Wirtschaftszeitung_26062017

livingbox

Branchen &Betriebe: Die

Werkzeugmacher Seite 14/15

Geld &Geschäft: Schwere Zeit

für Notenfälscher Seite 17/18

Leben &Wissen: Reise durchs

Sonnensystem Seite 25/26

DIEWIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

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Ausgabe 4/17

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Preis: 3,50 Euro

Wo steckt der Gründergeist?

Im Zehn-Jahres-Vergleich ging im Münsterland die Zahl der

Existenzgründungen um fast 40 Prozent zurück.

Die Zahlen sind deutlich: Die Industrie-

und Handelskammer (IHK) Nord

Westfalen und die Handwerkskammer

(HWK) Münster registrierten im

vergangenen Jahr im Münsterland

rund 5700 Existenzgründungen. Im

gesamten Bezirk der beiden Kammern

(Münsterland und Emscher-

Lippe-Region) gab es 7500 Firmengründungen,

das sind sechs Prozent

weniger als im Jahr 2015. ImZehn-

Jahres-Vergleich–2006 bis 2016 –beträgt

der Rückgang nach Angaben der

Kammern fast 40 Prozent.

IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-

Friedrich Schulte-Uebbing kennt

einen Grund: „In Zeiten gut laufender

Konjunktur und Vollbeschäftigung

geht die Zahl der

Gründungen zurück.“ Die klassische Verlegenheitsgründung

(„Ich habe keinen

Job, also mache ich mich selbstständig“)

gebe es nicht mehr.Die meisten Gründer

hätten eine Idee, sie beschäftigten sich

beim Aufb

au der eigenen Existenz aber

viel zu wenig mit den betriebswirtschaftlichen

Fakten und Erfordernissen. Und es

gebe zu viele bürokratische Hemmnisse.

Das wird von beiden Kammern übereinstimmend

betont.

„Gründer brauchen ebenso wie expandierende

Unternehmen ein Umfeld, das

sie voranbringt statt ausbremst“, sagt

Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer,und

nennt Beispiele: Entrümpelung

und Vereinfachung der Bürokratie,

gut ausgebauteVerkehrswege, Sicherung

des Berufsnachwuchses, Verlässlichkeit

bei den Fördermitteln. Hund: „Die Rahmenbedingungen

müssen stimmen, auch

die politischen.“ ►Fortsetzung Seite 2

OFFEN GESAGT

Mehr Mut

Natürlich hat IHK-Hauptgeschäftsführer

Schulte-Uebbing

mit seiner Einschätzung

recht. Brummt die Konjunktur,

geht die Zahl der Firmengründungen

zurück. Warum soll

sich jemand auf das Abenteuer

Selbstständigkeit einlassen,

wenn seine Leistungsfähigkeit

und Kompetenz auf dem

Arbeitsmarkt gefragt ist? Es

läuft doch ...

Aber läuft es wirklich? Der auffällige

Rückgang bei den Existenzgründungen

im Münsterland

ist alarmierend. Zeigt dieser

Negativtrend doch, dass es

an Gründergeist mangelt, dass

man sich mit Unternehmertum

schwertut und der Mut zum

Schritt in die Selbstständigkeit

fehlt.

Wie kann man dies ändern? Sicherlich

dadurch, dass man die

Einstiegsvoraussetzungen in

den Markt optimiert und vor

allem die Rahmenbedingungen

verbessert. Eine zu komplizierte

Bürokratie darf kreative

Köpfe und Menschen, die etwas

unternehmen wollen, nicht

stoppen. Finanzielle Hilfen in

der Anfangsphase sind sicherlich

gut, aber keine Dauerlösung.

Schließlich soll die neue

Firma möglichst schnell auf

eigenen Beinen stehen.

Doch daran hapert es. Wie die

NRW-Statistiker in diesen Tagen

bekannt gegeben haben,

existiert im Land drei Jahre

nach der Gründung nur noch

die Hälfte der Unternehmen.

Eine mehr als bedrückende

„Überlebensrate“. Von Nachhaltigkeit

keine Spur. Ursachenforschung

ist angebracht. wk

Mittelstand hält sich gut

Bei den Insolvenzen führen kleine Unternehmen die Halbjahresstatistik an.

Vor allem kleine Unternehmen

sind im ersten Halbjahr 2017 in die

Pleite gerutscht. Mehr als die Hälfte

der von einer Insolvenz betroffenen

Unternehmen (52,9 Prozent)

habe einen Umsatz von weniger

als 250 000 Euro im Jahr erwirtschaftet.

Deutlich besser sah

es im Mittelstand aus.

Wi We die Wirtschaftsauskunftei

Creditreform

jetzt berichtete,

sei vor allem

bei Jungunternehmern

im Alter vonbis zu 29 Jahrendas

Pleiterisiko besonders hoch.

4 198869 003501

2 0 0 2 6

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

meldeten mehr kleine Unternehmen

Insolvenz an: Im ersten Halbjahr waren

es5450 Fälle, rund 200 mehr. In

wirtschaftliche Schiefl

age seien dabei

besonders viele meist von einem Einzelunternehmer

betriebene Kl

einstunternehmen

geraten, die weniger als

100000 Euro im Jahr umsetzten. Deutlich

zurück gingen dagegen die Insolvenzzahlen

imMittelstand.

Dank der guten Konjunktur und der

niedrigen Zinsen sank die Zahl der

Unternehmensinsolvenzenaber insgesamt

in den ersten sechs Monaten um

5,9 Prozent auf 10 300. Das traf auch

weniger Mitarbeiter. Die Zahl der von

der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffenen

Beschäftigten ging um rund

10 000 auf rund 99 000 zurück.

Insgesamt mussten die Gläubiger laut

Creditreform auf Forderungen von

schätzungsweise rund 13 Milliarden

Euro(Vorjahr16,3)verzichten. Zu den

größten Insolvenzfällen gehörten in

diesem Jahr bislang die Pleiten der

Bonner Solarworld AG und der Hamburger

Großreederei Rickmers.

Mit einem Rückgang um 7,5Prozent

auf36300 Fällesank im Vergleich zum

Vorjahrdie Zahlder Verbraucherinsolvenzen

sogar noch stärker. Im ersten

Halbjahr 2016 hatte der Rückgang

noch bei 2,7 Prozent gelegen, sodass

sichder positiveTrend bei Verbraucherinsolvenzen

nun noch beschleunigte.

„Der private Schuldenberg ist jedoch

nach wie vor hoch“, sagte Creditreform-Geschäftsführer

Volker Ulbricht.

Vorallem bei denInsolvenzen ehemals

Selbstständiger habe es sogar einen

Anstieg gegeben.

dpa

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2 MACHER &MÄRKTE

1000 Euro für

1000 Gründer

Die neue Landesregierung plant eine Initiative.

In der zweiten Koalitionsverhandlungsrunde

von CDU und FDP in

NRW,die übrigens in einemGründerzentrum

stattfand, einigten

sich die Verhandlungspartner darauf,

zur Förderung von Existenzgründungen

unter anderem den Gründungsprozess

zu vereinfachen und dafür „alle

Prozesse und Regelungen“ auf den Prüfstand

zu

stellen.

Ziel ist ein

„bürokratiefreies“

„Auf unserer Wunschliste andie

Kommunen steht auch eine

deutlichere Einbindung der jungen

Unternehmen in die Strukturen

vor Ort.“

Hans Hund

Jahr für

Gründer,

so heißt es

in den Eckpunkten

der Koalitionsverhandlungen.

Der bürokratische Aufw

and auf dem

Wegindie Selbstständigkeit wirdvon 39

Prozent der Gründer bemängelt. Hier

müsse der Hebel angesetzt werden.

Die neue NRW-Koalition plant auch ein

„Gründer-Stipendium NRW“, mit dem

1000 Gründerinnen und Gründer mit

1000 Euro im Monat gefördert werden

sollen. Darauf haben die Kammern sofort

reagiert und der Landesregierung ihre

Unterstützung zugesagt.

Mit den Startercentern und der Online-

Gründungswerkstatt wollen sie bei dem

anvisierten Projekt „1000 Euro für 1000

Gründer“ zum Beispiel die Erstellung der

Businesspläne managen. „Wir verfügen

über die Infrastruktur und die langjährige

Erfahrung, um bei der Umsetzung des

Projekts zu helfen“, betonen Schulte-

Uebbing und der stellvertretende HWK-

Hauptgeschäftsführer Knut-Rüdiger Heine.

Die beiden Kammern wollen auch die

Idee unterstützen, dem Gründungsprozess

weitgehend digital abwickeln zu

können. Karl-FriedrichSchulte-Uebbing:

„Mit unserer Gründungswerkstatt NRW

haben wir bei der Online-Betreuung bereits

sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Die IHK Nord Westfalen und die Handwerkskammer

Münster sind sehr engagiert

in der Beratung von Existenzgründern.

Es gibt Veranstaltungen und Seminare.

Zum Service gehören dabei Gruppenberatungen

(zum Beispiel Gründer-

Nachmittage) ebenso wie Einzelberatungen,

bei denen es um die Entwicklung

von Konzepten, umGründungsfinanzierung

und die Möglichkeiten öffentlicher

Förderung durch Programme geht.

Auch gibt es seit mehr als zehn Jahren bei

den Kammern und kommunalen Wirtschaftsförderern

Startercenter als erste

Anlaufstelle für Interessenten, die sich

eine eigene Existenz aufb

auen wollen.

Hans Hund: „Auf unserer Wunschlistean

die Kommunen steht auch eine deutlichere

Einbindung der jungen Unternehmen

in die Strukturen vorOrt.Den Neulingen

und künftigen Arbeitgebern wäre durch

die Schaffung von Plattformen gedient,

über die sie sich präsentieren und Kontakte

knüpfen können.“

hko

Das Gründergeist-Team um Projektleiterin Monika Leiking (2.v.r.) ist im November 2016 anden Start gegangen.

In diesem Monat startet die zweite Beratungsrunde in den „Gründerschmieden“.

Foto: Wilfried Gerharz

Der Wunsch, sein

eigener Chefzusein

Die Idee ist der erste Schritt in Richtung

Unternehmensgründung? Das

ist so nichtganzrichtig. Potenzieller

Gründer ist der,der denWunsch hat,

sein eigener Chef zu sein.

Für all diejenigen gibt es seit

vergangenem Jahr im Münsterland

das Projekt „Gründergeist“.

Unter Federführung

des Münsterland e.V.erhalten

Gründungswillige inallen vier Münsterland-Kreisen

und der Stadt Münster in sogenannten

Gründerschmieden das nötige

Know-howund dienotwendigeUnterstützung.

Sechs bis acht Gründungsinteressierte

arbeiten dort bis zu einem halben

Jahr eng mit Experten zusammen

und schmieden so im günstigsten Fall aus

einer vagen Vorstellung eine handfeste

Geschäftsidee, erklärt Projektmanagerin

Monika Leiking.

Was bedeutet es, selbstständig zu sein?

Welche Schritte muss ich auf dem Weg

dorthin gehen? Wie erstelle ich einen

Businessplan? Bin ich überhaupt der Typ,

mein eigener Chef zu sein? „All dies wird

mit Teilnehmern in den Gründerschmieden

geklärt, sodass am Ende die konkrete

Idee samt Business-Plan steht, der auf

Herz und Nieren geprüft und aus verschiedenen

Blickrichtungen durchdiskutiert

wurde“, erklärt Leiking weiter.

Das Projekt läuft drei Jahrelang und hat

ein Fördervolumen von rund 800 000

Euro. Der Großteil des Geldes kommt als

dem Landeshaushalt.

www.gruendergeist-muensterland.de

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG, Geschäftsbereich:

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Redaktion: Claudia Bakker (verantw.)

Anzeigen:

Anzeigenleitung: Herbert Eick,

E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft- muensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann,

Telefon: 0251 690-916162, Telefax: 0251 690-804801

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander

Hansalinie 1. 48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax:

0251 690-215; Auflage: 17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

GRÜNDERPREIS NRW 2017

Die Bewerbungsphase für den Gründerpreis NRW 2017 hat

begonnen. Insgesamt sind 60 000 Euro zu gewinnen –

40 000 Euro mehr als in den Vorjahren. Mit dem Preis

richten sich das Wirtschaftsministerium und die NRW-

Bank an Jungunternehmer, die zwischen 2012 und 2015 in

Nordrhein-Westfalen gegründet haben. Auch Unternehmensnachfolgen,

Gründungen aus der Arbeitslosigkeit

oder von Berufsrückkehrern sind ausdrücklich zur Teilnahme

aufgerufen, egal ob Voll- oder Nebenerwerbsgründungen.

Voraussetzung ist, dass die Unternehmen nicht

mehr als 250 Beschäftigte haben und höchstens 50 Mio.

Euro im Jahr umsetzen. Einsendeschluss: 15. September.

„Nordrhein-Westfalen verfügt über eine sehr aktive Gründungsszene.

Mit dem Preis wollen wir dieses Potenzial an

Kreativität und Wachstum nutzen und innovative Geschäftsmodelle

fördern“, sagte Michael Henze, Abteilungsleiter

im Wirtschaftsministerium.

Die Preisgelder in Höhe von 60000 Euro stiftet erneut die

NRW-Bank. Die Sieger ermittelt eine Fachjury. Ausschlaggebend

für die Bewertung sind der wirtschaftliche Erfolg

und die Kreativität der Geschäftsidee. Der Preis wird am

22. November in Düsseldorf verliehen. Informationen

unter www.gruenderpreis.nrw.de.

GRÜNDERSTEIN UNTERNEHMER AWARD

Der GRÜNDERstein Unternehmer Award ist ein Preis für

die beste Unternehmensidee im (westlichen) Münsterland,

der Grafschaft und der Region Twente und wird indiesem

Jahr zum zweiten Mal vergeben.

Das Team um den Award besteht sowohl aus jungen als

auch erfahrenen Unternehmern aus der deutsch-niederländischen

Grenzregion, die die Bewerber mit der Teilnahme

motivieren wollen, ihre Geschäftsidee zielstrebig bis in

die Selbstständigkeit zu verfolgen.

Einen Anreiz bietet nicht zuletzt die Trophäe, die dem Sieger

beim Finale am4.November 2017 inDeGrote Kerk in

Enschede überreicht wird. Eine Kombination aus dem Gesamtpreisgeld

von 10000 Euro und ergänzenden Sachleistungen,

wie z.B. einer Marketing- und Vertriebsplanung,

sollen den Aufbau des Existenzfundaments unterstützen.

Gesucht werden Menschen mit einer kreativen und

kommunikativen Persönlichkeit, deren Geschäftsidee sich

in der Region durch ein Alleinstellungsmerkmal deutlich

von anderen unterscheidet. Die Geschäftsidee muss auf

einer einzigen A4-Seite präzise und überzeugend erklärt

werden. Stichtag zum Hochladen auf der Website ist der

30. Juni 2017 (www.gruenderstein.de).

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MACHER &MÄRKTE 3

Das Geschäft mit

den Gär-Resten

Wer eine Biogas-Anlage betreibt, hat Gär-Reste. Warum die nicht trocknen und als Mulch vermarkten?

In der Gründerschmiede in Gescher machte Maria Oing aus der vagen Idee ein Geschäftsmodell.

Gründen mit Gär-Resten? Warum

eigentlich nicht? Maria Oing beschreibt

sich selbst „als Mutter von

vier Kindern, Landwirtin und Hausfrau“.

In dieser Reihenfolge. Seit

Kurzem kommt noch das Attribut

Gründerin hinzu.

DDie 54-Jährige lebt auf einem

Bauernhof in Schöppingen.

Malerisch ist es

dort. Ein großer Hof, umgeben

von nichts als schöner

Natur.Dort setzt die Familieauf Biogas.

Stattliche 690 Kilowatt erzeugt ihre

Anlage. „Das genügt, umunseren Hof,

sechs weitereHaushalteund zwei Firmen

mit Wärme zu versorgen“, erzählt sie.

Maria Oing zeigt ihr Reich. Das Mais-Depot

ist üppig, der Gas-Speicher ist es

auch. Dennoch läuft hier einiges anders.

So wirddie Anlagenur zu 60 Prozent mit

Grün gefüttert. Der Rest kommtzur Hälfte

aus dem eigenen Stall, die anderen 20

Prozent liefert der Dung von rund 600

Pferden.

Vonder Natur,mit der Natur.Maria Oing

hält viel von diesem Kreislauf. Und hier

kommt ihreGeschäftsidee ins Spiel. 2015

hat die Familie einen großen Trockner

angeschafft. Der Apparat, so groß wie ein

See-Container, nutzt die Restwärme aus

der Biogas-Anlage, um den Gär-Resten

die letzte Feuchtigkeit zu entziehen. Mit

eben diesemRest müsse sich doch etwas

anfangen lassen. Das war der Anfang.

Als grobe Kontur ist eine Geschäftsidee

oftmals ziemlich schnell da. Ihre Umsetzung

bereitet hingegen vielen Probleme.

Genau hier setzt das „Gründergeist“-Projekt

an.Unter Federführung der Management-Agentur

„Münsterland

e.V.“ gingen im

„Bei Gründern denken viele zuerst

November 2016

an IT-Start-ups in cooler Location. fünf Gründerschmieden

an

Es geht aber auch anders.“

Monika Leiking, „Gründergeist“-Projektleiterin

dem Start, in der

Stadt Münster

und jedem Münsterland-Kreis

je

eine. Der Plan: Ein halbes Jahr lang haben

die Teilnehmer dort Zeit, an ihren

Ideen zu feilen, sie mit Mitstreitern zu

diskutieren, vor Experten zu präsentieren,

ihren Plänen so das nötige Profil zu

geben und sich zugleich selbst das nötige

Wissen für eine Gründung zu verschaffen.

An der ersten Runde nahmen 50 Interessierte

teil. „Bei Gründern denken

viele zuerst an IT-Start-ups in cooler Location“,

sagt Projektleiterin Monika Leiking.

„Es geht aber auch anders.“

Maria Oing hat ihreIdeeinzwischen,

ja, ausgegoren, möchte man sagen.

Unter dem Namen

„Marias Gartengold“

In einer Halle ihres Hofes füllen Maria Oing und ihr Sohn Martin die getrockneten Gär-Reste inhandliche Säck

vermarktet sie die Gär-Reste als Mulch,

der Nährstoffespendet undzugleich den

Unkrautwuchs unterdrückt und Hobby-

Gärtner-gerecht in kleinen Säcken abgepackt

ist. Klar,als Landwirtin ist sie nicht

vom Erfolg dieses Business abhängig.

Aber ein gutes Gefühl sei es schon, ihr

eigenes Projekt durchgezogen zuhaben.

Eher zufällig hatte die 54-Jährige Ende

2016 von der Gründergeist-Geschichte

gehört,machtemit und ist voll des Lobes.

Für sie wardie vonder Wirtschaftsförderungsgesellschaft

für den Kreis Borken in

Gescher betriebene Gründerschmiede

ein Ort, an dem sie ihreIdee perfektionierenkonnte.

Auch,weil Fachleutedas nötige

Wissen vermittelten –„ich kennejetzt

den Unterschied zwischen einem Gebrauchsmuster

und einem Patent, habe

den Namen „Marias Gartengold“ schützen

lassen, weiß etwas über Kundenakquise

und Rechtsformen“, sagt sie. Zudem

habe sie ihreIdee in der Gruppe immer

wieder diskutieren und so verfeinern

können –„meine Mitstreiter sind ja zugleich

meine Zielgruppe“, sagt sie.

Drei bis vier Kubikmeter trockene Gär-

Reste fallen auf dem Hof Oing jeden Tag

an. Riesige Mengen sind das nicht. Aber

doch so viel, dass es sich lohnt, daraus ein

eigenes kleines Geschäftsfeld zu machen.

Für Maria Oing, die vierfache Mutter,

Landwirtin, Hausfrau – und

Gründerin.

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Fotos: Wilfried Gerharz


4 MACHER &

Die gesamte unternehmerische

Wertschöpfungskette imBlick

In der 3D-Technologie will das Münsterland jetzt nicht nur aufholen, sondern Innovationsleuchtturm werden. Gerade der

spezialisierte Mittelstand könnte bei Einzelstücken und Kleinserien von den Möglichkeiten profitieren.

DieMission in Sachen 3D-Druck wird

keine leichte sein: Fremdelt doch der

Mittelstand mitder gar nicht mehr so

neuen Technologie, haben sich FH

Münster, Kompetenzzentrum Coesfeld

und WFC auf die Fahnen geschrieben,

eben dies zu ändern. Und

zwar nicht, indem die Innovationstreiber

wieder und wiedereinen neuen

Workshop zum Thema anbieten

und die Unternehmer staunen lassen,

wie Laser Kunststoff Schicht um

Schicht verschmelzen, bis beispielsweise

eine Gewindespindel für die

Textilindustrie entsteht.

Sondern indem die Wissenschaftler

und Wirtschaftsförderer

als Quasi-Unternehmensberatung

die gesamte

unternehmerische Wertschöpfungskette

unter die Lupe nehmen

–nicht nur innerhalb des Kreises und des

Münsterlandes, sondern als Innovationsleuchtturm

für ganz Deutschland: „Wir

wollen genau die Schnittstelle im Produktionsablauf

bestimmen, an der eine

Investition in 3D-Technologie sinnvoll

ist“, erläutert Christian Holterhues. Das

kann im Prototypenbau und in der Werkzeugherstellung,

aber auch in der Kleinserienproduktion

beispielsweise von

aNgeBOTNur für gewerBeTreIBeNde

dIeCITrOËN NuTzfahrzeuge

uNlImITedmIssIONs

WFC als 3D-Drucklabor: Matthias Ruhe (Urbanmaker, v.l.), Max Tönnemann (Geschäftsführer Urbanmaker), Christian Holterhues (WFC)

und Juri Boos (Geschäftsführer Urbanmaker).

Foto: WFC

Scharnieren oder Schaltkästen sein. Und

die Unternehmen müssen auch nicht immer

gleich in einen 60 000 Euro teuren

Industriedrucker investieren, sondern

können einfach eine CAD-Datei verschicken.

Das münsterische Unternehmen Urbanmaker

ist vorallem Dienstleister in der innovativenBranche:

Geschäftsführer Max

Tönnemann und sein Team bieten das

Rundum-sorglos-Paket von der Planung,

Modellierung bzw. Scan über die Aufb

e-

reitung der Daten bis zum Druck an.

So investierten auch die Coesfelder Metallwerke

Hupfer vor zehn Jahren nicht

direkt in einen eigenen Drucker, um

Schablonen für Werkzeuge herzustellen.

Obwohl der Global Player in Sachen

Großküchen-, Medizin- und Individualtechnik

die Chancen der neuen Technologie

früh erkannt und den Druck zugekauft

hat, steht erst seit fünf Jahren ein

kleiner Drucker und seit vier Jahren ein

mittelgroßer Printer in der Entwicklungsabteilung

des Unternehmens: „Die 3D-

Drucker laufen 24/7. Diese Technologie

hat Zukunft“, unterstreicht Egbert Flück.

Der Betriebsleiter von Hupfer glaubt an

revolutionäre Umwälzungen in der gesamten

Wertschöpfungskette: „Ein Blick

in die Zukunft: Bald kaufen wir unsere

Schuhe nicht mehr im Geschäft oder

beim Internethändler, sondern als Datei,

die wir noch individualisieren können –

und drucken die Schuhe ortsnah. Daraus

folgt, dass nur noch Rohstoffe für den

Druck transportiert werden müssen. Lokale

Fertigungen entstehen, in anderen

Branchen wirddies schon vielfachpraktiziert.“

Ein Paradigmenwechsel, dem viele

KMU mit gemischten

Gefüh-

„Es gibt praktisch wöchentlich

neue Entwicklungen, beim

Material genauso wie in der

Druckertechnik.“

len entgegensehen:

„Mitarbeitertätigkeiten

an

Maschinen und

der Bedarf anZulieferern

fallen

einfach weg“,

Ralf Felmet

blickt Holterhues

in die Zukunft.

Doch für den Wirtschaftsförderer des

Kreises Coesfeld überwiegen ganz klar

die Chancen auch für den Mittelstand:

Insbesondere da, wo Produkte für den

Endkunden nicht in Serie, sondern mit

hoher Individualisierungsquote gefertigt

werden. Im Innenausbau von Yachten,

wo am anderen Ende der Welt noch zusammen

mit dem Kunden an

teigefeilt und dann additiv g

den kann.Oder in der Mediz

der Prothesenals Einzelstück

nauen Körpermaße des Patie

berechnet und nur noch ge

den müssen.

Wie die neue Technik funkt

nen Unternehmen im gerad

FabLab am münsterischen H

ten: Im Fabrikationslabor

Hub Münsterland können s

leitung des Hub-Manage

Schneidenbach an zwei und

kunft an acht 3D-Druckern

hat einen Bauraum von etw

metern in alle Richtungen –

tieren. Und lernen: „Wir

unseren Netzwerkpartnern

Branche wie Urbanmaker u

am Workshops hier vor Ort“

ExperteimPrototypenbau vo

terland Digital e.V.

Doch ob die innovative Techn

haupt ins Unternehmen pas

wollen FH Münster, Kompet

Coesfeld und WFC in einem

vorOrt beantworten. Ab Sep

ten die 3D-Netzwerkpartner

Manpower durch– das Proj

100 000 Euro vom Bundes

für Bildung und Forschung g

das Tea

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Unterneh

die Schn

definiere

kommen

stärkt –

die add

gung z

Weg, w

schneller

individuellere Kundenwüns

werden kann. „Wir werden

Kernder Wertschöpfungim

prozess bestimmen“, gibt W

onsberater Holterhues die

tung vor. „Um danach die W

keit zu berechnen: Entwed

3D-Druck in die Wertschöpf

„INdreITageN IsTdas dINg

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KOMPETENZZENTRUM

Die Fachhochschule Münster sowie verschiedene Stiftungsunternehmen

und die Stadt Coesfeld haben den vorhandenen Schulterschluss zum

Transfer von Know-how weiter institutionalisiert und das „Kompetenzzentrum

Coesfeld –Institut für Geschäftsprozessmanagement e.V.“gegründet.

Ziel ist es, die Region und ihre Unternehmen zu stärken sowie junge Fachkräfte

dort zubinden.

3D-Druck betrachtet das Kompetenzzentrum als Schlüsseltechnologie –

der Akteur aus dem Münsterland möchte deshalb auf diesem Feld bundesweit

als Innovationsbereiter wahrgenommen werden. Als „Brückenkopf“

in die jeweiligen Fachbereiche der FH Münster steht das Kompetenzzentrum

den Firmen auch bei anders gelagerten Fragestellungen zur Verfügung.


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Produktions-

FC-Innovati-

Marschrichirtschaftlicher

kann der

ungsket-

Prototyp einer Gebäudefassade aus dem 3D-Drucker

te eingebunden werden oder Prozesse

komplett ersetzen.“

Doch nicht nur die Unternehmensabläufe

stehen auf dem Prüfstand: Materialien

sind kombinierbar und in einem Stück

Formen druckbar, die es bis dato nicht

gab. Während bei der NASA sogar schon

die Pizza Margherita als kaubareAlternative–wenn

auch der Geschmack noch zu

wünschen übrig lässt –zur breiigen Astronautenkost

aus dem 3D-Drucker

kommt, sieht Ralf Felmet vor allem in

leitbaren Materialien und elastischen

Kunststoffen Zukunftspotenzial. „Es gibt

praktisch wöchentlich neue Entwicklungen,

beim Material genauso wie in der

Druckertechnik“, ist sich der Geschäftsführer

des Nottulner 3D-Handelsunternehmens

3Dokuteam, das weitereStandorteinHamburgund

München unterhält,

sicher.Der 49-Jährigezählt VW

und Playmobil

zu seinen Kunden und hat auch

schon für die deutschen Olympia-Rudererandie

Körperform desAthletenangepasste

Rollsitze für den Deutschland-

Achter gedruckt –der in London wie Rio

Medaillen abräumte.

Betriebswirt Felmet ist überzeugt vom

Technologiestandort Deutschland. 3Dokuteam

vertreibt ausschließlich 3D-

Drucker „made in Germany“. Aus dem

2D-Bereich kommend, leistet Felmet seit

Jahren mit Inhouse-Workshops im jeweiligen

Unternehmen Pionierarbeit in der

Branche, die den Unternehmen hilft,

Produktionskosten erheblich zu minimieren:

„Wir haben den 3D-Druck vor

Jahren als zukunftsfähigeNische für uns

entdeckt, und jetzt boomt der Markt.“

Doch anders als die Ruderer müssen

Unternehmen in der Region die Schlagzahl

noch erhöhen. Sie ziehen noch nicht

mit, wie Felmet an seinen Standorten beobachtet:

„In der Prototypen-, Tool- und

Kleinserienfertigung via 3D-Druck hinkt

der Norden und damit auch das Münsterland

dem Süden Deutschlands ganz klar

hinterher.“

Maike Harhues

OFFEN GESAGT

Wat deBuer nich kennt ...

Tradition und Innovation liegen im

Münsterland eng beieinander.

Mehr noch, ein festes Gerüst unternehmerischer

Grundwerte schafft oftmals

erst ein solides Fundament dafür, dass

der Aufb

ruch zu neuen Ufern möglich

ist. Beim Thema 3D-Druck aber ist von

Aufb

ruchstimmung noch zu wenig zu

spüren. Dabei zeichnet sich deutlich

ab, dass dieser Technologie die Zukunft

gehört.

Dies gilt nicht für alle Branchen und

alle Produktionsabläufe gleichermaßen.

Dass in den plastischen Printern aber

das Potenzial steckt, Wertschöpfungsketten,

deren Glieder bis dato als stabil

galten, künftig zum Bersten zu bringen,

müssen Firmenlenker zur Kenntnis

nehmen.

Foto: 3Dokuteam

Die Wirtschaftsförderung des Kreises

Coesfeld hat sich zur Speerspitze der

Entwicklung für diese Technologie erklärt.

Dass sie den Hebel bei ihrer

Kampagne für das 3D-Drucken nicht

bei generellen Workshops ansetzt, sondern

die speziellen Prozesse in den Betrieben

unter die Lupe nimmt, dürfte

die Überzeugungskraft verstärken.

Vernunft und Instinkt raten dazu, dem

additiven Fertigungsverfahren mehr

Aufmerksamkeit zu schenken. Betriebe,

die der plattdeutschen Maxime „Wat

de Buer nich kennt...“ frönen, könnten

dabei abgehängt werden. Denn ob rasante

Revolution oder schleichende

Evolution –der Wandel durch dreidimensionales

Drucken wird enorme Dimensionen

entfalten. Maike Harhues

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6 MACHER &MÄRKTE

Ein 3D-Drucker erstellt ein Modell. Bereits 1.000 Ersatzteile der Deutschen Bahn kommen aus 3D-Druckern

Foto: dpa

Keine industrielle Revolution

Prof. Dr. Carsten Feldmann von der Fachhochschule Münster sieht beim 3D-Druck ein Problem vor

allem in der Arbeitsgeschwindigkeit. Das Ersatzteilgeschäft ist branchenübergreifend ein großer Treiber.

3D-Drucker haben das Zeug dazu,

Wertschöpfungsketten zu sprengen

und Prozesse in Unternehmen auf

den Kopf zu stellen. Doch vor einem

breiten Einsatz in der Serienfertigung

gilt es noch Hürdenzunehmen.

Darauf verweist Prof. Dr.

Carsten Feldmann unter

anderem im Gespräch mit

unserer Autorin Maike

Harhues,indem er ein Resümee

aus der bisherigen Entwicklung

beim plastischen Printen zieht. Feldmann,

zuvor Direktor Manufacturing Coordination

und Werksleiter bei Bosch Security

Systems, lehrt und forscht als Professor

am FachbereichWirtschaft der FH

Münster.

Kommt mit der 3D-Technologie ein

„Umsturz“auf die Unternehmen zu,

auch wenn dieser noch schleichend

wie auf leisen Sohlen in Planungslabore

und Werkshallen dringt?

Carsten Feldmann: Der 3D-Druck ist

aus meiner Sicht keine industrielle Revolution,

zumal es die Technologie seit den

80er Jahren des letzten Jahrhunderts

gibt. Vielmehr können wir eine schnelle

Evolution beobachten. Zwar treibt die

steigende Qualität der Druckerzeugnisse

gepaart mit einem Preisverfall die Verbreitung

in vielen Branchen rasant voran.

Für einen breiten Einsatz in der Serienfertigung

müssen jedoch vor allem die

Druckgeschwindigkeit steigen, Qualitätsprobleme

überwunden und Standards

geschaffen werden.

Von der Sportschuhsohle bis zum

fertilen Eierstockfür Mäuse: Wo liegen

Chancen, wo Risiken und Grenzen

des 3D-Drucks?

Feldmann: Keine Frage, der 3D-Druck

Prof. Dr. Carsten Feldmann lehrt und

forscht an der Fachhochschule Münster.

bietet viele Vorteile. Er ermöglicht kundenindividuelle

Produkte, ohne dabei

auf hohe Lagerbestände angewiesen zu

sein. Produktspezifische Formen und

Werkzeuge sind nicht mehr erforderlich

–esgibt nur ein anpassbares digitales

Modell. Dadurch entfallen Rüstkosten

beim Produktwechsel in der Fertigung.

Auch die Montagekosten sinken, da Objektemit

mehreren Bauteilen und beweglichen

Teilen in einem Durchgang druckbar

sind. Durch weniger Teile und Fertigungsschritte

sinken wiederum die Herstellkosten.

Das kann sogar so weit gehen,

dass die Rückverlagerung lohnintensiver

Produktion aus Niedriglohnländern

wirtschaftlich wird. Die Lager- und

Verschrottungskosten sind signifikant

niedriger, daamVerbrauchsort nur bei

konkretem Bedarf gedruckt wird und

statt Endprodukten nur digitale Daten

und Rohstoffe vorgehalten werden. Bei

vielen Herstellern ist zu beobachten, dass

sie den 3D-Druck bisher vorallem bei der

Produktentwicklung für Prototypen einsetzen.

Vor allem die geringe Druckgeschwindigkeit

und Qualitätsthemen begrenzen

die breitere Anwendung in der

Serienfertigung: Um eine hohe Stückzahl

in kurzer Zeit herzustellen, sind traditionelle

Fertigungsverfahren vielfach noch

schneller und kostengünstiger. Hinsichtlich

ökologischer Aspekte bestehen

Chancen wie z. B. die Senkung des Materialverbrauchs

und die Reduzierung des

CO ²

-Fußabdrucks –einerseits durch verbrauchernahe

Produktion, andererseits

durch die Herstellung leichterer Komponenten

für Autos und Flugzeuge. Allerdings

gibt es auf viele Fragen noch keine

Antworten: Kompensieren viele kurze

Transporte zudezentralen 3D-Druckern

diese CO ²

-Effekte? Welche Gesundheitsrisiken

entstehen z. B. durch Kleinstpartikel-Emissionen?

Führen „minderwertige“

Materialien zu kürzerer Produktlebensdauer

und einer Wegwerf-Kultur?

Welche Branchen sind vom aufziehenden

Wandel am meisten betroffen

und herausgefordert?

Feldmann: Die Anwendungsbereiche

des 3D-Drucks sind enorm vielfältig und

vergrößern sich fastwöchentlich. Sie reichen

z. B. von Präsentations- und Funktionsmodellen

über Ersatzteile und Gussformen

bis hin zur Serienproduktion.

Laufend kommen neue Werkstoffehinzu.

Am meisten betroffen sind aktuell Branchen,

bei deren Produkten Individualisierung

und Gewichtsreduktion eine große

Rolle spielen. Die Gewichtsreduktion

durch interne Wabenstrukturen treibt

den 3D-Druck vorallem in der Luftfahrtund

Automobilindustrie über den Treibstoffvf

erbrauch. Sehr weit ist bereits die

Medizintechnik im Hinblick auf patientenindividuelle

Implantate. Beispielsweise

kommen heute99Prozent aller Hörgeräteaus

dem 3D-Drucker.Branchenübergreifend

ist das Ersatzteilgeschäft ein

großer Treiberfür den 3D-Druck. Es werden

nicht mehr physische Ersatzteile gelagert,

sondern nur digitale Modelle. Diese

werden erst bei Bedarf gedruckt.

Sind die Firmen im Münsterland für

das Thema sensibilisiert, inder Lage,

ihre Prozesse auf die neue Fertigungsmethode

auszurichten? Oder

wer – Hochschule, Wirtschaftsförderung

oder Unternehmerverbände

–ist in der Rolle, die mittelständische

Wirtschaft für die innovative

Technologie zu begeistern?

Feldmann: EinigeFirmen nutzen bereits

3D-Druck, allerdings vorallem im Prototypenbau

und der Fertigung von Werkzeugen

und Formen für den eigenen Bedarf.

Den Schritt zur Fertigung für den

Kunden sehen Sie im Münsterland nur

vereinzelt. Die Wirtschaftsförderung

Coesfeld, das Kompetenzzentrum Coesfeld

und die Fachhochschule Münster setzen

aktuell das Innovationsforum

PUSH.3D-Druck auf. Dabei werden wir

mit Unternehmen Bedarfe analysieren

und Ideen für neue Geschäftsmodelle

entwickeln. Wir schauen uns an, was im

Unternehmen der Kern der Wertschöpfung

ist, und wie sich 3D-Druck in ein

neues Wertschöpfungsmodell einfügen

lässt. Ein Beispiel: Ein Industrieunternehmen

der Maschinenbaubranche kann

seine Marktstellung verbessern, indem es

auf Anfragekurzfristig digitale Konstruktionsdaten

eines bestimmten Ersatzteiles

zum 3D-Drucker des Kunden sendet,

statt selbst mit einem konventionell hergestellten

und lange eingelagerten Produkt

im Gepäck anzurücken. Möglichst

viele dieser sogenannten hybriden Wertschöpfungsketten,

also Verbindungen

vondigitaler Dienstleistung und Produktion,

soll das Innovationsforum

PUSH.3D-Druck anstoßen.

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MACHER &MÄRKTE 7

Jungfernflug amSchloss

Der Einsatz von Drohnen nimmt auch im Handwerk zu. Ein richtiger Umgang mit den „unbemannten

Luftfahrzeugen“ wird inzwischen sogar inder Akademie des Handwerks in Raesfeld vermittelt.

Ein Prüfungsflf ug bildet den Abschluss

der zweitägigen Weiterbildung.

Danach gibt es das Zertifikat

über die Teilnahme am „Drohnen-Seminar“.

Handwerker aus dem Bauund

Ausbaubereich, zum Beispiel

Maurer, Zimmerer und Dachdecker,

erwerben diesen Befähigungsnachweis.

Aber auch Schornsteinfeger

und Zweiradmechaniker. Drohnen

erleichtern die Arbeit – aber man

muss mit ihnen umgehen können

und auch die Regeln kennen. Die

Akademie Schloss Raesfeld ist die

einzige Bildungsstätte des Handwerks,

die entsprechende Seminare

anbietet.

Joseph Metz (Mitte) beobachtet den den Flug der Drohne auf dem

Monitor.

„Unbemanntes Flugobjekt“ im Anflug auf Schloss Raesfeld. Marco Brust (r.) und Christopher Willmes beim Übungsflug

Dachdeckermeister Christopher

Willmes setzt bereits

eine Drohne ein, um zum

Beispiel den Umfang eines

Schadens an einem Hallendach

zuermitteln. Dafür war bisher

der Einsatz eines Krans notwendig oder

ein Gerüst mussteaufgebaut werden.Die

mit Videotechnik ausgestattete Drohne,

die vomBoden aus über das Dach gesteuert

wird, liefert direkt via Monitor Fotound

Filmmaterial, das der Meister auswertet.Erkönne

denKunden anhand der

Bilder zeigen, wasgemacht werden müsse,

sagt Willmes, der im elterlichen Betrieb

in Langenfeld arbeitet. Gerade bei

komplexen Gebäuden mit ebenso komplexen

Dachkonstruktionen sei eine

Drohne sehr hilfreich, um notwendige

Arbeitenexakt ermitteln und ein präzises

Angebot machen zu können.

Der Dachdecker nahm jetzt in Raesfeld

am Seminarteil, um seine Kenntnisse im

Umgang mit dem kleinen Fluggerät zu

erweitern und dessen Funktionen noch

besser kennenzulernen. Zum Unterricht

gehören Themen wie Technik, Sicherheitsbewertung,

Inspektion vonDachfl

ä-

chen und Schornsteinen, Auswertung

vonBild- und Sensormaterial und Flugsicherheit.

Auch dieBeantwortung rechtlicher

Fragen nimmt einigeStunden in Anspruch.

Joseph Metz kennt sich in allen „Drohnen-Bereichen“

gut aus. Der Referent des

Seminars hat sich mit seiner Firma

U-ROB auf Drohnen-Beratung spezialisiert

und ist an zwölf Standorten in

Deutschland aktiv. In Zusammenarbeit

mit der Akademie bietet der Unternehmer

aus Bielefeld eine speziell auf das

Handwerk zugeschnittene Weiterbildung

an, die großes Interesse findet.

Begonnen wird mit dem Grundwissen.

Dazu gehört: Eine Drohne, die weniger

als fünf Kilogramm wiegt, ist in den meisten

Fällen genehmigungsfrei. „Das sind

etwa90Prozent aller Drohnen“, sagt der

Fachmann. Eine Genehmigung von der

Landes-Luftfahrtbehörde ist zum Beispiel

erforderlich, wenn Drohnen über Flugverbotszonen

fl

iegen sollen.

Für den Einsatz einer Drohne ab einem

Gewicht vonzweiKilogramm ist ab Oktober

eine bestandene theoretische Prüfung

erforderlich („Kenntnisnachweis“).

Das gilt gleichermaßen für die private

und gewerbliche Nutzung. Außerdem

muss jede Drohne ab Oktober mit einer

Plakette ausgestattet sein, auf der Name

und Anschrift des Besitzers stehen.

Joseph Metz empfiehlt gewerblichen

Nutzerneine Schulungauchdann, wenn

die eingesetzten Drohnen leichter sind.

Der Umgang mit einem Fluggerät, das

vom Boden aus gesteuert werde und in

der Regel eine Kamera an Bord habe

(„Und genau das kennzeichnet eine

Drohne“, sagt Metz), erforderenicht nur

eine Geschicklichkeit, sondern auch ein

Mindestmaß an technischen und sicherheitsrelevanten

Kenntnissen. Wie viel

Abstand muss sich halten? In welchen

Zonen ist der Drohneneinsatz verboten?

Bei den Trainingsfl

ügen werden auch

Notsituationen simuliert, wie sie in der

Praxis vorkommen können.

Für die Seminarteilnehmer sind das

wichtige Argumente. „Wenn wir Drohnen

einsetzen, dann sollten wir uns auch

mit ihnen auskennen“, sagt Michael

Truckses, und er spricht damit für die

Gruppe. Der Zimmerermeister aus Süddeutschland

ist in der Restaurierung tätig

und weiß, dass viele Objekteauchmit Gerüsten

nur schwer zugänglich sind. Mithilfe

von Drohnen seien genaue Schadensfeststellungen

und dadurch dann

auch bessereSanierungsvorschlägemöglich.

Zustimmendes Nicken bei der Feststellung,

dass sich die zwei Tage auf

Schloss Raesfeld auf jeden Fall gelohnt

haben.

Der Einsatz vonDrohnen in den Bau- und

Ausbauhandwerken ist nachvollziehbar.

Doch es gibt weitere Bereiche. So nahm

auch Marco Brust an dem Seminar teil. Er

ist Maschinenbau-Ingenieur

und Meister im

Zweiradmechaniker-Handwerk.

Im „Prüfl

abor für

Mikromobilität“,

das sein Vater als

Sachverständiger

betreibt, untersuchen

beide mögliche Konstruktions-, Fertigungs-

und Fahrfehler bei Elektrofahrrädern.

Zu den Auftraggeber gehören Gerichte.

Wenn zum Beispiel der Fahrer bei

einem E-Bikeein „Flattern“ bemerkeund

nicht erkennbar sei, wo die Ursache liege,

dann könne beim Fahr-Test eine Drohne

voraus- oder hinterherfl

iegen. Marco

Brust:„Dann können wir eingrenzen, wo

das Problem liegt.“

Zu den Seminaren kann die eigene Drohne

mitgebracht werden –odereswirdein

Fluggerät zur Verfügung gestellt. Drohnen

für den professionellen Einsatz kosten

zwischen 1500 und 2000 Euro.

Hubertus Kost

Fotos: Hubertus Kost

„Wenn wir Drohen einsetzen, dann

sollten wir uns auch mit ihnen

auskennen.“

Michael Truckses

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8 MACHER &MÄRKTE

Aus Lwird beim Gas H

Die Niederlande exportieren ab 2029 kein Gas mehr. Das hat auch für Kunden imMünsterland Folgen.

Weil die Niederlande künftig kein Gas

mehr nach Deutschland exportieren,

müssen neue Pipelines gebaut werden

und auch im Münsterland Tausende

Bürger ihre Heizungen und

Gasherde umrüsten lassen. Nach förderbedingten

Erdstößen oberhalb

des Gasfeldes bei Groningenhatte die

Regierung in Den Haag 2012 die Förderung

zurückgefahren und einen Exportstopp

ab spätestens 2030 beschlossen.

Für Deutschland hat das fundamentale

Folgen, „schließlich

bezieht die Bundesrepublik

und dort vor allem Westdeutschland

pro Jahr rund 30

Milliarden Kubikmeter vom niederländischen

Nachbarn. Das entspricht in etw

a

einem Drittel des Gesamtbedarfs“, erklärt

Gerhard Hülsemann von Thyssengas in

Dortmund auf Nachfrage.

Das Gas ausden Niederlanden kann zwar

problemlos durch Lieferungen aus Norwegen

oder Russland ersetzt werden, das

Problem aber ist: Deren sogenanntes H-

Gas hat einen höheren Brennwert als das

L-Gas aus den Niederlanden. Und genau

hier beginnt die Herausforderung. Zum

einen muss Thyssengas gemeinsam mit

dem Unternehmen Open Grid Europe für

die Umstellung auf das potentereH-Gas –

wie berichtet –ein 220 Kilometer langes

Transportsystem vonder belgischen Grenze

bis nach Legden bauen.

Aufder anderen Seitewerden die jeweiligen

Netzbetreiber der betroffenen Kommunen

in jedem Haushalt die Endgeräte

wie Heizungen, Warmwasserbereiter,

Gasherde oder Gaskamine dahingehend

H-Gas ist energiereicher als L-Gas. Wechselt der Anbieter die Gas-Sorte, müssen beim

Endverbraucher zuvor sämtliche Geräte überprüft werden.

Foto: colourbox.de

überprüfen, ob sie umgerüstet oder ausgetauscht

werden müssen. In Deutschland

werden derzeit über fünf Millionen Haushalte

mit L-Gas versorgt. In NRW betroffen

sind der Niederrhein, der Großraum

Köln/Düsseldorf, Teile des Ruhrgebiets –

und eben das Münsterland.

In der StadtMünster stellen die Stadtwt erke

voraussichtlich erst 2028 vonL-auf H-

Gasum. „Dazu müssen zirka80000 Endgeräte

angepasst werden“, erklärt die

Sprecherin SigridBäumer.Schon ab 2020

wird in Ibbenbüren, Hörstel, Hopsten,

Mettingen, Recke, Lotte und Westerkappeln

der Schalter umgelegt, teilten die

Stadtwt erke Tecklenburger Land mit. Der

dortige Versorger Westnetz geht davon

aus, „dass in der Region um Ibbenbüren

rund 25 000Gasgeräteumgestellt werden

müssen“, sagte Sprecherin Ingrid Meering.

Im gleichen Jahr stellen auch Lengerich,

Ladbergen, Lienen und Tecklenburg

von L-auf H-Gas um. Osnabrück ist ein

Jahr zuvor an der Reihe. Ahlen folgt irgendwann

ab 2025, erklärtendie dortigen

Stadtwt erke. Die Stadt stellt zeitgleich mit

Sendenhorst, Drensteinfurt und Ascheberg

um. Warendorf, Borken, Coesfeld,

Bocholt, Rheine und Greven beziehen

schon seit den 1990er Jahren H-Gas.

Nach Angaben von Open-Grid-Sprecher

HelmutRoloff können moderne Endgeräte

mit beiden Gas-Sorten betrieben werden.

Bei „mittelalten“ Anlagen reichte es

zumeist, Düsenauszutauschen. Sind Heizungen

oder Gasherde20Jahrealt und älter,

müssen sie in der Regel komplett ersetzt

werden. „Die Kosten für die Kontrolle

werden über die Netzentgelte durch alle

Kundengemeinsam finanziert“, sagteRoloff.

Die Kunden werden zwei Jahre vor

der Umstellung vonihrem Versorgerinformiert.

Das Hauptproblem bei dem Wechsel

ist laut Thyssengas

der straffe

Zeitplan. Bis 2029

soll komplett umgestellt

werden.

Das sei eine

„Monster-Aufgabe“,

erklärt Geschäftsführer

Bernd Dahmen. Gerhard Hülsemann, Thyssengas

Werein neuesGerät

anschaffen

muss, bleibt nach

Angaben der Verbraucherzentrale NRW

weitgehend auf den Kosten sitzen. „Ab

dem 1. Januar 2017 bekommen Betroffene

einen Zuschuss in Höhevon 100Euro.“

Über etw

aige höhere Erstattungen werde

derzeit politisch diskutiert, heißt es auf

der Homepage.

Elmar Ries

„Deutschland bezieht pro Jahr

rund 30 Milliarden Kubikmeter

Gas vom niederländischen Nachbarn,

das entspricht inetwa einem

Drittel des Gesamtbedarfs.“

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Im Juni 2014 hat Schumacher Packaging seine Betriebsstätte im AirportPark FMO in Betrieb genommen –

jetzt werden bis zu 30 Mio. Euro inden Ausbau investiert.

Bild: Schumacher Packaging

Neues Planungsrecht für Logistik und Gewerbe auf ca.

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Regio-Logistik, Dream Tec,

Schumacher Packaging:

hier wächst man erfolgreich!

Regio-Logistik liefert erfolgreich Pakete per

Express-Dienst an über 800 Gewerbekunden

in der Region. Dream Tecmit IT-Handel

und Medizintechnik ist vor kurzem in den

neuen Büro- und Hallenkomplex umgezogen

und das neue Werk von Schumacher

Packaging expandiert kräftig. Die Schumacher

Group investiert weitere 30Mio. Euro

in sein erst 2014 eröffnetes Werk im Airport-

Park FMO. Der Verpackungsspezialist verdoppelt

damit seine Fertigungs- und Lagerkapazitäten

ein Jahr früher als geplant und

schafft 80 neue Arbeitsplätze. Insgesamt

werden in 2018 rund 200 neue Mitarbeiter

im neuen Grevener Werk arbeiten – die

meisten im Drei-Schicht-Betrieb.

Schumacher Packaging

und Airportpark FMO:

das passt!

Mit der erheblichen Vergrößerung des Werkes

im AirportPark FMO unterstreicht der

Verpackungsspezialist die strategische Bedeutung

des Standorts: von hier aus kann

Schumacher Packaging seine Kunden in

Nord- und Westdeutschland sowie in den

Benelux-Ländern sehr schnell mit allen gängigen

Wellpappeverpackungenbeliefern. Im

Juni 2014 war das hochmoderne Wellpappenwerk

in den Produktivbetrieb gegangen.

„Inzwischen ist unsere Produktion im

Werk Greven aber schon voll dreischichtig

ausgelastet“, erklärt Björn Schumacher,

Geschäftsführer der Schumacher Group.

Weitere Ausbaustufen sollen folgen, denn

zusätzliches Wachstum ist auf mehr als

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

Campen in der Knutschkugel

Der Lüdinghauser Bayram Koc baut Retro-Wohnwagen, deren Vorläufer in den USA der 1930er Jahre

„in“ waren. Zuerst war das nur ein Hobby des 40-Jährigen, inzwischen ist eseine Geschäftsidee.

Bayram Koc ist begeisterter Camper,

seit vielen Jahren schon. Erliebt das

einfache Leben auf dem Campingplatz,

mag es, quasi rund um die Uhr

in der freien Natur zu sein. Lange

Zeit, erzählt der Lüdinghauser,seien

er,seine Frau und dievierKinder mit

dem Zelt unterwegs gewesen,vor allem

in Frankreich. „Luxus brauche

ich nicht.“ Mit dem Alter aber sei

doch der Wunsch nach einem Hauch

mehr Bequemlichkeit gekommen.

Ein richtiger Caravan wäre

dem 40-Jährigen allerdings

wie ein Verrat am Ideal vorgekommen.Und

weil KocGeschäftsführer

des Ascheberger

Nutzfahrzeugbauers Kaiser ist und

obendrein selbst Fahrzeugbaumeister,

hat er sich seinen Idealwohnwagen kurzerhand

selbst gebaut. Und der hat es

sprichwörtlich in sich.

Der Camper ist klein und hat –pardon –

etwas voneiner Knutschkugel. Teardrop-

Caravan hat der 40-Jährige seine Errungenschaft

genannt –die so ganz seine gar

nicht ist. „Die Teardrop-Form war inden

USA der 1930er Jahre der Renner“, erzählt

er. Kleine Camping-Karren in Regentropfen-Form:

Heutzutage, da Retro-

Design wieder chic ist, sind sie offenbar

angesagt. Klassiker, die nicht viel mehr

bieten als zwei Menschen einen trockenen

Schlafplatz –und damitdem wahren

Camper eigentlich alles.

„Was braucht man denn mehr?“, fragt

Koc. Für ihn steckt in dem Satz zugleich

die Antwort. Nichts. Oder nicht viel. Der

Teardrop hat im Inneren kleine Schubfächer,

eine Matratze, Lampen. Im Heck

gibt es Staufächer, eine kleine Küche

nebst implantierter

Kühlbox,

einen Wassertank,

Gas für den

Campingkocher,

eine Spüle und

eine Batterie. Als

„Schon bei der ersten Fahrt sind

wir auf dem Campingplatz ständig

angesprochen worden.“

Bayram Koc

Zugabe kann

noch ein Vorzelt

sowie eine Heizung

geordert werden. All das steht auf

einem konventionellen Chassis, der

Oberbau ist aus Holz und Edelstahl gefertigt.

2015, erzählt Bayram Koc, habe er den

ersten Teardrop gebaut. Für sich und seine

Familie, ohne jeden kommerziellen

Hintergedanken. „Schon bei der ersten

Fahrt sind wir auf dem Campingplatz

ständig angesprochen worden.“ Wo es

denn soeinen Mini-Wohnwagen zu kaufen

gäbe …Inzwischen hat er 15 der jeweilsrund10000

Euroteuren Wohn-Dosen

verkauft. „Ohne dass ich dafür Werbung

gemacht hätte.“

Nicht so groß, der Kleine aber für den 40-jährigen Lüdinghauser im Urlaub die Welt.

Knapp zehn Wochen nach der Bestellung

kann der Kunde seinen individuellen

Teardrop abholen. Gefertigt werden die

Einzelteile bei Zulieferern, der Zusammenbau

findet dann in Ascheberg statt.

Koc nimmt hier

gerne Lehrlinge

dazu. „An den

Wohnwagen können

sie ihrehandwerklichen

Fertigkeiten

schulen“,

sagt er. Im

normalen Nutzfahrzeugbau

sei

alles genormt. Selbst die kleinsteSchraube

sei vorgegeben. Beim Teardrop ist das

anders. „Da könne der Nachwuchs beispielsweise

lernen, welche Schraube am

besten zu welchem Bauteil passt.“

Zwei Teardrops hat der 40-Jährige auf

dem Firmengelände stehen. Einer dient

als Vorführwagen. Den anderen nutzt der

Geschäftsführer nach wie vorfür den Familienurlaub.

„Im Sommer geht es wieder

nach Frankreich“, erzählt er. Erst ein

paar Tage in dieBretagne, dann runter in

den Süden. Der Mini-Camper ist für seine

Frau und ihn. Die Kinder schlafen im Zelt.

Elmar Ries

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Fotos: Jürgen Peperhowe

Bayram Koc tüftelt an seinem Teardrop-Caravan. Den ersten Mini-Camper hat er2015 gebaut.

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

Vom Boden bis zum Griff –

der Kunde plant immer mit

Die Tischlerei Dickmänken aus Rheine gehört zuden innovativen Handwerksbetrieben in Deutschland.

Im Online-Shop können Interessierte am 3D-Konfigurator ihren Schrank sogar selbst entwerfen.

„Fokus. Made in Germany“ lautete

kürzlich das Thema auf einem Gemeinschaftsstand

der Internationalen

Handwerksmesse in München.

Dort präsentierte sich auch die

Tischlerei Dickmänken. Sie gehörte

zu den wenigen Betrieben, die von

der Gesellschaft für Handwerksmessen

zur Teilnahme eingeladen waren,

um neue Technologien zu zeigen.

„Das war schon eine Auszeichnung

für uns“, sagt Luisa Wieching,

im Betrieb für Marketing zuständig.

Und sie ergänzt:„Wirhatten ein sehr

interessiertes Publikum für unseren

Möbel-Konfigurator.“

„Im Münsterland sind wir die

einzigen Anbieter.“

Klaus Dickmänken

Um diesen 3D-Konfigurator

ging es: „Sie geben die Maße

ein, ziehen die Ausstattungselemente

per Drag

and Drop in den Schrank,

fügen Türen hinzu und wählen Dekore

und Griffe aus“, heißt es in der Firmenbroschüre

„Schränke nach Maß online

planen und bestellen“. Was sich auf den

ersten Blick besonders für Interessenten,

die wenig Erfahrung

mit modernen

Medien haben,

kompliziert

anhört, wird bei

näherer Betrachtung

verständlich.

Mit dem Möbelkonfigurator

können Schränke nach eigenen Vorstellungen

individuell und auf den Millimetergenau

geplant werden.„Zumeigenen

Schrank in fünf Schritten“, verspricht die

Broschüre. Die Anleitung erfolgt Schritt

für Schritt durch den Konfigurator.Dabei

habe der Kunde die Gestaltung voll in der

Hand, erläutert Klaus Dickmänken. Der

Diplom-Betriebswirt leitet mit seinem

Bruder Stefan (Tischlermeister) den Familienbetrieb

inder dritten Generation.

Gefertigt wird das Möbelstück in der

Schiebetore

Auf der Internationalen Handwerksmesse in München stand die Tischlerei Dickmänken aus Rheine mit ihrem Möbel-Konfigurator im „Focus. Made in Germany“.

Luisa Wieching und Walter Klocke freuten sich über das große Interesse.

Fotos: Hubertus Kost

Werkstatt in Rheine. Auslieferung und

Montage – wenn gewünscht – übernimmteine

Spedition. Die Fachkräfteder

Tischlerei helfen aber auch bei der Planung

–entweder am Telefon, per E-Mail

oder durch Beratung vor Ort. Die Arbeit

des Tischlers bleibt auch bei der „Vorarbeit“

durch den Kunden ganz individuell.

Durch die Planung zu Hause am PC

hat sich aber der Wegzum Produkt verändert.

Und auf diesemWeg istdie Tischlerei

schon weit fortgeschritten. Zu vielen

Kunden gebe es gar keinen persönlichen

Kontakt. Die Kommunikation erfolgt fast

nur über den PC.

Rückblende: Die Tischlerei Dickmänken

wurde 1927 gegründet und entwickelte

sich zu einem Handwerksbetrieb, der in

der Region fest verwurzelt und bekannt

ist. Für private und gewerbliche Kunden

werden Möbel und kompletteEinrichtungen

gebaut. In den 1980er Jahren kam

derLadenbau hinzu, auch für international

tätige Firmen.

Der Weg zum „schrankwerk.de“ begann

voretwazehn Jahren mit der Idee, einen

Schrank online konfigurieren zu können.

Seit 2008 ist der Möbel-Konfigurator im

Netz. In den vergangenen Jahren hat sich

„schrankwerk.de“ zum größten Bereich

des Handwerksbetriebes entwickelt und

soll deshalb bald als eigenes Unternehmen

am Markt etabliert werden.

Um Billigproduktehandelt es sich bei den

„schrankwerk“-Schränken keineswegs.

Gute handwerkliche Leistung hat ihren

Preis –das wissen die Verantwortlichen

in der Tischlerei. Dies gelte auch für den

Online-Shop. Und die Kunden akzeptieren

dies, denn sie erwarten die individuelle

Leistung, an der sie sogar beteiligt

sind. Die Aussage„Dasist mein Entwurf“

schafft ein gutes Gefühl.

Mit dem Möbel-Konfigurator hat das

Unternehmen einen Alleinstellungsmerkmal.

„Im Münsterland sind wir die

einzigen Anbieter“, betont Klaus Dickmänken.

In Deutschland gebe es nur ganz

wenige Tischlereien, die ein ähnlich innovatives

Angebot bereithalten.

Das wachsende Interesse am Online-

Shop verführt das Unternehmen aber

nicht dazu, nur noch „online“ zu denken

und zu handeln. Das sei ein neuer Bereich,

dersichweiter gut entwickeln werde.

Die Firmenphilosophie heißt: „Wir

sind und bleiben eine Tischlerei.“

Die Beteiligung an der Internationalen

Handwerksmesse in München war übrigens

die erste Messe-Aktivität der Tischlerei.

Mit dem Erfolg ist der Betrieb zufrieden.

Luisa Wieching: „Wir haben

unseren Bekanntheitsgrad auf jeden Fall

deutlich gesteigert.“ Hubertus Kost

Steuern kann man Steuern.

Sicherheit kann so elegant sein

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Sicherheit und integrieren sich dabei hervorragend

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Die „schrankwerk“-Schränke werden in der Werkstatt in Rheine

gefertigt. Maschinen unterstützen die individuelle Arbeit der handwerklichen

Fachkräfte.


BRANCHEN &BETRIEBE 11

Gesucht –gefunden

Beim Brandschutz-Center Brinck in Münster konnte André Schulze Forsthövel sein Traum von der

Selbstständigkeit verwirklichen. Die IHK Nord Westfalen assistierte bei der Nachfolgeregelung.

Viele Unternehmen suchen für ihre

Betriebe Nachfolger. Jeder achte Betrieb

im IHK-Bezirk kommt in den

nächsten Jahren ernsthaft für eine

ÜbernahmeinBetracht. Die Kammer

versucht den Gründergeist auch für

Übernahmen zu wecken. Beim

Brandschutz-Center Brinck in Münster

hat es geklappt.

André Schulze Schulze Forsthövel

ist überzeugt: „Wenn

ich nicht im IHK-Nachfolger-Club

gewesen wäre,

Aann d hätte ich das Unternehmen

nicht kennengelernt.“ Der 37-

Jährige hat das Unternehmen Brandschutz-Center

Münster von der Familie

Brinck mit 18 Mitarbeitern übernommen.

Der Weg zur Übergabe dauerte. Familie

Brinck suchte einen Nachfolger, André

Schulze Forsthövel wollteden Wegindie

Selbstständigkeit einschlagen. Der IHK-

Spezialist für Unternehmensnachfolge,

Michael Meese, vermittelte die „Partnersuche“.

André Schulze Forsthövels Voraussetzungen:

Der Elektroinstallateur (ElektroHeikes)

absolvierte ein Studium als Elektrotechnikerund

schlossinHamburgseinen

Bachelor- und Masterabschluss in der

europäischen Betriebswirtschaft ab. Mit

25 Jahren klopfteerdas ersteMal bei Michael

Meese in der IHK Nord Westfalen

an. Dieser gabihm denRat, Erfahrungen

zu sammeln.

Zehn Jahre später hat André Schulze

Forsthövel eine spannende Geschichtezu

erzählen: vonder Suche nach einem passenden

Unternehmen bis zum Einstieg

bei Brinck. Dabei war der 37-Jährige zuletzt

als stellvertretender Vertriebsleiter

bei einem Maschinenbauunternehmen

aus Taiwan in ganz Europa unterwegs.

„Es ging mir gut“, sagt er.Doch der Traum

von der Selbstständigkeit blieb.

André Schulze Forsthövel, der als Hauptbrandmeister

bei der Freiwilligen Feuerwehr

in Drensteinfurt im Kreis Warendorf

engagiert ist, klopfte erneut bei Michael

Meese an. Es kamzuersten Gesprächen

zwischen Familie Brinck und dem

Drensteinfurter. Dann kam das Wertgutachten

für das Brandschutz-Center auf

den Tisch. „Alles nahm seinen Lauf.“

Schulze Forsthövel schrieb einen Business-Plan

während er für seinen Arbeitgeber

unterwegs war, verhandelte mit

Banken und kümmertesichumden Kaufvertrag.

„Der wichtigste Punkt ist die Familie“,

sagt der 37-Jährige. Nurwenn die

mitziehen würde, sei der Schritt erfolgreich.

Der Drensteinfurter hat Glück. Auch sein

Arbeitgeber ließ ihn früher gehen.

Zum 1. Januar 2017 hat er das Unternehmen

an der Kleimannbrücke inMünster

übernommen, das im Brandschutzunterwegs

ist und einen feuerwehrtechnischen

Handel betreibt. „Jetzt geht es nicht mehr

nur um Umsätze“, sagt Schulze Forsthövel,

jetzt habe er auch die Verantwortung

für Mitarbeiter und deren Familien.

Für Michael Meese ist der „Fall Brinck“

ein gutes Beispiel für eine Nachfolgeregelung.

Prof. Dr.BodoRisch,stellvertretender

IHK-Hauptgeschäftsführer, streicht

die neutrale Position der Kammer bei

dem Thema heraus.

Gabriele Hillmoth

André Schulze Forsthövel (r.) freut sich, dass er das Brandschutz-Center Brinck in

Münster übernehmen konnte. Michael Meese von der IHK hat bei Vermittlung zwischen

dem Familienunternehmen und dem Interessenten geholfen.

Foto: gh

www.stadtwerke-muenster.de

Natürlich Ökostrom!

Ihr Beitrag für Münsters Zukunft.

Münster:natürlich

Das Öko-Strompaket mit Heimvorteil

Über 50 Jahre reicht die Geschichte der Firma Brinck zurück, die Schulze Forsthövel als

Inhaber führt. Horst Brinck begann 1966 mit einer Minimax-Generalvertretung für Feuerlöscher.

Foto: Oliver Werner

WER ÜBERNIMMT WANN DAS UNTERNEHMEN?

Eine aktuelle Studie der IHK Nord Westfalen in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule

der Wirtschaft (FHDW) Nordrhein-Westfalen zeigt, dass viele Betriebe

aus wirtschaftlicher Sicht „nicht übernahmefähig“ sind. Basis der Untersuchung

waren 95 000 Familienbetriebe inNord-Westfalen. Davon werden 31 000

von Inhabern geführt, die älter als 55 Jahre sind.

„Also gut ein Drittel der Unternehmer sollte sich gegenwärtig mit der Frage befassen,

wie es mit dem Unternehmen in Zukunft weitergeht“, empfiehlt IHK-

Nachfolgeberater Michael Meese. Konkret: „Wer übernimmt wann das Unternehmen?“

Der Verkauf eines Unternehmens ist nach Angaben von Michael Meese eine feste

Säule bei der finanziellen Vorsorge für den Ruhestand. Inrund einem Viertel

der Fälle verfügten die Inhaber vor der Übergabe nicht genügend finanzielle

Mittel für den Lebensabend.

Die IHK Nord Westfalen unterstützt den Nachfolgeprozess seit vielen Jahren mit

frühzeitiger Sensibilisierung für das Thema sowie einer unbürokratischen Beratung

bis hin zur vertraulichen Vermittlung von potenziellen Nachfolgern durch

den IHK-Nachfolger-Club. „Ziel der IHK ist es den Unternehmensbestand und

damit die Arbeitsplätze Generationenwechsel soweit wie möglich zu erhalten“,

sagt Meese. Ganz neu ist das IHK-Praxishandbuch für Inhaber und Nachfolger.

Auch der Termin für das 3. IHK-Nachfolgeforum steht bereits fest: 17. Oktober

2017 inMünster.


12 BRANCHEN

Neue Ideen sprudeln auf den Ma

Die Macher der Getränkeprodukte Finne, Liba und Bad Meinberger haben eines gemeinsam –sie spielen bewusst

die regionale Karte, beweisen viel Kreativität und setzen stark auf Nachhaltigkeit.

Eine erfrischende Welle schwappt

durch die Getränkebranche: Wie

schmeckt sie eigentlich, eine Flasche

Münster als Gerstensaft, Limonade

oder Mineralwasser? Nach Lokalkolorit.

Der ist am Tresen ein Hit, besonders

wenn die Flasche eine „Finne“ist.Eine

Masematte-Vokabel und

damit ein buchstäblich zum Greifen

nahes Heimat-Bekenntnis siegte

beim Branding, als die Brauer Dr.

Florian Böckermann und Frank Sibbing

im Stadion während eines Preußenspiels

einenNamen fürihr münsterisches

Bio-Craft-Beer suchten:

„Wir wollen die Domstadt wieder zu

einer Bier-Hochburg machen. Kreativ

und individuell mit einer Vielfalt

an charaktervollen Bieren“, erklärt

Finne-Chef-Böckermann.

Und das vor allem mit viel

Leidenschaft während

eines Braukunst-Sabbaticals

im Kreuzviertel. Denn

die beiden Akademiker Böckermann

und Sibbing haben ihregut bezahlten

Jobs voreinem Jahr an den Nagel

gehängt, um gegenden Trend der industriellen

Massenproduktion handwerklich

in kleinenMengenzubrauen. Acht Jahre

waren die Bierfans als Hobbybrauer

unterwegs, ihre Initiation erlebten sie in

einer kleinen kanadischen Brauerei auf

Vancouver Island.

Am anderen Ende der Welt haben die

beiden Freunde, die jetzt auch Geschäftspartner

sind, dem Bier-Spirit in

den Braukesseln nachgefühlt: Jetzt lassen

sie ihrem „Hefeflüsterer“ Jörn Mertins

während des Brauens auf die Finger

schauen. Denn Finne ist nicht nur gemütliche

Gerstensaft-Location im

Kreuzviertel, sondern auch Schaubrauerei.

Das frischgezapfte Fassbier

verdient das Label „Made in Münster“.

Dass die drei Jungunternehmer mit Bio-

Hefe und eigenem Rezeptbuch im Gepäck

zur Flaschenabfüllung hingegen in

Finne wird imKreuzviertel gebraut: Die beiden Geschäftsführer Dr. Florian Böckermann und Frank Sibbing (2. und 3. v.l,) mit Gastro-

Leiter David Lambert (l.) und Braumeister Jörn Mertiens (r.) hinter der Theke.

Foto: Finne

ihre Partnerbrauerei nach Zeil am Main

reisen, hat nicht nur mitrechtlichen Auflagen

wie dem Mindesthaltbarkeitsdatum

zu tun. „Unternehmerisch wollen

wir langsam wachsen, den Markt in

Münster selbst vertiefen und dann auf die

„Unternehmerisch wollen wir

langsam wachsen, den Markt in

Münster selbst vertiefen und dann

auf die Region ausdehnen.“

Dr. Florian Böckermann

Region ausdehnen“, erläutert Böckermann,

warum die Finnen noch nicht in

Münster befüllt werden.

Bei all der Euphorie, das Hobby zum Beruf

gemacht zu haben: „Den administrativenTeil

des Unternehmens haben wir ein

bisschen unterschätzt. Es ist unglaublich,

wie viel Zeit der bürokratische Teil des

Jobs kostet, gerade in der Lebensmittelbranche“,

stöhnt Böckermann, während

er auch am eigentlichen Feierabend

noch über den Papieren sitzt.

Doch der Erfolg entschädigt für einiges:

100000 Liter der vier Bio-Flaschensorten

Helles, Weizen, Pale Ale und India

Pale Ale mit den Münster-Etiketten Rathaus,

Aasee, Hafenkran und -elefant

wurden in einem Jahr in der kleinen

unterfränkischen Lohnbrauerei abgefüllt.

Stroetmann, die Getränkehändler

Dreyer und Flaschenpost sowie einige

Gastronomen haben die Hopfenkünstler

bereits ins Sortiment beziehungsweise

auf die Karte aufgenommen. Und teilweise

trägt sich das Start-up schon: „In

der Brauerei mit Ausschank und Restauration

haben wir natürlich schon einen

relativ guten Cashfl

ow“, resümiert Böckermann.

Bei den Perspektiven bewahrt

er aber Bodenhaftung: „Wenn wir uns

Ende 2018 richtige Gehälter auszahlen

können, sind wir sehr zufrieden.“

Die auf Individualitätbedachten Kunden,

die Konzernen ein Schnippchen schlagen

wollen, haben die Wahl: Eine Finne Bier

oder doch lieber eine Liba? „Wir wollten

Münster eine Marke geben und ein bisschen

,liba‘ machen“, erinnert sich Kola-

Kreateur Jonathan Mache an die Grundmotivation

zu „Support your local

brands“. Viele Abende haben Produktdesigner

Jonathan Mache und Benjamin

Heeke, seines Zeichens Sozialwissenschaftler

und ehemals Cocktailbar-Betreiber,

an der Rezeptur für das ultimative

Münster-Erfrischungsgetränk gefeilt.

Die Marschrichtung lautete weniger Süße,

mehr Geschmack: Kola mit Limette

und Limette mit Minze s

2014 beim Start-up an der L

aus der trendigen Flasche

Deutschland über 1300 B

aber nicht einmal 90 Kolapr

da geht noch was“, weiß Be

ke.Und erobert zusammen m

Mache den münsterischen

ihrem veganen Erfrischun

„sogar beim Klebstoff des

ketts mussten wir darauf

keine tierischen Inhaltsstoff

„Allerdings war essehr vi

unsereMünster-Limonade i

marktregalen der Stadt zu p

in kleinen Läden mit ohneh

gionalem Fokus. Ganz ande

wartet haben“, berichtet

einer wahren Siegeswelle b

dagegen durch die Gastr

Hammer Straße. „Viele K

Restaurants haben mehrjäh

mit den Produzenten. Desha

Gastronomen uns zusätzlic

ment mit aufgenommen“, k

Mache die stetige Durchd

Marktes. Von30000 im Grü

gefüllten Kolafl

aschen land

den Mensen, denn zuerst ha

tenwerk Münster an Liba g

haben wir sofort sehr viele E

erreicht“, ist Heeke sich sic

dentischen Trendsetter habe

versitätsstadt ganze Arbe

2015 konnte das Start-up sc

Flaschen in der Haaner Fels

füllen. Dabei gilt, dass die Lim

überwiegend im 0,33-Literden

Tresen geht. Und ein Ja

die Produktionsmenge sogar

Flaschen.

Doch frei von Sorgen könn

Gründer noch nicht von ihre

leben. Die Jungunternehme

de Nebenjobs: „Wenn wir

Flaschen im Jahr verkaufen

uns zum ersten Mal Gehälter

glaubt Mache, und hat schon

die dritte Liba-Kreation im H

Der ostwestfälische Mineralbrunnen Bad Meinberger setzt bei der Abfüllung zu 100 Prozent auf Nachhaltigkeit –für Glas und PET.


BETRIEBE 13

rkt

prudeln seit

oddenheide

„Es gibt in

ierhersteller,

oduzenten –

njamin Heeit

Jonathan

Markt mit

gsgetränk –

Flaschenetiachten,

dass

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el einfacher,

nden Superlatzieren

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in schon rers,

als wir er-

Heeke. Auf

randet Liba

o-Szene der

neipen und

rigeVerträge

lb haben die

hins Sortiommentiert

ringung des

nderjahrabeten

viele in

tdas Studeneglaubt:

„Da

arly-Adopter

her. Die stuninder

Uniit

geleistet:

hon 125 000

enquelle abonade

ganz

Format über

hr später lag

bei 250 000

en die Liban

Umsätzen

r haben beieine

Million

, können wir

auszahlen“,

die Idee für

interkopf …

Doch der geschmacklich ambitionierte

Städter der Westfalenmetropole hat nicht

nur an Bier und Limonade einen hohen

Anspruch: „Münster will Wasser leben“,

ist Stefan Brüggemann, Marketingchef

vonBad Meinberger,sich sicher.Und hat

dies zum Slogan

seiner mit dem

Deutschen Agen-

„Wenn wir eine Million Flaschen

im Jahr verkaufen, können wir

uns zum ersten Mal Gehälter

auszahlen.“

turpreis gekrönten

Werbekampagne

gemacht,

„Wasserleben“ –

werbetechnisch

Jonathan Mache

zusammengeschrieben,

versteht

sich. Der

regionale Mineralbrunnen

aus Ostwestfalen mit einer

Abfüllmengevon 100Millionen Litern an

Eigenmarken will sein eher hochpreisiges

Wasser zum Münster-Wasser machen:

„Vor allem wollen wir mit unserem natürlichen

Geschmack punkten. Doch gleich

Vier Finnen Bier – die münsterische Geheimsprache

Masematte sorgt für Lokalkolorit.

Foto: Finne

danach sprechen wir den stetig steigenden

Anspruch des Kunden an Nachhaltigkeit

an“, erläutert Brüggemann. Als einer

von sehr wenigen deutschen Mineralbrunnen

schreddert Bad Meinbergerkeine

PET-Flaschen, sondern setzt auf Umweltbewusstsein.

„UnsereGlasfl

aschen

werden zwischen 30

bis 50 Mal befüllt, die

PET-Flaschen 25

Mal“, so Brüggemann,

der selbst in

Münster lebt. Und

keinesfalls in anderen

regionalen Mineralwassern

eine Konkurrenz

sieht: „Der

Wassermarkt ist ein friedlicher. Wir wollen

unseren Markt besser durchdringen

und eher gegenüberden Discountern vertiefen,

die jetzt auch hochpreisige Markenwasser

anbieten“, gibt Brüggemann

die Marschrichtung vor. Frische Ideen der

münsterischen Designerin Lina Bach

sprudeltenindie Kampagne. Models und

Mineralwasser in Szene setzte der ebenfalls

inder Domstadt lebende Fotograf

Andreas Hoffmannbeck. Das Sponsoring

des Weinfestes an der Überwasserkirche

und des Münsterland-Giro sind Events,

die Bad MeinbergerAufmerksamkeit und

Sympathie bescheren. Doch Brüggemann

glaubt auch an den Erfolg der Plakatkampagne

auf Litfaßsäulen, Lightboards

und Bussen: „In Münster haben

die Werbebotschaften ein großes Potenzial,

weil im städtischen Bereich viele

Menschen die Plakate wahrnehmen. Zusammen

mit dem Qualitätsanspruch

eines kaufkräftigen Publikums eine vielversprechende

Mischung.“

Und für die Kunden gilt: Ob Durstlöscher

mit lokaler Quelle oder ein Mineralbrunnen

für Münster – der perlenden Getränke-Vielfalt

in der Westfalenmetropole

kann wohl kaum ein anderer Standort

das Wasser reichen.

Maike Harhues

Lieber eine Liba? Jonathan Mache und Benjamin Heeke kreierten vor drei Jahren die Münster-Kola.

Foto: Maike Harhues

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14 BRANCHEN &BETRIEBE

In Reih und Glied warten Teile der Zangen im Ahauser Werk von Orbis-Will auf die Weiterverarbeitung.

Foto: Orbis Will

Die Werkzeugmacher

Bei Orbis Will inAhaus weiß man längst, dass Zange nicht gleich Zange ist. Zigtausende Produkte

für den Profi und den Heimwerker verlassen pro Tag die Fertigung.

Knipex?Orbis Will? –Der männliche

Teil derBevölkerung –zumindest der

mit einem handwerklichen Faible –

bekommt bei diesen Namen sofort

ein Funkeln in den Augen. Und hat

auch keinerlei Probleme, dieVerbindung

zuknüpfen: Hinter den Namen

steht der weltbekannte Hersteller

hochwertiger Markenzangen für

Profi-Anwender in Industrie und

Handwerk. Wobei sich Knipex auf

das Markenprodukt fokussiert, OrbisWill

denMarkt im Bereich Eigenmarken

des Handels abdeckt. Beide

Sparten eint das Versprechen: Qualität,

Made in Germany.

Ob in Baumärkten, beim

Produktionsverbindungshandel,

im Sanitär- oder

Elektrofachhandel oder

beim gehobenen Hobbyhandwerker:

Wo Qualität und Langlebigkeit

eine Rolle spielen, sind wir mit dabei“,

umreißt Orbis Will-Geschäftsführer

Michael Graf die wesentlichen Standbeine

des Unternehmens. In Deutschland als

größtem Absatzmarkt, aber auch in Westund

Osteuropa sowie in Übersee sind Knipex-

und Orbis-Will-Produkte vertreten.

„Asien, Japan, Koreaund auch Chinasind

ebenso unsere Handelspartner“, verweist

Michael Graf ein wenig stolz auf die

Eine starkeKombination für

einenstarken Wirtschaftsraum

Mit der Wirtschaftskombi

auf direktem Weg zu

Ihrer Zielgruppe in

Nordwestdeutschland

Bis zu

179.000 Exemplare

(Gesamtauflage)

Wangerooge

BREMERHAVEN

FLENSBURG

KIEL

SCHLESWIG-

HOLSTEIN

HAMBURG

LÜBECK

SCHWERIN

Reichweite: „Normalerweise fl

ießt der

Warenstrom ja andersherum: Die asiatischen

Länder beliefern Europa. Bei uns

ist Knipex mit einer eigenen Tochtergesellschaft

dort vor Ort vertreten und wir

beliefern auch die dortigen Märkte.“

Der früher eigenständige Zangenhersteller

Orbis wurde 2003 von der Knipex-

Gruppe übernommen. Im Jahr 2006 kamen

die Will-Werkzeuge hinzu. Zwei

Jahrespäter,2008fusionierten Orbis und

Will ihren Vertrieb, am Standort Ahaus

entstand die umfirmierte Gesellschaft

Orbis Will GmbH +Co.KG.InvierWerken

werden nunmehr die Werkzeuge gefertigt:

In Wuppertal produziert Knipex

unter seinem Label, in Thüringen entstehen

die Rennsteig-Werkzeuge, in Neustadt

stellt Will her, inAhaus Orbis und

Will.

„Durch diese Gruppenkonstellation können

wir nicht nur in vielen Bereichen voneinander

profitieren, sondern auch voneinander

lernen“, sieht Orbis-Will-Geschäftsführer

Michael Graf klareVorteile.

Dass die Orbis-Will-Produkte kaum als

solche im Handel erkennbar sind, hat

einen einfachen Grund: „Wir produzieren

für verschiedene Unternehmen –daher

steht zumeist auch diejeweiligeHandelsmarkedrauf.

Wirwerden oft gefragt,

wo man unsere Zangen erhalten kann.

Die Antwort: Wer sich etwas auskennt,

der erkennt sie leicht.“

Und wer meint, Zange sei gleich Zange,

der irrt ganz gewaltig.150 Produkte verschiedenster

Art und Einsatzmöglichkeitenhaben

die Ahauser in ihrer Angebotspalette:

gebogen, gerade, abgeknickt

oder spitz in der Form. „Technisch sind

sie alle vergleichbar. InFarbe, Form, Bedruckung

und Verpackung allerdings verschieden,

so dass sich auch für unsere

Kunden,die mitunter im Wettbewerb zueinander

stehen, Alleinstellungsmerkmale

ergeben“, erläutert Michael Graf.

Aber lassen sich Zangen immer wieder

neu erfinden? Für den Orbis-Will-Geschäftsführer

gibt es darauf eine klare

Antwort: „Ja, speziell in Details wie dem

Greifb

ereich. Oder auch im Design. Da

erfolgt eine stetige Weiterentwicklung.

Wir leben in Deutschland von innovativen

Ideen. Da haben wir vor den Mitbewerbern

aus Europa und Asien auch die

Nase eindeutig vorn.“

Die klassische Zange, so die Maxime von

Orbis-Will, kann greifen, schneiden und

halten. Wie sie das macht, ist allerdings

wesentlich mitentscheidend. Ergonomie

lautet das Zauberwort. Das Werkzeug

soll und darf –gerade auch im Profibereich

–das Handgelenk nicht belasten.

Und die Zugänglichkeit auch zu schwierigen

Stellen sollte gegeben sein.

„Dazu lässt sich dann noch der Kraftmittelpunkt

für eine bessere Hebelwirkung

verlegen. Oder die Optik verbessern“, erklärt

Michael Graf. Denn: „Das Design

spielt bei diesen Produkten eine bedeutende

Rolle. Das Erste, was dem Kunden

ins Auge fällt, ist die Optik. Und die steht

oft noch vor der Funktionalität.“

Susanne Menzel

Beratung:

Frank Micheel

Tel. 0251/690-916161

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Jeder Bolzenschneider wird von Hand montiert. Die Kunststoffgriffe –ebenfalls inAhaus aus

einem Spezialgranulat selbst hergestellt –werden nach Kundenwünschen eingefärbt. Foto: Susanne

Menzel


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Mit viel Erfahrung und einer

großen Portion Fingerspitzengefühl

Die Automatisierung erfolgt bei Orbis Will inkleinen Schritten. Auch deshalb ist Handarbeit gefragt.

„Für weiteres Wachstum haben

wir hier in Ahaus auch noch

Platz genug.“

Günter Hassing

Ortswechsel –vom Büro in

die Werkshallen. Es ist

laut, eng, jeder Zentimeter

genutzt für Maschinen,

Produktion oder Lager.

Gerade erst hat Orbis Will seine Produktionsstätte

um3000 auf 9000 Quadratmeter

erweitert. „Wir sind noch mitten

imUmzug“, deutet Prokurist Günter

Hassing auf das rege Treiben der Mitarbeiter

hin. Schweres Gerät wirddahin

und her bewegt. Im laufenden Betrieb

kein leichtes Unterfangen.

Zumal „die Auftragssituation in diesem

Jahr gegenüber 2016 erheblich gesteigert

werden konnte“, freut sich Hassing: „Für

weiteres Wachstum haben wir hier in

Ahaus auch noch Platz genug.“

Automatisierung

in kleinen Schritten,

aber auch ein

hoher Faktor an

Handarbeit

macht die Fertigung

bei dem

Mittelständler

aus. 125 Mitarbeiter

fertigen

in Ahaus zwischen 8000 und 9000 Zangen.

ProTag. 1500 Mitarbeiter sind es in

der gesamten Gruppe. „Da lassen sich

dann in der Breite viele Synergien nutzen“,

erläutert Michael Graf. „Das fängt

beim Einkauf und Vertrieb an und hört

letztlich beim IT-Bereich und in der Ent-

Spezialzangen wie diese helfen bei der Arbeit.

wicklung auf.“

So stellt das Unternehmen inzwischen

auch viele seiner Werkzeugefür die Fertigung

selbst her.Michael Graf: „Es gibt auf

dem Markt nicht mehr sehr viele Zangenhersteller.

Deshalb müssen wir selbst an

der Herstellungstechnologie feilen.“

Fotos aus der Produktionsstätte sind aus

diesem Grunde nicht sehr gerne gesehen.

Auch die Konkurrenz liest Zeitung.

Kunststoffgriffe kann Orbis Will beispielsweise

inzwischen ebenfalls selbst

herstellen. Für die Zangen wie für die

Bolzenschneider, die 2005 als weiteres

Standbein der Produktpalette hinzugefügt

werden konnten. Aus sechs Meter

langen Stahlrohren werden die Schenkel

zugeschnitten, per Gelenk einzeln Stück

für Stück miteinander verbunden. „Hier

ist ein geschultes Auge und viel Handarbeit

erforderlich“, verweist Günter

Hassing auf die Hochwertigkeit der Ware.

Jedes Teil wird anschließend in

Augenschein genommen und einzeln geprüft.

„Wir haben hier eine 100-prozentige

Kontrolle der Werkstücke“, betont der

Prokurist: „Das erfordert von den Mitarbeitern

ein hohes Maß an Erfahrung

und Fingerspitzengefühl.“ Der Vorteil

dieser Produktionsweise liege neben der

hohen Qualität dann aber auch darin,

„dass wir dem Handel die Werkzeugemit

relativ kurzen Lieferzeiten in auch kleinen

Mengen anbieten können. Wir stellen

je nach Auftrag her.Dadurch vermeiden

wir Lagerkosten und Kapitalbindung.“

Susanne Menzel

ORBIS UND WILL

–Die Firma Will hat ihre Wurzeln im thüringischen

Schmalkalden. Dort gründeten die Vorfahren von Harry

Paul Will eine Werkzeugfabrik. 1918 geht aus dem

Stammhaus die Bruno-Will-Gewehr- und Werkzeugfabrik

hervor. 1962 wird die Firma Will andie Recklinghäuser

Familie Still verkauft. Die Firma entwickelt sich durch

umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen und hohe Investitionen

in den 70er Jahren zum weltweit führenden

Zangenhersteller. Im Jahr 2006 übernimmt die „Knipex-

Gruppe“ die Will-Werkzeuge aus einer Insolvenz.

–Paul Groten sen. gründet 1929 in Solingen die Orbis

Werkzeugfabrik. Das Bergische Land ist neben der Region

in Thüringen eine weitere Hochburg der Werkzeugindustrie.

Da es im Bergischen schwierig wird, die Produktionshallen

entsprechend dem Bedarf zuerweitern, zieht der

Betrieb 1956 nach Ahaus ins Münsterland um. Als erster

Zangenhersteller führt Orbis 1993 ein Qualitätsmanagement

nach DIN-Norm ein. 2003 kauft die Knipex-Werk C.

Gustav Putsch KG aus Wuppertal das Unternehmen Orbis

auf.

–2008 entsteht am Standort Ahaus die heutige OrbisWill

GmbH +Co. KG.

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WestfalenTarif:

Der Eine für Bus und Bahn.

Am 1. August tritt in Westfalen-Lippe der WestfalenTarif in Kraft. Er vereint die fünfbisherigen

regionalen Nahverkehrstarife undmacht Fahrten im westfälischen Verkehrsraum deutlich

einfacher.Davon profitiert nicht nur derFahrgast, sondern die gesamte Region.

Über Aufträge kann sich Orbis Will indiesem Jahr nicht beklagen. „Für weiteres Wachstum

ist aber noch Platz genug“, bekräftigen Orbis-Will-Geschäftsführer Michael Graf (l.)

und Prokurist Günter Hassing.

Foto: Susanne Menzel

Münsterland, Hochstift, Ruhr-Lippe, Westfalen-Süd

und TeutoOWL –wer heute innerhalb der fünf regionalen

Tarifräume mit Bus und Bahn unterwegs ist, kann

auf ein bedarfsgerechtes Nahverkehrsangebot und Ticketsortiment

zurückgreifen. Möchten Fahrgäste jedoch über

die regionalen Tarifgrenzen hinaus in den benachbarten

Tarifraum fahren, gelten nicht mehr die regionalen, sondern

die landesweiten Fahrkarten des NRW-Tarifs. Diese

Aufteilung führt häufig zu Komplikationen beim Ticketkauf

und soll mit dem WestfalenTarif der Vergangenheit angehören.

„Wir werden Tarifgrenzen in Westfalen-Lippe verschwinden

lassen und den 7,2 Millionen Einwohnern der

Region eine einheitliche Mobilität gewährleisten“, verspricht

Matthias Hehl, Geschäftsführer der neugegründeten

WestfalenTarif GmbH.AbAugustsind beim Ticketkauf

für westfalenweite Fahrten nur noch Start- und Zielpunkt

sowie die gewünschte Ticketart anzugeben. Die Reisenden

erhalten dann unkompliziert das passende Ticket aus

dem umfangreichen Sortiment des WestfalenTarifs und

der integrierten regionalen Angebote.

Wirtschaftsfaktor Nahverkehr

Voneinem modernen und zeitgemäßen Nahverkehr profitieren

nicht nur die Nahverkehrskunden, er wirktsichauch

positiv auf die Wohnortwahl und Ansiedlung von Firmen

aus. Die stärkere Kooperation und das geschlossene Auftreten

von Verkehrsunternehmen, Tarifgemeinschaften

und Aufgabenträgern sind auch für die Wirtschaftsförde-

Enschede/NL

BOR

VRR

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MÜNSTERLAND

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RUHR-LIPPE

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WESTFALEN-SÜD

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BI

HF

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TEUTO OWL

RMV

LIP

HX

PB

HOCHSTIFT

WestfalenTarif gilt auf allen Linien.

WestfalenTarif gilt auf einzelnen Linien gemäß den

Tarifbestimmungen.ImBinnenverkehr gilt ein anderer Tarif.

* Von/zu denStädten Lünen, Kamen, Bergkamen, Unna, Holzwickede

und Schwerte in den/aus dem VRR-Raum gilt der VRR-Tarif.

Im Binnenverkehr gilt der VRR-Tarif.

Im Binnenverkehr gilt der VOS-Tarif.

Hier gilt eine besondere Übergangsregelung.

rung von Vorteil: Westfalen-Lippe stärkt im Wettbewerb

um private und öffentliche Investitionen seine Ausgangslage.

Darüber hinaus rückt das neu gegründete Tarifgebiet

aufgrund seiner Größe auf eine Stufe mitden Tarifräumen

Rhein-Ruhr und Rheinland/Aachen und erhält somit mehr

Gewicht bei landesweiten Tariffragen.

NVV

VSN

Handarbeit ist bei einem Großteil der Produkte angesagt.

Fotos (2): Orbis Will


16 BRANCHEN &BETRIEBE

Ein leuchtendes Beispiel

Die Firma Robers inSüdlohn hat sich zum Spezialisten für besondere Schmiedeprodukte entwickelt.

Neben Freizeitparks und der Gastronomie gehören Privatpersonen aus aller Welt zu den Kunden

Der Blick zurück zu den Wurzeln

einer Firma bringt oft Überraschendes

zutage. Denn manchmal waren

es Eingebungen, manchmal Hobbys,

aus denen sich in Jahrzehnten ein

fl

orierendes Unternehmen entwickelt

hat. Robers-Leuchten aus Südlohn

ist ein gutes Beispiel: Angefangen

hatte Gründer Alfred Robers mit

Schmiedeprodukten für das eigene

Wohnhaus. Leuchten nur für die Familie,

später für die Verwandtschaft,

schnell aber auch für den Freundeskreis

entstanden in der Freizeit

unter seinen Händen.

Auffällige Leuchter -wie dieser in der Alm Ellmau in Tirol -gehören

zu den Produkten der Südlohner.

Foto: Robers

Es dauerte nicht lange, bis das

eigene Heim als Produktionsstätte

viel zu klein wurde –

und das auf Schmiedekunst

spezialisierte Familienunternehmen

mit Alfred Robers und seiner

Frau Monika an der Spitze gegründet

wurde. Inzwischen hat mit Alexander Robers

die nächste Generation die Firmengeschickeinder

Hand –und istzueinem

Zug rund um den Erdball mit westfälischen

Produkten angetreten. Große Freizeitparks

in Amerika, Frankreich und

Deutschland, Wohnanlagen in Los Angeles,

Privatvillen in den Vereinigten Arabischen

Emiraten, auf dem Hamburger

Rathaus- und dem Münchner Viktualienmarkt

–überall dort sind Produkte aus

der westfälischen Manufaktur zu finden.

„Als wir vor rund 20 Jahren auf einer

Messe in Hannoverausgestellt haben, kamenVertreter

der bekanntesten Freizeitparks

der Welt auf uns zu und fragten, ob

wir fl

exibel genugseien, um für sie zu fertigen.

Es sollten individuelle und themenbezogene

Leuchten-Kreationen

sein“, erinnert sich Regina Robers. „Klar

haben wir zugesagt. Und diese Parks

rund um den Globus sind heute eines

unserer wesentlichen Standbeine.“

Die Auftraggeber beschäftigen eigene

Designbüros, die eine Lichtplanung für

die Vergnügungsparks austüfteln und die

Entwürfe dann an Robers-Leuchten weitergeben.

„Da sind mitunter schon ganz

Auch am Schloss Biebrich in Wiesbaden, der barocken Residenz der Fürsten und späteren Herzöge von Nassau

am Rheinufer, stehen geschmiedete Lampen der Firma Robers.

Foto: Robers

spezielle Wünsche dabei“, lacht Betriebsleiter

Christian Gebken. „Manchmal

denkt man sich auf den ersten Blick: Wie

soll das funktionieren? Wie soll man das

umsetzen? –Aber letztlich klappt es dann

doch, weil wir uns gerne den Herausforderungen

stellen.“

Früher hat das Unternehmen mit seinen

Erzeugnissen den regionalen und überregionalen

Fachhandel bedient. „Der ist

aber irgendwann weggebrochen“, berichtet

Regina Robers. „Die Wertschätzung

für handgefertigte Produkte fehlte

einfach. Vieles haben wir auch über den

Möbelbereichverkauft –vor allem in kleineren

Häusern. In den Filialen der großen

Kettenstehen die Verkäufer nur noch

selten hinter der Ware.Wir fertigen keine

Containerware, sondern Unikate und

Kleinserien. Das ist ein weiterer Faktor,

warum wir im Möbelhaus-Sektor kaum

mehr vertreten sind.“

Neben den Freizeitparks und der Gastronomie

sind es vorwiegend Privatkunden

im In- und Ausland, die das Unternehmen

heute bedient: der Scheich in Abu

Dhabi, der die Zufahrt seinesHauses mit

770 hochwertigen Leuchten ausgestattet

haben möchte, der Villenbesitzer, der

eine eigens für ihn kreierte schmiedeeiserne

Toreinfahrt wünscht, der Genießer,der

seinenWeinkeller speziell ausgeleuchtet

und mit massiven Regalen bestückt

haben möchte. Oder der Normalbürger,

der inseinem Garten ein ganz

spezielles Highlight setzen möchte.

Ein weltweites Vertreternetz sorgt für das

entsprechende Marketing. „Der Export

macht bei uns etwa60bis 70 Prozent des

Umsatzes aus“, erklärt Regina Robers.

„Früher waren wir sehr stark in Amerika

vertreten. Das ist aber schon mit der Finanzkrise

wenigergeworden. Eine Weile

war auch Russland sehr stark, da haben

wir sehr viele Parkanlagen für Privatdomizile

ausgestattet. Inzwischen ist Frankreich

imKommen.“

Wichtig ist der Manufaktur, „dass wir

unseren Qualitätsanspruch gleichbleibend

hoch halten. Bei all unseren Produkten.“

Dazu gehören Leuchten, Tore,

Treppengeländer und Regale,aber ebenso

Accessoires, Feuerkörbe, Garten-Deko

und Restauranteinrichtungen. So wurde

etwa für das Restaurant „Beach House –

California Kitchen“ in der Armin-Wolf-

Baseball-Arena in Regensburg mit der

Theke ein Teilstück der Golden Gate

Bridge nachgebildet. „Wir liefern definitiv

keine 08/15-Ware, sondern hochwertige

Produkte mit dem Anspruch der

Langlebigkeit. Deshalb sind wir auch

nicht in Baumärkten vertreten“, erläutert

Betriebsleiter Christian Gebken: „Was

wir machen, ist Handwerkskunst, keine

Massenherstellung.“

Viele Entwürfe aus dem Robers-Haus haben

seit Jahren Bestand. „Eine der Serien

mit massiven Wand-, Sockel- und Ständerleuchten

hat mein Schwiegervater

seinerzeit entworfen. Sie ist nach wie vor

gefragt und aktuell und wirdregelmäßig

durch eigene neue Produkteergänzt, die

mein Mann oder auch die Mitarbeiter in

unserem technischen Büro entwerfen“,

sagt Regina Robers stolz. „Man muss

ständig neue Ideen haben und versuchen,

sie umzusetzen. Seiensie im ersten

Moment auch noch so verrückt“, ergänzt

Christian Gebken. „Es ist aber jedes Mal

eine neue Herausforderung an die Kreativität.

Das kommt auch bei den Kunden

an“, ist er überzeugt. „Es gibt seit einiger

Zeit einen Umschwung im Kundenverhalten.

Unikateund Qualität sind dort inzwischen

wieder gefragt. Viele sind dann

auch bereit, auf ein besonderes Stück zu

sparen und somit vielleicht etwas länger

bis zur Realisierung der eigenen Wünsche

zu warten.“

Ideenlieferanten sind nicht nur die Auftraggeber,auch

die Firmeninhaber selbst

lassen sich gerne inspirieren. So erinnert

sich Regina Robers an den Besuch einer

Glasbläserei in Venedig. „Mein Mann hat

nachgefragt, ob das Glas auch als Schilfrohrkolben

geformt werden könnte. Das

ging. Und in unserer Werkstatt haben wir

dann damit weiterexperimentiert, bis

letztlich eine passende Fassung entstanden

ist und die Leuchtenun wie leuchtendes

Schilfrohr aussieht.“

Susanne Menzel

Mit einem Brenner werden Ornamente angeschweißt. Viele Kunden

lassen bei Robers-Leuchten eigene Entwürfe realisieren.

Betriebsleiter Christian Gebken kontrolliert die Auftragsarbeiten in der Südlohner Produktionshalle.

Fotos: Susanne Menzel

PRÄSENTATION IM TURMHAUS

Mit der Erlebnisgastronomie samt gläserner Schokoladenmanufaktur

„Turmhaus“ hat sich Alexander Robers in

Südlohn einen besonderen Ort ausgesucht, um seine „Industrial“-Produktserie

–eine Kombination aus zeitloser

Gestaltung, moderner LED-Technik und Industriestahl –

zu präsentieren. Bei frisch gebrühtem Kaffee und dem Genuss

von feinen Pralinen und selbstgefertigter Schokolade

können die Gäste inRuhe die Ausstellung betrachten.

Dort erwartet die Besucher neben erleuchtenden Momenten

beispielsweise ein schmiedeeisernes Aquarium, das an

ein U-Boot erinnert, oder für Kinder ein antikes Tretauto.

Eine Spielküche wurde gerade fertiggestellt.

Bei gutem Wetter lockt eine Lounge in den Lichter-Garten.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9bis 18

Uhr, montags ist Ruhetag.


GELD &GESCHÄFT 17

Neue Banknoten erschweren

Fälschern das Handwerk

Nach dem 20-Euro-Schein hat die Europäische Zentralbank auch den 50er mit neuen

Sicherheitsmerkmalen ausgestattet –und erzielt damit große Erfolge.

Neue Sicherheitsmerkmale des 20-Euro-Scheins haben dafür gesorgt, dass die Zahl der gefälschten Banknoten sinkt.

Foto: colourbox.de

OFFEN GESAGT

Die Zeiten für Geldfälscher sind härter

geworden –seit der Einführung

des neuen 20-Euro-Scheins Ende

2015 und der Überarbeitung des 50-

Euro-Scheins im April dieses Jahres.

Doch die Kriminellen rüsten erfahrungsgemäß

schnell auf, um auch

dieneuen Sicherheitsmerkmaleknacken

zu können.

Imvergangenen Jahrbrachten Kriminelle

weltweit lediglich noch

684 000 Euro-Blüten in Umlauf,

geht auch den Daten der Europäischen

Zentralbank(EZB) in Frankfurt

hervor. Das war gegenüber dem

Höchstwert des Jahres 2015 von899 000

Fälschungen ein Rückgang um 24 Prozent.

Allein in Deutschland zogen Banken,

Handel und Polizei über 82 000 gefälschte

Euro-Banknoten aus dem Verkehr

–das war aber immerhin ein Minus

von 14Prozent. Jedoch war das immer

noch der zweithöchste Stand seit der

Bares verliert anBedeutung

Die Währungshüter kämpfen quasi gegen Windmühlen.

Neue Sicherheitsmerkmale erschweren den Geldfälschern

immer wieder für kurze Zeit das Geschäft. Doch die

Kriminellen sind findig. Sie rüsten schnell technisch auf,

nutzen immer öfter das Internet, um sich bei ihrem Fälschungsmethoden

bestens aufzustellen.

Langfristig dürfte ein anderer Trend den Blüten-Produzenten

das Handwerk legen: Die Menschen zahlen von Jahr zu

Jahr seltener mit Bargeld, stattdessen mit der Giro- oder

der Kreditkarte. Auch verringert der Anstieg der Online-Bestellungen

die Bedeutung des Geldnoten für den Wirtschaftskreislauf.

Erfreulich ist diesem Zusammenhang die

für das Ende kommenden Jahres avisierte Abschaffung des

500-Euro-Scheins. Denn diese große Note spielt zwar nicht

bei Fälschungen eine große Rolle –aber bei der Abwicklung

anderer krimineller Deals.

Dennoch: Die vollständige Abschaffung des Bargelds ist

nicht sinnvoll und auch mit dem Kampf gegen Fälscher

nicht zu begründen. Denn die Deutschen lieben Banknoten

und Münzen. Fast 90 Prozent der Bundesbürger lehnen eine

Abschaffung ab.

Jürgen Stilling

Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002.

Im vergangenen Jahr erschwerte insbesondereder

überarbeiteteZwanziger,der

im November 2015 ausgegeben worden

war, den Fälschern ihre kriminellen Machenschaften.

Das bestätigtejüngst auch

der zuständige Vorstand der Deutschen

Bundesbank, Carl-Ludwig Thiele: „Die

Einführung der Europa-Banknotenserie

hat sich positiv auf die Anzahl der Fälschungen

ausgewirkt und zu einem

merklichen Rückgang der 20-Euro-Fälschungen

beigetragen.“

Nahezu halbiert hat sich die Zahl der

Zwanziger-Blüten im Vergleich zum Jahr

2015, berichten die Frankfurter Währungswächter.

Verbesserte Sicherheitsmerkmale,unter

anderem das durchsichtige

Porträtfenster im Hologramm der

Banknote und die Smaragdzahl, erweisen

sich bislang noch als große Hürden

für Fälscher.Das wirkt sich auf die Schadenssumme

aus: Diese sank in Deutschland

im vergangenen Jahr von4,4 Millionen

auf 4,2 Millionen Euro. Die Zahl der

20-Euro-Blüten sank von 38000 auf

20 217 Scheine. Der Anteil der Zwanziger

anden gesamten Fälschungen ging

somit deutlich um 15 Prozentpunkte auf

nur noch ein Viertel zurück.

Insgesamt ist es allerdings sehr unwahrscheinlich,

dass einem Falschgeld untergejubelt

wird: Rein rechnerisch entfielen

im vergangenen Jahr in Deutschland

zehn falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner.

Am beliebtesten bei Kriminellen war

2016 der Fünfziger. Sein Anteil an den

Blüten stieg auf 61 Prozent. Doch seit

dem 4. April hat die Bundesbank auch

den 50-Euro-Schein sicherheitstechnisch

nachgerüstet. Weltweit richteten Kriminelle

mit gefälschten Euro-Banknoten im

vergangenen Jahr einen Schaden von

rund 40 Millionen Euro an, 2015 waren

es noch 39,1 Millionen. Hauptgrund für

den Anstieg warein Fall ausEngland, wo

ja eigentlich das Pfund offizielles Zahlungsmittel

ist: Einem Diamantenhändler

wurden bei einem Geschäft 500-Euro-

Blüten im großen Stil untergeschoben.

Der Schaden: sechs Millionen Euro.

► Fortsetzung auf Seite 18

Dennis Kleff,

Gewerbekundenbetreuer,

Sparkasse Münsterland Ost.

Einfach

vertraut.

sparkasse-mslo.de

Christiane Löfken,

Romantik Hotel Hof zur Linde,

Münster-Handorf.

WirsprechenIhreSprache.

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Wenn’s um Geld geht


18 GELD &GESCHÄFT

Falscher Fünfziger im Blick

Kriminelle nutzen immer stärker das Internet, um ihre Geldfälschungen zu optimieren –doch vor allem beim

neuen 50-Euro-Schein hat die Europäische Zentralbank jetzt die Sicherheit erhöht.

Die Experten beim Bundeskriminalamt können schnell erkennen, ob ein 50-Euro-Schein echt oder gefälscht ist.

Foto: dpa

Immer mehr Falschgeld wird mitHilfe

des Internets hergestellt und verbreitet.

Es gebe Fälle, bei denen Täter

alle Schritte, von der Bestellung

der Hologramme überden Druck der

Noten bis zum Vertrieb der gefälschten

Scheine, über das Darknet, den

verdeckten Teil des Internets, abwickeln,

meldet das Bundeskriminalamt

und schlägt Alarm. Der 50-Euro-

Schein ist das beliebteste Objekt der

Fälscher.

Ein Beispiel aus Bayern zeigt

das Problem: Das LandeskriminalamtinMünchen

hat im

Februar 2016 eine illegale

Druckerei zur Herstellung

von 50-Euro-Kopiefälschungen ausgehoben.

Die Ermittler stellten dabei laut BKA

zahlreiche Herstellungsmaterialien und

Kopiervorlagen aus dem Internet, gefälschte

Euro-Banknoten und nahezu

3000 Klebehologramme aus chinesischer

RECHTLICHE LAGE

Geldfälschung ist in Deutschland laut Paragraph 146

StGB ein Verbrechen, das mit einer Freiheitsstrafe von

mindestens einem Jahr bestraft wird. Zu DM-Zeiten wurde

bis 1990 noch auf dem Schein mit einer Freiheitsstrafe für

Geldfälscher gedroht. Das Geldausgaberecht der Bundesbank

ist sogar in Artikel 88 der Grundgesetzes verfassungsrechtlich

gesichert. Geldfälschung ist in Deutschland

ein Unterfall der Urkundenfälschung. Das StGB verwendet

den Oberbegriff „Geldzeichen“, damit außer dem

gesetzlichen Zahlungsmittel auch Wertträger erfasst sind,

die darüber hinaus im Zahlungsverkehr anstelle des Geldes

verwendet werden.

Falschgeld entsteht auch dann, wenn in einer offiziellen

Münzprägeanstalt Münzen nachgeprägt werden, ohne

dass der Bund einen Auftrag erteilt hat.

(jst)

Produktion sicher. Die Täter verkauften

die falschen Fünfziger über das Darknet,

die Käufer zahlten mit digitalen Bitcoins.

Die Polizei sei auf die Fälscher aufmerksam

geworden, da in Abfallsäcken aus

der Garage, in der sich die Fälscherwerkstatt

befand, Restevon 50-Euro-Scheinen

gefunden wurden,

meldete das

BKA

.

Dieses Beispiel

zeige, so urteilten

jüngst die Beamten

des Bundeskriminalamts,

dass über illegale

Marktplätze im

Internet Equipment

verfügbar

BKA-Präsident Holger Münch

sei, welches auch

kleineren Gruppierungen

oder Einzeltätern ermögliche,

mit einfachen Mitteln Kopiefälschungen

herzustellen und zu vertreiben.

„Damit ändert sich auch die Rolle

„Während bei uns in der

Vergangenheit Falschgeld

vorwiegend verbreitet wurde, sind

in den letzten Jahren immer

häufiger auch Herstellungsstätten

ermittelt worden.“

Deutschlands“, sagtekürzlich BKA

-Präsident

Holger Münch. „Während bei uns in

der Vergangenheit Falschgeld vorwiegend

verbreitet wurde, sind in den letztenJahren

immer häufiger auch Herstellungsstätten

ermittelt worden.“ Das erklärt

auch den Anstieg der Zahl der polizeilichen

Ermittlungsverfahren. Bei der

Herstellung von Falschgeld lag dieser im

Jahr 2016 bei über 60 Prozent. Damit einher

geht auch die Anzahl der ermittelten

Tatverdächtigen. Hier war imJahr 2016

ein Anstieg um 13 Prozent auf 3454 Tatverdächtigezuverzeichnen.

Zunehmend

stellen die Strafv

erfolgungsbehörden

jüngere Täter fest, die sich vor allem

durch ihre Internet-Affinität auszeichnen.

Letztlich hilft neben der Fahndung im

Internet aber nur mehr Sicherheit –vor

allem für die am häufigsten gefälschte

Euro-Banknote, den 50-Euro-Schein. Seit

Anfang April bringen Europas Notenbanken

den neuen 50-Euro-Schein in Umlauf.

Dieser soll fälschungssicherer sein

als das Vorgänger-Papier.

Nach

Zahlen der Deutschen

Bundesbank

entfielen auf

ihn im vergangenen

Jahr sechs

von zehn Falschgeldscheinen.

Nunsoll vorallem

ein Porträtfenster

Kriminelle vor

Schwierigkeiten

stellen: Es wird

durchsichtig, wenn man den Schein

gegen das Licht hält. Sichtbar wird dann

ein Bild der griechischen Göttin Europa,

die auch die Namensgeberin der zweiten

Euro-Banknotenserie seit Einführung der

gemeinsamen Währung im Jahr2002 ist.

Der aufgedruckte Wert „50“ auf der linken

unteren Seite ändert zudem beim

Kippen des Scheins je nach Blickwinkel

die Farbe von Smaragdgrün in Tiefb

lau.

Außerdem verfügen die Banknoten über

einen Sicherheitsfaden, der etwa inder

Mitteder Notenindas Papier eingebettet

und im Gegenlicht sichtbar ist: Eine

dunkle Linie verläuft über die gesamte

Breite der Banknote.

Bei genauer Betrachtung des Fadens im

Gegenlicht erscheinen das Wort „EURO“

und die Wertzahl. An einigen Stellen auf

der Vorder- und Rückseite der Banknote

sind winzige, nur mithilfe einer Lupe erkennbare

Schriftzeichen aufgebracht.

Selbst der kleinste Aufdruck auf einer

echten Banknote sollte gestochen scharf

und nicht verschwommen sein.

Die neuen50-Euro-Noten wurden ab April

zunächst parallel in Umlauf gebracht.

Inzwischen haben die Europäische Zentralbank

und die nationale Notenbanken

begonnen, die alten Scheine Schritt für

Schritt aus dem Verkehr zu ziehen. Die alten

Noten behalten ihren Wert, verlieren

aber den Status als gesetzliches Zahlungsmittel.

Bei nationalen Notenbanken

wie der Bundesbank können alte Noten

aber jederzeit umgetauscht werden.

Jürgen Stilling

Der neue 50-Euro-Schein

Am 4. April 2017kommt eine neue 50-Euro-NoteinUmlauf.

Übersicht über die wichtigsten neuen Sicherheitsmerkmale:

Wasserzeichen fühlbares Porträtfenster:

der Mythenfigur Relief bei gegen das Licht

Europa und des Zahl und durchsichtig, beidseitig

Wertes Hauptmotiv erkennbar

Zahl verändert

beim Kippen ihre

Farbe von Grün zu

Blau, ein Lichtstreifen

bewegt sich auf und ab

Sicherheitsfaden

erscheint im Gegenlicht

alsdunkler

Streifen mit

€-Symbol und Wert

WeitereSicherheitsmerkmale:

· nur Teiledes Scheins leuchten unter

UV-Licht und Infrarotlicht

· winzige Schriftzeichen an einigen Stellen

tastbare

Linien

an den

Rändern

Streifen am rechten

Rand zeigt beim

Kippen Hologramme

der Europa, des

Hauptmotivs, des

€-Symbols und des

Werts

schematische Darstellung

Vorderseite

Quelle: EZB


GELD &GESCHÄFT 19

+TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE +

28. Juni 2017: Tagung „70 Jahre Soziale Marktwirtschaft“,

9bis 18 Uhr, Haus Früchting, Ellewick 14

Vreden

28. Juni 2017: Wie mache ich meine Unternehmenskultur

fit für die digitale Transformation?, 15 bis 18 Uhr,

Digital Hub münsterLAND, Hafenweg 16, Münster

29. Juni 2017: Büro mit Durchblick –Büroorganisation, 9

bis 11.30 Uhr, Startercenter NRW bei der WFG Borken,

Erhardstraße 11, Ahaus

Wo liegt der

Grundschuldbrief?

Wenn beim Verkauf einer Immobilie wichtige Unterlagen fehlen, kann es zu

deutlichen Verzögerungen bei der Abwicklung kommen.

30. Juni 2017: Industriekongress der IHK Nord Westfalen,

11.30 Uhr, Flughafen Münster/Osnabrück, Airportallee 1,

Greven

11. Juli 2017: Hub:Start #2–Mobile Geschäftsprozesse, 18

Uhr, Digital Hub münsterLAND, Hafenweg 16, Münster

11. Juli 2017: 7.IHK-Azubi-Speed-Dating, 9bis 14 Uhr,

Messe- und Congress-Centrum Halle Münsterland

12. Juli 2017: Verabschiedungsfeier der Auszubildenden

des Einzelhandels, Handelsverband NRW Westfalen-

Münsterland, Messe- und Congress-Centrum Halle Münsterland,

Münster

13. Juli 2017: 12min.me Münster –Vol. #03, münster-

LAND.digital e.V.,LBS West, Himmelreichallee 40, Münster

18. Juli 2017: Start-up Nights, 18 Uhr, münsterLAND.digital

e.V.,Cafe SpecOps network, Von-Vincke-Straße 5,

Münster

27. Juli 2017: Gründerclub im Klatsch, 19 Uhr, Wirtschaftsförderungsgesellschaft

(WFG) für den Kreis Borken,

Klatsch, Heilig-Geist-Straße 3, Borken

17. -19. August 2017: Dreitägiges Existenzgründungsseminar,

Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Gronau

(WTG), Wirtschaftszentrum Gronau, Fabrikstraße 3

Gronau

Wer plant, eine bereits abgezahlte

und schuldenfreie Immobilie zu verkaufen,

sollte unbedingt vorab prüfen,

ob die im Grundbuch eingetragene

Grundschuld bereits gelöscht

worden ist. Stellt sich nämlich während

des Verkaufs heraus, dass das

Grundbuch nicht lastenfrei ist, kann

dies laut Westfälischer Notarkammer

den Verkaufsprozess erheblich

verzögern.

Handelt es sich bei der

Schuld um eine Briefgrundschuld,

so ist für die

Löschung der Originalgrundschuldbrief

unbedingt

erforderlich. Häufig wissen jedoch

die Eigentümer gar nicht mehr, wosich

dieser befindet, da die Immobilienkredite

bereits vorJahren getilgtworden sind.

In einem solchen Fall empfiehlt es sich,

bei der Bank anzufragen, ob die sogenannte

Löschungsbewilligung und der

Grundschuldbrief dort noch vorliegen.

Doch oftmals schickt die Bank beide Dokumente

nach der vollständigen Kredittilgung

an die Eigentümer. Können die

Dokumente nicht wiederbeschafft werden,

muss ein äußerst zeitaufw

endiges

gerichtliches Verfahren in Gang gesetzt

werden,indem nach vielen Monaten der

Foto: dpa

Grundschuldbrief als kraftlos erklärt

wird.

Eigentümer sollten daher daran denken,

dass eine Grundschuld niemals automatisch

gelöscht wird, sobald ein Immobilienkredit

vollständig abbezahlt wurde.

Für die Löschung der Grundschuld

braucht man einen notariell beglaubigten

Löschungsantrag des Grundstückseigentümers.

Dieser kann gestellt werden,

sobald eine ebenfalls notariell beglaubigte

Löschungsbewilligung der

Bank vorliegt. Wird dieser Antrag nicht

gestellt, bleibt die Grundschuld im

Grundbuch stehen.

Es gibt zwei Arten von Grundschulden:

die Buchgrundschuld und die Briefgrundschuld.

Erstere ist nur im Grundbuch

eingetragen, die zweite ist darüber

hinaus in einem Wertpapier verbrieft und

kann allein durch die Übergabe des

Grundschuldbriefes an eine andere Person

übertragen werden. Deshalb ist die

Vorlage des Originalbriefes auch zwingend

zur Löschung erforderlich. Denn

schließlich kann es ja sein, dass die

Grundschuld von jemand anderem erworben

worden ist, der damit Ansprüche

gegen den Grundstückseigentümer hat.

Deshalb muss der Eigentümer bei einem

mit einer Briefgrundschuld gesicherten

Darlehen unbedingt darauf achten, dass

er von der Bank den Original-Grundschuldbrief

zurückerhält, sobald der Kredit

getilgt worden ist. Er muss diesen

sorgfältig aufb

ewahren.


20 GELD & G

Wertschätzend führen beschert E

Das Kommunikationstraining von Bauchredner Michael Schürkamp ist inzwischen bundesweit gefragt. „Führungskräfte soll

sein in ihrem Führungsstil“, rät der Münsteraner. Wachstum und Veränderung verlaufen für ihn von innen nach außen.

Wie geht erfolgreiches Wirtschaften?

Reicht es, wenn man die richtigen

Produkte und Ideen am Markt

hat? Reichen Innovation und Kreativität,

effektive Logistik und fundierte

Buchhaltung? Nein, sagt Charisma-,

Körper- und Kommunikations-

Trainer Michael Schürkamp aus

Münster. Das alles würde nicht zusammen

funktionieren, wenn nicht

auch die Kommunikation zwischen

denMenschen auf Augenhöhe verliefe.

„Und das geht nur durch Wertschätzung

des Gegenübers“, betont

der 59-Jährige. Er meint damit die

Kommunikation in allen Bereichen:

ganz gleich ob zwischen Führungsetage

und Mitarbeitern, zwischen

Unternehmen und Zulieferern, zwischen

Verkäufern und Kunden oder

zwischen den Mitarbeitern selbst.

Das Feedback-Training und die Körpersprache sind wichtige Bausteine des Seminars von

Michael Schürkamp.

Mit Werten und Wertschätzung

lässt sich

einfach besser leben

und arbeiten –das ist

die Grundthese des

neuen Coaching-Programms vonMichael

Schürkamp, mit dem er bundesweit

unterwegs ist. Sein Motto: Wachstum

und Veränderung verlaufen von innen

nach außen. „Man sollteöfters in sich hineinhören,

auf die eigene Stimme, also

auf eigene Werte, Glaubenssätze und

Überzeugungen mehr achten.“ Bundesweit

vermittelt er sein „Wertschätzung-

Training“ auf Neujahrsempfängen (zuletzt

in Ostbevern), Multiplikatoren-

Schulungen (zum Beispiel in der Versicherungsbranche),

„Unternehmerfrühstücken“

oder bei Einzelcoachings in Firmen

oder in seinem BüroinMünster,das

man nur über seinen eigenen Garten erreichen

kann.

WaswillMichael Schürkamp? „In Zeiten

der Digitalisierung haben viele Menschen

Angst, verloren zu gehen, berufl

ich

wegrationalisiert und auch als Privatperson

nicht mehr wahrgenommen zu wer-

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den.“ Dieses Vakuumgefühl, aus tiefer

eigener Unsicherheit heraus, sei oft auch

eine Vorursache vonMobbing. Vorallem

auch, weil Werte schwinden, immer weniger

Bedeutung im Leben haben, ob bei

der Arbeit oder im privaten Alltag. Das

muss nicht sein, betont der erfahrene

Coach: „Es geht darum, sich seiner eigenen

Wertmaßstäbe bewusst zuwerden

und sich dann daran zu orientieren.“ Der

ehemaligeLehrer baut auf sein humanistisches

Fundament: „Alle Menschen sind

gleich wertvoll. Jeder Mensch ist einzigartig

und verdient Respekt.“ Um den

Grundwert einer Person anzuerkennen,

ist es wichtig, Person und Verhalten getrennt

voneinander zu betrachten. „Das

fällt uns normalerweise sehr schwer und

wir erleben oft, dass Kritik persönlich

wird, obwohl sie nur das Verhalten

meint.“

Michael Schürkamp geht auf die Werte

ein, die jederMensch in seinerErziehung

vermittelt bekommen hat –wie zum Beispiel

Vertrauen, Wertschätzung und Ehrlichkeit.

„Warum sollte man diese Werte

nichtauchineinem Unternehmen ausleben?“

Es geht dem59-Jährigen um faires

Führen in Unternehmen. „Erst wenn

Werte im Inneren einer Persönlichkeit

verankert sind und entsprechend gelebt

werden, können sie glaubhaft vertreten

„Erst wenn Werte imInneren

einer Persönlichkeit verankert sind

und entsprechend gelebt werden,

können sie glaubhaft vertreten

werden.“

Michael Schürkamp

werden.“ Das bedeutet, dass eine Führungskraft

sowohl mit sich als auch mit

seinen Mitarbeitern wertschätzend und

vertrauensvoll umgehen sollte. Wiesonst

kann man dann so ein Verhalten vonden

eigenen Mitarbeitern erwarten? „Entscheidend

ist die Bereitschaft, sich immer

wieder auf Neues einlassen zu können,

an seiner inneren Einstellung zu arbeiten

und Veränderungsprozesse mit Neugier

und Spaß aktiv mitzugestalten.“ Das sind

für Schürkamp die Bausteine einer neuen

und nachhaltigen Führungsethik. „Wer

seinen Mitarbeitern Anerkennung, Lob

und Verantwortung schenkt, erhält im

Gegenzug das wertvollsteGeschenk: Gesunde

und intrinsisch motivierte Mitarbeiter.“

Die Folge: Wertschätzung

bringt Erfolg.

„Führen Sie schon oder herrschen Sie

noch?“ Das ist für den Kommunikationstrainer

eine Frage, die sich eine moderne

Führungskraft stellen sollte, da ein nicht

zeitgemäßer Führungsstil zu einem bitteren

Ende führen kann. Schürkamp plädiert

dafür, dass Führungskräfte sich

stärker mit Werten auseinandersetzen

sollten und damit, wie sie selbst wahrgenommen

werden möchten. Dieses

Grundbewusstsein bestimme letztlich

auch, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen.

Denn für Michael Schürkamp ist

klar: „Führungskräfte

sollten als Vorbild fungieren

und authentisch

sein in ihrem

Führungsstil.“

Doch wie kann das

funktionieren? Durch

innere Haltung! Jede

erfolgreiche Kommunikation

fängt für den

Münsteraner mit der

„Ich mache nie Scherze

über Menschen, sondern

mit Menschen.“

Michael Schürkamp

richtigen Körperhaltung an. Aufrecht,

leicht federnd, eine lockere Armhaltung

sowie ein sicherer Stand („Standpunkt“)

beugen eigenen Verspannungen vor und

vermitteln positive Signale. „Ausstrahlung

funktioniert immer von innen nach

außen. Die Wirkung eines Menschen entfaltet

sich zu55Prozent über Körper, zu

38 Prozent über Sprache und Stimme

und nur zu sieben Prozent über Inhalt“,

erläutert Schürkamp. Und dieses

Charisma, diese „gewinnende Ausstrahlung“

sei gerade in der

Wirtschaft entscheidend,

denn jeder möchte jasein

Produkt erfolgreich an die

Frau oder den Mann bringen.

Deshalb empfiehlt

Coach Schürkamp: „Lassen

Sie sich von der schlechten

Laune eines Kunden nicht

vereinnahmen, sondern setzen

ihm ein Lächeln oder Ihre

Persönlichkeit entgegen.“

Wie das geht, zeigt er mit

seiner Maxime „Lernen

und Lachen gehören

zusammen“. Denn als

„Master Me“ ist er

schon längereZeit erfolgreich

als Bauchredner

unterwegs,

war 2006 sogar

Künstler des Jahres

in dieserSparte. So

lässt er auch bei

seinen „Wertschätzung“-Coachings

seine mit viel

Liebe zum Detail angefertigten

Handpuppen

selber sprechen. In

typischen Alltagssituationen.

Zum

Beispiel bei Reklamationen.

Dann tritt die

aufmüpfigePuppe

„Dieter Quengelmann“

als Experte

für Beschwerdemanagement

in Aktion.

Mit einer

Prise Humor

und sachlich

korrekt. Die

aufgedonnerte

„Elvira“ zeigt

mit Finesse

wie Beziehungsmanagement

erfolgreich

gestaltet werden kann. Über seine Puppen

schafft der nun bauchredende Schürkamp

beim Kommunikationstraining

eine neue Vermittlungsebene, ohne auch

nur seinen Lippen zu öffnen.

Da kommen Figuren zu Wort, die aus anderem

Holz geschnitzt sind. Dabei bezieht

er das Publikum lebhaft mit ein, was

–egal inwelcher Branche u

mensklasse –gerne angenom

sehr belebend empfunden w

scheinbar selbst sprechen

will der bauchredende Komm

trainer seinem Publikum au

Anregungen vermitteln, „

selbst nicht komme“. Denn a

ren Haltung heraus erken

Wertvorstellungen von

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Darüber hat er auch das Buch

schon oder herrschen Sie

Management“ geschrieben,

mit BW

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ESCHÄFT 21

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Kommueispiel,

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ie und Feednkann.

„Führen Sie

och? Faires

gemeinsam

L-Professor

Heinz Siebenbrock

von der Hochschule Bochum.

Auch derakademische Diplomkaufmann

ist überzeugt: „Als erfolgreiche Führungskraft

muss man kein Ausbeuter und

Abzockersein. Mit einem fairen Management

lässt es sich besserleben und arbeiten.“

Die Werte-Kultur versucht Michael

Schürkamp auch mit seinem „Comedy-

Knigge-Dinner“ wieder mehr in der Gesellschaft

zu verankern. Geschäftsleute

kennen ihn als „Butler James“. In schwarzem

Frack und mit weißer Fliegevermittelt

er mit seinen Puppen auf Veranstaltungen

fein-humorig Tischkultur und Benimmregeln,

karikiert in spontanen Improvisationen

Klischees und zwischenmenschliche

Gewohnheiten. „Ich mache

nie Scherze über Menschen, sondern mit

Menschen.“ Diesen Einsatz für Werte

schätzt auch Moritz Freiherr Knigge. Der

muss es wissen, ist er doch Nachfahredes

Aufk

lärers Adolph Freiherr Knigge, der

„Über den Umgang mit Menschen“ bereits

1788 philosophierte.

Peter Sauer

Eben nicht aus dem

Bauch heraus

Wie „Master Me“ seine Puppen zum Sprechen bringt

Michael Schürkamp -vielen bekannt als „Master Me“

Schürkamp ist beim Hausbesuch

unauffällig. Bis sein

Mund aufgeht. Denn der 59-

Jährige verleiht vielen Figuren

seine Stimme. Er arbeitet

seit seiner Jugend bundesweit erfolgreichals

Bauchredner „Master Me“ –lange

bevor Sascha Grammel das Bauchreden

zum Mainstream machte. Schürkamp

leihtseine Stimme –imGegensatz

zu Grammels Tier-Fantasie-Gestalten –

einem Dutzend Handpuppen, die Charaktere

vermitteln sollen, die jeder aus

Beruf und Freizeit kennt. So heißt zum

Beispiel der nach der Finanzkrise abgestürzte

Börsenmakler bei ihm nur noch

„Clochard“. Alle Puppen eint ihreKartoffelnase.

Bereits als Jugendlicher ahmte Schürkamp

„Die Muppet Show“ imFernsehen

nach. Später lernte er parallel zum Lehramtsstudium

(Französisch/Spanisch) in

Südfrankreich Schauspiel und Regie,

Jonglage und Pantomime sowie in Amsterdam

Zauberei, die er auch im Hotel

„Imperial Palace“ (heute „The LINQ“) in

Las Vegas unter Beweis stellte.

Zum Üben braucht der Bauchredner nur

einen Spiegel. Zur Not reicht vor Auftritten

auch der Rückspiegel im Auto. Viel

Bauch braucht er auch nicht, so schlank

wie er ist.Als „Master Me“ ist Schürkamp

vielmehr ein perfekter Schauspieler, der

cool blufft wie ein Zauberer. Denn: Die

verschiedenen Stimmen seiner Puppen

kommen nicht aus seinem Bauch, sondern

aus seinem Mund. Obwohl sich seine

Lippen garnicht zu bewegenscheinen.

Meint man jedenfalls. Dieser Trick gelingt

Schürkamp beim Zuschauer durch

perfekte Ablenkung und diszipliniertes

Atem- und Gesichtsmuskeltraining.

„Schwierige Wörter mit Labial-Lauten

wie „b“, „p“ oder „m“ erfordern dabei

eine hohe Kunstfertigkeit“. Gleichzeitig

steuert er die Arm- und Kopfb

ewegungen

der Handpuppe. Um für die perfekteIllusion

zu sorgen, spricht Schürkamp von

Anfang an mit der Puppe. Auch wenn sie

noch im Koffer verstaut ist. Als ob sie real

ist. „Genau das ist die große Kunst beim

Bauchreden.“

Peter Sauer

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22 GELD &GESCHÄFT

Schwere Zeiten für Sparer

und Anleger gehen weiter

Des einen Freud ist des anderen Leid: Während Kreditnehmer von einer anhaltenden Geldentwertung

profitieren, fürchten Sparer mehr und mehr eine steigende Inflation.

„Sparer, die ihre Chance auf

Rendite steigern wollen, müssen

zwangsweise ein bisschen risikofreudiger

werden.“

Annabel Oelmann

Die Infl fationsrate in Deutschland ist

wieder gesunken –den niedrigeren

Energiepreisensei Dank.Nach Angaben

des Statistischen Bundesamtes

lag die Jahresteuerungsrate im Mai

bei1,5 Prozent –nach2,0 Prozent im

April.

Sparer und Anleger können

trotzdem noch nicht aufatmen.

Der Grund: Die Infl

ation

schmälert ihre Erträge. „Das

gab es früher auch schon“,

sagt Jürgen Kurz von der Deutschen

Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

„Nur da hat die Menschen eine hohe Infl

ationsratenicht so gestört.“ Denn heute

kommt erschwerend hinzu: Die Zinsen

sind historisch niedrig.

Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale

Bremen bringt das Dilemma auf

den Punkt: „Eine 100-prozentige Sicherheit

der Geldanlagen bedeutet derzeit

leider auch einen

realen Kapitalverlust.“

Aus Trotz

gar nicht zu sparen,

istaber keine

Lösung. „Wer gar

nichts beiseitelegt,

hat am Ende

ja auch gar

nichts“, sagt Max

Herbst von der

FMH Finanzberatung. Er rechnet vor,

dass aus monatlich 100Euro nach zwölf

Monaten 1200 Eurowerden. „Beträgt die

Infl

ation zwei Prozent, bleiben einem

dann immerhin noch 1176 Euro.“

Anleger sollten den Zeitpunkt nutzen

und ihre eigene Strategie auf den Prüfstand

stellen. „Sparer, die ihre Chance

auf Rendite steigern wollen, müssen

zwangsweise ein bisschen risikofreudiger

werden“, erläutert Oelmann.

Das bedeutet aber nicht, dass sie leichtsinnig

nur nachder Renditeschielen sollen,

um die Infl

ation auszugleichen. „Es

müssen immer alle Risiken, die mit einer

Geldanlagen verbunden sind, zusammen

betrachtet werden“, sagt Oelmann.

Welche Strategie passt, hängt von der

Laufzeit, den Sparzielen und der Risikobereitschaft

ab. „Wer sein Geld kurzfristig

anlegen möchte, kommt –trotz der

niedrigen Zinsen –kaum am Tagesgeld

oder an kurzfristigen Festgeldern vorbei.

Denn andere Sparformen sind entweder

mit mehr Risiken verbunden, oder die

notwendige Flexibilität ist nicht gegeben“,

erklärt Oelmann.

Ein Wechsel der Bank kann sich heute

schon bei einer geringen Zinsdifferenz

von 0,7 Prozent lohnen. „Wer etwa

10 000 Euro anlegt, hat am Ende eines

Jahres dann 70 Euro mehr“, rechnet

Herbst vor.

Aussicht auf mehr Zinsen gibt es bei Tagesgeldangeboten

ausländischer Banken.

Der Vorteil von Tagesgeld: „Anders

als bei Festgeldangeboten können Sparer

hier ihr Geld kurzfristig innerhalb eines

Tageszurückholen“, erklärt Herbst. „Wir

werden in absehbarer Zeit kein Tagesgeld

mit einer Verzinsung von vier bis fünf

Prozent erhalten.“ Die Staatsverschuldungen

seien zu hoch, viele Länder hättendeshalb

kein Interesse an einem Zinsanstieg.

Werlangfristig sparen will –etwafür die

Altersvorsorge –odermehr Geld zur Verfügung

hat, das er über Jahre liegen lassen

kann, dem empfiehlt Herbst: „Über

Wertpapiersparpläne in Aktien oder

Fonds investieren.“ Um die Risiken zu reduzieren,

rät Oelmann, in Aktien- beziehungsweise

Rentenfonds oder in Indexfondsanzulegen.

So können Anleger beispielsweise

laut Kurz auf den Aktienindex

MSCI World mit Exchange Trades

Funds (ETF) setzen. Diese Fonds bilden

den Aktienindex passiv ab. Eine Direktanlage

ineinzelne Aktien ist laut Oelmann

etwas für erfahrene Anleger.

Insgesamt empfiehlt sie, das Geld nicht

zu lange fest anzulegen: „Sonst kann

nicht mehr reagiert werden, wenn die

Zinsen irgendwann wieder steigen sollten.“

Das ist gar nicht so unrealistisch:

Die EZB hat ihr Ziel wohl bald erreicht –

mittelfristig strebt sie eine Infl

ationsrate

von knapp zwei Prozent an. „Dann wird

sie den Anleihenkauf zurückfahren und

anschließend den Leitzins stufenweise

erhöhen“, sagt Herbst. Die Kreditinstitute

werden dann die Zinsen ebenfalls nach

oben anpassen, sagt Oelmann.

Bis es zu Änderungen in der Geldpolitik

Nur wenig Erträge gibt es derzeit für die Ersparnisse. Selbst Verbraucherschützer raten dazu, vorsichtig in risikoreichere

Anlageformen zuwechseln.

Foto: dpa

kommt, profitieren immerhin Kreditnehmer

von den niedrigen Zinsen. Es kann

sich also lohnen, zu investieren –etwain

eine Immobilien –statt zu sparen. Der

Kauf ist aber nur empfehlenswert, wenn

die Finanzierung solide ist: „Man sollten

mindestens 20, besser 30 Prozent Eigenkapital

mitbringen“, sagt Oelmann. Außerdem

setzt man die Tilgungsrate idealerweise

möglichst hoch an und berücksichtigt,

„dass die Kreditzinsen irgendwann

wieder steigen werden und eine

spätere Anschlussfinanzierung wesentlich

teurer sein kann“.

Auch hier lohnt es, Angebote zuvergleichen,

denn die Immobilienpreise seien in

einigen Gegenden durch die große Nachfragestark

gestiegen, sagt Kurz.Alle drei

Experten warnen: Man sollte sich nicht

durch die niedrigen Zinsen dazu verführen

lassen, sich stärker zu verschulden,

als man es sich leisten kann. dpa

Infrastruktur muss stimmen

Der Handelsverband und der Städtetag setzen sich für lebendige Innenstädte ein.

Auch die Zentren kleinerer Städte müssen –wie hier das Beispiel

Greven –gemeinsam attraktiv gestaltet werden. Foto: Björn Meyer

In einem gemeinsamen Positionspapier

setzen sich der Handelsverband

Deutschland (HDE) und der

Deutsche Städtetag für einen zukunftsfähigen

Einzelhandel in lebendigen

Innenstädten ein –durcheine

Zusammenarbeitvon Stadt,Handel

und Immobilieneigentümern.

Lebendige Städte verbinden

Einkaufen, Wohnen, Arbeiten

und Kultur und ermöglichen

Kommunikation und

Begegnung“, so der Hauptgeschäftsführer

des Deutschen Städtetages,

Helmut Dedy.„Die Innenstädtekönnen

trotz wachsendem Online-Handel attraktiv

bleiben, wenn Online- und Offline-Handel

klug kombiniert und dafür

neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.“

Es gelte, eine guteVersorgung der

Bevölkerung zu sichern, die soziale Vielfaltder

Städtezuerhalten, Leerstände zu

vermeiden und Einzelhandelskonzepte

weiterzuentwickeln, heißt es in einer

Mitteilung. Die Städte setzen sich deshalb

gemeinsam mit dem HDE für eine

Verantwortungsgemeinschaft von Stadt,

Handel sowie Eigentümern ein und

unterstützen Händlerinitiativen.

„Online- und Offlinehandel klug

kombinieren.“

Helmut Dedy

„Ohne Einzelhandel gibt es keine attraktiveInnenstadt.

Damit die Händler in Zeiten

des wachsenden Online-Handels erfolgreich

weiterarbeiten können, muss

aber die Infrastruktur stimmen“, so HDE-

Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Dazu

gehöre auch der Ausbau von Breitbandnetzen.

Denn immer mehr Händler

bauten sich im Internet ein zweites

Standbein auf und verknüpfen on- und

offlf ine.

Stadt und Handel erwarten, dass Bund

und Länder die Kommunen insbesondere

durch entsprechende Einbeziehung in

die Breitbandförderprogramme aktiv

unterstützen.Darüber hinaus sei wichtig,

dass die Politik für Rechtssicherheit für

Anbieter öffentlichen WLANs sorge.

Gefordert sind aus Sicht vonDeutschem

Städtetag und Handelsverband

Deutschland aber auch die Immobilieneigentümer

und -entwickler. Sie müssten

ihrer Verantwortung für eine nachhaltige

Entwicklung gerecht werden.

Ein Beispiel könnten Mieten sein, die

die Besucherfrequenz berücksichtigen

und dadurch der finanziellen Überforderung

der Händler vorbeugen.

Städtetag und Handelsverband machen

in ihrem Papier deutlich, dass die fl

ä-

chendeckende Versorgung der Bürger

durch den Handel künftig nur dann gewährleistet

werden kann, wenn alle Beteiligten

eng zusammenarbeiten und die

Politik aufallen Ebenen am selben Strang

zieht.


GELD &GESCHÄFT 23

Die lautlosen Einbrecher

aus dem Internet

Experten warnen: Viele Mittelständler sind zu schlecht gegen Cyber-Kriminalität gerüstet.

Die Versicherungen bieten im Schadensfall Unterstützung durch IT-Spezialisten an.

Lautlos, unauffällig –aber mit verheerenden Folgen für die Unternehmen: Der professionelle Schutz vor Cyber-Kriminalität wird immer wichtiger.

Foto: Colourbox

Es ist das Horrorszenario für jeden

Chef: Alles im Unternehmen steht.

Nur auf den Bildschirmen der Rechner

blinkt ein freundliches „Uppss,

Sie wurden gehackt, Ihre Daten sind

gesperrt.“ Verbunden ist das Ganze

mit der Aufforderung, bitte binnen

48 Stunden soundsoviel Bitcoins zu

überweisen, damit die Daten nicht

ganz gelöscht werden.

MeinUnternehmenist zu

klein,umfür Hacker interessant

zu sein“, sagte

sich früher mancher

Mittelständler – bis

sich der Erpressungs-Trojaner „Wanna-

Cry“ binnen Stundenin100 Ländern ausbreitete.

„Die breiten Angriffe treffen jeden

–als Erstes diejenigen, die nicht gut

vorbereitet sind“, warnt Dr. Timo Hauschild,

Fachbereichsleiter beim Bundesamt

für Sicherheit in der Informationstechnik

(BSI). Über 250 Mittelständler

informierten sich kürzlich in Münster

beim BVMW (Bundesverband mittelständische

Wirtschaft) über das Thema.

Ein Risiko: In Produktionsbereichen gibt

es oft Prozesssteuerungskomponenten,

die noch auf relativ alten Betriebssystemen

wie Windows XPberuhen. „Das ist

so lange nicht gefährlich, wie die nicht

mit dem Internet verbunden sind“, sagt

Hauschild. „Aber dann kommt der junge,

dynamische Chef und sagt: Ich möchte

vonzuHause aus sehen, wie die Maschinen

laufen.“ Wenn der die Internet-Verbindung

herstelle, ohne aufSicherheit zu

achten...

Daszweitegroße Risiko: der Mensch. Der

befl

isseneMitarbeiter,der auf die E-Mail

des Finanzvorstandes hin tatsächlich

Geld überweist – und so auf eine gefälschteMail

hereinfällt. Stichwort: CEO-

Fraud (CEO-Betrug).

Schön, wenn man dann den Spieß umdrehen

kann. Das ist ein Geschäftsfeld

von Torsten Töllner. Dessen Firma SEC

Consult hat schon präparierte„Bankquittungen“

an solche kriminellen Absender

geschickt. „Der hat daraufgeklickt“ –und

sich enttarnt. Die Verbindung ließ sich bis

Ghana zurückverfolgen, über Facebook

die Identität eines Verdächtigen ermitteln.

Töllner: „Wir haben die Sache den

Behörden übergeben.“

Viele Unternehmen seien „schlecht“ geschützt,

obwohl ihnen das Problem bewusst

sei, sagt Prof. Dr. Sebastian Schinzel

von der Fachhochschule Münster.

„Wenn wir bei Penetrationstests in weniger

als einer Stunde an sensible Daten

kommen, war jemand fahrlässig.“

Töllner verweist in dem Zusammenhang

auf eine Studie seines Unternehmens

unter „größeren Mittelständlern“: „Nur

58 Prozent der Unternehmen hatten

einen vollamtlichen IT-Sicherheitsbeauftragten.“

Und nur etwa37Prozent dieser

größeren Mittelständler hätten sich

gegen gezielte Angriffe „genügend gewappnet“

gefühlt. Das Problem: Auch

Internet-Kriminelle denken betriebswirtschaftlich

–und suchen sich deshalb Opfer,

die sich möglichst schnell und leicht

hacken lassen. „Die Großunternehmen

haben sich bei der Security sehr stark professionalisiert“,

sagt Töllner. Internet-

Kriminelle wichen daher zunehmend auf

den Mittelstand aus.

Und wenn der Schaden dann da ist?

Dann greift die Cyber-Versicherung.

Auch die Westfälische Provinzial in

Münster bietet seit Jahresbeginn solche

Verträge an. „Die Kunden wollen vor allem,

dass ihr Laden schnell wieder läuft“,

erklärt Michael Hein, Hauptabteilungsleiter

bei der Provinzial. Die Policen bieten

daher nicht nur Schadenersatz, sondern

auch schnelle, konkrete Hilfe von

Spezialisten wie Töllner.

Cyber-Policen seien „ein rasant wachsender

Bereich.“ Einigeinder Branche sprächen

bereits vonder „Brandversicherung

des 21.Jahrhunderts –soweit würde ich

nicht gehen“, sagt Hein. Doch dem BSI-

Mann Hauschild gefällt der Vergleich:

Schließlich sei einst über die Feuerversicherung

der vorbeugende Brandschutz

zum verpfl

ichtendenStandardgeworden

–weil die Versicherungen sie forderten.

Wenn das mit Maßnahmen zur Cyber-Sicherheit

ähnlich funktioniere...

Martin Ellerich

Börsengänge bieten Chancen

Mit ein bisschen Geduld kann man aus Sicht der Vermögensverwalter dabei Geld verdienen.

Viele Unternehmen träumen davon,

den Schritt an die Börse zu schaffen.

Sie könnendann Geld bei Aktionären

einsammeln, um dadurch unter anderem

ihr Wachstum zu finanzieren.

Und sie erhalten eine höhere Aufmerksamkeit,

was dabei hilft, Neugeschäft

zu generieren.

Nun war 2016 ein schwaches

Jahr für Börsengänge

(IPO –Initial Public Offering).

„Im Vergleich zum

Vorjahr sank die Zahl der

Neuemissionen in Deutschland von 15

auf fünf und damit auf den niedrigsten

Stand seit Ausbruch der Finanzkrise im

Jahr 2008“, erklärt Thomas Hünicke, geschäftsführender

Gesellschafter der WBS

Hünicke Vermögensverwaltung in Düsseldorf.

Die Schweizer Bank UBS, so der Experte,

erwarte für 2017 in Deutschland fünf bis

zehn Börsengänge und zähle hier Transaktionen

mit einem Volumen ab 100Millionen

Euro. Hünicke: „Hintergrund der

eher mauen Phase: Viele Unternehmen

sitzen aufgroßen Cash-Reserven und sehen

keinen Grund, sich für den Kapitalmarkt

zu öffnen. Wenn sie es tun, bieten

sich für Investoren sehr guteChancen, an

einer dynamischen Entwicklung teilzuhaben.“

Denn viele Unternehmen legen im Zuge

der Emission einen ordentlichen Sprung

hin, wie Börsendaten der Jahre2015und

2016 zeigen. So hat zum Beispiel der Maschinenhersteller

Aumann aus Düsseldorf,

dessen Erstnotiz auf den 24. März

2017 datiert, seit der Emission für 42

Euro fast 20 Euro hinzugewonnen –ein

Sprung von knapp 48 Prozent. Auch das

Reiseunternehmen Trivago, das kurz vor

Weihnachten 2016 in New York an die

Börse gegangen ist, legtevon 11,34 Euro

auf 16,06 Euro zu.

Nunsind Börsengängefür Aktionäre,besonders

für Privatanleger,kein Selbstläufer.

Zumal viele Unternehmen gar nicht

mehr bereit sind, ihre Aktien relativ aufwendig

bei Privatanlegern zu platzieren.

Sie setzen lieber aufinstitutionelle Investoren,

das verschafft mehr Planungssicherheit.

„Der Aufw

and für Private,von einem Börsengang

zu profitieren, ist also nicht unerheblich.

Sie müssen zum einen hoffen,

überhaupt Aktien zu erhalten –gerade

dann, wenn es sich um ein sehr bekanntes

Unternehmen wie Facebook oder

Snapchat handelt –, zum anderen müssen

sie den Weg über die Depotbank gehen,

da die Aktien ja noch nicht im freien

Handel verfügbar sind. Aber es kann sich

lohnen“, schreibt der Vermögensverwalter.

Insofern müssen Anleger entscheiden,

welchen Aufw

and sie eingehen wollen.

Wenn sie großes Vertrauen in ein Unternehmen

setzen, sie die Zukunftsaussichten

und Marktpotenziale einschätzen

können, ist der Weg über die Zeichnung

direkt zum Börsenstart denkbar und ein

guter Weg, Gewinne einzustreichen.Wer

eher zurückhaltend agieren möchte, wartet

den Börsenstart ab und steigt ein,

wenn sich die Situation beruhigt hat. Die

Aumann-Aktie beispielsweise notierte

knapp zehn Tage nach dem Start bei

unter 50 Euro, dem niedrigsten Stand der

jungen Börsenhistorie des Unternehmens.

„Ein bisschen Geduld kann sich somit

auszahlen, wenn man bei einem Börsengang

Geld verdienen möchte.“

Börsengänge können für Anleger interessant

sein. Sie müssen aber Geduld aufbringen,

wenn im Handelssaal der Kursverlauf

schwankt.

Foto: dpa


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Branchen & Betriebe: Teststrecke

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Geld & Geschäft: Indexpolicen

stehen hoch im Kurs Seite 17

DIE WIRTSCHAFT

Im Bann der Abschotter

Die USA und Großbritannien verweigern sich zunehmend dem globalen Handel. Präsidentenwechsel

und Brexit drohen auch die Unternehmen im Münsterland in Mitleidenschaft zu ziehen.

Der neue DonaldTrumpbautHan-

die britische

US-Präsident

delsmauern, Regierungbereitett

den Brexit vor, und die

wird

türkische unberechenbarer.

Politik zunehmend die

UnternehmenimMüns-

immer

Auch terland stärker die Auswirkungen

globaler Turbulenzen

auf ihr Geschäft.

Es geht um

mehrere Mil-

liarden Euro

Auslandsumsatz.

Allein in

USA,

spüren die drei Großbritannien und Tür-

kei, die alle in politischen

Turbulenzen stecken, ex-

Unternehmenn

Länder portieren aus dem Bezirk der In-

und Handels-

dustrie- Nord

kammer in Münster

(IHK) Westfalen Waren tungen im Wert vonüber

3,6 Milliarden Euro. Wie

Prof. Dr. Bodo Risch,

stellvertretender IHK-Hauptgeschäfts-

Hauptgeschäftsführer,

dieser Zeitung erklärte, erreicht

allein der Export von rund500 Betrieben

aus dem Münsterland und der Emscher-

Lippe-Region in das Brexit-Land Großbritannien

ein jährliches Volumen von 1,6

Milliarden Euro. In den USA, woder neue

Präsident Donald Trump täglich für neue

wirtschaftspolitische Unruhe sorgt, erreichte

der Wert der Geschäfte aus der

und Dienstleis-

Münster | Münsterland

Region im vergangenen Jahr einen Wert

von 1,5 Milliarden Euro.

Allerdings spiele bei den münsterländischen

Ausfuhren in die USA der Maschinenbau

eine große Rolle, so Risch. „Diese

Branche steht bei der Abschottungspolitik

Trumps nicht so im Fokus.“ Der stellvertretende

IHK-Hauptgeschäftsführer

sieht in dieser Branche vor allem auch

deshalb einen Zwang zum Einkauf ländischen Know-hows, „weil der USaus-

Maschinenbau antiquiert ist“.

Hinzu kommen für die heimischen Exporteure

politischen Unsicherheiten in

einigen europäischen Nachbarländern –

etwa in Frankreich und den Niederlanden,

wo rechte Kandidaten bei den Präsidenten-

bzw. Parlamentswahlen eine be-

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„Ein dynamisches Jahr“

Statistisches Bundesamt bewertet die Wirtschaftsleistung positiv

DiedeutscheWirtschafthatEnde

2016zualtemSchwungzurückgefunden.NacheinerDelleimSommer

zog die Wirtschaftsleistung

vonOktoberbisDezemberum0,4

Prozent gegenüberdemdritten

Quartalan, wie das Statistische

Bundesamt jetzt in Wiesbaden

mitteilte.

Befl

vom Konsum

und größte

fügelt vom Bauboom

wuchs Volkswirtschaftdamitso

stark wie der Euroraum

insgesamt.ImdrittenQuartalwardas

Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich

Europas 4 198869 002009

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um0,1Prozentgestiegen.ImGesamtjahrstandeinkräftigesPlusvon1,9

Prozent. Es wardasstärksteWachs-

tumseitfünfJahren.FürdiesesJahr

sindÖkonomenzuversichtlich,siesehenallerdingsgroßepolitischeUnsicherheiten.

„Das gute vierte Quartal setzt den

Schlusspunkthintereindynamisches

Jahr 2016. Deutschlandistspürbar

schnellergewachsenalsimlangfristigen

Durchschnitt“, erklärte KfW

-

Chefv

olkswirt Jörg Zeuner. Viele

internationaleTurbulenzenseienwegen

der starken Binnenwirtschaft

kaumaufDeutschlanddurchgeschlagen.

AbgehängtwurdeEuropasKonjunk-

turlokomotivezumJahresendeunter

anderemvonSpanien (plus0,7Pro-

zent)unddenNiederlanden(plus0,5

Prozent). Im Gesamtjahrwuchsdas

BIP in denNiederlandenkräftigum

2,1Prozent.DieRegierungkanngute

NachrichtenrundvierWochenvor

derParlamentswahlgebrauchen.Die

französischeWirtschaftgewannvor

demWahljahrebenfallsanSchwung

undlegteEnde2016um0,4Prozent

zu.

InDeutschlandtrugennachvorläufigenDatenderStatistikerdieKaufl

fust

derBundesbürgerunddieAusgaben

desStaatesmaßgeblichzumWachs-

tum Ende 2016 bei. Der habe

seine Konsumausgabendeutlicher-

höht, erklärtedieBehörde.

ImVorjahresvergleichlegtedaspreisbereinigteBIPvonOktoberbisDezemberum1,2Prozentzu.Fürdieses

JahrhatdiedeutscheWirtschaftnach

AngabenderStatistikerbereitsein

Plusvon0,5Prozentsicher.

dpa

NÄCHSTE AUSGABE

22.8.2017

Der

Anzeigenschluss

ist am 4. 8.2017

OFFEN GESAGT

Vielfalt kann

schützen

drohlich starke Zustimmung erwarten

können. Das trifft dann sogar das münsterländische

Handwerk: Es gebe vor allem

enge geschäftliche Kontakte in die

Niederlande, berichtete der Pressesprecher

der Handwerkskammer Münster,

Michael Hoffmann.

►Fortsetzung auf Seite 2

uch

A en die politischen Turbu-

Ideen alleine verändern nichts.

Sondern der Mut, sie umzusetzen.

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am Münsterland gelenzen

in wichtigen Handelsnationen

wie den USA und Großbritannien

nicht vorbei. Milliardenschwere

Exportvolumina

verbinden die Region mit den

Krisenländern.

Doch im Gegensatz zu vielen

anderen Gegenden Deutschlands

hat das Münsterland

einen gewaltigen Vorteil: Die

Hidden Champions, die es in

der Region in großes Zahl gibt,

sind auf dem Weltmarkt in

ihren Sparten überlegen.

Auch US-Präsident Trump dürfte

seinem Land diese Waren

nicht vorenthalten wollen und

deshalb hier von Zöllen absehen.

Außerdem steht China als alternativer

Markt zur Verfügung.

Auch wenn die dortige

Wirtschaft nicht mehr ganz so

stark wächst wie in der Vergangenheit,

wird sich die

Volksrepublik – vor allem auch

wegen Trumps Abschottungspolitik

– zunehmend zur führenden

ökonomischen Macht

der Welt entwickeln.

Die Wirtschaft im Münsterland

hat in der Vergangenheit immer

wieder ihre hohe Flexibilität

unter Beweis gestellt. Basis

für diese schnelle Reaktionsfähigkeit

ist vor allem die mittelständische

Struktur der regionalen

Betriebe. Großkonzerne

erweisen sich hingegen in der

Regel als schwerer lenkbare

Kolosse – können sich somit

auch auf politische Umbrüche

nur verspätet einstellen.

Jürgen Stilling

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LEBEN &WISSEN 25

Reise durchs Sonnensystem

Unter münsterischer Federführung haben 19 Planetarien eine atemberaubende Expedition zu den Planeten

produziert –kein Science-Fiction-Film, sondern naturgetreue und realistische Bilder.

Wichtig für den Größenvergleich: Immer wieder wurden Raumschiffe und Astronauten in die Show eingebaut.

Foto: Matthias Ahlke

Björn Voss lädt zu einem kleinen Besuch

in die Nachbarschaft. Nach seinen

Maßstäben. Zwar sind es leicht

228 Millionen Kilometer bis zum

Mars. Aber das ist –inkosmischen

Maßstäben – wirklich nur ein Katzensprung.

Mars ist unser nächster

Nachbar auf dem Weg weg von der

Sonne. Da kann man mal eben vorbeischauen.

Und sich von Voss führen

lassen.

Regisseur und Projektleiter: Dr. Björn Voss hat die Produktion

zwei Jahre lang geleitet.

Foto: LWL/Steinweg

Da kommt man relativ gut

hin“, sagt Dr. Voss. Sechs

Monate brauchen unbemannte

Raumsonden zurzeit,

um von der Erde auf

den Mars zu kommen. Weil sie spritsparend

unterwegs sind und es auf ein paar

Tage mehr oder wenigernicht ankommt.

Astronauten könnte man schneller dorthin

bringen, weiß der Leiter des münsterischen

Planetariums am Aasee. Er weiß

auch, wassie auf unserem Nachbarplaneten

zusehen bekämen: sandige Böden,

ausgedehnte Vulkane, Krater, Berge und

Gesteinsbrocken. Das Ganze vornehmlich

in Rottönen, was dem Rost geschuldet

ist –Eisenoxid hat sich als Staub auf

der Marsoberfl

ächeund in seiner dünnen

Atmosphäre verteilt.

Genau das zeigt Voss den Besuchern des

Planetariums in der aktuellen Show„Planeten

–Expedition ins Sonnensystem“.

Kein Science-Fiction-Film, der in Hollywood

mit viel Fantasie entstanden ist.

Sondern eine 50-minütigeAnimation mit

naturgetreuen und realistischen Bildern.

Genau daraus ist die Show entstanden:

Aus Daten und Bildern, die auf zahlreichen

Raummissionen gesammelt wurden.

„Cassini“ hat die Saturnringe und

Eismonde untersucht, „Rosetta“ einen

Kometen aus der Nähe fotografiert, die

Sonde „New Horizons“ ist dicht am Pluto

vorbeigefl

ogen.

Björn Voss hat als Regisseur und Koordinator

Datenmodelle und Fotografien gesammelt.

19 Planetarien warenbeteiligt;

15 wissenschaftliche Berater standen mit

ihrem Wissen parat; zehn, zwölf Grafik-

Experten haben Bilder montiert, Oberfl

ä-

chen am Computer gezeichnet und Kamerafahrten

simuliert.

Dabei wurden Datenmengen bewegt, die

auch den ambitioniertesten PC-Freak an

und über seine Grenzengebracht hätten.

Schon einzelne Bilder sind einige Gigabytes

groß –inder ganzen Produktion

stecken 90 000 Einzelbilder.Dafür haben

drei Planetarien 20 bis 30 Rechner zu

Clustern verbunden. „Insgesamt“,

schätzt Björn Voss, „steckt ein Jahr Rechnerzeit

in dem Projekt.“

Vor drei Jahren haben die ersten der beteiligten

Planetarien mit dem Sammeln

der wissenschaftlichen Daten begonnen;

vor zwei Jahren wurde die Arbeit konkret.

Da nehmen sich die Kosten von zusammen

150000 Euro nachgerade bescheiden

aus. Aber Voss relativiert: „Das

ist nur das Geld, das an externe Firmen

bezahlt wurde.“

►Fortsetzung auf Seite 26

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26 LEBEN &WISSEN

Als wäre man selbst ein

reisender Astronaut

Das Planetarium Münster plant jetzt schon das nächste Projekt: „Die Geschichte der Welt –Teil zwei“.

„Wir kollidieren mit unserer Nachbargalaxie

Andromeda.“

Dr. Björn Voss

Die beteiligten Planetarien,

manch astrophysikalisches

Institut und einzelnebeteiligte

Wissenschaftler tauchen

auf den Rechnungen

nicht auf. In Münster etwahaben sich der

3D-Artist Robert Perdok und Claudia

Schmitz in der Bildbearbeitung um diese

Odyssee ins Weltall verdient gemacht.

Und Dr.TobiasJogler,Ewald Segna, Barbara

Wernsing, Peter Puschmann als Berater.

Michael Dütting von den Sternfreunden

Münster steuerte ein Bild bei –

„eine Super-Zusammenarbeit in jeder

Hinsicht“, bilanziert Björn Voss. Das gilt

auch weit über Münster hinaus. Zwei österreichische

Planetarien warenbeteiligt,

eine schweizerische Einrichtung und ein

Planetarium in den USA. Sie alle profitieren

nun von der Projektion. Die Show

wird auch in den USA präsentiert –aber

wohl in kleineren

Häppchen: „50

Minuten Aufmerksamkeit

am

Stück bekommt

man dort nicht.“

Gebündeltes Wissen

aus Jahrzehnten

steckt in dieser

Expedition. Daten der ersten Marsmissionen

aus den 1980er Jahren wurden

ebenso verwandt wie Höhenmodelle

des Planeten, die in den 1990er Jahren

entstanden. Das i-Tüpfelchen setzen natürlich

die Bilder der jüngsten Missionen.

Sie haben beispielsweise die 4000 Kilometer

langen Mariner-Täler fotografiert.

Die können sich Planetariumsbesucher

nun quasi im Vorbeifl

ug anschauen–„so

realistisch, wie es ein Astronaut zu sehen

bekäme“, sagt Voss. Raumfahrer sind in

der Show dann auch zu sehen, ebenso

wie Raumsonden und Bodenfahrzeuge.

„Ein bisschen Spielerei, eigentlich nur

Dekoration“, räumt der münsterische

Planetariumsleiter ein. „Aber die Figuren

verdeutlichen auch die richtigen Größenverhältnisse.“

Eine Raumfahrt, die der Besucher in den

bequemen Sesseln des LWL-Planetariums

unternehmen kann.Dazu gehören

auch noch eine Stippvisite auf dem

Mond,der Vorbeifl

ug eines Kometen, ein

Besuch auf dem Pluto, ein Durchfl

ug zwischen

Saturn und seinen Ringen und eine

Landung auf dem Jupiter.

Zuletzt hatte die Show noch kleine Fehler.

Manchmal bewegten sich die Sterne

im Hintergrund falsch, manchmal stand

die Sonne still, wo sie aufgehen müsste.

Inzwischen werden auch sie verschwundensein–Vossund

seine Kollegen beseitigen

gerade die letzten Makel.

Dann geht es ans nächste Projekt. „Die

Geschichte der Welt –Teil zwei“ nennt

Voss das bescheiden. Er will in die Zukunft

reisen –inähnlicher Qualität und

Lebensnähe. „Die Sonne wird nicht ewig

scheinen. Wir kollidieren mit unserer

Nachbargalaxie Andromeda.“ Noch ist

die2,5 Millionen Lichtjahrevon unserem

Sonnensystem entfernt. Aber das ändert

sich schnell. Die Kollision, so Voss, ist absehbar.

Errechnet mit kurzen zwei Milliarden

Jahren Wartezeit. Wem das zu

lang ist,der kann sich in zwei, drei Jahren

das Ganze schon mal in der nächsten

Show des Planetariums ansehen.

Uwe Gebauer

Detailaufnahmen: Björn Voss verspricht Bilder, wie sie auch ein Astronaut zu sehen bekäme.

Fotos: Matthias Ahlke

Auch dem Saturn mit seinen bekannten Ringen stattet man auf der Reise durch das Sonnensystem einen Besuch ab.

PLANETARIUMSSHOW

50 Minuten dauert die Show im

Planetarium des Landschaftsverbandes

Westfalen-Lippe imLWL-

Museum für Naturkunde in Münster.

Dazu gehört immer ein Teil

mit aktuellen Nachrichten. Im

Moment geht es um das für September

2017 geplante Ende der

Raumsonde „Cassini“ auf dem

Saturn. Derzeit ist die Show mittwochs

(15 Uhr), freitags (18 Uhr),

samstags (17 Uhr) und sonntags

(16 Uhr) zu sehen. Der Eintritt

kostet 5,50 Euro (ermäßigt drei

Euro) –zusätzlich zum Museumseintritt.

Informationen zu Show und LWL-

Planetarium: Tel. 02 51/5 9160 50

www.lwl-planetarium-muenster.de

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LEBEN &WISSEN 27

Die Welt besser verstehen

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar wünscht sich mehr Lernorientierung inden Schulen.

Man hält aus seiner Sicht zu sehr an überholten Lehrbüchern und Unterrichtsinhalten fest.

Regenbögen, technische Geräte oder

Computer begeistern Kinder. Doch

dieselben Kinder und Jugendlichen

stöhnen, wenn Mathematik, Informatik

oder Naturwissenschaften

(MINT-Fächer)auf dem Stundenplan

stehen. Das hat Folgen: Nach Angaben

des Instituts der deutschen Wirtschaft

(IW Köln) gab esimApril eine

MINT-Lücke von 237 500 Personen

auf dem Arbeitsmarkt.

Über Wissenschaften, den

Schulunterricht und die

Ideen-Expo, Deutschlands

größtes Jugend-Event für

Naturwissenschaften und

Technik, hat Martin Ellerich mit dem Wissenschaftsjournalisten

und Moderator

Ranga Yogeshwar („Quarks &Co.“) gesprochen.

Mitte Juni stand er wieder auf

der Bühne der Ideen-Expo in Hannover.

Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar

Seit Jahren wird vonder Förderung

der MINT-Berufe geredet – und

trotzdem haben wir eine riesige

Fachkräfte-Lücke in naturwissenschaftlich-technischen

Berufen.

Was machen wir falsch?

Ranga Yogeshwar: Das ist ein breiter

Katalog: Es fängt an bei einer adäquaten

Behandlung in der Schule. Bei der Didaktik

dieser oft sperrigen Fächer haben wir

viel zu wenig unternommen. In Zeiten, in

denen junge Leute mit Begeisterung an

3D-Druckern arbeiten, könnte man am

Foto: imago

Kinder basteln bei der Ideen-Expo 2017 auf dem Messegelände der Deutschen Messe in Hannover amStand der Region Hannover. Die Ideen-Expo ist nach

Veranstalterangaben das bundesweit größte Jugendevent für Wissenschaft und Technik.

Foto: dpa

Beispiel dieser Drucker jede Menge Wissenschaft

erklären. Stattdessen halten

wir zu stark anüberholten Lehrbüchern

und Unterrichtsinhalten fest.

Das Smartphone ist für viele Jugendliche

fast ein Körperteil. Berührungsängste

mit MINT-Fächern

dürfte es da doch nicht geben?

Yogeshwar: Das eine ist der Konsum

von Technik, das andere die Gestaltung

mithilfe der Technik. Das sind zwei Paar

Schuhe. Vielleicht müllen wir die jungen

Menschen mit zu viel Konsum von Technik

zu und geben ihnen zu wenigeAnreize

zum Gestalten von Technik. Da ist die

Ideen-Expo in Hannover ein tolles Vorbild.

Dagibt esviele Zonen, wo junge

Leute selber etwas machen können. Und

nicht die Manager,sondern dieAuszubildenden

der Unternehmen treten mit den

jungen Leuten in den Dialog. Wir hatten

bei der letzten Ideen-Expo über 300000

jungeMenschen. Ein tolles, auchemotionales

Erlebnis! Ich habe immer das Bild

von dem Mädchen vor Augen, das zum

ersten Mal mit einem Lötkolben eine

elektrische Schaltung gebaut hat. Dieser

Stolz in ihren Augen... Solche Erfahrungen

verändern die Perspektive.

Lernen beim Selbermachen ist die

beste Methode?

Yogeshwar: Ja, Begreifen beim Anfassen.

Den Spaß dabei haben. Wir müssen

die Naturwissenschaften aus der klassischen

Leistungsorientierung herausnehmen

und eine Lernorientierung daraus

machen. Das Schielen auf Noten führt

nur dazu, dass Kinder und junge Leute

büffeln, um die Inhalte ineiner Klausur

abzuspulen, um sie anschließend zu vergessen.

Lernorientierung zielt hingegen

auf wirkliches Verständnis, darauf, die

Welt mit dem Erlernten besser zu verstehen.

Später zum Beginn des Studiums

durchlaufen die Studienanfänger einen

absurden Aussiebprozess, der bei vielen

Wunden hinterlässt und die Begeisterung

für das Fach auffrisst. Das ist völlig falsch.

Und: Oft brauchen sie das, wasindiesen

ersten Klausurenabgefragt wird, nie wieder.

Habenwir den falschenBlick auf die

Naturwissenschaften?

Yogeshwar: Wir leben in einer Gesellschaft,

die Naturwissenschaften immer

noch reserviert gegenübersteht. In einer

Talk-Show ist es kein Problem zu sagen:

„Ach, Mathe habe ich früh abgewählt.“

Aber sagen Sie da mal: „Goethe, wer ist

das?“

Wie erleben Sie es, wenn heute der

Wissenschaft „alternative Fakten“

entgegengestellt werden. Wie erleben

Sie diesen Zweifel an der Wissenschaft?

Yogeshwar: Wir erleben da eine tiefe

Vertrauenskrise. Viele naturwissenschaftliche

Prozesse sind so kompliziert,

dass der Laie sie nicht im Detail nachvollziehen

kann.Der Laie ist darauf angewiesen,

letztlich dem Fachmannzuglauben.

Und wenn dann Fachleute pfuschen –

Beispiel Dieselskandal –, hat das einen

immensen Kollateralschaden: Es zerstört

die Basis der Glaubwürdigkeit. Fakten

werden angezweifelt ...

DieUSA steigen aus dem Weltklimavertrag

aus. Auch in Deutschland

zweifeln vieleMenschen daran, dass

der Klimawandel vom Menschen

verursacht ist. Was sagen Sie dazu?

Yogeshwar: Die Zeitschrift Science hat

im Jahr 2008 fast1000 wissenschaftliche

Publikationen ausgewertet. Klare Aussage:Defactogibtesinder

Wissenschaftswelt

keinen Zweifel am menschengemachten

Klimawandel mehr. Eine Wissenschaftlerin

aus Harvard, Naomi Oreskes,

hat sich das näher angesehen und belegt

in ihrem Buch „MerchantsofDoubt“

(„Die Machiavellis der Wissenschaft“),

wie eine Handvoll vonLobbyisten Thinktanks

ins Leben rufen und systematisch

Zweifel säen. Das Absurde, das Frau

Oreskes nachweisen konnte: Es sind in

den USAzum Teil dieselben Personen involviert,

die in früheren Zeiten für die Tabaklobby

die gesundheitsschädlichen

Einfl

üsse negiert haben: Das ist eine Art

Industrie der Desinformation, die Zweifel

sät.

Dabei ist Zweifel eigentlich der Anfang

aller Wissenschaft ...

Yogeshwar: Die Wissenschaft ist eine

institutionalisierte Welt des Zweifelns:

Alles, wasbehauptet wird, mussauchvon

anderen verifiziert und reproduziert werden

können. Natürlich gibt es in der Wissenschaft

Menschen, die pfuschen. Die

haben aber auf Dauer schlechte Karten,

weil dieses Kontrollsystem funktioniert.

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28 LEBEN &

Noch öffentlich oder schon pr

Viele Projekte sind nahe am oder im Museum /Zahlreiche performative Arbeiten

„Tiefenbohrung“ nennt Kasper König

dieSkulptur-Projekte gerne. Weil

diese Ausstellung nur alle zehn Jahre

stattfindet und mithin Distanz zur

Zeitgeschichte aufnehmen kann und

will. Also kein Event und kein Skandal

sein möchte. Im Mittelpunkt

steht das Verhältnis von privatem

und öffentlichem Raum und was die

Kunst damit macht. Die Dekade

macht Veränderungen deutlich. Und

ein erster Blick auf die fünfte Ausgabe

seit der Erfindung der Projekte im

Jahr 1977 deutet an, auf was diese

Tiefenbohrung stößt.

»Ich hoffe, dass die Ausstellung

einen Beitrag liefern kann zum genauen

Hinsehen.«

Kurator Kasper König

Das Private mischt sich mit

dem Öffentlichen auf diffuse

Weise. Es wirdgleichsam

unsichtbar,unfassbar,

unangenehm. So implementiert

Gregor Schneider in das öffentliche

Landesmuseum eine Privatwohnung

(erreichbar von außen über einen

Notausgang), in

der sich der Besucher

wie ein Eindringling

vorkommt.

Das Private

wirkt hier

leer, kühl, aseptisch.

Was auffällt: Im

Vergleich zu den

früheren Jahren tummeln sich viele

Künstler nahe am oder gar imMuseum.

Das liegt sicher auch daran, dass die

Herrschaftlichkeit des Neubaus den kritische

Geist provoziert. Soversucht Nora

Schultz mit Wackel-Videos und weichem

Teppich die Monstrosität dieserarchitektonischen

Modernität zu brechen und zu

mildern.

Für –imVergleich zu den Vorjahren –erstaunlich

bis erschreckend viele Projekte

gibt es Öffnungszeiten: Das ist der Art

von öffentlichem Raum geschuldet. Bei

der Unterwasserbrückevon Ayse Erkmen

in Münsters Hafen ist es die Sicherheit,

für die die Organisatoren Verantwortung

tragen. Weil Wasser als öffentlicher

Raum gefährlich ist. Bei vier Rettungsschwimmern

lässt sich die Rundum-Sicherheit

nicht Tagund Nacht gewährleisten.

Installationen in der Diskothek „Elephant“

oder im Museum können dem

Publikum nicht 24 Stunden zur Verfügung

stehen.

Gut ein Drittel der Projekte hat eine performative

Struktur. Dabei ist die Arbeit

vonXavier Le Royund Scarlet Yu zugleich

interaktiv und subversiv: In Workshops

wurden und werden Menschen ausgebildet,

die sich im öffentlichen Raum pantomimisch

als Skulptur zeigen sollen, um

darüber mit Fremden ins Gespräch über

Kunst und die Welt zu kommen.

Körper –Zeit –Ort: Das sind die drei großen

Themen, die die beiden Kuratorinnen

Britta Peters und Marianne Wagner

vorgegebenen haben. Die finden sich

zum Beispiel im schelmischen Tattoo-Angebot

vonMichael Smith: Über 65-Jährige

dürfen sich kostengünstig ein Motiv

stechen lassen. Das befragt das Verhältnis

zum eigenen Körper, das Zeit-Verhältnis

von Alter und Jugend, und es bringt Senioren

an einen Ort, den sie vermutlich

noch nie zuvor betreten haben: den Laden

„Tätowiersucht“. Ein weiteres Beispiel

ist die Performance

„Leaking Territories

(Undichte Territorien)“

der Rumänin

Alexandra Pirici. Die

sechs Sänger und Tänzer

verkörpern mal abs-

Kurator Kasper König

trakt das Nahen und

Distanzieren oder bilden

bekannte Szenen der Geschichte

zum Thema Krieg und Frieden nach. Mit

dem historischen Saal des Westfälischen

Friedens finden körperlicheund zeitliche

Ausdrucksformen hier einenpräzisen sowohl

auratischen als auch authentischen

Ort, um sich den schwierigen politischen

»Es geht um Fragen,

nicht um Antworten.«

Fragen zu widmen. In dieser Performance

übrigens ist ein zentraler Moment

die konzentrierte Ruhe der Agierenden.

Damit stehen sie symbolisch für den gesamten

Ansatz der Skulptur-Projekte.

Die sagen

Nein zu Hektik und Informationsfl

ut, versuchen,

die Besucher nicht mit

Kunst zu attackieren. Die

überwiegende Zahl der

Skulptur-Projekte ist ruhig

und unaufgeregt. Zudem

ist die Zahl von35überschaubar, so

dass eben keine Gefahr der Reizüberfl

u-

tung besteht. Und für ein bisschen Unterhaltung

ist ebenfalls gesorgt, beim Barfuß-Kneipp-Gang

über die Unterwasser-

Brücke von Ayse Erkmen.

Gerhard H. Kock

„Benz Bonin Burr“, so heißt die Kombination aus Henry Moores Skulptur mit dem LKW

und dem Container. Eine Arbeit von Cosima von Bonin und TomBurr. Foto: Wilfried Gerharz

CHRONIK DER

SKULPTUR-PRO

1977: Kuratoren: Kl

mann und Kasper K

420 000 Mark; rund

sucher.

1987: Kuratoren: Kla

mann, Kasper König

sche Mitarbeit u. a.:

Meschede; Budget: 9

Mark, rund 100 000

1997: Kuratoren: Kla

mann, Kasper König

Millionen Mark, run

Besucher

2007: Kuratoren: Br

zen, Kasper König, C

Projektleitung: Chris

Budget: 6,2 Millione

575 000 Besucher

2017: Kuratoren: Kas

Britta Peters, Dr. Ma

ner, Projektleitung:

Budget: knapp acht

Euro von Landschaft

Westfalen-Lippe, Sta

Sparkassen-Finanzg

Kunststiftung NRW,

terium NRW, Brillux

Sponsoren aus der p

Wirtschaft. Erwartet

den fünften Skulptu

rund 650000 Besuc

siert wurden jetzt 35

Projekte, die meisten

innerstädtischen Ber

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Alle Künstler –alle

Skulptur-Projekte-Schau ist eröff

net: Vom Mini-Museum auf der Wiese bis

Wer alle 35 künstlerischen

Positionen der

fünften Skulptur-Projektenicht

im Schnelldurchgang

sehen

möchte, der solltesich drei Tage Zeit nehmen.

Das empfehlen die Organisatoren

der internationalen Ausstellung. Hier alle

beteiligten Künstler und sämtlicheProjekte

imKurzporträt:

Ei Arakawa: Ein Mini-Museum mit sieben

Gemälden plus Musik auf grüner

Wiese vorHaus Kump –vor allem abends

schön.

Nairy Baghramian: pseudounfertige

Skulpturen auf Schraubenschlüsseln finden

sich vor und hinter dem Landesmuseum.

Aram Bartholl: Lagerfeuer-Feeling in

gedachter Endzeit gibt es an drei Standorten:

H1-Tunnel, Pumpenhaus und

Fernsehturm.

Cosima von Bonin / Tom Burr: Die

schwere Moore-Plastik am Landesmuseum

wirdscheinbar vomTiefl

ader abgeholt.Auf

der Kistesteht „Fragile“ für „Zerbrechlich“.

Grillstation am Hafengrenzweg: Oscar Tuazon

lädt ein in Münsters Niemandsland.

Foto: SP17/Henning Rogge

Hito Steyerl gilt derzeit als Superstar der internationalen Kunstszene

Weltrangliste). In der LBS an der Himmelreichallee zeigt sie unter an

schen mit Robotern umgehen.

Andreas Bunte hängt am H1-Vorplatz,

Stadthaus-1-Innenhof und bei der VHS

Plakate mit Fotos einer Installation auf.

Via QR-Code gibt es Töne und Bilder.

Gerard Byrne setzt im Klaviersaal der

Stadtbücherei das Verhältnis von Musik,

Sprache und Bild in Szene.

Camp (Shaina Anand und AshokSukumaran)

spannt an der Theaterruine ein

Netzwerk, das Informationen über das

Theater und die Umgebung vermittelt.

Michael Dean verhängt den Lichthof

des Landesmuseum mit transparenter

Folie und zeigt darin Schriftzeichen-

Skulpturen.

Jeremy Deller hat Kleingärtner zehn

Jahre lang Tagebuch schreiben lassen.

Respektable 33 Bücher werden ausgestellt.

Nicole Eisenman legt vor und hinter

den schicken Erbdrostenhof scheinbar

halbfertige Skulpturen.

Ayse Erkmen lässt Menschen im Hafen

über eine Brücke unter Wasser gehen.

Lara Favaretto ste

gegenüber ein Den

kriegsopfer einen Sp

für Flüchtlinge auf.

Hreinn Friðfinnsso

Wiese im Sternbusch

Hausskelett.

Ludger Gerdes hat

nungsamt Marl das L

anbringen lassen; b

hängt es am Aegidii

Gintersdorfer/Kla

penhaus ihreöffentl

Proben „Erniedrigun

der Welt“.

Pierre Huyghe stel

sporthalle auf den K

John Knight vermi

museum mit einer ü

Wasserwaage.

Justin Matherly s

Felsen in der Nähe

auf Gehhilfen und

Erweckungserlebnis


WISSEN 29

ivat?

EKTE

us Bußnig;

Budget:

100 000 Beus

Buß-

;Kuratori-

Friedrich

00 000

Besucher.

us Buß-

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d500 000

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;weitere

rivaten

werden bei

r-Projekten

her. Reali-

Skulpturdavon

im

eich. loy

Performative Arbeiten wie die Performance „Leaking Territories (Undichte Territorien)“ der Rumänin Alexandra Pirici im Friedenssaal sind ein Schwerpunkt der Skulptur-Projekte 2017.

Foto: Gerhard H. Kock

Werke

zum Masken-Ball auf dem Friedhof

hr Arbeitgeber Serice

Auf uns können Sie bauen!

(Platz sieben der

derem, wie Men-

Foto: SP17/Henning Rogge

llt am Ludgeriplatz

kmal für Kolonialardosen-Monolithen

nplatziert auf einer

park sein Edelstahl-

1989 über dem Ordeuchtschild

„Angst“

is zum 1. Oktober

markt.

en starten im Pumichen

Performancesgist

nicht das Ende

lt die ehemaligeEisopf

für ein Habitat.

sst das neue Landesberdimensionierten

tellt den Nietzschedes

Hauptbahnhofs

thematisiert dessen

.

Christian Odzuck stellt eine dem Gebäude

der Oberfinanzdirektion nachempfundene

Architektur aus recyceltem

Material der abgerissenen OfD

auf die

Brache.

Emeka Ogboh macht die Weltmusik des

in Münster begrabenen Komponisten

Moondog im Hamburger Tunnel hörbar

und ließ in Belgien Bier unter dem Einfl

uss von Musik aus Lagos brauen.

Peles Empire(Barbara Wolff, Katharina

Stöver) machen den Archetyp des Prinzipalmarkt-Giebels

gegenüber dem Aegidiimarkt

begehbar.

Alexandra Pirici lässt Tänzer im Friedenssaal

Bewegungen zum Thema Frieden

und Staaten aufführen.

Mika Rottenberg eröffnet gegenüber

dem Gefängnis in einem ehemaligen

Asia-Laden einen Asia-Laden mit Videos.

Xavier LeRoy und Scarlet Yu lassen

Münsteraner in der Innenstadt pantomimisch

Skulpturen darstellen, um mit

Fremden ins Gespräch zu kommen.

Sany (oder besser: Samuel Nyholm)

zeigt seine fallenden Figuren als Brennmalerei

auf Holz an mehreren Stellen in

der City.

Gregor Schneider hat im Landesmuseum

die Wohnung von N. Schmidt eingerichtet.

Thomas Schütte zeigt auf dem ehemaligen

Zoo-Gelände die Reinform des Tempels

in Rostrot.

Nora Schultz will mit Installation und

Videos die Wucht der Architektur des

neuen Landesmuseums brechen.

Michael Smith lädt über 65-Jährigeein,

sich kostengünstig Tattoos von Arbeiten

internationaler Künstler stechen zu lassen.

Hito Steyerl stellt „Hell-YeahWeFuck-

Die“ als Leuchten in die LBS –Wörter,die

in Popsongs derGegenwart häufig sind –

und thematisiert zudem, wie Menschen

mit Robotern umgehen.

Koki Tanaka zeigt in der Johannisstraße

18/20 Videos von Workshops mit

Münsteranern, die darüber nachgedacht

haben, wie Menschen zusammenleben

und Unbekanntes teilen.

OscarTuazonbereichert eine Industriebrache

am Stadthafen mit einer Art öffentlichem

Betonkamin.

Bárbara Wagner und Benjamin de

Burca singen in der Uralt-Disco „Elephant

Lounge“ Schmalz-Schlager mit kritischen

Texten: „Bye Bye Deutschland!

Eine Lebensmelodie.“

Cerith Wyn Evans kühlt eine Glocke

von St. Stephanus auf Winter-Temperatur.

Zuden üblichen Gottesdienstzeiten

(samstags um 17 Uhr und sonntags um

10.30Uhr) können die Menschen hören,

ob dies einen Unterschied macht –und

wenn welchen.

HervéYoumbi hängt zwischen die Bäume

des alten Überwasserfriedhofs über

die Bronzefiguren Masken, die Motive

aus Afrikamit dem Horrorgesicht aus den

„Scream“-Filmen kombiniert –ein Maskenball

der besondern Art.

Gerhard H.Kock

Bastelei: Mit Brandmalerei hat Künstler

Sany seine fallenden Figuren auf Holz gebracht.

Foto: Gerhard H.Kock

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30 LEBEN &WISSEN

Immer wieder gegen den Strom

Profifußballer, Beachsoccer und jetzt Assistenztrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen –die

Karriere des Billerbeckers Markus Högner hatte schon zahlreiche Stationen.

So ruhig und entspannt kann Markus Högner seinen Kaffee zurzeit nicht oft genießen. Die Fußballnationalmannschaft der Frauen bereitet sich zurzeit auf die EM in den Niederlanden vor

Foto: Jürgen Peperhowe

„Ich musste früh

Verantwortung übernehmen.“

Markus Högner

Der Mainstream. Ein Fremdwort für

ihn. Markus Högner liebt es seit jeher,

gegen den Strom zu schwimmen.

Langweilig, so stinknormal zu

sein. „Ich wusste immer, was ich

nicht wollte“, sagt er –und nippt am

Kaffee. Schwarz. So mag er ihn. Ein

zufriedenes Lächeln legt sich im

Bahnhofscafé in Billerbeck übersein

Gesicht. Es ist das Lächeln eines Gewinners

mit einer bewegten Vita.

Högner hat früh erfahren

müssen, was es heißt,

nicht allzeit auf der Sonnenseite

des Lebens zu

stehen. Gerade acht Jahre

jung verliert der gebürtige Ettringer

(Rheinland-Pfalz) seinen Vaterbei einem

tragischen Verkehrsunfall. „Ich musste

früh Verantwortung übernehmen“, erinnert

er sich. Eine Zeit, die ihn prägt, reifen

lässt. Zusammen mit dem Fußball in

seinemHeimatverein TuSMayen,der wie

eine Art Ventil für ihn ist. Eine Antriebsfeder

im mitunter

grauen Kosmos

eines Heranwachsenden.

Wiesoviele Jungs

in dem Alter

träumt „Högi“

von der großen

Bilderbuchkarriere,

vom schnellen Geld. Besessen von

einem extremen sportlichen Ehrgeiz, der

seinem Talent in die Karten spielt. 1988

lotstihn kein geringerer als der charismatische

Ur-Ruhrpottler PeterNeururer zur

Alemannia nach Aachen. In die 2. Liga.

Drei Mal schickt der ihn aufs Feld, ehe

Högner das erbarmungslose Geschäft am

eigenen Leibe zu spüren bekommt –fortan

bewegt er sich über Jahre zwischen

Profitum und Amateurwesen, ohne jemals

wieder ganz oben anklopfen zu dürfen.

Eine emotionale Begegnung während

seines Studiums an der Sporthochschule

in Köln sollte seiner Karriere aber

nochmals neuen Glanz verleihen.

Aufdem Campus zockt Högner regelmäßig

mit Latinos und Südamerikanern.

Einer davon: Henri Duarte. Dem Costa

Ricaner gefällt die Art und Weise, wie der

Deutsche den Ball streichelt. Kurzum vermittelt

er ihm dank seiner guten Kontakte

ein Probetraining in seiner Heimat. „Ich

waroffen dafür,wollteindie weiteWelt“,

so Högner. „Drei Sporttaschen habe ich

damals auf die Schnelle gepackt und bin

ab in den Flieger.“ Der Start in ein zweijähriges

Abenteuer beim Proficlub Liga

Deportiva Alajuelense. „Eine unglaubliche

Zeit in einem unglaublich fußballbegeisterten

Land.“ Erbezieht eine Wohnung

unweit des Stadions, teilt sie mit

einem exzentrischen Surfer, mit dem er

auf einer Wellenlänge liegt. Und er verdient

Geld, gutes Geld, spielt international,

kommt rum.

Eine Reise führt ihn sogar nach San Pedro

Sula, der zweitgefährlichsten Stadt der

Welt. Bus- oder Taxifahrten sowie Spaziergänge

in der Nacht enden hier in

Honduras nicht selten mit dem Tod. Högner

ist das nicht bewusst, als er mit seinem

Club dort zu einem Gastspiel antritt

–erist sogar so dreist und erzielt ein Tor.

„Ich habe erst später erfahren, wie gefährlich

es dort ist.“ Er ist angekommen

in der neuen Welt –nur nicht in den Medien.

Die schreiben von Markus Heinner

–mit Umlauten nehmen sie es in Costa

Rica halt nicht so genau. Aber sie mögen

ihn, den Weißen.

Zwei Jahrefußballerisches Exil sind dann

doch genug –Högner zieht es 1995 wieder

in die Heimat. „Vielleicht hätte ich

länger bleiben sollen.“ Ein kurzes Grübeln,

dann die Erkenntnis: „Ach, ich glaube,

wie es gelaufen ist, ist es gut. Gut für

mich. Schließlich habe ich dann den

Beachsoccer für mich entdeckt.“ Eine

neue Liebe.

„Es hat mich total erwischt“, gesteht er.

Als eine Agentur 1997 Spieler für ein

Event in Rimini sucht, bewirbt er sich

kurzerhand. Die Einladung fl

attert umgehend

in sein elektronisches Postfach. Die

beiden besten Spieler erhalten gar eine

Wild-Cardfür das Nationalteam. Högner

ist dabei, tingelt vondaanmit Koryphäen

wie Michael Rummeniggeund UweBein

um die Welt. Später steigt er zum Nationaltrainer

auf, hebt eine neue, jüngere

Truppe mit weniger prominenten Sanddribblern

aus der Taufe, konstituiert den

Deutschen Beach-Soccer-Verband

(DBSV). 2002 spielt er mit dem Nationalteam

um die WM-Krone in Rio de Janeiro.

Der Wahnsinn!

Eines ist ihm bei alledem bewusst: Mit

dem Trendsport kann er nicht reich werden.

Högners Kreativität, Originalität

und eine Prise Mut sind jetzt gefragt. Die

Lösung: Die Gründung von „Högi’s Glasreinigung“,

einer Fensterputzfirma. Ganz

nebenbei mimt er zwei Sommer lang den

Statisten inder Lindenstraße –für gutes

Geld. So hält er sich über Wasser. Aber

seine wahre Berufung ist der Fußball.

Dank guter Drähteund dennie abreißenden

Kontakten nach Aachen heuert er

2003 erneut bei der Alemannia an –als

U-16-Trainer.

Er bautdas Nachwuchsleistungszentrum

als Koordinator mit auf, macht sich als

Trainer der U19inder Bundesliga einen

Namen. Gleichzeitig absolviert er die

Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Köln.

Der Lohn: 2008 unterschreibt er als

frischgebackener Familienvater beim FC

Schalke04–als U-23-Coach. Eine Erfahrung,

mehr nicht. Nach nicht mal einem

Jahr wirderbeurlaubt, obwohl er noch in

Besitz eines gültigen Arbeitspapiers bis

2010 ist. Er sagt: „Damals war ich wohl

der bestbezahlte Babysitter Deutschlands.“

Unfreiwillig auf dem Abstellgleis, das Leben

kann einem übel mitspielen. Markus

Högner ist daran nicht verzweifelt, weil

es seinem Naturell entspricht, in allem etwasPositives

zu sehen. Auch aus christlicher

Überzeugung heraus. „Ich wusste,

dass etwas anderes kommen wird.“ Ein

Anruf aus Essen gibt seinem Leben abermals

eine unerwartete Wendung. Ob er

nicht Interesse hätte, die Bundesliga-

Frauen der Sportgemeinschaft Schönebeck-Essen

zu übernehmen, heißt es am

Telefon. „Geradeich,der mit Frauenfußball

nie was amHut hatte.“ Ein echter

Glücksgriff.

Er haucht den Mädels einen neuen Geist

ein, etabliert sie in der Spitzengruppe der

Bundesliga und führt sie 2014 ins DFB-

Pokalfinale. Alles rund um den Club trägt

seine Handschrift. Mit einem klaren Konzept,

das Steffi Jones, die Nachfolgerin

der goldenen Silvia Neid auf dem Chefposten

der Bundestrainerin, überzeugt

haben dürfte.

Seit August 2016 gehört Högner zum

Trainerstab der DFB-Auswahl. Sein Vertrag

als Assistenztrainer läuft zunächst

bis 2018. Indiesen zeitlichen Korridor

fällt auch die Europameisterschaft 2017

in den Niederlanden vom 16. Juli bis 6.

August. Aktuell befindet sich die deutsche

Auswahl in der Vorbereitung auf das

Turnier.Möglich, dass Högner doch noch

auf den Mainstream-Zug aufspringt –

selbst auf die Gefahr hin, den Zielbahnhof

nicht zu kennen.

Andre Fischer

Lang ist es her: Trainer Markus Högner, Sarah Freutel (l, beide SGS Essen), Saskia Bartusiak und Trainer Colin

Bell (beide 1. FFC Frankfurt) posieren nach einer Pressekonferenz am 16. Mai 2014 im Rhein-Energie-Stadion in

Köln. Im DFB-Pokalfinale der Frauen treffen die SGS Essen und der 1. FFC Frankfurt tags drauf aufeinander.

Foto: dpa/Marius Becker


LEBEN &WISSEN 31

In der Überseestadt in Bremen gilt es, das Rätsel um das Geheimnis des Hafenmeisters zu lösen. 60 Minuten hat man Zeit. Eine Familie aus der Schweiz versucht es gerade.

Foto: dpa

Ohne Teamgeist geht es nicht

Der Trend der Escape-Spiele hat nun auch die Welt der Brettspiele erfasst. Spieleautoren wie Inka und

Markus Brand wissen, worin der Reiz besteht, sich einschließen zu lassen und Rätsel zu lösen.

Menschen lassen sich in Räume einschließen,

bezahlen sogar dafür, um

in 60 Minuten gemeinsam Rätsel zu

lösen. „Escape Rooms“ heißt der

Trend, der inzwischen auch die

Brettspiel-Welt erfasst hat.

Bei den Internationalen Spieletagen

in Essen stellten

gleich im vergangenen

Herbst mehrere Verlage sogenannte

Escape- oder Exit-

Spiele für zu Hause vor. Zu den Autoren

gehören Inka und Markus Brand. Mit ihnen

sprach Marita Rinke über den Reiz

dieser Form des Rätselns. Und Mirko

Heuping hat es gleich getestet.

Was sind Escape Rooms?

Markus Brand : Es sind Live-Abenteuer,

bei denen sich eine Gruppe von

vier bis acht Personen in einen Raum einschließen

lässt, um gemeinsam eine Aufgabe

zu erfüllen. Um wieder herauszukommen,

reicht es nicht einfach, einen

Schlüssel zu finden. Man rätselt sich

durch den Raum, sucht ihn nach Hinweisen

ab, kombiniert, diskutiert und löst so

eine Aufgabe nach der anderen. Alles ist

logisch aufeinander aufgebaut.

Woher kommt diese Idee?

Brand: Ursprünglich waren es Rätselspiele,

die am Computer gespielt wurden.

Dann machten sich einige daran, sie auch

in der realen Welt zu spielen. Vor etwa

sieben Jahren entstanden die ersten

Escape-Rooms in Ungarn. Dort gibt es

heutebereits Escape-Häuser.InDeutschland

wurden die ersten Räume 2013 eröffnet.

Sie sind unglaublich erfolgreich

und schießen derzeit wie Pilze aus dem

Boden.

Was macht den Reiz für die Spieler

aus?

Brand: Es ist ein Adrenalinschub, einfach

eintolles Erlebnis. Man versucht, ein

Rätsel gemeinsam, möglichst in weniger

als 60 Minuten zu lösen. Das erfordert

Teamgeist und schweißt eine Gruppe zusammen.

Jeder ist gefordert, jederliefert

seinen Beitrag. Manchmal sind es wirklich

die kleinen Dinge, die einen dabei voranbringen.

Und mehr Augen sehen nun

mal mehr.

Hat jeder Raum eine andere Aufgabe?

Brand: Ja, es gibt unterschiedliche Settings.

Wir waren beispielsweise kürzlich

im Dschungelauf denSpuren vonSchatzjägern.

Es kann eine Grabkammer sein,

ein Raum im Stil der 1960er Jahre oder

ein Restaurant, in dem man einen „Mörder“

ermitteln muss.

Wie viele Rätsel hat man in einem

Raum zu lösen?

Brand: Unterschiedlich. Mal sind es

zehn. Es können aber auch bis zu 20 sein.

Wer sind die Menschen, die sich in

Escape-Rooms einschließen lassen?

Brand: Anfangs waren esLeute, die am

PC ihr Vergnügen daran hatten. Inzwischen

sind es Familien, Freunde, Arbeitskollegen

... Man muss kein speziellerTyp

sein, sondern lediglich Spaß daran haben,

Rätsel zu lösen.

Welche Voraussetzungen muss man

mitbringen?

Brand: Keine. Es ist weder Allgemeinbildung

gefragt noch hohes mathematisches

Wissen. Man muss genau hinschauen,

kombinieren und clever denken. Der

Arzt und der Architekt sind nicht schneller

wieder draußen als der Postbote und

der Müllmann.

Istesein Vergnügen für Erwachsene

oder auch mit oder für Kinder?

Brand: Es machtauch mit Kindern Spaß.

Allerdings sollten die nicht jünger als

acht Jahre alt sein. Außerdem werden

unterschiedliche Schwierigkeitsgrade

angeboten. Manche Escape-Rooms sind

auch an die Erwachsenen-Welt angepasst

und erst ab 18 Jahren freigegeben.

Bekommtman Hinweise mit auf den

Weg, wenn man sich einschließen

lässt?

Brand: Erst einmal nicht. Man muss sich

die Hinweise suchen. Die Räume sind

aber alle per Kamera überwacht. Wenn

man gar nicht weiterkommt, gibt einem

der Spielleiter einen Wink –inmanchen

Räumen automatisch, in anderen auf Anforderung.

Was passiert, wenn die Zeit abgelaufen

ist undman dieLösungnicht

gefunden hat?

Brand: Dann erfährt man anschließend,

was man verpasst hat. Das ist mir bisher

aber nur ein einziges Mal passiert. Es

muss auch keiner Angst haben, dass er

nicht wieder rauskommt.

Inka und Markus Brand haben schon zahlreiche ausgezeichnete

Gesellschaftsspiele entwickelt.

Nach denEscape-Roomsder virtuellen

Welt und den Live-Abenteuern

haben jetzt die Verlage von Gesellschaftsspielen

den Trend aufgegriffen.

Sie und Ihre Frau haben drei

Exit-Spiele beim Kosmos-Verlag auf

den Markt gebracht. Was unterscheidet

diese von dem Live-Abenteuern?

Brand: Beim Brettspiel ist man nicht in

einem verschlossenen Raum. Das Setting

spielt sich in den Köpfen der Menschen

ab. Bei unseren Spielen zum Beispiel in

der verlassenen Hütteund in einer Grabkammer.Imdritten

Fall ist es ein Proband

einer Studie, der im Nebel wieder aufwacht.

Das Grundprinzip ist aber immer

dasselbe. Man bekommt Hinweise, muss

logisch denken und kombinieren. Teamgeist

ist erforderlich, und man steht unter

Zeitdruck. Wasfehlt, ist das haptische Erlebnis.

„Exit –Die verlassene Hütte“ ist ein Wettlauf gegen die Uhr

Kann es gelingen, einenRaum

voller Rätsel in eine DIN-A-5

große Spielboxzuzwängen?

Was unmöglich klingt, vers

die Spieleautoren In-

Kuchen

ka und Markus Brand in „Exit –Die verlassene

Hütte“. Unsere Erfahrungen im

Überblick:

Das Szenario: Nach einer Autopanne in

einer Gegend ohne Handynetz suchen

die Spieler Unterschlupf in einer verlassenen

Hütte. Am nächsten Morgenist der

Raum verriegelt. Die Spieler müssen gemeinsamzahlreiche

Rätsel lösen, um das

Schloss an der Eingangstür knacken zu

können. Und zwar bevorder unheimliche

Hausbesitzer zurückkommt.

Die Voraussetzungen: Spieler sollten

mindestens zwölf Jahre alt sein. Empfohlen

wird das Spiel für einen bis sechs

Spieler.Zwecks Übersichtlichkeit und Effizienz

ist es empfehlenswert, das Spiel

höchstens zu viert zu spielen.

Die Vorbereitung: Der Spielekarton enthält

einen Stapel Karten, eine Decodierscheibe

und ein dünnes Heft –das ist alles.

Ergänzt wirddas Material durch den

Hinweis, Schere, Bleistift, ein Blatt Papier

und eine Stoppuhr bereitzulegen. Die

Spielanleitung wirkt ein wenig kompliziert,

sollteaber dennoch gemeinsam bis

zum Ende durchgegangen werden. Fragen

beantworten sich beim Spielen

schnell selbst.

Der Spielverlauf: Nach und nach bekommen

die Spieler Rätsel-Karten, die gemeinsam

mit Abbildungen in dem Spiel-

Buch und der Decodierscheibe zu den Lösungen

der insgesamt zehn Rätsel führen.

DieAufgabensindknifflf ig, jedoch alle

kreativ und lösbar.Können die Spieler

gar nichts mit den Hinweisen anfangen,

helfen Tipp-Karten weiter.Inden meisten

Fällen musserstein Rätsel gelöst werden,

um genug Hinweise auf das nächste zu

bekommen.Sind alle Rätsel gelöst, öffnet

sich die Tür der Hütte.

Die Zeit: Eine Spielzeit von unter einer

Stunde istnur für erfahrene Spieler oder

besonders pfiffigeRatefüchse erreichbar.

Die Kritik: Die Spielidee ist vollkommen

gelungen. Die Rätsel sind spannend. Das

Spiel kann nur ein einziges Mal gespielt

werden, da Material zerschnitten und

Karten bemalt werden müssen.

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