B - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

lsv.de

B - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

Sicher Leben

Mitteilungsblatt der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, Alterskasse,

Krankenkasse und Pflegekasse für die Länder Mecklenburg-Vorpommern,

Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen

2/2003 P

H 11270


Eine zweite Chance

Diesen Tag im Juli 1999 wird W.

nie vergessen, hat doch ein Augenblick

sein Leben total verändert.

Seiten 4-5

Ich möchte zur Kur –

Was ist zu tun?

Antworten auf häufig gestellte

Fragen zu Heilverfahren der Alterskasse

Seite 6

Neu im Team

Seit dem 1.3.2003 verstärken

zwei neue Mitarbeiter die Präventionsabteilung

der LBG Berlin.

Seite 7

Auskunfts- und

Beratungsstellen

In allen Fragen zur Landwirtschaftlichen

Sozialversicherung

erhalten Sie nicht nur in der Zentrale

in Hönow und den Außenstellen

kompetente Auskunft,

sondern auch bei berufsständischen

Vereinigungen, die vertraglich

für uns tätig sind.

Seiten 8-9

Unfallverhütungspreisausschreiben

Unser Unfallverhütungspreisausschreiben

ist ein Beitrag zu mehr

Sicherheit im landwirtschaftlichen

Betrieb. Machen Sie mit!

Sie gewinnen zweifach: mehr Sicherheit

bei der Arbeit und attraktive

Preise.

Seiten 10-12

Zum Titelbild:

2 Sicher Leben 2/2003

Inhalt Aktuell

Jetzt geht`s mit dem Vieh wieder

auf die Weideflächen. Sichere

Weidezäune und Beherzigen

der Unfallverhütungsvorschriften

sind Voraussetzungen für eine

unfallfreie Weidesaison.

Foto: K+S

Landwirtschaftliche Unfallversicherung:

Strukturwandel durch

den Bund abfedern

Die landwirtschaftliche Unfallversicherung

bleibt langfristig

auf eine Entlastung durch den

Bund angewiesen, damit nachfolgende

Generationen überhaupt noch eine

Chance haben, ihren Betrieb weiterzuführen.

Angesichts des sich verstärkenden

Strukturwandels ist die landwirtschaftliche

Unfallversicherung als

Teil des agrarsozialen Sicherungssystems

allein durch Beiträge der Unternehmer

nicht zu finanzieren, darauf

wurde anlässlich der Arbeitstagung

der Vorstandsvorsitzenden der

landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

Ende März in Kassel hingewiesen.

Die angekündigten Reformen

in den übrigen gesetzlichen Sozialversicherungssystemen

werden auch das

berufsständische agrarsoziale Sicherungssystem

berühren. Nicht zuletzt

deshalb haben sich die Vorstände für

eine Weiterentwicklung im Beitrags-

und Leistungsrecht in der landwirtschaftlichen

Unfallversicherung ausgesprochen.

Die bereits eingeleiteten

Veränderungen der Beitragsmaßstäbe

zeigten, dass risikobezogene und

solidaritätsgewichtete Grundsätze im

Ergebnis zu einer verstärkten Akzeptanz

der Beitragszahler für ihre bran-

chenbezogene landwirtschaftliche Unfallversicherung

führen. Vor dem Hintergrund

eines denkbaren Umstieges

auf ein teilweises Kapitaldeckungssystem

werden auch Veränderungen im

Leistungskatalog diskutiert. In jedem

Fall bleiben im Bereich der Unfallversicherung

eine erfolgreiche Unfallverhütung

und die Verhinderung von Berufskrankheiten

sowie eine optimale

medizinische Versorgung notwendig,

um zu verringerten Belastungen für

die Beitragszahler zu kommen.

Mz

Leo Blum, Verbandsvorsitzender, leitete

die Diskussion (v.l.n.r. Dr. H.-J. Sauer,

K. Groenen, Arnd Spahn) Fotos: Münz

Impressum: Sicher Leben Herausgeber: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Berlin, Dienstsitz: Hoppegartener Str. 100, 15366

Hönow, Telefon: (03342) 36-0. Redaktion: Direktor Werner Melzer, A. Münz – Weißensteinstr. 70-72, 34131 Kassel,

http://www.berlin.lsv.de, e-mail: mail@berlin.lsv.de. Erscheint zweimonatlich – Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Keine Gewähr für unverlangte Manuskripte. Kostenloser Nachdruck ist bei Quellenangabe gestattet. Druck: Druckhaus Dierichs

Kassel, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel. Bei den Adressangaben werden die Bestimmungen des Datenschutzes beachtet.


Aktuell

Betreuung durch Bundesknappschaft:

Geringfügige Beschäftigung

Zum 1. April 2003 haben sich die

Regelungen für geringfügige Beschäftigungen,

also für die „Minijobs“,

geändert!

Der gesamte Bereich der Minijobs wird

bundesweit seit Beginn dieses Monats

von der Bundesknappschaft, Minijob-

Zentrale, 45115 Essen betreut. Alle

Meldungen, Beitragszahlungen und

Fragen zu Minijobs sind daher künftig

an die Bundesknappschaft zu richten.

Damit dies bei insgesamt rund 5,8

Mio. Minijobs und 1,8 Mio. betroffenen

Arbeitgebern ohne Reibungsverluste

möglich ist, hat die Bundesknappschaft

die

Service-Telefonnummer

08000 200 504

Montag – Freitag 7.00 – 19.00 Uhr

eingerichtet. Sie ist außerdem unter

der Fax-Nr. 0201 384 97 97 97 und im

Internet unter

www.minijob-zentrale.de

zu erreichen.

Wichtig für Arbeitgeber

§ An- und Abmeldungen für schon

bisher bekannte Minijobs sind

nicht erforderlich! Die Krankenkassen

„überspielen“ der Bundesknappschaft

alle bekannten

geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.

§ Die pauschalen Beiträge für die

Zeit bis zum 31. März 2003 sind

noch – wie bisher – an die zuständige

Krankenkasse zu zahlen.

Die Bundesknappschaft erhält

deshalb erst zum 15. Mai

2003 die ersten Beitragszahlungen

für April.

§ Die landwirtschaftlichen Krankenkassen

und die Bundesknappschaft

informieren alle betroffenen Arbeitgeber

schriftlich.

Für geringfügig Beschäftigte und ihre

Arbeitgeber sind aber auch inhaltliche

Änderungen zu beachten:

§ Die Geringfügigkeitsgrenze wird

von bisher 325 Euro auf 400 Euro

monatlich angehoben. Der Umfang

der wöchentlichen Arbeitszeit

ist künftig ohne Bedeutung (bisher

weniger als 15 Stunden/Woche).

§ Wie bisher werden kurzfristige Beschäftigungen

unter bestimm-

ten Voraussetzungen den Minijobs

gleichgestellt. Für die Beurteilung

der Kurzfristigkeit ist im Einzelfall

aber künftig das Kalenderjahr

maßgeblich. Dies wird insbesondere

in der Landwirtschaft (Stichwort:

Erntehelfer) eher zu kurzfristigen,

also geringfügigen Beschäftigungen

führen.

§ Für geringfügige Beschäftigungen

sind pauschal 25 Prozent des

Entgelts vom Arbeitgeber zu zahlen

(Krankenversicherung = 11 Prozent,

Rentenversicherung = 12 Prozent,

pauschale Einkommens-/

Saisonarbeitskräfte sind jetzt besser gestellt

Foto: Archiv

Kirchensteuer/Solidar-Zuschlag = 2

Prozent). Der Bundesknappschaft

wird also auch der Einzug der pauschalen

Steuern übertragen.

§ Für geringfügige Haushaltsdienstleistungen

sind pauschal nur 12

Prozent vom Arbeitgeber zu zahlen

(Krankenversicherung = 5 Prozent,

Rentenversicherung = 5 Prozent,

Steuern = 2 Prozent).

§ Eine Zusammenrechnung von versicherungspflichtigen

und einer geringfügigen

Beschäftigung findet

nicht mehr statt. Werden neben

einer versicherungspflichtigen Beschäftigung

mehrere geringfügige

Beschäftigungen ausgeübt, bleibt

allerdings nur die zeitlich zuerst

aufgenommene geringfügige Beschäftigung

versicherungsfrei.

§ Die Aufwendungen für haushaltsnahe

Beschäftigungen sind in gewissem

Umfang steuerlich absetzbar.

Für Beschäftigungsverhältnisse mit einem

Entgelt über 400 Euro monatlich

bleibt es bei der Zuständigkeit der

Krankenkasse. Eine Neuerung ist hier

aber in einer „Gleitzone“ zwischen

400,01 Euro und 800,00 Euro Entgelt

zu beachten. Während der Arbeitgeber

bereits seine vollen Beitragsanteile

zu zahlen hat, steigt der Beitragsanteil

des Arbeitnehmers in diesem Bereich

progressiv, ausgehend von den

pauschalen Beitragssätzen bis zum

vollen Beitragssatz. Von der „Gleitzone“

profitiert daher ausschließlich

der Arbeitnehmer in Form von geringeren

Beiträgen zur Kranken-, Renten-

und Arbeitslosenversicherung.

Die landwirtschaftliche Krankenkasse

berät ihre Arbeitgeber und Versicherten

hierzu gerne. Für die Auswirkungen

der Beitragsberechnung

in der „Gleitzone“ kann der „Beitragsrechner“

auf der Internetseite

www.lsv-d.de unter Aktuelles

Auskunft geben.

Da den geringeren Beiträgen in der

„Gleitzone“ zwangsweise geringere

Anwartschaften in der Rentenversicherung

gegenüberstehen (die Leistungen

in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung

bleiben unverändert!),

kann der Arbeitnehmer auf

die Anwendung dieser besonderen

Regelung gegenüber seinem Arbeitgeber

verzichten.

Keine Missverständnisse

Die Beiträge für mitarbeitende Familienangehörige

zur landwirtschaftlichen

Krankenkasse richten sich nach

dem Unternehmerbeitrag und damit

nach der Betriebsgröße. Dies gilt unverändert

auch dann, wenn das Entgelt

im Bereich der Gleitzone liegt. Für

mitarbeitende Familienangehörige ändert

sich daher bei den Beiträgen zur

Krankenversicherung nichts.

Hartmut Fanck

Sicher Leben 2/2003 3


Diesen Tag im Juli 1999 wird W.

nie vergessen. Wie sollte er

auch, hat doch ein Augenblick

sein Leben total verändert.

Ein Tag wie viele. W., seit sieben Jahren

Forstwirt, ist mit Kollegen bei der

Holzernte in einem Lärchenbestand.

Starkholz, nichts Besonderes, Routine

für die Fachleute. Der heute 33-Jährige

vermisst den zuletzt gefällten Stamm,

versieht ihn mit einer Kennzeichnung.

Plötzlich trifft ihn im Rücken ein ungeheurer

Schlag, irgend etwas hat

ihn zu Boden geworfen, und er kann

nicht mehr aufstehen. Wie sich später

zeigt, hat ein benachbarter Baum,

dem man nicht ansah, dass er von

innen bereits abgestorben war, durch

die Fällarbeiten den Halt verloren und

stürzt direkt in W.‘s Richtung.

Was oft geübt und simuliert wurde,

bewährt sich jetzt. Die Rettungskette

funktioniert reibungslos. Bis zum

Hubschraubertransport in die Unfallklinik

vergeht keine halbe Stunde.

Erste Untersuchungen bestätigen den

Verdacht: Zwischen sechstem und siebentem

Brustwirbel ist das Rückenmark

eingeklemmt worden. Querschnittslähmung.

Medizinische Versorgung

Die erste Operation wird noch am

gleichen Tag durchgeführt, weitere

folgen. Elf Monate muss W. in der

Klinik verbringen. Als er das Krankenhaus

verlässt, hat er begonnen, einfache

Abläufe des täglichen Lebens

wieder selbstständig zu bewältigen.

Es ist ihm aber auch klar geworden,

dass ein Leben ohne fremde Hilfe nie

mehr möglich sein wird.

„Es ging mir am Anfang gar nicht

gut,“ blickt W. auf die erste Zeit nach

dem Unfall zurück. „Jung und von

heut auf morgen fast vollständig unbeweglich

zu sein, ist schwer zu akzeptieren.

In dieser Situation merkt

man, wer es ernst meint. Mein Vater,

meine Freundin waren für mich da.

Trotzdem beschäftigte mich Tag und

Nacht die Frage: Was soll werden?“

Einer der ersten Besucher am Krankenbett

ist der Berufshelfer der land-

4 Sicher Leben 2/2003

Nachgefragt

Europäisches Jahr der Menschen mit Behinderungen:

Eine zweite Chance

wirtschaftlichenBerufsgenossenschaft. Nachdem der

Unfall gemeldet ist, wird er

aktiv.

Mut machen

Schon während des Krankenhausaufenthaltes

leistet

die Berufsgenossenschaft

umfangreiche Hilfe. „Zuerst

ist es wichtig, dass der Verletzte

und seine Angehörigen

einen Ansprechpartner

haben, an den sie sich mit

allen Fragen wenden kön-

nen. Sie dürfen sich nicht allein gelassen

fühlen. Ich regele alle Dinge,

die das Gesetz ermöglicht.“ Der Berufshelfer

der zuständigen landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft

erklärt, dass der Unfallversicherungsträger

für die Folgen von Unfällen bei

der Arbeit und auf dem Arbeitsweg

eintritt. „Das ist immer so, dazu sind

wir verpflichtet. Aber zu sehen, wie

ich den vom Schicksal getroffenen

Menschen helfen kann, weckt eine

tiefe Zufriedenheit in mir.“

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

sind das eine, Perspektiven

aufzeigen und ermöglichen,

Mut machen, um wieder in die Zukunft

schauen zu können, das ande-

Oben: Trainingsgeräte und Hilfsmittel

trägt die Berufsgenossenschaft

Links: Das Bad – trotz Funktionalität ein

Schmuckstück

Fotos: Polzer

re. „Das habe ich vor allem dem Berufshelfer

der Berufsgenossenschaft

zu verdanken,“ sagt W. Neben der

medizinischen Versorgung werden

erste Pläne für die Umgestaltung

der Wohnung gemacht, werden

auch Weichen für eine berufliche

Rehabilitation gestellt.

Wohnungsumbau

W. und seine Partnerin hatten gerade

das Elternhaus renoviert und sich

eine gemeinsame Wohnung eingerichtet.

Jetzt ist diese aber völlig unbrauchbar,

da unter dem Dach gelegen

und mit dem Rollstuhl nicht zu

erreichen. Außerdem bieten Dachgeschosswohnungen

in alten Fachwerkhäusern

zu wenig Platz für Rollstuhlbewegung.

So wird neu sortiert:

W.‘s Vater zieht im eigenen

Haus um, so dass eine Ebene komplett

frei wird. Neben einem rollstuhlgeeigneten

neuen Zugang mit

angeschlossener Garage kann jetzt

eine großzügige Wohnung mit genü-


gend Platz für alle Räume entstehen.

Türen werden verbreitert, Böden eingeebnet,

Bad und Küche für den

Querschnittsgelähmten nutzbar gemacht.

Alle behinderungsbedingten

Umbaukosten hat die Berufsgenossenschaft

bezahlt. Wer sieht, wie W.

in „seiner“ Küche agiert, versteht,

welch entscheidender Schritt damit

für den Verletzten geschafft wurde.

„Jetzt habe ich sogar das Kochen gelernt.“

Die Zutaten und alle anderen

im Haushalt benötigten Dinge kauft

er auch selbst ein – mit dem behindertengerecht

umgebauten PKW, der

mit Hilfe der Hände zu steuern ist.

Dazu hat die Berufsgenossenschaft

„Kraftfahrzeughilfe“ geleistet, also

einen Teil der Kosten übernommen.

Neue Berufswege

Während sich Umbauten an Wohnung

und Auto recht unproblematisch

realisieren lassen, geht die berufliche

Rehabilitation Schwerstverletzter

meist nicht so reibungslos

vonstatten. Doch gerade hier ist

ein befriedigendes Ergebnis wichtig

für die künftige Lebensqualität des

Betroffenen. Gebraucht zu werden,

eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben,

gehört zu den Grundbedürfnissen

eines Menschen.

Seinen Beruf kann W. nicht mehr

ausüben. Wie sollte es nun weitergehen?

Lange war er mutlos, musste

sich zunächst auf seine körperliche

Rehabilitation konzentrieren. Kraft-

Nachgefragt

Ein neues Betätigungsfeld und der Kontakt mit anderen Menschen sind Voraussetzung

für eine lebenswerte Zukunft und Teilhabe am sozialen Leben

sport und Fahren mit dem „Handybike“

halfen, Armen und Schultern die

dringend benötigte Kraft zurück zu

geben. Freunde und Bekannte, die

zu ihm hielten, taten ein Übriges. Er

wagte sich erfolgreich an Computerkurse

an der Volkshochschule, ein

bisher eher ungewohntes Feld.

Mit Hilfe des Berufshelfers wurden

bei der Gemeindeverwaltung Voraussetzungen

geschaffen, und seit September

2002 sitzt W. an vier Tagen

pro Woche am Empfang der Behörde.

Er möchte unbedingt dabei bleiben,

deshalb werden derzeit kleine

Schwierigkeiten wie Platzprobleme

oder die Erreichbarkeit von Ablagefächern

besprochen und dann sicher

Bis Anfang Mai will die Bundesregierung

einen Gesetzentwurf zur

Gesundheitsreform vorlegen. Bereits

im Juni ist die erste Lesung im Bundestag

terminiert. Schwerpunkte des

Gesetzentwurfes werden mehr Wirtschaftlichkeit

im Leistungsbereich

sein sowie neue Grundlagen für die

Krankheitsvorsorge. Auch eine Neuregelung

der Zuzahlung sowie Änderungen

beim Krankengeld sind geplant.

Eine bessere Position ist für

die Hausärzte vorgesehen und eine

auch bald abgestellt. Der Berufshelfer

wirkt dabei eng mit dem neuen

Arbeitgeber zusammen.

Neben Heilbehandlung, Pflege, sozialer

und beruflicher Rehabilitation

sieht das Gesetz bei Arbeitsunfällen

auch Geldleistungen durch die

Berufsgenossenschaft vor. Sie werden

zum Beispiel als Verletzten- und

Übergangsgeld und Renten gewährt.

Die Ansprüche werden automatisch

geprüft, bei Anspruch fließt Geld –

ohne viel Bürokratie.

2001 wurden fast 270 Millionen EUR

durch die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

für die Leistungen

der Berufshilfe aufgewendet.

Die Zukunft

Heute ist W. froh, dass er mit seiner

Behinderung nicht abseits stehen

muss, auch durch die Hilfe der

Berufsgenossenschaft. Eine berufliche

Perspektive hat sich gezeigt, die

er mit Zielstrebigkeit verfolgen wird.

Er hat viele Freunde, die er nun auch

wieder öfter außerhalb seiner Wohnung

trifft. Seit vorigem Jahr unternimmt

er wieder Reisen.

Erfreulicherweise hat er sein Leben

täglich besser im Griff. Vielleicht,

weil er seine Lebensfreude nicht verloren

hat. Bestimmt auch, weil seine

Freundin zu ihm hielt und im vorigen

Jahr seine Frau wurde. Entscheidenden

Anteil an der Zuversicht des jungen

Mannes hat die Hilfe und Unterstützung

der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft, die ihn auch

weiterhin begleiten wird.

Carola Polzer

Gesundheitsreform rückt näher

Teilöffnung der Krankenhäuser für

die ambulante Versorgung, insbesondere

in den Regionen. Die Organisationsreform

der Krankenkassen

soll umgesetzt, allerdings die besondere

Situation der selbstverwalteten

landwirtschaftlichen Krankenkassen

beachtet werden. Da das Gesetz im

Bundesrat zustimmungspflichtig ist,

wird im Vorfeld ein klärender Meinungsaustausch

zwischen Regierungsparteien,

Opposition und den

Bundesländern erwartet.

Sicher Leben 2/2003 5


?

Ab wann reichen meine Versicherungszeiten

für ein Heilverfahren?

!

Sie müssen innerhalb der letzten

zwei Jahre vor der Antragstellung

sechs Monatsbeiträge zur Alterskasse

tatsächlich bezahlt haben.

Dieser Zeitrahmen ist unbeachtlich,

wenn Sie schon mit 15 Versicherungsjahren

die Wartezeit erfüllt

haben. Auch wenn Sie erst fünf anrechenbare

Jahre haben ohne entsprechende

Monatsbeiträge gezahlt

zu haben, sind Rehabilitationsmaßnahmen

möglich, wenn Erwerbsminderung

droht. Auch nicht versicherte

Kinder können, sofern die Voraussetzungen

vorliegen eine Kur von der

Alterskasse erhalten.

?

Welche gesundheitlichen Einschränkungen

müssen vorhanden

sein?

!

Ein Heilverfahren erhalten Versicherte,

wenn ihre Erwerbsfähigkeit

erheblich gefährdet oder gemindert

ist und wenn bei erheblicher

Gefährdung durch das Heilverfahren

eine Minderung abgewendet werden

kann. Bei geminderter Erwerbsfähigkeit

soll diese wesentlich und nachhaltig

gebessert oder wiederhergestellt

bzw. der Eintritt einer Erwerbsminderung

abgewendet werden. Die

Rehabilitationsmaßnahmen der Alterskasse

dienen nicht der Gesundheitsvorsorge

im Allgemeinen, sondern

sollen eine vorzeitige Berentung

verhindern.

?

Welche Bedeutung hat die

Vier-Jahresfrist zwischen den

Heilverfahren?

!

Die gesetzliche Anforderung nach

einer nachhaltigen Positivwirkung

des Heilverfahrens bedingt auch

diese Frist. Nur in medizinisch besonders

begründeten Fällen kann vor

Ablauf dieser Frist ein erneutes Heilverfahren

bewilligt werden.

?

Die Kuren dauern drei Wochen.

Kann auch eine Verlängerung

beantragt werden?

6 Sicher Leben 2/2003

Alterskasse

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Heilverfahren der Alterskasse:

Ich möchte zur Kur – Was ist zu tun?

Bei geminderter Erwerbsfähigkeit soll diese wesentlich und nachhaltig gebessert

oder wiederhergestellt bzw. der Eintritt einer Erwerbsminderung abgewendet werden

durch verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen

Foto: Müller von der Grün

!

Ja, aber nur von der Reha-Klinik,

wenn eine besondere medizinische

Notwendigkeit nachgewiesen

wird.

?

Wenn alles geklappt hat, kann

ich mir die Klinik aussuchen?

!

Die Alterskasse bestimmt nach

dem Willen des Gesetzgebers Ort

und Zeit der Heilbehandlung. Als Antragsteller

können Sie selbstverständlich

Wünsche äußern, die wir mit Unterstützung

unseres beratenden Arztes

nach Möglichkeit berücksichtigen.

Die Alterskasse konzentriert

sich bei der Belegung auf Vertragspartner,

die in der Lage sind, fast alle

vorkommenden Krankheitsbilder und

Leiden optimal zu behandeln.

?

Werden durch die Alterskasse

alle Kosten übernommen?

!

Die Alterskasse übernimmt die

Kosten für die medizinischen Behandlung,

für die Unterbringung und

die Verpflegung im Rahmen der Kur.

Von Ihnen ist allerdings eine Zuzahlung

von 9 Euro je Tag zu leisten. Bei

geringem Einkommen kann Sie die

Alterskasse auf einen entsprechenden

Antrag hin von der Zuzahlung

befreien. Die Ihnen entstehenden

Fahrtkosten bei der An- und Abreise

werden nach den gültigen Reisekostengrundsätzen

erstattet.

?

Wenn nun die Alterskasse

nicht leisten kann, was dann?

!

Ihr Haus- oder Facharzt kennt

Ihren Gesundheitszustand und in

der Regel das gesamte Spektrum der

therapeutischen Möglichkeiten z. B.

auch Vorsorgemaßnahmen der Krankenkassen.

Eine ausführliche Beratung

ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Wir stehen dabei auch als Ansprechpartner

gerne zu Ihrer Verfügung!

Robert Buchallik


Neu

im Team

Rico Bösigk

Herr Bösigk beendete 1994 das

Studium an der Martin-Luther-Universität

Halle als

Diplom-Agrar-

Ingenieur. Während

des Studiums

absolvierte

er 1989 ein landwirtschaftliches

Praktikum. Von

1995 bis 1999

war Herr Bösigk als Beratungstechniker

bei der BASF AG tätig. Sein

Aufgabengebiet umfasste die Vorbereitung,

Durchführung und Auswertung

von Feldversuchen mit

Pflanzenschutz- und Düngemitteln.

Ab 2000 befand er sich in der Ausbildung

zum Technischen Aufsichtsbeamten,

die er im Jahr 2003 erfolgreich

abschloss. Sein dienstliches

Einsatzgebiet ist vorerst in Vertretung

von Frau BR’in Iris Zeller die

Stadt Dessau sowie die Landkreise

Wittenberg und Bitterfeld. Er ist erreichbar

unter ( 035386/60048

oder 0171/6321340.

Joachim Fischer

Herr Fischer schloss 1977 seine Berufsausbildung

zum Landmaschinenschlosser

ab. Anschließend

war

er in diesem Beruf

bis Anfang

1982 in einem

Kreisbetrieb für

Landtechnik tätig.

Von 1982

bis 2001 arbeitete

er als Werkstattleiter und Techniker

in landwirtschaftlichen Betrieben.

Herr Fischer erwarb in dieser

Zeit die Ausbildungsberechtigung

und absolvierte die Ausbildung zur

Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Die Ausbildung zum Betriebsrevisor

beendete er im Jahr 2003 mit

Erfolg. Sein dienstliches Einsatzgebiet

ist der Landkreis Oberhavel.

Sie erreichen ihn unter ( 033094/

51314.

Aktuell

Parodontitis –

Gefahr für

Zahnfleisch und Zähne

„Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“

Mehrmals am Tag verarbeitet

unser Kauapparat

Nahrungsmittel jeglicher

Art. Doch so gut wir auch kauen

und schlucken, nicht alles, was in

die Mundhöhle gelangt, verlässt

diese und folgt dem vorgesehenen

Verdauungsprozess.

Essensreste – vielmals kaum spürbar

– verbleiben all zu oft in der

Mundhöhle. Insbesondere die

kurzlebigen Kohlenhydrate, wie

Haushaltszucker, Fruktose und Glukose,

sorgen im Zusammenspiel

mit den natürlichen Mundbakterien

für die Entstehung von Zahnbelag

(Plaque). Hierin bilden sich

nicht nur Säuren, die den Zahnschmelz

angreifen, sondern auch

Gifte (Toxine). Der Zahnbelag ist die

Ursache für Parodontitis, einem entzündlichen

Prozess im Bereich der

Wurzel des Zahnes, der schnell auf die

Wurzelhaut und die knochrige Umgebung

übergreift. Ohne zahnärztlichen

Eingriff kann diese Erkrankung schnell

zum Verlust des Zahnes führen. Doch

soweit muss es erst gar nicht kommen.

Wer die nachfolgenden Tipps beherzigt,

reduziert nicht nur das „Parodontitis“-Risiko

deutlich, sondern beugt

auch anderen Zahnerkrankungen vor.

1. Regelmäßige Zahnpflege

Putzen Sie regelmäßig – idealerweise

nach jedem Essen – mindestens drei

Minuten lang Ihre Zähne. Verwenden

Sie eine fluorhaltige Zahnpasta und

eine Zahnbürste mit abgerundeten Nylonborsten.

Führen Sie dabei die Zahnbürste

von „Rot“ nach „Weiß“, also

vom Zahnfleisch zum Zahn. Sobald die

ersten Borsten der Zahnbürste krumm

werden – spätestens jedoch nach drei

Monaten – sollten Sie eine neue Zahnbürste

verwenden. So vermeiden Sie

auch Verletzungen des Zahnfleisches.

Zum Reinigen der Zahnzwischenräume

eignet sich Zahnseide.

2. Zahngesunde Ernährung

Reduzieren bzw. verzichten Sie auf

süße Zwischenmahlzeiten. Greifen Sie

stattdessen auf feste Kost zurück, wie

Obst, Gemüse oder Vollkornprodukte.

Bei Getränken gilt das gleiche: Je geringer

der Zuckeranteil, um so besser

für die Zähne. Ziehen Sie daher stilles

Mineralwasser und ungesüßte Tees

zuckerhaltigen Getränken wie Limonaden

und Fruchtsäften vor.

3. Regelmäßiger

Zahnarztbesuch

Foto: Archiv

Lassen Sie den Zustand Ihrer Zähne regelmäßig

von einem Zahnarzt kontrollieren.

Mit den Routineuntersuchungen

ersparen Sie sich durch rechtzeitiges

Erkennen beginnender Zahnerkrankungen

langwierige, mitunter

schmerzhafte Behandlungen.

Und wenn sich die Erkrankung doch

einstellt? Dann übernimmt Ihre LKK

selbstverständlich die Kosten der Parodontosebehandlung.

Voraussetzung

ist allerdings, dass uns der detaillierte

Behandlungsplan des Zahnarztes vorliegt,

damit wir die Behandlung im

Vorfeld genehmigen können.

Egon Vogt

Sicher Leben 2/2003 7


Bauernverband

Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Trockener Weg 1b

17034 Neubrandenburg

Tel.: 0395/4212484

Fax: 0395/4212486

Bauernverband Nordpommern e.V.

Stralsunder Straße 19

18507 Grimmen

Tel.: 038326/80165

Fax: 038326/3535

8 Sicher Leben 2/2003

Service

Ortsnahe Betreuung der Mitglieder und Versicherten der LSV Berlin:

Auskunfts- und Beratungsstellen

In allen Fragen zur Landwirtschaftlichen Sozialversicherung

(LSV) erhalten Sie nicht nur in der Zentrale in

Hönow sowie in unseren unten aufgeführten Außenstellen

kompetente Auskunft, sondern auch bei den nachfolgend

genannten berufsständischen Vereinigungen, die vertraglich

als Beratungsstellen der LBG, LAK, LKK und LPK für

LSV Berlin

Außenstelle Schwerin

Waldschulenweg 2a

19061 Schwerin

Tel.: 0385/392 00 14

Fax: 0385/304 17 50

Außenstellen der LSV Berlin

LSV Berlin

Außenstelle Woldegk

Burgtorstr. 1a

17348 Woldegk

Tel.: 03963/21 20 05

Fax: 03963/21 20 06

Kreisbauernverband Güstrow e.V.

Schwaaner Str. 32a

18273 Güstrow

Tel. 03843/210007

Fax: 03843/213086

Kreisbauernverband Ludwigslust e.V.

Wöbbeliner Str. 5

19288 Ludwigslust

Tel./Fax: 03874/29004

uns tätig sind. Die Inanspruchnahme dieser Stellen ist kostenfrei

und steht allen bei uns Versicherten zur Verfügung.

Und zwar unabhängig davon, ob eine Mitgliedschaft im jeweiligen

Berufsverband besteht! Damit Sie die für Sie zuständige

Beratungsstelle schnell finden, sind die Anschriften

und Telefonnummern im Folgenden aufgelistet.

LSV Berlin

Außenstelle Erfurt

Alfred-Hess-Straße 8

99094 Erfurt

Tel.: 0361/42 16 102

Fax: 0361/42 16 100

LSV Berlin

Außenstelle Magdeburg

Maxim-Gorki-Str. 13

39108 Magdeburg

Tel.: 0391/50 65 092

Fax: 0391/50 65 094

Beratungs- und Betreuungsstellen bei den berufsständischen Vereinigungen

Landesbauernverband Brandenburg e.V.

Dorfstr. 1

14513 Teltow / Ruhlsdorf

Tel. 03328/319209

Fax 03328/319205

Kreisbauernverband

Potsdam-Mittelmark e.V.

Feldstr. 21a

14806 Ragösen

Tel.: 033846/90999

Fax 033846/90800

Kreisbauernverband

Ostprignitz-Ruppin e.V.

Leddiner Weg 10

16866 Kyritz

Tel. 033971/52263 oder 56745

Fax 033971/56746

Mecklenburg-Vorpommern

Brandenburg

Kreisbauernverband Oberhavel e.V.

Germendorfer Allee 20

16515 Oranienburg

Tel. 03301/530773

Fax 03301/530769

Kreisbauernverband

Märkisch-Oderland e.V.

Feldstr. 3d

15306 Seelow

Tel.: 03346/538 oder 03346/854986

Fax.: 03346/854987

(betreut auf Anfrage den Landkreis

Barnim mit)

Kreisbauernverband Oder-Spree e.V.

Am Bahnhof 11 a

15848 Beeskow

Tel./Fax: 03366/20595

Bauernverband Uecker-Randow e.V.

Schützenstr. 47

17309 Pasewalk

Tel.: 03973/210072

Fax 03973/210140

Kreisbauernverband

Niederlausitz- Spreewald e.V.

Am Bahnhof 5

15926 Luckau

Tel./Fax: 03544/2355

(betreut auf Anfrage den Landkreis

Elbe-Elster mit)

Kreisbauernverband

Spree-Neiße, Cottbus e. V.

Chausseestr. 2

03058 Groß Gaglow

Tel. 0355/541372

Fax 0355/541371

Bauernbund Brandenburg e.V.

Hennigshofer Weg 8

19348 Quitzow

Tel./Fax: 03876/788712


Kreisbauernverband Prignitz e.V.

Pritzwalker Str. 1

19348 Perleberg

Tel.: 03876/612461

Fax: 03876/616810

Kreisbauernverband Mansfelder Land e.V.

Auf dem Schild 5

06333 Hettstedt

Tel.: 03476/853151

Fax: 03476/853110

Kreisbauernverband Halle-Saale Kreis e.V.

Poststr. 14

06217 Merseburg

Tel.: 03461/212161

Fax: 03461/212164

Bauernverband Burgenlandkreis e.V.

Roßbacher Str. 12

06618 Naumburg

Tel./Fax: 03445/203259

Landvolkverband Sachsen-Anhalt e.V.

Adelheidstr. 1

06484 Quedlinburg

Tel.: 03946/70 89 06

Fax: 03946/70 8907

Bauernverband „Mittlere Elbe“ e.V.

Am Schloßgarten 18a

06862 Rosslau

Tel./Fax: 034901/66667

Tel.: 034901/84036

Fax: 034901/84110

Thüringer Bauernverband e.V.

Gut Beinrode

Kallmeröder Str. 2

37327 Kallmerode

Tel.: 03605/509601

Fax: 03605/503318

Thüringer Bauernverband e. V.

Uthlebener Str. 24

99735 Sundhausen

Tel.: 03631/433100

Fax: 03631/433105

Thüringer Bauernverband e. V.

Frauenplan 2

99817 Eisenach

Tel.: 03691/79350

Fax: 03691/793520

Sachsen-Anhalt

Thüringen

Service

Bauernverband Havelland e.V.

Theodor-Fontane-Str. 2

14641 Ribbeck

Tel./Fax: 033237/89891

Landvolkverband Sachsen-Anhalt e.V.

Feldstr. 2

06667 Pettstädt

Tel.: 0172/8057223

Kreisbauernverband Salzwedel e.V.

Neutorstr. 43

29410 Salzwedel

Tel: 03901/471633

Fax: 03901/303058

Landvolkverband Sachsen-Anhalt e.V.

Dorfstraße 5

39356 Belsdorf

Tel.: 039055/413

Fax: 039055/99431

Pächterverband Sachsen-Anhalt e.V.

Vor dem Salzwedeler Tor 14a

39638 Gardelegen

Tel.: 03907/711116

Fax: 03907/739946

Landvolkverband Sachsen-Anhalt e.V.

Hohenkamern 26

39524 Kamern

Tel.: 0171/7174366

Thüringer Bauernverband e. V.

Am Stadtweg 14

07806 Neustadt/Orla

Tel.: 036481/22785

Fax: 036481/22401

Thüringer Bauernverband e. V.

Heinrich-Heine-Str. 41

07937 Zeulenroda

Tel.: 036628/60133

Fax: 036628/60007

Thüringer Bauernverband e. V.

Hildburghäuser Str. 18

98669 Veilsdorf

Tel./Fax: 03685/682528

Bauernverband Templin e.V.

Milmersdorfer Chaussee 1

17268 Templin - OT Ahrensdorf

Tel.: 039886/30 91 oder 0173/2054359

Fax: 039886/34 038

Foto: Archiv

Mitteldeutsche

Landwirtschaftsausstellung

Agra 2003

Vom 22. bis 25. Mai 2003 findet

auf dem Ausstellungsgelände

in Markkleeberg eine der größten

Landwirtschaftsausstellungen in

den neuen Bundesländern statt. Ein

vielfältiges Angebot wie z. B. Landtechnik

und Tierschauen, Obst und

Gemüsebau, Sonderkulturen sowie

die Forstwirtschaft wird Interessenten

und Fachpublikum zum Ausstellungsgelände

ziehen.

Die Sächsische landwirtschaftliche

Berufsgenossenschaft und die

Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Berlin präsentieren sich mit

einem Gemeinschaftsstand auf der

Mitteldeutschen Ausstellung. Der

Stand befindet sich auf der Freifläche.

Themenschwerpunkt ist die

Holzgewinnung und -bearbeitung

im landwirtschaftlichen Unternehmen.

Neben Schautafeln, Videofilmen

und Demonstrationsobjekten

zur Unfallverhütung zeigt ein Holzkünstler,

wie aus einem Holzstamm

ein Holzschwein entsteht. Dabei erläutert

er die Schnittführung und

die Handhabung der Motorkettensäge.

Auch die Wirkungsweise der

persönlichen Schutzausrüstung wird

demonstriert.

Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle!

Jürgen Kulmann

Sicher Leben 2/2003 9


Unfallverhütungspreisausschreiben 2003

Trotz der rückläufigen Tendenz

der meldepflichtigen Unfälle in

der Land- und Forstwirtschaft

wendet die LBG Berlin erhebliche

Mittel auf, um Unfälle zu entschädigen,

aber auch um mit entsprechenden

Präventionsmaßnahmen die

Zahl der Unfälle und Berufskrankheiten

zu verringern, mit Erfolg. Dennoch

bleibt das Engagement des

Einzelnen in der Unfallverhütung

gefordert. Denn bei vielen Unfällen

ist menschliches Fehlverhalten die

Hauptursache.

Unser Unfallverhütungspreisausschreiben

ist ein Beitrag dazu. Machen Sie

mit! Sie gewinnen zweifach: mehr Sicherheit

bei der Arbeit und attraktive

Preise.

Tipps zur Lösung

Zur Erarbeitung der Lösung ist die

Kenntnis der ab dem 1. Januar 2000

für Versicherte der Landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaften gültigen

Vorschriften für Sicherheit

und Gesundheitsschutz (VSG) erforderlich.

Zur Beantwortung einiger

Fragen kann auch ein Blick in

die Broschürenreihe Aktuelles zu

Sicherheit und Gesundheitsschutz/

1Darf so mitgefahren werden?

Arbeitssicherheit aktuell oder in die

Broschüre „Sicher Arbeiten“ nützlich

sein.

Auf jede der 14 Fragen ist nur eine

Antwort zulässig. Unter den richtigen

Lösungen der Sonderfrage wird

ein Sonderpreis ausgelost.

Den Antwortbogen finden Sie auf

der Rückseite dieses Heftes.

Teilnahmebedingungen:

Teilnahmeberechtigt sind alle in den

Mitgliedsbetrieben tätigen Personen.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

der Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger

Berlin und deren

Angehörige sind von der Teilnahme

ausgeschlossen.

Jeder Teilnehmer darf nur einen

Lösungsbogen einsenden.

Die ausgesetzten Preise werden

durch ein Preisgericht unter Ausschluss

des Rechtsweges ausgelost.

Mit der Einsendung der Lösungskarte

werden die Teilnahmebedingungen

anerkannt. Die jeweilige Antwort

bitte in der hierfür vorgesehenen

Zeile eintragen. Den Coupon

ausschneiden und an folgende Anschrift

senden.

A. Auf innerbetrieblichen Kurzstrecken darf so mitgefahren werden. Die Mitfahrer

müssen jedoch über die richtigen Verhaltensweisen unterwiesen sein. So

ist z.B. das Auf- und Absteigen während der Fahrt zu verbieten!

B. Die Mitfahrt von Personen in der gezeigten Form ist zulässig.

C. Mitfahren auf Fahrzeugen ist nur auf sicheren und für diesen Zweck ausgerüsteten

Plätzen erlaubt.

2Welche Aussage ist richtig?

A. Der Hofschlepper muss mit einer Kabine oder einem Schutzrahmen über dem

Fahrersitz ausgerüstet sein, wenn Ballen gestapelt oder entnommen werden.

B. Zur Entnahme sind nur Teleskopstapler zugelassen.

C. Ein geübter Fahrer darf die Arbeit, wie auf dem Bild dargestellt, durchführen.

3Darf der Schlepper hier überholt werden?

A. Das Zusatzschild „Schlepper dürfen überholt werden” erlaubt das Überholen.

B. Ja, weil hoch beladene Anhänger nicht mit Höchstgeschwindigkeit gefahren

werden.

C. Da der Schlepper mit den Anhängern über 25 km/h fahren darf, ist ein Überholen

in diesem Fall verboten.

10 Sicher Leben 2/2003

Landwirtschaftliche

Berufsgenossenschaft Berlin

TAD

Hoppegartener Str. 100

15366 Hönow

Einsendeschluss ist der 31.07.2003. Es

gilt das Datum des Poststempels. Die

Ziehung findet unter juristischer Aufsicht

statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zu gewinnen sind:

1. Preis: 1.000 €

2. Preis: 500 €

3. Preis: 250 €

Insgesamt 40 Sachpreise erwarten

Sie, darunter Elektrowerkzeuge, Fotoapparate,

Sicherheitsschuhe.

Beteiligt sich eine Schulklasse mit

mindestens 10 Schülern, ist ein Bonuspreis

von 500 € zu gewinnen.

Achtung!

Sonderpreis: 750 € für die beste sicherheitstechnische

Lösung aus der

Praxis.

Senden Sie uns eine kurze Beschreibung

des Objektes mit Fotos aus verschiedenen

Blickrichtungen zu.

Viel Glück!


Unfallverhütungspreisausschreiben 2003

4

Bei Kreissägearbeiten soll persönliche Schutzausrüstung wie Schutzbrille

oder Gehörschutz getragen werden. Welche Schutzkleidung darf

bei der im Bild gezeigten Sägearbeit keinesfalls benutzt werden?

A. Schutzhelm

B. Schutzhandschuhe

C. Sicherheitsschuhe

5

Welchen Hauptzweck erfüllt das Netz?

A. Größere Handwerkzeuge oder Elektrogeräte werden vor dem Herunterfallen

und damit vor Zerstörung bewahrt.

B. Bei Dacharbeiten in mehr als 3 Metern Höhe ist ein Fangnetz erforderlich,

wenn ein Absturz ins Gebäudeinnere möglich ist.

C. Das Netz wird nur eingesetzt, wenn ungelernte Arbeitskräfte auf dem Dach

Arbeiten durchführen.

Überlastung kann gefährlich sein, weil Isolierungen durchschmoren.

6

Woran ist zu erkennen, mit welcher maximalen Nennlast elektrische

Verteilvorrichtungen betrieben werden dürfen?

A. Eine besondere Beachtung ist nicht erforderlich. Die Überlastung wird durch

starke Erwärmung erkennbar.

B. Verteilvorrichtungen sind immer mit der maximal übertragbaren Nennleistung

gekennzeichnet.

C. Eine Überlastung wird durch den in das Netz integrierten Fehlerstrom-Schutzschalter

zuverlässig vermieden.

7

Leitern sind standsicher und sicher begehbar aufzustellen. Sie sind je

nach Art der auszuführenden Arbeiten zusätzlich gegen Umstürzen zu

sichern. Hier hält eine 2. Person die Leiter. In welchem Winkel sollte die

Leiter angestellt werden, um ein Höchstmaß an Standsicherheit zu erreichen?

A. Der Anstellwinkel hängt von der Höhe der Dachrinne ab.

B. Der Anstellwinkel ist hier unwichtig, die Leiter hat einen breiten Leiterfuß.

C. Eine Leiter ist richtig angestellt, wenn der Anstellwinkel etwa 68°-75° beträgt.

8

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn beim Beseitigen

von Störungen an Maschinen Personen von bewegten Teilen erfasst

werden. Oberstes Gebot ist daher: Vor dem Beseitigen von Störungen

oder bei Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie bei Arbeitsunterbrechungen

Gesamtantrieb abstellen und Stillstand abwarten.

Gegen irrtümliches Ingangsetzen und ungewollte Bewegungen sind

geeignete Maßnahmen zu treffen. Was muss abgewartet werden?

A. Stillstand der Gelenkwelle

B. Stillstand der Maschine.

C. Verständigung mit dem Schlepperfahrer

Sicher Leben 2/2003 11


Unfallverhütungspreisausschreiben 2003

9In Steckdosenstromkreisen müssen Fehlerstromschutzschalter eingebaut

sein. Ihre Funktion ist regelmäßig (1 x im Monat) zu prüfen. Wie

wird diese Überprüfung durchgeführt?

A. Durch Betätigung der Prüftaste.

B. Durch Anschluss eines defekten Gerätes

C. Überprüfung durch einen Sachkundigen (Elektriker).

10

Ist die Frontladerschaufel als Arbeitsplatz zulässig?

A. Für die im Bild gezeigte Arbeit dürfen ausschließlich Hubarbeitsbühnen verwendet

werden.

B. Kurzfristige Arbeiten dürfen so erledigt werden. Voraussetzung ist jedoch,

dass die Ausklinkvorrichtung der Schaufel arretiert wird.

C. Der Einsatz des Frontladers als Arbeitsplatz ist nur zulässig, wenn er mit

einer geeigneten Arbeitsplattform ausgerüstet ist.

11

C. Explosionsgefahr beim Umfallen der Gasflasche.

12

Bei Arbeiten mit Funkenflug, wie z.B. beim Schweißen, besteht in Stallungen

mit Spaltenboden eine spezielle Gefahr. Um welche Gefahr handelt

es sich?

A. Brandgefahr durch Entzündung trockener Futtermittel.

B. Brand- und Explosionsgefahr durch Güllegase.

Obstbaumleitern müssen vor dem Besteigen sicher angestellt werden. Bei

Bedarf ist der Leiterkopf an einem starken Ast anzubinden. In welcher VSG (Vorschriften

für Sicherheit und Gesundheitsschutz) ist diese Forderung beschrieben?

A. VSG 4.2

B. VSG 1.1

C. VSG 2.3

13

oder die Umstehenden schwer verletzen oder töten. Was ist zu tun, um

In der vergangenen Erntesaison kein seltenes Bild: Ein festgefahrener

Mähdrescher wird freigeschleppt. Vorsicht! Eine große Gefahr für den

Schlepperfahrer oder die Umstehenden geht von einem reißenden oder

sich vom Kuppelpunkt lösenden Anschlagmittel aus. Durch den Peitscheneffekt

kann das Zugmittel (Seil oder Kette) den Schlepperfahrer

das Unfallrisiko zu mindern?

A. Nur unbeschädigte Ketten oder Seile mit ausreichender Festigkeit verwenden.

B. Der Mähdrescher muss mit einer selbsttätigen Anhängerkupplung ausgestattet

sein.

C. Ruckartig und mit Schwung anfahren, um den Mähdrescher schnell herauszubekommen.

14

Sonderfrage:

Beim Fällen von Bäumen ist eine fachgerechte Fälltechnik anzuwenden:

Die Fällrichtung ist festzulegen und wird durch den Fallkerb gewährleistet.

Als Hilfsmittel zum Erzielen einer Scharnierwirkung ist beim

Absägen des Stammes eine ............................. von mindestens 1/10 des

Stammdurchmessers stehen zu lassen. An dem abgebildeten Baumstumpf

wurde die falsche Schnitttechnik angewandt.

Hier fehlt die.............

12 Sicher Leben 2/2003


Sonnenstrahlen setzen sich aus

drei Arten von Strahlung zusammen:

die Infrarot-Strahlung, die

sichtbare Strahlung (das Licht) und die

ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung).

Lebensspender

Die sichtbare Strahlung hat positive

Auswirkungen auf unseren Organismus.

Darüber hinaus wird z. B. die

Bildung von Vitamin D angeregt, das

wiederum den Knochenbau stärkt

und damit der Osteoporose (Knochenschwund)

vorbeugt. Durch Helligkeit

kann die Vitalität gesteigert werden,

ebenso die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Das Sonnenlicht kann

sich auch positiv auf bestimmte Hauterkrankungen

auswirken.

Weniger gut

Es gibt allerdings auch negative Auswirkungen

des Sonnenlichts, für die

vor allem die UV-B-Strahlen verantwortlich

sind. Fast jeder hatte schon

einmal einen Sonnenbrand; die Haut

ist in diesem Fall gerötet und heiß.

Außerdem ist Sonnenlicht auch verantwortlich

für vorzeitige Hautalterung

(vermehrte Faltenbildung),

wenn jemand langfristig der Sonne

ausgesetzt ist; hierfür sind überwiegend

die UV-A-Strahlen verantwortlich.

Nicht zuletzt kann durch übermäßige

Sonnenstrahlung Hautkrebs

ausgelöst werden. Für das Entstehen

von Hautkrebs und Sonnenbrand sind

vorrangig die UV-B-Strahlen verantwortlich.

UV-Strahlung kann bei übermäßiger

Einwirkung auch die Augen

schädigen.

Es ist also wichtig, die positiven Wirkungen

des Sonnenlichtes zu nutzen

und die negativen Auswirkungen zu

meiden.

Hauttypen

Die menschliche Haut reagiert unterschiedlich

empfindlich auf die Ein-

Gesundheit

Sonnenstrahlen:

Chance und

Risiko zugleich

wirkungen der Sonnenstrahlung. Es

wird zwischen vier verschiedenen

Hauttypen unterschieden:

Hauttyp I: der empfindlichste Typ

(helle Haut, Sommersprossen, rötliches

Haar, blaue Augen, bekommt

stets schnell einen Sonnenbrand)

Hauttyp II: der empfindliche Typ

(etwas dunklere Haut als Typ I, keine

Sommersprossen, blonde bis braune

Haare, blaue/grüne/graue Augen,

bekommt fast immer einen Sonnenbrand)

Hauttyp III: nicht mehr ganz

empfindlicher Typ (helle bis hellbraune

Haare, keine Sommersprossen,

dunkelblonde/braune Haare, graue/

braune Augen, bekommt gelegentlich

einen Sonnenbrand)

Hauttyp IV: der unempfindlichste

Typ (hellbraune/olivfarbene Haut,

keine Sommersprossen, dunkelbraune

Haare, dunkle Augen, bekommt

selten Sonnenbrand)

Das beste Mittel zum Sonnenschutz

ist eine angemessene Bekleidung.

Menschen, die häufig im Freien arbeiten,

sind besonders den UV-Strahlen

ausgesetzt. Hier ist daher ganz

besonders auf ausreichende Kleidung

und Kopfbedeckung zu achten

(am besten Baumwollkleidung).

Es sollten Sonnenschutzmittel mit hohem

Lichtschutzfaktor (LSF 15 – 30)

verwendet werden.

Wichtig:

Durch jeden Sonnenbrand im Kindesalter

wird das Risiko, später einmal

an Hautkrebs zu erkranken, erhöht.

Sonnenschutz ist daher bei Kindern

besonders wichtig.

Umfassende Informationen sind in

der Broschüre „Sonnenschutz“ enthalten.

Sie kann vom landwirtschaftlichen

Sozialversicherungsträger kostenlos

bezogen oder im Internet

unter www.lsv-d.de eingesehen werden.

BLK

Text und Zeichnung: Horst Alisch

„Schätze, zwei Stündchen mit dem Rad,

dann ess‘ ich mich an Erdbeer‘n satt.“

Sagt Atze, tritt in die Pedalen

und ignoriert die UV-Strahlen.

Zwecks Bräunung fährt er „oben ohne“,

auf dass die Tour sich doppelt lohne.

So holt er sich durch Unverstand

statt Erdbeer‘n einen Sonnenbrand.

Sicher Leben 2/2003 13


Etwa 8 Millionen Menschen in

Deutschland leiden unter chronischen

Schmerzen, die ihnen

ständig oder in regelmäßigen Abständen

den Alltag schwer machen.

Dabei gehören Kopfschmerzen zu den

hauptsächlichen Beschwerden. Wenn

„herkömmliche“ Behandlungsmethoden

nicht anschlagen, scheinen alternative

Verfahren wie Akupunktur für

viele Patienten ein Rettungsanker zu

sein.

Aktuelle Akupunkturstudie

Eine aktuelle Akupunkturstudie geht

mit 2 Teilstudien zu chronischen Kopfschmerzen

(Spannungskopfschmerz

und Migräne) der Sache auf den

Grund. Dabei handelt es sich um die

weltweit größte Studie dieser Art. Bei

ihrer Entwicklung haben auch die landwirtschaftlichen

Krankenkassen (LKK)

tatkräftig mitgewirkt und sie werden

sie auch mitfinanzieren. Die wissenschaftliche

Begleitung und Auswer-

14 Sicher Leben 2/2003

Aktuell

Lärm macht krank

Etwa 70 Prozent der Deutschen beschweren

sich über Straßenlärm.

Viele Arbeitsplätze haben eine

hohe Lärmbelastung.

Am 30. April 2003 lädt die Deutsche

Gesellschaft für Akustik (DEGA) wiederholt

zum „Tag gegen Lärm“ ein.

Durch vielfältige Aktivitäten sollen die

Menschen für Lärmbelastung und -belästigung

sensibilisiert werden.

Der Einfluss von Lärm auf Gehör, Gesundheit

und Wohlbefinden liegt auf

der Hand.

Oft ist es schwierig, Lautstärke zu beurteilen.

Um einen Eindruck davon zu

bekommen, was „60 Dezibel” bedeuten,

kann man sich anhand einiger

Schallpegel in Dezibel – dB(A) – vergegenwärtigen:

§ 20 dB Blätterrascheln

§ 40 dB Wohnraum/Fenster geschlossen

§ 60 dB Unterhaltung

§ 85 dB mittlerer Straßenverkehr

§ 93 dB Schleifmaschine

§ 95 dB Schweinestall (Fütterung)

§ 100 dB Presslufthammer

§ 103 dB Motorsäge

Hörschädigungen durch Lärm sind

tückisch. Denn nur selten werden

Höreinbußen durch Lärmeinwirkungen

unmittelbar wahrgenommen.

Lärm schädigt das Gehör langsam und

unbemerkt, aber stetig, vor allem jedoch

dauerhaft und nicht wiederherstellbar.

Die empfindlichen Haarsinneszellen

im Innenohr werden durch ständige

Lärmeinwirkung geschädigt und

können sich nicht mehr regenerieren.

Lärm hat noch weitere negative Auswirkungen:

§ hohes Tinnitus-Risiko

§ Anstieg des Blutdrucks

§ erhöhter Energieverbrauch

§ schlechtere Durchblutung

§ herabgesetzte Arbeitsleistung (Fehler,

Unfall, Krankheit)

§ mangelhafte Regeneration in Erholungsphasen

§ beeinflusster Tiefschlaf

Akupunkturstudie:

Chronische Kopfschmerzen besiegen

tung wird von der Ruhr-Universität Bochum

durchgeführt.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können LKK-Versicherte,

die zwischen 18 und 65 Jahre alt sind

und seit mehr als 6 Monaten regelmäßig

oder gar täglich mit Kopfschmerz-

oder Migräneattacken zu kämpfen

haben. Diese Versicherten rufen das

Info-Telefon (0234) 3228882 der Ruhr-

Universität Bochum an, dort nennt

man ihnen – falls möglich – einen zum

Modellvorhaben Akupunktur zugelassenen

Arzt in der Nähe und der stellt

fest, ob eine der Schmerzindikationen

– chronischer Spannungskopfschmerz

oder Migräne – vorliegt. Falls dies zutrifft,

informiert er die Studienzentrale

der Ruhr-Universität und von dort bekommen

die an der Teilnahme interessierten

Versicherten Nachricht, ob

und wie sie an der Akupunkturstudie

teilnehmen können. Eine Liste der an

der Studie teilnehmenden Ärzte be-

Auch bei der Arbeit im landwirtschaftlichen

Betrieb sind die Ohren häufig großem

Lärm ausgesetzt. Auf alten Schleppern

und Erntemaschinen, neben

Güllefässern während des Pumpens,

beim Arbeiten mit Winkelschleifern

oder auch beim Umgang mit Schweinen

können Hörschäden entstehen.

Deshalb muss bei diesen und ähnlichen

Arbeiten immer Gehörschutz bereitgestellt

und getragen werden, wenn der

Schallpegel 85 dB(A) erreicht. Immerhin

ist Lärmschwerhörigkeit eine der häufigsten

Berufskrankheiten.

Nur durch Vermeidung von Lärm am

Arbeitsplatz und im Freizeitbereich

und entsprechenden Schutzmaßnahmen

kann jeder sein gutes Gehör lange

erhalten.

Carola Polzer

findet sich auch im Internet unter

www.gerac.de.

Kostenersatz für

Studienteilnehmer

Alle in die Studie aufgenommenen Versicherten

erhalten als Ausgleich für

die entstandenen Fahrkosten und den

damit verbundenen Zeitaufwand ein

Dankeschön in Höhe von einmalig 100

Euro. Diejenigen Teilnehmer, die dem

Studienarm „herkömmliche Schmerztherapie“

zugeordnet werden, erhalten

noch 50 Euro dazu, sofern sie

nicht von der Zuzahlungspflicht in der

Apotheke befreit sind. Zusätzlich können

alle Teilnehmer 6 Monate nach Beendigung

der wissenschaftlichen Auswertung

bis zu 10 weitere Akupunktursitzungen

kostenfrei in Anspruch

nehmen.

Informationen erteilen auch die landwirtschaftlichen

Krankenkassen.

Bernd Wiethardt


Unfallverhütung

Frei laufende Rinder:

Gefahren

vermeiden

In letzter Zeit haben sich wieder

schwere Unfälle durch Angriffe von

Bullen oder Mutterkühen ereignet.

Dabei sind Schwerverletzte und Tote

zu beklagen.

Was ist geschehen?

§ Beim Aussortieren von Kühen für

die Klauenbehandlung lief der Bulle

weiter frei in der Herde. Ein Unternehmer

wurde dabei vom Bullen

angegriffen, gegen eine Betonwand

geschleudert und getötet.

§ Zum Einziehen von Ohrmarken bei

einem Kalb begab sich ein Landwirt

auf die Koppel. Die Mutterkuh befand

sich 5 m, der Rest der Herde

etwa 50 m entfernt. Beim Einziehen

der Ohrmarke wurde der Landwirt

zuerst von der Mutterkuh und

dann von der gesamten Herde attackiert.

Der Landwirt konnte sich

erheblich verletzt noch hinter den

Koppelzaun in Sicherheit bringen.

In allen Fällen wurde versucht, die Arbeit

allein durchzuführen.

Wie ist die Situation?

Der Bulle läuft frei in der Herde. Das

ist aus wirtschaftlicher Sicht notwendig,

denn Mutterkuhhaltung rechnet

sich nur, wenn jährlich je Kuh ein Kalb

geboren wird.

Der Bulle, vorher als friedlich und zutraulich

eingeschätzt, wird plötzlich zur

rasenden Bestie. Aber auch Mutterkühe

oder Mastbullen greifen plötzlich an.

Verhalten der Tiere

Durch die Weidehaltung wird bei Rindern

der Herdeninstinkt wieder geweckt.

Typisches Wildtierverhalten

kommt zum Vorschein. Der Bulle fühlt

sich als Beschützer der Herde, die

Mutterkuh als Beschützer der Kälber.

Jeder, der die Weide betritt, wird als

Eindringling betrachtet. Durch die notwendige

Kennzeichnung der Kälber

mit zwei Ohrmarken ergibt sich eine

zusätzliche Gefährdung. Durch das

Blöken der Kälber wird der Beschützerinstinkt

wachgerufen. Der Bulle, die eigene

Mutter aber auch andere Mutterkühe

greifen an.

Diese Tatsachen sind Anlass, nochmals

Hinweise zur Unfallverhütung bei der

Rinderhaltung zu geben.

Sicheres Arbeiten ist möglich

Angriffe durch Muttertiere oder Bullen

werden am sichersten durch eine

räumliche Trennung von Mensch und

Tier verhindert!

Alle Arbeiten in der Herde mit mindestens

zwei Personen durchführen, die

mit Abwehrhilfen ausgerüstet sind,

niemals allein. Das gilt für Arbeiten

auf der Weide aber auch im Stall.

§ Mit allen Tieren, insbesondere mit

Bullen, ruhig, aber bestimmt umgehen.

§ Reizsituationen vermeiden.

§ Bullen genau beobachten, um

frühzeitig auf einen Angriff reagieren

zu können.

§ Immer mit einem Angriff rechnen.

§ Beim Treiben von Rindern stabile

Treibgatter verwenden.

§ Sicherheitsschuhe tragen.

§ Einzelne Tiere nur mit Fangstand

einfangen.

§ Behandlungen nur durchführen,

wenn das Tier sicher fixiert ist.

§ Fangstände mit anschließendem

Behandlungsstand bevorzugen.

§ Soll ein Tier aus der Herde entfernt

werden, im Fangstand arretieren

und von dort mittels Treibgatter auf

den Viehtransportwagen treiben.

§ Den Bullen immer mit einigen anderen

Tieren in einen Fangstand

treiben und dort sicher

arretieren.

§ Auch bei Umtriebarbeiten

nie den Bullen

allein von der

Herde trennen.

§ Ist der Einsatz eines

Fangstandes auf der

Weide nicht mög-

Gatter zum Einziehen

der Ohrmarken, angebaut

am Frontlader

Foto: Schmidt

Transportables Treibgitter

Foto: Kulmann

lich, „Rettungsinseln“ schaffen, die

man bei dem Angriff eines Tieres

schnell erreichen kann (z. B. Traktor).

§ Zusatzfutter möglichst von außerhalb

der Koppel verabreichen.

§ Muss in die Koppel gefahren werden,

Fütterung von einem sicheren

Standplatz aus durchführen, z. B.

vom Anhänger.

§ Tränkplätze so anlegen, dass mit

dem Wasserwagen nicht in die Koppel

hineingefahren werden muss.

§ Zu Beginn der Weidesaison alle

Personen unterweisen.

§ Weiden mit freilaufenden Bullen

kennzeichnen.

§ Zum sicheren Einziehen der Ohrmarken

bei Kälbern können auch

verfahrbare Gatter genutzt werden.

§ Vorschlag: zwei Corallfelder verschweißt

mit Fangrahmen, angebaut

am Frontlader. Innerhalb dieses

Gatters können dem Kalb beide

Ohrmarken ohne Zeitdruck eingezogen

werden.

Haben Sie auch Ideen für mehr Sicherheit

bei der Rinderhaltung? Haben Sie

andere Lösungen? Schreiben Sie an

Ihre Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft.

Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

wünscht eine unfallfreie Weidesaison.

Dr. Georg Scamoni

Sicher Leben 2/2003 15


Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Berlin

Hoppegartener Str. 100 – 15366 Hönow

Deutsche Post AG – Postvertriebsstück – Entgelt bezahlt – H 11270

Unfallverhütungspreisausschreiben 2003

Lösungen

1 � A � B � C 8

2 � A � B � C 9

3 � A � B � C 10

4 � A � B � C 11

5 � A � B � C 12

6 � A � B � C 13

7 � A � B � C 14

Absender/in (deutliche Druckschrift)

Viel Glück wünscht Ihnen die Berufsgenossenschaft!

Name Vorname

Ortsteil Straße

PLZ Ort

Mitgliedsnummer (soweit bekannt)

Gibt es aus Ihrer Sicht Themen,

die in Sicher Leben zu kurz kommen? � Ja � Nein

Nutzen Sie das Internet? � Ja � Nein

In was für einem Unternehmen arbeiten Sie?

� Ackerbau � Viehhaltung �Forstwirtschaft

� A � B � C

� A � B � C

� A � B � C

� A � B � C

� A � B � C

� A � B � C

Welche Themen

interessieren Sie?

Wie alt sind Sie?

Betriebsgröße in ha:

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