artig'15 Magazin zur Ausstellung

artigkunst

Das Magazin zur Ausstellung der artig'15 in der Markthalle Kempten - mit allen Künstlern, vielen Werken und Interviews

Zu unartig? Passender Aufkleber innenliegend. . .

AUSGABE JUNI

2015 HEFT NR. 5

€ 2,00 SCHUTZ

GEBÜHR

MAGAZIN ZUR AUSSTELLUNG

4 2 6 0 1 8 2 2 1 0 0 2 4

4 2 6 0 1 8 2 2 1 0 0 3 1



Große Geister

mittelmäßige reden

Kleingeister


eden über Ideen,

über Ereignisse,

3

reden über Leute.”

Eleanor Roosevelt, 1884 – 1964, US-Politikerin und Menschenrechtsaktivistin


Bio-Pionier seit 1974

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Mittagstisch:

Mo – Fr: 12.30 – 13.30 Uhr

KULTUR

Rapunzel kost

Denn der Mensch lebt nicht vom (Bio-) Brot allein!

16.07. Märchen „1001 Nacht“

mit Annika Hofmann 15 & 20 Uhr

28.07. Kino Pepe Mujica – Der Präsident

18 & 20 Uhr

13.08. ImproTheater Die Wendejacken, 20 Uhr

25.08. Kino Away We Go – Auf nach Irgendwo

08.10. Kochshow mit Zauberin Astrid Gloria, 19 Uhr

18 & 20 Uhr

20.10. Kino Can’t Be Silent, 18 & 20 Uhr

12.11. Vortrag Bienen verstehen

von Martin Ott, 20 Uhr

24.11. Kino Viel Gutes erwartet uns, 18 & 20 Uhr

03.12. Vortrag Quinoa – Kraftkorn der Inka,

mit Menü, 18 Uhr

15.12. Kino Die Kunst sich die Schuhe zu binden

17:30 & 20 Uhr

Anmeldung: Telefon 08330/529-1156 | www.rapunzel.de/erleben | Rapunzel Naturkost · Rapunzelstraße 1 · 87764 Legau

Wir machen Bio aus Liebe.


EDITORIAL

Willkommen zurück im Kunstwohnzimmer

Lasst uns über Ideen reden!

Liebe Kunstliebhaber und Kulturgenießer, liebe Freunde

und „Artgenossen“, willkommen zu unserem fünften

Kunst- und Kulturfestival, hereinspaziert zur artig‘15.

Unser Kollege Matthias Herzog hat einen Affen gemalt.

Was eine bescheuerte Idee: Ein Affe sitzt alleine auf einem

grünen Sofa vor einem Kamin und blickt verloren nach

rechts aus dem Bild. Der Titel: Dreaming. Ich habe nicht die

geringste Ahnung, was Matthias damit sagen will. Aber das

Bild sagt mir etwas. Wenn Platz wäre, würde ich es über

meinen Arbeitsplatz hängen, dort, wo ich die meiste Zeit des

Tages verbringe: als gemalte Mahnung und als Idee, mich

– nur vor mir selbst – zum Affen zu machen und auf einem

Sofa, fernab vom Schreibtisch, im Müßiggang zu träumen,

grundlos und ohne weiteres Ziel Ideen nachzuhängen.

Irgendwelchen Ideen.

„Für was?“, würden Sie mich dann fragen. „Für nix“, würde

ich antworten. Und: „Für was Gutes vielleicht, jedenfalls

nichts Schlechtes.“ Konkretisieren und aussortieren kann

ich ja erst später.

Von Albert Einstein ist bekannt, dass er forschte, weil er

forschen wollte, einfach weil es ihn juckte. Ohne Ziel, ohne

den konkreten Gedanken, vielleicht in 100 Jahren schneller

durch‘s Weltall zu reisen. These – Antithese, ein hinreißendes

Spiel. Einstein sagte: „Eine wirklich gute Idee erkennt

man daran, dass Ihre Verwirklichung von vornherein als

ausgeschlossen erscheint.“

Künstler haben da einen Vorteil: Sie können solche Ideen

malen, bildhauern und in Form bringen, auch wenn die

Verwirklichung ausgeschlossen erscheint. Oder texten und

dichten jenseits möglicher und unmöglicher Wahrheiten.

Noch abstrakter als die bildende Kunst – in der das

Auge immer etwas rational Erkennbares sucht – formt die

Musik Ideen in Tonfolgen. Über diese Kunstform spricht

der berühmte deutsche Künstler Gerhard Richter mit fast

neidischer Bewunderung: Sie könne direkter, ja am unvermitteltsten

wahr- und aufgenommen werden, ohne Umweg

über den Verstand, der immer nur verstehen will und nicht

nur empfinden kann.

Ideen erst einmal um der Idee willen? Verwirklichung

ausgeschlossen? Ein frommer Wunsch oder gar abstrakt?

Gerade heutzutage, wo möglichst vieles einen Sinn, einen

Nutzen, bestenfalls einen geldwerten haben muss, hört sich

das unsinnig an.

Doch es gab einmal ein Land, in dem es solches gab –

oder zumindest als Ideal seit dem Ende des 18. Jahrhunderts

proklamiert wurde: Das Land der Dichter und Denker. Also

mit zweierlei Ideen, einmal aus der Kunst, und einmal aus

der Wissenschaft. Oder einfach gesagt: Die einen hatten die

praktischen Ideen, um es der Menschheit auf diesem Planeten

komfortabler zu machen, und die anderen schrieben

Bühnenstücke, Gedichte, musizierten und malten zwischen

Dies- und Jenseitigem.

Heute heißt es „Deutschland – Land der Ideen“. Diese seit

zehn Jahren laufende Initiative wurde mit der Fußball-WM

2006 im Blick von einem Duo aus Bundesregierung und dem

Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gestartet,

um laut Selbstverständnis „positive“ nationale Symbole zu

verwenden und leistungsmotivierende Impulse zu senden.

Das Startgeld von 10 Millionen Euro brachte damals der BDI

ein – um einmal den Reiter zu benennen und dann auch

das Ross zu kennen: Es geht nicht um das Land, sondern

den Standort. Die „Ideen“ aber sind hier weder Ross noch

Reiter, sondern das Futter. Ideen, und damit sind nunmehr

nur verwertbare gemeint, braucht man hier von Denkern

und nicht von Dichtern. Letztere sind ja auch nicht dafür

bekannt, Arbeitsplätze zu schaffen oder zumindest groß am

Konsum teilzunehmen, während sie dichten oder malen.

Diese Künstler haben nur – um diesen differenzierenden

Themenausflug abzuschließen und zum Ursprung zurückzukehren

– entweder nicht realisierbare Visionen von einer

besseren Welt oder auch nur völlig bescheuerte Ideen: z.B.

Affen, die auf Sofas sitzen und träumen.

So bleibt es nun an Ihnen, liebe Besucher der artig‘15,

solche Ideen entweder zu entdecken oder ihnen kopfschüttelnd

den Rücken zuzuwenden. Denn egal ob in einem Musikstück

auf der Bühne oder in einem Werk in der Kunstausstellung:

Ideen, auch auf den ersten Blick sinnlose bis hin zu

zweckfreien, sind das, was einem jeden Kunstwerk innewohnt.

Und bestenfalls zu weiteren inspiriert.

Dass wir über Ideen sprechen, z.B. bei einem Kaffee auf

einem Sofa in unserem „Kunstwohnzimmer“, das wünsche

ich uns allen während der artig‘15.

In diesem Sinne – und tausend Dank an alle Helfer und

Förderer,

Ihr Stephan A. Schmidt, Vorsitzender

PS: Die erste artig‘09 war zuerst auch so eine bescheuerte,

schöne Idee...

5


Inhalt

Kosmos voller Gedanken

Menni Bachauer ................... 12

Heimat sehen

Jonathan Besler.................... 16

Der Ernst des Lebens

Thomas Guggemos ................. 20

Gemalte Gesichter

Monika Herlein .................... 24

Herein!

Matthias Herzog ................... 28

Raus aus der Zwangsjacke

Sonja Hüning ...................... 32

6

Weil das Leben bunt ist

Klaus „Bschese“ Kiechle. ........... 36

Zeitdokumente

Maria Kiechle ..................... 40

concrete

Amrei Müller ...................... 44

Wir bedanken uns artig für die vielartige Unterstützung bei:


Rostig

Peter R. Müller..................... 48

Blaue Stunde

Susanne Praetorius ................ 52

Denkmuster

Stephan A. Schmidt ................ 56

Von Abtönfarben bis Ziegel

Peter Steininger.................... 60

Die Kraft der Farben

Mercedes Vetter-Rodriguez ......... 64

Le|bens|raum

Florian Wendel .................... 68

Alle 15 Künstler

im Interview

Zehn artig-Künstler und fünf eingeladene

Gastkünstler stellen auf

der artig‘15 aus. Teils sind sie sich

zum ersten Mal beim Vorbereitungstreffen

begegnet; teils sind

sie Freunde seit Jahren. Da ergeben

sich untereinander viele Fragen.

Wir wollen Sie an diesem Kennenlernen

teilhaben lassen. Alle

möglichen Personenkombinationen

wären aber über 100 Gespräche.

Also haben wir gelost: Jede/r

stellte der zugelosten Person

schriftlich und anonym Fragen. So

beantwortete jede/r Fragen, ohne

den Namen des Interviewers zu

kennen, und war beim Antworten

nicht abgelenkt von einem bekannten

oder unbekannten Gesicht.

Wie offen und ehrlich die 15

Künstler trotzdem (oder vielleicht

gerade deswegen) geantwortet

haben, lesen Sie in den 15 Interviews.

Editorial ..................................................... 5

Programm zur artig‘15 ....................................... 9

artig Lexikon................................................. 74

3 Jahre Galerie kunstreich.................................... 75

artig mit nach Hause nehmen ................................80

Was über Fotografie schon alles gesagt wurde............... 85

Dank und Impressum ........................................ 86

Die Macher: der artig e.V.

Hinter dem artig-Festival in der Kemptener Markthalle steht der

Allgäuer Künstlerverein artig / art Interessengemeinschaft e. V. – voll &

ganz, ehrenamtlich & idealistisch, im besten Glauben an den Wert einer

möglichst pluralistischen Kunst- und Kulturlandschaft auch in ländlichen

Regionen.

Gegründet 2009, veranstaltete die damals gut ein Duzend Künster zählende

Gruppe die erste artig‘09. Damals wie heute engagieren sich alle

Beteiligten für den Vereinszweck: die Förderung von Kunst und Kultur.

Zur großen artig kam 2012 ein zweites Vereins-Baby: die Galerie

kunstreich im Herzen der Kemptener Altstadt. Seitdem bieten die artigen

mit diesem Kulturort die bislang einzige Einrichtung in Kempten,

in der das ganze Jahr hinweg wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer

Kunst zu sehen sind.

Mehr über Verein und Galerie lesen Sie ab Seite 74.

7


Füssener Straße 64

D-87437 Kempten

www.f64architekten.de

info@f64architekten.de

Fon 0831 960168-0

Kunst ist kein Luxus,

sondern eine Notwendigkeit.


Festival-

Programm

Sa 20. Juni 15 · 20 Uhr

ORANGE *

Das sommerliche

Live-Heimspiel der

Allgäuer Percussion-,

Schlagwerk-, Didgeridoo-,

Kehlkopfgesang-und

Elektronik-Sektion

mit dem

Sänger von Rainer

von Vielen!

So 21. Juni 15 · 20 Uhr

DER STILLE KOMMANDEUR *

Die neue Band um

HF Coltello reist on

the metal soul road,

mit ihrer ersten

Platte auf dem

Rücksitz, aus der

Hauptstadt in die

Heimat des Gitarristen

und Sängers.

Mo 22. Juni 15 · 20 Uhr

„GELD FRISST KUNST“

...und „Kunst frisst

Geld“: Lesung und

Autorengespräch

mit Markus Metz

und Georg Seeßlen,

die das aktuell diskutierte

Pamphlet

über den Kunstmarkt

geschrieben haben.

Di 23. Juni 15 · 20 Uhr

OPEN STAGE. Deine Bühne.

Bühne frei für Denker,

Dichter, Musiker

und Akrobaten: Im

5-Minuten-Rhythmus

wird gelesen,

gejammt, gespielt.

Keine Voranmeldung,

einfach beim

Moderator melden.

Mi 24. Juni 15 · 20 Uhr

ORCHESTER DR. LAUT + WECOBA

CD-Release-Party

der Vierer-Band aus

allen vier Himmelsrichtungen

des

Oberallgäus

+ Support: Wecoba

mit handgemachtem

Hiphop aus Kempten.

GROSSKUNST//KLEINKUNST//HALBKUNST//MEHRKUNST

SA

SO

15 KÜNSTLER / 9 TAGE / 8 ABENDE

ÖFFNUNGSZEITEN & EINLASS

• Kunstausstellung täglich 10 - 19 Uhr · EINTRITT FREI!

• Einlass Abendprogramm 19 Uhr · Beginn 20 Uhr

• Karten für die vier Abende mit Stern * je 12 € · ansonsten

auch abends freier Eintritt mit SPENDENBOX.

Do 25. Juni 15 · 20 Uhr

JESS JOCHIMSEN *

Der Kabarettist,

Autor, Musiker und

Fotograf aus Freiburg

bringt „Für die Jahreszeit

zu laut“ mit, samt

Gedankensplittern

aus der bizarren

Welt des städtischen

Hinterlandes.

Fr 26. Juni 15 · 20 Uhr

MANFRED MAURENBRECHER *

Der Liedermacher

aus Berlin, ausgezeichnet

mit dem

Preis der Deutschen

Schallplattenkritik,

präsentiert sein

neues Album

„Rotes Tuch“ – solo

und am Klavier.

Sa 27. Juni 15 · 20 Uhr

KUNSTKINO

Filmkunst - Kunstfilm - Filme über Kunst oder Künstler?

Auf jeden Fall gemeinsam schauen, umgeben von Kunst.

So 28. Juni 15 · 15 Uhr

ENDE STILLE AUKTION

Kunststückchen ersteigern? Das können alle Gäste der

artig‘15 bei der stillen Auktion – einfach das Gebot in die Box

werfen. Hierfür gestalten alle Künstler ein kleinformatiges

Werk. Am letzten Tag zählen wir aus, wer welches Werk zu welchem

Preis bekommt. Der Erlös kommt dem Verein zu Gute –

und damit der Förderung von Kunst und Kultur.

15

9


Die Kunst einer guten

Geldanlage ist wie das

spezielle Muster eines

bunten Teppichs!


Thronen im

Kunstwohnzimmer

...auf Fass-Sesseln von Elisabeth Hofer und Robert TRUS Wilhelm

TRUS alias Robert Wilhelm aus Füssen

ist als Graffiti-Künstler international bekannt

und unterwegs. Hier sprayt er Anfang

2015 in Paris.

Auf der artig’15 gibt es dieses Mal ganz

besondere Sitzgelegenheiten – schließlich

handelt es sich ja auch um das große

Allgäuer Kunstwohnzimmer: Auf Graffiti-Fass-Sesseln

können die Gäste Platz

nehmen. Die ausgefallenen Unikate

entstehen aus der Zusammenarbeit von

Elisabeth „Eli“ Hofer (Raum & Kunst /

Raumausstatterin aus Kammlach) und

Graffiti-Künstler Robert TRUS Wilhelm

(Füssen).

TRUS ist den Gästen der Galerie

kunstreich durch seine Ausstellung SUB-

COUTURE im Sommer 2014 bekannt,

und ebenso durch seine zahlreichen anderen

künstlerischen Graffiti-Aktionen

in der Region und weit darüber hinaus.

Jüngst war er in Paris aktiv, und im Mai/

Juni stellt er in einer Solo-Show in Wien

aus.

Eli sucht und findet die Ölfässer,

schneidet sie auf und behandelt sie mit

Frostschutz in ihrer Werkstatt in Kammlach

vor. Dann geht TRUS in seinem Atelier

in Füssen ans Werk. Er besprayt die

Fässer und versiegelt sein Werk mit Klarlack.

Zurück in Elis Werkstatt bekommen

die bunten Unikate ihren Unterbau und

das Sitzpolster.

Die robusten Fass-Sessel halten so

Wind und Wetter stand und können während

der artig‘15 auch erworben werden.

Weitere Infos unter

www.raum-kunst-hofer.de und

www.smurfnobs.com


12

Mein Kos

Menni Bachauer

ist die Welt viel


mos

er vieler Gedanken

13


Was macht gute Kunst mit Dir?

Was brauchst Du für Deine Kunst?

14

„Ich brauche das Weiche“

Menni Bachauer gefragt von Peter R. Müller

Hast du eigene Arbeiten, die du niemals verkaufen würdest?

Oh ja, ich habe etliche Arbeiten, welche ich zwar ausstelle, aber

aus bestimmten Gründen nicht verkaufe. Sei es, dass es eine

Arbeit zum Abschluss einer Serie ist, von der ich gerne selbst

ein Stück behalten möchte, oder aber es ist eine Konzept-Arbeit

zu einem Thema wie jetzt auch hier bei der artig. Da verbietet

sich für mich aus ethischen Gründen ein Verkauf. Manchmal

schreibe ich in so einem Fall dann „Preis auf Anfrage“, denn

es kann ja sein, dass sich z.B. eine Organisation für die Arbeit

interessiert, die genau mit diesem Thema zu tun hat und sie für

ihre Zwecke einsetzen möchte. Dann könnte ich mich schon

auf einen Verkauf einlassen, allerdings zu sehr moderaten

Konditionen…Ich möchte mir keine goldene Nase verdienen

mit dem Leid anderer, welches meine Arbeit thematisiert.

Führst du Skizzenbücher?

Nein, ich bin kein sonderlich guter Zeichner. Ich nähere mich den

Arbeiten oft schriftlich, habe schon viele Schulhefte vollgekritzelt

mit assoziativen Gedanken, Querdenkereien und Durchstreichungen,

diese Blätter schauen komplett unstrukturiert und chaotisch

aus und entziffern kann die sowieso nur ich!

Warum bist du als Liedermacher so wenig präsent?

Du wirst es nicht glauben, aber mit bald 60 packe ich den Stress

auf der Bühne nicht mehr. Man nennt das Lampenfieber. Und

das, obwohl ich in meinem Musikerleben viele, viele Male auf

der Bühne stand mit diversen Bands, auch als Frontman, als

Mitglied eines A-Cappella-Chores oder eben als Solo-Künstler.

Man hat mir das nie angemerkt. Aber so ist es nun mal. Macht

nichts, inzwischen produziere ich mit viel Freude und Herzblut

eigene CDs. Eine gibt es schon, die zweite steht kurz vor der

Vollendung und die dritte ist bereits auch schon in Planung.

Außerdem bin ich bei YouTube mit ein paar Videos präsent, die

herzustellen mir ebenfalls viel Spaß bereitet.

Ernährt dich deine Kunst?

Nein, es sind immer andere Tätigkeiten gewesen, welche mich

und meine Kunst „nährten“. Früher hatte ich eine Töpferei,

dann betrieb ich zusammen mit meiner Frau bald 30 Jahre

lang die Galerie Webams, ein Kulturbetrieb mit Veranstaltungen

und Gastronomie, und dazu kommen noch einige andere

Arbeiten wie Autoersatzteile durchs Allgäu fahren oder seit

kurzem noch die Vermittlung von 24-Std-Pflegekräften für

Senioren. Mein Leben funktioniert schon immer als eine Art

Patchwork-Existenz, langweilig wurde es mir nie. Natürlich

gab und gibt es hoffentlich weiterhin die Jahre, in denen ein

finanzieller Erfolg der Kunst einen gewichtigen Anteil am Gelingen

dieses Konzeptes hat.

Beeinflusst Musik deine Kunst? Wenn ja, Welche?

Ich höre gern Musik, wenn ich im Atelier bin, das schon. Aber

ich brauch da nix Bestimmtes, keinen Miles Davis oder ande-


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

re intellektuelle Mucke – möchte jetzt kein Künstler-Klischee

zerstören, aber ich kann auch ganz schön kreativ sein bei der

Bundesliga-Schlusskonferenz auf SWR 1 am Samstag Nachmittag…

In welche Ecke hast du dein Saxophon geworfen?

Du wirst lachen, ich spiele wieder! Auf verschlungenen Wegen

hat ein sehr schönes altes Tenorsax zu mir gefunden, da konnte

ich nicht Nein sagen. Ich hatte ja vor einigen Jahren einen

Fahrradunfall. Da bin ich buchstäblich auf die Schnauze gefallen,

was meinen Zähnen nicht gut bekommen ist. Das war der

Hauptgrund, warum ich aufhören musste. Aber jetzt habe ich

mir eine ganz softe Spielart mit weichem Blatt und leicht spielbarem

Mundstück antrainiert. Das geht wunderbar und macht

tierisch Laune. Auf der zweiten CD wird es schon zu hören

sein… Vielleicht treffen wir uns ja mal auf einen entspannten

Jam, Du bringst Deine Klampfe mit, ich mein Horn, das wäre

doch mal eine Reunion der besonderen Art, was meinst du?

Sollte Kunst in der Schule benotet werden?

Never! Außerdem, in welcher Schule gibt es wirklich guten

Kunstunterricht? Außer natürlich in der Schule der Phantasie!

Was denkst du über das Projekt „Schule der Phantasie“ -

Künstler arbeiten mit Kindern?

Tolle Idee, die schon seit vielen Jahren funktioniert. Funktioniert

aber auch nur durch das Engagement einiger weniger.

Vielleicht sollte ich mich da auch mal melden?

Sammelst du Arbeiten von anderen Künstlern?

Richtig sammeln kann man das nicht nennen. Ich habe jedoch

im Laufe meines Künstlerlebens und auch der langen Galeristen-Tätigkeit

in Webams doch so einiges zusammengetragen.

Oft hat man auch getauscht unter Kollegen oder mal etwas zu

sehr günstigen Preisen erwerben können. Aber einen Baselitz

habe ich nicht im Tresor.

Was hältst du vom „Holland Modell“, in dem Künstler vom

Staat untersützt werden?

Kenn ich nicht, aber hey, da würde ich sofort mitmachen! Auf

nach Holland…

Warum arbeitest du vorwiegend mit Ton statt mit Eisen?

Ich kann nicht schweißen und dann dauert mir das auch zu

lange. Eisen ist sauschwer, man schneidet sich dran und immerzu

hat man schwarze Hände und voll die dreckigen Klamotten.

Nein, im Ernst, habe großen Respekt vor Leuten, die

mit solch „steifen“ Materialien umgehen können, auch Stein

gehört dazu. Ich brauche das Weiche, Formbare, Spielerische.

Ich bin ein Plastiker und Modelleur, meine Experimentierfreude

weitet jedoch immer mehr das Materialspektrum, mit Wonne

kombiniere ich alles (Un-)Mögliche zusammen zu Assemblagen

und Material-unabhängigen Objekten.

Was hältst du von „Oz n oy“?

Du meinst den israelischen Jazz-Gitarristen? Hat was von früher,

die Jazz-Rock-Gemeinde der 70er und 80er verneigt sich

huldigend – na ja, nicht mehr so ganz meins...

Menni Bauchauer

Skulpturen aus Holz, Ton & weiteren Materialien

*1957, lebt in Eggenthal (Ostallgäu) als bildender Künstler,

Musiker und Schreiber.

www.web-ams.de

15


Sehen, was

von und über Jonathan Besler

Wenn Jonathan Besler viel reden würde, müsste man Angst

haben. Angst davor, dass er die Wolkenreihen vor der Sonne

vertreibt, Uhr und Zeit erschreckt, die gerade anhalten wollten,

die Sterne, Bäume und Berge verscheucht, die sich eben

erst zur stillen Andacht versammelten. Aber zum Glück redet

Jonathan Besler nicht viel.

Klick! „Oh, Entschuldigung“, murmelt die Kamera leise.

Abbildungen: Sonnenaufgang im Obertal bei Hinterstein, 2014

Milchstraße in Schwarzenberg bei Hinterstein, 2014

Viehscheid im Ostrachtal bei Hinterstein, 2012

Sonnenuntergang in Tiefenbach bei Oberstdorf, 2015


man sonst nicht sieht.

17


18

Was brauchst Du für Deine Kunst?

Ab nach Neuseeland

Jonathan Besler gefragt von Peter Steininger

Welche Kunstrichtung interessiert Dich

nach der Fotografie am meisten?

Ich denke, das ist die Malerei, früher

habe ich das auch gerne gemacht.

Ein Land zur Wahl fürs Foto-Shooting,

für welches würdest Du Dich entscheiden?

Neuseeland.

Dein persönliches Highlight hast Du wo

fotografiert?

In Island gab es da mehrere Highlights.

Dein Lieblings- Essen?

Ich sag einfach mal Pizza.

Welchen Musik- Stil bevorzugst Du?

Da höre ich Querbeet.

Den Wurstsalat mit oder ohne Käse?

Ohne.

Jonathan Besler

Landschaftsfotografie

*1992, lebt in Bad Hindelang, fotografiert

Landschaften der Heimat bei allen Tages- und

Nachtzeiten und hält sie auch in Zeitrafferfilmen

fest.

www.fb.com/JonathanBeslerPhoto

www.jonathanbesler.de

Sport wenn ja, welchen?

Fitness und vielleicht noch Fußball ab

und zu.


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Was macht gute Kunst mit Dir?

Was macht gute Kunst mit Dir?

Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Tonne

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ZAK – Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten


Der Erns

von und über Thomas Guggemos

20

Den Ernst des Lebens bringt man mit Ironie um, oder mit

Kunst.

In den Arbeiten von Thomas Guggemos wird so manch

ernstes Thema mit Ironie getränkt und so bekömmlicher gemacht.

In seinen Gemälden spiegelt sich immer wieder das Verhältnis

zwischen dem Menschen mit sich selbst und seiner Umwelt.

Die scheinbar menschliche Überlegenheit verkommt in

vielen seiner Bilder zu einer Kleinigkeit. Hier dominiert nicht

der Mensch, sondern er wird gleichgestellt mit all dem was ihn

umgibt. Hier werden Schlachten mit den eigenen Waffen verloren.

Überheblichkeiten werden einfach eingeschrumpft. Wo

vorher Oben war, ist jetzt Links, und wer vorhin Opfer war ist

nun Verfolger. Wahre Größe kommt hier nicht von Größe. Auch

der Verstand spielt andere Streiche, als man es gern hätte. Hier

ist vieles verdreht und steht doch auf dem rechten Platz.

In seinen Gemälden wird das scheinbar Unmögliche zur

Realität und erzählt uns von Dingen, die man ernst nehmen

kann, aber nicht muss, manchmal jedoch sollte.

Es sind Geschichten, die er auf seine Weise erzählt und mit

einem Klecks Surrealismus dem Betrachter näher bringt.

Und er fordert auf: Wenn Du der Welt was zu sagen hast,

dann mache Kunst!

Abbildung: Einwegfreiheit, 2013. Acryl auf Leinwand


t des Lebens

21


Was brauchst Du für Deine Kunst?

22

„Die Idee ist das, was

ein Bild ausmacht“

Thomas Guggemos gefragt von Amrei Müller

Warum gerade Malerei?

Weil mit einem Bild unheimlich viel erzählt werden kann. Außerdem

hat es seinen Reiz, Dreidimensionales in Zweidimensionales

zu verwandeln.

Was darf beim Malen nicht fehlen (abgesehen vom Arbeitsmaterial)?

Natürlich die Idee. Die Idee ist das, was ein Bild ausmacht.

Nachteule oder Morgenmensch? Wann bist Du am kreativsten?

Am liebsten arbeite ich Vormittags an meinen Bildern, was

aber bedeutet, dass es schon eine Idee gibt, die nun auf die

Leinwand gebracht wird. Kreativität, also das Entstehen einer

Idee, ist bei mir eher unabhängig von der Tageszeit.

Wenn Du neben Schwarz und Weiß zum Malen nur eine Farbe

benutzen dürftest, welche wäre das?


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Was macht gute Kunst mit Dir?

23

Schwer zu sagen. Diese Frage kann ich nur mit meiner Lieblingsfarbe

beantworten. In diesem Fall: Grün.

Alles auf den letzten Drücker oder immer ausreichend Zeitpuffer?

Unter Zeitdruck zu arbeiten finde ich unangenehm und meist

kommt auch nichts Gutes dabei raus. Aber irgendwie komme

ich dann doch immer wieder in die Situation, mit zu wenig Zeit

zu viel Arbeit bewältigen zu müssen.

Was würdest Du tun, wenn du ab jetzt finanziell ausgesorgt

hättest?

Weiterhin all den Beschäftigungen nachgehen, die für mich

erfüllend sind. Es wäre sicherlich wunderbar, wenn man nicht

mehr vom Geld getrieben wird.

Über Dein Leben wird ein Film gedreht.

Welcher Schauspieler sollte Deine Rolle übernehmen?

Da ich kein „Filmmensch“ bin und somit nicht viele Schauspieler

kenne, ist es für mich nicht einfach, diese Frage zu

beantworten. Aber es wird sich schon einer finden lassen, der

malt, dessen Lieblingsfarbe grün ist und der gern Vormittags

manchmal unter Zeitdruck arbeitet.

Thomas Guggemos

(sur)realistische Malerei

*1982, lebt in Kempten und Pfronten, hat sich die Malerei autodidaktisch

angeeignet und nutzt sie, um seine Ideen mitzuteilen.

www.guggart.de


DOPPELSEITE von Monika Herlein

Gesichter malen –

eine fazinierende

Tätigkeit

von Monika Herlein

Abbildung: Der goldene Ohrring, 2013.

Acryl auf Leinwand, 50 x 50 cm


26

Was macht gute Kunst mit Dir?

Was brauchst Du für Deine Kunst?

„Ästhetik ordnet

sich Humanismus unter“

Monika Herlein gefragt von Susanne Praetorius

Wie sieht für Dich der perfekte Tag aus?

Das ist der Tag, an dem ich mich ausgeruht fühle und 4 bis 5

Stunden meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann,

dem Malen.

Was liest Du?

Momentan lese ich hauptsächlich Zeitschriften.

Auf vielen Deiner Bilder ist eine Frau die Zentralperson. Warum?

Da mir naturgemäß die Physiognomie von Frauengesichtern

vertrauter ist als z.B. die von Männern oder Kindern, kann ich

diverse Ausdrucksnuancen besser erkennen bzw. nachvollziehen

und dadurch beim Malprozess genauer differenzieren,

wodurch wiederum das Ganze erst spannend wird. Das heißt

nicht, dass ich keine Männergesichter male. Nur, da habe ich

das Gefühl, dass ich mich zu sehr auf einen Typus festlege; und

das ist langweilig. Tiere, Pflanzen und Landschaften liebe ich,

aber ich male sie nicht. Und zur Abstraktion habe ich keinen

Zugang.

Malst Du aus humanistischen Gründen oder aus ästhetischen?

Gut gefragt! - Ich denke; sowohl als auch. Ich möchte schon

gerne eine Idee transportieren, die man im weitesten Sinn als

Humanismus bezeichnen kann. Die Ästhetik ordnet sich da

eher unter. Andererseits wird sie von mir auch häufig ganz bewusst

eingesetzt, um bestimmte psychologische Faktoren eines

Bildes zu betonen. Komposition, Farbe, Format etc. spielen

durchaus eine wichtige Rolle, aber eben nicht per se.


C M Y CM MY CY CMY K

Kempten: Kronenstraße

Salzstraße | Schlößlepassage

www.baeckerei-wipper.de

Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Probedruck

Woran erinnerst Du Dich gern in Deinem Leben?

Inzwischen bin ich soweit, dass mir ganz allgemein Kindheitserinnerungen

oft nur vage in Form von Bildern, Gerüchen und

Stimmungen am angenehmsten sind.

In welcher Umgebung würdest Du Dich am liebsten fotografieren

lassen?

Vor einem Bauernhof mit Ziegen, Hühnern, Katzen und einem

Esel.

Welche Person aus der Kunstgeschichte würdest Du gerne

kennenlernen?

Oha! Da gibt es natürlich einige. Aber ganz spontan geantwortet:

Sandro Botticelli! Der Renaissance Maler war einer der

Ersten, dessen Werk ich in meiner Nachkriegsjugend anhand

eines kleinen Kunstbändchens kennengelernt habe und der

mich wohl auch geprägt hat.

Welcher Versuchung kannst Du nicht widerstehen?

Einer Tafel Schokolade!

Was

willst Du

heute

tun?

CANYONING • RAFTING

SOMMER:

BOOTSTOUREN • HOCHSEILGARTEN

WINTER:

SCHNEESCHUHWANDERUNGEN • IGLUBAU

PRIVATE SKIGUIDING & KURSE

Monika Herlein

Malerei

*1945, lebt in Waltenhofen, malt in Acryl, hauptsächlich Menschen,

seit der Kindheit mit Unterbrechungen künstlerisch tätig.

www.kart-on.de/herlein.htm

Mariabergstraße 13

87487 Wiggensbach

www.canyoning-team.de

Phone +49 (0) 83 70 . 9 2176 92

Fax +49 (0) 8370.9 2176 90

Email info@canyoning-team.de


Herein!

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von Matthias Herzog

Nehmen Sie sich Zeit und schauen Sie

sich in meinem Atelier um. Diese Gelegenheit

bekommt man nicht so oft, dort

ganz alleine zu sein.

An diesem Ort stelle ich mich allen

Wahrheiten und Unwahrheiten dieser

Welt. Auch persönliche Erlebnisse und

Ereignisse lasse ich hier noch einmal Revue

passieren, wenn sie mich zur Kunst

inspirieren. Meine Wände sind gepflastert

mit Zeitungsausschnitten, Fotos

und Bildern, die mich aus irgendeinem

Grund angesprochen haben.

Auch viele Gegenstände und Bücher,

die mit meinen aktuellen Themen zu

tun haben, findet man in diesem Raum.

Hier lasse ich meiner Kreativität freien

Lauf. Um erfolgreich Neues auf die

Leinwand zu bekommen, brauche ich

gute Musik, eine Tasse Kaffee und meinen

schnurrenden Kater unterm Sessel.

Manche Werke schreien ganz eindeutig

eine Botschaft in die Welt hinaus und

bei manchen ist das Offensichtliche nur

das Versteck für diskrete Botschaften im

Hintergrund.

Wenn Sie jetzt umblättern, verlassen

Sie mein Atelier wieder. Ich bedanke

mich für Ihren Besuch.


30

Was brauchst Du für Deine Kunst?

Was macht gute Kunst mit Dir?

„Für die eigenen

Ideale einstehen“

Matthias Herzog gefragt von Menni Bachauer

Womit finanzierst Du Deine Freiheit, Kunst zu schaffen?

Kunst schaffen hat für mich hier in Deutschland nicht viel mit

finanzieller Freiheit zu tun. Ich empfinde es als Glück und besonderes

Privileg, mich als Mensch und Künstler frei entfalten

zu können. Finanzieren muss jeder seinen Lebensunterhalt,

der aber von den eigenen Ansprüchen abhängig ist. Die vollendete

Freiheit, nur noch Kunst zu schaffen, habe ich bis heute

nicht erreicht.

Was war Deine größte Enttäuschung als Künstler?

Wenn meine Hand nicht das auf die Leinwand bringt, was in

meinem Kopf schon völlig perfekt existiert und wenn ich, ein

meiner Meinung nach, Kunstpreis verdächtig gutes Bild nach

der Jurierung wieder abholen muss. Enttäuschungen halten

bei mir aber nie lange an.

Wie fühlst Du Dich, wenn du bei einer großen Ausstellung

aus juriert wirst?

Das kommt auch vor. Früher habe ich mich darüber sehr geärgert,

heute sehe ich das wesentlich lockerer. Mal ist man dabei

und manchmal auch nicht. Im Nachhinein war ich auch schon

froh, bei manchen Ausstellungen nicht dabei gewesen zu sein.

Glaubst Du, als Künstler etwas bewegen zu können?

Ich teile mich durch meine Kunst der Außenwelt mit und kann

anderen nur Denkanstöße geben. Wichtig ist es, sich selbst aus


31

Was denkst Du über den Kunstmarkt?

eigenem Antrieb zu bewegen und für sich und seine Überzeugung

einzustehen.

Ist Deine Kunst politisch?

Mich beschäftigt es sehr, was auf der Welt passiert. Viele Ereignisse

inspirieren mich, darum steckt hinter einem Teil meiner

Werke auch eine politische Aussage.

Farbe zu bekennen, was bedeutet das für Dich?

Farbe bekennen bedeutet für mich, für die eigenen Prinzipien

und Ideale einzustehen. Für viele existiert leider nur schwarz

und weiß, aber meine Welt ist bunt.

Bewertest Du die Arbeiten von Kollegen und wie ehrlich bist

Du dann im Gespräch darüber?

Ich bewerte die Arbeiten von anderen hauptsächlich für mich

selbst. Wenn sich ein Gespräch über das Werk mit dem Künstler

ergibt, versuche ich so ehrlich wie möglich zu sein. Keiner

freut sich über negative Kritik. Dennoch kann so eine Kritik

auch förderlich sein, wenn man die richtigen Worte dafür verwendet.

Hast Du ein künstlerisches Vorbild und wenn ja, warum?

Ich habe Hochachtung vor vielen Künstlern. Mich beeindrucken

besonders Werke von Rembrandt, Salvador Dali, Helnwein,

Jonas Burgert und Norbert Bisky. Aber Vorbild ?!? Kann

ich nicht sagen, Einflüsse kommen und gehen.

Fällt es Dir leichter, die Welt zu verstehen, weil Du Kunst

machst?

Die Welt verstehe ich dadurch auch nicht besser, vielleicht sogar

noch weniger. Da ich mich durch meine Kunst, mit dem

ein oder anderen Thema , intensiver auseinander setze, stelle

ich immer wieder fest, wie schwer die Welt doch zu begreifen

ist. Die Welt mit Hilfe der Kunst darzustellen macht mir Spaß,

dazu muss man nicht immer alles bis ins Detail verstehen.

Wie stellst Du Dir Dein Alter und Dein Ende vor?

Im Schaukelstuhl sitzend, Zigarre rauchend, 10 Enkelkinder

um mich herum. Bei meiner Beerdigung, wünsche ich mir,

dass alle in weißen Gewändern um mein Grab tanzen und singen…

– Spaß beiseite!

Matthias Herzog

Malerei

*1978, lebt in Sonthofen, beschreibt in seinen Bildern Eindrücke und

Gefühle ohne Worte.

www.matthias-herzog.de


Eine Zwangsjacke

ist immer zu eng.

Auch wenn sie bunt ist.

von und über Sonja Hüning

Sie malt in allen Bereichen – und das

gleichzeitig. Kein Sujet ist ihr fremd.

Ihre Personalität zeigt sich gerade im

Wandern durch alle Genres der Malerei.

Denn genau das ist Sonjas Stil. Sie

malt für den Betrachter, der etwas entdecken

will und nicht eine Reihe gleichförmiger

Werke abschreiten möchte.

Nicht von ungefähr ist sie ein großer

Gerhard-Richter-Fan.

Ach ja, die künstlerische Zwangsjacke.

Aus der ist Sonja schon längst entwichen.

Eine besondere Vorliebe hat sie

sich allerdings erhalten: das Arbeiten

mit Offsetfarbe. Das ist die Farbe, mit

der man üblicherweise Zeitungen bedruckt.

32

Abbildungen (von links): Blue Velvet, 2012. 73 x 120 cm

Sandman, 2015. 120 x 100 cm · Zeitspuren, 2015. 90 x 110 cm


33


Was brauchst Du für Deine Kunst?

Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Was macht gute Kunst mit Dir?

34

Mit Gerhard Richter

in Florenz

...bei gutem Blues, über die Ehrlichkeit und Grenzen in der Kunst plaudern

Sonja Hüning gefragt von Monika Herlein

Wo liegen Deiner Ansicht nach die Grenzen der Kunst? Darf

Kunst alles?

Ich bin der Meinung, die absolute Grenze liegt im spirituellen

Bereich. In jeder Glaubensrichtung gibt es Fanatiker und

Vollidioten. Muss ich mich als Künstler dann auch wie ein Idiot

benehmen? Deshalb brüllte ich nicht mit bei: „Je suis Charlie“.

Man kann Kritik üben ohne zu beleidigen.

Deine Kunst ist fantasievoll, vielseitig und temperamentvoll,

wie kommst Du zu Deinen Ideen?

Gesehenes im Alltag, Werbung, Zeitung, Augenkontakt mit

dem Weltgeschehen.

Welche kunsthistorische Epoche fasziniert Dich ganz besonders?

Fast jede Epoche hat für mich etwas Hochwertiges. Alle auch

etwas Nachahmenswertes.

Hast Du unter den lebenden Künstlern bestimmte Vorbilder

bzw. Favoriten? Wenn ja welche?

Ich könnte für Gerhard Richter kopfstehen. Seine Vielseitigkeit,

seine Bodenständigkeit und sein absolutes Können in allen

Bereichen, haut mich um.

Welche Stadt in Europa ist Dein Traumziel?

Florenz.

Welche Musik hörst Du gerne?

Ich bin eine von der verträumten Sorte. Böse Zungen behaupten

deshalb, ich sei ein „Schnulzenfuzzi“.

Was kannst Du überhaupt nicht ausstehen?

Unehrlichkeit und Dummheit!

Sonja Hüning

Malerei Gedichte

*1946, lebt in Wiggensbach, arbeitet mit vielen Materialien, oft mit Offset-Farben,

und malt Abstraktes sowie Gegenständliches.

www.sonja-huening.de


Oy-Mittelberg · www.xaver-lipp.de

!STAND

Spielzeit 2015/16

Festabos

ab 30. Mai

Wahlabos und Einzeltickets

ab 3. August

im AZ Service-Center

Kempten, Bahnhofstr. 13

Tel. 0831 / 206 430

PUNKT.

www.theaterinkempten.de

© heldenderwerbung

Wir schaffen Raum für Kunst.


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Weil das Leben bunt ist!

von Klaus „Bschese“ Kiechle

Meine Passion ist die Schwarz-Weiß-Fotografie. Für die

artig‘15 bin ich wieder zur Farbe zurückgekehrt.

Farbe kommt dieses Mal in meinen Bildern vor, weil bestimmte

Motive Farbe brauchen, um die Wirkung zu zeigen,

die ich mir vorstelle.

Ich bin gespannt auf die Reaktion meiner Künstlerkollegen

und der Besucher.

Abbildung: „Wisch“ you where here, 2015. Digitalfotografie


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Was macht gute Kunst mit Dir?

„Die Essenz zeigen“

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Klaus „Bschese“ Kiechle gefragt von Sonja Hüning

Du strahlst eine enorme Gemütlichkeit und Gelassenheit aus.

Entspricht das Deinem wirklichen Wesen?

Gemütlichkeit strahlt eher meine Figur aus! Vorhandene Gemütlichkeit

in allen Facetten schätze ich persönlich sehr. Nach

meiner Meinung ist Gemütlichkeit ein momentaner Zustand,

der auf Menschen einwirkt und so einen Zustand des Wohlgefühles

bewirkt. Ich meine, ich strahle keine Gemütlichkeit aus,

sondern ich bin ein Teil derer. Nun zu meiner vermeintlichen

Gelassenheit die ich ausstrahlen soll. Oft ist meine Gelassenheit

vordergründig, weil ich mich dazu verpflichtet habe. Als

fast Perfektionist und alter Kontroll-Freak ist es mit meiner Gelassenheit

schnell dahin, wenn es nicht so läuft wie ich mir das

vorstelle. Beschämend muss ich bekennen, dass ich da schnell

zu einem kleinen Ekelpaket werden kann. Ich wünsche mir in

manchen Dingen größere Gelassenheit und daran arbeite ich

mich langsam vorwärts.

Du bist ein Liebhaber der Schwarz-Weiß-Fotografie. Wie?

Als ich zehn Jahre alt war, bekam ich meinen ersten Fotoapparat

– aus Kostengründen nur einen für Schwarz-Weiß-Bilder. Danach

kam eine lange Phase von ca. 15 Jahren, in der die Farbe

mir sehr wichtig war. Mitte der 80er Jahre habe ich einen Bildband

des Bozener Fotografen Bruno Faidutti in die Hände bekommen

und war sofort elektrisiert von seiner Art in Schwarz-

Weiß zu fotografieren. Das Fehlen der Farbe, nur reduziert auf

Schwarz-Weiß und das, was dazwischen liegt, kann einem Bild

eine wohlige Wärme aber auch eine scharfe Kälte geben. Reduziert

auf Graustufen wird in einem Bild nur das Wichtigste, sozusagen

die Essenz ohne Ablenkung der Farbe gezeigt. Ich möchte

durch Reduzierung des Motivs einhergehend mit nicht vorhandener

Farbigkeit einen Ruhepol für die Augen schaffen.

Hat das Zitat vom Alten Fritz ‚Jeder soll nach seiner Fasson

selig werden‘ auch für Dich Gültigkeit?

Jeder kann nur nach seiner Fasson selig werden. Soll ich mir von

anderen Menschen sagen lassen, was ich zu tun oder zu lassen

habe und mich bis zu meiner eigenen Unkenntlichkeit zu verbiegen?

Ich lebe so wie ich will! Natürlich muss ich auch die Toleranz

aufbringen, meine Mitmenschen so leben zu lassen wie

jeder es sich als seinen Idealfall vorstellt. Die einzige Einschränkung,

die ich mache, ist die: Achte die Grenzen deiner Mitmenschen.

Du bist ja auch ein bekannter Allgäuer Musiker. Hat Deine Fotografie

für Dich den gleichen Stellenwert wie Deine Musik?

Ich bin kein Musiker, ich bin Musikant. Ein Musiker hat sein

Fach studiert und ist wesentlich besser als ich. Ebenso bin ich

kein gelernter Fotograf, sondern nur ein „Fotobildermacher“.

Ich bin in beiden Fällen Autodidakt. Der Stellenwert, den ich

meiner Musik und meiner Fotografie zumesse, liegt auf einer

schwankenden Waagschale. Ich kann gerne eine längere Zeit

leben, ohne dass ich meine Kamera in die Hand nehme und

auf der Suche nach Bildern bin. Das kann gerne mal einen Zeitraum

von zwei Monaten einnehmen. Auf der anderen Seite hat

die Musik, die mich in meinem Leben genau so lange begleitet

wie die Fotografie, einen großen Stellenwert. Ich bekomme

heftigste Entzugserscheinungen nach einem zweiwöchigen

Urlaub, in dem ich kein Instrument zur Hand genommen habe.


Was brauchst Du für Deine Kunst?

Ich brauche Musik wie die Luft zum Leben. Bei der Fotografie

kann ich die Luft etwas länger anhalten.

Hattest Du je Idole, die Dich in Deinen Künsten weiter gebracht

haben?

Mit Idolen ist es so eine Sache. Sie werden bewundert, meistens

mit dem Bewusstsein, dass man nie die Perfektion seiner Idole

erreicht. Man bewundert berühmte Fotografen, kauft deren

Bildbände, ist begeistert und holt sich vielleicht eine Anregung

für seine eigenen Bilder – immer mit dem Wissen: „das wird nie

so wie ich es gesehen habe.“ Was mich persönlich mehr weitergebracht

hat sind die „kleinen Idole“. Ein Freund, ein Bekannter,

der besser fotografiert als ich und mir kleine Tipps und Tricks

weitergibt. Solche Kleinigkeiten haben mich in meinen Künsten

weitergebracht, nicht die Bewunderung großer Idole.

Für was oder wen würdest Du kämpfen?

Für wen ich kämpfen würde, ist für mich eine klare Sache. Für

meine Frau, für meine Familie, für meine guten Freunde und

für mich selbst. Auf die Frage, für was ich kämpfen würde, ist

die Antwort etwas schwerer. Ich kann nicht gegen alle Ungerechtigkeiten

dieser Welt kämpfen. So bleibt mir nur die Option,

gegen die Ungerechtigkeiten, die gegen mich und meine Familie

gerichtet sind, anzukämpfen. Kämpfen hat für mich immer

einen martialischen Aspekt. Das Wort, das Bild oder die Musik

wären meine Wahl der Waffen. Ob ich jemals zum Schwert greifen

würde? Ich weiß es nicht und kann es letztendlich auch nicht

ganz ausschließen. Ich hoffe, ich muss diese Entscheidung niemals

treffen.

Welche Bedeutung hat Geld für Dich?

Vielfältige: Zuviel des Guten kann wundervoll sein! Die Dinge,

auf die es im Leben ankommt, kann man nicht kaufen (William

Faulkner). Genug zu haben ist Glück, mehr als genug zu haben

ist Unglück. Das gilt für alle Dinge, aber besonders für Geld (Laotse).

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit. Dasjenige,

dem man nachjagt das Mittel zur Knechtschaft (Jean-Jacques

Rousseau). Bei Geld hört die Freundschaft auf? Ohne

Moos nichts los! Das letzte Hemd hat keine Taschen!

Glaubst Du, dass die Welt die Religionskriege jemals in den

Griff bekommt?

Hier kann ich mit einem klaren und großen NEIN antworten.

Die Menschheit hat aus den letzten 1000 Jahren nichts gelernt

und wird in den nächsten 1000 Jahren auch nichts dazu lernen.

Kriege, die im Namen der Religion geführt wurden, wie die

Kreuzzüge, der 30-jährige Krieg oder die Troubles in Nordirland,

dienten immer nur politischen und ökonomischen Zwecken.

Machterhalt und Geld wird auch zukünftig der Grund

sein, im Namen der Religion Kriege zu führen. So lange Eiferer

und Demagogen mit ihren glaubensfaschistischen Thesen die

Menschen in ihre Fänge bekommen, wird das Morden im Namen

der Religion nie aufhören.

Wie bist Du zu Deinem Pseudonym „Bschese“ gekommen?

Irgendwann im Jahre 1968 habe ich einen Sketch von zwei Wiener

Kabarettisten gehört, bei dem sich der Running Gag „die

Tochter vom Pschesena“ durchzog. An einem Wochenende im

gleichen Jahr war ich mit einer Gruppe auf einer Berghütte. Über

das ganze Wochenende habe ich meine Freunde mit Sprüchen

wie „schau da springt er“, „da unter kommt er“ oder „jetzt ist er

bald da“ genervt. Wer? Das war immer die gleiche Frage meiner

Freunde. Der „Pschesena“ war immer meine gleiche Antwort.

Seit diesem Wochenende war ich dann der „Pschesena“. Im Laufe

der Zeit wurde daraus Bschese.

Klaus „Bschese“ Kiechle

Fotobildermacher

*1951, lebt in Waltenhofen, Beiträge in Kalendern, Musik-CDs

und Büchern.

www.bschese.de


Zeitdokum

Abbildung: Zeitdokument MVK-Verz. MMXV/D/003,

2015. Fotografie, 42 x 60 cm


ente

Braucht

eine Fotografie

Zeit, um ein Dokument

zu werden? Wie viel Zeit?

20 Jahre oder mehr?

von Maria Kiechle

Meine Bilder sind Zeitdokumente. Im Hier und Jetzt eingefangene

Momente werden im selben Augenblick durch das fotografische Festhalten

zum Dokument. Zum Zeitdokument mit Bestand. Einmal abgedrückt

ist das Bild Vergangenheit, unwiderruflich.

Meine Bilder sind Schnappschüsse, Szenen, die jeder kennt, alltägliche Vorkommnisse,

kleine Ausschnitte aus der Gegenwart, ohne thematische Festlegung.

Meine Bilder sind „gekauft wie gesehen“, unverfälscht, unbearbeitet, pur.

Mancher sagt: „Das habe ich auch schon so gesehen, das hätte ich auch fotografieren

können.“

Ich sage: „Ich habe es getan.“


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Was brauchst Du für Deine Kunst?

„Ohren und Augen

wahlweise zumachen“

Maria Kiechle gefragt von Matthias Herzog

Wo gehst Du hin, wenn Du bei Dir sein willst?

Da gehe ich nirgends hin. Ich brauch Stille um mich herum, dann bin ich bei mir.

Wer oder was inspiriert Dich?

Gespräche mit Freunden, mit Fremden, Musik, was Neues sehen, was Altes wiederentdecken,

Augen und Ohren aufmachen oder wahlweise auch zumachen.

Was hat Dich in der Kunstwelt bisher am meisten auf die Palme gebracht?

Wenn jemand tatsächlich oder sprichwörtlich in der Scheiße rührt und sich dann

beschwert, es würde ihn niemand verstehen.

Wer ist Dein lebender Lieblingskünstler und warum?

Jeff Wall. Ich hab seine Ausstellung in Bregenz gesehen. Er hat als Fotograf meine

Sichtweise ad absurdum geführt. Meine fotografierten Zeitdokumente wie ich sie als

Augenblickssache mache, hat er komponiert, gestellt. Mit gecasteten Menschen mit

einem unglaublichen Zeitaufwand, nur damit die Fotos aussehen als wären sie spontan

entstanden. Ich will nicht sagen, dass es mir gefällt, aber es beeindruckt mich.

Und bei Helmut Newton bedanke ich mich posthum für seinen Spruch: „Ein Koch


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

sagt zum Fotograf: Ihre Bilder sind fantastisch, Sie haben sicher eine gute Kamera!

Der Fotograf zum Koch: Ihr Essen ist fantastisch, Sie haben sicher gute Töpfe!“

Was macht gute Kunst mit Dir?

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Welches Sprichwort ist totaler Schwachsinn und warum?

„Morgenstund hat Gold im Mund.“ Das würde bedeuten, jeder der an seniler Bettflucht

leidet, wäre im Vorteil. Ich, als bekennender Morgenmuffel, habe höchstenfalls

Morgens einen schlechten Geschmack im Mund. Mein Gold kommt im Laufe

des Tages, wenn ich zur Höchstleistung auflaufe.

Wie sieht Dein perfekter Tag mit Kunst aus?

Mit Freunden eine Ausstellung besuchen. Anschließend darüber reden, sich austauschen,

seine Freude oder seinen Arger darüber teilen. Meine Empfindungen und die

der Anderen bei einem guten Essen und einem feinem Weisswein Revue passieren

lassen. Das wirkt lange nach.

Wie sieht Dein Perfekter Tag ohne Kunst aus?

Super gut Golf gespielt zu haben und jemand hat es bemerkt.

Brotlose Kunst – Brotkunst, KUNST Du Brot backen?

Die Kunst Brot zu backen, besteht darin, anfangs selbstbewusst kleine Brötchen zu

backen.

Meine letzte Frage an Dich: Warum sind Bauchnabelfussel immer blau?

Weil Hirnfürze nicht stinken.

Maria Kiechle

Augenblicksfotografin

*1950, lebt in Waltenhofen, fotografiert, schreibt, hat das „wortreich“ gegründet und macht

Musik in der Frauenband „s‘ghert so“.


44

von Amrei Müller


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

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„Kaltem, starren Material

Lebendigkeit geben“

Amrei Müller gefragt von Mercedes Vetter-Rodriguez

Deine Skulpturen wirken sehr lebendig. Versuchst Du ihnen so etwas wie eine

Seele zu geben?

Mit Sicherheit will ich ihnen etwas sehr persönliches und menschliches geben. Man

soll sich vielleicht auch wiedererkannt fühlen oder ihren Ausdruck irgendwie nachspüren

können. Gerade in der Nachbearbeitung meiner Abgüsse schält sich Stück

für Stück eine gewisse Persönlichkeit heraus, was auch für mich immer wieder spannend

ist. Fast alle haben ja auch ganz normale Namen, das macht sie mit Sicherheit

auch nochmal „lebendiger“.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Beton als Material für Deine

Kunstwerke zu verwenden?

Ich komme, dank meiner Ausbildung zur Holzbildhauerin, aus einem sehr klassisch

handwerklichen Bereich. Hier war die Abformung der Modelle, anhand derer

man später schnitzt, in Beton oft Standard, da man so eine praktisch unkaputtbare

Vorlage hatte. Ich habe schnell gemerkt, dass mich dieses Material sehr fasziniert,

gerade für ein menschliches Abbild. Beton hat für mich einen zeitlosen, urbanen,

manchmal architektonischen Charakter. Es ist für mich sehr reizvoll, diesem kalten,

starren, schweren Material durch die spezielle Oberflächenbearbeitung eine gewis-


Was brauchst Du für Deine Kunst?

se Fragilität, Leichtigkeit und dadurch eben auch Lebendigkeit

zu geben.

Kommt es vor, dass Du kurz vor Vollendung einer Skulptur

diese zerstörst, weil es nicht Deinem Konzept entspricht,

bzw. hältst du dich immer an Dein Konzept?

Am Anfang steht immer eine gewisse Vorstellung einer Haltung

bzw. eines Ausdrucks. Auf dem Weg dahin kann sich allerdings

einiges verändern und es hängt dann auch immer von

meiner momentanen Stimmung ab. Da ich meine Modelle in

Ton anfertige kann ich da zum Glück auch sehr lange flexibel

sein. Nach dem Abguss wandert das Modell ohnehin wieder

zurück in die Tonkiste, was ja auch eine Art – manchmal sehr

befreiende – Zerstörung ist.

Reist Du gerne und welche Länder gehören zu Deinen Reisezielen?

Reisen hat einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. Ich

leide praktisch andauernd an akutem Fernweh. Es gibt noch

soviel zu sehen! Ich kann mich allerdings glücklich schätzen,

auch dank der Reiselust meiner Eltern, schon viele wunderbare

Plätze auf diesem Planeten erkundet zu haben. Mit meinem

VW Bus bin ich, sobald es die Zeit zulässt, viel in Europa unterwegs.

Aber manchmal zieht es mich auch in die Ferne wie

nach Nepal, Neuseeland, Sri Lanka, Marokko oder auf die Fiji-Inseln.

Märchen sind nicht nur für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen.

Kannst Du dich auch dafür begeistern?

Märchen können durchaus etwas sehr inspirierendes haben.

Oft mystisch und phantasievoll. Dafür kann ich mich auf jeden

Was macht gute Kunst mit Dir?

Fall begeistern. Wenn ich gelegentlich mal eine Nachtschicht

in der Werkstatt einlege, höre ich gerne stundenlang Hörbücher,

oft auch Märchen, was sich mit Sicherheit in irgendeiner

Art und Weise auch auf meine Arbeit auswirkt.

Liebst Du die Musik und welche Richtung?

Musik ist mein Motor! Ohne Musik läuft bei mir praktisch

nichts. Mit das Schönste an meiner Arbeit ist, dass ich dabei

nahezu nonstop laut Musik hören kann. Tue ich das nicht, entsteht

in kürzester Zeit völliger Stillstand. Je nachdem welcher

Tätigkeit ich gerade nachgehe, kann der Musikstil sehr variieren.

Da ist von harter Stromgitarre, Punkrock über Indy/Folk

oder Hip Hop bis hin zu Jazz und Klassik nahezu alles dabei.

Hauptsache laut und inspirierend!

Hast Du neben Deiner Kunst auch manchmal Zeit um

Bücher zu lesen?

Ich liebe Bücher und besitze unzählige. Viele davon stehen leider

ungelesen im Regal und warten auf den Moment, in dem

ich mal zur Ruhe komme und mir Zeit zum Lesen nehme. Diese

Momente sind allerdings sehr selten. Meist nur auf Reisen,

aber dann kann es passieren, dass ich alles nachhole und ein

Buch nach dem anderen verschlinge.

Amrei Müller

Skulpturen

*1981, lebt in Zöblen/Osterreich, arbeitet mit Beton,

manchmal auch mit Holz.

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Rostm


odern

von Peter R. Müller

Abbildungen, Hintergrund:

Amazone, 2013

von links oben:

Ahnen mit „Lucy“, 2008

Rostwildrudel, 2014

Aktaion, 2013

Jagdszene, 2013. Rostmonotypie

Aus den Höhlen von Altamira, 2014.

Rostmonotypie


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Was denkst Du über den Kunstmarkt?

„Machen, machen, machen“

Peter R. Müller gefragt von Florian Wendel

Deine Arbeiten bestehen meist aus verrostetem Metall. Was reizt Dich so an diesem

Material?

Rost zeigt sich in Schattierungen von Gelb über Orange bis Schwarz. Seit etwa zwei

Jahrzehnten drucke ich sicher mit Rost (Rostmonotypien).

Was inspiriert Dich zu Deiner Kunst?

Leere Räume – leere Flächen.

Was erwartest Du vom Betrachter Deiner Skulpturen?

Kann er es bezahlen?

Wo gehst Du hin, wenn Du bei Dir sein willst?

Ins Bett.

Gibt es ein Kunstwerk oder einen Künstler der Dich besonders beeindruckt?

Vorpinsler oder Vorbaselitzer habe ich keine. Wenn mich ein Künstler beeindruckt

hat dann war es Marcel Duchamp.

Eine Frage, die Dich gerade bewegt.

Wie beantworte ich die Nächste.


Was macht gute Kunst mit Dir?

Was brauchst Du für Deine Kunst?

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Was ist für Dich Kunst oder was macht man, wenn man

Kunst macht?

Einfach machen, machen, machen.

Was ist für Dich gute Kunst und gibt es auch Kunst, die Du scheiße findest?

Der Künstler Piero Manzoni (1933-1963) stellte Scheiße in Konservendosen her

(Nettoinhalt: 30 Gramm, natürlich erhalten). Also, es gibt keine Scheiß-Kunst; Scheiße

ist Kunst.

Wie kommst Du zu Deinen Motiven?

Ich komme nicht zu Ihnen, Sie kommen zu mir.

Welches Interesse verfolgst Du in Deiner Kunst?

Suchen, um zu finden.

Ein Leben ohne Kunst wäre…

...nicht denkbar.

Welcher Gegenstand ist aus Deinem Atelier nicht wegzudenken?

Der Hammer.

Peter R. Müller

Skulpturen ·Rost-Monotypien

*1943, lebt in Irsee, lässt Metallteile auf verschiedenen Untergründen und Stoffen abrosten und

teils riesige Skulpturen aus Metall entstehen.

www.peter-r-mueller.de


Blaue

in allen

von Susanne Praetorius

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Die Blaue Stunde ist laut einem Internet-Lexikon

die kurze Zeitspanne

nach der Dämmerung und vor

der nächtlichen Dunkelheit.

Die Grundfarbe dieser Szene ist

dunkel, Normalschwarz und Umbra

gebrannt sind die Basisfarben,

weil sie auch als Lasur und Grundierung

nicht kalt wirken. Was später

Licht wird, bleibt unbemalt, also

weiße Leinwand.

Aber zuerst eine Vorzeichnung,

in diesem Fall geht’s nicht ohne.

Die Häuserfassaden sind Farbmischungen

aus Prismaviolett, Siena

gebrannt, Schwarz und Titanweiß,

ebenso die Bodensteinplatten. Die

Heizlampen außen am Haus tauchen

den Platz unter sich in fast

schon grelles Rot - Zinnoberrot,

Orangerot, Kad miumgelb hell

und viel Titanweiß – erst grundiert

und immer wieder lasiert.

Im Cafe ist das Licht warmgelb,

Teller und Tassen nehmen diesen

Farbton auf. Ebenso die Fensterrahmen,

die glänzende Tischplatte und

die Stuhllehnen. Kadmiumgelb

und Ocker geben den Ton an.

Alle Häuser und die Straßenszenen

sind fertig. Leuchtreklamen in


Stunde

Farben

Saftgrün und Azurblau setzen die

üblichen Akzente.

Jetzt entstehen die Überlagerungen

der Lichter drinnen und draußen,

die Spiegelung der Cafe-Bar in

den Fensterscheiben und den Gläserreihen

über die Häuserfronten.

Das alles male ich sozusagen auf

die Fensterscheiben, hauptsächlich

in Titanweiß und Kadmiumgelb.

Ich muss die Häuser dabei buchstäblich

„übersehen“.

Normalerweise male ich alle

Bereiche eines Bildes parallel, weil

die Wirkung der Farben zueinander

entscheidend ist. Die Darstellung

der Frau am rechten Bildrand

ist für die gesamte Bildkomposition

wichtig, die weiße Fläche war ein

Platzhalter. Erst gegen Ende des

Bildes habe ich mich dafür entschieden.

Übrigens: Es ist Sonntag: die Läden

sind geöffnet. Es ist Januar: Die

Menschen sitzen draußen. In Kopenhagen.

Abbildungen: Blaue Stunde, 2015.

Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Was macht gute Kunst mit Dir?

54

„Malen.

Das reinste Abenteuer“

Susanne Praetorius gefragt von Thomas Guggemos

Was reizt Dich, großformatige Bilder zu malen?

Auf einer großen Leinwand habe ich mehr Platz, mehr Raum,

um eine Landschaft oder Szene zu schaffen. Ich kann Details

besser erzählen, weil sie größer sind. Und ich kann mich

gleichsam selbst in diesem Raum der Leinwand aufhalten, in

die Landschaft gehen, eintauchen, um Dinge oder Menschen

und Tiere „herumgehen“...Andererseits habe ich Beschränkungen

bei der Leinwandgröße: Die Innenmaße unseres Kofferraums.

Wäre Deine Kunst illegal, was würdest Du tun?

Keine Ahnung, wozu soll ich mir das vorstellen? – Obwohl,

wenn ich‘s mir doch vorstelle: Wahrscheinlich wäre ich dann

reich und berühmt! Ich weiß, das ist keine Antwort auf Deine

Frage, sondern wäre – je nach Zielgruppendynamik – die Folge

meines Tuns, wenn selbiges eben künstlerisch illegal wäre.

Und wahrscheinlich gäbe es eine Riesenwerbekampagne

durch die Medien...


Was brauchst Du für Deine Kunst?

55

Welche Menschen inspirieren Dich?

Menschen, die viel zu erzählen haben und das auch können.

Menschen, die Ausstrahlung haben. Künstler, die ihr Handwerk

beherrschen und mit ihren Werken – Musik, Bildern,

Büchern, Schauspiel...- überraschen, glücklich machen, erstaunen,

ändern, erschüttern, unterhalten... Vorausgesetzt

natürlich, ich bin im „Aufnahmemodus“ für Inspirationen,

denn dies gilt es ständig abzuwägen. „We are overnewsed

and underinformed“, wie mein groß„artiger“ Freund Stephan

Schmidt in seinem Interview im artig-Magazin 2010 treffend

formulierte.

Was ist für Dich ein erfolgreicher Künstler?

Zum einen habe ich das eben in der vorhergehenden Frage

beantwortet. Und ich denke, beides ist wichtig für Kreativität:

Inspirieren und sich inspirieren lassen. Zum andern ist ein

Künstler dann erfolgreich, wenn er – Achtung, jetzt kommt‘s

– DAVON LEBEN KANN. Übrigens ein Ausdruck, den man eigentlich

nur im Zusammenhang mit Künstlern gebraucht. Der

einzige Berufsstand, den man in unserer Gesellschaft völlig

distanzlos fragen kann, ob er „genug“ verdient, „also davon

leben kann“.

Wenn Du aus Kempten wegziehen müsstest, was würdest Du

am meisten vermissen?

Die Selbstverständlichkeit des Lebens, die man nur hat, wenn

man sich zu Hause fühlt. Dazu gehört die vertraute Umgebung,

mein selbstgeschaffener Alltag und natürlich – trara – meine

Familie und meine Freunde. Und auf jeden Fall mein „artiger“

Kunstverein. Also eine ganze Menge. Ich bleibe.

Was treibt Dich an, Kunst zu machen?

Tja, ich weiß bis heute nicht, ob das Kunst ist, was ich mache.

Ich habe bis heute keine Definition für Kunst gefunden.

Ich habe großen Respekt vor diesem Begriff. (So gesehen ist

für mich z.B. der Begriff „Hobbykünstler“ ein Widerspruch in

sich...) Jedenfalls, was mich antreibt ist die pure Lust am Malen.

Die Faszination der Wirkung. Die Umsetzung eines Bildes

im Kopf, bis zum Bild auf der Leinwand. Das reinste Abenteuer!

Dagegen habe ich keine Ambitionen, die Welt zu verbessern,

die Gesellschaft zu kritisieren oder mich selbst zu verwirklichen.

Ich bin schon wirklich.

Stell Dir vor, es gibt kein morgen mehr, was würdest Du heute

noch tun?

Morgen ist auch noch ein Tag. Wie‘s so schön heißt. Das entspricht

übrigens tatsächlich meiner Lebenserfahrung. Vielleicht

denke ich morgen über diese absurde Frage nach. Heute

male ich.

Susanne Praetorius

Malerei

*1961, lebt in Kempten, Malerin, Dipl.-Kommunikationsdesignerin (FH).

www.susanne-praetorius.com


Denkmuster

von Stephan A. Schmidt

Aufschnitte – zur Werkserie

Alles unter Kontrolle, nichts wird dem Zufall überlassen:

Das gilt heute in fast allen Lebens- und in allen Berufsbereichen.

Auch in der Produktion von dicken Büchern und Katalogen.

Jeder Satz ist gut überlegt und zweimal lektoriert,

jeder Absatz bewusst gesetzt, das Layout nach psychologischen

Erkenntnissen in durchgängigem Raster aufgezogen,

vor dem Druck wird geprooft und geprüft.

56

Legt man ein Buch wie ein Brot vor sich hin, schneidet es

in der Mitte durch, und betrachtet die Schnittfläche unter

einer Lupe, zeigen sich wie in einem Untersuchungslabor

zugleich Zufall und Ergebnis von Kontrolle in willkürlichen

Mustern.

„Versiegt“ – zum Werk

Die typisch deutschen Versandhauskataloge – auch „Universalkataloge“

genannt und als Konsumbibeln oder gar

„unsere kleinbürgerliche Hölle“ (Hans Magnus Enzensberger

1960) kritisiert – stehen seit den 50er Jahren mit ihren

Rekordauflagen als Symbole für den Wiederaufbau und das

Wirtschaftswunder Deutschlands. Ihre Herausgeber zählen

zu den hochdekorierten Unternehmern, die, erhoben

zu unantastbaren Pionieren, unser in Trümmern liegendes

Land mit bloßen Händen wieder aufgebaut haben.

Gerne wird dabei vergessen oder bewusst unterschlagen,

dass es oft genau dieselben waren, die eben dieses

Land zuvor in Trümmer gelegt und in kollektiver Blindheit

weggesehen haben, wie Millionen Menschen tyrannisiert,

gequält, der Heimat beraubt und ermordet wurden.

(Nicht) zufällig waren die späteren Marktführer, Gustav

Schickedanz (Quelle) schon seit 1932, also vor der Machtergreifung

Hitlers, Mitglied der NSDAP, sowie Josef Neckermann

seit 1933 zuerst Mitglied der SA-Reiterstaffel und ab

1937 Parteimitglied. Im Zuge der Arisierung und Enteignung

von jüdischen Unternehmern wuchsen beide Firmen

durch Käufe diverser Immobilien, Firmen und Fabriken

aus jüdischem Eigentum zu Spottpreisen.

Schickedanz und Neckermann wurden 1948/49 als „Mitläufer“

eingestuft, erhielten in den Jahren danach Stück für

Stück Vermögen und Firmeneigentum zurück und schrieben

etwaige Vergleichszahlungen an jüdische Familien von

der Steuer ab.

Abbildung: Versiegt. Pigmentdruck auf Büttenpapier,

193 x 32 cm, 2015. Ausschnitt 1:1 aus dem zehnfach vergrößerten

Aufschnitt des letzten Quelle-Kataloges 2009 (Auflage

8 Mio.) vor der endgültigen Pleite.


Was macht gute Kunst mit Dir?

58

„Was zum Teufel sind Hobbys?“

Stephan A. Schmidt gefragt von Jonathan Besler

Wie lange machst Du schon Kunst?

Schon seit meinem vorvorletzten Leben. Aber ich war dann

etwas erschöpft und habe in diesem Leben erst einmal Pause

gemacht, bis ich über 40 Jahre jung war. Aber auch das kommt

mir schon wieder wie eine Ewigkeit vor.

Bist Du zufrieden mit dem, was Du machst, und würdest Du

es wieder so machen?

Schon. Vielleicht würde ich bei manch einem älteren Werk inzwischen

hier oder da etwas anders machen, aber generell ist

mir das zu rückwärts gewandt. Jedes Werk ist das Produkt seiner

spezifischen Zeit, hat seine Beweggründe und Umstände,

und hat damit seine Berechtigung – sofern man damals schon

mit Anspruch an die Sache gegangen ist. Und es wäre mir eine

zu fiese Frage, so als ob ich Eltern fünf Jahre später fragen würde:

„Na, schaut Euch Euer Kind mal an. Würdet Ihr es wieder

so machen?“ Dabei hat das Kind längst seine eigene Berechtigung.

Also: Ja. Zweimal ja.

Machst Du außer Deiner Kunst auch noch etwas hauptberuflich?

Gezwungenermaßen, aber deswegen nicht ungern: Werbung,

Text, Grafik, Websites, Konzepte. Seit vielen Jahren. Von meiner

Kunst könnte ich sowieso nicht leben, die ist zu sperrig,

nicht mal inhaltlich, sondern sie passt nun mal kaum in schöne

Häuser an schöne Wände. Andererseits bin ich froh drum,

jenseits meines Jobs meine Kunst in einem zwang- und damit

kommerzfreien Raum machen zu können. Ich kenne Künstler,

die sind fast daran zerbrochen, verkaufsfähige Kunst zu produzieren,

weil der Galerist danach schrie, oder weil sie einfach

Hunger hatten.

Zudem ist‘s ja so, dass 95 Prozent aller Künstler nicht von ihrer

Kunst leben können, und die Hälfte der anderen fünf Prozent

tut auch nur so, als ob sie davon leben würden. Bleiben die 2,5

Prozent, über die immer geredet wird, wenn es um „die Kunst“

geht.

Was sind Deine sonstigen Hobbys?

Ich frage mich gerade, was zum Teufel Hobbys überhaupt sind.

Das, wozu man nicht kommt? Oder das, bei dem man schon

wieder g‘schäftig rumwurschtelt? Dann wäre mein (Anti-)Hobby:

Nichts tun, gemütlich rumsitzen, Müßiggang. Mit Freunden

einfach mal nur zusammensitzen. Alles andere sind für

mich wichtige, sinngebende Interessen: Unsere Galerie bespielen,

Kunst anschauen, darüber lesen, und wenn noch Zeit

bleibt, Literatur, also Sprache und Musik, viel Musik. Ansons-


Was denkst Du über den Kunstmarkt?

ten mache ich täglich ca. sechs bis sieben Stunden Yoga. Während

ich schlafe.

Warum keine Fotografie?

Ömmm... doch, auch schon. Auf der artig‘15 wird vermutlich

die größte Fotografie von mir sein – bzw. das, was ich aus mehreren

Fotos gebaut habe. Und gerade wegen diesem „Bauen“

sage ich für mich gerne „Fotografik“ dazu.

Andererseits arbeite ich als Künstler wenig mit der Kamera,

weil ich beruflich bereits viel mit Fotografie und der ganzen

Technik drumherum zu tun habe, also eh‘ den ganzen Tag in

Monitor starre, und früher viel als Pressefotograf gearbeitet

hatte. Da komme ich in Sachen Kunst ins Schwimmen; es fällt

mir schwer, einen Trennstrich zu ziehen, ab wann Fotografie,

zumindest meine, für mich nicht mehr Deko oder kapitalistische

Gebrauchsfotografie ist, sondern Kunst. Ähnlich schwer

vorstellbar ist für mich, wenn ich tagsüber Redenschreiber

wäre oder Zeitungsredakteur – also den ganzen Tag Text – und

dann abends noch Gedichte schreiben würde.

Und weil Du in Kunstausstellungen ganz schnell einen Haufen

Leute vor Fotografien stehen hast, die das Bild aus einem

Zentimeter Entfernung aus allen Blickwinkeln betrachten und

dabei die Aussage vergessen. Stattdessen geht es um Körnung,

Rauschen, Repro, Kaschierung, Aludibond oder nicht – den

ganzen Materialschlachtscheiß.

Zudem gibt es bereits mindestens zwei Menschen, die in etwa

so fotografieren, wie ich es auch gerne tun würde: Andreas

Gursky und Taryn Simon. Aber a) gibt es die schon, b) liegt da

die Latte sehr hoch, und c) fehlt mir das Geld für Gursky‘s Hubschrauber

und den LKW, der die riesen Drucke dann zur Ausstellung

fährt, sowie Simons Reisekasse. Sofern mir in diesen

Was brauchst Du für Deine Kunst?

speziellen Feldern nicht auch die Ideen ausgehen würden... Ich

habe zwar etliche Fotoprojekte klar vor Augen, aber es gibt soviel

andere Kunst, die auch zu tun ist, und für die ich andere

Ausdruckssprachen und Techniken gefunden habe – fernab

meiner Computer.

Was war bisher Dein größter Erfolg?

Als ich in der 12. Klasse Erster beim Tausendmeterlauf war,

während die ganzen Pseudoschönfußballer ab 800 Meter in

die Büsche kotzten. Ansonsten: keine Ahnung. Folgenreiche

Sachen sind mir lieber als Erfolge; um derentwillen arbeite ich

nicht. Aber um die Frage doch zu beantworten: Es war bisher

jedes Mal wieder der größte Erfolg, ein Werk zu vollenden.

Wie stellst Du Dir Deine Arbeit in zehn Jahren vor?

Erhofft oder befürchtet? Keine Ahnung. Vielleicht entspannter,

vielleicht politischer, falls die neoliberale Leistungsbrühe

noch mehr stinken wird und der globale Laden am Abgrund

steht. Langfristige Erwartungen können aber massiv danebengehen.

Daher lass‘ ich mich lieber überraschen und freu mich

erst mal drauf. Das große Fass Fatalismus kann man dann ja

immer noch aufmachen. Da hätt‘ ich noch ein paar aus den

letzten Leben.

Stephan A. Schmidt

Installationen · Fotografik · Aktionen · Objekte

*1967, lebt in Kempten, Texter, Grafiker, Künstler & Kulturarbeiter, macht

künstlerisch alles außer Malen.

www.artig.st/stephan-a-schmidt

59


Leh

60

Ab

r

Peter Steininger braucht nicht viele Worte. Sondern...


61

lbinde

Ztönfarben

Öm Gasbeton

Ton

iegel


62

Was brauchst Du für Deine Kunst?

Was denkst Du über den Kunstmarkt?

„Mir platzt der Kopf

vor Ideen“

Peter Steininger gefragt von Stephan A. Schmidt

Auf Deiner Website reihen sich bunt durcheinander Flaggen, Fische, Dot Paintings,

einfarbige Silhouetten und Sportvereinslogos aneinander. Was ist davon

für Dich am meisten Kunst? Oder wäre es nicht sogar schöner, wenn das einfach

scheißegal wäre?

Ich möchte es schon etwas kategorisieren: Firmen und Vereinslogos weniger Kunst,

alles andere mehr Kunst.

Ein Gönner zahlt Dir ein Jahr lang pro Monat ein gutes Gehalt, damit Du Kunst

machst. Wie viel und was malst Du?

24 Stunden pro Tag – mir platzt der Kopf vor Ideen!

Zweiter Teil der Frage: Der Gönner verdoppelt das Gehalt, wenn Du alle drei Wochen

ein Werk ablieferst. Verdirbt Dir das den Spaß und warum?

Nö, warum? Es würde mich nur noch mehr anspornen.

Was muss man tun, damit Du ein vier Meter großes Dot Painting malst?

Mir das Spiderman-Kostüm überwerfen!


Was macht gute Kunst mit Dir?

63

Deinem Sohn fällt ein, dass er unbedingt Kunst studieren will. Was sagst Du

ihm?

Do it!!!

Wenn alle Menschen Dot Paintings malen würden, worin würden sich Deine unterscheiden?

Woran erkennt man einen echten Steininger?

Es würden komplett einzigartige Werke entstehen – wie meine.

Auf dem Weg von der Idee bis zum Verkauf und Aufhängen eines Bildes – welche

sind dabei die schönsten Momente?

Alle.

Eine neue Regierung verbietet Kunst, weil überflüssig und sinnlos. Was machst

Du?

Zur Waffe greifen.

Zum Schluss was ohne Kunst: Du bist auf einer einsamen Insel, auf der es wirklich

alles gibt, und von allem zu viel. Was schmeißt Du als erstes runter?

Alle Wecker und Uhren!!!

Peter Steininger

Stone Art

*1964, lebt in Kempten, schafft Bilder mit Naturmaterialien auf Leinwand, inspiriert durch die

Technik der Aboriginal Dot Style Paintings.

www.peter-steininger.com


Abbildung: Aurora, 2015. Pigmente auf Leinwand, 80 x 100 cm


65

Die Kraft der Farben

von Mercedes Vetter-Rodriguez


66

Was denkst Du über den Kunstmarkt?

Was brauchst Du für Deine Kunst?

„Es gibt nicht nur

eine ‚richtige‘ Richtung“

Mercedes Vetter-Rodriguez gefragt von Klaus Kiechle

Wie hast Du Deine Liebe zur Malerei entdeckt?

Ich war zwar schon als Kind sehr kreativ und habe Mengen an Papier und Buntstiften

verbraucht, aber so richtig mit der Malerei begonnen habe ich vor ca. 25 Jahren.

Würde Dir Deine Kunst helfen, dramatische Einschnitte in Dein Leben besser zu

bewältigen?

Ja, davon bin ich überzeugt.

Würde sich Dein Malstil verändern, wenn Du nur die Farben Schwarz und Weiß

zur Verfügung hättest?

Mit Sicherheit wäre das eine Chance etwas Neues auszuprobieren. Im Leben und erst

recht als Künstler muss man sich ständig weiterentwickeln. Somit ist das für mich

sicherlich auch kein Problem, sondern eher eine Herausforderung.

Keine Gedanken an das Malen verschwenden, keinen Pinsel in die Hand nehmen!

Sind solche Ruhephasen für Dich wichtig und wie lange können sie dauern?


Was macht gute Kunst mit Dir?

Kreative Phasen sind immer wichtig und manchmal auch nötig.

Bei mir können die Ruhephasen allerdings schon mal zwei

bis drei Monate dauern.

Was bezeichnest Du als Heimat?

Meine Heimat ist der Ort, an dem ich mich wohlfühle und es

mir gut geht.

Steht bei Dir der leibliche Genuss wie gutes Essen und Trinken

im Zusammenhang wie Du Deine Bilder gestaltest?

Keine Ahnung! Ich genieße beides sehr, nur werde ich beim

Malen nicht so schnell satt.

Wenn Du Deinen Kindern nur einen Rat fürs Leben geben

könntest, welcher wäre das?

Sein Ziel nie aus den Augen verlieren!

Wovon hast Du Dich befreit?

Von dem Gedanken, dass es im Leben nur eine ‚richtige‘ Richtung

gibt.

Mercedes Vetter-Rodriguez

Malerei

*1948, lebt in Probstried (Oberallgäu), malt mit selbst hergestellten Farben

für individuelle Farbnuancen.

www.rodriguez-vetter.de

Eintauchen

in dieWelt der

Pigmente

www.kremer-pigmente.de


von Florian Wendel

Le|bens _

Wobei es etwas wie eine „unberührte Natur“

so gut wie gar nicht mehr gibt. Kaum ein

Ort, in dem der Mensch nicht auf irgendeine

Art und Weise ins Landschaftsbild

eingegriffen hätte.

68


Einerseits formen wir unsere

Umwelt nach bestimmten

Gesichtspunkten, andererseits

leben wir in ihr und lassen uns

durch sie beeinflussen.

|raum

Abbildungen: whitescape #03, 2015. Fotografie, 47 x 48 cm

Parkplatz, 2014. Fotografie, 45 x 30 cm


70

Was brauchst Du für Deine Kunst?

„Hin und wieder nichts“

Florian Wendel gefragt von Maria Kiechle

In Deinen Fotos treffen sich oft Architektur und Natur. Was fasziniert

Dich daran?

Mich interessieren Lebensräume, egal ob künstlich geschaffen

oder natürlich. Wobei es etwas wie eine „unberührte Natur“ so

gut wie gar nicht mehr gibt. Kaum ein Ort in dem der Mensch

nicht auf irgendeine Art und Weise ins Landschaftsbild eingegriffen

hätte. Für mich besteht da eine Art Wechselwirkung.

Einerseits formen wir unsere Umwelt nach bestimmten Gesichtspunkten,

andererseits leben wir in ihr und lassen uns

durch sie beeinflussen.

„Das Leben ist kein Ponyhof“! Was empfindest Du als lästig?

Mich entscheiden zu müssen.

Bist Du eher Einzelkämpfer oder Mannschaftssportler?

Eigenbrötler mit Teamfähigkeit.

Du hast als zweiten Beruf Fotografie studiert. Warum?

Weil ich die Möglichkeit hatte,

weil ich mich am besten durch Bilder ausdrücke,

weil mir Zeichnen oder Malen nicht liegt,

weil ich wissen wollte, ob es Bielefeld wirklich gibt.

Man sagt: Gute Künstler seien auch gute Köche! Wo siehst Du

da einen Zusammenhang?

In beidem sollte man die Grundlagenlagen beherrschen und

sie wieder vergessen, wenn es gut werden soll. Dazu noch etwas

Kreativität und Lust am Ausprobieren, auch wenn’s dann

hin und wieder im Eimer landet.

Auf was könntest Du nicht verzichten?

Diese Frage zu beantworten ohne schnulzig oder abgedroschen

zu klingen, ist für mich fast nicht möglich. Umgekehrt

geantwortet, würde ich in materieller Hinsicht gerne auf mehr

verzichten als ich es im Moment tue.

Was würdest Du gerne wissen wollen?

Manchmal alles. Hin und wieder nichts.

Florian Wendel

Fotografie

*1977, lebt in Kempten, fotografiert Natur, Menschen und Lebensräume.

www.florianwendel.de


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74

das artig

Lexikon

Der Verein

artig, der: Substantiv, maskulin. Verein,

eingetragen im Registergericht am Amtsgericht

Kempten unter dem Namen „artig

/art interessengemeinschaft e.V.“; gegründet

2009; Vereinszweck: Förderung

von Kunst und Kultur; bestehend aus aktiven

Mitgliedern aus Kempten und dem

Allgäu (2015 ein Duzend Künstlerinnen

und Künstlern) sowie Fördermitgliedern

(nicht zwangsläufig Künstler, Stand Anfang

2015: über 100 Fördermitglieder);

richtet seit 2009 das Kunst- und Kulturfestival

artig (s. dort) aus, betreibt seit

2012 die Galerie kunstreich (s. dort) und

lobt seit 2014 international den eigenen

artig Kunstpreis aus.

Das Festival

artig, die: Substantiv, feminin. Eigenname,

klein geschrieben, für

das große Kunst- und Kulturfestival

des Allgäuer Künstlervereins

artig e.V.; etabliert seit 2009, seit

2011 alle zwei Jahre als Biennale

in der Markthalle Kempten. Mit

der jeweiligen Jahreszahl gekennzeichnet

der Titel für das entsprechende

Festival, z. B.: artig‘15.

Die Galerie

kunstreich, das: Substativ, Neutrum.

Eigenname, klein geschrieben,

für vom Verein artig

e.V. betriebene Galerie in der

denkmalgeschützten ehemals

reichsstädtischen Münze in der

Kemptener Altstadt; eröffnet im

April 2012 und seither dauerhaft

bespielt mit Ausstellungen

verschiedener Genres; bereits

32 Kunstausstellungen in den

ersten drei Jahren sowie weitere

Veranstaltungen wie Konzerte,

Lesungen, eine Schreibwerstatt

namens wortreich und die Dialogreihe

namens geistreich.

Beim

„Salon des Refusés“

2014 präsentierte

das kunstreich

ausjurierte Kunst:

ganze 130 Werke

hingen in dem

denkmalgeschützten

Gebäude.

Die artigen Künstler, mit

Helfern und Partnern – so

vielfältig wie die Kunst...


Vom kurzen

Feuerwerk zum

Dauerbrenner

75

Nichts ist beständiger als der Wandel:

2009 bis 2011 zogen wir einmal im Jahr

mit viel Tamtam, mit vielen Künstlern

und ihren Werken in die Kemptener

Markthalle. Und nach zehn Tagen ging

jeder wieder seines Weges, das kurze

Feuerwerk war vorbei, die Kunst wie der

Verein waren heimatlos.

Drei Jahre später taten sich neue

Türen auf. Im April 2012 öffneten wir

im Herzen der Kemptener Altstadt einen

außergewöhnlichen Ort wieder für

die Allgemeinheit, der viele Jahre lang

verschlossen dahinschlummerte: die

ehemals reichsstädtische Münze in der

Schützenstraße, deren Mauern aus dem

15. Jahrhundert stammen. Sie beherbergt

nun die Galerie kunstreich: Wo

früher Geld geprägt wurde, prägen heute

Kunst und Kultur ein anderes „Kapital“

für unsere Gesellschaft.

Alle sechs Wochen präsentieren wir

hier über das ganze Jahr Einzel- oder

Gruppenausstellungen mit Kunst aus

nah und fern, von jung und alt, von Malern,

Bildhauern oder Graffitti-Künstlern.

Wie alle Aktivitäten betreibt der Verein

auch die Galerie ehrenamtlich. Daher

sind wir für jede Spende, jedes Fördermitglied,

jeden Postkarten-Kauf und jeden

übernommenen Galerie-Dienst dankbar.

Infos kunstreich

• 3 Tage in der Woche geöffnet (Sa & So:

11 bis 17 Uhr, Di: 16 bis 20 Uhr)

• über 4.200 Besucher im Jahr 2014

• Bewerbungen aus der Region wie von

international aktiven Künstlern; bis zu

1 Jahr im Voraus ausgebucht

• 2014 Ausschreibung des ersten artig

Kunstpreises; künftig alle zwei Jahre

• Adresse: Schützenstr. 7, 87439 Kempten

• Eintritt: generell frei

• alle bisherigen Ausstellungen im Überblick:

www.artig.st/ausstellungschronik

Keine gerade Ecke und viel altes Holz: Das

kunstreich ist keine klassische Galerie.


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– die gähnende Leere

in unserer Ausstellungs-

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und Kultur.

Magazine zur Ausstellung artig’09-’13

DIN A4, 60 – 80 Seiten, Restbestände

gegen eine kleine Spende – solange der

Vorrat reicht.


Kunstpostkarten

Serien 2009 - 2011, auf 100 Ex. limitiert,

12 x 17,5 cm oder DIN A6, je 1 €

Wildwuchs,

Susanne Praetorius

UNITE US,

Stephan A. Schmidt

Iquitos,

Sandra Geiger

Buddha bei die Fische,

Susanne Praetorius

Smells like Sperm Spirit,

Gwendolyn Boos

Heavy Metal,

Klaus Kiechle

Deception,

Sandra Geiger

Aarian,

Sonja Hüning

Stimmung,

Mercedes R. d. Vetter

Geborgenheit,

Ulrich Haas

Anno domini

Cube exploded,

Boris Bösker

Beginnings,

Crash Vorich

Don Quixote,

Helmuth Kittel

Siesta,

Mercedes R. d.

Vetter

Kotzkatze,

Luzia Werner

Gedanke in Weiß,

Luzia Werner

Anno domini,

Maria Kiechle

Das, was ist, kann auch

andersartig sein, je

nachdem, wie man´s

sieht.

81

arTiger,

Susanne Praetorius

Torte Llini,

Stephan A. Schmidt

Boote,

Mercedes R.d. Vetter

Das, was ist...,

Susanne Praetorius

Quo Vadis,

Klaus Kiechle

Brotlose Kunst,

Klaus Kiechle

Faust,

Boris Bösker

Immer schön sauber

bleiben, Maria Kiechle

Verona,

Günther Band

Schöpfung,

Peter Morgner

Stühle am Strand,

Günther Band

artig grüsst,

Mercedes R. d. Vetter

Katze,

Helmuth Kittel

Tiger,

Helmuth Kittel

Ist das Kunst...,

Maria Kiechle

Artig,

Gwendolyn Boos

Buntvieh,

Gwendolyn Boos

Laokoon,

Peter Morgner

Torso,

Boris Bösker

DAS HIGHLIGHT DES JAHRES

Sonderpostkarten 2009 – 2013, auf 100 Ex. limitiert, A6, je € 1,-

Highlight des Jahres,

Susanne Praetorius

Gesehen (ein florentiner

Drama), Stephan A.

Schmidt

Beuteschema,

Gwendolyn Boos

David artig‘09

Venus artig‘10

Johannes artig‘11

Justitia artig‘13


artig Kunstpostkarten 2013 auf 100 Exemplare limitiert, 12 x 17,5 cm oder DIN A6, je 1 €

Carpe diem,

Kathrina Sofie Baumgartner

in vino veritas,

Klaus „Bschese“ Kiechle

Rechenschieber,

Maria Kiechle

Alles Zebra,

Werner Kimmerle

In der tiefen Stille meines

Hundes, Oliver Kromm

600 Hoinzen,

Robert Liebenstein

Simpsons Gap,

Peter Steininger

Dreh Dich um, Du

schnarchst!

Krešimir Crash Vorich

eat green,

Thomas Guggemos

Tide,

Mercedes R. d. Vetter

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Torso (Ausschnitt),

Boris Bösker

Fast Shopper,

Stephan A. Schmidt

do not touch,

Susanne Praetorius

Icons III,

Florian Wendel

Amour fou,

Sonja Hüning

Maske 1,

Matthias Herzog

Das familiäre Wirtshaus im idyllisch gelegenen Dorf Akams. Urig gemütliche

Stuben, Panorama-Sonnenterrasse, Spielplatz angrenzend. Regionale

und jahreszeitlich angepasste Gerichte, verstärkt Rindfleisch aus eigener

Landwirtschaft und Wildspezialitäten aus heimischer Jagd. Liebevoll

eingerichtete Zimmer. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbiketouren

etc. und zu nahegelegenen Langlauf- und Skigebieten.

Akams 3, 87509 Immenstadt, Tel. 08323/4915

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artig Kunstpostkarten 2015 auf 150 Exemplare limitiert, 12 x 17,5 cm oder DIN A6, je 1 €

Milky Way Tree,

Jonathan Besler

Einwegfreiheit,

Thomas Guggemos

Dreaming,

Matthias Herzog

Shangri La,

Susanne Praetorius

Wisch you were here,

Klaus „Bschese“ Kiechle

Tempestad, Mercedes

Vetter-Rodriguez

Blues Brothers,

Peter Steininger

Teich,

Florian Wendel

Gut und Böse,

Stephan A. Schmidt

Ansitz,

Peter R. Müller

Anouk,

Amrei Müller

Faustus,

Menni Bachauer

Ciao Bella,

Monika Herlein

Abschied,

Sonja Hüning

Alter vor Schönheit,

Maria Kiechle

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Was über Fotografie schon

alles gesagt wurde

Zitate, gesammelt von Klaus „Bschese“ Kiechle

Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.

Werbespruch der Leica-AG

Die Fotografie lehrt, dass wie gut Du siehst, nichts damit zu tun hat, wie gut Du siehst.

Autor unbekannt

Ein Foto wird meistens nur angeschaut – selten schaut man in es hinein.

Ansel Adams, 1902-1984

Das Auge macht das Bild und nicht die Kamera.

Gisèle Freund, 1908-2000

Auf jeden Fall aber kümmern sich die Menschen zu viel um die photographische Technik und zu

wenig um das Sehen.

Henri Cartier-Bresson, 1908-2004

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Wer als Anfänger die Gestaltungsregeln der Fotografie ignoriert, hat keinen Verstand. Wer sich

aber fotolebenslang daran klammert, hat keine Phantasie.

Detlev Motz, *1946

Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, NICHT auf den

Auslöser zu drücken!

Andreas Feininger, 1906-1999

Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig

wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken,

die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

Andreas Feininger, 1906-1999

Klar war die Ausrüstung teuer und ich mache keine besseren Bilder dadurch. Aber ich habe jetzt

mehr Spaß an meinen schlechten Bildern.

Heiko Kanzler, *1970

Kreativfilter haben mit Kreativität soviel zu tun, wie Kunsthonig mit Kunst.

Bob Shell, *1946

Ein Fotograf ist ein Taschendieb, der den Leuten auf der Straße einen Augenblick stiehlt, um ihn

dann schließlich allen zu zeigen.

Autor unbekannt

Es wird Zeiten geben, in welchen Du ohne Kamera auf dem Feld bist. Und dann wirst den herrlichsten

Sonnenuntergang oder die schönste Szene erleben, die Du je gesehen hast. Sei nicht

bitter , weil Du es nicht aufnehmen kannst. Setze Dich, versinke hinein und genieße es!

DeGriff


ankeschön

artig'15 gäbe es nicht ohne...

86

Artist Casting

Katja Egli, Maria Kiechle, Susanne Praetorius

Hanging Commitee

Sonja Hüning, Susanne Praetorius

with the helping hands of Bernd Hüning und Thomas Scherer

Sound Engineering Management, Daily Money Counting, Master of Kartenvorverkauf,

Kommerzienrat of Stille Auktion

Klaus „Bschese“ Kiechle

Band & Program Hunting

Klaus Bschese Kiechle, Stephan A. Schmidt

Queen of Nuts and Bolts and Odds and Sods and Bar Staff / Decoration Equipment

Maria Kiechle

Bar Masters

Christine, Nora, Ralf

Coktailmiezen

Eva, Inke, Ulrike

Tresenversorgungsassistenz

Anke, Benny, Christa, Christine, Dieter, Emily,

Giovanna, Gitti, Guni, Lisa, Ulrike, Richy,

Rita, Sabrina, Simone, Steffi, Ute, Walter

Doormen

Dieter, Matze, Queini

Catering

Christa, Christine Herzog, Giovanna, Mary,

Angeliki Velvelidou, Bäckerei Speiser Waltenhofen

Beverages & Bar Support

Brauerei Härle, Rapunzel Naturkost, eldosti

Wir danken unseren Freunden, Familien und Mitgliedern,

Sponsoren und Anzeigenkunden für all ihr persönliches

und finanzielles Engagement, das die artig‘15 überhaupt

erst möglich macht, und unseren (Ehe-)Partnern, Kindern,

Haus- und Nutztieren für all die Geduld.

Veranstalter

artig / art interessengemeinschaft e.V.

Schützenstr. 7, 87435 Kempten, 0831 - 512 87 - 17 o. 0831 - 223 55, Fax: 0831 - 512 87 - 27

info@artig.st // www.artig.st

vertretungsberechtigter Vorstand gemäß § 26 BGB:

Stephan A. Schmidt (Vorsitzender), Susanne Praetorius, Krešimir Crash Vorich

Spendenkonto (bitte sofort nutzen)

artig e.V. • Sparkasse Allgäu • BLZ 733 500 00 • Konto-Nr. 514 412 089

Head (over Heels) of Organisation, Internal Politics, Foreign & Finance Affairs

Stephan A. Schmidt

Exhibition & Light Engineering, Best Runner (I – IV.) & Facility Management

Thomas Scherer

Best Runner V. & Facility Management Assistance

Giovanna, Thomas Guggemos, Matthias Herzog, Bernd

Hüning, Sonja Hüning, Christa Kretz, Richy Richter, Peter

Steininger, Mercedes Vetter-Rodriguez, Klaus Vetter, Florian

Wendel

Branding, Communication, Advertising, Design, Layout, Repro, Editorial Staff

Stephan A. Schmidt, Katja Egli

Artist Photography

Katja Egli

Chief Executive Officer of Künstlerpostkarten and Werkbeschilderung

Florian Wendel

Biggest Banner Driver and Hanger

Matthias Herzog

Interviews Desk

Thomas Scherer

Final Quick & Dirty Magazine Editing

Katja Egli, Susanne Praetorius

Website Production & Editing, Social Media, Data Management

Katja Egli, Stephan A. Schmidt

and many more jobs and helpful support

by many more and especially Kulturamtsleiter Martin Fink,

Klavierhaus Gelück, Nickl Ton- & Lichttechnik, Kempten

Tourismus- & Veranstaltungsservice, FairKauf Allgäu / Maxim

Dick für die Sitzmöbel, Allgäuer Auktionshaus Kühling

für die Mülltonne, Primavera Life GmbH für die Bühne

Herausgebender Verlag, Media & Publishing:

KuMaKom Gesellschaft für Kultur- und Markenkommunikation UG

(haftungsbeschränkt), Frühlingstraße 2, 87439 Kempten, Fon: 0831 - 512 87 - 28,

info@kumakom.de

© 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Fotos, Grafiken und Texte sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, Kopie oder

Reproduktion auch ausschnittsweise und gleich welcher Art nur mit schriftlicher

Genehmigung des Urhebers und des Herausgebers.

Die Rechte an den Werkfotos liegen, sofern nicht anders angegeben, bei den

jeweiligen Künstlern.

artig wird von den Machern des Kapitalismus empfohlen.

Ohne Euch sähen wir noch älter aus.


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