Dieses ist so im Cockpit platziert, dass eine

ideale Ablesbarkeit bei minimaler Ablenkung gegeben ist.

Die Kombination aus zentralem Bedienelement und Funk-

14 Automobil Industrie 6/ 2011

Foto: Preh

Foto: Rolls Royce


tionsmenüs ersetzt eine Vielzahl von Schaltern. Somit gewinnt

das Cockpit ein klareres Design. Auch das Hyundai-

Modell Genesis bedient sich dieser Philosophie.

Doch warum setzen eigentlich nicht viel mehr OEMs auf

zentrale Bediensysteme? Einige OEMs haben sich für Touchscreen-Systeme

entschieden. Nicht nur Endkunden, die täglich

mit iPhone, TomTom und Co. umgehen, kommen mit der

Bedienung von Touchscreens gut klar. Dennoch gehen solche

Systeme in Sachen Ergonomie und Ablenkung Kompromisse

ein: Bei der Funktionsauswahl muss sich der Fahrer –

je nach Körperbau – mehr oder weniger weit nach vorn strecken,

um das Touchdisplay mit der Hand zu erreichen. Dabei

haben Arm und Hand keine Abstützmöglichkeit. Bei unebener

Fahrbahn sucht der Daumen am Touchscreen-Rahmen

Halt, damit der Zeigefinger ins Ziel findet. Bei dieser

Prozedur genügt zur Funktionsauswahl nicht mehr nur ein

kurzer Seitenblick aus dem Augenwinkel, sondern die Blickabwendung

ist unvermeidlich intensiver und bringt eine vergleichsweise

stärkere Ablenkung mit sich.

Magnet-Haptik. Um die Ablenkung beim Bedienvorgang

zu minimieren, entwickelte Preh in den vergangenen Jahren

Konzepte einer fortgeschrittenen Benutzerführung. Beispielsweise

wird dem Fahrer mit gezielten Verriegelungen

der Bedienwege des zentralen Controllers eine haptische

Hilfestellung bei der Funktionsauswahl gegeben. Der Zulieferer

setzt hier unter anderem auf den Einsatz von Magnettechnologie.

Dafür haben sich einige Preh-Kunden bereits in

aktuellen Serienanwendungen entschieden. So wird das taktile

Feedback eines multifunktionalen Dreh-, Drück- und

Kippelements nicht mehr auf herkömmliche Weise mit Federn,

Rastkurven und Hebeln erzeugt, sondern mit Magneten.

Daraus ergeben sich gleich drei Vorteile: Erstens sind

die Magnete robuster gegen Verschleiß und Verschmutzung.

Zweitens lässt sich eine in alle Richtungen gleichmäßigere

Haptik erzielen als mit den zuvor genannten herkömmlichen

Elementen. Dazu muss der konstruktive Aufbau so erfolgen,

dass nur ein einziges Magnetsystem erforderlich ist. Drittens

wird auch die für eine Haptik charackteristische Kraft-Weg-

Kennlinie gleichmäßiger, wenn Magnete verwendet werden.

Preh verfügt hier über langjähriges Erfahrungswissen da-

rüber, wie die Kennlinien-Eigenschaften gezielt verändert

und eingestellt werden können. So lassen sich verschiedene

Haptiken darstellen. Aber nicht nur in der Entwicklung sind

die Anforderungen hoch. Um Systeme mit Magnet-Haptik

zuverlässig und in hoher Qualität fertigen zu können, muss

auch in der Produktion ein spezielles Prozess-Know-how zur

Befestigung der Magnetelemente vorhanden sein.

Touchpads im Automobil. Mit dem MMI-Bediensystem

der aktuellen Generation des Audi A8 hat auch das Touchpad

Einzug in die Serie gehalten und BMW kündigte bereits

an, dass es zukünftig einen modifizierten iDrive-Controller

Preh-Konzepte mit Touchpad sowie einem zentralen Bedienelement mit haptischer Benutzerführung aus den Jahren 2005 und 2007.

Automobil Industrie 6 / 2011

mit integriertem Touchpad geben werde. Insbesondere im

weltweiten (Automobil-)Wachstumsmarkt Nummer eins –

China – hat eine Touchpadintegration große Vorteile: Indem

Haptische Qualitätswahrnehmung

Robby Rieger, Leiter Konstruktion bei Preh: „Das Bediensystem

für die Klimaautomatik des Audi A1 verfügt über drei

Drehsteller, deren Achsenspiel praktisch bei Null liegt. Sie wurden

jeweils mit einem Kugellager ausgestattet. Im Ergebnis

erzielten wir eine Premium-Haptik, die keinen Zweifel daran

lässt, dass hier ein Höchstmaß an Qualität vorliegt. Eine solche

positive Wahrnehmung der Interieurkomponenten strahlt

beim Endkunden unterbewusst immer auch auf die Gesamtwahrnehmung

eines Fahrzeugs ab.“

Klimabediensystem für Audi A1.

15

Fotos: Preh


Bediensysteme

per Finger die Anfangs-Strichfolge

eines Schriftzeichens auf das Pad geschrieben

wird, kann aus den insgesamt

mehreren tausend chinesischen

Schriftzeichen bequem vorselektiert

werden. Durch Eingabe weiterer Zeichenbestandteile

wird die Auswahl

dann verfeinert.

Black-Panel-Oberflächen. Homogene

Black-Panel-Bedienoberflächen,

die keine einzelnen Tasten aufweisen,

sind eines der Wunschszenarios im

Interieurdesign. Statt herkömmlicher

Tastenfelder gäbe es glatte Oberflächen

á la iPad. Allerdings ist die pri- Prototyp eines Bediensystems mit Black

märe Aufgabe des Autofahrers nicht Panel Oberfläche, versenkbaren Drehstellern

und kapazitiven Schaltern.

die Auswahl unterhaltsamer Funktionen,

sondern die möglichst uneingeschränkte

Konzentration auf den Straßenverkehr. Vollständig

homogene und glatte Bedienoberflächen im Fahrzeuginterieur

wären hier eher problematisch, weil es an Fühlhilfen

mangelt. Nicht umsonst sind die Tasten am iDrive Controller

und an MMI-Bediensystemen (vgl. Abbildung) in ihren Konturen

so unterschiedlich ausgeführt, dass der Fahrer sie mit

den Fingerspitzen erfühlen kann. Ganz ähnlich ist das auch

Unter den Serienlieferanten für zentrale Bediensysteme beansprucht

die Preh GmbH mit rund 50 Prozent Marktanteil den

Spitzenplatz. Aber nicht nur Pkw der Marken Audi, BMW,

Rolls-Royce und Lamborghini profitieren von diesem Spezial-

Know-how des Zulieferers. Im Bereich der landwirtschaftlichen

Nutzfahrzeuge entwickelte Preh für CLAAS ein multifunktionales

Bedienelement, das aktuell als Schaltzentrale in XERION

Traktoren dient. Das Konzept ermöglicht zukünftig einen modellübergreifenden

Einsatz in weiteren Traktoren und Erntemaschinen.

Foto: CLAAS

Zentrale Bediensysteme von Preh

Multifunktionales Bedienelement

für

CLAAS Traktoren.

Foto: Preh

BMW iDrive Controller im Keramik-Design

und Audi MMI-Bediensystem

mit integriertem Touchpad.

bei vielen Lenkradschaltern und weiteren

Bediensystemen der Fall. Denn

ohne solche Fühlhilfen bleibt nur der

Blickkontakt zum Schalter, wodurch

sich die Ablenkung erhöht. Für Black

Panel Oberflächen mit integrierten kapazitiven

Schaltern stellt sich also speziell

für Automotive-Anwendungen die

Frage, ob eine Bedienung ohne Fühlhilfen

der richtige Ansatz sein kann.

Hierfür geeignete technische Lösungen

zu finden, gehört zu den Herausforderungen

der Entwicklung zukünftiger

Bediensysteme im Fahrzeuginterieur.

LTK-Anzeigetechnologie. Eine neuartige Anzeigetechnologie,

die von Preh zur Serienreife entwickelt wurde, soll

dazu dienen, die Übersichtlichkeit zu wahren, wenn sich die

Anzahl bedienbarer Funktionen erhöht. LTK ist eine Abkürzung

für den sogenannten lentikularen Effekt, mit dem verschiedene

Icons im gleichen Bereich einer Oberfläche dargestellt

werden können. Dabei wechselt die Icon-Anzeige

wie auf einem Display, aber ohne dass aktive Anzeigeelemente

verwendet werden müssen, denn es handelt sich

um einen rein optischen Effekt. Diese Oberflächen können

auch Tastenoberflächen sein, wobei die Icons jeweils genau

am gleichen Platz in der Tastenmitte angezeigt werden.

Bis zu drei verschiedene Icons sind pro Anzeige möglich,

also statt nur einer Funktion kann eine Taste mit bis zu drei

Funktionen belegt werden, wobei die Unterscheidung der

Funktionsmenüs über eine Farbcodierung funktioniert. Im

Ergebnis kann mit der LTK-Technologie die Anzahl der

Schalter im Cockpit verringert werden, weil wenigen Tasten

mehrere Funktionen zugewiesen werden. Dabei bleibt die

Bedienung einfach und übersichtlich, weil das simple und

bekannte Bedienprinzip des Tastendrucks beibehalten

wird.

16 Automobil Industrie 6/ 2011

Foto: Preh

Fotos: Preh


Foto: Lamborghini

Human-Machine-Interface

für Lamborghini Aventador

Über das in der Mittelkonsole platzierte Human-Machine-

Interface (HMI) lassen sich eine Vielzahl der Funktionen

des Aventador intuitiv bedienen. Diese zentrale Bedieneinheit

ist mit acht Funktionstasten sowie einem großen Dreh-

Drück-Element mit integriertem Joystick ausgestattet. Der

Lieferant ist die Preh GmbH. Zum weiteren Lieferumfang gehören

die beiden Designblenden aus Aluminium sowie die

markante rote Abdeckung des Start-Knopfes, mit dem der

Trend zum Multifunktionslenkrad

hält an

Die Nachfrage nach einer Ausstattung mit Multifunktions-

Lenkrad steigt beständig. Während sich im Jahr 2001 nur

25 Prozent der deutschen Neuwagenkäufer dafür entschieden,

waren es im Jahr 2010 schon 46 Prozent (Quelle: DAT-

Report 2011). Sicherlich trägt auch die zunehmende Verfügbarkeit

dieser Ausstattungsoption in nahezu allen Fahrzeugsegmenten

zur Nachfragesteigerung bei. Inzwischen sind

Multifunktionslenkräder in Fahrzeugen der Premiumklasse

zum Standard geworden und finden sich als optionale Ausstattung

zum Beispiel weitgehend in Fahrzeugen der unteren

Mittelklasse und in SUVs.

Zu den führenden Herstellern von Multifunktionsschaltern

für das Lenkrad zählt die Preh GmbH. Das Unternehmen

entwickelt und fertigt Multifunktionsschalter für Lenkräder in

Pkw und Nutzfahrzeugen. Eine Spezialität des Zulieferers ist

dabei die geschickte konstruktive Auslegung der Schaltereinheiten,

sodass hier trotz sehr kleiner Bauräume die Elektroniken,

zum Beispiel für LIN-Bus, integriert werden können.

Mittels eigener Encoder-Technologie, die es erlaubt, die

Funktion vom taktilen Feedback zu separieren, wird eine

sehr exakte haptische Auslegung der Schalter ermöglicht.

Zu den Preh-Kunden für Lenkrad-Multifunktionsschalter,

und teilweise auch für die Schaltwippen zur Gangwahl, ge-

Automobil Industrie 6 / 2011

Foto: Preh

Das HMI Bediensystem

im Cockpit des

Lamborghini Aventador.

Zwölfzylinder zum Leben erweckt wird. Diese kleine „Klappe“

entstand mit viel Liebe zum Detail in enger Zusammenarbeit

von Preh-Ingenieuren und Lamborghini Designern. Im

Ergebnis sorgt ein Magnet dafür, dass die Abdeckung nach

dem Öffnen mit einem sanften Klick einrastet. Und statt eines

schnöden „Zuklappens“ ermöglicht ein hochpräzises Dämpfungselement

einen stilvollen Schließvorgang: ganz denzent

und langsam.

Multifunktionsschalter und Schaltwippen zur Gangwahl für Lenkräder

verschiedener Audi-Modelle.

hören neben Audi (Modelle A1, A6, A7 und A8) auch Volkswagen

(u. a. für die Modelle Lavida, Golf VI, Passat CC und

T5), Bentley (Mulsanne) und Mercedes-Benz (E-Klasse und

S-Klasse). Außerdem liefert Preh für den Neoplan Starliner

Bus sowie für Lkw von MAN und DAF (PACCAR Gruppe).

17

Foto: Preh


Sensorik

System-Know-how

für Sensoren

Die Preh GmbH liefert jährlich mehrere Millionen Sensoren für Automotive-Anwendungen,

insbesondere auch Positionssensoren für hoch anspruchsvolle Einsatzbedingungen. Automobil

Industrie sprach mit dem Leiter der Sensorentwicklung, Dr. Hans-Michael Schmitt.

Preh produziert je nach Zielmarkt in seinen Werken in

Mexiko oder Portugal, aber auch am deutschen

Stammsitz in Bad Neustadt an der Saale.

„Die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen

Standorts hängt im Kern von zwei

Faktoren ab: In der Entwicklung entscheidet

der Leistungsumfang und bei der Fertigung

spielt der Automatisierungsgrad eine

wesentliche Rolle“, erklärt Schmitt.

Wenn ein Sensor hingegen lediglich

nach Zeichnungsvorgaben industrialisiert

werden soll, brauche es kaum das umfassende

Know-how des deutschen Entwicklungszentrums.

Anders sehe es aus, wenn

eine Betrachtung des Gesamtsystems erforderlich

ist, also die Auslegung und Ab-

stimmung des Sensors für das jeweilige

Einsatzumfeld, mit seinen speziellen Bedingungen.

„Dann sind wir die richtige Adresse“,

so Schmitt.

Je nach Einsatzgebiet eines Positionssensors erarbeitet

der Zulieferer beispielsweise Vorschläge für das technisch

am besten geeignete Messprinzip. Dabei wird die Gesamtkonstruktion

im Auge behalten, um eine kostengünstige Lösung

zu ermöglichen. Umgekehrt überträgt Preh auch unterschiedliche

physikalische Messprinzipien auf neuartige Auf-

Vollautomatisierte Fertigung von Drosselklappensensoren am Preh Firmensitz in Deutschland.

Dr. Hans-Michael Schmitt leitet

die Sensorentwicklung bei

Preh in Bad Neustadt.

gabenstellungen. So entstehen Sensoren mit Messprinzipien,

die für ein bestimmtes Einsatzumfeld bisher noch nicht in

Serie zu finden sind.

In der Fertigung kann Preh einen Vorteil

ausspielen, der in dieser Konstellation sehr

selten vorkommt: Die vollautomatischen,

hoch integrierten Fertigungslinien für die

Sensorproduktion werden im Geschäftsbereich

„Innovative Automation“, der Preh-eigenen

Automationssparte gebaut. So entstehen

in unmittelbarer Abstimmung mit der

Entwicklung maßgeschneiderte automatisierte

Produktionsanlagen (siehe Beitrag auf

Seite 30 f.).

„Ende des vergangenen Jahres und Anfang

dieses Jahres konnten wir gleich zwei

Stückzahljubiläen mit je zehn Millionen gefertigten

Sensoren feiern“, berichtet Schmitt:

Zum einen waren das Systeme für den Kunden

Knorr-Bremse. Sie messen den Bremsbelagverschleiß

bei Nutzfahrzeugen kontinuierlich. Zum anderen

handelte es sich um Drosselklappensensoren für

Hitachi. Diese, sowie auch Drosselklappensensoren für

Bosch, werden in weit mehr als der Hälfte aller Motoren von

General Motors (GM) eingesetzt. Sensoren für die Anwendungen

Drosselklappe und Abgasmanagement entstehen

18 Automobil Industrie Special/ 2011

Fotos: Preh


Die Entwicklung kompletter Sensorsysteme ist ein Spezialgebiet von

Preh: Beispiel eines Positionssensors mit integrierter Regelung und

Leistungselektronik.

bei Preh vor allem in Dickschichttechnik und auf Basis magnetischer

Messprinzipien. Aber auch das induktive Messprinzip

wird angewendet.

Die Keimzelle des Sensor-Know-hows reicht viele Jahrzehnte

zurück, als sich Preh mit Potenziometern für Rundfunkgeräte

einen Namen machte. Später wurde das auf der

Dickschichttechnik basierende Potenziometer-Prinzip für die

speziellen Erfordernisse automobiler Anwendungen weiterentwickelt.

Unter anderem entstanden eigens für das raue

Motorumfeld sehr robuste und gegebenenfalls redundant

ausgelegte Sensorsysteme.

Die Gehäuse solcher Sensoren müssen extremen Beanspruchungen

durch Temperaturwechsel und Vibrationen

standhalten. Um hier ein Höchstmaß an Produktqualität zu

erzielen, arbeiten in der Entwicklungs- und Industrialisierungsphase

alle an der Systemintegration beteiligten Preh-

Bereiche eng zusammen: Von der Entwicklung über die

Werkzeug- und Verfahrenstechnik bis zur Fertigungs- und

Prüftechnik. Dadurch ist es auch möglich, auf Kundenwünsche

sehr flexibel und schnell zu reagieren.

Für die Produktion von Sensorgehäusen verfügt Preh

über die neueste Umspritztechnik. War es früher noch notwendig,

die Metallkontakte zunächst zu umspritzen, um sie

dann im Gehäuse exakt positionieren zu können, kann dieser

Schritt dank neuester Technologie heute entfallen.

„Aktuell werden die berührenden Sensoren immer umfassender

durch Beauftragungen für berührungslose Systeme

ersetzt“, erläutert Schmitt. So arbeitet sein Entwicklungsbereich

bei Hall-basierten Systemen mit entsprechenden

Simulationstools. Mit deren Hilfe können zum Beispiel Magneten

optimal ausgelegt, Umgebungseinflüsse berücksich-

Drosselklappensensor in Dickschichttechnik.

Rechts die Serienversion,

z.B. für

Cadillac DTS. Links mit

transparentem Gehäuse,

dass die umspritzten

Sensorkontakte erkennen

lässt.

Drosselklappensensor mit Hall-Messprinzip, z.B. für Ford „Coyote“

V-8-Motor.

tigt, oder auch die Systemgrenzen bestimmt werden. „Trotz

des Trends zu berührungslosen Systemen fertigen wir weiterhin

auch noch beachtliche Stückzahlen in Dickschichttechnik“,

sagt Schmitt, und weiter: „Das kommt nicht von

ungefähr, denn diese Sensoren „Made by Preh in Germany“

haben ihre Zuverlässigkeit millionenfach im Serieneinsatz

bewiesen.“

Das treffe auf diverse Applikationen zu, etwa zur Positionsmessung

für Gas-, Kupplungs- und Bremspedale beziehungsweise

bei einer Sonderapplikation für Bremsbelagverschleiß.

Hier hat Preh neben der Dickschicht auf kleinstem

Raum auch eine Elektronik mit ASIC integriert sowie ein

miniaturisiertes Planetengetriebe aus Kunststoff, das für

eine Übersetzung im Sensor sorgt. Der Zulieferer fokussiert

sich insbesondere auf die Entwicklung kompletter Sensorsysteme.

Nach Innovationen gefragt, erklärt Schmitt, dass man

umfassendes Know-how in der kapazitiven Messung aufgebaut

habe. Kapazitive Sensoren können schon in der

Designphase durch Simulationstools mit hoher Präzision

optimiert werden. Die Überprüfung dieser Simulationen

geschieht an entsprechenden Entwicklungsmustern, wofür

Preh über ein breit ausgestattetes Sensoriklabor verfügt.

In Serienanwendungen ist der Zulieferer bisher mit Komfortsensoren

zum Detektieren von Scheibenbeschlag erfolgreich

gewesen sowie mit kapazitiven Bedienelementen für

das Fahrzeuginterieur. „Nun wollen wir dieses Messprinzip

für weitere Anwendungen einsetzen, zum Beispiel bei Füllstandsmessungen“,

konstatiert Schmitt, und wiegt dabei einen

ersten Prototypen in der Hand. Über Details dieser

jüngsten Entwicklung spricht er jedoch noch nicht.

19


Schematische Darstellung von Komponenten eines E-Fahrzeugs, einschließlich Preh-Steuergeräten für das Batteriemanagement „BMU“ und „CSCs“.

System-Partner statt

System-Lieferant

Was sich wie ein Wortspiel anhört, steht für zwei grundverschiedene Ansätze der Zusammenarbeit

von Automobilherstellern und Zulieferern. Die Preh GmbH definiert sich als

System-Partner für Steuergeräte, etwa in der E-Mobilität, wo das Unternehmen

einen ersten Serienauftrag realisiert hat.

Mit der weltweiten Zunahme der Elektromobilität

wird eine bisherige Kernkompetenz der Fahrzeughersteller

– die Entwicklung und Fertigung von Verbrennungsmotoren

– langfristig verloren gehen. Deshalb legen

einige OEMs großen Wert darauf, dass die Kompetenz der

Systemintegration von Batteriezellen und Leistungselektronik

im eigenen Haus bleibt.

Diese Vergabepolitik ist für Zulieferer von Vorteil, die keine

Komplettsysteme anbieten. Denn sie können als hoch

flexible Entwicklungs- und Fertigungspartner, also als „System-Partner“,

für einzelne Komponenten agieren.

Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit eines namhaften

deutschen Automobilherstellers mit der Preh GmbH:

Der Zulieferer wurde mit der Serienfertigung von Steuergeräten

für das Batteriemanagement eines Elektrofahrzeugs beauftragt.

Während Preh als mittelständisch geprägtes Unternehmen

mit schlanken Strukturen die Änderungswünsche

schnell umsetzen kann, verbleibt

das Know-how für das Gesamtsystem

beim OEM.

Vor dem Einstieg in den

Zukunftsmarkt Elektromobilität

hatte Preh sei_

ne Kompetenz als Steuergeräte-Lieferant

unter

Beweis gestellt, unter anderem

mit Steuergeräten

auf SIL 3 System-Level.

Der Lieferant sah sich

dabei zwei grundlegenden

Strategien der OEMs gegenüber,

mit denen die hohen Abstimmungsanforderungen

immer stärker vernetzter elektronischer

Subsysteme erfüllt werden sollten: Zum einen sollte

20 Automobil Industrie Special/ 2011


Beim Laden gleicht das Batteriemanagement Ladungsunterschiede in den Batteriezellen aus, mittels CSCs und BMU (passive balancing).

durch Standards wie Autosar und Spice die Softwarekomplexität

beherrschbarer werden.

Zum anderen übernahmen manche OEMs Teile der

Subsystementwicklung. So konnten sie als Systemführer auf

das spezielle Know-how kleinerer System-Partner zurückgreifen.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit von Preh als System-Partner

ist unter anderem die Entwicklung und Fertigung

eines Steuergeräts für die Aktivlenkung. Zum Gesamtsystem

gehörte hier neben dem Steuergerät ein mechanisches

System, einschließlich Steuersoftware, sowie die

Automobil Industrie Special / 2011

Das Steuergerät für die Aktivlenkung, beispielsweise

für den BMW 7er.

Fotos: Preh

Fahrzeugsoftware. Preh verantwortete das Steuergerät während

die Verantwortung für das Gesamtsystem bei einem

Systemlieferanten lag. Dementsprechend waren in dieser

Konstellation nicht nur die Anforderungen des Fahrzeugherstellers

zu erfüllen, sondern auch die des Systemlieferanten.

Preh oblag die volle Verantwortung für Gehäuse und Entwärmungskonzept

sowie für die EMV-Optimierung. Außerdem

war Preh für alle weiteren Hardware-Bestandteile und für

Teile der Software verantwortlich.

Steuergeräte für das Batteriemanagement eines E-Autos

Das neue Elektrofahrzeug eines namhaften Premiumherstellers

verfügt auch über Steuergeräte der Preh GmbH: die Battery

Management Unit (BMU) und die Cell Supervisory Circuit

(CSC). Die Aufgabe der CSC ist es, Spannung und Temperatur

jeder einzelnen Batteriezelle permanent zu überwachen. Entsprechend

der Anzahl der Batteriezellen pro Fahrzeug wird die

CSC mehrfach verbaut. Informationen über Ladezustand und

Temperatur werden von der CSC an die Battery Management

Unit weitergeleitet.

Bei der Steuergeräte-Entwicklung arbeitete Preh mit dem ASIL

C-Standard nach ISO 26262. Während die Software für die

CSC bei Preh entstand, kam für die BMU ein Standard-Betriebssystem

des OEMs zum Einsatz. Besondere Anforderungen

stellte die BMU an den Bauraum sowie an das Gehäuse

in Sachen EMV-Schirmung. Außerdem war die sichere

Trennung von Hochvoltseite (450 V) und Niedervoltseite (12 V)

zu gewährleisten, wofür u.a. eine Isolationswiderstandsmessung

mittels speziell entwickelter Halbleiter-Bauelemente vorgesehen

wurde.

21


Interview Entwicklung

Eingabe, Anzeige und

Design werden eins

Künftige Bedienkonzepte im Fahrzeug orientieren sich an mobilen Endgeräten. Was so

einfach klingt, erfordert Kompetenzen, die von der Verarbeitung hochwertiger Oberflächen

über die Softwareentwicklung und Sensorik bis hin zur Produktionstechnik reichen.

Ü Herr Ehrenberg, welcher Megatrend beeinflusst

die Entwicklung des Fahrzeuginnenraums?

Û Ganz klar die rasante Entwicklung der Consumer-Elektronik.

Da man die Oberflächen und Bedienkonzepte von

iPod und Co. aber nicht eins zu eins auf Automotive-Anwendungen

übernehmen kann, konzentrieren wir uns bei Preh

auf die Entwicklung von automotivetauglichen Konzepten.

Dabei lassen sich fast alle Fragestellungen zur Automotive-

Tauglichkeit auf zwei Aspekte reduzieren: Erstens eine minimale

Fahrerablenkung, zweitens die für automobile Anwendungen

geforderte deutlich höhere Robustheit. Beide Aspekte

münden in einen Anforderungskatalog, der beispielsweise

die Notwendigkeit eines haptischen und/oder akustischen

Feedbacks, den erweiterten Temperaturbereich, die

Foto: Preh

Oberflächenbeständigkeit und Betätigungszyklen über die

Lebenszeit und viele weitere Fragestellungen umfasst.

Ü Wie sieht ein optimales Bedienkonzept aus?

Û Zukünftig muss es möglich sein, dem Fahrer mit einigen

wenigen intuitiven Eingabeelementen die steigende Zahl von

Funktionen neuer Fahrzeuggenerationen zu erschließen. Dafür

sehe ich den Königsweg in der Kombination unterschiedlicher

Bedien- und Eingabemöglichkeiten. Beispielsweise

sollte das Klimagerät immer eine direkte Bedienung haben.

So kann der Fahrer schnell eingreifen und die Temperatur

über herkömmliche Tasten, Wippen oder Drehsteller je nach

Bedarf regeln. Alle Funktionen heutiger Fahrzeuge direkt bedienbar

zu machen, ist aufgrund der Fülle aber nahezu unmöglich.

Mehrschichtige und logisch aufgebaute Menüs sind

die Lösung. Diese kann der Fahrer entweder mittels Touchscreen

oder ergonomisch besser mittels zusätzlichen Bedienelementen

im Bereich der Armauflage in der Mittelkonsole

bedienen. Bei dieser Lösung sind die Bedienung und

die Anzeige im Fahrzeug voneinander getrennt und der Fahrer

kann mit minimaler Blickabwendung und dennoch guter

Ergonomie auch Mehrfacheingaben sicher umsetzen.

Letztendlich sind die OEMs gefragt, ein stimmiges ganzheitliches

Anzeige- und Bedienkonzept zu erstellen. Wir sind dabei

in der Lage den OEMs aufgrund unseres breiten Technologiespektrums

schnell innovative Lösungen aufzuzeigen

und in ersten Mustern erlebbar zu machen.

Zur Person

Jochen Ehrenberg hat an der Universität der Bundeswehr in

München Kraftfahrzeugtechnik studiert. Im Anschluss folgte

ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftswissenschaften

sowie der MBA in Henley, UK.

Seine Laufbahn bei Preh begann Ehrenberg 1997 im Key Account

BMW. Im Jahr 2000 wurde ihm der Aufbau des neuen

Bereichs Projektmanagement anvertraut. Seit 2009 ist er Leiter

der Entwicklung und Industrialisierung bei Preh.

Jochen Ehrenberg hat zwei Kinder und findet seinen Ausgleich

bei unterschiedlichen Outdoor-Sportarten in der Rhön.

22 Automobil Industrie Special/ 2011


Û Im Bedienkonzept des neuen A8 ist ein

Touchpad mit Schriftzeichenerkennung integriert.

Eignet sich die Technik auch für Volumenmodelle?

Û Sicherlich, davon bin ich überzeugt. Die Schrifterkennung

selbst hat in der Consumer Elektronik bereits einen hohen

Reifegrad erreicht. Die Eingabe von Schriftzeichen und

einfachen Gesten ist in hohem Maße intuitiv und bietet damit

alle Voraussetzungen für eine weitere Marktdurchdringung.

Ü Wie lange beschäftigt sich die Entwicklungsabteilung

von Preh schon mit solchen Berührflächen?

Û Spätestens seit der IAA 2005. Bereits damals haben wir

ein Bedienkonzept vorgestellt, in das ein Touchpad integriert

war. Auf der IAA 2007 hat Preh ebenfalls die sogenannte

Black-Panel-Technik vorgestellt, die inzwischen vom 5er bis

7er BMW in Serienproduktion ist. Hier erscheinen Anzeigen

abhängig vom Betriebszustand des Fahrzeugs.

Ü Welchen Weg schlägt das Design der Bedienelemente

zukünftig ein?

Û Der Trend geht zur beruhigten Oberfläche. Neben Designaspekten

ist es unser Ziel, dem Fahrer nur Funktionen

und Anzeigen zur Verfügung zu stellen, die in der jeweiligen

Fahrsituation sinnvoll sind – ein klarer Sicherheitsaspekt. Um

diese Flexibilität zu erreichen, verschwimmen bei zukünftigen

Innenraumkonzepten die Grenzen zwischen Eingabe-

Anzeigemedium und Designfläche immer mehr.

Ü Wie sieht so etwas praktisch aus?

Û Es ziehen homogene Kunststoff- oder Glasoberflächen

in das Fahrzeug ein. Unter ihnen erscheinen Schaltflächen

und Anzeigen erst dann, wenn es der Fahrzeugzustand erfordert

oder der Fahrer ein bestimmtes Menü anwählt. Ein

solches Konzept mit Black-Panel-Technik, Touchbedienung

und Ambientebeleuchtung haben wir gemeinsam mit Porsche

in der Konsole des Konzeptfahrzeugs Spyder 918 realisiert.

Das Fahrzeug wurde auf dem Genfer Automobilsalon

2010 vorgestellt.

Ü Wie nah ist das Konzept am Seriendesign?

Û Multimediageräte wie der iPod haben Glasoberflächen

mit darunterliegender Sensorfläche, die allerdings bislang

nur flach ausgeprägt sind. Das reicht für Multimediageräte

wie den iPod aus. Für das Automotive-Design sind solche

Flächen aber nur begrenzt tauglich. Die Aufgabenstellung für

zukünftige Konzepte wird es sein, hier dem Design mehr

Freiheitsgrade einzuräumen.

Ü Welchen Stellenwert genießt in dieser Entwicklungsphase

die Industrialisierung des Produkts?

Û Die Industrialisierung ist bei Preh immer fester Bestandteil

des Produktentstehungsprozesses. Innovationen mit betraubarer

Qualität und belastbaren Kosten in Serie zu bringen,

ist nur dann möglich, wenn bereits bei den ersten Konzeptüberlegungen

deren Machbarkeit für die Serie berück-

Automobil Industrie Special / 2011

sichtigt wird. Die Industrialisierung muss dabei in allen Musterphasen

ihre Prozesse ebenfalls verifizieren. Ziel ist es, einen

optimalen Reifegrad der Serienprodukte bereits zu Beginn

der Produktion zu erreichen. Dafür setzen wir auf ein

enges Zusammenspiel von Entwicklungs- und Industrialisierungs-Know-how,

vielleicht unser wichtigstes Differenzierungsmerkmal.

Ü Wie ist das organisatorisch umgesetzt?

Û Alle Disziplinen, wie Hardware, Software, Sensorik,

Konstruktion und eben auch die Industrialisierung mit der

Fertigungstechnik und der Kunststofftechnik haben wir in jedem

Projektteam von Anfang an fest verankert. Unsere Möglichkeiten

in der Industrialisierung beinhalten dabei auch den

Bau komplexer Kunststoffspritzgießwerkzeuge, Montageanlagen

und Prüflinien. Ein eigener unabhängiger Bereich Projektmanagement

stellt zudem in jeder Phase der Projekte die

Einhaltung unserer Prozesse und Projektziele sicher.

Ü Welche Chancen eröffnet das Sensorik­Geschäftsfeld

für Preh?

Û Sensorik ist ganz allgemein ein Wachstumsbereich im

Automotive-Business. Sie hat bei uns im Haus bereits eine

lange Tradition. Gerade heute ist die Sensorik für uns in doppelter

Hinsicht wichtig: zum einen als essenzieller Bestandteil

unserer Bedienteile, zum anderen in Form eigenständiger

Produkte, wie zum Beispiel unterschiedlichster Positionssensoren.

Ü Welches Know­how und welche Produkte kann

Preh zu einem Elektroauto beisteuern?

Û Wir entwickeln Steuergeräte, die den Betriebszustand

von Hochvoltspeichern in Elektrofahrzeugen überwachen.

Ü Woher kommt die Steuergerätekompetenz?

Û Nachdem vor einigen Jahren ein Teil der OEMs begann

die Klimaregelungsintelligenz in Steuergeräten getrennt von

der Bedienoberfläche zu verbauen, lag der Schritt nahe,

auch diese Steuergeräte in unser Produktportfolio aufzunehmen.

Unsere Steuergerätekompetenz und das Geschäftsfeld

haben sich erfreulich weiterentwickelt. Heute produzieren

wir auch sicherheitsrelevante Steuergeräte mit ASIL-Einstufung,

wie zum Beispiel die Steuereinheit für die Vorderachs-

und Hinterachslenkung im BMW 5er, 6er und 7er.

Ü Verdient Preh mit der E­Mobilität schon Geld?

Û Nein. Wir haben in den letzten Jahren Kapazität bei

der Hardware- und Softwareentwicklung aufgebaut und sind

damit in Vorleistung gegangen. Wir denken hier aber langfristig.

Durch den frühen Markteintritt und den Know-how-

Aufbau im Batteriespeichermanagement erhoffen wir uns

beste Chancen in einem wichtigen Segment der Elektromobilität.

Damit investieren wir heute bereits in die automobile

Zukunft.

Das Interview führte Jens Badstübner

23


Joyson Automotive

Von 0 auf 100 wie

ein Supersportwagen

Was für eine Beschleunigung: 2004 startete Jeff Wang sein Business und katapultierte

Joyson Automotive Electronics in nur sechs Jahren auf ein Umsatzvolumen von 125 Millionen

Euro. Zusammen mit der Immobiliensparte schnellten die Umsätze der Joyson-Gruppe sogar

auf 200 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf rund 1.800 Beschäftigte.

Wie es sich für einen echten Unternehmer gehört,

war Jeff Wang mit Joyson zur rechten Zeit am

rechten Ort. Im Automotive-Geschäft profitierte Joyson zum

einen von der außergewöhnlich hohen Wachstumsdynamik

des chinesischen Automobilmarktes in den vergangenen

Jahren, zum anderen besetzte der Zulieferer Marktnischen

mit großem Entwicklungspotenzial.

Zu den Hauptprodukten gehören Belüftungssysteme,

Motor-Ansaugrohre sowie Komponenten für die Innen- und

Außenausstattung, zum Beispiel Blenden für Mittelkonsolen

und Außenspiegel bzw. Systeme für Scheibenwaschanlagen.

Darüber hinaus verfügt Joyson auch über ein Aftermarket-Geschäft

für DVD-Systeme. Führende Marktpositionen

nimmt Joyson Automotive vor allem im Bereich von Belüftungsblenden,

Ansaugrohren und Scheibenwaschanlagen

ein, wo das Unternehmen in China auf Marktanteile von mehr

als 60 Prozent kommt und über besonders fortschrittliche

Produktionskompetenzen verfügt. Technologisch hat Joyson

unter anderem auf dem Gebiet der Kunststoff-Hohlkörperblastechnik

sehr fundierte Erfahrungen vorzuweisen.

Zu den ausgewiesenen Stärken gehört auch ein weit gespanntes

Vertriebsnetz mit direkten Kontakten zu führenden

OEMs im chinesischen Markt, allen voran zu den drei Hauptkunden

SVW, FAW-VW und SGM, aber auch zu Ford, PSA

und zahlreichen anderen Herstellern. Dementsprechend be-

findet sich das noch junge Unternehmen bereits zu 80 Prozent

auf Tier-1- und zu 20 Prozent auf Tier-2-Lieferanten-

level. Erwähnenswert ist zudem die starke eigene lokale

Zuliefererkette.

Last but not least basiert der Erfolg von Joyson auf hervorragend

ausgebildeten Fachkräften und Managern, die im

Joyson-Headquarter

Das Joyson-Headquarter

in Ningbo ist über die

längste Brücke der Welt

vom 250 km entfernten

Shanghai aus in drei Stunden

erreichbar. Als zweitgrößte

Hafenstadt Chinas

ist Ningbo das wirtschaftliche

Zentrum in der Mündungsregion

des Yangtse.

Hier leben rund 5,5 Millionen

Einwohner. Ningbo ist

mit fünf Autobahnen und zwei Eisenbahnlinien mit Schnellzuggeschwindigkeiten

von 250 km/h verkehrstechnisch sehr gut

angebunden. Darüber hinaus verfügt der örtliche Flughafen

über Verbindungen in andere chinesische Städte sowie nach

Hongkong und Taiwan.

24 Automobil Industrie Special/ 2011


Durchschnitt auf eine über zehnjährige Erfahrung im Automotive-Geschäft

zurückblicken können – gemessen an der

vergleichsweise jungen chinesischen Automobilindustrie eine

ungewöhnlich lange Zeitspanne.

Gefertigt werden die Joyson-Produkte von vier operativen

Einheiten, nämlich Joyson Automotive Ningbo, Changchun

Joyson, Bosen Corporation Ningbo und Huade Plastics

Shanghai.

Hauptsitz der Unternehmensgruppe ist Ningbo, das etwa

250 Kilometer südlich von Shanghai liegt. Ningbo gehört zu

den führenden Technologiestandorten für die chinesische

Automobilindustrie. Dort hat Joyson zusammen mit Preh

auch im August 2010 ein Joint Venture gegründet. In wenigen

Monaten ist in Ningbo ein neues gemeinsames Werk

entstanden, das noch im Juni 2011 die Produktion aufnehmen

wird.

Mit dem gemeinsamen Fertigungsstandort wollen Joyson

und Preh die „Drehzahl“ noch einmal erhöhen und mit

dem Know-how des deutschen Zulieferers den Wachstumsmarkt

China für Fahrerbediensysteme, Sensoren und Steuergeräte

weiter erschließen.

Denn Joyson und Preh ergänzen sich auf ideale Weise:

Die günstigen Fertigungskapazitäten, die lokale Versorgungskette

und das starke chinesische Vertriebsnetzwerk

von Joysen werden mit der Hightech-Kompetenz von Preh

kombiniert und führen zu eindeutigen Wettbewerbsvorteilen

für beide Unternehmen.

Die Verbindung von Joyson und Preh soll insofern auch

ein maßgeblicher Baustein für den geplanten Börsengang

der Joyson-Gruppe werden. Denn den hohen „Beschleunigungswerten“

im Automotive-Geschäft wollen Joyson und

Preh auch möglichst rasch eine Erfolgsgeschichte im Finanzmarkt

folgen lassen.

Automobil Industrie Special / 2011

Das Joyson-Headquarter

in Ningbo,

China.

Luftausströmer

Türgriff

Luftzuführung

Innenleuchte

Außenspiegel

Flüssigkeitssystem

für Scheibenwaschfunktion

DVD-Navigationssystem

für den

Aftermarket


Foto: Pictobank

Strategie

Sich jetzt den Chancen

stellen

Nachfrageboom in Asien und Verschiebungen im Fahrzeugmix: Die Herausforderungen für

Automobilzulieferer nehmen weiter zu. Die Unternehmen müssen sich jetzt den Chancen

und Risiken stellen, damit sie auch ihre Zukunft profitabel gestalten können.

Nach der historischen Krise von 2008/09 hat sich die

Automobilzulieferindustrie rasant erholt. Die Umsätze

haben bei nahezu allen Unternehmen wieder das Vorkrisenniveau

erreicht. Die Profitabilität war 2010 mit einer

durchschnittlichen Umsatzrendite von rund sechs Prozent

ebenfalls wieder auf einem recht guten Niveau. Haupttreiber

dieser rasanten Erholung sind neben den stabilen Triade-

Märkten insbesondere die boomenden Automärkte Chinas,

Brasiliens und Indiens.

Mit Blick nach vorne stellen sich für Automobilzulieferer

jedoch zahlreiche Herausforderungen. Neben dem stetig

wachsenden Kosten- und Margendruck durch die Fahrzeughersteller

ist hier besonders der Druck zum Aufbau globaler

Lieferfähigkeit zu nennen. Dieser geht einher mit der Verlagerung

der Absatzmärkte nach Asien. Auch seitens der Rohstoff-

und Kapitalmärkte sind mittelfristig keine guten Nachrichten

zu erwarten. Dieses Umfeld kann von den Zulieferern

nicht verändert werden und um zu überleben, muss sich jedes

Unternehmen diesen Rahmenbedingungen stellen.

Verschiebung nach Asien. Nachdem Chinas Fahrzeugmarkt

im Zeitraum 2001 bis 2007 ein hohes Wachstum von

35 Prozent p.a. zu verzeichnen hatte, im Wesentlichen getrieben

durch die boomende private Nachfrage nach Automobilen,

verlangsamte sich das Wachstum im Pkw-Geschäft

2008 aufgrund der globalen Finanzkrise. Nur durch das

staatliche Stimulus-Programm für die Automobilindustrie,

wurde 2009 wieder die Rückkehr zu 50 Prozent Wachstum

erreicht.

Gemäß der jüngsten Prognose von Roland Berger wird

der private Automobilabsatz in China bis 2014 die 18 Millionen

Einheiten übersteigen. Gleichwohl werden die Wachstumsraten

für Pkw signifikant abnehmen. Ein Trend, der in

den vergangenen Monaten bereits sichtbar wurde.

Zu den Herausforderungen in China zählen insbesondere

eine anstehende Währungsaufwertung, die die Exporte verringern

wird, das auslaufende Stimulus-Programm, die Arbeitslosigkeit

und höhere Arbeitskosten.

Dennoch ist die chinesische Wirtschaft gesamthaft betrachtet

stabil und wird in den nächsten Jahren attraktive

Wachstumsraten erzielen. Das schnelle Wachstum des Bruttoinlandsprodukts

und steigende verfügbare Haushaltseinkommen

werden die beiden Haupttreiber für den Automobilmarkt

sein.

26 Automobil Industrie Special/ 2011


Alles in allem erwartet Roland Berger eine nachhaltige

Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, jedoch mit einer

etwas geringeren Geschwindigkeit als in den vergangenen

Jahren.

Aufgrund dieses Wachstums, verlagern die Automobilhersteller

mehr und mehr Produktionskapazitäten nach China.

Daraus ergibt sich für die Zulieferer ein hoher Druck,

ebenfalls in China zu fertigen. Der Anteil an in China lokalisierten

Teilen wird um drei bis fünf Prozent p.a. steigen;

gleichzeitig werden die Liefermengen in Europa unter Druck

geraten.

Fazit: Um die Marktposition vor Ort zu halten, sind die

westlichen Zulieferer gut beraten, die möglichen Auswirkungen

einer weiter steigenden Lokalisierung in China zu

analysieren und ihr bestehendes Geschäftsmodell in China

auf den Prüfstand zu stellen.

Verschiebungen im Fahrzeugmix. Die starke Nachfrage

aus Asien wird weltweit den Anteil an kleinen und günstigen

Fahrzeugen erhöhen. Hinzu kommt der Wertewandel, wovon

ebenfalls das Kleinwagensegment profitieren wird – auch in

den gesättigten Märkten.

Auf der anderen Seite wird „small“ nicht mehr länger mit

„simple“ gleichzusetzen sein, da kleine Autos in Zukunft

nicht mehr nur Einstiegsautos darstellen, sondern auch für

anspruchsvolle Kunden attraktiv sein müssen. Dies hat zur

Folge, dass viele Hochtechnologiefunktionen und -bauteile

Einzug in die unteren Fahrzeugsegmente halten.

Insbesondere das Thema Konnektivität wird in diesem

Zusammenhang an Bedeutung gewinnen. Darunter versteht

man die Möglichkeit, als Fahrer immer „online“ zu sein und

portable Endgeräte mit dem Steuerungssystem des Autos

zu verbinden. Konnektivität spielt gerade für die jüngere Generation

eine immer wichtigere Rolle – „always online, always

Pkw-Käufer

Automobil Industrie Special / 2011

connected“. Diese Entwicklung wird zu einem Zusammenrücken

von Automobil- und IT-Industrie führen.

Anpassung des Geschäftsmodells. Die beschriebenen

Veränderungen erfordern eine Anpassung des Geschäftsmodells.

Die Automotive-Branche wird vielfältige Partnerschaften

mit Unternehmen aus anderen Bereichen eingehen,

um Zugang zu Technologien und Kunden zu erhalten und

sich Skaleneffekte zu sichern. Bei diesen neuen Geschäftsmodellen

wird es nicht allein um den Vertrieb gehen, sondern

zum Beispiel auch um die Integration von Hard- und Software

in den Fahrzeugen.

Um ein größeres Wachstum und einen leichteren Zugang

zu den Ressourcen zu erreichen, werden die Automotive-

Unternehmen ihre Strukturen zunehmend dezentral führen.

Sie werden sich „glocal“ strukturieren – eine Kombination

aus globaler Reichweite und der Anpassung an lokale Bedürfnisse

und Gesetzgebungen. Diese „glocalen“ Unternehmensstrukturen

machen eine Präsenz in den wichtigsten

Märkten unverzichtbar. Dies gilt für OEMs und Zulieferer gleichermaßen,

da Erstere eine räumliche Nähe zur Produktion

verlangen. Unter den Zulieferern wird folglich die Konsolidierung

weiter zunehmen. Gleichzeitig werden neue Marktteilnehmer

hinzukommen – aus der Autoindustrie, aber auch

von außen.

Aus diesen Gründen müssen Hersteller und Zulieferer in

den kommenden Jahren offen und flexibel bleiben, sodass

sie ihre Zukunft profitabel gestalten können. Es ist konsequent

und folgerichtig, dass sich der Zulieferer Preh durch

seine jüngste Verbindung mit dem chinesischen Mehrheitsgesellschafter

Joyson eine hervorragende Ausgangsposition

zur Erschließung des chinesischen Markts geschaffen hat.

Marcus Berret, Dr. Johannes Klein, Dennis Bücker;

Roland Berger Strategy Consultants – Advisor to Preh Management

OEMs Zulieferer Rohstoffmärkte

1

Regionale Verschiebung

3

Zusätzliche Kosteneinsparungen

Weiter

zunehmender

4

Preissensibilität

Verringertes Preisniveau

Lokalisierung der

Produktion (hin zu den

Endkunden-Märkten)

Druck

auf die Margen

und

steigender

Konsolidierung

der Anbieter

Steigende Preise

Gesetzgebung Kapitalbedarf Kapitalmärkte

2 CO2 Reduzierung

5

Senkung von Emissionen

Sicherheitsvorschriften

Zusätzliche Kosten

Überkapazitäten und

Restrukturierung (Triade)

Steigende technische

Komplexität

Erhöhter Druck

Deutlich steigende

Nachfrage und Preise

Verknappung von Kapital

Vertrauensverlust

der Investoren

Steigende Kapitalkosten

27

Quelle: Roland Berger / Lazard Grafik: »Automobil Industrie«


Internationaler Produktionsverbund

Preh de México S.A. de C.V., Monterrey

Montage

Kunststoffspritzguss

Oberflächentechnik

Elektronikfertigung

Werkzeugbau

Sensorplatinenfertigung

Fertigungstiefe

mit System

Die Preh GmbH verfügt am deutschen Firmensitz über eine ungewöhnlich hohe Fertigungstiefe.

Auch in den Auslandswerken werden die Strukturen entsprechend gestaltet. So auch

im jüngsten Werk des globalen Produktionsverbunds, das im chinesischen Ningbo entsteht.

Die Vielfalt der Landesflaggen vor dem Haupteingang

in Bad Neustadt signalisiert, dass sich das Unternehmen

global aufgestellt hat.

Der jüngste Produktionsstandort entsteht im chinesischen

Ningbo auf dem Werksgelände von Joyson, dem

Joint-Venture-Partner und neuen Mehrheitsgesellschafter

von Preh. Parallel dazu wachsen auch die Produktionskapazitäten

in Nordamerika: Im Sommer dieses Jahres soll ein

zweites Werk im mexikanischen Monterrey in Betrieb gehen.

Die Europäischen Werke des Automobilzulieferers befinden

sich in Portugal, Rumänien und Bad Neustadt.

Das Werk am deutschen Stammsitz fungiert innerhalb

der internationalen Fertigungsorganisation als Kompetenzund

Innovationszentrum. Das ist kein Zufall, denn im Vergleich

zu anderen Unternehmen der Branche verfügt Preh

hier über eine ungewöhnlich hohe Fertigungstiefe.

Nahezu alle Kompetenzen, die zur Entwicklung und Fertigung

von Bediensystemen, Sensoren und Steuergeräten

benötigt werden, finden sich hier unter einem Dach. So können

zum Beispiel bei der Fertigung eines Klimabediensystems

mehr als 90 Prozent der Wertschöpfung im eigenen

Haus entstehen.

Neue technische Verfahren werden hier entwickelt und

optimiert, bis der Prozess für die Serienproduktion stabil

läuft. Dazu zählt aktuell das Hinterspritzen von 3-D-Folien,

Preh Portugal, Lda, Trofa

Sensormontage

Preh GmbH, Germany, Bad Neustadt

Preh Romania S.R.L., Brasov

Ningbo Preh Joyson Automotive

Electronics Co., Ltd, China

die unter anderem in Bediensystemen für Ford und BMW

zum Einsatz kommen.

Die räumliche Nähe der Entwicklungs- und Fertigungsbereiche,

inklusive des Werkzeugbaus und dem eigenen

Produktbereich für automatisierte Montagekonzepte, erleichtert

interne Abstimmungsprozesse. Die so gewonnene

Flexibilität kommt den Kunden zugute, da das Unternehmen

in kürzester Zeit auf Änderungswünsche reagieren kann.

Preh sieht genau hierin einen wesentlichen Eckpfeiler des

Unternehmenserfolgs.

Erklärtes Ziel ist es, auch in den ausländischen Produktionsstandorten

ein hohes Integrationsniveau zu etablieren.

In dem seit 1969 bestehenden Werk in Trofa (Portugal) ist

dies bereits verwirklicht. Für die jüngeren Produktionsstandorte

in Mexiko, Rumänien und China geht Preh schrittweise

vor.

Am Anfang sind es immer die Kerntechnologien Montage,

Kunststoffspritzen und Lackieren, die installiert werden.

Denn diese Vorgehensweise hat sich insbesondere aus Qualitätssicht

bewährt, weil unnötige Transporte zwischen Lieferanten

vermieden werden und es damit weniger potenzielle

Fehlerquellen gibt. Insbesondere für die Gewährleistung der

hohen Oberflächengüten von Designteilen im Fahrzeuginterieur

ist eine solche Fertigungsorganisation sehr vorteilhaft.

Die Entscheidung, welche Produkte an welchem Standort

28 Automobil Industrie Special/ 2011


gefertigt werden, unterliegt einerseits global wirkenden Faktoren,

wie Marktnähe, Fertigungskosten und Begrenzung

von Wechselkursrisiken. Andererseits sind natürlich die technischen

Möglichkeiten am jeweiligen Werksstandort mit entscheidend.

Im portugiesischen Trofa werden beispielsweise komplexe

Produkte mit Premiumanspruch gefertigt, wie das

Klimabediensystem für den Audi A1 und für den BMW 5er,

6er und 7er.

Bei Preh Romania in Brasov gehören Multifunktionsschalter

für Lenkräder zum Fertigungsprogramm, denn man

befindet sich hier in geografischer Nähe zu den rumänischen

Niederlassungen der Lenkradhersteller. In dem seit 2009 betriebenen

Standort werden auch „iDrive“-Bedienelemente

für BMW produziert. Ähnlich wie bei den Lenkradschaltern

erfolgen hier die Produktionsstufen Kunststoffspritzguss,

Automobil Industrie Special / 2011

Technologie auf neuestem Stand: Für das Radio- und Klimabediensystem

des BMW 5er werden 3-D Folien mit Kunststoff hinterspritzt.

Geschäftsführer Christoph Hummel zum Joint Venture in China

Lackieren, Lasern und Endmontage. Die Elektroniken kommen

vorerst noch aus dem Werk in Bad Neustadt.

Im mexikanischen Monterrey hat Preh seit 2005 einen

Fertigungsstandort für den NAFTA-Raum. Hier werden unter

anderem Klimabediensysteme, Center Stacks und Sensoren

für Ford, GM und VW produziert. Obwohl der Markteintritt

von Preh in den USA erst 2005 erfolgte, hat sich der Zulieferer

inzwischen zum zweitgrößten Anbieter für Klimabediensysteme

in Nordamerika entwickeln können.

Das Wachstum des Unternehmens im NAFTA-Raum ist

anhaltend hoch: Im ersten Quartal 2011 stieg der Umsatz im

Vergleich zum Vorjahr um über 60 Prozent. Entsprechend

werden die Produktionskapazitäten durch einen zweiten

Standort in Monterrey erweitert. Das bisherige Werk wird

sich dann auf die Vorfertigung konzentrieren, während die

neue Produktionsfläche für Endmontagen vorgesehen ist.

Mit dem jüngsten Produktionsstandort im chinesischen Ningbo vollzieht

Preh den Schritt zum globalen Automobilzulieferer. „Mit dem

chinesischen Werk werden wir unsere internationale Wettbewerbsposition

nachhaltig verbessern“, erklärt der zuständige Geschäftsführer

Christoph Hummel, der bei Preh in Personalunion auch den

Vertrieb, das Marketing und das Projektmanagement verantwortet.

Im ersten Ausbauschritt umfasst das neue Werk eine Fläche von

8.000 Quadratmetern. Dort sollen künftig vor allem Multifunktionsschalter

für Lenkräder sowie Klima- und Fahrerbediensysteme gefertigt

werden. Die ersten Produkte, die in dem neuen Werk vom

Band laufen, werden für die Kunden Audi, VW und General Motors

gefertigt.

Neben der lokalisierten Produktion ist der chinesische Standort

aber auch für neue Aufträge strategisch von hoher Bedeutung. „Wir

sind jetzt in Asien präsent und werden bei Ausschreibungen für die

globalen Plattformen unserer Kunden berücksichtigt“, so Hummel.

29


Technologie

Montage im PrehCell-Design

Automation modern

und skalierbar

Das Spezialgebiet von Preh Innovative Automation (PIA) sind Fertigungsanlagen für Automobilkomponenten,

die für Sicherheit, Komfort und Verbrauchsreduzierung stehen. Hier setzt

die Automationssparte von Preh auf intelligente, maßgeschneiderte Montagelösungen.

Als automobilnaher Maschinen- und Anlagenbauer

stellen wir uns den Herausforderungen einer modernen

globalisierten Automobilproduktion“, erklärt Günter

Brosch, Leiter Preh Innovative Automation, und weiter: „Wir

erarbeiten innovative Lösungen für skalierbare Montageund

Automatisierungssysteme auf dem neuesten Stand der

Technik.“

Bei PIA entstehen Anlagen zur Montage für verschiedenste

Produkte, so u.a. Gasgeneratoren für Airbags, Fahrer-Assistenzsysteme,

Elektromodule für Hybridantriebe,

Pumpen oder auch Elektromotoren. Brosch: „Um hier erfolgreich

zu sein, sind Innovation und Know-how gefragt, beispielsweise

bei Roboterzellen mit flexiblem 3-D-Schweißroboter

und automatischem Typenmanagement oder die

Spritzgießautomation in Sauberraumausführung

für hoch sensible Einlegeteile,

wie es bei 3-D-Black-Panel-Folien

der Fall ist. Weitere Beispiele im Bereich

Mess- und Prüftechnik sind prozesssichere

Drehmomentmessungen bis 0,7

Ncm oder das Feinstdrahtschweißen

von Zünddrähten mit einem Durchmesser

von 20 µm.“ Neben der technischen

Finesse müssen erfolgreiche Automatisierer

aber auch in der Lage sein, die

PIA Bereichsleiter Günter Brosch

Montagesysteme an den Produktlebenszyklus anzupassen

oder neue Fertigungsvarianten zu integrieren. Hier sind vor

allem die Wiederverwendbarkeit sowie einfache Erweiterungsmöglichkeiten

bei wachsendem Typenspektrum gefragt.

Brosch betont die jahrzehntelange Erfahrung seines Geschäftsbereichs

im Automatisierungssektor und ist besonders

stolz, wenn die technische Problemlösungskompetenz

seiner 130 Mitarbeiter von den Kunden bestätigt wird, wie im

Jahr 2010 durch den ZF Supplier Award für höchste Qualität,

Zuverlässigkeit und Termintreue. „Als wichtige Voraussetzung

sehen wie hierbei unser Projektmanagement. Dieses ist

so organisiert, dass vom Kick-off bis zum Ende der Gewährleistungsfrist

das Projekt-Kernteam als ständiger Ansprechpartner

für den Kunden zur Verfügung

steht“, erläutert Brosch. „Erst danach wird

die Verantwortung an die Serviceabteilung

übergeben“, so Brosch weiter. Zum Kundenstamm

zählt das Unternehmen unter

anderem TRW, Brose, Pierburg, ZF,

IXETIC und Siemens.

Viele vollautomatische Montagelinien realisiert

PIA heute auf Basis von PrehCell, einer

Montageplattform, die sich durch ihre

modulare Erweiterbarkeit und Flexibilität

30 Automobil Industrie Special/ 2011

Fotos: Preh


Spritzgießautomation in Sauberraumausführung Drehmoment-Messsystem

auszeichnet. Das PrehCell-Design „mit der runden Ecke“ wirkt

optisch ansprechend. Es bietet eine durchdachte Ergonomie

und Bedienbarkeit sowie unbeschränkten Zugang von allen

Seiten, kommt mit einem geringen Flächenbedarf aus und ermöglicht

kurze Umrüstzeiten. Basis der PrehCell sind modulare,

standardisierte Grundelemente, wobei eine starre Einteilung

innerhalb der Montagezelle bewusst vermieden wurde.

Das System wurde eigens für die Integration unterschiedlicher

Zuführ-, Transport-, Handlings- und Robotersysteme entwickelt.

Damit lassen sich ganze Fertigungslinien schnell und

kostengünstig aufbauen, einschließlich der Schnittstellen zur

Integration fast aller produktspezifischen Prozesse. Bei Produktwechseln

können einzelne Anlagenmodule in kürzester

Zeit gezielt ausgetauscht werden. Durch die automatische

Umrüstbarkeit der Anlagen ergibt sich eine hohe Flexibilität,

bei gleichzeitig höchster Qualität und Produktivität.

Das skalierbare Automatisierungskonzept von PIA basiert

auf einem umfangreichen Portfolio von Standardkom-

Stückzahl

PrehFlex

Montagearbeitsplatz

PrehFlex

Lean Production System

• One Piece Flow

• teilautomatisiert

Skalierbarkeit – von PrehFlex bis PrehCell

Automobil Industrie Special / 2011

PrehCell

Montagezellen

• modular

• vollautomatisch

PrehTrace

Datenerfassungssystem

Automatisierungsgrad

Flexibler 3-D-Schweißroboter

ponenten, die bewährte Produktionsprinzipien wie Poka Yoke,

Kanban Kaizen oder Chaku-Chaku enthalten. So wurden

die PrehFlex-Prozessmodule speziell für Lean-Production-

Systeme entwickelt, die typischerweise in Form eines „U“

aufgebaut werden. Mit drei Standardbreiten von 600 bis

1.200 Millimetern können sie bedarfsweise mit manuellen

Montagevorrichtungen ausgerüstet, oder auch für halbautomatische

Prozesse, bis hin zu vollautomatischen Prüfständen,

eingesetzt werden.

PrehTrace ist das zugehörige Traceability-System zur

Prozessüberwachung und zur Erfassung von Mess- und

Prüfergebnissen sowie von Material- und Maschinendaten.

Es ermöglicht die Produktverfolgung per Data Matrix Scanner

oder RFID-Datenträger und verfügt über spezielle Funktionen

zur Analyse der produzierten Baugruppen. Außerdem

bietet es alle nötigen Auswertemöglichkeiten, die für die Ermittlung

der Produktionskennzahlen der gesamten Anlage,

der Typen- und Variantenfertigung sowie der elektronischen

Unterstützung bei Rüstabläufen und der Instandhaltung und

Wartung erforderlich sind.

„Ein wichtiger Faktor, um international erfolgreich

zu sein, sind der hohe Standardisierungsgrad

und die Servicefreundlichkeit

Quelle: Preh Grafik: »Automobil Industrie«

unserer Automatisierungslösungen. So produzieren

unsere Kunden erfolgreich auf

Preh-Montageanlagen bereits in Europa, den

USA und Mexiko. Erst kürzlich haben wir eine

vollautomatische Fertigungsanlage für

Airbag Gasgeneratoren, bestehend aus einer

Vor- und Endmontage, an das Auslandswerk

eines Kunden nach Arizona (USA) geliefert“,

und weiter: „Im Rahmen der Globalisierung

und Internationalisierung stehen bei unseren

Kunden zunehmend anwenderfreundliche,

wartungsarme und energiesparende Montagelösungen

mit einer hohen Wiederverwendbarkeit

der Komponenten im Fokus.“

31


1919-1945

Historie

Innovationstreiber seit

mehr als 90 Jahren

Nur fünf Jahre nachdem Jakob Preh sein Unternehmen 1919 in Bad Neustadt an der Saale

gegründet hatte, präsentierte er eines der ersten Rundfunkgeräte auf der Funkausstellung

in Berlin: den Zwei-Röhren-Empfänger „Preh-Funk“. Heute ist die Preh GmbH zu

100 Prozent ein Automotive-Unternehmen – und ihrer Innovationstradition treu geblieben.

1919 – 1945: Gründerjahre

Ab Anfang 1919 wurden Elektroinstallationsmaterialien und

später auch Bauelemente für die Rundfunkindustrie gefertigt.

Außerdem zählten Winker, Blinker und Rückleuchten für

Automobile zum Produktprogramm. Damit engagierte sich

Preh bereits wenige Jahre nach der Unternehmensgründung

in dem Markt, der sich seit Ende der 80er-Jahre zum Hauptstandbein

des Unternehmens entwickelt hat.

v.l.n.r.: Firmengründer Jakob Preh († 1945) und sein Sohn Walter Preh

(† 1971) mit Ehefrau Rosemarie Preh († 2005).

Winker zur Fahrtrichtungsanzeige.

Preh Funk

32 Automobil Industrie Special/ 2011


1945-1988

1993-2003

2003-2011

1945 – 1988: Die goldenen Jahre

Nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte das Unternehmen den

Neuanfang und begann im Herbst 1949 zunächst mit der

Produktion von Spielwaren, wie ferngesteuerte Blechautos

und Puppen aus Polysterol. Sehr schnell konzentrierte sich

Preh aber wieder auf die Fertigung elektromechanischer

Bauelemente und stieg in den Zukunftsmarkt der Unterhaltungselektronik

ein. Mit Potenziometern, Abstimmspeichern

und Steckverbindern setzte Preh weltweit Standards in Qualität

und Zuverlässigkeit. 1970 wurde in Trofa (Portugal) eine

Produktionsstätte gegründet.

Bordcomputer für 3er BMW

Klimabediensystem für

Citroën Xantia

1993 – 2003: Die „Rheinmetall-Ära“

1993 übernahm die Rheinmetall AG die Kapitalmehrheit an

Preh. Es kam zu einer weiteren Konzentration auf Bediensysteme

für die Automobilindustrie. Mit prestigeträchtigen

Aufträgen, u.a. für BMW 5er und 7er, Maybach,

Mercedes-Benz E-Klasse sowie für den Porsche Boxter

konnte sich Preh zunehmend als Automobilzulieferer

etablieren.

Die Preh-Präsenz weltweit

2003 – 2011: Zweistelliges Wachstum und Globalisierung

2003 veräußerte Rheinmetall die Preh-Gruppe an die Deutsche

Beteiligungs AG. Im selben Jahr wurde zur Erschließung

des nordamerikanischen Automotive-Marktes ein Cus-

Automobil Industrie Special / 2011

Drosselklappensensor für Bosch

Klimabediensystem für

VW Passat und VW Golf

Puppen

Preh Potenziometer

1988 – 1993:

Erneuter Einstieg in die Automobilindustrie

Ende der 80er-Jahre, als sich das Unternehmen aus der

Unterhaltungselektronik zurückzog, begann Preh sich erneut

im Geschäftsfeld Kfz-Technik zu engagieren, mit Automobilelektronik.

Für europäische Automobilhersteller

und Zulieferer fertigte Preh potenziometrische Sensoren

sowie Klimabediensysteme.

Infotainment-Bedienblende für

Porsche Boxster

Klimabediensystem für 5er BMW

Infotainment-Bedienblende für Mercedes E-Klasse

tomer Service Center im Großraum Detroit eröffnet. In den

Jahren 2005 und 2008 erfolgten Werksgründungen in Monterrey

(Mexiko) sowie in Brasov (Rumänien). Ein Jahr später

eröffnete Preh ein Vertriebsbüro in Shanghai (China) und

bahnte 2010 ein Joint Venture mit Joyson in Ningbo (China)

an. Die Joyson Investment Holding Co., Ltd. wurde 2011

neuer Mehrheitsgesellschafter der Preh GmbH. Die Deutsche

Beteiligungs AG sowie das Preh-Management sind

weiterhin am Unternehmen beteiligt.

33

1988-1993


Personalmanagement

Mit Teamgeist!

Wie schafft es ein mittelständisch geprägter Automobilzulieferer, sich fernab der großen

Metropolen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte zu behaupten?

Jerome Krieck, Personalleiter

bei Preh, beantwortet

es so: „Wir schaffen das ganz

gut, denn wir haben viel zu bieten.

Unser Unternehmen entwickelt

sich mit zweistelligen

Wachstumsraten und wir zählen

weltweit zur Spitzengruppe der

innovativen Player unseres

Marktsegments.“ Auch die Vorzüge

eines Standorts „im Grünen“

seien ein Plus.

Mitarbeiter, die nach Bad

Neustadt, an den Stammsitz von

Preh gezogen sind, schätzen

neben der landschaftlichen Attraktivität der Rhön und Mainfrankens

noch andere Aspekte: Beispielsweise dürfen junge

Väter und Mütter davon ausgehen, dass sie problemlos einen

Kindergartenplatz bekommen. Und Kriminalität? – Fehlanzeige,

die Rate ist extrem niedrig.

Die verkehrstechnische Anbindung von Bad Neustadt/

Saale ist über die A71 gegeben: 20 Minuten braucht der Autofahrer

bis Schweinfurt, 45 Minuten bis Würzburg und etwas

mehr als eine Stunde nach Erfurt oder Bamberg. „Den

Mitarbeitern wird nicht nur im Unternehmen etwas geboten,

auch in der Region kommt die Familie nicht zu kurz“, so

Krieck.

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit am Stammsitz

von Preh beträgt 16 Jahre. Die Mitarbeiterfluktuation

liegt unter einem Prozent. „Eine solche Quote schaffen Sie

nur mit einem hohen Maß an Zufriedenheit“, bekräftigt

Krieck.

Teilweise erklärt sich das wohl dadurch, dass Preh über

die Arbeit an ehrgeizigen Wachstumszielen ein faires Miteinander

nicht aus den Augen verloren hat. Ernst-Rudolf Bauer,

kaufmännischer Geschäftsführer bei Preh, gibt ein Beispiel:

Ernst-Rudolf Bauer, kaufmännischer Geschäftsführer und

Personalleiter Jerome Krieck setzen auf Teamgeist.

„In der Wirtschaftskrise haben

wir nicht einfach entlassen, sondern

einen Maßnahmenkatalog

umgesetzt, um diese schwierige

Zeit ohne betriebsbedingte Kündigungen

durchstehen zu können.

Als die Nachfrage der

OEMs dann entgegen aller Prognosen

überraschend stark angezogen

hatte, konnten wir sofort

reagieren.“

Auch außerhalb des „Business“

zeigen die Prehler Teamgeist.

So versammelten sich Anfang

des Jahres an einem Sams-

tag 300 Schaulustige, um 15 Mitarbeiter-Teams zum Preh-

Hallenfußball-Turnier zu begrüßen, darunter auch eine Frauenmannschaft.

„Die Idee dazu und das Organisatorische sind durch die

Initiative unserer Mitarbeiter entstanden“, erläutert Bauer:

„Als Geschäftsführung unterstützen wir so etwas natürlich

gerne, denn das Miteinander im Unternehmen ist ein ganz

anderes, wenn man sich gegenseitig nicht nur als Kollege

oder Kollegin respektiert, sondern auch als Privatperson.“

Doch damit nicht genug: Wer sich im Hause Preh ambitionierte

Ziele setzt, der bekommt Unterstützung durch das

sogenannte Preh Talent Management. Personalleiter Krieck:

Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie langjährige Mitarbeiter

sich weiterentwickelt haben und heute in leitenden Positionen

Verantwortung übernehmen. Dazu gehört beispielsweise

ein Kollege, der nach seiner langjährigen Tätigkeit als Projektmanager

im Preh-internen „Young Potential Assessment

Center“ überzeugte und so den nächsten Karriereschritt zum

Abteilungsleiter der Fertigungstechnik machen konnte. Heute

ist er als Geschäftsführer bei Preh de Mexico für die technische

Werksleitung verantwortlich.“

34 Automobil Industrie Special/ 2011

Fotos: Preh


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