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12 Physiotherapeutische Intervention auf der Intensivstation

Intensivmedizin &

Intensivmedizin & Physiotherapie: ("intensive care" oder "intensive care unit") und ("physical therapy" oder "physiotherapy" oder "early mobilization") (n=3,643) Monitorüberwachung: ("intensive care" oder "intensive care unit") und "physical therapy" oder ("physiotherapy" oder "early mobilization") und "monitoring" Beatmung: ("intensive care" oder "intensive care unit") und ("physical therapy" oder "physiotherapy" oder "early mobilization") und (["weaning" und "mechanical ventilation"] oder ["breathing" und "mechanical ventilation"]) Zugänge & ableitende Systeme: ("intensive care" oder "intensive care unit") und ("physical therapy" oder "physiotherapy" oder "early mobilization") und "drain" oder access" Laborwerte: ("intensive care" oder "intensive care unit") und ("physical therapy" oder "physicotherapy" oder "early mobilization") und "blood gas analysis" Monitor (n=264) Beatmung (n=394) Zu- & Abgänge (n=182) Einschlusskriterien nicht erfüllt: (n=20) (n=25) (n=16) (n=4) in Deutsch oder Englisch publiziert (n=34) (n=38) (n=20) (n=14) Publiziert nach 1990 (n=81) (n=118) (n=57) (n=29) Volltextzugang Monitor (n=129) Monitor (n=36) Beatmung (n=213) Zu-& Abgänge (n=89) Laborwerte (n=78) Laborwerte (n=31) Ausschlusskriterien erfüllt: (n=68) (n=77) (n=29) (n=14) fehlender Kontext zur Physiotherapie (n=19) (n=3) (n=16) (n=3) fehlender Kontext zur Intensivstation (n=6) (n=16) (n=14) (n=1) fehlender Kontext zu Erwachsenenmedizin Beatmung (n=117) Zu-& Abgänge (n=28) (n=24) Entfernung von Duplikaten zur statistischen Erfassung Abb. 1 8 Algorithmus zur Literaturrecherche therapie bei einem Sättigungsabfall unter 90 % vor. Eine konsequente Mobilisation desPatienten,d.h.Physiotherapie,soll stattfinden. Die Maßnahme stellt Prophylaxe und Therapie zugleich dar. Kann das Ziel nicht erreicht werden, erfolgt die apparative Beatmung [7]. (n=172) Studien in Auswertung eingeschlossen! Laborwerte (n=15) DieS3-LeitliniefürAnalgesie-Sedierung-Delir-Management in der Intensivmedizin erkennt physiotherapeutische Maßnahmen als Erweiterungsmöglichkeit zur kontinuierlichen Schmerztherapie an [8]. Die S2-Leitlinie zum Thema Sepsis weist deutlich darauf hin, dass „weder therapeutische Rehabilitationsstandards noch auf diese Patienten ausgerichtete Rehabilitationseinrichtungen“ [9] existieren. Die S2e-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologische Rehabilitation gibt 2 Empfehlungen: 4 Empfehlung 5.1.1: Soweit der klinische Zustand des Patienten es erlaubt, sollte ein früher Beginn der Rehabilitation der Armmotorik erfolgen (Empfehlungsgrad B). 4 Empfehlung 5.1.2: Im stationären (oder teilstationären) Bereich (Neurorehabilitation) soll für subakute Schlaganfallpatienten mindestens 30 min lang eine werktägliche zusätzliche spezifische Armrehabilitation erfolgen, wenn eine weitere Funktionsverbesserung oder zumindest Beschleunigung der Wiederherstellung der Armmotorik erreicht werden soll (Empfehlungsgrad A). EntsprechendeEffektewurdeninStudien mit einer Behandlungsdauer von 4–20 Wochen dokumentiert [10]. Für die Physiotherapie in der Intensivmedizin wurde von der Europäischen Atemgesellschaft und der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin eine gemeinsame Empfehlung erarbeitet, die als Leitlinie gelten kann [11]. Dabei zeigen folgende therapeutische Interventionsmöglichkeiten das Evidenzniveau Grad A: Atemtherapie zur Vorbeugung einer Intubation durch nichtinvasive Verfahren der Beatmungstherapie bei Patienten mit Lungenödem, bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), bei Thoraxverletzungen oder aufgrund neuromuskulärer Fehlfunktionen. Zudem wird eine Unterbrechung des Weanings empfohlen, insofern therapeutenüberwachte Weaningstrategien verfolgt werden oder die Behandlung einer Hyperkapnie im Vordergrund steht. Den Empfehlungsgrad B erhalten Maßnahmen zur forcierten Exspiration bei nichtintubierten Patienten und manuelle Hyperinflationstechniken (MHI) bei intubierten Patienten. Die Funktionsüberprüfung und Überwachung, eine Behandlung bestehender Dekondi- Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 4 · 2017 357

Zusammenfassung · Abstract tionierung, emotionale Probleme und Kommunikationsprobleme sowie weitere Aspekte der Atemtherapie stehen an zweiter Stelle [12]. Fragestellung der Studie DergroßeUnterschiedindenVorgehensweisen und in der vorhandenen Literatur eröffnet viele Fragen an die Physiotherapie. In dieser Studie wurde untersucht, welche Parameter als Indikation für eine physiotherapeutische Intervention bei Intensivpatienten dienlich sind. Reviewmethodik Basierend auf dem Manual „Physiotherapie in der Intensivmedizin“ werden mehrere Gruppen an Parametern analysiert. In diesem können 4 Felder identifiziert werden, die sich als Kriterium für die Indikationsstellung eignen. Das Manual betrachtet allgemeingültig für alle Intensivstationen mehrere intensivmedizinische Beobachtungskriterien zur Schaffung eines adäquaten Basiswissens. Die Kriterien darin gliedern sich tabellarisch in übergeordnete Felder: Monitor, Beatmung, Zugänge und ableitende Systeme, Geräte zur Unterstützung von Organfunktionen, Medikamente, Laborwerte und Hilfsmittel [13]. Als Produkt der Sektion Physiotherapie in der Intensivmedizin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv und Notfallmedizin (DIVI) wird es voraussichtlich Ende 2016 als Komplettversion publiziert. Suchstrategie Im Kern wird eine Literaturrecherche durchgeführt (. Abb. 1). Aufgrund des Zugriffs auf Datenbanken mit Zugangsberechtigungen der Universitätsmedizin Mainz wurde PubMed/MEDLINE mit der Option zum MeSH Indexing und der Bemächtigung auf Volltextzugang zu Artikeln als ausgewähltes Suchmedium bestimmt. Med Klin Intensivmed Notfmed 2017 · 112:356–370 © Springer Medizin Verlag Berlin 2017 DOI 10.1007/s00063-016-0259-4 E. Zeiser Physiotherapeutische Intervention auf der Intensivstation . Outcomerelevante Messparameter Zusammenfassung Hintergrund. Leitlinien können für die Physiotherapie in der Intensivmedizin keine differenzierte Empfehlung bieten. Wissenschaftliche Publikationen zur Physiotherapie auf der Intensivstation weisen zumeist nur ein geringes Evidenzniveau auf und verbleiben oftmals in einer Gewährleistung für eine sichere Durchführbarkeit der Physiotherapie in der Intensivmedizin. Fragestellung. Welche Messparameter sind outcomerelevant und welche Interventionen sollte man dabei berücksichtigen? Material und Methode. Eine Literaturrecherche wurde durchgeführt. Zugrunde gelegt wurden eine PubMed-Suche mit Volltextzugang sowie spezifische Begriffsdefinitionen für Physiotherapie, Intensivmedizin und 4 von 7 Rahmenbedingungen aus dem Manual „Physiotherapie in der Intensivmedizin“. Ergebnisse. Die Verfügbarkeit von 172 Studien stellt klar dar, dass sich die Physiotherapie durchaus mit einem intensivmedizinischen Umfeld auseinandersetzt. Parameter zur quantitativen und qualitativen Erfassung der Vigilanz und des Bewusstseinszustands sowie Assessments zur Beurteilung der Mobilität mittels Medical Research Council (MRC) und Handgrip Dianometry (DM), sowie der Selbsthilfefähigkeit mittels „functional independence measure“ (FIM) und Barthel-Index (BI) weisen jedoch eine aussagekräftigere Verbindung für die tägliche Praxis auf. Schlussfolgerungen. Die Schwierigkeiten, Physiotherapie auf der Intensivstation sinnvoll einzusetzen, liegen nicht in der Gewährleistung der Sicherheit des Patienten oder der Durchführung einer physiotherapeutischen Anwendung. Die Rahmenbedingungen des intensivmedizinischen Umfelds stellen kein Hindernis dar. Von immanenter Bedeutung ist es, die begrenzte Ressource Physiotherapie optimal und zielgerichtet im Bereich der Intensivmedizin zu nutzen. Die Determination an das Umfeld adaptierter Zielgrößen spielt eine entscheidende Rolle. Schlüsselwörter Physiotherapie · Intensivmedizin · Vorgehensweise · Rehabilitation · Leitlinien Physiotherapy interventions in the ICU. Outcome-relevant measurement parameters Abstract Background. Guidelines cannot provide differentiated recommendations for physiotherapy (PT) in intensive care medicine. Scientific publications for PT in the intensive care unit (ICU) usually only have low levels of evidence and often express safety and feasibility of PT in the ICU. Objective. Which measurement parameters are relevant for defining outcome and what interventions should one take into consideration? Materials and methods. A literature review was conducted. This was based on a PubMed search with full text access, as well as specific definitions for physical therapy, intensive care and four out of seven conditions from the manual “Physiotherapy in intensive care”. Results. The availability of 172 studies clearly shows that there is certainly PT research concerning the critical environment of the ICU. However, parameters for quantitative and qualitative detection of vigilance and state of consciousness as well as assessments to evaluate the mobility and the ability to help themselves are important for everyday use. Conclusions. The difficulties of using PT in the ICU are not useful in ensuring the safety of the patient or performing a PT treatment. The conditions of the intensive care environment are not an obstacle. It is of immanent importance to use the limited resources of PT in an optimal and targeted manner in the ICU environment. The determination of ICUadapted goals plays a crucial role. Keywords Physical therapy · Critical care · Procedure · Rehabilitation · Guidelines Relevante Aspekte bei der Literaturauswahl Für die Auswahl geeigneter Literatur sind Einschluss- und Ausschlusskrite- 358 Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 4 · 2017

Intensivmedizin und Notfallmedizin - Städtisches Klinikum Solingen
physiotherapeutische unterstützung auf dem weg zum erfolg - Salk