Aktuell - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

lsv.de

Aktuell - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

Sicher Leben

Mitteilungsblatt der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung

Niedersachsen-Bremen

Berufsgenossenschaft, Alterskasse, Krankenkasse und Pflegekasse

2/2003 A

H 1606


Unpünktliche

Beitragszahlung ist teuer

Leider wiederholt sich die Situation

viel zu oft: Der Beitrag wird

nur wenige Tage zu spät gezahlt

und schon werden Säumniszuschläge

verlangt.

Seite 6

Wollen Sie

Leben schenken?

Eins vorweg: Die Bereitschaft zur

Organspende und die damit verbundene

Möglichkeit, einem

schwer erkrankten Mitmenschen

wieder ein (fast) normales Leben

zu schenken, kann sich nur entwickeln,

wenn man sich auch

über das Ende des eigenen Lebens

Gedanken macht.

Seiten 8/9

Haftpflichtversicherungsanstalt

Braunschweig

Die Haftpflichtversicherungsanstalt

Braunschweig nahm ihre

Geschäftstätigkeit im Jahre 1914

als Selbsthilfeeinrichtung der

Braunschweigischen LandwirtschaftlichenBerufsgenossenschaft

auf.

Seite 9

Privatbehandlung

neben

Kassenleistung?

Bei den IGel-Anwendungen handelt

es sich um individuelle Gesundheits-Leistungen,

die nicht

als „Kassenleistung“ anerkannt

sind.

Seite 10

Zum Titelbild:

2 Sicher Leben 2/2003

Inhalt Aktuell

Jetzt geht`s mit dem Vieh wieder

auf die Weideflächen. Sichere

Weidezäune und Beherzigen

der Unfallverhütungsvorschriften

sind Voraussetzungen für eine

unfallfreie Weidesaison (siehe

auch Seite 11).

Foto: K+S

Landwirtschaftliche Unfallversicherung:

Strukturwandel durch

den Bund abfedern

Die landwirtschaftliche Unfallversicherung

bleibt langfristig

auf eine Entlastung durch den

Bund angewiesen, damit nachfolgende

Generationen überhaupt noch eine

Chance haben, ihren Betrieb weiterzuführen.

Angesichts des sich verstärkenden

Strukturwandels ist die landwirtschaftliche

Unfallversicherung als Teil

des agrarsozialen Sicherungssystems

allein durch Beiträge der Unternehmer

nicht zu finanzieren, darauf wurde anlässlich

der Arbeitstagung der Vorstandsvorsitzenden

der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaften Ende

März in Kassel hingewiesen. Die angekündigten

Reformen in den übrigen

gesetzlichen Sozialversicherungssystemen

werden auch das berufständische

agrarsoziale Sicherungssystem

berühren. Nicht zuletzt deshalb haben

sich die Vorstände für eine Weiterentwicklung

im Beitrags- und Leistungsbereich

in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung

ausgesprochen. Risikobezogene

und solidaritätsgewichtete

Vorschläge werden im Ergebnis zu

einer wieder größeren Akzeptanz der

Beitragszahler für ihre branchenbezogene

landwirtschaftliche Unfallversicherung

führen. Mit den diskutierten

Veränderungen im Leistungskatalog

nutzt die Selbstverwaltung ihren Gestaltungsspielraum,

hin zu einem ausgewogenerem

Angebot. Im Bereich

der Unfallversicherung bleiben jedoch

eine erfolgreiche Unfallverhütung und

die verbesserte medizinische Versorgung

notwendig, um zu verringerten

Belastungen für die Beitragszahler zu

kommen.

Mz

Leo Blum, Verbandsvorsitzender, leitete

die Diskussion (v.l.n.r. Dr. H.-J. Sauer, K.

Groenen, Arnd Spahn)

Fotos: Münz

Impressum: Sicher Leben Herausgeber: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Niedersachsen-Bremen, Im Haspelfelde 24,

30173 Hannover, Tel. (0511) 80 73-0. Redaktion: Erster Direktor Hartmut Andrä, A. Münz – Weißensteinstr. 70-72, 34131 Kassel,

http://www.lsvnb.de, e-mail: info@lsvnb.de. Erscheint zweimonatlich – Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Keine Gewähr für unverlangte Manuskripte. Kostenloser Nachdruck ist bei Quellenangabe gestattet. Druck: Druckhaus Dierichs,

Kassel, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel. Bei den Adressangaben werden die Bestimmungen des Datenschutzes beachtet.


Aktuell

Betreuung durch Bundesknappschaft:

Geringfügige Beschäftigung

Zum 1. April 2003 haben sich die

Regelungen für geringfügige Beschäftigungen,

also für die „Minijobs“,

geändert!

Der gesamte Bereich der Minijobs wird

bundesweit seit Beginn dieses Monats

von der Bundesknappschaft, Minijob-

Zentrale, 45115 Essen betreut. Alle

Meldungen, Beitragszahlungen und

Fragen zu Minijobs sind daher künftig

an die Bundesknappschaft zu richten.

Damit dies bei insgesamt rund 5,8

Mio. Minijobs und 1,8 Mio. betroffenen

Arbeitgebern ohne Reibungsverluste

möglich ist, hat die Bundesknappschaft

die

Service-Telefonnummer

08000 200 504

Montag-Freitag 7.00 - 19.00 Uhr

eingerichtet. Sie ist außerdem unter

der Fax-Nr. 0201 384 97 97 97 und im

Internet unter

www.minijob-zentrale.de

zu erreichen.

Wichtig für Arbeitgeber

§ An- und Abmeldungen für schon

bisher bekannte Minijobs sind

nicht erforderlich! Die Krankenkassen

„überspielen“ der Bundesknappschaft

alle bekannten

geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.

§ Die pauschalen Beiträge für die

Zeit bis zum 31. März 2003 sind

noch – wie bisher – an die zuständige

Krankenkasse zu zahlen.

Die Bundesknappschaft erhält

deshalb erst zum 15. Mai

2003 die ersten Beitragszahlungen

für April.

§ Die landwirtschaftlichen Krankenkassen

und die Bundesknappschaft

informieren alle betroffenen Arbeitgeber

schriftlich.

Für geringfügig Beschäftigte und ihre

Arbeitgeber sind aber auch inhaltliche

Änderungen zu beachten:

§ Die Geringfügigkeitsgrenze wird

von bisher 325 Euro auf 400 Euro

monatlich angehoben. Der Umfang

der wöchentlichen Arbeitszeit

ist künftig ohne Bedeutung (bisher

weniger als 15 Stunden/Woche).

§ Wie bisher werden kurzfristige Beschäftigungen

unter bestimm-

ten Voraussetzungen den Minijobs

gleichgestellt. Für die Beurteilung

der Kurzfristigkeit ist im Einzelfall

aber künftig das Kalenderjahr maßgeblich.

Dies wird insbesondere in

der Landwirtschaft (Stichwort: Erntehelfer)

eher zu kurzfristigen, also

geringfügigen Beschäftigungen

führen.

§ Für geringfügige Beschäftigungen

sind pauschal 25 Prozent des

Entgelts vom Arbeitgeber zu zahlen

(Krankenversicherung = 11 Prozent,

Rentenversicherung = 12 Prozent,

pauschale Einkommens-/

Saisonarbeitskräfte sind jetzt besser gestellt

Foto: Archiv

Kirchensteuer/Solidar-Zuschlag = 2

Prozent). Der Bundesknappschaft

wird also auch der Einzug der pauschalen

Steuern übertragen.

§ Für geringfügige Haushaltsdienstleistungen

sind pauschal nur 12

Prozent vom Arbeitgeber zu zahlen

(Krankenversicherung = 5 Prozent,

Rentenversicherung = 5 Prozent,

Steuern = 2 Prozent).

§ Eine Zusammenrechnung von versicherungspflichtigen

und einer geringfügigen

Beschäftigung findet

nicht mehr statt. Werden neben

einer versicherungspflichtigen Beschäftigung

mehrere geringfügige

Beschäftigungen ausgeübt, bleibt

die zeitlich zuerst aufgenommene

geringfügige Beschäftigung versicherungsfrei.

§ Die Aufwendungen für haushaltsnahe

Beschäftigungen sind in gewissem

Umfang steuerlich absetzbar.

Für Beschäftigungsverhältnisse mit einem

Entgelt ab 400 Euro monatlich

bleibt es bei der Zuständigkeit der

Krankenkasse. Eine Neuerung ist hier

aber in einer „Gleitzone“ zwischen

400,01 Euro und 800,00 Euro Entgelt

zu beachten. Während der Arbeitgeber

bereits seine vollen Beitragsanteile

zu zahlen hat, steigt der Beitragsanteil

des Arbeitnehmers in diesem Bereich

progressiv, ausgehend von den

pauschalen Beitragssätzen bis zum

vollen Beitragssatz. Von der „Gleitzone“

profitiert daher ausschließlich

der Arbeitnehmer in Form von geringeren

Beiträgen zur Kranken-, Renten-

und Arbeitslosenversicherung.

Die landwirtschaftliche Krankenkasse

berät ihre Arbeitgeber und

Versicherten hierzu gerne. Für die

Auswirkungen der Beitragsberechnung

in der „Gleitzone“ kann der

„Beitragsrechner“ auf der Internetseite

www.lsv-d.de unter Aktuelles

Auskunft geben.

Da den geringeren Beiträgen in der

„Gleitzone“ zwangsweise geringere

Anwartschaften in der Rentenversicherung

gegenüberstehen (die Leistungen

in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung

bleiben unverändert!),

kann der Arbeitnehmer auf

die Anwendung dieser besonderen

Regelung gegenüber seinem Arbeitgeber

verzichten.

Keine Missverständnisse

Die Beiträge für mitarbeitende Familienangehörige

zur landwirtschaftlichen

Krankenkasse richten sich nach

dem Unternehmerbeitrag und damit

nach der Betriebsgröße. Dies gilt unverändert

auch dann, wenn das Entgelt

im Bereich der Gleitzone liegt. Für

mitarbeitende Familienangehörige ändert

sich daher bei den Beiträgen zur

Krankenversicherung nichts.

Hartmut Fanck

Sicher Leben 2/2003 3


Diesen Tag im Juli 1999 wird W.

nie vergessen. Wie sollte er

auch, hat doch ein Augenblick

sein Leben total verändert.

Ein Tag wie viele. W., seit sieben Jahren

Forstwirt, ist mit Kollegen bei der

Holzernte in einem Lärchenbestand.

Starkholz, nichts Besonderes, Routine

für die Fachleute. Der heute 33jährige

vermisst den zuletzt gefällten Stamm,

versieht ihn mit einer Kennzeichnung.

Plötzlich trifft ihn im Rücken ein ungeheurer

Schlag, irgend etwas hat

ihn zu Boden geworfen. Und er kann

nicht mehr aufstehen. Wie sich später

zeigt, hat ein benachbarter Baum,

dem man nicht ansah, dass er von

innen bereits abgestorben war, durch

die Fällarbeiten den Halt verloren und

stürzt direkt in W.‘s Richtung.

Was oft geübt und simuliert wurde,

bewährt sich jetzt. Die Rettungskette

funktioniert reibungslos. Bis zum

Hubschraubertransport in die Unfallklinik

vergeht keine halbe Stunde.

Erste Untersuchungen bestätigen den

Verdacht: Zwischen sechstem und siebentem

Brustwirbel ist das Rückenmark

eingeklemmt worden. Querschnittslähmung.

Medizinische Versorgung

Die erste Operation wird noch am

gleichen Tag durchgeführt, weitere

folgen. Elf Monate muss W. in der

Klinik verbringen. Als er das Krankenhaus

verlässt, hat er begonnen, einfache

Abläufe des täglichen Lebens

wieder selbstständig zu bewältigen.

Es ist ihm aber auch klar geworden,

dass ein Leben ohne fremde Hilfe nie

mehr möglich sein wird.

„Es ging mir am Anfang gar nicht

gut,“ blickt W. auf die erste Zeit nach

dem Unfall zurück. „Jung und von

heut auf morgen fast vollständig unbeweglich

zu sein, ist schwer zu akzeptieren.

In dieser Situation merkt

man, wer es ernst meint. Mein Vater,

meine Freundin waren für mich da.

Trotzdem beschäftigte mich Tag und

Nacht die Frage: Was soll werden?“

Einer der ersten Besucher am Krankenbett

ist der Berufshelfer der land-

4 Sicher Leben 2/2003

Nachgefragt

Europäisches Jahr der Menschen mit Behinderungen:

Eine zweite Chance

wirtschaftlichenBerufsgenossenschaft. Nachdem der

Unfall gemeldet ist, wird er

aktiv.

Mut machen

Schon während des Krankenhausaufenthaltes

leistet

die Berufsgenossenschaft

umfangreiche Hilfe. „Zuerst

ist es wichtig, dass der Verletzte

und seine Angehörigen

einen Ansprechpartner

haben, an den sie sich mit

allen Fragen wenden kön-

nen. Sie dürfen sich nicht allein gelassen

fühlen. Ich regele alle Dinge,

die das Gesetz ermöglicht.“ Der Berufshelfer

der zuständigen landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft

erklärt, dass der Unfallversicherungsträger

für die Folgen von Unfällen bei

der Arbeit und auf dem Arbeitsweg

eintritt. „Das ist immer so, dazu sind

wir verpflichtet. Aber zu sehen, wie

ich den vom Schicksal getroffenen

Menschen helfen kann, weckt eine

tiefe Zufriedenheit in mir.“

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

sind das eine, Perspektiven

aufzeigen und ermöglichen,

Mut machen, um wieder in die Zukunft

schauen zu können, das ande-

Oben: Trainingsgeräte und Hilfsmittel

trägt die Berufsgenossenschaft

Links: Das Bad – trotz Funktionalität ein

Schmuckstück

Fotos: Polzer

re. „Das habe ich vor allem dem Berufshelfer

der Berufsgenossenschaft

zu verdanken,“ sagt W. Neben der

medizinischen Versorgung werden

erste Pläne für die Umgestaltung

der Wohnung gemacht, werden

auch Weichen für eine berufliche

Rehabilitation gestellt.

Wohnungsumbau

W. und seine Partnerin hatten gerade

das Elternhaus renoviert und sich

eine gemeinsame Wohnung eingerichtet.

Jetzt ist diese aber völlig unbrauchbar,

da unter dem Dach gelegen

und mit dem Rollstuhl nicht zu

erreichen. Außerdem bieten Dachgeschosswohnungen

in alten Fachwerkhäusern

zu wenig Platz für Rollstuhlbewegung.

So wird neu sortiert:

W.‘s Vater zieht im eigenen

Haus um, so dass eine Ebene komplett

frei wird. Neben einem Rollstuhl-geeigneten

neuen Zugang mit

angeschlossener Garage kann jetzt

eine großzügige Wohnung mit genü-


gend Platz für alle Räume entstehen.

Türen werden verbreitert, Böden eingeebnet,

Bad und Küche für den

Querschnittsgelähmten nutzbar gemacht.

Alle behinderungsbedingten

Umbaukosten hat die Berufsgenossenschaft

bezahlt. Wer sieht, wie W.

in „seiner“ Küche agiert, versteht,

welch entscheidender Schritt damit

für den Verletzten geschafft wurde.

„Jetzt habe ich sogar das Kochen gelernt.“

Die Zutaten und alle anderen

im Haushalt benötigten Dinge kauft

er auch selbst ein – mit dem behindertengerecht

umgebauten PKW, der

mit Hilfe der Hände zu steuern ist.

Dazu hat die Berufsgenossenschaft

„Kraftfahrzeughilfe“ geleistet, also

einen Teil der Kosten übernommen.

Neue Berufswege

Während sich Umbauten an Wohnung

und Auto recht unproblematisch

realisieren lassen, geht die berufliche

Rehabilitation Schwerstverletzter

meist nicht so reibungslos

vonstatten. Doch gerade hier ist

ein befriedigendes Ergebnis wichtig

für die künftige Lebensqualität des

Betroffenen. Gebraucht zu werden,

eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben,

gehört zu den Grundbedürfnissen

eines Menschen.

Seinen Beruf kann W. nicht mehr

ausüben. Wie sollte es nun weitergehen?

Lange war er mutlos, musste

sich zunächst auf seine körperliche

Rehabilitation konzentrieren. Kraft-

Nachgefragt

Ein neues Betätigungsfeld und der Kontakt mit anderen Menschen sind Voraussetzung

für eine lebenswerte Zukunft und Teilhabe am sozialen Leben

sport und Fahren mit dem „Handybike“

halfen, Armen und Schultern die

dringend benötigte Kraft zurück zu

geben. Freunde und Bekannte, die

zu ihm hielten, taten ein Übriges. Er

wagte sich erfolgreich an Computerkurse

an der Volkshochschule, ein

bisher eher ungewohntes Feld.

Mit Hilfe des Berufshelfers wurden

bei der Gemeindeverwaltung Voraussetzungen

geschaffen, und seit September

2002 sitzt W. an vier Tagen

pro Woche am Empfang der Behörde.

Er möchte unbedingt dabei bleiben,

deshalb werden derzeit kleine

Schwierigkeiten wie Platzprobleme

oder die Erreichbarkeit von Ablagefächern

besprochen und dann sicher

Gesundheitsreform:

Bis Anfang Mai will die Bundesregierung

einen Gesetzentwurf zur

Gesundheitsreform vorlegen. Bereits

im Juni ist die erste Lesung im Bundestag

terminiert. Schwerpunkte des

Gesetzentwurfes werden mehr Wirtschaftlichkeit

im Leistungsbereich

sein sowie neue Grundlagen für die

Krankheitsvorsorge. Auch eine Neuregelung

der Zuzahlung sowie Änderungen

beim Krankengeld sind geplant.

Eine bessere Position ist für

die Hausärzte vorgesehen und eine

auch bald abgestellt. Der Berufshelfer

wirkt dabei eng mit dem neuen

Arbeitgeber zusammen.

Neben Heilbehandlung, Pflege, sozialer

und beruflicher Rehabilitation

sieht das Gesetz bei Arbeitsunfällen

auch Geldleistungen durch die

Berufsgenossenschaft vor. Sie werden

zum Beispiel als Verletzten- und

Übergangsgeld und Renten gewährt.

Die Ansprüche werden automatisch

geprüft, bei Anspruch fließt Geld –

ohne viel Bürokratie.

2001 wurden fast 270 Millionen EUR

durch die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

für die Leistungen

der Berufshilfe aufgewendet.

Die Zukunft

Tempo wird verschärft

Heute ist er froh, dass er mit seiner

Behinderung nicht abseits stehen

muss, auch durch die Hilfe der

Berufsgenossenschaft. Eine berufliche

Perspektive hat sich gezeigt, die

er mit Zielstrebigkeit verfolgen wird.

Er hat viele Freunde, die er nun auch

wieder öfter außerhalb seiner Wohnung

trifft. Seit vorigem Jahr unternimmt

er wieder Reisen.

Erfreulicherweise hat er sein Leben

täglich besser im Griff. Vielleicht,

weil er seine Lebensfreude nicht verloren

hat. Bestimmt auch, weil seine

Freundin zu ihm hielt und im vorigen

Jahr seine Frau wurde. Entscheidenden

Anteil an der Zuversicht des jungen

Mannes hat die Hilfe und Unterstützung

der landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft, die ihn auch

weiterhin begleiten wird.

Carola Polzer

Teilöffnung der Krankenhäuser für

die ambulante Versorgung, insbesondere

in den Regionen. Die Organisationsreform

der Krankenkassen

soll umgesetzt, allerdings die besondere

Situation der selbstverwalteten

landwirtschaftlichen Krankenkassen

beachtet werden. Da das Gesetz im

Bundesrat zustimmungspflichtig ist,

wird im Vorfeld ein klärender Meinungsaustausch

zwischen Regierungsparteien,

Opposition und den

Bundesländern erwartet.

Sicher Leben 2/2003 5


Beitrag

Unpünktliche

Beitragszahlung ist teuer!

Leider wiederholt sich die Situation

viel zu oft: Der Beitrag wird nur

wenige Tage zu spät gezahlt und

schon werden Säumniszuschläge verlangt.

Bei der Höhe hört es dann völlig

auf: „Das grenzt an Wucher!“

Was versteckt sich dahinter?

Alle Sozialversicherungsträger sind

nach dem Sozialgesetzbuch verpflichtet,

bei verspäteter Beitragszahlung

Säumniszuschläge zu erheben. Die landwirtschaftlichenSozialversicherungsträger

sind da keine Ausnahme und müssen

daher auch bei einer nur eintägigen

Verspätung entsprechend verfahren.

Dabei ist zu beachten:

§ Es kommt auf den Zahlungseingang

bei der Berufsgenossenschaft, Alterskasse,

Krankenkasse oder Pflegekasse

an! Das Risiko der „Banklaufzeiten“

trägt der Beitragspflichtige.

§ Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft

müssen am 20. des Monats

nach Erhalt des Beitragsbescheides

gezahlt sein, d. h. am 20. April 2003!

Die Beiträge zur Alterskasse und zur

Kranken-/Pflegekasse sind am 15. des

Monats (bei der Kranken-/Pflegekasse

für den Vormonat) zur Zahlung fällig.

§ Pro angefangenem Monat der Säumnis

ist ein Zuschlag von 1 Prozent des

auf volle 50 Euro abgerundeten Beitrags

zu zahlen. Wie das folgende

Beispiel zeigt, kann dies in der Tat

teuer werden.

Der Beitrag in Höhe von z. B. 2.620

Euro geht statt am 20. April erst am

23. April auf dem Konto der Berufsgenossenschaft

ein. Automatisch wird

ein Säumniszuschlag von 2.600 x 1

Prozent = 26 Euro fällig. Geht der Beitrag

gar erst am 23. Mai ein, verdoppelt

sich der Zuschlag auf 52 Euro. Auf

die Gründe für die Verspätung kommt

es dabei nicht an. Die Berufsgenossenschaft

hat keinerlei Ermessensspielraum.

So ärgerlich diese hohen Säumniszuschläge

sind, so einfach ist es, sie

zu vermeiden. Eine Teilnahme am

Bankeinzugsverfahren gewährleistet

die stets pünktliche Beitragszahlung.

Säumniszuschläge sind für Sie dann

kein Thema mehr! Denjenigen, die

6 Sicher Leben 2/2003

noch keine entsprechende Einzugsermächtigung

erteilt haben, ist zu empfehlen,

dies jetzt nachzuholen. Dazu

sollte einfach das untenstehende Formular

verwendet werden.

Zur Finanzierung der Leistungen (z. B.

pünktliche Rentenzahlungen) und nicht

zuletzt im Interesse der übrigen Beitragszahler

müssen wir natürlich auf

zeitgerechten und vollständigen Beitragszahlungen

bestehen. Das bedeutet

jedoch nicht, dass „man“ bei vorübergehenden

Zahlungsschwierigkeiten

zwangsläufig mit den hohen Säumniszuschlägen

belastet wird. In begründeten

Einzelfällen kann auf Antrag

eine Ratenzahlung oder ein Zahlungsaufschub

eingeräumt werden. Dies ist

zwar auch nicht „umsonst“; bei einem

Stundungszinssatz von zurzeit fast 4 Prozent

pro Jahr sind die zusätzlichen Kosten

aber im Vergleich zum Säumniszuschlag

deutlich moderater. So müssten

bei einem Zahlungsaufschub von

einem Monat im oben gebildeten Beispiel

„nur“ Zinsen von knapp 9 Euro gezahlt

werden. Aber auch hier gilt: Eile ist

geboten! Einmal entstandene Säumniszuschläge

können nicht mehr erlassen

werden!

Leider werden die Fälle, in denen massive

Zahlungsschwierigkeiten bestehen,

nicht weniger. Gerade „wenn einem

alles über den Kopf wächst“ darf dieser

nicht in den Sand gesteckt werden.

Ohne Klärung der Schuldenfrage laufen

erhebliche – zum Teil unnötige –

Kosten auf. Natürlich sind die Landwirtschaftlichen

Sozialversicherungsträger

Niedersachsen-Bremen auch bemüht,

Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Wenn es aber um eine Schuldnerberatung

unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher

und steuerrechtlicher

Aspekte geht, stoßen wir an die

Grenzen der uns zugewiesenen Aufgaben.

In diesen Fällen bietet sich die Inanspruchnahme

der Hilfe durch z. B.

Kreislandvolkverband, Steuerberater/

Buchstelle, Schuldnerberatungsstelle

einer karitativen Einrichtung und insbesondere

eines sozioökonomischen

Beraters der Landwirtschaftskammern

(Ansprechpartnerin dort: Frau von

Hahn, Hannover, ( 0511/3665-1466

und Anne Dirksen, Weser-Ems, (

0441/801-329) an.

Gemeinsam mit diesen Einrichtungen

werden wir dann nach Lösungen suchen.

An die Mitglieds-Nr.:

Landw. Sozialversicherungsträger Name, Vorname:

Niedersachsen-Bremen Straße:

Im Haspelfelde 24 PLZ, Ort:

30173 Hannover

Hartmut Fanck

Beitragsreferat

( 0511/8073-550

Ermächtigung zum Beitragseinzug im Lastschriftverfahren

Hiermit ermächtige ich Sie bis auf Widerruf, die von mir zu entrichtenden

Beiträge zur Berufsgenossenschaft/Alterskasse/Krankenkasse/Pflegekasse*

bei Fälligkeit von nachstehendem Konto abzubuchen:

Name des Geldinstituts Kontonummer Bankleitzahl

Kontoinhaber:

� Zahlungspflichtiger selbst


(Name, Vorname, Anschrift)

Datum Unterschrift des Zahlungspflichtigen/Kontoinhabers

* Nichtzutreffendes bitte streichen!

Fotos: Knoll

"


Von Dage geiht dat um

de Bidragsgerechtigkeit,

to de wi Landwirte sülvst

biedrägen künnen. Wie?

Indem wi userer Berufsgenossenschaft

de aktuellen

Flächen- un Deertbestände

sülvst mitdeelen

doht. Wegen de besünneren

Bedütung von

düssen Dialog verschickt

de Redaktschon up Anforderung

ok de hochdütsche

Fassung.

Hermann: Na Friedrich, du kummst jüst

ut de Bank? Wie ik di kenne, hest du

eerst eenmol pünktlich den Berufsgenossenschaftsbidrag

betahlt.

Friedrich: Nee, dat hebb ik nich makt.

Wi makt nämlich Online-Banking un

af dat nächste Johr lat ik miene Bidräge

von de Berufsgenossenschaft leever

afbuchen.

Hermann: Ja, worum dat denn? Ik

hebb dat nich so gerne, wenn man

mie in mien‘ Konto rumfummelt.

Friedrich: Dat is de eene Sake, aber de

anner Siet is, dat du denn de pünktliche

Bidragsbetahlung nich vergeten

deihst.

Hermann: Is dat denn so slimm?

Friedrich: Na ja, slimm genoog, denn

de Bidrag is jümmers an’n 20. April

fällig. Dat is ditmol de Ostersünndag,

deswegen is de letzte Termin in dütt‘

Johr utnahmswies mol de dorupfolgende

Arbeitsdag, dat is de 22. April,

also de Osterdingsdag. Wer denn nich

pünktlich bethalt hett, de is dran mit

`n Süümnistoslag vör jeden angefungenen

Monat von de Süümnis von een

Prozent. Dor kummt ganz schön wat

tosammen.

Hermann: Ja mutt dat denn sien,

worum stellt de sick denn so pütscherig

an?

Friedrich: Ik weet nich, ob de sick so

anstellen. Mi deucht dat is eene tämlich

knallharte gesetzliche Regelung un

an de mutt sick jedereen holen. Un ik

schätz‘ mol, dat et dor gorkeenen Entscheidungsspeelruum

geben deiht.

Hermann: Na, mit us könnt se dat jo

maken wie se dat wüllt.

Friedrich: Nu man nich ganz so gau.

Szüh, wer nich pünktlich monatlich

siene Rententahlung kriegen deiht,

de ward sick ganz schön beklagen.

Dor dat Geld letztlich ton grötsten

Deel ok in de Landwirtschaft verblieben

deiht, is de Berufsgenossenschaft

würklich dorup anwiest, dat ok de Bidräge

pünktlich betahlt werdt.

Hermann: Na ja, aber wenn ik dat

so seh‘, wat dat för een upwendigen

Kram in Hannover is mit `zig Formen

von de Flächenbewirtschaftung

un so. Un so wiet ik tellt hebb öber

20 verschiedene Arten in de Deerthollung

ward dor denn so wat wie differenziert.

Mutt den so‘n komplizierten

Kram, mutt dat denn alns sien?

Friedrich: Dat is nich neet. Aber hüttodage

is dat in’n Tiedöller von de Computers

keen Problem mehr. Vör allen is

dat aber so, dat düsse grote Differenzierung

natürlich ok to eenem högeren

Maat an Gerechtigkeit föhren deiht.

Hermann: Gerechtigkeit, de givt dat

doch woll blot in’n Heben, wat?

Friedrich: Dor magst du woll recht

hebben, dat et de dor geben deiht,

aber ik denke wi könnt alle dorto bidrägen,

dat et de ok up Erden al givt.

Hermann: Wi wullt du dat denn

maken?

Friedrich: Ik bin dorför, dat jedereen

siene aktuellen Flächen- und Deertenbestände

angeben deiht. Bi Förderandrägen

vergitt doch ok keener, den aktuellen

Stand antogeben. Aber in de

Sozialversicherung dor nehmt dat eenige

von us schienbar nich so ganz

genau.

Hermann: Mann, de Berufsgenossenschaft

de schull sick man nich so pingelig

anstellen.

Friedrich: De Berufsgenossenschaft

stellt sick nich an, de deiht ehr Bestet,

se wertet alle Daten un Berichte ut, de

se irgendwie kriegen kann. Aber wat

veel entscheidender is wat nu kummt:

Szüh, dejenige, de deelwies ok vergeeten

deiht in’n gröteren Umfang de

richtigen Angaben to maken, us alle

beschitt. He betuppt nich de Berufsgenossenschaft,

sondern di un mi, de wi

use Dinge jümmers up den Lopenden

holen doht, wieldess wi ehrlich sind un

dat kann man von use Berufskollegen

doch ok verlangen, oder nich?

Hermann: Ja, wenn man dat so ansüht...

Friedrich: Dat kummt noch beter.

Hermann: Ja un wo so?

Friedrich: De Sozialversicherungsdräger

verfügt vörutsichtlich bereits af

den Harvst över alle Agrardaten, z. B.

ok över de in den Förderandrägen. Ik

kann also würklich blot allen Berufskolleginnen

un Berufskollegen dringend

empfehlen, ehre Daten dörch

Eegenmeldungen up den aktuellen

Stand to holen.

Hermann: Minsch, dat hebb‘ ik doch

in Sicher Leben al mol vör Oogen

hatt. Aber dat givt natürlich jümmers

Tiedgenossen, de dat översehn un

överlesen doht. Szüh, eenes Dages is

dat denn womöglich jowoll to laat. Zu

spät, zu spät!

Friedrich: Ja, ja. Wie heet dat doch so

schön? Wer nich hören will, de mutt

föhlen.

Mi is to Ohren kamen, dat de Berufsgenossenschaft

in eenigen Fällen, wo

in’n gröteren Stil un gröteren Umfang

betuppt un bedragen worden

is, för mehrere Johre Bidräge in veer-

bit fievstellige Euro-Bedräge nachfordert

hebbt. Un dat mit Recht, deucht

mi. Dat hett de Bedrapenen denn doch

woll bitter weh dahn. Dat har jo nich

kamen müsst, wenn se ehre Bidräge

al jümmers in de richtige Höchte berappt

harn.

!

Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin,

dass die Landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger

noch in diesem Jahr die maßgeblichen

Agrar-Daten, z. B. die der EU-Förderanträge,

einsehen können. Wir empfehlen deshalb

allen Mitgliedern schon heute, ihre Daten

durch Eigenmeldung auf dem aktuellen Stand

zu halten.

Sicher Leben 2/2003 7


Eins vorweg: Die Bereitschaft zur

Organspende und die damit verbundene

Möglichkeit, einem

schwer erkrankten Mitmenschen wieder

ein (fast) normales Leben zu schenken,

kann sich nur entwickeln, wenn

man sich auch über das Ende des eigenen

Lebens Gedanken macht. Trotz

anerkannt hohem medizinischen Standard

und sich ständig weiterentwickelnder

ärztlicher Kunst gibt es auch

in unserem Land Situationen, in denen

– völlig unabhängig vom Lebensalter –

für einen Patienten nichts mehr getan

werden kann. Zwar können modernste

Apparate der Intensivmedizin auch

über einen sehr langen Zeitraum wichtige

körperliche Funktionen, wie etwa

Kreislauf und Atmung, aufrechterhalten.

Werden diese Maschinen jedoch

abgestellt, können Schwerkranke diese

Funktionen häufig nicht mehr selbstständig

ausführen. Dieser endgültige

Zustand wird von

Medizinern als Hirntod

bezeichnet. Trotzdem

können Organe des

Verstorbenen (Nieren,

Leber, Bauchspeicheldrüse,

Lunge und Herz)

oder Gewebe (Gehörknöchelchen

des Mittelohrs

und die Hornhaut

der Augen) im Körper

8 Sicher Leben 2/2003

Krankenkasse

Tag der Organspende am 7. Juni 2003:

Wollen Sie Leben schenken?

eines anderen Menschen die ihnen zugedachte

Funktion erfüllen.

Entscheidung treffen

Dies geht jedoch nur, wenn der Verstorbene

zu Lebzeiten den Entschluss

zur Spende von – auch nur bestimmten

– Organen getroffen hat und diesen

schriftlich oder mündlich seiner Familie

mitgeteilt hat. Andernfalls müssten

der Ehepartner oder die Kinder im

Sinne des mutmaßlichen Willens des

Verstorbenen eine Entscheidung treffen.

Eine für die Familie extrem belastende

Situation, die durch eine eindeutige

Willensäußerung im Organspendeausweis

für – oder gegen – eine Organspende

den Angehörigen erspart

werden kann!

Die Entscheidung kann jederzeit eingeschränkt

oder widerrufen werden.

Der Organspendeausweis gibt dem

Spender und seiner Familie die Ge-

Dreimal in der Woche für fünf Stunden

an die Dialyse. Eine Belastung, die ein Außenstehender

nur schwer nachempfinden

kann.

Fotos: Knoll

wissheit, bei Bedarf die richtige Entscheidung

zu treffen.

Hoffnung für Kranke

Aktuell warten rd. 11.500 Patientinnen

und Patienten auf die Spende

eines für sie lebenswichtigen Organs.

Im Jahr 2002 ermöglichten ca. 1.000

Organspender über

3.300 Transplantationen.

Was eine Transplantation

für einen erkrankten

Menschen bedeutet,

lässt sich durch

Fakten nur unzureichend

beschreiben: So

endet z. B. für einen

Dialysepflichtigen,

die dreimal wöchentlich

für durchschnittlich

fünf Stunden erforderliche

Blutwäsche

durch eine Maschine.

Die Blutwäsche findet

in den meisten Fällen

in speziell ausgerüsteten

Dialysezentren

statt. Somit sind Fahrzeiten

für die An- und

Abreise zur Dialyse von jeweils 30 bis

60 Minuten keine Seltenheit. Dazu addieren

sich weitere 30 bis 40 Minuten

pro Behandlung für Blutdruck messen,

Nadeln anlegen und die Übergangsphase

nach der Behandlung. Auch bei

ständig verbesserten und schonenderen

Verfahren in der Dialyse kommt

es insbesondere bei langjährigen und

älteren Patienten nach der Dialysebehandlung

zu unangenehmen Begleit-

Fortsetzung auf Seite 9


Die Haftpflichtversicherungsanstalt

Braunschweig (HVA) nahm

ihre Geschäftstätigkeit im Jahre

1914 als Selbsthilfeeinrichtung der

erscheinungen wie Abgeschlagenheit,

Knochenschmerzen oder Juckreiz. Nur

wer dank einer Organspende diese

Beeinträchtigungen hinter sich lassen

kann, ist in der Lage, das Glück über

ein wiedergewonnenes „normales“

Leben in Worte zu fassen.

Gesetzliche Regelungen

Bedauerlicherweise beteiligen sich einige

Medien an einer teilweise unsachlichen

und effekthaschenden Berichterstattung

rund um das Thema

Organspende. Dabei besteht durch

das 1997 verabschiedete Transplantationsgesetz

eine Rechtsgrundlage, die

Spende, Entnahme und Übertragung

von Organen und Geweben eindeutig

und umfassend regelt.

Haftpflicht

Vorgestellt:

Haftpflichtversicherungsanstalt Braunschweig

Betriebshaftpflicht

landwirtschafltiche Fläche

Beitrag

ohne Versicherungssteuer

bis 10 ha 34,00 €

bis 20 ha 54,00 €

bis 30 ha 88,00 €

bis 50 ha 97,00 €

bis 100 ha 122,00 €

Hundehaltung Anzahl unbegrenzt 31,00 €

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen 16,00 €

Flurschadenversicherung 26,00 €

Jagdhaftpflicht 25,00 €

Reittiere ohne Verleih 47,00 €

Kraftfahrthaftpflichtversicherung

für landwirtschaftliche Zugmaschinen

26 kW

Beitrag

einschl. Versicherungssteuer

Kraftfahrthaftpflicht 59,90 €

Teilkasko mit Selbstbeteiligung

55 kW

14,50 €

Kraftfahrthaftpflicht 142,80 €

Teilkasko mit Selbstbeteiligung

74 kW

35,73 €

Kraftfahrthaftpflicht 192,40 €

Teilkasko mit Selbstbeteiligung

über 74 kW

46,17 €

Kraftfahrthaftpflicht 278,60 €

Teilkasko mit Selbstbeteiligung 46,17 €

Fortsetzung von Seite 8

Braunschweigischen Landwirtschaftlichen

Berufsgenossenschaft auf. Seit

dem 1. Januar 2002 wird diese erfolgreiche

Tätigkeit unter dem Dach der

Am 7. Juni besteht in vielen Städten

und Gemeinden die Möglichkeit, sich

vor Ort an Beratungsständen von Institutionen

und Selbsthilfevereinen beraten

zu lassen.

Informationen und Ausweise

Ausführliche Informationsunterlagen

können u. a. über die Deutsche Stiftung

Organtransplantationen (DSO), Emil

von Behring-Passage, 63263 Neu-Isenburg,

( 06102/3008-0, Fax: 06102/

3008-188, E-Mail: presse@dso.de, Internet:

www.dso.de angefordert werden.

Einen Organspendeausweis erhalten

Sie selbstverständlich

kostenfrei von Ihrer Landwirtschaftlichen

Krankenkasse.

Joachim Knoll

Öffentlichkeitsarbeit

( 0511/8073-110

Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft

Niedersachsen-Bremen fortgesetzt.

Der Zuständigkeitsbereich ist weiterhin

auf den Regierungsbezirk Braunschweig

beschränkt. Es können daher

nur diejenigen landwirtschaftlichen Unternehmer

einen Versicherungsvertrag

mit uns abschließen, die ihren Betriebssitz

im Regierungsbezirk Braunschweig

haben. Zudem ist durch den Gesetzgeber

das Tätigkeitsfeld auf Haftpflichtversicherungen

(Allgemeine Haftpflichtversicherung

sowie Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung

für landwirtschaftliche

Zugmaschinen und deren

Anhänger) eingegrenzt.

Der Charakter der Selbsthilfeeinrichtung

macht sich insbesondere in angepassten

Versicherungsbedingungen

für die Besonderheiten in der Landwirtschaft

sowie einer nicht auf Gewinnerzielung

angelegten Prämiengestaltung

bemerkbar. Geringe Verwaltungskosten

und der örtliche Bezug zu

den Versicherungsnehmern haben die

HVA zu einer leistungsfähigen Anstalt

und einem kompetenten Partner für

den Berufsstand werden lassen. Von

unserer Leistungsfähigkeit überzeugen

die nebenstehenden Beispiele.

Frau Gellrich

Frau Gräwe

Für Rückfragen stehen unsere Mitarbeiterinnen

Frau Gellrich und Frau

Gräwe unter ( 0531/48002-21 oder

-20 gerne mit weiteren Auskünften

zur Verfügung.

Eine unserer Mitarbeiterinnen berät

nach Terminabsprache auch vor Ort.

Hartmut Cordes

( 0531/48002-65

Sicher Leben 2/2003 9


In den Wartezimmern der Arztpraxen

ist der sich verstärkende Trend

des Angebotes von zusätzlichen Privatbehandlungen

sichtbar ausgehängt

– in Form der so genannten IGel-Liste

(Individuelle Gesundheitsleistungen).

Bei den IGel-Anwendungen handelt es

sich um individuelle Gesundheits-Leistungen,

die nicht als „Kassenleistung“

anerkannt sind und deshalb von der

Ärzteschaft privat als zusätzliche Diagnostik

oder Therapie empfohlen werden.

Die von den Ärztefunktionären erdachte

Abkürzung für die individuellen

Gesundheitsleistungen ist mit der

Verbindung zu dem possierlichen und

nützlichen Säugetier, mit der Absicht

eines absolut positiven Angebotes darzustellen,

gewählt worden. Aber Vorsicht,

der Igel hat auch Stacheln!

Deshalb zunächst ein Blick auf die Fakten:

Die gesetzlichen Krankenkassen

und damit auch die Landwirtschaftliche

Krankenkasse Niedersachsen-

Bremen gewährleisten über die Vertragsärzte

eine umfassende und den

gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen

entsprechende ärztliche

Versorgung einschließlich der Verhütung,

Früherkennung und Behandlung

von Krankheiten.

Die IGel-Leistungen sind nach Auffassung

der Landwirtschaftlichen Kran-

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL):

Vorsicht, der Igel hat auch Stacheln!

10 Sicher Leben 2/2003

Krankenkasse

Privatbehandlung neben

Kassenleistungen?

kenkasse Niedersachsen-Bremen medizinisch

nicht erforderlich; die vertragsärztliche

Behandlung ist ausreichend.

Die IGel-Liste ist eine Maßnahme der

ärztlichen Standespolitik, um Arztpraxen

zusätzliche Einnahmen im privatrechtlichen

Bereich zu verschaffen. Die

norddeutschen Verbraucherzentralen

haben in einem Informationsblatt Stellung

genommen:

Die so genannten Individuellen Gesundheits-Leistungen

(IGel) wurden

vor einigen Jahren im Hause der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung (KBV)

erfunden. Sie sollen eine Lücke schließen

zwischen den Leistungen der gesetzlichen

Krankenversicherung (GKV)

und dem großen Bereich des medizinisch

Machbaren, das mehr oder weniger

sinnvoll sein kann, aber auch

unnötig und überflüssig, wenn nicht

sogar schädlich.

Nun gibt es in der Tat ärztliche Leistungen,

die für einen konkreten Patienten

in seiner konkreten Situation

nicht medizinisch notwendig, aber

doch empfehlenswert oder sinnvoll

sind und von ihm gewünscht werden,

aber nicht zum Leistungskatalog der

Krankenkassen gehören. Im Prinzip

hat es die Grauzone des „Sinnvollen“

zwischen dem medizinischen Notwendigen

und dem Machbaren schon immer

gegeben. So nennt die IGel-Liste

auch etliche längst

bekannte Maßnahmen,

die schon lange

außerhalb der

Krankenkassen-Finanzierung„eingekauft“

werden konnten.

Neu ist aber,

dass sie als „IGel-Leistungen“

von den Kassenärzten

heftig propagiert

werden. Es

gibt in diesem ZusammenhangregelrechteVerkaufstrainings.

Und genau

das gibt Anlass zur

Skepsis...“

Nun aber ein Blick

auf die IGel-Liste

Fotos: Knoll (Auszüge):

• Zusätzliche jährlicheGesundheitsuntersuchung

(„Intervall-Check“)

• Ergänzungsuntersuchungen zu den

Kinder-Früherkennungsuntersuchungen

bis zum 14. Lebensjahr

(„Kinder-Intervall-Check“)

• Fachbezogene Gesundheitsuntersuchung

auf Wunsch des Patienten

(„Facharzt-Check“)

• Umfassende ambulante Vorsorge-

Untersuchung („General-Check“)

• Reisemedizinische Beratung, einschließlich

Impfberatung

• Reisemedizinische Impfungen

• Sportmedizinische Beratung

• Medizinisch-kosmetische Beratung

• Sonnenlicht- und Hauttyp-Beratung

• Tests zur Prüfung der Verträglichkeit

von Kosmetika

• Behandlung der androgenetischen

Alopezie bei Männern (Glatzenbehandlung)

• Epilation von Haaren außer bei

krankhaftem und entstellendem

Haarwuchs an Händen und Gesicht

• Ästhetische Operationen (z.B. Facelifting,

Nasen-, Lid- und Brustkorrektur,

Fettabsaugung)

• Entfernung von Tätowierungen

Das auszugsweise dargestellte Angebot

lässt eindeutig erkennen, dass es

sich um Anwendungen vornehmlich

aus den Bereichen Kosmetik, Freizeit

und medizinischem Service handelt.

Die Vorsorge-Untersuchungen sind

zum großen Teil durch Kassenleistungen

abgedeckt.

Als Fazit ist aus Sicht der Landwirtschaftlichen

Krankenkasse Niedersachsen-Bremen

festzustellen, dass

es sich um ein aus finanziellen Erwägungen

geschaffenes Angebot

von Leistungen, die zwar medizinisch

nicht schädlich, aber sicherlich

im Allgemeinen für die Gesunderhaltung

und Krankheitsbehandlung

nicht notwendig sind. Die Leistungen

der Landwirtschaftlichen Krankenkasse

Niedersachsen-Bremen reichen

dafür aus.

Klaus-Dieter Pfeiffer

Dezernat Leistungen und Verträge

( 0511/8073-400


Unfallverhütung

Sichere Weidezäune

Jetzt geht`s mit dem Vieh wieder

auf die Weideflächen. Vor dem Betreiben

sind die Weidezäune herzurichten

und zwar so, dass sie hütesicher

und zugleich kostengünstig sind.

Gesetzlich verbindliche Bestimmungen

über die Konstruktion von Weidezäunen

gibt es zz. nicht. Daher sind die

existierenden Vorgaben als Empfehlung

zu sehen.

Bei Weidezäunen wird unterschieden

zwischen Festzaun und Elektrozaun. Der

Elektrozaun hat keine mechanische Hütewirkung.

Er schreckt durch Stromimpulse

ab, die jedoch für Mensch und

Tier ungefährlich sind. Diese Zaunart

hat den Vorteil, dass sie einen geringen

Materialbedarf erfordert und einfach

auf- und abzubauen ist.

Den absolut sicheren Weidezaun gibt

es nicht. Die Anforderungen an Weidezäune

richten sich nach der Lage der

Weideflächen und der darauf weidenden

Tierart.

Risikobereiche

Für die Rinderhaltung lässt sich die

Lage der Flächen in drei Risikobereiche

einteilen:

Risikobereich 3:

Bereich bis 500 m Entfernung zu Gefahrquellen,

wie z. B. stark befahrene

Straßen oder Bahnlinien

Risikobereich 2:

Weiden im Bereich von 500 bis 1000 m

Entfernung zu Gefahrquellen

Risikobereich 1:

Weiden, die nicht in die Risikobereiche

2 oder 3 fallen

Der daraus resultierenden Zaungestaltung

wird folgender Grundsatz zugrunde

gelegt:

Je höher das Risiko, desto höher die

Anforderungen an den Außenzaun.

Beispiele für Zäune

An dieser Stelle können nicht die kompletten

Anforderungen für jede Konstellation

aufgeführt werden, dafür

gibt es einfach zu viele Möglichkeiten.

Daher folgen einige Beispiele, wobei

es für jede Haltungsart Ausnahmen

geben kann.

In den Risikobereichen 2 und 3 ist für

Mutterkühe mit Nachzucht ein Festzaun

mit drei stromführenden Stahl-

Elektozäune sind an Verkehrswegen mit gut sicht- und lesbaren Warnschildern zu kennzeichnen

Foto: Broschüre Tierhaltung

drähten erforderlich. Kalben die Kühe

auf der Weide, können sogar vier

Drähte notwendig sein.

Befinden sich Bullen auf der Weide,

die älter als 6 Monate sind, ist generell

ein Zaun mit drei stromführenden

Stahldrähten erforderlich.

Für Milchkühe reicht in der Regel ein

eindrahtiger Zaun.

Jetzt könnte jemand auf die Idee kommen,

die beste Wirkung sei mit einem

Stacheldraht als Elektrozaun zu erzielen.

Das ist ausdrücklich nicht erlaubt,

weil das sowohl für den Menschen

als auch für die Tiere gefährlich

sein kann.

Elektrozaun kennzeichnen

Wichtig ist noch, dass jeder Elektrozaun

mit gut sicht- und lesbaren

Warnschildern zu kennzeichnen ist.

An diesen beiden Tagen wird der

Niedersachsen-Meister ermittelt.

Nur wer über gute Fachkenntnisse

verfügt, geschickt ist und sicher arbeitet,

hat Chancen auf den Titel.

Das Niedersächsische Bildungszentrum

in Münchehof ist umfangreich

modernisiert worden und kann im

Rahmen dieser Veranstaltung besichtigt

werden. Auch für Landwirte

lohnt sich ein Besuch.

Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Niedersachsen-Bremen ist

Für die sichere Ausführung spielt außerdem

die Zaunhöhe eine entscheidende

Rolle. Diese ist wieder abhängig von der

Anzahl der Einzeldrähte. Für jede Tierart

gibt es andere Richtwerte.

Spezielle Informationen können unter

der unten angegebenen Telefonnummer

erfragt oder der aid-Broschüre „Sichere

Weidezäune” entnommen werden.

Die Broschüre kann direkt beim aid

(( 02225/926146 oder 926176) zu

einem Preis von 2,00 € zuzüglich

3,00 € für Porto und Verpackung

unter der Bestellnummer 1132 bezogen

werden.

In der Broschüre wird ferner auch die

Tierhalter- und Tierhüterhaftung behandelt.

Uwe Hotes

Technischer Aufsichtsdienst

( 0511/8073-484

6. Niedersächsische Waldarbeits-Meisterschaften

und Tag der offenen Tür

in Münchehof, Sautalstraße 5, 38723 Seesen

am 17./18. Mai 2003

mit einem Ausstellungsstand präsent.

Unsere Fachberater stehen

gern für Fragen zur Verfügung und

sagen Ihnen auch, wann die nächsten

Motorsägenlehrgänge für Landwirte

und Versicherte durchgeführt

werden.

Wer beim angebotenen Preisausschreiben

mitmacht, kann wertvolle

Preise gewinnen.

Jürgen Huss

Technischer Aufsichtsdienst

( 0511/8073-484

Sicher Leben 2/2003 11


12 Sicher Leben 2/2003

Unfallverhütung

Aufstiege und Arbeitsplattformen

an Transportanhängern:

Ältere Anhänger

nachrüsten

Landwirt M. wollte schnell auf die

Ladefläche des 20 Jahre alten Anhängers

steigen. Er trat auf die

nasse Deichsel, rutschte weg und prallte

mit dem Bauch gegen den Handhebel

der Feststellbremse. Solche Unfälle

können verhindert werden, wenn alte

Anhänger nachgerüstet werden.

Transportanhänger müssen mit Aufstiegen

ausgerüstet sein, die fest mit

dem Fahrzeug verbunden sind. Sie

sollten möglichst an der linken Vorderseite

angebracht sein. Die Tritte müssen

gegen seitliches Abrutschen gesichert

sein und eine rutschhemmende

Oberfläche haben. Eine Haltemöglichkeit

ist erforderlich.

Der unterste Tritt des Aufstiegs darf

max. 550 mm über dem Boden liegen.

Befindet sich der unterste Tritt an der

Deichsel, darf der Abstand zwischen

dem untersten Tritt an der Bordwand

und dem Tritt an der Deichsel max. 550

mm betragen. Die Tritttiefe muss mind.

150 mm, die Freiraumhöhe mind. 120

mm betragen. Die Trittbreite sollte

mind. 300 mm betragen. Der Abstand

der Tritte untereinander darf max. 300

mm betragen, er muss gleichmäßig

sein. Der Abstand zwischen der Oberkante

der Bordwand und dem obersten

Tritt darf max. 700 mm betragen.

Sind Anhänger mit Planenaufbauten

ausgerüstet, müssen Arbeitsplattformen

vorhanden sein. Dadurch wird ein

sicherer Stand erreicht, wenn die Planen

aus- oder aufgerollt werden. Eine

Plattform ist nicht erforderlich, wenn

die Plane vom Boden aus bewegt werden

kann. Das ist z.B. mit einer langen

Kurbel und einer Zahnstangenführung

möglich.

Neue Anhänger sind serienmäßig

mit Aufstiegen oder

auch mit Arbeitsplattformen

ausgerüstet.

Ein Aufstieg muss aber immer

vorhanden sein. Ältere Anhänger,

die dieses noch nicht

haben, müssen umgehend

nachgerüstet werden. Dabei

sind jedoch einige wichtige

Punkte zu beachten. So darf

z. B. an der Zugdeichsel nicht

geschweißt oder gebohrt werden.

Außerdem sind bestimmte

Maße einzuhalten. All dieses

ist in unserem Merkblatt

„Aufstiege und Arbeitsplattformen

an Transportanhängern”

erläutert. Fordern Sie es

bei Bedarf an.

Jürgen Huss

Technischer Aufsichtsdienst

( 0511/8073-484

Foto Mitte:

Eine Arbeitsplattform ist nicht erforderlich, wenn die Plane vom

Erdboden aus bewegt werden kann. Die Leiter ermöglicht eine gefahrlose

Sichtkontrolle des Laderaumes.

Foto unten:

Die Arbeitsplattform gewährt einen sicheren Stand, wenn die Plane

aus- oder eingerollt wird. Das Geländer verhindert ein Abstürzen

von Personen. Eine befestigte Leiter gehört dazu.

Fotos: Huss

Ältere Anhänger, die noch keinen Aufstieg haben,

müssen umgehend damit nachgerüstet werden. Nur

so ist ein sicheres Auf- und Absteigen gewährleistet.

Foto: Archiv


Sonnenstrahlen setzen sich aus

drei Arten von Strahlung zusammen:

die Infrarot-Strahlung, die

sichtbare Strahlung (das Licht) und die

ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung).

Lebensspender

Die sichtbare Strahlung hat positive

Auswirkungen auf unseren Organismus.

Darüber hinaus wird z. B. die

Bildung von Vitamin D angeregt, das

wiederum den Knochenbau stärkt

und damit der Osteoporose (Knochenschwund)

vorbeugt. Durch Helligkeit

kann die Vitalität gesteigert werden,

ebenso die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Das Sonnenlicht kann

sich auch positiv auf bestimmte Hauterkrankungen

auswirken.

Weniger gut

Es gibt allerdings auch negative Auswirkungen

des Sonnenlichts, für die

vor allem die UV-B-Strahlen verantwortlich

sind. Fast jeder hatte schon

einmal einen Sonnenbrand; die Haut

ist in diesem Fall gerötet und heiß.

Außerdem ist Sonnenlicht auch verantwortlich

für vorzeitige Hautalterung

(vermehrte Faltenbildung),

wenn jemand langfristig der Sonne

ausgesetzt ist; hierfür sind überwiegend

die UV-A-Strahlen verantwortlich.

Nicht zuletzt kann durch übermäßige

Sonnenstrahlung Hautkrebs

ausgelöst werden. Für das Entstehen

von Hautkrebs und Sonnenbrand sind

vorrangig die UV-B-Strahlen verantwortlich.

UV-Strahlung kann bei übermäßiger

Einwirkung auch die Augen

schädigen.

Es ist also wichtig, die positiven Wirkungen

des Sonnenlichtes zu nutzen

und die negativen Auswirkungen zu

meiden.

Hauttypen

Die menschliche Haut reagiert unterschiedlich

empfindlich auf die Ein-

Gesundheit

Sonnenstrahlen:

Chance und

Risiko zugleich

wirkungen der Sonnenstrahlung. Es

wird zwischen vier verschiedenen

Hauttypen unterschieden:

Hauttyp I: der empfindlichste Typ

(helle Haut, Sommersprossen, rötliches

Haar, blaue Augen, bekommt

stets schnell einen Sonnenbrand)

Hauttyp II: der empfindliche Typ

(etwas dunklere Haut als Typ I, keine

Sommersprossen, blonde bis braune

Haare, blaue/grüne/graue Augen,

bekommt fast immer einen Sonnenbrand)

Hauttyp III: nicht mehr ganz

empfindlicher Typ (helle bis hellbraune

Haare, keine Sommersprossen,

dunkelblonde/braune Haare, graue/

braune Augen, bekommt gelegentlich

einen Sonnenbrand)

Hauttyp IV: der unempfindlichste

Typ (hellbraune/olivfarbene Haut,

keine Sommersprossen, dunkelbraune

Haare, dunkle Augen, bekommt

selten Sonnenbrand)

Das beste Mittel zum Sonnenschutz

ist eine angemessene Bekleidung.

Menschen, die häufig im Freien arbeiten,

sind besonders den UV-Strahlen

ausgesetzt. Hier ist daher ganz

besonders auf ausreichende Kleidung

und Kopfbedeckung zu achten

(am besten Baumwollkleidung).

Es sollten Sonnenschutzmittel mit hohem

Lichtschutzfaktor (zwischen LSF

15 - 30) verwendet werden.

Wichtig:

Durch jeden Sonnenbrand im Kindesalter

wird das Risiko, später mal

an Hautkrebs zu erkranken, erhöht.

Sonnenschutz ist daher bei Kindern

besonders wichtig.

Umfassende Informationen sind

in der Broschüre „Sonnenschutz“

enthalten. Sie kann vom landwirtschaftlichenSozialversicherungsträger

kostenlos bezogen oder im Internet

unter www.lsv-d.de eingesehen

werden.

BLK

Text und Zeichnung: Horst Alisch

„Schätze, zwei Stündchen mit dem Rad,

dann ess‘ ich mich an Erdbeer‘n satt.“

Sagt Atze, tritt in die Pedalen

und ignoriert die UV-Strahlen.

Zwecks Bräunung fährt er „oben ohne“,

auf dass die Tour sich doppelt lohne.

So holt er sich durch Unverstand

statt Erdbeer‘n einen Sonnenbrand.

Sicher Leben 2/2003 13


Etwa 8 Millionen Menschen in

Deutschland leiden unter chronischen

Schmerzen, die ihnen

ständig oder in regelmäßigen Abständen

den Alltag schwer machen.

Dabei gehören Kopfschmerzen zu den

hauptsächlichen Beschwerden. Wenn

„herkömmliche“ Behandlungsmethoden

nicht anschlagen, scheinen alternative

Verfahren wie Akupunktur für

viele Patienten ein Rettungsanker zu

sein.

Aktuelle Akupunkturstudie

Eine aktuelle Akupunkturstudie geht

mit 2 Teilstudien zu chronischen

Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz

und Migräne) der Sache auf

den Grund. Dabei handelt es sich um

die weltweit größte Studie dieser Art.

Bei ihrer Entwicklung haben auch die

landwirtschaftlichen Krankenkassen

(LKK) tatkräftig mitgewirkt und sie

werden sie auch mitfinanzieren. Die

wissenschaftliche Begleitung und Aus-

14 Sicher Leben 2/2003

Aktuell

Lärm macht krank

Etwa 70 Prozent der Deutschen beschweren

sich über Straßenlärm.

Viele Arbeitsplätze haben eine

hohe Lärmbelastung.

Am 30. April 2003 lädt die Deutsche

Gesellschaft für Akustik (DEGA) wiederholt

zum „Tag gegen Lärm“ ein.

Durch vielfältige Aktivitäten sollen die

Menschen für Lärmbelastung und -belästigung

sensibilisiert werden.

Der Einfluss von Lärm auf Gehör, Gesundheit

und Wohlbefinden liegt auf

der Hand.

Oft ist es schwierig, Lautstärke zu beurteilen.

Um einen Eindruck davon zu

bekommen, was „60 Dezibel” bedeuten,

kann man sich anhand einiger

Schallpegel in Dezibel – dB(A) – vergegenwärtigen:

§ 20 dB Blätterrascheln

§ 40 dB Wohnraum/Fenster geschlossen

§ 60 dB Unterhaltung

§ 85 dB mittlerer Straßenverkehr

§ 93 dB Schleifmaschine

§ 95 dB Schweinestall (Fütterung)

§ 100 dB Presslufthammer

§ 103 dB Motorsäge

Hörschädigungen durch Lärm sind

tückisch. Denn nur selten werden

Höreinbußen durch Lärmeinwirkungen

unmittelbar wahrgenommen.

Lärm schädigt das Gehör langsam und

unbemerkt, aber stetig, vor allem jedoch

dauerhaft und nicht wiederherstellbar.

Die empfindlichen Haarsinneszellen

im Innenohr werden durch ständige

Lärmeinwirkung geschädigt und

können sich nicht mehr regenerieren.

Lärm hat noch weitere negative Auswirkungen:

§ hohes Tinnitus-Risiko

§ Anstieg des Blutdrucks

§ erhöhter Energieverbrauch

§ schlechtere Durchblutung

§ herabgesetzte Arbeitsleistung (Fehler,

Unfall, Krankheit)

§ mangelhafte Regeneration in Erholungsphasen

§ beeinflusster Tiefschlaf

Akupunkturstudie:

Chronische Kopfschmerzen besiegen

wertung wird von der Ruhr-Universität

Bochum durchgeführt.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können LKK-Versicherte,

die zwischen 18 und 65 Jahre alt sind

und seit mehr als 6 Monaten regelmäßig

oder gar täglich mit Kopfschmerz-

oder Migräneattacken zu kämpfen

haben. Diese Versicherten rufen das

Info-Telefon (0234) 3228882 der Ruhr-

Universität Bochum an, dort nennt

man ihnen – falls möglich – einen zum

Modellvorhaben Akupunktur zugelassenen

Arzt in der Nähe und der stellt

fest, ob eine der Schmerzindikationen

– chronischer Spannungskopfschmerz

oder Migräne – vorliegt. Falls dies zutrifft,

informiert er die Studienzentrale

der Ruhr-Universität und von dort bekommen

die an der Teilnahme interessierten

Versicherten Nachricht, ob

und wie sie an der Akupunkturstudie

teilnehmen können. Eine Liste der an

der Studie teilnehmenden Ärzte be-

Auch bei der Arbeit im landwirtschaftlichen

Betrieb sind die Ohren häufig großem

Lärm ausgesetzt. Auf alten Schleppern

und Erntemaschinen, neben

Güllefässern während des Pumpens,

beim Arbeiten mit Winkelschleifern

oder auch beim Umgang mit Schweinen

können Hörschäden entstehen.

Deshalb muss bei diesen und ähnlichen

Arbeiten immer Gehörschutz bereitgestellt

und getragen werden, wenn der

Schallpegel 85 dB(A) erreicht. Immerhin

ist Lärmschwerhörigkeit eine der häufigsten

Berufskrankheiten.

Nur durch Vermeidung von Lärm am

Arbeitsplatz und im Freizeitbereich

und entsprechenden Schutzmaßnahmen

kann jeder sein gutes Gehör lange

erhalten.

Carola Polzer

findet sich auch im Internet unter

www.gerac.de.

Kostenersatz für

Studienteilnehmer

Alle in die Studie aufgenommenen Versicherten

erhalten als Ausgleich für

die entstandenen Fahrkosten und den

damit verbundenen Zeitaufwand ein

Dankeschön in Höhe von einmalig 100

Euro. Diejenigen Teilnehmer, die dem

Studienarm „herkömmliche Schmerztherapie“

zugeordnet werden, erhalten

noch 50 Euro dazu, sofern sie

nicht von der Zuzahlungspflicht in der

Apotheke befreit sind. Zusätzlich können

alle Teilnehmer 6 Monate nach Beendigung

der wissenschaftlichen Auswertung

bis zu 10 weitere Akupunktursitzungen

kostenfrei in Anspruch

nehmen.

Informationen erteilen auch die landwirtschaftlichen

Krankenkassen.

Bernd Wiethardt


Unfallverhütung

Frei laufende Rinder:

Gefahren

vermeiden

In letzter Zeit haben sich wieder

schwere Unfälle durch Angriffe von

Bullen oder Mutterkühen ereignet.

Dabei sind Schwerverletzte und Tote

zu beklagen.

Was ist geschehen?

§ Beim Aussortieren von Kühen für

die Klauenbehandlung lief der Bulle

weiter frei in der Herde. Ein Unternehmer

wurde dabei vom Bullen

angegriffen und gegen eine Betonwand

geschleudert und getötet.

§ Zum Einziehen von Ohrmarken bei

einem Kalb begab sich ein Landwirt

auf die Koppel. Die Mutterkuh befand

sich 5 m, der Rest der Herde

etwa 50 m entfernt. Beim Einziehen

der Ohrmarke wurde der Landwirt

zuerst von der Mutterkuh und

dann von der gesamten Herde attackiert.

Der Landwirt konnte sich

erheblich verletzt noch hinter den

Koppelzaun in Sicherheit bringen.

In allen Fällen wurde versucht, die Arbeit

allein durchzuführen.

Wie ist die Situation?

Der Bulle läuft frei in der Herde. Das

ist aus wirtschaftlicher Sicht notwendig,

denn Mutterkuhhaltung rechnet

sich nur, wenn jährlich je Kuh ein Kalb

geboren wird.

Der Bulle, vorher als friedlich und zutraulich

eingeschätzt, wird plötzlich zur

rasenden Bestie. Aber auch Mutterkühe

oder Mastbullen greifen plötzlich an.

Verhalten der Tiere

Durch die Weidehaltung wird bei Rindern

der Herdeninstinkt wieder geweckt.

Typisches Wildtierverhalten

kommt zum Vorschein. Der Bulle fühlt

sich als Beschützer der Herde, die

Mutterkuh als Beschützer der Kälber.

Jeder, der die Weide betritt, wird als

Eindringling betrachtet. Durch die notwendige

Kennzeichnung der Kälber

mit zwei Ohrmarken ergibt sich eine

zusätzliche Gefährdung. Durch das

Blöken der Kälber wird der Beschützerinstinkt

wachgerufen. Der Bulle, die

eigene Mutter aber auch andere Mutterkühe

greifen an.

Diese Tatsachen sind Anlass, nochmals

Hinweise zur Unfallverhütung bei der

Rinderhaltung zu geben.

Sicheres Arbeiten ist möglich

Angriffe durch Muttertiere oder Bullen

werden am sichersten durch eine

räumliche Trennung von Mensch und

Tier verhindert!

Alle Arbeiten in der Herde mit mindestens

zwei Personen durchführen, die

mit Abwehrhilfen ausgerüstet sind,

niemals allein. Das gilt für Arbeiten

auf der Weide aber auch im Stall.

§ Mit allen Tieren, insbesondere mit

Bullen, ruhig aber bestimmt umgehen.

§ Reizsituationen vermeiden.

§ Bullen genau beobachten, um

frühzeitig auf einen Angriff reagieren

zu können.

§ Immer mit einem Angriff rechnen.

§ Beim Treiben von Rindern stabile

Treibgatter verwenden.

§ Sicherheitsschuhe tragen.

§ Einzelne Tiere nur mit Fangstand

einfangen.

§ Behandlungen nur durchführen,

wenn das Tier sicher fixiert ist.

§ Fangstände mit anschließendem

Behandlungsstand bevorzugen.

§ Soll ein Tier aus der Herde entfernt

werden, im Fangstand arretieren

und von dort mittels Treibgatter auf

den Viehtransportwagen treiben.

§ Den Bullen immer mit einigen anderen

Tieren in einen Fangstand

treiben und dort sicher

arretieren.

§ Auch bei Umtriebarbeiten

nie den Bullen

allein von der

Herde trennen.

§ Ist der Einsatz eines

Fangstandes auf der

Weide nicht möglich,„Rettungsinseln“

schaffen, die

Gatter zum Einziehen

der Ohrmarken, angebaut

am Frontlader

Foto: Schmidt

Transportables Treibgitter

Foto: Kulmann

man bei dem Angriff eines Tieres

schnell erreichen kann (z. B. Traktor).

§ Zusatzfutter möglichst von außerhalb

der Koppel verabreichen.

§ Muss in die Koppel gefahren werden,

Fütterung von einem sicheren

Standplatz aus durchführen, z. B.

vom Anhänger.

§ Tränkplätze so anlegen, dass mit

dem Wasserwagen nicht in die Koppel

hineingefahren werden muss.

§ Zu Beginn der Weidesaison alle

Personen unterweisen.

§ Weiden mit freilaufenden Bullen

kennzeichnen.

§ Zum sicheren Einziehen der Ohrmarken

bei Kälbern können auch

verfahrbare Gatter genutzt werden.

§ Vorschlag: zwei Corallfelder verschweißt

mit Fangrahmen, angebaut

am Frontlader. Innerhalb dieses

Gatters können dem Kalb beide

Ohrmarken ohne Zeitdruck eingezogen

werden.

Haben Sie auch Ideen für mehr Sicherheit

bei der Rinderhaltung? Haben Sie

andere Lösungen?

Schreiben Sie an Ihre Landwirtschaftliche

Berufsgenossenschaft .

Übrigens kann man diese Hinweise

auch als Merkblatt unter der gleichen

Adresse kostenlos anfordern. Wir

möchten nämlich, dass Sie eine unfallfreie

Weidesaison haben.

Dr. Georg Scamoni

Sicher Leben 2/2003 15


Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Niedersachsen-Bremen

Im Haspelfelde 24 - 30173 Hannover

Deutsche Post AG - Postvertriebsstück - Entgelt bezahlt - H 1606

Lärm macht krank

Lärm schädigt nicht nur das Gehör, sondern auch die Psyche. Schlafstörungen, Konzentrationsmangel,

berufliche Leistungsminderung bis hin zum Herzinfarkt können

die Folge sein. Anlässlich des diesjährigen „Tages gegen Lärm“ am 30. April soll

auf Lärmschwerhörigkeit als zweithäufigste Berufskrankheit in der Landwirtschaft

aufmerksam gemacht werden. Etwa 200 neue Fälle werden Jahr für Jahr bei den

landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften anerkannt.

Zur Vermeidung dieser Erkrankungen muss der Arbeitgeber an allen Arbeitsplätzen

mit mehr als 85 Dezibel (z. B. an der Motorkettensäge, anderen handgeführten

Geräten, in der Schweinehaltung) Gehörschutz zur Verfügung stellen. Zudem

sind regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen Pflicht.

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