s'Magazin usm Ländle, 19. November 2017

vorarlbergkrone

OMAS KÜCHE SIMONS HOF KILIANS SLALOM

Rita Hämmerle und die

Vorarlberger Hausmannskost:

eine Erfolgsstory zum Nachkochen

Simon Vetter möchte die

Landwirtschaft öffnen –für jene,

die nicht am Hof geboren wurden

Kilian Albrecht schlängelte sich

einst durch Slalomstangen, heute

führt er Jüngere imrichtigen Kurs


SONNTAG, 19. NOVEMBER 2017

MITTELBERG

Foto: kleinwalserta.com

STREIT IM

DORF

Zwei Grundstücke und schwere

Vorwürfe: Nachbarschaftsstreit

endet vor Gericht


9

19. NOVEMBER 2017 | INHALT

Überraschung!

Starkolumnist Robert

Schneider ließ sich von einem

91- Jährigen einschüchtern

Fotos: Mathis Fotografie

4

Helles Köpfchen statt

Bauernschädel:

Wie Simon Vetter Klima

und Landwirtschaft

zusammenbringt

15

Sieht so eine Majestät aus?

Jawohl! Gesehen in Bregenz!

10

Dauerbrenner:

Rita, die Frau mit

Geschmack!

4 AKTUELL

Urkundenfälschung in Mittelberg?

Ein Fall für die Richter!

6 INTERVIEW

Simon Vetter über die

Verantwortung, Boden zu besitzen

9 SCHNEIDERSBRILLE

Robert Schneider trifft einen

91-Jährigen vollerIdeen

10 KOCHEN WIE OMA

Mit einemKochbuchvon Rita

Hämmerle ist das keineZauberei

12 HISTORISCHES BILD

Heuschlitten anno 1939

13 MUNDART

„Scherben“,„Sherpa“,„Tscherpa“:

Was stimmt nun?

14 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft den

Markenspezialist Jürgen Staudacher

15 PORTRÄT

Prinz für ein Jahr: Marco David

16 EVENTS

Was Sie diese Woche auf

keinen Fall versäumen sollten!

17 KULINARIK

Was für ein Hirsch! Wilder

Genuss am Teller

18 WAS WURDE AUS ...

...Kilian Albrecht?

s’Magazin 3


Foto: Gemeinde Mittelberg

AKTUELL

Wird uns in der

Gemeinde

etwas gemeldet, müssen

wir dem nachgehen.

Würden wir das nicht

tun,wäre das

Amtsmissbrauch.

Andi Haid, Bürgermeister

Gemeinde Mittelberg

Aktuelle Luftaufnahme der

betroffenen Liegenschafteninder

Gemeinde Mittelberg.

In Mittelberg streiten zwei Parteien seit einiger

Zeit um ein Stück Grund und ein damit verbundenes

Geh- und Fahrtrecht. Die Vorwürfe reichen bis

zu Betrug und Urkundenfälschung. Der Fall wurde

in erster Instanz abgewiesen. Nun beschäftigt sich

das Landesgericht Feldkirch damit.

Foto: handout/Dorn

Foto: handout/Wolfgang Dorn

Im malerischen

Kleinwalsertal spielt sich seit

anderthalb Jahren ein

verbitterter

Grundstücksstreit ab.

GroßerStreitimkleinenTal

schwerwiegende

Vorwürfe,

Essind

die WolfgangDorn aus Mittelberg

gegenüber seinem

Nachbar, dem Unternehmer

Jochen Matt, erhebt:

Die Rede ist von „Betrug

und Urkundenfälschung“,

zudem „terrorisiere“ Matt

ihn,wann es nurginge.

Doch von vorne: Wolfgang

Dorn übernimmt

2014 mit seiner Firma, der

KLW Immo KG, von den

Vorbesitzerinnen – einer

heute 68-jährigen Frau und

ihrer 32-jährigen Tochter,

beide schwer krank – die

Verwaltung des Grundstücks

Walserstraße 360

sowie des 1981 erbauten

ObjektsHausnummer 362,

in welchem Mietwohnungen,

ein Restaurant sowie

das Büro von Dorns Firma

untergebracht sind. Matt,

Neffe der Vorbesitzerinund

direkterNachbar, soll ebenfalls

längst ein Auge auf die

beiden Grundstücke geworfen

haben.

Gestritten wird vor allem

über Geh- und Fahrtrechte

auf beiden Seiten und –brisant

– Grundstückspläne,

die nicht der Realität entsprechen

sollen.„Es wurden

Pläne gefälscht und Grenzen

verschoben, um die Nutzungsrechte

auf den von mir

verwalteten Grundstücken

für Herrn Matt zu erweitern“,

ist sich Dorn sicher,

weshalb er Anzeige wegen

Urkundenfälschung und

schwerem Betrug erstattet.

Wir wollten in

Mittelberg dringend

benötigten Wohnraum

schaffen.Nun werden wir in

allem schikaniert. Uns istein

Millionenschadenentstanden,

wir stehen vor der Pleite.

Wolfgang Dorn, Mittelberg,Verwalter

des betroffenen Objekts

4

s’Magazin


AKTUELL

Und auch den Bürgermeister

der Gemeinde

nimmt Dorn indie Verantwortung:

„Wir wollten

hier dringend benötigten

Wohnraum schaffen

und wurden mit offenen

Armen empfangen.

Nun werden wir täglich

schikaniert und angezeigt.

Matt zückt wegen

jeder Kleinigkeit die Kamera,

zeigt Personen an,

die bei uns parken. Wir

dürfen keine weiteren

Parkplätze errichten,

doch ohne bleiben die

Mieter aus. Und bei der

Sanierung des Hauses

wurde uns ein Baustopp

auferlegt. Uns ist bereits

ein Schaden in Millionenhöhe

entstanden. Wir

stehen vor der Pleite!

Und der Bürgermeister

stellt sich auf die Seite

von Matt.“

Das lässt Ortsvorsteher

Andi Haid nicht auf

sich sitzen. „Wirduns etwasgemeldet,müssenwir

dem nachgehen“, teilt er

mit und stellt klar: „Würden

wir dieser Verantwortung

nicht nachkommen,wäre

das Amtsmissbrauch.“

Foto: handout/Dorn

Fallfür die Gerichte

Dorns Gegner Jochen

Mattsprichtvon „unhaltbaren

Vorwürfen, die ich

in keiner Weisenachvollziehen

kann.“ Matt verweist

auf seinen Anwalt

Dr. Einsle. Dieser teilt

auf Anfrage der „Krone

Vorarlberg“ mit: „Der

von den Voreigentümerinnen

unterzeichnete

Dienstbarkeitsvertrag

zum Geh- und Fahrtrecht

ist im Grundbuch samt

Plan ersichtlich. Herr

Dorn hat es offenbar versäumt,

das Grundbuch

beim Kauf zu prüfen –

und klagte meinen Mandanten

vor dem Zivilgericht

in Bezau auf Einschränkung

des Dienstbarkeitsrechts.“

Dorn

verlor den Fall und legte

Berufung ein. Das Strafverfahren

zu Urkundenfälschung

und Betrug

wurde von der Staatsanwaltschaft

abgewiesen,

Dorn brachteeinenFortsetzungsantrag

ein. „Die

Causa liegt nun am Landesgericht

Feldkirch, wir

erwarten ein Urteil in den

kommenden Wochen“,

erklärtJurist Einsle.

Nun ist es an Justitia,

im Tal zwischen Hohem

Ifen und Widderstein

Recht zu sprechen.

Harald Küng

Der Fall liegt

nun beim

Landesgericht

Feldkirch vor. Wir

erwarten ein Urteilin

den kommenden

Wochen.

Meinrat Einsle, Bregenz,

Anwalt vonJochen Matt

Das Streitobjekt an der

Walserstraße 362, im

Hintergrund der Hang

mit der Flurnummer 360.

Rechtsseitig folgt das

Haus vonHerrn Matt,das

nur über den Grund von

Herrn Dorn erreichbar ist.

Foto: Kanzlei Manhart,Einsle und Partner

s’Magazin 5


BIO-LANDWIRTSCHAFT

6

s’Magazin


BIO-LANDWIRTSCHAFT

Wasist Ihr Lieblingsprodukt,

HerrVetter?

INTER

VIEW

Simon Vetter wurde diese Woche mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis

ausgezeichnet –für seine „Gemüsekiste“, mit der Hunderte Vorarlberger Haushalte mit

frischem Bio-Gemüse versorgt werden. Im Interview mit Angelika Drnek verrät der

Landwirt aus Leidenschaft, was er ändern würde, wäre er eine Woche Agrar-Landesrat.

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Dampfende Kühe im

Hof, dampfender

Kaffee in der Stube,

lauter gut gelaunte

Menschenundkistenweise

Bio-Gemüse: Das ist der VetterhofinLustenau!

Sie werden unter anderem der Gemüseflüsterer

genannt.Wie kommt man

zu einem solchen Beinamen?

Da bin ich überfragt. Wir flüstern

nicht mit dem Gemüse, wir machen

nur unsere Arbeit gern.

Keine Zauberei also?

Nein, aber es ist ja ein bekanntes

Problem, dassdie Landwirtschaft für

viele kein schöner Arbeitsplatz mehr

ist.Für unsschon.

Warum ist das so?

Seit 50 Jahren sind die Zahlen der

landwirtschaftlichen Betriebe im

freien Fall. InLustenau hat in den

letzten Jahrzehnten alle zweiMonate

ein Betrieb für immer dichtgemacht.

Die Landwirtschaft ist industrialisierter

geworden. Man ist

Teil einer Prozesskette. Großteils

sind unsere bäuerlichenBetriebenur

Zulieferer größerer Strukturen –und

dadurch austauschbar.Wir zählen zu

den wenigen, die diese Arbeit aus

komplettfreien Stücken machenund

nicht, weil wir nicht rechtzeitig vom

Hof weggekommen sind.

So kann man auch selbst Regie führen?

Ja. Für uns ist essenziell, dass wir

nicht von Marktstrukturen getrieben

sind.

Kann man den eigenen Markt kreieren?

Selbstverständlich!Landwirtschaft

ist immer der Versuch, eine Antwort

aufden Standortzugeben, alsoaufBodenundKlima.Ichkannin

Lustenau eben keine Mangos anbauen.Und

wirsind in ein bestimmtes

sozioökonomischesSystemeingebunden.

Das Rheintal ist eines

der spannendsten Gebiete Mitteleuropas,

um landwirtschaftliche

Produkteselbst zu vermarkten. Wir

produzieren vor der Haustüre der

Menschen. Viele meiner Berufskollegen

sehen das negativ: zu viele

Jogger auf den Feldwegen, Rücksichtnahme

auf Anrainer etc. Das

ist nicht immer einfach, aber ein

Fakt, den wir nichtändern werden.

Also geht es darum, daraus etwas

Gutes hervorzubringen.

Es ist nicht überall inÖsterreich möglich,

zweimal die Woche auf einem

Markt einzukaufen, der viele regionale

Produkte anbietet.

Sicherlich, andererseits ist Vorarlberg

das Land der Lebensmittelindustrie.

Immerhin hat Vorarlberg

die größte Bäckerei und den

größten Schmelzkäseproduzenten.

UndinSüddeutschlandgelten wirals

das Land, indem es „denschlechten

Saft“ gibt. Ein wenig Selbstkritik

schadetnicht. Doch es gibtenormes

Potenzial: Schön langsam sickert

auch im Tourismus durch, dass eine

schöne Landschaft allein nichtmehr

reicht. Dem Gast muss man wesentlich

mehrbieten. Produkte aus lokaler

Produktion mit einer entsprechend

guten Geschichte dahinterwäre

so etwas. Die Landwirtschaft in

Vorarlberg zeichnetsich nichtdurch

Riesenhaftigkeit aus. Worauf wir

setzen müssen, ist das Hirnschmalz

proHektar.

Vorarlberg hinkt dem Trend bei der

Umstellung auf Bio-Höfe hinterher.

Warum?

Da hat man so ziemlich jede Entwicklung,

die es gegeben hat, verschlafen.Der

Bio-Bereichist dereinzige

bei Lebensmitteln, der in den

letzten Jahren zweistelligeZuwachsraten

erfahrenhat. Die Vorarlberger

kaufen,das Geldbleibt aber nicht im

Land. Das geht etwa an Molkereien

in Ostösterreich.Eswurde langegestritten,

bevor die „Vorarlberg

Milch“ eine Bio-Schiene eingeführt

hat. Die überwiegende Zahl

der handelnden Akteure ist

s’Magazin 7


BIO-LANDWIRTSCHAFT

FORTSETZUNG

auchnicht durch Mut gekennzeichnet

–gerade auf politischer Ebene.

Den Mut braucht es aber?

Ja, denninunserem Bereichmuss sehr

langfristig geplant werden. Investiere

icheinen Euro,dauerteseben, bis der

wieder zurückfließt.

Nun sind Sie mit dem Klimaschutzpreis

für das Projekt „Gemüsekiste“ ausgezeichnet

worden. Wie klimafreundlich

ist ihreLandwirtschaft tatsächlich?

Wir haben sowohl Anpassungs- als

auch Vermeidungsstrategien. Wie

schaffen wir es, weniger CO2 auszustoßen?

Dasbeginnt beiden Gewächshäusern,

die im Winter nicht geheizt

werden. Wir passen nicht das Klima

an die Pflanzen an,sonderndie Pflanzen

an das Klima. Wir bauen Salate

an, die speziell in der Spitzengastronomie

sehr gefragt sind. Das ist auch

die ökonomischere Variante. Wir sind

ja keine Öko-Hippies, sondern müssen

Geld verdienen. Spannend ist,

Modelle zu entwickeln,wie Klima und

Geldunter einen Hut zu bringen sind.

Auch auf Feldern kann man klimaschonend

arbeiten, mit Fruchtfolge

etwa.

Warum ist die Fruchtfolge so wichtig?

Weil Böden extrem viel CO2 binden

können –dafür muss der Boden aber

richtig bewirtschaftetwerden. Wirhaben

auch Rinder amHof. Rinder gelten

alsCO2-Produzenten erster Güte.

Aber:Ein Viertel der landwirtschaftlichenBöden

ist für den Ackerbau nicht

geeignet. Da bleibtnur Grünlandnutzung.

Das Rind ist ideal. Es wandelt

etwas, das ich nicht essenkann –Gras

–, in etwas um, das ich essen kann –

Fleisch. Problematisch ist, dass mittlerweile

das System pervertiert worden

ist und Rinder zuNahrungsmittelkonkurrenten

geworden sind. Da

wird dann Soja um die halbe Weltgeschifft.

Eine der größtenFehlentwicklungen

in derLandwirtschaft.

Man setzt ja auch vorwiegend auf hoch-

STECK

BRIEF

Geboren 1984, Auslandszivildienst

in SierraLeone,Studium ander BO-

KU Wien, Eintritt in den elterlichen

Betrieb in Lustenau. Mittlerweile

bekannt für die Gemüsekiste und

andereehrgeizige Projekte.

·········································································································································

gezüchtete Rassen, die mehr Futter

brauchen.

Auchhier gilt: Muss ich den Standort

der Kuh anpassen oder vielleicht umgekehrt?

Die Väter der Vorarlberger

Kühestehen nichtbei uns,sondernin

Texasoder Idaho.

Welche Rinder stehen bei Ihnen am

Hof?

Original Braunvieh und Grauvieh –

gekreuzt mit Aubrac, einer französischen

Fleischrinderrasse, die vielfach

in Naturschutzprojekten eingesetzt

wird, weil sie ihre Leistung ausschließlich

aus Gras erbringt. Siesind

kleinere Tiere, passen gut inunsere

Berge, sind vitalund gesundund bringen

superFleisch!

Wie viel Potenzial hat die Landwirtschaft

noch in Sachen Klimafreundlichkeit?

Enormes Potenzial. Es braucht quantitativen

und qualitativen Bodenschutz.

Nur Boden ist zu wenig. Wissen

Sie, woman den besten Ackerboden

Vorarlbergs findet? Unterm Golfplatz

Rankweil! Das sagt recht viel

über den Umgang unserer Gesellschaft

mit Boden. Redet man bei uns

über Boden, meint man den Marktwert.Das

ist aber nur ein fiktives System.Die

exorbitanten Bodenpreise erklärensichdurchdieFeigheitderPolitik,

die nicht eingreifenwill.

Was würden Sie ändern, wenn sie eine

Woche lang Agrar-Landesrat wären?

Ich würde mich des Bodenschutzgesetzes

annehmen. Es braucht rechtliche

Rahmenbedingungen, eine Handhabe.Man

muss diskutieren, wieeine

Fruchtfolge auszusehen hat. Das hat

nichts mitBevormundungzutun. Boden

ist ein öffentliches Gut. Das gehört

nicht einem alleine. Eigentum

verpflichtet. Letztlich fußt unsere gesamte

Zivilisation auf diesen fruchtbaren

20Zentimetern Bodenkruste.

Zweitens würde ich das hermetisch

abgeriegelte System Landwirtschaft

öffnen. Es gibt in Vorarlberg die 3-G-

Strategie: geboren, gemästet, geschlachtet

in Vorarlberg. Das kann

man aber auch anders auslegen: geboren,

geheiratet, geerbt. Das sind die

drei Zugänge zur Landwirtschaft. Es

gibt in der Landwirtschaftskammer

kein Gründerservice. Gleichzeitig verlieren

wir jährlich Betriebe –und ich

8

s’Magazin


BIO-LANDWIRTSCHAFT


Simon Vetter ist davon überzeugt,dass

die Nachfrage nach regionalen

Bio-Produkten neue wirtschaftliche

Möglichkeiten für Vorarlbergs Landwirte

eröffnen kann.

·························································································

alleinekenne schon viele junge Leute,

die sich für die Landwirtschaft interessieren.

Warum bringt man diese beidenSysteme

nicht zusammen?

Kaufen auch Gastronomen bei Ihnen

ein?

Ja, die Freiburger Hütteetwa. Diebestellen

schon einmal eine halbeTonne

Tomaten–inderWoche.AuchThorsten

Probost kauft beiuns ein, oder die

VKW-Kantine. Wirstehen da aber auf

der Bremse, weil uns zunehmend die

Anbauflächen ausgehen. Wir hoffen,

dass sich bald etwas bewegt –der Bodenbesitzist

in Vorarlberg ja breit gestreut,auch

derKirchegehört vieles.

Wasist Ihr Lieblingsprodukt?

Das Einkorn. Ein altes Getreide, das

ich nicht aus nostalgischen Gründen

anbaue, sondern weil es gute Erträge

und eine bis dahin nicht gekannte

Mehlqualität liefert. Die genetische

Vielfalt inder weltweiten Landwirtschaft

schmilzt leider immer weiter.

Meine Standesvertreter richten mir

regelmäßig über die Medien aus, was

alles nicht gefragt ist. Dabei ist die

Nachfrage nach Neuem riesig –ich

verdienemein Gelddamit.

Fotos: Mathis Fotografie

Der junge Greis

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Kennen Sie einen Menschen, der mit 91 Jahren

seine E-mails noch selbst beantwortet,geschweige

sich überhaupt im Internet bewegt? Bis voreiner

Woche kannte ich so jemanden auch nicht.Dann

lernte ich David Steindl-Rast kennen, den ich um ein

Interview für ein Filmprojekt anfragte. Er war der

eigentliche Motor des interreligiösen Diskurses in

den frühen 60er-Jahren. Er ist eine Legende, ein Guru,

obwohl ich dieses Wort nicht mag. Ich rechnete

mit keiner Antwort.Vielleicht mit einer freundlichen

Absage eines Mitarbeitersdes Klosters, in dem

Steindl-Rast lebt.Binnen einer Stunde antwortete

der Angefragte höchstpersönlich. Als ich ihm in

Salzburgbegegnete, fand ich einen unbegreiflich

wachen Menschen vor. Ein Mann vonhoher geistiger

Brillanz in einer Sprache, die jedermann versteht.Ich

neige nicht zu übertriebener Ehrfurcht oder Demut

(was mir manchmal vielleicht guttun würde), doch

im Lauf dieser Stunde, die ich mit Steindl-Rastverbringen

durfte, fühlte ich mich immer kleiner werden.

Er sprach über die Phänomene dieser Zeit mit

einer Eindringlichkeit,wie ich sie noch nicht gehört

habe. Sein Hauptanliegen, das er immer wieder aufgriff,war

die Angst,die uns täglich lähmt.Dass wir

lernen müssen, dieser Angst nicht zu unterliegen.

Denn Angst komme vonEnge, und aus Enge entstehe

das Leid auf dieser Welt.Der Liebe zur Macht

müsse man die Macht der Liebe entgegenhalten. Mit

Liebe meine er konkret das bedingungslose Ja zum

Miteinander.Ersehe eine Katastrophe auf uns zukommen,

sagte er später im Interview,und nach

dieser Katastrophe gehe es darum, unsereGesellschaft

nicht wieder wie eine Pyramide aus Macht

und Ohnmacht aufzubauen, sondern als eine Gesellschaft

aus kleinen und kleinsten Netzwerken.

Dann werde es wieder wie in den christlichenUrgemeinden

sein –die Pfade vonHaus zu Haus würden

nicht mehr überwuchert sein, sondern wohl ausgetreten.

Empathie könne nur im Kleinsten stattfinden,

dort,woman das Leid wirklich sieht,aber auch

die Freude.

s’Magazin 9


KOCHEN

Frisch, saisonal

und schmackhaft

–bei Familie

Hämmerle aus

Lustenau kommt

bevorzugt

Hausmannskost

auf den Teller.

Rita Hämmerle ist eine begeisterte Köchin und gibt ihr

Wissen auch gerne weiter. Die „Bewahrerin der

Vorarlberger Hausmannskost“ trug unzählige Rezepte

zusammen und machte sie mit ihren Kochbüchern „Aus

Großmutters Küche“ für andere zugänglich. Noch heute

gehören sie zu den Verkaufsschlagern im Ländle.

Inspiriert von ihrer Mutter,

die es nach dem Krieg verstand,

aus wenigen Zutaten

ein tolles Gericht zuzaubern,

stand die kleine Rita

bereits als Kind fasziniert am

Herd. „Wenn meineFamilie Pilze

sammeln ging, blieb ich lieber zuhause

und habe eine Suppe vorbereitet.“

Schon damals wusste sie,

dass ein Teig Zeit zum Ruhen

braucht und zauberte soeine Einlauf-

oder Baumwollsuppe, die sogar

ihre Mutter zum Schwärmen

brachte. Während ihrer Schulzeit

kochtesie leidenschaftlich weiter,

beruflich sah sie sich aber nicht in

derKüche.Als sie dann aber ihren

Mann Siegfried heiratete und mit

ihrer Hausmannskost einkochte–

Liebe geht ja bekanntlich durch

Keine Nebensache

Käsknöpfle mit Kartoffelsalat,

Riebel, Gerstensuppe oder

Schweinsbraten mit „Hafaloab“ –

jedem sind diese Gerichte ein Begriff,

aber kann sie auch jeder kochen?

Damit das so ist, gibt Rita

Hämmerle das Wissen aus Großmutters

Küche gerne an die nächste

Generation weiter. „Ich leiste

einen Beitrag, damit unsereHausmannskost

nicht verloren geht.“

Diverse Kochkurse hat sie auch

schon gegeben,und besondersbeden

Magen–ließernicht mehrlocker,

bis sie die Rezepte aufschrieb.

„Ich dachtemir, dass jede

Frau inmeinem Alter so kochen

kann“, erklärtRita Hämmerle ihr

anfänglichesZögern. Schlussendlich

resultierte daraus Anfang der

80er Jahre das erste Kochbuch

„Aus Großmutters Küche“. „Zu

dieser Zeit war zwar eher die Nouvelle

Cuisine in aller Munde, davon

ließenwir unsaber nicht beirren,

und die Bücher gingen tatsächlich

weg wie warme Semmeln!“

Gut 20 Jahre gehörte das

Kochbuch zu den meist verkauften

im Ländle, und auch heute ist

die Nachfrage danach da. „Wir

wollten keine mehr nachdrucken

lassen, aber esverging kein Tag,

an dem man nicht danach gefragt

hat“, verrät die 77-Jährige nicht

ganz ohne Stolz. So entstanden

auch weitere Sammlungen von

Tipps und Tricks für Küche,

Haushalt und Garten in Buchform.

10

s’Magazin


KOCHEN

In Großmutters

Küche zu Gast!

Fotos: lisamathis.at

liebt sinddie Knödel-Kurse.„Viele

trauen sich nichtandiese traditionellen

Gerichte heran, aber

auch hier gilt: Die Übung macht

den Meister“, nimmt die Lustenauerin

die Angst vor dem Knödelformen.

Zwar denkt man bei Hausmannskost

eher an deftige Gerichte,

aber Rita Hämmerle ist eine

Verfechterinvon gesunder Ernährung.

„Das Kochen ist schon der

Gesundheit wegen nicht als

Nebensache zu betrachten“, ist

einer ihrer Leitsätze. Noch heute

wird bei der 77-Jährigen jeden

Tag frisch gekocht. „Die Rezepte

sind alle saisonal und regional“,

betont RitaHämmerle und erklärt

somit, worauf es bei der Hausmannskost

ankommt. Bei ihrwird

außerdem nichts weggeworfen.

„Eine gute Hausfrau hat früher

immer alles verwertet. Lebensmittel

waren wertvoll!“ Und damit

das so bleibt bzw. wieder sowird,

Die

Begeisterung

für das Kochen

kam bei Rita

Hämmerle

schon als Kind,

erzählt die

77-Jährige.

sollte Hämmerles„Aus Großmutters

Küche“ in vielen Vorarlberger

Haushalten ganz oben in der Küchenschublade

liegen!

Sandra Nemetschke

s’Magazin 11


Heuführen im Schnee, anno 1939

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Nach dem ersten Schneefall

des Jahres bringt dieser

Bergbauer in der Arlbergregion

auf einem Schlitten Heu

ins Tal, welches er in der

Herbstzeit in einer Scheune

zwischengelagert hatte. Trotz

winterlicher Temperaturen

eine schweißtreibende Arbeit.

Denn auch wenn der Schlitten

den Abtransport vereinfacht –

im steilen Gelände ist es für

den Landwirt kein Leichtes,

den schweren Schlitten unter

Kontrolle zu halten. Der Winter

1939/40 war zudem ein

sehr strenger und schneereicher

–und der kälteste seit

100 Jahren. Den Bergbauern

blieb also gar nichts anderes

übrig, als das Heu ins Tal zu

holen, damit das Vieh über die

kalte Jahreszeit bestens versorgt

war. Die dabei meist

verwendeten Hornschlitten

kommen auch heute noch

zum Einsatz –allerdings mehr

zum Vergnügen als für die

Arbeit: Seit 1992 finden in

Vorarlberg die „Hornerrennen“

statt –mit bis zu 1000

Zusehern. Veranstaltet wer-

12

s’Magazin


MUNDART
















Tscherpa

Hauptwort

den die Läufe jährlich vom

HC Sibratsgfäll.

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

Foto: Sammlung Risch-Lau,Vorarlberger Landesbibliothek

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Deutsche Liebhaber vonBergsteigerliteratur und

Abenteuerberichten aus dem Himalaja werden im alemannischen

Tscherpa ein Lehnwort für einen Lastenträger

vermuten, vergleichbar dem chinesischen Kuli,einem

Tagelöhner,der sich als Vokabel bei uns eingebürgert

hat.Leider greift diese Analogie hier nicht.InVoradelberger

Mundart ist mit Tscherpa eine banale Scherbe gemeint,der

aus unbekannten linguistischen Gründen ein

einleitendes T vorangestellt wurde. Erschwerend ist das

Hauptwort im Dialekt andersals in der Hochsprache zudem

nicht weiblich, sondern männlich –also: der

Tscherpa –und folglich umso leichter mit dem himalajischen

Bergbewohner zu verwechseln.

Neben dem Regelgebrauch der alemannischen

Scherbe („I bin barfuaß

in an Tscherpa gstanda“),

welcher mit jenem der Hochsprache

einhergeht,ist mit dem

Tscherpa in ironischem Sinne

auch ein kaputtes oder hässliches

Stück Porzellan oder Geschirr gemeint

(„Washosch’n do für an

Tscherpa koft...“). Diese herabwürdigende

„A chinesische

Vasa?Antüra

Tscherpaisch es!“

Charakterisierung vonBruch- und Mangelwarewirdvon

uncharmanterenAlemannen darüberhinaus auf unattraktive,

reizarme oder schwächliche Frauen ausgeweitet

(„Sie ischt an Tscherpa“) –was in dieser Rubrik wie immer

einzig zur Erweiterungdes Passivwortschatzes angeführt

sei, nicht aber in die aktiveKonversation mit

oder über Frauen einfließen soll, es sei denn, deren Inhalt

dient der Erörterung alemannischer Linguistik.

s’Magazin 13


GESELLSCHAFT



Jürgen Staudacher

Markenspezialist

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Eigentlich wollte der erfolgreiche Markenexperte

Jürgen Staudacher (53)1989 nur für den Lehrgang

Werbung &Verkauf an der Wirtschaftsuniversität

nach Wien. „Seither habe ich nie mehr daran gedacht,zurückzukehren“,

erklärt er begeistert,

„außer natürlich, zweimal proJahr,ummeine Eltern

in Hohenems zu besuchen und am Hausbergzur Alpe

Gsohl zu wandern.“Nach seinem Abschluss an

der Lustenauer Handelsschule arbeitete Jürgen als

Werbeassistent bei Kästle Ski, wo er „die prägendste

Zeit seines Lebens“ verbracht hat.Erbildete sich

mit einem Grafik-Lehrgang in Mailand einschlägig

fort,bevor er sich für den Wechsel nach Wien entschied.

Als Werbegestalter bei Philips entschied er

sich dann für die Selbständigkeit als Markenspezialist.Von

der Logo-Entwicklung bis zur Produktkommunikation

für nationale sowie internationale Kunden

ist seine Agentur open#121 im hippen Wien-

Neubau mit 14 Mitarbeitern äußerst erfolgreich tätig.

Ein „grünes Ventil“

braucht der zweifache

Vater auch in der

Großstadt und spaziert

daher gerne mit

Kind und Kegel am

Hermannskogel –

dem höchsten Punkt

Wiens –und auch ins

Südburgenland fährt

Jürgen gerne.

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola

Purtscher (PR-Agentur

Purtscher Relations) lebt

seit über 30 Jahren in Wien.

Als Netzwerkerin lädt sie

regelmäßig zu ihrer exklusiven

„Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Sein Selfie: Der

Marken-Experte Jürgen

Staudacher vorseiner

Webpage der open#121

Der

goldene

Prinz

Im zivilen Leben ist Marco David

normalerweise mit äußerst filigranen

Dingen beschäftigt: Der gelernte

Goldschmied entwirft und kreiert

hochwertige Schmuckstücke. Als neuer

Bregenzer Faschingsprinz „Marco I.“

geht er es bald wohl etwas deftiger an

und wird sein neues Klientel –die

Bregenzer Kinder –inder fünften

Jahreszeit statt mit Perlen und Brillanten

mit Krapfen und „Krömle“ erfreuen.

Die Liebe zu den wirklich

schönen Dingen des Lebens

wurde Marco quasi

in die Wiege gelegt –

schon sein Vater war

Goldschmied und der Filius zeigte sich

von diesem kreativen Beruf von klein

auf begeistert. Als erster Ausländer

überhaupt durfte er seine Ausbildung

im weltweiten Schmuck- und Uhren-

Mekka, der Schweiz, absolvieren und

schloss daraufhin noch eine weitere

Ausbildung im eher exotischen Beruf

„Setter“ (Edelstein-Fasser) am Londoner

King’s College ab. „Meines Wissens

nach ist Goldschmied das zweitälteste

Gewerbe der Welt“, scherzt der

44-Jährige, der im Gegensatz zu Liebesdienerinnen

aber auch offiziell Geschäfte

eröffnen darf –was er neben

dem Familienbetrieb in Hard 2004 am

Bregenzer Leutbühelplatz auch machte.

Neben dem Handel mit Kostbarkeiten

der renommiertesten Schmuckund

Uhrenhersteller lässt Marco dort

seiner Fantasie freien Lauf und entwirft

eigene Kollektionen. „Mit eigens

14

s’Magazin


ORIGINAL

entwickelten CAD-Programmen und

3D-Technik können wir als einziges

Unternehmen in Vorarlberg die

Schmuckstücke am Computer entwerfen

und natürlich sehr exakt auf Kundenwünsche

eingehen“, sieht Marco

zwischen traditioneller Handwerkskunst

und modernster Technik keinen

Widerspruch. Und seinen Beruf im

Aufwind, auch wenn er –branchenüblich

–die Preise der teuersten Stücke

nicht verraten will: „Zum einen wird

Schmuck als Wertanlage wieder beliebter,

und zum anderen gibt es einen

neuen Trend zu Verlobungsringen“, so

der Fachmann.

Mit 100 Prozent Engagement

Er selbst braucht einen solchen nicht

mehr. Nicht zuletzt der Tatsache, dass

der zweifache Vater und Gattin Melanie,

eine Maskenbildnerin, eine geradezu

ideale „Prinzenfamilie“ darstellen,

verdankt er seine neueste Aufgabe.

„Als plötzlich immer mehr Altprinzen

in meinem Geschäft auftauchten, dachte

ich zuerst –ohSchreck! Aber nach

einer kurzen Bedenkzeit haben wir uns

entschlossen, diese schöne Tradition

weiterzuführen und der närrischen

Jahreszeit vorzustehen“, erinnert sich

der frischgebackene „Marco I.“ an die

vergangene Woche. Vor allem die Söhne

Eugen (7) und Alvin (8) dürften diese

Entscheidung positiv beeinflusst haben,

fragen sie doch ihre Eltern schon

jetzt: „Machen wir das nun jedes

Jahr?“ Das wohl kaum, denn Marco

weiß sehr wohl, was auf ihn zukommt.

„Aber wie alles möchte ich auch diese

Aufgabe mit 100 Prozent Energie angehen

und vor allem den Kindern einen

unvergesslichen Fasching bescheren“,

lässt er keinen Zweifel an einer erfolgreichen

Regentschaft. Die körperliche

Konstitution sollte der passionierte

Wasserskifahrer, Skitouren-Geher

und Trans-Alp-Mountainbiker sicher

haben und was den Feinschliff angeht,

ist er ohnehin eine der ersten Adressen

des Landes. In diesem Sinne: Ore Ore!

Raimund Jäger

Foto: lisamathis.at

s’Magazin 15


Foto: Mathis Fotografie

„Seven“ geht

vierfarbig

auf neue

Konzerttournee

Mit seinem

neuen Album

„4 Colors“ ist

der Schweizer

Soulsänger

EVENTS

„Seven“ wieder

auf Tour

und macht

am Donnerstag,

dem 30.

November,

um 20 Uhr

Halt im ConradSohm

in Dornbirn. Es ist bereits

das zehnte Album des

Sängers. Tickets sind erhältlich

bei: Ländleticket, Musikladen

Kartenbüro, v-ticket.at, oeticket.com

oder unter

www.conradsohm.com

Vortragund Film über

ein Projekt in Moldawien

„Moldawien“ erzählt unter anderem darüber, wie

Feuerwehren aus Vorarlberg ineinem der ärmsten Ländern

Europas Hilfe leisten. Die Dokumentation wird von

einem Vortrag über das Hilfsprojekt begleitet. Zusehen

ist der Film am Mittwoch, dem 22.November,um20Uhr

im Alten Kino in Rankweil. Tickets: www.alteskino.at

Foto: Sven Germann

Leroy EmmanuelTrio

Das Leroy Emmanuel Trio mit

Leroy Emmanuel, Christian Wegscheider

und Csaba Schmitz konzertiert

am Samstag, dem 25. November,

um 20.30 Uhr in der

Kammgarn in Hard. Der US-Amerikaner

Leroy Emmanuel ist einer der

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letzten international noch tätigen

Musiker, welcher die Entstehung

und den Erfolg des Labels Motown

erlebt und mitgestaltet hat. Das

Trio pflegt den einzigartigen Sound

dieser Motown-Ära. Tickets:

www.kammgarn.at

„Hundewetter“: Eine Komödie mit

mit Marion Kracht in Lindau

Rechtzeitig im

Herbst wartet

das Theater Lindau

mit der Komödie

„Hundewetter“

von Brigitte

Buc auf: mit

Marion Kracht,

Gabriele Judith

Hoersch, Lene

Winke und Daniel

Morgenroth.

Am Montag,dem 20. November,um19.30 Uhr in Lindau

und am Dienstag, dem 21. November, um20Uhr in der

Kulturbühne AmBach in Götzis. Tickets: www.kultur-lindau.de,www.v-ticket.at,Musikladen

Kartenbüros

Foto: GerhardWatzek

Foto: Theater am Kurfürstendamm

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Impressum

Medieninhaber: KRONE-Verlag GmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr.Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien, Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser, Redaktion: Harald Küng, Sandra Nemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat: Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz, Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at, sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum Salzburg Betriebsges. m. b. H. ,5020 Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

16

s’Magazin


KULINARIK

Foto: Christiane Mähr,Patricia Keckeis



Noch mehr Rezepte findet man

auf ChristianeMährs

Koch-Blog:

www.gesunde-erbse.com


Hirschrücken,

Trauben und

Rotwein? Darauslässt sich

eine herrlich-herbstliche

Kreation zaubern!

Es ist wieder Wild-Zeit. Dennoch mussten wir den Hirschrücken

vorbestellen und eine gute Woche warten, bis wir

ihn beim Metzger unseres Vertrauens holen konnten.

Wobei: Ich mag das, ehrlich gesagt. Denn soweiß ich,

dass es sich tatsächlich um frische Ware handelt. Abgesehen

davon ist Wild gesund, denn esliefert hochwertiges Eiweiß. Das

tun andere Fleischsorten zwar auch, Hase, Wildschwein, Reh oder

eben Hirsch sind jedoch nicht nur cholesterinarm, sondern auch wesentlich

fettärmer und dabei nährstoffreicher als Fleisch von

Schlachttieren. Ihr KörperwirdesIhnen danken!

Foto: Christiane Mähr

Geschnetzeltes vomHirsch in

Traubensauceund Rösti

Zubereitung:

1 Kartoffeln schälen, grob reiben und mit

Pfeffer, Salz,einem Spritzer Zitronensaft und

Paprikapulverwürzen. Gheeoder Butterschmalz

in einegroße,heißePfanne geben,

Kartoffeln hineingeben (am besten in kleinen

rundenPortionen)und auf mittlerer Stufesolange

anbraten, bis sie „braun genug“sind.

Wenden und wiederbraten, bis sie braun sind

(dauert ca. 20-30 Min.)

2 Währenddessen das Fleisch längs halbieren

und in 1/2 cm dickeScheiben schneiden. Schalottenschälenund

klein würfeln.Weintrauben

waschen und vonden Stielenzupfen.Kuzu,

Pfeilwurzmehloder Maizenamit 4-5 Esslöffel

kaltemWasser anrühren.

3 Olivenöl in einer heißen Pfanneerhitzen.

Fleisch unter Rühren vonallenSeitenanbraten.

Schalotten mit anbraten und mit Pfeffer,

Salz,etwas Zitronensaftund Paprikapulver

würzen. Mit Rotwein ablöschen, etwas heißes

Wasser dazugeben und 5Minuten köcheln lassen.

5 Trauben in die Sauce geben,kurz erwärmen,

mit Kuzu, Pfeilwurzmehl oder Maizena binden

und mitVollrohrzucker,Pfeffer und Salz abschmecken.

Zutaten (für 2Personen):

150 -200 g Hirschrücken

2ElOlivenöl

2 Schalotten

1Glas Rotwein

150 g kernloseWeintrauben

Vollrohrzucker

1/2Tl Kuzu, Pfeilwurzmehl oder Maizena

Pfeffer, Salz,Zitronensaft,Paprikapulver

Ghee oder Butterschmalz

Plus: 2große festkochendeund vorgekochte

Kartoffeln

s’Magazin 17


WAS WURDE EIGENTLICH AUS ...

...Kilian Albrecht?

Der Bregenzerwälder war einer der besten Slalomläufer des

Landes. Er belegte in seiner Karriere im Weltcup zwei Mal einen

zweiten Platz und bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt

Lake City den vierten Platz im Slalom. Heute agiert der 44-Jährige

eher im Hintergrund und begleitet junge Athleten an die Spitze.

einen Erfolgsfaktor für seinen heutigen

Jobals Managervon Athleten wie

Mikaela Shiffrin: „Die persönliche

Erfahrung und dass ich so gut wie alles

selbst durchlebt habe, hilft am Ende

wohl ammeisten.“ Der wirtschaftliche

Hintergrund und der Einblick in

die Sportpolitik, den er als Chairman

der FIS-Athletenkommission bekommen

hat, tragen sicherlich auch dazu

bei. Die Faszination, sich ständig weiterzuentwickeln

und die Suche nach

Perfektion, die ihn schon in seiner aktiven

Zeit begleitet haben, verfolgt er

auch bei seinen Schützlingen. „Es ist

spannend, mit Rat und Tat zur Seite

zu stehen und die richtigenSchritte zu

setzen.“ Diesetzt er auch für sich und

engagiert sich noch anderweitig. „Ich

habe mit meinem Sportanwalt eine

Tennisfirmagegründet, und wir investieren

derzeitnur in junge Spieler. Dazu

habe ich in Warth gerade mit zwei

Partnern ein Apartmenthaus gebaut,

das ab Dezember vermietet wird.“

Sandra Nemetschke

2002: Sein Debüt im Weltcup hatte er

bereits 1994. Kilian Albrecht gehörte

zu den erfolgreichsten Fahrern im ÖSV.

Hier holte er sich beim Slalom in

Kitzbühel die silberne Medaille.

Stundenlang wurde bergauf

getrippelt,vor demHaus in

Au Startübungen gemacht

oder auf der eigens gebauten

Schanze geübt –bis es

dunkel wurde. Früh stellteKilian Albrecht

die Weichenfür denProfi-Sport.

Um einen Plan Bzuhaben, studierte

der ambitionierteWälder BWL. Auch

wenn erzuden besten Slalomfahrern

Österreichs zählte, fühlte ersich im

ÖSV nie wirklich heimisch. Er wurde

zum Einzelkämpfer und erzielte den

Durchbruch auf eigene Faust. „Ich

hätte ein anderes System gebraucht,

um richtig erfolgreichsein zu können,

aber das ist Vergangenheit.“ Daher

ging er ab2006 auch für Bulgarienan

den Start. „Ich bin einen außergewöhnlichen

Weg gegangen und habe

vieles auf die harte Tour lernen müssen.“

Albrecht sieht darin aber auch

2017: Kilian Albrecht ist erfolgreicher

Sportmanager: Beim Slalom in

Kitzbühel mit DaveRyding und

Alexander Choroschilow.

Fotos: CHRISTOF BIRBAUMER, Albrecht

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s’Magazin


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