KRONE trailerforum 2016-02 (DE)

kronetrailer

Get connected

trailerforum 2

TRAILER, TRENDS & INFORMATIONEN VON KRONE

2016

www.krone-trailer.com

16 IAA

Vernetzung und Effizienz erleben

20

EFFICIENCY RUN

Zukunftsweisendes Potenzial

24 SPAZIERGANG

Gero Schulze Isfort trifft Astronauten

DOLOR SIT

HEADLINE

GET CONNECTED

06

SMARTE LOGISTIK

Intelligenter Warenfluss im Hamburger Hafen


EDI

TO

RIAL

Bernard

G

et connected“ – so lautet das Krone-Motto zur IAA 2016. Im aktuellen

trailerforum gestatten wir Ihnen erste exklusive Einblicke in

einige unserer Messeneuheiten. Im Fokus steht der smarte Trailer:

Welche Fahrzeuge und Features bieten wir schon jetzt an, wie lassen sich

Fahrzeuge intelligent miteinander verknüpfen, wie wirkt sich das auf Nachhaltigkeit

und Effizienz aus? Zu diesen und anderen Fragen gibt es Antworten

auf dem Krone-Messestand, aber auch in diesem Heft.

Zum Thema Netzwerk hat sich unser geschäftsführender Direktor Gero

Schulze Isfort mit dem Astronauten Gerhard Thiele ausgetauscht – ein wirklich

spannender Spaziergang, den die beiden Herren im Bremer Science-

Center „Universum“ unternommen haben.

Außerdem werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Hamburger

Hafens: Wer sorgt dort dafür, dass in der engen Elbmündung nicht zwei

Containerfrachter gleichzeitig unterwegs sind, und plant, an welchem Dock

sie anlegen? Und im nächsten Schritt: Wie kann man 40.000 Lkw-Fahrten,

die täglich im Hamburger Hafen abgewickelt werden, bestmöglich koordinieren?

Dazu gibt es eine neue Lösung namens „Smart Port Logistics“,

mit der zukünftig Staus im und um den Hafen vermieden werden sollen.

Allen Themen gemein ist der Tenor: Intelligente Verkehrslogistik funktioniert

nur, wenn alle mitmachen und mit offenen Schnittstellen agieren. Ob

im Weltall, auf den Meeren oder auf der Straße.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre und freue mich

auf Ihren Besuch auf der IAA.

Ihr

Willkommen im trailerforum!

Krone ist geschäftsführender

Gesellschafter der Krone-Gruppe.

SPAZIERGANG 24

Titel: Christian Lagereek/Getty Images

Fotos: Norbert Schmelz, picture alliance/Udo Fischer, Stefan Schöning, Sifat

PORTRÄT 14

IMPRESSUM

trailerforum ist ein Kundenmagazin der Krone Nutzfahrzeug Gruppe

und erscheint zweimal jährlich in einer Gesamtauflage von

40.000 Exemplaren in deutscher und englischer Sprache.

Herausgeber:

Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG

Bernard-Krone-Straße 1

49757 Werlte

www.krone-trailer.com


GUT GEKÜHLT 32

06

SMARTER HAFEN

Millionen von Containern werden jährlich über den

Hamburger Hafen verschifft. Dank intelligenter Vernetzung

bleibt alles im Fluss.

12

TRAILER EVALUATION TOOL

Mit dieser neuen Entwicklung kann Krone die Effizienz

eines Trailers ganzheitlich bewerten – Kunden finden

damit schnell das für sie optimale Fahrzeug.

14

POTENZIAL AUS DEM E-COMMERCE

Die Spedition Pflaum bedient als Zulieferer der

KEP-Dienste die lange Strecke.

16

IAA-MESSESTAND

Smarte Lösungen erleben: Auf der IAA Nutzfahrzeuge

in Hannover werden spannende Neuigkeiten

aus der Krone-Welt gezeigt.

PARTNER 28

18

BYE-BYE, RISIKO!

Die Plane eines Trailers schützt die Ware:

Die Krone Safe Curtain bietet mit integrierten

Federstahlstreifen noch mehr Sicherheit.

20

EFFICIENCY RUN

Aerodynamik im Feldversuch: Das intelligente

Zusammenspiel von Zugmaschine und Trailer

birgt noch mehr Potenzial für Nachhaltigkeit.

24

SPAZIERGANG MIT GERO SCHULZE ISFORT

Nicht nur beim Einsatz im Weltall muss man perfekt

vernetzt sein: Gero Schulze Isfort trifft im „Universum“

in Bremen auf den ehemaligen Astronauten Gerhard Thiele.

28

MEHR EFFIZIENZ FÜR DEN FUHRPARK

Fahrertraining im Simulator: Sifat und Krone bieten

gemeinsam Schulungen zum Fahrverhalten an – mit

beindruckenden Ergebnissen.

32

GUT GEKÜHLT

Paarige Verkehre: Die dänische Spedition N & K ist

mit Fisch, Obst und Gemüse international erfolgreich.

Verantwortlich für den Herausgeber:

Ingo Lübs, Leiter Marketing

Tel. +49 5951 209-249

Fax +49 5951 98-249

E-Mail: ingo.luebs@krone.de

Verlag:

DVV Kundenmagazine GmbH

Nordkanalstraße 36

20097 Hamburg

Tel. +49 40 23714-01

Art Direktion: www.g2ww.de

Redaktionelle Mitarbeit an dieser Ausgabe:

Carina Bellmann, Juliane Gringer, Behrend Oldenburg, Martina Schulz,

Thomas Wöhrle, Jannah Wolken

Druck: www.muellerditzen.de, Bremerhaven

Stichpunkt:

Die Publikation, ihre Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede

Vervielfältigung oder Verbreitung muss vom Verlag oder Herausgeber genehmigt werden.

Dies gilt auch für die elektronische Verwertung wie die Übernahme in Datenbanken,

Onlinemedien (Internet), Intranets oder sonstige elektronische Speichermedien. Herausgeber

und Verlag schließen eine Haftung für unverlangt eingesandte Fotos, Manuskripte

und sonstige Datenträger aus.

35

NACHGEFRAGT

… bei Ulrich Fenger von der Apetito AG.

trailerforum 3


FORUM

Neues aus der Krone-Welt

Durch den Einsatz von Lang-Lkws wird sowohl der Energieverbrauch als auch der CO 2-Ausstoß reduziert. Preisverleihung auf der „Speedchain Slovakia 2016”.

REGELBETRIEB FÜR DEN LANG-LKW TOP TRAILER

k Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr

und digitale Infrastruktur, will den Feldversuch

mit dem Lang-Lkw ab Januar 2017 in den

Regelbetrieb überführen und auch grenzüberschreitende

Fahrten möglich machen. Dort wurde

schwerpunktmäßig das Thema Digitalisierung

diskutiert: Dobrindt hob hervor, dass es die

Digitalisierung ohne Logistik nicht geben werde.

Gleichzeitig werde die Digitalisierung die Logistik

noch einmal stärken.

Ein Regelbetrieb für den Lang-Lkw würde auf

der Grundlage eines Positivnetzes umgesetzt –

zeitlich unbegrenzt, um langfristige Sicherheit

bei Investitionen zu gewährleisten. Das Positivnetz

ist laut Dobrindt schon etwa halb so lang

wie das gesamte Autobahnnetz. Weitere Strecken

sollen hinzukommen.

Der Feldversuch mit den bis zu 25 Meter

langen Einheiten läuft seit dem Jahr 2012. Gegenwärtig

nehmen 59 Unternehmen aus 13 Bundesländern

daran teil – mit 149 Fahrzeugen. Der entsprechende

Abschlussbericht der Bundesanstalt

für Straßenwesen (BASt) wird für Ende 2016

erwartet. Dobrindt rechnet weiter mit sehr positiven

Ergebnissen. Möglichkeiten für einen grenzüberschreitenden

Verkehr, beispielsweise in die

Niederlande, werden laut dem Minister bilateral

geprüft. Auch der Verband der Automobilindustrie

(VDA) setzt sich dafür ein.

Entdecken Sie mehr zum Thema

Krone-Fahrzeugkombinationen

und Sicherheitstechnik für Ihren

Lang-Lkw: http://bit.ly/2bCU51p

SLOVAKIA 2016

k Der Krone Mega Liner wurde mit

dem Titel „Top Trailer Slovakia 2016

ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde

von der Fachzeitung „Transport and

Logistics“ im Rahmen der internationalen Logistikkonferenz

„Speedchain Slovakia 2016“ vergeben. Fast

1.700 Stimmen aus der slowakischen Transportbranche

waren in der Kategorie Trailer abgegeben worden

– der Krone Mega Liner mit 100 Kubikmetern

Ladevolumen und hydraulischem Hubdach behauptete

sich deutlich auf Platz 1.

Milan Pagáč und Kvetoslav Boltižiar, Geschäftsführer

des Krone-Importeurs Trailer Partner

s.r.o., nahmen die Auszeichnung in Empfang und

bedankten sich im Namen des gesamten Krone-

Teams für das große Vertrauen der slowakischen

Transportunternehmer in Krone-Technik.

»Bis 2020 wird es rund

50 Milliarden

vernetzte Geräte

geben, die teilweise

unsichtbar in Alltagsgegenständen

eingebettet

sein werden, von unserer

Kleidung über Handys

bis zu Automobilen.«

Quelle: Cisco Systems, Inc.

PAKETKOPTER ERFOLGREICH GETESTET

k DHL will Pakete per Transportdrohne zustellen:

Paketkopter heißt das Fluggerät, dessen

dritte Generation in diesem Jahr erfolgreich in einer

Bergregion in Bayern getestet wurde. Privatkunden

konnten dort mit einer speziell entwickelten

Packstation, dem Parcelcopter Skyport,

ihre Sendungen direkt verschicken und empfangen.

Somit hat das Unternehmen als erster Paketdienstleister

weltweit einen Paketkopter direkt in

die logistischen Abläufe der Paketzustellung gebunden.

Vom Tal bis zur Alm auf 1.200 Meter

Höhe flog die Drohne die Strecke von acht Kilometern

in nur acht Minuten – eine Abholung mit

dem Auto hätte im Winter mehr als 30 Minuten

gedauert.

Fotos: Rehau/Christian Grund, Krone, DHL Paket Deutschland

4 trailerforum | FORUM


ABHOLER

Unsere Kunden

KURZ NOTIERT

BUNDESVERDIENSTKREUZ FÜR ULRICH FORSTING

Ulrich Forsting, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender

des Fahrzeugwerks Krone, ist mit dem

Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik

Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat

Reinhard Winter überreichte die Auszeichnung

in Vertretung für den Bundespräsidenten.

In seiner Laudatio wies Winter auf die vorbildliche

ehrenamtliche Tätigkeit von Ulrich Forsting

hin, der sich seit vielen Jahren sozial sehr stark

engagiert. Während seiner Beschäftigung im Fahrzeugwerk

Krone hat er sich unter anderem

für Suchtprävention und Suchthilfe eingesetzt.

GUTE FAHRT

Ein Jubiläumsauflieger, die neuen Profi Liner Efficiency und Mega Liner mit integrierter

Ladungssicherung: Diese Unternehmen haben neue Fahrzeuge bei Krone abgeholt.

Tomasz Kaminski (4. v. li.), Geschäftsführer des

polnischen Transportunternehmens Schnug, hat in

Begleitung von Tomasz Kujawa, Geschäftsführer

Pozkrone (6. v. li.) und seinen Kollegen zehn Mega

Liner abgeholt. Die reine Krone-Firmenflotte wird im

September durch weitere zehn verstärkt.

Axel Heitmann (Mitte), Inhaber der Nordsüd Cargo

GmbH, nahm einen von 18 Mega Linern entgegen.

Sie ergänzen den Fuhrpark mit 65 ziehenden

Einheiten der Unternehmensgruppe, die sich auf

den Transport unter anderem von Automobilen,

Getränken und Fenstern spezialisiert hat.

Bernard Krone (li.) und Landrat Reinhard Winter (re.)

beglückwünschten Ulrich Forsting zu seiner Auszeichnung.

DEUTSCHLAND BLEIBT LOGISTIKWELTMEISTER

Zum ersten Mal ist es Deutschland gelungen,

den Titel des Logistikweltmeisters zu verteidigen:

Nach den Erhebungen von 2010 und 2014 führt

der Standort zum dritten Mal die Rangliste von

160 Ländern an. Alle zwei Jahre erhebt die Weltbank

mit ihrem Logistikleistungsindex (LPI) eine entsprechende

Rangliste. Niemals zuvor konnte ein

Land seinen Spitzenplatz behaupten. 2007 und

2012 stand Singapur an erster Stelle.

INTELLIGENTE LADUNGSTRÄGER

Chep, einer der weltweit führenden Anbieter für das

Pooling von Paletten und Behältern, stattet

Viertelpaletten mit einem Sender (Beacon) aus,

um die Transparenz und Effizienz von Displaypromotions

im Einzelhandel zu erhöhen. Kennzahlen zu

Platzierung und Verweildauer von Werbemaßnahmen

werden transparenter, und durch direkte Kundenansprache

können weitere positive Effekte erzielt

werden. Erste Ergebnisse aus Feldversuchen weisen

eine deutliche Umsatzsteigerung nach.

Dachser France fährt nun insgesamt

500 Krone Dry Liner: Frédéric Jurado und

Philippe Ricard nahmen das Jubiläumsfahrzeug

von Ingo Geerdes, Director Key

Account Management bei Krone, entgegen

– einen robusten Dry Liner mit Seitenwänden

aus geklinchten Stahlkassetten.

Fahrer unterschiedlicher Speditionen holten

die neuen Krone Profi Liner Efficiency in Werlte

ab, um damit am „Efficiency Run“-Praxistest

teilzunehmen. Die Auflieger sind aerodynamisch

optimiert – gemeinsam mit der Zugmaschine

entwickeln sie ihr volles Potenzial.

Die schwedische Spedition Erikssons

Åkeri in Tomelilla hat acht neue

Cool Liner in Meathang-Ausführung

beim Fahrzeugwerk Krone bestellt.

Der erste Trailer ist bereits in Tomelilla

eingetroffen. Das Unternehmen bietet

maßgeschneiderte Lösungen für

seine Kunden und bringt sowohl

temperatursensible Waren als auch

Spezialtransporte sicher ans Ziel.

ABHOLER |

trailerforum 5


ALLES IM FLUSS

Kurs Hamburg: Zehntausende Container erreichen täglich

den größten deutschen Seehafen.

6 trailerforum


TITELSTORY

Smarter Hafen

In einem internationalen Hafen laufen viele Fäden zusammen: Zehntausende Container werden dort tagtäglich

über die Kaikanten bewegt. Damit es auf Land- und Wasserwegen nicht zu Staus kommt, sind intelligente,

vernetzte Systeme gefragt. Hamburg setzt dazu auf „Smart Port Logistics“.

Fotos: Hamburg Süd/Michael Schindler

E

ndlose Weiden und frisches, saftig

grünes Gras, so weit das Auge blicken

kann: In der argentinischen

Pampa sind Millionen Rinder zu Hause.

Auf riesigen Weideplätzen können sie

sich frei bewegen und selbst ernähren.

Das Ergebnis dieser optimalen Bedingungen

für die Aufzucht erkennen Steakfreunde

mit bloßem Auge: Das Fleisch

der Tiere hat nicht nur eine dunkelrote,

gesunde Farbe; die Fetteinlagerungen

sorgen zudem für eine feine Marmorierung

– beides kennzeichnet Fleisch von

besonders hoher Qualität.

GUT GEKÜHLT UND NICHT GEFROREN. Seit

Jahrzehnten ist Deutschland einer der

wichtigsten Absatzmärkte für argentinisches

Rindfleisch. Doch der Weg von den

südamerikanischen Weiden auf die heimischen

Teller ist weit: rund 12.000 Kilometer

Luftlinie sind es von der Haupt- und Hafenstadt

Buenos Aires nach Hamburg. Laut

Jens Schlegel, Marktforscher bei „Hafen

Hamburg Marketing“, verbinden auf dem

Wasserweg gegenwärtig 17 Liniendienste

die Elbmetropole mit Häfen in Südamerika.

Fünf große internationale Reedereien

ringen hier um Marktanteile. Aus

Argentinien wurden 2015 auf dem Seeweg

knapp 61.000 Tonnen Fleisch und

Fleischerzeugnisse über Hamburg eingeführt,

und zwar ausnahmslos im Kühlcontainer.

Das wertvolle Steakfleisch wird

in speziellen Vakuumbeuteln auf eine Temperatur

von –1 bis +1 Grad Celsius heruntergekühlt.

In exakt diesem Temperaturfenster

– nicht etwa tiefgefroren – reist das

Fleisch dann zu seinem Bestimmungshafen.

Rund vier Wochen dauert die Fahrt.

Diese Zeit ist nicht verloren, im Gegenteil:

Während der Reise reift das Rindfleisch,

was wiederum zu seiner zarten Beschaffenheit

beiträgt.

Auf dem Containerterminal im Hafen

von Buenos Aires fällt schon von

Weitem der riesige, auffällig rot bemalte

Rumpf der „Cap San Lorenzo“ ins Auge.

2.100 Kühlcontainer passen an Bord. Das

333 Meter lange Containerschiff wäre mit

seiner Kapazität von knapp 10.000 TEU

(20-Fuß-Boxen) noch vor wenigen Jahren

das größte Containerschiff der Welt

gewesen, doch die jüngsten und größten

Megacarrier nehmen heute fast doppelt

so viele Boxen an Bord. Allerdings: Der

Platz in den Häfen von Südamerika und

vor allem in Buenos Aires ist begrenzt;

der Río de la Plata, dessen trübes Fahrwasser

auf den südlichen Atlantik führt,

ist eng. Viel größer als die „Cap San Lorenzo“

dürfen die Schiffe hier nicht sein,

um noch abgefertigt werden zu können.

SEIT 145 JAHREN IM GESCHÄFT. Der weiße,

überdimensionale Schriftzug „Hamburg

Süd“ an der Bordwand macht die Zuordnung

der Reederei leicht: Die „Hamburg

Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft

KG“ ist einer der wichtigsten Akteure

im Seeverkehr zwischen Südamerika

und Nordeuropa. Gegründet wurde sie bereits

1871 und ist daher mit diesem Fahrtgebiet

bestens vertraut. Seit 1955 gehört

sie vollständig zur in Bielefeld ansässigen

Oetker-Gruppe, einem der größten europäischen

Familienunternehmen. Im Jahr

2015 lag der Gesamtumsatz der Hamburg

Süd bei über 6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten

der Reederei sind das mit Abstand

größte von insgesamt sechs Geschäftsfeldern

der Gruppe.

Um im stürmischen Wettbewerb bestehen

zu können, hat die Hamburg Süd

in den vergangenen Jahren neben dem

Ausbau der logistischen Dienstleistungen

den Kurs konsequent in Richtung

Digitalisierung abgesteckt: So wurde im

vergangenen Jahr am Hauptsitz in Hamburg

das neue „Fleet Operations Center“

eingerichtet, das vor allem eine noch

größere Effizienz auf der Seepassage erreichen

soll. Dort werden in Echtzeit Informationen

zu Position, Route sowie

Ankunfts- und Abfahrtszeiten sämtlicher

Schiffe gesammelt, ebenso zum Zustand

von Schiff und Ladung, zu Wetterbedingungen

und weiteren wichtigen Parametern.

Ändert sich etwa das vorhergesagte

Wetter oder verzögert sich eine Abfertigung

im Hafen, beraten die Mitarbeiter

des Fleet Operations Centers gemeinsam

mit dem Kapitän des betroffenen Schiffes

über die notwendigen Schritte, um Verspätungen

möglichst zu vermeiden. Verlader

und Empfänger sollen sich schließlich

auf einen regelmäßigen, taggenauen

Service verlassen können.

Außerdem ermittelt das Fleet Operations

Center laufend den Kraftstoffverbrauch

für jedes einzelne Schiff. Noch

sind die Dienste nicht flächendeckend

für die gesamte Flotte verfügbar, aber

schon in diesem Jahr will die Reederei 23

von 39 Liniendiensten vom Center aus begleiten.

Die ersten Ergebnisse sprechen

für sich: Wie die Hamburg Süd in ihrem

gerade vorgestellten Umweltbericht festgestellt

hat, benötigten die über das Fleet

Operations Center unterstützten Schiffe

beispielsweise auf der Atlantikpassage

zwischen Santos (Brasilien), dem

letzten Ladehafen in Südamerika,

SMARTER HAFEN |

trailerforum 7


Die Schiffe der Hamburg Süd machen in Hamburg am Terminal Burchardkai fest.

Entdecken Sie mehr

zum Thema

Digital, vernetzt,

verbunden –

so funktioniert

„Smart Port Logistics“.

http://bit.ly/2blOvjv

und Tanger in Marokko jetzt durchschnittlich

ganze 7 Prozent weniger

Treibstoff als zuvor.

ENGPÄSSE MEISTERN. Wenn an Land und

auf See gut gearbeitet wurde, erreicht

die „Cap San Lorenzo“ genau nach Fahrplan

30 Tage nach dem Auslaufen aus

Buenos Aires die Elbmündung rund

100 Kilometer vor Hamburg. An dieser

Stelle wird es eng. Wie eine Rinderherde

sich durch ein schmales Tor drängt,

so müssen sich hier jährlich rund 10.000

Schiffe aus der Nordsee in das Fahrwasser

einfädeln – und auch wieder hinauskommen.

Und das obwohl die Schiffe

immer größer ausfallen. Christian Ulken

von Hafen Hamburg Marketing verweist

auf eine eindrucksvolle Statistik: „Allein

in den ersten drei Monaten dieses Jahres

hatten wir 46 Anläufe von sehr großen

Containerschiffen mit einer Kapazität

von 14.000 bis über 19.000 TEU. Das ist

ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem

Vorjahreszeitraum.“ Die „Cap San Lorenzo“

ist daher mit ihrem Raum für knapp

10.000 TEU nach den heutigen Maßstäben

fast ein kleiner Fisch. Und das Größenwachstum

geht weiter, technisch gibt

es kaum Grenzen. Mit den gigantischen

Stahlriesen begeben sich die Reeder auf

eine Jagd nach Größenvorteilen, den

„Economies of Scale“. Ihre Rechnung: Je

größer das Schiff, desto niedriger die

Kosten pro beförderten Container. Die

größten Frachter verkehren traditionell

auf der Asien-Europa-Route. Sie sind bis

zu 400 Meter lang, fast 60 Meter breit und

nehmen bis zu 20.000 TEU an Bord – das

allerdings eher theoretisch, denn sie sind

sehr selten voll abgeladen. Das wiederum

ist für Hamburg ein Glück, denn der

Tiefgang würde dann bis zu 16 Meter betragen

– die Elbe gibt diese Wassertiefen

aber nicht einmal bei Hochwasser her.

Neben dem Tiefgang macht vor allem

die Breite der Schiffe die Elbpassage

zu einer Herausforderung. Denn Schiffe,

die hier aneinander vorbeifahren möchten,

dürfen zusammen nicht breiter als

90 Meter sein. Da ist auch bei der „Cap

San Lorenzo“ mit ihrer Breite von 48,20

Metern bereits erhöhte Aufmerksamkeit

gefordert. Wenn einer der Schiffsriesen

auf der Elbe unterwegs ist, kann er nicht

mehr umdrehen oder einfach stoppen.

Das verlangt nach einer übergeordneten

Koordination. Ohne sie wäre bei einer

Begegnung zweier Großschiffe die Gefahr

zu groß, dass einer der Riesen aus

der Fahrrinne kommt und am Ufer auf

Grund läuft.

BLICK ÜBER LÄNDERGRENZEN. Seit dem

1. November 2015 sorgt das „Hamburg

Vessel Coordination Center“ (HVCC)

rund um die Uhr dafür, dass die Großschiffe,

die Hamburg anlaufen, möglichst

reibungslos ihre Liegeplätze erreichen

und auch wieder verlassen

können. Darunter fallen alle Schiffe,

die über 330 Meter lang und 45 Meter

breit sind – und damit auch die „Cap

San Lorenzo“. Die Arbeit des HVCC beruht

auf einem einfachen Prinzip: Wenn

alle Beteiligten – nicht nur die Reedereien,

sondern auch die Terminals –

einer zentralen Koordinierungsstelle relevante

Daten für einen Schiffsanlauf zur

Verfügung stellen und punktuell auf die

Durchsetzung von Einzelinteressen verzichten,

funktioniert das komplizierte

Gesamtsystem von Elbe und Hamburger

Hafen viel reibungsloser. Davon wiederum

profitiert jeder einzelne Akteur.

Die Arbeit der Koordinatoren beginnt

aber nicht erst, wenn ein Schiff an der Elbmündung

aufkreuzt, sondern bereits viel

früher: Erreicht die „Cap San Lorenzo“

Antwerpen oder Rotterdam, wo die ersten

für Nordeuropa bestimmten Container

von Bord gehen, erscheint sie

schon auf dem virtuellen Radarschirm

an der Elbe, und das HVCC checkt: Läuft

alles glatt? Bleibt das Schiff im Fahrplan?

Lassen sich schon jetzt mögliche enge

Begegnungen auf der Elbe mit anderen

Großschiffen absehen? Das Koordinationszentrum

hat jederzeit die operative

Gesamtübersicht über die Abfertigung

der Großschiffe und kann daher helfen,

kritische Verkehrssituationen in enger Zusammenarbeit

mit den Terminals und Reedereien

schon im Vorfeld zu entspannen.

TOWER FÜR DEN WASSERWEG. Erster Ansprechpartner

für die Planer ist die vor

zwei Jahren technisch aufgerüstete „Nautische

Zentrale“ am Bubendey-Ufer,

gleich an der Einfahrt zum Hamburger

Hafen. „Das deutlich gestiegene Verkehrsaufkommen

mit immer größeren

Containerschiffen und die Entwicklung

zum wettbewerbsfähigen Hafen der Zu-

8 trailerforum | SMARTER HAFEN


Die Nautische Zentrale an der Elbe

ist rund um die Uhr besetzt.

Fotos: www.mediaserver.hamburg.de/Christian Spahrbier, Hamburg Süd, Krone, Hamburg Port Authority

kunft haben die Erweiterung notwendig gemacht“, begründet

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch die 6,5 Millionen

Euro teure Investition.

In der Nautischen Zentrale sieht es aus wie in einem Flughafentower,

und die Aufgaben der Mitarbeiter sind in der Tat

vergleichbar: Jeweils fünf Nautiker sind rund um die Uhr im

Einsatz, um mit modernster Leittechnik den reibungslosen

Verkehrsfluss auf der Elbe und in den Hafenbecken zu sichern.

Ein großer Teil der technischen Hilfsmittel wurde speziell für

die Bedürfnisse der Nautiker an Land entwickelt. Unter anderem

kommt eine Radar-Großbildanzeige zur hochauflösenden

Darstellung wichtiger nautischer Informationen zum Einsatz,

in die alle Daten aus einer Leitstandsoftware einfließen.

Es ist kaum vorstellbar, aber noch vor kurzer Zeit wurden an

gleicher Stelle symbolisch Schiffe per Hand auf einer großen

magnetischen Seekarte hin und her geschoben. „Mit der neuen

Nautischen Zentrale können wir die Effizienz des Hafens jetzt

deutlich steigern“, freut sich Hafenkapitän Jörg Pollmann. „Wir

takten die Schiffsbewegungen enger, ohne Abstriche an der Sicherheit

zu machen.“ Die Software zeigt dazu nicht nur die aktuelle

Verkehrslage, sondern blickt auch mehrere Stunden voraus,

um mögliche kritische Situationen vorherzusehen.

BEGEGNUNG UNERWÜNSCHT. Nach fast vier Stunden Revierfahrt

auf der Elbe hat die „Cap San Lorenzo“ unter ständiger Beobachtung

der Nautischen Zentrale mittlerweile ihren Liegeplatz

am Containerterminal Burchardkai erreicht. Die Fahrt verlief

reibungslos, dank der vorausschauenden Planung kamen der

„Cap San Lorenzo“ keine größeren Schiffe entgegen. Und jetzt

geht es ganz schnell: Kaum sind die letzten Festmacherleinen

an den Pollern vertäut, senken sich schon die großen Ausleger

der Containerbrücken über die Containerberge an Deck. Insgesamt

sind es mehrere Tausend Boxen, die hier in der Elbmetropole

über die Kaikante gehen. Die meisten von ihnen kommen

aus Deutschland und Europa oder gehen dorthin; der Hamburger

Hafen ist für sie nur eine Durchgangsstation.

An diesen Hinterlandverkehren hat der Lkw einen Anteil von

weit über 50 Prozent. Entsprechend häufig tauchen daher die

bekannten Box Liner von Krone auf den Terminals und Straßen

im Hafengebiet auf. „Unsere Kunden schätzen vor allem die

Robustheit unserer Containerchassis, denn im rauen und schnellen

Umschlagsgeschäft müssen die Trailer einiges aushalten“, berichtet

Krone-Produktmanager Ulrich Josefowitsch. Hinzu kommt

die hohe Flexibilität der Box Liner: Für jeden Container gibt es das

passende Chassis. Auch der Hamburg-Süd-Container mit dem

inzwischen bestens gereiften argentinischen Rindfleisch landet

nach kurzer Zeit auf einem Box Liner. Von diesem Moment an

weiß der Empfänger – ein großer Fleischimporteur in Berlin – bereits,

dass mit seinen wertvollen Steaks alles in bester Ordnung

ist. Der Trailer ist mit Krone Telematics ausgestattet und hat

schon bei der Abfahrt aus dem Terminal Position und Temperatur

der Kühlladung an die Dispo gemeldet.

HAFEN IST AUCH STRASSENVERKEHR. Zusätzlich hat aber auch

der Hamburger Hafen noch ein Auge auf den Container geworfen.

Dazu haben das Telekommunikationsunternehmen

T-Systems sowie die Softwarehäuser SAP und Dakosy

Für jeden Container

das passende Chassis:

die Box Liner von Krone.

trailerforum 9


mit der Hamburg Port Authority (HPA) ein Logistiksystem für

die Landseite des Hafens entwickelt, das nach eigenen Angaben

weltweit einzigartig ist: „Smart Port Logistics“, kurz SPL.

Es soll helfen, die Lkw- und Containerbewegungen besser zu

steuern, die Staus und Wartezeiten im Hafengebiet zu reduzieren

und damit den Güterumschlag auch von der Landseite

aus zu beschleunigen. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte

die HPA möglichst viele der Lkws, die regelmäßig im Hamburger

Hafen unterwegs sind, mit der App-basierten Telematiklösung

vernetzen. Rund 40.000 Lkw-Fahrten quer durch den

Hafen zählt die HPA – jeden Tag. Da lassen sich Staus nicht

immer vermeiden, beispielsweise auf der Köhlbrandbrücke –

einem der Wahrzeichen und gleichzeitig dem Nadelöhr des

Hafens. Auch wenn es punktuelle Ausbaupläne für das Straßennetz

gibt, ist eine umfassende bauliche Erweiterung der

Hafeninfrastruktur kaum mehr möglich.

Das SPL-System führt alle relevanten Verkehrs- und Infrastrukturdaten

des 72 Quadratkilometer großen Hafengebiets in Echtzeit

zusammen: Positionen von Lkws und Containern, Terminal-

und Depotinfos, Baustellen, Brückenöffnungszeiten und freie

Parkflächen. Dadurch erhalten Hafenmanager, Spediteure, Trucker

und Parkraumbetreiber rund um die Uhr ein umfassendes

Bild der jeweils aktuellen Lage und können schnell und flexibel auf

Verkehrsbehinderungen reagieren. Die App steht nämlich auch in

direktem Kontakt zu anderen Fahrern und Disponenten. Sie melden,

was auf den Hafenstraßen los ist, und können sogar Aufträge

an andere Flotten weiterleiten, wenn es irgendwo hakt.

Mit SPL will die HPA gleich zwei aktuellen Megatrends gerecht

werden: dem Cloud-Computing und dem „Internet der Dinge“. Aus

der Datenwolke können alle registrierten Nutzer jederzeit aktuelle

Informationen und Prognosen über das Verkehrsgeschehen

sowie personalisierte Logistikinformationen abrufen – und

das sowohl vom PC-Arbeitsplatz des Fuhrparkdisponenten in

der Lkw-Spedition aus als auch von hinter dem Lenkrad im Lkw

per Tablet, Smartphone oder über fest verbaute Telematikeinheiten.

Zwar gibt es bereits eine Vielzahl von Kommunikationssystemen,

die sich einzeln betrachtet auch im Hafen durchaus

bewährt haben. Sie laufen jedoch oft nebeneinander, die Anwendungen

sind in den seltensten Fällen kompatibel; ein übergreifender

Austausch zwischen den Hafenakteuren zu deren

bewegten Ladungsgütern findet nicht statt. „Das kostet Zeit,

führt zu Fehlern in der Kommunikation und sorgt für Frust bei

Fahrern und Disponenten“, hat Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung

bei der HPA, erkannt und setzt daher voll auf

Digitalisierung: „Unser Ziel ist der intelligente Hafen. Dazu gehört

vor allem, eine optimale Informationsversorgung für alle Beteiligten

zu gewährleisten. Mit Smart Port Logistics haben wir begonnen,

alle zu vernetzen, die an der Logistikkette beteiligt sind,

sodass sie ihre Prozesse in Echtzeit aufeinander abstimmen können.

Wenn alle mitmachen, sind wir auf einem guten Weg.“

EINFACH AUFLADEN: DIE BOX LINER

Zur Person

Ulrich Josefowitsch ist seit

vielen Jahren als Produktmanager

in der Nutzfahrzeugbranche

tätig. Der erfahrene

Diplom-Ingenieur für Kraftfahrzeugtechnik

sieht sich als

Bindeglied zwischen Kunde,

Vertrieb und Konstruktion.

Sein Ziel: „Wir wollen ein

Fahrzeug liefern, wie es sich

unser Kunde vorgestellt hat.“

Im Hafen geht es traditionell rau zu. Gerade im schnellen Geschäft

mit den großen Boxen müssen Containerchassis daher einiges

aushalten. Die Box Liner von Krone bringen die richtigen Talente

für den hektischen Containeralltag mit: Sie sind leicht, trotzdem

besonders robust und bieten mit acht verschiedenen Ausführungen

alle Antworten auf jede Transportanfrage – vom 20-Fuß-

Standardcontainer bis zum High-Cube-45-Fuß-Behälter. Ulrich

Josefowitsch, Produktmanager bei Krone, kennt die Anforderungen

seiner Kunden genau: „Wir vertreiben unsere Box Liner sowohl an

flexible Einzelkämpfer als auch an größere Flottenbetreiber. Wer

auch immer von ihnen auf den Containerterminals vorfährt – alle

haben in der Regel ein extrem enges Zeitfenster. Damit sie in

ihrem Slot zügig abgefertigt werden, sollte das Chassis daher perfekt mitspielen.“ Das bedeutet: Innerhalb kürzester Zeit muss

der Fahrer seinen Trailer auf die Ladung ein- und umstellen können. Und das nicht selten mehrmals am Tag, denn viele Box Liner

werden für Hafenumfuhren oder kürzere Binnenverkehre eingesetzt. Egal ob ein oder zwei 20-Fuß-Boxen an Bord kommen, ob es

ein 40- oder ein 45-Fuß-Container ist oder ob es sich möglicherweise sogar um Kühlcontainer handelt, die ein „GenSet“ für die

Stromversorgung benötigen: Mit dem neuen Box Liner SDC 27 eLTU 70, der ab Ende dieses Jahres lieferbar sein wird, will Krone

es den Fahrern künftig noch einfacher machen. „Die neue Generation ist rund 800 Kilogramm leichter als die bisherige und wird

vor allem für 40- und 45-Fuß-Container optimale Möglichkeiten der Lastverteilung bieten“, so Josefowitsch. „Die Fahrer werden

besonders die kinderleichte Bedienung zu schätzen wissen, mit der das Chassis auf verschiedenste Beladungsfälle flexibel eingestellt

werden kann.“ Krone verwendet für die Herstellung hochfeste Stahlprofile (S700), die präzise von Robotern zusammengeschweißt

werden, und sorgt mit vielen neuen und durchdachten Details für einen souveränen Einsatz im harten Hafengeschäft.

Fotos: Krone Illustrationen: Manuela Heins

10 trailerforum | SMARTER HAFEN


204 Millionen

E-Mails verschickt.

350 Gigabyte

Daten übertragen.

Giganten der Meere

Ein Großteil des internationalen Warenverkehrs wird per

Handelsschiff transportiert:

70

neue Domains

registriert.

FAKTEN

Effizienz und Vernetzung in Zahlen

Innerhalb von 60

Sekunden werden

im Internet …

%

Quellen: Umweltbundesamt, WeltN24, Drewry Reefer Shipping Market Review & Forecast Report 2015-16, destatis, Inrix, bevh, McKinsey

in Walmarts Onlineshop

über die virtuelle

Ladentheke abgewickelt.

17.000

Transaktionen

bei Facebook

veröffentlicht.

41.000 Posts

90 %

des weltweiten

Warenverkehrs

Vernetzte Lkw

15 Mio.

Likes bei

Facebook

vergeben.

90 %

der EU-Außenhandelsmenge

Kühltransporte boomen

Der Bedarf an Kühlcontainer-

Transporten wächst stark an:

Die Branche rechnet mit einem

globalen Wachstum von

5 Prozent jährlich.

Fahrzeuge sind bereits mit vernetzten

Systemen in über 60 Ländern unterwegs.

Online-Versandhandel

E-Commerce bleibt ein wichtiger Treiber

37,9

Mrd. Euro

+12 %

40 %

der EU-Binnenhandelsmenge

2014 2015

im Karrierenetzwerk

1,8

Linkedin durchgeführt.

Millionen

+5 %

jährliches

Wachstum

41,7

Mrd. Euro

11.000

Suchen

Das derzeit größte Containerschiff der Welt heißt „MSC Zoe“:

Der 395,40 Meter lange und 59 Meter breite Frachter ist der

dritte einer Serie von 20 Schiffen und hat eine Tragfähigkeit

von 19.224 Standard containern (TEU).

Auf See transportierte Kühlladung

2014

2019

Straßenverkehr

Schienenverkehr

Rohrleitungen: Rohöl

Binnenschifffahrt

Das Tempo nimmt zu

In der Same-Day-Delivery

in Westeuropa steckt

ein Marktpotenzial von

3 Mrd. Euro bis 2020.

Beförderungsleistung

in Deutschland 2015

bei Twitter

gepostet.

16 %

6 %

5 %

104 Mio. t

123 Mio. t

278.000

Kurznachrichten

73 %

Marktpotenzial

Westeuropa

3

Mrd. Euro

bis 2020

20 Millionen

Fotos bei Flickr angeschaut.

1,4 Millionen

neue Websites

Minuten via Skype telefoniert. 571 veröffentlicht.

FAKTEN |

trailerforum 11


FOKUS KUNDE

Service für den Kunden

DAS OPTIMALE

FAHRZEUG DEFINIEREN

Mit dem Trailer Evaluation Tool kann Krone die Effizienz eines Trailers ganzheitlich bewerten –

und bietet damit seinen Kunden einen weitreichenden neuen Service.

W

er auf Aerodynamik beim Trailer setzt, spart Kraftstoff:

Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Doch

mit Blick auf die Anfangsinvestition in diese Ausstattung

blieb für Unternehmer bisher eine Frage offen: „Ist das

für mich auch wirtschaftlich?“ Mit dem Trailer Evaluation Tool

kann das Fahrzeugwerk Krone seinen Kunden diese Frage bereits

vor dem Kauf beantworten. „Wir können mit diesem Simulationsinstrument

sehr genau berechnen, wie sich einzelne Maßnahmen

zur Verbesserung der Energieeffizienz von Nutzfahrzeugen auswirken“,

sagt Oliver Ehl, Leiter Numerische Analyse bei Krone, der

das Projekt betreut. Das große Ziel: „Wir können damit für unsere

Kunden das für sie optimale Fahrzeug definieren.“

Ganzheitliche Betrachtung

Bisher ließen sich Maßnahmen zur Energieeffizienz häufig

nicht präzise bewerten: Im realen Betrieb wurde oftmals

nicht oder nur in Einzelfällen bestätigt, was man theoretisch

angenommen hatte. „Nur einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch

zugrunde zu legen, reicht nicht aus, um kundenorientiert

zu handeln“, so Oliver Ehl. „Wir wollten stattdessen

eine ganzheitliche Betrachtung ermöglichen. Und das ist

uns gelungen, indem das Analyseinstrument eine ganze Reihe

von Daten zum Fahrzeug, zu dessen Einsatzprofilen und

zur Kostenstruktur des Betreibers einbezieht.“


»Wir ermöglichen eine

ganzheitliche Betrachtung.«

Oliver Ehl, Leiter Numerische Analyse bei Krone

Fotos: Krone

Für die Nutzung der Software muss

man einem Fahrzeug ein Nutzungsprofil

zuweisen, das zum Beispiel Fragen

zu Fahrstrecken, Ladevorgängen und

Pausen berücksichtigt: Wird vor allem

Langstrecke gefahren oder Mischverkehr,

und dies zudem in mehreren

Schichten? Oder muss sich die Effizienz

des Fahrzeugs auf der Kurzstrecke

im urbanen Verkehr beweisen? Hinzu

kommen Daten, die sich aus der Fahrzeugkonfiguration

ergeben: Welchen

Rollwiderstand haben die Reifen, wie

sieht es mit den Drehzahlverläufen

aus? Diese operativen und technischen

Aspekte kombiniert das Trailer Evaluation

Tool und berechnet daraus den

Energiebedarf und den Kraftstoffverbrauch

eines Fahrzeugs.

Betriebswirtschaftliche

Daten einbezogen

Auch die betriebswirtschaftlichen Eckdaten

des Kunden werden einbezogen,

unter anderem die Kosten für Verwaltung

und Personal, Finanzierungsmodelle,

Verschleißkomponenten und Reparaturen

sowie Steuern und Versicherungen.

„Die Kombination all dieser Aspekte lässt

eine ganzheitliche Fahrzeugbewertung

zu“, erklärt Oliver Ehl. „Wir können sowohl

nur eine bestimmte Konfiguration

bewerten als auch unterschiedliche Konfigurationen

im Vergleich, bezogen auf einen

bestimmten Einsatzfall, betrachten.“

Das Analysewerkzeug liefert dem

Kunden somit zahlreiche Antworten.

„Er kann schnell erkennen, ob sich aerodynamische

Konstruktionen und eine

Leichtbauweise für ihn lohnen oder welche

Reifen er für seinen konkreten Einsatzfall

kaufen sollte“, so Ehl. „Man kann

auch mit einzelnen Kombinationen spielen

und findet damit die Konfiguration,

die zum Budget und den Ansprüchen des

eigenen Transportunternehmens passt.“

Bessere Entscheidungen

treffen

Die Konzeption des Trailer Evaluation

Tools wurde von der Technischen Entwicklung

bei Krone unter Federführung

von Entwicklungsleiter Dr. Ulrich

Wessling angestoßen. Für diese Abteilung

ist es unter anderem besonders

wichtig, abschätzen zu können, was

eine technische Lösung wie beispielsweise

eine aerodynamische Optimierung

kosten darf. Die Schätzung dient

aber auch als Arbeitsgrundlage für das

Produktmanagement, das damit genauer

auf die individuellen Bedürfnisse

der Kunden eingehen und die Anforderungen

an die Produktreihen für

zukünftige Entwicklungen genauer beschreiben

kann. Dem Vertrieb schließlich

helfen die Daten, seine Kunden zu

beraten. „Wir entwickeln derzeit auch

eine App, über die das Tool nun mobil

verfügbar sein wird“, fügt Ehl hinzu.

„Unser Team kann beim Kunden im direkten

Gespräch sehr schnell verschiedenste

Optionen durchspielen.“

In Zukunft soll das Werkzeug fortlaufend

weiterentwickelt werden. „Wir haben

die Zuverlässigkeit bereits mit Kunden in

der Praxis prüfen können, wollen diese

Validierung aber fortführen.“ Oliver Ehl ist

von dem Analyseinstrument überzeugt,

weil es die „Betrachtung eines Fahrzeugs

bietet, wie sie vorher so unmöglich war“.

In der Transportbranche ist es bisher einzigartig:

„Wir grenzen uns damit deutlich

vom Wettbewerb ab.“ Das Tool erlaubt zudem

eine ganz neue Kommunikation mit

unseren Kunden: „Diese können besser

planen, Abläufe umplanen und ihr

Geschäft optimieren. Kurz: Wir helfen,

das Geschäft profitabler zu machen.“

FOKUS KUNDE |

trailerforum 13


PORTRÄT

Vielfältige Transportlogistik

»WIR BEDIENEN DIE

LANGE STRECKE«

Der oberfränkische Logistikdienstleister Pflaum profitiert vom Wachstum des Onlinehandels –

er beliefert KEP-Dienste. Der Spezialist für lange Strecken hat aber noch sehr viel mehr zu bieten.

Die Geschäftsführer

Matthias Schellenberger

(oben) und Norbert Fehn

berichten im Gespräch

mit trailerforum von

kundenindividuellen

Lager- und

Logistiklösungen.

D

er Boom im E-Commerce beschert nicht

nur den großen Paketdienstleistern auf

der letzten Meile ein hohes Mengen- und

damit Umsatzwachstum – auch die Transporteure

auf den langen Strecken profitieren. „In den

vergangenen fünf Jahren

konnten wir unser

Paketgeschäft etwa

verdoppeln“, sagt Norbert

Fehn, einer der

Eine moderne Fahrzeugflotte ist die Grundlage für kundenorientierte Transportlösungen.

Geschäftsführer des

Strullendorfer Logistikdienstleisters

Pflaum.

„Von den insgesamt

etwa 600 ziehenden

Einheiten, die uns zur

Verfügung stehen, setzen wir derzeit rund 420

täglich im Pakettransport national und in den

Anrainerstaaten ein.“ Dies passiert in der Regel

über Nacht. Aus den Zentrallagern der großen

Onlinehändler fährt Pflaum die Ware in Wechselbrücken

in die Hubs der Paketdienstleister. Von

dort aus geht es in der Nacht weiter in die Satellitendepots,

um die Pakete dann über die letzte

Meile zu den Endkunden zu bringen.

»Derzeit haben wir etwa

230 Anhänger und Auflieger

von Krone im Einsatz,

Tendenz weiter steigend.«

Matthias Schellenberger

LOGISTISCHE HERAUSFORDERUNGEN. „Wir versorgen

aus den Hubs heraus die Depots der letzten

Meile“, erklärt Fehn. „Dieses Geschäft ist typischerweise

hohen saisonalen Schwankungen

unterworfen – Peaks gibt es nicht nur zu Weihnachten

oder Ostern,

auch die großen Sonderaktionen

der Händler

stellen uns immer

wieder vor logistische

Herausforderungen.“

Da hilft es, wenn man

über viel Erfahrung auf

diesem Gebiet verfügt.

Das Unternehmen hat

seine Wurzeln im 1980

gegründeten Paketgeschäft. Erst im Lauf der Jahre

entwickelte sich daraus das Transportunternehmen

heutiger Prägung – 1990 beschloss Pflaum im Zuge

einer strategischen Neuausrichtung, sich auf Transportaktivitäten

mit schweren Lkw zu konzentrieren.

„Aus diesem Grund kennen wir uns in beiden

Welten gut aus und wissen um die jeweiligen spezifischen

Anforderungen“, so Fehn. „Wenn etwa E-

Commerce-Kunden am Wochenende eine Vielzahl

an Bestellungen auslösen und diese Ware schnell

geliefert werden soll, erfordert das eine kurzfristige,

flexible Logistik- und Personalplanung aufseiten

des Dienstleisters.“

Hierfür setze man auf neueste IT, zum Beispiel

mit telematikgestützter Auftrags- und Flottensteuerung,

sowie auf modernste Ausstattung der

Fahrzeuge. Selbstverständlich sind hier die Sicherheitspakete,

die mittlerweile zur Grundausstattung

der Pflaum-Flotte gehören.

Mit dem Fahrzeugwerk Krone arbeitet Pflaum

Logistik deshalb seit zwei Jahren sehr intensiv

zusammen. „Derzeit haben wir etwa 230 Anhänger

und Auflieger von Krone im Einsatz, Tendenz

weiter steigend“, sagt Geschäftsführerkollege

Fotos: Norbert Schmelz

14 trailerforum | PORTRÄT


Die Geschäftsführer Matthias Schellenberger (links) und Norbert Fehn mit einer der Gesellschafter/-innen Ruth Pflaum.

ÜBER PFLAUM

Seit 1980 agiert das Familienunternehmen Pflaum aus Strullendorf bei Bamberg bundesweit in drei

Geschäftsfeldern: Transport, Logistik und Lkw-Service. Rund 850 Mitarbeiter erwirtschaften im Jahr 2016

einen Umsatz in Höhe von voraussichtlich 85 Millionen Euro. Pflaum betreibt derzeit neun Standorte im

gesamten Bundesgebiet. Die Kernkompetenzen der Unternehmensgruppe liegen in WAB-Systemverkehren,

in der Lebensmitteldistribution sowie in Spezialtransporten für die Schaumstoffindustrie. Darüber hinaus

bietet Pflaum seinen regionalen Logistikkunden auf gegenwärtig rund 30.000 Quadratmetern hochwertige

Lagerleistungen und logistische Mehrwertdienste (Value-Added Services) an. Die Instandhaltung der

Fuhrparkflotte wird durch die eigene Scania-Vertragswerkstatt und eine eigene Lkw-Waschstraße gewährleistet.

Zudem wurde durch die diesjährige Übergabe von Geschäftsanteilen an die Töchter Ruth und Rita

Pflaum bereits der Generationswechsel im Unternehmen eingeleitet.

Matthias Schellenberger. Insbesondere BDF-

Wechselanhänger für das E-Commerce-Geschäft

sowie Neuanschaffungen für den Kühlsektor sind

für Pflaum dabei die Hauptprodukte. „Darüber

hinaus kommen in unserem eigenen Fuhrpark

auch Wechselbrücken von Krone zum Einsatz“,

so Schellenberger. Das Durchschnittsalter der

Fahrzeuge in der Flotte liegt bei unter zweieinhalb

Jahren.

Neben dem stark boomenden Paketgeschäft

ist die bundesweite Distribution von Lebensmitteln

ein zweites wichtiges Geschäftsfeld für

Pflaum. Das Unternehmen führt vor allem Transporte

für namhafte Lebensmittelhändler aus deren

Zentrallagern direkt zu den Filialen durch.

Dabei benötigen die verschiedenen Sortimente

(Tiefkühl, Frische, Obst und Gemüse, Trocken,

Non-Food) zum Teil völlig unterschiedliche Fahrzeugtechnik.

„Hier können wir durch modernstes

Equipment individuelle Kundenlösungen zum

Beispiel für verschiedene Temperaturzonen im

Lkw anbieten“, sagt Schellenberger. Als dritter

Schwerpunkt schließlich ergänzen Spezialtransporte

für die Schaumstoffindustrie das Pflaum-

Transportangebot. In diesem Nischenbereich

kommen in erster Linie sogenannte Doppelpresszüge

zum Einsatz, die den Schaumstoff auf dem

Auflieger verdichten, um so eine Verdopplung der

zu transportierenden Masse zu erreichen.

POTENZIAL IN DER KONTRAKTLOGISTIK. Neben diesem

Leistungsportfolio im Transportbereich wird

das Angebot kundenindividueller Lager- und Logistiklösungen

für Pflaum perspektivisch immer

wichtiger. „Bereits heute liefern wir just in sequence

aus unserer Halle direkt in die Produktion

eines regionalen Automobilzulieferers“, sagt Matthias

Schellenberger. „Dieses Angebot wollen wir

in Zukunft weiter ausbauen, hier sehen wir ein

großes Wachstumspotenzial – und das branchenunabhängig.“

Neben dem potenziellen Neugeschäft

sei dies natürlich auch eine attraktive

Möglichkeit, logistische Zusatzleistungen für

Kunden aus dem Transportbereich zu erbringen –

und somit bestehende Kundenbindungen weiter

zu festigen sowie die Wettbewerbsposition am

Markt nachhaltig auszubauen.

PORTRÄT |

trailerforum 15


IN SZENE

Krone auf der IAA

SMARTE TRAILER

Konnektivität ist das vielleicht wichtigste Schlagwort für

die Zukunftsfähigkeit der Logistik. „Get connected“ lautet

deshalb das Krone-Motto zur IAA Nutzfahrzeuge in

Hannover. „Das Ziel einer vernetzten, digitalisierten Welt

ist in greifbare Nähe gerückt“, erklärt Bernard Krone, geschäftsführender

Gesellschafter der Krone-Gruppe. „Alle Beteiligten an der

Transportkette sind gefordert, mit anderen Partnern wechselseitig zu

kommunizieren. Dieser intensive Dialog mittels Partnerschaften und

Vernetzungen ist in der Logistikbranche zwar seit jeher üblich, aber

dank der digitalen Lösungen erreichen wir jetzt eine neue Qualität.“

Auf der Messe zeigt Krone Neuigkeiten in Sachen Fahrzeugtechnik

und demonstriert, wie das Trailerportfolio des Unternehmens immer

effizienter wird. Und es werden neue Lösungen im Bereich der Telematik

präsentiert, etwa Telematics Smart Collect oder eine intelligente Laderaumüberwachung:

Sie machen den Trailer zukunftsfähig.

ISOWALL+ IM COOL LINER

K Die neue Krone Isowall+, die das Fahrzeugwerk ab sofort für

die Cool Liner Baureihe anbietet, ist besonders leicht im Gewicht

sowie einfach zu bedienen und zu positionieren. Sie lässt sich

unter anderem dank innovativer Anordnung des Balancer-Systems

hinter der Trennwand (in Fahrtrichtung) äußerst leicht öffnen und

schließen, und die Positionierung des Verriegelungssystems im

oberen Bereich der Wand ermöglicht eine komfortable Bedienung

durch den Fahrer.

NEUHEITEN FÜR DEN PROFI LINER

K Der Krone Profi Liner ist der bewährte Sattelauflieger für die Transportbranche: robust, zuverlässig und

durchdacht. Auf der IAA präsentiert Krone mit dem neuen Multi Grid System für den Profi Liner eine innovative

Alternative zur Ladungssicherung mit kostenintensiven Sperrstangen: Das variabel verstellbare Gurtnetzsystem

ist eine flexible Lösung zur rückwärtigen Ladungssicherung. Krone Ice Protect Easy ist eine weitere

Innovation für den Sattelauflieger: Es sorgt auf noch komfortablere Weise für mehr Sicherheit im Winter. Eisplatten

und Schneebrocken auf Fahrzeugdächern können nicht mehr zur Gefahrenquelle werden, denn bei dem

System wird über einen Elektromotor eine mechanische Aufstellvorrichtung unter der Trailerdachplane aktiviert.

So kann sich kein Wasser mehr darauf sammeln, und die Bildung gefährlicher Eisplatten wird nachhaltig verhindert.


FÜR DIE ZUKUNFT

Grafik: Strohbach & Krey

SMART SERVICES – LIVE

K Erleben Sie in einer zukunftsweisenden, einmaligen

Darstellungsform die smarten Lösungen von

Krone Telematics. Die Mischung aus Information

und Entertainment erklärt eindrucksvoll die Funktionsweisen

und Vorteile wegweisender Technologien

der Logistikbranche. Ob Krone Smart Collect

oder die intelligente Laderaumerkennung – die

Zukunft beginnt hier.

KEP-SHUTTLE

K Krone ist der Hersteller für alle Transportaufgaben:

Das unterstreicht der KEP-Shuttle erneut. Das kompakte Auslieferungsfahrzeug

für Kurier-Express-Paket-Dienste (KEP) ist

mit vielen praxisgerechten Details ausgestattet und verfügt

unter anderem über eine intelligente Dachform. Zudem spart das

Fahrzeug, das in Herzlake produziert wird, dank aerodynamischer

Dachhaube und Seitenverkleidung Kraftstoff und schont die

Umwelt.

Grafik: XXXXXXX


TECHNIK

Krone Safe Curtain

BYE-BYE,

EINSTECK-

LATTE!

Federstahlstreifen und Plane bilden eine Einheit bei der Krone Safe Curtain:

dadurch kann wertvolle Fläche gewonnen und die volle Ladebreite genutzt

werden. Die langlebigen Stahlgurte aus nicht rostendem VA-Stahl sind ein

weiterer Pluspunkt der Krone Safe Curtain.

Die neue Krone Safe Curtain ist besonders leicht,

sicher und praxisnah: Bei der innovativen Plane

werden die Einstecklatten durch Federstahlstreifen

ersetzt. Das spart Gewicht und macht vor allem

die Be- und Entladung schneller und einfacher.

S

chnellere Be- und Entladung, mehr Sicherheit

und mehr Nutzlast: Die innovative Plane Krone

Safe Curtain mit Federstahlstreifen bietet Spediteuren

einen echten Mehrwert im Transportalltag.

„Bisher mussten klassische Einstecklatten aus Holz und

Aluminium beim seitlichen Be- und Entladen mühsam

einzeln entfernt werden“, erklärt Simone Fankhauser aus

dem Krone-Produktmanagement für Planensattelauflieger.

„Dabei konnten sie herunterfallen und bargen damit

eine nicht unerhebliche Unfallgefahr. Außerdem gingen sie –

wie alle losen Fahrzeugteile – manchmal verloren.“ Im Unterschied

dazu wird die Krone Safe Curtain nur zur Seite geschoben:

schnell, einfach und sicher.

Die neue Plane ist in der Praxis bereits ausgiebig getestet worden.

Viele Kunden haben positive Erfahrungen mit ihr gemacht; vor

allem Getränkelogistiker statten ihren Fuhrpark gern mit der Plane

aus. Auch Transporte von Automobilzulieferern können damit optimal

abgewickelt werden. „Es ist eine bezahlbare, sichere und praxisnahe Lösung“,

so Fankhauser. Durch die Ladungssicherung ohne horizontale Einstecklatten

kann man die volle Ladebreite nutzen, was die Plane auch für den

Transport von weißer Ware interessant macht. Eine rückwärtige Ladungssicherung

ist durch Sperrbalken weiterhin möglich. Zudem spart das Material etwa

90 Kilogramm Gewicht pro Fahrzeug und erhöht damit die Nutzlast.

Krone hat die Safe Curtain gemeinsam mit Fabri-Moll entwickelt. Das sauerländische

Unternehmen ist unter anderem Spezialist für die Produktion und Konfektionierung

von Planen mit Digitaldrucken. Die Krone Safe Curtain ist für alle Krone-

Schiebeplanenauflieger wie Profi Liner, Mega Liner und Coil Liner nachrüstbar.

Die Stahlgurte enden in der Laufschiene und trotz der Federstahlstreifen ist ein

problemloses Verschieben der Plane möglich. Die einfache Handhabung beim

Entfernen der Rungen verkürzt zusätzlich den Ladungsprozess.

EINFACHE HANDHABUNG

Die Safe Curtain besticht in der Praxis durch

einfachen Gebrauch. Gleichzeitig wird die Funktion

der Schiebeplane durch die vertikalen Stahlgurte

nicht beeinträchtigt, die Plane kann leicht zur Seite

geschoben werden. Mit wenigen Handgriffen werden

dann noch die Rungen entfernt, sodass eine schnelle

Be- oder Entladung möglich ist. Für noch schnellere

Öffnungszeiten kann man die Safe-Curtain-Plane auch

optional mit Miederhoff-Direktspannern ausstatten

und spart so zusätzlich wertvolle Zeit beim Handling

der Planenspanner.

18 trailerforum | TECHNIK


ZERTIFIZIERTE SICHERHEIT

Wird die Krone Safe Curtain mit zertifizierten Aufbauten nach DIN EN 12642 Code XL kombiniert,

ist es möglich, ohne Steckbretter zu fahren. In Verbindung mit einem standardmäßigen Krone-

Aufbau entspricht dies beispielsweise drei Zertifikaten: neben der Norm DIN EN 12642

Code XL dem Getränkezertifikat VDI 2700 ff und der Vorschrift Daimler 9.5. Die

intensiven Prüfungen, die diese Bescheinigungen vorschreiben, gewährleisten

einen sicheren Transport und erleichtern den Alltag der

Speditionen enorm: Dem zertifizierten Aufbau wird damit

die Funktion der Ladungssicherung übertragen, sodass

aufwendig anzubringende Spanngurte

bei formschlüssiger Ladung nicht

mehr benötigt werden.

STABILES MATERIAL

BRUCHFEST UND LANGLEBIG

SCHUTZ GEGEN DIEBSTAHL

Fotos: Krone Illustrationen: Manuela Heins

Die Plane besteht aus einem PVC-beschichteten

Gewebe: Am Dach wird eine Variante verwendet,

die 680 Gramm pro Quadratmeter wiegt;

an den Seitenwänden sind es 850 Gramm

pro Quadratmeter. Im Prüfverfahren muss der

Fahrzeugaufbau Kräften von 108 Kilonewton

standhalten – das entspricht einem Gewicht

von etwa 10,8 Tonnen. Simuliert wird diese

Belastung mit einer Vorrichtung, die Luftsäcke

flächig auf das Gewebe drückt.

Die Federstahlstreifen sind mit der Plane

verbunden, sie werden in 120 Millimeter breite

PVC-Tunneltaschen gelegt. Die Stahlgurte selbst

bestehen aus nicht rostendem VA-Stahl, der

besonders bruchfest und langlebig ist. Da die

Streifen zwischen Planenlaufrolle oben und

Planenspanner unten eingespannt sind, können

die Kräfte, die auf die Plane wirken, optimal aufgefangen

werden. Das Gurtnetz misst etwa

600 mal 550 Millimeter.

Wird die Plane mutwillig zerschnitten,

ist ein Schnitt nur bis zum jeweils nächsten

Stahlstreifen möglich. Beschädigungen am

Planenmaterial können wie bei herkömmlichen

Seitenplanen einfach repariert werden.

Zudem wird mit einer Safe Curtain die

Verkehrssicherheit erhöht; die Ladung wird

vom Transportgestell und zusätzlich von der

Plane gehalten.

TECHNIK |

trailerforum 19


PARTNER

Efficiency Run

TRUCK UND TRAILER:

ERFOLGSGESPANN IM EFFICIENCY RUN

Bei der zweiten Ausgabe des „Efficiency Run“ gingen fünf Speditionen mit aerodynamisch

optimierten Krone-Aufliegern an den Start – und erzielten ein sensationelles Ergebnis.

N

och effizienter und damit noch umweltfreundlicher

und kostengünstiger: Mit der zweiten Ausgabe des Efficiency

Run zeigen Mercedes-Benz Trucks und Krone

ein weiteres Mal, welches Potenzial in der intelligenten Zusammenarbeit

von Truck und Trailer liegt. In diesem Jahr haben

beide gemeinsam mit den Speditionen Rhenus, Seifert, Elflein,

Große-Vehne sowie Wiedmann & Winz einen großen Feldversuch

durchgeführt – und gezeigt: Der Kraftstoffverbrauch und

damit auch der CO₂-Ausstoß eines Lkws lässt sich deutlich

stärker – und somit auch kostengünstiger

– reduzieren, wenn nicht nur der

Motor der Zugmaschine weiter optimiert

wird, sondern das gesamte Fahrzeug.

„Unser gemeinsames Projekt

belegt deutlich, dass gebündelte Kompetenzen

einen noch größeren Erfolg

ermöglichen“, erklärt Gero Schulze

Isfort, geschäftsführender Direktor

der Krone Nutzfahrzeug Gruppe.

„Der Ansatz, den Efficiency Run gemeinschaftlich

voranzutreiben, ist

daher genau der richtige Weg.“

KRONE PROFI LINER EFFICIENCY. Die

Spedition Wiedmann & Winz nahm

an dem Versuch mit einem Krone Profi

Liner Efficiency teil: Für diesen Auflieger

hat das Fahrzeugwerk eine innovative

Seitenverkleidung entwickelt,

um die Aerodynamik zu optimieren.

Zudem ist er mit den bewährten „Tailwings“ am Heck ausgestattet.

In seiner neuen Version macht dieses Equipment

den Trailer nur geringfügig schwerer. Den Trailer, der zur IAA

Nutzfahrzeuge in Hannover vorgestellt wird, hat Wiedmann &

Winz zusätzlich mit einer Bereifung versehen, die noch mehr

Kraftstoff spart. „Wir sind ihn mit Actros-Zugmaschinen gefahren,

die schon sehr verbrauchsarm unterwegs sind“, so

»Hohe Effizienz

bietet uns einen wichtigen

Wettbewerbsvorteil

im harten europäischen

Landverkehr, in dem

kleinste Margen

üblich sind und in dem

wir uns täglich

beweisen müssen.«

Dr. Micha Lege, Geschäftsführer der

Wiedmann & Winz GmbH

Dr. Micha Lege, Geschäftsführer des Logistikunternehmens.

„Wir wollten aber testen, welches Potenzial noch in diesem

Gespann steckt.“ Die Disposition der Geislinger schonte das

Fahrzeug nicht, sondern konfrontierte es mit den Bedingungen

eines harten Praxiseinsatzes: Das Fahrzeug fuhr nicht nur

auf der Autobahn geradeaus, sondern wurde stark im Stadtverkehr,

mit unterschiedlichen Beladungssituationen und sogar

auf der Baustelle eingesetzt. „Der Versuch hat bewiesen,

dass es durchaus noch Einsparpotenzial gibt“, so Gero Schulze

Isfort. „Die Kosten-Nutzen-Analyse

zeigt, dass wir eine überaus interessante

Fahrzeugkombination anbieten

können, und wir gehen davon aus, dass

sich viele Kunden für diese Lösung interessieren

werden.“

GUTE ZUSAMMENARBEIT. Die hohen Einsparungen

haben Dr. Micha Lege positiv

überrascht: „Wir haben zwar schon

auf eine weitere Steigerung gehofft,

aber das ist wirklich ein sensationelles

Ergebnis. Wir konnten noch einmal

über 5 Prozent Kraftstoff einsparen –

in den Spitzen kamen wir sogar auf

zweistellige Werte. Wenn man bedenkt,

dass in der Entwicklung von

Motoren sehr viel Geld und Forschung

investiert werden muss, um 2 oder 3

Prozent Kraftstoff einzusparen, dann

sprechen wir hier über verhältnismäßig

einfache Mittel, mit denen man deutlich mehr erreichen

kann.“ Wiedmann & Winz ist seit vielen Jahren treuer Krone-

Kunde. Die Ergebnisse des Feldversuchs zeigen für Dr. Micha

Lege auch, „wie gut die Zusammenarbeit mit Krone ist. Wir

beide definieren uns als Technologieführer und Unternehmen

mit hohem Qualitätsanspruch – es ist toll, dass wir es gemeinsam

geschafft haben, diese Ergebnisse zu erzielen.“

Rhenus

Michael Starke ist

Geschäftsführer der Rhenus

Trucking GmbH & Co. KG.

Die Rhenus-Gruppe ist

an über 500 Standorten

international präsent und

setzt ihre Schwerpunkte

im Management komplexer

Supply-Chains sowie in der

Entwicklung von innovativen

Mehrwertdiensten.

Fotos: Daimler/Dirk Weyhenmeyer

20 trailerforum | PARTNER


Der Efficiency Run zeigt: Kraftstoffverbrauch und CO 2-Ausstoß lassen sich deutlich reduzieren.

Seifert

Thomas Hüttemann,

Geschäftsführer der Seifert

Logistics Group aus Ulm,

steht mit seinem Unternehmen

europaweit für

innovative, branchen- und

produktunabhängige Dienstleistungskonzepte,

die die

Supply-Chains der Kunden

optimieren sollen.

Im Stadverkehr überzeugten Truck und Trailer ebenfalls mit tollen Ergebnissen.

PARTNER |

trailerforum 21


Große-Vehne

Die Große-Vehne Transporte u.

Speditions GmbH, geführt von

Geschäftsführer René Große-

Vehne, ist ein mittelständisches

Familienunternehmen, das in

dritter Generation auf eine über

75-jährige Firmengeschichte

zurückblicken kann. Große-

Vehne konzentriert sich darauf,

kundenspezifische Logistikanforderungen

zu erfüllen.

Der Lkw ist nach wie vor die Nr. 1 im Landverkehr und unverzichtbar für Handel und Industrie.

Mit dem aerodynamisch optimierten Krone-Auflieger erzielte die Spedition Wiedmann & Winz sensationelle Ergebnisse.

Wiedmann & Winz

Dr. Micha Lege ist Geschäftsführer

der Wiedmann

& Winz GmbH: Das Familienunternehmen

bietet neben

globalen Transportlösungen

logistische Dienstleistungen

an und entwickelt individuelle

Kontraktlogistiklösungen.

Die Steigerung der Effizienz ist ein

wichtiges Thema für ihn als Unternehmer

– nicht zuletzt, um dem Ziel

der EU gerecht zu werden und den

CO 2 -Ausstoß bis 2030 um 38 % zu reduzieren.

„Um diesen Wert zu erreichen,

muss der Aufliegerhersteller

mit an Bord kommen“, so Lege. „Hohe

Effizienz bietet uns einen wichtigen

Wettbewerbsvorteil im harten europäischen

Landverkehr, in dem kleinste

Margen üblich sind und in dem

wir uns täglich beweisen müssen.“

Wiedmann & Winz ist täglich mit 150

Fahrzeugen auf Europas Straßen unterwegs

– diese werden jährlich mit

insgesamt rund fünf Millionen Litern

Diesel betankt.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG.

Für den Firmenchef ist Umweltschutz

aber auch ein persönliches Anliegen: „Ich

bin sehr gern in der Natur unterwegs und

gehe regelmäßig zum Bergwandern. Zudem

bin ich davon überzeugt, dass wir

für unsere Kinder nachhaltig wirtschaften

müssen.“ Wenn man als Unternehmer

einen großen Fuhrpark mit dem

Fotos: Daimler/Dirk Weyhenmeyer

22 trailerforum | PARTNER


Elflein

Rüdiger Elflein führt das

Familienunternehmen Elflein

Spedition und Transport

GmbH als Geschäftsführer. Als

Transport- und Logistikspezialist

bedient Elflein national

und international die Anforderungen

des wachsenden europäischen

Transportmarkts.

entsprechenden CO 2 -Ausstoß betreibe,

dann habe man auch eine entsprechende

Verantwortung, erklärt Lege: „Deshalb

engagieren wir uns seit Jahren sehr stark

für das Thema.“ Seine Flotte fährt durchweg

mit Euro-6-Motoren und speziellen

Reifen. Die Fahrer der Spedition werden

mit guten Noten für ökologisches wie

ökonomisches Fahrverhalten belohnt.

»Unser gemeinsames

Projekt belegt deutlich,

dass gebündelte

Kompetenzen einen

noch größeren Erfolg

ermöglichen.«

Gero Schulze Isfort, geschäftsführender Direktor

der Krone Nutzfahrzeug Gruppe

AERODYNAMIK IST PRAXISTAUGLICH. Als

Unternehmen, das für Innovationen aufgeschlossen

ist, wird Wiedmann & Winz

zudem regelmäßig von Daimler in Entwicklungsprojekte

eingebunden: „Wir haben

die neue Actros-Zugmaschine vor

der Markteinführung getestet. Zudem

waren wir in die Entwicklung der telematikgestützten

Internetdienste von Fleetboard

eingebunden, über die ausgewertet

werden kann, warum ein Fahrer unter

Umständen zu viel Kraftstoff verbraucht“,

so Lege. Er selbst habe immer an das

Thema Aerodynamik geglaubt. „Aber die

Frage für uns als Spediteur ist natürlich,

ob Aerodynamik auch praxistauglich ist.“

Nach dem Feldversuch kann er die Frage

eindeutig mit Ja beantworten.

Wiedmann & Winz betreibt ein eigenes

neues Technikcenter. Dort haben

die Mitarbeiter auch getestet, wie

sich die Teile, die für die Erhöhung der

Aerodynamik notwendig sind, demontieren

lassen, um beispielsweise an die

Reifen des Fahrzeugs zu kommen – das

funktionierte dank spezieller Wartungsklappen

schnell und problemlos.

Micha Leges Fazit: „Der Auflieger ist

zuverlässig, robust und sicher. Die Beladung

lief absolut problemlos, es gab

keinerlei Beschädigungen, und auch

die Fahrer waren mit dem Handling

sehr zufrieden.“

EFFICIENCY RUN

„Der Feldversuch „Efficiency Run“, initiiert von Mercedes-

Benz Trucks, konzentriert sich vor allem auf Praxistauglichkeit

und fordert von den Teilnehmern den Einsatz wirtschaftlicher

Lösungen mit echtem Marktpotenzial. Der Praxistest zeigt die

Einsparmöglichkeiten auf, die mit am Markt verfügbaren Mitteln

erreicht werden können. Truck und Trailer müssen konstruktiv

zusammenarbeiten, um die politischen Anforderungen

hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit von Nutzfahrzeugen

in Zukunft zu erfüllen. Nicht nur die Motoren der Zug-

maschinen müssen weiter optimiert werden, sondern das Fahrzeug

insgesamt.

Schon die erste Ausgabe des Efficiency Run im Jahr 2015,

damals unter Beteiligung von Daimler Trucks sowie den Speditionen

DB Schenker, Große-Vehne und Elflein, konnte zeigen,

dass ein ganzheitlich optimierter Lkw den Dieselverbrauch

sowie die CO 2-Emissionen um einen zweistelligen Prozentsatz

senken kann: Das Ergebnis lag damals bei 14 Prozent.

Efficiency Run 2015

PARTNER |

trailerforum 23


SPAZIERGANG

mit Gero Schulze Isfort

»RAUMFAHRT IST

OHNE VERNETZUNG

NICHT VORSTELLBAR«

Gero Schulze Isfort, geschäftsführender Direktor der Krone Nutzfahrzeug Gruppe, traf in Bremen

den Astronauten Gerhard Thiele zu einem Gespräch über Technik, Kommunikation und Schnittstellen

in der Raumfahrt – und deren Parallelen in der Logistik.

Gero Schulze Isfort: Herr Thiele,

als Astronaut haben Sie erlebt, wovon

sehr viele Menschen träumen:

Sie sind ins All gereist. Wenn Sie sich

an Ihre Mission zurückerinnern:

Was war besonders prägend?

Gerhard Thiele: Es sind vor allem

einzelne Momente, die mir immer

wieder präsent werden. Und es ist

nach wie vor unwirklich: War ich

tatsächlich da oben? Auch für mich

war es die Erfüllung eines Wunschtraums

aus der Kindheit. Dass es

dann so gekommen ist, war auch

viel Glück: Ich war zur richtigen Zeit

am richtigen Ort.

Schulze Isfort: Es ist eine Karriere,

die man nicht planen kann. Was

muss man dafür mitbringen, welche

Fähigkeiten?

Thiele: Man muss vor allem in der

Lage sein, Informationen sehr zügig

aufzunehmen und zu verarbeiten –

und das möglichst fehlerfrei und unter

hohem Druck. Bei einer Mission,

für die ich trainiert habe, liefen oft

zehn Experimente simultan ab. Die

müssen Sie alle im Auge behalten

und rasch erkennen, wenn plötzlich

irgendwo ein Lämpchen nicht mehr

leuchtet.

Schulze Isfort: Für uns bedeutet es

eine ähnliche Herausforderung, die

vielen Projekte gleichzeitig zu verfolgen,

die wir mit Kunden gemeinsam

entwickeln oder mit denen wir

Innovationen vorantreiben. Aber

wenn man das über viele Jahre hin-

DIE KULISSE

Für diesen Spaziergang trafen sich

Gero Schulze Isfort und Gerhard

Thiele in der Raumfahrtstadt Bremen

im „Universum“: Das Science-

Center macht Wissenschaft für

jedermann begreifbar. Die Besucher

können über 300 Exponate zu Technik,

Mensch und Natur entdecken

und viele naturwissenschaftliche

Phänomene hautnah und mit allen

Sinnen erleben und verstehen.

Fotos: Stefan Schöning

24 trailerforum | SPAZIERGANG MIT GERO SCHULZE ISFORT


»Sie können nur auf zwei Wegen in Schwierigkeiten

geraten – indem Sie Ihren Prozeduren

nicht folgen und indem Sie ihnen folgen.«

Gerhard Thiele

weg praktiziert, ist man gut trainiert.

Dabei setzen wir auf unser gutes Team,

hochwertige Materialien und moderne

Technologien. Für Sie spielt das Vertrauen

in die Technik sicher eine ganz besondere

Rolle?

Thiele: Ich hätte mich nicht in eine Rakete

gesetzt, wenn ich nicht darauf vertraut

hätte, dass ich von der Mission wieder heil

nach Hause komme, weil das Bodenteam

so gut gearbeitet hat, wie ich selbst es von

mir erwarte. Nichtsdestotrotz birgt so

eine Mission Risiken, die nicht vergleichbar

mit jenen sind, die man normalerweise

eingeht. Man muss sich fragen: „Bin ich bereit,

das zu akzeptieren?“ Dann kann man

sich auch in eine Rakete setzen. Was nicht

heißt, dass ich als Mensch nicht einen gehörigen

Respekt gehabt hätte – den hatte

ich durchaus. Aber das ist auch das, was

mich an der Raumfahrt so fasziniert: Alle

verschreiben sich einem Ziel und geben

ihr Bestes dafür.

ZEHNTER DEUTSCHER IM ALL

Dr. Gerhard Thiele, 1953 geboren, hat Physik und Astronomie studiert. 1987

wurde er als künftiger Wissenschaftsastronaut in das deutsche Raumfahrerkorps

aufgenommen und begann am heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und

Raumfahrt in Köln seine Ausbildung. Von 1998 bis Anfang 2010 war er Mitglied

des ESA-Astronautenkorps und nahm als Missionsspezialist vom 11. bis 22. Februar

2000 an der Shuttle Radar Topography Mission teil. Er war damit der zehnte

Deutsche im All. Gerhard Thiele ist verheiratet und hat vier Kinder.

Schulze Isfort: Auch das sehe ich in unserem

Unternehmen: Es muss uns gelingen,

dass unsere Mitarbeiter jeden Tag

ihr Bestes geben, und wir tun alles dafür,

dass das so bleibt. Was mich an der

Raumfahrt immer noch besonders fasziniert,

ist der Datenaustausch mit dem

Weltraum. Ich bin Amateurfunker und

finde es spannend, wie der Kontakt über

solch große Entfernungen funktioniert.

Thiele: Das ist für unsere Arbeit unverzichtbar.

Wenn Sie nicht mit dem

Boden sprechen können, sind Sie auf

sich allein gestellt. Gleichzeitig ist

es eine große Herausforderung, zu verstehen,

was über Funk gesagt wird.

Ich habe meist meine Arbeit unterbrochen,

um genau zuhören zu können.

Schulze Isfort: Zuhören ist in einem Industrieunternehmen

wie unserem ebenfalls

unerlässlich. Wir leben von unseren

Kunden, und wir müssen ihnen immer

zuhören. Je besser uns das gelingt, desto

besser ist letzten Endes das Produkt, das

wir produzieren. Ein weiteres sehr wichtiges

Thema ist für uns Vernetzung. Welche

Rolle spielte die in Ihrem Beruf?

Thiele: Raumfahrt ist ohne Vernetzung

nicht vorstellbar. Projekte wie die internationale

Raumstation kann nicht einer allein

schaffen, und es sollte auch nicht einer

allein versuchen.

SPAZIERGANG MIT GERO SCHULZE ISFORT |

trailerforum 25


Schulze Isfort: Wenn wir den Gedanken

der Vernetzung auf unsere

Welt übertragen, dann sind wir ganz

schnell bei einer Datendrehscheibe.

Wir produzieren Fahrzeuge, die

dem Transport dienen. Damit sind

wir Teil einer großen logistischen

Kette. Unsere Kernherausforderungen

sind gute Kommunikation und

die reibungslose Synchronisation von

Daten.

Thiele: Was mich an dieser Stelle interessiert:

Die Information muss vom

anderen ja auch verstanden werden.

Die Schnittstellen müssen vereinbar

sein, gewisse Standards sind nötig.

Wir kennen diese Problematik: Russland

hatte eigene Standards, ebenso

die Amerikaner, die Japaner und wir

Europäer natürlich auch.

Schulze Isfort: In der Vergangenheit

haben verschiedene große Unternehmen

– nicht nur in der Nutzfahrzeugbranche,

sondern auch in

der Landtechnik – den Begriff der

„Total Customer Ownership“ definiert:

alles aus einer Hand. Das ist

ein Weg, den man gehen kann. In Ihrem

Metier, in der Raumfahrt, hätte

er bedeutet: Die Amerikaner dominieren

die Welt. Viele Kunden wollen

aber Produkte selbst definieren und

kombinieren – und dann müssen

diese einwandfrei miteinander kommunizieren.

Das funktioniert heute

vor allem, weil bestimmte Standards

entwickelt worden sind und es

Schnittstellen gibt, über die sich alle

Beteiligten miteinander verständigen

können. Wir haben uns bei

Krone bewusst für offene Schnittstellen

entschieden, auf die jeder

Kunde zugreifen kann. Innerhalb

unserer Branche hat sich diesbezüglich

auch viel getan. Man braucht aber

auch die entsprechende Infrastruktur:

Ich habe vor Kurzem gehört, dass die

LTE-Abdeckung in Deutschland ähnlich

schwach ist wie in Marokko – das

ist quasi die Basis der Datenkommunikation

auf Deutschlands Straßen.

Wir benötigen aber ein hervorragend

ausgebautes Datennetz, um

unsere Flotten und Logistikprozesse

miteinander sprechen zu lassen.

»Alle verschreiben sich einem Ziel und

geben wirklich ihr Bestes dafür.«

Gerhard Thiele

»Je besser wir unseren Kunden zuhören,

desto besser ist letztendlich das Produkt,

das wir produzieren.«

Thiele: Diesbezüglich sind wir in

der Raumfahrt besser dran. Mittlerweile

haben die Kollegen auf

Missionen durchgehend eine Verbindung

zur Erde. In den frühen

Anfängen der Raumfahrt konnte

man beispielsweise auf russischer

Seite nur mit der Bodenkontrollstelle

sprechen, wenn das sowjetische

Festland in Sichtweite war –

da brach der Kontakt teilweise für

mehrere Stunden ab.

Schulze Isfort: Das ist letztlich

auch das Einzige, was den Lkw-

Fahrer interessiert: Hat er eine Verbindung

oder hat er keine? Unsere

Forderung an die Politik ist hier, dass

Deutschland nicht nur führend in der

Logistik sein sollte, sondern auch in

der Infrastruktur, ganz besonders in

der digitalen Infrastruktur.

Thiele: Mir fällt noch eine grundsätzliche

Sache auf: Die Grundmechanismen

unserer Arbeit sind sehr

ähnlich. In der Raumfahrt habe ich

gelernt, dass über den sogenannten

optimalen Ablauf im Normalfall absolutes

Einverständnis herrschen

muss. Bei uns heißt das „Prozedur“.

Wenn ich die Prozedur verinnerlicht

habe, dann habe ich ein gutes

Verständnis vom Ablauf, und nur

Gero Schulze Isfort

dann kann ich die richtige Entscheidung

treffen, wenn eine Situation

auftaucht, in der ich von den Vorgaben

abweichen muss. Kurz gesprochen:

Das Leben eines Astronauten

ist relativ einfach. Sie können nur

auf zwei Wegen in Schwierigkeiten

geraten – indem Sie Ihren Prozeduren

nicht folgen oder indem Sie

Ihren Prozeduren folgen. Ein guter

Astronaut weiß, in welcher Situation

er sich gerade befindet. Ich vermute,

das kennen Sie auch?

Schulze Isfort: Wir kennen das sowohl

in der Produktion als auch in der

Zusammenarbeit mit dem Kunden.

Ich habe gerade heute die E-Mail eines

Kunden bekommen, mit dem wir in

den letzten Wochen jeden einzelnen

Schritt bis hin zum Angebot durchgegangen

sind. Ich habe alles Wichtige,

etwa die Zertifizierungen, genau erklärt.

Nun hat er den Auftrag platziert.

Wir müssen zuhören und sauber die

einzelnen Schritte durchgehen, damit

alle das gleiche Verständnis haben.

Dann ist man letzten Endes erfolgreich.

Das hat mit Prozessen zu tun –

und mit Vertrauen.

Fotos: Stefan Schönung

26 trailerforum | SPAZIERGANG MIT GERO SCHULZE ISFORT


„Intelligent angepackt:

Paketlogistik zu Ende gedacht.“

Lorenz Weiss, Leiter Entwicklung & Konstruktion Werk Herzlake

Wer effiziente und sichere Lösungen auch auf der letzten Meile der Logistikkette sucht, ist bei uns an der richtigen Adresse. Das

neue KRONE KEP Shuttle überrascht mit einer Vielzahl an durch dachten Detaillösungen. Der Laderaum bietet eine Fülle komfortabler

Features, die das Be- und Entladen ordentlich auf Touren bringen: vom innovativen Regalkonzept bis zum intelligenten Verschlusssystem.

Ein überzeugendes Gesamtpaket mit dem auch der jüngste KRONE die besten Argumente liefert.

Code scannen,

Infopaket laden.

trailerforum 27


PARTNER

Fahrertraining für mehr Effizienz

SOUVERÄNER UND

EFFIZIENTER FAHREN

Das Berliner Unternehmen Sifat Road Safety entwickelt Lkw-Fahrsimulatoren und bietet

gemeinsam mit Krone praxisnahe Trainings für Fahrer.

Ü

ber ein Mikrofon bittet

Eckhart Müller: „Wenn

die Ampel auf Grün

springt, geben Sie bitte kräftig Gas

und schalten dann bei 50 Stundenkilometern

den Tempomaten ein.“

Der Fahrer, der gemeint ist, sitzt nebenan

in einem Simulator der Sifat

Road Safety GmbH und ist auf einer

Route durch den Stadtverkehr unterwegs,

um zu lernen, wie er sein

Fahrverhalten effizienter gestalten

kann. Eckhart Müller ist Operator

bei dem Unternehmen und führt die

Trainings durch. Mit fünf Simulatoren

ist Sifat in Deutschland, Österreich

und der Schweiz unterwegs.

AUF HIGHTECH-NIVEAU. Das Fahrerhaus

ist real, doch die virtuelle

Straßenszene wird auf eine Leinwand

vor der Windschutzscheibe

projiziert. „Das fühlt sich an wie in

Wirklichkeit“, erklärt Eckhart Müller.

Eine Bremsung bringt auch den Simulator

zum Abstoppen; wenn man

eine Kurve nimmt, bewegt er sich

ein Stück weit mit. Speditionen buchen

das Effizienztraining bei Sifat

für ihre Mitarbeiter. Das Berliner Unternehmen

entwickelt Lkw-Fahrsimulatoren,

die auf diesem Hightech-

Niveau bisher nur in der Ausbildung

von Piloten und Kapitänen üblich

waren. Ein Training hilft den Speditionen,

rund 10 Prozent der Fahrtkosten

zu sparen. Den Tempomaten

nutzen, vorausschauend fahren und

beim Anfahren zügig beschleunigen:

Diese drei Hinweise gibt Eckhart

Müller den meisten Lkw-Fahrern,

die er für mehr Effizienz im Transportalltag

schult. Die Fahrweise hat

hier den größten Einfluss.

KRONE-WECHSELBRÜCKE. Um den

Simulator mobil zu machen, fiel die

Wahl auf eine Krone-Wechselbrücke.

Sie umhüllt nun die wertvollen

Simulatoren, die Sifat in einer eigenen

Werkstatt in Berlin anfertigt.

„Wir haben umfangreiche Umbauten

an der Wechselbrücke vorgenommen,

und dabei hat uns Krone

dankenswerterweise technisch sehr

gut unterstützt“, so Klaus Haller, Geschäftsführer

von Sifat. Sein Unternehmen

und Krone kooperieren seit

Kurzem als Effizienzpartner: Krone

bietet damit die einzige Schulung

für Lang-Lkw im Simulator. Es ist ein

Dienstleistungsangebot für Speditionen,

das deren Effizienz erhöhen

sowie den Kraftstoffverbrauch

und damit auch die Kosten senken

kann. „Unternehmen, die

diese Chance nutzen, gewinnen

vor allem Transparenz“, so Klaus

Haller. Die Speditionen bekommen

konkrete Daten und Hinweise,

um die Performance ihres Fuhrparks

zu verbessern: „Wir geben

Impulse. Es ist ein Prozess, der das

gesamte Unternehmen betrifft.“

Fotos: Sifat

28 trailerforum | PARTNER


»Es geht darum,

langfristig zu lernen.«

Hier hat Sifat-Operator Eckhart Müller selbst im Simulator Platz genommen. Auf die Leinwand vor der Windschutzscheibe wird eine

realistische Fahrt durch den Stadtverkehr projiziert.

Klaus Haller, Geschäftsführer von Sifat

Dank Krone-Wechselbrücke ist der Simulator mobil und kann

deutschlandweit eingesetzt werden.

LANGFRISTIG LERNEN. Beim Training im Simulator

wird zweimal nacheinander dieselbe Route

gefahren – und die Fahrer können direkt erleben,

was schon kleine Änderungen bewirken können.

Neben dem Effizienztraining bietet Sifat auch eine

Schulung zur Fahrsicherheit an. Darin werden unter

anderem Glatteis und unaufmerksame Fußgänger

simuliert. Die Zusammenarbeit mit einer

Spedition dauert mindestens zwei Jahre: Acht bis

zehn Wochen nach dem ersten Training absolvieren

die Fahrer eine zweite Lerneinheit, eine dritte

folgt dann nach zwölf bis fünfzehn Monaten. „Nach

dieser Zeit kann man schauen, was noch präsent

ist und welches Wissen wir eventuell auffrischen

müssen“, sagt Klaus Haller, „denn es geht darum,

langfristig zu lernen.“ Auch telefonisch oder über

eine App bekommen die Fahrer über den gesamten

Zeitraum hinweg mindestens einmal wöchentlich

Feedback. „Unsere Software analysiert die Telematikdaten

der Fahrzeuge und wertet diese so

aus, dass wir den Fahrern konkrete und persönliche

Rückmeldungen geben können“, erläutert der

Geschäftsführer. Den Kern der Software hat Rheinmetall

Defence entwickelt – ein Bremer Entwickler

von Systemsoftware. In der 3-D-Welt, die damit im

Simulator sichtbar wird, kann der Trainer verschiedene

Routen auswählen und jeweils 40 bis 50 Ereignisse

sichtbar machen.

PRAKTISCHE FORTBILDUNG. Die Fahrer seien anfangs

durchaus skeptisch. „Sie überwinden ihre

Vorbehalte aber schnell, sind dann sehr begeistert

von dem Angebot und auch dankbar dafür“, so

Klaus Haller. Für sie sei das Training eine echte

Motivation, in ihrem Berufsalltag Veränderungen

zu verwirklichen. Das Training fördert deshalb

auch die Bindung der Mitarbeiter an ihre Arbeitgeber.

Meist haben die Fahrer seit der Führerscheinausbildung

keine praktische Fortbildung

genossen: Bus- und Lkw-Fahrer müssen laut Gesetz

alle fünf Jahre an einer Weiterbildung teilnehmen,

in der Theoriewissen vermittelt und

TECHNIK UND DIDAKTIK

aufgefrischt wird. „Das ist ein sinnvolles Pflichtprogramm,

aber es reicht unserer Meinung nach

nicht aus. Wir können ein Praxistraining ergänzen,

das direkte Erfolge erzielt.“ Veränderungen

seien sehr schnell möglich, „gerade weil der Simulator

sehr reale Vorstellungen von Situationen aus

dem Berufsalltag vermitteln kann“, sagt Eckhart

Müller, „das macht das Training sehr wirksam.“

Viele Fahrer seien beispielsweise zu schnell unterwegs,

weil sie sich gehetzt fühlen und glauben,

dass sie ihr Ziel nicht pünktlich erreichen. „Wir sagen

ihnen dann nicht, dass sie langsamer fahren

müssen“, so Müller. „Wir können ihnen anhand

unserer Aufzeichnungen aber zeigen, dass es

sich nicht lohnt, das Tempolimit zu überschreiten,

sondern dass man mit konstanter Geschwindigkeit

nicht nur entspannter, sondern

teilweise sogar schneller ankommt – und dabei

auch noch weniger Treibstoff verbraucht.“ Wer das

im Simulator ausprobiert und selbst erlebt, ist

schnell überzeugt.

Die Sifat Road Safety GmbH entwickelt mobile Fahrsimulatoren für Busse, Lkws und Sondereinsatzfahrzeuge

und bietet ein methodisch und didaktisch geplantes Schulungskonzept für das Simulatortraining

an. In den Geräten können Fahrer Standard- und Ausnahmesituationen sowie materialschonende und

kraftstoffsparende Fahrtechniken trainieren. Für die Zukunft plant Sifat, seine Baureihe um günstige

Simulationsmodelle zu ergänzen, die unter anderem in Fahrschulen zum Einsatz kommen können.

PARTNER |

trailerforum 29


AUSGLEICH

Krone-Mitarbeiter und ihre besonderen Hobbys

LEIDENSCHAFT FÜR DEN BERUF

Krone-Mitarbeiter brennen nicht nur für den Job, sie pflegen auch in ihrer Freizeit vielfältige Interessen und verfolgen dort ehrgeizige Ziele.

ZEIT AUF DEM WASSER BRINGT NEUE

ENERGIE

Thomas Wöhlert, verantwortlich für Strategie

und Programmmanagement bei Brüggen in

Lübtheen, ist seit seiner Jugend Segler.

DURCHS OHR

DIREKT IN DIE SEELE

IT-Administrator Timo Zimmermann ist Gitarrist

der Band „Gefuellt mit Sand“.

Was begeistert Sie an Ihrem Hobby?

Beim Segeln kann ich der Hektik des Alltags

entfliehen, mich entspannen und gleichzeitig

sportlich aktiv sein. Diese Kombination gefällt

mir sehr gut. Sobald man mit dem Boot auf

dem Wasser ist, bekommt man den Kopf frei.

Und ich genieße es einfach, am Wochenende für

ein paar Stunden abzuschalten, neue Energie

zu schöpfen und draußen in der Natur zu sein.

Es ist angenehm ruhig – aber eben auch nicht

zu ruhig, denn man ist ja dafür verantwortlich,

dass das Boot vorankommt.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Ich segle seit meiner Jugend, es war aber immer

vor allem ein Hobby für mich. Heute teile

ich mir mit einem Freund ein Segelboot: Unsere

„Rosine“ liegt in Berlin am Tegeler See. In

dem Segelklub, in dem wir Mitglied sind, werden

etwa sechsmal im Jahr Klubmeisterschaften

durchgeführt. Die Kollegen, die dort auf

dem Siegertreppchen landen, investieren sehr

viel Geld und Zeit in Ausrüstung und Training.

Wenn wir teilnehmen, zeigen wir aber auch Ehrgeiz,

und wir sind als Zweierteam schon mehrmals

im vorderen Drittel des Teilnehmerfelds

gelandet – das hat uns stolz gemacht.

Was haben Sie durch Ihr Hobby für den Beruf

gelernt?

Es gibt viele Situationen im Boot, in denen man

schnell, aber besonnen reagieren muss. Ruhe

und Gelassenheit sind auch in meinem Beruf

gute Begleiter: Ich werde am Standort Lübtheen

als Projektleiter für Prozessoptimierung eingesetzt.

Optimierung ist auch beim Segeln ein

wichtiger Aspekt: Man muss die Einstellungen

am Segel sehr fein justieren und die Leinen individuell

aufeinander abstimmen. Wenn der Wind

dann dreht, muss man das neu anpassen – im

Beruf sind Optimierungen zum Glück sehr viel

nachhaltiger. Nicht zuletzt muss ich mich immer

auf meinen Freund an Bord verlassen können

und er sich auf mich, so wie ich auch als

Projektleiter in der Firma nicht allein loslaufe.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Ich war schon öfter in der Ägäis segeln und würde

sehr gern an einer Regatta auf dem Meer teilnehmen

– am liebsten in der Karibik. Mein Segelboot

nehme ich aber nicht mit auf Reisen,

es bleibt in Berlin. Im Beruf freue ich mich auf

neue und spannende Herausforderungen und

darauf, dass mein Aufgabenumfang

in Zukunft

größer wird.

Zur Person

NAME: Thomas Wöhlert

ALTER: 50

HOBBY: Segeln

AKTIV SEIT: 1982

Fotos: privat, 3darcastudio/fotolia

Was begeistert Sie an Ihrem Hobby?

Für mich ist ein Leben ohne Musik nicht vorstellbar.

Mich fasziniert, wie sie durchs Ohr direkt

in die Seele eines Menschen dringt. Musik

ist so unheimlich vielseitig, und es begeistert

mich immer wieder, was man mit Instrumenten

und Gesang alles kreieren kann. Seit 2009

spiele ich in der Band „Gefuellt mit Sand“. Wir

spielen vor allem Rockmusik, gerne Cover und

alles, woran wir Spaß haben.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Unseren größten Auftritt hatten wir auf einer

Benefizveranstaltung im Pumpwerk in Wil-

30 trailerforum | AUSGLEICH


UND EIN SPANNENDES HOBBY

Die drei Mitarbeiter, die wir hier vorstellen, hissen die Segel, machen Stimmung auf der Bühne und bringen den Ball in die Endzone.

helmshaven. Es gab eine riesige Bühne und ein

tolles Publikum, und wir haben auch spannende

Musikerkollegen hinter den Kulissen kennengelernt.

Aber jeder Auftritt ist toll. Wir wissen

ja vorher nie genau, was für ein Publikum

uns erwartet – das ist spannend.

Was haben Sie durch Ihr Hobby für den

Beruf gelernt?

Mir ist bewusst geworden, dass am Ende immer

nur zählt, was auf der Bühne passiert: Die Performance

muss stimmen, wir müssen als Band

ein gutes Team sein. So ist es in der IT auch:

Alle Systeme müssen stabil laufen. Dazu müssen

im Hintergrund alle Fäden richtig verknüpft werden.

Wenn ein Auftritt mit meiner Band ein Erfolg

werden soll, muss ich mich wirklich ins Zeug legen:

Ich habe etliche Stunden im Proberaum verbracht,

viel Zeit investiert und auch viel Geld in

gutes Equipment gesteckt, bevor wir eine gute

Performance abliefern können. Dieses Durchhaltevermögen

habe ich mit in den Beruf genommen.

Genau wie den Ehrgeiz – ich gebe

nicht auf, bevor ich ein Ziel erreicht habe.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Wir schreiben auch selbst Songs. Bisher haben

wir erst drei Stücke gemeinsam entwickelt, aber

wir wollen uns nun stärker darauf konzentrieren

und diese auch professionell aufnehmen.

Vor allem wollen wir auftreten, viel spielen und

den Spaß an der Musik genießen. Im Beruf verändern

die Technologien sich schnell, wir setzen

uns ständig mit neuen Produkten und Lösungen

auseinander. Es ist selbstverständlich,

dass man da immer auf dem neuesten Stand

bleibt, aber ich will mir auch die Freude am Lernen

für die Zukunft bewahren.

Zur Person

NAME: Timo Zimmermann

ALTER: 26

HOBBY: Gitarre spielen

AKTIV SEIT: 2005

FAIRNESS UND TEAMGEIST ZÄHLEN

Michael Többen aus der Entwicklungsabteilung spielt Rugby beim SV Sparta Werlte.

Michael Többen (re.) und Andreas Hartung zeigen Teamwork

bei der Arbeit und auf dem Platz.

Was begeistert Sie an Ihrem Hobby?

Rugby fordert Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit:

Das Training powert mich immer richtig

aus, und das gefällt mir. Ich spiele gemeinsam

mit meinem Krone-Kollegen Andreas Hartung

in einer Mannschaft, er ist Elektromeister in der

Instandhaltung. Wir beide finden: Es ist ein toller

Teamsport. Rugby ist vor allem von Fairness

gekennzeichnet: Obwohl es auf dem Platz zum

Teil sehr hart zur Sache geht, habe ich noch keine

unfaire Situation erlebt. Der Schiedsrichter

wird zudem von allen streng respektiert: Er darf

nur vom jeweiligen Spielführer angesprochen

werden, und Kritik einzelner Spieler an seinen

Entscheidungen wird nicht geduldet – Meckereien

gibt es nicht.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Wir haben zweimal an Turnieren in Holland

teilgenommen, wo Rugby recht populär ist.

Das war einmal ein internationales Turnier, bei

dem Teams aus der ersten und zweiten Liga

aus Deutschland, Holland und England teilgenommen

haben. Es war für uns eine Ehre, dass

wir dabei sein durften. Bei dem anderen Wettkampf

wurde Beach-Rugby am Strand gespielt –

und dort haben wir sogar gewonnen!

Was haben Sie durch Ihr Hobby für den Beruf

gelernt?

Rugby ist ein Sport, bei dem alle Positionen harmonieren

müssen. Man darf nicht alleine losrennen

und sich darauf verlassen, dass da schon

einer mitrennt, sondern muss viel miteinander reden

und sich präzise absprechen. Das lebe ich seit

Langem auch im Beruf: Mir ist bewusst, dass die

Kommunikation nicht nur im eigenen Team, sondern

auch über einzelne Abteilungen hinweg sehr

wichtig ist, um erfolgreich arbeiten zu können

und gemeinsam mehr zu erreichen.

Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

Beruflich bilde ich mich seit vielen Jahren intensiv

fort, meist im Abendstudium. Derzeit arbeite

ich an meinem Abschluss als Schraubfachtechniker

und möchte da erfolgreich sein. Beim Rugby

haben wir als Mannschaft beschlossen, dass

wir in den Ligabetrieb starten wollen. Wir spielen

jetzt also in der vierten deutschen Liga und

treten damit gegen Mannschaften wie den Hamburger

SV oder den FC St. Pauli an – da wird die

wichtigste Herausforderung

erst mal sein, dass wir zu möglichst

vielen Auswärtsspielen

fahren und trotz der langen

Anreise eine schlagkräftige

Mannschaft stellen können.

Zur Person

NAME: Michael Többen

ALTER: 31

HOBBY: Rugby

AKTIV SEIT: 2015

AUSGLEICH |

trailerforum 31


GUT GEKÜHLT

Kühl- und Gefriertransporte quer durch Europa

So leer sind sie selten: Zur Flotte von N & K gehören rund 1.000 Trailer, die meisten davon sind Cool Liner von Krone.

LACHS HIN,

OBST UND GEMÜSE ZURÜCK

Paarige Verkehre sind für Lebensmittelspediteure eine große Herausforderung. Der dänischen Spedition N & K

gelingt es, längere Leerfahrten ihrer Kühlauflieger zu vermeiden.

L

eckere Lachse werden im Norden Europas gefangen,

knackiges Obst und Gemüse unter südlicher Sonne geerntet:

Beide sind klassische Fälle für den Kühlgutspediteur.

Leider fährt dessen teures Equipment auf dem Rückweg

einer Tour oft leer über die Autobahn. Nicht so bei N & K:

„Wir sind mit unseren Kühl- und Gefriertransporten in ganz

Europa unterwegs“, berichtet Martin Gade Gregersen, Geschäftsführer

der mittelständischen Spedition mit Hauptsitz

im dänischen Esbjerg, „und das in der Regel ohne Leerfahrten.“

Seit der Gründung 1988 fokussiert das Unternehmen auf

den Transport von gekühlten oder gefrorenen Lebensmitteln.

„In den ersten Jahren, aus kleinsten Anfängen heraus, haben

wir Fisch aus Dänemark in die Niederlande gebracht. Und

schon damals ist es uns gelungen, dort Rückladung zu akquirieren.

So konnten unsere Lkws mit Gemüse aus niederländischem

Anbau nach Dänemark zurückfahren.“

32 trailerforum | GUT GEKÜHLT


Zur Person

Martin Gade Gregersen, 1980 geboren, kam nach seiner

Trainee-Zeit beim dänischen Speditionskonzern Blue Water

Shipping im Jahr 2000 zu N & K. Hier durchlief er vom Export

bis zum Import alle Abteilungen im Unternehmen, bevor ihn

der Gründer und langjährige Geschäftsführer Per B. Jensen vor

sieben Jahren zu seinem Nachfolger und Teilhaber machte.

Fotos: fotolia/A_Bruno, fotolia/Barbara Pheby, picture alliance/Udo Fischer

Seitdem ist die Spedition stark gewachsen:

Rund 1.000 Trailer und 250 Zugmaschinen sind heute

unter der Flagge von N & K unterwegs. Allein in

Dänemark unterhält das Unternehmen vier Trailerdepots:

in Padborg, Esbjerg, Vejle und Brøndby. Internationale

Niederlassungen gibt es in Norwegen,

Schweden und Litauen, von wo aus N & K auch das

gesamte Baltikum und Russland bedient.

KERNGESCHÄFT FISCH. „Unsere Güterstruktur

ist an allen Standorten ungefähr gleich“, so Gregersen

weiter. „Ausgehend befördern wir überwiegend

Fisch, zunehmend auch Fleisch. Auf

der Rückfahrt sind Obst und Gemüse an Bord –

aufgehängt, auf Paletten oder als Volumengüter.

Natürlich nehmen wir aber auch Non-

Food-Waren mit.“ Zu den Kunden zählen große

Warenhausketten, nordische Fleischexporteure,

darunter der größte dänische Schlachtereikonzern

Danish Crown, sowie internationale

Fischhändler, mit denen N & K zumeist über

Langzeitkontrakte verbunden ist. So konsequent,

wie sich die Spedition auf den Transport

von gekühlten oder gefrorenen Lebensmitteln

konzentriert hat, ist auch die Flottenpolitik

ausgerichtet: „Alle unsere Trailer sind gemietet,

für das Trucking greifen wir ausschließlich

auf Subunternehmer zurück“, sagt Gregersen –

und schickt gleich hinterher: „80 Prozent unserer

Trailer kommen von Krone.“

SENDUNGSVERFOLGUNG. N & K kümmere sich für

seine Kunden nicht nur um den gesamten „Papierkram“,

so der Geschäftsführer, sondern biete

ihnen auch die Online-Überwachung aller Transporte

vom Start bis zum Ziel an. Gregersen erklärt:

„Über einen Log-in können unsere Kunden

beispielsweise die Temperatur im Trailer checken,

den quittierten Frachtbrief einsehen und

über GPS die pünktliche Lieferung kontrollieren.

Unser Online-Liefernachweissystem nennen

wir ‚Trailervagt‘, wir bieten es für fast alle unsere

Transporte an. Alles läuft einfach und unkompliziert

über unsere Website.“ Basis von Trailervagt

ist Krone Telematics, dessen Vorteile Gregersen

schnell erkannt hat: Der Datenzugriff kann webbasiert

erfolgen, und die Dateneinbindung in

die vorhandene Unternehmens-IT ist problemlos

möglich, denn das System ist dank Standardschnittstellen

mit allen gängigen Portalen kompatibel.

„Die Trailer von Krone haben zudem

GUT GEKÜHLT |

trailerforum 33


Erfahren Sie mehr

zum Thema

Effizienz und Flexibilität

mit den Aufliegern

von Krone Fleet:

http://bit.ly/2bkZEhl

Frisch ausgeliefert: Cool Liner auf dem Trailerdepot in Esbjerg.

»Ob nach Hamburg oder nach Hawaii,

unsere Transportqualität ist immer gleich hoch.«

Martin Gade Gregersen

einfach einen hohen technischen Standard“, begründet

Gregersen seine Entscheidung für das Unternehmen

und ärgert sich fast ein bisschen, dass

er „erst seit sieben oder acht Jahren“ auf die Marke

setzt. Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit

mit der Krone-Niederlassung Krone Fleet A/S in

Padborg, aber auch mit dem Hauptsitz in Werlte.

Auch wenn es gut läuft bei N & K – auf dem

bisher Erreichten möchte sich der junge Geschäftsführer

mit seiner Mannschaft nicht ausruhen:

„Natürlich wollen wir im Kerngeschäft weiter

wachsen. Aber ich sehe meine Hauptaufgabe

auch darin, neue Geschäftsfelder rund um gekühlte

oder gefrorene Ladung zu besetzen, in denen

wir unseren bestehenden Kunden zusätzliche

Dienstleistungen mit modernster Technik

anbieten können.“ Bei allem Wandel gebe es aber

eine Konstante in der Philosophie von N & K: „Ob

wir Lachs nach Hamburg oder bis nach Hawaii

bringen, unsere Transportqualität wird immer

gleich hoch sein.“ Und eine Rückladung werden

die Profis von N & K auch finden.

ÜBER N & K

Die Spedition geht auf ein kleines dänisches Transportunternehmen zurück, das unter dem Namen N & K

Jacobsen firmierte. Die beiden Buchstaben stehen noch heute für die beiden Gründer Niels und Kurt.

1988 kaufte Per B. Jensen den Betrieb und machte daraus die N & K Spedition in Esbjerg. Der Aufstieg zu

einer der größten nordischen Speditionen für Kühl- und Gefriergüter begann. Zwei Jahre nach der Übernahme,

als sich bereits das schnelle Wachstum abzeichnete, wandelte Jensen das Unternehmen in eine

Aktiengesellschaft im Familienbesitz unter seiner Führung um – die heutige N & K A/S entstand. Martin

Gade Gregersen löste 2009 Per B. Jensen an der Spitze ab, der den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm. Zusammen

mit seinen Töchtern Kristina und Terese Bonnichsen hält der 54-Jährige 75 Prozent der Aktien.

Zu N & K gehört auch das von Per B. Jensen geführte Transportunternehmen Thadaeus Shipping & Transport

ApS in Padborg. Es unterhält eigene Logistikaktivitäten und einen Terminalbetrieb für den Umschlag

von Fisch und Fischprodukten mit Zielen in Südeuropa.

Heute setzt N & K nicht nur auf reine Straßentransporte, sondern auch auf kombinierte Verkehre, die auf

der Schiene vor allem von und nach Italien angeboten werden. Ein neuer Dienst nach Spanien wird gerade

entwickelt. Über den Wasserweg nach Großbritannien unterhält N & K zudem begleitete und unbegleitete

Verkehre. N & K Air Solutions ist seit Kurzem von Oslo aus im Export von Lachs in alle Welt auf dem

Luftweg aktiv. In den Büros von N & K arbeiten heute insgesamt mehr als 120 Menschen.

Foto: picture alliance/Udo Fischer

34 trailerforum | GUT GEKÜHLT


»LOGISTIKER MÜSSEN

MUTIG SEIN«

NACHGEFRAGT

… bei Ulrich Fenger – Apetito AG

Gekühlte oder tiefgefrorene Lebensmittel frisch und schnell nach Hause geliefert bekommen:

Dieser Wunsch der Kunden ist für die Branche ein Wachstumstreiber und stellt sie gleichzeitig vor

große Herausforderungen. Ulrich Fenger hat als Logistikdirektor von Apetito Ideen für praktikable

Lösungen gesammelt.

D

er Boom des Lebensmittel-Onlinehandels

hält an. Welche Herausforderungen

stellt er speziell an

die Frischelogistik?

Ohne zufriedene oder, besser gesagt,

begeisterte Kunden wird es kein weiteres

Wachstum im Lebensmittel-Onlinehandel

geben. Im Wettbewerbsumfeld

hat derjenige die Nase vorn, der Kundenwünsche

am besten erfüllt. Die Kunden

wollen Frische, Qualität und immer

vielfältigere Angebote sowie ein breites

Sortiment. Dazu bedarf es geschulter

und verantwortungsbewusster Mitarbeiter

sowie einer geeigneten Ausstattung,

zum Beispiel leistungsstarker Anlagen

mit hocheffizienten Isoliermaterialien

für die Transportkälte sowie modernster

Trailertechnik.

Wie kann die Branche diese Herausforderungen

meistern?

Eine flächendeckend temperaturgeführte

und gleichzeitig wirtschaftliche

Distribution lässt sich auf hohem Niveau

nur dann realisieren, wenn entsprechend

große Mengen umgesetzt

werden. Zurzeit wird angesichts des

wachsenden Onlinehandels viel ausprobiert.

Eine zukunftsorientierte temperaturgeführte

Logistik basiert auf

modernen IT-Systemen mit intelligenten

Anwendungen. In der Lagerwirtschaft

und Kommissionierung geht

der Trend zu weitgehend automatisierten

Systemen. Für die Distribution

sind hierbei die Aspekte der Tourenplanung

und der Telematik von

großer Bedeutung, um eine vollständige

Transparenz in der Auslieferkette

sicherzustellen.

Wie hat sich der Boom in der Branche auf

das Unternehmen Apetito ausgewirkt?

Wie viele andere Unternehmen beobachtet

Apetito sehr sorgfältig den Markt und

die verschiedenen Auslieferkonzepte der

letzten Meile: Es gibt beispielsweise die

Liefervariante mit Isolierboxen, die per

Paketdienst zum Kunden kommen – in

der Regel mit Trockeneis und entweder

als Einweg- oder als Mehrwegsystem.

Andere, vor allem regionale Anbieter im

Lebensmitteleinzelhandel setzen Mehrkammerfahrzeuge

ein, um ein One-Stop-

Shopping zu ermöglichen. Bisher gibt es

aber noch keine überzeugende Lösung.

Apetito bietet dem Endverbraucher bereits

seit Jahren eine Vielzahl von Menüs

über das Internet an. Der zunehmende

Erfolg macht Mut, diesen Vertriebsweg

in Zukunft deutlich auszubauen.

»Ohne begeisterte

Kunden wird es kein

weiteres Wachstum

im Lebensmittel-

Onlinehandel geben.«

Wie kann die Ökobilanz der Frischelogistik

verbessert werden?

Das ist ein schwieriges Thema. Eine

deutliche Zunahme der Strecken- und

Verteilerverkehre ist nun einmal nicht

ökobilanzfreundlich, da gibt es nichts

dran zu deuteln. Elektrofahrzeuge sind

hier ein Ansatz – gerade auch im innerstädtischen

Verteilerverkehr, außerdem

Kooperationen und gemeinsame Distributionsorganisationen

für temperaturgeführte

Kleinmengen. Jeder nicht gefahrene

Kilometer wäre ein Gewinn.

Was erwarten Sie noch für die Zukunft,

welche Entwicklungen sehen Sie?

Der Einsatz der Technik in der Logistik

wird weiter steigen – sowohl in der Lagerung

und Kommissionierung als auch

in der Distribution und an den Fahrzeugen.

Jüngste Entwicklungen wie Uber und

Mytaxi zeigen zudem, dass sich noch ein

erhebliches Potenzial in intelligenten Apps

und Internetanwendungen verbirgt. Ich

bin mir sicher, dass wir uns hier auf einige

Überraschungen einstellen können. Der

Einsatz autonomer Fahrzeuge oder sogar

einer vollautomatischen Belieferung würde

die heute noch unwirtschaftliche Belieferung

in schwach strukturierten Gegenden

realistischer erscheinen lassen. In den

Ballungsgebieten wird die Auslieferung mit

elektrisch betriebenen Fahrzeugen in naher

Zukunft zum Alltag gehören.

Was müssen Logistiker vor diesem Hintergrund

leisten?

Sie müssen gut informiert und vernetzt

sein. Logistiker müssen den Mut haben,

neue Techniken und Möglichkeiten auszuprobieren.

Zumindest sollten sie die

bestehenden Verfahren und Prozesse infrage

stellen. Ich empfehle auch, sich intensiv

mit den Möglichkeiten der neuen

Medien und des Internets auseinanderzusetzen:

Dabei sind durchaus auch

fachfremde Ideengeber willkommen. Ein

frischer, neuer Blick von außen kann sehr

hilfreich sein.

Zur Person

Ulrich Fenger,

Jahrgang 1953, war bis

zum Frühjahr 2016 Logistikchef

der Apetito AG.

Er ist leidenschaftlicher

Logistiker und Spezialist für

Strategie und Innovation.

Der Diplom-Kaufmann

studierte an der Bundeswehrhochschule

in Hamburg.

Fenger war bis 1985 in

diversen Führungsfunktionen

der Bundeswehrlogistik

tätig, bevor er zur Apetito AG

wechselte.

NACHGEFRAGT |

trailerforum 35


HELLA KGaA Hueck & Co.

Trailerwerk Nellingen

Amstetter Straße 32

89191 Nellingen

www.hella.com/trailer

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine